Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels KANJINTI 420mg pulver zur herstellung einer konzentrat-infusionslösung
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
KANJINTI 150 mg Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung
KANJINTI 420 mg Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
KANJINTI 150 mg Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung
Eine Durchstechflasche enthält 150 mg Trastuzumab, einen humanisierten monoklonalen
IgG1-Antikörper, der aus einer Suspensionskultur von Säugetierzellen (Ovarialzellen des chinesischen
Hamsters) hergestellt und durch eine Affinitäts- und Ionenaustauschchromatographie, die spezifischevirale Inaktivierungs- und Entfernungsprozesse beinhaltet, gereinigt wird.
KANJINTI 420 mg Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung
Eine Durchstechflasche enthält 420 mg Trastuzumab, einen humanisierten monoklonalen
IgG1-Antikörper, der aus einer Suspensionskultur von Säugetierzellen (Ovarialzellen des chinesischen
Hamsters) hergestellt und durch eine Affinitäts- und Ionenaustauschchromatographie, die spezifischevirale Inaktivierungs- und Entfernungsprozesse beinhaltet, gereinigt wird.
Die rekonstituierte Lösung mit KANJINTI enthält 21 mg/ml Trastuzumab.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung.
Weißes bis schwach gelbes lyophilisiertes Pulver.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
BrustkrebsMetastasierter BrustkrebsKANJINTI ist zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit HER2-positivem metastasiertem
Brustkrebs (metastatic breast cancer - MBC) indiziert:
- als Monotherapie zur Behandlung von Patienten, die mindestens zwei Chemotherapieregimegegen ihre metastasierte Erkrankung erhalten haben. Die vorangegangene Chemotherapie mussmindestens ein Anthrazyklin und ein Taxan enthalten haben, es sei denn, diese Behandlung istfür die Patienten nicht geeignet. Bei Patienten mit positivem Hormonrezeptor-Status muss eine
Hormonbehandlung erfolglos gewesen sein, es sei denn, diese Behandlung ist für die Patientennicht geeignet.
- in Kombination mit Paclitaxel zur Behandlung von Patienten, die noch keine Chemotherapiegegen ihre metastasierte Erkrankung erhalten haben und für die ein Anthrazyklin ungeeignet ist.
- in Kombination mit Docetaxel zur Behandlung von Patienten, die noch keine Chemotherapiegegen ihre metastasierte Erkrankung erhalten haben.
- in Kombination mit einem Aromatasehemmer zur Behandlung von postmenopausalen Patientenmit Hormonrezeptor-positivem MBC, die noch nicht mit Trastuzumab behandelt wurden.
Brustkrebs im FrühstadiumKANJINTI ist zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit HER2-positivem Brustkrebs im
Frühstadium (early breast cancer - EBC) indiziert:
- nach einer Operation, Chemotherapie (neoadjuvant oder adjuvant) und Strahlentherapie (soweitzutreffend) (siehe Abschnitt 5.1).
- nach adjuvanter Chemotherapie mit Doxorubicin und Cyclophosphamid, in Kombination mit
Paclitaxel oder Docetaxel.
- in Kombination mit adjuvanter Chemotherapie mit Docetaxel und Carboplatin.
- in Kombination mit neoadjuvanter Chemotherapie, gefolgt von adjuvanter Therapie mit
KANJINTI, bei lokal fortgeschrittenem (einschließlich entzündlichem) Brustkrebs oder
Tumoren > 2 cm im Durchmesser (siehe Abschnitte 4.4 und 5.1).
KANJINTI ist nur bei Patienten mit metastasiertem Brustkrebs oder Brustkrebs im Frühstadiumanzuwenden, deren Tumoren entweder eine HER2-Überexpression oder eine HER2-Genamplifikationaufweisen, die durch eine genaue und validierte Untersuchung ermittelt wurde (siehe Abschnitte 4.4und 5.1).
Metastasiertes MagenkarzinomKANJINTI ist in Kombination mit Capecitabin oder 5-Fluorouracil und Cisplatin indiziert zur
Behandlung von erwachsenen Patienten mit HER2-positivem metastasiertem Adenokarzinom des
Magens oder des gastroösophagealen Übergangs, die bisher keine Krebstherapie gegen ihremetastasierte Erkrankung erhalten haben.
KANJINTI ist nur bei Patienten mit metastasiertem Magenkarzinom (metastatic gastric cancer -
MGC) anzuwenden, deren Tumoren eine HER2-Überexpression, definiert durch ein IHC2+ und einbestätigendes SISH- oder FISH-Ergebnis oder durch ein IHC3+ Ergebnis, aufweisen. Hierfür solltengenaue und validierte Untersuchungsmethoden angewendet werden (siehe Abschnitte 4.4 und 5.1).
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
Der HER2-Test ist obligatorisch vor Beginn der Therapie durchzuführen (siehe Abschnitte 4.4 und5.1). Eine Therapie mit KANJINTI soll nur von einem Arzt eingeleitet werden, der Erfahrungen in der
Anwendung zytotoxischer Chemotherapie besitzt (siehe Abschnitt 4.4), und soll nur vonmedizinischem Fachpersonal verabreicht werden.
Die intravenöse Darreichungsform von KANJINTI ist nicht zur subkutanen Verabreichung vorgesehenund sollte nur als intravenöse Infusion angewendet werden.
Um Behandlungsfehler zu vermeiden, ist es wichtig, die Etiketten der Durchstechflaschen zuüberprüfen, um sicherzustellen, dass es sich bei dem Arzneimittel, das zubereitet und verabreichtwerden soll, um KANJINTI (Trastuzumab) und nicht um ein anderes Arzneimittel, das Trastuzumabenthält (z. B. Trastuzumab Emtansin oder Trastuzumab Deruxtecan), handelt.
DosierungMetastasierter Brustkrebs3-wöchentliche Anwendung
Die empfohlene Initialdosis beträgt 8 mg/kg Körpergewicht. Die empfohlene Erhaltungsdosis bei3-wöchentlichen Intervallen beträgt 6 mg/kg Körpergewicht, beginnend 3 Wochen nach der
Initialdosis.
Wöchentliche AnwendungDie empfohlene Initialdosis KANJINTI beträgt 4 mg/kg Körpergewicht. Die empfohlenewöchentliche Erhaltungsdosis KANJINTI beträgt 2 mg/kg Körpergewicht, beginnend eine Wochenach der Initialdosis.
Anwendung in Kombination mit Paclitaxel oder DocetaxelIn den Hauptstudien (H0648g, M77001) wurden Paclitaxel oder Docetaxel einen Tag nach der
Initialdosis von Trastuzumab und dann sofort nach den folgenden Dosen Trastuzumab verabreicht,wenn die vorausgehende Dosis Trastuzumab gut vertragen wurde (zur Dosierung siehe
Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels [Summary of Product Characteristics - SmPC]von Paclitaxel oder Docetaxel).
Anwendung in Kombination mit einem AromatasehemmerIn der Hauptstudie (BO16216) wurden Trastuzumab und Anastrozol von Tag 1 an verabreicht. Es gabkeine Einschränkungen bei der Verabreichung bezüglich der relativen Terminierung von Trastuzumabund Anastrozol (zur Dosierung siehe SmPC von Anastrozol oder anderen Aromatasehemmern).
Brustkrebs im Frühstadium3-wöchentliche und wöchentliche Anwendung
Bei der 3-wöchentlichen Anwendung beträgt die empfohlene Initialdosis KANJINTI 8 mg/kg
Körpergewicht. Die empfohlene Erhaltungsdosis KANJINTI bei 3-wöchentlichen Intervallen beträgt6 mg/kg Körpergewicht und wird 3 Wochen nach der Initialdosis begonnen.
Bei der wöchentlichen Anwendung in Kombination mit Paclitaxel, nach Chemotherapie mit
Doxorubicin und Cyclophosphamid, beträgt die Initialdosis 4 mg/kg, gefolgt von 2 mg/kg jede Woche.
Siehe Abschnitt 5.1 zu Dosierungen bei kombinierter Chemotherapie.
Metastasiertes Magenkarzinom3-wöchentliche Anwendung
Die empfohlene Initialdosis beträgt 8 mg/kg Körpergewicht. Die empfohlene Erhaltungsdosis bei3-wöchentlichen Intervallen beträgt 6 mg/kg Körpergewicht, beginnend 3 Wochen nach der
Initialdosis.
Brustkrebs und MagenkarzinomDauer der BehandlungPatienten mit MBC oder MGC sollten bis zum Fortschreiten der Erkrankung mit KANJINTI behandeltwerden. Patienten mit EBC sollten mit KANJINTI 1 Jahr lang behandelt werden oder bis zum
Wiederauftreten der Erkrankung, je nachdem, was zuerst eintritt. Bei Patienten mit EBC wird eine
Verlängerung der Behandlung über ein Jahr hinaus nicht empfohlen (siehe Abschnitt 5.1).
DosisreduktionWährend der klinischen Studien wurden keine Dosisreduktionen von Trastuzumab vorgenommen. In
Phasen einer reversiblen, chemotherapieinduzierten Myelosuppression kann die Behandlungfortgeführt werden, aber die Patienten sollten während dieser Zeit sorgfältig auf Komplikationen einer
Neutropenie überwacht werden. Bitte beachten Sie die SmPC von Paclitaxel, Docetaxel oder eines
Aromatasehemmers zur Dosisreduktion oder Intervallverlängerungen.
Wenn die linksventrikuläre Auswurffraktion (LVEF) um ≥ 10 Prozentpunkte unter den Ausgangswert
UND unter 50 % absinkt, sollte die Behandlung ausgesetzt und innerhalb von etwa 3 Wochen eineerneute LVEF-Messung durchgeführt werden. Wenn die LVEF sich nicht verbessert, weiter absinktoder sich eine symptomatische kongestive Herzinsuffienz (KHI) entwickelt, sollte ein Abbruch der
Behandlung mit KANJINTI ernsthaft erwogen werden, es sei denn, dass man annimmt, dass der
Nutzen für den einzelnen Patienten das Risiko überwiegt. Diese Patienten sollten zur Untersuchung aneinen Kardiologen überwiesen und weiterhin beobachtet werden.
Versäumte DosenWenn der Patient eine Dosis von KANJINTI um eine Woche oder weniger versäumt hat, sollte dieübliche Erhaltungsdosis (wöchentliche Anwendung: 2 mg/kg; 3-wöchentliche Anwendung: 6 mg/kg)so bald wie möglich verabreicht werden. Warten Sie nicht bis zum nächsten geplanten
Behandlungszyklus. Die nachfolgenden Erhaltungsdosen sollten gemäß dem wöchentlichen oder3-wöchentlichen Dosierungsschema entweder 7 Tage oder 21 Tage später verabreicht werden.
Wenn der Patient eine Dosis von KANJINTI um mehr als eine Woche versäumt hat, sollte so bald wiemöglich eine weitere Initialdosis von KANJINTI über ungefähr 90 Minuten verabreicht werden(wöchentliche Anwendung: 4 mg/kg; 3-wöchentliche Anwendung: 8 mg/kg). Die nachfolgenden
Erhaltungsdosen von KANJINTI (wöchentliche Anwendung: 2 mg/kg; 3-wöchentliche Anwendung:
6 mg/kg) sollten gemäß dem wöchentlichen oder 3-wöchentlichen Dosierungsschema entweder 7 Tageoder 21 Tage später verabreicht werden.
Spezielle PatientengruppenSpezielle pharmakokinetische Studien mit älteren Patienten und Patienten mit eingeschränkter
Nieren- oder Leberfunktion sind nicht durchgeführt worden. Eine populationspharmakokinetische
Analyse hat keinen Hinweis auf einen Einfluss des Alters oder einer eingeschränkten Nierenfunktionauf die Verfügbarkeit von Trastuzumab ergeben.
Kinder und JugendlicheEs gibt keinen relevanten Nutzen von Trastuzumab bei Kindern und Jugendlichen.
Art der AnwendungKANJINTI ist nur zur intravenösen Anwendung bestimmt. Die Initialdosis sollte als intravenöse
Infusion über einen Zeitraum von 90 Minuten verabreicht werden. Verabreichen Sie die Dosis nichtals intravenöse Bolusinjektion. Eine intravenöse Infusion von KANJINTI sollte von medizinischem
Fachpersonal verabreicht werden, das in der Lage ist, Anaphylaxien zu behandeln, und ein
Notfallkoffer sollte verfügbar sein. Die Patienten sollten zumindest während der ersten sechs Stundennach Beginn der ersten Infusion und der ersten zwei Stunden nach Beginn der nachfolgenden
Infusionen auf Symptome wie Fieber und Schüttelfrost oder andere infusionsbedingte Symptomeüberwacht werden (siehe Abschnitte 4.4 und 4.8). Eine Unterbrechung der Infusion oder eine
Verlangsamung der Infusionsgeschwindigkeit kann dazu beitragen, diese Symptome unter Kontrollezu bringen. Die Infusion kann fortgesetzt werden, sobald die Symptome abklingen.
Wurde die Initialdosis gut vertragen, so können die weiteren Dosen als 30-minütige Infusionverabreicht werden.
Hinweise zur Rekonstitution der intravenösen Darreichungsform von KANJINTI vor der Anwendung,siehe Abschnitt 6.6.
4.3 Kontraindikationen
* Überempfindlichkeit gegen Trastuzumab, Mausproteine oder einen der in Abschnitt 6.1genannten sonstigen Bestandteile.
* Schwere Ruhedyspnoe, die durch Komplikationen der fortgeschrittenen Krebserkrankungverursacht wird oder die eine unterstützende Sauerstofftherapie benötigt.
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
RückverfolgbarkeitUm die Rückverfolgbarkeit biologischer Arzneimittel zu verbessern, müssen die Bezeichnung des
Arzneimittels und die Chargenbezeichnung des angewendeten Arzneimittels eindeutig dokumentiertwerden.
Die Testung auf HER2 muss in einem spezialisierten Labor durchgeführt werden, das eine adäquate
Validierung der Testmethoden sicherstellen kann (siehe Abschnitt 5.1).
Es liegen derzeit keine Studiendaten zur Wiederbehandlung von Patienten mit vorangegangener
Trastuzumab-Exposition im adjuvanten Setting vor.
Kardiale DysfunktionAllgemeine HinweisePatienten, die mit KANJINTI behandelt werden, haben ein erhöhtes Risiko für das Auftreten einer
KHI (New York Heart Association [NYHA] Klasse II-IV) oder einer asymptomatischen kardialen
Dysfunktion. Diese Ereignisse wurden bei Patienten beobachtet, die eine Therapie mit Trastuzumaballein oder in Kombination mit Paclitaxel oder Docetaxel erhielten, und insbesondere im Anschluss aneine anthrazyklinhaltige (Doxorubicin oder Epirubicin) Chemotherapie. Diese können mäßig bisschwer sein und wurden mit Todesfällen in Verbindung gebracht (siehe Abschnitt 4.8). Zusätzlich istbei der Behandlung von Patienten mit einem erhöhten Risiko für das Auftreten kardialer Ereignisse,z. B. Hypertonie, dokumentierte koronare Herzerkrankung, KHI, LVEF von < 55 %, bei älteren
Patienten, Vorsicht geboten.
Alle Patienten, die für eine Behandlung mit KANJINTI vorgesehen sind, jedoch insbesondere solchemit vorangegangener Behandlung mit Anthrazyklin und Cyclophosphamid (AC), sollten vor Therapieeiner Prüfung der Herzfunktion einschließlich Anamnese und körperlicher Untersuchung sowie eines
Elektrokardiogramms (EKG), Echokardiogramms und/oder Multigated Acquisition (MUGA)-Scansoder einer Magnetresonanztomographie unterzogen werden. Eine Überwachung kann dazu beitragen,
Patienten zu identifizieren, die eine kardiale Dysfunktion entwickeln. Kardiologische Untersuchungen,die zu Beginn der Behandlung durchgeführt wurden, sollten während der Therapie alle 3 Monatewiederholt werden und nach Behandlungsende alle 6 Monate für 24 Monate nach der letzten
Verabreichung von KANJINTI. Eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Bewertung muss vor der
Entscheidung für eine Therapie mit KANJINTI durchgeführt werden.
Gemäß einer populationspharmakokinetischen Analyse aller verfügbaren Daten kann sich
Trastuzumab nach Absetzen der KANJINTI-Behandlung noch bis zu 7 Monate im Kreislauf befinden(siehe Abschnitt 5.2). Patienten, die nach Absetzen von KANJINTI Anthrazykline erhalten, sindwahrscheinlich einem erhöhten Risiko für kardiale Dysfunktion ausgesetzt. Wenn möglich, sollte der
Arzt eine Anthrazyklin-Therapie noch bis zu 7 Monate nach Absetzen von KANJINTI vermeiden.
Wenn Anthrazykline eingesetzt werden, sollte die Herzfunktion des Patienten sorgfältig überwachtwerden.
Formale kardiologische Untersuchungen sollten bei den Patienten erwogen werden, bei denen in der
Eingangsuntersuchung kardiovaskuläre Bedenken aufgetreten sind. Bei allen Patienten sollte die
Herzfunktion während der Therapie weiter überwacht werden (z. B. in Abständen von 12 Wochen).
Eine Überwachung kann dazu beitragen, Patienten zu identifizieren, die eine kardiale Dysfunktionentwickeln. Patienten, die eine asymptomatische kardiale Dysfunktion entwickeln, könnten von einerhäufigeren Überwachung (z. B. alle 6 - 8 Wochen) profitieren. Falls Patienten einen andauernden
Abfall der linksventrikulären Herzfunktion zeigen, aber asymptomatisch bleiben, sollte der Arzt einen
Abbruch der Behandlung erwägen, falls kein klinischer Nutzen der Behandlung mit KANJINTIfestgestellt wurde.
Die Sicherheit der Fortführung oder Wiederaufnahme von Trastuzumab bei Patienten, bei denen einekardiale Dysfunktion auftrat, ist nicht prospektiv untersucht worden. Wenn die LVEF um≥ 10 Prozentpunkte unter den Ausgangswert UND unter 50 % absinkt, sollte die Behandlungausgesetzt und innerhalb von etwa 3 Wochen eine erneute LVEF-Messung durchgeführt werden.
Wenn die LVEF sich nicht verbessert, weiter absinkt oder sich eine symptomatische KHI entwickelt,sollte ein Absetzen von KANJINTI ernsthaft erwogen werden, es sei denn, dass man annimmt, dassder Nutzen für den einzelnen Patienten das Risiko überwiegt. Diese Patienten sollten zur
Untersuchung an einen Kardiologen überwiesen und weiterhin beobachtet werden.
Falls während der Therapie mit KANJINTI eine symptomatische Herzinsuffizienz auftritt, sollte diesemit dem geeigneten Standardarzneimittel für KHI behandelt werden. Der Zustand der meisten
Patienten, die in den Hauptstudien eine KHI oder eine asymptomatische kardiale Dysfunktionentwickelt hatten, verbesserte sich unter Standardbehandlung gegen KHI, die aus einem
ACE-Hemmer oder einem Angiotensinrezeptor-Blocker (ARB) und einem Betablocker bestand. Die
Mehrzahl der Patienten mit kardialen Symptomen und Evidenz eines klinischen Nutzens durch die
Behandlung mit Trastuzumab setzte die Therapie ohne weitere kardiale Nebenwirkungen fort.
Metastasierter BrustkrebsKANJINTI und Anthrazykline sollten bei MBC nicht gleichzeitig in Kombination angewendetwerden.
Patienten mit MBC, die vorher Anthrazykline erhalten haben, sind bei der Behandlung mit KANJINTIauch dem Risiko der kardialen Dysfunktion ausgesetzt, obwohl das Risiko niedriger ist als beigleichzeitiger Behandlung mit KANJINTI und Anthrazyklinen.
Brustkrebs im FrühstadiumBei Patienten mit EBC sollten die kardiologischen Untersuchungen, die bei der
Ausgangsuntersuchung durchgeführt werden, alle 3 Monate während der Behandlung und alle6 Monate nach Beendigung der Behandlung für 24 Monate nach der letzten Gabe von KANJINTIwiederholt werden. Bei Patienten, die eine anthrazyklinhaltige Chemotherapie erhalten haben, ist eineweitere Überwachung zu empfehlen, und diese sollte jährlich bis zu 5 Jahre nach der letzten Gabe von
KANJINTI oder, wenn ein kontinuierliches Absinken der LVEF beobachtet wird, länger wiederholtwerden.
Patienten mit einem Myokardinfarkt (MI) in der Anamnese, medizinisch behandlungsbedürftiger
Angina pectoris, einer KHI in der Anamnese oder einer bestehenden KHI (NYHA Klasse II - IV),
LVEF < 55 %, anderen Kardiomyopathien, einer medizinisch behandlungsbedürftigen kardialen
Arrhythmie, einer klinisch signifikanten Herzklappenerkrankung, schlecht kontrollierter Hypertonie(diejenigen mit Hypertonie, die mit der verfügbaren Standardbehandlung kontrollierbar war, konnteneingeschlossen werden) und hämodynamisch relevantem Perikarderguss wurden aus den adjuvantenund neoadjuvanten Hauptstudien mit Trastuzumab zur Untersuchung von EBC ausgeschlossen. Beisolchen Patienten kann die Behandlung daher nicht empfohlen werden.
Adjuvante BehandlungKANJINTI und Anthrazykline sollten im adjuvanten Behandlungssetting nicht gleichzeitig in
Kombination verabreicht werden.
Bei Patienten mit EBC wurde ein Anstieg der Inzidenz symptomatischer und asymptomatischerkardialer Ereignisse beobachtet, wenn Trastuzumab nach einer anthrazyklinhaltigen Chemotherapieverabreicht wurde, verglichen mit der Anwendung eines nicht-anthrazyklinhaltigen Regimes aus
Docetaxel und Carboplatin. Diese Ereignisse waren ausgeprägter, wenn Trastuzumab gleichzeitig mit
Taxanen verabreicht wurde, als wenn dies sequenziell zu Taxanen erfolgte. Unabhängig vomverwendeten Regime traten die meisten symptomatischen kardialen Ereignisse innerhalb der ersten18 Monate auf. In einer der drei durchgeführten Hauptstudien, für die eine mediane
Nachbeobachtungszeit von 5,5 Jahren vorhanden war (BCIRG 006), wurde bei Patienten, denen
Trastuzumab gleichzeitig zu Taxanen nach einer anthrazyklinhaltigen Therapie verabreicht wurde, einkontinuierlicher Anstieg der kumulativen Rate symptomatischer kardialer oder LVEF-Ereignisse aufbis zu 2,37 % beobachtet, verglichen mit ca. 1 % in den zwei Vergleichsarmen (Anthrazyklin plus
Cyclophosphamid, gefolgt von einem Taxan, und Taxan, Carboplatin und Trastuzumab).
Risikofaktoren für ein kardiales Ereignis, die in vier groß angelegten adjuvanten Studien identifiziertwurden, umfassten fortgeschrittenes Alter (> 50 Jahre), niedrigen LVEF-Ausgangswert (< 55 %), voroder nach der Einleitung der Paclitaxel-Behandlung einen Abfall der LVEF um 10 - 15 Prozentpunkteund vorherige oder gleichzeitige Anwendung blutdrucksenkender Arzneimittel. Bei Patienten, dienach Abschluss der adjuvanten Chemotherapie Trastuzumab erhielten, stand das Risiko einerkardialen Dysfunktion mit höheren kumulativen Anthrazyklin-Dosen, die vor der Einleitung der
Behandlung mit Trastuzumab gegeben wurden, und mit einem Body-Mass-Index (BMI) > 25 kg/m2 in
Zusammenhang.
Neoadjuvante/adjuvante BehandlungKANJINTI sollte bei Patienten mit EBC, die für eine neoadjuvante/adjuvante Behandlung geeignetsind, in Kombination mit Anthrazyklinen nur bei chemotherapie-naiven Patienten und nur in niedrigdosierten Anthrazyklin-Schemata, d. h. in maximalen kumulativen Doxorubicin-Dosen von180 mg/m2 oder Epirubicin-Dosen von 360 mg/m2, angewendet werden.
Patienten, die im neoadjuvanten Setting mit einem kompletten Therapieregime niedrig dosierter
Anthrazykline in Kombination mit KANJINTI behandelt wurden, sollten nach der Operation keinezusätzliche zytotoxische Chemotherapie erhalten. In anderen Situationen wird die Entscheidung überdie Notwendigkeit einer zusätzlichen zytotoxischen Chemotherapie anhand individueller Faktorengetroffen.
Die Erfahrungen mit der gleichzeitigen Verabreichung von Trastuzumab und einem niedrig dosierten
Anthrazyklin-Schema sind zurzeit auf zwei Studien (MO16432 und BO22227) begrenzt.
In der Hauptstudie MO16432 wurde Trastuzumab gleichzeitig mit einer neoadjuvanten
Chemotherapie, die aus drei Zyklen Doxorubicin bestand (kumulative Dosis 180 mg/m2), verabreicht.
Die Inzidenz einer symptomatischen kardialen Dysfunktion lag im Trastuzumab-Arm bei 1,7 %.
In der Hauptstudie BO22227 wurde Trastuzumab gleichzeitig mit einer neoadjuvanten
Chemotherapie, die vier Zyklen Epirubicin (kumulative Dosis 300 mg/m2) enthielt, verabreicht. Beieiner medianen Nachbeobachtungsphase von mehr als 70 Monaten lag die Inzidenz einer
Herzinsuffizienz/kongestiven Herzinsuffizienz im intravenösen Arm von Trastuzumab bei 0,3 %.
Die klinische Erfahrung bei Patienten im Alter von über 65 Jahren ist begrenzt.
Infusionsbedingte Reaktionen (IRR) und ÜberempfindlichkeitSchwerwiegende IRR auf Infusionen mit Trastuzumab einschließlich Dyspnoe, Hypotonie, Giemen(pfeifendes Atemgeräusch), Hypertonie, Bronchospasmus, supraventrikulärer Tachyarrhythmie,reduzierter Sauerstoffsättigung, Anaphylaxie, Atemnot, Urtikaria und Angioödem wurden berichtet(siehe Abschnitt 4.8). Um das Risiko für das Auftreten dieser Reaktionen zu reduzieren, kann eine
Prämedikation angewendet werden. Die Mehrzahl dieser Nebenwirkungen tritt während oderinnerhalb der ersten 2,5 Stunden nach Beginn der ersten Infusion auf. Sollte eine infusionsbedingte
Reaktion auftreten, sollte die Infusion unterbrochen oder die Infusionsgeschwindigkeit verlangsamtwerden, und der Patient sollte bis zum Abklingen aller beobachteten Symptome überwacht werden(siehe Abschnitt 4.2). Diese Symptome können mit Analgetika/Antipyretika, wie Meperidin oder
Paracetamol, oder einem Antihistaminikum, wie Diphenhydramin, behandelt werden. Bei der
Mehrzahl der Patienten klangen die Symptome ab, und sie erhielten anschließend weitere
Trastuzumab-Infusionen. Schwerwiegende Nebenwirkungen wurden erfolgreich mit unterstützenden
Maßnahmen, wie der Gabe von Sauerstoff, Beta-Agonisten und Corticosteroiden, behandelt. Inseltenen Fällen endete der klinische Verlauf dieser Nebenwirkungen letal. Patienten mit Ruhedyspnoeaufgrund von Komplikationen bei fortgeschrittener Krebserkrankung und Begleiterkrankungen könnenein erhöhtes Risiko für eine letale Infusionsreaktion haben. Diese Patienten sollten deshalb nicht mit
KANJINTI behandelt werden (siehe Abschnitt 4.3).
Eine anfängliche Verbesserung, gefolgt von einer klinischen Verschlechterung und verzögerten
Reaktionen mit schneller klinischer Verschlechterung, wurde ebenfalls berichtet. Todesfälle wurdeninnerhalb von Stunden bis zu einer Woche nach der Infusion beobachtet. In sehr seltenen Fällen kames bei Patienten erst nach mehr als sechs Stunden nach Beginn der Trastuzumab-Infusion zum
Auftreten infusionsbedingter und pulmonaler Symptome. Patienten sollten auf die Möglichkeit einesderartigen späten Auftretens hingewiesen und angewiesen werden, ihren Arzt zu benachrichtigen,wenn diese Symptome auftreten.
Pulmonale EreignisseÜber schwere pulmonale Ereignisse bei der Anwendung von Trastuzumab ist nach der
Markteinführung berichtet worden (siehe Abschnitt 4.8). Diese Ereignisse waren gelegentlich letal.
Zusätzlich wurde über Fälle von interstitieller Lungenerkankung, einschließlich Lungeninfiltraten,akuten Atemnotsyndroms, Pneumonie, Pneumonitis, Pleuraerguss, Atemnot, akuten Lungenödemsund respiratorischer Insuffizienz, berichtet. Die Risikofaktoren, die mit einer interstitiellen
Lungenerkrankung verbunden sind, umfassen vorherige oder gleichzeitige Therapien mit anderenantineoplastischen Therapien, wie z. B. Taxan-, Gemcitabin-, Vinorelbin- und Strahlentherapie, vondenen bekannt ist, dass sie damit einhergehen. Diese Ereignisse können als Teil einerinfusionsbedingten Reaktion oder mit verzögertem Beginn eintreten. Für Patienten mit Ruhedyspnoeaufgrund von Komplikationen der fortgeschrittenen Krebserkrankung und Begleiterkrankungenbesteht ein erhöhtes Risiko von pulmonalen Ereignissen. Diese Patienten sollten deshalb nicht mit
KANJINTI behandelt werden (siehe Abschnitt 4.3). Vorsicht ist geboten bei Pneumonitis, besondersbei Patienten, die gleichzeitig mit Taxanen behandelt werden.
NatriumDieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Dosis, d. h. es ist nahezu'natriumfrei“.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Es wurden keine formalen Studien zur Erfassung von Arzneimittelwechselwirkungen durchgeführt.
Klinisch signifikante Wechselwirkungen zwischen Trastuzumab und den in klinischen Studiengleichzeitig angewendeten Arzneimitteln wurden nicht beobachtet.
Wirkung von Trastuzumab auf die Pharmakokinetik von anderen antineoplastischen ArzneimittelnPharmakokinetische Daten aus den Studien BO15935 und M77004 bei Frauen mit HER2-positivem
MBC weisen darauf hin, dass die Exposition zu Paclitaxel und Doxorubicin (und deren
Hauptmetaboliten 6-α-Hydroxyl-Paclitaxel, POH, und Doxorubicinol, DOL) durch das Vorhandenseinvon Trastuzumab nicht verändert wird (8 mg/kg oder 4 mg/kg intravenös als Initialdosis, gefolgt von6 mg/kg 3-wöchentlich oder 2 mg/kg wöchentlich intravenös). Dennoch kann Trastuzumab die
Gesamtexposition eines Doxorubicin-Metaboliten erhöhen (7-Desoxy-13-Dihydro-Doxorubicinon,
D7D). Die biologische Aktivität von D7D und die klinische Wirkung der Erhöhung dieses Metabolitenblieben ungewiss.
Daten aus der Studie JP16003, einer einarmigen Studie mit Trastuzumab (4 mg/kg intravenös als
Initialdosis und 2 mg/kg intravenös wöchentlich) und Docetaxel (60 mg/m2 intravenös) beijapanischen Frauen mit HER2-positivem MBC, lassen vermuten, dass die gleichzeitige Verabreichungvon Trastuzumab keine Auswirkung auf die Pharmakokinetik von Docetaxel bei Einzelgabe hat. Beider Studie JP19959 handelt es sich um eine Substudie von BO18255 (ToGA), die bei männlichen undweiblichen japanischen Patienten mit fortgeschrittenem Magenkrebs durchgeführt wurde, um die
Pharmakokinetik von Capecitabin und Cisplatin bei Anwendung mit oder ohne Trastuzumab zuuntersuchen. Die Ergebnisse dieser Substudie lassen vermuten, dass die Exposition gegenüber denbiologisch aktiven Metaboliten von Capecitabin (z. B. 5-FU) durch die gleichzeitige Anwendung von
Cisplatin oder von Cisplatin plus Trastuzumab nicht beeinträchtigt wird. Capecitabin hat jedoch in
Kombination mit Trastuzumab höhere Konzentrationen und eine längere Halbwertszeit aufgewiesenals allein. Diese Daten lassen ebenfalls vermuten, dass die Pharmakokinetik von Cisplatin durch diegleichzeitige Anwendung von Capecitabin oder von Capecitabin plus Trastuzumab nicht beeinträchtigtwird.
Pharmakokinetische Daten aus der Studie H4613g/GO01305 bei Patienten mit metastasiertem oderlokal fortgeschrittenem, inoperablem HER2-positivem Krebs weisen darauf hin, dass Trastuzumabkeinen Einfluss auf die PK von Carboplatin hatte.
Wirkung antineoplastischer Arzneimittel auf die Pharmakokinetik von TrastuzumabEin Vergleich von simulierten Trastuzumab-Serumkonzentrationen nach Monotherapie mit
Trastuzumab (4 mg/kg Initialdosis/2 mg/kg einmal wöchentlich intravenös) und von
Serumkonzentrationen, die bei japanischen Frauen mit HER2-positivem MBC (Studie JP16003)beobachtet wurden, ergab keinen Hinweis darauf, dass die gleichzeitige Verabreichung von Docetaxeleine Wirkung auf die Pharmakokinetik von Trastuzumab hat.
Der Vergleich von PK-Ergebnissen aus zwei Phase-II-Studien (BO15935 und M77004) und einer
Phase-III-Studie (H0648g), in denen Patienten gleichzeitig mit Trastuzumab und Paclitaxel behandeltwurden, und zwei Phase-II-Studien, in denen Trastuzumab als Monotherapie (W016229 und
MO16982) an Frauen mit HER2-positivem MBC verabreicht wurde, weist darauf hin, dassindividuelle und mittlere Talspiegel der Serumkonzentration von Trastuzumab innerhalb der Studienund von Studie zu Studie variierten, eine gleichzeitige Verabreichung von Paclitaxel jedoch keineeindeutige Wirkung auf die Pharmakokinetik von Trastuzumab hatte. Ein Vergleich von Trastuzumab-
PK-Daten aus der Studie M77004, in der Frauen mit HER2-positivem MBC gleichzeitig mit
Trastuzumab, Paclitaxel und Doxorubicin behandelt wurden, mit Trastuzumab-PK-Daten aus Studien,in denen Trastuzumab als Monotherapie (H0649g) oder in Kombination mit Anthrazyklinen plus
Cyclophosphamid oder Paclitaxel (Studie H0648g) angewendet wurde, lässt vermuten, dass
Doxorubicin und Paclitaxel keine Auswirkung auf die Pharmakokinetik von Trastuzumab haben.
Pharmakokinetik-Daten aus der Studie H4613g/GO01305 weisen darauf hin, dass Carboplatin keine
Auswirkung auf die PK von Trastuzumab hatte.
Die gleichzeitige Verabreichung von Anastrozol schien keine Auswirkungen auf die Pharmakokinetikvon Trastuzumab zu haben.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
Frauen im gebärfähigen Alter/VerhütungFrauen im gebärfähigen Alter sollten angewiesen werden, während der Behandlung mit KANJINTIund für 7 Monate nach dem Ende der Behandlung eine effiziente Kontrazeption durchzuführen (siehe
Abschnitt 5.2).
SchwangerschaftReproduktionsstudien wurden an Cynomolgus-Affen mit Dosierungen bis zum 25-Fachen derwöchentlichen Erhaltungsdosis beim Menschen von 2 mg/kg der intravenösen Darreichungsform von
Trastuzumab durchgeführt. Sie ergaben keinen Hinweis auf eine Beeinträchtigung der Fertilität odereine Schädigung des Fötus. Trastuzumab erwies sich im frühen (20. bis 50. Gestationstag) und späten(120. bis 150. Gestationstag) Stadium der fötalen Entwicklung als plazentagängig. Ob Trastuzumabdie Reproduktionsfähigkeit beeinträchtigen kann, ist nicht bekannt. Da Reproduktionsstudien am Tiernicht immer aussagekräftig für die Reaktion beim Menschen sind, sollte die Gabe von KANJINTIwährend der Schwangerschaft vermieden werden, es sei denn, der potenzielle Nutzen für die Mutterüberwiegt das potenzielle Risiko für den Fötus.
Nach der Markteinführung sind bei schwangeren Frauen, die mit Trastuzumab behandelt wurden, in
Zusammenhang mit Oligohydramnien Fälle von Wachstumsstörungen der Niere und/oder
Nierenfunktionsstörungen beim Fötus berichtet worden, von denen manche mit tödlich verlaufenderpulmonaler Hypoplasie des Fötus einhergingen. Frauen, die schwanger werden, sollten darüberinformiert werden, dass möglicherweise der Fötus geschädigt werden kann. Wenn eine schwangere
Frau mit KANJINTI behandelt wird oder eine Patientin, während sie KANJINTI erhält, oder in den7 Monaten nach der letzten Dosis von KANJINTI schwanger wird, ist eine engmaschige
Überwachung durch ein multidisziplinäres Team wünschenswert.
StillzeitEine Studie an Cynomolgus-Affen, die vom 120. bis zum 150. Tag der Trächtigkeit das 25-Fache derwöchentlichen Erhaltungsdosis beim Menschen von 2 mg/kg der intravenösen Darreichungsform von
Trastuzumab erhielten, zeigte, dass Trastuzumab postpartal in die Milch übertritt. Die intrauterine
Exposition gegenüber Trastuzumab und der Nachweis von Trastuzumab im Serum von
Affensäuglingen ging vom Zeitpunkt der Geburt bis zu einem Alter von 1 Monat mit keinerlei
Wachstums- oder Entwicklungsbeeinträchtigung einher. Es ist nicht bekannt, ob Trastuzumab beim
Menschen in die Milch übertritt. Da menschliches IgG1 jedoch in die Milch abgegeben wird und das
Gefährdungspotenzial für das gestillte Kind nicht bekannt ist, sollten Frauen während einer Therapiemit KANJINTI und für 7 Monate nach der letzten Dosis nicht stillen.
FertilitätEs liegen keine Daten zur Fertilität vor.
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
MaschinenTrastuzumab hat geringen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von
Maschinen (siehe Abschnitt 4.8). Während der Behandlung mit KANJINTI können Schwindelgefühlund Somnolenz auftreten (siehe Abschnitt 4.8). Patienten mit infusionsbedingten Symptomen (siehe
Abschnitt 4.4) sollten angewiesen werden, nicht aktiv am Straßenverkehr teilzunehmen oder
Maschinen zu bedienen, bis die Symptome abklingen.
4.8 Nebenwirkungen
Zusammenfassung des SicherheitsprofilsUnter den schwerwiegendsten und/oder häufigsten Nebenwirkungen, über die unter der Anwendungvon Trastuzumab bislang berichtet wurden, sind kardiale Dysfunktion, Infusionsreaktionen,
Hämatotoxizität (insbesondere Neutropenie), Infektionen und unerwünschte pulmonale
Nebenwirkungen.
Tabellarische Auflistung der NebenwirkungenIn diesem Abschnitt wurden die folgenden Kategorien für die Häufigkeit verwendet: sehr häufig(≥ 1/10), häufig (≥ 1/100, < 1/10), gelegentlich (≥ 1/1 000, < 1/100), selten (≥ 1/10 000, < 1/1 000),sehr selten (< 1/10 000), nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nichtabschätzbar). Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen nach abnehmendem
Schweregrad aufgelistet.
In Tabelle 1 sind die Nebenwirkungen aufgelistet, die in Verbindung mit der intravenösen Anwendungvon Trastuzumab allein oder in Kombination mit einer Chemotherapie in klinischen Hauptstudien undnach der Markteinführung berichtet wurden.
Alle einbezogenen Angaben basieren auf dem höchsten Prozentsatz, der in den Hauptstudienbeobachtet wurde. Zusätzlich sind Angaben, die nach der Markteinführung berichtet wurden,
Bestandteil der Tabelle 1.
Tabelle 1: Nebenwirkungen, die mit Trastuzumab intravenös als Monotherapie oder in
Kombination mit einer Chemotherapie in den klinischen Hauptstudien (N = 8 386) und nach der
Markteinführung berichtet wurden
Systemorganklasse Nebenwirkung Häufigkeit
Infektionen und Infektion Sehr häufigparasitäre Erkrankungen Nasopharyngitis Sehr häufig
Neutropenische Sepsis Häufig
Zystitis Häufig
Influenza Häufig
Sinusitis Häufig
Hautinfektion Häufig
Rhinitis Häufig
Infektion der oberen Atemwege Häufig
Harnwegsinfektion Häufig
Pharyngitis Häufig
Gutartige, bösartige und Progression der malignen Tumorerkrankung Nicht bekanntunspezifische Progression der Tumorerkrankung Nicht bekannt
Neubildungen (einschl.
Zysten und Polypen)
Erkrankungen des Blutes Febrile Neutropenie Sehr häufigund des Lymphsystems Anämie Sehr häufig
Neutropenie Sehr häufig
Leukozytenzahl erniedrigt/Leukopenie Sehr häufig
Thrombozytopenie Sehr häufig
Hypoprothrombinämie Nicht bekannt
Immunthrombozytopenie Nicht bekannt
Erkrankungen des Überempfindlichkeit Häufig
Immunsystems +Anaphylaktische Reaktion Selten+Anaphylaktischer Schock Selten
Stoffwechsel- und Gewicht erniedrigt/Gewichtsverlust Sehr häufig
Ernährungsstörungen Anorexie Sehr häufig
Tumorlyse-Syndrom Nicht bekannt
Hyperkaliämie Nicht bekannt
Systemorganklasse Nebenwirkung Häufigkeit
Psychiatrische Schlaflosigkeit Sehr häufig
Erkrankungen Angst Häufig
Depression Häufig
Erkrankungen des 1Tremor Sehr häufig
Nervensystems Schwindelgefühl Sehr häufig
Kopfschmerzen Sehr häufig
Parästhesie Sehr häufig
Geschmacksstörung Sehr häufig
Periphere Neuropathie Häufig
Erhöhter Muskeltonus Häufig
Somnolenz Häufig
Augenerkrankungen Konjunktivitis Sehr häufig
Verstärkte Tränensekretion Sehr häufig
Trockenes Auge Häufig
Papillenödem Nicht bekannt
Netzhautblutung Nicht bekannt
Erkrankungen des Ohrs Taubheit Gelegentlichund des Labyrinths
Herzerkrankungen 1Blutdruck erniedrigt Sehr häufig1Blutdruck erhöht Sehr häufig1Herzschläge unregelmäßig Sehr häufig1Herzflattern Sehr häufig
Auswurffraktion vermindert* Sehr häufig+Herzinsuffizienz (kongestiv) Häufig+1Supraventrikuläre Tachyarrhythmie Häufig
Kardiomyopathie Häufig1Palpitation Häufig
Perikarderguss Gelegentlich
Kardiogener Schock Nicht bekannt
Galopprhythmus vorhanden Nicht bekannt
Gefäßerkrankungen Hitzewallung Sehr häufig+1Hypotonie Häufig
Vasodilatation Häufig
Erkrankungen der +Dyspnoe Sehr häufig
Atemwege, des Husten Sehr häufig
Brustraums und Epistaxis Sehr häufig
Mediastinums Rhinorrhoe Sehr häufig+Pneumonie Häufig
Asthma Häufig
Lungenerkrankung Häufig+Pleuraerguss Häufig+1Giemen (pfeifendes Atemgeräusch) Gelegentlich
Pneumonitis Gelegentlich+Lungenfibrose Nicht bekannt+Atemstörung Nicht bekannt+Respiratorische Insuffizienz Nicht bekannt+Lungeninfiltration Nicht bekannt+Akutes Lungenödem Nicht bekannt+Akutes Atemnotsyndrom Nicht bekannt+Bronchospasmus Nicht bekannt+Hypoxie Nicht bekannt+Sauerstoffsättigung erniedrigt Nicht bekannt
Systemorganklasse Nebenwirkung Häufigkeit
Kehlkopfödem Nicht bekannt
Orthopnoe Nicht bekannt
Lungenödem Nicht bekannt
Interstitielle Lungenerkrankung Nicht bekannt
Erkrankungen des Diarrhö Sehr häufig
Gastrointestinaltrakts Erbrechen Sehr häufig
Übelkeit Sehr häufig1Geschwollene Lippen Sehr häufig
Abdominalschmerz Sehr häufig
Dyspepsie Sehr häufig
Obstipation Sehr häufig
Stomatitis Sehr häufig
Hämorrhoiden Häufig
Mundtrockenheit Häufig
Leber- und Hepatozelluläre Verletzung Häufig
Gallenerkrankungen Hepatitis Häufig
Druckschmerz der Leber Häufig
Ikterus Selten
Erkrankungen der Haut Erythem Sehr häufigund des Ausschlag Sehr häufig
Unterhautgewebes 1Geschwollenes Gesicht Sehr häufig
Haarausfall Sehr häufig
Nagelveränderungen Sehr häufig
Palmar-plantares Erythrodysästhesie-Syndrom Sehr häufig(Hand-Fuß-Syndrom)
Akne Häufig
Trockene Haut Häufig
Ekchymose Häufig
Hyperhidrose Häufig
Makulopapulöser Ausschlag Häufig
Pruritus Häufig
Onychoklasie Häufig
Dermatitis Häufig
Urtikaria Gelegentlich
Angioödem Nicht bekannt
Skelettmuskulatur-, Arthralgie Sehr häufig
Bindegewebs- und 1Muskelspannung Sehr häufig
Knochenerkrankungen Myalgie Sehr häufig
Arthritis Häufig
Rückenschmerzen Häufig
Knochenschmerzen Häufig
Muskelspasmen Häufig
Nackenschmerzen Häufig
Schmerzen in den Extremitäten Häufig
Erkrankungen der Nieren Nierenerkrankung Häufigund Harnwege Membranöse Glomerulonephritis Nicht bekannt
Glomerulonephropathie Nicht bekannt
Nierenversagen Nicht bekannt
Schwangerschaft, Oligohydramnion Nicht bekannt
Wochenbett und Nierenhypoplasie Nicht bekanntperinatale Erkrankungen Lungenhypoplasie Nicht bekannt
Systemorganklasse Nebenwirkung Häufigkeit
Erkrankungen der Brustentzündung/Mastitis Häufig
Geschlechtsorgane undder Brustdrüse
Allgemeine Asthenie Sehr häufig
Erkrankungen und Schmerzen im Brustkorb Sehr häufig
Beschwerden am Schüttelfrost Sehr häufig
Verabreichungsort Abgeschlagenheit Sehr häufig
Grippe-ähnliche Symptome Sehr häufig
Infusionsbedingte Reaktion Sehr häufig
Schmerzen Sehr häufig
Fieber Sehr häufig
Schleimhautentzündung Sehr häufig
Peripheres Ödem Sehr häufig
Unwohlsein Häufig
Ödeme Häufig
Verletzung, Vergiftung Prellung Häufigund durch Eingriffebedingte Komplikationen+ Kennzeichnet Nebenwirkungen, die in Verbindung mit tödlichem Ausgang berichtet wurden.1 Kennzeichnet Nebenwirkungen, die größtenteils in Verbindung mit infusionsbedingten Reaktionen berichtetwurden. Für diese ist der spezifische Prozentsatz nicht verfügbar.
* Beobachtet bei Kombinationstherapie nach Anthrazyklinen und kombiniert mit Taxanen.
Beschreibung ausgewählter NebenwirkungenKardiale DysfunktionKongestive Herzinsuffizienz (NYHA Klasse II - IV) ist eine häufige Nebenwirkung, die in
Zusammenhang mit der Anwendung von Trastuzumab steht und mit tödlichem Ausgang in
Verbindung gebracht wurde (siehe Abschnitt 4.4). Anzeichen und Symptome einer kardialen
Dysfunktion, wie Dyspnoe, Orthopnoe, verstärkter Husten, Lungenödem, S3-Galopprhythmus oderverringerte ventrikuläre Auswurffraktion, wurden bei Patienten beobachtet, die mit Trastuzumabbehandelt wurden (siehe Abschnitt 4.4).
In 3 klinischen Hauptstudien zur adjuvanten Gabe von Trastuzumab in Kombination mit
Chemotherapie war die Inzidenz von kardialer Dysfunktion 3./4. Grades (insbesonderesymptomatischer kongestiver Herzinsuffizienz) bei Patienten, die nur mit Chemotherapie behandeltwurden (d. h. kein Trastuzumab erhielten), und bei Patienten, die Trastuzumab nach einem Taxanerhielten, ähnlich (0,3 - 0,4 %). Die Rate war bei jenen Patienten am höchsten, denen Trastuzumabgleichzeitig mit einem Taxan verabreicht wurde (2,0 %). Im neoadjuvanten Setting sind die
Erfahrungen bzgl. einer gleichzeitigen Anwendung von Trastuzumab mit einem niedrig dosierten
Anthrazyklin-Schema begrenzt (siehe Abschnitt 4.4).
Wenn Trastuzumab nach dem Ende einer adjuvanten Chemotherapie angewendet wurde, wurde nacheiner medianen Nachbeobachtungszeit von 12 Monaten bei 0,6 % der Patienten im Ein-Jahres-Arm
NYHA Klasse III - IV Herzinsuffizienz beobachtet. In der Studie BO16348 lag die Inzidenz schwerer
KHI (NYHA Klasse III & IV) nach einer medianen Nachbeobachtung von 8 Jahren im
Behandlungsarm nach 1 Jahr Therapie mit Trastuzumab bei 0,8 %, und die Rate mildersymptomatischer und asymptomatischer linksventrikulärer Dysfunktion lag bei 4,6 %.
Die Reversibilität schwerer KHI (definiert als eine Sequenz von mindestens zwei aufeinanderfolgenden LVEF-Werten ≥ 50 % nach dem Ereignis) war bei 71,4 % der mit Trastuzumab behandelten
Patienten offensichtlich. Die Reversibilität milder symptomatischer und asymptomatischerlinksventrikulärer Dysfunktion wurde bei 79,5 % der Patienten belegt. Ca. 17 % der Ereignisse, diemit kardialer Dysfunktion zusammenhingen, traten nach Abschluss der Behandlung mit Trastuzumabauf.
In den Hauptstudien zu MBC mit der intravenösen Darreichungsform von Trastuzumab schwankte die
Inzidenz kardialer Dysfunktion, wenn es in Kombination mit Paclitaxel gegeben wurde, zwischen 9 %und 12 %, im Vergleich zu 1 % - 4 % bei Paclitaxel-Monotherapie. Bei einer Monotherapie lag die
Rate bei 6 % - 9 %. Die höchste Rate kardialer Dysfunktion wurde bei Patienten berichtet, die
Trastuzumab zusammen mit Anthrazyklin/Cyclophosphamid erhielten (27 %), und sie war signifikanthöher als bei Anthrazyklin/Cyclophosphamid allein (7 % - 10 %). In einer nachfolgenden Studie mitprospektivem Monitoring der kardialen Funktion lag die Inzidenz symptomatischer KHI bei Patienten,die Trastuzumab und Docetaxel erhielten, bei 2,2 %, im Vergleich zu 0 % bei Patienten, die nur
Docetaxel erhielten. Bei den meisten Patienten (79 %), bei denen in diesen Studien eine kardiale
Dysfunktion auftrat, kam es nach Erhalt einer Standardtherapie der KHI zu einer Verbesserung.
Infusionsreaktionen, allergieähnliche Reaktionen und ÜberempfindlichkeitEs wird geschätzt, dass bei metastasiertem Brustkrebs ungefähr 40 % der Patienten, die mit
Trastuzumab behandelt werden, eine infusionsbedingte Reaktion erfahren. Allerdings verläuft die
Mehrzahl der infusionsbedingten Reaktionen mild bis moderat in ihrer Intensität (NCI-CTC-
Einstufungssystem) und tritt tendenziell früh in der Behandlung auf, d. h. während der ersten, zweitenund dritten Infusion, und verringert sich in ihrer Häufigkeit bei nachfolgenden Infusionen. Die
Reaktionen beinhalten Schüttelfrost, Fieber, Dyspnoe, Hypotonie, Giemen (pfeifendes Atemgeräusch),
Bronchospasmus, Tachykardie, verringerte Sauerstoffsättigung, Atemnot, Exanthem, Übelkeit,
Erbrechen und Kopfschmerzen (siehe Abschnitt 4.4). Die Häufigkeit infusionsbedingter Reaktionenaller Schweregrade variierte zwischen den Studien in Abhängigkeit von der Indikation, von der
Methode der Datenerhebung und davon, ob Trastuzumab gleichzeitig mit einer Chemotherapie oderals Monotherapie verabreicht wurde.
Schwere anaphylaktische Reaktionen, welche ein sofortiges zusätzliches Eingreifen erfordern, tretennormalerweise während der ersten oder zweiten Infusion von Trastuzumab auf (siehe Abschnitt 4.4)und wurden mit einem tödlichen Ausgang in Verbindung gebracht. In Einzelfällen sindanaphylaktoide Reaktionen beobachtet worden.
HämatotoxizitätSehr häufig traten febrile Neutropenie, Leukopenie, Anämie, Thrombozytopenie und Neutropenie auf.
Die Häufigkeit des Auftretens von Hypoprothrombinämie ist nicht bekannt. Das Risiko einer
Neutropenie kann leicht erhöht sein, wenn Trastuzumab mit Docetaxel nach einer Anthrazyklin-
Therapie verabreicht wird.
Pulmonale EreignisseSchwere pulmonale Nebenwirkungen treten in Zusammenhang mit der Anwendung von Trastuzumabauf und wurden mit einem tödlichen Ausgang in Verbindung gebracht. Diese beinhalten, aber sindnicht beschränkt auf Lungeninfiltrate, akutes respiratorisches Distress-Syndrom, Pneumonie,
Pneumonitis, Pleuraerguss, Atemnot, akutes Lungenödem und respiratorische Insuffizienz (siehe
Abschnitt 4.4).
Details zu Risikominimierungsmaßnahmen, die mit dem EU-Risikomanagement-Planübereinstimmen, sind (in Abschnitt 4.4) unter 'Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmenfür die Anwendung“ dargestellt.
ImmunogenitätIn der neoadjuvanten/adjuvanten Studie zu EBC (BO22227) entwickelten 10,1 % (30/296) der
Patienten, die intravenös mit Trastuzumab behandelt wurden, während einer medianen
Nachbeobachtungsphase von mehr als 70 Monaten Antikörper gegen Trastuzumab. Im Arm mit
Trastuzumab intravenös wurden nach Behandlungsbeginn bei 2 von 30 der Patienten neutralisierende
Antikörper gegen Trastuzumab nachgewiesen.
Die klinische Relevanz dieser Antikörper ist nicht bekannt. Das Vorliegen von Antikörpern gegen
Trastuzumab hatte keinen Einfluss auf die Pharmakokinetik, die Wirksamkeit (bestimmt auf der Basisder pathologischen Komplettremission [pathological Complete Response - pCR] und desereignisfreien Überlebens [event-free survival - EFS]) und die Sicherheit (bestimmt auf der Basis des
Auftretens anwendungsbedingter Reaktionen) von Trastuzumab intravenös.
Zu Trastuzumab bei Magenkarzinom liegen keine Daten zur Immunogenität vor.
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
Aus klinischen Studien liegen keine Erfahrungen zur Überdosierung beim Menschen vor. Einzelgabenvon Trastuzumab als Monotherapeutikum von mehr als 10 mg/kg wurden in den klinischen Studiennicht verabreicht; eine Erhaltungsdosis von 10 mg/kg q3w nach einer Initialdosis von 8 mg/kg wurdein einer klinischen Studie bei Patienten mit metastasiertem Magenkarzinom untersucht. Dosierungenbis zu dieser Höhe wurden gut vertragen.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Antineoplastische und immunmodulierende Substanzen,antineoplastische Substanzen, monoklonale Antikörper und Antikörper-Wirkstoff-Konjugate, ATC-
Code: L01FD01
KANJINTI ist ein biologisch/biotechnologisch hergestelltes Arzneimittel, das im Wesentlicheneinem bereits zugelassenen Arzneimittel gleicht. Ausführliche Informationen sind auf den
Internetseiten der Europäischen Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu verfügbar.
Trastuzumab ist ein rekombinanter humanisierter monoklonaler IgG1-Antikörper gegen denmenschlichen epidermalen Wachstumsfaktorrezeptor 2 (HER2). Eine Überexpression von HER2 istbei 20 % bis 30 % aller primären Mammakarzinome zu beobachten. Studien zur HER2-Positivität bei
Magenkarzinom (GC) unter Verwendung von immunhistochemischen Verfahren (IHC) und
Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung (FISH) oder Chromogen-in-situ-Hybridisierung (CISH) zeigten,dass eine breite Streuung von HER2-Positivität vorliegen kann, die von 6,8 % bis 34,0 % für IHC undvon 7,1 % bis 42,6 % für FISH reichte. Wie aus Studien hervorgeht, haben Patienten mit Brustkrebs,deren Tumoren HER2 überexprimieren, gegenüber Patienten ohne HER2-überexprimierende Tumoreneine kürzere krankheitsfreie Überlebenszeit. Die extrazelluläre Domäne des Rezeptors (ECD, p105)kann in den Blutstrom freigesetzt und in Serumproben gemessen werden.
WirkmechanismusTrastuzumab bindet mit hoher Affinität und Spezifität an die Subdomäne IV, eine
Juxtamembranregion in der extrazellulären Domäne von HER2. Die Bindung von Trastuzumab an
HER2 inhibiert das Liganden-unabhängige HER2-Signal und verhindert die proteolytische Spaltungdieser extrazellulären Domäne, einen Aktivierungsmechanismus von HER2. Dementsprechend wurdesowohl in In-vitro-Versuchen als auch am Tier nachgewiesen, dass Trastuzumab die Proliferationmenschlicher Tumorzellen, die HER2 überexprimieren, hemmt. Darüber hinaus ist Trastuzumab einhochwirksamer Mediator für Antikörper-abhängige zellvermittelte Zytotoxizität (ADCC). In vitrowurde belegt, dass im Vergleich zu Krebszellen ohne HER2-Überexpression eine
Trastuzumab-vermittelte ADCC vorzugsweise an HER2-überexprimierenden Krebszellen wirksamwird.
Nachweis der HER2-Überexpression oder der HER2-GenamplifikationNachweis der HER2-Überexpression oder der HER2-Genamplifikation bei BrustkrebsKANJINTI sollte nur zur Behandlung von Patienten angewendet werden, deren Tumoren das
HER2-Protein überexprimieren oder eine HER2-Genamplifikation aufweisen, die durch eine genaueund validierte Untersuchung ermittelt wurde. Eine HER2-Überexpression sollte durch eineimmunhistochemische Untersuchung (IHC) fixierter Tumorblöcke diagnostiziert werden (siehe
Abschnitt 4.4). Eine HER2-Genamplifikation sollte mittels Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung (FISH)oder Chromogen-in-situ-Hybridisierung (CISH) fixierter Tumorblöcke diagnostiziert werden.
Patienten sind dann für eine Therapie mit KANJINTI geeignet, wenn sie eine starke
HER2-Überexpression aufweisen, wie sie unter der 3+-Einstufung für IHC beschrieben ist, oder wennein positives FISH- oder CISH-Ergebnis vorliegt.
Um genaue und reproduzierbare Ergebnisse zu erhalten, muss die Testung in spezialisierten
Laboratorien durchgeführt werden, die eine Validierung der Testmethoden sicherstellen können.
Das für die Beurteilung der IHC-Färbungsmuster empfohlene Bewertungssystem ist in Tabelle 2dargestellt:
Tabelle 2: Empfohlenes Einstufungssystem zur Beurteilung der IHC-Färbungsmuster bei
BrustkrebsEinstufung Färbungsmuster Beurteilung der HER2-
Überexpression0 Es ist keine Färbung oder Membranfärbung bei Negativ< 10 % der Tumorzellen zu beobachten.
1+ Eine schwache/kaum wahrnehmbare Negativ
Membranfärbung ist bei > 10 % der Tumorzellen zubeobachten. Die Zellen sind nur an Teilen ihrer
Membran gefärbt.
2+ Eine schwache bis mäßige Färbung der gesamten Nicht eindeutig
Membran ist bei > 10 % der Tumorzellen zubeobachten.
3+ Starke vollständige Membranfärbung ist bei > 10 % Positivder Tumorzellen zu beobachten.
Im Allgemeinen wird der Test mit FISH als positiv gewertet, wenn pro Tumorzelle das Verhältnis von
Anzahl der Kopien des HER2-Gens zu Anzahl der Kopien des Chromosoms 17 größer oder gleich 2ist oder, falls keine Chromosom-17-Kontrolle durchgeführt wurde, wenn mehr als 4 Kopien des
HER2-Gens pro Tumorzelle vorliegen.
Im Allgemeinen wird der Test mit CISH als positiv gewertet, wenn mehr als 5 Kopien des
HER2-Gens pro Zellkern in mehr als 50 % der Tumorzellen vorliegen.
Zur vollständigen Anleitung der Durchführung und Auswertung der Bestimmung beachten Sie bittedie Gebrauchsanweisung der standardisierten FISH- und CISH-Test-Kits. Es können auch offizielle
Empfehlungen zur Messung von HER2 angewendet werden.
Für jede andere Methode, die zur Bestimmung des HER2-Proteins oder der Genexpression verwendetwird, sollten die Untersuchungen nur in Laboratorien durchgeführt werden, die eine Durchführungvalidierter Methoden nach aktuellem Stand der Technik anbieten. Solche Methoden müssen eineausreichende Präzision und Richtigkeit aufweisen, um eine HER2-Überexpression zu zeigen, undmüssen in der Lage sein, zwischen mäßiger (übereinstimmend mit 2+) und starker (übereinstimmendmit 3+) Überexpression von HER2 unterscheiden zu können.
Nachweis der HER2-Überexpression oder der HER2-Genamplifikation beim MagenkarzinomDer Nachweis der HER2-Überexpression bzw. der HER2-Genamplifikation sollte nur mit einergenauen und validierten Untersuchung erfolgen. Als primäres Untersuchungsverfahren wird eine
IHC-Untersuchung empfohlen, und in Fällen, bei denen auch ein HER2-Genamplifikations-Statuserforderlich ist, muss entweder eine Silber-in-situ-Hybridisierungs- (SISH-) oder FISH-Methodeangewendet werden. Die Anwendung der SISH-Methode wird jedoch empfohlen, damit die
Tumorhistologie und -morphologie parallel ausgewertet werden können. Um die Validierung der
Testverfahren und die Generierung von präzisen und reproduzierbaren Ergebnissen sicherzustellen,müssen die HER2-Untersuchungen in einem Labor mit entsprechend geschulten Mitarbeiterndurchgeführt werden. Die vollständige Anleitung zur Durchführung der Bestimmung und Auswertungder Ergebnisse entnehmen Sie bitte den Gebrauchsanweisungen der verwendeten
HER2-Messverfahren.
In der ToGA-Studie (BO18255) wurden Patienten mit entweder IHC3+ oder FISH-positiven Tumorenals HER2-positiv definiert und in die Studie eingeschlossen. Basierend auf den klinischen
Studienergebnissen waren die positiven Effekte auf Patienten mit den höchsten Werten an
HER2-Protein-Überexpression begrenzt, definiert durch IHC3+ oder IHC2+ und einen positiven
FISH-Befund.
In einer Methodenvergleichsstudie (Studie D008548) von SISH- und FISH-Methoden zur Feststellungder HER2-Genamplifikation bei Patienten mit Magenkarzinom wurde eine hohe
Übereinstimmungsrate (> 95 %) beobachtet.
Eine HER2-Überexpression sollte durch eine immunhistochemische Untersuchung (IHC) fixierter
Tumorblöcke diagnostiziert werden. Eine HER2-Genamplifikation sollte mittels einer
In-situ-Hybridisierung unter Anwendung von entweder SISH oder FISH an fixierten Tumorblöckendiagnostiziert werden.
Das in Tabelle 3 dargestellte Bewertungssystem wird für die Beurteilung der IHC-Färbungsmusterempfohlen:
Tabelle 3: Empfohlenes Einstufungssystem zur Beurteilung der IHC-Färbungsmuster bei
Magenkarzinom
Einstufung Chirurgisches Probenmaterial - Biopsie-Probenmaterial - Beurteilung der
Färbungsmuster Färbungsmuster HER2-
Überexpression
Keine Reaktivität oder Keine Reaktivität oder0 Membranreaktivität bei < 10 % der Membranreaktivität in Negativ
Tumorzellen keinerlei Tumorzellen
Tumorzellencluster mit einer
Schwache/kaum wahrnehmbare schwachen/kaum
Membranreaktivität bei ≥ 10 % der wahrnehmbaren1+ Negativ
Tumorzellen; die Zellen sind nur an Membranreaktivität
Teilen ihrer Membran reaktiv unabhängig vom Prozentsatzgefärbter Tumorzellen
Einstufung Chirurgisches Probenmaterial - Biopsie-Probenmaterial - Beurteilung der
Färbungsmuster Färbungsmuster HER2-
Überexpression
Tumorzellencluster mit einerschwachen bis mäßigen
Schwache bis mäßige vollständigevollständigen basolateralenbasolaterale oder laterale2+ oder lateralen Nicht eindeutig
Membranreaktivität bei ≥ 10 % der
Membranreaktivität
Tumorzellenunabhängig vom Prozentsatzgefärbter Tumorzellen
Tumorzellencluster mit einerstarken vollständigen
Starke vollständige basolaterale oderbasolateralen oder lateralen3+ laterale Membranreaktivität in Positiv
Membranreaktivität≥ 10 % der Tumorzellenunabhängig vom Prozentsatzgefärbter Tumorzellen
Im Allgemeinen wird der Test mit SISH oder FISH als positiv gewertet, wenn das Verhältnis von
Anzahl der Kopien des HER2-Gens pro Tumorzelle zu Anzahl der Kopien des Chromosoms 17 größeroder gleich 2 ist.
Klinische Wirksamkeit und SicherheitMetastasierter BrustkrebsTrastuzumab wurde in klinischen Studien als Monotherapeutikum an Patienten mit MBC verabreicht,deren Tumoren HER2 überexprimierten und die auf eine oder mehrere Chemotherapien ihrermetastasierten Erkrankung nicht angesprochen hatten (Trastuzumab allein).
Trastuzumab wurde auch in Kombination mit Paclitaxel oder Docetaxel zur Behandlung von Patienteneingesetzt, die vorher noch keine Chemotherapie gegen ihr metastasiertes Mammakarzinom erhaltenhatten. Patienten, die vorher eine adjuvante Chemotherapie auf Anthrazyklin-Basis erhalten hatten,erhielten Paclitaxel (175 mg/m2, Infusionsdauer 3 Stunden) zusammen mit oder ohne Trastuzumab. Inder Hauptstudie mit Docetaxel (100 mg/m2 infundiert über 1 Stunde) zusammen mit oder ohne
Trastuzumab hatten 60 % der Patienten vorher eine adjuvante Anthrazyklin-basierte Chemotherapieerhalten. Die Patienten wurden bis zum Progress der Erkrankung mit Trastuzumab behandelt.
Die Wirksamkeit von Trastuzumab in Kombination mit Paclitaxel wurde bei Patienten, die vorher keinadjuvantes Anthrazyklin erhalten haben, nicht untersucht. Jedoch war Trastuzumab plus Docetaxel bei
Patienten wirksam, unabhängig davon, ob diese vorher adjuvantes Anthrazyklin erhalten hatten odernicht.
Die Testmethode zur Untersuchung der HER2-Überexpression, die in den klinischen Hauptstudien mit
Trastuzumab als Monotherapie und Trastuzumab plus Paclitaxel eingesetzt wurde, um die Eignung der
Patienten zu bestimmen, basierte auf der immunhistochemischen Färbung des HER2 an fixiertem
Material von Brustkrebstumoren unter Verwendung der monoklonalen Mausantikörper CB11 und4D5. Diese Gewebe wurden in Formalin oder Bouin-Lösung fixiert. Dieser Test wurde in einemzentralen Laboratorium durchgeführt, wobei eine Skala von 0 bis 3+ verwendet wurde. Patienten,deren Anfärbung als 2+ oder 3+ eingestuft wurde, wurden eingeschlossen, während diejenigen miteiner Anfärbung von 0 oder 1+ ausgeschlossen wurden. Mehr als 70 % der aufgenommenen Patientenzeigten eine Überexpression von 3+. Die Daten legen nahe, dass die positiven Effekte bei Patientenmit stärkerer Überexpression von HER2 (3+) ausgeprägter waren.
In der Hauptstudie mit Docetaxel, alleine oder zusammen mit Trastuzumab, war die
Immunhistochemie die häufigste Testmethode zur Ermittlung einer HER2-Überexpression. Einekleine Anzahl der Patienten wurde mittels Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung (FISH) getestet. Indieser Studie waren 87 % der teilnehmenden Patienten IHC3+, und 95 % der teilnehmenden Patientenwaren IHC3+ und/oder FISH-positiv.
Wöchentliche Anwendung bei metastasiertem Brustkrebs
Die Wirksamkeitsdaten der Studien zur Monotherapie und zur Kombinationstherapie sind in Tabelle 4zusammengefasst.
Tabelle 4: Wirksamkeitsdaten aus der Monotherapie- und den Kombinationstherapiestudien
Parameter Monotherapie Kombinationstherapie
Trastuzumab1 Trastuzumab Paclitaxel2 Trastuzumab Docetaxel3n = 172 plus n = 77 plus n = 94
Paclitaxel2 Docetaxel3n = 68 n = 92
Ansprechrate 18 % 49 % 17 % 61 % 34 %(95 % Konfidenzintervall) (13 - 25) (36 - 61) (9 - 27) (50 - 71) (25 - 45)
Mediane Ansprechzeit 9,1 8,3 4,6 11,7 5,7(Monate)(95 % Konfidenzintervall) (5,6 - 10,3) (7,3 - 8,8) (3,7 - 7,4) (9,3 - 15,0) (4,6 - 7,6)
Median TTP (Monate) 3,2 7,1 3,0 11,7 6,1(95 % Konfidenzintervall) (2,6 - 3,5) (6,2 - 12,0) (2,0 - 4,4) (9,2 - 13,5) (5,4 - 7,2)
Mediane Überlebenszeit 16,4 24,8 17,9 31,2 22,74(Monate)(95 % Konfidenzintervall) (12,3 - n. b.) (18,6 - 33,7) (11,2 - 23,8) (27,3 - 40,8) (19,1 - 30,8)
TTP = time to progression (Zeitspanne bis zum Fortschreiten der Erkrankung); 'n. b.“ bedeutet, dass der Wertnicht bestimmt werden konnte oder noch nicht erreicht war.
1. Studie H0649g: IHC3+ Patientensubpopulation2. Studie H0648g: IHC3+ Patientensubpopulation3. Studie M77001: Gesamtpopulation (intent-to-treat), 24-Monats-Ergebnisse
Kombinationsbehandlung mit Trastuzumab und AnastrozolTrastuzumab wurde in Kombination mit Anastrozol zur First-Line-Behandlung bei MBC beipostmenopausalen Patienten, die HER2 überexprimieren und die Hormonrezeptor- (d. h.
Östrogenrezeptor- und/oder Progesteronrezeptor-) positiv sind, untersucht. Die progressionsfreie
Überlebenszeit verdoppelte sich im Studienarm mit Trastuzumab und Anastrozol im Vergleich zu
Anastrozol allein (4,8 Monate gegenüber 2,4 Monaten). Die anderen Parameter, bei denen die
Kombination eine Verbesserung zeigte, waren: das Gesamtansprechen (16,5 % gegenüber 6,7 %); derklinische Nutzen (42,7 % gegenüber 27,9 %); die Zeit bis zur Progression (4,8 Monate gegenüber2,4 Monaten). Für die Zeit bis zum Ansprechen und für die Dauer des Ansprechens konnte kein
Unterschied zwischen den Studienarmen verzeichnet werden. Die mediane Gesamtüberlebenszeitverlängerte sich bei den Patienten im Kombinationsarm um 4,6 Monate. Der Unterschied warstatistisch nicht signifikant, jedoch wechselte mehr als die Hälfte der Patienten im Studienarm mit
Anastrozol allein nach Fortschreiten der Erkrankung zu einem Dosierungsschema mit Trastuzumab.
3-wöchentliche Anwendung bei metastasiertem BrustkrebsDie Wirksamkeitsdaten der nicht-vergleichenden Studien zur Monotherapie und zur
Kombinationstherapie sind in Tabelle 5 zusammengefasst:
Tabelle 5: Wirksamkeitsdaten aus den nicht-vergleichenden Monotherapie- und
Kombinationstherapiestudien
Parameter Monotherapie Kombinationstherapie
Trastuzumab1 Trastuzumab2 Trastuzumab Trastuzumabn = 105 n = 72 plus plus
Paclitaxel3 Docetaxel4n = 32 n = 110
Ansprechrate 24 % 27 % 59 % 73 %(95 % Konfidenzintervall) (15 - 35) (14 - 43) (41 - 76) (63 - 81)
Mediane Ansprechzeit 10,1 7,9 10,5 13,4(Monate) (Bereich) (2,8 - 35,6) (2,1 - 18,8) (1,8 - 21) (2,1 - 55,1)
Median TTP (Monate) 3,4 7,7 12,2 13,6(95 % Konfidenzintervall) (2,8 - 4,1) (4,2 - 8,3) (6,2 - n. b.) (11 - 16)
Mediane Überlebenszeit n. b. n. b. n. b. 47,3(Monate)(95 % Konfidenzintervall) (32 - n. b.)
TTP = time to progression (Zeitspanne bis zum Fortschreiten der Erkrankung); 'n. b.“ bedeutet, dass der Wertnicht bestimmt werden konnte oder noch nicht erreicht war.1. Studie WO16229: Initialdosis 8 mg/kg, gefolgt von 6 mg/kg 3-wöchentliche Anwendung2. Studie MO16982: Initialdosis 6 mg/kg wöchentlich dreimal; gefolgt von 6 mg/kg 3-wöchentliche Anwendung3. Studie BO159354. Studie MO16419
Auftreten einer ProgressionBei Patienten, die mit der Kombination von Trastuzumab plus Paclitaxel behandelt worden waren, trateine Progression in der Leber signifikant seltener auf als bei Patienten, die mit Paclitaxel alleinbehandelt wurden (21,8 % gegenüber 45,7 %; p = 0,004). Eine Progression im Zentralnervensystemtrat bei einer größeren Anzahl an Patienten auf, die mit Trastuzumab plus Paclitaxel behandelt wordenwaren, als bei Patienten, die nur mit Paclitaxel behandelt worden waren (12,6 % gegenüber 6,5 %;p = 0,377).
Brustkrebs im Frühstadium (adjuvantes Setting)Brustkrebs im Frühstadium ist definiert als nicht-metastasiertes primäres invasives Karzinom der
Brust.
Im adjuvanten Behandlungssetting wurde Trastuzumab in vier groß angelegten, multizentrischen,randomisierten Studien untersucht:
- Die Studie BO16348 wurde durchgeführt, um die 3-wöchentliche Behandlung mit Trastuzumabüber ein Jahr oder über zwei Jahre mit der Beobachtung von Patienten mit HER2-positivem
EBC nach einer Operation, Standard-Chemotherapie und Strahlentherapie (soweit zutreffend)zu vergleichen. Außerdem wurde ein Vergleich zwischen der einjährigen Behandlung mit
Trastuzumab und der zweijährigen Behandlung mit Trastuzumab durchgeführt. Patienten, dieder Verabreichung von Trastuzumab zugeteilt wurden, erhielten eine Initialdosis von 8 mg/kg,gefolgt von 6 mg/kg alle 3 Wochen über einen Zeitraum von entweder einem oder zwei Jahren.
- Die Studien NSABP B-31 und NCCTG N9831, die in einer gemeinsamen Auswertungzusammengefasst sind, wurden durchgeführt, um den klinischen Nutzen einer kombinierten
Behandlung von Trastuzumab mit Paclitaxel nach AC-Chemotherapie zu untersuchen. In der
Studie NCCTG N9831 wurde außerdem eine Gabe von Trastuzumab im Anschluss an die
AC→P-Chemotherapie bei Patienten mit HER2-positivem EBC nach einer Operationuntersucht.
- In der Studie BCIRG 006 wurde die Kombination einer Trastuzumab-Behandlung mit
Docetaxel, entweder nach AC-Chemotherapie oder in Kombination mit Docetaxel und
Carboplatin, bei Patienten mit HER2-positivem EBC nach einer Operation untersucht.
Brustkrebs im Frühstadium wurde in der HERA-Studie beschränkt auf operable, primäre, invasive
Adenokarzinome der Brust, mit positivem axillärem Lymphknotenbefall oder negativem axillärem
Lymphknotenbefall mit Tumoren von mindestens 1 Zentimeter Durchmesser.
In der gemeinsamen Auswertung der Studien NSABP B-31 und NCCTG N9831 war EBC beschränktauf Frauen mit operablem Brustkrebs mit hohem Risiko, das definiert war als HER2-positiv undpositiver axillärer Lymphknotenbefall oder als HER2-positiv und negativer axillärer
Lymphknotenbefall mit Hochrisikomerkmalen (Tumorgröße > 1 cm und negativer Östrogenrezeptoroder Tumorgröße > 2 cm, ungeachtet des Hormonstatus).
In der Studie BCIRG 006 war HER2-positiver EBC definiert als entweder positiver
Lymphknotenbefall oder Hochrisikopatienten ohne Lymphknotenbefall (pN0) und mindestens einerder folgenden Faktoren: Tumorgröße > 2 cm, Östrogen- und Progesteronrezeptor negativ,histologischer und/oder nuklearer Grad 2 - 3 oder Alter < 35 Jahre.
Die Wirksamkeitsdaten aus der Studie BO16348 nach 12 Monaten* und 8 Jahren** medianer
Nachbeobachtung sind in Tabelle 6 zusammengefasst:
Tabelle 6: Wirksamkeitsdaten aus der Studie BO16348
Mediane Nachbeobachtung Mediane Nachbeobachtung12 Monate* 8 Jahre**
Parameter Beobachtung Trastuzumab Beobachtung Trastuzumabn = 1 693 1 Jahr n = 1 697*** 1 Jahrn = 1 693 n = 1 702***
Krankheitsfreies Überleben(Disease-free survival, DFS)
- Anzahl der Patienten mit 219 (12,9 %) 127 (7,5 %) 570 (33,6 %) 471 (27,7 %)
Ereignis
- Anzahl der Patienten ohne 1 474 (87,1 %) 1 566 (92,5 %) 1 127 (66,4 %) 1 231 (72,3 %)
Ereignisp-Wert gegenüber < 0,0001 < 0,0001
Beobachtung
Hazard Ratio (HR) 0,54 0,76gegenüber Beobachtung
Rezidivfreies Überleben
- Anzahl der Patienten mit 208 (12,3 %) 113 (6,7 %) 506 (29,8 %) 399 (23,4 %)
Ereignis
- Anzahl der Patienten ohne 1 485 (87,7 %) 1 580 (93,3 %) 1 191 (70,2 %) 1 303 (76,6 %)
Ereignisp-Wert gegenüber < 0,0001 < 0,0001
Beobachtung
Hazard Ratio gegenüber 0,51 0,73
Beobachtung
Fernmetastasenfreies
Überleben
- Anzahl der Patienten mit 184 (10,9 %) 99 (5,8 %) 488 (28,8 %) 399 (23,4 %)
Ereignis
- Anzahl der Patienten ohne 1 508 (89,1 %) 1 594 (94,6 %) 1 209 (71,2 %) 1 303 (76,6 %)
Ereignisp-Wert gegenüber < 0,0001 < 0,0001
Beobachtung
Hazard Ratio gegenüber 0,50 0,76
Beobachtung
Mediane Nachbeobachtung Mediane Nachbeobachtung12 Monate* 8 Jahre**
Parameter Beobachtung Trastuzumab Beobachtung Trastuzumabn = 1 693 1 Jahr n = 1 697*** 1 Jahrn = 1 693 n = 1 702***
Gesamtüberleben (Overallsurvival, OS) (Tod)
- Anzahl der Patienten mit 40 (2,4 %) 31 (1,8 %) 350 (20,6 %) 278 (16,3 %)
Ereignis
- Anzahl der Patienten ohne 1 653 (97,6 %) 1 662 (98,2 %) 1 347 (79,4 %) 1 424 (83,7 %)
Ereignisp-Wert gegenüber 0,24 0,0005
Beobachtung
Hazard Ratio gegenüber 0,75 0,76
Beobachtung
*Der ko-primäre Endpunkt krankheitsfreies Überleben (DFS) von 1 Jahr gegenüber Beobachtung hat den vordefiniertenstatistischen Grenzwert erreicht
**Finale Analyse (einschließlich Crossover von 52 % der Patienten aus dem Beobachtungsarm in die Arme mit
Trastuzumab)
***Es gibt eine Diskrepanz in der gesamten Probengröße, da eine kleine Anzahl an Patienten nach dem Cut-off-Datum der12-monatigen medianen Nachbeobachtungsanalyse randomisiert wurde
Die Ergebnisse zur Wirksamkeit aus der Interims-Wirksamkeitsanalyse überschritten die im Protokollvordefinierte statistische Grenze für den Vergleich von 1 Jahr Trastuzumab gegenüber Beobachtung.
Nach einer medianen Nachbeobachtung von 12 Monaten lag die HR für DFS bei 0,54 (95 % KI: 0,44;0,67), was, bezogen auf eine 2-jährige krankheitsfreie Überlebensrate, einem absoluten Nutzen von7,6 Prozentpunkten (85,8 % gegenüber 78,2 %) zugunsten des Studienarms mit Trastuzumabentspricht.
Eine finale Analyse wurde nach einer medianen Nachbeobachtung von 8 Jahren durchgeführt undzeigte, dass eine Behandlung mit Trastuzumab über 1 Jahr mit einer Risikoverringerung von 24 %gegenüber der Beobachtung allein einhergeht (HR = 0,76; 95 % KI: 0,67; 0,86). Dies ergibt nach einer
Trastuzumab-Behandlung von 1 Jahr einen absoluten Nutzen im Sinne von einer krankheitsfreien8-Jahres-Überlebensrate von 6,4 Prozentpunkten.
In dieser finalen Analyse zeigte eine Verlängerung der Behandlung mit Trastuzumab auf 2 Jahregegenüber einer Behandlung über 1 Jahr keinen zusätzlichen Nutzen (krankheitsfreies Überleben[disease free survival - DFS] HR in der Intent-to-Treat-Population [ITT] von 2 Jahren gegenüber 1
Jahr = 0,99 [95 % KI: 0,87; 1,13], p-Wert = 0,90 und OS HR = 0,98 [0,83; 1,15]; p-Wert = 0,78). Die
Rate asymptomatischer kardialer Dysfunktion war im 2-Jahres-Behandlungsarm erhöht (8,1 %gegenüber 4,6 % im 1-Jahres-Behandlungsarm). Im 2-Jahres-Behandlungsarm kam es bei mehr
Patienten zu mindestens einem unerwünschten Ereignis von Grad 3 oder 4 (20,4 %) als im 1-Jahres-
Behandlungsarm (16,3 %).
In den Studien NSABP B-31 und NCCTG N9831 wurde Trastuzumab nach AC-Chemotherapie in
Kombination mit Paclitaxel verabreicht.
Doxorubicin und Cyclophosphamid wurden gleichzeitig wie folgt verabreicht:
- intravenöse Bolusinjektion von Doxorubicin, 60 mg/m2, gegeben alle 3 Wochen über 4 Zyklen.
- intravenöses Cyclophosphamid, 600 mg/m2 über 30 min, gegeben alle 3 Wochen über 4 Zyklen.
Paclitaxel in Kombination mit Trastuzumab wurde wie folgt verabreicht:
- intravenöses Paclitaxel - 80 mg/m2 als intravenöse Dauerinfusion, gegeben einmal pro Wocheüber 12 Wochenoder
- intravenöses Paclitaxel - 175 mg/m2 als intravenöse Dauerinfusion, gegeben alle 3 Wochenüber 4 Zyklen (am Tag 1 jedes Zyklus).
Die Wirksamkeitsdaten der gemeinsamen Auswertung der Studien NSABP B-31 und NCCTG N9831zum Zeitpunkt der endgültigen Analyse des krankheitsfreien Überlebens (DFS)* sind in Tabelle 7zusammengefasst. Die mediane Dauer der Nachbeobachtung betrug 1,8 Jahre bei Patienten im
AC→P-Arm und 2,0 Jahre bei Patienten im AC→PH-Arm.
Tabelle 7: Zusammenfassung der Wirksamkeitsdaten aus der gemeinsamen Auswertung der
Studien NSABP B-31 und NCCTG N9831 zum Zeitpunkt der endgültigen Analyse deskrankheitsfreien Überlebens (DFS)*
Parameter AC→P AC→PH Hazard Ratio vs.
(n = 1 679) (n = 1 672) AC→P(95 % KI)p-Wert
Krankheitsfreies Überleben
Anzahl der Patienten mit 261 (15,5) 133 (8,0) 0,48 (0,39; 0,59)
Ereignis (%) p < 0,0001
Auftreten von Fernmetastasen
Anzahl der Patienten mit 193 (11,5) 96 (5,7) 0,47 (0,37; 0,60)
Ereignis p < 0,0001
Tod (OS-Ereignis):
Anzahl der Patienten mit 92 (5,5) 62 (3,7) 0,67 (0,48; 0,92)
Ereignis p = 0,014**
A: Doxorubicin; C: Cyclophosphamid; P: Paclitaxel; H: Trastuzumab
* Nach einer medianen Dauer der Nachbeobachtung von 1,8 Jahren bei Patienten im AC→P-Arm und 2,0 Jahrenbei Patienten im AC→PH-Arm
** Der p-Wert für das Gesamtüberleben (OS) überschritt die vordefinierte statistische Grenze für den Vergleichvon AC→PH gegenüber AC→P nicht
In Bezug auf den primären Endpunkt krankheitsfreies Überleben (DFS) führte die Zugabe von
Trastuzumab zur Chemotherapie mit Paclitaxel zu einem 52 %igen Rückgang des Risikos für ein
Wiederauftreten der Krankheit. Die Hazard Ratio ergibt einen absoluten Nutzen im Hinblick auf einegeschätzte 3-jährige krankheitsfreie Überlebensrate von 11,8 Prozentpunkten (87,2 % gegenüber75,4 %) zugunsten des AC→PH-(Trastuzumab)-Arms.
Zum Zeitpunkt des Sicherheitsupdates nach der medianen Nachbeobachtungsdauer von 3,5 - 3,8
Jahren bestätigte eine Analyse des krankheitsfreien Überlebens nochmals den großen Vorteil, der inder maßgeblichen Analyse des krankheitsfreien Überlebens gezeigt wurde. Trotz des Cross-overs zu
Trastuzumab im Kontrollarm verringerte die zusätzliche Gabe von Trastuzumab zur Chemotherapiemit Paclitaxel das Risiko des Wiederauftretens der Krankheit um 52 %. Die zusätzliche Gabe von
Trastuzumab zur Chemotherapie mit Paclitaxel verringerte außerdem das Sterberisiko um 37 %.
Die vordefinierte finale Analyse des Gesamtüberlebens (OS) aus der gemeinsamen Analyse der
Studien NSABP B-31 und NCCTG N9831 wurde durchgeführt, nachdem 707 Todesfälle aufgetretenwaren (mediane Nachbeobachtung 8,3 Jahre in der AC→PH-Gruppe). Die Behandlung mit AC→PHführte zu einer statistisch signifikanten Verbesserung des Gesamtüberlebens (OS) im Vergleich zu der
Behandlung mit AC→P (stratifizierte HR = 0,64; 95 % KI [0,55; 0,74]; Log-Rank p-Wert < 0,0001).
Nach 8 Jahren betrug die geschätzte Überlebensrate im AC→PH-Arm 86,9 % und im AC→P-Arm79,4 %, ein absoluter Nutzen von 7,4 % (95 % KI: 4,9 %; 10,0 %).
Die finalen Ergebnisse bezüglich des Gesamtüberlebens (OS) aus der gemeinsamen Analyse der
Studien NSABP B-31 und NCCTG N9831 sind in Tabelle 8 zusammengefasst:
Tabelle 8: Finale Analyse des Gesamtüberlebens (OS) aus der gemeinsamen Analyse der Studien
NSABP B-31 und NCCTG N9831
Parameter AC→P AC→PH p-Wert vs. Hazard Ratio(n = 2 032) (n = 2 031) AC→P vs.
AC→P(95 % KI)
Tod (OS-Ereignis):
Anzahl der Patienten mit 418 (20,6 %) 289 (14,2 %) < 0,0001 0,64
Ereignis (%) (0,55; 0,74)
A: Doxorubicin; C: Cyclophosphamid; P: Paclitaxel; H: Trastuzumab
Auf der Basis der gemeinsamen Analyse der Studien NSABP B-31 und NCCTG N9831 wurde zum
Zeitpunkt der finalen OS-Analyse auch eine DFS-Analyse durchgeführt. Die aktualisierten Ergebnisseder DFS-Analyse (stratifizierte HR = 0,61; 95 % KI [0,54; 0,69]) zeigten im Vergleich zurmaßgeblichen primären DFS-Analyse einen ähnlichen Nutzen, obwohl 24,8 % der Patienten im
AC→P-Arm auf eine Behandlung mit Trastuzumab umgestellt wurden. Nach 8 Jahren betrug diegeschätzte Rate des krankheitsfreien Überlebens im AC→PH-Arm 77,2 % (95 % KI: 75,4; 79,1), einabsoluter Nutzen von 11,8 % im Vergleich zum AC→P-Arm.
In der BCIRG 006-Studie wurde Trastuzumab entweder nach AC-Chemotherapie in Kombination mit
Docetaxel verabreicht (AC→DH) oder in Kombination mit Docetaxel und Carboplatin (DCarbH).
Docetaxel wurde wie folgt verabreicht:
- intravenöses Docetaxel - 100 mg/m2 als intravenöse Infusion über 1 Stunde, gegeben alle3 Wochen über 4 Zyklen (im ersten Docetaxel-Zyklus am Tag 2, in jedem darauffolgenden
Zyklus am Tag 1)oder
- intravenöses Docetaxel - 75 mg/m2 als intravenöse Infusion über 1 Stunde, gegeben alle3 Wochen über 6 Zyklen (im ersten Docetaxel-Zyklus am Tag 2, in jedem darauffolgenden
Zyklus am Tag 1)gefolgt von:
- Carboplatin - Ziel-AUC = 6 mg/ml/min, verabreicht als intravenöse Infusion über 30 - 60
Minuten alle 3 Wochen über insgesamt 6 Zyklen.
Trastuzumab wurde wöchentlich zusammen mit der Chemotherapie verabreicht und anschließend alle3 Wochen über insgesamt 52 Wochen.
Die Wirksamkeitsdaten aus BCIRG 006 sind in den Tabellen 9 und 10 zusammengefasst. Die mediane
Dauer der Nachbeobachtung betrug 2,9 Jahre im AC→D-Arm und jeweils 3,0 Jahre im AC→DH- und
AC→DCarbH-Arm.
Tabelle 9: Überblick der Wirksamkeitsanalysen BCIRG 006 AC→D vs. AC→DH
Parameter AC→D AC→DH Hazard Ratio vs.
(n = 1 073) (n = 1 074) AC→D(95 % KI)p-Wert
Krankheitsfreies Überleben
Anzahl der Patienten mit 195 134 0,61 (0,49; 0,77)
Ereignis p < 0,0001
Auftreten von Fernmetastasen
Anzahl der Patienten mit 144 95 0,59 (0,46; 0,77)
Ereignis p < 0,0001
Tod (OS-Ereignis)
Anzahl der Patienten mit 80 49 0,58 (0,40; 0,83)
Ereignis p = 0,0024
AC→D = Doxorubicin plus Cyclophosphamid, gefolgt von Docetaxel; AC→DH = Doxorubicin plus
Cyclophosphamid, gefolgt von Docetaxel plus Trastuzumab; KI = Konfidenzintervall
Tabelle 10: Überblick der Wirksamkeitsanalysen BCIRG 006 AC→D vs. DCarbH
Parameter AC→D DCarbH Hazard Ratio vs.
(n = 1 073) (n = 1 074) AC→D(95 % KI)
Krankheitsfreies Überleben
Anzahl der Patienten mit 195 145 0,67 (0,54; 0,83)
Ereignis p = 0,0003
Auftreten von Fernmetastasen
Anzahl der Patienten mit 144 103 0,65 (0,50; 0,84)
Ereignis p = 0,0008
Tod (OS-Ereignis)
Anzahl der Patienten mit 80 56 0,66 (0,47; 0,93)
Ereignis p = 0,0182
AC→D = Doxorubicin plus Cyclophosphamid, gefolgt von Docetaxel; DCarbH = Docetaxel, Carboplatin und
Trastuzumab; KI = Konfidenzintervall
In Bezug auf den primären Endpunkt krankheitsfreies Überleben (DFS) ergab die Hazard Ratio in der
BCIRG 006-Studie einen absoluten Nutzen im Hinblick auf eine geschätzte 3-jährige krankheitsfreie
Überlebensrate von 5,8 Prozentpunkten (86,7 % gegenüber 80,9 %) zugunsten des AC→DH-(Trastuzumab)-Arms und 4,6 Prozentpunkten (85,5 % gegenüber 80,9 %) zugunsten des DCarbH-(Trastuzumab)-Arms, im Vergleich zu AC→D.
In der Studie BCIRG 006 hatten 213/1 075 Patienten im DCarbH-(TCH)-Arm, 221/1 074 Patienten im
AC→DH-(AC→TH)-Arm und 217/1 073 im AC→D-(AC→T)-Arm einen Karnofsky-Index von ≤ 90(entweder 80 oder 90). Es wurde kein Vorteil für krankheitsfreies Überleben (DFS) in dieser
Patientensubgruppe festgestellt (Hazard Ratio = 1,16; 95 % KI [0,73; 1,83] für DCarbH [TCH]gegenüber AC→D [AC→T]; Hazard Ratio 0,97; 95 % KI [0,60; 1,55] für AC→DH [AC→TH]gegenüber AC→D).
Zusätzlich wurde eine explorative Post-hoc-Analyse auf Basis der Datensätze aus den gemeinsamen
Analysen der klinischen Studien NSABP B-31/NCCTG N9831* und BCIRG 006 durchgeführt, diedas krankheitsfreie Überleben und die symptomatischen kardialen Ereignisse kombiniert. Das
Ergebnis ist in Tabelle 11 zusammengefasst:
Tabelle 11: Ergebnisse der explorativen Post-hoc-Analyse auf Basis der gemeinsamen
Auswertung der klinischen Studien NSABP B-31/NCCTG N9831* und BCIRG 006, die daskrankheitsfreie Überleben und die symptomatischen kardialen Ereignisse kombiniert
AC→PH AC→DH DCarbH(vs. AC→P) (vs. AC→D) (vs. AC→D)(NSABP B-31 und (BCIRG 006) (BCIRG 006)
NCCTG N9831)*
Primäre Wirksamkeitsanalyse
Krankheitsfreies
Überleben Hazard Ratio 0,48 0,61 0,67(95 % KI) (0,39; 0,59) (0,49; 0,77) (0,54; 0,83)p-Wert p < 0,0001 p < 0,0001 p = 0,0003
Langzeit-Nachbeobachtung
Wirksamkeitsanalyse**
Krankheitsfreies Überleben
Hazard Ratio 0,61 0,72 0,77(95 % KI) (0,54; 0,69) (0,61; 0,85) (0,65; 0,90)p-Wert p < 0,0001 p < 0,0001 p = 0,0011
Explorative Post-hoc-Analysemit krankheitsfreiem Überlebenund symptomatischen kardialen
Ereignissen
Langzeit-Nachbeobachtung**
Hazard Ratio 0,67 0,77 0,77(95 % KI) (0,60; 0,75) (0,66; 0,90) (0,66; 0,90)
A: Doxorubicin; C: Cyclophosphamid; P: Paclitaxel; D: Docetaxel; Carb: Carboplatin; H: Trastuzumab;
KI = Konfidenzintervall
* Zum Zeitpunkt der endgültigen Analyse des krankheitsfreien Überlebens (DFS). Die mediane Dauer der
Nachbeobachtung betrug im AC→P-Arm 1,8 Jahre und im AC→PH-Arm 2,0 Jahre
** Die mediane Dauer der Langzeit-Nachbeobachtung für die gemeinsame Auswertung der klinischen Studienbetrug im AC→PH-Arm 8,3 Jahre (Bereich: 0,1 bis 12,1) und im AC→P-Arm 7,9 Jahre (Bereich: 0,0 bis 12,2).
Die mediane Dauer der Langzeit-Nachbeobachtung in der Studie BCIRG 006 betrug sowohl im AC→D-Arm(Bereich: 0,0 bis 12,6) als auch im DCarbH-Arm (Bereich: 0,0 bis 13,1) 10,3 Jahre und im AC→DH-Arm 10,4
Jahre (Bereich: 0,0 bis 12,7)
Brustkrebs im Frühstadium (neoadjuvantes/adjuvantes Setting)Bis jetzt sind keine Ergebnisse verfügbar, die die Wirksamkeit von Trastuzumab mit Chemotherapieim adjuvanten Setting mit der Wirksamkeit im neoadjuvanten/adjuvanten Setting vergleichen.
Im neoadjuvanten/adjuvanten Behandlungssetting wurde die multizentrische, randomisierte Studie
MO16432 zur Untersuchung der klinischen Wirksamkeit der gleichzeitigen Verabreichung von
Trastuzumab mit neoadjuvanter Chemotherapie sowohl mit einem Anthrazyklin als auch mit einem
Taxan, gefolgt von adjuvantem Trastuzumab, bis hin zu einer gesamten Behandlungsdauer von 1 Jahrdurchgeführt. In die Studie wurden Patienten mit neu diagnostiziertem, lokal fortgeschrittenem(Stadium III) oder entzündlichem EBC eingeschlossen. Patienten mit HER2+-Tumoren wurdenentweder neoadjuvanter Chemotherapie in Kombination mit neoadjuvantem/adjuvantem Trastuzumaboder neoadjuvanter Chemotherapie allein randomisiert zugewiesen.
In der Studie MO16432 wurde Trastuzumab (8 mg/kg Initialdosis, gefolgt von 6 mg/kg
Erhaltungsdosis alle 3 Wochen) gleichzeitig mit 10 Zyklen einer neoadjuvanten Chemotherapie nachfolgendem Schema verabreicht:
- Doxorubicin 60 mg/m2 und Paclitaxel 150 mg/m2, 3-wöchentlich über 3 Zyklen verabreicht,gefolgt von:
- Paclitaxel 175 mg/m2, 3-wöchentlich über 4 Zyklen verabreicht,gefolgt von:
- CMF an Tag 1 und 8 alle 4 Wochen über 3 Zyklen,nach Operation gefolgt von:
- zusätzlichen Zyklen von adjuvantem Trastuzumab (um eine Behandlungsdauer von einem Jahrzu erreichen).
Die Wirksamkeitsdaten aus der Studie MO16432 sind in Tabelle 12 zusammengefasst. Die mediane
Dauer der Nachbeobachtung betrug im Trastuzumab-Arm 3,8 Jahre.
Tabelle 12: Wirksamkeitsdaten aus MO16432
Parameter Chemotherapie + Chemotherapie allein
Trastuzumab (n = 116)(n = 115)
Ereignisfreies Überleben Hazard Ratio(95 % KI)
Anzahl der Patienten mit 46 59 0,65 (0,44; 0,96)
Ereignis p = 0,0275
Totale pathologische 40 % 20,7 % p = 0,0014
Komplettremission* (95 % KI) (31,0; 49,6) (13,7; 29,2)
Gesamtüberleben Hazard Ratio(95 % KI)
Anzahl der Patienten mit 22 33 0,59 (0,35; 1,02)
Ereignis p = 0,0555
* definiert als Nichtauftreten invasiver Tumoren sowohl in der Brust als auch den axillären Lymphknoten
Ein absoluter Nutzen von 13 Prozentpunkten (65 % gegenüber 52 %) wurde in Bezug auf einegeschätzte 3-jährige ereignisfreie Überlebensrate zugunsten des Trastuzumab-Arms ermittelt.
Metastasiertes MagenkarzinomTrastuzumab wurde in einer randomisierten, offenen Phase-III-Studie, ToGA (BO18255), in
Kombination mit Chemotherapie versus Chemotherapie allein untersucht.
Die Chemotherapie wurde wie folgt verabreicht:
- Capecitabin - 1 000 mg/m2 oral zweimal täglich über 14 Tage alle 3 Wochen für 6 Zyklen (vom
Abend des 1. Tages bis zum Morgen des 15. Tages eines jeden Zyklus)oder
- Intravenöses 5-Fluorouracil - 800 mg/m2/Tag als intravenöse Dauerinfusion über 5 Tage, alle 3
Wochen für 6 Zyklen (Tag 1 bis 5 eines jeden Zyklus)
Eine der beiden Therapien wurde jeweils verabreicht mit:
- Cisplatin - 80 mg/m2 alle 3 Wochen für 6 Zyklen am Tag 1 eines jeden Zyklus.
Die Wirksamkeitsdaten aus der Studie BO18225 sind in Tabelle 13 zusammengefasst:
Tabelle 13: Wirksamkeitsdaten aus BO18225
Parameter FP FP+H HR (95 % p-Wertn = 290 n = 294 Konfidenzintervall)
Medianes Gesamtüberleben11,1 13,8 0,74 (0,60 - 0,91) 0,0046(Monate)
Medianes progressionsfreies5,5 6,7 0,71 (0,59 - 0,85) 0,0002
Überleben (Monate)
Mediane Zeit bis zum
Fortschreiten der Erkrankung 5,6 7,1 0,70 (0,58 - 0,85) 0,0003(Monate)
Gesamtansprechrate, % 34,5 % 47,3 % 1,70a (1,22; 2,38) 0,0017
Mediane Dauer des 4,8 6,9 0,54 (0,40 - 0,73) < 0,0001
Ansprechens (Monate)
FP+H: Fluoropyrimidin/Cisplatin + Trastuzumab
FP: Fluoropyrimidin/Cisplatina: Odds Ratio
In die Studie aufgenommen wurden Patienten mit zuvor nicht behandeltem HER2-positivem,inoperablem, lokal fortgeschrittenem oder rezidivierendem und/oder metastasiertem Adenokarzinomdes Magens oder des gastroösophagealen Übergangs, welches kurativ nicht zu behandeln war. Derprimäre Endpunkt war das Gesamtüberleben, definiert als Zeit vom Datum der Randomisierung biszum Datum, an dem der Patient verstarb, unabhängig von der jeweiligen Todesursache. Zum
Zeitpunkt der Analyse waren insgesamt 349 randomisierte Patienten gestorben: 182 Patienten(62,8 %) im Kontrollarm und 167 Patienten (56,8 %) im Behandlungsarm. Die meisten Todesfällewaren auf Ereignisse zurückzuführen, die in Zusammenhang mit der zugrunde liegenden
Krebserkrankung standen.
Post hoc durchgeführte Subgruppenanalysen zeigen, dass positive Behandlungseffekte auf Tumorenmit stärkerer Expression des HER2-Proteins (IHC2+/FISH+ oder IHC3+) beschränkt sind. Dasmediane Gesamtüberleben der Gruppe mit hoher HER2-Expression betrug 11,8 Monate gegenüber16 Monaten, HR 0,65 (95 % KI: 0,51 - 0,83), und das mittlere progressionsfreie Überleben betrug5,5 Monate gegenüber 7,6 Monaten, HR 0,64 (95 % KI: 0,51 - 0,79) für FP bzw. FP+H. Für das
Gesamtüberleben betrug die Hazard Ratio 0,75 (95 % KI: 0,51 - 1,11) in der IHC2+/FISH+ Gruppeund 0,58 (95 % KI: 0,41 - 0,81) in der IHC3+/FISH+ Gruppe.
In einer explorativen Subgruppenanalyse in der ToGA-Studie (BO18255) zeigte sich keinoffensichtlicher Vorteil in Bezug auf das Gesamtüberleben durch die zusätzliche Gabe von
Trastuzumab bei Patienten mit ECOG PS2 als Ausgangswert (HR 0,96 [95 % KI: 0,51 - 1,79]), nichtmessbarer (HR 1,78 [95 % KI: 0,87 - 3,66]) und lokal fortgeschrittener Erkrankung (HR 1,20 [95 %
KI: 0,29 - 4,97]).
Kinder und JugendlicheDie Europäische Arzneimittel-Agentur hat für Trastuzumab eine Freistellung von der Verpflichtungzur Vorlage von Ergebnissen zu Studien in allen pädiatrischen Altersklassen bei Brust- und
Magenkrebs gewährt (siehe Abschnitt 4.2 bzgl. Informationen zur Anwendung bei Kindern und
Jugendlichen).
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
Die Pharmakokinetik von Trastuzumab wurde im Rahmen einer populationspharmakokinetischen
Modellanalyse, unter Verwendung von gepoolten Daten von 1 582 Individuen, einschließlich
Patienten mit HER2-positivem MBC, EBC, fortgeschrittenem Magenkarzinom (AGC - advancedgastric cancer) oder anderen Tumorarten sowie gesunder Probanden, aus 18 Phase-I-, -II- und -III-
Studien, die Trastuzumab intravenös erhielten, bewertet. Ein Zwei-Kompartiment-Modell mit parallellinearer und nicht-linearer Elimination aus dem zentralen Kompartiment beschrieb das
Konzentrations-Zeit-Profil von Trastuzumab. Aufgrund der nicht-linearen Elimination erhöhte sich die
Gesamt-Clearance mit sinkender Konzentration. Daher kann für die Halbwertszeit von Trastuzumabkein konstanter Wert abgeleitet werden. Die t1/2 ist mit abnehmender Konzentration innerhalb des
Dosierungsintervalls rückläufig (siehe Tabelle 16). Patienten mit MBC und mit EBC hatten ähnliche
PK-Parameter (z. B. Clearance [CL], Verteilungsvolumen des zentralen Kompartiments [Vc]) undpopulationsprognostizierte Steady-State-Expositionen (Cmin, Cmax und AUC). Die lineare Clearance lagfür MBC bei 0,136 l/Tag, für EBC bei 0,112 l/Tag und für AGC bei 0,176 l/Tag. Die Werte der nicht-linearen Eliminationsparameter bei Patienten mit MBC, EBC oder AGC lagen für die maximale
Eliminationsgeschwindigkeit (Vmax) bei 8,81 mg/Tag und für die Michaelis-Menten-Konstante (Km)bei 8,92 Mikrogramm (µg)/ml. Das Volumen des zentralen Kompartiments betrug bei Patienten mit
MBC und EBC 2,62 l und bei Patienten mit AGC 3,63 l. Im finalen populationspharmakokinetischen
Modell wurden außer der primären Tumorart auch das Körpergewicht, die Serum-Aspartat-
Aminotransferase und Albumin als statistisch signifikante Kovariaten identifiziert, die die Expositiongegenüber Trastuzumab beeinflussen. Das Ausmaß der Wirkung dieser Kovariaten auf die
Trastuzumab-Exposition weist jedoch darauf hin, dass diese Kovariaten kaum einen klinischbedeutsamen Einfluss auf die Trastuzumab-Konzentrationen haben.
Die populationsprognostizierten Werte der PK-Exposition (median mit 5. - 95. Perzentile) und die
Werte der PK-Parameter in klinisch relevanten Konzentrationen (Cmax und Cmin) für MBC-, EBC- und
AGC-Patienten, die mit den zugelassenen wöchentlichen und 3-wöchentlichen Dosierungsschematabehandelt wurden, sind in Tabelle 14 (Zyklus 1), Tabelle 15 (Steady State) und Tabelle 16(PK-Parameter) aufgeführt.
Tabelle 14: Populationsprognostizierte Werte der PK-Exposition aus dem 1. Zyklus (median mit5. - 95. Perzentile) für Dosierungsschemata von Trastuzumab intravenös bei MBC-, EBC- und
AGC-Patienten
Dosierungsschema Primäre N Cmin (µg/ml) Cmax (µg/ml) AUC0-21 Tage
Tumorart (µg x Tag/ml)28,7 182 1 376
MBC 805(2,9 - 46,3) (134 - 280) (728 - 1 998)8 mg/kg + 6 mg/kg30,9 176 1 3903-wöchentlich EBC 390(18,7 - 45,5) (127 - 227) (1 039 - 1 895)(q3w)23,1 132 1 109
AGC 274(6,1 - 50,3) (84,2 - 225) (588 - 1 938)37,4 76,5 1 073
MBC 8054 mg/kg + 2 mg/kg (8,7 - 58,9) (49,4 - 114) (597 - 1 584)wöchentlich (qw) 38,9 76,0 1 074
EBC 390(25,3 - 58,8) (54,7 - 104) (783 - 1 502)
Tabelle 15: Populationsprognostizierte Werte der Steady-State-PK-Exposition (median mit5. - 95. Perzentile) für Dosierungsschemata von Trastuzumab intravenös bei MBC-, EBC- und
AGC-Patienten
Dosierungsschema Primäre N Cmin,ss* Cmax,ss** AUCss, 0-21 Tage Zeit bis
Tumorart (µg/ml) (µg/ml) (µg x Tag/ml) Steady
State***(Woche)44,2 179 1 736
MBC 805 12(1,8 - 85,4) (123 - 266) (618 - 2 756)8 mg/kg + 6 mg/kg 53,8 184 1 927
EBC 390 15q3w (28,7 - 85,8) (134 - 247) (1 332 - 2 771)32,9 131 1 338
AGC 274 9(6,1 - 88,9) (72,5 - 251) (557 - 2 875)63,1 107 1 710
MBC 805 124 mg/kg + 2 mg/kg (11,7 - 107) (54,2 - 164) (581 - 2 715)qw 72,6 115 1 893
EBC 390 14(46 - 109) (82,6 - 160) (1 309 - 2 734)
*Cmin,ss - Cmin im Steady State
**Cmax,ss = Cmax im Steady State
***Zeit bis 90 % von Steady State
Tabelle 16: Populationsprognostizierte PK-Parameterwerte bei Steady State für
Dosierungsschema von Trastuzumab intravenös bei MBC-, EBC- und AGC-Patienten
Dosierungsschema Primäre N Gesamt CL- t1/2-Bereich von Cmax,ss
Tumorart Bereich von bis Cmin,ss
Cmax,ss bis Cmin,ss (Tag)(l/Tag)
MBC 805 0,183 - 0,302 15,1 - 23,38 mg/kg +
EBC 390 0,158 - 0,253 17,5 - 26,66 mg/kg q3w
AGC 274 0,189 - 0,337 12,6 - 20,64 mg/kg + MBC 805 0,213 - 0,259 17,2 - 20,42 mg/kg qw EBC 390 0,184 - 0,221 19,7 - 23,2
Trastuzumab-AuswaschungDie Trastuzumab-Auswaschphase wurde mithilfe des populationspharmakokinetischen Modells nachder intravenösen wöchentlichen oder 3-wöchentlichen Anwendung bewertet. Die Ergebnisse dieser
Simulationen weisen darauf hin, dass mindestens 95 % der Patienten innerhalb von 7 Monaten
Konzentrationen von < 1 μg/ml erreichen (ungefähr 3 % der populationsprognostizierten Cmin,ss oderetwa 97 % Auswaschung).
Zirkulierendes HER2-ECDDie explorative Analyse der Kovariaten, mit Informationen von nur einem Teil der Patienten, lässtvermuten, dass Patienten mit einem höheren Grad an HER2-ECD eine schnellere nicht-lineare
Clearance (niedrigere Km) (p < 0,001) aufwiesen. Es gab eine Korrelation zwischen den Werten des inden Blutstrom freigesetzten Antigens und von SGOT/AST; ein Teil der Auswirkung des in den
Blutstrom freigesetzten Antigens auf die Clearance könnte durch die SGOT/AST-Werte erklärtworden sein.
Die Ausgangswerte des zirkulierenden HER2-ECD, die bei Patienten mit MGC beobachtet wurden,waren mit denen bei MBC- und EBC-Patienten vergleichbar, und es wurde kein offensichtlicher
Einfluss auf die Clearance von Trastuzumab beobachtet.
5.3 Präklinische Sicherheitsdaten
In Studien von bis zu 6 Monaten ergab sich kein Anhaltspunkt für eine akute Toxizität oder Toxizitätbei wiederholter Dosierung, und Studien zur Teratogenität, weiblichen Fertilität und Toxizität am
Ende der Gestation und zur Plazentagängigkeit lieferten keinen Hinweis auf eine
Reproduktionstoxizität. Trastuzumab ist nicht genotoxisch. Eine Studie zu Trehalose, einemwesentlichen Hilfsstoff der Formulierung, ergab keine Anzeichen auf eine Toxizität.
Es wurden keine tierexperimentellen Langzeitstudien zum kanzerogenen Potenzial von Trastuzumabund zu seinem Einfluss auf die Fruchtbarkeit männlicher Tiere durchgeführt.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
Histidin
Histidinhydrochlorid-Monohydrat
Trehalose-Dihydrat
Polysorbat 20
6.2 Inkompatibilitäten
Dieses Arzneimittel darf, außer mit den unter Abschnitt 6.6 aufgeführten, nicht mit anderen
Arzneimitteln gemischt oder verdünnt werden.
KANJINTI darf nicht mit Glukoselösung verdünnt werden, da dadurch eine Proteinaggregationverursacht wird.
6.3 Haltbarkeit
Ungeöffnete Durchstechflasche3 Jahre.
Aseptische Rekonstitution und Verdünnung
Nach aseptischer Rekonstitution mit sterilem Wasser für Injektionszwecke, wurde die chemische undphysikalische Stabilität der rekonstituierten Lösung für 48 Stunden bei 2 °C - 8 °C nachgewiesen.
Nach aseptischer Verdünnung in Polyvinylchlorid-, Polyethylen- oder Polypropylen-Beuteln mit
Natriumchloridlösung 9 mg/ml (0,9 %) zur Injektion, wurde die chemische und physikalische
Stabilität von KANJINTI für bis zu 30 Tage bei 2 °C - 8 °C und danach für 24 Stunden bei
Temperaturen bis 30 °C nachgewiesen.
Aus mikrobiologischen Gründen sind die rekonstituierte Lösung und die Infusionslösung mit
KANJINTI umgehend zu verwenden. Falls die Lösung nicht umgehend verwendet wird, liegen die
Aufbewahrungsdauer und -bedingungen vor der Anwendung in der Verantwortlichkeit des Anwendersund dürfen 24 Stunden bei 2 °C - 8 °C nicht überschreiten, es sei denn, Rekonstitution und
Verdünnung wurden unter kontrollierten und validierten aseptischen Bedingungen durchgeführt.
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Im Kühlschrank lagern (2 °C - 8 °C).
Die rekonstituierte Lösung nicht einfrieren.
In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
Aufbewahrungsbedingungen nach Rekonstitution des Arzneimittels, siehe Abschnitte 6.3 und 6.6.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
KANJINTI 150 mg Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung20-ml-Durchstechflasche aus Klarglas Typ I mit Fluorharzfilm-beschichtetem Butyl-Gummistopfenund einem abziehbaren Aluminiumstaubschutzverschluss enthält 150 mg Trastuzumab.
Jede Packung enthält eine Durchstechflasche.
KANJINTI 420 mg Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung50-ml-Durchstechflasche aus Klarglas Typ I mit Fluorharzfilm-beschichtetem Butyl-Gummistopfenund einem abziehbaren Aluminiumstaubschutzverschluss enthält 420 mg Trastuzumab.
Jede Packung enthält eine Durchstechflasche.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
HandhabungFür Rekonstitution und Verdünnung sollte ein geeignetes aseptisches Verfahren angewendet werden.
Vorsicht ist notwendig, um die Sterilität der zubereiteten Lösungen sicherzustellen. Da das
Arzneimittel keine antimikrobiellen Konservierungsstoffe oder bakteriostatischen Substanzen enthält,muss eine aseptische Vorgehensweise beachtet werden.
Aseptische Zubereitung, Handhabung und AufbewahrungBei der Vorbereitung der Infusion muss eine aseptische Handhabung sichergestellt werden. Die
Zubereitung muss:
* unter aseptischen Bedingungen von geschulten Mitarbeitern entsprechend den Regeln der guten
Praxis, insbesondere in Bezug auf die aseptische Zubereitung von Parenteralia, durchgeführtwerden.
* unter Anwendung von Standard-Vorsichtsmaßnahmen für die sichere Handhabung intravenöser
Substanzen unter einem Laminar Airflow Abzug oder an einer biologischen
Sicherheitswerkbank erfolgen.
* gefolgt werden von der adäquaten Aufbewahrung der zubereiteten Lösung zur intravenösen
Infusion, um die Aufrechterhaltung der aseptischen Bedingungen sicherzustellen.
KANJINTI sollte während der Rekonstitution vorsichtig gehandhabt werden. Falls während der
Rekonstitution oder durch Schütteln der rekonstituierten Lösung übermäßige Schaumbildung auftritt,kann dies zu Problemen hinsichtlich der Menge KANJINTI führen, die der Durchstechflascheentnommen werden kann.
Die rekonstituierte Lösung sollte nicht eingefroren werden.
KANJINTI 150 mg Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung
Jede Durchstechflasche mit 150 mg KANJINTI wird mit 7,2 ml sterilem Wasser für Injektionszwecke(nicht mitgeliefert) rekonstituiert. Andere Lösungsmittel zur Rekonstitution sollten vermieden werden.
Es ergibt sich 7,4 ml Lösung zur Einmalanwendung mit ungefähr 21 mg/ml Trastuzumab mit einempH von ca. 6,1. Ein Volumenüberschuss von 4 % gewährleistet, dass jeder Durchstechflasche dieangegebene Menge von 150 mg entnommen werden kann.
KANJINTI 420 mg Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung
Jede Durchstechflasche mit 420 mg KANJINTI wird mit 20 ml sterilem Wasser für Injektionszwecke(nicht mitgeliefert) rekonstituiert. Andere Lösungsmittel zur Rekonstitution sollten vermieden werden.
Es ergibt sich 21 ml Lösung zur Einmalanwendung mit ungefähr 21 mg/ml Trastuzumab mit einempH von ca. 6,1. Ein Volumenüberschuss von 5 % gewährleistet, dass jeder Durchstechflasche dieangegebene Menge von 420 mg entnommen werden kann.
KANJINTI- Menge an sterilem Wasser Endkonzentration
Durchstechflasche für Injektionszwecke150 mg Durchstechflasche + 7,2 ml = 21 mg/ml420 mg Durchstechflasche + 20 ml = 21 mg/ml
Anweisungen zur aseptischen Rekonstitution1) Verwenden Sie eine sterile Spritze und injizieren Sie langsam die entsprechende Menge an sterilem
Wasser für Injektionszwecke (wie oben angegeben) in die Durchstechflasche mit lyophilisiertem
KANJINTI, wobei Sie den Strahl auf den Lyophilisat-Kuchen richten.
2) Schwenken Sie die Durchstechflasche vorsichtig, um die Rekonstitution zu erreichen. NICHT
SCHÜTTELN.
Leichtes Schäumen durch die Rekonstitution ist nicht ungewöhnlich. Lassen Sie die Durchstechflaschefür etwa 5 Minuten ruhig stehen. Das rekonstituierte KANJINTI ergibt eine farblose bis schwachgelbliche durchsichtige Lösung und sollte praktisch frei von sichtbaren Partikeln sein.
Anweisungen zur aseptischen Verdünnung der rekonstituierten LösungBestimmen Sie das erforderliche Volumen:
* auf der Basis der Initialdosis von 4 mg Trastuzumab/kg Körpergewicht oder der weiterenwöchentlichen Dosis von 2 mg Trastuzumab/kg Körpergewicht:
Volumen (ml) = Körpergewicht (kg) × Dosis (4 mg/kg initial oder 2 mg/kg bei weiteren Dosen)21 (mg/ml, Konzentration der rekonstituierten Lösung)
* auf der Basis der Initialdosis von 8 mg Trastuzumab/kg Körpergewicht oder der weiteren3-wöchentlichen Dosis von 6 mg Trastuzumab/kg Körpergewicht:
Volumen (ml) = Körpergewicht (kg) × Dosis (8 mg/kg initial oder 6 mg/kg bei weiteren Dosen)21 (mg/ml, Konzentration der rekonstituierten Lösung)
Es sollte eine entsprechende Menge der rekonstituierten Lösung unter Verwendung einer sterilen
Nadel und Spritze aus der Durchstechflasche entnommen und einem Infusionsbeutel mit 250 ml einer9 mg/ml (0,9 %) Natriumchlorid-Injektionslösung zugefügt werden. Keine Glukoselösung verwenden(siehe Abschnitt 6.2). Der Beutel sollte vorsichtig umgedreht werden, um die Lösung ohne
Schaumbildung zu vermischen.
Parenterale Arzneimittel sollten vor der Anwendung visuell auf feine Partikel und Verfärbungenüberprüft werden.
Es wurden keine Inkompatibilitäten zwischen KANJINTI und Beuteln aus Polyvinylchlorid,
Polyethylen oder Polypropylen beobachtet.
KANJINTI ist nur zur einmaligen Anwendung bestimmt, da das Arzneimittel keine
Konservierungsstoffe enthält. Nicht verwendetes Arzneimittel und Abfallmaterial ist entsprechend dennationalen Anforderungen zu beseitigen.
7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS
Amgen Europe B.V.
Minervum 7061
NL-4817 ZK Breda
Niederlande
8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)
EU/1/18/1281/001
EU/1/18/1281/002
9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 16. Mai 2018
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung:
10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu verfügbar.