Angewendet bei: Hyperkaliämie
Art der Anwendung: oral
Substanz: Natriumzirkoniumcyclosilikat (Kaliumbinder)
ATC: V03AE10 (VARIA | ALLE ÜBRIGEN THERAPEUTISCHEN MITTEL | Mittel zur Behandlung der Hyperkaliämie und Hyperphosphatämie)
Natrium-Zirkonium-Cyclosilikat ist ein Medikament, das zur Behandlung von Hyperkaliämie (erhöhte Kaliumspiegel im Blut) eingesetzt wird. Es wirkt, indem es Kalium im Magen-Darm-Trakt bindet und dessen Ausscheidung über den Stuhl erleichtert.
Das Medikament wird oral eingenommen, wie von einem Arzt verordnet, in der Regel als Suspension. Es ist wichtig, dass Patienten die Behandlung einhalten und regelmäßige Kontrolluntersuchungen durchführen lassen, um die Kaliumspiegel zu überwachen.
Patienten sollten sich möglicher Nebenwirkungen wie Verstopfung, Übelkeit oder Ödemen bewusst sein. Es ist wichtig, den Arzt über ungewöhnliche Symptome zu informieren.
Häufige Nebenwirkungen sind Verstopfung, Übelkeit und Ödeme. In seltenen Fällen können schwere Reaktionen wie Hypokaliämie oder allergische Reaktionen auftreten. Patienten sollten vor der Anwendung über diese Risiken informiert werden.
G1 (C1) - Chronische Herzinsuffizienz (NYHA-Klasse III oder IV)
Preis
Zuzahlung
Patient
1053.56 RON
1053.56 RON
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NGP 10 (C2) - Ersatz der Nierenfunktion bei Patienten mit chronischem Nierenversagen
Preis
Zuzahlung
Patient
1053.56 RON
1053.56 RON
0.00 RON
Lokelma 5 g Pulver zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen
Lokelma 10 g Pulver zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen
Lokelma 5 g Pulver zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen
Jeder Beutel enthält 5 g Natriumzirconiumhydrogencyclohexasilicat-Hydrat (3:2:1:1:x)*
Jeder 5-g-Beutel enthält etwa 400 mg Natrium.
Lokelma 10 g Pulver zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen
Jeder Beutel enthält 10 g Natriumzirconiumhydrogencyclohexasilicat-Hydrat (3:2:1:1:x)*
Jeder 10-g-Beutel enthält etwa 800 mg Natrium.
* im Nachfolgenden als 'Natriumzirconiumcyclosilicat“ bezeichnet.
Pulver zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen.
Weißes bis graues Pulver.
Lokelma ist indiziert zur Behandlung einer Hyperkaliämie bei erwachsenen Patienten (siehe
Abschnitt 4.4 und 5.1).
Erwachsene einschließlich älterer Patienten
Korrekturphase
Die empfohlene Anfangsdosis von Lokelma beträgt 10 g, dreimal täglich oral als Suspension in
Wasser eingenommen. Wenn eine Normokaliämie erreicht ist, sollte das Erhaltungsregimeeingehalten werden (siehe unten).
Üblicherweise wird eine Normokaliämie binnen 24 bis 48 Stunden erreicht. Falls Patienten nach48 Behandlungsstunden noch immer hyperkaliämisch sind, kann dasselbe Regime für weitere24 Stunden fortgeführt werden. Falls eine Normokaliämie nach 72 Behandlungsstunden nichterreicht wurde, sollten andere Behandlungsansätze in Betracht gezogen werden.
Erhaltungsphase
Nach Erreichen einer Normokaliämie sollte die kleinste wirksame Lokelma-Dosis zur Vorbeugungeines Wiederauftretens einer Hyperkaliämie etabliert werden. Es wird eine Anfangsdosis von 5 geinmal täglich empfohlen. Je nach Bedarf ist ein Auftitrieren auf bis zu 10 g einmal täglich oder ein
Abtitrieren auf einmal 5 g jeden zweiten Tag möglich, um einen normalen Kaliumspiegelaufrechtzuerhalten. Es sollten nicht mehr als 10 g einmal täglich für eine Erhaltungstherapieangewendet werden.
Die Serumkaliumspiegel sollten während der Behandlung in regelmäßigen Abständen überwachtwerden. Die Häufigkeit der Überwachung ist von einer Vielzahl von Faktoren abhängig, darunteranderweitige medikamentöse Behandlung, Progression einer chronischen Nierenerkrankung undernährungsbedingter Kaliumaufnahme.
Sollte eine schwere Hypokaliämie auftreten, sollte Lokelma abgesetzt und der Patient erneutuntersucht werden.
Dialysepflichtige Patienten
Bei dialysepflichtigen Patienten sollte Lokelma nur an Tagen ohne Dialyse gegeben werden. Dieempfohlene Initialdosis beträgt 5 g einmal täglich. Um eine Normokaliämie (4,0-5,0 mmol/l) zuerreichen, kann die Dosis wöchentlich herauf- oder herabtitriert werden, basierend auf demprädialytischen Serumkaliumwert gemessen nach dem langen interdialytischen Intervall (LIDI). Die
Dosis kann gegebenenfalls in Intervallen von einer Woche an Tagen ohne Dialyse in Schritten von5 g bis auf 15 g einmal täglich angepasst werden. Es wird empfohlen, das Serumkalium während der
Dosisanpassung wöchentlich zu überwachen; sobald eine Normokaliämie erreicht ist, sollte das
Kalium regelmäßig gemessen werden (z. B. monatlich oder häufiger auf Grundlage der klinischen
Beurteilung, einschließlich Änderungen der Kaliumaufnahme über die Nahrung oder Arzneimittel,die das Serumkalium beeinflussen).
Ausgelassene DosisWenn ein Patient die Einnahme einer Dosis versäumt hat, sollte er seine nächste übliche Dosis zurgeplanten Zeit einnehmen.
Besondere PatientengruppenPatienten mit eingeschränkter Nieren-/Leberfunktion
Es ist keine Dosisanpassung bei Patienten mit eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktionerforderlich.
Kinder und JugendlicheDie Sicherheit und Wirksamkeit von Lokelma bei Kindern und Jugendlichen (< 18 Jahren) ist nichterwiesen. Es liegen keine Daten vor.
Art der AnwendungZum Einnehmen.
Die Suspension kann unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden.
Für die Anleitung zur Zubereitung der Suspension, siehe Abschnitt 6.6.
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff.
Serumkaliumspiegel
Der Kaliumspiegel im Serum sollte, wenn klinisch indiziert, überwacht werden. Unter anderem nachder Umstellung von Arzneimitteln, die Auswirkungen auf die Kaliumkonzentration im Serum haben(z. B. Inhibitoren des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems (RAAS) oder Diuretika), und nach
Titration der Lokelma-Dosis.
Hypokaliämie
Hypokaliämie kann auftreten (siehe Abschnitt 4.8). Zur Vorbeugung einer mäßigen bis schweren
Hypokaliämie kann in solchen Fällen eine Dosistitration erforderlich sein, wie sie im Abschnitt zur
Dosierung für die Erhaltungstherapie beschrieben wird. Bei Patienten mit schwerer Hypokaliämiesollte Lokelma abgesetzt und der Patient erneut untersucht werden.
QT-VerlängerungWährend der Normalisierungsphase der Hyperkaliämie-Behandlung kann eine Verlängerung des
QT-Intervalls als physiologische Folge der Senkung der Kaliumkonzentration im Serum beobachtetwerden.
Risiko von Wechselwirkungen im Rahmen von Röntgenuntersuchungen
Natriumzirconiumcyclosilicat kann zu Röntgenopazität führen. Falls bei einem Patienten eineabdominale Röntgenuntersuchung durchgeführt wird, sollte dies vom Radiologen beachtet werden.
Intestinale Perforation
Derzeit ist ein Risiko für eine intestinale Perforation bei Anwendung von Lokelma nicht bekannt.
Bisher wurden keine Fälle von intestinaler Perforation unter Lokelma gemeldet. Da intestinale
Perforation unter Polymeren, die im Verdauungstrakt wirken, gemeldet wurde, sollten Anzeichenund Symptome, die mit einer intestinalen Perforation in Zusammenhang stehen, besondere
Aufmerksamkeit erhalten.
NatriumgehaltDieses Arzneimittel enthält etwa 400 mg Natrium pro 5-g-Dosis, entsprechend 20 % der von der
WHO empfohlenen maximalen täglichen Aufnahme von 2 g Natrium für einen Erwachsenen.
Lokelma ist reich an Natrium. Dies ist zu berücksichtigen bei Personen unter Natrium-kontrollierter(natriumarmer/-kochsalzarmer) Diät.
Limitierung der klinischen Daten
Schwere Hyperkaliämie
Es liegen nur begrenzte Erfahrungen bei Patienten mit Serumkaliumkonzentrationen über 6,5 mmol/lvor.
Langzeitanwendung
Klinische Studien mit Lokelma schlossen keine Expositionen ein, die länger als ein Jahr andauerten.
Wirkungen anderer Arzneimittel auf Natriumzirconiumcyclosilicat
Da Natriumzirconiumcyclosilicat vom Körper weder resorbiert noch metabolisiert wird, sind keine
Auswirkungen anderer Arzneimittel auf die pharmakologische Wirkung von
Natriumzirconiumcyclosilicat zu erwarten.
Wirkungen von Natriumzirconiumcyclosilicat auf andere Arzneimittel
Da Natriumzirconiumcyclosilicat vom Körper weder resorbiert noch metabolisiert wird und es keineanderen Arzneimittel bedeutend bindet, hat es begrenzte Auswirkungen auf andere Arzneimittel.
Durch eine Resorption von Wasserstoffionen kann es unter Natriumzirconiumcyclosilicat zu einervorübergehenden Erhöhung des pH-Werts im Magen kommen. Dies kann zu einer Veränderung der
Löslichkeit und Absorptionskinetik gleichzeitig angewendeter Arzneimittel mit pH-Wert-abhängiger
Bioverfügbarkeit führen. In einer Arzneimittel-Wechselwirkungsstudie an gesunden Probandenführte eine gleichzeitige Gabe von Natriumzirconiumcyclosilicat und Amlodipin, Clopidogrel,
Atorvastatin, Furosemid, Glipizid, Warfarin, Losartan oder Levothyroxin nicht zu klinischbedeutsamen Arzneimittel-Wechselwirkungen. Wie auch bei der gleichzeitigen Anwendung von
Dabigatran und anderen die Magensäure beeinflussenden Arzneimitteln waren die Cmax- und
AUC-Werte von Dabigatran ca. 40 % niedriger bei gleichzeitiger Einnahme von
Natriumzirconiumcyclosilicat. Es sind weder Dosisanpassungen noch getrennte Dosierungszeiten füreines dieser Arzneimittel notwendig. Natriumzirconiumcyclosilicat sollte jedoch mindestens2 Stunden vor oder 2 Stunden nach der oralen Einnahme von Arzneimitteln angewendet werden,deren Bioverfügbarkeit klinisch bedeutsam vom gastrischen pH-Wert abhängt.
