Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels KALETRA 200mg / 50mg tablets
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
Kaletra 200 mg/50 mg Filmtabletten
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Jede Filmtablette enthält 200 mg Lopinavir in Kombination mit 50 mg Ritonavir zur Verbesserung der
Pharmakokinetik.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Filmtablette
Rot mit 'AL“-Prägung auf einer Seite.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Kaletra ist in Kombination mit anderen antiretroviralen Arzneimitteln zur Behandlung von mit demhumanen Immundefizienz-Virus (HIV-1) infizierten Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern über 2
Jahre angezeigt.
Bei bereits mit Proteasehemmern vorbehandelten HIV-1-infizierten Erwachsenen sollte die
Anwendung von Kaletra auf einer individuellen virologischen Resistenzuntersuchung und der
Behandlungsvorgeschichte des Patienten beruhen (siehe Abschnitte 4.4 und 5.1).
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
Kaletra sollte von Ärzten verschrieben werden, die in der Behandlung von HIV-Infektionen Erfahrunghaben.
Kaletra Tabletten müssen im Ganzen geschluckt und dürfen nicht gekaut, zerbrochen oder zerdrücktwerden.
DosierungErwachsene und Jugendliche
Die empfohlene Standard-Dosierung für Kaletra Tabletten beträgt 400/100 mg (zwei Tabletten zu je200/50 mg) zweimal täglich; sie können zum Essen oder unabhängig von den Mahlzeiteneingenommen werden. Sofern eine einmal tägliche Einnahme für die Behandlung des Patientennotwendig ist, können erwachsene Patienten Kaletra Tabletten auch einmal täglich in der Dosierung800/200 mg (vier Tabletten zu je 200/50 mg) zum Essen oder unabhängig von den Mahlzeiteneinnehmen. Diese Art der Dosierung sollte auf jene Patienten beschränkt werden, die nur sehr wenige
Proteaseinhibitor-(PI)-assoziierte Mutationen aufweisen (d. h. weniger als 3 PI-Mutationenentsprechend der klinischen Studienergebnisse, detaillierte Beschreibung dieser Patienten siehe
Abschnitt 5.1). Bei der Anwendung der einmal täglichen Dosierung sollten das Risiko einer wenigerlang anhaltenden virologischen Suppression (siehe Abschnitt 5.1) und das erhöhte Risiko einer
Diarrhö (siehe Abschnitt 4.8) im Vergleich zur empfohlenen zweimal täglichen Standard-Dosierung in
Betracht gezogen werden. Für Patienten mit Schwierigkeiten beim Schlucken steht eine Lösung zum
Einnehmen zur Verfügung. Die entsprechenden Dosierungshinweise können Sie der Fachinformationzu Kaletra Lösung zum Einnehmen entnehmen.
Kinder (Kinder über 2 Jahre)
Kinder mit einem Körpergewicht über 40 kg oder einer Körperoberfläche (KO)* größer als 1,4 m2können die Erwachsenen-Dosis erhalten (400/100 mg zweimal täglich). Die Dosierung für Kinder miteinem Körpergewicht unter 40 kg oder einer Körperoberfläche zwischen 0,5 m2 und 1,4 m2 und die inder Lage sind, Tabletten zu schlucken, siehe Fachinformation zu Kaletra 100 mg/25 mg Tabletten. Für
Kinder, die keine Tabletten schlucken können, siehe Fachinformation zu Kaletra Lösung zum
Einnehmen. Basierend auf den derzeit verfügbaren Daten sollten Kinder Kaletra nicht als einmaltägliche Dosierung einnehmen (siehe Abschnitt 5.1).
*Die Körperoberfläche (KO) lässt sich nach der folgenden Formel berechnen:
KO (m2) = (Größe (cm) X Gewicht (kg)/3600)
Kinder unter 2 Jahren
Die Unbedenklichkeit und Wirksamkeit von Kaletra bei Kindern unter 2 Jahren konnten bisher nochnicht nachgewiesen werden. Derzeit verfügbare Daten sind in Abschnitt 5.2 beschrieben, jedochkönnen keine Dosierungsempfehlungen ausgesprochen werden.
Begleittherapie: Efavirenz oder Nevirapin
Die nachfolgende Tabelle enthält - basierend auf der Körperoberfläche - Dosierungsrichtlinien für
Kaletra Tabletten in Kombination mit Efavirenz oder Nevirapin bei Kindern.
Dosierungsrichtlinien für Kinder mit Begleittherapie Efavirenzoder Nevirapin
Körperoberfläche Empfohlene Dosierung von(m2) Lopinavir/Ritonavir (mg)zweimal täglich
Die geeignete Dosierung kann mitzwei verfügbaren Stärken von
Kaletra Tabletten erzielt werden:100/25 mg und 200/50 mg.*≥ 0,5 bis < 0,8 200/50 mg≥ 0,8 bis < 1,2 300/75 mg≥ 1,2 bis < 1,4 400/100 mg≥ 1,4 500/125 mg
*Kaletra Tabletten dürfen nicht gekaut, zerbrochen oder zerdrückt werden.
Eingeschränkte LeberfunktionBei HIV-infizierten Patienten mit leichter bis mäßiger Leberfunktionsstörung wurde ein Anstieg der
Lopinavir-Exposition um etwa 30 % beobachtet, der jedoch nicht als klinisch relevant zu betrachten ist(siehe Abschnitt 5.2). Für Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung liegen keine Daten vor.
Kaletra darf bei diesen Patienten nicht angewendet werden (siehe Abschnitt 4.3).
Eingeschränkte NierenfunktionDa die renale Clearance von Lopinavir und Ritonavir vernachlässigbar ist, werden bei Patienten miteingeschränkter Nierenfunktion keine erhöhten Plasmakonzentrationen erwartet. Lopinavir und
Ritonavir werden aufgrund ihrer hohen Eiweißbindung wahrscheinlich weder durch Hämodialysenoch durch Peritonealdialyse in bedeutsamem Umfang eliminiert.
Schwangerschaft und Postpartum− Eine Dosisanpassung für Lopinavir/Ritonavir während der Schwangerschaft und Postpartum istnicht erforderlich.
− Die einmal tägliche Anwendung von Lopinavir/Ritonavir wird aufgrund fehlenderpharmakokinetischer und klinischer Daten nicht empfohlen.
Art der AnwendungKaletra Tabletten werden oral verabreicht und müssen im Ganzen geschluckt und dürfen nicht gekaut,zerbrochen oder zerdrückt werden. Kaletra Tabletten können mit oder ohne Nahrung eingenommenwerden.
4.3 Kontraindikationen
Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.
Schwere Leberinsuffizienz.Kaletra enthält Lopinavir und Ritonavir, beide sind Hemmer des P450-Isoenzyms CYP3A. Kaletrasollte nicht gleichzeitig mit Arzneimitteln angewendet werden, deren Clearance stark von CYP3Aabhängt und bei denen durch erhöhte Plasmakonzentrationen mit schweren und/oderlebensbedrohlichen Situationen zu rechnen ist. Diese Arzneimittel sind:
Arzneimittelklasse Arzneimittel innerhalb der Rationale
Klasse
Erhöhte Spiegel der Begleitmedikation
Alpha1-Adrenozeptor- Alfuzosin Erhöhte Plasmakonzentrationen von
Antagonist Alfuzosin, die zu schwerer
Hypotonie führen können. Diegleichzeitige Anwendung mit
Alfuzosin ist kontraindiziert (siehe
Abschnitt 4.5).
Antianginöse Arzneimittel Ranolazin Erhöhte Plasmakonzentrationen von
Ranolazin. Dadurch kann das Risikoschwerwiegender und/oderlebensbedrohlicher Reaktionenerhöht sein (siehe Abschnitt 4.5).
Antiarrhythmika Amiodaron, Erhöhte Plasmakonzentrationen von
Dronedaron Amiodaron und Dronedaron.
Dadurch wird das Risiko von
Arrhythmien oder anderen schweren
Nebenwirkungen erhöht (siehe
Abschnitt 4.5).
Antibiotika Fusidinsäure Erhöhte Plasmakonzentrationen von
Fusidinsäure. Die gleichzeitige
Anwendung mit Fusidinsäure ist beidermatologischen Infektionenkontraindiziert (siehe Abschnitt 4.5).
Arzneimittelklasse Arzneimittel innerhalb der Rationale
Klasse
Arzneimittel gegen Neratinib Erhöhte Plasmakonzentrationen von
Krebserkrankungen Neratinib. Dadurch kann das Risikoschwerwiegender und/oderlebensbedrohlicher Reaktionenerhöht sein (siehe Abschnitt 4.5).
Venetoclax Erhöhte Plasmakonzentrationen von
Venetoclax. Bei der Dosisinitiierungund während der Dosis-
Titrationsphase erhöhtes Risiko fürdie Entwicklung eines
Tumorlysesyndroms (siehe
Abschnitt 4.5).
Arzneimittel gegen Gicht Colchicin Erhöhte Plasmakonzentrationen von
Colchicin. Möglicheschwerwiegende und/oderlebensbedrohliche Nebenwirkungenbei Patienten mit eingeschränkter
Nieren- und/oder Leberfunktion(siehe Abschnitte 4.4 und 4.5).
Antihistaminika Astemizol, Terfenadin Erhöhte Plasmakonzentrationen von
Astemizol und Terfenadin. Dadurchwird das Risiko schwerer
Arrhythmien erhöht (siehe
Abschnitt 4.5).
Antipsychotika/ Lurasidon Erhöhte Plasmakonzentrationen von
Neuroleptika Lurasidon. Dadurch kann das Risikoschwerwiegender und/oderlebensbedrohlicher Reaktionenerhöht sein (siehe Abschnitt 4.5).
Pimozid Erhöhte Plasmakonzentrationen von
Pimozid. Dadurch wird das Risikoschwerer hämatologischer
Anomalien oder anderer schwerer
Nebenwirkungen erhöht (siehe
Abschnitt 4.5).
Quetiapin Erhöhte Plasmakonzentrationen von
Quetiapin. Diese können zu
Bewusstlosigkeit führen. Diegleichzeitige Anwendung von
Quetiapin ist kontraindiziert (siehe
Abschnitt 4.5).
Ergotamine Dihydroergotamin, Ergonovin, Erhöhte Plasmakonzentrationen von
Ergotamin, Ergotaminen führen zu akuter
Methylergonovin Ergotoxizität, einschließlich
Vasospasmen und Ischämie (siehe
Abschnitt 4.5).
Arzneimittelklasse Arzneimittel innerhalb der Rationale
Klasse
GI- Cisaprid Erhöhte Plasmakonzentrationen vonmotilitätsmodifizierende Cisaprid. Dadurch wird das Risiko
Pharmaka schwerer Arrhythmien erhöht (siehe
Abschnitt 4.5).
Direkt gegen Hepatitis C Elbasvir/Grazoprevir Erhöhtes Risiko eines Anstiegs derwirkende antivirale Alanin-Aminotransferase (ALT)
Arzneimittel (siehe Abschnitt 4.5).
Ombitasvir/Paritaprevir/Ritonavir Erhöhte Plasmakonzentrationen vonmit oder ohne Dasabuvir Paritaprevir. Dadurch wird das
Risiko für einen Anstieg der Alanin-
Aminotransferase (ALT) erhöht(siehe Abschnitt 4.5).
Lipidmodifizierende
Arzneimittel
HMG-CoA- Lovastatin, Simvastatin Erhöhte Plasmakonzentrationen von
Reduktasehemmer Lovastatin und Simvastatin. Dadurchwird das Risiko für Myopathien,einschließlich Rhabdomyolyse,erhöht (siehe Abschnitt 4.5).
Inhibitor des Lomitapid Erhöhte Plasmakonzentrationen vonmikrosomalen Lomitapid (siehe Abschnitt 4.5).
Triglycerid-
Transferproteins (MTP)
Phosphodiesterase(PDE5)- Avanafil Erhöhte Plasmakonzentrationen von
Hemmer Avanafil (siehe Abschnitte 4.4 und4.5).
Sildenafil Kontraindiziert nur, wenn es zur
Behandlung der pulmonal-arteriellen
Hypertonie (PAH) angewendet wird.
Erhöhte Plasmakonzentrationen von
Sildenafil. Dadurch erhöhtes Risikofür Sildenafil-assoziierte
Nebenwirkungen (einschließlich
Hypotonie und Synkope). Siehe
Abschnitt 4.4 und Abschnitt 4.5unter 'gleichzeitige Anwendung von
Sildenafil bei Patienten mit erektiler
Dysfunktion“.
Vardenafil Erhöhte Plasmakonzentrationen von
Vardenafil (siehe Abschnitte 4.4 und4.5).
Arzneimittelklasse Arzneimittel innerhalb der Rationale
Klasse
Sedativa/Schlafmittel oral angewendetes Midazolam, Erhöhte Plasmakonzentrationen von
Triazolam oral angewendetem Midazolam und
Triazolam. Dadurch wird das Risikoeiner starken Sedierung und
Atemdepression erhöht. Zu
Vorsichtshinweisen bei parenteralangewendetem Midazolam siehe
Abschnitt 4.5.
Erniedrigte Lopinavir/Ritonavir-Spiegel
Pflanzliche Zubereitungen Johanniskraut Pflanzliche Zubereitungen, die
Johanniskraut (Hypericumperforatum) enthalten, bergen das
Risiko erniedrigter
Plasmakonzentrationen undverminderter klinischer Wirksamkeitvon Lopinavir und Ritonavir (siehe
Abschnitt 4.5).
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Patienten mit BegleiterkrankungenEingeschränkte LeberfunktionZur Sicherheit und Wirksamkeit von Kaletra bei Patienten mit signifikanten Leberfunktionsstörungenliegen keine Angaben vor. Kaletra ist bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörungkontraindiziert (siehe '4.3 Gegenanzeigen“). Patienten mit chronischer Hepatitis B oder C, die miteiner antiretroviralen Kombinationstherapie behandelt werden, haben ein erhöhtes Risiko für schwereunerwünschte Arzneimittelwirkungen auf die Leber mit möglicherweise letalem Ausgang. Im Falleeiner antiviralen Begleittherapie gegen Hepatitis B oder C wird auf die Fachinformation dieser
Arzneimittel verwiesen.
Patienten mit vorbestehenden Leberfunktionsstörungen, einschließlich chronischer Hepatitis, zeigenwährend einer antiretroviralen Kombinationstherapie eine erhöhte Häufigkeit von Veränderungen der
Leberwerte und müssen nach den üblichen Richtlinien überwacht werden. Bei solchen Patienten musseine Unterbrechung oder ein Abbruch der Therapie bei Hinweisen auf eine Verschlechterung der
Lebererkrankung erwogen werden.
Über erhöhte Transaminasen mit oder ohne erhöhte Bilirubinspiegel wurde unter Lopinavir/Ritonavirin Kombination mit anderen antiretroviralen Arzneimitteln berichtet. Diese traten bereits 7 Tage nach
Beginn der Lopinavir/Ritonavir-Behandlung sowohl bei HIV-1-infizierten Patienten als auch bei
Personen, die Kaletra zur Postexpositionsprophylaxe erhielten, auf. In einigen Fällen waren die
Leberfunktionsstörungen schwerwiegend.
Vor Behandlungsbeginn mit Lopinavir/Ritonavir sollten geeignete Laboruntersuchungen durchgeführtwerden und eine engmaschige Kontrolle sollte während der Therapie vorgenommen werden.
Eingeschränkte NierenfunktionDa die renale Clearance von Lopinavir und Ritonavir vernachlässigbar ist, werden bei Patienten mit
Nierenfunktionsstörungen keine erhöhten Plasmakonzentrationen erwartet. Durch die hohe
Eiweißbindung von Lopinavir und Ritonavir können diese durch Hämodialyse oder Peritonealdialysewahrscheinlich nicht ausreichend beseitigt werden.
Hämophilie
Es liegen Berichte über eine Zunahme von Blutungen, einschließlich spontaner kutaner Hämatomeund Hämarthrosen, bei Hämophilie-Patienten (Typ A und B), die mit Proteasehemmern behandeltwurden, vor. Einige dieser Patienten erhielten zusätzlichen Faktor VIII. In über der Hälfte dieser Fällewurde die Behandlung mit Proteasehemmern fortgesetzt bzw. wieder aufgenommen, wenn sieunterbrochen worden war. Ein kausaler Zusammenhang wird vermutet, der Wirkmechanismus istallerdings nicht geklärt. Hämophilie-Patienten müssen daher auf die Möglichkeit einer Zunahme von
Blutungen aufmerksam gemacht werden.
PankreatitisEs wurden Fälle von Pankreatitis bei Patienten, die Kaletra einnehmen, berichtet, einschließlichderjenigen, die eine Hypertriglyceridämie entwickelten. In den meisten Fällen hatten die Patienteneine Pankreatitis in ihrer Vorgeschichte und/oder eine begleitende Therapie mit Arzneimitteln, die mit
Pankreatitis in Zusammenhang gebracht werden. Auffällige Triglyceridanstiege sind ein Risikofaktorfür die Entwicklung einer Pankreatitis. Patienten mit fortgeschrittener HIV-Erkrankung haben einerhöhtes Risiko für Triglyceridanstiege und Pankreatitis.
Eine Pankreatitis muss bei klinischen Symptomen (Übelkeit, Erbrechen, Oberbauchbeschwerden) oderabweichenden Laborwerten (wie erhöhte Serumlipase- oder -amylase-Werte) in Erwägung gezogenwerden. Patienten mit diesen Anzeichen oder Symptomen sollten untersucht werden. Bei einer
Pankreatitis-Diagnose muss die Behandlung mit Kaletra unterbrochen werden (siehe Abschnitt 4.8).
Entzündliches Immunrekonstitutionssyndrom
Bei HIV-infizierten Patienten mit schwerem Immundefekt kann sich zum Zeitpunkt der Einleitungeiner antiretroviralen Kombinationstherapie (ART) eine entzündliche Reaktion auf asymptomatischeoder residuale opportunistische Infektionen entwickeln, die zu schweren klinischen Zuständen oder
Verschlechterung von Symptomen führt. Typischerweise wurden solche Reaktionen innerhalb derersten Wochen oder Monate nach Beginn der ART beobachtet. Entsprechende Beispiele sind CMV-
Retinitis, disseminierte und/oder lokalisierte mykobakterielle Infektionen und Pneumocystis-jirovecii-
Pneumonie. Jedes Entzündungssymptom ist zu bewerten; falls notwendig, ist eine Behandlungeinzuleiten.
Auch über das Auftreten von Autoimmunerkrankungen (wie z. B. Morbus Basedow und
Autoimmunhepatitis) im Zusammenhang mit einem Immunrekonstitutionssyndrom wurde berichtet.
Jedoch ist der Zeitpunkt des Auftretens variabler und kann viele Monate nach Behandlungsbeginneinsetzen.
OsteonekroseObwohl eine multifaktorielle Ätiologie angenommen wird (darunter Anwendung von
Corticosteroiden, Alkoholkonsum, schwere Immunsuppression, höherer Body-Mass-Index), wurden
Fälle von Osteonekrose, insbesondere bei Patienten mit fortgeschrittener HIV-Erkrankung und/oder
Langzeitanwendung einer antiretroviralen Kombinationstherapie (ART), berichtet. Die Patienten sinddarauf hinzuweisen, bei Auftreten von Gelenkbeschwerden und -schmerzen, Gelenksteife oder
Schwierigkeiten bei Bewegungen den Arzt aufzusuchen.
PR-Intervall-Verlängerung
Bei einigen gesunden erwachsenen Probanden zeigte sich unter Lopinavir/Ritonavir eine mäßigeasymptomatische Verlängerung des PR-Intervalls. Selten wurde bei Patienten, die Lopinavir/Ritonavireinnehmen und bei denen eine strukturelle Herzerkrankung und eine vorbestehende Anomalie des
Reizleitungssystems zugrunde liegen, oder bei Patienten, die Arzneimittel einnehmen, diebekanntermaßen das PR-Intervall verlängern (wie z. B. Verapamil oder Atazanavir), über einen AV-
Block II. bis III. Grades berichtet. Bei solchen Patienten sollte Kaletra mit Vorsicht angewandt werden(siehe Abschnitt 5.1).
Gewicht und metabolische ParameterWährend einer antiretroviralen Therapie können eine Gewichtszunahme und ein Anstieg der Blutlipid-und Blutglukosewerte auftreten. Diese Veränderungen können teilweise mit dem verbesserten
Gesundheitszustand und dem Lebensstil zusammenhängen. In einigen Fällen ist ein Einfluss der
Behandlung auf die Blutlipidwerte erwiesen, während es für die Gewichtszunahme keinen klaren
Nachweis eines Zusammenhangs mit einer bestimmten Behandlung gibt. Für die Überwachung der
Blutlipid- und Blutglukosewerte wird auf die anerkannten HIV-Therapierichtlinien verwiesen. Die
Behandlung von Lipidstörungen sollte nach klinischem Ermessen erfolgen.
Wechselwirkungen mit ArzneimittelnKaletra enthält Lopinavir und Ritonavir, die Hemmer des P450-Isoenzyms CYP3A sind. Kaletraerhöht wahrscheinlich die Plasmakonzentrationen von Arzneimitteln, die überwiegend über CYP3Averstoffwechselt werden. Die Anstiege der Plasmakonzentrationen der Begleitmedikation könnenderen therapeutische Wirksamkeit oder Nebenwirkungen verstärken oder verlängern (siehe Abschnitte4.3 und 4.5).
Starke CYP3A4-Inhibitoren wie Proteasehemmer können die Bedaquilin-Exposition erhöhen, wasmöglicherweise das Risiko für Bedaquilin-bedingte Nebenwirkungen erhöht. Deshalb sollte die
Kombination von Bedaquilin mit Lopinavir/Ritonavir vermieden werden. Falls jedoch der Nutzen das
Risiko überwiegt, muss die gleichzeitige Anwendung von Bedaquilin zusammen mit
Lopinavir/Ritonavir mit Vorsicht erfolgen. Eine häufigere Durchführung von Elektrokardiogrammenund Untersuchungen der Transaminasen wird empfohlen (siehe Abschnitt 4.5 und die Fachinformationzu Bedaquilin).
Die gleichzeitige Anwendung von Delamanid mit einem starken CYP3A-Inhibitor (wie
Lopinavir/Ritonavir) kann die Exposition gegenüber den Delamanid-Metaboliten erhöhen, welchesmit einer QTc-Verlängerung assoziiert ist. Falls die gleichzeitige Behandlung von Delamanidzusammen mit Ritonavir als notwendig erachtet wird, wird eine sehr häufige EKG-Kontrolle währendder gesamten Delamanid-Behandlung empfohlen (siehe Abschnitt 4.5 und die Fachinformation zu
Delamanid).
Es wurde über lebensbedrohliche und tödliche Wechselwirkungen bei Patienten, die mit Colchicin undstarken CYP3A-Inhibitoren wie Ritonavir, behandelt wurden, berichtet. Die gleichzeitige Anwendungmit Colchicin ist kontraindiziert bei Patienten mit eingeschränkter Nieren- und/oder Leberfunktion(siehe Abschnitte 4.3 und 4.5).
Kaletra in Kombination mit− Tadalafil zur Behandlung der pulmonal-arteriellen Hypertonie wird nicht empfohlen (siehe
Abschnitt 4.5);− Riociguat wird nicht empfohlen (siehe Abschnitt 4.5);− Vorapaxar wird nicht empfohlen (siehe Abschnitt 4.5);− Fusidinsäure bei Knochen-Gelenkentzündungen wird nicht empfohlen (siehe Abschnitt 4.5);− Salmeterol wird nicht empfohlen (siehe Abschnitt 4.5);− Rivaroxaban wird nicht empfohlen (siehe Abschnitt 4.5).
Die Kombination von Kaletra mit Atorvastatin wird nicht empfohlen. Falls die Anwendung von
Atorvastatin unbedingt erforderlich ist, sollte die geringstmögliche Dosis von Atorvastatin untersorgfältiger Beobachtung der Sicherheitsparameter angewendet werden. Ebenso ist Vorsicht gebotenund niedrigere Dosierungen müssen in Betracht gezogen werden, wenn Kaletra in Kombination mit
Rosuvastatin gegeben wird. Für den Fall, dass eine Behandlung mit einem HMG-CoA-Reduktase-
Hemmer angezeigt ist, wird die Anwendung von Pravastatin oder Fluvastatin empfohlen (siehe
Abschnitt 4.5).
PDE5-Inhibitoren
Besondere Vorsicht ist geboten bei der Verschreibung von Sildenafil oder Tadalafil zur Behandlungder erektilen Dysfunktion für Patienten, die Kaletra erhalten. Durch die gleichzeitige Anwendung von
Kaletra mit diesen Arzneimitteln wird ein erheblicher Anstieg ihrer Konzentrationen erwartet mit dendamit verbundenen Nebenwirkungen wie Hypotonie, Synkope, Sehstörungen und verlängerte Erektion(siehe Abschnitt 4.5). Die gleichzeitige Anwendung von Avanafil oder Vardenafil und
Lopinavir/Ritonavir ist kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3). Die gleichzeitige Anwendung von
Sildenafil zur Behandlung der pulmonal-arteriellen Hypertonie mit Kaletra ist kontraindiziert (siehe
Abschnitt 4.3).
Besondere Vorsicht ist bei der Kombination von Kaletra mit Arzneimitteln, die bekanntermaßen eine
Verlängerung des QT-Intervalls induzieren können (z. B. Chlorphenamin, Chinidin, Erythromycin,
Clarithromycin), geboten. Kaletra kann die Konzentrationen dieser Begleitmedikation erhöhen, was zueinem Anstieg der damit verbundenen kardialen Nebenwirkungen führen kann. In präklinischen
Studien wurde über kardiale Ereignisse von Kaletra berichtet, weswegen ein möglicher kardialer
Effekt von Kaletra zurzeit nicht ausgeschlossen werden kann (siehe Abschnitte 4.8 und 5.3).
Die gemeinsame Anwendung von Kaletra mit Rifampicin wird nicht empfohlen. Rifampicinverursacht in Kombination mit Kaletra eine erhebliche Abnahme der Lopinavir-Konzentration undkann somit die Wirksamkeit von Lopinavir signifikant verringern. Eine adäquate Exposition von
Lopinavir/Ritonavir kann durch eine Dosiserhöhung von Kaletra erreicht werden, jedoch ist dies miteinem höheren Risiko für unerwünschte Wirkungen an Leber und Gastrointestinaltrakt verbunden.
Daher sollte die gemeinsame Anwendung vermieden werden, sofern diese nicht als unbedingtnotwendig angesehen wird (siehe Abschnitt 4.5).
Die gleichzeitige Anwendung von Kaletra und Fluticason oder anderen Glucocorticoiden, die über
CYP3A4 verstoffwechselt werden, wie z. B. Budesonid und Triamcinolon, wird nicht empfohlen,außer wenn der mögliche Nutzen der Behandlung das Risiko von systemischen
Corticosteroidwirkungen, einschließlich Cushing-Syndrom und Nebennierenrindensuppression,überwiegt (siehe Abschnitt 4.5).
Sonstige
Kaletra kann keine Heilung der HIV-Infektion oder von AIDS bewirken. Patienten, die Kaletraeinnehmen, können weiterhin an Infektionen oder anderen Krankheiten, die mit der HIV-Erkrankungoder AIDS in Verbindung stehen, erkranken.
NatriumDieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Tablette, d. h., es ist nahezu'natriumfrei“.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Kaletra enthält Lopinavir und Ritonavir, die das P450-Isoenzym CYP3A in vitro hemmen. Diegleichzeitige Anwendung von Kaletra und Arzneimitteln, die hauptsächlich über CYP3Averstoffwechselt werden, kann zu einem Anstieg der Plasmakonzentrationen dieser Arzneimittelführen und dadurch deren therapeutische Wirkung und/oder Nebenwirkungen verstärken bzw.
verlängern. In klinisch relevanten Konzentrationen hemmt Kaletra CYP2D6, CYP2C9, CYP2C19,
CYP2E1, CYP2B6 oder CYP1A2 nicht (siehe Abschnitt 4.3).
Kaletra induziert in vivo seine eigene Metabolisierung und erhöht die Biotransformation einiger
Arzneimittel, die durch Cytochrom-P450-Enzyme (einschließlich CYP2C9 und CYP2C19) und durch
Glucuronidierung metabolisiert werden. Dies kann zu verminderten Plasmakonzentrationen und zueiner wesentlichen Verringerung der Wirksamkeit gleichzeitig angewendeter Arzneimittel führen.
Arzneimittel, die insbesondere durch die zu erwartenden Wechselwirkungen sowie ihr Potenzial fürschwerwiegende Nebenwirkungen kontraindiziert sind, sind in Abschnitt 4.3 aufgeführt.
Alle Studien zu Wechselwirkungen wurden, falls nicht anders angegeben, mit Kaletra Kapselndurchgeführt. Diese führen zu einer ca. 20 % geringeren Lopinavir-Exposition als die 200/50 mg
Tabletten.
Bekannte und theoretisch mögliche Wechselwirkungen mit ausgewählten antiretroviralen und nichtantiretroviralen Arzneimitteln sind in nachfolgender Tabelle aufgelistet. Diese Liste ist nicht alsabschließend oder umfassend anzusehen. Es sollten die jeweiligen Fachinformationen zu Rate gezogenwerden.
Tabelle zu Wechselwirkungen
Wechselwirkungen zwischen Kaletra und gleichzeitig angewendeten Arzneimitteln sind innachfolgender Tabelle aufgelistet (Anstieg wird mit '↑“, Abnahme mit '↓“, keine Änderung mit '↔“,einmal täglich mit 'QD“, zweimal täglich mit 'BID“ und dreimal täglich mit 'TID“ abgebildet).
Sofern keine weiteren Angaben gemacht werden, wurden die nachfolgenden Studien mit derempfohlenen Lopinavir/Ritonavir-Dosierung durchgeführt (z. B. zweimal täglich 400/100 mg).
Gleichzeitig angewendetes Wirkung auf die Klinische Empfehlung bei
Arzneimittel Arzneimittelspiegel gleichzeitiger Einnahme von
Kaletra
In Arzneimittelklassen Veränderung desaufgeteilt geometrischen Mittelsin %von AUC, Cmax, Cmin
Wirkmechanismus der
Wechselwirkung
Antiretrovirale Arzneimittel
Nukleosidische/Nukleotidische Reverse-Transkriptase-Hemmer (NRTIs)
Stavudin, Lopinavir: ↔ Keine Dosisanpassung
Lamivudin notwendig.
Abacavir, Abacavir, Zidovudin: Die klinische Bedeutung der
Zidovudin Konzentrationen können verminderten Abacavir- undabnehmen aufgrund der Zidovudin-Konzentrationen isterhöhten Glucuronidierung nicht bekannt.
durch Lopinavir/Ritonavir.
Tenofovirdisoproxilfumarat Tenofovir: Keine Dosisanpassung(TDF), 300 mg QD AUC: ↑ 32 % notwendig.
Cmax: ↔ Höhere Tenofovir-(entsprechend 245 mg Cmin: ↑ 51 % Konzentrationen könnten
Tenofovirdisoproxil) Lopinavir: ↔ Tenofovir-assoziierte
Nebenwirkungen, einschließlich
Nierenerkrankungen, verstärken.
Nicht nukleosidische Reverse-Transkriptase-Hemmer (NNRTIs)
Efavirenz, 600 mg QD Lopinavir: Die Dosierung von Kaletra
AUC: ↓ 20 % Tabletten sollte auf zweimal
Cmax: ↓ 13 % täglich 500/125 mg erhöht
Cmin: ↓ 42 % werden, wenn gleichzeitig
Efavirenz angewendet wird.
Efavirenz, 600 mg QD Kaletra darf in der einmal
Lopinavir: ↔ täglichen Dosierung nicht in(Lopinavir/Ritonavir (bezüglich 400/100 mg Kombination mit Efavirenz500/125 mg BID) BID bei alleiniger Gabe) eingenommen werden.
Nevirapin, 200 mg BID Lopinavir: Die Dosierung der Kaletra
AUC: ↓ 27 % Tabletten sollte auf zweimal
Cmax: ↓ 19 % täglich 500/125 mg erhöht
Cmin: ↓ 51 % werden, wenn gleichzeitig
Nevirapin angewendet wird.
Kaletra darf in der einmaltäglichen Dosierung nicht in
Kombination mit Nevirapineingenommen werden.
Etravirin Etravirin: Keine Dosisanpassung
AUC: ↓ 35 % notwendig.
(Lopinavir/Ritonavir-Tabletten Cmin: ↓ 45 %400/100 mg BID) Cmax: ↓ 30 %
Lopinavir:
AUC: ↔
Cmin: ↓ 20 %
Cmax: ↔
Rilpivirin Rilpivirin: Die gleichzeitige Anwendung
AUC: ↑ 52 % von Kaletra mit Rilpivirin(Lopinavir/Ritonavir-Tabletten Cmin: ↑ 74 % verursacht einen Anstieg der400/100 mg BID) Cmax: ↑ 29 % Plasmakonzentration von
Rilpivirin. Es ist keine
Lopinavir: Dosisanpassung erforderlich.
AUC: ↔
Cmin: ↓ 11 %
Cmax: ↔(Hemmung der CYP3A-
Enzyme)
HIV CCR5-Antagonist
Maraviroc Maraviroc: Die Dosierung von Maraviroc
AUC: ↑ 295 % sollte auf 150 mg zweimal
Cmax: ↑ 97 % täglich verringert werdenaufgrund der CYP3A- während der gleichzeitigen
Hemmung durch Einnahme von Kaletra
Lopinavir/Ritonavir. 400 mg/100 mg zweimal täglich.
Integrase-Inhibitor
Raltegravir Raltegravir: Keine Dosisanpassung
AUC: ↔ notwendig.
Cmax: ↔
C12: ↓ 30 %
Lopinavir: ↔
Gleichzeitige Anwendung mit anderen HIV-Proteasehemmern (PIs)
Eine duale Therapie mit Proteaseinhibitoren wird nach den derzeitigen Therapieleitlinien im
Allgemeinen nicht empfohlen.
Fosamprenavir/Ritonavir Fosamprenavir: Die gleichzeitige Einnahme(700/100 mg BID) Amprenavir- erhöhter Dosen von
Konzentrationen sind Fosamprenavir (1400 mg BID)(Lopinavir/Ritonavir signifikant erniedrigt. zusammen mit Kaletra400/100 mg BID) (533/133 mg BID) ergab bei mit
Proteasehemmernoder vorbehandelten Patienten mitdiesem Kombinationsregime ein
Fosamprenavir höheres Auftreten von(1400 mg BID) gastrointestinalen
Nebenwirkungen und einen(Lopinavir/Ritonavir Anstieg der Triglyceride ohne533/133 mg BID) Erhöhung der virologischen
Wirksamkeit im Vergleich zur
Standard-Dosierung von
Fosamprenavir/Ritonavir.
Eine gleichzeitige Anwendungdieser Arzneimittel wird nichtempfohlen.
Kaletra darf in der einmaltäglichen Dosierung nicht in
Kombination mit Amprenavireingenommen werden.
Indinavir, 600 mg BID Indinavir: Die geeignete Dosierung für
AUC: ↔ diese Kombination hinsichtlich
Cmin: ↑ 3,5fach Wirksamkeit und Sicherheit
Cmax: ↓ konnte nicht ermittelt werden.
(bezüglich alleiniger Gabevon Indinavir 800 mg
TID)
Lopinavir: ↔(bezüglich früherem
Vergleich)
Saquinavir, 1 000 mg BID Saquinavir: ↔ Keine Dosisanpassungerforderlich.
Tipranavir/Ritonavir Lopinavir: Die gleichzeitige Anwendung(500/100 mg BID) AUC: ↓ 55 % dieser Arzneimittel wird nicht
Cmin: ↓ 70 % empfohlen.
Cmax: ↓ 47 %
Säurereduzierende Arzneimittel
Omeprazol (40 mg QD) Omeprazol: ↔ Keine Dosisanpassungerforderlich.
Lopinavir: ↔
Ranitidin (150 mg, einfache Ranitidin: ↔ Keine Dosisanpassung
Dosis) erforderlich.
Alpha1-Adrenozeptor-Antagonist
Alfuzosin Alfuzosin: Die gleichzeitige Anwendung von
Aufgrund der CYP3A- Kaletra und Alfuzosin ist
Inhibition durch kontraindiziert (siehe Abschnitt
Lopinavir/Ritonavir werden 4.3), da das Risiko Alfuzosin-erhöhte Alfuzosin- bedingter Toxizität, einschließlich
Konzentrationen erwartet. Hypotonie, erhöht werden kann.
Analgetika
Fentanyl Fentanyl: Bei gleichzeitiger Anwendung
Erhöhtes Risiko für von Fentanyl zusammen mit
Nebenwirkungen Kaletra wird eine sorgfältige(Atemdepression, Überwachung auf
Sedierung) aufgrund Nebenwirkungen (besondershöherer Atemdepression, aber auch
Plasmakonzentrationen Sedierung) empfohlen.
durch CYP3A4-Hemmungdurch Lopinavir/Ritonavir.
Antianginöse Arzneimittel
Ranolazin Aufgrund der CYP3A- Die gleichzeitige Einnahme von
Inhibition durch Kaletra und Ranolazin ist
Lopinavir/Ritonavir kontraindiziert (siehe Abschnittwerden erhöhte Ranolazin- 4.3).
Konzentrationen erwartet.
Antiarrhythmika
Amiodaron, Amiodaron, Dronedaron: Die gleichzeitige Einnahme von
Dronedaron Konzentrationen sind Kaletra mit Amiodaron odermöglicherweise erhöht Dronedaron ist kontraindiziertaufgrund der CYP3A4- (siehe Abschnitt 4.3), da das
Inhibition durch Risiko für Arrhythmien oder
Lopinavir/Ritonavir. andere schwerwiegende
Nebenwirkungenmöglicherweise erhöht ist.
Digoxin Digoxin: Im Falle einer gleichzeitigen
Plasmakonzentrationen Gabe von Kaletra und Digoxinsind möglicherweise ist Vorsicht geboten und eineerhöht aufgrund einer therapeutische Überwachung der
Hemmung des P- Digoxinkonzentrationen - falls
Glycoproteins durch möglich - wird empfohlen.
Lopinavir/Ritonavir. Die Besondere Vorsicht ist geboten,erhöhten Digoxin-Spiegel wenn Kaletra Patientenkönnen mit der Zeit verschrieben wird, die Digoxinabnehmen, während sich einnehmen, da der akutedie P-gp-Induktion inhibitorische Effekt vonentwickelt. Ritonavir auf P-gp einensignifikanten Anstieg der
Digoxin-Spiegel erwarten lässt.
Bei Patienten, die bereits Kaletraeinnehmen, ist eswahrscheinlich, dass die
Einleitung einer Therapie mit
Digoxin zu einem geringeren alserwarteten Anstieg der Digoxin-
Konzentrationen führt.
Bepridil, systemisches Lidocain Bepridil, systemisches Vorsicht ist geboten und, wennund Chinidin Lidocain und Chinidin: möglich, wird eine Überwachung
Konzentrationen sind der therapeutischenmöglicherweise erhöht bei Arzneimittelkonzentrationengleichzeitiger Anwendung empfohlen.
von Lopinavir/Ritonavir.
Antibiotika
Clarithromycin Clarithromycin: Für Patienten mit Nieren- oder
Ein moderater Anstieg der Leberfunktionsstörungen (CrCL
Clarithromycin-AUC ist < 30 ml/min) sollte einezu erwarten aufgrund der Dosisanpassung von
CYP3A-Hemmung durch Clarithromycin erwogen werden
Lopinavir/Ritonavir. (siehe Abschnitt 4.4).
Vorsicht ist geboten bei der
Anwendung von Clarithromycinmit Kaletra bei Patienten miteingeschränkter Leber- oder
Nierenfunktion.
Arzneimittel gegen Krebserkrankungen und Kinaseinhibitoren
Abemaciclib Die Serumkonzentrationen Die gleichzeitige Anwendungsind möglicherweise von Abemaciclib und Kaletraaufgrund der CYP3A- sollte vermieden werden. Sollte
Inhibition durch Ritonavir diese gleichzeitige Anwendungerhöht. als unvermeidlich eingestuftwerden, sollte die
Fachinformation von
Abemaciclib für Empfehlungenzur Dosisanpassungherangezogen werden. Patientensind auf Abemaciclib-assoziierte
Nebenwirkungen hin zuüberwachen.
Apalutamid Apalutamid ist ein Eine verminderte Kaletra-mäßiger bis starker Exposition kann zu einem
CYP3A4-Induktor. Dies möglichen Verlust deskann zu einer verringerten virologischen Ansprechens
Lopinavir/Ritonavir- führen.
Exposition führen. Darüber hinaus kann diegleichzeitige Anwendung von
Die Serumkonzentrationen Apalutamid und Kaletra zuvon Apalutamid sind schwerwiegendenmöglicherweise aufgrund Nebenwirkungen führen,der CYP3A-Inhibition einschließlich einesdurch Lopinavir/Ritonavir Krampfanfalls aufgrund höherererhöht. Apalutamidspiegel. Diegleichzeitige Anwendung von
Kaletra mit Apalutamid wirdnicht empfohlen.
Afatinib Afatinib; Vorsicht ist geboten bei der
AUC: ↑ Einnahme von Afatinib(Ritonavir 200 mg zweimal Cmax: ↑ zusammen mit Kaletra.
täglich) Empfehlungen zu
Das Ausmaß des Anstiegs Dosisanpassungen siehe diehängt vom zeitlichen Fachinformation von Afatinib.
Abstand der Ritonavir- Patienten sind auf Afatinib-
Einnahme ab. assoziierte Nebenwirkungen hin
Aufgrund des BCRP zu überwachen.
(Brustkrebs-
Resistenzproteins/ABCG2) und der akuten P-gp-
Inhibition durch
Lopinavir/Ritonavir.
Ceritinib Die Serumkonzentrationen Vorsicht ist geboten bei dersind möglicherweise Einnahme von Ceritinibaufgrund der CYP3A- und zusammen mit Kaletra.
der P-gp-Inhibition durch Empfehlungen zu
Lopinavir/Ritonavir Dosisanpassungen siehe dieerhöht. Fachinformation von Ceritinib.
Patienten sind auf Ceritinib-assoziierte Nebenwirkungen hinzu überwachen.
Die meisten Die meisten Sorgfältige Überwachung der
Tyrosinkinaseinhibitoren wie Tyrosinkinaseinhibitoren Verträglichkeit dieser
Dasatinib und Nilotinib, wie Dasatinib und Arzneimittel zur Behandlung von
Vincristin, Vinblastin Nilotinib, auch Vincristin Krebserkrankungen.
und Vinblastin:
Risiko der Zunahme von
Nebenwirkungen aufgrundhöherer
Serumkonzentrationenwegen CYP3A4-
Hemmung durch
Lopinavir/Ritonavir.
Encorafenib Die Serumkonzentrationen Die gleichzeitige Anwendungsind möglicherweise von Encorafenib und Kaletraaufgrund der CYP3A- kann die Exposition gegenüber
Inhibition durch Encorafenib erhöhen und
Lopinavir/Ritonavir möglicherweise das Risikoerhöht. schwerwiegender
Nebenwirkungen, wie der
Verlängerung des QT-Intervalls,erhöhen. Die gleichzeitige
Anwendung von Encorafenibund Kaletra sollte vermiedenwerden. Überwiegt der Nutzendas Risiko und Kaletra mussangewendet werden, müssen die
Patienten sorgfältig auf ihre
Sicherheit hin überwachtwerden.
Fostamatinib Erhöhung der Exposition Die gleichzeitige Anwendunggegenüber Fostamatinib- von Fostamatinib mit Kaletra
Metaboliten R406. kann die Exposition des
Fostamatinib-Metaboliten R406erhöhen, was zu dosisabhängigen
Nebenwirkungen wie
Hepatotoxizität, Neutropenie,
Hypertonie oder Diarrhö führt.
Bei Auftreten solcher
Nebenwirkungen sind die
Empfehlungen zur
Dosisreduktion in der
Fachinformation von
Fostamatinib zu beachten.
Ibrutinib Aufgrund der CYP3A- Die gleichzeitige Anwendung
Inhibition durch von Ibrutinib und Kaletra kann
Lopinavir/Ritonavir kann die Konzentration von Ibrutinibes zu einem Anstieg der erhöhen, was wiederum ein
Serumkonzentration erhöhtes Risiko von Toxizitäten,kommen. einschließlich des Risikos eines
Tumorlysesyndroms, zur Folgehaben kann. Die gleichzeitige
Anwendung von Ibrutinib und
Kaletra ist zu vermeiden.
Überwiegt der Nutzen das Risikound muss Kaletra angewendetwerden, ist die Ibrutinib-Dosisauf 140 mg zu senken und der
Patient engmaschig auf
Toxizitäten zu überwachen.
Neratinib Die Serumkonzentrationen Die gleichzeitige Anwendungsind möglicherweise von Kaletra und Neratinib istaufgrund der CYP3A- kontraindiziert (siehe Abschnitt
Inhibition durch Ritonavir 4.3), da das Risiko fürerhöht. schwerwiegende und/oderlebensbedrohliche Reaktioneneinschließlich einer
Hepatotoxizität erhöht ist.
Venetoclax Aufgrund der CYP3A- Die Serumkonzentrationen sind
Inhibition durch möglicherweise aufgrund der
Lopinavir/Ritonavir. CYP3A-Inhibition durch
Lopinavir/Ritonavir erhöht.
Dadurch kann bei
Dosisinitiierung und während der
Dosis-Titrationsphase das Risikoeines Tumorlysesyndroms erhöhtsein (siehe Abschnitt 4.3 und
Fachinformation zu Venetoclax).
Bei Patienten, die die
Anlaufphase abgeschlossenhaben und die auf eine feste
Venetoclax-Tagesdosiseingestellt sind, sollte die
Venetoclax-Dosis ummindestens 75 % verringertwerden, wenn gleichzeitig starke
CYP3A-Inhibitoren angewendetwerden (siehe
Dosierungsanleitung der
Fachinformation zu Venetoclax).
Die Patienten sind auf
Venetoclax-assoziierte
Nebenwirkungen hin zuüberwachen.
AntikoagulantienWarfarin Warfarin: Eine Überwachung der INR
Konzentrationen sind (International Normalised Ratio)möglicherweise wird empfohlen.
beeinflusst beigleichzeitiger Anwendungvon Lopinavir/Ritonaviraufgrund der CYP2C9-
Induktion.Rivaroxaban Rivaroxaban: Die gleichzeitige Anwendung(Ritonavir 600 mg zweimal AUC: ↑ 153 % von Rivaroxaban und Kaletratäglich) Cmax: ↑ 55 % kann die Rivaroxaban-aufgrund der CYP3A- und Exposition erhöhen und zu einer
P-gp-Inhibition durch Zunahme des Blutungsrisikos
Lopinavir/Ritonavir. führen. Die Anwendung von
Rivaroxaban bei Patienten, diegleichzeitig Kaletra einnehmen,wird nicht empfohlen (siehe
Abschnitt 4.4).
Dabigatranetexilat, Dabigatranetexilat, Eine klinische Überwachung
Edoxaban Edoxaban: und/oder Dosisreduzierung der
Die Serumkonzentrationen direkten oralen Antikoagulantiensind möglicherweise (DOAC) sollte in Erwägungaufgrund der P-gp- gezogen werden, wenn ein
Inhibition durch DOAC, einschließlich
Lopinavir/Ritonavir Dabigatranetexilat underhöht. Edoxaban, das durch P-gptransportiert, aber nicht durch
CYP3A4 metabolisiert wird,zusammen mit Kaletraverabreicht wird.
Vorapaxar Die Serumkonzentrationen Die gleichzeitige Anwendungsind möglicherweise von Vorapaxar zusammen mitaufgrund der CYP3A- Kaletra wird nicht empfohlen
Inhibition durch (siehe Abschnitt 4.4 und die
Lopinavir/Ritonavir Fachinformation zu Vorapaxar).
erhöht.
Antikonvulsiva
Phenytoin Phenytoin: Vorsicht ist geboten bei der
Steady-State- Anwendung von Phenytoin mit
Konzentrationen sind Kaletra.
moderat erniedrigt Die Phenytoin-Spiegel solltenaufgrund der CYP2C9- bei gleichzeitiger Anwendungund CYP2C19-Induktion von Kaletra kontrolliert werden.
durch Lopinavir/Ritonavir. Bei gleichzeitiger Einnahme von
Phenytoin sollte eine Erhöhung
Lopinavir: der Kaletra-Dosierung in
Konzentrationen sind Betracht gezogen werden. Eineerniedrigt aufgrund der Dosisanpassung wurde im
CYP3A-Induktion durch klinischen Einsatz nicht
Phenytoin. untersucht.
Kaletra darf in der einmaltäglichen Dosierung nicht in
Kombination mit Phenytoineingenommen werden.
Carbamazepin und Phenobarbital Carbamazepin: Vorsicht ist geboten bei der
Serumkonzentrationen Anwendung von Carbamazepinsind möglicherweise oder Phenobarbital mit Kaletra.
erhöht aufgrund der Die Carbamazepin- und
CYP3A-Hemmung durch Phenobarbital-Spiegel sollten bei
Lopinavir/Ritonavir. gleichzeitiger Anwendung von
Kaletra kontrolliert werden.
Lopinavir: Bei gleichzeitiger Anwendung
Konzentrationen sind von Carbamazepin odermöglicherweise erniedrigt Phenobarbital sollte eineaufgrund der CYP3A- Erhöhung der Kaletra-Dosis in
Induktion durch Betracht gezogen werden. Eine
Carbamazepin und Dosisanpassung wurde im
Phenobarbital. klinischen Einsatz nichtuntersucht.
Kaletra darf in der einmaltäglichen Dosierung nicht in
Kombination mit Carbamazepinund Phenobarbital eingenommenwerden.
Lamotrigin und Valproat Lamotrigin: Bei gleichzeitiger Anwendung
AUC: ↓ 50 % von Kaletra mit Valproinsäure
Cmax: ↓ 46 % oder Valproat müssen Patienten
Cmin: ↓ 56 % wegen einer Verminderung vonaufgrund der Induktion der Valproinsäure (VPA)
Lamotrigin- engmaschig überwacht werden.
Glucuronidierung.
Patienten, die die Einnahme von
Valproat: ↓ Kaletra beginnen bzw. beendenund gleichzeitig eine
Erhaltungsdosis von Lamotrigineinnehmen:
Die Lamotrigin-Dosierung mussmöglicherweise erhöht werden,wenn Kaletra hinzugefügt wird,bzw. erniedrigt werden, wenn die
Einnahme von Kaletra beendetwird. Deswegen muss eine
Überwachung der Lamotrigin-
Plasma-Konzentrationdurchgeführt werden, besondersvor und 2 Wochen nach Beginnoder Beendigung der Kaletra-
Behandlung um zu erkennen, obeine Lamotrigin-Dosisanpassungangezeigt ist.
Bei Patienten, die bereits Kaletraeinnehmen und mit Lamotriginbeginnen, sollte eine Anpassungder empfohlenen
Dosissteigerung nicht notwendigsein.
Antidepressiva und Anxiolytica
Trazodon, einfache Dosis Trazodon: Es ist nicht bekannt, ob die
AUC: ↑ 2,4fach Kombination von Kaletra einen(Ritonavir, 200 mg BID) ähnlichen Anstieg der Trazodon-
Nebenwirkungen wie Exposition verursacht.
Übelkeit, Schwindel, Die Kombination sollte mit
Hypotonie und Synkope Vorsicht angewendet werden undwurden nach der eine niedrigere Trazodon-gleichzeitigen Anwendung Dosierung in Betracht gezogenvon Trazodon und werden.
Ritonavir beobachtet.
Antimykotika
Ketoconazol und Itraconazol Ketoconazol, Itraconazol: Hohe Dosen von Ketoconazol
Serumkonzentrationen und Itraconazol (> 200 mg/Tag)sind möglicherweise werden nicht empfohlen.
erhöht aufgrund der
CYP3A-Hemmung durch
Lopinavir/Ritonavir.
Voriconazol Voriconazol: Die gleichzeitige Anwendung
Konzentrationen sind von Voriconazol und niedrigmöglicherweise erniedrigt. dosiertem Ritonavir (100 mg
BID) wie in Kaletra enthalten,sollte vermieden werden, es seidenn, die Nutzen/Risiko-
Abwägung bei dem Patientenrechtfertigt die Anwendung von
Voriconazol.
Arzneimittel gegen Gicht
Colchicin, Einzeldosis Colchicin: Die gleichzeitige Anwendung
AUC: ↑ 3fach von Kaletra mit Colchicin bei(Ritonavir 200 mg zweimal Cmax: ↑ 1,8fach Patienten mit eingeschränktertäglich) aufgrund der P-gp- Nieren- und/oder Leberfunktionund/oder CYP3A4- ist kontraindiziert aufgrund einer
Inhibition durch Ritonavir. möglichen Zunahme der
Colchicin-bedingtenschwerwiegenden und/oderlebensbedrohlichen
Nebenwirkungen wie z. B.neuromuskuläre Toxizität(einschließlich Rhabdomyolyse)(siehe Abschnitte 4.3 und 4.4).
Eine Verringerung der
Colchicindosis oder eine
Unterbrechung der
Colchicinbehandlung wird bei
Patienten mit normaler Nieren-oder Leberfunktion empfohlen,falls eine Behandlung mit
Kaletra erforderlich ist (siehe
Fachinformation von Colchicin).
Antihistaminika
Astemizol Möglicherweise erhöhte Die gleichzeitige Anwendung
Terfenadin Serumkonzentrationen von Kaletra mit Astemizol undaufgrund der CYP3A- Terfenadin ist kontraindiziert
Inhibition durch aufgrund eines möglicherweise
Lopinavir/Ritonavir. erhöhten Risikos schwerer
Arrhythmien durch diese
Arzneimittel (siehe Abschnitt4.3).
Antiinfektiva
Fusidinsäure Fusidinsäure: Die gleichzeitige Anwendung von
Möglicherweise erhöhte Kaletra mit Fusidinsäure ist bei
Konzentrationen aufgrund dermatologischen Indikationender CYP3A-Inhibition wegen eines erhöhten Risikos fürdurch Lopinavir/Ritonavir. Fusidinsäure-bedingte
Nebenwirkungen, besonders
Rhabdomyolyse (siehe Abschnitt4.3), kontraindiziert. Für die
Anwendung bei Knochen-
Gelenkentzündung wird, wenneine gleichzeitige Einnahmeunvermeidbar ist, eineengmaschige Kontrolle,besonders auf muskuläre
Nebenwirkungen, dringendempfohlen (siehe Abschnitt 4.4).
Arzneimittel gegen Mykobakterien
Bedaquilin Bedaquilin: Aufgrund des Risikos von(einfache Dosis) AUC: ↑ 22 % Bedaquilin-bedingten
Cmax: ↔ Nebenwirkungen sollte die(Lopinavir/Ritonavir Kombination von Bedaquilin und400 mg/100 mg zweimal täglich, Ein deutlicherer Effekt auf Kaletra vermieden werden. Falls
Mehrfachdosis) die Bedaquilin-Plasma- der Nutzen das Risiko überwiegt,
Exposition kann während muss die gleichzeitigeeiner längeren Anwendung von Bedaquilingleichzeitigen Anwendung zusammen mit Kaletra mitmit Lopinavir/Ritonavir Vorsicht erfolgen. Eine häufigerebeobachtet werden. Durchführung von
Elektrokardiogrammen und
CYP3A4-Inhibition, Untersuchungen derwahrscheinlich aufgrund Transaminasen wird empfohlenvon Lopinavir/Ritonavir. (siehe Abschnitt 4.4 und die
Fachinformation zu Bedaquilin).
Delamanid (100 mg BID) Delamanid: Aufgrund des Risikos einer QTc-
AUC: ↑ 22 % Verlängerung assoziiert mit DM-(Lopinavir/Ritonavir 6705 und falls die gleichzeitige400 mg/100 mg BID) DM-6705 (aktiver Einnahme von Delamanid
Delamanid-Metabolit): zusammen mit Kaletra als
AUC: ↑ 30 % notwendig erachtet wird, wirdeine sehr häufige EKG-Kontrolle
Ein deutlicherer Effekt auf während der gesamtendie DM-6705-Exposition Delamanid-Behandlungkann während einer empfohlen (siehe Abschnitt 4.4längeren gleichzeitigen und die Fachinformation von
Anwendung von Delamanid).
Lopinavir/Ritonavirbeobachtet werden.
Rifabutin, 150 mg QD Rifabutin (Muttersubstanz Bei Anwendung mit Kaletra istund der aktive 25-O- die empfohlene Rifabutin-Dosis
Desacetyl-Metabolit): dreimal 150 mg pro Woche an
AUC: ↑ 5,7fach definierten Tagen (zum Beispiel
Cmax: ↑ 3,5fach Montag-Mittwoch-Freitag).
Aufgrund des erwarteten
Anstiegs der Rifabutin-
Exposition ist eine strenge
Überwachung auf Rifabutin-assoziierte Nebenwirkungen,einschließlich Neutropenie und
Uveitis, angezeigt. Patienten, diedie Dosierung von dreimal150 mg pro Woche nichtvertragen, wird eine weitere
Dosisreduzierung von Rifabutinauf zweimal 150 mg pro Wochean definierten Tagen empfohlen.
Man sollte beachten, dass die
Dosierung von zweimal 150 mgpro Woche möglicherweise keineoptimale Rifabutin-Expositionbietet. Dies kann zum Risikoeiner Rifamycin-Resistenz undzu einem Therapieversagenführen. Für Kaletra ist keine
Dosisanpassung notwendig.
Rifampicin Lopinavir: Die Anwendung von Kaletra
Möglicherweise erhebliche zusammen mit Rifampicin wird
Abnahme der Lopinavir- nicht empfohlen. Eine
Konzentrationen aufgrund gleichzeitige Anwendung führtder CYP3A-Induktion zu einer erheblichen Abnahmedurch Rifampicin. der Lopinavir-Konzentrationen,welche die Wirksamkeit von
Lopinavir signifikant verringernkann. Eine Dosisanpassung vonzweimal täglich Kaletra400 mg/400 mg (z. B. Kaletra400/100 mg + Ritonavir 300 mg)konnte den CYP3A4-induzierenden Effekt von
Rifampicin kompensieren.
Allerdings kann eine solche
Dosisanpassung mit Erhöhungenvon ALT/AST und mit einer
Zunahme von gastrointestinalen
Beschwerden verbunden sein.
Die gleichzeitige Anwendungsollte daher, falls nicht unbedingtnotwendig, vermieden werden.
Falls die gleichzeitige
Anwendung unvermeidbar ist,kann bei strenger Überwachungder Sicherheitsparameter und
Wirkstoffspiegel eine erhöhte
Dosis von Kaletra400 mg/400 mg zweimal täglichzusammen mit Rifampicineingenommen werden. Die
Kaletra-Dosis sollte erst nachoben titriert werden, nachdemdie Rifampicin-Therapiebegonnen wurde (siehe Abschnitt4.4).
Antipsychotika
Lurasidon Aufgrund der CYP3A- Die gleichzeitige Anwendung
Inhibition durch von Kaletra und Lurasidon ist
Lopinavir/Ritonavir kontraindiziert (siehe Abschnittwerden erhöhte 4.3).
Konzentrationen von
Lurasidon erwartet.
Pimozid Aufgrund der CYP3A- Die gleichzeitige Anwendung
Inhibition durch von Kaletra und Pimozid ist
Lopinavir/Ritonavir kontraindiziert, da das Risikowerden erhöhte schwerer hämatologischer
Konzentrationen von Abweichungen oder anderer
Pimozid erwartet. schwerer Nebenwirkungen durchdieses Arzneimittel erhöht seinkann (siehe Abschnitt 4.3).
Quetiapin Aufgrund der CYP3A- Die gleichzeitige Anwendung
Inhibition durch von Kaletra und Quetiapin ist
Lopinavir/Ritonavir kontraindiziert, da diese diewerden erhöhte Quetiapin-bedingte Toxizität
Konzentrationen von erhöhen kann (siehe Abschnitt
Quetiapin erwartet. 4.3).
Benzodiazepine
Midazolam Oral angewendetes Kaletra darf nicht zusammen mit
Midazolam: oral angewendetem Midazolam
AUC: ↑ 13fach eingenommen werden (siehe
Abschnitt 4.3), während Vorsicht
Parenteral verabreichtes geboten ist bei der gleichzeitigen
Midazolam: Anwendung von Kaletra und
AUC: ↑ 4fach parenteral angewendetemaufgrund der CYP3A- Midazolam. Falls Kaletra
Hemmung durch gleichzeitig mit parenteralem
Lopinavir/Ritonavir. Midazolam eingenommen wird,sollte dies auf der Intensivstationoder einer ähnlichen Einrichtungdurchgeführt werden, um im
Falle einer Atemdepressionund/oder einer verlängerten
Sedierung eine engmaschigeklinische Überwachung undgeeignete medizinische
Maßnahmen zu gewährleisten.
Für Midazolam sollte eine
Dosisanpassung in Betrachtgezogen werden, besonders,wenn mehr als eine Dosis
Midazolam verabreicht wird.
Beta2-Adrenozeptor-Agonist (lang wirksam)
Salmeterol Salmeterol: Als Folge der kombinierten
Aufgrund der CYP3A- Anwendung mit Salmeterol
Inhibition durch könnte ein erhöhtes Risiko für
Lopinavir/Ritonavir werden kardiovaskuläre Nebenwirkungenerhöhte Konzentrationen auftreten, einschließlich QT-erwartet. Verlängerung, Palpitationen und
Sinustachykardie.
Daher wird die gleichzeitige
Anwendung von Kaletra und
Salmeterol nicht empfohlen (siehe
Abschnitt 4.4).
Kalziumantagonisten
Felodipin, Nifedipin und Felodipin, Nifedipin und Bei gleichzeitiger Anwendung
Nicardipin Nicardipin: dieser Arzneimittel zusammen
Konzentrationen sind mit Kaletra wird einemöglicherweise erhöht Überwachung der Wirksamkeitaufgrund der CYP3A- und der Sicherheitsparameter
Hemmung durch empfohlen.
Lopinavir/Ritonavir.
CorticosteroideDexamethason Lopinavir: Bei gleichzeitiger Anwendung
Konzentrationen sind dieser Arzneimittel mit Kaletramöglicherweise erniedrigt wird eine Überwachung deraufgrund der CYP3A- antiviralen Wirksamkeit
Induktion durch empfohlen.
Dexamethason.Inhaliertes, injizierbares oder Fluticasonpropionat, 50 µg Stärkere Effekte sind nachintranasales Fluticasonpropionat, intranasal, viermal täglich: Inhalation von
Budesonid, Triamcinolon Plasmakonzentrationen ↑ Fluticasonpropionat zu erwarten.
Cortisolspiegel ↓ 86 % Systemische corticosteroide
Wirkungen, einschließlich
Morbus Cushing und
Suppression der
Nebennierenrindenfunktion,wurden bei Patienten berichtet,die Ritonavir zusammen mitinhalativ oder intranasalangewendetem
Fluticasonpropionat erhaltenhatten; diese könnten auch beianderen Corticosteroiden, dieüber P450 3A verstoffwechseltwerden (z. B. Budesonid und
Triamcinolon), auftreten.
Infolgedessen wird diegleichzeitige Anwendung von
Kaletra zusammen mit diesen
Glucocorticoiden nichtempfohlen, es sei denn, dass dermögliche Nutzen einer
Behandlung das Risikosystemischer corticosteroider
Wirkungen überwiegt (siehe
Abschnitt 4.4). Eine Reduktionder Glucocorticoid-Dosis solltezusammen mit einerengmaschigen Überwachung auflokale und systemische
Wirkungen oder einem Wechselauf ein Glucocorticoid, das kein
Substrat von CYP3A4 darstellt(z. B. Beclometason), in
Erwägung gezogen werden.
Darüber hinaus muss im Falleeines Absetzens der
Glucocorticoide die schrittweise
Dosisreduktion über einenlängeren Zeitraum durchgeführtwerden.
Phosphodiesterase-Inhibitoren (PDE5)
Avanafil Avanafil: Die Anwendung von Avanafil(Ritonavir 600 mg BID) AUC: ↑ 13fach zusammen mit Kaletra istaufgrund der CYP3A- kontraindiziert (siehe Abschnitt
Inhibition durch 4.3).
Lopinavir/Ritonavir.
Tadalafil Tadalafil: Für die Behandlung der
AUC: ↑ 2fach pulmonal-arteriellen Hypertonieaufgrund der CYP3A4- ist die gleichzeitige Anwendung
Inhibition durch von Kaletra mit Sildenafil
Lopinavir/Ritonavir. kontraindiziert (siehe Abschnitt4.3). Eine gleichzeitige
Einnahme von Kaletra mit
Tadalafil wird nicht empfohlen.
Sildenafil Sildenafil:
AUC: ↑ 11fach Erektile Dysfunktion:
aufgrund der CYP3A- Besondere Vorsicht ist geboten,
Inhibition durch und eine verstärkte
Lopinavir/Ritonavir. Überwachung hinsichtlich
Nebenwirkungen, einschließlich
Hypotonie, Synkope,
Sehstörungen und einerverlängerten Erektion, isterforderlich, wenn Patienten, die
Kaletra erhalten, Sildenafil oder
Tadalafil verschrieben wird(siehe Abschnitt 4.4). Beigleichzeitiger Anwendungzusammen mit Kaletra sollte die
Sildenafil-Dosis unter keinen
Umständen 25 mg in 48 Std. und
Tadalafil 10 mg alle 72 Std.
überschreiten.
Vardenafil Vardenafil: Die Anwendung von Vardenafil
AUC: ↑ 49fach zusammen mit Kaletra istaufgrund der CYP3A- kontraindiziert (siehe Abschnitt
Hemmung durch 4.3).
Lopinavir/Ritonavir.
Ergotamine
Dihydroergotamin, Ergonovin, Möglicherweise erhöhte Die gleichzeitige Anwendung
Ergotamin, Methylergonovin Serumkonzentrationen von Kaletra mit Ergotaminen istaufgrund der CYP3A- kontraindiziert, da dies zu einer
Inhibition durch akuten Ergotoxizität,
Lopinavir/Ritonavir. einschließlich Vasospasmen und
Ischämie, führen kann (siehe
Abschnitt 4.3).
GI-motilitätsmodifizierende Pharmaka
Cisaprid Möglicherweise erhöhte Die gleichzeitige Anwendung
Serumkonzentrationen von Kaletra mit Cisaprid istaufgrund der CYP3A- kontraindiziert, da dies das
Inhibition durch Risiko schwerer Arrhythmien
Lopinavir/Ritonavir. durch dieses Arzneimittelerhöhen kann (siehe Abschnitt4.3).
Direkt gegen Hepatitis C wirkende antivirale Arzneimittel
Elbasvir/Grazoprevir Elbasvir: Die gleichzeitige Anwendung(50/200 mg QD) AUC: ↑ 2,71fach von Kaletra mit
Cmax: ↑ 1,87fach Elbasvir/Grazoprevir ist
C24: ↑ 3,58fach kontraindiziert (siehe Abschnitt4.3).
Grazoprevir:AUC: ↑ 11,86fach
Cmax: ↑ 6,31fach
C24: ↑ 20,70fach(Kombination der
Mechanismeneinschließlich CYP3A-
Inhibition)
Lopinavir: ↔
Glecaprevir/Pibrentasvir Die Serumkonzentrationen Die gleichzeitige Anwendungsind möglicherweise von Kaletra mitaufgrund der P- Glecaprevir/Pibrentasvir wird
Glycoprotein-, BCRP- und wegen des erhöhten Risikos
OATP1B-Inhibition durch eines Anstiegs der Alanin-
Lopinavir/Ritonavir Aminotransferase (ALT) underhöht. einer damit assoziierten erhöhten
Glecaprevir-Konzentration nichtempfohlen.
Ombitasvir/Paritaprevir/Ritonavi Ombitasvir: ↔ Die gleichzeitige Anwendung istr + Dasabuvir kontraindiziert.
Paritaprevir:
(25/150/100 mg QD + 400 mg AUC: ↑ 2,17fach Lopinavir/Ritonavir 800/200 mg
BID) Cmax: ↑ 2,04fach wurde gleichzeitig mit
Cthrough: ↑ 2,36fach Ombitasvir/Paritaprevir/Ritonavi
Lopinavir/Ritonavir r mit oder ohne Dasabuvir400/100 mg BID (Inhibition von angewendet. Die Wirkung auf
CYP3A/Efflux- die DAAs und Lopinavir war
Transportern) ähnlich der bei der
Verabreichung von
Dasabuvir: ↔ Lopinavir/Ritonavir 400/100 mg
BID (siehe Abschnitt 4.3).
Lopinavir: ↔
Ombitasvir/Paritaprevir/Ritonavi Ombitasvir: ↔r
Paritaprevir:
(25/150/100 mg QD) AUC: ↑ 6,10fach
Cmax: ↑ 4,76fach
Lopinavir/Ritonavir 400/100 mg Cthrough: ↑ 12,33fach
BID(Inhibition von
CYP3A/Efflux-
Transportern)
Lopinavir: ↔
Sofosbuvir/Velpatasvir/Voxila- Die Serumkonzentrationen Die gleichzeitige Anwendungprevir von Sofosbuvir, von Kaletra und
Velpatasvir und Sofosbuvir/Velpatasvir/Voxila-
Voxilaprevir sind previr wird nicht empfohlen.
möglicherweise aufgrundder P-Glycoprotein-,
BCRP- und OATP1B1/3-
Inhibition durch
Lopinavir/Ritonavirerhöht. Als klinischrelevant wird jedoch nurder Anstieg der
Voxilaprevir-Expositionerachtet.
HCV-Proteaseinhibitoren
Simeprevir 200 mg, täglich Simeprevir: Die gleichzeitige Einnahme von(Ritonavir 100 mg zweimal AUC: ↑ 7,2fach Kaletra und Simeprevir wirdtäglich) Cmax: ↑ 4,7fach nicht empfohlen.
Cmin: ↑ 14,4fach
Pflanzliche Arzneimittel
Johanniskraut Lopinavir: Pflanzliche Zubereitungen, die(Hypericum perforatum) Konzentrationen sind Johanniskraut enthalten, dürfenmöglicherweise erniedrigt nicht mit Lopinavir undaufgrund der CYP3A- Ritonavir kombiniert werden.
Induktion durch die Falls ein Patient bereitspflanzliche Zubereitung Johanniskraut einnimmt, mussmit Johanniskraut. die Einnahme von Johanniskrautbeendet und, wenn möglich, die
Viruslast geprüft werden.
Lopinavir- und Ritonavir-Spiegelkönnen sich erhöhen, wenn die
Einnahme von Johanniskrautbeendet wird. Eine Anpassungder Dosierung von Kaletra kannnotwendig sein. Der
Induktionseffekt kann fürmindestens 2 Wochen nach dem
Ende der Behandlung mit
Johanniskraut andauern (siehe
Abschnitt 4.3). Deshalb kann die
Einnahme von Kaletra zwei
Wochen nach Beendigung der
Johanniskraut-Einnahme sicherbegonnen werden.
ImmunsuppressivaCiclosporin, Sirolimus Ciclosporin, Sirolimus Es ist empfehlenswert, die(Rapamycin) und Tacrolimus (Rapamycin) und therapeutischen Konzentrationen
Tacrolimus: häufiger und so lange zu
Konzentrationen sind überwachen, bis sich diemöglicherweise erhöht Plasmaspiegel dieseraufgrund der CYP3A- Arzneimittel stabilisiert haben.
Hemmung durch
Lopinavir/Ritonavir.
Lipidmodifizierende Arzneimittel
Lovastatin und Simvastatin Lovastatin und Da erhöhte Konzentrationen von
Simvastatin: HMG-CoA-Reduktase-Hemmern
Ausgeprägt erhöhte Myopathie, einschließlich
Plasmakonzentrationen Rhabdomyolyse, verursachenaufgrund der CYP3A- können, ist die Kombination
Hemmung durch dieser Wirkstoffe mit Kaletra
Lopinavir/Ritonavir. kontraindiziert (siehe Abschnitt4.3).
Lomitapid CYP3A4-Inhibitoren Die gleichzeitige Anwendungerhöhen die Exposition von Kaletra und Lomitapid istvon Lomitapid, wobei kontraindiziert (siehestarke Inhibitoren die Fachinformation von Lomitapid)
Exposition um das etwa (siehe Abschnitt 4.3).
27fache erhöhen.
Aufgrund der CYP3A-
Hemmung durch
Lopinavir/Ritonavir wirdeine Erhöhung der
Plasmakonzentrationenvon Lomitapid erwartet.
Atorvastatin Atorvastatin: Die Kombination von Kaletra
AUC: ↑ 5,9fach mit Atorvastatin wird nicht
Cmax: ↑ 4,7fach empfohlen.
aufgrund der CYP3A- Ist die Anwendung von
Hemmung durch Atorvastatin unbedingt
Lopinavir/Ritonavir. notwendig, sollte diegeringstmögliche Atorvastatin-
Dosis angewendet werden untersorgfältiger Überwachung der
Nebenwirkungen (siehe
Abschnitt 4.4).
Rosuvastatin, Rosuvastatin: Vorsicht ist geboten und eine20 mg QD AUC: ↑ 2fach geringere Dosierung sollte in
Cmax: ↑ 5fach Betracht gezogen werden, wenn
Obwohl Rosuvastatin Kaletra zusammen mitschlecht über CYP3A4 Rosuvastatin angewendet wirdmetabolisiert wird, wurde (siehe Abschnitt 4.4).
eine Erhöhung seiner
Plasmakonzentrationenbeobachtet. Der
Mechanismus dieser
Interaktion resultiertmöglicherweise aus der
Hemmung von
Transportproteinen.
Fluvastatin oder Pravastatin Fluvastatin, Pravastatin: Ist die Behandlung mit einem
Es ist keine klinisch HMG-CoA-Reduktase-Hemmerrelevante Wechselwirkung angezeigt, werden Pravastatinzu erwarten. oder Fluvastatin empfohlen.
Pravastatin wird nicht über
CYP450 metabolisiert.
Fluvastatin wird teilweiseüber CYP2C9metabolisiert.
Opioide
Buprenorphin, 16 mg QD Buprenorphin: ↔ Keine Dosisanpassungnotwendig.
Methadon Methadon: ↓ Die Überwachung der
Methadon-
Plasmakonzentrationen wirdempfohlen.
Orale KontrazeptivaEthinylöstradiol Ethinylöstradiol: ↓ Im Falle einer gleichzeitigen
Anwendung von Kaletra undöstrogenhaltigen Kontrazeptiva(unabhängig von der
Darreichungsform des
Kontrazeptivums, z. B. oral oder
Pflaster) müssen zusätzlichekontrazeptive Maßnahmenangewendet werden.
Arzneimittel zur Rauchentwöhnung
Bupropion Bupropion und seine Ist die gleichzeitige Anwendungaktiven Metaboliten, von Kaletra zusammen mit
Hydroxybupropion: Bupropion unvermeidbar, sollte
AUC und Cmax ↓ ~50 % dies unter strengem klinischen
Monitoring hinsichtlich der
Dieser Effekt beruht Bupropionwirkung durchgeführtmöglicherweise auf der werden, ohne die empfohlene
Induktion der Bupropion- Dosis, trotz der beobachteten
Metabolisierung. Induktion, zu überschreiten.
Schilddrüsenhormon-Ersatztherapie
Levothyroxin Nach Marktzulassung Bei Patienten, die mitwurden Fälle einer Levothyroxin behandelt werden,möglichen sollte mindestens ein Monat nach
Wechselwirkung Beginn und/oder Ende derzwischen ritonavirhaltigen Therapie mit Lopinavir/Ritonavir
Produkten und eine Überwachung der
Levothyroxin berichtet. TSH(Thyreoidea-stimulierendes
Hormon)-Werte erfolgen.
Gefäßerweiternde Arzneimittel
Bosentan Lopinavir/Ritonavir: Vorsicht ist geboten bei der
Lopinavir/Ritonavir- Anwendung von Kaletra mit
Plasmakonzentrationen Bosentan.
können erniedrigt werden Bei gleichzeitiger Anwendungaufgrund der CYP3A4- von Kaletra mit Bosentan sollte
Induktion durch Bosentan. die Wirksamkeit der HIV-
Therapie überwacht und die
Bosentan: Patienten engmaschig auf
AUC: ↑ 5fach Bosentan-assoziierte Toxizität,
Cmax: ↑ 6fach besonders in der ersten Woche
Initial, Bosentan Cmin: ↑ der gleichzeitigen Anwendung,ca. 48fach aufgrund der beobachtet werden.
CYP3A4-Inhibition durch
Lopinavir/Ritonavir.
Riociguat Die Serumkonzentrationen Die gleichzeitige Anwendungsind möglicherweise von Riociguat zusammen mitaufgrund der CYP3A- und Kaletra wird nicht empfohlender P-gp-Inhibition durch (siehe Abschnitt 4.4 und die
Lopinavir/Ritonavir Fachinformation von Riociguat).
erhöht.
Andere ArzneimittelAufgrund der bekannten metabolischen Profile sind keine klinisch signifikanten
Wechselwirkungen zwischen Kaletra und Dapson, Trimethoprim/Sulfamethoxazol, Azithromycinoder Fluconazol zu erwarten.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
SchwangerschaftDurch die Behandlung einer HIV-Infektion während der Schwangerschaft wird das Risiko einervertikalen Transmission von HIV auf das Neugeborene verringert. Generell sollten für die
Entscheidung, antiretrovirale Mittel während der Schwangerschaft anzuwenden, die Daten aus den
Tierstudien sowie die klinische Erfahrung mit Schwangeren in Betracht gezogen werden, um die
Sicherheit für den Fötus zu beurteilen.
Lopinavir/Ritonavir wurde bei über 3 000 Frauen während der Schwangerschaft untersucht,einschließlich bei über 1 000 Frauen während des ersten Trimenons.
Daten von Anwendungsbeobachtungen aus dem seit Januar 1989 gegründeten
Schwangerschaftsregister (Antiretroviral Pregnancy Registry) zeigten kein erhöhtes Risikohinsichtlich Geburtsfehlern unter mehr als 1 000 Frauen, die während des ersten Trimesters Kaletraeinnahmen. Die Prävalenz von Geburtsfehlern nach jedem Trimester nach Einnahme von Lopinavir istvergleichbar mit der Prävalenz in der allgemeinen Bevölkerung. Ein bestimmtes Muster von
Geburtsfehlern, welches auf eine gemeinsame Ätiologie hindeutet, wurde nicht beobachtet. Studien an
Tieren zeigten eine Reproduktionstoxizität (siehe Abschnitt 5.3). Basierend auf den genannten Daten,ist das Risiko einer Fehlbildung beim Menschen unwahrscheinlich. Lopinavir kann während einer
Schwangerschaft angewendet werden, wenn es medizinisch angezeigt ist.
StillzeitStudien an Ratten zeigten, dass Lopinavir in die Muttermilch übergeht. Es ist nicht bekannt, ob dieses
Arzneimittel auch in die Muttermilch des Menschen übergeht. Generell wird empfohlen, dass HIV-infizierte Mütter nicht stillen, um eine Übertragung von HIV auf das Kind zu vermeiden.
FertilitätTierstudien zeigten keinen Einfluss auf die Fertilität. Daten vom Menschen hinsichtlich der Wirkungvon Lopinavir/Ritonavir auf die Fertilität sind nicht verfügbar.
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
MaschinenEs wurden keine Studien zu den Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von
Maschinen durchgeführt. Patienten sollten darüber informiert werden, dass Berichte über das
Auftreten von Übelkeit während der Behandlung mit Kaletra vorliegen (siehe Abschnitt 4.8).
4.8 Nebenwirkungen
a. Zusammenfassung des Nebenwirkungsprofils
In klinischen Studien der Phasen II - IV wurde die Sicherheit von Kaletra an mehr als 2600 Patientenuntersucht. Über 700 dieser Patienten erhielten eine Dosierung von einmal täglich 800/200 mg(entsprechend 6 Kapseln oder 4 Tabletten). Zusammen mit nukleosidischen Reverse-Transkriptase-
Hemmern (NRTIs) wurde Kaletra in manchen Studien in Kombination mit Efavirenz oder Nevirapineingenommen.
Die häufigsten Nebenwirkungen, bezogen auf die Kaletra-Therapie während klinischer Studien, waren
Diarrhö, Übelkeit, Erbrechen, Hypertriglyceridämie und Hypercholesterinämie. Das Diarrhö-Risikokann bei einmal täglicher Dosierung erhöht sein. Diarrhö, Übelkeit und Erbrechen tretenmöglicherweise zu Beginn der Behandlung auf, während Hypertriglyceridämie und
Hypercholesterinämie später entstehen können. Das Auftreten behandlungsbedingter Nebenwirkungenführte bei 7 % der Patienten aus den Phase-II- bis -IV-Studien zu einem vorzeitigen Studienabbruch.
Es ist wichtig zu beachten, dass bei Patienten (einschließlich solcher mit Hypertriglyceridämie), die
Kaletra erhielten, über Pankreatitis berichtet wurde. Des Weiteren wurde selten über Verlängerungendes PR-Intervalls unter Kaletra-Therapie berichtet (siehe Abschnitt 4.4).
b. Tabellarische Auflistung der Nebenwirkungen
Nebenwirkungen aus klinischen Studien und Post-Marketing-Erfahrungen bei Erwachsenen und
Kindern:
Die folgenden Ereignisse wurden als Nebenwirkungen identifiziert. Die Angaben zur Häufigkeitumfassen alle berichteten Ereignisse von mittlerer bis schwerer Intensität, ungeachtet der Beurteilungdes individuellen Zusammenhangs. Die Nebenwirkungen sind nach Organsystemen und Häufigkeitgegliedert. Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe sind die Nebenwirkungen nach absteigendem
Schweregrad dargestellt: sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100 bis < 1/10), gelegentlich (≥ 1/1 000 bis< 1/100), selten (≥ 1/10 000 bis < 1/1 000) und nicht bekannt (kann aus den verfügbaren Daten nichtberechnet werden).
Unerwünschte Wirkungen in klinischen Studien und Anwendungsbeobachtungen bei
Erwachsenen
Organsystem Häufigkeit Nebenwirkung
Infektionen und parasitäre Sehr häufig Infektionen im oberen Respirationstrakt
Erkrankungen
Häufig Infektionen im unteren Respirationstrakt,
Hautinfektionen, einschließlich Zellulitis,
Folliculitis und Furunkel
Erkrankungen des Blutes und Häufig Anämie, Leukopenie, Neutropenie,des Lymphsystems Lymphadenopathie
Erkrankungen des Häufig Überempfindlichkeit, einschließlich Urtikaria
Immunsystems und Angioödem
Gelegentlich Entzündliches Immunrekonstitutionssyndrom
Endokrine Erkrankungen Gelegentlich Hypogonadismus
Stoffwechsel- und Häufig Störungen des Blutglukose-Haushalts,
Ernährungsstörungen einschließlich Diabetes mellitus,
Hypertriglyceridämie, Hypercholesterinämie,
Gewichtsverlust, verminderter Appetit
Gelegentlich Gewichtszunahme, gesteigerter Appetit
Psychiatrische Erkrankungen Häufig Angstzustände
Gelegentlich Ungewöhnliche Träume, herabgesetzte Libido
Erkrankungen des Häufig Kopfschmerzen (einschließlich Migräne),
Nervensystems Neuropathie (einschließlich periphere
Neuropathie), Schwindel, Schlaflosigkeit
Gelegentlich Apoplexie, Krampf, Störung des
Geschmacksempfindens, Ausfall des
Geschmacksinns, Tremor
Augenerkrankungen Gelegentlich Beeinträchtigung des Sehens
Erkrankungen des Ohrs und Gelegentlich Tinnitus, Drehschwindeldes Labyrinths
Herzerkrankungen Gelegentlich Arteriosklerose wie Myokard-Infarkt,atrioventrikulärer Block,
Trikuspidalklappeninsuffizienz
Gefäßerkrankungen Häufig Bluthochdruck
Gelegentlich Tiefe Venenthrombose
Erkrankungen des Sehr häufig Diarrhö, Übelkeit
Gastrointestinaltrakts
Häufig Pankreatitis1, Erbrechen, Refluxösophagitis,
Gastroenteritis und Kolitis, Bauchschmerzen,abdominale Spannung, Dyspepsie,
Hämorrhoiden, Blähungen
Gelegentlich Gastrointestinale Blutung, einschließlich
Magengeschwür, Duodenitis, Gastritis undrektale Blutung, Stomatitis und
Mundgeschwüre, Stuhlinkontinenz,
Obstipation, Mundtrockenheit
Leber- und Häufig Hepatitis, einschließlich Erhöhung der AST,
Gallenerkrankungen ALT und GGT
Gelegentlich Ikterus, Fettleber, Hepatomegalie,
Cholangitis, Hyperbilirubinämie
Erkrankungen der Haut und Häufig Hautausschlag, einschließlichdes Unterhautzellgewebes makulopapulöses Exanthem,
Dermatitis/Hautausschlag, einschließlich
Ekzem und seborrhoisches Ekzem,nächtliches Schwitzen, Pruritus
Gelegentlich Alopezie, Kapillarenentzündung, Vaskulitis
Selten Stevens-Johnson-Syndrom, Erythemamultiforme
Skelettmuskulatur- und Häufig Myalgie, Skelettmuskelschmerzen,
Bindegewebserkrankungen einschließlich Arthralgie und
Rückenschmerzen, Muskelerkrankungen wie
Schwäche und Spasmen
Gelegentlich Rhabdomyolyse, Osteonekrose
Erkrankungen der Nieren und Gelegentlich Erniedrigte Kreatinin-Clearance, Nephritis,der Harnwege Hämaturie
Nicht bekannt Nephrolithiasis
Erkrankungen der Häufig Erektionsstörungen,
Geschlechtsorgane und der Menstruationsstörungen - Amenorrhö,
Brustdrüse Menorrhagie
Allgemeine Erkrankungen Häufig Abgeschlagenheit, einschließlich Asthenieund Beschwerden am
Verabreichungsort1siehe Abschnitt 4.4: 'Pankreatitis und Lipide“
c. Beschreibung ausgewählter NebenwirkungenVon Patienten, die Ritonavir einnehmen und inhaliertes oder intranasal verabreichtes
Fluticasonpropionat erhielten, wurde das Auftreten von Cushing-Syndrom berichtet; dies kann auchmit anderen Corticosteroiden, die über das P450-3A-Enzymsystem metabolisiert werden, auftreten,z. B. Budesonid (siehe Abschnitte 4.4 und 4.5).
Unter Therapie mit Proteasehemmern, insbesondere in Kombination mit nukleosidischen Reverse-
Transkriptase-Hemmern, wurde über eine Erhöhung der Kreatinphosphokinase (CPK) sowie das
Auftreten von Myalgien, Myositis und in seltenen Fällen auch Rhabdomyolyse berichtet.
Metabolische ParameterWährend einer antiretroviralen Therapie können eine Gewichtszunahme und ein Anstieg der Blutlipid-und Blutglukosewerte auftreten (siehe Abschnitt 4.4).
Bei HIV-infizierten Patienten mit schwerem Immundefekt kann sich zum Zeitpunkt der Einleitungeiner antiretroviralen Kombinationstherapie (ART) eine entzündliche Reaktion auf asymptomatischeoder residuale opportunistische Infektionen entwickeln. Über das Auftreten von
Autoimmunerkrankungen (wie z. B. Morbus Basedow und Autoimmunhepatitis) wurde auch berichtet.
Jedoch ist der Zeitpunkt des Auftretens variabler und kann viele Monate nach Behandlungsbeginneinsetzen (siehe Abschnitt 4.4).
Es wurden Fälle von Osteonekrose, insbesondere bei Patienten mit allgemein bekannten
Risikofaktoren, fortgeschrittener HIV-Erkrankung oder Langzeitanwendung einer antiretroviralen
Kombinationstherapie (ART), berichtet. Die Häufigkeit dieser Fälle ist nicht bekannt (siehe Abschnitt4.4).
d. Pädiatrische Bevölkerung
Das Nebenwirkungsprofil bei Kindern von 2 Jahren und älter ist mit dem Erwachsener vergleichbar(siehe Tabelle in Abschnitt b).
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
Bis heute liegen nur eingeschränkte Erfahrungen bezüglich einer akuten Überdosierung von Kaletrabeim Menschen vor.
Die bei Hunden beobachteten Zeichen einer Überdosierung bestehen aus verstärktem Speichelfluss,
Erbrechen und Diarrhö/abnormalem Stuhl. Bei Mäusen, Ratten und Hunden zeigte sich eineverringerte Aktivität, Ataxie, Abmagerung, Dehydratation und Tremor.
Gegen die Überdosierung von Kaletra gibt es kein Antidot. Die Behandlung einer Überdosierung von
Kaletra sollte allgemeine Maßnahmen umfassen, wie z. B. die Überwachung der Vitalfunktionen unddie Beobachtung des klinischen Zustands des Patienten. Wenn notwendig, kann die Beseitigung vonnoch nicht resorbiertem Wirkstoff durch Erbrechen oder eine Magenspülung erreicht werden. Die
Verabreichung von Aktivkohle kann ebenfalls sinnvoll für die Elimination von noch nichtresorbiertem Wirkstoff sein. Da Kaletra in hohem Maße an Proteine bindet, ist eine nennenswerte
Elimination des Wirkstoffs durch Dialyse nicht zu erwarten.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: antivirale Mittel für die systemische Anwendung, antivirale Mittelzur Behandlung von HIV-Infektionen, Kombinationen, ATC-Code: J05AR10
WirkmechanismusLopinavir ist der antivirale Wirkstoff von Kaletra. Lopinavir ist ein Hemmer der HIV-1- und HIV-2-
Proteasen. Die Hemmung der HIV-Protease verhindert die Spaltung des gag-pol-Polyproteins undführt somit zur Bildung unreifer, nicht infektiöser Viren.
Einflüsse auf das Elektrokardiogramm
In einer randomisierten, placebo- und verumkontrollierten (einmal täglich 400 mg Moxifloxacin)
Crossover-Studie wurde das QTcF-Intervall bei 39 gesunden Erwachsenen mit 10 Messungen über 12
Stunden an Tag 3 untersucht. Die maximalen Abweichungen der Mittelwerte (95-%-
Konfidenzintervall) beim QTcF des Placebos betrugen 3,6 (6,3) bzw. 13,1 (15,8) für 400/100 mgzweimal täglich bzw. für hochdosiertes Lopinavir/Ritonavir (800/200 mg) zweimal täglich. Dieinduzierte Verlängerung des QRS-Intervalls von 6 ms auf 9,5 ms bei hochdosierter
Lopinavir/Ritonavir-Gabe (800/200 mg zweimal täglich) trug zu einer QT-Verlängerung bei. Diebeiden Regime resultieren aus der Exposition an Tag 3, die ungefähr 1,5- und 3fach höher lagen alsdiejenigen, die mit der empfohlenen einmal oder zweimal täglichen Lopinavir/Ritonavir-Dosis beikonstanten Wirkstoffspiegeln beobachtet wurden. Bei keinem der Probanden war eine Erhöhung der
QTcF von 60 ms vom Ausgangswert oder ein QTcF-Intervall, welches den klinisch relevanten
Grenzwert von 500 ms überschritten hätte, zu beobachten.
In der gleichen Studie wurde auch eine mäßige Verlängerung des PR-Intervalls bei den Probanden, die
Lopinavir/Ritonavir an Tag 3 erhielten, beobachtet. Die mittleren Veränderungen im PR-Intervallreichten im 12-Stunden-Intervall nach Dosierung zwischen 11,6 ms bis 24,4 ms vom Ausgangswert.
Das maximale PR-Intervall betrug 286 ms und es wurde kein AV-Block II. oder III. Gradesbeobachtet (siehe Abschnitt 4.4).
Antivirale Aktivität in vitroDie antivirale Aktivität von Lopinavir in vitro gegen Labor- und klinische HIV-Stämme wurde an akutinfizierten lymphoblastischen Zelllinien und peripheren Blutlymphozyten untersucht. Ohne humanes
Blutserum war die durchschnittliche IC50 von Lopinavir gegen 5 verschiedene Labor-HIV-Stämme19 nM. In Abwesenheit und Anwesenheit von 50 % Humanserum betrug die durchschnittliche IC50von Lopinavir gegen HIV-1IIIB in MT4-Zellen 17 nM bzw. 102 nM. In Abwesenheit von Humanserumwar die durchschnittliche IC50 von Lopinavir gegen verschiedene klinische HIV-1-Isolate 6,5 nM.
ResistenzIn-vitro-Resistenz-Selektion
In vitro wurden HIV-1-Isolate mit reduzierter Empfindlichkeit gegenüber Lopinavir selektiert. In vitrowurden HIV-1-Stämme Lopinavir allein sowie Lopinavir und Ritonavir in Bereichen, die den
Konzentrationsverhältnissen im Serum bei einer Kaletra-Therapie entsprechen, ausgesetzt.
Genotypische und phänotypische Analysen von durch diese Passagen selektierten Viren weisen daraufhin, dass Ritonavir bei diesen Konzentrationen keinen messbaren Einfluss auf die Selektion von
Lopinavir-resistenten Viren hat.
Insgesamt legt die In-vitro-Charakterisierung der phänotypischen Kreuzresistenz von Lopinavir mitanderen Proteasehemmern nahe, dass eine verminderte Empfindlichkeit gegenüber Lopinavir mit einerverringerten Empfindlichkeit gegenüber Ritonavir und Indinavir korreliert, weniger eng aber mit einerverringerten Empfindlichkeit gegenüber Amprenavir, Saquinavir und Nelfinavir.
Resistenz-Analyse in ARV-naiven Patienten
In klinischen Studien mit einer limitierten Anzahl untersuchter Isolate wurde die Selektion der
Resistenzen gegen Lopinavir bei unbehandelten Patienten nicht beobachtet ohne signifikante
Proteaseinhibitor-Resistenzen beim Ausgangswert. Weitere Einzelheiten werden unter denentsprechenden klinischen Studien beschrieben.
Resistenz-Analyse bei PI-vorbehandelten Patienten
Die Selektion der Resistenzen gegen Lopinavir bei Patienten nach gescheiterter Proteasehemmer-
Therapie wurde durch Untersuchungen der Langzeitisolate von 19 mit Proteasehemmernvorbehandelten Patienten in 2 Phase-II-Studien und einer Phase-III-Studie charakterisiert. Diese
Patienten hatten entweder eine unvollständige Suppression der Virusreplikation oder einenvirologischen Rebound nach einem initialen Ansprechen auf eine Kaletra-basierte Therapie. Einesteigende In-vitro-Resistenz zwischen den Ausgangsisolaten und den Isolaten nach dem Reboundwurde nachgewiesen (definiert als das Aufkommen neuer Mutationen oder 2facher Änderung derphänotypischen Empfindlichkeit gegenüber Lopinavir). Zunehmende Resistenzen waren amhäufigsten bei den Patienten, deren Ausgangsisolate mehrere Proteaseinhibitor-assoziierte Mutationenaufwiesen, aber eine um das < 40fache verringerte Empfindlichkeit gegen Lopinavir zu Studienbeginnhatten. Die Mutationen V82A, I54V und M461 traten am häufigsten auf. Die Mutationen L33F, I50Vund V321 kombiniert mit I47V/A wurden ebenfalls beobachtet. Die 19 Isolate zeigten einen 4,3fachen
Anstieg der IC50, verglichen mit den Ausgangsisolaten (von 6,2- bis 43fach, verglichen mit dem
Wildtyp-Virus).
Genotypische Korrelate mit verringerter phänotypischer Lopinavir-Empfindlichkeit wurden in Virendurch andere Proteasehemmer selektiert. Untersucht wurde die antivirale Aktivität von Lopinavir invitro an 112 klinischen Isolaten von Patienten, bei denen die Therapie mit einem oder mehreren
Proteasehemmern gescheitert war. Die Analyse zeigte folgende Mutationen von HIV-Proteasen, dieim Zusammenhang mit einer verringerten In-vitro-Lopinavir-Empfindlichkeit stehen: L10F/I/R/V,
K20M/R, L24I, M46I/L, F53L, I54L/T/V, L63P, A71I/L/T/V, V82A/F/T, I84V und L90M. Diemediane EC50 von Lopinavir gegen Isolate mit 0 - 3, 4 - 5, 6 - 7 und 8 - 10 Mutationen an den obengenannten Aminosäure-Positionen war 0,8-, 2,7-, 13,5- und 44,0fach höher als die EC50 bei HIV-
Stämmen vom Wildtyp. Bei allen 16 Viren, die eine mehr als 20fache Veränderung ihrer
Empfindlichkeit aufwiesen, fanden sich Mutationen an den Positionen 10, 54, 63 und 82 und/oder 84.
Zusätzlich enthielten sie durchschnittlich 3 Mutationen an den Aminosäurepositionen 20, 24, 46, 53,71 und 90. Zusätzlich zu den oben beschriebenen Mutationen wurden die Mutationen V321 und I47Abei Virusisolaten mit verringerter Lopinavir-Empfindlichkeit bei mit Proteasehemmernvorbehandelten Patienten unter Kaletra-Therapie beobachtet und die Mutationen I47A und L76V bei
Virusisolaten mit verringerter Lopinavir-Empfindlichkeit bei Patienten unter Kaletra-Therapiebeobachtet.
Eine Schlussfolgerung zur Relevanz bestimmter Mutationen oder Mutationsmuster unterliegt der
Veränderung durch zusätzliche Informationen, und es wird empfohlen, stets die aktuellen
Interpretationssysteme zum Analysieren der Ergebnisse von Resistenztests mit heranzuziehen.
Antivirale Wirkung von Kaletra bei Patienten nach Versagen einer Proteasehemmer-Therapie
Die klinische Bedeutung einer verringerten Lopinavir-Empfindlichkeit in vitro wurde bei 56 Patientenmit gescheiterter Mehrfach-Proteasehemmer-Therapie untersucht, wobei das virologische Ansprechenauf die Kaletra-Therapie in Bezug auf den Ausgangsbefund des viralen Geno- und Phänotypusbewertet wurde. Die EC50 von Lopinavir bei 56 Ausgangs-Virusisolaten war um das 0,6- bis 96fachehöher als die EC50 bei HIV-Stämmen vom Wildtyp. Nach 48-wöchiger Therapie mit Kaletra,
Efavirenz und nukleosidischen Reverse-Transkriptase-Hemmern wurden im Plasma ≤ 400 Kopien/ml
HIV-RNA bei 93 % (25/27), 73 % (11/15) und 25 % (2/8) der Patienten, die eine < 10fach, 10- bis40fach und > 40fach verringerte Lopinavir-Empfindlichkeit aufwiesen, beobachtet. Außerdem fandsich ein virologisches Ansprechen bei 91 % (21/23), 71 % (15/21) und 33 % (2/6) der Patienten mit0 - 5, 6 - 7 und 8 - 10 Mutationen der HIV-Protease, die im Zusammenhang mit verringerter
Lopinavir-Empfindlichkeit in vitro steht. Da diese Patienten weder mit Kaletra noch mit Efavirenzvorbehandelt waren, mag ein Teil dieses Befundes auf der antiviralen Aktivität von Efavirenz beruhen,insbesondere bei Patienten, die stark Lopinavir-resistente Viren tragen. Die Studie enthielt keinen
Vergleichsarm mit Patienten, die kein Kaletra erhielten.
KreuzresistenzAktivität anderer Proteasehemmer gegenüber Isolaten, die Resistenzen gegen Lopinavir nach einer
Kaletra-Therapie bei mit Proteasehemmern vorbehandelten Patienten entwickelten: Die
Kreuzresistenzen gegenüber anderen Proteasehemmern wurden in 18 Virusisolaten untersucht, diewährend drei Phase-II-Studien und einer Phase-III-Studie mit Kaletra Resistenzen gegen Lopinavir beimit Proteasehemmern vorbehandelten Patienten entwickelt hatten. Die mediane IC50 von Lopinavirwar bei diesen 18 Virusisolaten zu Behandlungsbeginn beziehungsweise beim Rebound 6,9- bzw.
63fach erhöht im Vergleich mit dem Wildtyp-Virus. Im Allgemeinen behielten (wenn bereitskreuzresistent zu Beginn der Kaletra-Therapie) oder entwickelten die Rebound-Virusisolatesignifikante Kreuzresistenzen gegenüber Indinavir, Saquinavir und Atazanavir. Eine mäßige Abnahmeder Amprenavir-Aktivität mit einem medianen Anstieg der IC50 um das 3,7- bis 8fache der Basis- bzw.
Rebound-Virusisolate wurde beobachtet. Isolate behielten ihre Empfindlichkeit gegenüber Tipranavirmit einer medianen Erhöhung der IC50 beim Ausgang und Rebound von 1,9- bzw. 1,8fach im
Vergleich zum Wildtyp-Virus. Für weitere Informationen zur Anwendung von Tipranavir bei der
Behandlung von Lopinavir-resistenter HIV-1-Infektion, einschließlich genotypischer Prädiktoren,bezüglich des Ansprechens siehe Fachinformation von Aptivus.
Klinische ErgebnisseDer Einfluss von Kaletra (in Kombination mit anderen antiretroviralen Substanzen) auf biologische
Marker (Plasma-HIV-RNA-Spiegel und CD4+-T-Zellzahl) wurde in kontrollierten Studien mit Kaletraüber 48 bis 360 Wochen untersucht.
Anwendung bei ErwachsenenPatienten ohne vorhergehende antiretrovirale Vorbehandlung
M98-863 war eine randomisierte, doppelblinde Studie mit 653 antiretroviral naiven Patienten, welche
Kaletra (zweimal täglich 400/100 mg) mit Nelfinavir (dreimal täglich 750 mg) plus Stavudin und
Lamivudin verglich. Der durchschnittliche Ausgangswert der CD4+-T-Zellzahl lag bei 259
Zellen/mm3 (2 bis 949 Zellen/mm3) und die durchschnittliche Plasma-HIV-1-RNA lag bei 4,9 log10
Kopien/ml (2,6 bis 6,8 log10 Kopien/ml).
Tabelle 1
Ergebnisse in Woche 48: Studie M98-863
Kaletra (N = 326) Nelfinavir (N = 327)
HIV-RNA < 400 Kopien/ml* 75 % 63 %
HIV-RNA < 50 Kopien/ml*† 67 % 52 %
Durchschnittlicher Anstieg 207 195vom Ausgangswert in CD4+-
T-Zellzahl (Zellen/mm3)
*Bei der Intent-To-Treat-Analyse werden Patienten mit fehlenden Werten als Therapieversagerbetrachtet.
† p < 0,001113 mit Nelfinavir behandelte Patienten und 74 mit Lopinavir/Ritonavir behandelte Patienten hatteneine HIV-RNA über 400 Kopien/ml während der Behandlung ab Woche 24 bis Woche 96. Isolatekonnten von 96 dieser Nelfinavir-behandelten Patienten und 51 der Lopinavir/Ritonavir-behandelten
Patienten für eine Resistenztestung amplifiziert werden. Eine Resistenz gegenüber Nelfinavir, definiertals das Vorhandensein der D30N- oder L90M-Mutation der Protease, wurde bei 41/96 (43 %) der
Patienten beobachtet. Eine Resistenz gegenüber Lopinavir, definiert als das Vorhandensein primärer
Mutationen oder Mutationen des aktiven Zentrums der Protease (siehe oben), wurde bei 0/51 (0 %) der
Patienten beobachtet. Das Fehlen der Resistenz gegenüber Lopinavir wurde durch eine phänotypische
Analyse bestätigt.
In der offenen, randomisierten, multizentrischen Studie M05-730 wurde die Behandlung mit Kaletra800/200 mg einmal täglich plus Tenofovir DF und Emtricitabin mit Kaletra 400/100 mg zweimaltäglich plus Tenofovir DF und Emtricitabin bei 664 Patienten ohne antiretrovirale Vorbehandlungverglichen. In Anbetracht der pharmakokinetischen Interaktion zwischen Kaletra und Tenofovir (siehe
Abschnitt 4.5) sind die Ergebnisse dieser Studie möglicherweise nicht exakt auf andere
Therapieschemata, die zusammen mit Kaletra angewendet werden, übertragbar. Die Patienten,randomisiert im Verhältnis 1 : 1, erhielten entweder Kaletra 800/200 mg einmal täglich (n = 333) oder
Kaletra 400/100 mg zweimal täglich (n = 331). Es gab eine weitere Stratifizierung innerhalb jeder
Gruppe (Tablette versus Weichkapsel) im Verhältnis 1 : 1. Die Patienten erhielten 8 Wochen langentweder die Tablette oder die Weichkapsel. Danach nahmen alle Patienten für die restliche Dauer der
Studie entweder einmal oder zweimal täglich die Tabletten ein. Die Patienten erhielten einmal täglich
Emtricitabin 200 mg und einmal täglich Tenofovir DF 300 mg (entsprechend 245 mg
Tenofovirdisoproxil). Die im Studienprotokoll definierte Nicht-Unterlegenheit der einmal täglichen
Dosierung im Vergleich zur zweimal täglichen galt als nachgewiesen, wenn die untere Grenze des 95-%-Konfidenzintervalls (95 % CI) für die Differenz des Anteils der auf die Therapie ansprechenden
Patienten (einmal täglich minus zweimal täglich) in Woche 48 den Wert -12 % nicht einschloss. Dasdurchschnittliche Alter der in die Studie aufgenommenen Patienten betrug 39 Jahre (19 bis 71 Jahre);75 % waren weiß (Kaukasier) und 78 % waren männlich. Der durchschnittliche Ausgangswert der
Zahl der CD4+-T-Zellen betrug 216 Zellen/mm3 (20 bis 775 Zellen/mm3); der durchschnittliche
Ausgangswert der HIV-1-RNA im Plasma lag bei 5,0 log10 Kopien/ml (1,7 bis 7,0 log10 Kopien/ml).
Tabelle 2
Virologisches Ansprechen der Studienteilnehmer in Woche 48 und Woche 96
Woche 48 Woche 96
QD BID Differenz QD BID Differenz[95 % CI] [95 % CI]
NC = Versager 257/333 251/331 1,3 % 216/333 229/331 -4,3 %(77,2 %) (75,8 %) [-5,1; 7,8] (64,9 %) (69,2 %) [-11,5;2,8]
Beobachtete 257/295 250/280 -2,2 % 216/247 229/248 -4,9 %
Werte(87,1 %) (89,3 %) [-7,4; 3,1] (87,4 %) (92,3 %) [-10,2;0,4]
Durchschnittlicher 186 198 238 254
Anstieg vom
Ausgangswert in
CD4+-T-Zellzahl(Zellen/mm3)
In Woche 96 waren die Ergebnisse der genotypischen Resistenztestung von 25 Patienten in der
Gruppe der einmal täglichen Dosierung und von 26 Patienten in der Gruppe der zweimal täglichen
Dosierung, die ein inkomplettes virologisches Ansprechen hatten, verfügbar. In der Gruppe der einmaltäglichen Dosierung wies kein Patient eine Lopinavir-Resistenz auf. In der Gruppe der zweimaltäglichen Dosierung konnte bei einem Patienten, bei dem zu Beginn eine signifikante
Proteaseinhibitor-Resistenz beobachtet wurde, eine zusätzliche Lopinavir-Resistenz während der
Studie nachgewiesen werden.
Ein langanhaltendes virologisches Ansprechen auf Kaletra (in Kombination mitnukleosidischen/nukleotidischen Reverse-Transkriptase-Hemmern) wurde ebenfalls in einer kleineren
Phase-II-Studie (M97-720) über 360 Wochen beobachtet. In dieser Studie wurden ursprünglicheinhundert Patienten mit Kaletra behandelt (51 Patienten, die zweimal täglich 400/100 mg erhieltenund 49 Patienten, die entweder zweimal täglich 200/100 mg oder zweimal täglich 400/200 mgerhielten). Alle Patienten wechselten zwischen Woche 48 und 72 in die offene Kaletra-Studie mit der
Dosierung von zweimal täglich 400/100 mg. 39 Patienten (39 %) brachen die Studie ab, einschließlich16 Abbrüche (16 %) aufgrund von Nebenwirkungen, die in einem Fall zum Tod führten. 61 Patientenbeendeten die Studie (35 Patienten erhielten die empfohlene Dosierung von zweimal täglich400/100 mg während der gesamten Studie).
Tabelle 3
Ergebnisse in Woche 360: Studie M97-720
Kaletra (N = 100)
HIV-RNA < 400 Kopien/ml 61 %
HIV-RNA < 50 Kopien/ml 59 %
Durchschnittlicher Anstieg vom Ausgangswert in CD4+- 501
T-Zellzahl (Zellen/mm3)
Während der 360 Behandlungswochen wurden genotypische Analysen von Virusisolaten bei 19 von28 Patienten mit einer bestätigten HIV-RNA über 400 Kopien/ml erfolgreich durchgeführt. Die
Analysen wiesen keine primären Mutationen oder Mutationen des aktiven Zentrums der Protease(Aminosäurepositionen 8, 30, 32, 46, 47, 48, 50, 82, 84 und 90) oder phänotypische Resistenz der
Proteaseinhibitoren auf.
Antiretroviral vorbehandelte Patienten
In der randomisierten, offenen Studie M06-802 wurden die Sicherheit, Verträglichkeit und dieantivirale Aktivität der einmal täglichen mit der zweimal täglichen Dosierung von
Lopinavir/Ritonavir-Tabletten bei 599 Patienten mit nachweisbarer Viruslast während ihrer laufendenantiviralen Therapie verglichen. Die Patienten waren nicht mit Lopinavir/Ritonavir vorbehandelt. Die
Patienten, randomisiert im Verhältnis 1 : 1, erhielten entweder Lopinavir/Ritonavir 800/200 mg einmaltäglich (n = 300) oder Lopinavir/Ritonavir 400/100 mg zweimal täglich (n = 299). Die Patientenerhielten mindestens zwei nukleosidische/nukleotidische Reverse-Transkriptase-Hemmer, die ihr Arztausgewählt hatte. Die in die Studie eingeschlossenen Patienten waren mäßig mit Proteaseinhibitorenvorbehandelt, mehr als die Hälfte der Patienten hatte zuvor keine Behandlung mit Proteaseinhibitorenerhalten und ungefähr 80 % der Patienten wiesen einen Virusstamm mit weniger als 3 PI-Mutationenauf. Das durchschnittliche Alter der eingeschlossenen Patienten betrug 41 Jahre (21 bis 73 Jahre);51 % waren Kaukasier und 66 % waren männlich. Der durchschnittliche Ausgangswert der CD4+-T-
Zellen betrug 254 Zellen/mm3 (4 bis 952 Zellen/mm3) und die durchschnittliche Ausgangsplasma
HIV-1-RNA betrug 4,3 log10 Kopien/ml (1,7 bis 6,6 log10 Kopien/ml). Ungefähr 85 % der Patientenhatten eine Viruslast von < 100 000 Kopien/ml.
Tabelle 4
Virologisches Ansprechen der Studienteilnehmer in Woche 48 Studie 802
QD BID Differenz[95 % CI]
NC = Versager 171/300 161/299 3,2 %(57 %) (53,8 %) [-4,8 %; 11,1 %]
Beobachtete Werte 171/225 161/223 3,8 %(76,0 %) (72,2 %) [-4,3 %; 11,9 %]
Durchschnittlicher 135 122
Anstieg vom
Ausgangswert in
CD4+-T-Zellzahl(Zellen/mm3)
In Woche 48 waren die Ergebnisse der genotypischen Resistenztestung von 75 Patienten in der
Gruppe der einmal täglichen Dosierung und von 75 Patienten in der Gruppe der zweimal täglichen
Dosierung, die ein inkomplettes virologisches Ansprechen hatten, verfügbar. In der Gruppe der einmaltäglichen Dosierung wiesen 6/75 (8 %) Patienten neue primäre Proteaseinhibitor-Mutationen auf(Position 30, 32, 48, 50, 82, 84, 90), ebenso wie 12/77 (16 %) Patienten der Gruppe mit der zweimaltäglichen Dosierung.
Anwendung bei Kindern
In der offenen Studie M98-940 mit Kaletra Lösung wurden 100 antiretroviral nicht vorbehandelte(44 %) sowie vorbehandelte (56 %) Kinder untersucht. Kein Studienteilnehmer erhielt zuvor nichtnukleosidische Reverse-Transkriptase-Hemmer. Unter Randomisierung erhielten Patienten entweder230 mg Lopinavir/57,5 mg Ritonavir pro m2 oder 300 mg Lopinavir/75 mg Ritonavir pro m2. Nichtvorbehandelte Studienteilnehmer wurden zudem mit nukleosidischen Reverse-Transkriptase-
Hemmern behandelt. Bereits vorbehandelte Studienteilnehmer erhielten auch Nevirapin in
Kombination mit bis zu zwei nukleosidischen Reverse-Transkriptase-Hemmern. Nach 3-wöchiger
Therapie wurden Verträglichkeit, Wirksamkeit und die pharmakokinetischen Profile der beiden
Dosierungen bei jedem Studienteilnehmer ausgewertet. Danach wurde die Therapie bei allen
Teilnehmern mit einer Dosis von 300/75 mg pro m2 fortgesetzt. Das durchschnittliche Patientenalterbetrug 5 Jahre (6 Monate bis zu 12 Jahre), 14 Teilnehmer waren jünger als 2 Jahre und 6 Patienten 1
Jahr oder jünger. Der durchschnittliche Ausgangswert der CD4+-T-Zellen lag bei 838 Zellen/mm3 undder durchschnittliche Ausgangswert der Plasma-HIV-1-RNA lag bei 4,7 log10 Kopien/ml.
Tabelle 5
Ergebnisse in Woche 48: Studie M98-940
Antiretroviral nicht Antiretroviralvorbehandelte Patienten vorbehandelte Patienten(N = 44) (N = 56)
HIV-RNA < 400 Kopien/ml 84 % 75 %
Durchschnittlicher Anstieg 404 284vom Ausgangswert in CD4+-
T-Zellzahl (Zellen/mm3)
KONCERT/PENTA 18 ist eine prospektive, multizentrische, randomisierte, offene Studie, welche die
Pharmakokinetik, Wirksamkeit und Sicherheit einer zweimal täglichen versus einer einmal täglichengewichtsbasierten Dosierung von Lopinavir/Ritonavir 100 mg/25 mg Tabletten als Teil einerantiretroviralen Kombinationstherapie (cART) in virologisch supprimierten HIV-1-infizierten Kindernuntersuchte (n = 173). Die Kinder waren für diese Studie geeignet, wenn sie < 18 Jahre waren, ≥ 15 kgwogen, eine antiretrovirale Kombinationstherapie (cART) mit Lopinavir/Ritonavir erhielten,plasmatische HIV-1-Ribonukleinsäure(RNA)-Konzentrationen < 50 Kopien/ml seit mindestens 24
Wochen hatten und in der Lage waren, Tabletten zu schlucken. In Woche 48 war die Wirksamkeit und
Sicherheit der zweimal täglichen Dosierung in der pädiatrischen Gruppe (n = 87) mit
Lopinavir/Ritonavir 100 mg/25 mg Tabletten vergleichbar mit den Ergebnissen von Wirksamkeit und
Sicherheit von früheren Erwachsenen- und Kinderstudien, in denen Lopinavir/Ritonavir zweimaltäglich angewendet wurde. Während der 48-wöchigen Nachbeobachtungszeit war der prozentuale
Anteil der Patienten mit einem bestätigten Wiederanstieg der Viruslast (Reboundeffekt) ≥ 50
Kopien/ml in der Gruppe der pädiatrischen Patienten, die Lopinavir/Ritonavir einmal täglich erhielten(12 %), höher als bei Patienten, die die zweimal tägliche Dosierung erhielten (8 %, p = 0,19).
Begründet wird dies hauptsächlich mit einer geringeren Adhärenz in der Gruppe, die
Lopinavir/Ritonavir einmal täglich einnahm. Die Wirksamkeitsdaten zugunsten der zweimal täglichen
Dosierung werden durch Unterschiede in den pharmakokinetischen Parametern gestützt, so dass daszweimal tägliche Dosierungsregime sich als deutlich vorteilhafter darstellt (siehe Abschnitt 5.2).
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
In Studien mit gesunden erwachsenen Probanden und HIV-infizierten Patienten wurden diepharmakokinetischen Eigenschaften von Lopinavir in Kombination mit Ritonavir untersucht. Dabeiwurden keine wesentlichen Unterschiede zwischen den beiden Gruppen beobachtet. Lopinavir wirdhauptsächlich und vollständig durch CYP3A metabolisiert. Ritonavir hemmt die Metabolisierung von
Lopinavir und erhöht dadurch den Lopinavir-Plasmaspiegel. In allen Studien führte die Gabe vonzweimal täglich 400/100 mg Kaletra im Steady State durchschnittlich zu 15- bis 20fach höheren
Lopinavir-Konzentrationen als von Ritonavir bei HIV-infizierten Patienten. Die Plasmaspiegel von
Ritonavir betragen weniger als 7 % jener Spiegel einer zweimal täglichen Gabe von 600 mg Ritonavir.
In vitro ist die antivirale EC50 von Lopinavir ca. 10fach niedriger als von Ritonavir. Die antivirale
Wirkung von Kaletra ist daher auf Lopinavir zurückzuführen.
ResorptionMehrfachgaben von zweimal täglich 400/100 mg Kaletra über 2 Wochen ohne
Nahrungseinschränkung führten zu einer durchschnittlichen Lopinavir-Spitzenkonzentration im
Plasma von 12,3 ± 5,4 µg/ml (Cmax ± SD), die ungefähr 4 Stunden nach Einnahme erreicht wurde. Diedurchschnittliche Minimalkonzentration im Steady State vor Einnahme der Morgendosis betrug8,1 ± 5,7 µg/ml. Die Lopinavir-AUC bei einem Dosis-Intervall von 12 Stunden lag im Durchschnittbei 113,2 ± 60,5 µg * h/ml. Die absolute Bioverfügbarkeit von Lopinavir in Kombination mit
Ritonavir wurde beim Menschen nicht ermittelt.
Einfluss von Nahrungsmitteln auf die orale Resorption
Nach Gabe einer 400/100 mg Einzeldosis Kaletra Tabletten nach Einnahme einer Mahlzeit (hoher
Fettanteil, 872 kcal, 56 % Fettanteil) wurden im Vergleich zur Einnahme im nüchternen Zustand keinesignifikanten Veränderungen der Cmax und der AUCinf beobachtet. Deshalb können Kaletra Tablettenmit einer Mahlzeit oder unabhängig davon eingenommen werden. Kaletra Tabletten haben zudemunabhängig von der Nahrungszufuhr eine geringere pharmakokinetische Schwankungsbreite gezeigt,verglichen mit Kaletra Weichkapseln.
VerteilungIm Steady State ist Lopinavir zu ca. 98 - 99 % an Serumproteine gebunden. Lopinavir bindet an dassaure alpha-1-Glykoprotein (AAG) und Albumin, jedoch mit höherer Affinität zum AAG. Nachzweimal täglich 400/100 mg Kaletra bleibt die Lopinavir-Proteinbindung im Steady State im gesamten
Konzentrationsbereich konstant und ist bei Probanden und HIV-positiven Patienten vergleichbar.
BiotransformationIn-vitro-Studien mit Mikrosomen aus der menschlichen Leber weisen darauf hin, dass Lopinavir inerster Linie oxidativ metabolisiert wird. Lopinavir wird in hohem Maße durch das hepatische
Cytochrom-P450-System, in erster Linie durch das Isoenzym CYP3A, metabolisiert. Ritonavir, einstarker Hemmer des CYP3A, hemmt die Verstoffwechselung von Lopinavir und führt dadurch zueinem Anstieg des Lopinavir-Spiegels im Plasma. Eine Studie am Menschen mit 14C-markiertem
Lopinavir unter Einzelgabe von 400/100 mg Kaletra zeigte, dass 89 % der Plasmaradioaktivität auf dieaktive Muttersubstanz zurückzuführen sind. Es wurden mindestens 13 durch oxidativen Abbau von
Lopinavir entstandene Metaboliten beim Menschen nachgewiesen. Die Hauptmetaboliten mitantiviraler Wirkung sind das 4-Oxo- und 4-Hydroxy-Epimerenpaar; sie umfassen jedoch nur einengeringen Teil der gesamten Plasmaradioaktivität. Ritonavir induziert Stoffwechselenzyme, was zueiner Verstärkung der eigenen Metabolisierung und wahrscheinlich auch der von Lopinavir führt. Bei
Mehrfachgabe von Lopinavir sinkt die Lopinavir-Talspiegelkonzentration vor der neuerlichen Gabemit der Zeit und stabilisiert sich nach ca. 10 - 14 Tagen.
EliminationNach einer 400/100 mg 14C-Lopinavir/Ritonavir-Dosis werden ca. 10,4 ± 2,3 % und 82,6 ± 2,5 % dereingenommenen 14C-Lopinavir-Dosis im Urin bzw. Stuhl wiedergefunden. Unverändertes Lopinavirwurde zu rund 2,2 % bzw. 19,8 % der verabreichten Dosis im Urin bzw. Stuhl gefunden. Nach
Mehrfachgabe werden weniger als 3 % der Lopinavir-Dosis unverändert über den Urin ausgeschieden.
Die effektive Halbwertszeit (Spitzenkonzentration bis Minimalkonzentration) von Lopinavir bei einem12-stündigen Dosis-Intervall liegt bei ungefähr 5 - 6 Stunden, die scheinbare Lopinavir-Clearance(CL/F) bei oraler Gabe liegt bei 6 bis 7 l pro Stunde.
Einmal tägliche Dosierung: Die Pharmakokinetik der einmal täglichen Dosierung von Kaletra wurdebei HIV-infizierten Patienten ohne antiretrovirale Vorbehandlung untersucht. Als Teil eines einmaltäglichen Behandlungsschemas wurde Kaletra 800/200 mg in Kombination mit Emtricitabin 200 mgund Tenofovir DF 300 mg angewendet. Eine Mehrfachdosierung von Kaletra 800/200 mg einmaltäglich über 2 Wochen, unabhängig von den Mahlzeiten (n = 16), ergab ungefähr 6 Stunden nach
Einnahme eine durchschnittliche (± Standardabweichung) maximale Lopinavir-Plasmakonzentration(Cmax) von 14,8 ± 3,5 µg/ml. Die durchschnittliche Minimalkonzentration (Cthrough) im Steady State vorder morgendlichen Dosis betrug 5,5 ± 5,4 µg/ml. Die Lopinavir-AUC über ein 24-Stunden-
Dosierungsintervall betrug durchschnittlich 206,5 ± 89,7 µg * h/ml.
Verglichen mit dem zweimal täglichen Dosierschema ist die einmal tägliche Dosierung mit einer
Reduktion der Cmin/Cthrough-Werte um etwa 50 % verbunden.
Besondere PatientengruppenKinder
Bei Kleinkindern unter 2 Jahren liegen nur begrenzte Erfahrungen zur Pharmakokinetik vor. Diepharmakokinetischen Eigenschaften von Kaletra Lösung zum Einnehmen bei einer Dosis von zweimaltäglich 300/75 mg/m2 und zweimal täglich 230/57,5 mg/m2 wurden an insgesamt 53 Kindern im Altervon 6 Monaten bis zu 12 Jahren untersucht. Nach Einnahme von zweimal täglich 230/57,5 mg/m2
Kaletra Lösung zum Einnehmen ohne Nevirapin (n = 12) betrugen AUC, Cmax und Cmin von Lopinavirim Steady State durchschnittlich 72,6 31,1 g * h/ml, 8,2 2,9 bzw. 3,4 2,1 µg/ml und85,8 36,9 g * h/ml, 10,0 3,3 g/ml bzw. 3,6 3,5 g/ml nach Einnahme von zweimal täglich300/75 mg/m2 Kaletra in Kombination mit Nevirapin (n = 12). Dosen von zweimal täglich230/57,5 mg/m2 ohne Nevirapin bzw. 300/75 mg/m2 mit Nevirapin ergaben Lopinavir-
Plasmakonzentrationen, die vergleichbar sind mit denen bei erwachsenen Patienten, die zweimaltäglich 400/100 mg ohne Nevirapin erhielten.
Geschlecht, Rasse und Alter
Die pharmakokinetischen Eigenschaften von Kaletra bei älteren Menschen wurden nicht untersucht.
Bei erwachsenen Patienten wurden keine alters- oder geschlechtsspezifischen pharmakokinetischen
Unterschiede beobachtet. Rassenbezogene pharmakokinetische Unterschiede wurden nicht entdeckt.
Schwangerschaft und Postpartum
In einer offenen pharmakokinetischen Studie erhielten 12 HIV-infizierte schwangere Frauen unterhalbder 20. Schwangerschaftswoche und mit einer kombinierten antiviralen Therapie initial400 mg/100 mg Lopinavir/Ritonavir (zweimal 200 mg/50 mg Tabletten) zweimal täglich bis zur 30.
Schwangerschaftswoche. In der 30. Schwangerschaftswoche wurde die Dosis auf 500 mg/125 mg(zweimal 200 mg/50 mg Tabletten und eine 100 mg/25 mg Tablette) zweimal täglich erhöht bis 2
Wochen nach der Geburt. Die Lopinavir-Plasmakonzentrationen wurden über 4 je 12-Stundenperiodenwährend des zweiten Trimenons (20. bis 24. Schwangerschaftswoche), im dritten Trimenon vor der
Dosiserhöhung (30. Schwangerschaftswoche), im dritten Trimenon nach der Dosiserhöhung (32.
Schwangerschaftswoche) und 8 Wochen nach der Geburt gemessen. Die Dosiserhöhung ergab keinensignifikanten Anstieg der Lopinavir-Plasmakonzentration.
In einer weiteren offenen pharmakokinetischen Studie erhielten 19 HIV-infizierte schwangere Frauenbereits vor Beginn der Schwangerschaft zweimal täglich 400 mg/100 mg Lopinavir/Ritonavir als Teileiner antiviralen Kombinationstherapie. Eine Anzahl von Blutproben wurde vor Einnahme des
Arzneimittels, in Intervallen über den Verlauf von 12 Stunden im zweiten und dritten Trimenon, zum
Zeitpunkt der Geburt und 4 bis 6 Wochen nach der Geburt (bei Frauen, die die Behandlung nach der
Entbindung fortführten) gesammelt für pharmakokinetische Analysen von Gesamt- und ungebundenen
Spiegeln der Lopinavir-Plasmakonzentrationen.
Die pharmakokinetischen Daten von HIV-1-infizierten schwangeren Frauen, die 400 mg/100 mg
Lopinavir/Ritonavir zweimal täglich erhielten, sind in Tabelle 6 dargestellt (siehe Abschnitt 4.2).
Tabelle 6
Mittlere (%CV) Steady State Pharmakokinetische Parameter von Lopinavir bei HIV-infizierten schwangeren Frauen
Pharmakokinetische Zweites Trimenon Drittes Trimenon Postpartum
Parameter N = 17* N = 23 N = 17**
AUC0-12 µg * h/ml 68,7 (20,6) 61,3 (22,7) 94,3 (30,3)
Cmax 7,9 (21,1) 7,5 (18,7) 9,8 (24,3)
Cvor Gabe des Arzneimittels 4,7 (25,2) 4,3 (39,0) 6,5 (40,4)µg/ml
* n = 18 für Cmax
** n = 16 für Cvor Gabe des Arzneimittels
NiereninsuffizienzEs liegen keine Untersuchungen zur Pharmakokinetik von Kaletra bei Patienten mit Niereninsuffizienzvor. Da die Ausscheidung von Lopinavir über die Niere zu vernachlässigen ist, ist bei Patienten mit
Niereninsuffizienz keine verringerte Gesamt-Clearance zu erwarten.
LeberinsuffizienzIn einer Mehrfachdosis-Studie mit Lopinavir/Ritonavir 400/100 mg, zweimal täglich verabreicht,wurden die pharmakokinetischen Parameter im Steady State von Lopinavir von HIV-infizierten
Patienten mit leichter bis mäßiger Leberfunktionsstörung mit denen von HIV-infizierten Patienten mitnormaler Leberfunktion verglichen. Ein begrenzter Anstieg der Gesamtkonzentration an Lopinavir umetwa 30 % wurde beobachtet, der jedoch nicht als klinisch relevant zu betrachten ist (siehe Abschnitt4.2).
5.3 Präklinische Sicherheitsdaten
In Toxizitätsstudien mit Mehrfachdosen bei Nagern und Hunden erwiesen sich Leber, Niere,
Schilddrüse, Milz und zirkulierende rote Blutzellen als die wichtigsten Zielorgane. Bei den
Leberveränderungen handelte es sich um eine zelluläre Schwellung mit fokaler Degeneration. Diese
Veränderungen sind vergleichbar oder weniger ausgeprägt als die bei der klinischen Anwendung am
Menschen, obwohl die Dosis bei Tieren um das 6fache über der empfohlenen klinischen Dosierunglag. Eine leichte Degeneration der Nierentubuli war auf Mäuse beschränkt, die mindestens diezweifache Dosierung der empfohlenen Dosis für den Menschen erhielten. Bei Ratten und Hundenzeigte sich keine Veränderung an den Nieren. Bei Ratten führte der verringerte Serumthyroxinwert zueinem Anstieg der TSH-Freisetzung, die wiederum eine follikuläre Zellhypertrophie der Schilddrüsezur Folge hatte. Diese Veränderungen waren nach Absetzen der Prüfsubstanz reversibel und zeigtensich nicht bei Mäusen und Hunden. Bei Ratten wurde eine Anisozytose und Poikilozytose, beigleichzeitig negativem Coombs-Test, beobachtet; nicht jedoch bei Mäusen und Hunden. Eine
Vergrößerung der Milz mit Histiozytose wurde bei Ratten, nicht aber bei anderen Tierarten gefunden.
Cholesterinwerte waren erhöht bei Nagern, nicht jedoch bei Hunden; die Triglyceridwerte waren nurbei Mäusen erhöht.
In In-vitro-Studien wurden klonierte humane Herz-Kaliumkanäle (HERG) bei der höchsten getesteten
Konzentration von Lopinavir/Ritonavir um 30 % gehemmt. Diese Konzentration entspricht einer
Lopinavirexposition, die 7fach über den totalen und 15fach über den freien
Plasmaspitzenkonzentrationen liegt, die beim Menschen bei der höchsten empfohlenentherapeutischen Dosis erreicht werden. Im Gegensatz dazu zeigten ähnliche Konzentrationen von
Lopinavir/Ritonavir an Purkinje-Fasern des Hundeherzens keine Verzögerung der Repolarisierung.
Niedrigere Konzentrationen von Lopinavir/Ritonavir verursachten keine signifikante Blockade des(HERG-)Kaliumstroms. Gewebeverteilungsstudien bei Ratten deuten auf keine signifikante kardiale
Retention der aktiven Substanz hin; der 72-Stunden-AUC-Wert im Herzen betrug ungefähr 50 % dergemessenen AUC im Plasma. Es ist daher nicht zu erwarten, dass die kardialen Lopinavirspiegelsignifikant höher als die Plasmaspiegel sind.
Bei Hunden wurden auffällige U-Wellen im Elektrokardiogramm beobachtet, die mit verlängertem
PR-Intervall und Bradykardie assoziiert waren. Es wird angenommen, dass diese Effekte durch
Elektrolytstörungen verursacht wurden.
Die klinische Relevanz dieser präklinischen Daten ist nicht bekannt, jedoch können mögliche kardiale
Wirkungen des Arzneimittels beim Menschen nicht ausgeschlossen werden (siehe auch Abschnitte 4.4und 4.8).
Über Embryofetotoxizität (Fehlgeburt, verringerte fötale Lebensfähigkeit, verringertes fötales
Körpergewicht, höhere Häufigkeit von Skelettveränderungen) und postnatale Entwicklungstoxizität(verringerte Überlebensfähigkeit der Jungen) wurde bei Ratten nach Gabe von toxischen Dosen an die
Muttertiere berichtet. Die systemische Exposition von Lopinavir/Ritonavir bei toxischen Dosen für die
Muttertiere und für die Entwicklung war niedriger als die empfohlene therapeutische Exposition am
Menschen.
Die Langzeitstudien zur Karzinogenität von Lopinavir/Ritonavir an Mäusen lassen eine nichtgenotoxische, mitogene Induktion von Lebertumoren erkennen, die im Allgemeinen als wenig relevantfür die Risikoeinschätzung beim Menschen erachtet wird.
Bei Karzinogenitätsstudien an Ratten wurden keine Tumoren beobachtet. In den bisher durchgeführten
In-vitro- und In-vivo-Untersuchungen, wie Ames-Test, Mäuselymphomtest, Mausmikronukleustestund Chromosomenaberrationstest mit menschlichen Lymphozyten, erwies sich Lopinavir/Ritonavirweder als mutagen noch als klastogen.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
Der Tablettenkern enthält:
Copovidon
Sorbitanlaurat
Hochdisperses Siliciumdioxid
Natriumstearylfumarat
Filmüberzug:Hypromellose
Titandioxid
Macrogol 400
Hyprolose
Talkum
Hochdisperses Siliciumdioxid
Macrogol 3350
Eisen(III)-oxid E172
Polysorbat 80
6.2 Inkompatibilitäten
6.3 Haltbarkeit
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
Flaschen aus Polyethylen hoher Dichte (HDPE), verschlossen mit einem Propylendeckel. Jede Flascheenthält 120 Tabletten.
Es sind zwei Packungsgrößen erhältlich:
− 1 Flasche mit 120 Tabletten− Mehrstückpackungen mit 360 (3 Flaschen mit je 120) Filmtabletten
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
HandhabungKeine besonderen Anforderungen.
7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS
AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG
Knollstraße67061 Ludwigshafen
Deutschland
8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)
EU/1/01/172/004
EU/1/01/172/007
9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG
ZULASSUNG
Datum der Zulassung: 20. März 2001
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 20. März 2011
10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur https://www.ema.europa.eu verfügbar.