Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels LORVIQUA 25mg tablets
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
Lorviqua 25 mg Filmtabletten
Lorviqua 100 mg Filmtabletten
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Lorviqua 25 mg Filmtabletten
Jede Filmtablette enthält 25 mg Lorlatinib.
Sonstiger Bestandteil mit bekannter WirkungJede Filmtablette enthält 1,58 mg Lactose-Monohydrat.
Lorviqua 100 mg Filmtabletten
Jede Filmtablette enthält 100 mg Lorlatinib.
Sonstiger Bestandteil mit bekannter WirkungJede Filmtablette enthält 4,20 mg Lactose-Monohydrat.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Filmtablette (Tablette).
Lorviqua 25 mg Filmtabletten
Runde (8 mm), hellrosa Filmtablette mit sofortiger Wirkstofffreisetzung, mit der Prägung 'Pfizer“ aufder einen und '25“ und 'LLN“ auf der anderen Seite.
Lorviqua 100 mg Filmtabletten
Ovale (8,5 × 17 mm), dunkelrosa Filmtablette mit sofortiger Wirkstofffreisetzung, mit der Prägung'Pfizer“ auf der einen und 'LLN 100“ auf der anderen Seite.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Lorviqua als Monotherapie wird angewendet zur Behandlung erwachsener Patienten mit
Anaplastische-Lymphomkinase (ALK)-positivem, fortgeschrittenen nicht-kleinzelligen
Lungenkarzinom (non-small cell lung cancer, NSCLC), die zuvor nicht mit einem ALK-Inhibitorbehandelt wurden.
Lorviqua als Monotherapie wird angewendet zur Behandlung erwachsener Patienten mit
ALK-positivem, fortgeschrittenen NSCLC, deren Erkrankung fortgeschritten ist nach:
- Alectinib oder Ceritinib als erste Therapie mit ALK-Tyrosinkinase-Inhibitoren (TKI); oder
- Crizotinib und mindestens einem anderen ALK-TKI.
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
Die Behandlung mit Lorlatinib sollte von einem in der Anwendung von Krebstherapeutika erfahrenen
Arzt durchgeführt und überwacht werden.
Der Nachweis eines ALK-positiven NSCLC ist für die Auswahl der Patienten für eine Behandlung mit
Lorlatinib erforderlich, da nur für diese Patienten ein Nutzen nachgewiesen wurde. Die Untersuchungauf ein ALK-positives NSCLC sollte von Laboratorien durchgeführt werden, welche die verwendete
Technologie nachweislich beherrschen. Eine unsachgemäße Testdurchführung kann zuunzuverlässigen Testergebnissen führen.
DosierungDie empfohlene Dosis beträgt 100 mg Lorlatinib oral einmal täglich.
BehandlungsdauerDie Behandlung mit Lorlatinib sollte bis zur Krankheitsprogression oder inakzeptabler Toxizitätfortgesetzt werden.
Verspätete oder vergessene Dosis
Falls eine Dosis von Lorviqua vergessen wurde, sollte sie nachgeholt werden, sobald der Patient diesbemerkt. Falls die nächste Dosis in weniger als 4 Stunden fällig ist, sollte der Patient die vergessene
Dosis nicht mehr einnehmen. Es darf keine doppelte Dosis zur selben Zeit eingenommen werden, umeine vergessene Dosis nachzuholen.
DosisanpassungenAbhängig von der individuellen Sicherheit und Verträglichkeit kann eine Unterbrechung der
Behandlung oder eine Dosisreduktion erforderlich werden. Die Stufen der Dosisreduktion für
Lorlatinib werden nachfolgend zusammengefasst:
- Erste Dosisreduktion: 75 mg oral einmal täglich
- Zweite Dosisreduktion: 50 mg oral einmal täglich
Falls der Patient die orale Dosis von 50 mg einmal täglich nicht verträgt, sollte Lorlatinib endgültigabgesetzt werden.
Die empfohlenen Dosisanpassungen für Toxizitäten und Patienten, bei denen ein atrioventrikulärer(AV-) Block auftritt, werden in Tabelle 1 aufgeführt.
Tabelle 1. Für Lorlatinib empfohlene Dosisanpassungen bei Nebenwirkungen
Nebenwirkunga Lorlatinib-Dosierung
Hypercholesterinämie oder Hypertriglyceridämie
Leichte Hypercholesterinämie(Cholesterinwert zwischen ULN [obere
Normgrenze] und 300 mg/dl bzw.zwischen ULN und 7,75 mmol/l)
ODER
Mäßige Hypercholesterinämie(Cholesterinwert zwischen 301 und400 mg/dl bzw. 7,76 und 10,34 mmol/l) Einleiten oder Anpassen einer lipidsenkenden
Therapieb gemäß der entsprechenden Fachinformation;
ODER Behandlung mit Lorlatinib bei gleicher Dosisfortsetzen.
Leichte Hypertriglyceridämie(Triglyceridwert zwischen 150 und300 mg/dl bzw. 1,71 und 3,42 mmol/l)
ODER
Mäßige Hypertriglyceridämie(Triglyceridwert zwischen 301 und500 mg/dl bzw. 3,43 und 5,7 mmol/l)
Schwere Hypercholesterinämie(Cholesterinwert zwischen 401 und Einleiten einer lipidsenkenden Therapieb; bei bereits500 mg/dl bzw. 10,35 und 12,92 mmol/l) bestehender lipidsenkender Therapie eine
Dosiserhöhung der Therapieb gemäß der
ODER entsprechenden Fachinformation oder Umstellung aufeine andere lipidsenkende Therapieb. Behandlung mit
Schwere Hypertriglyceridämie Lorlatinib ohne Unterbrechung bei gleicher Dosis(Triglyceridwert zwischen 501 und fortsetzen.1.000 mg/dl bzw. 5,71 und 11,4 mmol/l)
Einleiten einer lipidsenkenden Therapieb oder
Dosiserhöhung der bestehenden Therapieb gemäß derentsprechenden Fachinformation oder Umstellung aufeine andere lipidsenkende Therapieb. Aussetzen von
Lebensbedrohliche Hypercholesterinämie Lorlatinib bis zum Abklingen der(Cholesterinwert über 500 mg/dl bzw. über Hypercholesterinämie und/ oder Hypertriglyceridämie12,92 mmol/l) auf einen leichten oder mäßigen Schweregrad.
ODER Wiederaufnahme derselben Dosis von Lorlatinib beimaximierter lipidsenkender Therapieb gemäß der
Lebensbedrohliche Hypertriglyceridämie entsprechenden Fachinformation.(Triglyceridwert über 1.000 mg/dl bzw.über 11,4 mmol/l) Bei erneutem Auftreten schwerer
Hypercholesterinämie und/ oder Hypertriglyceridämietrotz maximaler lipidsenkender Therapieb gemäß derentsprechenden Fachinformation; Verringerung der
Lorlatinib-Dosierung um 1 Stufe.
Nebenwirkunga Lorlatinib-Dosierung
Auswirkungen auf das Zentralnervensystem (ZNS, einschließlich psychotischer Effekte sowie
Veränderungen von Wahrnehmung, Stimmung, mentalem Status oder Sprache)
Grad 2: Mäßig
Aussetzen von Lorlatinib bis zum Rückgang der
Toxizität auf Grad 1 oder darunter. Anschließend
ODER
Wiederaufnahme der Lorlatinib-Therapie mit einer um1 Stufe verringerten Dosierung.
Grad 3: Schwer
Grad 4:
Lebensbedrohlich/ Sofortmaßnahmen Lorlatinib endgültig absetzen.indiziert
Erhöhter Lipase-/ Amylasewert
Grad 3: Schwer
Aussetzen von Lorlatinib bis zum Rückgang der
ODER Lipase-/ Amylasewerte auf die Ausgangswerte.
Anschließend Wiederaufnahme der
Grad 4: Lorlatinib-Therapie mit einer um 1 Stufe verringerten
Lebensbedrohlich/ Sofortmaßnahmen Dosierung.indiziert
Interstitielle Lungenerkrankung (ILD)/ Pneumonitis
Aussetzen von Lorlatinib bis zum Rückgang der
Symptome auf den Ausgangswert sowie Erwägeneiner Kortikosteroidtherapie. Wiederaufnahme der
Grad 1: Leicht
Lorlatinib-Therapie mit einer um 1 Stufe verringerten
Dosierung.ODER
Endgültiges Absetzen von Lorlatinib bei erneutem
Grad 2: Mäßig
Auftreten von ILD/ Pneumonitis oder einerausbleibenden Erholung trotz Steroidbehandlung und6-wöchiger Unterbrechung der Lorlatinib-Therapie.
Grad 3: Schwer
ODER
Lorlatinib endgültig absetzen.
Grad 4:
Lebensbedrohlich/ Sofortmaßnahmenindiziert
PR-Intervallverlängerung/ atrioventrikulärer Block (AV-Block)
Behandlung mit Lorlatinib ohne Unterbrechung beigleicher Dosis fortsetzen. Wirkungen von
Begleitmedikationen berücksichtigen und einen
AV-Block ersten Grads: möglicherweise unausgeglichenen Elektrolythaushalt
Asymptomatisch beurteilen und korrigieren, der zu einer
PR-Intervallverlängerung führen kann. Überwachungvon EKG/ Symptomen, die potenziell eng mit einem
AV-Block zusammenhängen.
Aussetzen von Lorlatinib. Wirkungen von
Begleitmedikationen berücksichtigen und einenmöglicherweise unausgeglichenen Elektrolythaushaltbeurteilen und korrigieren, der zu einer
AV-Block ersten Grads: PR-Intervallverlängerung führen kann. Enge
Symptomatisch Überwachung von EKG/ Symptomen, die potenziellmit einem AV-Block zusammenhängen. Bei
Abklingen der Symptome Wiederaufnahme der
Lorlatinib-Therapie mit einer um 1 Stufe verringerten
Dosis.
Nebenwirkunga Lorlatinib-Dosierung
Aussetzen von Lorlatinib. Wirkungen von
Begleitmedikationen berücksichtigen und einenmöglicherweise unausgeglichenen Elektrolythaushaltbeurteilen und korrigieren, der zu einer
AV-Block zweiten Grads: PR-Intervallverlängerung führen kann. Enge
Asymptomatisch Überwachung von EKG/ Symptomen, die potenziellmit einem AV-Block zusammenhängen. Wenn einnachfolgendes EKG keinen AV-Block zweiten Gradszeigt, die Lorlatinib-Therapie mit einer um 1 Stufeverringerten Dosis wieder aufnehmen.
Aussetzen von Lorlatinib. Wirkungen von
Begleitmedikationen berücksichtigen und einenmöglicherweise unausgeglichenen Elektrolythaushaltbeurteilen und korrigieren, der zu einer
PR-Intervallverlängerung führen kann. Überwachungund Monitorierung der Herzfunktion sollte erfolgen.
AV-Block zweiten Grads:
Bei anhaltendem symptomatischen AV-Block
Symptomatisch
Implantation eines Herzschrittmachers erwägen. Wenndie Symptome und der AV-Block zweiten Gradszurückgehen oder eine Erholung bis zu einemasymptomatischen AV-Block ersten Grads eintritt, die
Lorlatinib-Therapie mit einer um 1 Stufe verringerten
Dosis wieder aufnehmen.
Aussetzen von Lorlatinib. Wirkungen von
Begleitmedikationen berücksichtigen und einenmöglicherweise unausgeglichenen Elektrolythaushaltbeurteilen und korrigieren, der zu einer
PR-Intervallverlängerung führen kann. Überwachungund Monitorierung der Herzfunktion sollte erfolgen.
Bei schweren mit dem AV-Block assoziierten
Symptomen kann die Implantation eines
Herzschrittmachers angezeigt sein. Geht der
Vollständiger AV-Block AV-Block nicht zurück, kann die Implantation eines
Herzschrittmachers in Betracht gezogen werden.
Wird ein Herzschrittmacher implantiert, die
Behandlung mit Lorlatinib bei voller Dosierungfortsetzen. Wird kein Herzschrittmacher implantiert,kann die Lorlatinib-Therapie mit einer um 1 Stufeverringerten Dosis wieder aufgenommen werden,sofern die Symptome zurückgehen und das
PR-Intervall weniger als 200 ms beträgt.
HypertonieGrad 3 (SBD über oder gleich 160 mmHg Aussetzen von Lorlatinib bis zum Rückgang deroder DBD über oder gleich 100 mmHg; Hypertonie auf Grad 1 oder darunter (SBD untermedizinische Intervention indiziert; mehr als 140 mmHg und DBD unter 90 mmHg), anschließendein Antihypertonikum oder intensivere Behandlung mit Lorlatinib mit derselben Dosis wieder
Therapie als bisher indiziert) aufnehmen.
Bei Wiederauftreten einer Hypertonie des Grads 3
Lorlatinib bis zum Rückgang auf Grad 1 oder darunteraussetzen und anschließend mit verringerter Dosiswieder aufnehmen.
Wenn eine ausreichende Kontrolle der Hypertonie beioptimaler medizinischer Versorgung nicht erreichtwerden kann, Lorlatinib endgültig absetzen.
Nebenwirkunga Lorlatinib-Dosierung
Grad 4 (lebensbedrohliche Aussetzen von Lorlatinib bis zum Rückgang auf
Folgen/ Sofortmaßnahmen indiziert) Grad 1 oder darunter, anschließend Behandlung mitverringerter Dosis wieder aufnehmen, oder Lorlatinibendgültig absetzen.
Bei Wiederauftreten einer Hypertonie Grad 4,
Lorlatinib endgültig absetzen.
HyperglykämieGrad 3 Aussetzen von Lorlatinib bis Hyperglykämieausreichend kontrolliert ist, anschließend Behandlung
ODER mit Lorlatinib mit der nächst niedrigeren Dosis wiederaufnehmen.
Grad 4 (persistierende Hyperglykämie über250 mg/dl trotz optimaler Wenn eine ausreichende Kontrolle der Hyperglykämieantihyperglykämischer Therapie) bei optimaler medizinischer Versorgung nicht erreichtwerden kann, Lorlatinib endgültig absetzen.
Andere NebenwirkungenGrad 1: Leicht
Je nach klinischer Indikation unveränderte Dosis in
ODER
Betracht ziehen oder die Dosis um 1 Stufe verringern.
Grad 2: Mäßig
Lorlatinib bis zum Rückgang auf Grad 2 oder den
Ausgangswert aussetzen. Anschließend
Ab Grad 3: Schwer
Wiederaufnahme der Lorlatinib-Therapie mit einer um1 Stufe verringerten Dosierung.
Abkürzungen: ZNS = Zentralnervensystem; CTCAE = Common Terminology Criteria for Adverse Events;
DBD = diastolischer Blutdruck; EKG = Elektrokardiogramm; HMG-CoA = 3-Hydroxy-3-Methylglutaryl-
Coenzym A; NCI = National Cancer Institute; SBD = systolischer Blutdruck; ULN = obere Normgrenze (upperlimit of normal).a Die Schweregrad-Einteilungen entsprechen den CTCAE-Klassifizierungen des NCI.b Mögliche lipidsenkende Therapien: HMG-CoA-Reduktase-Inhibitor, Nikotinsäure, Fibratsäurederivateoder Ethylester von Omega-3-Fettsäuren.
Starke Cytochrom-P-450 (CYP) 3A4/5-Inhibitoren
Die gleichzeitige Anwendung von Lorlatinib mit starken CYP3A4/5-Inhibitoren und
Grapefruitsaftprodukten können die Plasmakonzentrationen von Lorlatinib erhöhen. Es sollte einealternative Begleitmedikation mit einer geringeren CYP3A4/5-Hemmung in Betracht gezogen werden(siehe Abschnitt 4.5). Wenn die gleichzeitige Anwendung eines starken CYP3A4/5-Inhibitorsnotwendig ist, sollte die Anfangsdosis von 100 mg Lorlatinib einmal täglich auf einmal täglich 75 mgverringert werden (siehe Abschnitte 4.5 und 5.2). Wird die gleichzeitige Anwendung des starken
CYP3A4/5-Inhibitors abgesetzt, sollte Lorlatinib mit der vor Beginn der Anwendung des starken
CYP3A4/5-Inhibitors verwendeten Dosis und nach einer Auswaschphase des starken
CYP3A4/5-Inhibitors von 3 bis 5 Halbwertszeiten fortgesetzt werden.
Besondere PatientengruppenÄltere Patienten (≥ 65 Jahre)Da für diese Altersgruppe nur in begrenztem Umfang Daten vorliegen, sind keine Dosisempfehlungenfür Patienten ab einem Alter von 65 Jahren möglich (siehe Abschnitt 5.2).
NiereninsuffizienzBei Patienten mit normaler Nierenfunktion und leichter bis mittelschwerer Niereninsuffizienz(absolute geschätzte glomeruläre Filtrationsrate [eGFR]: ≥ 30 ml/min) ist keine Dosisanpassungerforderlich. Bei Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz (absolute eGFR < 30ml/min) wird einereduzierte Lorlatinib-Dosis empfohlen, z. B. eine Initialdosis von 75 mg oral einmal täglich (siehe
Abschnitt 5.2). Für Nierendialysepatienten liegen keine Daten vor.
LeberinsuffizienzBei Patienten mit leichter Leberinsuffizienz wird keine Dosisanpassung empfohlen. Für die
Anwendung von Lorlatinib bei Patienten mit mittelschwerer oder schwerer Leberinsuffizienz liegenkeine Daten vor. Daher wird Lorlatinib bei Patienten mit mittelschwerer bis schwerer
Leberinsuffizienz nicht empfohlen (siehe Abschnitt 5.2).
Kinder und JugendlicheDie Sicherheit und Wirksamkeit von Lorlatinib bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren ist nichterwiesen. Es liegen keine Daten vor.
Art der AnwendungLorviqua ist zur oralen Verabreichung vorgesehen.
Die Patienten sollten angehalten werden, die Lorlatinib-Dosis jeden Tag ungefähr zur gleichen Zeitmit oder ohne Nahrung einzunehmen (siehe Abschnitt 5.2). Die Tabletten sollten im Ganzengeschluckt werden (Tabletten vor der Einnahme nicht kauen, zerdrücken oder öffnen). Zerbrochene,gerissene oder anderweitig beschädigte Tabletten dürfen nicht eingenommen werden.
4.3 Kontraindikationen
Überempfindlichkeit gegen Lorlatinib oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.
Gleichzeitige Anwendung starker CYP3A4/5-Induktoren (siehe Abschnitte 4.4 und 4.5).
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Hyperlipidämie
Die Anwendung von Lorlatinib wird mit einem Anstieg der Serumwerte für Cholesterin und
Triglyceride in Verbindung gebracht (siehe Abschnitt 4.8). Die mediane Dauer bis zum Auftreteneines schwerwiegenden Anstiegs der Serumwerte für Cholesterin bzw. Triglyceride beträgt 201 Tage(Spanne: 29 bis 729 Tage) bzw. 127 Tage (Spanne: 15 bis 1367 Tage). Die Serumwerte für
Cholesterin und Triglyceride sollten vor Beginn der Behandlung mit Lorlatinib, nach 2, 4 und8 Wochen sowie in regelmäßigen Abständen danach überwacht werden. Gegebenenfalls muss eine
Behandlung mit lipidsenkenden Arzneimitteln eingeleitet oder deren Dosis erhöht werden (siehe
Abschnitt 4.2).
Auswirkungen auf das Zentralnervensystem
Bei mit Lorlatinib behandelten Patienten wurden Auswirkungen auf das Zentralnervensystem (ZNS)beobachtet. Dazu zählten beispielsweise psychotische Effekte und Veränderungen der kognitiven
Funktion, der Stimmung, des mentalen Status oder der Sprache (siehe Abschnitt 4.8). Bei Patienten,bei denen ZNS-Auswirkungen auftreten, kann eine Dosisanpassung oder ein Absetzen der Behandlungerforderlich sein (siehe Abschnitt 4.2).
Atrioventrikulärer Block
Lorlatinib wurde an einer Patientenpopulation untersucht, von der Patienten mit AV-Block zweitenund dritten Grads (sofern nicht durch Herzschrittmacher behoben) oder AV-Block mit einem
PR-Intervall von > 220 ms ausgeschlossen waren. Bei Patienten, die Lorlatinib erhielten, wurden Fällevon PR-Intervallverlängerung und AV-Block berichtet (siehe Abschnitt 5.2). Vor Beginn der
Behandlung mit Lorlatinib und anschließend in monatlichen Abständen sollte eine
Elektrokardiogramm (EKG)-Kontrolle erfolgen. Dies gilt in besonderem Maße für Patienten mitprädisponierenden Faktoren für das Auftreten klinisch signifikanter kardialer Ereignisse. Bei
Patienten, die einen AV-Block entwickeln, kann eine Dosisanpassung erforderlich sein (siehe
Abschnitt 4.2).
Abnahme der linksventrikulären Ejektionsfraktion (LVEF)Bei mit Lorlatinib behandelten Patienten, deren LVEF zu Studienbeginn und mindestens einmal im
Nachuntersuchungszeitraum beurteilt wurde, wurden Fälle von verringerter linksventrikulärer
Ejektionsfraktion berichtet. Auf der Grundlage der verfügbaren klinischen Studiendaten ist keinkausaler Zusammenhang zwischen Auswirkungen auf Veränderungen der Kontraktilität des Herzensund Lorlatinib feststellbar. Bei Patienten mit kardialen Risikofaktoren und Krankheiten mit möglichen
Auswirkungen auf die LVEF sollte ein kardiales Monitoring, einschließlich einer Beurteilung der
LVEF zu Beginn und während der Behandlung, in Betracht gezogen werden. Bei Patienten, diewährend der Behandlung relevante kardiologische Anzeichen/ Symptome entwickeln, sollte einkardiales Monitoring, einschließlich einer Beurteilung der LVEF, in Betracht gezogen werden.
Erhöhte Lipase- und Amylasewerte
Bei Patienten, die Lorlatinib erhielten, traten erhöhte Lipase- und/ oder Amylasewerte auf (siehe
Abschnitt 4.8). Die mediane Dauer bis zum Auftreten erhöhter Lipase- bzw. Amylasewerte im Serumbeträgt 169 Tage (Spanne: 1 bis 1 755 Tage) bzw. 158 Tage (Spanne: 1 bis 1 932 Tage). Bei mit
Lorlatinib behandelten Patienten sollte das Risiko einer Pankreatitis infolge einer begleitenden
Hypertriglyceridämie und/ oder eines potenziellen intrinsischen Mechanismus in Betracht gezogenwerden. Die Patienten sollten vor Beginn der Behandlung mit Lorlatinib und in regelmäßigen
Abständen danach je nach klinischer Indikation auf Lipase- und Amylaseerhöhungen kontrolliertwerden (siehe Abschnitt 4.2).
Interstitielle Lungenerkrankung (ILD)/ Pneumonitis
Es sind schwere oder lebensbedrohliche pulmonale Nebenwirkungen bei der Behandlung mit
Lorlatinib aufgetreten, die auf ILD/ Pneumonitis hinweisen (siehe Abschnitt 4.8). Alle Patienten miteiner Verschlechterung der Atemwegssymptome, die auf eine ILD/ Pneumonitis hinweist (z. B.
Dyspnoe, Husten und Fieber), sollten umgehend auf ILD/ Pneumonitis untersucht werden. Lorlatinibsollte je nach Schweregrad ausgesetzt und/ oder endgültig abgesetzt werden (siehe Abschnitt 4.2).
HypertonieBei mit Lorlatinib behandelten Patienten wurde über Hypertonie berichtet (siehe Abschnitt 4.8). Vor
Beginn der Behandlung mit Lorlatinib sollte der Blutdruck gemessen werden. Anschließend sollte der
Blutdruck nach 2 Wochen und danach mindestens einmal monatlich während der Behandlung mit
Lorlatinib überwacht werden. Je nach Schweregrad sollte Lorlatinib ausgesetzt und die Behandlungmit einer niedrigeren Dosis wieder aufgenommen oder endgültig abgesetzt werden (siehe
Abschnitt 4.2).
HyperglykämieBei mit Lorlatinib behandelten Patienten ist Hyperglykämie aufgetreten (siehe Abschnitt 4.8). Vor
Beginn der Behandlung mit Lorlatinib sollte die Nüchternglukose im Serum gemessen undanschließend in regelmäßigen Abständen gemäß nationalen Leitlinien überwacht werden. Je nach
Schweregrad sollte Lorlatinib ausgesetzt und die Behandlung mit einer niedrigeren Dosis wiederaufgenommen oder endgültig abgesetzt werden (siehe Abschnitt 4.2).
Wechselwirkungen mit anderen ArzneimittelnIn einer Studie an gesunden Probanden war die gleichzeitige Anwendung von Lorlatinib und
Rifampin, einem starken CYP3A4/5-Induktor, mit einem Anstieg von Alanin-Aminotransferase(ALT) und Aspartat-Aminotransferase (AST) verbunden, ohne dass der Gesamtwert für Bilirubin undalkalischer Phosphatase anstieg (siehe Abschnitt 4.5). Die gleichzeitige Anwendung starker
CYP3A4/5-Induktoren ist kontraindiziert (siehe Abschnitte 4.3 und 4.5). Leberfunktionstests beigesunden Probanden, die Lorlatinib in Kombination mit dem moderaten CYP3A4/5-Induktor
Modafinil erhielten, zeigten keine klinisch relevanten Veränderungen (siehe Abschnitt 4.5).
Die gleichzeitige Anwendung von Lorlatinib mit CYP3A4/5-Substraten mit enger therapeutischer
Breite, u. a. Alfentanil, Ciclosporin, Dihydroergotamin, Ergotamin, Fentanyl, hormonelle
Kontrazeptiva, Pimozid, Chinidin, Sirolimus und Tacrolimus, sollte vermieden werden, da die
Konzentration dieser Arzneimittel durch Lorlatinib reduziert werden kann (siehe Abschnitt 4.5).
Fertilität und Schwangerschaft
Während der Behandlung mit Lorlatinib und für einen Zeitraum von mindestens 14 Wochen nach derletzten Dosis müssen männliche Patienten mit weiblichen Partnern im gebärfähigen Alter einezuverlässige Verhütungsmethode (einschließlich eines Kondoms) anwenden und männliche Patientenmit schwangeren Partnern müssen Kondome verwenden (siehe Abschnitt 4.6). Die männliche Fertilitätkann während der Behandlung mit Lorlatinib beeinträchtigt sein (siehe Abschnitt 5.3). Vor der
Behandlung sollten sich Männer über eine wirksame Erhaltung der Fertilität beraten lassen. Frauen imgebärfähigen Alter sollten angewiesen werden, während der Behandlung mit Lorlatinib nichtschwanger zu werden. Bei weiblichen Patienten ist während der Behandlung mit Lorlatinib einehochwirksame Methode zur nichthormonellen Empfängnisverhütung erforderlich, weil Lorlatinibhormonelle Kontrazeptiva wirkungslos machen kann (siehe Abschnitte 4.5 und 4.6). Ist einehormonelle Verhütungsmethode unvermeidbar, muss in Kombination mit der hormonellen Methodeein Kondom verwendet werden. Die Anwendung einer wirksamen Verhütungsmethode muss fürmindestens 35 Tage nach Abschluss der Behandlung fortgesetzt werden (siehe Abschnitt 4.6). Es istnicht bekannt, ob Lorlatinib die weibliche Fertilität beeinträchtigt.
LactoseintoleranzDieses Arzneimittel enthält Lactose als sonstigen Bestandteil. Patienten mit der seltenen hereditären
Galactose-Intoleranz, völligem Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten dieses
Arzneimittel nicht einnehmen.
Natrium über die Nahrung
Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro 25- oder 100-mg-Tablette.
Patienten mit natriumarmer Diät sollten darüber informiert werden, dass dieses Arzneimittel nahezu'natriumfrei“ ist.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Pharmakokinetische WechselwirkungenIn-vitro-Daten deuten darauf hin, dass Lorlatinib vorwiegend durch CYP3A4 und
Uridindiphosphat-Glucuronosyltransferase (UGT) 1A4 metabolisiert wird, mit geringen Beiträgen von
CYP2C8, CYP2C19, CYP3A5 und UGT1A3.
Wirkung von Arzneimitteln auf Lorlatinib
CYP3A4/5-Induktoren
Rifampin, ein starker Induktor von CYP3A4/5, wurde über 12 Tage einmal täglich mit oralen Dosenvon 600 mg verabreicht und reduzierte bei gesunden Probanden die mittlere Fläche unter der
Konzentrations-Zeit-Kurve (area under the curve, AUCinf) von Lorlatinib um 85 % und die Cmax um76 % bei einer oralen 100-mg-Einzeldosis Lorlatinib. Darüber hinaus wurden AST- und ALT-
Erhöhungen beobachtet. Die gleichzeitige Anwendung von Lorlatinib mit starken
CYP3A4/5-Induktoren (z. B. Rifampicin, Carbamazepin, Enzalutamid, Mitotan, Phenytoin und
Johanniskraut) kann zu einer Senkung der Plasmakonzentrationen von Lorlatinib führen. Diegleichzeitige Anwendung starker CYP3A4/5-Induktoren mit Lorlatinib ist kontraindiziert (siehe
Abschnitte 4.3 und 4.4). Bei gesunden Probanden, die eine orale Einzeldosis von 100 mg Lorlatinib in
Kombination mit dem moderaten CYP3A4/5-Induktor Modafinil (400 mg einmal täglich über19 Tage) erhielten, zeigten sich keine klinisch relevanten Veränderungen in den
Leberfunktionstestergebnissen. Die gleichzeitige Anwendung von Modafinil hatte keine klinischrelevante Wirkung auf die Pharmakokinetik von Lorlatinib.
CYP3A4/5-Inhibitoren
Itraconazol, ein starker CYP3A4/5-Inhibitor, wurde über 5 Tage einmal täglich mit oralen Dosen von200 mg verabreicht und erhöhte bei gesunden Probanden die mittlere Lorlatinib-AUCinf um 42 % unddie Cmax um 24 % bei einer 100-mg-Einzeldosis Lorlatinib. Die gleichzeitige Anwendung von
Lorlatinib mit starken CYP3A4/5-Inhibitoren (z. B. Boceprevir, Cobicistat, Itraconazol, Ketoconazol,
Posaconazol, Troleandomycin, Voriconazol, Ritonavir, Paritaprevir in Kombination mit Ritonavir und
Ombitasvir und/ oder Dasabuvir sowie Ritonavir in Kombination mit Elvitegravir, Indinavir,
Lopinavir oder Tipranavir) kann die Plasmakonzentrationen von Lorlatinib erhöhen.
Grapefruitprodukte können die Plasmakonzentrationen von Lorlatinib ebenfalls erhöhen und solltenvermieden werden. Es sollte eine alternative Begleitmedikation mit einer geringeren
CYP3A4/5-Hemmung in Betracht gezogen werden. Falls die Anwendung eines starken
CYP3A4/5-Inhibitors erforderlich ist, wird eine Dosisreduktion von Lorlatinib empfohlen (siehe
Abschnitt 4.2).
Wirkung von Lorlatinib auf andere Arzneimittel
CYP3A4/5-Substrate
In-vitro-Studien zeigten, dass Lorlatinib ein zeitabhängiger Inhibitor und CYP3A4/5-Induktor ist. Die15-tägige orale Gabe von Lorlatinib 150 mg einmal täglich verringerte die AUCinf und Cmax einer oralverabreichten Einzeldosis von 2 mg Midazolam (ein sensibles CYP3A-Substrat) um 61 % bzw. 50 %.
Lorlatinib ist folglich ein moderater CYP3A-Induktor. Daher sollte die gleichzeitige Anwendung von
Lorlatinib mit CYP3A4/5-Substraten mit enger therapeutischer Breite, u. a. Alfentanil, Ciclosporin,
Dihydroergotamin, Ergotamin, Fentanyl, hormonelle Kontrazeptiva, Pimozid, Chinidin, Sirolimus und
Tacrolimus, vermieden werden, da die Konzentration dieser Arzneimittel durch Lorlatinib reduziertwerden kann (siehe Abschnitt 4.4).
CYP2B6-Substrate
Die 15-tägige Gabe von Lorlatinib 100 mg einmal täglich verringerte die AUCinf und Cmax einer oralen
Einzeldosis von 100 mg Bupropion (ein kombiniertes CYP2B6- und CYP3A4-Substrat) um 49,5 %bzw. 53 %. Lorlatinib ist somit ein schwacher Induktor von CYP2B6, und eine Dosisanpassung istnicht erforderlich, wenn Lorlatinib in Kombination mit Arzneimitteln angewendet wird, diehauptsächlich über CYP2B6 metabolisiert werden.
CYP2C9-SubstrateDie 15-tägige Gabe von Lorlatinib 100 mg einmal täglich verringerte die AUCinf und Cmax einer oralen
Einzeldosis von 500 mg Tolbutamid (ein sensitives CYP2C9-Substrat) um 43 % bzw. 15 %. Lorlatinibist somit ein schwacher Induktor von CYP2C9, und eine Dosisanpassung für Arzneimittel, diehauptsächlich über CYP2C9 metabolisiert werden, ist nicht erforderlich. Im Falle einer gleichzeitigen
Behandlung mit Arzneimitteln mit geringer therapeutischer Breite, die über CYP2C9 metabolisiertwerden (z. B. Kumarin-Antikoagulanzien), sollten die Patienten jedoch überwacht werden.
UGT-Substrate
Die 15-tägige Gabe von Lorlatinib 100 mg einmal täglich verringerte die AUCinf und Cmax einer oralen
Einzeldosis von 500 mg Paracetamol (ein UGT-, SULT- und CYP1A2-, -2A6-, -2D6- und -3A4-
Substrat) um 45 % bzw. 28 %. Lorlatinib ist somit ein schwacher Induktor von UGT, und eine
Dosisanpassung ist für Arzneimittel, die hauptsächlich über UGT metabolisiert werden, nichterforderlich. Im Falle einer gleichzeitigen Behandlung mit Arzneimitteln mit geringer therapeutischer
Breite, die über UGT metabolisiert werden, sollten die Patienten jedoch überwacht werden.
P-Glykoprotein-Substrate
Die 15-tägige Gabe von Lorlatinib 100 mg einmal täglich verringerte die AUCinf und Cmax einer oralen
Einzeldosis von 60 mg Fexofenadin (ein sensitives P-Glykoprotein [P-gp] -Substrat) um 67 % bzw.63 %. Lorlatinib ist somit ein moderater Induktor von P-gp. Arzneimittel, die P-gp-Substrate mitgeringer therapeutischer Breite sind (z. B. Digoxin, Dabigatranetexilat), sollten in Kombination mit
Lorlatinib mit Vorsicht angewendet werden, da es wahrscheinlich ist, dass die Plasmakonzentrationendieser Substrate reduziert werden.
In-vitro-Studien zur Inhibition und Induktion anderer CYP-Enzyme
In vitro hat Lorlatinib ein geringes Wechselwirkungspotenzial mit anderen Arzneimitteln durch die
Induktion von CYP1A2.
In-vitro-Studien zu anderen Wirkstofftransportern als P-gp
In-vitro-Studien zeigten, dass Lorlatinib in klinisch relevanter Konzentration möglicherweise BCRP(Gastrointestinaltrakt), OATP1B1, OATP1B3, OCT1, MATE1 und OAT3 hemmt. Lorlatinib solltemit Vorsicht in Kombination mit Substraten von BCRP, OATP1B1, OATP1B3, OCT1, MATE1 und
OAT3 angewendet werden, da klinisch relevante Veränderungen der Plasmaexposition gegenüberdiesen Substraten nicht ausgeschlossen werden können.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
Frauen im gebärfähigen Alter/ Verhütung bei Männern und FrauenFrauen im gebärfähigen Alter sollten angewiesen werden, während der Behandlung mit Lorlatinibnicht schwanger zu werden. Bei weiblichen Patienten ist während der Behandlung mit Lorlatinib einehochwirksame nicht-hormonelle Verhütungsmethode erforderlich, weil Lorlatinib hormonelle
Kontrazeptiva wirkungslos machen kann (siehe Abschnitte 4.4 und 4.5). Ist eine hormonelle
Verhütungsmethode unvermeidbar, muss in Kombination mit der hormonellen Methode ein Kondomverwendet werden. Die Anwendung einer wirksamen Verhütungsmethode muss für mindestens35 Tage nach Abschluss der Behandlung fortgesetzt werden.
Während der Behandlung mit Lorlatinib und für einen Zeitraum von mindestens 14 Wochen nach derletzten Dosis müssen männliche Patienten mit gebärfähigen Partnerinnen eine zuverlässige
Verhütungsmethode (einschließlich eines Kondoms) anwenden. Männliche Patienten mit schwangeren
Partnerinnen müssen Kondome verwenden.
SchwangerschaftTierexperimentelle Studien haben eine embryofetale Toxizität gezeigt (siehe Abschnitt 5.3). Es liegenkeine Daten zur Anwendung von Lorlatinib bei Schwangeren vor. Lorlatinib kann bei Verabreichungan Schwangere dem Fötus schaden.
Die Anwendung von Lorlatinib während der Schwangerschaft und bei Frauen im gebärfähigen Alter,die nicht verhüten, wird nicht empfohlen.
StillzeitEs ist nicht bekannt, ob Lorlatinib und dessen Metabolite in die Muttermilch übergehen. Ein Risiko fürdas Neugeborene/ Kind kann nicht ausgeschlossen werden.
Lorlatinib sollte während der Stillzeit nicht angewendet werden. Das Stillen sollte während der
Behandlung mit Lorlatinib und für eine Dauer von 7 Tagen nach der letzten Dosis unterbrochenwerden.
FertilitätAuf der Grundlage präklinischer Sicherheitsergebnisse kann die männliche Fertilität während der
Behandlung mit Lorlatinib beeinträchtigt sein (siehe Abschnitt 5.3). Es ist nicht bekannt, ob Lorlatinibdie weibliche Fertilität beeinträchtigt. Vor der Behandlung sollten sich Männer über eine wirksame
Erhaltung der Fertilität beraten lassen.
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
MaschinenLorlatinib hat mäßigen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von
Maschinen. Beim Autofahren oder beim Bedienen von Maschinen ist Vorsicht geboten, da
Auswirkungen auf das ZNS auftreten können (siehe Abschnitt 4.8).
4.8 Nebenwirkungen
Zusammenfassung des SicherheitsprofilsDie am häufigsten berichteten Nebenwirkungen waren Hypercholesterinämie (79,0 %),
Hypertriglyceridämie (67,5 %), Ödem (55,4 %), periphere Neuropathie (44,2 %), Fatigue (30,7 %),
Gewichtszunahme (29,8 %), Arthralgie (27,8 %), kognitive Effekte (27,4 %), Diarrhö (22,7 %) undaffektive Effekte (21,4 %).
Schwerwiegende Nebenwirkungen wurden bei 9,1 % der Patienten berichtet, die Lorlatinib erhielten.
Die häufigsten schwerwiegenden unerwünschten Arzneimittelwirkungen waren kognitive Effekte und
Pneumonitis.
Dosisreduktionen aufgrund von Nebenwirkungen kamen bei 20,1 % der mit Lorlatinib behandelten
Patienten vor. Die häufigsten Nebenwirkungen, die zu Dosisreduktionen führten, waren Ödem,kognitive Effekte und periphere Neuropathie. Ein endgültiges Absetzen aufgrund von
Nebenwirkungen erfolgte bei 4,0 % der mit Lorlatinib behandelten Patienten. Die häufigsten
Nebenwirkungen, die zum endgültigen Absetzen führten, waren kognitive Effekte, periphere
Neuropathie, Pneumonitis und psychotische Effekte.
Tabellarische Auflistung der NebenwirkungenIn Tabelle 2 werden Nebenwirkungen aufgelistet, die bei 547 erwachsenen, einmal täglich mit
Lorlatinib 100 mg behandelten Patienten mit fortgeschrittenem NSCLC aus Studie A (N = 327), der
CROWN-Studie (N = 149) und Studie B (N = 71) auftraten.
Die in Tabelle 2 aufgelisteten Nebenwirkungen werden nach Systemorganklasse (SOC) und
Häufigkeitskategorien dargestellt, die nach der folgenden Konvention definiert sind: sehr häufig(≥ 1/10), häufig (≥ 1/100, < 1/10), gelegentlich (≥ 1/1.000, < 1/100), selten (≥ 1/10.000, < 1/1.000)oder sehr selten (< 1/10.000). Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe sind die Nebenwirkungen nachabnehmendem Schweregrad angegeben.
Tabelle 2. Nebenwirkungen
Systemorganklasse und Häufigkeit Alle Schweregrade Grad 3-4
Nebenwirkungen % %
Erkrankungen des Blutes und des
Lymphsystems
Anämie Sehr häufig 19,6 4,4
Stoffwechsel- und
Ernährungsstörungen
Hypercholesterinämiea Sehr häufig 79,0 19,2
Hypertriglyceridämieb Sehr häufig 67,5 20,3
Hyperglykämie Häufig 9,7 3,7
Psychiatrische ErkrankungenAffektive Effektec Sehr häufig 21,4 1,3
Psychotische Effekted Häufig 6,9 0,9
Veränderungen des mentalen Häufig 1,1 0,9
Status
Erkrankungen des NervensystemsKognitive Effektee Sehr häufig 27,4 3,5
Periphere Neuropathief Sehr häufig 44,2 2,6
Kopfschmerz Sehr häufig 18,6 0,7
Effekte auf die Spracheg Häufig 8,2 0,7
AugenerkrankungenSehstörungenh Sehr häufig 16,1 0,2
GefäßerkrankungenHypertonie Sehr häufig 14,8 6,0
Erkrankungen der Atemwege, des
Brustraums und Mediastinums
Pneumonitisi Häufig 2,4 0,7
Erkrankungen des
Gastrointestinaltrakts
Diarrhö Sehr häufig 22,7 1,8
Übelkeit Sehr häufig 17,6 0,9
Verstopfung Sehr häufig 16,8 0,2
Erkrankungen der Haut und des
Unterhautzellgewebes
Ausschlagj Sehr häufig 14,6 0,2
Erkrankungen der Nieren und
Harnwege
Proteinurie Häufig 3,7 0,4
Skelettmuskulatur-, Bindegewebs-und Knochenerkrankungen
Arthralgie Sehr häufig 27,8 0,7
Myalgiek Sehr häufig 15,0 0
Allgemeine Erkrankungen und
Beschwerden am Verabreichungsort
Ödeml Sehr häufig 55,4 2,9
Fatiguem Sehr häufig 30,7 1,1
Untersuchungen
Gewichtszunahme Sehr häufig 29,8 11
Lipase erhöht Sehr häufig 12,8 6,8
Amylase erhöht Sehr häufig 11,3 2,7
Elektrokardiogramm-PR Gelegentlich 0,7 0verlängert
Nebenwirkungen, die sich auf dasselbe medizinische Konzept oder dieselbe Erkrankung beziehen, wurden in
Tabelle 2 unter einer Bezeichnung als Nebenwirkung zusammengefasst. Die tatsächlich in der Studieverwendeten Bezeichnungen, die unter der betreffenden Nebenwirkung zusammengefasst wurden, sind im
Folgenden in Klammern angegeben.
a Hypercholesterinämie (einschließlich Cholesterin im Blut erhöht, Hypercholesterinämie).b Hypertriglyceridämie (einschließlich Triglyceride im Blut erhöht, Hypertriglyceridämie).c Affektive Effekte (einschließlich Affekterkrankung, Affektlabilität, Aggression, Agitiertheit, Ärger, Angst,
Bipolar-I-Störung, depressive Verstimmung, Depression, Depressivsymptom, euphorische Stimmung,
Reizbarkeit, Manie, geänderte Laune, Stimmungsschwankungen, Panikattacke, Persönlichkeitsveränderung,
Stress).
d Psychotische Effekte (einschließlich akustische Halluzination, Halluzination, visuelle Halluzination).e Kognitive Effekte (einschließlich Ereignisse aus der Systemorganklasse [SOC] 'Erkrankungen des
Nervensystems“: Amnesie, kognitive Störung, Demenz, Aufmerksamkeitsstörung, Gedächtnisstörung, geistige
Beeinträchtigung; und einschließlich Ereignissen aus der SOC 'Psychiatrische Erkrankungen“:
Aufmerksamkeitsdefizit/ Hyperaktivitätsstörung, Verwirrtheitszustand, Delirium, Orientierungsstörung,
Lesestörung). Innerhalb dieser Nebenwirkungen wurden Begriffe der SOC der Erkrankungen des
Nervensystems häufiger berichtet als Begriffe aus der SOC 'Psychiatrische Erkrankungen“.
f Periphere Neuropathie (einschließlich Brennen, Dysästhesie, Ameisenlaufen, Gangstörung, Hypoästhesie,motorische Funktionsstörung, Muskelschwäche, Neuralgie, periphere Neuropathie, Neurotoxizität,
Parästhesie, periphere motorische Neuropathie, periphere sensorische Neuropathie, Peroneuslähmung,
Gefühlsstörung).
g Effekte auf die Sprache (Dysarthrie, langsame Sprache, Sprechstörung).h Sehstörung (einschließlich Diplopie, Photophobie, Photopsie, verschwommenes Sehen, Sehschärfevermindert, Sehverschlechterung, Glaskörperflusen [Mouches volantes]).i Pneumonitis (einschließlich interstitielle Lungenerkrankung, Opazität in der Lunge, Pneumonitis).j Ausschlag (einschließlich akneiforme Dermatitis, makulo-papulöser Ausschlag, juckender Ausschlag,
Ausschlag).k Myalgie (einschließlich Schmerzen des Muskel- und Skelettsystems, Myalgie).l Ödem (einschließlich generalisiertes Ödem, Ödem, peripheres Ödem, periphere Schwellung, Schwellung).m Fatigue (einschließlich Asthenie, Fatigue).
Beschreibung ausgewählter NebenwirkungenHypercholesterinämie/ Hypertriglyceridämie
Nebenwirkungen im Zusammenhang mit einem Anstieg der Serumcholesterin- oder Triglyceridwertewurden bei 79,0 % bzw. 67,5 % der Patienten berichtet. Die Fälle von Hypercholesterinämie oder
Hypertriglyceridämie waren bei 59,8 % bzw. 47,2 % der Patienten leicht oder mittelschwer (siehe
Abschnitt 4.4). Die mediane Zeit bis zum Auftreten lag bei Hypercholesterinämie und
Hypertriglyceridämie bei 15 Tagen (Spanne: 1 bis 1 921 Tage) bzw. 16 Tagen (Spanne: 1 bis1 921 Tage). Die mediane Dauer von Hypercholesterinämie und Hypertriglyceridämie betrug526 bzw. 519 Tage.
Auswirkungen auf das Zentralnervensystem
ZNS-Nebenwirkungen waren vorwiegend kognitive Effekte (27,4 %), affektive Effekte (21,4 %),
Effekte auf die Sprache (8,2 %) und psychotische Effekte (6,9 %). Diese waren meist leicht,vorübergehend und bei Dosisverzögerung und/ oder Dosisreduktion spontan reversibel (siehe
Abschnitte 4.2 und 4.4). Der häufigste kognitive Effekt beliebigen Grads war Gedächtnisstörung(10,8 %), und die häufigsten Nebenwirkungen des Grads 3 oder 4 waren Verwirrtheitszustände undkognitive Störung (1,6 % bzw. 0,7 %). Der häufigste affektive Effekt beliebigen Grads war Angst(7,3 %) und die häufigsten Nebenwirkungen des Grads 3 oder 4 waren Reizbarkeit (0,7 %),
Depression (0,4 %), Angst, Agitiertheit und Bipolar-I-Störung (je 0,2 %). Der häufigste Effekt auf die
Sprache beliebigen Grads war Dysarthrie (3,8 %), und Nebenwirkungen des Grads 3 und 4 waren
Dysarthrie (0,4 %), langsame Sprache und Sprechstörung (je 0,2 %). Der häufigste psychotische
Effekt beliebigen Grads war Halluzination (2,7 %), und die häufigsten Nebenwirkungen des Grads 3oder 4 waren akustische Halluzination, visuelle Halluzination, Wahn, akute Psychose undschizophrene Erkrankungen (je 0,2 %). Die mediane Zeit bis zum Auftreten von kognitiven undaffektiven Effekten, Effekten auf die Sprache sowie psychotischen Effekten betrug jeweils 129, 57, 58bzw. 27 Tage. Die mediane Dauer von kognitiven und affektiven Effekten, Effekten auf die Sprachesowie psychotischen Effekten betrug jeweils 270, 145, 147 bzw. 84 Tage.
HypertonieHypertonie als Nebenwirkung wurde bei 14,8 % der Patienten in Studie A, CROWN (B7461006) und
Studie B (B7461027) berichtet. Hypertonie als leichte oder mittelschwere Nebenwirkung trat bei8,8 % der Patienten auf (siehe Abschnitt 4.4). Die mediane Zeit bis zum Auftreten der Hypertonie lagbei 295 Tagen (Spanne: 1 bis 1 990 Tage). Die mediane Dauer der Hypertonie betrug 505 Tage.
HyperglykämieHyperglykämie als Nebenwirkung wurde bei 9,7 % der Patienten in Studie A, CROWN (B7461006)und Studie B (B7461027) berichtet. Hyperglykämie als leichte oder mittelschwere Nebenwirkung tratbei 6,0 % der Patienten auf (siehe Abschnitt 4.4). Die mediane Zeit bis zum Auftreten der
Hyperglykämie lag bei 148 Tagen (Spanne: 1 bis 1 637 Tage). Die mediane Dauer der Hyperglykämiebetrug 118 Tage.
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
Die Behandlung einer Überdosierung mit dem Arzneimittel besteht aus allgemeinen unterstützenden
Maßnahmen. Angesichts der dosisabhängigen Wirkung auf das PR-Intervall wird eine
EKG-Überwachung empfohlen. Es gibt kein Antidot für Lorlatinib.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Antineoplastische Mittel, Proteinkinase-Inhibitoren, ATC-Code:
L01ED05
WirkmechanismusLorlatinib ist ein selektiver, Adenosintriphosphat (ATP)-kompetitiver Inhibitor von ALK undc-ros-Onkogen-1-(ROS1)-Tyrosinkinasen.
In nicht-klinischen Studien war Lorlatinib ein Inhibitor katalytischer Aktivitäten von nicht mutiertem
ALK und klinisch relevanten ALK-Kinasemutanten in rekombinanten enzym- und zellbasierten
Assays. Lorlatinib zeigte eine ausgeprägte tumorhemmende Wirkung bei Mäusen mit
Tumor-Xenografts, die Echinoderm-Mikrotubuli-assoziierte proteinähnliche 4 (EML4)-Fusionen mit
ALK-Variante 1 (v1) exprimieren, einschließlich ALK-Mutationen L1196M, G1269A, G1202R und
I1171T. Zwei dieser ALK-Mutanten, G1202R und I1171T, erzeugen bekanntermaßen eine Resistenzgegen Alectinib, Brigatinib, Ceritinib und Crizotinib. Lorlatinib konnte auch die Blut-Hirn-Schrankepassieren. Bei Mäusen mit orthotopen EML4-ALK oder EML4-ALKL1196M-Hirntumorimplantatenzeigte Lorlatinib Wirkung.
Klinische WirksamkeitZuvor unbehandeltes ALK-positives, fortgeschrittenes NSCLC (CROWN-Studie)
Die Wirksamkeit von Lorlatinib bei der Behandlung von Patienten mit ALK-positivem NSCLC, diezuvor keine systemische Therapie zur Behandlung einer metastasierten Erkrankung erhalten hatten,wurde in der offenen, randomisierten, aktiv kontrollierten, multizentrischen Studie B7461006(CROWN-Studie) nachgewiesen. Die Patienten mussten einen Eastern Cooperative Oncology Group(ECOG)-Leistungsstatus von 0 bis 2 und ein ALK-positives NSCLC gemäß VENTANA ALK (D5F3)
CDx-Assay aufweisen. Neurologisch stabile Patienten mit behandelten oder unbehandeltenasymptomatischen ZNS-Metastasen, einschließlich leptomeningealer Metastasen, konntenaufgenommen werden. Patienten mussten eine Strahlentherapie, einschließlich stereotaktischer oderpartieller Bestrahlung des Gehirns, mindestens 2 Wochen vor Randomisierung abgeschlossen haben;eine Ganzhirnbestrahlung musste mindestens 4 Wochen vor Randomisierung abgeschlossen sein.
Die Patienten wurden im Verhältnis 1:1 randomisiert und erhielten entweder Lorlatinib 100 mg oraleinmal täglich oder Crizotinib 250 mg oral zweimal täglich. Die Randomisierung wurde nachethnischer Herkunft (asiatisch vs. nicht-asiatisch) und dem Vorhandensein bzw. Nichtvorhandenseinvon ZNS-Metastasen zu Studienbeginn stratifiziert. Die Behandlung in beiden Armen wurde bis zur
Krankheitsprogression oder inakzeptabler Toxizität fortgesetzt. Der wichtigste Ergebnisparameter zur
Wirksamkeit war das progressionsfreie Überleben (progression-free survival, PFS), das durch eineverblindete, unabhängige, zentrale Beurteilung (Blinded Independent Central Review, BICR) gemäßden Kriterien für die Bewertung des Ansprechens der Behandlung bei soliden Tumoren (Response
Evaluation Criteria in Solid Tumours, RECIST-Version 1.1 [v1.1]) bestimmt wurde. Weitere
Ergebnisparameter zur Wirksamkeit waren das Gesamtüberleben (overall survival, OS), das PFSgemäß Prüfarztbewertung, PFS2 und auf die Tumorbewertung bezogene Daten gemäß BICR,einschließlich objektiver Ansprechrate (objective response rate, ORR), Dauer des Ansprechens(duration of response, DOR) und Zeit bis zur intrakraniellen Progression (time to intracranialprogression, IC-TTP). Bei Patienten mit ZNS-Metastasen zu Studienbeginn wurden als zusätzliche
Ergebnisparameter die intrakranielle objektive Ansprechrate (intracranial objective response rate,
IC-ORR) und die Dauer des intrakraniellen Ansprechens (intracranial duration of response, IC-DOR)untersucht, jeweils gemäß BICR.
Insgesamt wurden 296 Patienten auf Lorlatinib (n = 149) oder Crizotinib (n = 147) randomisiert. Diedemographischen Merkmale der Gesamtstudienpopulation waren: medianes Alter 59 Jahre (Spanne:26 bis 90 Jahre), Alter ≥ 65 Jahre (35 %), 59 % weiblich, 49 % weiß, 44 % asiatisch und 0,3 %schwarz. Die Mehrheit der Patienten hatte ein Adenokarzinom (95 %) und hatte nie geraucht (59 %).26 % der Patienten (n = 78) hatten Metastasen des zentralen Nervensystems gemäß BICR-
Neuroradiologen. 30 dieser Patienten hatten messbare ZNS-Läsionen.
Die Ergebnisse der CROWN-Studie sind in Tabelle 3 zusammengefasst. Zum Zeitpunkt der
Datenerhebung hatten die OS- und PFS2-Daten noch keine Datenreife erlangt.
Tabelle 3. Gesamtwirksamkeitsergebnisse in der CROWN-Studie
Lorlatinib Crizotinib
Wirksamkeitsparameter N = 149 N = 147
Mittlere Dauer der Nachbeobachtung, 18 15
Monate (95 %-KI)a (16; 20) (13; 18)
Progressionsfreies Überleben gemäß BICR
Anzahl Patienten mit Ereignis, n (%) 41 (28 %) 86 (59 %)
Krankheitsprogression, n (%) 32 (22 %) 82 (56 %)
Tod, n (%) 9 (6 %) 4 (3 %)
Median, Monate (95 %-KI)a NE (NE; NE) 9 (8; 11)
Hazard-Ratio (95 %-KI)b 0,28 (0,19; 0,41)p-Wert* < 0,0001
Gesamtüberleben
Anzahl Patienten mit Ereignis, n (%) 23 (15 %) 28 (19 %)
Median, Monate (95 %-KI)a NE (NE; NE) NE (NE; NE)
Hazard-Ratio (95 %-KI)b 0,72 (0,41; 1,25)
Progressionsfreies Überleben gemäß INV
Anzahl Patienten mit Ereignis, n (%) 40 (27 %) 104 (71 %)
Krankheitsprogression, n (%) 34 (23 %) 99 (67 %)
Tod, n (%) 6 (4 %) 5 (3 %)
Median, Monate (95 %-KI)a NE (NE; NE) 9 (7; 11)
Hazard-Ratio (95 %-KI)b 0,21 (0,14; 0,31)p-Wert* < 0,0001
Gesamtansprechen nach BICR
Gesamtansprechrate, n (%) 113 (76 %) 85 (58 %)(95 %-KI)c (68; 83) (49; 66)
Zeit bis zur intrakraniellen Progression
Median, Monate (95 %-KI)a NE (NE; NE) 16,6 (11; NE)
Hazard-Ratio (95 %-KI)b 0,07 (0,03; 0,17)
Dauer des Ansprechens
Anzahl Responder 113 85
Median, Monate (95 %-KI)a NE (NE; NE) 11 (9; 13)
Intrakranielles Gesamtansprechen bei
Patienten mit messbaren ZNS-Läsionen zu
Studienbeginn N = 17 N = 13
Intrakranielle Ansprechrate, n (%) 14 (82 %) 3 (23 %)(95 %-KI)c (57; 96) (5; 54)
Rate des vollständigen Ansprechens 71 % 8 %
Dauer des Ansprechens
Anzahl Responder 14 3
Median, Monate (95 %-KI)a NE (NE; NE) 10 (9; 11)
Intrakranielles Gesamtansprechen bei
Patienten mit messbaren oder nichtmessbaren ZNS-Läsionen zu Studienbeginn N = 38 N = 40
Intrakranielle Ansprechrate, n (%) 25 (66 %) 8 (20 %)(95 %-KI)c (49; 80) (9; 36)
Rate des vollständigen Ansprechens 61 % 15 %
Dauer des Ansprechens
Anzahl Responder 25 8
Median, Monate (95 %-KI)a NE (NE; NE) 9 (6; 11)
Abkürzungen: BICR = verblindete unabhängige zentrale Beurteilung (Blinded Independent Central Review);
KI = Konfidenzintervall; ZNS = zentrales Nervensystem; INV = Prüfarztbeurteilung (Investigator Assessment);
N/n = Anzahl der Patienten; NE = nicht erreicht.
* p-Wert basierend auf 1-seitigem stratifizierten Log-Rank-Test.
a Basierend auf der Methode nach Brookmeyer und Crowley.b Hazard-Ratio basierend auf Cox-Regression (proportional hazards model); bei proportionalen Hazards weisteine Hazard-Ratio < 1 auf eine Verringerung der Hazardrate zugunsten von Lorlatinib hin.c Anwendung einer exakten Methode basierend auf der Binomialverteilung.
Abbildung 1. Kaplan-Meier-Kurve des progressionsfreien Überlebens durch verblindeteunabhängige zentrale Beurteilung in der CROWN-Studie
Abkürzungen: KI = Konfidenzintervall; N/Nr. = Anzahl der Patienten.
Der Nutzen der Behandlung mit Lorlatinib war in allen Untergruppen nach Patienten- und
Krankheitsmerkmalen vergleichbar, einschließlich bei Patienten mit ZNS-Metastasen zu
Studienbeginn (n = 38, HR = 0,2, 95 %-KI: 0,10 bis 0,43) und Patienten ohne ZNS-Metastasen zu
Studienbeginn (n = 111, HR = 0,32, 95 %-KI: 0,20 bis 0,49).
ALK-positives, fortgeschrittenes NSCLC, das zuvor mit einem ALK-Kinase-Inhibitor behandelt wurde
Die Anwendung von Lorlatinib zur Behandlung von ALK-positivem fortgeschrittenen NSCLC nach
Behandlung mit mindestens einem Zweitgeneration-ALK-TKI wurde in Studie A, einer einarmigen,multizentrischen Phase-1/2-Studie, und in Studie B, einer einarmigen, multizentrischen Phase-4-
Studie, untersucht. In Studie A wurden insgesamt 139 Patienten mit ALK-positivem fortgeschrittenen
NSCLC nach Behandlung mit mindestens einem Zweitgeneration-ALK-TKI in den Phase-2-Teil der
Studie aufgenommen. In Studie B wurden insgesamt 71 Patienten mit ALK-positivemfortgeschrittenen NSCLC nach einer vorhergehenden Behandlung mit einem ALK-TKI (Alectiniboder Ceritinib) aufgenommen. In beiden Studien erhielten die Patienten kontinuierlich Lorlatinib oralin der empfohlenen Dosis von 100 mg einmal täglich.
In Studie A war der primäre Wirksamkeitsendpunkt im Phase-2-Teil der Studie die ORR,einschließlich intrakranieller (IC)-ORR, auf der Grundlage einer unabhängigen zentralen Beurteilung(Independent Central Review, ICR), bewertet nach der modifizierten RECIST-Version 1.1. Sekundäre
Endpunkte waren die DOR, IC-DOR, Zeit bis zum Ansprechen des Tumors (time to tumour response,
TTR) und PFS. In Studie B war der primäre Wirksamkeitsendpunkt die ORR, auf der Grundlage einer
ICR gemäß RECIST-Version 1.1. Sekundäre Endpunkte waren die IC-ORR, DOR, IC-DOR, Zeit biszum Ansprechen des Tumors (TTR), Zeit bis zum Fortschreiten des Tumors (time to tumourprogression, TTP) und PFS.
Die demographischen Merkmale der 139 Patienten mit ALK-positivem fortgeschrittenen NSCLC nach
Behandlung mit mindestens einem Zweitgeneration-ALK-TKI in Studie A waren 56 % weiblich, 48 %weiß, 38 % asiatisch, und das mediane Alter betrug 53 Jahre (Spanne: 29 bis 83 Jahre), wobei 16 %der Patienten ≥ 65 Jahre alt waren. Der ECOG-Leistungsstatus zu Studienbeginn war bei 96 % der
Patienten 0 oder 1. Bei 67 % der Patienten waren zu Studienbeginn Hirnmetastasen vorhanden. Vonden 139 Patienten hatten 20 % einen vorherigen ALK-TKI (ohne Crizotinib), 47 % zwei vorherige
ALK-TKIs und 33 % drei oder mehr vorherige ALK-TKIs erhalten.
Die demographischen Merkmale der 71 Patienten mit ALK-positivem fortgeschrittenen NSCLC und
Fortschreiten der Erkrankung nach einer vorhergehenden Behandlung mit einem ALK-TKI (Alectiniboder Ceritinib) mit oder ohne Chemotherapie in Studie B waren 42 % weiblich, 76 % weiß, 21 %asiatisch, und das mediane Alter betrug 59 Jahre (Spanne: 26 bis 87 Jahre), wobei 32 % der Patienten≥ 65 Jahre alt waren. Der ECOG-Leistungsstatus zu Studienbeginn war bei 52 % der Patienten 0 undbei 48 % der Patienten 1. Bei 42 % der Patienten waren zu Studienbeginn Hirnmetastasen vorhanden.
Von den 71 Patienten hatten 84 % Alectinib und 16 % Ceritinib als vorherige ALK-TKIs erhalten.
Die wichtigsten Wirksamkeitsergebnisse der Studie A und Studie B sind in den Tabellen 4 und 5aufgeführt.
Tabelle 4. Ergebnisse zur Gesamtwirksamkeit in Studie A und Studie B nach vorheriger
BehandlungEin vorheriger ALK-TKIa Zwei oder mehrmit oder ohne vorherige vorherige ALK-TKIs
Chemotherapie mit oder ohne
Wirksamkeitsparametervorherige
Chemotherapie(n = 99)b (n = 111)c
Objektive Ansprechrated 42,4 % 39,6 %(95 %-KI) (32,5; 52,8) (30,5; 49,4)
Komplettes Ansprechen, n 5 2
Partielles Ansprechen, n 37 42
Dauer des Ansprechens
Median, Monate NE 9,9(95 %-KI) (7,8; NE) (5,7; 24,4)
Progressionsfreies Überleben
Median, Monate 8,3 6,9(95 %-KI) (6,3; 16,5) (5,4; 9,5)
Abkürzungen: ALK = Anaplastische-Lymphomkinase; KI = Konfidenzintervall; ICR = unabhängige zentrale
Beurteilung (Independent Central Review); n = Anzahl der Patienten; NE = nicht einschätzbar;
TKI = Tyrosinkinase-Inhibitor.a Alectinib, Brigatinib oder Ceritinibb Gepoolte Wirksamkeitsergebnisse aus Studie A und Bc Wirksamkeitsergebnisse nur aus Studie Ad Gemäß ICR
Tabelle 5. Intrakranielle* Wirksamkeitsergebnisse in Studie A und Studie B nachvorheriger Behandlung
Ein vorheriger ALK- Zwei oder mehr
TKIa mit oder ohne vorherige ALK-TKIsvorherige Chemotherapie mit oder ohne
Wirksamkeitsparametervorherige
Chemotherapie(n = 19)b (n = 48)c
Objektive Ansprechrated 63,2 % 52,1 %(95 %-KI) (38,4; 83,7) (37,2; 66,7)
Komplettes Ansprechen, n 4 10
Partielles Ansprechen, n 8 15
Dauer des intrakraniellen
Ansprechens
Median, Monate NE 12,4(95 %-KI) (4,2; NE) (6,0; NE)
Abkürzungen: ALK = Anaplastische-Lymphomkinase; KI = Konfidenzintervall; ICR = unabhängige zentrale
Beurteilung (Independent Central Review); n = Anzahl der Patienten; NE = nicht einschätzbar;
TKI = Tyrosinkinase-Inhibitor.
* Bei Patienten mit mindestens einer messbaren Hirnmetastase zu Studienbeginna Alectinib, Brigatinib oder Ceritinibb Gepoolte Wirksamkeitsergebnisse aus Studie A und Bc Wirksamkeitsergebnisse nur aus Studie Ad Gemäß ICR
In der Gesamtwirksamkeitspopulation mit 210 Patienten trat bei 86 Patienten ein durch ICRbestätigtes objektives Ansprechen auf mit einer medianen TTR von 1,4 Monaten (Spanne: 1,2 bis16,6 Monate). Bei Patienten asiatischer Herkunft betrug die ORR 48,5 % (95 %-KI: 36,2; 61,0), und35,7 % bei den Nicht-Asiaten (95 %-KI: 27,4; 44,6). Unter den 37 Patienten mit einem durch ICRbestätigten intrakraniellen objektiven Tumoransprechen und mindestens einer messbaren
Hirnmetastase zu Studienbeginn betrug die mediane IC-TTR 1,4 Monate (Spanne: 1,2 bis16,2 Monate). Die IC-ORR betrug bei den Asiaten 58,3 % (95 %-KI: 36,6; 77,9), und 47,2 % bei den
Nicht-Asiaten (95 %-KI: 30,4; 64,5).
Kinder und JugendlicheDie Europäische Arzneimittel-Agentur hat für Lorlatinib eine Freistellung von der Verpflichtung zur
Vorlage von Ergebnissen zu Studien in allen pädiatrischen Altersklassen in der Behandlung von(kleinzelligem und nicht-kleinzelligem) Lungenkarzinom gewährt (siehe Abschnitt 4.2 bzgl.
Informationen zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen).
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
ResorptionDie Lorlatinib-Maximalkonzentrationen im Plasma werden schnell erreicht. Die mediane tmax betrug1,2 Stunden nach einer 100-mg-Einzeldosis und 2,0 Stunden nach einer Mehrfachdosis von 100 mgeinmal täglich.
Nach oraler Verabreichung von Lorlatinib-Tabletten beträgt die mittlere absolute Bioverfügbarkeit im
Vergleich zur intravenösen Verabreichung 80,8 % (90 %-KI: 75,7; 86,2).
Die Verabreichung von Lorlatinib mit einer fettreichen Mahlzeit bewirkte eine um 5 % höhere
Exposition im Vergleich zu nüchternen Bedingungen. Lorlatinib kann mit oder ohne Nahrungeingenommen werden.
Bei einer Dosis von einmal täglich 100 mg betrug der geometrische Mittelwert (prozentualer
Variationskoeffizient [coefficient of variation, CV]) der Maximalkonzentrationen im Plasma bei
Krebspatienten 577 (42) ng/ml und die AUC24 5.650 (39) ng h/ml. Der geometrische Mittelwert(% CV) der oralen Clearance betrug 17,7 (39) l/h.
VerteilungDie In-vitro-Bindung von Lorlatinib an humane Plasmaproteine beträgt 66 % bei mäßiger Bindung an
Albumin oder α1-saures Glykoprotein.
BiotransformationDie wichtigsten Stoffwechselwege für Lorlatinib beim Menschen sind Oxidation und
Glukuronidierung. In-vitro-Daten deuten darauf hin, dass Lorlatinib vorwiegend durch CYP3A4 und
UGT1A4 metabolisiert wird. Geringere Beiträge leisten CYP2C8, CYP2C19, CYP3A5 und UGT1A3.
Im Plasma wurde ein Benzoesäuremetabolit von Lorlatinib, der aus der oxidativen Spaltung des
Amids und aromatischen Etherbindungen von Lorlatinib hervorgeht, als Hauptmetabolit identifiziert.
Dieser macht 21 % der zirkulierenden Radioaktivität aus. Der Metabolit der oxidativen Spaltung istpharmakologisch nicht wirksam.
EliminationDie Plasmahalbwertszeit von Lorlatinib nach einer 100-mg-Einzeldosis betrug 23,6 Stunden. Diegeschätzte effektive Plasmahalbwertszeit von Lorlatinib im Steady-State nach Abschluss der
Autoinduktion betrug 14,83 Stunden. Nach oraler Verabreichung einer radioaktiv markierten 100-mg-
Dosis Lorlatinib wurden durchschnittlich 47,7 % der Radioaktivität im Urin und 40,9 % der
Radioaktivität im Stuhl gewonnen. Die durchschnittliche Gesamtrückgewinnung betrug 88,6 %.
Unverändertes Lorlatinib war der Hauptbestandteil im menschlichen Plasma und Stuhl und machte44 % bzw. 9,1 % der gesamten Radioaktivität aus. Weniger als 1 % unverändertes Lorlatinib wurde im
Urin nachgewiesen.
Des Weiteren ist Lorlatinib ein Induktor über den humanen Pregnan-X-Rezeptor (PXR) und denhumanen konstitutiven Androstanrezeptor (CAR).
Linearität/Nicht-LinearitätBei einer Einzeldosis stieg die systemische Exposition von Lorlatinib (AUCinf und Cmax)dosisabhängig im Dosisbereich von 10 bis 200 mg an. Für den Dosisbereich von 10 bis 200 mg liegenkaum Daten vor. Es wurde jedoch keine Abweichung von der Linearität für die AUCinf und Cmax nach
Verabreichung einer Einzeldosis beobachtet.
Nach mehrfacher Gabe einmal täglicher Dosen erhöhte sich die Cmax von Lorlatinib dosisproportional,und die AUCtau erhöhte sich etwas weniger als proportional im Dosisbereich von 10 bis 200 mg einmaltäglich.
Außerdem waren im Steady State die Lorlatinib-Plasmaexpositionen geringer, als nach der
Pharmakokinetik der Einzeldosis zu erwarten wäre, was auf einen netto-zeitabhängigen
Autoinduktionseffekt hinweist.
LeberinsuffizienzDa Lorlatinib in der Leber metabolisiert wird, ist wahrscheinlich davon auszugehen, dass eine
Leberinsuffizienz die Plasmakonzentration von Lorlatinib erhöht. Aus den durchgeführten klinischen
Studien wurden Patienten mit AST- oder ALT-Werten von > 2,5 × ULN oder (sofern aufgrund derzugrunde liegenden Malignität) > 5,0 × ULN oder einem Gesamtbilirubinwert von > 1,5 × ULNausgeschlossen. Populationspharmakokinetische Analysen haben gezeigt, dass die
Lorlatinib-Exposition bei Patienten mit leichter Leberinsuffizienz (n = 50) nicht klinisch relevantverändert wurde. Bei Patienten mit leichter Leberinsuffizienz wird keine Dosisanpassung empfohlen.
Für die Anwendung bei Patienten mit mittelschwerer oder schwerer Leberinsuffizienz liegen keine
Daten vor.
NiereninsuffizienzWeniger als 1 % der verabreichten Dosis wurde als unverändertes Lorlatinib im Urin nachgewiesen.
Populationspharmakokinetische Analysen haben gezeigt, dass die Steady-State-Plasmaexposition unddie Cmax-Werte von Lorlatinib mit zunehmender Verschlechterung der Ausgangsnierenfunktion leichtansteigen. Basierend auf einer Studie zur Niereninsuffizienz wird bei Patienten mit leichter odermittelschwerer Niereninsuffizienz (eGFR basierend auf der von der Modification of Diet in Renal
Disease [MDRD]-Formel abgeleiteten eGFR [in ml/min/1,73 m2] × gemessene
Körperoberfläche/1,73 ≥ 30 ml/min) keine Anpassung der Initialdosis empfohlen. In dieser Studieerhöhte sich die Lorlatinib-AUCinf bei Teilnehmern mit schwerer Niereninsuffizienz (absoluteeGFR < 30 ml/min) im Vergleich zu Teilnehmern mit normaler Nierenfunktion (absoluteeGFR ≥ 90 ml/min) um 41 %. Bei Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz wird eine reduzierte
Lorlatinib-Dosis empfohlen, z. B. eine Initialdosis von 75 mg oral einmal täglich (siehe
Abschnitt 4.2). Für Nierendialysepatienten liegen keine Daten vor.
Alter, Geschlecht, ethnische Zugehörigkeit, Körpergewicht und Phänotyp
Populationspharmakokinetische Analysen bei Patienten mit fortgeschrittenem NSCLC und gesunden
Probanden lassen darauf schließen, dass Alter, Geschlecht, ethnische Zugehörigkeit, Körpergewichtund CYP3A5- und CYP2C19-Phänotypen keine klinisch relevanten Auswirkungen haben.
Kardiale ElektrophysiologieIn Studie A wiesen 2 Patienten (0,7 %) absolute Fridericia-korrigierte QTc-Intervall (QTcF)-Wertevon > 500 ms und 5 Patienten (1,8 %) eine Änderung des QTcF gegenüber dem Studienbeginn von> 60 ms auf.
Zusätzlich wurde die Wirkung einer oralen Einzeldosis Lorlatinib (50 mg, 75 mg und 100 mg) mit undohne Itraconazol mit einer Dosis von 200 mg einmal täglich in einer Zweifach-Crossover-Studie an16 gesunden Probanden untersucht. Bei den in der Studie beobachteten mittleren
Lorlatinib-Konzentrationen wurde kein Anstieg des mittleren QTc festgestellt.
Bei 295 Patienten, die Lorlatinib einmal täglich in der empfohlenen Dosis von 100 mg erhielten undbei denen in Studie A eine EKG-Messung erfolgte, wurde Lorlatinib in einer Population untersucht,die Patienten mit einem QTc-Intervall > 470 ms ausschloss. In der Studienpopulation betrug diemaximale mittlere Veränderung gegenüber dem Ausgangswert für das PR-Intervall 16,4 ms (2-seitig90 % oberes KI 19,4 ms, siehe Abschnitte 4.2, pct. 4.4 und 4.8). Davon wiesen 7 Patienten einen
PR-Ausgangswert von > 200 ms auf. Unter den 284 Patienten mit einem PR-Intervall von < 200 mszeigten 14 % nach Beginn der Lorlatinib-Therapie eine PR-Intervallverlängerung ≥ 200 ms. Die
PR-Intervallverlängerung war konzentrationsabhängig. Ein atrioventrikulärer Block trat bei 1,0 % der
Patienten auf.
Bei Patienten, bei denen sich eine PR-Intervallverlängerung entwickelt, kann eine Dosisanpassungerforderlich sein (siehe Abschnitt 4.2).
5.3 Präklinische Sicherheitsdaten
Toxizität bei wiederholter GabeDie wichtigsten beobachteten Toxizitäten waren Entzündungen in mehreren Gewebebereichen (Hautund Gebärmutterhals bei Ratten bzw. Lunge, Luftröhre, Haut, Lymphknoten und/ oder der Mundhöhleeinschließlich der Unterkieferknochen bei Hunden; verbunden mit einem Anstieg der weißen
Blutkörperchen, des Fibrinogens und/ oder des Globulins und einem Rückgang der Albuminwerte)und Veränderungen in der Bauchspeicheldrüse (mit erhöhten Amylase- und Lipasewerten), imhepatobiliären System (mit erhöhten Leberenzymwerten), im männlichen Fortpflanzungssystem, im
Herz-Kreislauf-System, in den Nieren und im Magen-Darm-Trakt, in den peripheren Nerven und im
ZNS (mögliche Ursache für kognitive Funktionsstörungen). Die verwendete Dosis entsprach derklinischen humantherapeutischen Exposition bei empfohlener Dosierung. Veränderungen des
Blutdrucks und der Herzfrequenz sowie des QRS-Komplexes und PR-Intervalls wurden auch bei
Tieren nach der Akutdosierung beobachtet (etwa das 2,6-Fache der klinischen Exposition beim
Menschen nach einer 100-mg-Einzeldosis basierend auf der Cmax). Alle Zielorganbefunde mit
Ausnahme der hepatischen Gallengangshyperplasie waren teilweise bis vollständig reversibel.
GenotoxizitätLorlatinib ist nicht mutagen, wirkt aber in vitro und in vivo aneugen bei einer NOEL (no observedeffect level, höchste Dosis, bei der keine Wirkung beobachtet wird) für Aneugenizität von etwa dem16,5-fachen der klinischen Exposition beim Menschen bei einer 100-mg-Dosis basierend auf der
AUC.
KarzinogenitätEs wurden keine Karzinogenitätsstudien zu Lorlatinib durchgeführt.
ReproduktionstoxizitätBei Ratten und Hunden wurden eine Degeneration der Hodenkanälchen und/ oder Atrophie der Hodenund epididymale Veränderungen (Entzündung und/ oder Vakuolisierung) beobachtet. In der Prostatavon Hunden wurde eine minimale bis leichte Drüsenatrophie bei einer Dosis beobachtet, die derklinischen humantherapeutischen Exposition bei empfohlener Dosierung entsprach. Die
Auswirkungen auf die männlichen Geschlechtsorgane waren teilweise bis vollständig reversibel.
In Studien zur embryofetalen Toxizität an Ratten und Kaninchen wurden eine erhöhte Embryoletalität,verringerte fetale Körpergewichte und Missbildungen beobachtet. Zu den fetalen morphologischen
Anomalien gehörten rotierte Gliedmaßen, überzählige Finger, Gastroschisis, missgebildete Nieren,gewölbter Kopf, hoher gewölbter Gaumen und Erweiterung von Hirnventrikeln. Die Exposition beiniedrigster Dosis mit embryofetaler Wirkung bei Tieren entsprach der klinischen Exposition beim
Menschen bei 100 mg, basierend auf der AUC.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
TablettenkernMikrokristalline Cellulose
Calciumhydrogenphosphat
Poly(O-carboxymethyl)stärke-Natriumsalz
Magnesiumstearat
FilmüberzugHypromellose
Lactose-Monohydrat
Macrogol
Triacetin
Titandioxid (E 171)
Eisen(II,III)-oxid (E 172)
Eisen(III)-oxid (E 172)
6.2 Inkompatibilitäten
6.3 Haltbarkeit
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
OPA/ Al/ PVC-Blisterpackungen mit Aluminiumfolienrückseite mit 10 Filmtabletten.
Lorviqua 25 mg Filmtabletten
Jede Packung enthält 90 Filmtabletten in 9 Blisterpackungen.
Lorviqua 100 mg Filmtabletten
Jede Packung enthält 30 Filmtabletten in 3 Blisterpackungen.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.
7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS
Pfizer Europe MA EEIG
Boulevard de la Plaine 171050 Brüssel
Belgien
8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)
EU/1/19/1355/002
EU/1/19/1355/003
9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 06. Mai 2019
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 05. April 2024
10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der
Europäischen Arzneimittel-Agentur https://www.ema.europa.eu verfügbar.