Pharmakotherapeutische Gruppe: Antineoplastische Mittel, PD-1/PDL-1 (Programmed Cell Death-1-
Rezeptor/Programmed Cell Death-Ligand-1)-Inhibitoren. ATC-Code: L01FF02
WirkmechanismusKEYTRUDA ist ein humanisierter monoklonaler Antikörper, der an den 'Programmed cell death-1“(PD-1)-Rezeptor bindet und die Interaktion mit seinen Liganden PD-L1 und PD-L2 blockiert. Der
PD-1-Rezeptor ist ein negativer Regulator der T-Zell-Aktivität, der nachweislich an der Kontrolle der
T-Zell-Immunreaktion beteiligt ist. KEYTRUDA verstärkt die T-Zell-Reaktion einschließlich der
Immunreaktion gegen den Tumor durch Hemmung der Bindung des PD-1-Rezeptors an seine
Liganden PD-L1 und PD-L2, die auf Antigen-präsentierenden Zellen exprimiert werden und von
Tumoren oder anderen Zellen in der Mikroumgebung des Tumors exprimiert werden können.
Die anti-angiogene Wirkung von Lenvatinib (Multi-TKI) in Kombination mit derimmunstimulierenden Wirkung von Pembrolizumab (PD-1-Rezeptor-Antikörper) führt zu einerstärkeren T-Zell-Aktivierung in der Mikroumgebung des Tumors, die supportiv primäre underworbene Resistenzen gegen die Immuntherapie überwinden und das Ansprechen des Tumors im
Vergleich zu jeweiliger Monotherapie verbessern kann. In präklinischen Mausmodellen zeigten PD-1-
Inhibitoren in Kombination mit TKI-Inhibitoren eine erhöhte anti-tumorale Aktivität im Vergleich zualleiniger Gabe der einzelnen Wirkstoffe.
Klinische Wirksamkeit und SicherheitDie Gabe von Pembrolizumab in Dosierungen von 2 mg/kg KG alle 3 Wochen, 10 mg/kg KG alle3 Wochen sowie 10 mg/kg KG alle 2 Wochen wurde in klinischen Studien bei Patienten mit Melanomoder vorbehandeltem NSCLC untersucht. Basierend auf 'Modelling“ und Simulation von Dosis-
Expositions-Beziehungen hinsichtlich Wirksamkeit und Sicherheit von Pembrolizumab ergaben sichkeine klinisch signifikanten Unterschiede in der Wirksamkeit oder der Sicherheit zwischen den
Dosierungen 200 mg alle 3 Wochen, 2 mg/kg KG alle 3 Wochen sowie 400 mg alle 6 Wochen (siehe
Abschnitt 4.2).
MelanomKEYNOTE-006: Kontrollierte Studie bei Ipilimumab-naiven Patienten mit MelanomDie Sicherheit und Wirksamkeit von Pembrolizumab wurde in KEYNOTE-006, einermultizentrischen, offenen, kontrollierten Phase-III-Studie zur Behandlung des fortgeschrittenen
Melanoms bei Ipilimumab-naiven Patienten untersucht. Die Patienten erhielten randomisiert (1:1:1)entweder Pembrolizumab in einer Dosis von 10 mg/kg KG alle zwei (n=279) oder drei (n=277)
Wochen oder Ipilimumab 3 mg/kg KG alle 3 Wochen (n=278). Eine vorherige Behandlung mit einem
BRAF-Inhibitor war bei den Patienten mit BRAF-V600E-positivem Melanom nicht vorausgesetzt.
Die Patienten wurden mit Pembrolizumab bis zum Fortschreiten der Krebserkrankung oder dem
Auftreten unzumutbarer Toxizität behandelt. Klinisch stabile Patienten mit initialen Anzeichen eines
Fortschreitens der Krebserkrankung durften bis zur Bestätigung des Fortschreitens der
Krebserkrankung weiterbehandelt werden. Die Beurteilung des Tumorstatus erfolgte nach 12 Wochen,danach alle 6 Wochen bis Woche 48, im Anschluss daran alle 12 Wochen.
Von den 834 Patienten waren 60 % Männer, 44 % waren ≥ 65 Jahre (das mediane Alter betrug62 Jahre [Spanne: 18-89 Jahre]) und 98 % waren kaukasischer Herkunft. Bei 65 % der Patienten lagen
Metastasen im M1c-Stadium vor, 9 % hatten Hirnmetastasen in der Krankengeschichte, 66 % hattenkeine vorhergehende systemische Therapie erhalten, während 34 % eine vorhergehende Therapieerhalten hatten. Bei 31 % lag ein ECOG-Performance-Status von 1 vor; bei 69 % lag ein ECOG-
Performance-Status von 0 vor und 32 % hatten einen erhöhten LDH-Wert. BRAF-mutierte Tumorenwurden bei 302 Patienten (36 %) berichtet. Von den Patienten mit BRAF-mutierten Tumoren waren139 Patienten (46 %) vorher bereits mit einem BRAF-Inhibitor behandelt worden.
Primäre Wirksamkeitsendpunkte waren das Überleben ohne Fortschreiten der Krebserkrankung('Progression Free Survival“ [PFS]), das mittels einer integrierten radiologischen und onkologischen
Bewertung ('Integrated Radiology and Oncology Assessment [IRO] Review“) gemäß RECIST-
Kriterien ('Response Evaluation Criteria in Solid Tumors“ [RECIST-v1.1]) bewertet wurde und das
Gesamtüberleben ('Overall Survival“ [OS]). Sekundäre Wirksamkeitsendpunkte waren die Objektive
Ansprechrate ('Objective Response Rate“ [ORR]) und die Dauer des Ansprechens. Tabelle 3 enthälteine Zusammenfassung der entscheidenden Wirksamkeitsendpunkte bei Ipilimumab-naiven Patientennach finaler Analyse nach einer Nachbeobachtungszeit von mindestens 21 Monaten. Die Kaplan-
Meier-Kurven für OS und PFS basierend auf der finalen Analyse sind in den Abbildungen 1 und 2dargestellt.
Tabelle 3: Wirksamkeitsergebnisse in KEYNOTE-006
Endpunkt Pembrolizumab Pembrolizumab Ipilimumab10 mg/kg KG alle 10 mg/kg KG alle 3 mg/kg KG alle3 Wochen 2 Wochen 3 Wochenn=277 n=279 n=278
Gesamtüberleben (OS)
Anzahl (%) Patienten mit 119 (43 %) 122 (44 %) 142 (51 %)
Ereignis
Hazard-Ratio* (95-%-KI) 0,68 (0,53; 0,86) 0,68 (0,53; 0,87) ---p-Wert† < 0,001 < 0,001 ---
Median in Monaten (95-%-KI) Nicht erreicht Nicht erreicht 16(24; N.v.) (22; N.v.) (14; 22)
Überleben ohne Fortschreitender Krebserkrankung (PFS)
Anzahl (%) Patienten mit 183 (66 %) 181 (65 %) 202 (73 %)
Ereignis
Hazard-Ratio* (95-%-KI) 0,61 (0,50; 0,75) 0,61 (0,50; 0,75) ---p-Wert† < 0,001 < 0,001 ---
Median in Monaten (95-%-KI) 4,1 5,6 2,8(2,9; 7,2) (3,4; 8,2) (2,8; 2,9)
Bestes objektives Ansprechen
ORR % (95-%-KI) 36 % 37 % 13 %(30; 42) (31; 43) (10; 18)
Vollständiges Ansprechen 13 % 12 % 5 %
Partielles Ansprechen 23 % 25 % 8 %
Dauer des Ansprechens‡
Median in Monaten (Spanne) Nicht erreicht Nicht erreicht Nicht erreicht(2,0; 22,8+) (1,8; 22,8+) (1,1+; 23,8+)% mit andauerndem Ansprechen 68 %§ 71 %§ 70 %§nach 18 Monaten
* Hazard-Ratio (Pembrolizumab im Vergleich zu Ipilimumab) basierend auf dem stratifizierten Cox-Proportional-
Hazardmodell† Basierend auf dem stratifizierten Log-Rank-Test‡ Basierend auf Patienten mit einem besten objektiven Ansprechen als bestätigtes vollständiges oder partielles Ansprechen§ Basierend auf einer Kaplan-Meier-Schätzung
N.v. = nicht verfügbar
Abbildung 1: Kaplan-Meier-Kurve des Gesamtüberlebens (OS) nach Behandlungsarm in
KEYNOTE-006 (Intent-to-Treat-Population)20 Behandlungsarm OS Rateim 24. Monat HR (95 % KI) p-Wert
Pembrolizumab 10 mg/kg alle 2 Wochen 55,1 % 0,68 (0,53; 0,87) 0,0008510 Pembrolizumab 10 mg/kg alle 3 Wochen 55,3 % 0,68 (0,53; 0,86) 0,00083
Ipilimumab 43,0 %0 4 8 12 16 20 24 28
Zeit in Monaten
Anzahl Risikopatienten
Pembrolizumab 10 mg/kg alle 2 Wochen: 279 249 221 202 176 156 44 0
Pembrolizumab 10 mg/kg alle 3 Wochen: 277 251 215 184 174 156 43 0
Ipilimumab:: 278 213 170 145 122 110 28 0
Gesamtüberleben (OS) in %
Abbildung 2: Kaplan-Meier-Kurve des Überlebens ohne Fortschreiten der
Krebserkrankung (PFS) nach Behandlungsarm in KEYNOTE-006 (Intent-to-
Treat-Population)
Behandlungsarm PFS Rateim 18. Monat HR (95 % KI) p-Wert90 Pembrolizumab 10 mg/kg 32,4 % 0,61 (0,50; 0,75) 0,00000alle 2 Wochen
Pembrolizumab 10 mg/kg 32,9 % 0,61 (0,50; 0,75) 0,0000080 alle 3 Wochen
Ipilimumab 15,2 %0 4 8 12 16 20 24 28
Zeit in Monaten
Anzahl Risikopatienten
Pembrolizumab 10 mg/kg alle 2 Wochen: 279 148 116 98 82 52 16 0
Pembrolizumab 10 mg/kg alle 3 Wochen: 277 136 111 91 84 60 13 0
Ipilimumab: 278 88 48 34 29 16 5 0
KEYNOTE-002: Kontrollierte Studie bei Ipilimumab-vorbehandelten Patienten mit MelanomDie Sicherheit und Wirksamkeit von Pembrolizumab wurden in KEYNOTE-002, einermultizentrischen, doppel-blinden, kontrollierten Studie zur Behandlung des fortgeschrittenen
Melanoms bei Ipilimumab-vorbehandelten Patienten, die zusätzlich, bei Vorliegen einer BRAF-V600-
Mutation, mit einem BRAF-oder MEK-Inhibitor vorbehandelt waren, untersucht. Die Patientenerhielten randomisiert (1:1:1) Pembrolizumab in einer Dosis von 2 mg/kg KG (n=180) oder 10 mg/kg
KG (n=181) alle 3 Wochen oder Chemotherapie (n=179; einschließlich Dacarbazin, Temozolomid,
Carboplatin, Paclitaxel oder Carboplatin+Paclitaxel). Die Studie schloss Patienten mit einer
Autoimmunerkrankung oder unter Immunsuppressiva aus; sowie Patienten mit schweren oderlebensbedrohlichen immunvermittelten Nebenwirkungen unter Ipilimumab in der Anamnese, definiertals jegliche Grad-4-Toxizität oder Grad-3-Toxizität, die eine Kortikosteroid-Behandlung über mehr als12 Wochen erforderlich machte (mehr als 10 mg/Tag Prednison oder eines Äquivalents inentsprechender Dosierung); sowie Patienten mit anhaltenden Nebenwirkungen ≥ Grad 2 einervorhergehenden Ipilimumab-Behandlung; ferner Patienten mit einer früheren schweren
Überempfindlichkeit gegen andere monoklonale Antikörper; Patienten mit Pneumonitis oderinterstitieller Lungenerkrankung in der Anamnese; Patienten mit einer HIV-Infektion, Hepatitis-B-oder Hepatitis-C-Infektion sowie Patienten mit einem ECOG-Performance-Status ≥ 2.
Die Patienten wurden bis zum Fortschreiten der Krebserkrankung oder dem Auftreten unzumutbarer
Toxizität mit Pembrolizumab behandelt. Klinisch stabile Patienten mit initialen Anzeichen eines
Fortschreitens der Krebserkrankung durften bis zur Bestätigung des Fortschreitens der
Krebserkrankung weiterbehandelt werden. Die Beurteilung des Tumorstatus erfolgte nach 12 Wochen,danach alle 6 Wochen bis Woche 48, im Anschluss daran alle 12 Wochen. Patienten unter
Chemotherapie, die ein von unabhängiger Seite bestätigtes Fortschreiten der Krebserkrankung nachder ersten planmäßigen Beurteilung der Krebserkrankung aufwiesen, konnten die Therapie wechselnund erhielten doppel-verblindet 2 mg/kg KG oder 10 mg/kg KG Pembrolizumab alle 3 Wochen.
Überleben ohne Fortschreiten der
Krebserkrankung (PFS) in %
Von den 540 Patienten waren 61 % Männer, 43 % waren ≥ 65 Jahre (das mediane Alter betrug62 Jahre [Spanne: 15-89 Jahre]) und 98 % waren kaukasischer Herkunft. Bei 82 % lagen Metastasenim M1c-Stadium vor, 73 % hatten zuvor mindestens zwei und 32 % der Patienten hatten drei odermehr systemische Therapien zur Behandlung des fortgeschrittenen Melanoms erhalten. Bei 45 % lagein ECOG-Performance-Status von 1 vor; 40 % hatten einen erhöhten LDH-Wert und 23 % hatten
BRAF-mutierte (V600-Mutation-positive) Tumoren.
Primäre Wirksamkeitsendpunkte waren das Überleben ohne Fortschreiten der Krebserkrankung (PFS),das mittels 'IRO“ gemäß RECIST-Kriterien (Version 1.1) bewertet wurde, sowie das
Gesamtüberleben (OS). Sekundäre Wirksamkeitsendpunkte waren die Objektive Ansprechrate (ORR)und die Dauer des Ansprechens. Tabelle 4 enthält eine Zusammenfassung der entscheidenden
Wirksamkeitsendpunkte bei Ipilimumab-vorbehandelten Patienten nach finaler Analyse, Abbildung 3zeigt die Kaplan-Meier Kurve für das Überleben ohne Fortschreiten der Krebserkrankung (PFS).
Beide Pembrolizumab-Arme waren bezüglich des Überlebens ohne Fortschreiten der Krebserkrankung(PFS) der Chemotherapie überlegen; zwischen den beiden Pembrolizumab-Dosierungen gab es keinen
Unterschied. Es zeigte sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen Pembrolizumab und
Chemotherapie in der finalen, noch nicht an die potenziellen Störeffekte des Therapiewechsels('Crossover“) angepasste, OS-Analyse. Von den in den Chemotherapiearm randomisierten Patientenwechselten 55 % die Therapie und erhielten anschließend eine Behandlung mit Pembrolizumab.
Tabelle 4: Wirksamkeitsergebnisse in KEYNOTE-002
Endpunkt Pembrolizumab Pembrolizumab Chemotherapie2 mg/kg KG alle 10 mg/kg KG alle3 Wochen 3 Wochenn=180 n=181 n=179
Überleben ohne Fortschreiten der
Krebserkrankung (PFS)
Anzahl (%) Patienten mit Ereignis 150 (83 %) 144 (80 %) 172 (96 %)
Hazard-Ratio* (95-%-KI) 0,58 (0,46; 0,73) 0,47 (0,37; 0,60) ---p-Wert† < 0,001 < 0,001 ---
Median in Monaten (95-%-KI) 2,9 (2,8; 3,8) 3,0 (2,8; 5,2) 2,8 (2,6; 2;8)
Gesamtüberleben (OS)
Anzahl (%) Patienten mit Ereignis 123 (68 %) 117 (65 %) 128 (72 %)
Hazard-Ratio* (95-%-KI) 0,86 (0,67; 1,10) 0,74 (0,57; 0,96) ---p-Wert† 0,1173 0,0106‡ ---
Median in Monaten (95-%-KI) 13,4 (11,0; 16,4) 14,7 (11,3; 19,5) 11,0 (8,9; 13,8)
Bestes objektives Ansprechen
ORR % (95-%-KI) 22 % (16; 29) 28 % (21; 35) 5 % (2; 9)
Vollständiges Ansprechen 3 % 7 % 0 %
Partielles Ansprechen 19 % 20 % 5 %
Dauer des Ansprechens§
Median in Monaten (Spanne) 22,8 Nicht erreicht 6,8(1,4+; 25,3+) (1,1+; 28,3+) (2,8; 11,3)% mit andauerndem Ansprechen 73 %¶ 79 %¶ 0 %¶nach 12 Monaten
* Hazard-Ratio (Pembrolizumab im Vergleich zu Chemotherapie) basierend auf dem stratifizierten Cox-Proportional-
Hazardmodell† Basierend auf dem stratifizierten Log-Rank-Test‡ Statistisch nicht signifikant nach Adjustierung für das multiple Testen§ Basierend auf Patienten mit bestem objektiven Ansprechen als bestätigtes vollständiges oder partielles Ansprechen in derfinalen Analyse¶ Basierend auf einer Kaplan-Meier Schätzung
Abbildung 3: Kaplan-Meier-Kurve des Überlebens ohne Fortschreiten der
Krebserkrankung (PFS) nach Behandlungsarm in KEYNOTE-002 (Intent-to-
Treat-Population)
Behandlungsarm PFS Rateim 18. Monat HR (95 % KI) p-Wert90 Pembrolizumab 2 mg/kg 19,6 % 0,58 (0,46; 0,73) < 0,0001alle 3 Wochen
Pembrolizumab 10 mg/kg 25,0 % 0,47 (0,37; 0,60) < 0,000180 alle 3 Wochen
Chemotherapie 1,3 %0 3 6 9 12 15 18 21 24 27 30 33 36
Zeit in Monaten
Anzahl Risikopatienten
Pembrolizumab 2 mg/kg alle 3 Wochen: 180 59 36 29 19 1 0
Pembrolizumab 10 mg/kg alle 3 Wochen: 181 69 48 42 30 5 0
Chemotherapie: 179 31 9 2 1 0 0
KEYNOTE-001: Open-Label Studie bei Ipilimumab-naiven und Ipilimumab-vorbehandelten Patientenmit Melanom
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Pembrolizumab bei Patienten mit fortgeschrittenem Melanomwurden in einer unkontrollierten Open-Label Studie, KEYNOTE-001 untersucht. Die Wirksamkeitwurde bei 276 Patienten aus zwei definierten Kohorten bewertet, eine davon schloss Ipilimumab-vorbehandelte Patienten (und zusätzlich, bei Vorliegen einer BRAF-V600-Mutation, auch eine BRAF-oder MEK-Inhibitor-Vorbehandlung) ein, die andere schloss Ipilimumab-naive Patienten ein. Die
Patienten erhielten randomisiert Pembrolizumab in Dosierungen von 2 mg/kg KG alle 3 Wochen oder10 mg/kg KG alle 3 Wochen. Die Patienten wurden bis zum Fortschreiten der Krebserkrankung oderbis zum Auftreten einer nicht zumutbaren Toxizität mit Pembrolizumab behandelt. Klinisch stabile
Patienten mit initialen Anzeichen eines Fortschreitens der Krebserkrankung durften bis zur
Bestätigung des Fortschreitens der Krebserkrankung weiterbehandelt werden. Die Ausschlusskriterienentsprachen im Wesentlichen denen der KEYNOTE-002 Studie.
Von den 89 Ipilimumab-vorbehandelten Patienten unter der 2 mg/kg KG Dosierung von
Pembrolizumab waren 53 % Männer, 33 % waren ≥ 65 Jahre, das mediane Alter betrug 59 Jahre(Spanne: 18-88 Jahre). Bis auf zwei Patienten waren alle kaukasischer Herkunft. Bei 84 % lagen
Metastasen im M1c-Stadium vor und 8 % der Patienten hatten Hirnmetastasen in ihrer
Krankengeschichte. Siebzig Prozent hatten mindestens zwei und 35 % der Patienten hatten drei odermehr systemische Therapien zur Behandlung des fortgeschrittenen Melanoms erhalten. BRAF-V600-
Mutationen wurden bei 13 % der Studienpopulation berichtet. Alle Patienten mit BRAF-mutierten(V600-Mutation positive) Tumoren wurden vorher bereits mit einem BRAF-Inhibitor behandelt.
Von den 51 Ipilimumab-naiven Patienten unter der 2 mg/kg KG Dosierung von Pembrolizumab waren63 % Männer, 35 % waren ≥ 65 Jahre, das mediane Alter betrug 60 Jahre (Spanne: 35-80 Jahre). Bisauf einen Patienten waren alle kaukasischer Herkunft. Bei 63 % lagen Metastasen im M1c-Stadium
Überleben ohne Fortschreiten der
Krebserkrankung (PFS) in %vor und 2 % der Patienten hatten Hirnmetastasen in ihrer Krankengeschichte. Fünfundvierzig Prozenthatten keine Vortherapie zur Behandlung des fortgeschrittenen Melanoms erhalten. BRAF-Mutationender Tumoren wurden bei 20 Patienten (39 %) berichtet. Von den Patienten mit BRAF-mutierten(V600-Mutation positiven) Tumoren wurden 10 Patienten (50 %) vorher bereits mit einem BRAF-
Inhibitor behandelt.
Primärer Wirksamkeitsendpunkt war die Objektive Ansprechrate (ORR), die mittels einerunabhängigen Bewertung gemäß RECIST-v1.1-Kriterien bewertet wurde. Sekundäre
Wirksamkeitsendpunkte waren Krankheitskontrollrate ('disease control rate“ [DCR]) (einschließlichvollständigem Ansprechen, partiellem Ansprechen und stabiler Erkrankung), Dauer des Ansprechens,
Überleben ohne Fortschreiten der Krebserkrankung (PFS) sowie Gesamtüberleben (OS). Das Tumor-
Ansprechen wurde in 12 Wochen Intervallen untersucht. In Tabelle 5 ist eine Zusammenfassung derentscheidenden Wirksamkeitsendpunkte bei Ipilimumab-vorbehandelten oder Ipilimumab-naiven
Patienten unter einer Dosis Pembrolizumab von 2 mg/kg KG basierend auf einer
Nachbeobachtungszeit von mindestens 30 Monaten bei allen Patienten dargestellt.
Tabelle 5: Wirksamkeitsergebnisse in KEYNOTE-001
Endpunkt Pembrolizumab 2 mg/kg Pembrolizumab 2 mg/kg
KG alle 3 Wochen bei KG alle 3 Wochen bei
Ipilimumab-vorbehandelten Ipilimumab-naiven
Patienten Patientenn=89 n=51
Bestes objektives Ansprechen*gemäß IRO†
ORR % (95-%-KI) 26 % (17; 36) 35 % (22; 50)
Vollständiges Ansprechen 7 % 12 %
Partielles Ansprechen 19 % 24 %
Krankheitskontrollrate %‡ 48 % 49 %
Dauer des Ansprechens§
Median in Monaten (Spanne) 30,5 27,4(2,8+; 30,6+) (1,6+; 31,8+)% mit andauerndem Ansprechen 75 % 71 %nach 24 Monaten¶
Überleben ohne Fortschreitender Krebserkrankung (PFS)
Median in Monaten (95-%-KI) 4,9 (2,8; 8,3) 4,7 (2,8; 13,8)
PFS Rate nach 12 Monaten 34 % 38 %
Gesamtüberleben (OS)
Median in Monaten 18,9 28,0(95-%-KI) (11; nicht verfügbar) (14; nicht verfügbar)
Gesamtüberlebensrate (OS- 44 % 56 %
Rate) nach 24 Monaten
* Schließt Patienten ohne messbare Erkrankung (beurteilt mittels unabhängiger radiologischer Untersuchung) zu
Behandlungsbeginn ein† IRO = Integrierte radiologische und onkologische Bewertung ('Integrated Radiology and Oncologist Assessment“)gemäß RECIST-v1.1‡ Basierend auf bestem Ansprechen, d. h. einer Stabilisierung der Erkrankung oder besser§ Basierend auf Patienten mit nach unabhängiger Prüfung bestätigtem Ansprechen, beginnend mit dem Zeitpunkt desersten nachgewiesenen Ansprechens; n=23 Ipilimumab-vorbehandelte Patienten; n=18 Ipilimumab-naive Patienten¶ Basierend auf einer Kaplan-Meier-Schätzung
Die Ergebnisse bei Ipilimumab-vorbehandelten (n=84) und bei Ipilimumab-naiven (n=52) Patientenunter der Dosierung von 10 mg/kg KG Pembrolizumab alle 3 Wochen entsprachen im Wesentlichenden Ergebnissen, die bei Patienten unter der Dosierung von 2 mg/kg KG alle 3 Wochen
Pembrolizumab beobachtet wurden.
Subpopulationsanalysen
BRAF-V600-Mutations-Status bei MelanomIn KEYNOTE-002 wurde als Teil der finalen Analyse eine Subgruppenanalyse der Patienten mit
Tumoren mit BRAF-Wildtyp (n=414; 77 %) oder BRAF-Mutation (BRAF-V600-Mutation) mit einer
BRAF-Inhibitor-Vorbehandlung (n=126; 23 %) durchgeführt, wie in Tabelle 6 zusammengefasst.
Tabelle 6: Wirksamkeitsergebnisse nach BRAF-Mutations-Status in KEYNOTE-002
BRAF-Wildtyp BRAF-Mutation mit einer BRAF-
Inhibitor-Vorbehandlung
Endpunkt Pembrolizumab Chemotherapie Pembrolizumab Chemotherapie2 mg/kg KG alle (n=137) 2 mg/kg KG alle (n=42)3 Wochen 3 Wochen(n=136) (n=44)
Überleben ohne 0,50 --- 0,79 ---
Fortschreiten der (0,39; 0,66) (0,50; 1,25)
Krebserkrankung(PFS) Hazard-
Ratio* (95-%-KI)
Gesamtüberleben 0,78 --- 1,07 ---(OS) Hazard-Ratio* (0,58; 1,04) (0,64; 1,78)(95-%-KI)
ORR % 26 % 6 % 9 % 0 %
* Hazard-Ratio (Pembrolizumab im Vergleich zu Chemotherapie) basierend auf dem stratifizierten Cox-Proportional-
Hazardmodell
In KEYNOTE-006 wurde als Teil der finalen Analyse eine Subgruppenanalyse der Patienten mit
Tumoren mit BRAF-Wildtyp (n=525; 63 %), mit BRAF-Mutation (BRAF-V600-Mutation) ohne
BRAF-Inhibitor-Vorbehandlung (n=163; 20 %) sowie mit BRAF-Mutation (BRAF-V600-Mutation)mit einer BRAF-Inhibitor-Vorbehandlung (n=139; 17 %) durchgeführt, wie in Tabelle 7zusammengefasst.
Tabelle 7: Wirksamkeitsergebnisse nach BRAF-Mutations-Status in KEYNOTE-006
BRAF-Wildtyp BRAF-Mutation ohne BRAF-Mutation mit einer
BRAF-Inhibitor- BRAF-Inhibitor-
Vorbehandlung Vorbehandlung
Endpunkt Pembrolizumab Ipilimumab Pembrolizumab Ipilimumab Pembrolizumab Ipilimumab10 mg/kg KG (n=170) 10 mg/kg KG (n=55) 10 mg/kg KG (n=52)alle 2 oder alle 2 oder alle 2 oder3 Wochen 3 Wochen 3 Wochen(gepoolt) (gepoolt) (gepoolt)
Überleben ohne 0,61 --- 0,52 --- 0,76 ---
Fortschreiten der (0,49; 0,76) (0,35; 0,78) (0,51; 1,14)
Krebserkrankung(PFS) Hazard-
Ratio* (95-%-
KI)
Gesamt- 0,68 --- 0,70 --- 0,66 ---überleben (OS) (0,52; 0,88) (0,40; 1,22) (0,41; 1,04)
Hazard-Ratio*(95-%-KI)
ORR % 38 % 14 % 41 % 15 % 24 % 10 %
* Hazard-Ratio (Pembrolizumab im Vergleich zu Ipilimumab) basierend auf dem stratifizierten Cox-Proportional-
Hazardmodell
PD-L1-Status bei MelanomIn KEYNOTE-002 wurde als Teil der finalen Analyse eine Subgruppenanalyse der Patienten mitpositivem PD-L1-Status ('PD-L1-Expression in ≥ 1 % der Tumorzellen sowie der tumorassoziierten
Immunzellen im Verhältnis zu allen lebensfähigen Tumorzellen - MEL Score“) versus negativem
PD-L1-Status durchgeführt. Die PD-L1-Expression wurde nachträglich mit einemimmunhistochemischen (IHC) Test mit einem 22C3-Anti-PD-L1-Antikörper untersucht. Unter den
Patienten, die für eine Auswertung der PD-L1-Expression (79 %) in Frage kamen, waren 69 %(n=294) PD-L1-positiv und 31 % (n=134) PD-L1-negativ. Die Wirksamkeitsergebnisse entsprechend
PD-L1-Expression sind in Tabelle 8 zusammengefasst.
Tabelle 8: Wirksamkeitsergebnisse entsprechend PD-L1-Expression in KEYNOTE-002
Endpunkt Pembrolizumab Chemotherapie Pembrolizumab Chemotherapie2 mg/kg KG alle 2 mg/kg KG alle3 Wochen 3 Wochen
PD-L1-positiv PD-L1-negativ
Überleben ohne 0,55 --- 0,81 ---
Fortschreiten der (0,40; 0,76) (0,50; 1,31)
Krebserkrankung(PFS) Hazard-
Ratio* (95-%-KI)
Gesamtüberleben 0,90 --- 1,18 ---(OS) Hazard-Ratio* (0,63; 1,28) (0,70; 1,99)(95-%-KI)
ORR % 25 % 4 % 10 % 8 %
* Hazard-Ratio (Pembrolizumab im Vergleich zu Chemotherapie) basierend auf dem stratifizierten Cox-Proportional-
Hazardmodell
In KEYNOTE-006 wurde als Teil der finalen Analyse eine Subgruppenanalyse der Patienten mitpositivem PD-L1-Status (n=671; 80 %) versus negativem PD-L1-Status (n=150; 18 %) durchgeführt.
Unter den Patienten, die für eine Auswertung der PD-L1-Expression (98 %) in Frage kamen, waren82 % PD-L1-positiv und 18 % PD-L1-negativ. Die Wirksamkeitsergebnisse entsprechend PD-L1-
Expression sind in Tabelle 9 zusammengefasst.
Tabelle 9: Wirksamkeitsergebnisse entsprechend PD-L1-Expression in KEYNOTE-006
Endpunkt Pembrolizumab Ipilimumab Pembrolizumab Ipilimumab10 mg/kg KG alle 10 mg/kg KG alle2 oder 3 Wochen 2 oder 3 Wochen(gepoolt) (gepoolt)
PD-L1-positiv PD-L1-negativ
Überleben ohne 0,53 --- 0,87 ---
Fortschreiten der (0,44; 0,65) (0,58; 1,30)
Krebserkrankung(PFS) Hazard-Ratio*(95-%-KI)
Gesamtüberleben 0,63 --- 0,76 ---(OS) Hazard-Ratio* (0,50; 0,80) (0,48; 1,19)(95-%-KI)
ORR % 40 % 14 % 24 % 13%
* Hazard-Ratio (Pembrolizumab im Vergleich zu Ipilimumab) basierend auf dem stratifizierten Cox-Proportional-
Hazardmodell
Melanom des AugesBei 20 Patienten mit Melanom des Auges, die in KEYNOTE-001 eingeschlossen waren, wurde keinobjektives Ansprechen berichtet; eine stabile Erkrankung wurde bei 6 Patienten berichtet.
KEYNOTE-716: Placebokontrollierte Studie zur adjuvanten Behandlung von Patienten mitreseziertem Stadium-IIB- oder -IIC-Melanom
Die Wirksamkeit von Pembrolizumab wurde in KEYNOTE-716, einer multizentrischen,randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studie bei Patienten mit reseziertem Stadium-
IIB- oder -IIC-Melanom, untersucht. Insgesamt 976 Patienten erhielten randomisiert (1:1) entweder
Pembrolizumab 200 mg (oder die bei Kindern und Jugendlichen [im Alter von 12 bis 17 Jahren]empfohlene Dosis von 2 mg/kg KG als intravenöse Gabe [bis zu einem Maximum von 200 mg]) alledrei Wochen (n=487) oder Placebo (n=489) bis zu einem Jahr oder bis zum Auftreten eines Rezidivsoder unzumutbarer Toxizität. Die Randomisierung wurde stratifiziert nach Tumorstadiumentsprechend der Klassifikation des 'American Joint Committee on Cancer“ (AJCC), 8. Auflage.
Patienten mit einer aktiven Autoimmunerkrankung oder einer Erkrankung, die eine Immunsuppressionerforderte, sowie Patienten, die ein Melanom der Schleimhaut oder des Auges hatten, waren von der
Studie ausgeschlossen. Patienten, die außer einer Operation vorher eine andere Therapie des
Melanoms erhalten hatten, waren von der Studie ausgeschlossen. Die Patienten unterzogen sich ab
Randomisierung bis einschließlich des vierten Jahres alle 6 Monate bildgebender Kontrolle undanschließend einmal im fünften Jahr ab Randomisierung oder bis zum Auftreten eines Rezidivs, jenachdem, was zuerst eintrat.
Die 976 Patienten waren zu Studienbeginn wie folgt charakterisiert: medianes Alter 61 Jahre (Spanne:16-87 Jahre; 39 % waren 65 Jahre oder älter; zwei jugendliche Patienten [einer je Behandlungsarm]);60 % waren Männer; und es lag ein ECOG-Performance-Status von 0 (93 %) bzw. 1 (7 %) vor. 64 %der Patienten wiesen Tumorstadium IIB und 35 % Tumorstadium IIC auf.
Primärer Wirksamkeitsendpunkt war das vom Prüfarzt beurteilte Rezidivfreie Überleben('recurrence-free survival“ [ RFS]) in der Gesamtpopulation. Hierbei war RFS als Zeitraum zwischen
Zeitpunkt der Randomisierung und Zeitpunkt des Auftretens des ersten Rezidivs (lokal, regional oder
Fernmetastasenbildung) oder Zeitpunkt des Todes definiert, je nachdem welches Ereignis zuersteintrat. Sekundäre Wirksamkeitsendpunkte waren Fernmetastasenfreies Überleben ('distantmetastasis-free survival“ [ DMFS]) und OS in der Gesamtpopulation. Zum Zeitpunkt dieser Analysenwurde OS nicht formal bewertet. Die Studie zeigte in ihrer präspezifizierten Interimsanalyse zunächsteine statistisch signifikante Verbesserung des RFS (HR 0,65; 95-%-KI: 0,46; 0,92; p-Wert = 0,00658)für die in den Pembrolizumab-Arm randomisierten Patienten im Vergleich zu Placebo. Die Ergebnisseder präspezifizierten finalen Analyse für RFS nach einer medianen Nachbeobachtungszeit von20,5 Monaten sind in Tabelle 10 zusammengefasst. Im Vergleich zu Placebo waren die aktualisierten
RFS-Ergebnisse nach einer medianen Nachbeobachtungszeit von 38,5 Monaten mit denen der finalen
Analyse für RFS bei Patienten, die in den Pembrolizumab-Arm randomisiert wurden, konsistent (HR0,62; 95-%-KI: 0,49; 0,79) (siehe Abbildung 4). Die Studie zeigte in ihrer präspezifizierten
Interimsanalyse bei einer medianen Nachbeobachtungszeit von 26,9 Monaten eine statistischsignifikante Verbesserung des DMFS (HR 0,64; 95-%-KI: 0,47; 0,88; p-Wert = 0,00292) bei
Patienten, die in den Pembrolizumab-Arm randomisiert wurden im Vergleich zu Placebo. Die
Ergebnisse der präspezifizieren finalen Analyse des DMFS bei einer medianen Nachbeobachtungszeitvon 38,5 Monaten sind in Tabelle 10 und Abbildung 5 zusammengefasst.
Tabelle 10: Wirksamkeitsergebnisse in KEYNOTE-716
Endpunkt Pembrolizumab Placebo200 mg alle 3 Wochenn=487 n=489
Rezidivfreies Überleben (RFS)
Anzahl (%) Patienten mit Ereignis 72 (15 %) 115 (24 %)
Median in Monaten (95-%-KI) N.e. (N.e.; N.e.) N.e. (29,9; N.e.)
Hazard-Ratio* (95-%-KI) 0,61 (0,45; 0,82)p-Wert (stratifizierter Log-Rank)† 0,00046
Fernmetastasenfreies Überleben(DMFS)
Anzahl (%) Patienten mit Ereignis 74 (15,2 %) 119 (24,3 %)
Median in Monaten (95-%-KI) N.e. (N.e.; N.e.) N.e. (N.e.; N.e.)
Hazard-Ratio* (95-%-KI) 0,59 (0,44; 0,79)
* Basierend auf dem stratifizierten Cox-Proportional-Hazardmodell† Nominaler p-Wert basierend auf dem Log-Rank-Test, stratifiziert nach Tumorstadium entsprechend der Klassifikationdes 'American Joint Committee on Cancer“ (AJCC), 8. Auflage
N.e. = nicht erreicht
Abbildung 4: Kaplan-Meier-Kurve des Rezidivfreien Überlebens (RFS) nach
Behandlungsarm in KEYNOTE-716 (Intent-to-Treat-Population)
Behandlungsarm RFS-Rate im 36. Monat HR (95-%-KI)
Pembrolizumab 76 % 0,62 (0,49; 0,79)
Placebo 63 %
Zeit in Monaten
Anzahl Risikopatienten
Pembrolizumab
Placebo
Rezidivfreies Überleben (RFS) in %
Abbildung 5: Kaplan-Meier-Kurve des Fernmetastasenfreien Überlebens (DMFS) nach
Behandlungsarm in KEYNOTE-716 (Intent-to-Treat-Population)
Behandlungsarm DMFS-Rate im 36. Monat HR (95-%-KI)
Pembrolizumab 84 % 0,59 (0,44; 0,79)
Placebo 75 %
Zeit in Monaten
Anzahl Risikopatienten
Pembrolizumab
Placebo
KEYNOTE-054: Placebokontrollierte Studie zur adjuvanten Behandlung von Patienten mit vollständigreseziertem Stadium-III-Melanom
Die Wirksamkeit von Pembrolizumab wurde in KEYNOTE-054, einer multizentrischen,randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studie bei Patienten mit vollständig reseziertem
Stadium-IIIA- (> 1 mm Lymphknoten-Metastasen), -IIIB- oder -IIIC-Melanom, untersucht. Insgesamt1 019 erwachsene Patienten erhielten randomisiert (1:1) entweder Pembrolizumab 200 mg alle drei
Wochen (n=514) oder Placebo (n=505) bis zu einem Jahr lang oder bis zum Wiederauftreten der
Krebserkrankung oder bis zum Auftreten unzumutbarer Toxizität. Die Randomisierung wurdestratifiziert nach Tumorstadium entsprechend der Klassifikation des AJCC, 7. Auflage (IIIA vs. IIIBvs. IIIC 1-3 positive Lymphknoten vs. IIIC ≥ 4 positive Lymphknoten) sowie nach geografischer
Region (Nordamerika, europäische Länder, Australien sowie andere Länder, wie angegeben). Die
Patienten mussten sich einer Lymphknotendissektion unterzogen haben und, falls indiziert, eine
Strahlentherapie innerhalb von 13 Wochen vor Beginn der Behandlung erhalten haben. Patienten miteiner aktiven Autoimmunerkrankung oder einer Erkrankung, die eine Immunsuppression erforderte,sowie Patienten, die ein Melanom der Schleimhaut oder des Auges hatten, waren von der Studieausgeschlossen. Patienten, die außer einer Operation oder einer Interferonbehandlung für dickeprimäre Melanome ohne Hinweis auf Lymphknotenbeteiligung vorher eine andere Therapie des
Melanoms erhalten hatten, waren von der Studie ausgeschlossen. Die Patienten unterzogen sich nachder ersten Dosis Pembrolizumab in den ersten beiden Jahren alle 12 Wochen bildgebender Kontrolle,anschließend vom dritten bis zum fünften Jahr alle 6 Monate, im Anschluss daran einmal pro Jahr.
Fernmetastasenfreies Überleben (DMFS) in %
Die 1 019 Patienten waren zu Studienbeginn wie folgt charakterisiert: medianes Alter 54 Jahre (25 %waren 65 Jahre oder älter); 62 % waren Männer; und es lag ein ECOG-Performance-Status von 0(94 %) bzw. 1 (6 %) vor. Bei 16 % der Patienten lag Tumorstadium IIIA; bei 46 % Tumorstadium
IIIB; bei 18 % Tumorstadium IIIC (1-3 positive Lymphknoten) und bei 20 % Tumorstadium IIIC(≥ 4 positive Lymphknoten) vor; 50 % hatten Tumoren mit BRAF-V600-Mutation und 44 % hatten
Tumoren mit BRAF-Wildtyp. Die PD-L1-Expression wurde retrospektiv mittels eines IHC-Tests mitdem 22C3-Anti-PD-L1-Antikörper bestimmt; 84 % der Patienten hatten ein PD-L1-positives Melanom(PD-L1-Expression bei ≥ 1 % der Tumorzellen und der tumorassoziierten Immunzellen im Verhältniszu allen lebensfähigen Tumorzellen). Das gleiche Scoring-System wurde im Anwendungsgebiet'metastasierendes Melanom“ angewendet (MEL-Score).
