Pharmakotherapeutische Gruppe: Mittel zur Behandlung der Hyperkaliämie und
Hyperphosphatämie, ATC-Code: V03AE10
WirkmechanismusNatriumzirconiumcyclosilicat ist ein nicht resorbiertes, nicht polymeres, anorganisches Pulver mitgleichmäßiger mikroporöser Struktur, das vorzugsweise Kalium im Austausch gegen Wasserstoff-und Natrium-Kationen aufnimmt. In vitro ist Natriumzirconiumcyclosilicat hochselektiv für
Kaliumionen, selbst in Anwesenheit anderer Kationen wie Kalzium und Magnesium.
Natriumzirconiumcyclosilicat nimmt Kalium im gesamten Verdauungstrakt auf und verringert die
Konzentration des freien Kaliums im Magen-Darm-Lumen. Hierdurch wird der Kaliumspiegel im
Serum gesenkt und die Kaliumausscheidung im Stuhl erhöht, um eine Hyperkaliämie zu behandeln.
Pharmakodynamische WirkungenUnter Natriumzirconiumcyclosilicat tritt eine Senkung der Serumkaliumkonzentration bereits1 Stunde nach der Einnahme ein. Normokaliämie kann üblicherweise innerhalb von 24 bis48 Stunden erreicht werden. Natriumzirconiumcyclosilicat hat keine Auswirkungen auf die Kalzium-oder Magnesiumkonzentrationen im Serum oder auf die Natriumausscheidung über den Harn. Esbesteht ein enger Zusammenhang zwischen der Serumkaliumkonzentration zu Beginn der
Behandlung und dem Ausmaß der Wirkung: Patienten mit höheren Kaliumkonzentrationen zu
Beginn der Behandlung haben eine stärkere Kaliumsenkung im Serum. Es besteht eine reduzierte
Kaliumausscheidung über den Harn, was auf die reduzierte Kaliumkonzentration im Serumzurückzuführen ist. In einer Studie an gesunden Probanden, die vier Tage lang einmal täglich
Lokelma 5 g oder 10 g erhielten, ging eine dosisabhängige Senkung der Kaliumkonzentration im
Serum und Kaliumausscheidung im Urin insgesamt mit einer mittleren Erhöhung der
Kaliumausscheidung im Stuhl einher. Es wurden keine statistisch signifikanten Veränderungen der
Natriumausscheidung im Harn beobachtet.
Es wurden keine Studien durchgeführt, die einen Unterschied in Bezug auf die Pharmakokinetik bei
Einnahme von Natriumzirconiumcyclosilicat mit oder ohne Nahrung untersuchen.
Es zeigte sich außerdem, dass Natriumzirconiumcyclosilicat nachweislich Ammonium in vitro undin vivo bindet, wodurch Ammonium entfernt und der Bicarbonatspiegel im Serum erhöht wird. Beimit Lokelma behandelten Patienten wurde ein Anstieg des Bicarbonatspiegels um 1,1 mmol/l bei 5 geinmal täglich, 2,3 mmol/l bei 10 g einmal täglich und 2,6 mmol/l bei 15 g einmal täglichverzeichnet, im Vergleich zu einem mittleren Anstieg von 0,6 mmol/l bei Patienten, die Placeboerhielten. In Situationen, bei denen andere Faktoren, die die Renin- und Aldosteronwerte betrafen,nicht kontrolliert wurden, zeigte Lokelma eine dosisunabhängige Änderung der mittleren
Aldosteronwerte im Serum (Bereich: -30 % bis -31 %) im Vergleich zur Placebogruppe (+14 %).
Eine anhaltende Auswirkung auf den systolischen und diastolischen Blutdruck wurde nichtbeobachtet.
Zudem wurde eine mittlere Verringerung des Blut-Harnstoff-Stickstoff-Wertes (BUN) festgestellt inden Gruppen, die dreimal täglich 5 g Lokelma (1,1 mg/dl) und 10 g Lokelma (2,0 mg/dl) erhielten,im Vergleich zu einer geringen mittleren Erhöhung in den Gruppen, die Placebo (0,8 mg/dl) und
Natriumzirconiumcyclosilicat in niedriger Dosis (0,3 mg/dl) erhielten.
Klinische Wirksamkeit und SicherheitDie kaliumsenkende Wirkung von Lokelma wurde in drei randomisierten, doppelblinden,placebokontrollierten Studien an Patienten mit Hyperkaliämie nachgewiesen. In allen drei Studienwurde die initiale Wirkung von Lokelma zur Korrektur der Hyperkaliämie innerhalb eines
Zeitraumes von 48 Stunden untersucht. Zwei Studien untersuchten außerdem die Aufrechterhaltungdes erreichten normokaliämischen Effekts. Die Erhaltungsstudien umfassten Patienten mitchronischer Nierenerkrankung (58 %), Herzinsuffizienz (10 %), Diabetes mellitus (62 %) sowie
Patienten unter Behandlung mit RAAS-Inhibitoren (68 %). Darüber hinaus wurde in zwei offenen
Erhaltungsstudien die Langzeitsicherheit von Lokelma untersucht. In diesen fünf Studien erhielten1.760 Patienten Lokelma; 507 von ihnen waren mindestens 360 Tage lang exponiert. Darüber hinauswurden Sicherheit und Wirksamkeit von Lokelma in einer doppelblinden, placebokontrollierten
Studie mit 196 dialysepflichtigen Patienten mit Hyperkaliämie untersucht, die Lokelma-Dosen übereinen Zeitraum von 8 Wochen erhielten. In den Studien senkte Lokelma den Kaliumspiegel im
Serum und sorgte für normale Kaliumkonzentrationen im Serum, unabhängig von derzugrundeliegenden Ursache der Hyperkaliämie, dem Alter, Geschlecht, der ethnischen
Zugehörigkeit, Komorbiditäten oder der gleichzeitigen Verwendung von RAAS-Hemmern. Den
Patienten wurden keine Einschränkungen bei der Ernährung auferlegt. Sie wurden angewiesen, sichwie gewohnt ohne spezifische Veränderungen zu ernähren.
Studie 1Zweiphasige placebokontrollierte Korrektur- und Erhaltungsstudie
In eine zweiphasige, doppelblinde, randomisierte, placebokontrollierte klinische Studie an753 Patienten (mittleres Alter 66 Jahre, Bereich 22 bis 93 Jahre) mit Hyperkaliämie (5 bis≤ 6,5 mmol/l, durchschnittlicher Kaliumwert bei der Baseline 5,3 mmol/l) wurden Patienten mitchronischer Nierenerkrankung, Herzinsuffizienz, Diabetes mellitus und RAAS-Hemmer-Therapieeingeschlossen.
Während der Korrekturphase wurden die Patienten auf Lokelma (1,25 g; 2,5 g; 5 g oder 10 g) oder
Placebo randomisiert, die in den ersten 48 Stunden dreimal täglich angewendet wurden (Tabelle 2).
Tabelle 2. Korrekturphase (Studie 1): Prozentsatz der Patienten mit Normokaliämie nach48 Stunden Lokelma-Therapie
Lokelma-Dosis (dreimal täglich)
Placebo 1,25 g 2,5 g 5 g 10 g
N 158 154 141 157 143
Kalium im Serum bei Baseline, in 5,3 5,4 5,4 5,3 5,3mmol/l
Normokaliämie nach 48 Stunden, in % 48 51 68 78 86p-Wert gegenüber Placebo NS < 0,001 < 0,001 < 0,001
NS: nicht signifikant
Lokelma 10 g, dreimal täglich angewendet, senkte den Kaliumspiegel im Serum um 0,7 mmol/l nach48 Stunden (p < 0,001 gegenüber Placebo). Eine Stunde nach der ersten Dosis wurde eine statistischsignifikante Senkung des Kaliumspiegels um 14 % festgestellt. Patienten mit höheren Kaliumwertenzu Beginn der Behandlung sprachen stärker auf Lokelma an. Bei Patienten mit Kaliumwerten über5,5 mmol/l vor der Behandlung (durchschnittlicher Baseline-Wert 5,8 mmol/l) wurde nach48 Stunden eine durchschnittliche Senkung um 1,1 mmol/l festgestellt, während bei Patienten, diemit Kaliumwerten unter oder gleich 5,3 mmol/l begannen, die durchschnittliche Senkung bei derhöchsten Dosis bei 0,6 mmol/l lag.
