Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels KENTERA 3.9mg / 24h transdermales pflaster
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
Kentera 3,9 mg/24 Stunden transdermales Pflaster
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Jedes transdermale Pflaster enthält 36 mg Oxybutynin. Das Pflaster ist 39 cm² groß und gibt pro24 Stunden nominal 3,9 mg Oxybutynin ab.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Transdermales Pflaster.
Das Pflaster besteht aus einem durchsichtigen Kunststoff mit einer Klebeschicht, die durch eine
Schutzfolie geschützt wird. Vor der Anwendung muss die Schutzfolie abgezogen werden.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Symptomatische Behandlung von Dranginkontinenz und/oder Pollakisurie und verstärktem
Harndrang, wie sie bei erwachsenen Patienten mit instabiler Blase auftreten können.
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
DosierungDie empfohlene Dosis ist ein 3,9 mg transdermales Pflaster, zweimal wöchentlich (alle 3 bis 4 Tage).
Ältere PersonenAufgrund von Erfahrungen aus klinischen Studien ist für diese Population in der Regel keine
Dosisanpassung erforderlich. Dennoch sollte Kentera bei älteren Patienten, die empfindlicher auf die
Wirkung zentral wirksamer Anticholinergika reagieren und Unterschiede in der Pharmakokinetikaufweisen können, mit Vorsicht angewendet werden (siehe Abschnitt 4.4).
Kinder und JugendlicheDie Sicherheit und Wirksamkeit von Kentera bei Kindern und Jugendlichen ist nicht erwiesen.
Kentera wird nicht für eine Anwendung bei Kindern und Jugendlichen empfohlen. Zurzeit vorliegende
Daten werden in Abschnitt 4.8 beschrieben; eine Dosierungsempfehlung kann jedoch nicht gegebenwerden.
Art der AnwendungDas Pflaster muss unmittelbar, nachdem es aus dem Schutzbeutel genommen wurde, auf trockene,intakte Haut auf Bauch, Hüfte oder Gesäß aufgeklebt werden. Für jedes neue Pflaster muss eine neue
Applikationsstelle verwendet werden, um zu vermeiden, dass ein Pflaster innerhalb von 7 Tagen aufdieselbe Stelle geklebt wird. Das Pflaster darf nicht zerteilt oder in Stücke geschnitten werden.
Beschädigte Pflaster dürfen nicht verwendet werden.
4.3 Kontraindikationen
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.
Kentera ist kontraindiziert bei Patienten mit Harnretention, schweren Erkrankungen des
Gastrointestinaltrakts, Myasthenia gravis oder Engwinkelglaukom und bei Patienten, die ein Risiko fürdiese Erkrankungen aufweisen.
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Kentera muss bei Patienten mit Leber- oder Nierenfunktionsstörungen mit Vorsicht angewendetwerden. Die Anwendung von Kentera bei Patienten mit Leberfunktionsstörungen muss sorgfältigüberwacht werden. Andere Ursachen für häufiges Wasserlassen (Herzinsuffizienz oder
Nierenerkrankung) sollten vor der Behandlung mit Kentera abgeklärt werden. Wenn eine
Harnwegsinfektion vorliegt, ist eine geeignete antibakterielle Therapie einzuleiten.
Harnretention: Anticholinergika müssen bei Patienten mit klinisch signifikanter Obstruktion bei der
Blasenentleerung wegen des Risikos der Harnretention mit Vorsicht angewendet werden.
Kentera sollte bei älteren Patienten, die empfindlicher auf die Wirkung zentral wirksamer
Anticholinergika reagieren und Unterschiede in der Pharmakokinetik aufweisen können, mit Vorsichtangewendet werden.
In den randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studien über 12 Wochen und der14-wöchigen Fortsetzungsstudie zur Sicherheit wurden insgesamt 496 Patienten mit Kenterabehandelt. Von diesen Patienten waren 188 (38 %) 65 Jahre oder älter und zeigten im Vergleich zujüngeren Patienten insgesamt keine Unterschiede hinsichtlich der Sicherheit oder Wirksamkeit.
Aufgrund der derzeitigen klinischen Nachweise ist bei älteren Patienten daher in der Regel keine
Dosisanpassung erforderlich.
Psychiatrische und das ZNS betreffende anticholinerge Ereignisse wie Schlafstörungen (z.B.
Schlaflosigkeit) und kognitive Störungen wurden mit der Anwendung von Oxybutynin in
Zusammenhang gebracht, insbesondere bei älteren Patienten. Es ist Vorsicht geboten, wenn
Oxybutynin gleichzeitig mit anderen anticholinergen Arzneimitteln angewendet wird (siehe auch
Abschnitt 4.5). Falls bei einem Patienten ein derartiges Ereignis auftritt, sollte das Absetzen des
Arzneimittels in Betracht gezogen werden.
Nach der Markteinführung wurden andere psychiatrische Ereignisse berichtet, die auf einenanticholinergen Mechanismus schließen lassen (siehe Abschnitt 4.8).
Die orale Gabe von Oxybutynin kann die folgenden Vorsichtsangaben rechtfertigen, wenngleich diese
Ereignisse während der klinischen Studien mit Kentera nicht beobachtet wurden:
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts: Anticholinergika können die gastrointestinale Motilitätsenken und müssen wegen des Risikos einer verzögerten Magenentleerung bei Patienten mitobstruktiven Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts sowie bei Erkrankungen wie ulzerativer Kolitisund bei intestinaler Atonie mit Vorsicht angewendet werden. Bei Patienten, die
Hiatushernien/gastroösophagealen Reflux aufweisen und/oder gleichzeitig Arzneimittel (wie zum
Beispiel Bisphosphonate) einnehmen, die eine Ösophagitis verursachen oder verschlimmern können,müssen Anticholinergika mit Vorsicht angewendet werden.
Bei Patienten, die an autonomer Neuropathie, kognitiver Beeinträchtigung oder dem Parkinson-
Syndrom leiden, sind Anticholinergika mit Vorsicht anzuwenden.
Patienten müssen darüber informiert werden, dass bei der Verwendung von Anticholinergika wie
Oxybutynin in einer besonders warmen Umgebung akute Erschöpfungszustände durch Überhitzung(Fieber und Hitzschlag wegen verminderter Schweißproduktion) auftreten können.
Oxybutynin kann die Symptome von Hyperthyreose, koronarer Herzerkrankung, kongestiver
Herzinsuffizienz, Herzrhythmusstörungen, Tachykardie, Hypertonie und Prostatahypertrophieverschlimmern.
Oxybutynin kann zu verminderter Speichelbildung führen, was Zahnkaries, Parodontose oder orale
Candidiasis zur Folge haben kann.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Die gleichzeitige Anwendung von Oxybutynin mit anderen Anticholinergika oder mit anderen
Wirkstoffen, die ebenfalls durch das CYP3A4-Enzym metabolisiert werden, kann die Häufigkeit oderdie Intensität von Mundtrockenheit, Obstipation und Schläfrigkeit steigern.
Anticholinergika können wegen ihrer Wirkung auf die gastrointestinale Motilität möglicherweise die
Resorption einiger gleichzeitig angewendeter Arzneimittel ändern. Da Oxybutynin durch das
Cytochrom-P 450 Isoenzym CYP3A4 metabolisiert wird, können Wechselwirkungen mit
Arzneimitteln, die dieses Isoenzym hemmen, nicht ausgeschlossen werden. Dies sollte bedachtwerden, wenn Azol-Antimykotika (z.B. Ketoconazol) oder Makrolid-Antibiotika (z.B. Erythromycin)gleichzeitig mit Oxybutynin angewendet werden.
Die anticholinerge Aktivität von Oxybutynin wird durch die gleichzeitige Anwendung anderer
Anticholinergika oder Arzneimittel mit anticholinerger Aktivität, wie Amantadin und andereanticholinerge Arzneimittel gegen Parkinson (z.B. Biperiden, Levodopa), Antihistaminika,
Antipsychotika (z.B. Phenothiazin, Butyrophenone, Clozapin), Chinidin, trizyklische Antidepressiva,
Atropin und verwandte Verbindungen wie atropine Spasmolytika und Dipyridamol verstärkt.
Die Patienten müssen darüber informiert werden, dass Alkohol die durch Anticholinergika wie
Oxybutynin verursachte Schläfrigkeit noch verstärken kann (siehe Abschnitt 4.7).
Oxybutynin kann prokinetischen Therapien entgegenwirken.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
SchwangerschaftBisher liegen keine hinreichenden Erfahrungen mit der Anwendung des transdermal angewendeten
Oxybutynin-Pflasters bei Schwangeren vor.
Tierexperimentelle Studien haben eine geringfügige Reproduktionstoxizität gezeigt (siehe
Abschnitt 5.3). Kentera darf während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, diesist eindeutig erforderlich.
StillzeitBei einer Anwendung von Oxybutynin während der Stillzeit wird eine kleine Menge in die
Muttermilch abgegeben. Deshalb wird die Anwendung von Oxybutynin während der Stillzeit nichtempfohlen.
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
MaschinenEs wurden keine Studien zu den Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum
Bedienen von Maschinen durchgeführt.
Da Kentera Schläfrigkeit, Somnolenz oder verschwommenes Sehen verursachen kann, müssen die
Patienten angewiesen werden, beim Führen von Fahrzeugen oder beim Bedienen von Maschinenvorsichtig zu sein (siehe Abschnitt 4.5).
4.8 Nebenwirkungen
Zusammenfassung des SicherheitsprofilsDie am häufigsten berichteten Nebenwirkungen waren Reaktionen an der Applikationsstelle, die bei23,1 % der Patienten auftraten. Andere häufig auftretende Nebenwirkungen waren Mundtrockenheit(8,6 %), Obstipation (3,9 %), Diarrhö (3,2 %), Kopfschmerzen (3,0 %), Schwindelgefühl (2,3 %) undverschwommenes Sehen (2,3 %).
Tabellarische Auflistung der NebenwirkungenNachfolgend sind die aus den klinischen Studien der Phase III und Phase IV berichteten
Nebenwirkungen geordnet nach Systemorganklasse und Häufigkeit angegeben. Die Häufigkeiten sindwie folgt definiert: sehr häufig (≥1/10), häufig (≥1/100, <1/10), gelegentlich (≥1/1.000, <1/100), selten(≥1/10.000, <1/1.000) und sehr selten (<1/10.000). Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden die
Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad angegeben. Mit aufgeführt sind auch die in denklinischen Studien nicht beobachteten, aber nach der Markteinführung gemeldeten Nebenwirkungen.
Systemorganklasse Häufigkeit Nebenwirkungen(MedDRA)
Infektionen und parasitäre Häufig Harnwegsinfektion
Erkrankungen Gelegentlich Infektion der oberen Atemwege, Pilzinfektion
Psychiatrische Gelegentlich Angst, Verwirrtheit, Nervosität, Agitiertheit,
Erkrankungen Schlaflosigkeit
Selten Panikreaktion#, Delirium#, Halluzinationen#,
Orientierungsstörung#
Erkrankungen des Häufig Kopfschmerz, Somnolenz
Nervensystems Selten Eingeschränktes Erinnerungsvermögen#,
Amnesie#, Lethargie#, Aufmerksamkeitsstörung#
Augenerkrankungen Häufig Verschwommenes Sehen
Erkrankungen des Ohrs Häufig Schwindelgefühlund des Labyrinths
Herzerkrankungen Gelegentlich Palpitationen
Gefäßerkrankungen Gelegentlich Urtikaria, Hitzewallungen
Erkrankungen der Gelegentlich R hinitis
Atemwege, des
Brustraums und
Mediastinums
Erkrankungen des Häufig Mundtrockenheit, Obstipation, Diarrhö, Übelkeit,
Gastrointestinaltrakts Bauchschmerzen
Gelegentlich Abdominales Unwohlsein, Dyspepsie
Skelettmuskulatur- und Gelegentlich Rückenschmerzen
Bindegewebserkrankungen
Erkrankungen der Nieren Gelegentlich Harnretention, Dysurieund Harnwege
Allgemeine Erkrankungen Sehr häufig Pruritus an der Applikationsstelleund Beschwerden am Häufig Erythem an der Applikationsstelle, Reaktion an
Verabreichungsort der Applikationsstelle, Ausschlag an der
Applikationsstelle
Verletzung, Vergiftung Gelegentlich Zugefügte Verletzungund durch Eingriffebedingte Komplikationen# Nebenwirkungen, die nur nach der Markteinführung gemeldet (und in klinischen Studien nichtbeobachtet) wurden, und deren Häufigkeit anhand der Sicherheitsdaten der klinischen Studiengeschätzt und die in Zusammenhang mit topischer Anwendung von Oxybutynin (Klasseneffekte der
Anticholinergika) gemeldet wurden.
Nebenwirkungen, die im Allgemeinen mit einer anticholinergen Therapie in Verbindung gebrachtwerden oder die bei der oralen Gabe von Oxybutynin, bisher allerdings nicht mit Kentera in klinischen
Studien oder nach Markteinführung, beobachtet wurden, sind: Anorexie, Erbrechen,
Refluxösophagitis, vermindertes Schwitzen, Hitzschlag, verminderter Tränenfluss, Mydriasis,
Tachykardie, Arrhythmie, Albträume, Ruhelosigkeit, Krämpfe, hoher Augeninnendruck mit
Glaukominduzierung, Paranoia, Lichtempfindlichkeit, erektile Dysfunktion.
Kinder und JugendlicheIn dieser Altersgruppe wurden während der Anwendung nach der Markteinführung in Korrelation mit
Oxybutynin Fälle von Halluzinationen (assoziiert mit Angstmanifestationen) und Schlafstörungengemeldet. Kinder reagieren möglicherweise empfindlicher auf die Wirkungen des Arzneimittels,insbesondere im Hinblick auf das ZNS betreffende und psychiatrische Nebenwirkungen.
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
Die Plasmakonzentration von Oxybutynin nimmt innerhalb von 1 bis 2 Stunden nach dem Entfernendes/der transdermalen Systems/Systeme ab. Die Patienten müssen bis zum Abklingen der Symptomeüberwacht werden. Eine Überdosierung mit Oxybutynin wurde mit anticholinergen Wirkungen in
Verbindung gebracht, darunter ZNS-Erregung, Hitzegefühl, Fieber, Dehydratation,
Herzrhythmusstörungen, Erbrechen und Harnretention. Es wurde von der oralen Einnahme von100 mg Oxybutyninchlorid in Verbindung mit Alkohol bei einem 13-jährigen Jungen berichtet, dereinen Gedächtnisverlust erlitt, und bei einer 34-jährigen Frau, die Stupor entwickelte, mit darauffolgender Desorientierung und Erregung beim Erwachen, erweiterten Pupillen, trockener Haut,
Herzrhythmusstörungen und Harnretention. Beide Patienten erholten sich bei symptomatischer
Behandlung vollständig.
Es wurden keine Fälle von Überdosierung mit Kentera berichtet.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Urologisches Spasmolytikum, ATC-Code: G04B D04.
WirkmechanismusOxybutynin wirkt auf postganglionäre Muscarinrezeptoren als kompetitiver Antagonist von
Acetylcholin, was zu einer Entspannung der glatten Blasenmuskulatur führt.
Pharmakodynamische WirkungenBei Patienten mit überaktiver Blase, die durch eine Instabilität oder Hyperreflexie des
Detrusormuskels gekennzeichnet ist, haben zystometrische Studien gezeigt, dass Oxybutynin dasmaximale Fassungsvermögen der Harnblase steigert und das Volumen bis zur ersten
Detrusorkontraktion erhöht. Oxybutynin senkt daher den Harndrang und die Frequenz von
Inkontinenzepisoden und willkürlicher Blasenentleerung.
Oxybutynin ist eine razemische (50:50) Mischung von R- und S-Isomeren. Die antimuscarinische
Aktivität ist vor allem im R-Isomer zu finden. Das R-Isomer von Oxybutynin weist eine höhere
Selektivität für die Muscarin-Subtypen M1 und M3 auf (vorwiegend im Detrusormuskel der Blase undin der Parotis), verglichen mit dem Subtyp M2 (vorwiegend im Herzgewebe). Der aktive Metabolit,
N-Desethyl-Oxybutynin, wirkt pharmakologisch ähnlich auf den menschlichen Detrusormuskel wie
Oxybutynin in In-vitro-Studien, hat aber eine stärkere Bindungsaffinität für Parotisgewebe als
Oxybutynin. Die freie Base von Oxybutynin ist pharmakologisch äquivalent zu
Oxybutyninhydrochlorid.
Klinische WirksamkeitInsgesamt wurden 957 Patienten mit Dranginkontinenz in drei kontrollierten Studien ausgewertet,wobei Kentera entweder mit Placebo, oralem Oxybutynin und/oder Tolterodin-Kapseln mit
Langzeitwirkung verglichen wurde. Der Rückgang an Inkontinenzepisoden pro Woche, die Frequenzdes Wasserlassens und das Miktionsvolumen wurden bewertet. Kentera führte bei den Symptomeneiner überaktiven Blase im Vergleich zum Placebo zu beständigen Verbesserungen.
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
ResorptionKentera hat eine Oxybutyninkonzentration, die ausreicht, um über das 3- bis 4-tägige
Dosierungsintervall einen kontinuierlichen Transport aufrecht zu erhalten. Oxybutynin wird über dieintakte Haut durch passive Diffusion über das Stratum corneum in den systemischen Kreislauftransportiert. Nach der Anwendung von Kentera steigt die Oxybutyninkonzentration im Plasma etwa24 bis 48 Stunden lang an und erreicht durchschnittliche Spitzenkonzentrationen von 3 bis 4 ng/ml.
Der Steady State wird während der zweiten Anwendung eines transdermalen Pflasters erreicht. Danachbleiben die Steady-State-Konzentrationen für bis zu 96 Stunden erhalten. Der Unterschied der AUC-und Cmax-Werte von Oxybutynin und des aktiven Metaboliten N-Desethyl-Oxybutynin nachtransdermaler Anwendung von Kentera auf entweder Bauch, Gesäß oder Hüfte ist klinisch nichtrelevant.
VerteilungOxybutynin wird nach systemischer Resorption weit im Körpergewebe verteilt. Das
Verteilungsvolumen wurde nach intravenöser Gabe von 5 mg Oxybutyninhydrochlorid auf 193 lgeschätzt.
BiotransformationOral gegebenes Oxybutynin wird primär durch die Cytochrom-P450-Enzymsysteme metabolisiert,insbesondere durch CYP3A4, das vor allem in der Leber und Darmwand gefunden wird. Unter den
Metaboliten finden sich Phenylcyclohexylglykolsäure, die pharmakologisch inaktiv ist, sowie daspharmakologisch aktive N-Desethyl-Oxybutynin. Bei transdermaler Anwendung von Oxybutynin wirdeine First-Pass-Metabolisierung im Gastrointestinaltrakt und in der Leber umgangen, wodurch die
Bildung des Metaboliten N-Desethyl eingeschränkt wird.
EliminationOxybutynin wird umfassend durch die Leber metabolisiert (siehe oben), wobei weniger als 0,1 % dergegebenen Dosis unverändert im Urin ausgeschieden wird. Ebenso werden weniger als 0,1 % dergegebenen Dosis als Metabolit N-Desethyl-Oxybutynin ausgeschieden.
5.3 Präklinische Sicherheitsdaten
Basierend auf den Studien zur akuten Toxizität, Toxizität bei wiederholter Gabe, Genotoxizität, zumkanzerogenen Potential und zur lokalen Toxizität lassen die präklinischen Daten keine besonderen
Gefahren für den Menschen erkennen. Bei einer Konzentration von 0,4 mg/kg/Tag von subkutangegebenem Oxybutynin erhöht sich zwar das Auftreten von Organanomalien signifikant, wird aber nurbei Anwesenheit von maternaler Toxizität beobachtet. Kentera gibt etwa 0,08 mg/kg/Tag ab. Dajedoch der Zusammenhang zwischen maternaler Toxizität und deren Einfluss auf die Entwicklungunbekannt ist, kann die Relevanz für die Sicherheit beim Menschen nicht beurteilt werden. In einer
Fertilitätsstudie mit subkutaner Anwendung bei Ratten wurden bei männlichen Tieren keine
Auswirkungen festgestellt, während bei weiblichen Tieren die Fruchtbarkeit beeinträchtigt war, undder NOAEL (no observed adverse effect level = Niveau, bei dem keine Nebenwirkungen beobachtetwurden) lag bei 5 mg/kg.
Beurteilung der Risiken für die Umwelt (Environmental risk assessment [ERA])Der Wirkstoff Oxybutynin persistiert in der Umwelt.
6 PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
Deckfolie
Durchsichtiges Poly(ethylenterephthalat)/Poly(ethylen-co-vinylacetat) (PET/EVA)
Mittelschicht
Triacetin
Acrylcopolymer-Klebelösung, enthält Poly[(2-ethylhexyl)acrylat-co-(hexan-1,6-diyl)bis(methacrylat)-co-1-vinyl-2-pyrrolidon]
Schutzfolie
Polyester (silikonisiert)
6.2 Inkompatibilitäten
6.3 Haltbarkeit
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Nicht im Kühlschrank lagern oder einfrieren.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
Die transdermalen Pflaster sind einzeln in Verbundbeuteln aus
Polyamid/Polyethylen/Aluminium/Polyethylenterephthalat/Papier verpackt und werden in Patienten-
Kalender-Schachteln zu 2, 8 oder 24 Pflastern angeboten.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
HandhabungNach Entnahme aus dem Schutzbeutel sofort aufkleben. Nach dem Gebrauch enthält das Pflasternoch bedeutende Mengen des Wirkstoffs. Der restliche Wirkstoff im Pflaster kann sich schädlich aufdie Umwelt auswirken, wenn er ins Wasser gelangt. Deshalb sollte das gebrauchte Pflaster nach dem
Entfernen in der Mitte gefaltet werden (klebrige Seiten aufeinander), so dass die den Wirkstoffabgebende Membran nicht nach außen gewandt ist, anschließend in den Originalbeutel gegeben unddann für Kinder unzugänglich entsorgt werden. Alle gebrauchten oder nicht benutzten Pflaster sindentsprechend den nationalen Anforderungen zu beseitigen oder der Apotheke zurückzugeben.
Gebrauchte Pflaster nicht in die Toilette werfen oder in Entsorgungssysteme für flüssige Abfällegelangen lassen.
Durch Aktivitäten, die zu übermäßigem Schwitzen führen können, oder durch Einwirkung von
Wasser oder extremen Temperaturen kann es zu Haftproblemen kommen. Das Pflaster nicht der
Sonne aussetzen.
7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS
Teva B.V.
Swensweg 52031 GA Haarlem
Niederlande
8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)
EU/1/03/270/001 8 transdermale Pflaster
EU/1/03/270/002 24 transdermale Pflaster
EU/1/03/270/003 2 transdermale Pflaster
9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 15. Juni 2004
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 30. April 2009
10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur https://www.ema.europa.eu verfügbar.