Beispiele von Arzneimitteln, die 2 Stunden vor oder nach der Einnahme von
Natriumzirconiumcyclosilicat angewendet werden sollten, um eine mögliche
Arzneimittelwechselwirkung aufgrund einer pH-Wert-Erhöhung im Magen zu verhindern, sind Azol-
Antimykotika (Ketoconazol, Itraconazol und Posaconazol), Arzneimittel gegen HIV (Atazanavir,
Nelfinavir, Indinavir, Ritonavir, Saquinavir, Raltegravir, Ledipasvir und Rilpivirin) sowie
Tyrosinkinase-Inhibitoren (Erlotinib, Dasatinib und Nilotinib).
Natriumzirconiumcyclosilicat kann gleichzeitig, ohne zeitlichen Abstand zwischen den Dosierungen,mit oral einzunehmenden Arzneimitteln, die keine pH-Wert-abhängige Bioverfügbarkeit aufweisen,angewendet werden.
Bisher liegen keine Erfahrungen mit der Anwendung von Natriumzirconiumcyclosilicat bei
Schwangeren vor. Tierexperimentelle Studien ergaben keine Hinweise auf direkt oder indirektschädliche Auswirkungen in Bezug auf eine Reproduktionstoxizität (siehe Abschnitt 5.3). Aus
Vorsichtsgründen soll eine Anwendung von Natriumzirconiumcyclosilicat während der
Schwangerschaft vermieden werden.
StillzeitIn einer postnatalen Studie an Ratten hatte eine mütterliche Exposition mit
Natriumzirconiumcyclosilicat keine Auswirkungen auf die postnatale Entwicklung. Aufgrund seinerphysikalisch-chemischen Eigenschaften wird Natriumzirconiumcyclosilicat nicht systemischresorbiert und ein Übergang in die Muttermilch ist nicht zu erwarten. Wirkungen auf das gestillte
Neugeborene/den Säugling sind nicht zu erwarten, da die systemische Lokelma-Konzentration beider stillenden Mutter vernachlässigbar ist. Lokelma kann während der Stillzeit angewendet werden.
FertilitätBei behandelten Ratten oder Kaninchen wurden keine unerwünschten Wirkungen auf dieembryofetale Entwicklung festgestellt.
Lokelma hat keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die
Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.
Die am häufigsten beobachteten Nebenwirkungen waren Hypokaliämie (4,1 %) und Ereignisse, diemit Ödemen in Zusammenhang gebracht wurden (5,7 %).
Tabellarische Auflistung der NebenwirkungenDas Sicherheitsprofil von Lokelma wurde in klinischen Studien an 1.760 Patienten untersucht, wobei507 Patienten ein Jahr lang exponiert waren.
Die in kontrollierten Studien festgestellten Nebenwirkungen sind in Tabelle 1 dargestellt. Bei den
Häufigkeitsangaben der Nebenwirkungen wird folgende Konvention zugrunde gelegt: Sehr häufig(≥ 1/10), häufig (≥ 1/100 bis < 1/10), gelegentlich (≥ 1/1.000 bis < 1/100), selten (≥ 1/10.000 bis< 1/1.000), sehr selten (< 1/10.000) und nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren
Daten nicht abschätzbar).
Tabelle 1. Liste der Nebenwirkungen in klinischen Studien
Systemorganklasse Häufig
Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen Hypokaliämie
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Ereignisse im Zusammenhang
Verabreichungsort mit Ödemen
Beschreibung ausgewählter NebenwirkungenHypokaliämie
In klinischen Studien entwickelten 4,1 % der Lokelma-Patienten mit Serumkaliumwerten vonweniger als 3,5 mmol/l eine Hypokaliämie, die sich nach einer Dosisanpassung oder nach dem
Absetzen von Lokelma normalisierte.
Ereignisse im Zusammenhang mit Ödemen
Ereignisse, die mit Ödemen in Zusammenhang gebracht wurden, einschließlich
Flüssigkeitsüberschuss, Flüssigkeitsretention, generalisiertes Ödem, Hypervolämie, lokalisiertes
Ödem, Ödem, periphere Ödeme und periphere Schwellungen, wurden von 5,7 % der mit Lokelmabehandelten Patienten berichtet. Die Ereignisse wurden ausschließlich während der Erhaltungsphasebeobachtet. Sie wurden häufiger bei Patienten beobachtet, die mit 15 g behandelt wurden. Bei bis zu53 % konnten diese Ereignisse mit der Einleitung einer diuretischen Therapie bzw. mit einer
Dosisanpassung des Diuretikums behandelt werden. Die übrigen Patienten benötigten keine
Behandlung.Langzeitanwendung
Im Rahmen von 2 offenen klinischen Studien, bei denen 874 Patienten bis zu 1 Jahr lang Lokelmaerhielten, wurden von den Prüfärzten die folgenden Ereignisse als im Zusammenhang stehendberichtet: gastrointestinale Ereignisse [Obstipation (2,9 %), Diarrhö (0,9 %), abdominaler
Schmerz/Distension (0,5 %), Übelkeit (1,6 %) und Erbrechen (0,5 %)] und
Überempfindlichkeitsreaktionen [Ausschlag (0,3 %) und Pruritus (0,1 %)]. Diese Ereignisse warenleichter bis mittelschwerer Natur, keines wurde als schwerwiegend gemeldet und sie verschwandenim Allgemeinen im weiteren Verlauf der Behandlung des Patienten. Aufgrund des offenen
Studiendesigns kann ein kausaler Zusammenhang zwischen diesen Ereignissen und Lokelma nichteindeutig nachgewiesen werden.
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte Meldesystem anzuzeigen.
Eine Überdosierung mit Natriumzirconiumcyclosilicat kann zu Hypokaliämie führen. Die
Kaliumwerte im Serum sollten überwacht und Kalium bei Bedarf ergänzt werden.
Pharmakotherapeutische Gruppe: Mittel zur Behandlung der Hyperkaliämie und
Hyperphosphatämie, ATC-Code: V03AE10
WirkmechanismusNatriumzirconiumcyclosilicat ist ein nicht resorbiertes, nicht polymeres, anorganisches Pulver mitgleichmäßiger mikroporöser Struktur, das vorzugsweise Kalium im Austausch gegen Wasserstoff-und Natrium-Kationen aufnimmt. In vitro ist Natriumzirconiumcyclosilicat hochselektiv für
Kaliumionen, selbst in Anwesenheit anderer Kationen wie Kalzium und Magnesium.
Natriumzirconiumcyclosilicat nimmt Kalium im gesamten Verdauungstrakt auf und verringert die
Konzentration des freien Kaliums im Magen-Darm-Lumen. Hierdurch wird der Kaliumspiegel im
Serum gesenkt und die Kaliumausscheidung im Stuhl erhöht, um eine Hyperkaliämie zu behandeln.
Pharmakodynamische WirkungenUnter Natriumzirconiumcyclosilicat tritt eine Senkung der Serumkaliumkonzentration bereits1 Stunde nach der Einnahme ein. Normokaliämie kann üblicherweise innerhalb von 24 bis48 Stunden erreicht werden. Natriumzirconiumcyclosilicat hat keine Auswirkungen auf die Kalzium-oder Magnesiumkonzentrationen im Serum oder auf die Natriumausscheidung über den Harn. Esbesteht ein enger Zusammenhang zwischen der Serumkaliumkonzentration zu Beginn der
Behandlung und dem Ausmaß der Wirkung: Patienten mit höheren Kaliumkonzentrationen zu
Beginn der Behandlung haben eine stärkere Kaliumsenkung im Serum. Es besteht eine reduzierte
Kaliumausscheidung über den Harn, was auf die reduzierte Kaliumkonzentration im Serumzurückzuführen ist. In einer Studie an gesunden Probanden, die vier Tage lang einmal täglich
Lokelma 5 g oder 10 g erhielten, ging eine dosisabhängige Senkung der Kaliumkonzentration im
Serum und Kaliumausscheidung im Urin insgesamt mit einer mittleren Erhöhung der
Kaliumausscheidung im Stuhl einher. Es wurden keine statistisch signifikanten Veränderungen der
Natriumausscheidung im Harn beobachtet.
Es wurden keine Studien durchgeführt, die einen Unterschied in Bezug auf die Pharmakokinetik bei
Einnahme von Natriumzirconiumcyclosilicat mit oder ohne Nahrung untersuchen.
Es zeigte sich außerdem, dass Natriumzirconiumcyclosilicat nachweislich Ammonium in vitro undin vivo bindet, wodurch Ammonium entfernt und der Bicarbonatspiegel im Serum erhöht wird. Beimit Lokelma behandelten Patienten wurde ein Anstieg des Bicarbonatspiegels um 1,1 mmol/l bei 5 geinmal täglich, 2,3 mmol/l bei 10 g einmal täglich und 2,6 mmol/l bei 15 g einmal täglichverzeichnet, im Vergleich zu einem mittleren Anstieg von 0,6 mmol/l bei Patienten, die Placeboerhielten. In Situationen, bei denen andere Faktoren, die die Renin- und Aldosteronwerte betrafen,nicht kontrolliert wurden, zeigte Lokelma eine dosisunabhängige Änderung der mittleren
Aldosteronwerte im Serum (Bereich: -30 % bis -31 %) im Vergleich zur Placebogruppe (+14 %).
Eine anhaltende Auswirkung auf den systolischen und diastolischen Blutdruck wurde nichtbeobachtet.
Zudem wurde eine mittlere Verringerung des Blut-Harnstoff-Stickstoff-Wertes (BUN) festgestellt inden Gruppen, die dreimal täglich 5 g Lokelma (1,1 mg/dl) und 10 g Lokelma (2,0 mg/dl) erhielten,im Vergleich zu einer geringen mittleren Erhöhung in den Gruppen, die Placebo (0,8 mg/dl) und
Natriumzirconiumcyclosilicat in niedriger Dosis (0,3 mg/dl) erhielten.
Klinische Wirksamkeit und SicherheitDie kaliumsenkende Wirkung von Lokelma wurde in drei randomisierten, doppelblinden,placebokontrollierten Studien an Patienten mit Hyperkaliämie nachgewiesen. In allen drei Studienwurde die initiale Wirkung von Lokelma zur Korrektur der Hyperkaliämie innerhalb eines
Zeitraumes von 48 Stunden untersucht. Zwei Studien untersuchten außerdem die Aufrechterhaltungdes erreichten normokaliämischen Effekts. Die Erhaltungsstudien umfassten Patienten mitchronischer Nierenerkrankung (58 %), Herzinsuffizienz (10 %), Diabetes mellitus (62 %) sowie
Patienten unter Behandlung mit RAAS-Inhibitoren (68 %). Darüber hinaus wurde in zwei offenen
Erhaltungsstudien die Langzeitsicherheit von Lokelma untersucht. In diesen fünf Studien erhielten1.760 Patienten Lokelma; 507 von ihnen waren mindestens 360 Tage lang exponiert. Darüber hinauswurden Sicherheit und Wirksamkeit von Lokelma in einer doppelblinden, placebokontrollierten
Studie mit 196 dialysepflichtigen Patienten mit Hyperkaliämie untersucht, die Lokelma-Dosen übereinen Zeitraum von 8 Wochen erhielten. In den Studien senkte Lokelma den Kaliumspiegel im
Serum und sorgte für normale Kaliumkonzentrationen im Serum, unabhängig von derzugrundeliegenden Ursache der Hyperkaliämie, dem Alter, Geschlecht, der ethnischen
Zugehörigkeit, Komorbiditäten oder der gleichzeitigen Verwendung von RAAS-Hemmern. Den
Patienten wurden keine Einschränkungen bei der Ernährung auferlegt. Sie wurden angewiesen, sichwie gewohnt ohne spezifische Veränderungen zu ernähren.
Studie 1Zweiphasige placebokontrollierte Korrektur- und Erhaltungsstudie
In eine zweiphasige, doppelblinde, randomisierte, placebokontrollierte klinische Studie an753 Patienten (mittleres Alter 66 Jahre, Bereich 22 bis 93 Jahre) mit Hyperkaliämie (5 bis≤ 6,5 mmol/l, durchschnittlicher Kaliumwert bei der Baseline 5,3 mmol/l) wurden Patienten mitchronischer Nierenerkrankung, Herzinsuffizienz, Diabetes mellitus und RAAS-Hemmer-Therapieeingeschlossen.
Während der Korrekturphase wurden die Patienten auf Lokelma (1,25 g; 2,5 g; 5 g oder 10 g) oder
Placebo randomisiert, die in den ersten 48 Stunden dreimal täglich angewendet wurden (Tabelle 2).
Tabelle 2. Korrekturphase (Studie 1): Prozentsatz der Patienten mit Normokaliämie nach48 Stunden Lokelma-Therapie
Lokelma-Dosis (dreimal täglich)
Placebo 1,25 g 2,5 g 5 g 10 g
N 158 154 141 157 143
Kalium im Serum bei Baseline, in 5,3 5,4 5,4 5,3 5,3mmol/l
Normokaliämie nach 48 Stunden, in % 48 51 68 78 86p-Wert gegenüber Placebo NS < 0,001 < 0,001 < 0,001
NS: nicht signifikant
Lokelma 10 g, dreimal täglich angewendet, senkte den Kaliumspiegel im Serum um 0,7 mmol/l nach48 Stunden (p < 0,001 gegenüber Placebo). Eine Stunde nach der ersten Dosis wurde eine statistischsignifikante Senkung des Kaliumspiegels um 14 % festgestellt. Patienten mit höheren Kaliumwertenzu Beginn der Behandlung sprachen stärker auf Lokelma an. Bei Patienten mit Kaliumwerten über5,5 mmol/l vor der Behandlung (durchschnittlicher Baseline-Wert 5,8 mmol/l) wurde nach48 Stunden eine durchschnittliche Senkung um 1,1 mmol/l festgestellt, während bei Patienten, diemit Kaliumwerten unter oder gleich 5,3 mmol/l begannen, die durchschnittliche Senkung bei derhöchsten Dosis bei 0,6 mmol/l lag.
Patienten mit Normokaliämie wurden nach der Lokelma-Behandlung in der Korrekturphase erneutrandomisiert und erhielten einmal täglich Placebo oder Lokelma in derselben Dosis, die sie währendder Korrekturphase dreimal täglich erhalten hatten (Tabelle 3).
Tabelle 3. Erhaltungsphase (12 Tage, Studie 1): Mittlere Anzahl der Tage mit Normokaliämie
Behandlung in der Erhaltungsphase (einmal täglich)
Placebo Lokelma p-Wert gegenüber
Placebo
Lokelma-Dosis in der Korrekturphase n Tage n Tage1,25 g dreimal täglich 41 7,6 49 7,2 NS2,5 g dreimal täglich 46 6,2 54 8,6 0,0085 g dreimal täglich 68 6,0 64 9,0 0,00110 g dreimal täglich 61 8,2 63 10,2 0,005
NS: nicht signifikant
Am Ende der Erhaltungsphase, nachdem Lokelma nicht mehr angewendet wurde, erhöhten sich diedurchschnittlichen Kaliumwerte wieder auf Werte nahe der Baseline-Werte.
Studie 2Mehrphasige, placebokontrollierte Erhaltungsstudie mit einer zusätzlichen offenen Phase
In der Korrekturphase der Studie erhielten 258 Patienten mit Hyperkaliämie(Baseline-Durchschnittswert 5,6; Bereich 4,1-7,2 mmol/l) 48 Stunden lang dreimal täglich 10 g
Lokelma. 1 Stunde nach der ersten 10-g-Lokelma-Dosis wurde eine Kaliumsenkung beobachtet. Diemittlere Dauer bis zur Normokaliämie betrug 2,2 Stunden, wobei 66 % der Patienten die
Normokaliämie nach 24 Stunden und 88 % der Patienten nach 48 Stunden erreichten. Bei Patientenmit schwerwiegenderer Hyperkaliämie wurde ein stärkeres Ansprechen verzeichnet. Bei Patientenmit Serumkaliumwerten von < 5,5; 5,5-5,9 und ≥ 6 mmol/l bei der Baseline wurde der
Kaliumspiegel im Serum auf jeweils 0,8; 1,2 bzw. 1,5 mmol/l gesenkt.
Patienten, die eine Normokaliämie erreichten (Kaliumwerte zwischen 3,5 und 5 mmol/l) wurdendoppelt verblindet auf eine von drei Lokelma-Dosen (5 g (n=45), 10 g (n=51) oder 15 g (n=56)) oder
Placebo (n=85) einmal täglich für 28 Tage randomisiert (doppelt verblindete, randomisierte
Absetzphase).
In den Gruppen mit 5 g, 10 g und 15 g Lokelma einmal täglich wiesen von Studientag 8 bis 29(dreiwöchige Periode) mehr Teilnehmer durchschnittliche Serumkaliumwerte < 5,1 mmol/l auf(jeweils 80 %, 90 % bzw. 94 %) als bei Placebo (46 %). Die mittlere Reduktion des Serumkaliums inden Patientengruppen unter Behandlung mit Lokelma 5 g, 10 g und 15 g einmal täglich bzw. Placebobetrug 0,77 mmol/l; 1,10 mmol/l; 1,19 mmol/l bzw. 0,44 mmol/l, und der Anteil von Teilnehmern,die eine Normokaliämie beibehielten, betrug 71 %, 76 %, 85 % bzw. 48 %.
Ergebnisse der Erhaltungsphase unter Lokelma-Titration (unverblindet): 123 Patienten wurden in die11-monatige unverblindete Phase aufgenommen. Der Anteil von Teilnehmern mit einemdurchschnittlichen Serumkaliumspiegel < 5,1 mmol/l betrug 88 %. Der durchschnittliche
Serumkaliumspiegel betrug 4,66 mmol/l und der Anteil von Serumkalium-Werten von unter3,5 mmol/l betrug weniger als 1 %. Bei 77 % lag der Serumkaliumspiegel zwischen 3,5 und5,1 mmol/l oder bei 93 % zwischen 3,5 und 5,5 mmol/l, unabhängig von anderen Faktoren, die das
Serumkalium beeinflussen könnten. Die Behandlung wurde am Tag des Austritts aus der Studieabgesetzt (Tag 365).
Kaplan-Meier-Schätzungen des Zeitraums bis zum Rezidiv in der Erhaltungsphase zeigten eine
Dosisabhängigkeit bei der 5-g-Dosis für den Zeitraum bis zum Rezidiv im Bereich vondurchschnittlich 4 bis 21 Tagen, abhängig von Serumkaliumspiegeln bei Baseline. Das Serumkaliumsollte in regelmäßigen Abständen überwacht und die Lokelma-Dosis wie in Abschnitt 4.2 Dosierungund Art der Anwendung beschrieben titriert werden.
Abbildung 1 zeigt die durchschnittlichen Serumkaliumspiegel in der Korrektur- und Erhaltungsphaseder Studie.
Abbildung 1. Korrektur- und Erhaltungsphase (Studie 2): durchschnittliche Kaliumwerte im
Serum über die Zeit mit 95%-KI10 g* Placebo 5 g Titrierte Dosis10 g 15 g nicht mehr in
BehandlungEOS
Korrekturphase (Std.) Erhaltung feste Dosis (Tag) Erhaltung titirierte Dosis (Tag)
Exit=Letzter Besuch innerhalb 1 Tages nach der letzten Dosis, EOS=Studienende (End of Study [7 Tage +/- 1 Tag nach der letzten Dosis])
*3-mal täglich angewendet
Studie 3
Studie an Patienten mit chronischer Nierenerkrankung und Hyperkaliämie
Es handelte sich um eine doppelblinde, placebokontrollierte Dosis-Eskalationsstudie an 90 Patienten(60 Lokelma-Patienten, 30 Kontroll-Patienten) mit einer Baseline eGFR zwischen30-60 ml/min/1,73 m2 und Hyperkaliämie (Kaliumwert im Serum bei Baseline 5,2 mmol/l, Bereich4,6-6 mmol/l). Die Patienten wurden für zwei bis vier Tage auf Lokelma in ansteigender Dosis(0,3 g, 3 g und 10 g) oder Placebo zur dreimal täglichen Einnahme mit einer Mahlzeit randomisiert.
Primärer Endpunkt war die Rate der Veränderung des Serumkaliumwerts von der Baseline währendder ersten 2 Tage der Behandlung. Der primäre Endpunkt der Studie wurde bei der 3- und10-g-Dosis Lokelma im Vergleich zu Placebo erreicht. Lokelma in der Dosierung von 10 g und 3 gführte zu einer mittleren maximalen Verringerung von jeweils 0,92 mmol/l bzw. 0,43 mmol/l. Im24-Stunden-Sammelurin zeigte sich eine Verringerung der Kaliumausscheidung im Urin im
Vergleich zur Baseline mit Lokelma um 15,8 mmol/24 Std. im Vergleich zu Placebo mit einem
Anstieg um 8,9 mmol/24 Std. (p < 0,001). Die Natriumausscheidung war im Vergleich zu Placebounverändert (10 g, Anstieg um 25,4 mmol/24 Std. im Vergleich zu Placebo mit einem Anstieg um36,9 mmol/24 Std. [NS]).
Studie 4
Exit
Eine zweiphasige, multizentrische, offene Studie mit Mehrfachdosierung zu Sicherheit und
WirksamkeitDie Langzeitwirkungen (bis zu 12 Monate) von Lokelma wurden in dieser Studie mit 751 Patientenmit Hyperkaliämie (Durchschnitt 5,59 mmol/l bei Baseline; Bereich 4,3-7,6 mmol/l) beurteilt.
Komorbiditäten umfassten chronische Nierenerkrankung (65%), Diabetes mellitus (64%),
Herzinsuffizienz (15%) und Hypertonie (83%). Die Anwendung von Diuretika und RAAS-
Mittlerer Serumkaliumwert mit 95%-KI (mmol/l)
Inhibitoren wurde bei 51% bzw. 70% der Patienten berichtet. Während der Korrekturphase wurden10 g Lokelma dreimal täglich über mindestens 24 Stunden und bis zu 72 Stunden verabreicht.