Patienten mit Normokaliämie wurden nach der Lokelma-Behandlung in der Korrekturphase erneutrandomisiert und erhielten einmal täglich Placebo oder Lokelma in derselben Dosis, die sie währendder Korrekturphase dreimal täglich erhalten hatten (Tabelle 3).
Tabelle 3. Erhaltungsphase (12 Tage, Studie 1): Mittlere Anzahl der Tage mit Normokaliämie
Behandlung in der Erhaltungsphase (einmal täglich)
Placebo Lokelma p-Wert gegenüber
Placebo
Lokelma-Dosis in der Korrekturphase n Tage n Tage1,25 g dreimal täglich 41 7,6 49 7,2 NS2,5 g dreimal täglich 46 6,2 54 8,6 0,0085 g dreimal täglich 68 6,0 64 9,0 0,00110 g dreimal täglich 61 8,2 63 10,2 0,005
NS: nicht signifikant
Am Ende der Erhaltungsphase, nachdem Lokelma nicht mehr angewendet wurde, erhöhten sich diedurchschnittlichen Kaliumwerte wieder auf Werte nahe der Baseline-Werte.
Studie 2Mehrphasige, placebokontrollierte Erhaltungsstudie mit einer zusätzlichen offenen Phase
In der Korrekturphase der Studie erhielten 258 Patienten mit Hyperkaliämie(Baseline-Durchschnittswert 5,6; Bereich 4,1-7,2 mmol/l) 48 Stunden lang dreimal täglich 10 g
Lokelma. 1 Stunde nach der ersten 10-g-Lokelma-Dosis wurde eine Kaliumsenkung beobachtet. Diemittlere Dauer bis zur Normokaliämie betrug 2,2 Stunden, wobei 66 % der Patienten die
Normokaliämie nach 24 Stunden und 88 % der Patienten nach 48 Stunden erreichten. Bei Patientenmit schwerwiegenderer Hyperkaliämie wurde ein stärkeres Ansprechen verzeichnet. Bei Patientenmit Serumkaliumwerten von < 5,5; 5,5-5,9 und ≥ 6 mmol/l bei der Baseline wurde der
Kaliumspiegel im Serum auf jeweils 0,8; 1,2 bzw. 1,5 mmol/l gesenkt.
Patienten, die eine Normokaliämie erreichten (Kaliumwerte zwischen 3,5 und 5 mmol/l) wurdendoppelt verblindet auf eine von drei Lokelma-Dosen (5 g (n=45), 10 g (n=51) oder 15 g (n=56)) oder
Placebo (n=85) einmal täglich für 28 Tage randomisiert (doppelt verblindete, randomisierte
Absetzphase).
In den Gruppen mit 5 g, 10 g und 15 g Lokelma einmal täglich wiesen von Studientag 8 bis 29(dreiwöchige Periode) mehr Teilnehmer durchschnittliche Serumkaliumwerte < 5,1 mmol/l auf(jeweils 80 %, 90 % bzw. 94 %) als bei Placebo (46 %). Die mittlere Reduktion des Serumkaliums inden Patientengruppen unter Behandlung mit Lokelma 5 g, 10 g und 15 g einmal täglich bzw. Placebobetrug 0,77 mmol/l; 1,10 mmol/l; 1,19 mmol/l bzw. 0,44 mmol/l, und der Anteil von Teilnehmern,die eine Normokaliämie beibehielten, betrug 71 %, 76 %, 85 % bzw. 48 %.
Ergebnisse der Erhaltungsphase unter Lokelma-Titration (unverblindet): 123 Patienten wurden in die11-monatige unverblindete Phase aufgenommen. Der Anteil von Teilnehmern mit einemdurchschnittlichen Serumkaliumspiegel < 5,1 mmol/l betrug 88 %. Der durchschnittliche
Serumkaliumspiegel betrug 4,66 mmol/l und der Anteil von Serumkalium-Werten von unter3,5 mmol/l betrug weniger als 1 %. Bei 77 % lag der Serumkaliumspiegel zwischen 3,5 und5,1 mmol/l oder bei 93 % zwischen 3,5 und 5,5 mmol/l, unabhängig von anderen Faktoren, die das
Serumkalium beeinflussen könnten. Die Behandlung wurde am Tag des Austritts aus der Studieabgesetzt (Tag 365).
Kaplan-Meier-Schätzungen des Zeitraums bis zum Rezidiv in der Erhaltungsphase zeigten eine
Dosisabhängigkeit bei der 5-g-Dosis für den Zeitraum bis zum Rezidiv im Bereich vondurchschnittlich 4 bis 21 Tagen, abhängig von Serumkaliumspiegeln bei Baseline. Das Serumkaliumsollte in regelmäßigen Abständen überwacht und die Lokelma-Dosis wie in Abschnitt 4.2 Dosierungund Art der Anwendung beschrieben titriert werden.
Abbildung 1 zeigt die durchschnittlichen Serumkaliumspiegel in der Korrektur- und Erhaltungsphaseder Studie.
Abbildung 1. Korrektur- und Erhaltungsphase (Studie 2): durchschnittliche Kaliumwerte im
Serum über die Zeit mit 95%-KI10 g* Placebo 5 g Titrierte Dosis10 g 15 g nicht mehr in
BehandlungEOS
Korrekturphase (Std.) Erhaltung feste Dosis (Tag) Erhaltung titirierte Dosis (Tag)
Exit=Letzter Besuch innerhalb 1 Tages nach der letzten Dosis, EOS=Studienende (End of Study [7 Tage +/- 1 Tag nach der letzten Dosis])
*3-mal täglich angewendet
Studie 3
Studie an Patienten mit chronischer Nierenerkrankung und Hyperkaliämie
Es handelte sich um eine doppelblinde, placebokontrollierte Dosis-Eskalationsstudie an 90 Patienten(60 Lokelma-Patienten, 30 Kontroll-Patienten) mit einer Baseline eGFR zwischen30-60 ml/min/1,73 m2 und Hyperkaliämie (Kaliumwert im Serum bei Baseline 5,2 mmol/l, Bereich4,6-6 mmol/l). Die Patienten wurden für zwei bis vier Tage auf Lokelma in ansteigender Dosis(0,3 g, 3 g und 10 g) oder Placebo zur dreimal täglichen Einnahme mit einer Mahlzeit randomisiert.
Primärer Endpunkt war die Rate der Veränderung des Serumkaliumwerts von der Baseline währendder ersten 2 Tage der Behandlung. Der primäre Endpunkt der Studie wurde bei der 3- und10-g-Dosis Lokelma im Vergleich zu Placebo erreicht. Lokelma in der Dosierung von 10 g und 3 gführte zu einer mittleren maximalen Verringerung von jeweils 0,92 mmol/l bzw. 0,43 mmol/l. Im24-Stunden-Sammelurin zeigte sich eine Verringerung der Kaliumausscheidung im Urin im
Vergleich zur Baseline mit Lokelma um 15,8 mmol/24 Std. im Vergleich zu Placebo mit einem
Anstieg um 8,9 mmol/24 Std. (p < 0,001). Die Natriumausscheidung war im Vergleich zu Placebounverändert (10 g, Anstieg um 25,4 mmol/24 Std. im Vergleich zu Placebo mit einem Anstieg um36,9 mmol/24 Std. [NS]).
Studie 4
Exit
Eine zweiphasige, multizentrische, offene Studie mit Mehrfachdosierung zu Sicherheit und
WirksamkeitDie Langzeitwirkungen (bis zu 12 Monate) von Lokelma wurden in dieser Studie mit 751 Patientenmit Hyperkaliämie (Durchschnitt 5,59 mmol/l bei Baseline; Bereich 4,3-7,6 mmol/l) beurteilt.
Komorbiditäten umfassten chronische Nierenerkrankung (65%), Diabetes mellitus (64%),
Herzinsuffizienz (15%) und Hypertonie (83%). Die Anwendung von Diuretika und RAAS-
Mittlerer Serumkaliumwert mit 95%-KI (mmol/l)
Inhibitoren wurde bei 51% bzw. 70% der Patienten berichtet. Während der Korrekturphase wurden10 g Lokelma dreimal täglich über mindestens 24 Stunden und bis zu 72 Stunden verabreicht.
Patienten, die innerhalb von 72 Stunden eine Normokaliämie erreichten (3,5-5,0 mmol/leinschließlich) wurden in die Erhaltungsphase der Studie aufgenommen. In der Erhaltungsphaseerhielten alle Patienten Lokelma mit einer Anfangsdosis von 5 g einmal täglich. Je nach
Titrationsregime konnte diese schrittweise um 5 g einmal täglich (bis zu einer Maximaldosis von15 g einmal täglich) erhöht oder reduziert werden (bis zu einem Minimum von 5 g einmal jedenzweiten Tag).
Eine Normokaliämie wurde bei 494/748 (66 %), 563/748 (75 %) und 583/748 (78 %) der Patientennach 24, 48 bzw. 72 Stunden Dosierung während der Korrekturphase erreicht. Die durchschnittliche
Reduzierung des Serumkaliumspiegels betrug 0,81 mmol/l, 1,02 mmol/l und 1,10 mmol/l nach24 (n=748), 48 (n=104) bzw. 72 (n=28) Stunden. Die Normokaliämie war abhängig von der
Kaliumkonzentration bei der Baseline, wobei die Patienten mit der höchsten
Serumkaliumkonzentration bei der Baseline die deutlichste Abnahme nach Beginn der
Studienmedikation erreichten. Sie wiesen aber auch den geringsten Anteil an Patienten auf, die eine
Normokaliämie erreichten. Einhundertsechsundzwanzig Patienten hatten bei der Baseline einen
Serumkaliumwert von ≥ 6,0 mmol/l (mittlerer Baseline-Kaliumwert 6,28 mmol/l). Am Ende der
Korrekturphase betrug bei diesen Patienten die mittlere Reduktion 1,37 mmol/l.
Tabelle 4. Korrekturphase (Studie 4): Anteil an Patienten mit Serumkaliumkonzentrationen von 3,5 biseinschließlich 5,0 mmol/l oder von 3,5 bis einschließlich 5,5 mmol/l am Studientag der Korrekturphase -
ITT-Population
Lokelma 10 g dreimal täglich (N=749)
Korrekturphase Serumkalium 3,5 bis 5,0 mmol/l, Serumkalium 3,5 bis 5,5 mmol/l,(correction phase, CP) einschließlich einschließlichn/N Anteil 95%-KI n/N Anteil 95%-KI
CP nach 24 hours 494/748 0,660 0,625; 0,694 692/748 0,925 0,904; 0,943
CP nach 48 hours 563/748 0,753 0,720; 0,783 732/748 0,979 0,965; 0,988
CP nach 72 hours/
CP zuletzt 583/748 0,779 0,748; 0,809 738/748 0,987 0,976; 0,994
Hinweis: Bei einem Patienten wurde der Wert nach der letzten Dosierung später als 1 Tag nach derletzten Dosierung ermittelt. Deshalb war der Patient für die Korrekturphasen-ITT-Populationgeeignet; allerdings wurde der Zeitpunkt von der Analyse ausgenommen.
Eine Normokaliämie konnte, während die Patienten das Arzneimittel einnahmen, aufrechterhaltenwerden. Nach Absetzen stieg die mittlere Serumkaliumkonzentration jedoch wieder an. Unter den
Patienten, die RAAS-Inhibitoren bei der Baseline anwendeten, setzten 89 % die RAAS-Inhibitor-
Therapie nicht ab, 74 % konnten während der Erhaltungsphase dieselbe Dosis beibehalten. Von den
Patienten, die bei der Baseline keine RAAS-Inhibitor-Therapie erhielten, konnten 14 % eine solche
Therapie beginnen. Während der Erhaltungsphase wurde bei 75,6 % der Patienten trotz Anwendungvon RAAS-Inhibitoren die Normokaliämie aufrechterhalten.
Abbildung 2 veranschaulicht die mittlere Serumkaliumkonzentration während der Korrektur- und
Erhaltungsphase der Studie.
Abbildung 2: Korrektur- und Erhaltungsphasen in der 12-monatigen offenen Studie (Studie 4)- mittlere Serumkaliumkonzentration über die Zeit mit einem 95%-KI
CPBL=Baseline Korrekturphase (Correction Phase Baseline), MPBL=Baseline bei Erhaltungsphase (Maintenance Phase Baseline)
Exit= letzter Besuch innerhalb eines Tages der letzten Dosis, EOS=Studienende (End of Study, 7 Tage +/- 1 Tag nach der letzten Dosis)
Studie 5
Eine randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studie mit dialysepflichtigen Patienten
In dieser Studie wurden 196 Patienten (mittleres Alter 58 Jahre, Bereich 20 bis 86 Jahre) mitterminaler Niereninsuffizienz für die einmal tägliche Gabe von 5 g Lokelma oder Placebo an Tagenohne Dialyse randomisiert, die seit mindestens 3 Monaten eine stabile Dialyse erhielten und einepersistierende prädialytische Hyperkaliämie hatten. Bei der Randomisierung betrugen die mittleren
Kaliumspiegel 5,8 mmol/l (Bereich 4,2-7,3 mmol/l) in der Lokelma-Gruppe und 5,9 mmol/l (Bereich4,2-7,3 mmol/l) in der Placebo-Gruppe. Um einen prädialytischen Serumkaliumspiegel zwischen4,0 und 5,0 mmol/l während der Dosisanpassungsphase (initial 4 Wochen) zu erreichen, konnte die
Dosis wöchentlich in 5-g-Schritten bis auf 15 g einmal täglich auf Basis der prädialytischen
Kaliummessung nach dem LIDI angepasst werden. Die Dosis, die am Ende der
Dosisanpassungsphase erreicht war, wurde über die gesamte nachfolgende 4-wöchige
Evaluationsphase beibehalten. Am Ende der Dosisanpassungsphase erhielten 37 %, 43 % bzw. 19 %der Patienten Lokelma 5 g, 10 g bzw. 15 g. Der Anteil der ansprechenden Patienten wurde definiertals die Patienten, die einen prädialytischen Serumkaliumspiegel zwischen 4,0 und 5,0 mmol/lwährend mindestens 3 von 4 Dialysebehandlungen nach dem LIDI beibehielten und die keine
Rescue-Therapie während der Evaluationsphase erhalten hatten. Er betrug 41 % in der Lokelma-
Gruppe und 1 % in der Placebo-Gruppe (p < 0,001) (siehe Abbildung 3).
In post-hoc-Analysen war die Häufigkeit des Auftretens von Serumkaliumwerten zwischen 4,0 und5,0 mmol/l nach dem LIDI während der Evaluationsphase höher in der Lokelma-Gruppe. 24 % der
Patienten in der Lokelma-Gruppe waren bei allen 4 Untersuchungen innerhalb dieses Bereiches undniemand in der Placebo-Gruppe. Die post-hoc Analyse zeigte, dass der Patientenanteil, der einen
Serumkaliumspiegel zwischen 3,5 und 5,5 mmol/l an mindestens 3 von 4 Dialysebehandlungen nachdem LIDI während der Evaluationsphase aufwies, 70 % in der Lokelma-Gruppe und 21 % in der
Placebo-Gruppe betrug.
Bei Behandlungsende betrug der mittlere postdialytische Serumkaliumspiegel 3,6 mmol/l (Bereich2,6-5,7 mmol/l) in der Lokelma-Gruppe und 3,9 mmol/l (Bereich 2,2-7,3 mmol/l) in der
Placebo-Gruppe. Es gab keine Unterschiede zwischen der Lokelma- und Placebo-Gruppe in Bezugauf interdialytische Gewichtszunahme (interdialytic weight gain, IDWG). Die IDWG wurde definiertals prädialytisches Gewicht minus des postdialytischen Gewichtes bei der vorhergegangenen
Dialysesitzung, gemessen nach dem LIDI.
Abbildung 3: Mittlere prädialytische Serumkaliumspiegel über die Zeit beidialysepflichtigen Patienten
Lokelma
Placebo
Screening (Tag) Dosisanpassungsphase (Tag) Evaluationsphase (Tag) F/U (Tag)
Patienten (n)
Lokelma
Placebo
F/U - follow-up period (Nachbeobachtungsphase)
Die dargestellten Fehlerbalken entsprechen den 95%-Konfidenzintervallen.n = Anzahl Patienten mit nicht-fehlenden Kaliummessungen bei der jeweiligen Untersuchung.
Kinder und JugendlicheDie Europäische Arzneimittel-Agentur hat für Lokelma eine Freistellung von der Verpflichtung zur
Vorlage von Ergebnissen zu Studien in einer oder mehreren pädiatrischen Altersklassen bei Jungenund Mädchen ab der Geburt bis zu einem Alter von unter 18 Jahren mit Hyperkaliämie gewährt(siehe Abschnitt 4.2 bzgl. Informationen zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen).