KENTERA 3.9mg / 24h transdermales pflaster merkblatt medikamente

G04BD04 Oxybutynin • UROGENITALSYSTEM UND SEXUALHORMONE | UROLOGIKA | Mittel bei häufiger Blasenentleerung und Harninkontinenz

Oxybutynin ist ein Medikament zur Behandlung einer überaktiven Blase und anderer Harnwegserkrankungen, die mit einer Instabilität des Detrusormuskels verbunden sind. Es gehört zur Klasse der Anticholinergika und wirkt, indem es die Blasenmuskulatur entspannt, wodurch unwillkürliche Kontraktionen und die Häufigkeit des Harndrangs reduziert werden.

Es wird zur Linderung von Symptomen wie häufigem Wasserlassen, Harninkontinenz und dringendem Harndrang eingesetzt. Oxybutynin ist in Tablettenform, als transdermale Pflaster oder als orale Lösung erhältlich, wobei die Dosierung an die Bedürfnisse des Patienten angepasst wird.

Häufige Nebenwirkungen sind Mundtrockenheit, Verstopfung, Schläfrigkeit, Schwindel und verschwommenes Sehen. In seltenen Fällen können Verwirrtheit oder allergische Reaktionen auftreten. Es ist wichtig, Oxybutynin gemäß den Anweisungen des Arztes einzunehmen, und Patienten mit Glaukom, gastrointestinalen Obstruktionen oder anderen Erkrankungen sollten ihren Arzt vor der Anwendung informieren.

Allgemeine Daten zu KENTERA 3.9mg / 24h

Substanz: Oxybutynin

Datum der letzten Medikamentenliste: 01-07-2013

Handelsgesetzbuch: W51531003

Konzentration: 3.9mg / 24h

Pharmazeutisches Formblatt: transdermales pflaster

Quantität: 2

Produktart: original

Rezeptbeschränkungen: P-RF - Arzneimittelrezept, das in der Apotheke aufbewahrt wird (nicht verlängerbar).

Marketing autorisation

Zulassungshersteller: NICOBRAND LIMITED - IRLANDA

Zulassungsinhaber: NICOBRAND LIMITED - IRLANDA

Zulassungsnummer: 270/2004/03

Haltbarkeit: 2 Jahre

Darreichungsformen erhältlich für Oxybutynin

Verfügbare Konzentrationen für Oxybutynin

3.9mg/24h, 5mg

Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels KENTERA 3.9mg / 24h transdermales pflaster

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Kentera 3,9 mg/24 Stunden transdermales Pflaster

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Jedes transdermale Pflaster enthält 36 mg Oxybutynin. Das Pflaster ist 39 cm² groß und gibt pro24 Stunden nominal 3,9 mg Oxybutynin ab.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Transdermales Pflaster.

Das Pflaster besteht aus einem durchsichtigen Kunststoff mit einer Klebeschicht, die durch eine

Schutzfolie geschützt wird. Vor der Anwendung muss die Schutzfolie abgezogen werden.

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

Symptomatische Behandlung von Dranginkontinenz und/oder Pollakisurie und verstärktem

Harndrang, wie sie bei erwachsenen Patienten mit instabiler Blase auftreten können.

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Die empfohlene Dosis ist ein 3,9 mg transdermales Pflaster, zweimal wöchentlich (alle 3 bis 4 Tage).

Ältere Personen

Aufgrund von Erfahrungen aus klinischen Studien ist für diese Population in der Regel keine

Dosisanpassung erforderlich. Dennoch sollte Kentera bei älteren Patienten, die empfindlicher auf die

Wirkung zentral wirksamer Anticholinergika reagieren und Unterschiede in der Pharmakokinetikaufweisen können, mit Vorsicht angewendet werden (siehe Abschnitt 4.4).

Kinder und Jugendliche

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Kentera bei Kindern und Jugendlichen ist nicht erwiesen.

Kentera wird nicht für eine Anwendung bei Kindern und Jugendlichen empfohlen. Zurzeit vorliegende

Daten werden in Abschnitt 4.8 beschrieben; eine Dosierungsempfehlung kann jedoch nicht gegebenwerden.