Primärer Wirksamkeitsendpunkt war das vom Prüfarzt beurteilte Rezidivfreie Überleben (RFS) in der
Gesamtpopulation und in der Population mit PD-L1-positiven Tumoren. Hierbei war RFS als
Zeitraum zwischen Zeitpunkt der Randomisierung und Zeitpunkt des Auftretens des ersten Rezidivs(lokal, regional oder Fernmetastasenbildung) oder Zeitpunkt des Todes definiert, je nachdem welches
Ereignis zuerst eintrat. Sekundäre Wirksamkeitsendpunkte waren Fernmetastasenfreies Überleben(DMFS) und OS in der Gesamtpopulation sowie in der Population mit PD-L1-positiven Tumoren.
Zum Zeitpunkt dieser Analysen wurde OS nicht formal bewertet. Die Studie zeigte in ihrerpräspezifizierten Interimsanalyse zunächst eine statistisch signifikante Verbesserung des RFS (HR0,57; 98,4-%-KI: 0,43; 0,74; p-Wert < 0,0001) für die randomisierten Patienten im Pembrolizumab-
Arm im Vergleich zu Placebo. Aktualisierte Wirksamkeitsergebnisse nach einer medianen
Nachbeobachtungszeit von 45,5 Monaten sind in Tabelle 11 und in den Abbildungen 6 und7 zusammengefasst.
Tabelle 11: Wirksamkeitsergebnisse in KEYNOTE-054
Endpunkt Pembrolizumab Placebo200 mg alle 3 Wochenn=514 n=505
Rezidivfreies Überleben (RFS)
Anzahl (%) Patienten mit Ereignis 203 (40 %) 288 (57 %)
Median in Monaten (95-%-KI) N.e. 21,4 (16,3; 27,0)
Hazard-Ratio* (95-%-KI) 0,59 (0,49; 0,70)
Fernmetastasenfreies Überleben(DMFS)
Anzahl (%) Patienten mit Ereignis 173 (34 %) 245 (49 %)
Median in Monaten (95-%-KI) N.e. 40,0 (27,7; N.e.)
Hazard-Ratio* (95-%-KI) 0,60 (0,49; 0,73)p-Wert (stratifizierter Log-Rank) < 0,0001
* Basierend auf dem stratifizierten Cox-Proportional-Hazardmodell
N.e. = nicht erreicht
Abbildung 6: Kaplan-Meier-Kurve des Rezidivfreien Überlebens (RFS) nach
Behandlungsarm in KEYNOTE-054 (Intent-to-Treat-Population)
Abbildung 7: Kaplan-Meier-Kurve des Fernmetastasenfreien Überlebens (DMFS) nach
Behandlungsarm in KEYNOTE-054 (Intent-to-Treat-Population)
Der Vorteil hinsichtlich Rezidivfreien Überlebens (RFS) sowie Fernmetastasenfreien Überlebens(DMFS) wurde durchgängig in allen Subgruppen, einschließlich PD-L1-Tumorexpression, BRAF-
Mutations-Status sowie Erkrankungsstadium nachgewiesen (gemäß AJCC, 7. Auflage). Diese
Ergebnisse entsprachen denjenigen einer Post-Hoc-Analyse nach Reklassifizierung gemäß
Einstufungs-Kriterien der aktuellen 8. Auflage des AJCC.
Nicht-kleinzelliges LungenkarzinomKEYNOTE-671: Kontrollierte Studie zur neoadjuvanten und adjuvanten Behandlung von Patientenmit resezierbarem nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC)
Die Wirksamkeit von Pembrolizumab in Kombination mit Platin-basierter Chemotherapie zurneoadjuvanten und anschließend als Monotherapie zur adjuvanten Behandlung, wurde in
KEYNOTE-671, einer multizentrischen, randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studieuntersucht. Die wichtigsten Einschlusskriterien waren zuvor unbehandelte Patienten mit resezierbarem
NSCLC und hohem Rezidivrisiko (Stadium II, IIIA oder IIIB (N2) gemäß AJCC, 8. Ausgabe),ungeachtet der mittels PD-L1 IHC 22C3 pharmDxTM Kit bestimmten PD-L1-Tumorexpression. Testsauf genomische Tumoraberrationen oder onkogene Treibermutationen waren für die Aufnahme in die
Studie nicht obligatorisch.
Die folgenden Selektionskriterien definieren Patienten mit hohem Rezidivrisiko, die in das
Anwendungsgebiet eingeschlossen sind und die eine Patientenpopulation mit einer Erkrankung des
Stadiums II - IIIB (N2) gemäß der 8. Auflage der Stagingkriterien widerspiegeln:
Tumorgröße > 4 cm; oder Tumoren jeglicher Größe, mit entweder N1- oder N2-Status; oder Tumoren,die in thorakale Strukturen eindringen (direkt in die Pleura parietalis, die Brustwand, das Zwerchfell,den Nervus phrenicus, die Pleura mediastinalis, das Perikard parietalis, das Mediastinum, das Herz,die großen Gefäße, die Luftröhre, den Nervus laryngeus recurrens, die Speiseröhre, die Wirbelkörper,die Carina); oder Tumoren, die einen Hauptbronchus mit einem Tumor > 4 cm einbeziehen; oder
Tumoren > 4 cm, die eine sich bis zum Hilus erstreckende obstruktive Atelektase verursachen; oder
Tumoren mit separaten Knoten im selben Lappen oder einem anderen ipsilateralen Lappen als dem
Primärlappen.
Falls indiziert, erhielten die Patienten eine adjuvante Strahlentherapie vor der adjuvanten Behandlungmit Pembrolizumab oder Placebo. Patienten mit einer aktiven Autoimmunerkrankung, die einesystemische Therapie innerhalb der letzten beiden Behandlungsjahre erforderte, oder einer
Erkrankung, die eine Immunsuppression erforderte, waren von der Studie ausgeschlossen. Die
Randomisierung erfolgte stratifiziert nach Stadium (II vs. III), PD-L1-Tumorexpression (TPS ≥ 50 %oder <50 %), Histologie (plattenepithelial vs. nicht-plattenepithelial) und geografischer Region(Ostasien vs. Nicht-Ostasien).
Die Patienten wurden randomisiert (1:1) einem der folgenden Studienarme zugeteilt:
* Behandlungsarm A: neoadjuvante Therapie mit Pembrolizumab 200 mg an Tag 1 in
Kombination mit Cisplatin 75 mg/m2 und entweder Pemetrexed 500 mg/m2 an Tag 1 oder
Gemcitabin 1 000 mg/m2 an den Tagen 1 und 8 eines jeden 21-tägigen Zyklus für bis zu4 Zyklen. Im Anschluss an die Operation wurde Pembrolizumab 200 mg alle 3 Wochen für biszu 13 Zyklen gegeben.
* Behandlungsarm B: neoadjuvante Therapie mit Placebo an Tag 1 in Kombination mit
Cisplatin 75 mg/m2 und entweder Pemetrexed 500 mg/m2 an Tag 1 oder Gemcitabin1 000 mg/m2 an den Tagen 1 und 8 eines jeden 21-tägigen Zyklus für bis zu 4 Zyklen. Im
Anschluss an die Operation wurde Placebo alle 3 Wochen für bis zu 13 Zyklen gegeben.
Die Gabe der Studienmedikation erfolgte jeweils als intravenöse Infusion. Die Behandlung mit
Pembrolizumab oder Placebo wurde bis zum Abschluss der Behandlung (17 Zyklen), bis zum
Fortschreiten der Krebserkrankung, das eine kurative Operation ausschloss, bis zum Auftreten eines
Rezidivs in der adjuvanten Phase, bis zum Fortschreiten der Erkrankung bei denjenigen, die nichtoperiert wurden oder eine unvollständige Resektion hatten und in die adjuvante Phase eintraten, oderbis zum Auftreten unzumutbarer Toxizität fortgeführt. Eine Bewertung des Tumorstatus erfolgte zu
Studienbeginn, in Woche 7 und Woche 13 der neoadjuvanten Phase sowie innerhalb von 4 Wochenvor Beginn der adjuvanten Phase. Nach Beginn der adjuvanten Phase wurde die Bewertung des
Tumorstatus alle 16 Wochen bis zum Ende des dritten Jahres und danach alle 6 Monate durchgeführt.
Primäre Wirksamkeitsendpunkte waren OS und das vom Prüfarzt beurteilte Ereignisfreie Überleben('Event Free Survival“ [EFS]). Sekundäre Wirksamkeitsendpunkte waren die pathologische
Komplettremissionsrate ('pathological Complete Response“ [pCR]-Rate) und die Rate starkenpathologischen Ansprechens ('major Pathological Response“ [mPR]-Rate) die mittels einerverblindeten unabhängigen pathologischen Beurteilung ('Blinded Independent Pathology Review“[BIPR]) bewertet wurden.
Insgesamt wurden 797 Patienten in KEYNOTE-671 randomisiert: 397 Patienten in den
Pembrolizumab-Arm und 400 Patienten in den Placebo-Arm. Zu Studienbeginn waren sie wie folgtcharakterisiert: medianes Alter 64 Jahre (Spanne: 26 bis 83 Jahre), 45 % waren 65 Jahre oder älter;71 % waren Männer; 61 % waren kaukasischer, 31 % asiatischer und 2 % afrikanischer Herkunft. Bei63 % bzw. 37 % lag ein ECOG-Performance-Status von 0 bzw. 1 vor; 30 % wiesen ein
Erkrankungsstadium von II und 70 % von III auf; 33 % zeigten einen TPS ≥ 50 % und 67 % einen
TPS < 50 %; 43 % hatten Tumoren mit plattenepithelialer Histologie und 57 % mit nicht-plattenepithelialer Histologie; 31 % stammten aus der Region Ostasien. Bei 4 % der Patienten zeigtensich EGFR-Mutationen und bei 66 % war der EGFR-Mutationsstatus unbekannt. Bei 3 % der
Patienten lagen ALK-Translokationen vor und bei 68 % war der ALK-Translokationsstatus unbekannt.
Im Behandlungsarm mit Pembrolizumab in Kombination mit Platin-basierter Chemotherapie hatten81 % der Patienten eine kurative Operation, verglichen mit 76 % der Patienten im Behandlungsarmmit Platin-basierter Chemotherapie.
Die Studie zeigte statistisch signifikante Verbesserungen hinsichtlich OS, EFS, pCR und mPR bei
Patienten, die zu Pembrolizumab in Kombination mit Platin-basierter Chemotherapie gefolgt von
Pembrolizumab-Monotherapie randomisiert wurden, im Vergleich zu Patienten, die randomisiert
Placebo in Kombination mit Platin-basierter Chemotherapie gefolgt von Placebo allein erhielten. Beieiner präspezifizierten Interimsanalyse [mediane Nachbeobachtungszeit von 21,4 Monaten (Spanne:0,4 bis 50,6 Monate)] lag die EFS-HR bei 0,58 (95-%-KI: 0,46; 0,72; p-Wert < 0,0001) bei Patienten,die zu Pembrolizumab in Kombination mit Platin-basierter Chemotherapie gefolgt von
Pembrolizumab-Monotherapie randomisiert wurden, im Vergleich zu Patienten, die randomisiert
Placebo in Kombination mit Platin-basierter Chemotherapie gefolgt von Placebo allein erhielten. Die
OS-Ergebnisse waren zum Zeitpunkt dieser Analyse noch nicht aussagekräftig.
Tabelle 12 enthält eine Zusammenfassung der entscheidenden Wirksamkeitsendpunkte zum Zeitpunkteiner präspezifizierten Interimsanalyse bei einer medianen Nachbeobachtungszeit von 29,8 Monaten(Spanne: 0,4 bis 62,0 Monate). Die Kaplan-Meier-Kurven für OS und EFS sind in den Abbildungen 8und 9 dargestellt.
Tabelle 12: Wirksamkeitsergebnisse in KEYNOTE-671
Endpunkt Pembrolizumab mit Placebo mit
Chemotherapie/Pembrolizumab Chemotherapie/Placebon=397 n=400
Gesamtüberleben (OS)
Anzahl (%) Patienten mit 110 (28 %) 144 (36 %)
Ereignis
Median in Monaten* N.e. (N.e.; N.e.) 52,4 (45,7; N.e.)(95-%-KI)
Hazard-Ratio† (95-%-KI) 0,72 (0,56; 0,93)p-Wert‡ 0,00517
Ereignisfreies Überleben(EFS)
Anzahl (%) Patienten mit 174 (44 %) 248 (62 %)
Ereignis
Median in Monaten* 47,2 (32,9; N.e.) 18,3 (14,8; 22,1)(95-%-KI)
Hazard-Ratio† (95-%-KI) 0,59 (0,48; 0,72)
* Basierend auf Kaplan-Meier-Schätzungen† Basierend auf dem Cox-Regressionsmodell mit der Behandlung als Kovariate stratifiziert nach Stadium, PD-L1-
Tumorexpression, Histologie und geographischer Region‡ Basierend auf dem stratifizierten Log-Rank-Test
N.e. = nicht erreicht
Abbildung 8: Kaplan-Meier-Kurve des Gesamtüberlebens (OS) nach Behandlungsarm in
KEYNOTE-671 (Intent-to-Treat-Population)
Behandlungsarm OS-Rate im 30. Monat HR (95-%-KI) p-Wert
Pembrolizumab 74 % 0,72 (0,56; 0,93) 0,00517
Kontrolle 68 %
Zeit in Monaten
Anzahl Risikopatienten
Pembrolizumab
Kontrolle
Gesamtüberleben (OS) in %
Abbildung 9: Kaplan-Meier-Kurve des Ereignisfreien Überlebens (EFS) nach
Behandlungsarm in KEYNOTE-671 (Intent-to-Treat-Population)
Behandlungsarm EFS-Rate im 30. Monat HR (95-%-KI)
Pembrolizumab 57 % 0,59 (0,48; 0,72)
Kontrolle 38 %
Zeit in Monaten
Anzahl Risikopatienten
Pembrolizumab
Kontrolle
In KEYNOTE-671 wurde eine explorative Post-hoc-Subgruppenanalyse der Patienten mit PD-L1-
Status mit TPS ≥ 50% (Pembrolizumab-Arm [n=132; 33 %] vs. Placebo-Arm [n=134; 34 %]);
TPS=1-49 % (Pembrolizumab-Arm [n=127; 32 %] vs. Placebo-Arm [n=115; 29 %]) und TPS < 1 %(Pembrolizumab-Arm [n=138; 35 %] vs. Placebo-Arm [n=151; 38 %]) durchgeführt. Die EFS-HRbetrug 0,48 (95-%-KI: 0,33; 0,71) bei Patienten mit einem TPS ≥ 50 %, 0,52 (95-%-KI: 0,36; 0,73) bei
Patienten mit einem TPS=1-49 % und 0,75 (95-%-KI: 0,56; 1,01) bei Patienten mit einem TPS < 1 %.
Die OS-HR betrug 0,55 (95-%-KI: 0,33; 0,92) bei Patienten mit einem TPS ≥ 50 %, 0,69 (95-%-KI:0,44; 1,07) bei Patienten mit einem TPS=1-49 % und 0,91 (95-%-KI: 0,63; 1,32) bei Patienten miteinem TPS < 1 %.
KEYNOTE-091: Placebokontrollierte Studie zur adjuvanten Behandlung von Patienten mitreseziertem NSCLC
Die Wirksamkeit von Pembrolizumab wurde in KEYNOTE-091, einer multizentrischen,randomisierten, dreifach verblindeten, placebokontrollierten Studie bei Patienten mit NSCLC undhohem Rezidivrisiko (Stadium IB [T2a ≥ 4 cm], II oder IIIA gemäß AJCC, 7. Auflage) nachvollständiger Resektion, unabhängig vom PD-L1-Expressionsstatus des Tumors, untersucht. Die
Patienten hatten keine vorhergehende neoadjuvante Strahlentherapie und/oder neoadjuvante
Chemotherapie und keine vorhergehende adjuvante Strahlentherapie für den bestehenden Tumorerhalten, eine adjuvante Strahlentherapie war nicht geplant. Tests auf genomische
Tumoraberrationen/onkogene Treibermutationen waren für die Aufnahme in die Studie nichtobligatorisch.
Ereignisfreies Überleben (EFS) in %
Die folgenden Selektionskriterien definieren Patienten mit hohem Rezidivrisiko, die in das
Anwendungsgebiet eingeschlossen sind und die eine Patientenpopulation mit einer Erkrankung des
Stadiums IB [T2a ≥ 4 cm], II oder IIIA gemäß der 7. Auflage der Stagingkriterien widerspiegeln:
Tumorgröße ≥ 4 cm; oder Tumoren jeglicher Größe, mit entweder N1- oder N2-Status; oder Tumoren,die in thorakale Strukturen eindringen (direkt in die Pleura parietalis, die Brustwand, das Zwerchfell,den Nervus phrenicus, die Pleura mediastinalis, das Perikard parietalis, das Mediastinum, das Herz,die großen Gefäße, die Luftröhre, den Nervus laryngeus recurrens, die Speiseröhre, die Wirbelkörper,die Carina); oder Tumoren, die den Hauptbronchus < 2 cm distal der Carina einbeziehen, jedoch ohne
Beteiligung der Carina; oder Tumoren, die mit Atelektasen oder obstruktiver Pneumonitis dergesamten Lunge einhergehen; oder Tumoren mit separaten Knoten im selben Lappen oder einemanderen ipsilateralen Lappen als dem Primärlappen. Die Studie inkludierte keine Patienten mit
N2-Status mit Tumoren, die auch das Mediastinum, das Herz, die großen Gefäße, die Luftröhre, den
Nervus laryngeus recurrens, die Speiseröhre, die Wirbelkörper, die Carina einbezogen oder dieseparate Tumorknoten in einem anderen ipsilateralen Lappen aufwiesen.
Die Patienten konnten mit einer adjuvanten Chemotherapie vorbehandelt sein oder nicht, entsprechendder Empfehlung ihres Arztes. Patienten mit einer Autoimmunerkrankung, die eine systemische
Therapie innerhalb der letzten beiden Behandlungsjahre erforderte oder Patienten mit einer
Erkrankung, die eine Immunsuppression erforderte, sowie Patienten, die mehr als 4 Zyklen adjuvanter
Chemotherapie erhalten hatten, waren von der Studie ausgeschlossen. Die Randomisierung erfolgtestratifiziert nach Stadium (IB vs. II vs. IIIA), adjuvanter Chemotherapie (keine adjuvante
Chemotherapie vs. adjuvante Chemotherapie), PD-L1-Status (TPS < 1 % [negativ] vs. TPS 1-49 % vs.
TPS ≥ 50 %) und geografischer Region (Westeuropa vs. Osteuropa vs. Asien vs. Rest der Welt). Die
Patienten erhielten randomisiert (1:1) entweder Pembrolizumab 200 mg (n=590) oder Placebo (n=587)intravenös alle 3 Wochen.
Die Behandlung wurde bis zu einem gemäß RECIST-v1.1-Kriterien definierten, vom Prüfarztermittelten Fortschreiten der Krebserkrankung, Auftreten unzumutbarer Toxizität oder bis zu einer
Dauer von ca. einem Jahr (18 Dosen) fortgeführt. Die Patienten unterzogen sich nach der ersten Dosis
Pembrolizumab im ersten Jahr alle 12 Wochen bildgebender Kontrolle, anschließend vom zweiten biszum dritten Jahr alle 6 Monate, im Anschluss daran einmal jährlich bis zum Ende des fünften Jahres.
Nach dem fünften Jahr erfolgt die bildgebende Kontrolle entsprechend lokalem Behandlungsstandard.
Von 1 177 randomisierten Patienten erhielten 1 010 (86 %) nach vollständiger Resektion eineadjuvante Platin-basierte Chemotherapie. Diese 1 010 Patienten in KEYNOTE-091 waren zu
Studienbeginn wie folgt charakterisiert: medianes Alter 64 Jahre (Spanne: 35 bis 84 Jahre), 49 %waren 65 Jahre oder älter; 68 % waren Männer; 77 % waren kaukasischer und 18 % asiatischer
Herkunft; 86 % waren aktive oder ehemalige Raucher. Bei 61 % bzw. 39 % lag ein
ECOG-Performance-Status von 0 bzw. 1 vor. 12 % wiesen ein Erkrankungsstadium von IB(T2a ≥ 4 cm), 57 % von II und 31 % von IIIA auf. 39 % waren PD-L1-Nicht-Exprimierer (TPS < 1 %[negativ]); 33 % zeigten eine PD-L1-Tumorexpression von TPS 1-49 %, 28 % von TPS ≥ 50 %. 7 %hatten bekannte EGFR-Mutationen, 38 % keine EGFR-Mutationen und bei 56 % war der EGFR-
Mutationsstatus unbekannt. 52 % stammten aus Westeuropa, 20 % aus Osteuropa, 17 % aus Asien und11 % aus dem Rest der Welt.
Primäre Wirksamkeitsendpunkte waren das vom Prüfarzt beurteilte Krankheitsfreie Überleben('Disease Free Survival“ [DFS]) in der Gesamtpopulation und in der Population mit einer PD-L1-
Tumorexpression von TPS ≥ 50 %. Hierbei war DFS als Zeitraum zwischen Zeitpunkt der
Randomisierung und Zeitpunkt des Auftretens des ersten Rezidivs (lokal, regional oder
Fernmetastasenbildung), eines zweiten Tumors oder Zeitpunkt des Todes definiert, je nachdemwelches Ereignis zuerst eintrat. Sekundäre Wirksamkeitsendpunkte waren das vom Prüfarzt beurteilte
DFS in der Population mit einer PD-L1-Tumorexpression von TPS ≥ 1 % sowie OS in der
Gesamtpopulation und in den Populationen mit einer PD-L1-Tumorexpression von TPS ≥ 50% und
TPS ≥ 1 %.
Bei einer präspezifizierten Interimsanalyse mit einer medianen Nachbeobachtungszeit von32,4 Monaten (Spanne: 0,6 bis 68 Monate) zeigte die Studie eine statistisch signifikante Verbesserungdes DFS in der Gesamtpopulation (HR = 0,76 [95-%-KI: 0,63; 0,91; p-Wert = 0,0014]) bei Patienten,die in den Pembrolizumab-Arm randomisiert wurden im Vergleich zu in den Placebo-Armrandomisierten Patienten. Tabelle 13 und Abbildung 10 enthalten eine Zusammenfassung der
Wirksamkeitsergebnisse bei finaler Analyse des DFS nach einer medianen Nachbeobachtungszeit von46,7 Monaten (Spanne: 0,6 bis 84,2 Monate) bei Patienten mit adjuvanter Chemotherapie. Die
OS-Ergebnisse waren zum Zeitpunkt dieser Analyse mit nur 58 % der präspezifizierten OS-Ereignissein der Gesamtpopulation noch nicht aussagekräftig. Eine explorative Analyse des OS deutete bei
Patienten, die eine adjuvante Chemotherapie erhalten haben, auf einen Trend zugunsten von
Pembrolizumab mit einer HR von 0,79 (95-%-KI: 0,62; 1,01) im Vergleich zu Placebo hin.
Tabelle 13: Wirksamkeitsergebnisse in KEYNOTE-091 bei Patienten, die eine adjuvante
Chemotherapie erhalten haben
Endpunkt Pembrolizumab Placebo200 mg alle3 Wochenn=506 n=504
Krankheitsfreies Überleben (DFS)
Anzahl (%) Patienten mit Ereignis 225 (44 %) 262 (52 %)
Hazard-Ratio* (95-%-KI) 0,76 (0,64; 0,91)
Median in Monaten (95-%-KI) 53,8 (46,2; 70,4) 40,5 (32,9; 47,4)
* Basierend auf dem multivariaten Cox-Regressionsmodell
Abbildung 10: Kaplan-Meier-Kurve des Krankheitsfreien Überlebens (DFS) nach
Behandlungsarm in KEYNOTE-091 (bei Patienten, die eine adjuvante
Chemotherapie erhalten haben)
Behandlungsarm DFS-Rate im 24. Monat HR (95-%-KI)
Pembrolizumab 67 % 0,76 (0,64; 0,91)
Placebo 59 %
Zeit in Monaten
Anzahl Risikopatienten
Pembrolizumab
Placebo
KEYNOTE-024: Kontrollierte Studie bei nicht vorbehandelten Patienten mit NSCLCDie Sicherheit und Wirksamkeit von Pembrolizumab wurde in KEYNOTE-024, einermultizentrischen, offenen, kontrollierten Studie bei nicht-vorbehandelten Patienten mitmetastasierendem NSCLC untersucht. Bei den Patienten lag eine mittels PD-L1 IHC 22C3pharmDxTM Kit bestimmte PD-L1-Expression mit einem TPS ≥ 50 % ('Tumour Proportion Score“[prozentualer Anteil PD-L1-positiver Tumorzellen einer Gewebeprobe]) vor.
Die Patienten erhielten randomisiert (1:1) entweder Pembrolizumab in einer Dosierung von 200 mgalle 3 Wochen (n=154) oder eine vom Prüfarzt ausgewählte Platin-haltige Chemotherapie (n=151;einschließlich Pemetrexed+Carboplatin, Pemetrexed+Cisplatin, Gemcitabin+Cisplatin,
Gemcitabin+Carboplatin oder Paclitaxel+Carboplatin. Patienten mit nicht-plattenepithelialem NSCLCkonnten eine Pemetrexed-Erhaltungstherapie bekommen). Die Patienten wurden bis zum Auftretenunzumutbarer Toxizität oder bis zu einem Fortschreiten der Krebserkrankung mit Pembrolizumabbehandelt. Die Behandlung konnte bei Fortschreiten der Erkrankung fortgeführt werden, sofern der
Patient klinisch stabil war und nach Ermessen des Prüfarztes von der Behandlung klinisch profitierte.
Patienten ohne Fortschreiten der Krebserkrankung konnten bis zu 24 Monate behandelt werden. Vonder Studie ausgeschlossen wurden Patienten mit Tumoren mit aktivierender EGFR-Mutation oder
ALK-Translokation; einer Autoimmunerkrankung, die eine systemische Therapie innerhalb der letztenbeiden Behandlungsjahre erforderte; einer Erkrankung, die eine Immunsuppression erforderte, sowie
Patienten, deren thorakale Strahlendosis 30 Gy innerhalb der vorangegangenen 26 Wochenüberschritten hatte. Eine Bewertung des Tumorstatus erfolgte alle 9 Wochen. Patienten unter
Krankheitsfreies Überleben (DFS) in %
Chemotherapie mit einem von unabhängiger Seite bestätigtem Fortschreiten der Krebserkrankung,konnten in den Pembrolizumab-Arm wechseln.
Die 305 Patienten in KEYNOTE-024 waren zu Studienbeginn wie folgt charakterisiert: medianes
Alter 65 Jahre (54 % waren 65 Jahre oder älter); 61 % waren Männer; 82 % waren kaukasischer und15 % waren asiatischer Herkunft; ein ECOG-Performance-Status von 0 bzw. 1 lag bei 35 % bzw.65 % vor. Krankheitsmerkmale waren: NSCLC mit Plattenepithelhistologie (18 %) und Nicht-
Plattenepithelhistologie (82 %); das Vorhandensein von Metastasen im M1-Stadium (99 %) sowie das
Vorhandensein von Hirnmetastasen (9 %).
Primärer Wirksamkeitsendpunkt war das Überleben ohne Fortschreiten der Krebserkrankung (PFS),bewertet mittels einer verblindeten, unabhängigen und zentralen Beurteilung ('Blinded Independentcentral Review“ [BICR]) gemäß RECIST-v1.1-Kriterien. Sekundäre Wirksamkeitsendpunkte waren
Gesamtüberleben (OS) und Objektive Ansprechrate (ORR) (bewertet mittels BICR gemäß
RECIST-v1.1-Kriterien). Tabelle 14 enthält eine Zusammenfassung der entscheidenden
Wirksamkeitsendpunkte für die gesamte Intent-to-Treat(ITT)-Population. Die Ergebnisse für das
Überleben ohne Fortschreiten der Krebserkrankung (PFS) sowie der Objektiven Ansprechrate (ORR)wurden im Rahmen einer Interimsanalyse nach einer medianen Nachbeobachtungszeit von11 Monaten berichtet. Die Ergebnisse für das Gesamtüberleben (OS) wurden nach finaler Analysenach einer medianen Nachbeobachtungszeit von 25 Monaten berichtet.
Tabelle 14: Wirksamkeitsergebnisse in KEYNOTE-024
Endpunkt Pembrolizumab Chemotherapie200 mg alle 3 Wochenn=154 n=151
Überleben ohne Fortschreitender Krebserkrankung (PFS)
Anzahl (%) Patienten mit 73 (47 %) 116 (77 %)
Ereignis
Hazard-Ratio* (95-%-KI) 0,50 (0,37; 0,68)p-Wert† < 0,001
Median in Monaten (95-%-KI) 10,3 (6,7; N.v.) 6,0 (4,2; 6,2)
Gesamtüberleben (OS)
Anzahl (%) Patienten mit 73 (47 %) 96 (64 %)
Ereignis
Hazard-Ratio* (95-%-KI) 0,63 (0,47; 0,86)p-Wert† 0,002
Median in Monaten (95-%-KI) 30,0 14,2(18,3; N.v.) (9,8; 19,0)
Objektive Ansprechrate
ORR % (95-%-KI) 45 % (37; 53) 28 % (21; 36)
Vollständiges Ansprechen 4 % 1 %
Partielles Ansprechen 41 % 27 %
Dauer des Ansprechens‡
Median in Monaten (Spanne) Nicht erreicht 6,3(1,9+; 14,5+) (2,1+; 12,6+)% mit einer Dauer 88 %§ 59 %¶≥ 6 Monaten
* Hazard-Ratio (Pembrolizumab im Vergleich zu Chemotherapie) basierend auf dem stratifizierten Cox-Proportional-
Hazardmodell† Basierend auf dem stratifizierten Log-Rank-Test‡ Basierend auf Patienten mit einem besten objektiven Ansprechen als bestätigtes vollständiges oder partielles
Ansprechen§ Basierend auf Kaplan-Meier-Schätzungen; einschließlich 43 Patienten mit Ansprechen von 6 Monaten oder länger¶ Basierend auf Kaplan-Meier-Schätzungen; einschließlich 16 Patienten mit Ansprechen von 6 Monaten oder länger
N.v. = nicht verfügbar
Abbildung 11: Kaplan-Meier-Kurve des Überlebens ohne Fortschreiten der
Krebserkrankung (PFS) nach Behandlungsarm in KEYNOTE-024 (Intent-to-
Treat-Population)
Behandlungsarm PFS Rate im PFS Rate im HR6. Monat 12. Monat (95 % KI) p-Wert
Pembrolizumab 62 % 48 % 0,50 (0,37; 0,68) < 0,00190 Chemotherapie 50 % 15 %0 3 6 9 12 15 18
Zeit in Monaten
Anzahl Risikopatienten
Pembrolizumab: 154 104 89 44 22 3 1
Chemotherapie: 151 99 70 18 9 1 0
Abbildung 12: Kaplan-Meier-Kurve des Gesamtüberlebens (OS) nach Behandlungsarm in
KEYNOTE-024 (Intent-to-Treat-Population)
Behandlungsarm OS Rate OS Rateim 12. Monat im 24. Monat HR (95 % KI) p-Wert10 Pembrolizumab 70 % 52 % 0,63 (0,47; 0,86) 0,002
Chemotherapie 55 % 35 %0 3 6 9 12 15 18 21 24 27 30 33
Zeit in Monaten
Anzahl Risikopatienten
Pembrolizumab: 154 136 121 112 106 96 89 083 52 22 5
Chemotherapie: 151 123 107 88 80 70 61 55 31 016 5
Überleben ohne Fortschreiten der
Gesamtüberleben (OS) in % Krebserkrankung (PFS) in %
Im Rahmen einer Subgruppenanalyse wurde ein geringerer Überlebensvorteil für Pembrolizumab im
Vergleich zu Chemotherapie bei der geringen Anzahl der Patienten, welche nie geraucht hatten,beobachtet. Aufgrund der geringen Anzahl der Patienten können jedoch keine eindeutigen
Schlussfolgerungen aus diesen Daten gezogen werden.
KEYNOTE-042: Kontrollierte Studie bei nicht vorbehandelten Patienten mit NSCLC
Sicherheit und Wirksamkeit von Pembrolizumab wurden ebenfalls in KEYNOTE-042, einermultizentrischen, kontrollierten Studie zur Behandlung nicht vorbehandelter Patienten mit lokalfortgeschrittenem oder metastasierendem NSCLC untersucht. Das Studiendesign war dem von
KEYNOTE-024 vergleichbar, abgesehen davon, dass bei den Patienten eine mittels PD-L1 IHC 22C3pharmDxTM Kit bestimmte PD-L1-Expression mit einem TPS ≥ 1 % vorlag. Die Patienten erhieltenrandomisiert (1:1) entweder Pembrolizumab in einer Dosierung von 200 mg alle 3 Wochen (n=637)oder eine Platin-haltige Chemotherapie nach Maßgabe des Prüfarztes (n=637; entweder
Pemetrexed+Carboplatin oder Paclitaxel+Carboplatin. Patienten mit nicht-plattenepithelialem NSCLCkonnten eine Pemetrexed-Erhaltungstherapie bekommen). Eine Bewertung des Tumorstatus erfolgtealle 9 Wochen in den ersten 45 Wochen, im Anschluss daran alle 12 Wochen.
Von den 1 274 Patienten in KEYNOTE-042 lag bei 599 (47 %) Patienten eine mittels PD-L1 IHC22C3 pharmDxTM Kit bestimmte PD-L1-Expression der Tumoren mit einem TPS ≥ 50 % vor. Diese599 Patienten waren zu Studienbeginn wie folgt charakterisiert: medianes Alter 63 Jahre (45 % waren65 Jahre oder älter); 69 % waren Männer; 63 % waren kaukasischer und 32 % waren asiatischer
Herkunft; 17 % waren hispanischer oder lateinamerikanischer Herkunft; ein ECOG-Performance-
Status von 0 bzw. 1 lag bei 31 % bzw. 69 % vor. Krankheitsmerkmale waren: plattenepitheliales
NSCLC (37 %) und nicht-plattenepitheliales NSCLC (63 %); Stadium IIIA (0,8 %), Stadium IIIB(9 %), Stadium IV (90 %) sowie das Vorhandensein von behandelten Hirnmetastasen (6 %).
Primärer Wirksamkeitsendpunkt war das Gesamtüberleben (OS). Sekundäre Wirksamkeitsendpunktewaren das Überleben ohne Fortschreiten der Krebserkrankung (PFS) und die Objektive Ansprechrate(ORR) (bewertet mittels BICR gemäß RECIST-v1.1-Kriterien). Die Studie zeigte eine statistischsignifikante Verbesserung hinsichtlich des Gesamtüberlebens (OS) im Vergleich zu Chemotherapiebei den Patienten im Pembrolizumab-Monotherapie-Arm mit PD-L1 TPS ≥ 1 % exprimierenden
Tumoren (HR 0,82; 95-%-KI: 0,71; 0,93 zum Zeitpunkt der finalen Analyse) sowie bei Patienten im
Pembrolizumab-Monotherapie-Arm mit PD-L1 TPS ≥ 50 % exprimierenden Tumoren. Tabelle 15enthält eine Zusammenfassung der wichtigsten Wirksamkeitsendpunkte für die TPS ≥ 50 %-
Population zum Zeitpunkt der finalen Analyse, nach einer medianen Nachbeobachtungszeit von15,4 Monaten. Die Kaplan-Meier-Kurve für das Gesamtüberleben (OS) für die TPS ≥ 50 %-
Population basierend auf der finalen Analyse ist in Abbildung 13 dargestellt.
Tabelle 15: Wirksamkeitsergebnisse (PD-L1 TPS ≥ 50 %) in KEYNOTE-042
Endpunkt Pembrolizumab Chemotherapie200 mg alle 3 Wochenn=299 n=300
Gesamtüberleben (OS)
Anzahl (%) Patienten mit 180 (60 %) 220 (73 %)
Ereignis
Hazard-Ratio* (95-%-KI) 0,70 (0,58; 0,86)p-Wert† 0,0003
Median in Monaten (95-%-KI) 20,0 (15,9; 24,2) 12,2 (10,4; 14,6)
Überleben ohne Fortschreiten der Krebserkrankung (PFS)
Anzahl (%) Patienten mit 238 (80 %) 250 (83 %)
Ereignis
Hazard-Ratio* (95-%-KI) 0,84 (0,70; 1,01)
Median in Monaten (95-%-KI) 6,5 (5,9; 8,5) 6,4 (6,2; 7,2)
Objektive Ansprechrate (ORR)
ORR % (95-%-KI) 39 % (34; 45) 32 % (27; 38)
Vollständiges Ansprechen 1 % 0,3 %
Partielles Ansprechen 38 % 32 %
Dauer des Ansprechens‡
Median in Monaten (Spanne) 22,0 (2,1+; 36,5+) 10,8 (1,8+; 30,4+)% mit einer Dauer ≥ 18 Monaten 57 % 34 %
* Hazard-Ratio (Pembrolizumab im Vergleich zu Chemotherapie) basierend auf dem stratifizierten Cox-Proportional-
Hazardmodell† Basierend auf dem stratifizierten Log-Rank-Test‡ Basierend auf Patienten mit einem besten objektiven Ansprechen als bestätigtes vollständiges oder partielles
Ansprechen
Abbildung 13: Kaplan-Meier-Kurve des Gesamtüberlebens (OS) nach Behandlungsarm in
KEYNOTE-042 (Patienten mit PD-L1 Expression TPS ≥ 50 %; Intent-to-
Treat-Population)
Die Ergebnisse einer explorativen Post-hoc-Subgruppenanalyse deuteten für Patienten, die niegeraucht haben, auf einen Trend in Richtung eines geringeren Überlebensvorteils für Pembrolizumabim Vergleich zu Chemotherapie hin, sowohl während der ersten 4 Monaten als auch über die gesamte
Behandlungsdauer. Jedoch können aufgrund des explorativen Charakters dieser Subgruppenanalysekeine eindeutigen Schlussfolgerungen gezogen werden.
KEYNOTE-189: Kontrollierte Studie einer Kombinationstherapie bei nicht-vorbehandelten Patientenmit nicht-plattenepithelialem NSCLC
Die Wirksamkeit von Pembrolizumab in Kombination mit Pemetrexed und Platin-Chemotherapiewurde im Rahmen der multizentrischen, randomisierten, aktiv-kontrollierten, doppelblinden Studie
KEYNOTE-189 untersucht. Die wichtigsten Einschlusskriterien waren metastasierendes nicht-plattenepitheliales NSCLC, keine vorhergehende systemische Therapie des metastasierenden NSCLCsowie keine EGFR- oder ALK-genomischen Tumoraberrationen. Patienten mit einer
Autoimmunerkrankung, die eine systemische Therapie innerhalb der letzten beiden Behandlungsjahreerforderte; einer Erkrankung, die eine Immunsuppression erforderte, sowie Patienten, deren thorakale
Strahlendosis 30 Gy innerhalb der vorangegangenen 26 Wochen überschritten hatte, waren von der
Studie ausgeschlossen. Die Patienten erhielten randomisiert (2:1) eines der folgenden Therapie-
Regime:
* Pembrolizumab 200 mg mit Pemetrexed 500 mg/m2 sowie nach Maßgabe des Prüfarztesentweder Cisplatin 75 mg/m2 oder Carboplatin AUC 5 mg/ml/min intravenös alle 3 Wochenfür 4 Zyklen, gefolgt von Pembrolizumab 200 mg und Pemetrexed 500 mg/m2 intravenösalle 3 Wochen (n = 410);
* Placebo mit Pemetrexed 500 mg/m2 sowie nach Maßgabe des Prüfarztes entweder Cisplatin75 mg/m2 oder Carboplatin AUC 5 mg/ml/min intravenös alle 3 Wochen für 4 Zyklen,gefolgt von Placebo und Pemetrexed 500 mg/m2 intravenös alle 3 Wochen (n = 206).
Die Behandlung mit Pembrolizumab wurde bis zu einem gemäß RECIST-v1.1-Kriterien definierten,vom Prüfarzt ermittelten Fortschreiten der Krebserkrankung, Auftreten unzumutbarer Toxizität oderbis zu einem Maximum von 24 Monaten fortgeführt. Die Gabe von Pembrolizumab konnte bei mittels
BICR gemäß RECIST-v1.1-Kriterien definiertem Fortschreiten der Krebserkrankung oder nach
Abbruch von Pemetrexed fortgeführt werden, sofern der Patient klinisch stabil war und nach Ermessendes Prüfarztes von der Behandlung klinisch profitierte. Bei Patienten, die 24 Monate behandelt wurdenoder bei denen vollständiges Ansprechen vorlag, konnte die Behandlung mit Pembrolizumab bei
Fortschreiten der Krebserkrankung wieder aufgenommen und bis zu einem weiteren Jahr fortgeführtwerden. Eine Bewertung des Tumorstatus erfolgte nach 6 Wochen sowie nach 12 Wochen und im
Anschluss daran alle 9 Wochen. Patienten unter Placebo plus Chemotherapie, die ein vonunabhängiger Seite bestätigtes Fortschreiten ihrer Krebserkrankung aufwiesen, konnten, wenngewünscht, Pembrolizumab als Monotherapie erhalten.
