Angewendet bei: Schizophrenie; bipolare Störung
Art der Anwendung: oral
Substanz: Lurasidon (Antipsychotikum)
ATC: N05AE05 (Nervensystem | Antipsychotika | Indol-Derivate)
Dieses Arzneimittel kann die Fähigkeit zum Führen von Fahrzeugen oder Bedienen von Maschinen beeinträchtigen.
Dieses Arzneimittel kann Schwindel oder Vertigo verursachen.
Dieses Arzneimittel kann den Blutzucker erhöhen.
Dieses Arzneimittel kann das Risiko von Herzrhythmusstörungen erhöhen.
Dieses Arzneimittel kann das Risiko von Krampfanfällen erhöhen.
Dieses Arzneimittel kann Schläfrigkeit oder verminderte Aufmerksamkeit verursachen.
Lurasidon ist ein atypisches Antipsychotikum, das zur Behandlung von Schizophrenie und depressiven Episoden im Zusammenhang mit bipolarer Störung eingesetzt wird. Es wirkt, indem es die Aktivität von Dopamin und Serotonin im Gehirn reguliert.
Das Medikament wird oral eingenommen, in der Regel einmal täglich, und sollte mit Nahrung eingenommen werden, um die Aufnahme zu verbessern. Es ist wichtig, die Anweisungen des Arztes zu befolgen und die Behandlung nicht abrupt abzubrechen.
Nebenwirkungen können Schläfrigkeit, Übelkeit, Gewichtszunahme oder Schwindel umfassen. In seltenen Fällen können schwere Reaktionen wie malignes neuroleptisches Syndrom oder Spätdyskinesien auftreten.
Lurasidon wird nicht für Patienten mit Überempfindlichkeit gegenüber diesem Medikament oder für Patienten empfohlen, die starke CYP3A4-Inhibitoren einnehmen.
Latuda 18,5 mg Filmtabletten
Latuda 37 mg Filmtabletten
Latuda 74 mg Filmtabletten
Latuda 18,5 mg Filmtabletten
Jede Filmtablette enthält Lurasidonhydrochlorid entsprechend 18,6 mg Lurasidon.
Latuda 37 mg Filmtabletten
Jede Filmtablette enthält Lurasidonhydrochlorid entsprechend 37,2 mg Lurasidon.
Latuda 74 mg Filmtabletten
Jede Filmtablette enthält Lurasidonhydrochlorid entsprechend 74,5 mg Lurasidon.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
Filmtablette (Tablette).
Latuda 18,5 mg Filmtabletten
Weiße bis cremefarbene, runde Filmtabletten mit 6 mm Durchmesser und Prägung 'LA“
Latuda 37 mg Filmtabletten
Weiße bis cremefarbene, runde Filmtabletten mit 8 mm Durchmesser und Prägung 'LB“
Latuda 74 mg Filmtabletten
Blass‑grüne, ovale Filmtabletten mit 12 x 7 mm Größe und Prägung 'LD“
Latuda ist für die Behandlung der Schizophrenie bei Erwachsenen und Jugendlichen im Alter ab 13
Jahren indiziert.
Die empfohlene Anfangsdosis beträgt 37 mg Lurasidon einmal täglich. Es ist keine initiale
Dosistitration erforderlich. Es wirkt in einem Dosisbereich von 37 bis 148 mg einmal täglich. Eine
Erhöhung der Dosierung sollte sich nach ärztlichem Ermessen und dem klinischen Ansprechenrichten. Die maximale Tagesdosis sollte 148 mg nicht überschreiten.
Patienten, die eine höhere Dosis als 111 mg einmal täglich erhalten und ihre Behandlung länger alsdrei Tage unterbrechen, sollten mit einer Dosis von 111 mg einmal täglich die Behandlung wiederbeginnen und auf ihre optimale Dosis auftitriert werden. Bei allen anderen Dosierungen können die
Patienten sofort mit ihrer vorherigen Dosis wieder starten und benötigen keine Auftitration.
Kinder und JugendlicheDie empfohlene Anfangsdosis beträgt 37 mg Lurasidon einmal täglich. Es ist keine initiale
Dosistitration erforderlich. Es wirkt in einem Dosisbereich von 37 bis 74 mg einmal täglich. Eine
Erhöhung der Dosierung sollte sich nach ärztlichem Ermessen und dem klinischen Ansprechenrichten. Die maximale Tagesdosis sollte 74 mg nicht überschreiten. Bei Kindern sollte Lurasidon voneinem Facharzt für Kinderpsychiatrie verschieben werden.
Dosisanpassung aufgrund von Wechselwirkungen
In Kombination mit mäßigen CYP3A4-Inhibitoren wird eine Anfangsdosis von 18,5 mg empfohlenund die Höchstdosis Lurasidon sollte 74 mg einmal täglich nicht überschreiten. In Kombination mitleichten und mäßigen CYP3A4-Induktoren kann eine Dosisanpassung von Lurasidon erforderlich sein(siehe Abschnitt 4.5). Angaben zu starken CYP3A4-Inhibitoren und -Induktoren siehe Abschnitt 4.3.
Umstellung auf andere Antipsychotika
Aufgrund unterschiedlicher pharmakodynamischer und pharmakokinetischer Profile innerhalb der
Gruppe der Antipsychotika ist eine klinische Überwachung erforderlich, wenn eine Umstellung auf einanderes Antipsychotikum als medizinisch angemessen erachtet wird.
Ältere MenschenFür ältere Patienten mit normaler Nierenfunktion (CrCl ≥ 80 ml/min) gelten dieselben
Dosierungsempfehlungen wie für Erwachsene mit normaler Nierenfunktion. Da ältere Patienten eineverringerte Nierenfunktion aufweisen können, können jedoch Dosisanpassungen entsprechend demjeweiligen Funktionsstatus der Niere erforderlich sein (siehe unten: Eingeschränkte Nierenfunktion).
Es sind nur begrenzte Daten für die Behandlung von älteren Patienten mit höheren Dosen von
Lurasidon verfügbar. Es liegen keine Daten über die Behandlung von älteren Patienten mit 148 mg
Lurasidon vor. Bei der Behandlung von Patienten ≥ 65 Jahren mit höheren Dosen von Lurasidon ist
Vorsicht geboten.
Eingeschränkte NierenfunktionBei Patienten mit leichter Nierenfunktionsstörung ist keine Dosisanpassung von Lurasidonerforderlich.
Bei Patienten mit mäßiger Einschränkung der Nierenfunktion (Creatinin-Clearance (CrCl) ≥ 30 und< 50 ml/min), schwerer Einschränkung der Nierenfunktion (CrCL > 15 und < 30 ml/min) und bei
Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz (TNI) (CrCl < 15 ml/min) beträgt die empfohlene
Anfangsdosis 18,5 mg und die Höchstdosis sollte 74 mg einmal täglich nicht überschreiten. Lurasidonsollte bei Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz nicht angewendet werden, außer wenn dererwartete Nutzen das mögliche Risiko überwiegt. Bei Anwendung an Patienten mit terminaler
Niereninsuffizienz ist eine klinische Überwachung ratsam.
Eingeschränkte LeberfunktionBei Patienten mit leichter Leberfunktionsstörung ist keine Dosisanpassung von Lurasidon erforderlich.
Bei Patienten mit mäßiger (Child-Pugh-Klasse B) und schwerer Leberfunktionsstörung(Child-Pugh-Klasse C) wird eine Dosisanpassung empfohlen. Die empfohlene Anfangsdosis beträgt18,5 mg. Die Höchstdosis sollte bei Patienten mit mäßiger Leberfunktionsstörung 74 mg einmaltäglich und bei Patienten mit schweren Leberfunktionsstörungen 37 mg einmal täglich nichtüberschreiten.
Art der AnwendungLatuda Filmtabletten sind zum Einnehmen bestimmt. Sie werden einmal täglich zusammen mit einer
Mahlzeit eingenommen.
Es ist damit zu rechnen, dass die Exposition von Lurasidon nach Einnahme auf nüchternen Magensignifikant geringer sein wird als nach Einnahme mit Nahrungsmitteln (siehe Abschnitt 5.2).
Latuda Tabletten sollten im Ganzen geschluckt werden, um den bitteren Geschmack zu überdecken.
Latuda Tabletten sollten jeden Tag zur gleichen Zeit eingenommen werden, um die Compliance zuunterstützen.
- Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.
- Gleichzeitige Anwendung von starken CYP3A4-Inhibitoren (z. B. Boceprevir, Clarithromycin,
Cobicistat, Indinavir, Itraconazol, Ketoconazol, Nefazodon, Nelfinavir, Posaconazol, Ritonavir,
Saquinavir, Telaprevir, Telithromycin, Voriconazol) und starken CYP3A4-Induktoren (z. B.
Carbamazepin, Phenobarbital, Phenytoin, Rifampicin, Johanniskraut (Hypericum perforatum)(siehe Abschnitt 4.5).
Während der Behandlung mit einem Antipsychotikum kann es mehrere Tage bis zu einigen Wochendauern, bis sich der klinische Zustand des Patienten bessert. Die Patienten sollten während dieser Zeitengmaschig überwacht werden.
Suizidalität
Das Auftreten von suizidalem Verhalten gehört zu psychotischen Erkrankungen und wurde in einigen
Fällen nach Beginn oder nach Wechsel einer antipsychotischen Therapie berichtet. Eine engmaschige
Überwachung sollte die antipsychotische Therapie von Patienten mit hohem Risiko begleiten.
Parkinson-Krankheit
Bei Patienten mit Parkinson-Krankheit können antipsychotische Arzneimittel die Symptomeverschlechtern. Bei der Verordnung von Lurasidon für Patienten mit Parkinson-Krankheit sollten die
Ärzte daher die Risiken gegenüber dem Nutzen abwägen.
Extrapyramidale Symptome (EPS)
Arzneimittel mit Dopaminrezeptor-antagonistischen Eigenschaften gehen mit extrapyramidalen
Nebenwirkungen, einschließlich Rigidität, Zittern, maskenartigem Gesicht, Dystonien,
Hypersalivation, einer gesenkten Haltung und Gangstörungen einher. In Placebo-kontrolliertenklinischen Studien bei erwachsenen Patienten mit Schizophrenie kam es nach Behandlung mit
Lurasidon im Vergleich zu Placebo zu einem häufigeren Auftreten von EPS.
Tardive Dyskinesie
Arzneimittel mit antagonistischer Wirkung am Dopaminrezeptor werden mit der Induktion von
Spätdyskinesien in Verbindung gebracht, die durch rhythmische, unwillkürliche Bewegungenvorwiegend der Zunge und/oder des Gesichts charakterisiert sind. Wenn Anzeichen oder Symptomeeiner tardiven Dyskinesie auftreten, sollte ein Absetzen sämtlicher Antipsychotika, einschließlich
Lurasidon, in Betracht gezogen werden.
Herz-Kreislauf-Erkrankungen/QT-Verlängerung
Vorsicht ist geboten, wenn Lurasidon bei Patienten mit bekannter Herz-Kreislauf-Erkrankung,
Verlängerung der QT-Zeit in der Familienanamnese oder Hypokaliämie verordnet wird und wenn
Lurasidon in Kombination mit anderen Arzneimitteln angewendet wird, die die QT-Zeit verlängernkönnen.
KrampfanfälleBei Patienten mit Krampfanfällen oder anderen Umständen in der Anamnese, die möglicherweise die
Anfallsschwelle herabsetzen können, sollte Lurasidon mit Vorsicht angewendet werden.
Malignes Neuroleptisches Syndrom (MNS)
In Verbindung mit Lurasidon wurde über das Auftreten eines malignen neuroleptischen Syndromsberichtet, das durch Hyperthermie, Rigidität, autonome Instabilität, Bewusstseinstrübungen underhöhte Serum-Kreatin-Phosphokinase-Werte gekennzeichnet ist. Zusätzliche Symptome können
Myoglobinurie (Rhabdomyolyse) und akutes Nierenversagen einschließen. In diesem Fall ist
Lurasidon abzusetzen.
Ältere Patienten mit Demenz
Lurasidon wurde bei älteren Patienten mit Demenz nicht untersucht.
Gesamtmortalität
In einer Meta-Analyse von 17 kontrollierten klinischen Studien wiesen ältere Patienten mit Demenz,die mit anderen atypischen Antipsychotika, einschließlich Risperidon, Aripiprazol, Olanzapin und
Quetiapin, behandelt wurden, ein höheres Mortalitätsrisiko im Vergleich zur Placebogruppe auf.
Schlaganfälle
Ein ca. 3-fach erhöhtes Risiko zerebrovaskulärer Nebenwirkungen wurde in randomisierten
Placebo-kontrollierten klinischen Studien bei der Demenz-Population mit einigen atypischen
Antipsychotika, einschließlich Risperidon, Aripiprazol und Olanzapin beobachtet. Der diesemerhöhten Risiko zugrunde liegende Mechanismus ist nicht bekannt. Ein erhöhtes Risiko für andere
Antipsychotika oder andere Patientenpopulationen kann nicht ausgeschlossen werden. Lurasidon solltebei älteren Patienten mit Demenz, die Risikofaktoren für einen Schlaganfall aufweisen, mit Vorsichtangewendet werden.
Venöse ThromboembolienIm Zusammenhang mit der Anwendung von Antipsychotika sind Fälle von venösen
Thromboembolien (VTE) berichtet worden. Da Patienten, die mit Antipsychotika behandelt werden,häufig erworbene Risikofaktoren für VTE aufweisen, sollten alle möglichen Risikofaktoren für VTEvor und während der Behandlung mit Lurasidon identifiziert und Präventivmaßnahmen ergriffenwerden.
Hyperprolaktinämie
Lurasidon verursacht aufgrund einer Hemmung der Dopamin-D2-Rezeptoren einen Anstieg des
Prolaktin-Spiegels. Die Patienten sollten über Anzeichen und Symptome eines erhöhten Prolaktin-
Spiegels wie Gynäkomastie, Galaktorrhoe, Amenorrhoe und Erektionsstörung aufgeklärt werden. Den
Patienten sollte geraten werden, sich bei Auftreten solcher Anzeichen und Symptome in ärztliche
Behandlung zu begeben.
GewichtszunahmeBei Anwendung von atypischen Neuroleptika wurde Gewichtszunahme beobachtet. Eine klinische
Überwachung des Gewichts wird empfohlen.
HyperglykämieSeltene Fälle von Glucose-bedingten Nebenwirkungen, wie z. B. erhöhte Blut-Glucosewerte, wurdenin klinischen Studien mit Lurasidon berichtet. Bei Diabetikern oder Patienten mit Risikofaktoren fürdie Entwicklung eines Diabetes mellitus ist eine angemessene klinische Überwachung ratsam.
Orthostatische Hypotonie/Synkope
Lurasidon kann, vermutlich aufgrund seines α1-adrenergen Rezeptorantagonismus, orthostatische
Hypotonie verursachen. Bei Patienten, die anfällig für Hypotonie sind, sollte eine Überwachung derorthostatischen Vitalparameter in Betracht gezogen werden.
Interaktion mit Grapefruitsaft
Grapefruitsaft sollte während der Lurasidontherapie vermieden werden (siehe Abschnitt 4.5).
Serotonin-Syndrom
Die gleichzeitige Anwendung von Latuda und anderen serotonergen Wirkstoffen wie
Buprenorphin/Opioiden, MAO-Hemmern, selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern (SSRI),
Serotonin- und Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmern (SNRI) oder trizyklischen Antidepressiva kannzum Serotonin-Syndrom führen, einem potenziell lebensbedrohlichen Zustand (siehe Abschnitt 4.5).
Wenn eine gleichzeitige Behandlung mit anderen serotonergen Wirkstoffen klinisch gerechtfertigt ist,wird eine sorgfältige Überwachung des Patienten empfohlen, insbesondere zu Beginn der Behandlungund bei Dosiserhöhungen.
Zu den Symptomen des Serotonin-Syndroms können Veränderungen des Geisteszustands, autonome
Instabilität, neuromuskuläre Anomalien und/oder gastrointestinale Symptome gehören. Bei Verdachtauf Serotonin-Syndrom sollte je nach Schwere der Symptome eine Dosisreduktion oder ein
Therapieabbruch in Erwägung gezogen werden.
Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Tablette, d. h. es ist im
Wesentlichen 'natriumfrei“.
Da Lurasidon hauptsächlich auf das Zentralnervensystem wirkt, ist bei Kombination mit anderenzentralnervös wirksamen Arzneimitteln und Alkohol Vorsicht geboten.
Vorsicht ist geboten, wenn Lurasidon zusammen mit Arzneimitteln verordnet wird, diebekanntermaßen das QT-Intervall verlängern, wie z. B. Antiarrhythmika der Klassen IA (z. B.
Chinidin, Disopyramid) und III (z. B. Amiodaron, Sotalol), einige Antihistaminika, einige andere
Antipsychotika und einige Arzneimittel gegen Malaria (z. B. Mefloquin).
Latuda muss mit Vorsicht angewendet werden, wenn gleichzeitig andere serotonerge Wirkstoffe wie
Buprenorphin/Opioide, MAO-Hemmer, selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI),
Serotonin- und Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SNRI) oder trizyklische Antidepressivaverabreicht werden, da das Risiko, ein Serotonin-Syndrom, ein potenziell lebensbedrohlicher Zustand,zu entwickeln, erhöht ist (siehe Abschnitt 4.4).
Pharmakokinetische WechselwirkungenDie Wechselwirkungen bei gleichzeitiger Gabe von Lurasidon und Grapefruitsaft wurde nichtuntersucht. Grapefruitsaft hemmt CYP3A4 und kann die Serumkonzentration von Lurasidon erhöhen.
Während der Behandlung mit Lurasidon sollte Grapefruitsaft vermieden werden.
Möglicher Einfluss von anderen Arzneimitteln auf Lurasidon
Lurasidon und sein aktiver Metabolit ID-14283 führen über dopaminerge und serotonerge Rezeptorenzum pharmakodynamischen Effekt. Lurasidon und sein aktiver Metabolit ID-14283 werdenhauptsächlich über CYP3A4 metabolisiert.
CYP3A4-InhibitorenDie Anwendung von Lurasidon zusammen mit starken CYP3A4-Inhibitoren (z. B. Boceprevir,
Clarithromycin, Cobicistat, Indinavir, Itraconazol, Ketoconazol, Nefazodon, Nelfinavir, Posaconazol,
Ritonavir, Saquinavir, Telaprevir, Telithromycin, Voriconazol) ist kontraindiziert (siehe
Abschnitt 4.3).
Die gleichzeitige Anwendung von Lurasidon und dem starken CYP3A4-Inhibitor Ketoconazol erhöhtedie Exposition von Lurasidon und seinem aktiven Metaboliten ID-14283 entsprechend um das 9- und6-Fache.
Die gleichzeitige Verabreichung von Lurasidon und Posaconazol (starker CYP3A4-Inhibitor) führtezu einer etwa 4- bis 5-fach höheren Exposition gegenüber Lurasidon. Nach Beendigung dergleichzeitigen Verabreichung von Posaconazol wurde bis zu 2-3 Wochen lang eine anhaltende
Wirkung von Posaconazol auf die Exposition gegenüber Lurasidon beobachtet.
Die gleichzeitige Anwendung von Lurasidon mit Arzneimitteln, die CYP3A4 mäßig hemmen (z. B.
Diltiazem, Erythromycin, Fluconazol, Verapamil), kann die Exposition gegenüber Lurasidon erhöhen.
Mäßige CYP3A4-Inhibitoren wie Diltiazem führen wahrscheinlich zu einer 2 - 5-fachen Erhöhung der
Exposition von CYP3A4-Substraten.
Die gleichzeitige Gabe von Lurasidon mit Diltiazem (langsam freisetzende Formulierung), einemmäßigen CYP3A4- Inhibitor, führte zu einer 2,2- und entsprechend 2,4-fachen Erhöhung in der
Exposition von Lurasidon und ID-14283 (siehe Abschnitt 4.2). Die Anwendung einer schnellfreisetzenden Formulierung von Diltiazem könnte zu einer stärkeren Erhöhung der
Lurasidon-Exposition führen.
CYP3A4-InduktorenDie gleichzeitige Gabe von Lurasidon und starken CYP3A4-Induktoren [z. B. Carbamazepin,
Phenobarbital, Phenytoin, Rifampicin, Johanniskraut (Hypericum perforatum)] (siehe Abschnitt 4.3)ist kontraindiziert.
Die gleichzeitige Gabe von Lurasidon mit dem starken CYP3A4-Induktor Rifampicin ergab eine6-fache Verringerung der Exposition von Lurasidon.
Die gleichzeitige Gabe von Lurasidon mit geringen (z. B. Armodafinil, Amprenavir, Aprepitant,
Prednison, Rufinamid) oder mäßigen (z. B. Bosentan, Efavirenz, Etravirin, Modafinil, Nafcillin)
Induktoren von CYP3A4 führt bei gleichzeitiger Anwendung und bis zu 2 Wochen nach Beendigungder Anwendung der geringen oder mäßigen CYP3A4-Induktoren voraussichtlich zu einer < 2-fachen
Verringerung der Exposition von Lurasidon.
Wenn Lurasidon zusammen mit geringen oder mäßigen CYP3A4-Induktoren gegeben wird, muss die
Wirkung von Lurasidon sorgfältig überwacht werden und eine Dosisanpassung kann notwendig sein.
TransporterLurasidon ist in vitro ein P-gp- und BCRP-Substrat, die in vivo-Relevanz hierfür ist unklar. Diegleichzeitige Gabe von Lurasidon mit P-gp- und BCRP-Inhibitoren kann die Exposition von Lurasidonerhöhen.
Möglicher Einfluss von Lurasidon auf andere Arzneimittel
Die gleichzeitige Anwendung von Lurasidon mit Midazolam, einem sensitiven CYP3A4-Substrat,führte zu einer < 1,5-fachen erhöhten Exposition von Midazolam. Eine Überwachung wird empfohlen,wenn Lurasidon und CYP3A4-Substrate, die bekanntermaßen eine enge therapeutische Breite besitzen(z. B. Astemizol, Terfenadin, Cisaprid, Pimozid, Chinidin, Bepridil oder Mutterkornalkaloide[Ergotamin, Dihydroergotamin]) gleichzeitig angewendet werden.
Die gleichzeitige Gabe von Lurasidon mit Digoxin (einem P-gp-Substrat) erhöhte die Expositiongegenüber Digoxin nicht und die Cmax nur leicht (1,3-fach), weshalb die Auffassung vertreten wird,dass Lurasidon zusammen mit Digoxin angewendet werden kann. Lurasidon ist ein in vitro-Inhibitordes Effluxtransporters P-gp. Die klinische Relevanz einer intestinalen P-gp-Inhibition kann nichtausgeschlossen werden.
Die gleichzeitige Gabe mit dem P-gp-Substrat Dabigatranetexilat kann zu erhöhten Dabigatran-
Plasmakonzentrationen führen.
Lurasidon ist ein in vitro-Inhibitor des Effluxtransporters BCRP. Die klinische Relevanz einerintestinalen BCRP-Inhibition kann nicht ausgeschlossen werden. Die gleichzeitige Gabe von BCRP-
Substraten kann zu einer Erhöhung der Plasmakonzentrationen dieser Substrate führen.
Die gleichzeitige Gabe von Lurasidon mit Lithium ließ darauf schließen, dass Lithium klinischvernachlässigbare Auswirkungen auf die Pharmakokinetik von Lurasidon besitzt, weshalb beigleichzeitiger Anwendung mit Lithium keine Dosisanpassung von Lurasidon erforderlich ist.
Lurasidon hat keinen Einfluss auf die Lithium-Konzentrationen.
Eine klinische Studie zur Erfassung von Wechselwirkungen, die die Wirkung der gleichzeitigen
Anwendung von Lurasidon bei Patientinnen untersuchte, die orale kombinierte Verhütungsmittel wie
Norgestimat und Ethinylestradiol erhielten, ergab, dass Lurasidon keine klinischen oder statistischsignifikanten Auswirkungen auf die Pharmakokinetik der Verhütungsmittel oder die Konzentrationdes Sexualhormon-bindenden Globulins (SHBG) hat. Daher kann Lurasidon zusammen mit oralen
Kontrazeptiva angewendet werden.
Bisher liegen keine oder nur sehr begrenzte Erfahrungen (weniger als 300 Schwangerschaftsausgänge)mit der Anwendung von Lurasidon bei Schwangeren vor. Es liegen keine ausreichendentierexperimentellen Studien in Bezug auf die Auswirkungen auf Schwangerschaft, embryonale/fetale
Entwicklung, Geburt und die postnatale Entwicklung vor (siehe Abschnitt 5.3). Das potenzielle Risikofür den Menschen ist nicht bekannt. Lurasidon soll während der Schwangerschaft nicht angewendetwerden, es sei denn, dies ist eindeutig erforderlich.
Neugeborene, die während des dritten Trimenons Antipsychotika (einschließlich Lurasidon) exponiertwaren, sind durch Nebenwirkungen einschließlich extrapyramidaler Symptome und/oder
Absetzerscheinungen gefährdet, deren Schwere und Dauer nach der Entbindung variieren können. Esgab Berichte über Agitiertheit, erhöhten oder erniedrigten Muskeltonus, Tremor, Somnolenz, Atemnotoder Störungen bei der Nahrungsaufnahme. Dementsprechend sollten Neugeborene sorgfältigüberwacht werden.
StillzeitLurasidon wurde bei säugenden Ratten in die Milch ausgeschieden (siehe Abschnitt 5.3). Es ist nichtbekannt, ob Lurasidon oder seine Metaboliten in die Muttermilch übergehen. Lurasidon darf nur dannwährend der Stillzeit in Betracht gezogen werden, wenn der potenzielle Nutzen für die Mutter daspotenzielle Risiko für den zu stillenden Säugling rechtfertigt.
FertilitätTierexperimentelle Studien zeigten eine Reihe von Auswirkungen auf die Fertilität, die hauptsächlichmit einer Erhöhung der Prolaktin-Konzentrationen in Zusammenhang stehen und als nicht relevant fürdie menschliche Fortpflanzung eingestuft werden (siehe Abschnitt 5.3).
Lurasidon hat geringen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von
Maschinen. Patienten sollten davor gewarnt werden, gefährliche Maschinen, einschließlich
Kraftfahrzeuge und Fahrräder, zu bedienen, bis sie sicher sind, dass Lurasidon auf diese Fähigkeitenkeinen negativen Einfluss hat (siehe Abschnitt 4.8).
Was die Verkehrssicherheit betrifft, so können Jugendliche, die vielleicht nicht alt genug sind, um
Fahrzeuge zu führen, dennoch Fahrrad fahren.
Die Sicherheit von Lurasidon wurde bei Patienten mit Schizophrenie in klinischen Studien bis zu 52
Wochen in Dosen von 18,5 - 148 mg und nach der Markteinführung untersucht. Die häufigsten
Nebenwirkungen (UAW) (≥ 10 %) waren Akathisie, Übelkeit und Schlaflosigkeit.
Tabellarische Zusammenfassung der NebenwirkungenDie aus den gepoolten Daten erfassten, unten angeführten Nebenwirkungen sind nach
Systemorganklassen und bevorzugter Bezeichnung in Tabelle 1 gelistet. Die Häufigkeit der inklinischen Studien berichteten UAW wird in Häufigkeitskategorien tabellarisch dargestellt. Hierbeiwerden die nachfolgenden Begriffe und Häufigkeiten verwendet: sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100bis < 1/10), gelegentlich (≥ 1/1.000 bis < 1/100), selten (≥ 1/10.000 bis < 1/1.000), sehr selten(< 1/10.000) und nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).
Tabelle 1: Unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW) auf Grundlage gepoolter Datenfür Erwachsene
Systemorgan Sehr Häufig Gelegentlich Selten Häufigkeit nichtklasse häufig bekannt
Infektionen Nasopharyngitisund parasitäre
Erkrankungen
Erkrankungen Anämie Eosinophi Neutropenie****des Blutes lie,und des Leukopen
Lymphsystem ies
Erkrankungen Hypersensitivitdes ät
Immunsystems
Stoffwechsel- Gewichtszuna erhöhterund hme, Serum-Glukose-
Ernährungsst Appetitlosigke Spiegel,örungen it Hyponatriämie
Psychiatrisch Schlaflos Agitiertheit, Albträume, Suizidale Schlafstörungen*e igkeit Angstzustände, Katatonie, s ***
Erkrankungen Ruhelosigkeit Panikattacken Verhalten
Erkrankungen Akathisi Somnolenz*, Lethargie, Malignesdes e, Parkinsonismu Dysarthrie, Neurolept
Nervensystem s** Tardive Dyskinesie, ischess Schwindel, Synkope, Syndrom
Dystonie*** Krämpfe (MNS),
Dyskinesie Schlaganfälle
Systemorgan Sehr Häufig Gelegentlich Selten Häufigkeit nichtklasse häufig bekannt
Augenerkrank Verschwommenesungen Sehen
Erkrankungen Vertigodes Ohrs unddes
Labyrinths
Herzerkranku Tachykardie Angina pectoris,ngen Atrioventrikulärer
Block ersten
Grades,
BradykardieGefäßserkran Hypertonie Hypotonie,kungen orthostatische
Hypotonie,
Hitzewallungen,erhöhter Blutdruck
Erkrankungen Übelkeit Durchfall, Blähungen,des Erbrechen, Dysphagie,
Gastrointestin Dyspepsie, Gastritisaltrakts Hypersalivation,trockener
Mund,
Schmerzen im
Oberbauch,
Magenbeschwerden
Leber-‑ und erhöhte
Gallenerkrank Alanin-Aminotransfungen erase-Werte
Erkrankungen Hautausschlag, Hyperhidrose Angioöde Stevens-Johnson-der Haut und Juckreiz m Syndromdes
Unterhautzellgewebes
Skelettmuskul Rückenschmer Gelenksteife Rhabdomatur-, zen, Myalgie yolyse
Bindegewebs- Rigidität der Nackenschmerzenund Skelettmuskul
Knochenerkra aturnkungen
Erkrankungen Serumkreatini Dysurie Nierenverder Nieren n erhöht sagenund
Harnwege
Schwangersc Arzneimittelentzuhaft, gssyndrom des
Wochenbett Neugeborenenund perinatale (siehe 4.6)
Erkrankungen
Systemorgan Sehr Häufig Gelegentlich Selten Häufigkeit nichtklasse häufig bekannt
Erkrankungen erhöhte Brustsch Brustvergrößerunder Prolaktinspiegel im merzen g****
Geschlechtsor Blut, Galaktorrgane und der Erektile hoe
Brustdrüse Dysfunktion,
Amenorrhoe,
Dysmenorrhoe
Allgemeine Müdigkeit Gangstörung Plötzliche
Erkrankungen Todesfällund e
Beschwerdenam
Verabreichungsort
Untersuchung Erhöhteen Kreatininphosphokinase im
Blut
*Somnolenz umfasst Nebenwirkungen wie: Hypersomnie, Hypersomnolenz, Sedierung und Somnolenz
**Parkinsonismus umfasst Nebenwirkungen wie: Bradykinesie, Zahnradphänomen, vermehrter Speichelfluss,extrapyramidale Störungen, Hypokinesie, Muskelrigidität, Parkinsonismus, psychomotorische Retardierung und Tremor
***Dystonie umfasst Nebenwirkungen wie: Dystonie, okulogyrische Krise, oromandibuläre Dystonie, Zungenspasmus,
Torticollis und Trismus.
****UAW, die in kontrollierten und unkontrollierten Phase-2- und 3-Studien berichtet wurden; das Auftreten dieser
Nebenwirkungen ist jedoch zu niedrig, um die Häufigkeit zu schätzen.
Tabelle 2: Unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW) bei Jugendlichen
Systemorganklass Sehr häufig Häufig Gelegentlich Selte Häufigkee n it nichtbekannt
Infektionen und Nasopharyngitisparasitäre Rhinitis
Erkrankungen Infektion der oberen
Atemwege
Erkrankungen des Neutropenie
Blutes und des
Lymphsystems
Erkrankungen des Überempfindlichkeit
Immunsystems
Endokrine Hyperprolaktinämie Autoimmune
Erkrankungen (einschließlich erhöhten Schilddrüsenentzündun
Prolaktins im Blut) g
Hyperandrogenismus
Schilddrüsenunterfunktion
Stoffwechsel- und Appetitlosigkeit Hyperinsulinämie
Ernährungsstörunge Gesteigerter Appetitn
Psychiatrische Anomale Träume Aggression
Erkrankungen Agitiertheit Apathie
Angstzustände Verwirrtheit
Depression Depressive Stimmung
Insomnie Dissoziation
Systemorganklass Sehr häufig Häufig Gelegentlich Selte Häufigkee n it nichtbekannt
Psychotische Störung Halluzinationen
Schizophrenie (auditiv)
Spannung Halluzinationen(visuell)
Mordgedanken
Impulsives Verhalten
Einschlafstörungen
Rückgang der Libido
Steigerung der Libido
Lustlosigkeit
Änderungen despsychischen Zustands
Obsessive Gedanken
Panikattacken
Psychomotorische
Hyperaktivität
Ruhelosigkeit
Schlafstörungen
SuizidgedankenDurchschlafstörungen
Anomales Denken
Erkrankungen des Akathisie Aufmerksamkeitsstörun Lagebedingter
Nervensystems Kopfschmerz gen Schwindelen Schwindel Dysgeusie
Somnolenz* Dyskinesie Hyperkinese
Dystonie*** Beeinträchtigung des
Parkinsonismus** Gedächtnisses
Migräne
Parästhesie
Psychomotorische
Hyperaktivität
Restless-Legs-Syndrom
Tardive Dyskinesie
Spannungskopfschmerzen
Augenerkrankunge Akkommodationsstörunn gen
Verschwommenes
Sehen
Erkrankungen des Hyperakusis
Ohrs und des
Labyrinths
Herzerkrankungen Tachykardie Herzklopfen
Supraventrikuläre
Extrasystolen
Gefäßerkrankungen Orthostatische
HypotonieErkrankungen der Schmerzen im Mund-
Atemwege, des und Rachenraum
Brustraums und Dyspnoe
Mediastinums
Systemorganklass Sehr häufig Häufig Gelegentlich Selte Häufigkee n it nichtbekannt
Erkrankungen des Übelkeit Verstopfung Abdominale
Gastrointestinaltrak Trockener Mund Beschwerdents Hypersalivation Schmerzen im
Erbrechen Oberbauch
Aptyalismus
Durchfall
Dyspepsie
Trockene Lippen
Zahnschmerzen
Erkrankungen der Hyperhidrose Alopezie
Haut und des Anomaler Haarwuchs
Unterhautzellgeweb Hautausschlages Nesselfieber
Skelettmuskulatur-, Muskelstarre Arthralgie
Bindegewebs- und Muskelspannung
Knochenerkrankun Rigidität dergen Skelettmuskulatur
Myalgie
Gliederschmerzen
Kieferschmerzen
Erkrankungen der Bilirubinurie
Nieren und Dysurie
Harnwege Blasenentleerungsstörung
Polyurie
ProteinurieNierenerkrankungen
Erkrankungen der Erektile Dysfunktion Amenorrhoe
Geschlechtsorgane Brustschmerzenund der Brustdrüse Ejakulationsstörungen
Galaktorrhoe
Gynäkomastie
Unregelmäßige
Menstruation
Oligomenorrhoe
Sexuelle
Funktionsstörung
Kongenitale, Tourette-Syndromfamiliäre undgenetische
Erkrankungen
Allgemeine Asthenie Schüttelfrost
Erkrankungen und Müdigkeit Gangstörung
Beschwerden am Reizbarkeit Unwohlsein
Verabreichungsort Nicht kardiale
Brustschmerzen
Fieber
Systemorganklass Sehr häufig Häufig Gelegentlich Selte Häufigkee n it nichtbekannt
Untersuchungen Erhöhte Erhöhte Alanin-
Kreatinphosphokinase Aminotransferaseim Blut Schilddrüsen-
Antikörper positiv
Erhöhtes C-reaktives Erhöhte Aspartat-
Protein Aminotransferase
Erniedrigte alkalische
Gewichtsabnahme Phosphatase im Blut
Gewichtszunahme Erhöhte alkalische
Phosphatase im Blut
Erhöhtes Cholesterin im
Blut
Erhöhter Blutzucker
Erhöhtes Insulin im
Blut
Vermindertes
Testosteron im Blut
Erhöhtesschilddrüsenstimulierendes Hormon im Blut
Erhöhte Triglyceride im
Blut
Verkürzung der PR-
Strecke im
Elektrokardiogramm
Vermindertes
HämoglobinVermindertes
Lipoprotein hoher
Dichte
Vermindertes
Lipoprotein niedriger
Dichte
Verletzung, Absichtliche
Vergiftung und Überdosierungdurch Eingriffebedingte
Komplikationen
* Somnolenz umfasst die folgenden bei Jugendlichen beobachteten Nebenwirkungen: Hypersomnie, Sedierung und
Somnolenz.
** Parkinsonismus umfasst die folgenden bei Jugendlichen beobachteten Nebenwirkungen: Zahnradphänomen,extrapyramidale Störungen, Hypokinesie, Parkinsonismus und Tremor.
*** Dystonie umfasst die folgenden bei Jugendlichen beobachteten Nebenwirkungen: Dystonie, okulogyrische Krise und
Torticollis.
Beschreibung ausgewählter NebenwirkungenPost-Marketing Berichte zu klinisch schwerwiegenden Fällen von Hautreaktionen oder anderen
Überempfindlichkeitsreaktionen, einschließlich einiger Fälle von Stevens-Johnson-Syndrom, wurdenim Zusammenhang mit einer Lurasidon-Behandlung berichtet.
Ereignisse von besonderem Interesse für die Wirkstoffklasse
Extrapyramidale Symptome (EPS): In den Placebo-kontrollierten Kurzzeit-Studien mit Erwachsenenbetrug die Inzidenz der berichteten Ereignisse mit Bezug auf EPS, ausgenommen Akathisie und
Ruhelosigkeit, bei mit Lurasidon behandelten Probanden 13,5 % gegenüber 5,8 % bei den mit Placebobehandelten Probanden. Die Inzidenz von Akathisie bei mit Lurasidon behandelten Probanden betrug12,9 % versus 3,0 % bei den mit Placebo behandelten Probanden. In den Placebo-kontrollierten
Kurzzeit-Studien mit Jugendlichen betrug die Inzidenz der berichteten Ereignisse mit Bezug auf EPS,ausgenommen Akathisie, bei mit Lurasidon behandelten Probanden 5,1 % gegenüber 1,8 % bei denmit Placebo behandelten Probanden. Die Inzidenz von Akathisie bei mit Lurasidon behandelten
Probanden betrug 8,9 % versus 1,8 % bei den mit Placebo behandelten Probanden.
Dystonie: Symptome der Dystonie, verlängerte anormale Muskelkontraktionen, können bei anfälligen
Personen während der ersten Behandlungstage auftreten. Dystoniesymptome umfassen: Spasmus der
Nackenmuskulatur, der manchmal zu einem Engegefühl im Hals führen kann, Schluckbeschwerden,
Atembeschwerden und/oder Zungenprotusion. Obwohl diese Symptome bereits bei niedrigen
Dosierungen auftreten können, treten sie häufiger und mit größerem Schweregrad, stärkerer
Ausprägung und höheren Dosen von Antipsychotika der ersten Generation auf. Ein erhöhtes Risiko füreine akute Dystonie wird bei Männern und jüngeren Altersgruppen beobachtet.
Venöse Thromboembolien: Es wurden Fälle von venöser Thromboembolie, einschließlich Fälle von
Lungenembolie und Fälle von tiefer Beinvenenthrombose unter der Behandlung mit Antipsychotikaberichtet - Häufigkeit unbekannt.
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdie folgende Website zu melden: http://www.bfarm.de.
Es gibt kein spezifisches Antidot für Lurasidon; daher sollten im Falle einer Überdosierung geeigneteunterstützende Maßnahmen eingeleitet und der Patient bis zur Erholung ärztlich engmaschigbeaufsichtigt und überwacht werden.
Es ist sofort mit einer Überwachung der Herz-Kreislauf-Funktion mit kontinuierlicher Ableitung des
EKGs im Hinblick auf mögliche Arrhythmien zu beginnen. Wenn eine antiarrhythmische Therapieverabreicht wird, besitzen Disopyramid, Procainamid und Chinidin bei Patienten mit einer akuten
Überdosis Lurasidon ein theoretisches Risiko für eine QT-Verlängerung. Ebenso können diealpha-blockierenden Eigenschaften von Bertylium möglicherweise die Wirkung von Lurasidon additivverstärken, was zu problematischen Hypotonien führen kann.
Hypotonie und Kreislaufkollaps sind mit entsprechenden geeigneten Maßnahmen zu behandeln.
Adrenalin und Dopamin oder andere Sympathomimetika mit beta-stimulierender Aktivität solltennicht verwendet werden, da eine beta-Stimulation bei einer durch Lurasidon induziertenalpha-Blockade eine bestehende Hypotonie verschlechtern kann. Bei schwerwiegendenextrapyramidalen Symptomen sollten Anticholinergika gegeben werden.
Eine Magenspülung (nach Intubation, falls der Patient nicht bei Bewusstsein ist) und die Gabe von
Aktivkohle in Kombination mit einem Laxans sind ebenfalls in Betracht zu ziehen.
Die Möglichkeit von Bewusstseinsstörungen, Krampfanfällen oder dystonen Reaktionen im Kopf- und
Nackenbereich nach einer Überdosierung birgt bei induziertem Erbrechen ein Aspirationsrisiko.
Pharmakotherapeutische Gruppe: Psycholeptika, Antipsychotika. ATC-Code: N05AE05
WirkmechanismusLurasidon ist ein selektiver Inhibitor dopaminerger und monoaminerger Effekte. Lurasidon bindetstark an dopaminerge D2- und serotonerge 5-HT2A- und 5-HT7-Rezeptoren mit einer hohen
Bindungsaffinität von 0,994, 0,47 bzw. 0,495 nM. Es blockiert auch α2c-adrenerge Rezeptoren undα2a-adrenerge Rezeptoren mit einer Bindungsaffinität von 10,8 bzw. 40,7 nM. Lurasidon besitzt aucheinen partiellen Agonismus am 5HT-1A-Rezeptor mit einer Bindungsaffinität von 6,38 nM. Lurasidonbindet nicht an histaminerge oder muskarinerge Rezeptoren.
Der Wirkmechanismus des selteneren aktiven Metaboliten von Lurasidon ID-14283 entspricht demvon Lurasidon.
Bei Gabe von Lurasidon in Dosierungen von 9 bis 74 mg an gesunde Probanden zeigte die
Positronen-Emissions-Tomographie eine dosisabhängige Verringerung der Bindung von11C-Racloprid, einem D2/D3-Rezeptor-Liganden, im Nucleus caudatus, im Putamen und im ventralen
Striatum.
Pharmakodynamische WirkungenIn den relevanten klinischen Wirksamkeitsstudien wurde Lurasidon mit Dosen von 37-148 mg
Lurasidon verabreicht.
Klinische WirksamkeitDie Wirksamkeit von Lurasidon bei der Behandlung von Schizophrenie wurde in fünfmultizentrischen, Placebo-kontrollierten, doppelblinden, 6-wöchigen Studien an Probanden, welchedie Kriterien des Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders, 4. Ausgabe (DSM-IV) für
Schizophrenie erfüllten, nachgewiesen. Die Dosierungen von Lurasidon variierten über die fünf
Studien hinweg und reichten von 37 bis 148 mg Lurasidon einmal täglich. In den Kurzzeit-Studienwurde der primäre Endpunkt für die Wirksamkeit als die mittlere Veränderung vom Ausgangswert bis
Woche 6 des PANSS-Gesamt-Scores (Positive and Negative Syndrome Scale for Schizophrenia)festgelegt. Die PANSS ist eine validierte, mehrere Abschnitte umfassende Skala, bestehend aus fünf
Subskalen zur Beurteilung positiver Symptome, negativer Symptome, Denkstörungen, unkontrollierter
Feindseligkeit/Erregung und Angst/Depression. Lurasidon zeigte in Phase-3-Studien eine überlegene
Wirksamkeit im Vergleich zu Placebo (siehe Tabelle 2). Lurasidon zeigte bereits ab Tag 4 einensignifikanten Unterschied zu Placebo. Zusätzlich war Lurasidon beim zweiten vordefiniertensekundären Endpunkt der CGI-S-Skala (Clinical Global Impression - Severity) gegenüber Placeboüberlegen. Die Wirksamkeit wurde auch in einer sekundären Analyse des Ansprechens auf die
Behandlung (definiert als Verringerung um ≥ 30 % gegenüber dem Ausgangswert des
PANSS-Gesamt-Scores) bestätigt.
Tabelle 3
Schizophrenie-Studien an Erwachsenen: Positive and Negative Syndrome Scale for
Schizophrenia (PANSS) Gesamt-Score - Veränderung vom Ausgangswert bis Woche 6 -
MMRM für die Studien D1050229, D1050231 und D1050233: Intent-to-Treat-Analyse
Statistische Placebo Lurasidondosis (b) Aktive
Ergebnisse der 37 mg 74 mg 111 mg 148 mg Kontrolle (a)
Studie
Studie D1050229 n = 124 n = 121 n = 118 n = 123 -- --
Baseline-Mittelwert 96,8 (11,1) 96,5 (11,6)(SD) 96,0 (10,8) 96,0 (9,7) -- --
LS - Mittlere -17,0 (1,8) -19,2 (1,7) -- --
Veränderung (SE) -23,4 (1,8) -20,5 (1,8)
Behandlungsunterschiedvs. Placebo
Statistische Placebo Lurasidondosis (b) Aktive
Ergebnisse der 37 mg 74 mg 111 mg 148 mg Kontrolle (a)
Studie
Schätzung (SE) -- -2,1 (2,5) -6,4 (2,5) -3,5 (2,5) -- --p-Wert -- 0,591 0,034 0,391 -- --
Studie D1050231 n = 114 n = 118 -- n = 118 -- n = 121
Baseline-Mittelwert 95,8 (10,8) 96,6 (10,7) -- 97,9 (11,3) -- 96,3 (12,2)(SD)
LS - Mittlere -16,0 (2,1) -25,7 (2,0) -- -23,6 (2,1) -- -28,7 (1,9)
Veränderung (SE)
Behandlungsunterschiedvs. Placebo
Schätzung (SE) -- -9,7 (2,9) -- -7,5 (3,0) -- -12,6 (2,8)p-Wert -- 0,002 -- 0,022 -- < 0,001
Studie D1050233 n = 120 -- n = 125 -- n = 121 n = 116
Baseline-Mittelwert 96,6 (10,2) -- 97,7 (9,7) -- 97,9 (11,8) 97,7 (10,2)(SD)
LS - Mittlere -10,3 (1,8) -- -22,2 (1,8) -- -26,5 (1,8) -27,8 (1,8)
Veränderung (SE)
Behandlungsunterschiedvs. Placebo
Schätzung (SE) -- -- -11,9 (2,6) -- -16,2 (2,5) -17,5 (2,6)p-Wert -- -- < 0,001 -- < 0,001 < 0,001(a) 15 mg Olanzapin in Studie D1050231, Quetiapin mit verzögerter Wirkstofffreisetzung (Retardtablette) 600 mg in Studie
D1050233.
N ist die Anzahl der Teilnehmer nach der Modellschätzung.(b) Die p-Werte für Lurasidon vs. Placebo wurden für multiple Vergleiche angepasst. Die p-Werte für Olanzapin und
Quetiapin mit verzögerter Wirkstofffreisetzung (Retardtablette) vs. Placebo wurden nicht angepasst.
In den Kurzzeitstudien konnte keine konsistente Dosis-Wirkungs-Beziehung beobachtet werden.
Die Wirksamkeit bei der Langzeitbehandlung mit Lurasidon (37 bis 148 mg einmal täglich) wurde ineiner 12-monatigen Nicht-Unterlegenheitsstudie mit Quetiapin mit verzögerter Wirkstofffreisetzung(200 bis 800 mg einmal täglich) gezeigt. Lurasidon war Quetiapin mit verzögerter
Wirkstofffreisetzung bezüglich der Zeit bis zum Schizophrenie- Rezidiv nicht unterlegen. Lurasidonzeigte beim Körpergewicht und beim Body-Mass-Index einen kleinen Anstieg vom Ausgangswert bis
Monat 12 [Mittelwert (SD): 0,73 (3,36) kg und 0,28 (1,17) kg/m2].Verglichen wurde es mit Quetiapinmit verzögerter Wirkstofffreisetzung: 1,23 (4,56) kg und 0,45 (1,63) kg/m2. Insgesamt hatte Lurasidoneinen vernachlässigbaren Effekt auf das Gewicht und andere metabolische Parameter wie
Gesamt-Cholesterin, Triglyceride und Glukose-Werte.
In einer Langzeitsicherheitsstudie wurden klinische stabile Patienten mit 37 - 111 mg Lurasidon oder2 - 6 mg Risperidon behandelt. In dieser Studie lag die Rezidivrate nach 12 Monaten unter Lurasidonbei 20 % und unter Risperidon bei 16 %. Diese Differenz näherte sich statistischer Signifikanz, abererreichte diese nicht.
In einer Langzeitstudie, die die Aufrechterhaltung der Wirksamkeit zeigen sollte, war Lurasidonwirksamer als Placebo bei der Kontrolle der Symptome und der Verzögerung eines Rezidivs der
Schizophrenie. Nach der Behandlung einer akuten Episode und Stabilisierung mit Lurasidon fürmindestens 12 Wochen, wurden die Patienten in einer doppelblinden Studie randomisiert, in der sieentweder mit Lurasidon oder mit Placebo bis zu einem Rezidiv der Schizophreniesymptomeweiterbehandelt wurden. In der primären Analyse der Zeit bis zum Rezidiv, in der Patienten ohne
Rezidiv ausgeschieden sind, wurden diese Patienten zum Zeitpunkt des Ausscheidens ausgewertet.
Patienten, die Lurasidon erhielten, zeigten eine signifikant längere Zeit bis zu einem Rezidiv, im
Vergleich zu Patienten unter Placebo (p = 0,039). Die Kaplan-Meier-Schätzung für die
Wahrscheinlichkeit eines Rezidivs zu Woche 28 lag bei 42,2 % für Lurasidon und bei 51,2 % für
Placebo. Die Wahrscheinlichkeit eines Behandlungsabbruchs aus beliebigem Grund zu Woche 28 lagbei 58,2 % für Lurasidon und bei 69,9 % für Placebo (p = 0,072).
Kinder und JugendlicheSchizophrenie
Die Wirksamkeit von Latuda wurde in einer sechswöchigen, randomisierten, doppelblinden, Placebo-kontrollierten Studie mit Jugendlichen (13 bis 17 Jahre), die die DSM-IV-TR-Kriterien für
Schizophrenie (N = 326) erfüllten, festgestellt. Die Patienten wurden auf eine von zwei fixen Dosen
Latuda (37 oder 74 mg pro Tag) oder Placebo randomisiert.
Das primäre Bewertungsinstrument zur Beurteilung psychiatrischer Anzeichen und Symptome war die
PANSS. Das wichtigste Sekundärinstrument war die CGI-S.
In beiden Dosisgruppen war Latuda bei der Reduktion der PANSS- und CGI-S-Werte in Woche 6 dem
Placebo überlegen. Im Durchschnitt brachte die Dosis von 74 mg pro Tag keinen zusätzlichen Nutzenim Vergleich zur Dosis von 37 mg pro Tag.
Die primären Wirksamkeitsergebnisse sind in Tabelle 4 aufgeführt.
Tabelle 4: Primäre Wirksamkeitsergebnisse (PANSS-Gesamt-Score) - Veränderung vom
Ausgangswert bis Woche 6 - MMRM für die Studie D1050301 über
Jugendschizophrenie: Intent-to-Treat-Analyse-Set
Studienstatistik Placebo Lurasidondosis (a)37 mg 74 mg
Studie D1050301 N = 112 N = 108 N = 106
Baseline - Mittelwert (SD) 92,8 (11,08) 94,5 (10,97) 94,0 (11,12)
LS - Mittlere Veränderung -10,5 (1,59) -18,6 (1,59) -18,3 (1,60)(SE)
Behandlungsunterschied vs.
Placebo
Schätzung (SE) -- -8,0 (2,21) -7,7 (2,22)p-Wert -- 0,0006 0,0008
N ist die Anzahl der Teilnehmer nach der Modellschätzung.(a) Die p-Werte für Lurasidon vs. Placebo wurden für multiple Vergleiche angepasst.
Die Verbesserungen der CGI-S-Punktzahl in Woche 6 unterschieden sich sowohl für die
Behandlungsgruppen mit Lurasidon 74 mg pro Tag (-0,42 ± 0,130, bereinigter p = 0,0015) als auch mit
Lurasidon 37 mg pro Tag (-0,47 ± 0,130, bereinigter p = 0,0008) signifikant von Placebo.
Eine 104-wöchige Verlängerungsstudie (Studie D1050302) wurde konzipiert, um die langfristige
Sicherheit, Verträglichkeit und Wirksamkeit von flexibel dosiertem Lurasidon (18,5, 37, 55,5 oder 74mg pro Tag) bei pädiatrischen Probanden zu untersuchen, die eine sechswöchige Behandlungszeit indrei vorangegangenen Studien mit unterschiedlichen Indikationen absolviert hatten. Im Folgendenwerden nur Ergebnisse für 271 Personen mit Schizophrenie präsentiert, die an der Studie D1050301teilgenommen haben. Davon absolvierten 186 Probanden (68,6 %) eine 52-wöchige und 156 Probanden(57,6 %) eine 104-wöchige flexible Dosierung mit Lurasidon 18,5 bis 74 mg pro Tag.
Für Probanden, die von Studie D1050301 aus weitermachten, betrug der Mittelwert (95 % CI) der
PANSS-Gesamtpunktzahl gegenüber dem doppelblinden Ausgangswert -26,5 (-28,5, -24,5) in
Woche 28 LOCF, -28,2 (-30,2, -26,2) in Woche 52 LOCF und -29,5 (-31,8, -27,3) in Woche 104
LOCF/post-OL Endpunkt, und die mittlere Veränderung (95 % CI) gegenüber der OL-Basisliniebetrug -9,2 (-11,1, -7,2) in Woche 28 LOCF, -10,8 (-13,0, -8,7) in Woche 52 LOCF bzw. -12,2 (-14,5, -9,8) in Woche 104 LOCF/post-OL Endpunkt.
Bipolare Depression
Die kurzfristige Wirksamkeit von Lurasidon wurde in einer 6-wöchigen, multizentrischen,randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studie mit Kindern und Jugendlichen (10-17
Jahre alt) untersucht, die die Kriterien des Diagnostischen und Statistischen Manuals Psychischer
Störungen, fünfte Ausgabe (DSM-V) für eine Episode einer Major Depression im Zusammenhang miteiner Bipolar-I-Störung mit oder ohne schnellem Episodenwechsel (Rapid Cycling) erfüllten und keinepsychotischen Merkmale (N = 350) aufwiesen. Die Patienten wurden randomisiert flexibel dosiertem
Lurasidon (18-74 mg) oder Placebo zugewiesen.
Der primäre Wirksamkeitsendpunkt wurde definiert als die mittlere Veränderung vom Ausgangswertbis zur Woche 6 im Gesamt-Score der überarbeiteten Skala zur Bewertung von Depression bei
Kindern (CDRS-R). Der wichtigste sekundäre Endpunkt war der Depressions-Score auf der Skala'Klinischer Gesamteindruck - Version für eine Bipolar-Störung, Schwere der Erkrankung“ (CGI-BP-
S). Für diese Endpunkte konnten für die untersuchte Gesamtpopulation statistisch signifikante
Unterschiede zugunsten von Lurasidon gegenüber Placebo gezeigt werden. Diese Unterschiede setztenin Woche 2 ein und blieben bei jedem Studienbesuch bis zum Ende der Studie erhalten. Jedochwurden der primäre sowie die wichtigsten sekundären Wirksamkeitsendpunkte von jüngeren Patienten(unter 15 Jahren) nicht erfüllt. Die um das Placebo bereinigte mittlere Veränderung des LS (95%iges
KI) vom Ausgangswert bis zur Woche 6 unter Verwendung der Last-Observation-Carried-
Forward(LOCF)-Methode beim CDRS-R-Gesamt-Score für die Lurasidon-Gruppe betrug -1,8 (-5,6;2,0) für 10- bis 14-jährige Patienten und -8,6 (-12,4; -4,8) für 15- bis 17-jährige Patienten (Tabelle 5).
Das Sicherheitsprofil von Lurasidon bei Kindern, die in diese Kurzzeitstudie aufgenommen wurden,stimmt generell mit dem überein, das innerhalb der zugelassenen Indikation bei Erwachsenenbeobachtet wurde. Unterschiede in der Häufigkeit der am häufigsten aufgetretenen unerwünschten
Reaktionen wurden jedoch bei pädiatrischen Patienten für Übelkeit (sehr häufig), Durchfall (häufig)und verminderten Appetit (häufig) im Vergleich zu Erwachsenen (häufig, nicht bekannt bzw.gelegentlich), beobachtet.
Tabelle 5 CDRS-R und Depressions-Score (Depression) auf der CGI-BP-S-Skala - Veränderungvom Ausgangswert bis zur Woche 6 - Gemischtes Modell mit wiederholten Messungen(MMRM) für die Studie D1050326: Intent-to-Treat-Analyseset
Parameter Studienstatistik Placebo Lurasidon-Dosis18,5-74 mg (a) (b)
Primärer Endpunkt: n = 170 n = 173
Gesamt-Score des Ausgangswert, 58,6 (8,26) 59,2 (8,24)
CDRS-R Mittelwert (SD)
Mittlere Veränderung -15,3 (1,08) -21,0 (1,06)
LS (SE)
Behandlungsunterschiedvs. Placebo
Schätzung -- -5,7 (1,39; -8,4 bis -(SE; 95%iges KI) 3,0)p-Wert -- < 0,0001
Wichtigster n = 170 n = 173sekundärer Ausgangswert, 4,5 4,6
Endpunkt: Mittelwert (SD)
CGI-BP-S Mittlere Veränderung -1,05 -1,49 (0,085)
Depressions-Score LS (SE) (0,087)
Behandlungsunterschiedim Vergleich zu Placebo
Schätzung -- -0,44(SE; 95%iges KI) (0,112; -0,66 bis -0,22)p-Wert -- < 0,0001n ist die Anzahl der Teilnehmer(a) p-Werte für Lurasidon vs. Placebo wurden um multiple Vergleiche bereinigt.(b) Lurasidon-Dosen von 18,5; 37; 55,5; 74 mg entsprechen 20, 40, 60 und 80 mg Lurasidon-
Hydrochlorid
Lurasidon erreicht nach ungefähr 1 - 3 Stunden seine Serumhöchstkonzentrationen.
Bei gleichzeitiger Nahrungsaufnahme veränderten sich die mittlere Cmax und die AUC von Lurasidonetwa um das 2- bis 3-Fache und das 1,5- bis 2-Fache, gegenüber der Einnahme auf nüchternen Magen.
VerteilungNach Gabe von 37 mg Lurasidon betrug das mittlere scheinbare Verteilungsvolumen 6.000 l.
Lurasidon wird in hohem Maße (~ 99 %) an Serumproteine gebunden.
BiotransformationLurasidon wird hauptsächlich über CYP3A4 metabolisiert. Die Biotransformation erfolgthauptsächlich über oxidative N-Dealkylierung, Hydroxylierung des Norbornanrings und
S-Oxidierung.
Lurasidon wird in zwei aktive Metaboliten (ID-14283 und ID-14326) und zwei nicht-aktive
Metaboliten (ID-20219 und ID-20220) metabolisiert.
Lurasidon selbst und seine vier Metaboliten ID-14283, ID-14326, ID-20219 und ID-20220 haben ander im Serum gemessenen Radioaktivität einen Anteil von 11,4; 4,1; 0,4; 24 und 11 %.
CYP3A4 ist das entscheidende Enzym zur Metabolisierung des aktiven Metaboliten ID-14283.
Lurasidon und sein aktiver Metabolit ID-14283 wirken beide an den pharmakodynamischen Effektender dopaminergen und serotonergen Rezeptoren mit.
Basierend auf in vitro Studien ist Lurasidon kein Substrat der CYP1A1-, CYP1A2-, CYP2A6-,
CYP4A11-, CYP2B6-, CYP2C8-, CYP2C9-, CYP2C19-, CYP2D6- oder CYP2E1-Enzyme.
Lurasidon zeigte in vitro keine direkte oder schwache Hemmung (direkt oder zeitabhängig) (IC50 >5,9 µM) der Enzyme Cytochrom P450 (CYP)1A2, CYP2B6, CYP2C8, CYP2C9, CYP2C19,
CYP2D6, CYP2E1 und CYP3A4. Auf diesen Daten basierend ist ein Effekt von Lurasidon auf die
Pharmakokinetik von Arzneimitteln, die Substrate von CYP2B6, CYP2C8, CYP2C9, CYP2C19,
CYP2D6, CYP2E1 und CYP3A4 sind, nicht zu erwarten. Für die Gabe von Arzneimitteln, die
Substrate von CYP3A4 mit geringer therapeutischer Breite sind, siehe Abschnitt 4.5.
Lurasidon ist ein in vitro Substrat der Efflux-Transporter P-Gp und BCRP. Lurasidon unterliegtkeinem aktiven Aufnahmetransport durch OATP1B1 oder OATP1B3.
Lurasidon ist in vitro ein Inhibitor von P-gp, BCRP und OCT1 (siehe Abschnitt 4.5). Basierend auf invitro Daten ist nicht zu erwarten, dass Lurasidon ein klinisch relevantes, hemmendes Potential auf die
Transporter OATP1B1, OATP1B3, OCT2, OAT1, OAT3, MATE1, MATE2K oder BSEP hat.
EliminationNach Verabreichung von Lurasidon liegt die Eliminations-Halbwertszeit bei ca. 20 - 40 Stunden. Nachoraler Gabe einer radioaktiv markierten Dosis wurden ca. 67 % der Dosis in den Fäzes und 19 % im
Urin nachgewiesen. Im Urin wurden vorwiegend mehrere Metaboliten und nur eine minimale renale
Ausscheidung des ursprünglichen Wirkstoffs nachgewiesen.
Linearität/Nicht-LinearitätDie Pharmakokinetik von Lurasidon verhält sich innerhalb eines täglichen Dosisbereichs von 18,5 mgbis 148 mg proportional zur Dosis. Steady-State-Konzentrationen von Lurasidon werden innerhalbvon 7 Tagen nach Beginn der Lurasidon-Behandlung erreicht.
Pharmakokinetik bei besonderen PatientengruppenEs liegen nur begrenzte Daten für gesunde Probanden ≥ 65 Jahre vor. Die erhobenen Daten zeigeneine vergleichbare Exposition wie bei Personen in einem Alter unter 65 Jahren. Jedoch kann eineerhöhte Exposition bei älteren Patienten mit beeinträchtigter Nieren- oder Leberfunktion erwartetwerden.
Eingeschränkte LeberfunktionDie Serum-Konzentrationen von Lurasidon sind bei gesunden Probanden mit Leberfunktionsstörungender Child-Pugh Klassen A, B und C erhöht und resultieren in einer um das 1,5-, 1,7- bzw. 3-fachhöheren Exposition.
Eingeschränkte NierenfunktionDie Serum-Konzentrationen von Lurasidon sind bei gesunden Probanden mit leichter, mäßiger undschwerer Nierenfunktionsstörung erhöht und zeigen eine 1,5-, 1,9- bzw. 2,0-fach erhöhte Expositionauf. Probanden mit terminaler Niereninsuffizienz (CrCl < 15 ml/min) wurden nicht untersucht.
GeschlechtIn einer pharmakokinetischen Populationsanalyse wurden keine geschlechtsspezifischen klinischrelevanten Unterschiede bei den pharmakokinetischen Eigenschaften von Lurasidon bei Patienten mit
Schizophrenie nachgewiesen.
Ethnische ZugehörigkeitIn einer pharmakokinetischen Populationsanalyse wurden keine klinisch relevanten Unterschiede beiden pharmakokinetischen Eigenschaften von Lurasidon bei Patienten mit Schizophrenienachgewiesen. Es wurde festgestellt, dass die asiatischen Probanden eine 1,5-fach erhöhte
Lurasidon-Exposition im Vergleich zu Kaukasiern aufwiesen.
Rauchen
Aus in vitro-Studien mit Enzymen der menschlichen Leber geht hervor, dass Lurasidon kein Substratvon CYP1A2 ist; Rauchen sollte daher keinen Einfluss auf die Pharmakokinetik von Lurasidon haben.
Kinder und JugendlicheDie Pharmakokinetik von Lurasidon in paediatrischen Patienten wurde an 47 Kindern im Alter von6 - 12 Jahren und 234 Heranwachsenden im Alter von 13 - 17 Jahren bewertet. Lurasidon wurde als
Lurasidonhydrochlorid mit einer täglichen Dosis von entweder 20, 40, 80, 120 mg (6 - 17 Jahre) oder160 mg (nur 10 - 17 Jahre) über bis zu 42 Tage verabreicht. Es wurde keine klare Korrelationzwischen der erreichten Serumkonzentration und dem Alter oder dem Körpergewicht festgestellt. Die
Pharmakokinetik von Lurasidon in paediatrischen Patienten im Alter von 6 - 17 Jahren war generellvergleichbar mit der in Erwachsenen beobachteten.
Basierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, Toxizität bei wiederholter
Gabe, Genotoxizität und zum kanzerogenen Potential lassen die präklinischen Daten keine besonderen
Risiken für den Menschen erkennen. Die Hauptbefunde der an Ratten, Hunden und Affendurchgeführten Toxizitätsstudien mit wiederholter Gabe von Lurasidon waren zentral vermittelteendokrine Veränderungen infolge des Anstiegs der Serum-Prolaktinwerte. Bei weiblichen Rattenzeigten sich in Langzeitstudien mit wiederholter Gabe von Lurasidon Auswirkungen auf die Knochen,
Nebennieren und die reproduktiven Gewebe, die mit den hohen Serum-Prolaktinwerten in Verbindunggebracht werden können. Bei Hunden zeigten sich in einer Langzeitstudie mit wiederholter Gabe von
Lurasidon Auswirkungen auf die männlichen und weiblichen reproduktiven Gewebe, die mit denhohen Serum-Prolaktinwerten in Verbindung gebracht werden können.
Bei Ratten hatte Lurasidon keinen Einfluss auf die männliche und weibliche Reproduktion bei oralen
Dosen von 150 bzw. 0,1 mg/kg/Tag Lurasidonhydrochlorid oder auf die frühe Embryonalentwicklungbei einer oralen Dosis von 15 mg/kg/Tag Lurasidonhydrochlorid.
Eine Fertilitätsstudie bei weiblichen Ratten führte bei ≥ 1,5 mg/kg/Tag Lurasidonhydrochlorid zueinem längeren Östruszyklus und einer verzögerten Kopulation, während die Kopulations- und
Fruchtbarkeit-Indizes und die Anzahl der Corpora lutea, der Nidationen und der lebenden Föten bei150 mg/kg/Tag Lurasidonhydrochlorid abnahmen. Diese Effekte wurden durch die
Hyperprolaktinämie nach Lurasidon-Behandlung verursacht, die den Östruszyklus und das
Kopulationsverhalten sowie die Aufrechterhaltung des Corpus luteum bei weiblichen Rattenbeeinflusst, was zu einer Abnahme bei den Nidationen und der Anzahl lebender Feten führt. Diese
Prolaktin-Effekte werden für die menschliche Fortpflanzung als nicht relevant eingestuft.
Eine Einzeldosis von 10 mg/kg Lurasidonhydrochlorid führte bei trächtigen Ratten zu einer fetalen
Exposition. In einer Dosisfindungsstudie bei trächtigen Ratten verursachten 150 mg/kg/Tag
Lurasidonhydrochlorid eine fetale Wachstumsretardierung ohne Anzeichen von Teratogenität.
Lurasidon war bei Ratten oder Kaninchen bei einer vergleichbaren Exposition oder unterhalb derempfohlenen Maximaldosis beim Menschen (148 mg Lurasidon) nicht teratogen.
In der definitiven Toxizitätsstudie an juvenilen Ratten war keine erhöhte Empfindlichkeit juveniler
Tiere gegenüber Lurasidon-bezogenen Auswirkungen auf Körpergewicht, Nahrungsaufnahme undklinische Beobachtungen ersichtlich, jedoch wurden ähnliche Wirkungen wie bei erwachsenen Rattenfestgestellt (Verzögerungen in Wachstum und Entwicklung und Hyperprolaktinämie). Über eine
Hyperaktivität, die unter ≥ 3 mg/kg/Tag während der Nachbehandlungszeit offensichtlich war, wurdeauch für andere D2-Rezeptor-Antagonisten berichtet. Bei den Nachkommen juveniler Ratten, diezuvor mit ≥ 30 mg/kg/Tag behandelt wurden, wurden geringfügig niedrigere Geburtsgewichte und
Körpergewicht/Körpergewichtszunahmen während der postnatalen Periode festgestellt. Bei einem
NOAEL von 3 mg/kg/Tag waren die Expositionen von Lurasidon und den meisten Metabolitenniedriger als jene, die bei der empfohlenen klinischen Dosis bei Jugendlichen im Alter von 13 Jahrenoder darüber erreicht wurden.
Lurasidon ist bei Ratten während der Säugezeit in die Milch übergegangen.
In einer Reihe von Tests zeigte Lurasidon keine Genotoxizität. In Karzinogenitätsstudien an Mäusenund Ratten wurden Tumore der Brustdrüse und/oder der Hypophyse beobachtet, die am ehesten durchdie erhöhten Prolaktin-Spiegel im Blut erklärbar sind. Diese Befunde werden bei Nagetieren, die mitantipsychotischen Arzneimitteln mit Dopamin-D2-blockierender Wirkung behandelt werden, häufigbeobachtet und gelten als Nagetier-spezifische Wirkungen.
Latuda 18,5 mg Filmtabletten
TablettenkernMannitol (Ph.Eur.) (E 421)vorverkleisterte Stärke
Croscarmellose-Natrium (E 468)
Hypromellose 2910 (E 464)
Magnesiumstearat (Ph.Eur.) (E 470b)
TablettenüberzugHypromellose 2910 (E 464)
Titandioxid (E 171)
Macrogol 8000
Carnaubawachs (E 903)
Latuda 37 mg Filmtabletten
TablettenkernMannitol (Ph.Eur.) (E 421)vorverkleisterte Stärke
Croscarmellose-Natrium (E 468)
Hypromellose 2910 (E 464)
Magnesiumstearat (Ph.Eur.) (E 470b)
TablettenüberzugHypromellose 2910 (E 464)
Titandioxid (E 171)
Macrogol 8000
Carnaubawachs (E 903)
Latuda 74 mg Filmtabletten
TablettenkernMannitol (Ph.Eur.) (E 421)vorverkleisterte Stärke
Croscarmellose-Natrium (E 468)
Hypromellose 2910 (E 464)
Magnesiumstearat (Ph.Eur.) (E 470b)
TablettenüberzugHypromellose 2910 (E 464)
Titandioxid (E 171)
Macrogol 8000
Eisen(III)-hydroxid-oxid x H2O (E 172)
Indigocarmin (E 132)
Carnaubawachs (E 903)
Nicht zutreffend.
5 Jahre
In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
Die Packungen enthalten 14 x 1, 28 x 1, 30 x 1, 56 x 1, 60 x 1, 90 x 1 oder 98 x 1 Tabletten in
Aluminium/Aluminium perforierten Blistern zur Abgabe von Einzeldosen.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu verfügbar.