Art der Anwendung

Das Pflaster muss unmittelbar, nachdem es aus dem Schutzbeutel genommen wurde, auf trockene,intakte Haut auf Bauch, Hüfte oder Gesäß aufgeklebt werden. Für jedes neue Pflaster muss eine neue

Applikationsstelle verwendet werden, um zu vermeiden, dass ein Pflaster innerhalb von 7 Tagen aufdieselbe Stelle geklebt wird. Das Pflaster darf nicht zerteilt oder in Stücke geschnitten werden.

Beschädigte Pflaster dürfen nicht verwendet werden.

4.3 Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen

Bestandteile.

Kentera ist kontraindiziert bei Patienten mit Harnretention, schweren Erkrankungen des

Gastrointestinaltrakts, Myasthenia gravis oder Engwinkelglaukom und bei Patienten, die ein Risiko fürdiese Erkrankungen aufweisen.

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Kentera muss bei Patienten mit Leber- oder Nierenfunktionsstörungen mit Vorsicht angewendetwerden. Die Anwendung von Kentera bei Patienten mit Leberfunktionsstörungen muss sorgfältigüberwacht werden. Andere Ursachen für häufiges Wasserlassen (Herzinsuffizienz oder

Nierenerkrankung) sollten vor der Behandlung mit Kentera abgeklärt werden. Wenn eine

Harnwegsinfektion vorliegt, ist eine geeignete antibakterielle Therapie einzuleiten.

Harnretention: Anticholinergika müssen bei Patienten mit klinisch signifikanter Obstruktion bei der

Blasenentleerung wegen des Risikos der Harnretention mit Vorsicht angewendet werden.

Kentera sollte bei älteren Patienten, die empfindlicher auf die Wirkung zentral wirksamer

Anticholinergika reagieren und Unterschiede in der Pharmakokinetik aufweisen können, mit Vorsichtangewendet werden.

In den randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studien über 12 Wochen und der14-wöchigen Fortsetzungsstudie zur Sicherheit wurden insgesamt 496 Patienten mit Kenterabehandelt. Von diesen Patienten waren 188 (38 %) 65 Jahre oder älter und zeigten im Vergleich zujüngeren Patienten insgesamt keine Unterschiede hinsichtlich der Sicherheit oder Wirksamkeit.

Aufgrund der derzeitigen klinischen Nachweise ist bei älteren Patienten daher in der Regel keine

Dosisanpassung erforderlich.

Psychiatrische und das ZNS betreffende anticholinerge Ereignisse wie Schlafstörungen (z.B.

Schlaflosigkeit) und kognitive Störungen wurden mit der Anwendung von Oxybutynin in

Zusammenhang gebracht, insbesondere bei älteren Patienten. Es ist Vorsicht geboten, wenn

Oxybutynin gleichzeitig mit anderen anticholinergen Arzneimitteln angewendet wird (siehe auch

Abschnitt 4.5). Falls bei einem Patienten ein derartiges Ereignis auftritt, sollte das Absetzen des

Arzneimittels in Betracht gezogen werden.

Nach der Markteinführung wurden andere psychiatrische Ereignisse berichtet, die auf einenanticholinergen Mechanismus schließen lassen (siehe Abschnitt 4.8).

Die orale Gabe von Oxybutynin kann die folgenden Vorsichtsangaben rechtfertigen, wenngleich diese

Ereignisse während der klinischen Studien mit Kentera nicht beobachtet wurden:

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts: Anticholinergika können die gastrointestinale Motilitätsenken und müssen wegen des Risikos einer verzögerten Magenentleerung bei Patienten mitobstruktiven Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts sowie bei Erkrankungen wie ulzerativer Kolitisund bei intestinaler Atonie mit Vorsicht angewendet werden. Bei Patienten, die

Hiatushernien/gastroösophagealen Reflux aufweisen und/oder gleichzeitig Arzneimittel (wie zum

Beispiel Bisphosphonate) einnehmen, die eine Ösophagitis verursachen oder verschlimmern können,müssen Anticholinergika mit Vorsicht angewendet werden.

Bei Patienten, die an autonomer Neuropathie, kognitiver Beeinträchtigung oder dem Parkinson-

Syndrom leiden, sind Anticholinergika mit Vorsicht anzuwenden.

Patienten müssen darüber informiert werden, dass bei der Verwendung von Anticholinergika wie

Oxybutynin in einer besonders warmen Umgebung akute Erschöpfungszustände durch Überhitzung(Fieber und Hitzschlag wegen verminderter Schweißproduktion) auftreten können.

Oxybutynin kann die Symptome von Hyperthyreose, koronarer Herzerkrankung, kongestiver

Herzinsuffizienz, Herzrhythmusstörungen, Tachykardie, Hypertonie und Prostatahypertrophieverschlimmern.

Oxybutynin kann zu verminderter Speichelbildung führen, was Zahnkaries, Parodontose oder orale

Candidiasis zur Folge haben kann.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Die gleichzeitige Anwendung von Oxybutynin mit anderen Anticholinergika oder mit anderen

Wirkstoffen, die ebenfalls durch das CYP3A4-Enzym metabolisiert werden, kann die Häufigkeit oderdie Intensität von Mundtrockenheit, Obstipation und Schläfrigkeit steigern.

Anticholinergika können wegen ihrer Wirkung auf die gastrointestinale Motilität möglicherweise die

Resorption einiger gleichzeitig angewendeter Arzneimittel ändern. Da Oxybutynin durch das

Cytochrom-P 450 Isoenzym CYP3A4 metabolisiert wird, können Wechselwirkungen mit

Arzneimitteln, die dieses Isoenzym hemmen, nicht ausgeschlossen werden. Dies sollte bedachtwerden, wenn Azol-Antimykotika (z.B. Ketoconazol) oder Makrolid-Antibiotika (z.B. Erythromycin)gleichzeitig mit Oxybutynin angewendet werden.

Die anticholinerge Aktivität von Oxybutynin wird durch die gleichzeitige Anwendung anderer

Anticholinergika oder Arzneimittel mit anticholinerger Aktivität, wie Amantadin und andereanticholinerge Arzneimittel gegen Parkinson (z.B. Biperiden, Levodopa), Antihistaminika,

Antipsychotika (z.B. Phenothiazin, Butyrophenone, Clozapin), Chinidin, trizyklische Antidepressiva,

Atropin und verwandte Verbindungen wie atropine Spasmolytika und Dipyridamol verstärkt.

Die Patienten müssen darüber informiert werden, dass Alkohol die durch Anticholinergika wie

Oxybutynin verursachte Schläfrigkeit noch verstärken kann (siehe Abschnitt 4.7).

Oxybutynin kann prokinetischen Therapien entgegenwirken.

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Bisher liegen keine hinreichenden Erfahrungen mit der Anwendung des transdermal angewendeten

Oxybutynin-Pflasters bei Schwangeren vor.

Tierexperimentelle Studien haben eine geringfügige Reproduktionstoxizität gezeigt (siehe

Abschnitt 5.3). Kentera darf während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, diesist eindeutig erforderlich.

Stillzeit

Bei einer Anwendung von Oxybutynin während der Stillzeit wird eine kleine Menge in die

Muttermilch abgegeben. Deshalb wird die Anwendung von Oxybutynin während der Stillzeit nichtempfohlen.

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Maschinen

Es wurden keine Studien zu den Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum

Bedienen von Maschinen durchgeführt.

Da Kentera Schläfrigkeit, Somnolenz oder verschwommenes Sehen verursachen kann, müssen die

Patienten angewiesen werden, beim Führen von Fahrzeugen oder beim Bedienen von Maschinenvorsichtig zu sein (siehe Abschnitt 4.5).

4.8 Nebenwirkungen

Zusammenfassung des Sicherheitsprofils

Die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen waren Reaktionen an der Applikationsstelle, die bei23,1 % der Patienten auftraten. Andere häufig auftretende Nebenwirkungen waren Mundtrockenheit(8,6 %), Obstipation (3,9 %), Diarrhö (3,2 %), Kopfschmerzen (3,0 %), Schwindelgefühl (2,3 %) undverschwommenes Sehen (2,3 %).

Tabellarische Auflistung der Nebenwirkungen

Nachfolgend sind die aus den klinischen Studien der Phase III und Phase IV berichteten

Nebenwirkungen geordnet nach Systemorganklasse und Häufigkeit angegeben. Die Häufigkeiten sindwie folgt definiert: sehr häufig (≥1/10), häufig (≥1/100, <1/10), gelegentlich (≥1/1.000, <1/100), selten(≥1/10.000, <1/1.000) und sehr selten (<1/10.000). Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden die

Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad angegeben. Mit aufgeführt sind auch die in denklinischen Studien nicht beobachteten, aber nach der Markteinführung gemeldeten Nebenwirkungen.

Systemorganklasse Häufigkeit Nebenwirkungen(MedDRA)

Infektionen und parasitäre Häufig Harnwegsinfektion

Erkrankungen Gelegentlich Infektion der oberen Atemwege, Pilzinfektion

Psychiatrische Gelegentlich Angst, Verwirrtheit, Nervosität, Agitiertheit,

Erkrankungen Schlaflosigkeit

Selten Panikreaktion#, Delirium#, Halluzinationen#,

Orientierungsstörung#

Erkrankungen des Häufig Kopfschmerz, Somnolenz

Nervensystems Selten Eingeschränktes Erinnerungsvermögen#,

Amnesie#, Lethargie#, Aufmerksamkeitsstörung#

Augenerkrankungen Häufig Verschwommenes Sehen

Erkrankungen des Ohrs Häufig Schwindelgefühlund des Labyrinths

Herzerkrankungen Gelegentlich Palpitationen

Gefäßerkrankungen Gelegentlich Urtikaria, Hitzewallungen

Erkrankungen der Gelegentlich R hinitis

Atemwege, des

Brustraums und

Mediastinums

Erkrankungen des Häufig Mundtrockenheit, Obstipation, Diarrhö, Übelkeit,

Gastrointestinaltrakts Bauchschmerzen

Gelegentlich Abdominales Unwohlsein, Dyspepsie

Skelettmuskulatur- und Gelegentlich Rückenschmerzen

Bindegewebserkrankungen

Erkrankungen der Nieren Gelegentlich Harnretention, Dysurieund Harnwege

Allgemeine Erkrankungen Sehr häufig Pruritus an der Applikationsstelleund Beschwerden am Häufig Erythem an der Applikationsstelle, Reaktion an

Verabreichungsort der Applikationsstelle, Ausschlag an der

Applikationsstelle

Verletzung, Vergiftung Gelegentlich Zugefügte Verletzungund durch Eingriffebedingte Komplikationen# Nebenwirkungen, die nur nach der Markteinführung gemeldet (und in klinischen Studien nichtbeobachtet) wurden, und deren Häufigkeit anhand der Sicherheitsdaten der klinischen Studiengeschätzt und die in Zusammenhang mit topischer Anwendung von Oxybutynin (Klasseneffekte der

Anticholinergika) gemeldet wurden.

Nebenwirkungen, die im Allgemeinen mit einer anticholinergen Therapie in Verbindung gebrachtwerden oder die bei der oralen Gabe von Oxybutynin, bisher allerdings nicht mit Kentera in klinischen

Studien oder nach Markteinführung, beobachtet wurden, sind: Anorexie, Erbrechen,

Refluxösophagitis, vermindertes Schwitzen, Hitzschlag, verminderter Tränenfluss, Mydriasis,

Tachykardie, Arrhythmie, Albträume, Ruhelosigkeit, Krämpfe, hoher Augeninnendruck mit

Glaukominduzierung, Paranoia, Lichtempfindlichkeit, erektile Dysfunktion.

Kinder und Jugendliche

In dieser Altersgruppe wurden während der Anwendung nach der Markteinführung in Korrelation mit

Oxybutynin Fälle von Halluzinationen (assoziiert mit Angstmanifestationen) und Schlafstörungengemeldet. Kinder reagieren möglicherweise empfindlicher auf die Wirkungen des Arzneimittels,insbesondere im Hinblick auf das ZNS betreffende und psychiatrische Nebenwirkungen.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.

4.9 Überdosierung

Die Plasmakonzentration von Oxybutynin nimmt innerhalb von 1 bis 2 Stunden nach dem Entfernendes/der transdermalen Systems/Systeme ab. Die Patienten müssen bis zum Abklingen der Symptomeüberwacht werden. Eine Überdosierung mit Oxybutynin wurde mit anticholinergen Wirkungen in

Verbindung gebracht, darunter ZNS-Erregung, Hitzegefühl, Fieber, Dehydratation,

Herzrhythmusstörungen, Erbrechen und Harnretention. Es wurde von der oralen Einnahme von100 mg Oxybutyninchlorid in Verbindung mit Alkohol bei einem 13-jährigen Jungen berichtet, dereinen Gedächtnisverlust erlitt, und bei einer 34-jährigen Frau, die Stupor entwickelte, mit darauffolgender Desorientierung und Erregung beim Erwachen, erweiterten Pupillen, trockener Haut,

Herzrhythmusstörungen und Harnretention. Beide Patienten erholten sich bei symptomatischer

Behandlung vollständig.

Es wurden keine Fälle von Überdosierung mit Kentera berichtet.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Urologisches Spasmolytikum, ATC-Code: G04B D04.

Wirkmechanismus

Oxybutynin wirkt auf postganglionäre Muscarinrezeptoren als kompetitiver Antagonist von

Acetylcholin, was zu einer Entspannung der glatten Blasenmuskulatur führt.

Pharmakodynamische Wirkungen

Bei Patienten mit überaktiver Blase, die durch eine Instabilität oder Hyperreflexie des

Detrusormuskels gekennzeichnet ist, haben zystometrische Studien gezeigt, dass Oxybutynin dasmaximale Fassungsvermögen der Harnblase steigert und das Volumen bis zur ersten

Detrusorkontraktion erhöht. Oxybutynin senkt daher den Harndrang und die Frequenz von

Inkontinenzepisoden und willkürlicher Blasenentleerung.

Oxybutynin ist eine razemische (50:50) Mischung von R- und S-Isomeren. Die antimuscarinische

Aktivität ist vor allem im R-Isomer zu finden. Das R-Isomer von Oxybutynin weist eine höhere

Selektivität für die Muscarin-Subtypen M1 und M3 auf (vorwiegend im Detrusormuskel der Blase undin der Parotis), verglichen mit dem Subtyp M2 (vorwiegend im Herzgewebe). Der aktive Metabolit,

N-Desethyl-Oxybutynin, wirkt pharmakologisch ähnlich auf den menschlichen Detrusormuskel wie

Oxybutynin in In-vitro-Studien, hat aber eine stärkere Bindungsaffinität für Parotisgewebe als

Oxybutynin. Die freie Base von Oxybutynin ist pharmakologisch äquivalent zu

Oxybutyninhydrochlorid.

Klinische Wirksamkeit

Insgesamt wurden 957 Patienten mit Dranginkontinenz in drei kontrollierten Studien ausgewertet,wobei Kentera entweder mit Placebo, oralem Oxybutynin und/oder Tolterodin-Kapseln mit

Langzeitwirkung verglichen wurde. Der Rückgang an Inkontinenzepisoden pro Woche, die Frequenzdes Wasserlassens und das Miktionsvolumen wurden bewertet. Kentera führte bei den Symptomeneiner überaktiven Blase im Vergleich zum Placebo zu beständigen Verbesserungen.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption

Kentera hat eine Oxybutyninkonzentration, die ausreicht, um über das 3- bis 4-tägige

Dosierungsintervall einen kontinuierlichen Transport aufrecht zu erhalten. Oxybutynin wird über dieintakte Haut durch passive Diffusion über das Stratum corneum in den systemischen Kreislauftransportiert. Nach der Anwendung von Kentera steigt die Oxybutyninkonzentration im Plasma etwa24 bis 48 Stunden lang an und erreicht durchschnittliche Spitzenkonzentrationen von 3 bis 4 ng/ml.

Der Steady State wird während der zweiten Anwendung eines transdermalen Pflasters erreicht. Danachbleiben die Steady-State-Konzentrationen für bis zu 96 Stunden erhalten. Der Unterschied der AUC-und Cmax-Werte von Oxybutynin und des aktiven Metaboliten N-Desethyl-Oxybutynin nachtransdermaler Anwendung von Kentera auf entweder Bauch, Gesäß oder Hüfte ist klinisch nichtrelevant.

Verteilung

Oxybutynin wird nach systemischer Resorption weit im Körpergewebe verteilt. Das

Verteilungsvolumen wurde nach intravenöser Gabe von 5 mg Oxybutyninhydrochlorid auf 193 lgeschätzt.

Biotransformation

Oral gegebenes Oxybutynin wird primär durch die Cytochrom-P450-Enzymsysteme metabolisiert,insbesondere durch CYP3A4, das vor allem in der Leber und Darmwand gefunden wird. Unter den

Metaboliten finden sich Phenylcyclohexylglykolsäure, die pharmakologisch inaktiv ist, sowie daspharmakologisch aktive N-Desethyl-Oxybutynin. Bei transdermaler Anwendung von Oxybutynin wirdeine First-Pass-Metabolisierung im Gastrointestinaltrakt und in der Leber umgangen, wodurch die

Bildung des Metaboliten N-Desethyl eingeschränkt wird.

Elimination

Oxybutynin wird umfassend durch die Leber metabolisiert (siehe oben), wobei weniger als 0,1 % dergegebenen Dosis unverändert im Urin ausgeschieden wird. Ebenso werden weniger als 0,1 % dergegebenen Dosis als Metabolit N-Desethyl-Oxybutynin ausgeschieden.

5.3 Präklinische Sicherheitsdaten

Basierend auf den Studien zur akuten Toxizität, Toxizität bei wiederholter Gabe, Genotoxizität, zumkanzerogenen Potential und zur lokalen Toxizität lassen die präklinischen Daten keine besonderen

Gefahren für den Menschen erkennen. Bei einer Konzentration von 0,4 mg/kg/Tag von subkutangegebenem Oxybutynin erhöht sich zwar das Auftreten von Organanomalien signifikant, wird aber nurbei Anwesenheit von maternaler Toxizität beobachtet. Kentera gibt etwa 0,08 mg/kg/Tag ab. Dajedoch der Zusammenhang zwischen maternaler Toxizität und deren Einfluss auf die Entwicklungunbekannt ist, kann die Relevanz für die Sicherheit beim Menschen nicht beurteilt werden. In einer

Fertilitätsstudie mit subkutaner Anwendung bei Ratten wurden bei männlichen Tieren keine

Auswirkungen festgestellt, während bei weiblichen Tieren die Fruchtbarkeit beeinträchtigt war, undder NOAEL (no observed adverse effect level = Niveau, bei dem keine Nebenwirkungen beobachtetwurden) lag bei 5 mg/kg.

Beurteilung der Risiken für die Umwelt (Environmental risk assessment [ERA])

Der Wirkstoff Oxybutynin persistiert in der Umwelt.

6 PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Deckfolie

Durchsichtiges Poly(ethylenterephthalat)/Poly(ethylen-co-vinylacetat) (PET/EVA)

Mittelschicht

Triacetin

Acrylcopolymer-Klebelösung, enthält Poly[(2-ethylhexyl)acrylat-co-(hexan-1,6-diyl)bis(methacrylat)-co-1-vinyl-2-pyrrolidon]

Schutzfolie

Polyester (silikonisiert)

6.2 Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3 Haltbarkeit

3 Jahre.

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht im Kühlschrank lagern oder einfrieren.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

Die transdermalen Pflaster sind einzeln in Verbundbeuteln aus

Polyamid/Polyethylen/Aluminium/Polyethylenterephthalat/Papier verpackt und werden in Patienten-

Kalender-Schachteln zu 2, 8 oder 24 Pflastern angeboten.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung

Handhabung

Nach Entnahme aus dem Schutzbeutel sofort aufkleben. Nach dem Gebrauch enthält das Pflasternoch bedeutende Mengen des Wirkstoffs. Der restliche Wirkstoff im Pflaster kann sich schädlich aufdie Umwelt auswirken, wenn er ins Wasser gelangt. Deshalb sollte das gebrauchte Pflaster nach dem

Entfernen in der Mitte gefaltet werden (klebrige Seiten aufeinander), so dass die den Wirkstoffabgebende Membran nicht nach außen gewandt ist, anschließend in den Originalbeutel gegeben unddann für Kinder unzugänglich entsorgt werden. Alle gebrauchten oder nicht benutzten Pflaster sindentsprechend den nationalen Anforderungen zu beseitigen oder der Apotheke zurückzugeben.

Gebrauchte Pflaster nicht in die Toilette werfen oder in Entsorgungssysteme für flüssige Abfällegelangen lassen.

Durch Aktivitäten, die zu übermäßigem Schwitzen führen können, oder durch Einwirkung von

Wasser oder extremen Temperaturen kann es zu Haftproblemen kommen. Das Pflaster nicht der

Sonne aussetzen.

7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS

Teva B.V.

Swensweg 52031 GA Haarlem

Niederlande

8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)

EU/1/03/270/001 8 transdermale Pflaster

EU/1/03/270/002 24 transdermale Pflaster

EU/1/03/270/003 2 transdermale Pflaster

9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG

ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 15. Juni 2004

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 30. April 2009

10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs

Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen

Arzneimittel-Agentur https://www.ema.europa.eu verfügbar.