Die 616 Patienten in KEYNOTE-189 waren zu Studienbeginn wie folgt charakterisiert: medianes
Alter 64 Jahre (49 % waren 65 Jahre oder älter); 59 % waren Männer; 94 % waren kaukasischer und3 % asiatischer Herkunft; bei 43 % bzw. 56 % lag ein ECOG-Performance-Status von 0 bzw. 1 vor;31 % waren PD-L1-Nicht-Exprimierer (TPS < 1 %); und 18 % hatten zu Studienbeginn behandelteoder unbehandelte Hirnmetastasen.
Die primären Wirksamkeitsendpunkte waren das Gesamtüberleben (OS) und das Überleben ohne
Fortschreiten der Krebserkrankung (PFS) (mittels BICR gemäß RECIST-v1.1-Kriterien bewertet).
Sekundäre Wirksamkeitsendpunkte waren die Objektive Ansprechrate (ORR) und die Dauer des
Ansprechens, die mittels BICR gemäß RECIST-v1.1-Kriterien bewertet wurden. Tabelle 16 enthälteine Zusammenfassung der wichtigsten Wirksamkeitsendpunkte und in den Abbildungen 14 und 15sind die Kaplan-Meier-Kurven für OS und PFS basierend auf der finalen Analyse nach einer medianen
Nachbeobachtungszeit von 18,8 Monaten dargestellt.
Tabelle 16: Wirksamkeitsergebnisse in KEYNOTE-189
Endpunkt Pembrolizumab + Placebo +
Pemetrexed + Platin- Pemetrexed + Platin-
Chemotherapie Chemotherapien=410 n=206
Gesamtüberleben (OS)*
Anzahl (%) Patienten mit 258 (63 %) 163 (79 %)
Ereignis
Hazard-Ratio† (95-%-KI) 0,56 (0,46; 0,69)p-Wert‡ < 0,00001
Median in Monaten (95-%-KI) 22,0 10,6(19,5; 24,5) (8,7; 13,6)
Überleben ohne Fortschreiten der Krebserkrankung (PFS)
Anzahl (%) Patienten mit 337 (82 %) 197 (96 %)
Ereignis
Hazard-Ratio† (95-%-KI) 0,49 (0,41; 0,59)p-Wert‡ < 0,00001
Median in Monaten (95-%-KI) 9,0 4,9(8,1; 10,4) (4,7; 5,5)
Objektive Ansprechrate
ORR§ % (95-%-KI) 48 % (43; 53) 20 % (15; 26)
Vollständiges Ansprechen 1,2 % 0,5 %
Partielles Ansprechen 47 % 19 %p-Wert¶ < 0,0001
Dauer des Ansprechens
Median in Monaten (Spanne) 12,5 7,1(1,1+; 34,9+) (2,4; 27,8+)% mit einer Dauer 53 % 27 %≥ 12 Monaten#
* Insgesamt wechselten 113 Patienten (57 %) des Placebo-plus-Chemotherapie-Arms nach Abbruch der
Studienmedikation zu einer Pembrolizumab-Monotherapie oder erhielten einen Checkpoint-Inhibitor als Folgetherapie† Basierend auf dem stratifizierten Cox-Proportional-Hazardmodell‡ Basierend auf dem stratifizierten Log-Rank-Test§ Basierend auf Patienten mit einem besten objektiven Ansprechen als bestätigtes vollständiges oder partielles
Ansprechen¶ Basierend auf der Methode von Miettinen und Nurminen stratifiziert nach PD-L1-Status, Platin-Chemotherapie und
Raucher-Status# Basierend auf einer Kaplan-Meier-Schätzung
Abbildung 14: Kaplan-Meier-Kurve des Gesamtüberlebens (OS) nach Behandlungsarm in
KEYNOTE-189 (Intent-to-Treat-Population)
Abbildung 15: Kaplan-Meier-Kurve des Überlebens ohne Fortschreiten der
Krebserkrankung (PFS) nach Behandlungsarm in KEYNOTE-189 (Intent-to-
Treat-Population)
In KEYNOTE-189 wurde eine Analyse der Patienten nach PD-L1-Status mit TPS < 1 %[Pembrolizumab-Kombination: n=127 (31 %) vs. Chemotherapie: n=63 (31 %)], mit TPS 1-49 %[Pembrolizumab-Kombination: n=128 (31 %) vs. Chemotherapie: n=58 (28 %)] oder mit TPS ≥ 50 %[Pembrolizumab-Kombination: n=132 (32 %) vs. Chemotherapie: n=70 (34 %)] durchgeführt (siehe
Tabelle 17).
Tabelle 17: Wirksamkeitsergebnisse entsprechend PD-L1-Expression in KEYNOTE-189*
Endpunkt Pembrolizumab- Chemo- Pembrolizumab- Chemo- Pembrolizumab- Chemo-
Kombinations- therapie Kombinations- therapie Kombinations- therapietherapie therapie therapie
TPS < 1 % TPS 1-49 % TPS ≥ 50 %
Gesamtüberleben(OS) Hazard- 0,51 (0,36; 0,71) 0,66 (0,46; 0,96) 0,59 (0,40; 0,86)
Ratio† (95-%-KI)
Überleben ohne
Fortschreiten der
Krebserkrankung 0,67 (0,49; 0,93) 0,53 (0,38; 0,74) 0,35 (0,25; 0,49)(PFS) Hazard-
Ratio† (95-%-KI)
ORR % 33 % 14 % 50 % 21 % 62 % 26 %
* Basierend auf der finalen Analyse† Hazard-Ratio (Pembrolizumab-Kombinationstherapie im Vergleich zu Chemotherapie) basierend auf dem stratifizierten
Cox-Proportional-Hazardmodell
Zum Zeitpunkt der finalen Analyse waren insgesamt 57 Patienten mit NSCLC im Alter von≥ 75 Jahren in die Studie KEYNOTE-189 eingeschlossen (35 Patienten im Pembrolizumab-
Kombinations-Arm und 22 Patienten im Kontroll-Arm). In dieser Studiensubgruppe wurde für das
Gesamtüberleben (OS) eine Hazard-Ratio=1,54 [95-%-KI: 0,76; 3,14] und für das Überleben ohne
Fortschreiten der Krebserkrankung (PFS) eine Hazard-Ratio=1,12 [95-%-KI: 0,56; 2,22] unter
Pembrolizumab-Kombinationstherapie vs. Chemotherapie berichtet. Die Daten hinsichtlich
Wirksamkeit von Pembrolizumab in Kombination mit einer Platin-Chemotherapie sind bei dieser
Patientenpopulation begrenzt.
KEYNOTE-407: Kontrollierte Studie einer Kombinationstherapie bei nicht-vorbehandelten Patientenmit plattenepithelialem NSCLC
Die Wirksamkeit von Pembrolizumab in Kombination mit Carboplatin und entweder Paclitaxel odernab-Paclitaxel wurde im Rahmen der randomisierten, doppelblinden, multizentrischen,placebokontrollierten Studie KEYNOTE-407 untersucht. Die wichtigsten Einschlusskriterien der
Studie waren metastasierendes plattenepitheliales NSCLC ungeachtet des PD-L1-Expressions-Statusder Tumoren sowie keine vorhergehende systemische Therapie der metastasierenden Erkrankung.
Patienten mit einer Autoimmunerkrankung, die eine systemische Therapie innerhalb der letzten beiden
Behandlungsjahre erforderte oder Patienten mit einer Erkrankung, die eine Immunsuppressionerforderte, sowie Patienten, deren thorakale Strahlendosis 30 Gy innerhalb der vorangegangenen26 Wochen überschritten hatte, waren von der Studie ausgeschlossen. Die Randomisierung wurdestratifiziert nach Tumor PD-L1-Expression (TPS < 1 % [negativ] vs. TPS ≥ 1 %), Paclitaxel oder nab-
Paclitaxel nach Maßgabe des Prüfarztes und geografischer Region (Ostasien vs. Nicht-Ostasien). Die
Patienten wurden randomisiert (1:1) einem der folgenden Studienarme zur Behandlung mittelsintravenöser Infusion zugeteilt:
* Pembrolizumab 200 mg und Carboplatin AUC 6 mg/ml/min an Tag 1 jedes 21-Tage-Zyklusfür 4 Zyklen sowie Paclitaxel 200 mg/m2 an Tag 1 jedes 21-Tage-Zyklus für 4 Zyklen odernab-Paclitaxel 100 mg/m2 an Tag 1, Tag 8 und Tag 15 jedes 21-Tage-Zyklus für 4 Zyklen,gefolgt von Pembrolizumab 200 mg alle 3 Wochen. Pembrolizumab wurde vor der
Chemotherapie an Tag 1 gegeben.
* Placebo und Carboplatin AUC 6 mg/ml/min an Tag 1 jedes 21-Tage-Zyklus für 4 Zyklensowie Paclitaxel 200 mg/m2 an Tag 1 jedes 21-Tage-Zyklus für 4 Zyklen oder nab-Paclitaxel100 mg/m2 an Tag 1, Tag 8 und Tag 15 jedes 21-Tage-Zyklus für 4 Zyklen, gefolgt von
Placebo alle 3 Wochen.
Die Behandlung mit Pembrolizumab oder Placebo wurde bis zu einem gemäß RECIST-v1.1-Kriteriendefinierten und mittels BICR ermittelten Fortschreiten der Krebserkrankung, bis zum Auftretenunzumutbarer Toxizität oder bis zu einem Maximum von 24 Monaten fortgeführt. Die Gabe von
Pembrolizumab konnte bei gemäß RECIST-v1.1-Kriterien definiertem Fortschreiten der
Krebserkrankung fortgeführt werden, sofern der Patient klinisch stabil war und nach Ermessen des
Prüfarztes von der Behandlung klinisch profitierte.
Patienten mit einem Fortschreiten ihrer Krebserkrankung im Placeboarm erhielten optional
Pembrolizumab als Monotherapie.
Eine Bewertung des Tumorstatus erfolgte alle 6 Wochen bis Woche 18, alle 9 Wochen bis Woche 45und im Anschluss daran alle 12 Wochen.
Insgesamt wurden 559 Patienten randomisiert. Die Studienpopulation war wie folgt charakterisiert:medianes Alter 65 Jahre (Spanne: 29 bis 88 Jahre); 55 % waren 65 Jahre oder älter; 81 % waren
Männer; 77 % waren kaukasischer Herkunft; bei 29 % bzw. 71 % lag ein ECOG-Performance-Statusvon 0 bzw. 1 vor; und 8 % hatten zu Studienbeginn behandelte Hirnmetastasen. 35 % waren
PD-L1-Nicht-Exprimierer (TPS < 1 % [negativ]); 19% waren ostasiatischer Herkunft; und 60 %erhielten Paclitaxel.
Die primären Wirksamkeitsendpunkte waren das Gesamtüberleben (OS) und das Überleben ohne
Fortschreiten der Krebserkrankung (PFS) (mittels BICR gemäß RECIST-v1.1-Kriterien bewertet).
Sekundäre Wirksamkeitsendpunkte waren die Objektive Ansprechrate (ORR) und die Dauer des
Ansprechens, die mittels BICR gemäß RECIST-v1.1-Kriterien bewertet wurden. Tabelle 18 enthälteine Zusammenfassung der wichtigsten Wirksamkeitsendpunkte und in den Abbildungen 16 und 17sind die Kaplan-Meier-Kurven für das Gesamtüberleben (OS) und das Überleben ohne Fortschreitender Krebserkrankung (PFS) basierend auf der finalen Analyse nach einer medianen
Nachbeobachtungszeit von 14,3 Monaten dargestellt.
Tabelle 18: Wirksamkeitsergebnisse in KEYNOTE-407
Endpunkt Pembrolizumab Placebo
Carboplatin Carboplatin
Paclitaxel/nab-Paclitaxel Paclitaxel/nab-Paclitaxeln=278 n=281
Gesamtüberleben (OS)*
Anzahl (%) Patienten mit 168 (60 %) 197 (70 %)
Ereignis
Median in Monaten (95-%-KI) 17,1 11,6(14,4; 19,9) (10,1; 13,7)
Hazard-Ratio† (95-%-KI) 0,71 (0,58; 0,88)p-Wert‡ 0,0006
Überleben ohne Fortschreiten der Krebserkrankung (PFS)
Anzahl (%) Patienten mit 217 (78 %) 252 (90 %)
Ereignis
Median in Monaten (95-%-KI) 8,0 5,1(6,3; 8.4) (4,3; 6,0)
Hazard-Ratio† (95-%-KI) 0,57 (0,47; 0,69)p-Wert‡ < 0,0001
Objektive Ansprechrate
ORR % (95-%-KI) 63 % (57; 68) 38 % (33; 44)
Vollständiges Ansprechen 2,2 % 3,2 %
Partielles Ansprechen 60 % 35 %p-Wert§ < 0,0001
Dauer des Ansprechens
Median in Monaten (Spanne) 8,8 4,9(1,3+; 28,4+) (1,3+; 28,3+)% mit einer Dauer 38 % 25 %≥ 12 Monaten¶
* Insgesamt wechselten 138 Patienten (51 %) des Placebo-plus-Chemotherapie-Arms nach Abbruch der
Studienmedikation zu einer Pembrolizumab-Monotherapie oder erhielten einen Checkpoint-Inhibitor als Folgetherapie† Basierend auf dem stratifizierten Cox-Proportional-Hazardmodell‡ Basierend auf dem stratifizierten Log-Rank-Test§ Basierend auf der Methode von Miettinen und Nurminen¶ Basierend auf einer Kaplan-Meier-Schätzung
Abbildung 16: Kaplan-Meier-Kurve des Gesamtüberlebens (OS) in KEYNOTE--407
Abbildung 17: Kaplan-Meier-Kurve des Überlebens ohne Fortschreiten der
Krebserkrankung (PFS) in KEYNOTE-407
In KEYNOTE-407 wurde eine Analyse der Patienten nach PD-L1-Status mit TPS < 1 %[Pembrolizumab-Kombinationstherapie-Arm: n=95 (34 %) vs. Chemotherapie-Arm: n=99 (35 %)],mit TPS 1-49 % [Pembrolizumab-Kombinationstherapie-Arm: n=103 (37 %) vs. Chemotherapie-Arm:n=104 (37 %)] oder mit TPS ≥ 50 % [Pembrolizumab-Kombinationstherapie-Arm: n=73 (26 %) vs.
Chemotherapie-Arm: n=73 (26 %)] durchgeführt (siehe Tabelle 19).
Tabelle 19: Wirksamkeitsergebnisse entsprechend PD-L1-Expression in KEYNOTE-407*
Endpunkt Pembrolizumab- Chemo- Pembrolizumab- Chemo- Pembrolizumab- Chemo-
Kombinations- therapie Kombinations- therapie Kombinations- therapietherapie therapie therapie
TPS < 1 % TPS 1-49 % TPS ≥ 50 %
Gesamtüberleben(OS) Hazard- 0,79 (0,56; 1,11) 0,59 (0,42; 0,84) 0,79 (0,52; 1,21)
Ratio† (95-%-KI)
Überleben ohne
Fortschreiten der
Krebserkrankung 0,67 (0,49; 0,91) 0,52 (0,38; 0,71) 0,43 (0,29; 0,63)(PFS) Hazard-
Ratio† (95-%-KI)
ORR % 67% 41 % 55 % 42 % 64 % 30 %
* Basierend auf der finalen Analyse† Hazard-Ratio (Pembrolizumab-Kombinationstherapie im Vergleich zu Chemotherapie) basierend auf dem stratifizierten
Cox-Proportional-Hazardmodell
Zum Zeitpunkt der finalen Analyse waren insgesamt 65 Patienten mit NSCLC im Alter von≥ 75 Jahren in die Studie KEYNOTE-407 eingeschlossen (34 Patienten im Pembrolizumab-
Kombinationstherapie-Arm und 31 Patienten im Kontroll-Arm). In dieser Studiensubgruppe wurde fürdas Gesamtüberleben (OS) eine Hazard-Ratio von HR=0,81 [95-%-KI: 0,43; 1,55], und für das
Überleben ohne Fortschreiten der Krebserkrankung (PFS) eine Hazard-Ratio von HR=0,61 [95-%-KI:
0,34; 1,09], und eine Objektive Ansprechrate (ORR) von 62 % bzw. 45 % unter Pembrolizumab-
Kombinationstherapie vs. Chemotherapie berichtet. Die Daten hinsichtlich Wirksamkeit von
Pembrolizumab in Kombination mit einer Platin-Chemotherapie sind bei dieser Patientenpopulationbegrenzt.
KEYNOTE-010: Kontrollierte Studie mit NSCLC Patienten nach Vorbehandlung mit ChemotherapieDie Sicherheit und Wirksamkeit von Pembrolizumab wurden in KEYNOTE-010, einermultizentrischen, offenen, kontrollierten Studie zur Behandlung des fortgeschrittenen NSCLC bei
Patienten, die mit einer Platin-haltigen Chemotherapie vorbehandelt waren, untersucht. Bei den
Patienten lag eine PD-L1-Expression von ≥ 1 % TPS basierend auf dem PD-L1 IHC 22C3 pharmDxTM
Kit vor. Patienten mit Tumoren mit aktivierender EGFR-Mutation oder ALK-Translokation erhieltenerst Pembrolizumab, wenn deren Erkrankung unter einer für diese Mutationen zugelassenen
Vortherapie fortgeschritten war. Die Patienten erhielten randomisiert (1:1:1) entweder Pembrolizumabin einer Dosis von 2 mg/kg KG (n=344) oder 10 mg/kg KG (n=346) alle 3 Wochen oder Docetaxel ineiner Dosis von 75 mg/m2 alle 3 Wochen (n=343) und wurden bis zum Fortschreiten der
Krebserkrankung oder dem Auftreten unzumutbarer Toxizität behandelt. Die Studie schloss Patientenmit einer Autoimmunerkrankung, einer Erkrankung, die eine Immunsuppression erforderte, sowie
Patienten, deren thorakale Strahlendosis 30 Gy innerhalb der vorangegangenen 26 Wochenüberschritten hatte, aus. Eine Bewertung des Tumorstatus erfolgte alle 9 Wochen.
Zu Studienbeginn war diese Patientenpopulation wie folgt charakterisiert: medianes Alter 63 Jahre(42 % waren 65 Jahre oder älter); 61 % waren Männer; 72 % waren kaukasischer und 21 % warenasiatischer Herkunft; bei 34 % bzw. 66 % lag ein ECOG-Performance-Status von 0 bzw. 1 vor.
Krankheitsmerkmale waren: NSCLC mit Plattenepithelhistologie (21 %) und Nicht-
Plattenepithelhistologie (70 %); Stadium IIIA (2 %); Stadium IIIB (7 %); Stadium IV (91 %); das
Vorhandensein von stabilen Hirnmetastasen (15 %). Die Inzidenz von EGFR-Mutationen betrug 8 %und von ALK-Translokationen 1 %. Alle Patienten (100 %) waren mit einer Platin-haltigen
Chemotherapie vorbehandelt; dabei hatten die Patienten eine (69 %) oder zwei oder mehrere (29 %)
Therapielinien erhalten.
Primäre Wirksamkeitsendpunkte waren das Gesamtüberleben (OS) und das Überleben ohne
Fortschreiten der Krebserkrankung (PFS), bewertet mittels BICR gemäß RECIST-v1.1-Kriterien.
Sekundäre Wirksamkeitsendpunkte waren die Objektive Ansprechrate (ORR) und die Dauer des
Ansprechens. Tabelle 20 enthält eine Zusammenfassung der entscheidenden Wirksamkeitsendpunktefür die Gesamtpopulation (TPS ≥ 1 %) und für die Patienten mit TPS ≥ 50 % und Abbildung 18 zeigtdie Kaplan-Meier-Kurve für das Gesamtüberleben (TPS ≥ 1 %) basierend auf der finalen Analyse beieiner medianen Nachbeobachtungszeit von 42,6 Monaten.
Tabelle 20: Ansprechen auf Pembrolizumab 2 mg/kg KG oder 10 mg/kg KG alle 3 Wochenbei vorbehandelten Patienten mit NSCLC in KEYNOTE-010
Endpunkt Pembrolizumab Pembrolizumab Docetaxel2 mg/kg KG alle 10 mg/kg KG 75 mg/m2 alle3 Wochen alle 3 Wochen 3 Wochen
TPS ≥ 1 %
Anzahl Patienten 344 346 343
Gesamtüberleben (OS)
Anzahl (%) Patienten mit Ereignis 284 (83 %) 264 (76 %) 295 (86 %)
Hazard-Ratio* (95-%-KI) 0,77 (0,66; 0,91) 0,61 (0,52; 0,73) ---p-Wert† 0,00128 < 0,001 ---
Median in Monaten (95-%-KI) 10,4 (9,5; 11,9) 13,2 (11,2; 16,7) 8,4 (7,6; 9,5)
Überleben ohne Fortschreiten der
Krebserkrankung (PFS)‡
Anzahl (%) Patienten mit Ereignis 305 (89 %) 292 (84 %) 314 (92 %)
Hazard-Ratio* (95-%-KI) 0,88 (0,75; 1,04) 0,75 (0,63; 0,89) ---p-Wert† 0,065 < 0,001 ---
Median in Monaten (95-%-KI) 3,9 (3,1; 4,1) 4,0 (2,7; 4,5) 4,1 (3,8; 4,5)
Objektive Ansprechrate‡
ORR % (95-%-KI) 20 % (16; 25) 21 % (17; 26) 9 % (6; 13)
Vollständiges Ansprechen 2 % 3 % 0 %
Partielles Ansprechen 18 % 18 % 9 %
Dauer des Ansprechens‡, §
Median in Monaten Nicht erreicht 37,8 7,1(Spanne) (2,8; 46,2+) (2,0+; 49,3+) (1,4+; 16,8)% mit andauerndem Ansprechen¶ 42 % 43 % 6 %
TPS 50 %
Anzahl Patienten 139 151 152
Gesamtüberleben (OS)
Anzahl (%) Patienten mit Ereignis 97 (70 %) 102 (68 %) 127 (84 %)
Hazard-Ratio* (95-%-KI) 0,56 (0,43; 0,74) 0,50 (0,38; 0,65) ---p-Wert† < 0,001 < 0,001 ---
Median in Monaten (95-%-KI) 15,8 (10,8; 22,5) 18,7 (12,1; 25,3) 8,2 (6,4; 9,8)
Überleben ohne Fortschreiten der
Krebserkrankung (PFS)‡
Anzahl (%) Patienten mit Ereignis 107 (77 %) 115 (76 %) 138 (91 %)
Hazard-Ratio* (95-%-KI) 0,59 (0,45; 0,77) 0,53 (0,41; 0,70) ---p-Wert† < 0,001 < 0,001 ---
Median in Monaten (95-%-KI) 5,3 (4,1; 7,9) 5,2 (4,1; 8,1) 4,2 (3,8; 4,7)
Objektive Ansprechrate‡
ORR % (95-%-KI) 32 % (24; 40) 32 % (25; 41) 9 % (5; 14)
Vollständiges Ansprechen 4 % 4 % 0 %
Partielles Ansprechen 27 % 28 % 9 %
Dauer des Ansprechens‡, §
Median in Monaten Nicht erreicht 37,5 8,1(Spanne) (2,8; 44,0+) (2,0+; 49,3+) (2,6; 16,8)% mit andauerndem Ansprechen¶ 55 % 47 % 8 %
* Hazard-Ratio (Pembrolizumab im Vergleich zu Docetaxel) basierend auf dem stratifizierten Cox-Proportional-
Hazardmodell† Basierend auf dem stratifizierten Log-Rank-Test‡ Bewertung mittels BICR gemäß RECIST-v1.1§ Basierend auf Patienten mit einem bestem objektiven Ansprechen als bestätigtes vollständiges oder partielles Ansprechen¶ Andauerndes Ansprechen schließt alle 'Responder“ ein, die zum Zeitpunkt der Analyse am Leben waren, deren
Krebserkrankung nicht fortgeschritten war, die keine neue antitumorale Therapie begonnen hatten und die nicht in der
Nachbeobachtungsphase als 'lost to follow-up“ galten
Abbildung 18: Kaplan-Meier-Kurve des Gesamtüberlebens (OS) nach Behandlungsarm in
KEYNOTE-010 (Patienten mit PD-L1-Expression TPS ≥ 1 %, Intent-to-
Treat-Population)
Die Wirksamkeitsergebnisse waren im 2 mg/kg KG und 10 mg/kg KG Pembrolizumab-Arm ähnlich.
Die Wirksamkeitsergebnisse für Gesamtüberleben (OS) waren entsprechend eines
Zwischengruppenvergleichs unabhängig vom Alter der Gewebeproben (neue Probe vs. archivierte
Probe) konsistent.
In einer Subgruppenanalyse wurde ein geringerer Überlebensvorteil von Pembrolizumab im Vergleichzu Docetaxel bei Patienten beobachtet, die niemals geraucht hatten, sowie bei Patienten, deren Tumoren
EGFR-aktivierende Mutationen aufwiesen und die mindestens eine Platin-basierte Chemotherapie undeinen Tyrosinkinase-Inhibitor erhalten hatten. Aufgrund der geringen Anzahl der Patienten könnenjedoch keine endgültigen Schlussfolgerungen aus diesen Daten gezogen werden.
Die Wirksamkeit und Sicherheit von Pembrolizumab bei Patienten, deren Tumoren kein PD-L1exprimieren sind nicht erwiesen.
Malignes PleuramesotheliomKEYNOTE-483: Kontrollierte Studie einer Kombinationstherapie bei Patienten mit unbehandeltem,nicht resezierbarem fortgeschrittenem oder metastasierendem malignem Pleuramesotheliom (MPM)
Die Wirksamkeit von Pembrolizumab in Kombination mit Pemetrexed und Platin-Chemotherapiewurde in KEYNOTE‑483, einer multizentrischen, randomisierten, offenen, aktiv-kontrollierten Studieuntersucht. Die wichtigsten Einschlusskriterien waren ein nicht resezierbares fortgeschrittenes odermetastasierendes MPM mit keiner vorhergehenden systemischen Therapie für diefortgeschrittene/metastasierende Erkrankung. Die Patienten wurden ungeachtet des PD-L1-Tumor-
Expressions-Status eingeschlossen. Patienten mit einer Autoimmunerkrankung, die innerhalb derletzten drei Behandlungsjahre eine systemische Therapie erforderte, oder einer Erkrankung, die eine
Immunsuppression erforderte, waren von der Studie ausgeschlossen. Die Randomisierung erfolgtestratifiziert nach histologischem Subtyp (epitheloid vs. nicht-epitheloid). Die Patienten wurdenrandomisiert (1:1) einem der folgenden Studienarme zugeteilt; die Gabe der Studienmedikationerfolgte jeweils als intravenöse Infusion:
* Pembrolizumab 200 mg mit Pemetrexed 500 mg/m2 und Cisplatin 75 mg/m2 oder
Carboplatin AUC 5-6 mg/ml/min an Tag 1 jedes 21-Tage-Zyklus für bis zu 6 Zyklen,gefolgt von Pembrolizumab 200 mg alle 3 Wochen (n=222). Pembrolizumab wurdevor der Chemotherapie an Tag 1 gegeben.
* Pemetrexed 500 mg/m2 und Cisplatin 75 mg/m2 oder Carboplatin AUC 5-6 mg/ml/minan Tag 1 jedes 21-Tage-Zyklus für bis zu 6 Zyklen (n=218).
Die Behandlung mit Pembrolizumab wurde bis zu einem gemäß den modifizierten RECIST‑v1.1-
Kriterien für Mesotheliom (mRECIST) definierten, vom Prüfarzt ermittelten Fortschreiten der
Krebserkrankung, Auftreten unzumutbarer Toxizität oder bis zu einem Maximum von 24 Monatenfortgeführt. Eine Bewertung des Tumorstatus erfolgte alle 6 Wochen für 18 Wochen und im Anschlussdaran alle 12 Wochen.
Die 95 Patienten mit nicht-epitheloider Histologie in KEYNOTE‑483 waren zu Studienbeginn wiefolgt charakterisiert: medianes Alter 71 Jahre (Spanne: 48 bis 85 Jahre), 76 % waren 65 Jahre oderälter; 83 % waren Männer; 85 % waren kaukasischer Herkunft und bei 15 % wurde die Herkunft nichtspezifiziert oder war unbekannt; 1 % waren hispanischer oder lateinamerikanischer Herkunft; ein
ECOG-Performance-Status von 0 bzw. 1 lag bei 44 % bzw. 56 % vor.
Der primäre Wirksamkeitsendpunkt war das Gesamtüberleben (OS). Zu den weiteren
Wirksamkeitsendpunkten gehörten das Überleben ohne Fortschreiten der Krebserkrankung (PFS), die
Objektive Ansprechrate (ORR) und die Dauer des Ansprechens (DoR), bewertet mittels BICR gemäßmRECIST-Kriterien. Die Studie zeigte eine statistisch signifikante Verbesserung in der
Gesamtpopulation hinsichtlich OS (0,79 [95-%-KI 0,64; 0,98; p-Wert 0,0162]) und PFS (0,80[95-%-KI 0,65; 0,99; p-Wert 0,0194]) bei finaler Analyse und ORR (52 % [95-%-KI 45; 59]) im
Vergleich zu (29 % [95-%-KI 23; 35] p-Wert < 0,00001) in der Interimsanalyse bei in den
Pembrolizumab-Kombinationstherapie-Arm randomisierten Patienten im Vergleich zu Patienten mitalleiniger Chemotherapie. Tabelle 21 enthält eine Zusammenfassung der entscheidenden
Wirksamkeitsendpunkte und in den Abbildungen 19 und 20 sind die Kaplan-Meier Kurven für OS und
PFS basierend auf der finalen Analyse mit einer medianen Nachbeobachtungszeit von 9,8 Monaten(Spanne: 0,9 bis 60,3 Monate) bei Patienten mit nicht-epitheloidem malignem Pleuramesotheliomdargestellt.
Tabelle 21: Wirksamkeitsergebnisse in KEYNOTE-483 für Patienten mit nicht-epitheloidemmalignem Pleuramesotheliom
Endpunkt Pembrolizumab Pemetrexed +200 mg alle 3 Wochen + Platin-Chemotherapie
Pemetrexed + (n=49)
Platin-Chemotherapie(n=46)
Gesamtüberleben (OS)
Anzahl (%) Patienten mit 37 (80 %) 44 (90 %)
Ereignis
Hazard-Ratio* (95-%-KI) 0,57 (0,36; 0,89)
Median in Monaten† (95-%-KI) 12,3 (8,7; 21,2) 8,2 (5,8; 9,8)
Überleben ohne Fortschreiten der Krebserkrankung (PFS)
Anzahl (%) Patienten mit 36 (78 %) 38 (78 %)
Ereignis
Hazard-Ratio* (95-%-KI) 0,47 (0,29; 0,77)
Median in Monaten† (95-%-KI) 7,1 (4,5; 9,8) 4,5 (4,0; 6,4)
Objektive Ansprechrate
ORR % (95-%-KI)‡ 41 % (27; 57) 6 % (1; 17)
Dauer des Ansprechens†
Median in Monaten (Spanne) 11,1 (1,3+; 38,9+) 4,0 (2,4+; 5,2)
* Basierend auf dem Cox-Regressionsmodell mit der Efron-Methode des 'Tie-Handling“ mit der Behandlung als
Kovariate† Aus der Produkt-Limit(Kaplan-Meier)-Methode für zensierte Daten‡ Basierend auf der exakten Methode für bionominale Daten
Abbildung 19: Kaplan-Meier-Kurve des Gesamtüberlebens (OS) in Patienten mit nicht-epitheloidem MPM in KEYNOTE-483
Behandlungsarm HR (95-%-KI)
Pembrolizumab + Chemotherapie 0,57 (0,36; 0,89)
Kontrolle
Zeit in Monaten
Anzahl Risikopatienten
Pembrolizumab + Chemotherapie
Kontrolle
Gesamtüberleben (OS) in %
Abbildung 20: Kaplan-Meier-Kurve des Überlebens ohne Fortschreiten der
Krebserkrankung (PFS) in Patienten mit nicht-epitheloidem MPM in
KEYNOTE-483
Behandlungsarm HR (95-%-KI)
Pembrolizumab + Chemotherapie 0,47 (0,29; 0,77)
Kontrolle
Zeit in Monaten
Anzahl Risikopatienten
Pembrolizumab + Chemotherapie
Kontrolle
Klassisches Hodgkin-LymphomKEYNOTE-204: Kontrollierte Studie bei Patienten mit rezidivierendem oder refraktärem klassischen
Hodgkin-Lymphom (HL)
Die Wirksamkeit von Pembrolizumab wurde in KEYNOTE-204, einer randomisierten, offenen, aktiv-kontrollierten Studie zur Behandlung von 304 Patienten mit rezidivierendem oder refraktäremklassischem HL untersucht. Patienten mit aktiver, nicht-infektiöser Pneumonitis, einer allogenen
HSZT innerhalb der letzten 5 Jahre (oder > 5 Jahre, aber mit Symptomen einer GVHD), aktiver
Autoimmunerkrankung, einer Erkrankung, die eine Immunsuppression erforderte oder einer aktiven
Infektion, die eine systemische Therapie erforderte, waren für die Studie nicht geeignet. Die
Randomisierung erfolgte stratifiziert nach vorhergehender auto-SZT ('ja“ vs. 'nein“) und
Erkrankungstatus nach Erstlinientherapie ('primär refraktär“ vs. 'rezidivierend“ nach weniger als12 Monaten vs. 'rezidivierend“ nach 12 oder mehr Monaten nach Abschluss der Therapie). Die
Patienten wurden randomisiert (1:1) einem der folgenden Behandlungsarme zugeteilt:
* Pembrolizumab in einer Dosierung von 200 mg intravenös alle 3 Wochen
* Brentuximab vedotin (BV) in einer Dosierung von 1,8 mg/kg KG intravenös alle 3 Wochen
Die Patienten erhielten Pembrolizumab intravenös in einer Dosierung von 200 mg alle 3 Wochen biszum Auftreten unzumutbarer Toxizität oder bis zum bestätigten Fortschreiten der Krebserkrankungoder bis zu einem Maximum von 35 Zyklen. Zur Dauer des Ansprechens nach Absetzen von
Pembrolizumab nach Zyklus 35 liegen derzeit nur begrenzte Daten vor. Das Ansprechen wurde alle12 Wochen beurteilt, die erste Beurteilung nach Studienbeginn erfolgte planmäßig in Woche 12.
Unter den 304 Patienten in KEYNOTE-204 gibt es eine Subpopulation mit 112 Patienten nach
Versagen einer Stammzelltransplantation vor Studienaufnahme sowie 137 Patienten nach Versagenvon zwei oder mehr vorhergehenden Therapien, die zum Zeitpunkt der Studienaufnahme für eine auto-
SZT nicht geeignet waren. Diese 249 Patienten waren zu Studienbeginn wie folgt charakterisiert:
Überleben ohne Fortschreitender Krebserkrankung (PFS) in %medianes Alter 34 Jahre (11 % waren 65 Jahre oder älter); 56 % waren Männer; 80 % warenkaukasischer und 7 % asiatischer Herkunft und bei 58 % bzw. 41 % lag ein ECOG-Performance-
Status von 0 bzw. 1 vor. Ungefähr 30 % der Patienten waren gegenüber einer Erstlinien-
Chemotherapie refraktär und ~ 45 % der Patienten hatten eine vorhergehende auto-SZT erhalten. Dernodulär-sklerosierende Typ war der am häufigsten vorkommende histologische Subtyp beiklassischem HL (~ 81 %) und eine größere Tumormasse ('Bulky-Disease“), eine B-Symptomatik undeine Knochenmarksbeteiligung waren bei ca. 21 %, 28 % bzw. 4 % der Patienten vorhanden.
Der primäre Wirksamkeitsendpunkt war das Überleben ohne Fortschreiten der Krebserkrankung (PFS)und der sekundäre Wirksamkeitsendpunkt die Objektive Ansprechrate (ORR), beide wurden mittels
BICR entsprechend der 2007 überarbeiteten “International Working Group (IWG)”-Kriterienbewertet. Der zusätzliche primäre Wirksamkeitsendpunkt Gesamtüberleben (OS) wurde zum
Zeitpunkt der Analyse nicht formal bewertet. In der ITT-Population betrug die mediane
Nachbeobachtungszeit bei den 151 Patienten unter Pembrolizumab 24,9 Monate (Spanne: 1,8 bis42,0 Monate). Die initiale Analyse ergab für PFS eine Hazard-Ratio (HR) von 0,65 (95-%-KI: 0,48;0,88) mit einem einseitigen p-Wert von 0,0027. Die ORR lag unter Pembrolizumab bei 66 % im
Vergleich zu 54 % unter Standardtherapie mit einem p-Wert von 0,0225. Tabelle 22 enthält eine
Zusammenfassung der Wirksamkeitsergebnisse der Subpopulation. Die Wirksamkeitsergebnisse beidieser Subpopulation waren konsistent mit denen der ITT-Population. Die Kaplan-Meier-Kurve für
PFS dieser Subpopulation ist in Abbildung 21 dargestellt.
Tabelle 22: Wirksamkeitsergebnisse bei Patienten mit klassischem HL nach Versagen einer
Stammzelltransplantation vor Studienaufnahme oder nach Versagen von 2 odermehr vorhergehenden Therapien und bei Nichteignung für eine auto-SZT in
KEYNOTE-204
Endpunkt Pembrolizumab Brentuximabvedotin200 mg alle 1,8 mg/kg KG alle3 Wochen 3 Wochenn=124 n=125
Überleben ohne Fortschreiten der Krebserkrankung (PFS)
Anzahl (%) Patienten mit Ereignis 68 (55 %) 75 (60 %)
Hazard-Ratio* (95-%-KI) 0,66 (0,47; 0,92)
Median in Monaten (95-%-KI) 12,6 (8,7; 19,4) 8,2 (5,6; 8,8)
Objektive Ansprechrate (ORR)
ORR‡ % (95-%-KI) 65 % (56,3; 73,6) 54 % (45,3; 63,3)
Vollständiges Ansprechen 27 % 22 %
Partielles Ansprechen 39 % 33 %
Stabile Erkrankung 12 % 23 %
Dauer des Ansprechens
Median in Monaten (Spanne) 20,5 (0,0+; 33,2+) 11,2 (0,0+; 33,9+)
Anzahl (%¶) Patienten mit einer Dauer 53 (80,8 %) 28 (61,2 %)≥ 6 Monaten
Anzahl (%¶) Patienten mit einer Dauer 37 (61,7 %) 17 (49,0 %)≥ 12 Monaten
* Basierend auf dem stratifizierten Cox-Proportional-Hazardmodell‡ Basierend auf Patienten mit einem besten objektiven Ansprechen als vollständiges oder partielles Ansprechen¶ Basierend auf einer Kaplan-Meier-Schätzung
Abbildung 21: Kaplan-Meier-Kurve des Überlebens ohne Fortschreiten der
Krebserkrankung (PFS) nach Behandlungsarm bei Patienten mit klassischem
HL nach Versagen einer Stammzelltransplantation vor Studienaufnahme odernach Versagen von 2 oder mehr vorhergehenden Therapien und bei
Nichteignung für eine auto-SZT in KEYNOTE-204
KEYNOTE-087 und KEYNOTE-013: Offene Studien bei Patienten mit rezidivierendem oderrefraktärem klassischen HL
Die Wirksamkeit von Pembrolizumab wurde in KEYNOTE-087 und KEYNOTE-013, zweimultizentrischen, offenen Studien zur Behandlung von 241 Patienten mit klassischem HL untersucht.
In diese Studien wurden Patienten nach Versagen einer auto-SZT und einer Behandlung mit BV oder
Patienten nach Versagen einer Behandlung mit BV, für die vorher eine auto-SZT nicht in Frage kam,da sie keine vollständige oder partielle Remission nach einer Salvage-Chemotherapie erreicht hattenoder Patienten, die nach Versagen einer auto-SZT kein BV erhielten, aufgenommen. Fünf
Studienteilnehmer waren aus anderen Gründen als einem Versagen einer Salvage-Chemotherapie füreine auto-SZT nicht geeignet. Beide Studien schlossen Patienten ungeachtet einer PD-L1-Expressionein. Patienten mit aktiver, nicht infektiöser Pneumonitis, einer allogenen Transplantation innerhalb derletzten 5 Jahre (oder > 5 Jahre, aber mit GVHD), aktiver Autoimmunerkrankung oder einer
Erkrankung, die eine Immunsuppression erforderte, waren für keine der Studien geeignet. Die
Patienten erhielten Pembrolizumab in einer Dosierung von 200 mg alle 3 Wochen (n=210;
KEYNOTE-087) oder von 10 mg/kg KG alle 2 Wochen (n=31; KEYNOTE-013) bis zum Auftreteneiner nicht zumutbaren Toxizität oder bis zum bestätigten Fortschreiten der Krebserkrankung.
Die Patienten in KEYNOTE-087 waren zu Studienbeginn wie folgt charakterisiert: medianes Alter35 Jahre (9 % waren 65 Jahre oder älter); 54 % waren Männer; 88 % waren kaukasischer Herkunft; bei49 % bzw. 51 % lag ein ECOG-Performance-Status von 0 bzw. 1 vor. Die Patienten erhielten vorherim Median 4 (Spanne: 1 bis 12) Therapielinien zur Behandlung des klassischen HL. 81 % der
Patienten waren gegenüber mindestens einer vorhergehenden Therapie refraktär, einschließlich 34 %,die gegenüber einer Erstlinientherapie refraktär waren. 61 % der Patienten hatten eine auto-SZTerhalten, 38 % waren für eine Transplantation nicht geeignet; 17 % hatten vorher keine Behandlungmit Brentuximab vedotin erhalten und 37 % der Patienten hatten vorher eine Strahlentherapie erhalten.
Als Erkrankungssubtypen lagen bei 81 % der Patienten der nodulär-sklerosierende Typ, bei 11 % dergemischtzellige Typ, bei 4 % der lymphozytenreiche Typ und bei 2 % der lymphozytenarme Typ vor.
Die Patienten in KEYNOTE-013 waren zu Studienbeginn wie folgt charakterisiert: medianes Alter32 Jahre (7 % waren 65 Jahre oder älter), 58 % waren Männer, 94 % waren kaukasischer Herkunft; bei45 % bzw. 55 % lag ein ECOG-Performance-Status von 0 bzw. 1 vor. Die Patienten erhielten vorherim Median 5 (Spanne: 2 bis 15) Therapielinien zur Behandlung des klassischem HL. 84 % der
Patienten waren gegenüber mindestens einer vorhergehenden Therapie refraktär, einschließlich 35 %,die gegenüber Erstlinientherapie refraktär waren. 74 % der Patienten hatten eine auto-SZT erhalten,26 % waren für eine Transplantation ungeeignet und 45 % der Patienten hatten vorher eine
Strahlentherapie erhalten. Als Erkrankungssubtypen lagen bei 97 % der Patienten die nodulär-sklerosierende Form und bei 3 % der gemischtzellige Typ vor.
Die primären Wirksamkeitsendpunkte, d. h. die Objektive Ansprechrate (ORR) und die vollständige
Remissionsrate ('complete response rate“ [CRR]) wurden mittels BICR entsprechend den IWG-2007-
Kriterien bewertet. Die sekundären Wirksamkeitsendpunkte waren die Dauer des Ansprechens, das
Überleben ohne Fortschreiten der Krebserkrankung (PFS) und das Gesamtüberleben (OS). Das
Ansprechen wurde in KEYNOTE-087 und KEYNOTE-013 alle 12 bzw. 8 Wochen beurteilt, die erste
Beurteilung nach Studienbeginn erfolgte planmäßig in Woche 12. Tabelle 23 enthält eine
Zusammenfassung der wichtigsten Wirksamkeitsergebnisse.
Tabelle 23: Wirksamkeitsergebnisse in KEYNOTE-087 und KEYNOTE-013
KEYNOTE-087* KEYNOTE-013†
Endpunkt Pembrolizumab
Pembrolizumab10 mg/kg KG alle200 mg alle 3 Wochen 2 Wochenn=210n=31
Objektive Ansprechrate‡
ORR % (95-%-KI) 71 % (64,8; 77,4) 58 % (39,1; 75,5)
Vollständige Remission 28 % 19 %
Partielle Remission 44 % 39 %
Dauer des Ansprechens‡
Median in Monaten (Spanne) 16,6 (0,0+; 62,1+)§ Nicht erreicht (0,0+; 45,6+)¶% mit einer Dauer ≥ 12 Monaten 59 %# 70 %Þ% mit einer Dauer ≥ 24 Monaten 45 %ß ---% mit einer Dauer ≥ 60 Monaten 25 %à ---
Zeit bis zum Ansprechen
Median in Monaten (Spanne) 2,8 (2,1; 16,5)§ 2,8 (2,4; 8,6)¶
Gesamtüberleben (OS)
Anzahl (%) Patienten mit Ereignis 59 (28 %) 6 (19 %)12-Monats-OS-Rate 96 % 87 %24-Monats-OS-Rate 91 % 87 %60-Monats-OS-Rate 71 % ---
* Mediane Nachbeobachtungszeit von 62,9 Monaten† Mediane Nachbeobachtungszeit von 52,8 Monaten‡ Bewertet mittels BICR entsprechend der IWG-2007-Kriterien bei PET-CT-Scans§ Basierend auf Patienten (n=150) mit unabhängig bestätigtem Ansprechen¶ Basierend auf Patienten (n=18) mit unabhängig bestätigtem Ansprechen# Basierend auf einer Kaplan-Meier-Schätzung; einschließlich 62 Patienten mit Ansprechen von 12 Monaten oderlänger
Þ Basierend auf einer Kaplan-Meier-Schätzung; einschließlich 7 Patienten mit Ansprechen von 12 Monaten oderlängerß Basierend auf einer Kaplan-Meier-Schätzung; einschließlich 37 Patienten mit Ansprechen von 24 Monaten oderlängerà Basierend auf einer Kaplan-Meier-Schätzung; einschließlich 4 Patienten mit Ansprechen von 60 Monaten oderlänger
Wirksamkeit bei älteren Patienten
Insgesamt wurden 46 Patienten ≥ 65 Jahre mit klassischem HL in KEYNOTE-087, KEYNOTE-013und KEYNOTE-204 mit Pembrolizumab behandelt. Die Daten dieser Patienten sind zu begrenzt, umdaraus irgendwelche Rückschlüsse auf die Wirksamkeit bei dieser Population zu ziehen.
UrothelkarzinomKEYNOTE-A39: Kontrollierte Studie einer Kombinationstherapie mit Enfortumab vedotin zur
Erstlinienbehandlung des nicht resezierbaren oder metastasierenden Urothelkarzinoms
Die Wirksamkeit von Pembrolizumab in Kombination mit Enfortumab vedotin wurde in KEYNOTE-
A39, einer offenen, multizentrischen, randomisierten, aktiv-kontrollierten Studie bei 886 Patienten mitnicht resezierbarem oder metastasierendem Urothelkarzinom untersucht. Von der Studieausgeschlossen waren Patienten mit einer Autoimmunerkrankung oder einer Erkrankung, die eine
Immunsuppression erforderte, aktiven ZNS-Metastasen, anhaltender sensorischer oder motorischer
Neuropathie ≥ Grad 2 oder unkontrolliertem Diabetes, definiert als Hämoglobin A1C (HbA1c) ≥ 8 %oder HbA1c ≥ 7 % und damit verbundenen Diabetessymptomen, Pneumonitis oder anderen Arteninterstitieller Lungenkrankheit. Patienten, die eine neoadjuvante Chemotherapie erhielten oder
Patienten, die nach einer Zystektomie eine adjuvante Chemotherapie erhielten, wurden in die Studieaufgenommen, wenn das Rezidiv mehr als 12 Monate nach Abschluss der Therapie auftrat. Patientengalten als nicht für Cisplatin geeignet, wenn sie mindestens eines der folgenden Kriterien erfüllten:glomeruläre Filtrationsrate 30 - 59 ml/min, ECOG-Performance-Status ≥ 2, Hörverlust Grad ≥ 2 oder
NYHA-Klasse-III-Herzinsuffizienz. Patienten, die in den Behandlungsarm mit Gemcitabin und Platin-basierter Chemotherapie randomisiert wurden, konnten eine Immuntherapie als Erhaltungstherapiebekommen. Die Randomisierung wurde stratifiziert nach Cisplatin-Eignung (geeignet oder nichtgeeignet), PD-L1-Expression (CPS ≥ 10 oder CPS < 10 basierend auf dem PD-L1 IHC 22C3pharmDxTM Kit) und Lebermetastasen (vorhanden oder nicht vorhanden). Die Patienten wurdenrandomisiert (1:1) einem der folgenden Behandlungsarme zugeteilt; die Gabe jeglicher
Studienmedikation erfolgte jeweils als intravenöse Infusion:
* Pembrolizumab 200 mg über 30 Minuten an Tag 1 und Enfortumab vedotin1,25 mg/kg an den Tagen 1 und 8 jedes 21-Tage-Zyklus.
* Gemcitabin 1 000 mg/m2 an den Tagen 1 und 8 und nach Maßgabe des Prüfarztesentweder Cisplatin 70 mg/m2 oder Carboplatin (AUC 4,5 oder 5 mg/ml/min gemäßlokalen Richtlinien) an Tag 1 jedes 21-Tage-Zyklus.
Die Behandlung mit Pembrolizumab und Enfortumab vedotin wurde bis zum gemäß RECIST-v1.1-
Kriterien definierten Fortschreiten der Krebserkrankung, bis zum Auftreten unzumutbarer Toxizität,oder bei Pembrolizumab bis zu einem Maximum von 35 Zyklen (bis zu ca. 2 Jahren) fortgeführt. Die
Beurteilung des Tumorstatus erfolgte 18 Monate lang alle 9 Wochen und danach alle 12 Wochen.
Die 886 Patienten mit Urothelkarzinom waren zu Studienbeginn wie folgt charakterisiert: medianes
Alter 69 Jahre; 77 % waren Männer und 67 % waren kaukasischer Herkunft. Bei 95 % lagen
Metastasen im M1-Stadium vor und bei 5 % lagen keine Metastasen vor (M0). Bei 73 % der Patientenlag der Primärtumor im unteren Harntrakt und bei 27 % lag er im oberen Harntrakt. 54 % waren
Cisplatin-geeignet, 58 % wiesen eine PD-L1-Expression (CPS ≥ 10) auf und bei 72 % lagen viszerale
Metastasen vor, einschließlich 22 % mit Lebermetastasen. 20 % hatten eine normale Nierenfunktionund 37 %, 41 % bzw. 2 % wiesen eine leichte, moderate bzw. schwere Nierenfunktionsstörung auf.97 % hatten einen ECOG-Performance-Status von 0 - 1 und 3 % hatten einen ECOG-Performance-
Status von 2. 85 % hatten histologisch ein Übergangszellkarzinom (Transitional Cell Carcinoma,
TCC), 2 % hatten ein TCC mit anderer Histologie und 6 % hatten ein TCC mit
Plattenepitheldifferenzierung. 32 % der Patienten im Behandlungsarm mit Gemcitabin und Platin-basierter Chemotherapie erhielten eine Immuntherapie als Erhaltungstherapie.
Die primären Wirksamkeitsendpunkte waren das Überleben ohne Fortschreiten der Krebserkrankung(PFS), bewertet mittels BICR gemäß RECIST-v1.1-Kriterien und das Gesamtüberleben (OS).
Sekundäre Wirksamkeitsendpunkte waren die Objektive Ansprechrate (ORR) und die Dauer des
Ansprechens, bewertet mittels BICR gemäß RECIST-v1.1-Kriterien sowie die Zeit bis zur
Schmerzprogression (Time To Pain Progression, TTPP).
Die Studie zeigte eine statistisch signifikante Verbesserung von OS, PFS und ORR bei Patienten, dierandomisiert Pembrolizumab in Kombination mit Enfortumab vedotin erhielten, im Vergleich zu
Patienten, die randomisiert Gemcitabin und eine Platin-basierte Chemotherapie erhielten.
Die mediane Nachbeobachtungszeit bei 442 mit Pembrolizumab und Enfortumab vedotin behandelten
Patienten betrug 17,3 Monate (Spanne: 0,3 bis 37,2 Monate). Die wichtigsten Wirksamkeitsergebnissesind in Tabelle 24 und den Abbildungen 22 und 23 zusammengefasst.
Tabelle 24: Wirksamkeitsergebnisse in KEYNOTE-A39
Endpunkt Pembrolizumab Gemcitabin +200 mg alle Platin-3 Wochen in Chemotherapie mit
Kombination mit oder ohne
Enfortumab Erhaltungs-vedotin Immuntherapien=442 n=444
Gesamtüberleben (OS)
Anzahl (%) Patienten mit Ereignis 133 (30 %) 226 (51 %)
Median in Monaten (95-%-KI) 31,5 (25,4; N.e.) 16,1 (13,9; 18,3)
Hazard-Ratio* (95-%-KI) 0,47 (0,38; 0,58)p-Wert† < 0,00001
Überleben ohne Fortschreiten der
Krebserkrankung (PFS)
Anzahl (%) Patienten mit Ereignis 223 (50 %) 307 (69 %)
Median in Monaten (95-%-KI) 12,5 (10,4; 16,6) 6,3 (6,2; 6,5)
Hazard-Ratio* (95-%-KI) 0,45 (0,38; 0,54)p-Wert† < 0,00001
Objektive Ansprechrate‡
ORR§ % (95-%-KI) 68 % (63,1; 72,1) 44 % (39,7; 49,2)p-Wert¶ < 0,00001
Dauer des Ansprechens
Median in Monaten (Spanne) N.e. 7,0(2,0+; 28,3+) (1,5+; 30,9+)
* Basierend auf dem stratifizierten Cox-Proportional-Hazard-Regressions-Modell† Zweiseitiger p-Wert basierend auf dem stratifizierten Log-Rank-Test‡ Umfasst nur Patienten mit messbarer Erkrankung zu Studienbeginn§ Basierend auf Patienten mit einem besten objektiven Ansprechen als bestätigtes vollständigesoder partielles Ansprechen¶ Zweiseitiger p-Wert basierend auf dem Cochran-Mantel-Haenszel-Test stratifiziert nach PD-L1-
Expression, Cisplatin-Eignung und Lebermetastasen
N.e. = nicht erreicht
Abbildung 22: Kaplan-Meier-Kurve des Gesamtüberlebens (OS) in KEYNOTE-A39
Behandlungsarm OS-Rate im 6. Monat OS-Rate im 12. Monat HR (95-%-KI) p-Wert
Pembrolizumab + EV 90 % 78 % 0,47 (0,38; 0,58) < 0,00001
Chemotherapie 82 % 61 %
Anzahl Risikopatienten Zeit in Monaten
Pembrolizumab + EV
Chemotherapie
Gesamtüberleben (OS) in %
Abbildung 23: Kaplan-Meier-Kurve des Überlebens ohne Fortschreiten der
Krebserkrankung (PFS) in KEYNOTE-A39
Behandlungsarm PFS-Rate im 6. Monat PFS-Rate im 12. Monat HR (95-%-KI) p-Wert
Pembrolizumab + EV 73 % 51 % 0,45 (0,38; 0,54) < 0,00001
Chemotherapie 61 % 22 %
Zeit in Monaten
Anzahl Risikopatienten
Pembrolizumab + EV
Chemotherapie
KEYNOTE-045: Kontrollierte Studie bei Patienten mit Urothelkarzinom nach vorheriger Platin-basierter Therapie
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Pembrolizumab wurden in KEYNOTE-045, einermultizentrischen, offenen, randomisierten (1:1), kontrollierten Studie zur Behandlung des lokalfortgeschrittenen oder metastasierenden Urothelkarzinoms bei Patienten mit Fortschreiten der
Krebserkrankung unter oder nach einer Platin-basierten Therapie untersucht. Voraussetzung war, dassdie Patienten eine Platin-basierte Erstlinientherapie für die lokal fortgeschrittene/metastasierende
Erkrankung oder eine Platin-basierte neoadjuvante/adjuvante Therapie bei Rezidiv/Progression nach≤ 12 Monaten nach Abschluss der Therapie erhalten hatten.
Die Patienten erhielten randomisiert (1:1) entweder Pembrolizumab 200 mg alle 3 Wochen (n=270)oder intravenös alle 3 Wochen eine der folgenden Therapien nach Maßgabe des Prüfarztes (n=272):
Paclitaxel 175 mg/m2 (n=84), Docetaxel 75 mg/m2 (n=84), oder Vinflunin 320 mg/m2 (n=87). Die
Patienten wurden bis zum Auftreten unzumutbarer Toxizität oder bis zum Fortschreiten der
Krebserkrankung mit Pembrolizumab behandelt. Die Behandlung konnte bei Fortschreiten der
Krebserkrankung fortgeführt werden, sofern der Patient klinisch stabil war und nach Ermessen des
Prüfarztes von der Behandlung klinisch profitierte. Patienten ohne Fortschreiten der Krebserkrankungkonnten bis zu 24 Monaten behandelt werden. Von der Studie ausgeschlossen waren Patienten miteiner Autoimmunerkrankung, einer Erkrankung, die eine Immunsuppression erforderte und Patienten,die vorher mehr als zwei systemische Chemotherapielinien zur Behandlung des metastasierenden
Urothelkarzinoms erhalten hatten. Patienten mit einem ECOG-Performance-Status von 2 mussten
Überleben ohne Fortschreiten der
Krebserkrankung (PFS) in %einen Hämoglobinwert von ≥ 10 g/dl haben, durften keine Lebermetastasen aufweisen und musstendie letzte Dosis ihres letzten vorhergehenden Chemotherapieregimes ≥ 3 Monate vor
Studieneinschluss erhalten haben. Eine Bewertung des Tumorstatus erfolgte 9 Wochen nach der ersten
Dosis, danach alle 6 Wochen innerhalb des ersten Jahres, im Anschluss daran alle 12 Wochen.
Die 542 randomisierten Patienten in KEYNOTE-045 waren zu Studienbeginn wie folgtcharakterisiert: medianes Alter 66 Jahre (Spanne: 26 bis 88), 58 % waren 65 Jahre oder älter; 74 %waren Männer; 72 % waren kaukasischer und 23 % asiatischer Herkunft; bei 56 % lag ein ECOG-
Performance-Status von 1 vor und bei 1 % lag ein ECOG-Performance-Status von 2 vor; bei 96 %lagen Metastasen im M1-Stadium vor, bei 4 % lagen keine Metastasen vor (M0). Bei 87 % der
Patienten lagen viszerale Metastasen vor, einschließlich 34 % mit Lebermetastasen. Bei 86 % der
Patienten lag der Primärtumor im unteren Harntrakt und bei 14 % lag der Primärtumor im oberen
Harntrakt. Bei 15 % der Patienten war die Krebserkrankung im Anschluss an eine neoadjuvante oderadjuvante Platin-basierte Therapie fortgeschritten. 21 % hatten im metastasierenden Stadium vorherzwei systemische Therapien erhalten. 76 % der Patienten hatten vorher Cisplatin erhalten, 23 % hattenvorher Carboplatin erhalten und 1 % wurde mit einem anderen Platin-basierten Regime behandelt.
Primäre Wirksamkeitsendpunkte waren das Gesamtüberleben (OS) und das Überleben ohne
Fortschreiten der Krebserkrankung (PFS), das mittels BICR gemäß RECIST-v1.1-Kriterien bewertetwurde. Sekundäre Wirksamkeitsendpunkte waren die Objektive Ansprechrate (ORR) (mittels BICRgemäß RECIST-v1.1-Kriterien bewertet) und die Dauer des Ansprechens. Tabelle 25 enthält eine
Zusammenfassung der entscheidenden Wirksamkeitsendpunkte für die ITT-Population nach finaler
Analyse. Die Kaplan-Meier-Kurve basierend auf der finalen Analyse für OS ist in Abbildung 24dargestellt. Die Studie ergab statistisch signifikante Verbesserungen hinsichtlich OS und ORR bei den
Patienten unter Pembrolizumab im Vergleich zu Chemotherapie. Im Hinblick auf PFS zeigte sichzwischen Pembrolizumab und Chemotherapie kein statistisch signifikanter Unterschied.
Tabelle 25: Ansprechen auf Pembrolizumab 200 mg alle 3 Wochen bei Patienten mit
Urothelkarzinom nach vorheriger Chemotherapie in KEYNOTE-045
Endpunkt Pembrolizumab Chemotherapie200 mg alle 3 Wochenn=270 n=272
Gesamtüberleben (OS)
Anzahl (%) Patienten mit Ereignis 200 (74 %) 219 (81 %)
Hazard-Ratio* (95-%-KI) 0,70 (0,57; 0,85)p-Wert† < 0,001
Median in Monaten (95-%-KI) 10,1 (8,0; 12,3) 7,3 (6,1; 8,1)
Überleben ohne Fortschreiten der Krebserkrankung (PFS‡)
Anzahl (%) Patienten mit Ereignis 233 (86 %) 237 (87 %)
Hazard-Ratio* (95-%-KI) 0,96 (0,79; 1,16)p-Wert† 0,313
Median in Monaten (95-%-KI) 2,1 (2,0; 2,2) 3,3 (2,4; 3,6)
Objektive Ansprechrate‡
ORR % (95-%-KI) 21 % (16; 27) 11 % (8; 15)p-Wert§ < 0,001
Vollständiges Ansprechen 9 % 3 %
Partielles Ansprechen 12 % 8 %
Stabile Erkrankung 17 % 34 %
Dauer des Ansprechens‡, ¶
Median in Monaten (Spanne) Nicht erreicht 4,4(1,6+; 30,0+) (1,4+; 29,9+)
Anzahl (%#) Patienten mit einer46 (84 %) 8 (47 %)
Dauer ≥ 6 Monaten
Anzahl (%#) Patienten mit einer35 (68 %) 5 (35 %)
Dauer ≥ 12 Monaten
* Hazard-Ratio (Pembrolizumab im Vergleich zu Chemotherapie) basierend auf dem stratifizierten Cox-Proportional-
Hazardmodell† Basierend auf dem stratifizierten Log-Rank-Test‡ Bewertet mittels BICR gemäß RECIST-v1.1§ Basierend auf der Methode von Miettinen und Nurminen¶ Basierend auf Patienten mit einem besten objektiven Ansprechen als bestätigtes vollständiges oder partielles
Ansprechen# Basierend auf einer Kaplan-Meier-Schätzung
Abbildung 24: Kaplan-Meier-Kurve des Gesamtüberlebens (OS) nach Behandlungsarm in
KEYNOTE-045 (Intent-to-Treat-Population)
In KEYNOTE-045 wurde sowohl im Pembrolizumab- als auch im Chemotherapie-Arm eine Analysebei Patienten mit einem PD-L1 CPS von < 10 [Pembrolizumab: n=186 (69 %) versus Chemotherapie:n=176 (65 %)] beziehungsweise mit einem CPS von ≥ 10 [Pembrolizumab: n=74 (27 %) versus
Chemotherapie: n=90 (33 %)] durchgeführt (siehe Tabelle 26).
Tabelle 26: Gesamtüberleben (OS) entsprechend PD-L1-Expression
PD-L1-Expression Pembrolizumab Chemotherapie
OS entsprechend PD-L1-Expression Hazard-Ratio†
Anzahl (%) Patienten mit Ereignis* (95-%-KI)
CPS < 10 140 (75 %) 144 (82 %) 0,75 (0,59; 0,95)
CPS ≥ 10 53 (72 %) 72 (80 %) 0,55 (0,37; 0,81)
* Basierend auf der finalen Analyse† Hazard-Ratio (Pembrolizumab im Vergleich zu Chemotherapie) basierend auf dem stratifizierten Cox-Proportional-
Hazardmodell
Die von Patienten berichteten Ergebnisse ('Patient-reported outcomes” [PROs]) wurden mittels des'European Organization for Research and Treatment of Cancer“ Quality of Life Questionnaire(EORTC QLQ-C30) ausgewertet. Bei Patienten unter Pembrolizumab wurde im Vergleich zu einer
Chemotherapie nach Maßgabe des Prüfarztes eine verlängerte Zeitspanne bis zu einer
Verschlechterung des allgemeinen Gesundheitsstatus/QoL (EORTC QLQ-C30 global healthstatus/QoL) beobachtet (HR 0,70; 95-%-KI: 0,55-0,90). Über 15 Wochen Nachbeobachtungszeithatten Patienten unter Pembrolizumab einen stabilen allgemeinen Gesundheitsstatus/QoL, währenddiejenigen unter Chemotherapie nach Maßgabe des Prüfarztes eine Verschlechterung des allgemeinen
Gesundheitsstatus/QoL berichteten. Diese Ergebnisse sollten im Kontext des offenen Studiendesignsinterpretiert werden und daher mit Vorbehalt gesehen werden.
KEYNOTE-052: Offene Studie bei Patienten mit Urothelkarzinom, die nicht für eine Cisplatin-basierte
Therapie geeignet sind
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Pembrolizumab wurden in KEYNOTE-052, einermultizentrischen, offenen Studie zur Behandlung des lokal fortgeschrittenen oder metastasierenden
Urothelkarzinoms bei Patienten, die nicht für eine Cisplatin-basierte Chemotherapie geeignet waren,untersucht. Die Patienten erhielten Pembrolizumab in einer Dosierung von 200 mg alle 3 Wochen biszum Auftreten unzumutbarer Toxizität oder bis zum Fortschreiten der Krebserkrankung. Die
Behandlung konnte bei Fortschreiten der Krebserkrankung fortgeführt werden, sofern der Patientklinisch stabil war und nach Ermessen des Prüfarztes von der Behandlung klinisch profitierte.
Patienten ohne Fortschreiten der Krebserkrankung konnten bis zu 24 Monaten behandelt werden. Vonder Studie ausgeschlossen waren Patienten mit einer Autoimmunerkrankung oder einer Erkrankung,die eine Immunsuppression erforderte. Eine Bewertung des Tumorstatus erfolgte 9 Wochen nach derersten Dosis, danach alle 6 Wochen innerhalb des ersten Jahres, im Anschluss daran alle 12 Wochen.
Die 370 Patienten mit Urothelkarzinom, die nicht für eine Cisplatin-basierte Therapie geeignet waren,waren zu Studienbeginn wie folgt charakterisiert: medianes Alter 74 Jahre (82 % waren 65 Jahre oderälter); 77 % waren Männer; 89 % waren kaukasischer und 7 % asiatischer Herkunft. Bei 88 % lagen
Metastasen im M1-Stadium vor und bei 12 % lagen keine Metastasen vor (M0). Bei 85 % der
Patienten lagen viszerale Metastasen vor, einschließlich 21 % mit Lebermetastasen. Die Gründe füreine fehlende Eignung für Cisplatin umfassten: eine Kreatinin-Clearance von < 60 ml/min (50 %) zu
Studienbeginn, ein ECOG-Performance-Status von 2 (32 %), ein ECOG-Performance-Status von 2 miteiner Kreatinin-Clearance von < 60 ml/min (9 %) zu Studienbeginn sowie andere Gründe (Klasse-III-
Herzinsuffizienz, periphere Neuropathie ≥ Grad 2 sowie Hörverlust ≥ Grad 2; 9 %). 90 % der
Patienten waren behandlungsnaiv und 10 % hatten eine vorhergehende adjuvante oder neoadjuvante
Platin-basierte Therapie erhalten. Bei 81 % der Patienten lag der Primärtumor im unteren Harntraktund bei 19 % lag der Primärtumor im oberen Harntrakt.
Der primäre Wirksamkeitsendpunkt war die Objektive Ansprechrate (ORR), die mittels BICR gemäß
RECIST-v1.1-Kriterien bewertet wurde. Sekundäre Wirksamkeitsendpunkte waren die Dauer des
Ansprechens, das Überleben ohne Fortschreiten der Krebserkrankung (PFS) und das Gesamtüberleben(OS). Tabelle 27 zeigt eine Zusammenfassung der entscheidenden Wirksamkeitsendpunkte der
Studienpopulation nach finaler Analyse basierend auf einer medianen Nachbeobachtungszeit von11,4 Monaten (Spanne: 0,1; 41,2 Monate) bei allen Patienten.
Tabelle 27: Ansprechen auf Pembrolizumab 200 mg alle 3 Wochen bei Patienten mit
Urothelkarzinom, die nicht für eine Cisplatin-basierte Chemotherapie geeignetwaren, in KEYNOTE-052
Endpunkt n=370
Objektive Ansprechrate*
ORR % (95-%-KI) 29 % (24; 34)
Krankheitskontrollrate† 47 %
Vollständiges Ansprechen 9 %
Partielles Ansprechen 20 %
Stabile Erkrankung 18 %
Dauer des Ansprechens
Median in Monaten (Spanne) 30,1(1,4+; 35,9+)% mit einer Dauer ≥ 6 Monaten 81 %‡
Zeit bis zum Ansprechen
Median in Monaten (Spanne) 2,1 (1,3; 9,0)
Überleben ohne Fortschreiten der Krebserkrankung (PFS)*
Median in Monaten (95-%-KI) 2,2 (2,1; 3,4)6-Monats-PFS-Rate 33 %12-Monats-PFS-Rate 22 %
Gesamtüberleben (OS)
Median in Monaten (95-%-KI) 11,3 (9,7; 13,1)6-Monats-OS-Rate 67 %12-Monats-OS-Rate 47 %
* Bewertet mittels BICR gemäß RECIST-v1.1† Basierend auf bestem Ansprechen als stabile Erkrankung oder besser‡ Basierend auf Kaplan-Meier-Schätzungen; einschließlich 84 Patienten mit einem Ansprechen von 6 Monaten oderlänger
In KEYNOTE-052 wurde eine Analyse bei Patienten mit PD-L1-exprimierenden Tumoren mit
CPS < 10 (n=251; 68 %) bzw. ≥ 10 (n=110; 30 %) basierend auf dem PD-L1 IHC 22C3 pharmDxTM
Kit durchgeführt (siehe Tabelle 28).
Tabelle 28: Objektive Ansprechrate (ORR) und Gesamtüberleben (OS) entsprechend
PD-L1-Expression
Endpunkt CPS < 10 CPS ≥ 10n=251 n=110
Objektive Ansprechrate*
ORR % (95-%-KI) 20 % (16; 26) 47 % (38; 57)
Gesamtüberleben (OS)
Median in Monaten (95-%-KI) 10 (8; 12) 19 (12; 29)12-Monats-OS-Rate 41 % 61 %
* BICR mittels RECIST-v1.1
KEYNOTE-361 ist eine randomisierte, kontrollierte, offene klinische Phase-III-Studie mit
Pembrolizumab mit oder ohne Platin-basierte Kombinationstherapie (d. h. entweder Cisplatin oder
Carboplatin mit Gemcitabin) versus Chemotherapie als Erstlinienbehandlung bei Patienten mitfortgeschrittenem oder metastasierendem Urothelkarzinom. Die Ergebnisse von KEYNOTE-361zeigten keine statistisch signifikante Verbesserung des Überlebens ohne Fortschreiten der
Krebserkrankung (PFS) bewertet mittels BICR gemäß RECIST-v1.1-Kriterien (HR 0,78; 95-%-KI:
0,65; 0,93; p=0,0033) und des Gesamtüberlebens (OS) (HR 0,86; 95-%-KI: 0,72; 1,02; p=0,0407)unter Pembrolizumab in Kombination mit Chemotherapie im Vergleich zu Chemotherapie allein.
Entsprechend der präspezifizierten hierarchischen Testreihenfolge konnten keine formalen
Überprüfungen der statistischen Signifikanz einer Pembrolizumab-Therapie versus Chemotherapiedurchgeführt werden. Die primären Wirksamkeitsergebnisse einer Pembrolizumab-Monotherapie bei
Patienten, für die nach Ermessen des Prüfarztes Carboplatin anstatt Cisplatin die besser geeignete
Chemotherapie war, waren konsistent mit den Ergebnissen von KEYNOTE-052. Die
Wirksamkeitsergebnisse bei Patienten mit PD-L1-exprimierenden Tumoren (CPS ≥ 10) entsprachender Gesamtpopulation, für die Carboplatin als Chemotherapie gewählt wurde. Siehe Tabelle 29 sowiedie Abbildungen 25 und 26.
Tabelle 29: Ansprechen auf Pembrolizumab 200 mg alle 3 Wochen oder Chemotherapie bei
Patienten mit zuvor unbehandeltem Urothelkarzinom in KEYNOTE-361, für dienach Ermessen des Prüfarztes Carboplatin anstatt Cisplatin die besser geeignete
Chemotherapie war
Endpunkt Pembrolizumab Chemotherapie Pembrolizumab Chemotherapie
CPS ≥ 10 CPS ≥ 10n=170 n=196n=84 n=89
Objektive
Ansprechrate(ORR)*
ORR % (95-%-KI) 28 % (21,1; 35,0) 42 % (34,8; 49,1) 30 % (20,3; 46 % (35,4; 57,0)40,7)
Vollständiges 10 % 11 % 12 % 18 %
Ansprechen
Partielles 18 % 31 % 18 % 28 %
Ansprechen
Dauer des
Ansprechens*
Median in Monaten Nicht erreicht 6,3 (1,8+; 33,8+) Nicht erreicht 8,3 (2,1+; 33,8+)(Spanne) (3,2+; 36,1+) (4,2; 36,1+)% mit einer Dauer 57 % 30 % 63 % 38 %≥ 12 Monaten†
Überleben ohne
Fortschreiten der
Krebserkrankung(PFS)*
Median in Monaten 3,2 (2,2; 5,5) 6,7 (6,2; 8,1) 3,9 (2,2; 6,8) 7,9 (6,1; 9,3)(95-%-KI)12-Monats-PFS- 25 % 24 % 26 % 31 %
Rate
Gesamtüberleben(OS)
Median in Monaten 14,6 (10,2; 17,9) 12,3 (10,0; 15,5) 15,6 (8,6; 19,7) 13,5 (9,5; 21,0)(95-%-KI)12-Monats-OS-Rate 54 % 51 % 57 % 54 %
* Bewertet mittels BICR gemäß RECIST-v1.1† Basierend auf einer Kaplan-Meier-Schätzung
Abbildung 25: Kaplan-Meier-Kurve des Gesamtüberlebens (OS) nach Behandlungsarm in
KEYNOTE-361 (Intent-to-Treat-Population bei Wahl von Carboplatin)
Abbildung 26: Kaplan-Meier-Kurve des Gesamtüberlebens (OS) nach Behandlungsarm in
KEYNOTE-361 (Patienten mit PD-L1 Expression CPS ≥ 10, Intent-to-Treat-
Population bei Wahl von Carboplatin)
Plattenepithelkarzinom der Kopf-Hals-Region (HNSCC)
KEYNOTE-048: Kontrollierte Studie einer Mono- und Kombinationstherapie bei nicht vorbehandelten
Patienten mit rezidivierendem oder metastasierendem HNSCC
Die Wirksamkeit von Pembrolizumab wurde in KEYNOTE-048, einer multizentrischen,randomisierten, offenen, aktiv-kontrollierten Studie zur Behandlung des histologisch bestätigtenmetastasierenden oder rezidivierenden HNSCC der Mundhöhle, des Larynx oder Pharynx bei
Patienten untersucht, die keine vorhergehende systemische Therapie ihrer rezidivierenden odermetastasierenden Krebserkrankung erhalten hatten und die als nicht heilbar durch lokale Therapiengalten. Patienten mit nasopharyngealem Karzinom, einer aktiven Autoimmunerkrankung, die einesystemische Therapie innerhalb der letzten beiden Behandlungsjahre erforderte oder Patienten miteiner Erkrankung, die eine Immunsuppression erforderte, waren von der Studie ausgeschlossen. Die
Randomisierung wurde nach PD-L1-Expression des Tumors (TPS ≥ 50 % oder TPS < 50%), HPV-
Status (positiv oder negativ) sowie ECOG-Performance-Status (0 vs. 1) stratifiziert. Die Patientenwurden im Verhältnis 1:1:1 in einen der folgenden Behandlungsarme randomisiert:
* Pembrolizumab 200 mg alle 3 Wochen (Pembrolizumab-Monotherapie)
* Pembrolizumab 200 mg alle 3 Wochen, Carboplatin AUC 5 mg/ml/min alle 3 Wochen oder
Cisplatin 100 mg/m2 alle 3 Wochen und 5-FU 1 000 mg/m2/Tag über 4 aufeinander folgende
Tage alle 3 Wochen (maximal 6 Zyklen Platin und 5-FU) (Pembrolizumab-
Kombinationstherapie)
* Cetuximab 400 mg/m2 zu Beginn und im Anschluss 250 mg/m2 einmal wöchentlich,
Carboplatin AUC 5 mg/ml/min alle 3 Wochen oder Cisplatin 100 mg/m2 alle 3 Wochen und5-FU 1 000 mg/m2/Tag über 4 aufeinander folgende Tage alle 3 Wochen (maximal 6 Zyklen
Platin und 5-FU) (Standardtherapie)
Die Behandlung mit Pembrolizumab wurde bis zu einem gemäß RECIST-v1.1-Kriterien definiertenund durch einen Prüfarzt bestätigten Fortschreiten der Krebserkrankung, bis zum Auftretenunzumutbarer Toxizität oder bis zu einem Maximum von 24 Monaten fortgeführt. Die Gabe von
Pembrolizumab konnte nach gemäß RECIST-v1.1-Kriterien definiertem Fortschreiten der
Krebserkrankung fortgeführt werden, sofern der Patient klinisch stabil war und nach Ermessen des
Prüfarztes von der Behandlung klinisch profitierte. Eine Bewertung des Tumorstatus erfolgte nach9 Wochen, danach alle 6 Wochen im ersten Jahr, im Anschluss daran alle 9 Wochen bis zu24 Monaten.
In KEYNOTE-048 wiesen 754 Patienten (85 %) von 882 Patienten PD-L1-exprimierende Tumoren(CPS ≥ 1; basierend auf dem PD-L1 IHC 22C3 pharmDx™ Kit) auf. Diese 754 Patienten waren zu
Studienbeginn wie folgt charakterisiert: medianes Alter 61 Jahre (Spanne: 20 bis 94 Jahre); 36 %waren 65 Jahre oder älter; 82 % waren Männer; 74 % waren kaukasischer und 19 % asiatischer
Herkunft; bei 61 % lag ein ECOG-Performance-Status von 1 vor und 77 % waren ehemalige oderaktive Raucher. Die Krebserkrankung war wie folgt charakterisiert: bei 21 % lagen HPV-positive
Tumoren vor und bei 95 % der Patienten lag ein Erkrankungsstadium von IV vor (Stadium IVa 21 %;
Stadium IVb 6 % und Stadium IVc 69 %).
Die primären Wirksamkeitsendpunkte waren das Gesamtüberleben (OS) und das Überleben ohne
Fortschreiten der Krebserkrankung (PFS) (bewertet mittels BICR gemäß RECIST-v1.1-Kriterien). Die
Studie ergab eine statistisch signifikante Verbesserung für das Gesamtüberleben aller Patienten im
Pembrolizumab-Kombinationstherapie-Arm im Vergleich zur Standardtherapie (HR 0,72; 95-%-KI:0,60-0,87) sowie bei Patienten mit PD-L1-exprimierenden Tumoren (CPS ≥ 1) im Pembrolizumab-
Monotherapie-Arm im Vergleich zur Standardtherapie. Tabelle 30 und Tabelle 31 enthalten eine
Zusammenfassung der primären Wirksamkeitsendpunkte für Pembrolizumab bei Patienten mit PD-L1-exprimierenden Tumoren (CPS ≥ 1) in KEYNOTE-048 nach finaler Analyse und einer
Nachbeobachtungszeit von im Median 13 Monaten im Pembrolizumab-Kombinationstherapie-Armsowie von im Median 11, 5 Monaten im Pembrolizumab-Monotherapie-Arm. Die Kaplan-Meier-
Kurven für das Gesamtüberleben (OS) basierend auf den finalen Analysen sind in den Abbildungen 27und 28 dargestellt.
Tabelle 30: Wirksamkeitsergebnisse für die Pembrolizumab-Kombinationstherapie(Pembrolizumab + Platin + 5-FU) in KEYNOTE-048 mit PD-L1-Expression(CPS ≥ 1)
Endpunkt Pembrolizumab + Standardtherapie*
Platin-Chemotherapie + n=2355-FUn=242
Gesamtüberleben (OS)
Anzahl (%) Patienten mit Ereignis 177 (73 %) 213 (91 %)
Median in Monaten (95-%-KI) 13,6 (10,7; 15,5) 10,4 (9,1; 11,7)
Hazard-Ratio† (95-%-KI) 0,65 (0,53; 0,80)p-Wert‡ 0,00002
Überleben ohne Fortschreiten der Krebserkrankung (PFS)
Anzahl (%) Patienten mit Ereignis 212 (88 %) 221 (94 %)
Median in Monaten (95-%-KI) 5,1 (4,7; 6,2) 5,0 (4,8; 6,0)
Hazard-Ratio† (95-%-KI) 0,84 (0,69; 1,02)p-Wert‡ 0,03697
Objektive Ansprechrate
ORR§ % (95-%-KI) 36 % (30,3; 42,8) 36 % (29,6; 42,2)
Vollständiges Ansprechen 7 % 3 %
Partielles Ansprechen 30 % 33 %p-Wert¶ 0,4586
Dauer des Ansprechens
Median in Monaten (Spanne) 6,7 (1,6+; 39,0+) 4,3 (1,2+; 31,5+)% mit einer Dauer ≥ 6 Monaten 54 % 34 %
* Cetuximab, Platin und 5-FU† Basierend auf dem stratifizierten Cox-Proportional-Hazardmodell‡ Basierend auf dem stratifizierten Log-Rank-Test§ Ansprechen: Bestes objektives Ansprechen als bestätigtes vollständiges oder partielles Ansprechen¶ Basierend auf der Methode von Miettinen und Nurminen stratifiziert nach ECOG (0 vs. 1), HPV-Status (positiv vs.
negativ) und PD-L1-Status (stark positiv vs. nicht stark positiv)
Abbildung 27: Kaplan-Meier-Kurve für Gesamtüberleben (OS) für die Pembrolizumab-
Kombinationstherapie (Pembrolizumab + Platin + 5-FU) in KEYNOTE-048(PD-L1-Expression CPS ≥ 1)
Tabelle 31: Wirksamkeitsergebnisse für die Pembrolizumab-Monotherapie in
KEYNOTE-048 mit PD-L1-Expression (CPS ≥ 1)
Endpunkt Pembrolizumab Standardtherapie*n=257 n=255
Gesamtüberleben (OS)
Anzahl (%) Patienten mit Ereignis 197 (77 %) 229 (90 %)
Median in Monaten (95-%-KI) 12,3 (10,8; 14,3) 10,3 (9,0; 11,5)
Hazard-Ratio† (95-%-KI) 0,74 (0,61; 0,90)p-Wert‡ 0,00133
Überleben ohne Fortschreiten der Krebserkrankung (PFS)
Anzahl (%) Patienten mit Ereignis 228 (89 %) 237 (93 %)
Median in Monaten (95-%-KI) 3,2 (2,2; 3,4) 5,0 (4,8; 6,0)
Hazard-Ratio† (95-%-KI) 1,13 (0,94; 1,36)p-Wert‡ 0,89580
Objektive Ansprechrate (ORR)
ORR§ % (95-%-KI) 19,1 % (14,5; 24,4) 35 % (29,1; 41,1)
Vollständiges Ansprechen 5 % 3 %
Partielles Ansprechen 14 % 32 %p-Wert¶ 1,0000
Dauer des Ansprechens
Median in Monaten (Spanne) 23,4 (1,5+; 43,0+) 4,5 (1,2+; 38,7+)% mit einer Dauer ≥ 6 Monaten 81 % 36 %
* Cetuximab, Platin und 5-FU† Basierend auf dem stratifizierten Cox-Proportional-Hazardmodell‡ Basierend auf dem stratifizierten Log-Rank-Test§ Ansprechen: Bestes objektives Ansprechen als bestätigtes vollständiges oder partielles Ansprechen¶ Basierend auf der Methode von Miettinen und Nurminen stratifiziert nach ECOG (0 vs. 1), HPV-Status (positiv vs.
negativ) und PD-L1-Status (stark positiv vs. nicht stark positiv)
Abbildung 28: Kaplan-Meier-Kurve für Gesamtüberleben (OS) für die Pembrolizumab-
Monotherapie in KEYNOTE-048 (PD-L1-Expression CPS ≥ 1)
KEYNOTE-048 wurde hinsichtlich der Patientenpopulation, deren Tumoren PD-L1 (CPS ≥ 20)exprimierten [Pembrolizumab-Kombinationstherapie: n=126 (49 %) vs. Standardtherapie: n=110(43 %) und Pembrolizumab-Monotherapie: n=133 (52 %) vs. Standardtherapie: n=122 (48 %)],ausgewertet (siehe Tabelle 32).
Tabelle 32: Wirksamkeitsergebnisse für die Pembrolizumab-Kombinationstherapie(Pembrolizumab + Platin + 5-FU) und für die Pembrolizumab-Monotherapienach PD-L1-Expression in KEYNOTE-048 (CPS ≥ 20)
Endpunkt Pembrolizumab + Standard- Pembroli- Standard-
Platin- therapie* zumab- therapie*
Chemotherapie + n=110 Monotherapie n=1225-FU n=133n=126
Gesamtüberleben (OS)
Anzahl (%) Patienten 84 (66,7 %) 98 (89,1 %) 94 (70,7 %) 108 (88,5 %)mit Ereignis
Median in Monaten 14,7 (10,3; 19,3) 11,0 (9,2; 13,0) 14,8 (11,5; 20,6) 10,7 (8,8; 12,8)(95-%-KI)
Hazard-Ratio† (95-%- 0,60 (0,45; 0,82) 0,58 (0,44; 0,78)
KI)p-Wert‡ 0,00044 0,00010
OS-Rate nach 74,6 (66,0; 81,3) 80,0 (71,2; 86,3) 74,4 (66,1; 81,0) 79,5 (71,2; 85,7)6 Monaten (95-%-KI)
OS-Rate nach 57,1 (48,0; 65,2) 46,1 (36,6; 55,1) 56,4 (47,5; 64,3) 44,9 (35,9; 53,4)12 Monaten (95-%-
KI)
OS-Rate nach 35,4 (27,2; 43,8) 19,4 (12,6; 27,3) 35,3 (27,3; 43,4) 19,1 (12,7; 26,6)24 Monaten (95-%-
KI)
Überleben ohne Fortschreiten der Krebserkrankung (PFS)
Anzahl (%) Patienten 106 (84,1 %) 104 (94,5 %) 115 (86,5 %) 114 (93,4 %)mit Ereignis
Median in Monaten 5,8 (4,7; 7,6) 5,3 (4,9; 6,3) 3,4 (3,2; 3,8) 5,3 (4,8; 6,3)(95-%-KI)
Hazard-Ratio† (95-%- 0,76 (0,58; 1,01) 0,99 (0,76; 1,29)
KI)p-Wert‡ 0,02951 0,46791
PFS-Rate nach 49,4 (40,3; 57,9) 47,2 (37,5; 56,2) 33,0 (25,2; 41,0) 46,6 (37,5; 55,2)6 Monaten (95-%-KI)
PFS-Rate nach 23,9 (16,7; 31,7) 14,0 (8,2; 21,3) 23,5 (16,6; 31,1) 15,1 (9,3; 22,2)12 Monaten (95-%-
KI)
PFS-Rate nach 14,6 (8,9; 21,5) 5,0 (1,9; 10,5) 16,8 (10,9; 23,8) 6,1 (2,7; 11,6)24 Monaten (95-%-
KI)
Objektive Ansprechrate (ORR)
ORR§ % (95-%-KI) 42,9 (34,1; 52,0) 38,2 (29,1; 47,9) 23,3 (16,4; 31,4) 36,1 (27,6; 45,3)
Dauer des Ansprechens
Anzahl Patienten mit 54 42 31 44
Ansprechen
Median in Monaten 7,1 (2,1+; 39,0+) 4,2 (1,2+; 31,5+) 22,6 (2,7+; 43,0+) 4,2 (1,2+; 31,5+)(Spanne)
* Cetuximab, Platin und 5-FU† Basierend auf dem stratifizierten Cox-Proportional-Hazardmodell‡ Basierend auf dem stratifizierten Log-Rank-Test§ Ansprechen: Bestes objektives Ansprechen als bestätigtes vollständiges oder partielles Ansprechen
KEYNOTE-048 wurde hinsichtlich der Patientensubpopulation, deren Tumoren PD-L1 (CPS ≥ 1 bis< 20) exprimierten [Pembrolizumab-Kombinationstherapie: n=116 (45 %) vs. Standardtherapie: n=125(49 %) und Pembrolizumab-Monotherapie: n=124 (48 %) vs. Standardtherapie: n=133 (52 %)],explorativ ausgewertet (siehe Tabelle 33).
Tabelle 33: Wirksamkeitsergebnisse für die Pembrolizumab-Kombinationstherapie(Pembrolizumab + Platin + 5-FU) und die Pembrolizumab-Monotherapie nach
PD-L1-Expression in KEYNOTE-048 (CPS ≥ 1 bis < 20)
Endpunkt Pembrolizumab + Standardtherapie* Pembrolizumab- Standardtherapie*
Platin- n=125 Monotherapie n=133
Chemotherapie + n=1245-FUn=116
Gesamtüberleben (OS)
Anzahl (%) Patienten 93 (80,2 %) 115 (92,0 %) 103 (83,1 %) 121 (91,0 %)mit Ereignis
Median in Monaten 12,7 (9,4; 15,3) 9,9 (8,6; 11,5) 10,8 (9,0; 12,6) 10,1 (8,7; 12,1)(95-%-KI)
Hazard-Ratio† (95-%- 0,71 (0,54; 0,94) 0,86 (0,66; 1,12)
KI)
OS-Rate nach 76,7 (67,9; 83,4) 77,4 (69,0; 83,8) 67,6 (58,6; 75,1) 78,0 (70,0; 84,2)6 Monaten (95-%-KI)
OS-Rate nach 52,6 (43,1; 61,2) 41,1 (32,4; 49,6) 44,0 (35,1; 52,5) 42,4 (33,9; 50,7)12 Monaten (95-%-
KI)
OS-Rate nach 25,9 (18,3; 34,1) 14,5 (9,0; 21,3) 22,0 (15,1; 29,6) 15,9 (10,3; 22,6)24 Monaten (95-%-
KI)
Überleben ohne Fortschreiten der Krebserkrankung (PFS)
Anzahl (%) Patienten 106 (91,4 %) 117 (93,6 %) 113 (91,1 %) 123 (92,5 %)mit Ereignis
Median in Monaten 4,9 (4,2; 5,3) 4,9 (3,7; 6,0) 2,2 (2,1; 2,9) 4,9 (3,8; 6,0)(95-%-KI)
Hazard-Ratio† (95-%- 0,93 (0,71; 1,21) 1,25 (0,96; 1,61)
KI)
PFS-Rate nach 40,1 (31,0; 49,0) 40,0 (31,2; 48,5) 24,2 (17,1; 32,0) 41,4 (32,8; 49,7)6 Monaten (95-%-KI)
PFS-Rate nach 15,1 (9,1; 22,4) 11,3 (6,4; 17,7) 17,5 (11,4; 24,7) 12,1 (7,2; 18,5)12 Monaten (95-%-
KI)
PFS-Rate nach 8,5 (4,2; 14,7) 5,0 (1,9; 10,1) 8,3 (4,3; 14,1) 6,3 (2,9; 11,5)24 Monaten (95-%-
KI)
Objektive Ansprechrate (ORR)
ORR‡ % (95-%-KI) 29,3 (21,2; 38,5) 33,6 (25,4; 42,6) 14,5 (8,8; 22,0) 33,8 (25,9; 42,5)
Dauer des Ansprechens
Anzahl Patienten mit 34 42 18 45
Ansprechen
Median in Monaten 5,6 (1,6+; 25,6+) 4,6 (1,4+; 31,4+) Nicht erreicht (1,5+; 5,0 (1,4+; 38,7+)(Spanne) 38,9+)
* Cetuximab, Platin und 5-FU† Basierend auf dem stratifizierten Cox-Proportional-Hazardmodell‡ Ansprechen: Bestes objektives Ansprechen als bestätigtes vollständiges oder partielles Ansprechen
KEYNOTE-040: Kontrollierte Studie bei Patienten mit HNSCC nach Vorbehandlung mit einer Platin-basierten Therapie
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Pembrolizumab wurde in KEYNOTE-040, einermultizentrischen, offenen, randomisierten, kontrollierten Studie zur Behandlung des histologischbestätigten rezidivierenden oder metastasierenden HNSCC der Mundhöhle, des Pharynx oder Larynxbei Patienten mit Fortschreiten der Krebserkrankung während oder nach vorheriger Platin-basierter
Therapie als Teil einer Induktions-, Begleit- oder adjuvanten Therapie und für die eine lokale Therapiemit kurativer Intention nicht in Frage kam, untersucht. Die Patienten wurden nach PD-L1-Expression(TPS ≥ 50 %), HPV-Status sowie ECOG-Performance-Status stratifiziert und anschließendrandomisiert (1:1) Pembrolizumab 200 mg alle 3 Wochen (n=247) oder einer der drei
Standardtherapien (n=248) zugeteilt: Methotrexat 40 mg/m2 einmal wöchentlich (n=64), Docetaxel75 mg/m2 einmal alle 3 Wochen (n=99) oder Cetuximab 400 mg/m2 als Anfangsdosis undanschließend 250 mg/m2 einmal wöchentlich (n=71). Die Behandlung konnte bei Fortschreiten der
Krebserkrankung fortgeführt werden, sofern der Patient klinisch stabil war und nach Ermessen des
Prüfarztes von der Behandlung klinisch profitierte. Patienten mit nasopharyngealem Karzinom, eineraktiven Autoimmunerkrankung, die eine systemische Therapie innerhalb der letzten beiden
Behandlungsjahre erforderte, Patienten mit einer Erkrankung, die eine Immunsuppression erforderte,sowie Patienten, die zuvor drei oder mehr systemische Therapieregime zur Behandlung desrezidivierenden und/oder metastasierenden HNSCC erhalten hatten, waren von der Studieausgeschlossen. Eine Bewertung des Tumorstatus erfolgte nach 9 Wochen, danach alle 6 Wochen bis
Woche 52, im Anschluss daran alle 9 Wochen bis zu 24 Monaten.
Unter den 495 Patienten in KEYNOTE-040 waren 129 (26 %) Patienten mit PD-L1-exprimierenden
Tumoren mit einem TPS ≥ 50 % (basierend auf dem PD-L1 IHC 22C3 pharmDxTM Kit). Zu
Studienbeginn waren diese 129 Patienten wie folgt charakterisiert: medianes Alter 62 Jahre (40 %waren 65 Jahre oder älter); 81 % waren Männer; 78 % waren kaukasischer, 11 % waren asiatischerund 2 % waren afrikanischer Herkunft; ein ECOG-Performance-Status von 0 bzw. 1 lag bei 23 % bzw.77 % vor; bei 19 % lagen HPV-positive Tumoren vor. Bei 67 % der Patienten lagen Metastasen im
M1-Stadium vor, bei der Mehrheit der Patienten lag ein Erkrankungsstadium von IV vor (Stadium
IV 32 %; Stadium IVa 14 %; Stadium IVb 4 % und Stadium IVc 44 %). Bei 16 % der Patienten wardie Krebserkrankung im Anschluss an eine neoadjuvante oder adjuvante Platin-basierte Therapiefortgeschritten und 84 % der Patienten hatten ein bis zwei vorherige systemische Therapieregime fürihre metastasierende Erkrankung erhalten.
Der primäre Wirksamkeitsendpunkt war das Gesamtüberleben (OS) in der ITT-Population. Die initiale
Analyse ergab für das Gesamtüberleben (OS) eine Hazard-Ratio von 0,82 (95-%-KI: 0,67; 1,01) miteinem einseitigen p-Wert von 0,0316. Das mediane Gesamtüberleben (OS) betrug 8,4 Monate unter
Pembrolizumab im Vergleich zu 7,1 Monaten unter Standardtherapie. Tabelle 34 enthält eine
Zusammenfassung der entscheidenden Wirksamkeitsendpunkte für die Population mit TPS ≥ 50 %.
Die Kaplan-Meier-Kurve für das Gesamtüberleben (OS) für die Population mit TPS ≥ 50 % ist in
Abbildung 29 dargestellt.
Tabelle 34: Wirksamkeit von Pembrolizumab 200 mg alle 3 Wochen bei Patienten mit
HNSCC mit TPS ≥ 50 % mit vorheriger Platin-basierter Therapie in
KEYNOTE-040
Endpunkt Pembrolizumab Standardtherapie*200 mg alle 3 Wochen n=65n=64
Gesamtüberleben (OS)
Anzahl (%) Patienten mit Ereignis 41 (64 %) 56 (86 %)
Hazard-Ratio† (95-%-KI) 0,53 (0,35; 0,81)p-Wert‡ 0,001
Median in Monaten (95-%-KI) 11,6 (8,3; 19,5) 6,6 (4,8; 9,2)
Überleben ohne Fortschreiten der Krebserkrankung (PFS)§
Anzahl (%) Patienten mit Ereignis 52 (81 %) 58 (89 %)
Hazard-Ratio† (95-%-KI) 0,58 (0,39; 0,86)p-Wert‡ 0,003
Median in Monaten (95-%-KI) 3,5 (2,1; 6,3) 2,1 (2,0; 2,4)6-Monats-PFS-Rate (%) (95-%-KI) 40,1 (28,1; 51,9) 17,1 (8,8; 27,7)
Objektive Ansprechrate (ORR)§
ORR % (95-%-KI) 26,6 (16,3; 39,1) 9,2 (3,5; 19,0)p-Wert¶ 0,0009
Vollständiges Ansprechen 5 % 2 %
Partielles Ansprechen 22 % 8 %
Stabile Erkrankung 23 % 23 %
Dauer des Ansprechens§, #
Median in Monaten (Spanne) Nicht erreicht (2,7; 6,9 (4,2; 18,8)13,8+)
Anzahl (%Þ) Patienten mit einer Dauer9 (66 %) 2 (50 %)≥ 6 Monaten
* Methotrexat, Docetaxel oder Cetuximab† Hazard-Ratio (Pembrolizumab im Vergleich zur Standardtherapie) basierend auf dem stratifizierten Cox-
Proportional-Hazardmodell‡ Einseitiger p-Wert basierend auf dem stratifizierten Log-Rank-Test§ Bewertet mittels BICR gemäß RECIST-v1.1¶ Basierend auf der Methode von Miettinen und Nurminen# Basierend auf Patienten mit bestem objektiven Ansprechen als bestätigtes vollständiges oder partielles Ansprechen
Þ Basierend auf einer Kaplan-Meier-Schätzung
Abbildung 29: Kaplan-Meier-Kurve des Gesamtüberlebens (OS) nach Behandlungsarm in
KEYNOTE-040 für Patienten mit einer PD-L1-Expression (TPS ≥ 50 %)
Behandlungsarm OS Rateim 12. Monat HR (95 % KI) p-Wert90 Pembrolizumab 47 % 0,53 (0,35; 0,81) 0,00136
Standardtherapie 25 %0 5 10 15 20 25
Zeit in Monaten
Anzahl Risikopatienten
Pembrolizumab: 64 49 35 19 7 1
Standardtherapie: 65 38 22 9 2 0
NierenzellkarzinomKEYNOTE-426: Kontrollierte Studie einer Kombinationstherapie mit Axitinib bei nicht-vorbehandelten Patienten mit Nierenzellkarzinom (RCC)
Die Wirksamkeit von Pembrolizumab in Kombination mit Axitinib wurde im Rahmen der Studie
KEYNOTE-426, einer randomisierten, multizentrischen, offenen, aktiv-kontrollierten Studieuntersucht, die mit Patienten mit fortgeschrittenem RCC mit Klarzellkomponente, ungeachtet des
PD-L1-Tumor-Expressions-Status und eingeteilt nach Risikogruppenkategorien des 'International
Metastatic RCC Database Consortium“ (IMDC), durchgeführt wurde. Patienten mit einer
Autoimmunerkrankung oder Patienten mit einer Erkrankung, die eine Immunsuppression erforderte,waren von der Studie ausgeschlossen. Die Randomisierung wurde nach Risikokategorien (günstigversus intermediär versus ungünstig) sowie nach geografischer Region (Nordamerika versus
Westeuropa versus 'Rest der Welt“) stratifiziert. Die Patienten wurden randomisiert (1:1) einem derfolgenden Studienarme zugeteilt:
* Pembrolizumab 200 mg intravenös alle 3 Wochen in Kombination mit Axitinib 5 mg zum
Einnehmen, zweimal/Tag. Patienten, die Axitinib 5 mg zweimal/Tag in zweiaufeinanderfolgenden Behandlungszyklen (d. h. 6 Wochen) vertrugen und keine > Grad 2behandlungsbedingten Nebenwirkungen auf Axitinib sowie einen gut-kontrollierten
Blutdruck ≤ 150/90 mm Hg hatten, durften die Dosis von Axitinib auf 7 mg zweimal/Tagsteigern. Eine Dosissteigerung von Axitinib auf 10 mg zweimal/Tag war nach den gleichen
Kriterien gestattet. Zur Steuerung der Toxizität konnte die Behandlung mit Axitinibunterbrochen oder auf 3 mg zweimal/Tag und anschließend auf 2 mg zweimal/Tag reduziertwerden.
* Sunitinib 50 mg zum Einnehmen, einmal/Tag für 4 Wochen mit anschließender 2-wöchiger
Behandlungspause.
Gesamtüberleben (OS) in %
Die Behandlung mit Pembrolizumab und Axitinib wurde bis zu einem gemäß RECIST-v1.1-Kriteriendefinierten und entweder von einem verblindeten unabhängigen zentralen Review (BICR), oder vom
Prüfarzt bestätigten Fortschreiten der Krebserkrankung, bis zum Auftreten unzumutbarer Toxizität,oder im Fall von Pembrolizumab, bis zu maximal 24 Monaten fortgeführt. Die Gabe von
Pembrolizumab und Axitinib konnte bei gemäß RECIST-v1.1-Kriterien definiertem Fortschreiten der
Krebserkrankung fortgeführt werden, sofern der Patient klinisch stabil war und nach Ermessen des
Prüfarztes von der Behandlung klinisch profitierte. Eine Bewertung des Tumorstatus erfolgte zu
Studienbeginn, nach Randomisierung in Woche 12, dann alle 6 Wochen bis Woche 54 und im
Anschluss daran alle 12 Wochen.
Insgesamt wurden 861 Patienten randomisiert. Die Studienpopulation war wie folgt charakterisiert:medianes Alter 62 Jahre (Spanne: 26 bis 90 Jahre); 38 % waren 65 Jahre oder älter; 73 % warenmännlich; 79 % waren kaukasischer und 16 % asiatischer Herkunft; 80 % hatten einen Karnofsky-
Index (KPS) von 90 - 100 und 20 % hatten einen KPS von 70 - 80; die Patienten waren nach IMDC-
Risikokategorien wie folgt verteilt: 31 % günstig, 56 % intermediär und 13 % ungünstig.
Die primären Wirksamkeitsendpunkte waren das Gesamtüberleben (OS) und das Überleben ohne
Fortschreiten der Krebserkrankung (PFS) (bewertet mittels BICR gemäß RECIST-v1.1-Kriterien).
Sekundäre Wirksamkeitsendpunkte waren Objektive Ansprechrate (ORR) und Dauer des
Ansprechens, bewertet mittels BICR gemäß RECIST-v1.1-Kriterien. Die Studie zeigte in ihrerpräspezifizierten Interimsanalyse eine statistisch signifikante Verbesserung des Gesamtüberlebens(OS) (HR 0,53; 95-%-KI: 0,38; 0,74; p-Wert = 0,00005) und des Überlebens ohne Fortschreiten der
Krebserkrankung (PFS) (HR 0,69; 95-%-KI: 0,56; 0,84; p-Wert = 0,00012) für die in den
Pembrolizumab-Kombinationstherapie-Arm randomisierten Patienten im Vergleich zu Sunitinib.
Tabelle 35 enthält eine Zusammenfassung der entscheidenden Wirksamkeitsendpunkte. In den
Abbildungen 30 und 31 sind die Kaplan-Meier-Kurven für das Gesamtüberleben (OS) und das
Überleben ohne Fortschreiten der Krebserkrankung (PFS) basierend auf der finalen Analyse nacheiner medianen Nachbeobachtungszeit von 37,7 Monaten dargestellt.
Tabelle 35: Wirksamkeitsergebnisse in KEYNOTE-426
Endpunkt Pembrolizumab Sunitinib
Axitinib n=429n=432
Gesamtüberleben (OS)
Anzahl (%) Patienten mit193 (45 %) 225 (52 %)
Ereignis
Median in Monaten (95-%-KI) 45,7 (43,6; N.v.) 40,1 (34,3; 44,2)
Hazard-Ratio* (95-%-KI) 0,73 (0,60; 0,88)p-Wert† 0,00062
Überleben ohne Fortschreiten der Krebserkrankung (PFS)‡
Anzahl (%) Patienten mit286 (66 %) 301 (70 %)
Ereignis
Median in Monaten (95-%-KI) 15,7 (13,6; 20,2) 11,1 (8,9; 12,5)
Hazard-Ratio* (95-%-KI) 0,68 (0,58; 0,80)p-Wert† < 0,00001
Objektive Ansprechrate (ORR)
ORR§ % (95-%-KI) 60 (56; 65) 40 (35; 44)
Vollständiges Ansprechen 10 % 3 %
Partielles Ansprechen 50 % 36 %p-Wert¶ < 0,0001
Dauer des Ansprechens
Median in Monaten (Spanne) 23,6 (1,4+; 43,4+) 15,3 (2,3; 42,8+)
Anzahl (%#) Patienten mit einer87 (45 %) 29 (32 %)
Dauer ≥ 30 Monaten
* Basierend auf dem stratifizierten Cox-Proportional-Hazardmodell† Nominaler p-Wert basierend auf dem stratifizierten Log-Rank-Test‡ Bewertet mittels BICR gemäß RECIST-v1.1§ Basierend auf Patienten mit bestem objektiven Ansprechen als bestätigtes vollständiges oder partielles Ansprechen¶ Nominaler p-Wert basierend auf der Methode von Miettinen und Nurminen stratifiziert nach IMDC-Risikogruppen undgeografischer Region. Bei der präspezifizierten Interimsanalyse der ORR (mediane Nachbeobachtungszeit von12,8 Monaten) wurde eine statistisch signifikante Überlegenheit der ORR von Pembrolizumab plus Axitinib im Vergleichzu Sunitinib mit einem p-Wert von < 0,0001 erreicht# Basierend auf einer Kaplan-Meier-Schätzung
N.v. = nicht verfügbar
Abbildung 30: Kaplan-Meier-Kurve des Gesamtüberlebens (OS) nach Behandlungsarm in
KEYNOTE-426 (Intent-to-Treat-Population)
Abbildung 31: Kaplan-Meier-Kurve des Überlebens ohne Fortschreiten der
Krebserkrankung (PFS) nach Behandlungsarm in KEYNOTE-426 (Intent-to-
Treat-Population)
In KEYNOTE-426 wurden Subgruppenanalysen der Patienten nach PD-L1 CPS ≥ 1[Pembrolizumab/Axitinib-Kombination: n=243 (56 %) vs. Sunitinib: n=254 (59 %)] und CPS < 1[Pembrolizumab/Axitinib-Kombination: n=167 (39 %) vs. Sunitinib: n=158 (37 %)] durchgeführt.
Vorteile hinsichtlich OS und PFS wurden ungeachtet des PD-L1-Expressions-Status beobachtet.
KEYNOTE-426 war nicht darauf ausgerichtet, die Wirksamkeit der individuellen Subgruppen zubewerten.
Tabelle 36 enthält eine Zusammenfassung der Wirksamkeitsendpunkte nach IMDC-Risikokategorienbasierend auf der finalen OS-Analyse nach einer medianen Nachbeobachtungszeit von 37,7 Monaten.
Tabelle 36: Wirksamkeitsergebnisse in KEYNOTE-426 nach IMDC-Risikokategorien
Endpunkt* Pembrolizumab + Sunitinib Pembrolizumab +
Axitinib n=429 Axitinib vs.n=432 Sunitinib
Gesamtüberleben (OS) OS-Rate im 12. Monat % (95-%-KI) OS HR (95-%-KI)
Günstig 95,6 (90,5; 98,0) 94,6 (89,0; 97,4) 1,17 (0,76; 1,80)
Intermediär 90,7 (86,2; 93,8) 77,6 (71,8; 82,3) 0,67 (0,52; 0,86)
Ungünstig 69,6 (55,8; 79,9) 45,1 (31,2; 58,0) 0,51 (0,32; 0,81)
Überleben ohne Fortschreitender Krebserkrankung (PFS) Median (95-%-KI) in Monaten PFS HR (95-%-KI)
Günstig 20,7 (15,2; 28,9) 17,8 (12,5; 20,7) 0,76 (0,56; 1,03)
Intermediär 15,3 (12,5; 20,8) 9,7 (8,0; 12,4) 0,69 (0,55; 0,86)
Ungünstig 4,9 (2,8; 12,4) 2,9 (2,7; 4,2) 0,53 (0,33; 0,84)
Bestätigte Objektive ORR-Differenz %
Ansprechrate (ORR) % (95-%-KI)(95-%-KI)
Günstig 68,8 (60,4; 76,4) 50,4 (41,5; 59,2) 18,5 (6,7; 29,7)
Intermediär 60,5 (54,0; 66,8) 39,8 (33,7; 46,3) 20,7 (11,8; 29,2)
Ungünstig 39,3 (26,5; 53,2) 11,5 (4,4; 23,4) 27,7 (11,7; 42,8)
* n (%) für die günstige, intermediäre bzw. ungünstige Risikokategorie für Pembrolizumab/Axitinib vs Sunitinib betrugen138 (32 %) vs. 131 (31 %), 238 (55 %) vs. 246 (57 %) bzw. 56 (13 %) vs. 52 (12 %)
KEYNOTE-581 (CLEAR): Kontrollierte Studie einer Kombinationstherapie mit Lenvatinib bei nicht-vorbehandelten Patienten mit RCC
Die Wirksamkeit von Pembrolizumab in Kombination mit Lenvatinib wurde im Rahmen der Studie
KEYNOTE-581 (CLEAR), einer multizentrischen, offenen, randomisierten Studie mit 1 069 Patientenmit fortgeschrittenem RCC mit Klarzellkomponente einschließlich anderer Merkmale wiesarkomatöser und papillärer Histologie in der Erstlinien-Behandlung untersucht. Die Patienten wurdenungeachtet des PD-L1-Tumor-Expressions-Status eingeschlossen. Patienten mit einer aktiven
Autoimmunerkrankung oder Patienten mit einer Erkrankung, die eine Immunsuppression erforderte,waren von der Studie ausgeschlossen. Die Randomisierung wurde nach geografischer Region(Nordamerika versus Westeuropa versus 'Rest der Welt“) sowie den Prognosegruppen des 'Memorial
Sloan Kettering Cancer Center“ (MSKCC) (günstig versus intermediär versus ungünstig) stratifiziert.
Die Patienten wurden randomisiert (1:1:1) einem der folgenden Studienarme zugeteilt:
* Pembrolizumab 200 mg intravenös alle 3 Wochen bis zu 24 Monate in Kombination mit
Lenvatinib 20 mg zum Einnehmen einmal/Tag.
* Lenvatinib 18 mg zum Einnehmen einmal/Tag in Kombination mit Everolimus 5 mg zum
Einnehmen einmal/Tag.
* Sunitinib 50 mg zum Einnehmen einmal/Tag für 4 Wochen, mit anschließender 2-wöchiger
Behandlungspause.
Die Behandlung wurde bis zum Auftreten unzumutbarer Toxizität oder bis zu einem vom Prüfarztfestgestellten und mittels BICR gemäß RECIST-v1.1-Kriterien bestätigten Fortschreiten der
Krebserkrankung fortgeführt. Die Behandlung mit Pembrolizumab und Lenvatinib konnte, sofern der
Patient klinisch stabil war und nach Ermessen des Prüfarztes von der Behandlung klinisch profitierte,bei gemäß RECIST-v1.1-Kriterien definiertem Fortschreiten der Krebserkrankung fortgeführt werden.
Die Behandlung mit Pembrolizumab wurde bis zu einem Maximum von 24 Monaten durchgeführt, die
Behandlung mit Lenvatinib konnte jedoch über 24 Monate hinaus fortgesetzt werden. Die Bewertungdes Tumorstatus erfolgte zu Studienbeginn und danach alle 8 Wochen.
In der Studienpopulation befanden sich 355 Patienten im Kombinations-Arm Pembrolizumab mit
Lenvatinib und 357 Patienten im Sunitinib-Arm, die zu Studienbeginn wie folgt charakterisiert waren:medianes Alter 62 Jahre (Spanne: 29 bis 88 Jahre), 41 % waren 65 Jahre oder älter; 74 % waren
Männer; 75 % waren kaukasischer, 21 % asiatischer, 1 % afrikanischer und 2 % anderer Herkunft;17 % bzw. 83 % der Patienten hatten zu Studienbeginn einen KPS von 70 - 80 bzw. 90 - 100; die
Patienten waren nach IMDC-Risikokategorien wie folgt verteilt: 33 % günstig, 56 % intermediär und10 % ungünstig, nach MSKCC-Prognosegruppen folgendermaßen: 27 % günstig, 64 % intermediärund 9 % ungünstig. Bei 99 % der Patienten lagen Metastasen vor und bei 1 % der Patienten lag einelokal fortgeschrittene Erkrankung vor. Metastasen bei Patienten fanden sich häufig in Lunge (69 %),
Lymphknoten (46 %) und Knochen (26 %).
Der primäre Wirksamkeitsendpunkt war das Überleben ohne Fortschreiten der Krebserkrankung(PFS), bewertet mittels BICR gemäß RECIST-v1.1-Kriterien. Zu den wichtigsten sekundären
Wirksamkeitsendpunkten zählten das Gesamtüberleben (OS) und die Objektive Ansprechrate (ORR).
Die Studie zeigte bei Patienten, die zu Pembrolizumab in Kombination mit Lenvatinib randomisiertwurden, statistisch signifikante Verbesserungen von PFS (HR 0,39; 95-%-KI: 0,32; 0,49;p-Wert < 0,0001), OS (HR 0,66; 95-%-KI: 0,49; 0,88; p-Wert 0,0049) und ORR (71 %; [95-%-KI: 66;76] vs. 36 %; [95-%-KI: 31; 41]; p-Wert < 0,0001) im Vergleich zu Sunitinib zum Zeitpunkt derpräspezifizierten Interimsanalyse mit einer medianen Nachbeobachtungszeit von 26,5 Monaten undeiner medianen Behandlungsdauer von Pembrolizumab in Kombination mit Lenvatinib von17,0 Monaten. Die primäre OS-Analyse wurde nicht hinsichtlich nachfolgender Therapien angepasst.
Tabelle 37 und die Abbildungen 32 und 33 enthalten eine Zusammenfassung der
Wirksamkeitsergebnisse für KEYNOTE-581 (CLEAR) zum Zeitpunkt der im Protokoll spezifiziertenfinalen Analyse mit einer medianen Nachbeobachtungzeit von 49,4 Monaten. Die Ergebnisse für PFSwaren in den präspezifizierten Subgruppen, den MSKCC-Prognosegruppen und nach PD-L1-Tumor-
Expressions-Status konsistent. Die Wirksamkeitsergebnisse nach MSKCC-Prognosegruppe sind in
Tabelle 38 zusammengefasst.
Tabelle 37: Wirksamkeitsergebnisse in KEYNOTE-581 (CLEAR)
Endpunkt Pembrolizumab Sunitinib200 mg alle3 Wochenund Lenvatinib n=357n=355
Überleben ohne Fortschreiten der Krebserkrankung (PFS)*
Anzahl (%) Patienten mit 207 (58 %) 214 (60 %)
Ereignis
Median in Monaten (95-%-KI) 23,9 (20,8; 27,7) 9,2 (6,0; 11,0)
Hazard-Ratio† (95-%-KI) 0,47 (0,38; 0,57)p-Wert‡ < 0,0001
Gesamtüberleben (OS)
Anzahl (%) Patienten mit 149 (42 %) 159 (45 %)
Ereignis
Median in Monaten (95-%-KI) 53,7 (48,7; N. e.) 54,3 (40,9; N. e.)
Hazard-Ratio† (95-%-KI) 0,79 (0,63; 0,99)p-Wert‡ 0,0424
Objektive Ansprechrate (ORR)
ORR§ % (95-%-KI) 71 % (66,6; 76,0) 37 % (31,7; 41,7)
Vollständiges Ansprechen 18 % 5 %
Partielles Ansprechen 53 % 32 %p-Wert¶ < 0,0001
Dauer des Ansprechens#
Median in Monaten (Spanne) 26,7 (1,64+; 14,7 (1,64+; 54,08+)55,92+)
* Die primäre Analyse des PFS umfasste die Zensur für eine neue Krebsbehandlung. Die
Ergebnisse für PFS mit und ohne Zensur für eine neue Krebsbehandlung waren konsistent† Basierend auf dem stratifizierten Cox-Proportional-Hazardmodell‡ Nominaler zweiseitiger p-Wert basierend auf dem stratifizierten Log-Rank-Test§ Ansprechen: Bestes objektives Ansprechen als bestätigtes vollständiges oder partielles
Ansprechen¶ Nominaler zweiseitiger p-Wert basierend auf dem stratifizierten Cochran-Mantel-
Haenszel(CMH)-Test. Bei der früheren vorab spezifizierten endgültigen Analyse der
ORR (mediane Nachbeobachtungszeit von 17,3 Monaten) wurde eine statistischsignifikante Überlegenheit für die ORR im Vergleich von Pembrolizumab plus Lenvatinibmit Sunitinib erreicht (Odds-Ratio: 3,84 [95-%-KI: 2,81; 5,26], p-Wert < 0,0001)# Basierend auf Kaplan-Meier-Schätzungen
N. e. = nicht erreicht
Die finale OS-Analyse wurde nicht hinsichtlich nachfolgender Therapien angepasst, wobei 195/357(54,6 %) Patienten im Sunitinib-Arm und 56/355 (15,8 %) Patienten im Pembrolizumab-plus-
Lenvatinib-Arm eine nachfolgende Anti-PD-1/PD-L1-Therapie erhielten.
Abbildung 32: Kaplan-Meier-Kurve des Überlebens ohne Fortschreiten der
Krebserkrankung (PFS) nach Behandlungsarm in KEYNOTE-581 (CLEAR)
Behandlungsarm PFS-Rate im 24. Monat PFS-Rate im 36. Monat HR (95-%-KI)
Pembrolizumab + Lenvatinib 49 % 37 % 0,47 (0,38; 0,57)
Sunitinib 23 % 18 %
Zeit in Monaten
Anzahl Risikopatienten
Pembrolizumab + Lenvatinib
Sunitinib
Überleben ohne Fortschreitender Krebserkrankung (PFS) in %
Abbildung 33: Kaplan-Meier-Kurve des Gesamtüberlebens (OS) nach Behandlungsarm in
KEYNOTE-581 (CLEAR)
Behandlungsarm OS-Rate im 24. Monat OS-Rate im 36. Monat HR (95-%-KI)
Pembrolizumab + Lenvatinib 80 % 66 % 0,79 (0,63; 0,99)
Sunitinib 70 % 60 %
Zeit in Monaten
Anzahl Risikopatienten
Pembrolizumab + Lenvatinib
Sunitinib
Die Studie KEYNOTE-581 (CLEAR) war nicht 'gepowert“, um die Wirksamkeit bei denindividuellen Subgruppen zu bewerten.
Subgruppenanalysen wurden nach MSKCC-Prognosegruppe durchgeführt.
Tabelle 38 fasst die Wirksamkeitsergebnisse nach MSKCC-Prognosegruppe basierend auf der finalen
OS-Analyse mit einer medianen Nachbeobachtungszeit von 49,4 Monaten zusammen.
Gesamtüberleben (OS) in %
Tabelle 38: Wirksamkeitsergebnisse in KEYNOTE-581 (CLEAR) nach MSKCC-
Prognosegruppe
Pembrolizumab +
Sunitinib Pembrolizumab +
Lenvatinib(n=357) Lenvatinib vs.
(n=355) Sunitinib
Anzahl Anzahl Anzahl Anzahl
Patienten Ereignisse Patienten Ereignisse
PFS-HR (95-%-
Überleben ohne Fortschreiten der Krebserkrankung (PFS) nach BICR*
KI)
Günstig 96 56 97 65 0,46 (0,32; 0,67)
Intermediär 227 129 228 130 0,51 (0,40; 0,65)
Ungünstig 32 22 32 19 0,18 (0,08; 0,42)
Gesamtüberleben (OS)* OS-HR (95-%-KI)
Günstig 96 27 97 31 0,89 (0,53; 1,50)
Intermediär 227 104 228 108 0,81 (0,62; 1,06)
Ungünstig 32 18 32 20 0,59 (0,31; 1,12)
* Mediane Nachbeobachtung: 49,4 Monate (Datenschnitt - 31. Juli 2022)
KEYNOTE-B61: Offene, einarmige Phase-II-Studie
Zusätzliche Daten sind aus der offenen, einarmigen Phase-II-Studie KEYNOTE-B61 mit
Pembrolizumab (400 mg alle 6 Wochen) in Kombination mit Lenvatinib (20 mg einmal/Tag) zur
Erstlinienbehandlung von Patienten mit fortgeschrittenem oder metastasierendem RCC mit nicht-klarzelliger Histologie (n=158) verfügbar; darunter befanden sich 59 % mit papillären und 18 % mitchromophoben Merkmalen, 4 % wiesen Translokationen auf, 1 % hatten medulläre, 13 % nichtklassifizierte und 6 % andere histologische Merkmale. Die ORR betrug 50,6 % (95-%-KI: 42,6; 58,7)und die mediane Dauer des Ansprechens 19,5 Monate (95-%-KI: 15,3; nicht erreicht).
KEYNOTE-564: Placebokontrollierte Studie zur adjuvanten Behandlung bei Patienten mit reseziertem
RCC
Die Wirksamkeit von Pembrolizumab zur adjuvanten Behandlung des RCC wurde im Rahmen der
Studie KEYNOTE-564, einer multizentrischen, randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten
Studie mit 994 Patienten mit erhöhtem Rezidivrisiko, definiert als intermediär-hohes oder hohes
Rezidivrisiko, oder mit M1-Status ohne Anzeichen einer Erkrankung (No Evidence of Disease, NED),untersucht. Die intermediär-hohe Risikokategorie umfasste: pT2 mit Grad 4 oder sarkomatoiden
Merkmalen; pT3 jeglichen Grades ohne Lymphknotenbeteiligung (N0) oder Fernmetastasen (M0). Die
Hochrisikokategorie umfasste: pT4 jeglichen Grades N0 und M0; jedes pT jeglichen Grades mit
Lymphknotenbeteiligung (N1) und M0. Der M1-NED-Status umfasste Patienten mit metastasierter
Erkrankung, die sich einer vollständigen Resektion primärer und metastasierter Läsionen unterzogenhatten. Die Patienten mussten sich einer partiellen nephroprotektiven oder radikalen vollständigen
Nephrektomie (sowie einer vollständigen Resektion solider, isolierter, metastasierender
Weichteilläsionen bei M1-NED-Patienten) mit negativen Resektionsrändern ≥ 4 Wochen vor dem
Zeitpunkt des Screenings unterzogen haben. Patienten mit einer aktiven Autoimmunerkrankung odereiner Erkrankung, die eine Immunsuppression erforderte, waren von der Studie ausgeschlossen.
Patienten mit RCC mit einer Klarzell-Komponente erhielten randomisiert (1:1) entweder
Pembrolizumab 200 mg alle 3 Wochen (n=496) oder Placebo (n=498) bis zu einem Zeitraum voneinem Jahr oder bis zum Auftreten eines Rezidivs oder unzumutbarer Toxizität. Die Randomisierungwurde nach Status der Metastasierung (M0; M1-NED) und innerhalb der M0-Gruppe weiter nach
ECOG-Performance-Status (0;1) und geografischer Region (USA; Nicht-USA) stratifiziert.
Ausgehend vom Zeitpunkt der Randomisierung wurden die Patienten in den ersten 2 Jahren alle12 Wochen, im 3. bis 5. Jahr alle 16 Wochen und im Anschluss daran jährlich alle 24 Wochen einembildgebenden Verfahren unterzogen.
Die 994 Patienten waren zu Studienbeginn wie folgt charakterisiert: medianes Alter 60 Jahre (Spanne:25 bis 84 Jahre), 33 % waren 65 Jahre oder älter, 71 % waren Männer und 85 % bzw. 15 % hatteneinen ECOG-Performance-Status von 0 bzw. 1. 94 % der Patienten hatten einen Status von N0; 83 %wiesen keine sarkomatoiden Tumormerkmale auf; 86 % fielen unter pT2 mit Grad 4 odersarkomatoiden Tumormerkmalen oder unter pT3; 8 % fielen unter pT4 oder wiesen eine
Lymphnotenbeteiligung auf und 6 % wiesen einen M1-NED-Status auf. Die Ausgangscharakteristikaund die demografischen Daten der Patienten im Pembrolizumab- und im Placebo-Arm waren im
Allgemeinen vergleichbar.
Der primäre Wirksamkeitsendpunkt war das vom Prüfarzt beurteilte Krankheitsfreie Überleben (DFS).
Der wichtigste sekundäre Endpunkt war das Gesamtüberleben (OS). Die Studie zeigte im Vergleich zu
Placebo statistisch signifikante Verbesserungen des DFS und OS bei Patienten, die in den
Pembrolizumab-Arm randomisiert wurden. Bei der präspezifizierten Interimsanalyse mit einermedianen Nachbeobachtungszeit von 23,9 Monaten lag die DFS-HR bei 0,68 (95-%-KI: 0,53; 0,87;p-Wert = 0,0010). Die Wirksamkeitsergebnisse mit einer medianen Nachbeobachtungszeit von55,8 Monaten sind in Tabelle 39 und den Abbildungen 34 und 35 zusammengefasst.
Tabelle 39: Wirksamkeitsergebnisse in KEYNOTE-564
Endpunkt Pembrolizumab Placebo200 mg alle3 Wochenn=496 n=498
Krankheitsfreies Überleben(DFS)
Anzahl (%) Patienten mit 174 (35 %) 224 (45 %)
Ereignis
Median in Monaten (95-%-KI) N. e. (N. e.; N. e.) N. e. (54,9; N. e.)
Hazard-Ratio* (95-%-KI) 0,72 (0,59; 0,87)
Gesamtüberleben (OS)
Anzahl (%) Patienten mit 55 (11 %) 86 (17 %)
Ereignis
Median in Monaten (95-%-KI) N. e. (N. e.; N. e.) N. e. (N. e.; N. e.)
Hazard-Ratio* (95-%-KI) 0,62 (0,44; 0,87)p-Wert† 0,0024
* Basierend auf dem stratifizierten Cox-Proportional-Hazardmodell† Einseitiger p-Wert basierend auf dem stratifizierten Log-Rank-Test
N. e. = nicht erreicht
Abbildung 34: Kaplan-Meier-Kurve des Krankheitsfreien Überlebens (DFS) nach
Behandlungsarm in KEYNOTE-564 (Intent-to-Treat-Population)
Behandlungsarm DFS-Rate im 24. Monat DFS-Rate im 48. Monat HR (95-%-KI)
Pembrolizumab 78 % 65 % 0,72 (0,59; 0,87)
Placebo 67 % 57 %
Zeit in Monat en
Anzahl Risikopatienten
Pembrolizumab
Placebo
Krankheitsfreies Überleben (DFS) in %
Abbildung 35: Kaplan-Meier-Kurve des Gesamtüberlebens (OS) nach Behandlungsarm in
KEYNOTE-564 (Intent-to-Treat-Population)
Behandlungsarm OS-Rate im 24. Monat OS-Rate im 48. Monat HR (95-%-KI) p-Wert
Pembrolizumab 96 % 91 % 0,62 (0,44; 0,87) 0,0024
Placebo 94 % 86 %
Zeit in Monat en
Anzahl Risikopatienten
Pembrolizumab
Placebo
Tumoren mit hochfrequenter Mikrosatelliten-Instabilität (MSI-H) oder mit einer Mismatch-Reparatur-
Defizienz (dMMR)
KolorektalkarzinomKEYNOTE-177: Kontrollierte Studie bei nicht-vorbehandelten Patienten mit metastasiertem
MSI-H- oder dMMR-Kolorektalkarzinom (CRC)
Die Wirksamkeit von Pembrolizumab wurde im Rahmen der Studie KEYNOTE-177, einermultizentrischen, randomisierten, offenen, aktiv-kontrollierten Studie untersucht, die Patienten mitbisher unbehandeltem metastasiertem MSI-H- oder dMMR-CRC einschloss. Der MSI- oder
MMR(mismatch repair)-Tumorstatus wurde lokal mittels Polymerasekettenreaktion (PCR) oder IHCbestimmt. Patienten mit einer Autoimmunerkrankung oder Patienten mit einer Erkrankung, die eine
Immunsuppression erforderte, waren von der Studie ausgeschlossen.
Die Patienten erhielten randomisiert (1:1) entweder Pembrolizumab 200 mg intravenös alle 3 Wochenoder eines der folgenden Chemotherapieregime nach Maßgabe des Prüfarztes intravenös alle2 Wochen:
* mFOLFOX6 (Oxaliplatin, Leucovorin und FU) oder mFOLFOX6 in Kombination mitentweder Bevacizumab oder Cetuximab: Oxaliplatin 85 mg/m2, Leucovorin 400 mg/m2 (oder
Levoleucovorin 200 mg/m2) und FU 400 mg/m2 als Bolus an Tag 1, anschließend FU2 400 mg/m2 über 46 - 48 Stunden. Bevacizumab 5 mg/kg KG an Tag 1 oder Cetuximab400 mg/m2 als Erstinfusion, anschließend 250 mg/m2 wöchentlich.
Gesamtüberleben (OS) in %
* FOLFIRI (Irinotecan, Leucovorin und FU) oder FOLFIRI in Kombination mit entweder
Bevacizumab oder Cetuximab: Irinotecan 180 mg/m2; Leucovorin 400 mg/m2 (oder
Levoleucovorin 200 mg/m2) und FU 400 mg/m2 als Bolus an Tag 1, anschließend FU2 400 mg/m2 über 46 - 48 Stunden. Bevacizumab 5 mg/kg KG an Tag 1 oder Cetuximab400 mg/m2 als Erstinfusion, anschließend 250 mg/m2 wöchentlich.
Die Behandlung mit Pembrolizumab wurde bis zu einem gemäß RECIST-v1.1-Kriterien definiertenvom Prüfarzt bestätigten Fortschreiten der Krebserkrankung oder bis zum Auftreten unzumutbarer
Toxizität fortgeführt. Patienten unter Pembrolizumab ohne Fortschreiten der Krebserkrankung konntenbis zu 24 Monaten behandelt werden. Eine Bewertung des Tumorstatus erfolgte alle 9 Wochen.
Patienten, die in einen Chemotherapiearm randomisiert wurden, konnten nach Fortschreiten der
Krebserkrankung Pembrolizumab erhalten.
Insgesamt wurden 307 Patienten in die Studie eingeschlossen und erhielten randomisiert entweder
Pembrolizumb (n=153) oder Chemotherapie (n=154). Zu Studienbeginn war die Patientenpopulationwie folgt charakterisiert: medianes Alter 63 Jahre (Spanne: 24 bis 93 Jahre); 47 % waren 65 Jahre oderälter; 50 % waren Männer; 75 % waren kaukasischer und 16 % waren asiatischer Herkunft; bei 52 %bzw. 48 % lag ein ECOG-Performance-Status von 0 bzw. 1 vor. Der Mutationsstatus stellte sich wiefolgt dar: 25 % BRAF V600 E-Mutation-positiv, 24 % KRAS/NRAS-Mutation-positiv. Von den143 Patienten unter Chemotherapie erhielten 56 % mFOLFOX6 mit oder ohne Bevacizumab oder
Cetuximab und 44 % FOLFIRI mit oder ohne Bevacizumab oder Cetuximab.
Primäre Wirksamkeitsendpunkte waren das Überleben ohne Fortschreiten der Krebserkrankung (PFS),bewertet mittels BICR gemäß RECIST-v1.1-Kriterien sowie das Gesamtüberleben (OS). Sekundäre
Wirksamkeitsendpunkte waren die Objektive Ansprechrate (ORR) und die Dauer des Ansprechens.
Die Studie zeigte in ihrer präspezifizierten finalen Analyse für PFS bei den in den Pembrolizumab-
Arm randomisierten Patienten eine statistisch signifikante Verbesserung des PFS (HR 0,60; 95-%-KI:0,45; 0,80; p-Wert 0,0002) im Vergleich zu Chemotherapie. Es gab keinen statistisch signifikanten
Unterschied zwischen Pembrolizumab und Chemotherapie in der finalen OS-Analyse, bei der 60 %der zu Chemotherapie randomisierten Patienten auf nachfolgende Anti-PD-1/PD-L1-Therapieneinschließlich Pembrolizumab gewechselt hatten. Tabelle 40 enthält eine Zusammenfassung derentscheidenden Wirksamkeitsendpunkte und die Abbildungen 36 und 37 zeigen die Kaplan-Meier-
Kurven für das aktualisierte PFS sowie das OS basierend auf der finalen Analyse mit einer medianen
Nachbeobachtungszeit von 38,1 Monaten (Spanne: 0,2 bis 58,7 Monate).
Tabelle 40: Wirksamkeitsergebnisse in KEYNOTE-177
Endpunkt Pembrolizumab Chemotherapie200 mg alle 3 Wochen n=154n=153
Überleben ohne Fortschreiten der Krebserkrankung (PFS)*
Anzahl (%) Patienten mit 86 (56 %) 117 (76 %)
Ereignis
Median in Monaten (95-%-KI) 16,5 8,2(5,4; 38,1) (6,1; 10,2)
Hazard-Ratio† (95-%-KI) 0,59 (0,45; 0,79)p-Wert‡ 0,0001
Gesamtüberleben (OS)§
Anzahl (%) Patienten mit 62 (41 %) 78 (51 %)
Ereignis
Median in Monaten (95-%-KI) N. e. 36,7(49,2; N. e.) (27,6; N. e.)
Hazard-Ratio† (95-%-KI) 0,74 (0,53; 1,03)p-Wert§ 0,0359
Objektive Ansprechrate
ORR % (95-%-KI) 45 % (37,1; 53,3) 33 % (25,8; 41,1)
Vollständiges Ansprechen 13 % 4 %
Partielles Ansprechen 32 % 29 %
Dauer des Ansprechens
Median in Monaten (Spanne) N. e. 10,6(2,3+; 53,5+) (2,8; 48,3+)% mit einer Dauer ≥ 24 Monaten¶ 84 % 34 %
* Mit weiteren 12 Monaten Nachbeobachtungszeit nach der präspezifizierten finalen Analyse für PFS† Basierend auf dem Cox-Regressionsmodell‡ Nominaler p-Wert§ Statistisch nicht signifikant nach Adjustierung für das multiple Testen¶ Basierend auf einer Kaplan-Meier-Schätzung
N. e. = nicht erreicht
Abbildung 36: Kaplan-Meier-Kurve des Überlebens ohne Fortschreiten der
Krebserkrankung (PFS) nach Behandlungsarm in KEYNOTE-177 (Intent-to-
Treat-Population)
Behandlungsarm PFS-Rate im 24. Monat PFS-Rate im 36. Monat HR (95-%-KI) Nominaler p-Wert
Pembrolizumab 48 % 42 % 0,59 (0,45; 0,79) 0,0001
Chemotherapie 20 % 11 %
Zeit in Monaten
Anzahl Risikopatienten
Pembrolizumab
Chemotherapie
Überleben ohne Fortschreiten der
Krebserkrankung (PFS) in %
Abbildung 37: Kaplan-Meier-Kurve des Gesamtüberlebens (OS) nach Behandlungsarm in
KEYNOTE-177 (Intent-to-Treat-Population)
Behandlungsarm OS-Rate im 24. Monat OS-Rate im 36. Monat HR (95-%-KI) p-Wert*
Pembrolizumab 68 % 61 % 0,74 (0,53; 1,03) 0,0359
Chemotherapie 60 % 50 %
Zeit in Monaten
Anzahl Risikopatienten
Pembrolizumab
Chemotherapie
* Statistisch nicht signifikant nach Adjustierung für das multiple Testen
KEYNOTE-164: Offene Studie bei Patienten mit nicht resezierbarem oder metastasierendem MSI-H-oder dMMR-CRC nach vorheriger Therapie
Die Wirksamkeit von Pembrolizumab wurde im Rahmen der Studie KEYNOTE-164, einermultizentrischen, nicht-randomisierten, offenen Phase-II-Studie mit mehreren Kohorten untersucht,die Patienten mit nicht resezierbarem oder metastasierendem MSI-H- oder dMMR-CRC und
Fortschreiten ihrer Krebserkrankung nach vorheriger Fluoropyrimidin-basierter Therapie in
Kombination mit Irinotecan und/oder Oxaliplatin einschloss.
Die Patienten erhielten Pembrolizumab in einer Dosierung von 200 mg alle 3 Wochen bis zum
Auftreten unzumutbarer Toxizität oder bis zum Fortschreiten der Krebserkrankung. Klinisch stabile
Patienten mit initialen Anzeichen eines Fortschreitens der Krebserkrankung durften bis zur
Bestätigung des Fortschreitens der Krebserkrankung weiterbehandelt werden. Patienten ohne
Fortschreiten der Krebserkrankung wurden bis zu 24 Monate (bis zu 35 Zyklen) behandelt. Eine
Bewertung des Tumorstatus erfolgte alle 9 Wochen.
Die 124 Patienten in KEYNOTE-164 waren zu Studienbeginn wie folgt charakterisiert: medianes
Alter 56 Jahre (35 % waren 65 Jahre oder älter); 56 % waren Männer; 68 % waren kaukasischer, 27 %asiatischer Herkunft; bei 41 % bzw. 59 % lag ein ECOG-Performance-Status von 0 bzw. 1 vor. 12 %der Patienten hatten Tumoren mit BRAF-Mutation und 36 % mit RAS-Mutation; 39 % bzw. 34 %waren bezüglich einer BRAF- bzw. RAS-Mutation nicht bestimmt. Bei 97 % lagen Metastasen im
M1-Stadium vor und bei 3 % lagen keine Metastasen vor (M0; lokal fortgeschritten, nicht resezierbar).76 % der Patienten hatten zwei oder mehr vorhergehende Therapielinien erhalten.
Gesamtüberleben (OS) in %
Der primäre Wirksamkeitsendpunkt war die Objektive Ansprechrate (ORR), die mittels BICR gemäß
RECIST-v1.1-Kriterien bewertet wurde. Zu den sekundären Wirksamkeitsendpunkten gehörte die
Dauer des Ansprechens, das Überleben ohne Fortschreiten der Krebserkrankung (PFS) und das
Gesamtüberleben (OS). Die mediane Nachbeobachtungszeit betrug 37,3 Monate (Spanne: 0,1 bis65,2 Monate). Tabelle 41 enthält eine Zusammenfassung der Wirksamkeitsergebnisse.
Tabelle 41: Wirksamkeitsergebnisse in KEYNOTE-164
Endpunkt n=124
Objektive Ansprechrate*
ORR % (95-%-KI) 34 % (25,6; 42,9)
Vollständiges Ansprechen 10 %
Partielles Ansprechen 24 %
Dauer des Ansprechens*
Median in Monaten (Spanne) N. e. (4,4; 58,5+)% mit einer Dauer ≥ 36 Monaten# 92 %
* Basierend auf Patienten mit bestem objektiven Ansprechen als bestätigtesvollständiges oder partielles Ansprechen# Basierend auf einer Kaplan-Meier-Schätzung+ Bedeutet, dass zum Zeitpunkt der letzten Bewertung der Erkrankung keinefortschreitende Erkrankung vorliegt
N. e. = nicht erreicht
Objektives Ansprechen wurde unabhängig vom BRAF- oder RAS-Mutations-Status beobachtet.
Nicht-kolorektale Karzinome
KEYNOTE-158: Offene Studie bei Patienten mit nicht resezierbarem oder metastasierendem MSI-H-oder dMMR-Endometrium-, -Magen-, -Dünndarm- oder biliärem Karzinom nach vorheriger Therapie
Die Wirksamkeit von Pembrolizumab wurde bei 355 Patienten mit nicht resezierbaren odermetastasierenden soliden MSI-H- oder dMMR-Nicht-CRC-Tumoren im Rahmen der Studie
KEYNOTE-158, einer multizentrischen, nicht-randomisierten, offenen Phase-II-Studie untersucht, die
Patienten mit Endometrium-, Magen-, Dünndarm- oder biliärem Karzinom einschloss. Der MSI- bzw.
MMR-Tumorstatus wurde prospektiv mittels PCR bzw. IHC bestimmt.
Die Patienten erhielten Pembrolizumab in einer Dosierung von 200 mg alle 3 Wochen bis zum
Auftreten unzumutbarer Toxizität oder bis zum Fortschreiten der Krebserkrankung. Klinisch stabile
Patienten mit initialen Anzeichen eines Fortschreitens der Krebserkrankung durften bis zur
Bestätigung des Fortschreitens der Krebserkrankung weiterbehandelt werden. Patienten ohne
Fortschreiten der Krebserkrankung wurden bis zu 24 Monate (bis zu 35 Zyklen) behandelt. Eine
Bewertung des Tumorstatus erfolgte alle 9 Wochen innerhalb des ersten Jahres, im Anschluss daranalle 12 Wochen.
Die 83 Patienten mit Endometriumkarzinom waren zu Studienbeginn wie folgt charakterisiert:medianes Alter 64 Jahre (Spanne: 42 bis 86 Jahre); 46 % waren 65 Jahre oder älter; 84 % warenkaukasischer, 6 % asiatischer und 4 % afrikanischer Herkunft und der ECOG-Performance-Statusbetrug 0 (46 %) bzw. 1 (54 %). Bei 98 % der Patienten lagen Metastasen im M1-Stadium vor und bei2 % lagen keine Metastasen vor (M0). 47 % der Patienten hatten zwei oder mehr vorhergehende
Therapielinien erhalten.
Die 51 Patienten mit Magenkarzinom waren zu Studienbeginn wie folgt charakterisiert: medianes
Alter 67 Jahre (Spanne: 41 bis 89 Jahre); 57 % waren 65 Jahre oder älter; 65 % waren Männer; 63 %waren kaukasischer, 28 % asiatischer Herkunft und der ECOG-Performance-Status betrug 0 (45 %)bzw. 1 (55 %). Bei allen Patienten lagen Metastasen im M1-Stadium vor. 45 % der Patienten hattenzwei oder mehr vorhergehende Therapielinien erhalten.
Die 27 Patienten mit Dünndarmkarzinom waren zu Studienbeginn wie folgt charakterisiert: medianes
Alter 58 Jahre (Spanne: 21 bis 77 Jahre); 33 % waren 65 Jahre oder älter; 63 % waren Männer; 81 %waren kaukasischer, 11 % asiatischer Herkunft und der ECOG-Performance-Status betrug 0 (56 %)bzw. 1 (44 %). Bei 96 % der Patienten lagen Metastasen im M1-Stadium vor und bei 4 % lagen keine
Metastasen vor (M0). 37 % der Patienten hatten zwei oder mehr vorhergehende Therapielinienerhalten. Hinsichtlich der Tumor-Histologie lag bei allen Patienten ein Adenokarzinom vor.
Die 22 Patienten mit biliärem Karzinom waren zu Studienbeginn wie folgt charakterisiert: medianes
Alter 61 Jahre (Spanne: 40 bis 77 Jahre); 41 % waren 65 Jahre oder älter; 73 % waren Männer; 91 %waren kaukasischer, 9 % asiatischer Herkunft; der ECOG-Performance-Status betrug 0 (45 %) bzw.1 (55 %). Bei 82 % lagen Metastasen im M1-Stadium vor und bei 18 % lagen keine Metastasen vor(M0). 41 % der Patienten hatten zwei oder mehr vorhergehende Therapielinien erhalten.
Der primäre Wirksamkeitsendpunkt war die Objektive Ansprechrate (ORR), die mittels BICR gemäß
RECIST-v1.1-Kriterien bewertet wurde. Zu den sekundären Wirksamkeitsendpunkten gehörte die
Dauer des Ansprechens, das Überleben ohne Fortschreiten der Krebserkrankung (PFS) und das
Gesamtüberleben (OS). Die mediane Nachbeobachtungszeit betrug für das Endometriumkarzinom21,9 Monate (Spanne: 1,5 bis 64,0 Monate), für das Magenkarzinom 13,9 Monate (Spanne: 1,1 bis66,9 Monate), für das Dünndarmkarzinom 29,1 Monate (Spanne: 4,2 bis 67,7 Monate) und für dasbiliäre Karzinom 19,4 Monate (Spanne: 1,1 bis 60,8 Monate). Tabelle 42 enthält eine
Zusammenfassung der Wirksamkeitsergebnisse.
Tabelle 42: Wirksamkeitsergebnisse in KEYNOTE-158
Endpunkt Endometrium Magen Dünndarm Biliärn=83 n=51 n=27 n=22
Objektive Ansprechrate*
ORR % (95-%-KI) 51 % 37 % 56 % 41 %(39,4; 61,8) (24,1; 51,9) (35,3; 74,5) (20,7; 63,6)
Vollständiges Ansprechen 16 % 14 % 15 % 14 %
Partielles Ansprechen 35 % 24 % 41 % 27 %
Dauer des Ansprechens*
Median in Monaten (Spanne) N. e. N. e. N. e. 30,6(2,9; 60,4+) (6,2; 63,0+) (3,7+; 57,3+) (6,2; 46,0+)% mit einer Dauer ≥ 12 Monaten# 85 % 90 % 93 % 89 %% mit einer Dauer ≥ 36 Monaten# 60 % 81 % 73 % 42 %
* Basierend auf Patienten mit bestem objektiven Ansprechen als bestätigtes vollständiges oder partielles Ansprechen# Basierend auf einer Kaplan-Meier-Schätzung+ Bedeutet, dass zum Zeitpunkt der letzten Bewertung der Erkrankung keine fortschreitende Erkrankung vorliegt
N. e. = nicht erreicht
ÖsophaguskarzinomKEYNOTE-590: Kontrollierte Studie einer Kombinationstherapie bei nicht-vorbehandelten Patientenmit Ösophaguskarzinom
Die Wirksamkeit von Pembrolizumab in Kombination mit Chemotherapie wurde in KEYNOTE-590,einer multizentrischen, randomisierten, doppel-blinden, placebokontrollierten Studie bei Patienten mitlokal fortgeschrittenem nicht resezierbaren oder metastasierenden Ösophaguskarzinom oder
Adenokarzinom des GEJ (Siewert-Typ-I) untersucht. Patienten mit einer aktiven
Autoimmunerkrankung oder einer Erkrankung, die eine Immunsuppression erforderte oder mitbekanntem HER2-positivem Adenokarzinom des gastroösophagealen Übergangs waren von der Studieausgeschlossen. Die Randomisierung wurde stratifiziert nach Tumor-Histologie(Plattenepithelkarzinom vs. Adenokarzinom), geografischer Region (Asien vs. Nicht-Asien) sowie
ECOG-Performance-Status (0 vs. 1).
Die Patienten wurden randomisiert (1:1) einem der folgenden Behandlungsarme zugeteilt:
* Pembrolizumab 200 mg an Tag 1 jedes 3-Wochen-Zyklus in Kombination mit Cisplatin80 mg/m2 i.v. an Tag 1 jedes 3-Wochen-Zyklus für bis zu 6 Zyklen und 5-FU 800 mg/m2 i.v.pro Tag an den Tagen 1 bis 5 jedes 3-Wochen-Zyklus bzw. entsprechend des lokalen
Standards der 5-FU-Gabe.
* Placebo an Tag 1 jedes 3-Wochen-Zyklus in Kombination mit Cisplatin 80 mg/m2 i.v. an
Tag 1 jedes 3-Wochen-Zyklus für bis zu 6 Zyklen und 5-FU 800 mg/m2 i.v. pro Tag an den
Tagen 1 bis 5 jedes 3-Wochen Zyklus bzw. entsprechend des lokalen Standards der 5-FU-
Gabe.
Die Behandlung mit Pembrolizumab oder Chemotherapie wurde bis zum Auftreten unzumutbarer
Toxizität oder einem Fortschreiten der Krebserkrankung oder bis zu einem Maximum von 24 Monatenfortgeführt. Die Gabe von Pembrolizumab konnte bei klinisch stabilen Patienten bei erstem, gemäß
RECIST-v1.1-Kriterien definiertem Fortschreiten der Krebserkrankung fortgeführt werden bis zur
Bestätigung des ersten radiographischen Nachweises des Fortschreitens der Krebserkrankung miteinem frühestens nach 4 Wochen wiederholten bildgebenden Verfahren. Eine Bewertung des
Tumorstatus erfolgte alle 9 Wochen.
Unter den 749 Patienten in KEYNOTE-590 befanden sich 383 (51 %) Patienten mit mittels PD-L1
IHC 22C3 pharmDxTM Kit bestimmter PD-L1-Tumorexpression von CPS ≥ 10. Diese 383 Patientenwaren zu Studienbeginn wie folgt charakterisiert: medianes Alter 63 Jahre (Spanne: 28 bis 89 Jahre);41 % waren 65 Jahre oder älter, 82 % waren Männer; 34 % waren kaukasischer Herkunft und56% waren asiatischer Herkunft; bei 43 % bzw. 57 % lag ein ECOG-Performance-Status von 0 bzw. 1vor. Bei 93 % lagen Metastasen im M1-Stadium vor. Hinsichtlich der Tumor-Histologie lag bei 75 %der Patienten ein Plattenepithelkarzinom und bei 25 % ein Adenokarzinom vor.
Die primären Wirksamkeitsendpunkte Gesamtüberleben (OS) und das Überleben ohne Fortschreitender Krebserkrankung (PFS) wurden bei den Populationen mit Plattenepithelhistologie, CPS ≥ 10 sowiebei allen Patienten ausgewertet, wobei die Bewertung des PFS gemäß RECIST-v1.1-Kriterien durchden Prüfarzt erfolgte. Die Studie zeigte eine statistisch signifikante Verbesserung des OS und des PFSbei allen präspezifizierten Studienpopulationen. Bei allen Patienten, die zu Pembrolizumab in
Kombination mit Chemotherapie randomisiert waren, zeigte sich im Vergleich zu Chemotherapie für
OS eine HR von 0,73 (95-%-KI: 0,62-0,86) und für PFS eine HR von 0,65 (95-%-KI: 0,55-0,76).
Sekundäre Wirksamkeitsendpunkte waren die Objektive Ansprechrate (ORR) und die Dauer des
Ansprechens gemäß RECIST-v1.1-Kriterien nach Bewertung durch den Prüfarzt. Tabelle 43 enthälteine Zusammenfassung der entscheidenden Wirksamkeitsendpunkte der präspezifizierten Analyse in
KEYNOTE-590 bei Patienten mit PD-L1-Tumorexpression (CPS ≥ 10) bei einer medianen
Nachbeobachtungszeit von 13,5 Monaten (Spanne: 0,5 bis 32,7 Monate). Die Abbildungen 38 und 39zeigen die Kaplan-Meier-Kurven für OS und PFS.
Tabelle 43: Wirksamkeitsergebnisse für Pembrolizumab in Kombination mit Chemotherapiebei PD-L1-Expression (CPS ≥ 10) in KEYNOTE-590
Endpunkt Pembrolizumab Standard-
Cisplatin-Chemotherapie therapie*5-FUn=186 n=197
Gesamtüberleben (OS)
Anzahl (%) Patienten mit Ereignis 124 (66,7 %) 165 (83,8 %)
Median in Monaten† (95-%-KI) 13,5 (11,1; 15,6) 9,4 (8,0; 10,7)
Hazard-Ratio‡ (95-%-KI) 0,62 (0,49; 0,78)p-Wert§ < 0,0001
Überleben ohne Fortschreiten der Krebserkrankung (PFS)¶
Anzahl (%) Patienten mit Ereignis 140 (75,3 %) 174 (88,3 %)
Median in Monaten† (95-%-KI) 7,5 (6,2; 8,2) 5,5 (4,3; 6,0)
Hazard-Ratio‡ (95-%-KI) 0,51 (0,41; 0,65)p-Wert§ < 0,0001
Objektive Ansprechrate (ORR)¶
ORR§ % (95-%-KI) 51,1 (43,7; 58,5) 26,9 (20,8; 33,7)
Vollständiges Ansprechen 5,9 % 2,5 %
Partielles Ansprechen 45,2 % 24,4 %p-Wert# < 0,0001
Dauer des Ansprechens¶, Þ
Median in Monaten (Spanne) 10,4 (1,9; 28,9+) 5,6 (1,5+; 25,0+)% mit einer Dauer ≥ 6 Monaten† 80,2 % 47,7 %% mit einer Dauer ≥ 12 Monaten† 43,7 % 23,2 %% mit einer Dauer ≥ 18 Monaten† 33,4 % 10,4 %
* Cisplatin und 5-FU† Basierend auf einer Kaplan-Meier-Schätzung‡ Basierend auf dem stratifizierten Cox-Proportional-Hazardmodell§ Einseitiger p-Wert basierend auf dem stratifizierten Log-Rank-Test stratifiziert nach geografischer
Region (Asien versus 'Rest der Welt“) und Tumor-Histologie (Adenokarzinom versus
Plattenepithelkarzinom) und ECOG-Performance-Status (0 versus 1)¶ Bewertung durch den Prüfarzt mittels RECIST-v1.1# Einseitiger p-Wert Test. Nullhypothese H0: Unterschied in % = 0 versus Alternativhypothese H1:
Unterschied in % > 0
Þ Bestes objektives Ansprechen als bestätigtes vollständiges oder partielles Ansprechen
Insgesamt wurden 32 Patienten ≥ 75 Jahre mit PD-L1-Expression (CPS ≥ 10) in KEYNOTE-590(18 im Pembrolizumab-Kombinationsarm und 14 im Kontrollarm) aufgenommen. Die Datenhinsichtlich Wirksamkeit einer Kombination von Pembrolizumab mit Chemotherapie sind für diese
Population zu eingeschränkt.
Abbildung 38: Kaplan-Meier-Kurve des Gesamtüberlebens (OS) nach Behandlungsarm miteiner PD-L1-Expression (CPS ≥ 10) in KEYNOTE-590
Behandlungsarm OS-Rate im 12. Monat OS-Rate im 24. Monat HR (95-%-KI) p-Wert
Pembrolizumab+SOC 54 % 31 % 0,62 (0,49; 0,78) <0,0001
SOC 37 % 15 %
Zeit in Monaten
Anzahl Risikopatienten
Pembrolizumab+SOC
SOC
Gesamtüberleben (OS) in %
Abbildung 39: Kaplan-Meier-Kurve des Überlebens ohne Fortschreiten der
Krebserkrankung (PFS) nach Behandlungsarm mit einer PD-L1-Expression(CPS ≥ 10) in KEYNOTE-590
Behandlungsarm PFS-Rate im 12. Monat PFS-Rate im 18. Monat HR (95-%-KI) p-Wert
Pembrolizumab+SOC 30 % 21 % 0,51 (0,41; 0,65) <0,0001
SOC 9 % 5 %
Zeit in Monaten
Anzahl Risikopatienten
Pembrolizumab+SOC
SOC
Triple-negatives Mammakarzinom
KEYNOTE-522: Kontrollierte Studie zur neoadjuvanten und adjuvanten Therapie bei Patienten mitlokal fortgeschrittenem, inflammatorischem oder frühem triple-negativem Mammakarzinom mithohem Rezidivrisiko
Die Wirksamkeit von Pembrolizumab in Kombination mit Chemotherapie zur neoadjuvanten undanschließend nach Operation als Monotherapie zur adjuvanten Behandlung wurde im Rahmen derrandomisierten, doppelblinden, multizentrischen, placebokontrollierten Studie KEYNOTE-522untersucht. Falls indiziert, erhielten die Patienten eine adjuvante Strahlentherapie vor oder gleichzeitigmit der adjuvanten Behandlung mit Pembrolizumab oder Placebo. Die wichtigsten Einschlusskriteriender Studie waren lokal fortgeschrittenes, inflammatorisches oder frühes TNBC mit hohem
Rezidivrisiko (Tumorgröße > 1 cm, aber ≤ 2 cm im Durchmesser mit Lymphknotenbeteiligung oder
Tumorgröße > 2 cm im Durchmesser unabhängig von der Lymphknotenbeteiligung), ungeachtet der
PD-L1-Tumorexpression. Patienten mit einer aktiven Autoimmunerkrankung, die eine systemische
Therapie innerhalb der letzten beiden Behandlungsjahre erforderte, oder einer Erkrankung, die eine
Immunsuppression erforderte, waren von der Studie ausgeschlossen. Die Randomisierung wurdestratifiziert nach Lymphknotenstatus (positiv vs. negativ), Tumorgröße (T1/T2 vs. T3/T4) und Wahlvon Carboplatin (Gabe alle 3 Wochen vs. wöchentlich). Die Patienten erhielten randomisiert (2:1)entweder Pembrolizumab oder Placebo als intravenöse Infusion:
Überleben ohne Fortschreiten der
Krebserkrankung (PFS) in %o Vier Zyklen neoadjuvante Therapie mit Pembrolizumab 200 mg alle 3 Wochen oder
Placebo an Tag 1 der Zyklen 1-4 des Behandlungsregimes in Kombination mit:
▪ Carboplatin
* AUC 5 mg/ml/min alle 3 Wochen an Tag 1 der Zyklen 1-4 des
Behandlungsregimesoder AUC 1,5 mg/ml/min wöchentlich an den Tagen 1, 8 und 15 der
Zyklen 1-4 des Behandlungsregimes und▪ Paclitaxel 80 mg/m2 wöchentlich an den Tagen 1, 8 und 15 der Zyklen 1-4 des
Behandlungsregimeso Gefolgt von vier weiteren Zyklen neoadjuvante Therapie mit Pembrolizumab 200 mgalle 3 Wochen oder Placebo an Tag 1 der Zyklen 5-8 des Behandlungsregimes in
Kombination mit:
▪ Doxorubicin 60 mg/m2 oder Epirubicin 90 mg/m2 alle 3 Wochen an Tag 1 der
Zyklen 5-8 des Behandlungsregimes und
Cyclophosphamid 600 mg/m2▪ alle 3 Wochen an Tag 1 der Zyklen 5-8 des
Behandlungsregimeso Im Anschluss an die Operation wurden 9 Zyklen adjuvante Therapie mit
Pembrolizumab 200 mg alle 3 Wochen oder Placebo verabreicht.
Die Behandlung mit Pembrolizumab oder Placebo wurde bis zum Abschluss der Behandlung(17 Zyklen), bis zum Fortschreiten der Krebserkrankung, das eine kurative Operation ausschließt, biszum Auftreten eines Rezidivs in der adjuvanten Phase oder bis zum Auftreten unzumutbarer Toxizitätfortgeführt.
Insgesamt wurden 1 174 Patienten randomisiert. Die Studienpopulation war wie folgt charakterisiert:medianes Alter 49 Jahre (Spanne: 22 bis 80 Jahre); 11 % waren 65 Jahre oder älter; 99,9 % warenweiblich; 64 % waren kaukasischer, 20 % asiatischer, 5 % afrikanischer und 2 % indigener(amerikanischer oder alaskischer) Herkunft; bei 87 % bzw. 13 % der Patienten lag ein ECOG-
Performance-Status von 0 bzw. 1 vor; 56 % der Patienten waren prämenopausal und 44 %postmenopausal; 7 % hatten einen Primärtumorstatus von 1 (T1), 68 % von T2, 19 % fielen unter T3und 7 % unter T4; 49 % wiesen keine Lymphknotenbeteiligung auf (N0), 40 % wiesen einen
Lymphknotenstatus von N1, 11 % von N2 und 0,2 % von N3 auf; bei 1,4 % der Patienten lag eininflammatorisches Mammakarzinom vor; 75 % der Patienten befanden sich im Gesamtstadium II und25 % im Stadium III.
Die beiden primären Wirksamkeitsendpunkte waren die pCR-Rate und das EFS. Die pathologische
Komplettremission war definiert als das Fehlen eines invasiven Karzinoms in Brust und Lymphknoten(ypT0/Tis ypN0) und wurde von einem verblindeten lokalen Pathologen zum Zeitpunkt der kurativen
Operation beurteilt. EFS war definiert als der Zeitraum von Randomisierung bis zum ersten Auftreteneines der folgenden Ereignisse: Krankheitsprogression, die eine kurative Operation ausschließt, Lokal-oder Fernrezidiv, zweiter Primärtumor oder Tod jeglicher Ursache. Ein sekundärer
Wirksamkeitsendpunkt war das OS.
Die Studie zeigte in der präspezifizierten Primäranalyse eine statistisch signifikante Verbesserung der
Differenz der pCR-Raten (n=602), die pCR-Raten betrugen 64,8 % (95-%-KI: 59,9 %; 69,5 %) im
Pembrolizumab-Arm und 51,2 % (95-%-KI: 44,1 %; 58,3 %) im Placebo-Arm, mit einer
Behandlungsdifferenz von 13,6 % (95-%-KI: 5,4 %; 21,8 %; p-Wert 0,00055). Die Studie zeigte in derpräspezifizierten Interimsanalyse ebenfalls eine statistisch signifikante Verbesserung des EFS(mediane Nachbeobachtungszeit für alle Patienten von 37,8 Monaten [Spanne: 2,7 bis 48,0 Monate],
HR=0,63 [95-%-KI: 0,48; 0,82; p-Wert 0,00031]). Bei einer medianen Nachbeobachtungszeit für alle
Patienten von 73,1 Monaten (Spanne: 2,7 bis 83,9 Monate) zeigte die Studie auch eine statistischsignifikante Verbesserung des OS.
Die Ergebnisse der präspezifizierten finalen pCR-Analyse (n=1002) und die entscheidenden
Wirksamkeitsendpunkte aus der präspezifizierten Interimsanalyse zu EFS und OS bei einer medianen
Nachbeobachtungszeit für alle Patienten von 73,1 Monaten (Spanne: 2,7 bis 83,9 Monate) sind in
Tabelle 44 zusammengefasst. Die Kaplan-Meier-Kurven für EFS und OS sind in den Abbildungen 40und 41 dargestellt.
Tabelle 44: Wirksamkeitsergebnisse in KEYNOTE-522
Endpunkt Pembrolizumab mit Placebo mit
Chemotherapie/Pembrolizumab Chemotherapie/Placebo
Pathologische n=669 n=333
Komplettremission(pCR) (ypT0/Tis ypN0)*
Anzahl Patienten mit428 182pCRpCR-Rate (%) 64,0 (60,2; 67,6) 54,7 (49,1; 60,1)(95-%-KI)
Behandlungsdifferenz 9,2 (2,8; 15,6)(%) Schätzung(95-%-KI)†p-Wert‡ 0,00221
Ereignisfreies n=784 n=390
Überleben (EFS)
Anzahl (%) Patienten 123 (15,7 %) 93 (23,8 %)mit Ereignis
Hazard-Ratio 0,65 (0,51; 0,83)(95-%-KI)¶
Gesamtüberleben n=784 n=390(OS)Þ
Anzahl (%) Patienten 115 (14,7 %) 85 (21,8 %)mit Ereignis
Hazard-Ratio 0,66 (0,50; 0,87)(95-%-KI)¶p-Wert# 0,00150
* Basierend auf einer präspezifizierten finalen Analyse für pCR (im Vergleich zu einem Signifikanzniveau von0,0028)† Basierend auf der Methode von Miettinen und Nurminen stratifiziert nach Lymphknotenstatus, Tumorgröße und
Wahl von Carboplatin‡ Einseitiger p-Wert Test. Nullhypothese H0: Unterschied in % = 0 versus Alternativhypothese H1: Unterschied in% > 0¶ Basierend auf dem Cox-Regressionsmodell mit der Efron-Methode des 'Tie-Handling“ mit der Behandlung als
Kovariate stratifiziert nach Lymphknotenstatus, Tumorgröße und Wahl von Carboplatin
Þ Basierend auf einer präspezifizierten OS-Interimsanalyse (verglichen mit einem Signifikanzniveau von 0,00503)# Einseitiger p-Wert basierend auf dem Log-Rank-Test, stratifiziert nach Lymphknotenstatus, Tumorgröße und
Wahl von Carboplatin
Abbildung 40: Kaplan-Meier-Kurve des Ereignisfreien Überlebens (EFS) nach
Behandlungsarm in KEYNOTE-522 (Intent-to-Treat-Population)
Behandlungsarm EFS-Rate im 36. Monat EFS-Rate im 60. Monat HR (95-%-KI)
Pembrolizumab + Chemo/Pembrolizumab 85 % 81 % 0,65 (0,51; 0,83)
Placebo + Chemo/Placebo 76 % 72 %
Anzahl Risikopatienten Zeit in Monaten
Pembrolizumab + Chemo/Pembrolizumab
Placebo + Chemo/Placebo
Ereignisfreies Überleben (EFS) in %
Abbildung 41: Kaplan-Meier-Kurve des Gesamtüberlebens (OS) nach Behandlungsarm in
KEYNOTE-522 (Intent-to-Treat-Population)
Behandlungsarm OS-Rate im 36. Monat OS-Rate im 60. Monat HR (95-%-KI) p-Wert
Pembrolizumab + Chemo/Pembrolizumab 90 % 87 % 0,66 (0,50; 0,87) 0,00150
Placebo + Chemo/Placebo 87 % 82 %
Anzahl Risikopatienten Zeit in Monaten
Pembrolizumab + Chemo/Pembrolizumab
Placebo + Chemo/Placebo
KEYNOTE-355: Kontrollierte Studie einer Kombinationstherapie bei Patienten mit TNBC ohnevorherige Behandlung der metastasierenden Erkrankung
Die Wirksamkeit von Pembrolizumab in Kombination mit Paclitaxel, nab-Paclitaxel oder Gemcitabinund Carboplatin wurde in KEYNOTE-355, einer randomisierten, doppel-blinden, multizentrischen,placebokontrollierten Studie untersucht. Die wichtigsten Einschlusskriterien waren lokalrezidivierendes nicht-resezierbares oder metastasierendes TNBC, ungeachtet der PD-L1-
Tumorexpression, ohne Vorbehandlung der fortgeschrittenen Erkrankung mit Chemotherapie.