Patienten, die innerhalb von 72 Stunden eine Normokaliämie erreichten (3,5-5,0 mmol/leinschließlich) wurden in die Erhaltungsphase der Studie aufgenommen. In der Erhaltungsphaseerhielten alle Patienten Lokelma mit einer Anfangsdosis von 5 g einmal täglich. Je nach
Titrationsregime konnte diese schrittweise um 5 g einmal täglich (bis zu einer Maximaldosis von15 g einmal täglich) erhöht oder reduziert werden (bis zu einem Minimum von 5 g einmal jedenzweiten Tag).
Eine Normokaliämie wurde bei 494/748 (66 %), 563/748 (75 %) und 583/748 (78 %) der Patientennach 24, 48 bzw. 72 Stunden Dosierung während der Korrekturphase erreicht. Die durchschnittliche
Reduzierung des Serumkaliumspiegels betrug 0,81 mmol/l, 1,02 mmol/l und 1,10 mmol/l nach24 (n=748), 48 (n=104) bzw. 72 (n=28) Stunden. Die Normokaliämie war abhängig von der
Kaliumkonzentration bei der Baseline, wobei die Patienten mit der höchsten
Serumkaliumkonzentration bei der Baseline die deutlichste Abnahme nach Beginn der
Studienmedikation erreichten. Sie wiesen aber auch den geringsten Anteil an Patienten auf, die eine
Normokaliämie erreichten. Einhundertsechsundzwanzig Patienten hatten bei der Baseline einen
Serumkaliumwert von ≥ 6,0 mmol/l (mittlerer Baseline-Kaliumwert 6,28 mmol/l). Am Ende der
Korrekturphase betrug bei diesen Patienten die mittlere Reduktion 1,37 mmol/l.
Tabelle 4. Korrekturphase (Studie 4): Anteil an Patienten mit Serumkaliumkonzentrationen von 3,5 biseinschließlich 5,0 mmol/l oder von 3,5 bis einschließlich 5,5 mmol/l am Studientag der Korrekturphase -
ITT-Population
Lokelma 10 g dreimal täglich (N=749)
Korrekturphase Serumkalium 3,5 bis 5,0 mmol/l, Serumkalium 3,5 bis 5,5 mmol/l,(correction phase, CP) einschließlich einschließlichn/N Anteil 95%-KI n/N Anteil 95%-KI
CP nach 24 hours 494/748 0,660 0,625; 0,694 692/748 0,925 0,904; 0,943
CP nach 48 hours 563/748 0,753 0,720; 0,783 732/748 0,979 0,965; 0,988
CP nach 72 hours/
CP zuletzt 583/748 0,779 0,748; 0,809 738/748 0,987 0,976; 0,994
Hinweis: Bei einem Patienten wurde der Wert nach der letzten Dosierung später als 1 Tag nach derletzten Dosierung ermittelt. Deshalb war der Patient für die Korrekturphasen-ITT-Populationgeeignet; allerdings wurde der Zeitpunkt von der Analyse ausgenommen.
Eine Normokaliämie konnte, während die Patienten das Arzneimittel einnahmen, aufrechterhaltenwerden. Nach Absetzen stieg die mittlere Serumkaliumkonzentration jedoch wieder an. Unter den
Patienten, die RAAS-Inhibitoren bei der Baseline anwendeten, setzten 89 % die RAAS-Inhibitor-
Therapie nicht ab, 74 % konnten während der Erhaltungsphase dieselbe Dosis beibehalten. Von den
Patienten, die bei der Baseline keine RAAS-Inhibitor-Therapie erhielten, konnten 14 % eine solche
Therapie beginnen. Während der Erhaltungsphase wurde bei 75,6 % der Patienten trotz Anwendungvon RAAS-Inhibitoren die Normokaliämie aufrechterhalten.
Abbildung 2 veranschaulicht die mittlere Serumkaliumkonzentration während der Korrektur- und
Erhaltungsphase der Studie.
Abbildung 2: Korrektur- und Erhaltungsphasen in der 12-monatigen offenen Studie (Studie 4)- mittlere Serumkaliumkonzentration über die Zeit mit einem 95%-KI
CPBL=Baseline Korrekturphase (Correction Phase Baseline), MPBL=Baseline bei Erhaltungsphase (Maintenance Phase Baseline)
Exit= letzter Besuch innerhalb eines Tages der letzten Dosis, EOS=Studienende (End of Study, 7 Tage +/- 1 Tag nach der letzten Dosis)
Studie 5
Eine randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studie mit dialysepflichtigen Patienten
In dieser Studie wurden 196 Patienten (mittleres Alter 58 Jahre, Bereich 20 bis 86 Jahre) mitterminaler Niereninsuffizienz für die einmal tägliche Gabe von 5 g Lokelma oder Placebo an Tagenohne Dialyse randomisiert, die seit mindestens 3 Monaten eine stabile Dialyse erhielten und einepersistierende prädialytische Hyperkaliämie hatten. Bei der Randomisierung betrugen die mittleren
Kaliumspiegel 5,8 mmol/l (Bereich 4,2-7,3 mmol/l) in der Lokelma-Gruppe und 5,9 mmol/l (Bereich4,2-7,3 mmol/l) in der Placebo-Gruppe. Um einen prädialytischen Serumkaliumspiegel zwischen4,0 und 5,0 mmol/l während der Dosisanpassungsphase (initial 4 Wochen) zu erreichen, konnte die
Dosis wöchentlich in 5-g-Schritten bis auf 15 g einmal täglich auf Basis der prädialytischen
Kaliummessung nach dem LIDI angepasst werden. Die Dosis, die am Ende der
Dosisanpassungsphase erreicht war, wurde über die gesamte nachfolgende 4-wöchige
Evaluationsphase beibehalten. Am Ende der Dosisanpassungsphase erhielten 37 %, 43 % bzw. 19 %der Patienten Lokelma 5 g, 10 g bzw. 15 g. Der Anteil der ansprechenden Patienten wurde definiertals die Patienten, die einen prädialytischen Serumkaliumspiegel zwischen 4,0 und 5,0 mmol/lwährend mindestens 3 von 4 Dialysebehandlungen nach dem LIDI beibehielten und die keine
Rescue-Therapie während der Evaluationsphase erhalten hatten. Er betrug 41 % in der Lokelma-
Gruppe und 1 % in der Placebo-Gruppe (p < 0,001) (siehe Abbildung 3).
In post-hoc-Analysen war die Häufigkeit des Auftretens von Serumkaliumwerten zwischen 4,0 und5,0 mmol/l nach dem LIDI während der Evaluationsphase höher in der Lokelma-Gruppe. 24 % der
Patienten in der Lokelma-Gruppe waren bei allen 4 Untersuchungen innerhalb dieses Bereiches undniemand in der Placebo-Gruppe. Die post-hoc Analyse zeigte, dass der Patientenanteil, der einen
Serumkaliumspiegel zwischen 3,5 und 5,5 mmol/l an mindestens 3 von 4 Dialysebehandlungen nachdem LIDI während der Evaluationsphase aufwies, 70 % in der Lokelma-Gruppe und 21 % in der
Placebo-Gruppe betrug.
Bei Behandlungsende betrug der mittlere postdialytische Serumkaliumspiegel 3,6 mmol/l (Bereich2,6-5,7 mmol/l) in der Lokelma-Gruppe und 3,9 mmol/l (Bereich 2,2-7,3 mmol/l) in der
Placebo-Gruppe. Es gab keine Unterschiede zwischen der Lokelma- und Placebo-Gruppe in Bezugauf interdialytische Gewichtszunahme (interdialytic weight gain, IDWG). Die IDWG wurde definiertals prädialytisches Gewicht minus des postdialytischen Gewichtes bei der vorhergegangenen
Dialysesitzung, gemessen nach dem LIDI.
Abbildung 3: Mittlere prädialytische Serumkaliumspiegel über die Zeit beidialysepflichtigen Patienten
Lokelma
Placebo
Screening (Tag) Dosisanpassungsphase (Tag) Evaluationsphase (Tag) F/U (Tag)
Patienten (n)
Lokelma
Placebo
F/U - follow-up period (Nachbeobachtungsphase)
Die dargestellten Fehlerbalken entsprechen den 95%-Konfidenzintervallen.n = Anzahl Patienten mit nicht-fehlenden Kaliummessungen bei der jeweiligen Untersuchung.
Kinder und JugendlicheDie Europäische Arzneimittel-Agentur hat für Lokelma eine Freistellung von der Verpflichtung zur
Vorlage von Ergebnissen zu Studien in einer oder mehreren pädiatrischen Altersklassen bei Jungenund Mädchen ab der Geburt bis zu einem Alter von unter 18 Jahren mit Hyperkaliämie gewährt(siehe Abschnitt 4.2 bzgl. Informationen zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen).
Natriumzirconiumcyclosilicat ist eine anorganische, nicht lösliche Substanz, die keinem
Enzymstoffwechsel unterliegt. Klinische Studien haben zudem gezeigt, dass Lokelma nichtsystemisch resorbiert wird. In einer In-vivo-Massenbilanzstudie an Ratten wurde
Natriumzirconiumcyclosilicat im Stuhl nachgewiesen, ohne dass es Anzeichen für eine systemische
Resorption gab. Aufgrund der genannten Faktoren und der Nichtlöslichkeit der Substanz wurdenkeine In-vivo- oder In-vitro-Studien zur Untersuchung des Effekts auf
Cytochrom-P450 (CYP450)-Enzyme oder Transporteraktivität durchgeführt.
EliminationDie Ausscheidung von Natriumzirconiumcyclosilicat erfolgt über den Stuhl.
Basierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, Toxizität bei wiederholter
Gabe, Reproduktions- und Entwicklungstoxizität, Genotoxizität und zum kanzerogenen Potentiallassen die präklinischen Daten keine besonderen Gefahren für den Menschen erkennen.
Serumkalium mit 95%-KI (mmol/l)
Keine
Nicht zutreffend
3 Jahre
Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.
Beutel aus PET/Alu/LLDPE-Laminatfolie oder PET/LDPE/Alu/EAA/LLDPE-Laminatfolie mit 5 goder 10 g Pulver.
Packungsgrößen: 3, 28 oder 30 Beutel
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
Der gesamte Inhalt des Beutels sollte in ein Trinkglas mit ungefähr 45 ml Wasser gegeben und gutumgerührt werden. Die geschmacksfreie Flüssigkeit sollte getrunken werden, solange sie noch trübist. Das Pulver löst sich nicht auf. Wenn sich das Pulver absetzt, sollte die Flüssigkeit nochmalsumgerührt und getrunken werden. Falls nötig, das Glas mit weiterem Wasser nachspülen umsicherzustellen, dass der gesamte Inhalt eingenommen wird.
Keine besonderen Anforderungen für die Beseitigung.
AstraZeneca AB
SE-151 85 Södertälje
Schweden
EU/1/17/1173/001
EU/1/17/1173/002
EU/1/17/1173/003
EU/1/17/1173/004
EU/1/17/1173/005
EU/1/17/1173/006
EU/1/17/1173/007
EU/1/17/1173/008
EU/1/17/1173/009
EU/1/17/1173/010
EU/1/17/1173/011
EU/1/17/1173/012
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 22. März 2018
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu verfügbar.