Patienten mit einer aktiven Autoimmunerkrankung, die eine systemische Therapie innerhalb derletzten beiden Behandlungsjahre erforderte, oder einer Erkrankung, die eine Immunsuppressionerforderte, waren von der Studie ausgeschlossen. Die Randomisierung wurde stratifiziert nach
Chemotherapie (Paclitaxel oder nab-Paclitaxel vs. Gemcitabin und Carboplatin), PD-L1-
Tumorexpression (CPS ≥ 1 vs. CPS < 1) und neoadjuvanter Vorbehandlung mit derselben
Chemotherapeutika-Wirkstoffklasse ('ja“ vs. 'nein“). Die Patienten wurden randomisiert (2:1) einemder folgenden Studienarme zur Behandlung mit intravenöser Infusion zugeteilt:
* Pembrolizumab 200 mg an Tag 1 alle 3 Wochen in Kombination mit nab-Paclitaxel100 mg/m2 an den Tagen 1, 8 und 15 alle 28 Tage oder mit Paclitaxel 90 mg/m2 an den
Tagen 1, 8 und 15 alle 28 Tage oder mit Gemcitabin 1 000 mg/m2 und Carboplatin
AUC 2 mg/ml/min an den Tagen 1 und 8 alle 21 Tage.
Gesamtüberleben (OS) in %
* Placebo an Tag 1 alle 3 Wochen in Kombination mit nab-Paclitaxel 100 mg/m2 an den
Tagen 1, 8 und 15 alle 28 Tage oder mit Paclitaxel 90 mg/m2 an den Tagen 1, 8 und 15 alle28 Tage oder mit Gemcitabin 1 000 mg/m2 und Carboplatin AUC 2 mg/ml/min an den
Tagen 1 und 8 alle 21 Tage.
Die Behandlung mit Pembrolizumab bzw. Placebo, beide jeweils in Kombination mit Chemotherapiewurde bis zu einem gemäß RECIST-v1.1-Kriterien definierten vom Prüfarzt bestätigten Fortschreitender Krebserkrankung, bis zum Auftreten unzumutbarer Toxizität oder bis zu einem Maximum von24 Monaten fortgeführt. Die Chemotherapie konnte entsprechend des Behandlungsstandardsfortgesetzt werden. Die Behandlung mit Pembrolizumab konnte, sofern der Patient klinisch stabil warund nach Ermessen des Prüfarztes von der Behandlung klinisch profitierte, bei gemäß RECIST-v1.1-
Kriterien definiertem Fortschreiten der Krebserkrankung fortgeführt werden. Eine Bewertung des
Tumorstatus erfolgte in den Wochen 8, 16 und 24, danach alle 9 Wochen im ersten Jahr, im Anschlussdaran alle 12 Wochen.
Unter den 847 randomisierten Patienten in KEYNOTE-355 waren 636 (75 %) Patienten mit mittels
PD-L1 IHC 22C3 pharmDxTM Kit bestimmter PD-L1-Tumorexpression von CPS ≥ 1 und 323 (38 %)
Patienten mit einer PD-L1-Tumorexpression von CPS ≥ 10. Die 323 Patienten mit einer PD-L1-
Tumorexpression von CPS ≥ 10 waren zu Studienbeginn wie folgt charakterisiert: medianes Alter53 Jahre (Spanne: 22 bis 83 Jahre); 20 % waren 65 Jahre oder älter; 100 % waren Frauen; 69 % warenkaukasischer, 20 % asiatischer und 5 % afrikanischer Herkunft. Bei 61 % bzw. 39 % der Patienten lagein ECOG-Performance-Status von 0 bzw. 1 vor. 67 % der Patienten waren postmenopausal; 3 %hatten Hirnmetastasen in der Vorgeschichte und 20 % hatten ein krankheitsfreies Intervallvon < 12 Monaten.
Die beiden primären Wirksamkeitsendpunkte waren Überleben ohne Fortschreiten der
Krebserkrankung (PFS) (bewertet mittels BICR gemäß RECIST-v1.1-Kriterien) sowie
Gesamtüberleben (OS). Sekundäre Wirksamkeitsendpunkte waren die Objektive Ansprechrate (ORR)(bewertet mittels BICR gemäß RECIST-v1.1-Kriterien) und die Dauer des Ansprechens. Die Studiezeigte bei Patienten mit einer PD-L1-Tumorexpression von CPS ≥ 10 unter Pembrolizumab in
Kombination mit Chemotherapie eine statistisch signifikante Verbesserung des PFS in derpräspezifizierten Interimsanalyse (HR 0,65; 95-%-KI: 0,49; 0,86; p-Wert 0,0012) sowie des OS in derfinalen Analyse im Vergleich zu Placebo in Kombination mit Chemotherapie. Tabelle 45 enthält eine
Zusammenfassung der entscheidenden Wirksamkeitsendpunkte. Die Abbildungen 42 und 43 zeigendie Kaplan-Meier-Kurven für PFS sowie für OS basierend auf der finalen Analyse mit einer medianen
Nachbeobachtungszeit von 20,2 Monaten (Spanne: 0,3 bis 53,1 Monate) bei Patienten mit einer
PD-L1-Tumorexpression von CPS ≥ 10.
Tabelle 45: Wirksamkeitsergebnisse bei Patienten mit CPS ≥ 10 in KEYNOTE-355
Endpunkt Pembrolizumab Placebomit Chemotherapie* mit Chemotherapie*n=220 n=103
Überleben ohne Fortschreitender Krebserkrankung (PFS)†
Anzahl (%) Patienten mit 144 (65 %) 81 (79 %)
Ereignis
Hazard-Ratio‡ (95-%-KI) 0,66 (0,50; 0,88)p-Wert§ 0,0018
Median in Monaten (95-%-KI) 9,7 (7,6; 11,3) 5,6 (5,3; 7,5)
Gesamtüberleben (OS)
Anzahl (%) Patienten mit 155 (70 %) 84 (82 %)
Ereignis
Hazard-Ratio‡ (95-%-KI) 0,73 (0,55; 0,95)p-Wert¶ 0,0093
Median in Monaten (95-%-KI) 23,0 (19,0; 26,3) 16,1 (12,6; 18,8)
Objektive Ansprechrate(ORR)†
ORR % (95-%-KI) 53 % (46; 59) 41 % (31; 51)
Vollständiges Ansprechen 17 % 14 %
Partielles Ansprechen 35 % 27 %
Dauer des Ansprechens†
Median in Monaten (Spanne) 12,8 (1,6+; 45,9+) 7,3 (1,5; 46,6+)% mit einer Dauer 82 % 60 %≥ 6 Monaten#% mit einer Dauer 56 % 38 %≥ 12 Monaten#
* Chemotherapie: Paclitaxel, nab-Paclitaxel oder Gemcitabin und Carboplatin† Bewertet mittels BICR gemäß RECIST-v1.1‡ Basierend auf dem Cox-Regressionsmodell mit der Efron-Methode des 'Tie-Handling“ mit der Behandlungals Kovariate stratifiziert nach angewendeter Chemotherapie in der Studie (Taxan vs. Gemcitabin und
Carboplatin) und neoadjuvanter Vorbehandlung mit derselben Chemotherapeutika-Wirkstoffklasse ('ja“ vs.'nein“)§ Nominaler p-Wert basierend auf dem Log-Rank-Test, stratifiziert nach angewendeter Chemotherapie in der
Studie (Taxan vs. Gemcitabin und Carboplatin) und neoadjuvanter Vorbehandlung mit derselben
Chemotherapeutika-Wirkstoffklasse ('ja“ vs. 'nein“). Bei der präspezifizierten Interimsanalyse des PFS(mediane Nachbeobachtungszeit von 19,2 Monaten) wurde eine statistisch signifikante Überlegenheit des
PFS im Vergleich von Pembrolizumab/Chemotherapie zu Placebo/Chemotherapie mit einem p-Wert von0,0012 erzielt¶ Einseitiger p-Wert basierend auf dem Log-Rank-Test, stratifiziert nach angewendeter Chemotherapie in der
Studie (Taxan vs. Gemcitabin und Carboplatin) und neoadjuvanter Vorbehandlung mit derselben
Chemotherapeutika-Wirkstoffklasse ('ja“ vs. 'nein“). Die Ergebnisse für OS erfüllten die präspezifizierte
Wirksamkeitsgrenze von 0,0113 für statistische Signifikanz# Aus der Produkt-Limit(Kaplan-Meier)-Methode für zensierte Daten+ Bedeutet, dass zum Zeitpunkt der letzten Bewertung der Erkrankung keine fortschreitende Erkrankungvorliegt
Abbildung 42: Kaplan-Meier-Kurve des Überlebens ohne Fortschreiten der
Krebserkrankung (PFS) nach Behandlungsarm mit einer PD-L1-Expression(CPS ≥ 10) in KEYNOTE-355
Behandlungsarm PFS-Rate im 12. Monat HR (95-%-KI) p-Wert
Pembrolizumab + Chemotherapie 39 % 0,66 (0,50; 0,88) 0,0018
Placebo + Chemotherapie 23 %
Zeit in Monaten
Anzahl der Risikopatienten
Pembrolizumab + Chemotherapie
Placebo + Chemotherapie
Überleben ohne Fortschreiten der
Krebserkrankung (PFS) in %
Abbildung 43: Kaplan-Meier-Kurve des Gesamtüberlebens (OS) nach Behandlungsarm miteiner PD-L1-Expression (CPS ≥ 10) in KEYNOTE-355
Behandlungsarm OS-Rate im 24. Monat HR (95 % KI) p-Wert
Pembrolizumab + Chemotherapie 48 % 0,73 (0,55; 0,95) 0,0093
Placebo + Chemotherapie 34 %
Anzahl Risikopatienten Zeit in Monaten
Pembrolizumab + Chemotherapie
Placebo + Chemotherapie
EndometriumkarzinomKEYNOTE-868 (NRG-GY018): Kontrollierte Studie einer Kombinationstherapie zur Behandlung bei
Patienten mit primär fortgeschrittenem oder rezidivierendem EC
Die Wirksamkeit von Pembrolizumab in Kombination mit Paclitaxel und Carboplatin wurde in
KEYNOTE-868 (NRG-GY018), einer randomisierten, multizentrischen, doppelblinden,placebokontrollierten Studie bei 810 Patienten mit fortgeschrittenem oder rezidivierendem
Endometriumkarzinom, darunter Patienten mit dMMR(defiziente MMR)- und pMMR(profiziente
MMR)-Tumoren, untersucht. Die Patienten hatten zuvor keine systemische Therapie oder hatten zuvoreine Chemotherapie im adjuvanten Setting erhalten. Patienten, die zuvor eine adjuvante
Chemotherapie erhalten hatten, waren geeignet, wenn ihr chemotherapiefreies Intervall mindestens12 Monate betrug. Patienten mit Endometriumsarkom, einschließlich Karzinosarkom, oder Patientenmit aktiver Autoimmunerkrankung oder einer Erkrankung, die eine Immunsuppression erforderte,waren von der Studie ausgeschlossen. Die Randomisierung wurde nach MMR-Status, ECOG-
Performance-Status (0 oder 1 vs. 2) und vorheriger adjuvanter Chemotherapie stratifiziert. Die
Patienten wurden randomisiert (1:1) einem der folgenden Behandlungsarme zugeteilt:
* Pembrolizumab 200 mg alle 3 Wochen, Paclitaxel 175 mg/m2 und Carboplatin AUC5 mg/ml/min für 6 Zyklen, gefolgt von Pembrolizumab 400 mg alle 6 Wochen für bis zu14 Zyklen.
* Placebo alle 3 Wochen, Paclitaxel 175 mg/m2 und Carboplatin AUC 5 mg/ml/min für6 Zyklen, gefolgt von Placebo alle 6 Wochen für bis zu 14 Zyklen.
Gesamtüberleben (OS) in %
Die Gabe der Studienmedikation erfolgte jeweils als intravenöse Infusion an Tag 1 jedes
Behandlungszyklus. Die Behandlung wurde bis zum Fortschreiten der Krebserkrankung, bis zum
Auftreten unzumutbarer Toxizität oder bis zu einem Maximum von 20 Zyklen fortgeführt (bis zu ca.24 Monaten). Patienten mit messbarer Erkrankung, die am Ende von Zyklus 6 eine gemäß RECISTstabile Erkrankung oder ein partielles Ansprechen aufwiesen, durften nach Ermessen des Prüfarztesdie Behandlung mit Paclitaxel und Carboplatin in Kombination mit Pembrolizumab oder Placebo fürbis zu 10 Zyklen fortsetzen. Die Beurteilung des Tumorstatus erfolgte in den ersten 9 Monaten alle9 Wochen und danach alle 12 Wochen.
Unter den 810 randomisierten Patienten hatten 222 (27 %) den dMMR-Tumorstatus und 588 (73 %)den pMMR-Tumorstatus.
Die dMMR-Population war wie folgt charakterisiert: medianes Alter 66 Jahre (Spanne: 37 bis86 Jahre), 55 % waren 65 Jahre oder älter; 79 % waren kaukasischer, 9 % afrikanischer und 3 %asiatischer Herkunft; 5 % waren hispanischer oder lateinamerikanischer Herkunft; bei 64 % lag ein
ECOG-Performance-Status von 0, bei 33 % bzw. 3 % lag ein ECOG-Performance-Status von 1 bzw. 2vor; 61 % hatten eine rezidivierende und 39 % eine primäre oder persistierende Erkrankung; 5 %hatten zuvor eine adjuvante Chemotherapie und 43 % eine Strahlentherapie erhalten. Diehistologischen Subtypen waren endometrioides Karzinom (24 % Grad 1, 43 % Grad 2 und 14 %
Grad 3), nicht näher bezeichnetes (Not Otherwise Specified, NOS) Adenokarzinom (11 %) sowiesonstige Karzinome (8 %, einschließlich dedifferenzierte/undifferenzierte, seröse und gemischtzellige
Epithelkarzinome).
Die pMMR-Population war wie folgt charakterisiert: medianes Alter 66 Jahre (Spanne: 29 bis94 Jahre), 54 % waren 65 Jahre oder älter; 72 % waren kaukasischer, 16 % afrikanischer und 5 %asiatischer Herkunft; 6 % waren hispanischer oder lateinamerikanischer Herkunft; bei 67 % lag ein
ECOG-Performance-Status von 0, bei 30 % bzw. 3 % lag ein ECOG-Performance-Status von 1 bzw. 2vor; 56 % hatten eine rezidivierende und 44 % eine primäre oder persistierende Erkrankung; 26 %hatten zuvor eine adjuvante Chemotherapie und 41 % eine Strahlentherapie erhalten. Diehistologischen Subtypen waren endometrioides Karzinom (17 % Grad 1, 19 % Grad 2 und 16 %
Grad 3), seröses Karzinom (26 %), nicht näher bezeichnetes (NOS) Adenokarzinom (10 %),klarzelliges Karzinom (7 %) sowie sonstige Karzinome (5 %, einschließlich gemischtzellige unddedifferenzierte/undifferenzierte Epithelkarzinome).
Primärer Wirksamkeitsendpunkt war das vom Prüfarzt gemäß RECIST-v1.1-Kriterien beurteilte PFSin den dMMR- und pMMR-Populationen. Sekundäre Wirksamkeitsendpunkte waren das OS, ORRund die Ansprechdauer in den dMMR- und pMMR-Populationen. Die Studie zeigte sowohl in derdMMR- als auch in der pMMR-Population statistisch signifikante Verbesserungen des PFS bei
Patienten, die zu Pembrolizumab in Kombination mit Chemotherapie randomisiert wurden, im
Vergleich zu Patienten, die Placebo in Kombination mit Chemotherapie erhielten. Die mediane
Nachbeobachtungszeit betrug 13,6 Monate (Spanne: 0,6 bis 39,4 Monate) bzw. 8,7 Monate (Spanne:0,1 bis 37,2 Monate) in den dMMR- bzw. pMMR-Populationen. Der OS-Endpunkt wurde im Rahmender Multiplizitätskontrolle nicht formal beurteilt. Die OS-Ergebnisse waren noch nicht aussagekräftig.
Die Wirksamkeitsergebnisse nach MMR-Status sind in Tabelle 46 zusammengefasst. Die Kaplan-
Meier-Kurven für PFS nach MMR-Status sind in den Abbildungen 44 bzw. 45 dargestellt.
Tabelle 46: Wirksamkeitsergebnisse in KEYNOTE-868 (NRG-GY018)
Endpunkt dMMR-Population pMMR-Population
Pembrolizumab Placebo Pembrolizumab Placebomit mit mit mit
Chemotherapie* Chemotherapie* Chemotherapie* Chemotherapie*n=110 n=112 n=294 n=294
Überleben ohne Fortschreiten der Krebserkrankung (PFS)
Anzahl (%) 29 (26 %) 60 (54 %) 95 (32 %) 138 (47 %)
Patienten mit
Ereignis
Median in Monaten N.e. 8,3 13,1 8,7(95-%-KI) (30,7; N.e.) (6,5; 12,3) (10,6; 19,5) (8,4; 11,0)
Hazard-Ratio† 0,34 (0,22; 0,53) 0,57 (0,44; 0,74)(95-%-KI)p-Wert‡ < 0,0001 < 0,0001
Gesamtüberleben (OS)
Anzahl (%) 10 (9 %) 17 (15 %) 45 (15 %) 54 (18 %)
Patienten mit
Ereignis
Median in Monaten N.e. N.e. 28,0 27,4(95-%-KI) (N.e.; N.e.) (N.e.; N.e.) (21,4; N.e.) (19,5; N.e.)
Hazard-Ratio† 0,55 (0,25; 1,19) 0,79 (0,53; 1,17)(95-%-KI)
Objektive Ansprechrate (ORR)
Anzahl Patienten n=95 n=95 n=220 n=235mit messbarer
Erkrankung zu
BehandlungsbeginnORR¶ % (95-%-KI) 78 % (68; 86) 69 % (59; 79) 61 % (55; 68) 51 % (45; 58)
Dauer des Ansprechens
Median in Monaten N.e. 4,4 7,1 6,4(Spanne) (0,0+; 33,0+) (0,0+; 32,8+) (0,0+; 32,8+) (0,0+; 20,1+)
* Chemotherapie (Paclitaxel und Carboplatin)† Basierend auf dem stratifizierten Cox-Proportional Hazardmodell‡ Einseitiger p-Wert basierend auf dem stratifizierten Log-Rank-Test (im Vergleich zu einer alpha Grenze von 0,00207 fürdMMR und 0,00116 für pMMR)¶ Ansprechen: Bestes objektives Ansprechen als bestätigtes vollständiges oder partielles Ansprechen
N.e. = nicht erreicht
Abbildung 44: Kaplan-Meier-Kurve des Überlebens ohne Fortschreiten der
Krebserkrankung (PFS) in KEYNOTE-868 (NRG-GY018) in der dMMR-
Population
Behandlungsarm HR (95-%-KI)
Pembrolizumab + Chemotherapie 0,34 (0,22; 0,53)
Chemotherapie
Anzahl Risikopatienten Zeit in Monaten
Pembrolizumab + Chemotherapie
Chemotherapie
Überleben ohne Fortschreiten der
Krebserkrankung (PFS) in %
Abbildung 45: Kaplan-Meier-Kurve des Überlebens ohne Fortschreiten der
Krebserkrankung (PFS) in KEYNOTE-868 (NRG-GY018) in der pMMR-
Population
Behandlungsarm HR (95-%-KI)
Pembrolizumab + Chemotherapie 0,57 (0,44; 0,74)
Chemotherapie
Anzahl Risikopatienten Zeit in Monaten
Pembrolizumab + Chemotherapie
Chemotherapie
KEYNOTE-775: Kontrollierte Studie einer Kombinationstherapie bei Patienten mit fortgeschrittenem
EC nach Vorbehandlung mit systemischer Chemotherapie
Die Wirksamkeit von Pembrolizumab in Kombination mit Lenvatinib wurde in KEYNOTE-775, einerrandomisierten, multizentrischen, offenen, aktiv-kontrollierten Studie bei Patienten mitfortgeschrittenem EC, die mit mindestens einer Platin-haltigen Chemotherapie jeglichen Settings,einschließlich neoadjuvanter und adjuvanter Settings, vorbehandelt waren, untersucht. Die Patientenkonnten insgesamt bis zu zwei Platin-haltige Therapien erhalten haben, sofern eine Therapie imneoadjuvanten oder adjuvanten Behandlungssetting gegeben wurde. Patienten mit
Endometriumsarkom, Karzinosarkom, vorbestehender Fistel vom Grad ≥ 3, nicht-kontrolliertem
Blutdruck (> 150/90 mmHg), signifikanten kardiovaskulären Beeinträchtigungen oder Ereignisseninnerhalb der letzten 12 Monate bzw. Patienten mit aktiver Autoimmunerkrankung oder einer
Erkrankung, die eine Immunsuppression erforderte, waren von der Studie ausgeschlossen. Die
Randomisierung wurde nach MMR-Status (dMMR oder pMMR [mismatch repair proficient]) mittelseines validierten IHC-Tests stratifiziert. Das pMMR-Stratum wurde weiter nach ECOG-Performance-
Überleben ohne Fortschreiten der
Krebserkrankung (PFS) in %
Status, geografischer Region und Bestrahlung der Beckenregion in der Krankengeschichte stratifiziert.
Die Patienten wurden randomisiert (1:1) einem der folgenden Behandlungsarme zugeteilt:
* Pembrolizumab 200 mg intravenös alle 3 Wochen in Kombination mit Lenvatinib 20 mgzum Einnehmen einmal/Tag.
* Therapie nach Maßgabe des Prüfarztes mit entweder Doxorubicin 60 mg/m2 alle 3 Wochenoder Paclitaxel 80 mg/m2 wöchentlich über 3 Wochen mit anschließender einwöchiger
Pause.
Die Behandlung mit Pembrolizumab und Lenvatinib wurde bis zu einem gemäß RECIST-v1.1-
Kriterien definierten, mittels BICR bestätigten Fortschreiten der Krebserkrankung, bis zum Auftretenunzumutbarer Toxizität oder im Falle von Pembrolizumab bis zu einem Maximum von 24 Monatenfortgeführt. Die Gabe der Studienmedikation konnte bei gemäß RECIST-v1.1-Kriterien definiertem
Fortschreiten der Krebserkrankung fortgeführt werden, sofern der Patient nach Ermessen des
Prüfarztes von der Behandlung klinisch profitierte und die Behandlung vertragen wurde. Beiinsgesamt 121/411 (29 %) Patienten unter Pembrolizumab und Lenvatinib wurde die Studientherapieüber das RECIST-v1.1-Kriterien definierte Fortschreiten der Krebserkrankung hinaus fortgeführt. Diemediane Dauer der Therapie nach Fortschreiten der Krebserkrankung betrug 2,8 Monate. Eine
Bewertung des Tumorstatus wurde alle 8 Wochen durchgeführt.
Insgesamt wurden 827 Patienten in die Studie aufgenommen und erhielten randomisiert
Pembrolizumab in Kombination mit Lenvatinib (n=411) oder nach Maßgabe des Prüfarztes
Doxorubicin (n=306) oder Paclitaxel (n=110). Diese Patienten waren zu Studienbeginn wie folgtcharakterisiert: medianes Alter 65 Jahre (Spanne: 30 bis 86 Jahre); 50 % waren 65 Jahre oder älter;61 % waren kaukasischer, 21 % asiatischer und 4 % afrikanischer Herkunft. Bei 59 % bzw. 41 % der
Patienten lag ein ECOG-Performance-Status von 0 bzw. 1 vor; bei 84 % der Patienten lag ein pMMR-
Tumorstatus und bei 16 % ein dMMR-Tumorstatus vor. Die histologischen Subtypen warenendometrioides Karzinom (60 %), seröses Karzinom (26 %), klarzelliges Karzinom (6 %),gemischtzelliges Karzinom (5 %) sowie sonstige Karzinome (3 %). Alle 827 dieser Patienten erhielteneine vorhergehende systemische Therapie des EC: 69 % der Patienten erhielten eine, 28 % der
Patienten erhielten zwei und 3 % erhielten drei oder mehr vorhergehende systemische Therapien.37 % der Patienten erhielten nur eine vorherige neoadjuvante oder adjuvante Therapie.
Primäre Wirksamkeitsendpunkte waren das Gesamtüberleben (OS) und das Überleben ohne
Fortschreiten der Krebserkrankung (PFS), das mittels BICR gemäß RECIST-v1.1-Kriterien bewertetwurde. Zu den sekundären Wirksamkeitsendpunkten gehörte die Objektive Ansprechrate (ORR), diemittels BICR gemäß RECIST-v1.1-Kriterien bewertet wurde. Bei der präspezifizierten
Interimsanalyse mit einer medianen Nachbeobachtungszeit von 11,4 Monaten (Spanne: 0,3 bis26,9 Monate) zeigte die Studie eine statistisch signifikante Verbesserung des OS und PFS. Diepräspezifizierte finale Analyse des OS mit etwa 16 Monaten zusätzlicher Nachbeobachtungsdauer abder Interimsanalyse (gesamte mediane Nachbeobachtungszeit von 14,7 Monaten [Spanne: 0,3 bis43,0 Monate]) wurde ohne Adjustierung für das multiple Testen durchgeführt. Die
Wirksamkeitsergebnisse der MMR-Subgruppen stimmten mit den Gesamtstudienergebnissen überein.
Tabelle 47 enthält eine Zusammenfassung der Ergebnisse für PFS, ORR und die Dauer des
Ansprechens zum Zeitpunkt der Interimsanalyse sowie für OS zum Zeitpunkt der finalen Analyse. Die
Kaplan-Meier-Kurven für OS zum Zeitpunkt der finalen Analyse bzw. PFS zum Zeitpunkt der
Interimsanalyse sind in den Abbildungen 46 bzw. 47 dargestellt.
Tabelle 47: Wirksamkeitsergebnisse in KEYNOTE-775
Endpunkt Pembrolizumab Chemotherapie*200 mg alle 3 Wochen
Lenvatinibn=411 n=416
Gesamtüberleben (OS)
Anzahl (%) Patienten mit 276 (67 %) 329 (79 %)
Ereignis
Median in Monaten (95-%- 18,7 (15,6; 21,3) 11,9 (10,7; 13,3)
KI)
Hazard-Ratio† (95-%-KI) 0,65 (0,55; 0,77)p-WertÞ < 0,0001
Überleben ohne
Fortschreiten der
Krebserkrankung (PFS)ß
Anzahl (%) Patienten mit 281 (68 %) 286 (69 %)
Ereignis
Median in Monaten (95-%- 7,2 (5,7; 7,6) 3,8 (3,6; 4,2)
KI)
Hazard-Ratio† (95-%-KI) 0,56 (0,47; 0,66)p-Wert‡ < 0,0001
Objektive Ansprechrate(ORR)ß
ORR§ % (95-%-KI) 32 % (27; 37) 15 % (11; 18)
Vollständiges Ansprechen 7 % 3 %
Partielles Ansprechen 25 % 12 %p-Wert¶ < 0,0001
Dauer des Ansprechensß
Median in Monaten# 14,4 (1,6+; 23,7+) 5,7 (0,0+; 24,2+)(Spanne)
* Doxorubicin oder Paclitaxel† Basierend auf dem stratifizierten Cox-Regressionsmodell
Þ Einseitiger nominaler p-Wert für die finale Analyse basierend auf dem stratifizierten Log-
Rank-Test. Bei der präspezifizierten Interimsanalyse des OS mit einer medianen
Nachbeobachtungszeit von 11,4 Monaten (Spanne: 0,3 bis 26,9 Monate) wurde einestatistisch signifikante Überlegenheit bezüglich des OS für die Kombination aus
Pembrolizumab und Lenvatinib im Vergleich zu Chemotherapie erreicht (HR: 0,62[95-%-KI: 0,51; 0,75], p-Wert < 0,0001)ß Bei der präspezifizierten Interimsanalyse‡ Einseitiger p-Wert basierend auf dem stratifizierten Log-Rank-Test§ Ansprechen: Bestes objektives Ansprechen als bestätigtes vollständiges oder partielles
Ansprechen¶ Basierend auf der Methode von Miettinen und Nurminen stratifiziert nach MMR-Status,
ECOG-Performance-Status, geografischer Region und Bestrahlung der Beckenregion inder Krankengeschichte# Basierend auf einer Kaplan-Meier-Schätzung
Abbildung 46: Kaplan-Meier-Kurve des Gesamtüberlebens (OS) nach Behandlungsarm in
KEYNOTE-775 (Intent-to-Treat-Population)
Behandlungsarm OS-Rate im 12. Monat OS-Rate im 24. Monat HR (95-%-KI) nominaler p-Wert
Pembrolizumab + Lenvatinib 63 % 41 % 0,65 (0,55; 0,77) <0,0001
Chemotherapie 49 % 23 %
Zeit in Monaten
Anzahl Risikopatienten
Pembrolizumab + Lenvatinib
Chemotherapie
Gesamtüberleben OS in %
Abbildung 47: Kaplan-Meier-Kurve des Überlebens ohne Fortschreiten der
Krebserkrankung (PFS) nach Behandlungsarm in KEYNOTE-775 (Intent-to-
Treat-Population)
Behandlungsarm PFS-Rate im 6. Monat PFS-Rate im 12. Monat HR (95-%-KI) p-Wert
Pembrolizumab + Lenvatinib 54 % 31 % 0,56 (0,47; 0,66) <0,0001
Chemotherapie 34% 13%
Zeit in Monaten
Anzahl Risikopatienten
Pembrolizumab + Lenvatinib:
Chemotherapie:
ZervixkarzinomKEYNOTE-A18: Kontrollierte Studie einer Kombinationstherapie mit CRT bei Patienten mit lokalfortgeschrittenem Zervixkarzinom
Die Wirksamkeit von Pembrolizumab in Kombination mit Cisplatin und einer perkutanen
Strahlentherapie (EBRT [external beam radiation therapy]), gefolgt von einer Brachytherapie (BT),wurde im Rahmen der Studie KEYNOTE-A18 untersucht, einer multizentrischen, randomisierten,doppelblinden, placebokontrollierten Studie, die 1 060 Patienten mit lokal fortgeschrittenem
Zervixkarzinom einschloss, die zuvor noch keine definitive Operation, Bestrahlung oder systemische
Therapie des Zervixkarzinoms erhalten hatten. Darunter waren 601 Patienten mit FIGO (Internationale
Föderation für Gynäkologie und Geburtshilfe) 2014 Stadium III bis IVA (Tumorbefall des unteren
Teils der Vagina mit oder ohne Ausdehnung auf die Beckenseitenwand oder Hydronephrose/nichtfunktionierende Niere oder Ausbreitung auf benachbarte Beckenorgane) mit entweder nodal-positiveroder nodal-negativer Erkrankung und 459 Patienten mit FIGO 2014 Stadium IB2 bis IIB(Tumorläsionen > 4 cm oder klinisch sichtbare Läsionen, die sich über den Uterus hinaus ausgebreitethaben, jedoch nicht die Beckenwand oder das untere Drittel der Vagina erreicht haben) mit nodal-positiver Erkrankung. Patienten mit einer Autoimmunerkrankung, die innerhalb der letzten beiden
Behandlungsjahre eine systemische Therapie erforderte, oder Patienten mit einer Erkrankung, die eine
Immunsuppression erforderte, waren von der Studie ausgeschlossen. Die Randomisierung wurde nachgeplantem Typ der EBRT (Intensitätsmodulierte Strahlentherapie (IMRT [intensity-modulatedradiation therapy]) oder Volumetric-Arc-Therapie (VMAT [volumetric modulated arc therapy]) vs.non-IMRT und non-VMAT), Stadium des Zervixkarzinoms zum Zeitpunkt des Screenings(FIGO 2014 Stadium IB2 bis IIB vs. Stadium III bis IVA) sowie geplanter Gesamtstrahlendosis([EBRT + BT-Dosis] < 70 Gy vs. ≥ 70 Gy gemäß Äquivalentdosis in 2 Gy-Fraktionen [EQD2])stratifiziert. Die Patienten wurden randomisiert (1:1) einem der beiden Behandlungsarme zugeteilt:
* Pembrolizumab 200 mg intravenös alle 3 Wochen (5 Zyklen) gleichzeitig mit Cisplatin40 mg/m2 intravenös wöchentlich (5 Zyklen, optional konnte abhängig von der lokalen
Behandlungspraxis eine sechste Infusion gegeben werden) und Strahlentherapie (EBRTgefolgt von BT), gefolgt von Pembrolizumab 400 mg intravenös alle 6 Wochen (15 Zyklen).
* Placebo intravenös alle 3 Wochen (5 Zyklen) gleichzeitig mit Cisplatin 40 mg/m2 intravenöswöchentlich (5 Zyklen, optional konnte abhängig von der lokalen Behandlungspraxis einesechste Infusion gegeben werden) und Strahlentherapie (EBRT gefolgt von BT), gefolgt von
Placebo intravenös alle 6 Wochen (15 Zyklen).
Die Behandlung wurde bis zu einem gemäß RECIST-v1.1-Kriterien definierten vom Prüfarztbestätigten Fortschreiten der Krebserkrankung oder bis zum Auftreten unzumutbarer Toxizitätfortgeführt. Eine Bewertung des Tumorstatus erfolgte alle 12 Wochen innerhalb der ersten beiden
Jahre, alle 24 Wochen im dritten Jahr, im Anschluss daran jährlich.
Die 601 Patienten mit FIGO 2014 Stadium III bis IVA in KEYNOTE-A18 waren zu Studienbeginnwie folgt charakterisiert: medianes Alter 51 Jahre (Spanne: 22 bis 87 Jahre); 16 % waren 65 Jahre oderälter; 36 % waren kaukasischer, 1 % afrikanischer und 34 % asiatischer Herkunft, 38 % warenhispanischer oder lateinamerikanischer Herkunft; bei 68 % bzw. 32 % lag ein ECOG-Performance-
Status von 0 bzw. 1 vor; 93 % hatten einen CPS ≥ 1; 71 % hatten positive Becken- und/oder positiveparaaortale Lymphknoten, 29 % hatten weder positive Becken- noch paraaortale Lymphknoten; bei86 % wurde eine IMRT oder VMAT EBRT angewendet; bei 90 % war die Gesamtstrahlendosis≥ 70 Gy (EQD2). Bei 84 % lag ein Plattenepithelkarzinom vor und 16 % hatten eine nicht-plattenepitheliale Histologie.
Die primären Wirksamkeitsendpunkte waren das Überleben ohne Fortschreiten der Krebserkrankung(PFS) (das gemäß RECIST-v1.1-Kriterien vom Prüfarzt bewertet oder histopathologisch bestätigtwurde) und das Gesamtüberleben (OS). Die Studie zeigte eine statistisch signifikante Verbesserunghinsichtlich PFS [0,70 (95-%-KI 0,55; 0,89; p-Wert 0,0020)] zum Zeitpunkt der erstenpräspezifizierten Interimsanalyse und OS [0,67 (95-%-KI 0,50; 0,90; p-Wert 0,0040)] zum Zeitpunktder zweiten präspezifizierten Interimsanalyse in der Gesamtpopulation bei Patienten, die zu
Pembrolizumab mit CRT randomisiert wurden, im Vergleich zu Placebo mit CRT. Tabelle 48 fasst diewichtigsten Wirksamkeitsendpunkte aus der zweiten präspezifizierten Interimsanalyse bei Patientenmit FIGO 2014 Stadium III bis IVA mit einer medianen Nachbeobachtungszeit von 26,6 Monaten(Spanne: 0,9 bis 41,7 Monate) zusammen. Die Kaplan-Meier-Kurven bei Patienten mit FIGO 2014
Stadium III bis IVA für OS und PFS basierend auf dieser Analyse sind in den Abbildungen 48 bzw. 49dargestellt.
Tabelle 48: Wirksamkeitsergebnisse in KEYNOTE-A18 bei Patienten mit Zervixkarzinom(FIGO 2014 Stadium III bis IVA)
Endpunkt Pembrolizumab Placebo200 mg alle 3 Wochenund 400 mg alle6 Wochen mit CRT mit CRTn=296 n=305
Gesamtüberleben (OS)
Anzahl (%) Patienten mit Ereignis 43 (15 %) 73 (24 %)
Median in Monaten (95-%-KI) N.e. (N.e.; N.e.) N.e. (N.e.; N.e.)
Hazard-Ratio* (95-%-KI) 0,57 (0,39; 0,83)
Überleben ohne Fortschreiten der Krebserkrankung (PFS) gemäß Prüfarzt
Anzahl (%) Patienten mit Ereignis 79 (27 %) 125 (41 %)
Median in Monaten (95-%-KI) N.e. (N.e.; N.e.) N.e. (26,3; N.e.)
Hazard-Ratio* (95-%-KI) 0,57 (0,43; 0,76)
* Basierend auf dem unstratifizierten Cox-Proportional-Hazardmodell
CRT = Radiochemotherapie
N.e. = nicht erreicht
Abbildung 48: Kaplan-Meier-Kurve des Gesamtüberlebens (OS) nach Behandlungsarm in
KEYNOTE-A18 bei Patienten mit Zervixkarzinom (FIGO 2014 Stadium IIIbis IVA)
Behandlungsarm HR (95-%-KI)
Pembrolizumab + CRT 0,57 (0,39; 0,83)
CRT
Anzahl Risikopatienten Zeit in Monaten
Pembrolizumab + CRT
CRT
Gesamtüberleben (OS) in %
Abbildung 49: Kaplan-Meier-Kurve des Überlebens ohne Fortschreiten der
Krebserkrankung (PFS) nach Behandlungsarm in KEYNOTE-A18 bei
Patienten mit Zervixkarzinom (FIGO 2014 Stadium III bis IVA)
Behandlungsarm HR (95-%-KI)
Pembrolizumab + CRT 0,57 (0,43; 0,76)
CRT
Anzahl Risikopatienten Zeit in Monaten
Pembrolizumab + CRT
CRT
Keynote-826: Kontrollierte Studie einer Kombinationstherapie bei Patienten mit persistierendem,rezidivierendem oder metastasierendem Zervixkarzinom
Die Wirksamkeit von Pembrolizumab in Kombination mit Paclitaxel und Cisplatin oder Paclitaxel und
Carboplatin, mit oder ohne Bevacizumab, wurde im Rahmen der Studie KEYNOTE-826 untersucht,einer multizentrischen, randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studie, die 617 Patientenmit persistierendem, rezidivierendem oder metastasierendem Zervixkarzinom in der Erstlinieeinschloss, die nicht mit Chemotherapie vorbehandelt waren, außer bei gleichzeitiger Anwendung als
Strahlensensibilisator. Die Patienten wurden ungeachtet des PD-L1-Tumor-Expressions-Statuseingeschlossen. Patienten mit einer Autoimmunerkrankung, die eine systemische Therapie innerhalbder letzten beiden Behandlungsjahre erforderte, oder Patienten mit einer Erkrankung, die eine
Immunsuppression erforderte, waren von der Studie ausgeschlossen. Die Randomisierung wurde nach
Status der Metastasierung bei Erstdiagnose, nach Entscheidung des Prüfarztes hinsichtlich der
Anwendung von Bevacizumab sowie PD-L1-Status (CPS < 1 vs. CPS 1 bis < 10 vs. CPS ≥ 10)stratifiziert. Die Patienten wurden randomisiert (1:1) einem der beiden Behandlungsarme zugeteilt:
* Behandlungsarm 1: Pembrolizumab 200 mg plus Chemotherapie mit oder ohne Bevacizumab
* Behandlungsarm 2: Placebo plus Chemotherapie mit oder ohne Bevacizumab
Der Prüfarzt wählte vor Randomisierung eines der folgenden vier Behandlungsregime aus:
Überleben ohne Fortschreiten der
Krebserkrankung (PFS) in %1. Paclitaxel 175 mg/m2 + Cisplatin 50 mg/m22. Paclitaxel 175 mg/m2 + Cisplatin 50 mg/m2 + Bevacizumab 15 mg/kg KG3. Paclitaxel 175 mg/m2 + Carboplatin AUC 5 mg/ml/min4. Paclitaxel 175 mg/m2 + Carboplatin AUC 5 mg/ml/min + Bevacizumab 15 mg/kg KG
Die Gabe der Studienmedikation erfolgte jeweils als intravenöse Infusion an Tag 1 jedes dreiwöchigen
Behandlungszyklus. Cisplatin konnte an Tag 2 jedes dreiwöchigen Behandlungszyklus gegebenwerden. Die Option, Bevacizumab zu verwenden, lag vor Randomisierung im Ermessen des
Prüfarztes. Die Behandlung mit Pembrolizumab wurde bis zu einem gemäß RECIST-v1.1-Kriteriendefinierten Fortschreiten der Krebserkrankung, bis zum Auftreten unzumutbarer Toxizität oder bis zueinem Maximum von 24 Monaten fortgeführt. Die Verabreichung von Pembrolizumab war auch überdie nach RECIST definierte Krankheitsprogression hinaus zulässig, sofern der Patient klinisch stabilwar und nach Ermessen des Prüfarztes von der Behandlung klinisch profitierte. Eine Bewertung des
Tumorstatus erfolgte in Woche 9, danach alle 9 Wochen innerhalb des ersten Jahres, im Anschlussdaran alle 12 Wochen.
Unter den 617 eingeschlossenen Patienten waren 548 (89 %) Patienten mit PD-L1-exprimierenden
Tumoren mit einem CPS ≥ 1 (basierend auf dem PD-L1 IHC 22C3 pharmDxTM Kit). Von diesen548 eingeschlossenen Patienten mit PD-L1-exprimierenden Tumoren, wurden 273 Patienten zu
Pembrolizumab in Kombination mit Chemotherapie mit oder ohne Bevacizumab und 275 Patienten zu
Placebo in Kombination mit Chemotherapie mit oder ohne Bevacizumab randomisiert. Zu
Studienbeginn waren diese 548 Patienten wie folgt charakterisiert: medianes Alter 51 Jahre (Spanne:22 bis 82 Jahre); 16 % waren 65 Jahre oder älter; 59 % waren kaukasischer, 18 % asiatischer und1 % afrikanischer Herkunft, 37 % waren hispanischer oder lateinamerikanischer Herkunft; bei 56 %bzw. 43 % lag ein ECOG-Performance-Status von 0 bzw. 1 vor; 63 % erhielten Bevacizumab als
Studienmedikation; bei 21 % lag ein Adenokarzinom und bei 5 % eine adenosquamöse Histologie vor;von den Patienten mit persistierender oder rezidivierender Erkrankung mit oder ohne Fernmetastasenhatten zuvor 39 % nur eine Radiochemotherapie und 17 % eine Radiochemotherapie sowie eine
Operation erhalten.
Die primären Wirksamkeitsendpunkte waren das Gesamtüberleben (OS) und das Überleben ohne
Fortschreiten der Krebserkrankung (PFS), das gemäß RECIST-v1.1-Kriterien vom Prüfarzt bewertetwurde. Sekundäre Wirksamkeitsendpunkte waren die Objektive Ansprechrate (ORR) und die Dauerdes Ansprechens, gemäß RECIST-v1.1-Kriterien, beurteilt vom Prüfarzt. In einer präspezifizierten
Interimsanalyse zeigte die Studie statistisch signifikante Verbesserungen hinsichtlich OS (HR 0,64;95-%-KI: 0,50; 0,81; p-Wert = 0,0001) und PFS (HR 0,62; 95-%-KI: 0,50; 0,77; p-Wert < 0,0001) beiden Patienten mit PD-L1-exprimierenden Tumoren mit einem CPS ≥ 1, die zu Pembrolizumab in
Kombination mit Chemotherapie mit oder ohne Bevacizumab randomisiert wurden, im Vergleich zu
Placebo in Kombination mit Chemotherapie mit oder ohne Bevacizumab. Die Studie zeigte ebenfallsstatistisch signifikante Verbesserungen hinsichtlich OS und PFS bei der Gesamtpopulation. Tabelle 49enthält eine Zusammenfassung der entscheidenden Wirksamkeitsendpunkte bei Patienten mit PD-L1-exprimierenden Tumoren mit einem CPS ≥ 1 in KEYNOTE-826 zum Zeitpunkt der finalen Analysemit einer medianen Nachbeobachtungszeit von 21,3 Monaten. Die Kaplan-Meier-Kurven für OS und
PFS basierend auf der finalen Analyse sind in den Abbildungen 50 und 51 dargestellt.
Tabelle 49: Wirksamkeitsergebnisse in KEYNOTE-826 bei Patienten mit PD-L1-Expression(CPS ≥ 1)
Endpunkt Pembrolizumab 200 mg Placeboalle 3 Wochenplus Chemotherapie* mit plus Chemotherapie* mitoder ohne Bevacizumab oder ohne Bevacizumabn=273 n=275
Gesamtüberleben (OS)
Anzahl (%) Patienten mit153 (56 %) 201 (73 %)
Ereignis
Median in Monaten (95-%-KI) 28,6 (22,1; 38,0) 16,5 (14,5; 20,0)
Hazard-Ratio† (95-%-KI) 0,60 (0,49; 0,74)p-Wert‡ < 0,0001
Überleben ohne Fortschreitender Krebserkrankung (PFS)
Anzahl (%) Patienten mit171 (63 %) 220 (80 %)
Ereignis
Median in Monaten (95-%-KI) 10,5 (9,7; 12,3) 8,2 (6,3; 8,5)
Hazard-Ratio† (95-%-KI) 0,58 (0,47; 0,71)p-Wert‡ < 0,0001
Objektive Ansprechrate(ORR)
ORR¶ % (95-%-KI) 69 % (63; 74) 51 % (45; 57)
Vollständiges Ansprechen 26 % 15 %
Partielles Ansprechen 43 % 36 %
Dauer des Ansprechens
Median in Monaten (Spanne) 19,2 (1,3+; 40,9+) 10,4 (1,5+; 40,7+)% mit einer Dauer56 45≥ 12 Monaten#% mit einer Dauer48 30≥ 24 Monaten#
* Chemotherapie (Paclitaxel und Cisplatin oder Paclitaxel und Carboplatin)† Basierend auf dem stratifizierten Cox-Proportional-Hazardmodell‡ Nominaler p-Wert basierend auf dem stratifizierten Log-Rank-Test¶ Ansprechen: Bestes objektives Ansprechen als bestätigtes vollständiges oder partielles Ansprechen# Basierend auf einer Kaplan-Meier-Schätzung
Abbildung 50: Kaplan-Meier-Kurve des Gesamtüberlebens (OS) nach Behandlungsarm miteiner PD-L1-Expression (CPS ≥ 1) in KEYNOTE-826
OS-Rate OS-Rate
Behandlungsarm im 12. Monat im 24. Monat HR (95-%-KI) p-Wert
Pembrolizumab + Chemotherapie* 76 % 54 % 0,60 (0,49; 0,74) <0.0001
Chemotherapie* 63 % 39 %
Zeit in Monaten
Anzahl Risikopatienten
Pembrolizumab + Chemotherapie*
Chemotherapie*
* Chemotherapie (Paclitaxel und Cisplatin oder Paclitaxel und Carboplatin) mit oder ohne Bevacizumab
Gesamtüberleben (OS) in %
Abbildung 51: Kaplan-Meier-Kurve des Überlebens ohne Fortschreiten der
Krebserkrankung (PFS) nach Behandlungsarm mit einer PD-L1-Expression(CPS ≥ 1) in KEYNOTE-826
PFS-Rate PFS-Rate
Behandlungsarm im 12. Monat im 24. Monat HR (95-%-KI) p-Wert
Pembrolizumab + Chemotherapie* 46 % 36 % 0,58 (0,47; 0,71) <0.0001
Chemotherapie* 34 % 19 %
Zeit in Monaten
Anzahl Risikopatienten
Pembrolizumab + Chemotherapie*
Chemotherapie*
* Chemotherapie (Paclitaxel und Cisplatin oder Paclitaxel und Carboplatin) mit oder ohne Bevacizumab
Adenokarzinom des Magens oder des gastroösophagealen Übergangs (GEJ)
KEYNOTE-811: Kontrollierte Studie einer Kombinationstherapie bei nicht-vorbehandelten Patientenmit lokal fortgeschrittenem, nicht resezierbarem oder metastasierendem HER2-positivem
Adenokarzinom des Magens oder des gastroösophagealen Übergangs
Die Wirksamkeit von Pembrolizumab in Kombination mit Trastuzumab sowie einer Fluoropyrimidin-und Platin-basierten Chemotherapie wurde in KEYNOTE-811, einer multizentrischen, randomisierten,doppel-blinden, placebokontrollierten Studie, bei 698 Patienten mit HER2-positivemfortgeschrittenem Adenokarzinom des Magens oder des GEJ, ungeachtet des PD-L1-Expressions-
Status und ohne vorherige systemische Therapie der metastasierenden Erkrankung, untersucht.
Patienten mit einer Autoimmunerkrankung, die innerhalb der letzten beiden Behandlungsjahre einesystemische Therapie erforderte, oder einer Erkrankung, die eine Immunsuppression erforderte, warenvon der Studie ausgeschlossen.
Die Randomisierung wurde stratifiziert nach PD-L1-Expression (CPS ≥ 1 oder < 1),
Chemotherapieregime (5-FU plus Cisplatin [FP] oder Capecitabin plus Oxaliplatin [CAPOX]) undgeografischer Region (Europa/Israel/Nordamerika/Australien, Asien oder Rest der Welt). Die
Patienten wurden randomisiert (1:1) einem der folgenden Behandlungsarme zugeteilt; sämtliche
Studienmedikationen, abgesehen von oralem Capecitabin, wurden als intravenöse Infusion in jedemdreiwöchigen Behandlungszyklus gegeben:
* Pembrolizumab 200 mg, Trastuzumab 8 mg/kg als Erstinfusion und 6 mg/kg in denanschließenden Zyklen, gefolgt von einer Kombinationschemotherapie nach Maßgabe des
Prüfarztes mit entweder Cisplatin 80 mg/m2 für bis zu 6 Zyklen und 5-FU 800 mg/m2/Tag für5 Tage (FP) oder Oxaliplatin 130 mg/m2 für bis zu 6 - 8 Zyklen und Capecitabin 1 000 mg/m2
Überleben ohne Fortschreitender Krebserkrankung (PFS) in %zweimal täglich für 14 Tage (CAPOX). Pembrolizumab wurde vor Trastuzumab und
Chemotherapie am ersten Tag jedes Zyklus gegeben.
* Placebo, Trastuzumab 8 mg/kg als Erstinfusion und 6 mg/kg in den anschließenden Zyklen,gefolgt von einer Kombinationschemotherapie nach Maßgabe des Prüfarztes mit entweder
Cisplatin 80 mg/m2 für bis zu 6 Zyklen und 5-FU 800 mg/m2/Tag für 5 Tage (FP) oder
Oxaliplatin 130 mg/m2 für bis zu 6 - 8 Zyklen und Capecitabin 1 000 mg/m2 zweimal täglichfür 14 Tage (CAPOX). Placebo wurde vor Trastuzumab und Chemotherapie am ersten Tagjedes Zyklus gegeben.
Die Behandlung mit Pembrolizumab, Trastuzumab und Chemotherapie oder Placebo, Trastuzumabund Chemotherapie wurde bis zu einem mittels BICR gemäß RECIST-v1.1-Kriterien definierten
Fortschreiten der Erkrankung, bis zu einem Auftreten unzumutbarer Toxizität oder bis zu einem
Maximum von 24 Monaten fortgeführt. Eine Bewertung des Tumorstatus wurde alle 6 Wochendurchgeführt.
Unter den 698 randomisierten Patienten in KEYNOTE-811 waren 594 (85 %) Patienten mit mittels
PD-L1 IHC 22C3 pharmDxTM Kit bestimmter PD-L1-Tumorexpression von CPS ≥ 1. Die594 Patienten mit einer PD-L1-Tumorexpression von CPS ≥ 1 waren zu Studienbeginn wie folgtcharakterisiert: medianes Alter 63 Jahre (Spanne: 19 bis 85 Jahre), 43 % waren 65 Jahre oder älter;80 % waren Männer; 63 % waren kaukasischer, 33 % asiatischer und 0,7 % afrikanischer Herkunft;bei 42 % lag ein ECOG-PS von 0 und bei 58 % ein ECOG-PS von 1 vor. Bei 98 % der Patienten lageine metastasierte (Stadium IV) und bei 2 % eine lokal fortgeschrittene inoperable Erkrankung vor.
Fünfundneunzig Prozent (n=562) hatten nicht-MSI-H-Tumoren, 1 % (n=8) hatten MSI-H-Tumorenund bei 4 % (n=24) war der Tumor-Status nicht bekannt. Fünfundachtzig Prozent der Patientenerhielten CAPOX.
Die primären Wirksamkeitsendpunkte waren das Überleben ohne Fortschreiten der Erkrankung (PFS)basierend auf BICR gemäß RECIST-v1.1-Kriterien sowie das Gesamtüberleben (OS). Zu densekundären Wirksamkeitsendpunkten gehörten die Objektive Ansprechrate (ORR) und die Dauer des
Ansprechens basierend auf BICR gemäß RECIST-v1.1-Kriterien. Bei der zweiten Interimsanalyse der
Gesamtpopulation zeigte die Studie bei Patienten unter Pembrolizumab in Kombination mit
Trastuzumab und Chemotherapie eine statistisch signifikante Verbesserung des PFS (HR 0,72; 95-%-
KI: 0,60; 0,87; p-Wert 0,0002) im Vergleich zu Patienten unter Placebo in Kombination mit
Trastuzumab und Chemotherapie. In dieser Interimsanalyse gab es hinsichtlich des OS keinenstatistisch signifikanten Unterschied. Die mediane Nachbeobachtungszeit betrug 15,4 Monate(Spanne: 0,3 bis 41,6 Monate). In der ersten Interimsanalyse, die mit den ersten 264 randomisierten
Patienten der Gesamtpopulation (133 Patienten im Pembrolizumab-Arm und 131 im Placebo-Arm)durchgeführt wurde, wurde eine statistisch signifikante Verbesserung der ORR beobachtet (74,4 % vs.51,9 %, entspricht einer Differenz von 22,7 % in der ORR; [95-%-KI: 11,2; 33,7]; p-Wert 0,00006).
Tabelle 50 enthält eine Zusammenfassung der entscheidenden Wirksamkeitsendpunkte derpräspezifizierten Subgruppe der Patienten mit einer PD-L1-Tumorexpression von CPS ≥ 1 zum
Zeitpunkt der zweiten Interimsanalyse. Die Kaplan-Meier-Kurven für PFS und OS sind in den
Abbildungen 52 und 53 dargestellt.
Tabelle 50: Wirksamkeitsergebnisse in KEYNOTE-811 bei Patienten mit PD-L1-Expression(CPS ≥ 1)
Endpunkt Pembrolizumab Placebo
Trastuzumab Trastuzumabund Chemotherapie und Chemotherapien=298 n=296
Überleben ohne Fortschreitender Krebserkrankung (PFS)
Anzahl (%) Patienten mit 199 (67 %) 215 (73 %)
Ereignis
Median in Monaten (95-%-KI) 10,8 (8,5; 12,5) 7,2 (6,8; 8,4)
Hazard-Ratio* (95-%-KI) 0,7 (0,58; 0,85)p-Wert† 0,0001
Gesamtüberleben (OS)
Anzahl (%) Patienten mit 167 (56 %) 183 (62 %)
Ereignis
Median in Monaten (95-%-KI) 20,5 (18,2; 24,3) 15,6 (13,5; 18,6)
Hazard-Ratio* (95-%-KI) 0,79 (0,64; 0,98)p-Wert† 0,0143
Objektive Ansprechrate(ORR)
ORR‡ % (95-%-KI) 73 % (67,7; 78,1) 58 % (52,6; 64,1)
Vollständiges Ansprechen 14 % 10 %
Partielles Ansprechen 59 % 49 %p-Wert# 0,00008
Dauer des Ansprechens
Median in Monaten (Spanne) 11,3 (1,1+; 40,1+) 9,5 (1,4+; 38,3+)% mit einer Dauer 75 % 67 %≥ 6 Monaten¶% mit einer Dauer 49 % 41 %≥ 12 Monaten¶
* Basierend auf dem unstratifizierten Cox-Proportional-Hazardmodell† Nominaler p-Wert basierend auf dem unstratifizierten Log-Rank-Test; es wurde keine formale Überprüfungbei Patienten mit PD-L1-Expression (CPS ≥ 1) durchgeführt‡ Ansprechen: Bestes objektives Ansprechen als bestätigtes vollständiges oder partielles Ansprechen# Nominaler p-Wert basierend auf der unstratifizierten Methode von Miettinen und Nurminen; es wurde keineformale Überprüfung bei Patienten mit PD-L1-Expression (CPS ≥ 1) durchgeführt¶ Basierend auf einer Kaplan-Meier-Schätzung
Abbildung 52: Kaplan-Meier-Kurve des Überlebens ohne Fortschreiten der
Krebserkrankung (PFS) nach Behandlungsarm in KEYNOTE-811 bei
Patienten mit PD-L1-Expression (CPS ≥ 1)
Behandlungsarm PFS-Rate im 12. Monat PFS-Rate im 24. Monat HR (95-%-KI) p-Wert
Pembrolizumab + SOC 45,7 % 27,0 % 0,70 (0,58; 0,85) 0,0001
SOC 32,9 % 13,3 %
Zeit in Monaten
Anzahl Risikopatienten
Pembrolizumab + SOC
SOC
Überleben ohne Fortschreitender Krebserkrankung (PFS) in %
Abbildung 53: Kaplan-Meier-Kurve des Gesamtüberlebens nach Behandlungsarm in
KEYNOTE-811 bei Patienten mit PD-L1-Expression (CPS ≥ 1)
Behandlungsarm OS-Rate im 12. Monat OS-Rate im 18. Monat HR (95-%-KI) p-Wert
Pembrolizumab + SOC 69,2 % 56,9 % 0,79 (0,64; 0,98) 0,0143
SOC 60,6 % 45,6 %
Zeit in Monaten
Anzahl Risikopatienten
Pembrolizumab + SOC
SOC
KEYNOTE-859: Kontrollierte Studie einer Kombinationstherapie bei nicht-vorbehandelten Patientenmit lokal fortgeschrittenem nicht resezierbarem oder metastasierendem HER2-negativem
Adenokarzinom des Magens oder des gastroösophagealen Übergangs
Die Wirksamkeit von Pembrolizumab in Kombination mit einer Fluoropyrimidin- und Platin-basierten
Chemotherapie wurde in KEYNOTE-859, einer multizentrischen, randomisierten, doppelblinden,placebokontrollierten Studie mit 1 579 Patienten mit HER2-negativem fortgeschrittenem
Adenokarzinom des Magens oder des GEJ, ungeachtet des PD-L1-Expressions-Status und ohnevorherige systemische Therapie der metastasierenden Erkrankung, untersucht. Eine vorhergehendeneoadjuvante und/oder adjuvante Therapie war erlaubt, wenn diese mindestens 6 Monate vor
Randomisierung abgeschlossen war. Patienten mit einer Autoimmunerkrankung, die innerhalb derletzten beiden Behandlungsjahre eine systemische Therapie erforderte, oder einer Erkrankung, die eine
Immunsuppression erforderte, oder Patienten, die eine vorhergehende Behandlung mit
Immuncheckpoint-Inhibitoren erhalten hatten, waren von der Studie ausgeschlossen.
Die Randomisierung wurde stratifiziert nach PD-L1-Expression (CPS ≥ 1 oder < 1),
Chemotherapieregime (5-FU plus Cisplatin [FP] oder Capecitabin plus Oxaliplatin [CAPOX]) undgeografischer Region (Europa/Israel/Nordamerika/Australien, Asien oder Rest der Welt).
Die Patienten wurden randomisiert (1:1) einem der folgenden Behandlungsarme zugeteilt; sämtliche
Studienmedikationen, abgesehen von oralem Capecitabin, wurden als intravenöse Infusion in jedemdreiwöchigen Behandlungszyklus gegeben:
Gesamtüberleben (OS) in %
* Pembrolizumab 200 mg, Kombinationschemotherapie nach Maßgabe des Prüfarztes mitentweder Cisplatin 80 mg/m2 und 5-FU 800 mg/m2/Tag für 5 Tage (FP) oder Oxaliplatin130 mg/m2 und Capecitabin 1 000 mg/m2 zweimal täglich für 14 Tage (CAPOX) für bis zu35 Zyklen. Die Dauer der Behandlung mit Cisplatin oder Oxaliplatin konnte, gemäß lokaler
Richtlinien der Länder, auf 6 Zyklen begrenzt werden. Pembrolizumab wurde vor der
Chemotherapie am ersten Tag jedes Zyklus gegeben.
* Placebo, Kombinationschemotherapie nach Maßgabe des Prüfarztes mit entweder Cisplatin80 mg/m2 und 5-FU 800 mg/m2/Tag für 5 Tage (FP) oder Oxaliplatin 130 mg/m2 und
Capecitabin 1 000 mg/m2 zweimal täglich für 14 Tage (CAPOX) für bis zu 35 Zyklen. Die
Dauer der Behandlung mit Cisplatin oder Oxaliplatin konnte, gemäß lokaler Richtlinien der
Länder, auf 6 Zyklen begrenzt werden. Placebo wurde vor der Chemotherapie am ersten Tagjedes Zyklus gegeben.
Die Behandlung mit Pembrolizumab und Chemotherapie oder Placebo und Chemotherapie wurde biszu einem mittels BICR gemäß RECIST-v1.1-Kriterien definierten Fortschreiten der Erkrankung, biszu einem Auftreten unzumutbarer Toxizität oder bis zu einem Maximum von 24 Monaten fortgeführt.
Die Beurteilung des Tumorstatus wurde alle 6 Wochen durchgeführt.
Unter den 1 579 Patienten in KEYNOTE-859 waren 1 235 (78 %) Patienten mit mittels PD-L1 IHC22C3 pharmDxTM Kit bestimmter PD-L1-Tumorexpression von CPS ≥ 1. Die 1 235 Patienten miteiner PD-L1-Tumorexpression von CPS ≥ 1 waren zu Studienbeginn wie folgt charakterisiert:medianes Alter 62 Jahre (Spanne: 24 bis 86 Jahre), 40 % waren 65 Jahre oder älter; 70,4 % waren
Männer; 55,5 % waren kaukasischer Herkunft; 33,1 % waren asiatischer Herkunft; 36,5 % wieseneinen ECOG-PS von 0 und 63,5 % einen ECOG-PS von 1 auf. Bei 96 % der Patienten lag einemetastasierte (Stadium IV) und bei 4 % eine lokal fortgeschrittene inoperable Erkrankung vor. 5 %(n=66) hatten MSI-H-Tumoren. 86 % der Patienten erhielten CAPOX.
Der primäre Wirksamkeitsendpunkt war das OS. Zu den weiteren sekundären
Wirksamkeitsendpunkten gehörten PFS, ORR und die Dauer des Ansprechens, bewertet mittels BICRgemäß RECIST-v1.1-Kriterien.
Die Studie zeigte eine statistisch signifikante Verbesserung des OS (HR 0,78; 95-%-KI: 0,70; 0,87;p-Wert < 0,0001), PFS (HR 0,76; 95-%-KI: 0,67; 0,85; p-Wert < 0,0001) und ORR (51 % [95-%-KI:47,7; 54,8] vs. 42 % [95-%-KI: 38,5; 45,5]; p-Wert 0,00009) in der Gesamtpopulation bei Patienten,die randomisiert Pembrolizumab in Kombination mit Chemotherapie erhielten, im Vergleich zu
Placebo in Kombination mit Chemotherapie. Die mediane Nachbeobachtungszeit betrug 12 Monate(Spanne: 0,1 bis 45,9 Monate). Tabelle 51 fasst die wichtigsten Wirksamkeitsergebnisse für diepräspezifizierte Subgruppe von Patienten zusammen, deren Tumoren PD-L1 mit einem CPS ≥ 1exprimierten. Die Kaplan-Meier-Kurven für OS und PFS sind in den Abbildungen 54 und 55dargestellt.
Tabelle 51: Wirksamkeitsergebnisse in KEYNOTE-859 bei Patienten mit PD-L1-Expression(CPS ≥ 1)
Endpunkt Pembrolizumab Placebo
Fluoropyrimidin und Fluoropyrimidin und
Platin-Chemotherapie Platin-Chemotherapien=618 n=617
Gesamtüberleben (OS)
Anzahl (%) Patienten mit Ereignis 464 (75 %) 526 (85 %)
Median in Monaten* (95-%-KI) 13,0 (11,6; 14,2) 11,4 (10,5; 12,0)
Hazard-Ratio† (95-%-KI) 0,74 (0,65; 0,84)p-Wert‡ < 0,0001
Überleben ohne Fortscheiten der Krebserkrankung (PFS)
Anzahl (%) Patienten mit Ereignis 443 (72 %) 483 (78 %)
Median in Monaten* (95-%-KI) 6,9 (6,0; 7,2) 5,6 (5,4; 5,7)
Hazard-Ratio† (95-%-KI) 0,72 (0,63; 0,82)p-Wert‡ < 0,0001
Objektive Ansprechrate (ORR)
ORR§ % (95-%-KI) 52 % (48,1; 56,1) 43 % (38,7; 46,6)
Vollständiges Ansprechen 10 % 6 %
Partielles Ansprechen 42 % 37 %p-Wert¶ 0,00041
Dauer des Ansprechens
Median in Monaten* (Spanne) 8,3 (1,2+; 41,5+) 5,6 (1,3+; 34,2+)% mit einer Dauer ≥ 12 Monaten* 41 % 26 %
* Basierend auf einer Kaplan-Meier-Schätzung† Basierend auf dem stratifizierten Cox-Proportional-Hazardmodell‡ Einseitiger p-Wert basierend auf dem stratifizierten Log-Rank-Test§ Ansprechen: Bestes objektives Ansprechen als bestätigtes vollständiges oder partielles Ansprechen¶ Einseitiger p-Wert basierend auf der stratifizierten Methode von Miettinen und Nurminen
Abbildung 54: Kaplan-Meier-Kurve des Gesamtüberlebens nach Behandlungsarm in
KEYNOTE-859 bei Patienten mit PD-L1-Expression (CPS ≥ 1)
Behandlungsarm OS-Rate im 12. Monat OS-Rate im 24. Monat HR (95-%-KI) p-Wert
Pembro + Chemo 52 % 30 % 0,74 (0,65; 0,84) <0,0001
Chemo 46 % 18 %
Anzahl Risikopatienten Zeit in Monaten
Pembro + Chemo
Chemo
Gesamtüberleben (OS) in %
Abbildung 55: Kaplan-Meier-Kurve des Überlebens ohne Fortschreiten der
Krebserkrankung (PFS) nach Behandlungsarm in KEYNOTE-859 bei
Patienten mit PD-L1-Expression (CPS ≥ 1)
Behandlungsarm PFS-Rate im 12. Monat PFS-Rate im 24. Monat HR (95-%-KI) p-Wert
Pembro + Chemo 29 % 20 % 0,72 (0,63; 0,82) <0,0001
Chemo 18 % 8 %
Anzahl Risikopatienten Zeit in Monaten
Pembro + Chemo
Chemo
In KEYNOTE-859 wurde in beiden Armen eine Analyse bei Patienten mit PD-L1 exprimierenden
Tumoren mit einem CPS ≥ 1 bis < 10 oder CPS ≥ 10 durchgeführt (siehe Tabelle 52).
Überleben ohne Fortschreiten der Krebserkrankung(PFS) in %
Tabelle 52: Wirksamkeitsergebnisse nach PD-L1-Expression in KEYNOTE-859
Endpunkt Pembrolizumab- Chemotherapie Pembrolizumab- Chemotherapie
Kombinations- n=345 Kombinations- n=272therapie therapien=337 n=279
CPS ≥ 1 bis < 10 CPS ≥ 10
OS-HR0,83 (0,70; 0,98)* 0,65 (0,53; 0,79)†(95-%-KI)
PFS-HR0,83 (0,70; 0,99)* 0,62 (0,51; 0,76)†(95-%-KI)
ORR§ %45 % (39,7; 50,6) 42 % (37,0; 47,7) 61 % (54,6; 66,3) 43 % (37,1; 49,1)(95-%-KI)
* Hazard-Ratio (Pembrolizumab Kombinationstherapie im Vergleich zu Chemotherapie) basierend auf demunstratifizierten Cox-Proportional-Hazardmodell† Hazard-Ratio (Pembrolizumab Kombinationstherapie im Vergleich zu Chemotherapie) basierend auf dem stratifizierten
Cox-Proportional-Hazardmodell§ Ansprechen: Bestes objektives Ansprechen als bestätigtes vollständiges oder partielles Ansprechen
Biliäres Karzinom
KEYNOTE-966: Kontrollierte Studie einer Kombinationstherapie bei Patienten mit lokalfortgeschrittenem nicht resezierbarem oder metastasierendem BTC
Die Wirksamkeit von Pembrolizumab in Kombination mit Gemcitabin und Cisplatin wurde in
KEYNOTE-966, einer multizentrischen, randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studiemit 1 069 Patienten mit lokal fortgeschrittenem nicht resezierbarem oder metastasierendem BTC, dienoch keine vorherige systemische Therapie im fortgeschrittenen Krankheitsstadium erhalten hatten,untersucht. Die Patienten wurden ungeachtet des PD-L1-Tumor-Expressions-Status eingeschlossen.
Die Patienten mussten vertretbare Bilirubinspiegel im Serum haben (≤ 1,5-fachen ULN oder Bilirubindirekt ≤ ULN bei Studienteilnehmern mit Gesamtbilirubinspiegel ˃ 1,5-fachen ULN) und jede klinischrelevante biliäre Obstruktion musste vor der Randomisierung behoben werden. Patienten mit einer
Autoimmunerkrankung, die innerhalb der letzten beiden Behandlungsjahre eine systemische Therapieerforderte, oder einer Erkrankung, die eine Immunsuppression erforderte, waren von der Studieausgeschlossen. Die Randomisierung wurde nach geografischer Region (Asien vs. Nicht-Asien), lokalfortgeschritten versus metastasierend und dem Entstehungsort (Gallenblase, intrahepatisches oderextrahepatisches Cholangiokarzinom) stratifiziert.
Die Patienten wurden randomisiert (1:1) einem der beiden Behandlungsarme zugeteilt:
* Pembrolizumab 200 mg an Tag 1 plus Gemcitabin 1 000 mg/m2 und Cisplatin 25 mg/m2 an
Tag 1 und Tag 8 alle 3 Wochen
* Placebo an Tag 1 plus Gemcitabin 1 000 mg/m2 und Cisplatin 25 mg/m2 an Tag 1 und Tag 8alle 3 Wochen
Die Gabe der Studienmedikation erfolgte jeweils als intravenöse Infusion. Die Behandlung wurde biszu einem Auftreten unzumutbarer Toxizität oder bis zu einem Fortschreiten der Erkrankungfortgeführt. Die Behandlung mit Pembrolizumab wurde bis zu einem Maximum von 35 Zyklen oderbis zu einer Dauer von circa 24 Monaten durchgeführt. Die Gabe von Cisplatin konnte bis zu einem
Maximum von 8 Zyklen erfolgen und die Behandlung mit Gemcitabin konnte über 8 Zyklen hinausfortgesetzt werden. Die Bewertung des Tumorstatus erfolgte zu Studienbeginn und danach alle6 Wochen über 54 Wochen, im Anschluss daran alle 12 Wochen.
Die Studienpopulation war wie folgt charakterisiert: medianes Alter 64 Jahre (Spanne: 23 bis85 Jahre); 47 % waren 65 Jahre oder älter; 52 % waren Männer; 49 % waren kaukasischer und 46 %asiatischer Herkunft; bei 46 % bzw. 54 % lag ein ECOG-Performance-Status von 0 bzw. 1 vor; 31 %der Patienten hatten Hepatitis-B- und 3 % Hepatitis-C-Infektionen in der Vorgeschichte.
Der primäre Wirksamkeitsendpunkt war das Gesamtüberleben (OS) und zu den sekundären
Wirksamkeitsendpunkten gehörten das Überleben ohne Fortschreiten der Erkrankung (PFS), die
Objektive Ansprechrate (ORR) sowie die Dauer des Ansprechens basierend auf BICR gemäß
RECIST-v1.1-Kriterien. Die Studie zeigte in der finalen Analyse eine statistisch signifikante
Verbesserung des OS bei Patienten unter Pembrolizumab in Kombination mit Chemotherapie im
Vergleich zu Patienten unter Placebo in Kombination mit Chemotherapie. Tabelle 53 enthält eine
Zusammenfassung der entscheidenden Wirksamkeitsendpunkte und die Abbildungen 56 und 57 zeigendie Kaplan-Meier-Kurven für PFS und OS basierend auf der finalen Analyse mit einer medianen
Nachbeobachtungszeit von 11,6 Monaten (Spanne: 0,2 bis 37,5 Monate).
Tabelle 53: Wirksamkeitsergebnisse in KEYNOTE-966
Endpunkt Pembrolizumab Placebo200 mg alle 3 Wochen mit Gemcitabin/Cisplatinmit Gemcitabin/Cisplatinn=533 n=536
Gesamtüberleben (OS)
Anzahl (%) Patienten mit 414 (78 %) 443 (83 %)
Ereignis
Median in Monaten (95-%-KI) 12,7 (11,5; 13,6) 10,9 (9,9; 11,6)
Hazard-Ratio* (95-%-KI) 0,83 (0,72; 0,95)p-Wert† 0,0034
Überleben ohne
Fortschreiten der
Krebserkrankung (PFS)
Anzahl (%) Patienten mit 428 (80 %) 448 (84 %)
Ereignis
Median in Monaten (95-%-KI) 6,5 (5,7; 6,9) 5,6 (4,9; 6,5)
Hazard-Ratio* (95-%-KI) 0,87 (0,76; 0,99)p-Wert‡ 0,0171
Objektive Ansprechrate(ORR)
ORR % (95-%-KI) 29,3 % (25,4; 33,3) 28,4 % (24,6; 32,4)
Vollständiges Ansprechen 2,6 % 1,7 %
Partielles Ansprechen 26,6 % 26,7 %p-Wertα 0,3610
Dauer des Ansprechens§, ¶
Median in Monaten (Spanne) 8,3 (1,2+; 33,0+) 6,8 (1,1+; 30,0+)% mit einer Dauer 65 % 55 %≥ 6 Monaten¶% mit einer Dauer 38 % 27 %≥ 12 Monaten¶
* Basierend auf dem stratifizierten Cox-Proportional-Hazardmodell† Einseitiger p-Wert basierend auf einem stratifizierten Log-Rank-Test. Die OS-Ergebnisse entsprachen dempräspezifizierten einseitigen Signifikanzniveau von 0,0200‡ Einseitiger p-Wert basierend auf einem stratifizierten Log-Rank-Test. Die PFS-Ergebnisse entsprachen nichtdem präspezifizierten einseitigen Signifikanzniveau von 0,0125α Einseitiger p-Wert basierend auf der stratifizierten Methode von Miettinen und Nurminen. Die
ORR-Ergebnisse entsprachen nicht dem präspezifizierten einseitigen Signifikanzniveau von 0,0125§ Basierend auf Patienten mit objektivem Ansprechen als bestätigtes vollständiges Ansprechen oder partielles
Ansprechen¶ Basierend auf einer Kaplan-Meier-Schätzung
Abbildung 56: Kaplan-Meier-Kurve des Gesamtüberlebens (OS) nach Behandlungsarm in
KEYNOTE-966 (Intent-to-Treat-Population)
OS-Rate OS-Rate
Behandlungsarm im 12. Monat im 24. Monat HR (95-%-KI) p-Wert
Pembrolizumab + Chemotherapie 52 % 25 % 0,83 (0,72; 0,95) 0,0034
Placebo + Chemotherapie 44 % 18 %
Zeit in Monaten
Anzahl Risikopatienten
Pembrolizumab + Chemotherapie
Placebo + Chemotherapie
Gesamtüberleben (OS) in %
Abbildung 57: Kaplan-Meier-Kurve des Überlebens ohne Fortschreiten der
Krebserkrankung (PFS) nach Behandlungsarm in KEYNOTE-966 (Intent-to-
Treat-Population)
PFS-Rate PFS-Rate
Behandlungsarm im 6. Monat im 12. Monat HR (95-%-KI) p-Wert
Pembrolizumab + Chemotherapie 52 % 24 % 0,87 (0,76; 0,99) 0,0171
Placebo + Chemotherapie 46 % 19 %
Zeit in Monaten
Anzahl Risikopatienten
Pembrolizumab + Chemotherapie
Placebo + Chemotherapie
Ältere PatientenInsgesamt wurden hinsichtlich Sicherheit keine Unterschiede bei Patienten ≥ 75 Jahre im Vergleich zujüngeren Patienten unter Pembrolizumab-Monotherapie beobachtet. Basierend auf begrenzten
Sicherheitsdaten von Patienten ≥ 75 Jahre zeigte Pembrolizumab bei Anwendung in Kombination mit
Chemotherapie eine geringere Verträglichkeit bei Patienten ≥ 75 Jahre im Vergleich zu jüngeren
Patienten. Daten hinsichtlich Wirksamkeit bei Patienten ≥ 75 Jahre finden Sie im entsprechenden
Abschnitt der jeweiligen Indikation.
Kinder und JugendlicheIn KEYNOTE-051 wurde 161 Kindern und Jugendlichen (62 Kinder im Alter von 9 Monaten bis< 12 Jahren und 99 Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren) mit fortgeschrittenem Melanom oder
PD-L1-positiven fortgeschrittenen, rezidivierenden oder refraktären soliden Tumoren oder Lymphom
Pembrolizumab in einer Dosierung von 2 mg/kg KG alle 3 Wochen gegeben. Alle Patienten erhieltenim Median 4 Dosen (Spanne: 1-35 Dosen) Pembrolizumab, dabei erhielten 138 Patienten (85,7 %)2 oder mehr Dosen Pembrolizumab. Studienteilnehmer wurden gemäß Primärdiagnose über28 Tumorarten hinweg eingeschlossen. Die häufigsten Tumorarten nach Histologie waren Hodgkin-
Lymphom (13,7 %), Glioblastoma multiforme (9,3 %), Neuroblastom (6,2 %), Osteosarkom (6,2 %)und Melanom (5,6 %). Von den 161 eingeschlossenen Patienten hatten 137 solide Tumoren,22 Patienten hatten Hodgkin-Lymphom und 2 Patienten hatten andere Lymphomarten. Die Objektive
Ansprechrate (ORR) bei Patienten mit soliden Tumoren und anderen Lymphomarten lag bei 5,8 %,
Überleben ohne Fortschreitender Krebserkrankung (PFS) in %kein Patient hatte vollständiges Ansprechen und 8 (5,8 %) Patienten hatten partielles Ansprechen. Inder Population mit Hodgkin-Lymphom (n=22) waren die Patienten zwischen 11 und 17 Jahren zu
Studienbeginn wie folgt charakterisiert: medianes Alter 15 Jahre; 64 % waren Jungen/Männer, 68 %waren kaukasischer Herkunft, bei 77 % lag der Lansky/Karnofsky-Index bei 90-100 und bei 23 % bei70-80. 86 % der Patienten hatten zwei oder mehr vorhergehende Therapielinien und 64 % befandensich im Erkrankungsstadium-III oder höher. Bei den Kindern und Jugendlichen mit klassischem HLlag die ORR bewertet mittels BICR entsprechend der IWG-2007-Kriterien bei 54,5 %, 1 (4,5 %)
Patient zeigte vollständiges Ansprechen und 11 (50,0 %) Patienten zeigten partielles Ansprechen; die
ORR bewertet mittels Lugano-2014-Kriterien lag bei 63,6 %, 4 Patienten (18,2 %) zeigtenvollständiges Ansprechen und 10 Patienten (45,5 %) zeigten partielles Ansprechen. Die Daten ausklinischen Studien mit Melanompatienten im Kindes-/Jugendalter sind sehr begrenzt und die
Wirksamkeit wurde durch Extrapolation aus Daten von Erwachsenen ermittelt. Unter den5 Studienteilnehmern im Kindes-/Jugendalter mit fortgeschrittenem Melanom, die in KEYNOTE-051behandelt wurden, zeigte kein Patient vollständiges oder partielles Ansprechen und 1 Patient wies einestabile Erkrankung auf.
Die Europäische Arzneimittel-Agentur hat für Pembrolizumab eine Zurückstellung von der
Verpflichtung zur Vorlage von Ergebnissen zu Studien in einer oder mehreren pädiatrischen
Altersklassen in der Behandlung von Hodgkin-Lymphom gewährt (siehe Abschnitt 4.2 bzgl.
Informationen zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen).