Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels JULUCA 50mg / 25mg tablets
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
Juluca 50 mg/25 mg Filmtabletten
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Jede Filmtablette enthält Dolutegravir-Natrium entsprechend 50 mg Dolutegravir und
Rilpivirinhydrochlorid entsprechend 25 mg Rilpivirin.
Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung:Jede Filmtablette enthält 52 mg Lactose (als Monohydrat).
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Filmtablette (Tablette)
Rosa, ovale, bikonvexe Tabletten mit der Prägung 'SV J3T“ auf einer Seite. Die Tabletten sindungefähr 14 x 7 mm groß.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Juluca ist indiziert für die Behandlung von Infektionen mit dem humanen Immundefizienz-Virus
Typ 1 (HIV-1) bei Erwachsenen, die virologisch supprimiert (HIV-1-RNA < 50 Kopien/ml) und seitmindestens sechs Monaten auf einem stabilen antiretroviralen Regime eingestellt sind, keinvirologisches Versagen in der Vergangenheit und keine bekannten oder vermuteten Resistenzen gegen
Nicht-Nukleosidale Reverse-Transkriptase-Inhibitoren oder Integrase-Inhibitoren aufweisen (siehe
Abschnitt 5.1).
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
Dolutegravir/Rilpivirin sollte von einem Arzt verschrieben werden, der über Erfahrung in der
Behandlung der HIV-Infektion verfügt.
DosierungDie empfohlene Dosis von Juluca beträgt eine Tablette einmal täglich. Die Tablette muss mit einer
Mahlzeit eingenommen werden (siehe Abschnitt 5.2).
Für Fälle, in denen ein Absetzen oder eine Dosisanpassung für einen der Wirkstoffe indiziert ist (siehe
Abschnitt 4.5), stehen Monopräparate mit Dolutegravir oder Rilpivirin zur Verfügung. In diesen
Fällen sollte sich der Arzt in den jeweiligen Fachinformationen dieser Arzneimittel informieren.
Versäumte DosisWenn ein Patient die Einnahme einer Dosis von Juluca versäumt, sollte die versäumte Dosis so schnellwie möglich mit einer Mahlzeit eingenommen werden, sofern die nächste Dosis nicht innerhalb dernächsten 12 Stunden fällig ist. Wenn die nächste Dosis innerhalb der nächsten 12 Stunden fällig ist,sollte der Patient die versäumte Dosis nicht einnehmen und stattdessen mit dem gewohnten
Einnahmeschema fortfahren.
Wenn ein Patient innerhalb von 4 Stunden nach der Einnahme von Dolutegravir/Rilpivirin erbricht,sollte er eine weitere Dolutegravir/Rilpivirin-Tablette mit einer Mahlzeit einnehmen. Wenn ein Patientnach mehr als 4 Stunden nach der Einnahme von Dolutegravir/Rilpivirin erbricht, muss der Patient biszur nächsten regulär geplanten Dosis keine weitere Dosis von Dolutegravir/Rilpivirin einnehmen.
Ältere PatientenZur Anwendung von Juluca bei Patienten ab 65 Jahren liegen nur begrenzte Daten vor. Es gibt keine
Daten dazu, dass bei älteren Patienten eine andere Dosierung als bei jüngeren erwachsenen Patientenerforderlich ist (siehe Abschnitt 5.2).
NierenfunktionsstörungBei Patienten mit leichter oder mittelgradiger Nierenfunktionsstörung ist keine Dosisanpassungerforderlich. Bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung oder terminaler Niereninsuffizienzsollte Dolutegravir/Rilpivirin mit Vorsicht angewendet werden, weil die Rilpivirin-
Plasmakonzentrationen aufgrund der Nierenfunktionsstörung sekundär erhöht sein können (siehe
Abschnitte 4.5 und 5.2). Für Dialysepatienten liegen keine Daten vor, obwohl nicht zu erwarten ist,dass Hämodialyse oder Peritonealdialyse die Dolutegravir- oder Rilpivirin-Exposition beeinflusst(siehe Abschnitt 5.2).
LeberfunktionsstörungBei Patienten mit leichter oder mittelgradiger Leberfunktionsstörung (Child-Pugh-Grad A oder B) istkeine Dosisanpassung erforderlich. Dolutegravir/Rilpivirin sollte bei Patienten mit mittelgradiger
Leberfunktionsstörung mit Vorsicht angewendet werden. Für Patienten mit schwerer
Leberfunktionsstörung (Child-Pugh-Grad C) liegen keine Daten vor; deshalb wird
Dolutegravir/Rilpivirin bei diesen Patienten nicht empfohlen (siehe Abschnitt 5.2).
Kinder und JugendlicheDie Sicherheit und Wirksamkeit von Juluca bei Kindern und Jugendlichen im Alter von unter18 Jahren ist bisher noch nicht erwiesen. Derzeit verfügbare Daten sind in Abschnitt 5.2 beschrieben.
Eine Dosierungsempfehlung kann nicht gegeben werden.
Art der AnwendungZum Einnehmen.
Juluca muss einmal täglich mit einer Mahlzeit eingenommen werden (siehe Abschnitt 5.2). Es wirdempfohlen, die Filmtablette im Ganzen mit Wasser zu schlucken und nicht zu kauen oder zuzerkleinern.
4.3 Kontraindikationen
Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.
Gleichzeitige Anwendung folgender Arzneimittel:
- Fampridin (auch als Dalfampridin bekannt)
- Carbamazepin, Oxcarbazepin, Phenobarbital, Phenytoin
- Rifampicin, Rifapentin
- Protonenpumpen-Inhibitoren, wie z. B. Omeprazol, Esomeprazol, Lansoprazol, Pantoprazol,
Rabeprazol
- systemisch angewendetes Dexamethason, außer bei einer Behandlung mit einer Einzeldosis
- Johanniskraut (Hypericum perforatum)
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
ÜberempfindlichkeitsreaktionenUnter Dolutegravir wurden Überempfindlichkeitsreaktionen berichtet, die durch Hautausschlag,
Allgemeinsymptome und in manchen Fällen Organdysfunktion einschließlich schwerer
Leberreaktionen gekennzeichnet waren. Bei Auftreten von Anzeichen oder Symptomen einer
Überempfindlichkeitsreaktion (u. a. schwerer Hautausschlag oder Hautausschlag, der mit einem
Anstieg der Leberenzyme einhergeht, Fieber, allgemeines Krankheitsgefühl, Abgeschlagenheit,
Muskel- oder Gelenkschmerzen, Blasenbildung, orale Läsionen, Konjunktivitis, Gesichtsödem,
Eosinophilie, Angioödem) sollte Dolutegravir/Rilpivirin sofort abgesetzt werden. Der klinische
Zustand, einschließlich der Werte der Leber-Aminotransferasen und des Bilirubins, muss überwachtwerden. Wird die Behandlung mit Dolutegravir/Rilpivirin nach Einsetzen der
Überempfindlichkeitsreaktion zu spät abgebrochen, kann dies zu einer lebensbedrohlichenallergischen Reaktion führen.
Gewicht und metabolische ParameterWährend einer antiretroviralen Therapie können Gewichtszunahme und ein Anstieg der Blutlipid- und
Blutglucosewerte auftreten. Diese Veränderungen können teilweise mit dem verbesserten
Gesundheitszustand und dem Lebensstil zusammenhängen. In einigen Fällen ist ein
Behandlungseffekt auf die Blutlipidwerte und das Gewicht belegt. Für die Überwachung der Blutlipid-und Blutglucosewerte wird auf die anerkannten HIV-Therapieleitlinien verwiesen. Die Behandlungvon Lipidstörungen sollte nach klinischem Ermessen erfolgen.
Herz-Kreislaufsystem
Bei supratherapeutischen Dosen (75 und 300 mg einmal täglich) wurde Rilpivirin mit einer
Verlängerung des QTc-Intervalls im Elektrokardiogramm (EKG) in Verbindung gebracht (siehe
Abschnitte 4.5 und 5.1). Die empfohlene Dosis von 25 mg Rilpivirin einmal täglich geht nicht miteiner klinisch relevanten Wirkung auf das QTc-Intervall einher. Dolutegravir/Rilpivirin sollte beigleichzeitiger Anwendung von Arzneimitteln mit einem bekannten Risiko für Torsade de Pointes mit
Vorsicht angewendet werden.
Opportunistische InfektionenPatienten müssen darauf hingewiesen werden, dass Dolutegravir/Rilpivirin nicht zu einer Heilung der
HIV-Infektion führt und dass sie auch weiterhin opportunistische Infektionen oder andere
Komplikationen einer HIV-Infektion entwickeln können. Daher sollten die Patienten unter engerklinischer Überwachung durch Ärzte bleiben, die Erfahrung in der Behandlung dieser HIV-assoziierten Erkrankungen besitzen.
OsteonekroseObwohl eine multifaktorielle Ätiologie angenommen wird (darunter Anwendung von
Kortikosteroiden, Bisphosphonaten, Alkoholkonsum, schwere Immunsuppression, höherer Body-
Mass-Index), wurden Fälle von Osteonekrose bei Patienten mit fortgeschrittener HIV-Erkrankungund/oder Langzeitanwendung einer antiretroviralen Kombinationstherapie (ART) berichtet. Die
Patienten sind darauf hinzuweisen, bei Auftreten von Gelenkbeschwerden und -schmerzen,
Gelenksteife oder Schwierigkeiten bei Bewegungen den Arzt aufzusuchen.
Patienten mit Hepatitis B oder C
Für Patienten mit Hepatitis-B-Koinfektion liegen keine klinischen Daten vor. Ärzte sollten dieaktuellen Leitlinien für das Management von HIV-infizierten Patienten, die mit dem Hepatitis-B-Viruskoinfiziert sind, beachten. Bei Patienten mit Hepatitis-C-Koinfektion liegen begrenzte Daten vor. Bei
Patienten, die mit Dolutegravir und Rilpivirin behandelt wurden und mit Hepatitis C koinfiziert waren,wurden im Vergleich zu nicht koinfizierten Patienten häufiger erhöhte Leberwerte (Grad 1)beobachtet. Bei Patienten mit Hepatitis-B- und/oder Hepatitis-C-Koinfektion wird empfohlen, die
Leberfunktionswerte zu überwachen.
Wechselwirkungen mit anderen ArzneimittelnDolutegravir/Rilpivirin sollte nicht zusammen mit anderen antiretroviralen Arzneimitteln zur
Behandlung der HIV-Infektion angewendet werden (siehe Abschnitt 4.5).
Juluca sollte nicht zusammen mit anderen Dolutegravir- oder Rilpivirin-haltigen Arzneimittelneingenommen werden, außer im Falle einer gleichzeitigen Anwendung mit Rifabutin (siehe
Abschnitt 4.5).
H2-Rezeptor-Antagonisten
Dolutegravir/Rilpivirin sollte nicht zur gleichen Zeit mit H2-Rezeptor-Antagonisten eingenommenwerden. Es wird empfohlen, diese Arzneimittel 12 Stunden vor oder 4 Stunden nach
Dolutegravir/Rilpivirin einzunehmen (siehe Abschnitt 4.5).
AntazidaDolutegravir/Rilpivirin sollte nicht zur gleichen Zeit wie Antazida eingenommen werden. Es wirdempfohlen, diese Arzneimittel 6 Stunden vor oder 4 Stunden nach Dolutegravir/Rilpivirineinzunehmen (siehe Abschnitt 4.5).
Ergänzungsmittel und Multivitaminpräparate
Calcium- oder eisenhaltige Ergänzungsmittel oder Multivitaminpräparate sollten zur gleichen Zeit wie
Dolutegravir/Rilpivirin mit einer Mahlzeit eingenommen werden. Wenn calcium- oder eisenhaltige
Ergänzungsmittel oder Multivitaminpräparate nicht zur gleichen Zeit wie Dolutegravir/Rilpivirineingenommen werden können, wird empfohlen, diese Ergänzungsmittel 6 Stunden vor oder 4 Stundennach Dolutegravir/Rilpivirin einzunehmen (siehe Abschnitt 4.5).
MetforminDolutegravir erhöht die Metformin-Konzentration. Zu Beginn und bei Beendigung der gleichzeitigen
Anwendung von Dolutegravir/Rilpivirin und Metformin sollte eine Anpassung der Metformin-Dosisin Betracht gezogen werden, um die Einstellung des Blutzuckerspiegels beizubehalten (siehe
Abschnitt 4.5). Metformin wird renal ausgeschieden; deshalb ist es wichtig, bei einer gleichzeitigen
Behandlung mit Dolutegravir/Rilpivirin die Nierenfunktion zu überwachen. Diese Kombinationkönnte bei Patienten mit mittelgradiger Nierenfunktionsstörung (Stadium 3a, Kreatinin-Clearance[ClKr] 45-59 ml/min) das Risiko für eine Laktatazidose erhöhen, und vorsichtiges Vorgehen ist dahergeboten. Eine Reduktion der Metformin-Dosis sollte unbedingt in Betracht gezogen werden.
Immun-Rekonstitutions-SyndromBei HIV-infizierten Patienten mit schwerem Immundefekt kann sich zum Zeitpunkt der Einleitungeiner ART eine entzündliche Reaktion auf asymptomatische oder residuale opportunistische
Infektionen entwickeln, die zu schweren klinischen Verläufen oder zur Verschlechterung von
Symptomen führt. Typischerweise wurden solche Reaktionen innerhalb der ersten Wochen oder
Monate nach Beginn der ART beobachtet. Entsprechende Beispiele sind CMV-Retinitis, disseminierteund/oder lokalisierte mykobakterielle Infektionen und Pneumocystis-jirovecii-Pneumonie. Jedes
Entzündungssymptom ist zu bewerten; falls notwendig ist eine Behandlung einzuleiten. Es liegen auch
Berichte über Autoimmunerkrankungen (wie z. B. Morbus Basedow und Autoimmunhepatitis) vor,die im Rahmen einer Immun-Reaktivierung auftraten; allerdings ist der Zeitpunkt des Auftretens sehrvariabel und diese Ereignisse können viele Monate nach Beginn der Behandlung auftreten.
Sonstige BestandteileJuluca enthält Lactose. Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, völligem
Lactasemangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten dieses Arzneimittel nicht anwenden.
Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Tablette, d. h. es ist nahezu'natriumfrei“.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Juluca ist als vollständiges Regime zur Behandlung der HIV-1-Infektion vorgesehen und sollte nichtzusammen mit anderen antiretroviralen Arzneimitteln zur Behandlung von HIV angewendet werden.
Deshalb werden die Arzneimittelwechselwirkungen mit anderen antiretroviralen Arzneimitteln nichtbeschrieben. Da Juluca die Wirkstoffe Dolutegravir und Rilpivirin enthält, sind alle identifizierten
Wechselwirkungen dieser Einzelwirkstoffe auch für Juluca relevant. Studien zur Erfassung von
Wechselwirkungen wurden nur bei Erwachsenen durchgeführt.
Einfluss anderer Arzneimittel auf die Pharmakokinetik von Dolutegravir und Rilpivirin
Dolutegravir wird hauptsächlich über Metabolisierung durch die Uridindiphosphat-
Glucuronosyltransferase (UGT)1A1 eleminiert. Dolutegravir ist außerdem ein Substrat der UGT1A3,der UGT1A9, dem Cytochrom P450 (CYP)3A4, dem P-Glycoprotein (P-gp) und dem Breast Cancer
Resistance Protein (BCRP). Deshalb können Arzneimittel, die diese Enzyme induzieren, die
Plasmakonzentration von Dolutegravir vermindern und zu einer Abnahme der therapeutischen
Wirksamkeit von Dolutegravir führen (siehe Tabelle 1). Die gleichzeitige Anwendung von
Dolutegravir/Rilpivirin und anderen Arzneimitteln, die diese Enzyme inhibieren, kann zu einem
Anstieg der Plasmakonzentration von Dolutegravir führen (siehe Tabelle 1).
Die Resorption von Dolutegravir wird durch bestimmte Antazida reduziert (siehe Tabelle 1).
Rilpivirin wird hauptsächlich über CYP3A metabolisiert. Arzneimittel, die CYP3A induzieren oderinhibieren, können daher die Clearance von Rilpivirin beeinflussen (siehe Abschnitt 5.2).
Die gleichzeitige Anwendung von Dolutegravir/Rilpivirin zusammen mit Arzneimitteln, die CYP3Ainduzieren, kann zu verminderten Plasmakonzentrationen von Rilpivirin führen, wodurch dietherapeutische Wirkung von Dolutegravir/Rilpivirin vermindert werden kann (siehe Tabelle 1). Einegleichzeitige Anwendung von Dolutegravir/Rilpivirinzusammen mit Arzneimitteln, die CYP3Ainhibieren, kann zu erhöhten Plasmakonzentrationen von Rilpivirin führen (siehe Tabelle 1). Bei
Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung oder terminaler Niereninsuffizienz sollte die
Kombination von Dolutegravir/Rilpivirin mit einem starken CYP3A-Inhibitor nur dann angewendetwerden, wenn der Nutzen das Risiko überwiegt (siehe Abschnitt 4.2)
Die gleichzeitige Anwendung von Dolutegravir/Rilpivirin zusammen mit Arzneimitteln, die den pH-
Wert im Magen erhöhen, kann zu verminderten Plasmakonzentrationen von Rilpivirin führen,wodurch die therapeutische Wirkung von Dolutegravir/Rilpivirin möglicherweise vermindert werdenkann.
Einfluss von Dolutegravir und Rilpivirin auf die Pharmakokinetik anderer Arzneimittel
Basierend auf den in vivo- und/oder in vitro-Daten ist nicht damit zu rechnen, dass Dolutegravir einen
Einfluss auf die Pharmakokinetik von Arzneimitteln hat, die Substrate von wichtigen Enzymen oder
Transportern, wie z. B. CYP3A4, CYP2C9 und P-gp, sind (für weitere Informationen siehe
Abschnitt 5.2).
In vitro inhibiert Dolutegravir den renalen Transporter für organische Kationen 2 (OCT2) und den
Multidrug- und Toxin-Extrusion-Transporter 1 (MATE 1). In vivo wurde bei Patienten ein Abfall der
Kreatinin-Clearance um 10-14 % beobachtet (der ausgeschiedene Anteil ist abhängig von dem
Transport durch OCT2 und MATE1). In vivo kann Dolutegravir die Plasmakonzentrationen von
Arzneimitteln mit OCT2- und/oder MATE1-abhängiger Ausscheidung erhöhen (z. B. Fampridin [auchals Dalfampridin bekannt], Metformin) (siehe Tabelle 1 und Abschnitte 4.3 und 4.4).
In vitro inhibiert Dolutegravir die renalen Aufnahmetransporter für organische Anionen (OAT)1 und
OAT3. Aufgrund der fehlenden Wirkung auf die in vivo-Pharmakokinetik des OAT-Substrats
Tenofovir ist eine Inhibierung des OAT1 in vivo unwahrscheinlich. Die Inhibierung von OAT3 in vivowurde bisher nicht untersucht. Dolutegravir kann die Plasmakonzentrationen der Arzneimittel, deren
Ausscheidung von OAT3 abhängig ist, erhöhen.
25 mg Rilpivirin einmal täglich hat wahrscheinlich keinen klinisch relevanten Effekt auf die
Exposition von Arzneimitteln, die durch CYP-Enzyme metabolisiert werden.
In vitro inhibiert Rilpivirin P-gp (IC50 beträgt 9,2 μM). In einer klinischen Studie hatte Rilpivirinkeinen signifikanten Einfluss auf die Pharmakokinetik von Digoxin. Es kann jedoch nicht ganzausgeschlossen werden, dass Rilpivirin die Exposition von anderen durch P-gp transportierten
Arzneimitteln erhöht, die empfindlicher gegenüber der intestinalen P-gp-Inhibition sind, z. B.
Dabigatranetexilat.
Rilpivirin inhibiert in vitro den MATE-2K-Transporter mit einem IC50 von < 2,7 nM. Die klinische
Bedeutung dieses Befundes ist derzeit unbekannt.
WechselwirkungstabelleAusgewählte bekannte und theoretisch mögliche Wechselwirkungen zwischen Dolutegravir, Rilpivirinund gleichzeitig angewendeten Arzneimitteln sind in Tabelle 1 aufgeführt (ein Anstieg ist als '↑“gekennzeichnet, eine Abnahme als '↓“, keine Veränderung als '↔“, die Fläche unter der
Konzentrations-Zeit-Kurve als 'AUC“, die maximale beobachtete Konzentration als 'Cmax“, dieminimale beobachtete Konzentration als 'Cmin“ und die Konzentration am Ende des
Dosierungsintervalls als 'Cτ”).
Tabelle 1: Arzneimittelwechselwirkungen
Arzneimittel nach Wechselwirkung Empfehlung zur Komedikation
Anwendungsgebieten Änderung des geometrischen
Mittelwertes (%)
Antivirale Wirkstoffe
Tenofovirdisoproxil/ Dolutegravir Eine Anpassung der Dosis ist nicht
Dolutegravir1 AUC 1 % erforderlich.
Cmax 3 %
Cτ 8 %
Tenofovir
Tenofovirdisoproxil/ Rilpivirin
Rilpivirin1,2 AUC ↔
Cmin ↔
Cmax ↔
Tenofovir
AUC ↑ 23 %
Cmin ↑ 24 %
Cmax ↑ 19 %
Tenofoviralafenamid/ Dolutegravir Eine Anpassung der Dosis ist nicht
Dolutegravir (Nicht untersucht) erforderlich.
Tenofoviralafenamid/ Rilpivirin
Rilpivirin1
Lamivudin/Dolutegravir Dolutegravir Eine Anpassung der Dosis ist nichterforderlich.
Lamivudin/Rilpivirin Rilpivirin (Nicht untersucht)
Entecavir/Dolutegravir Dolutegravir Eine Anpassung der Dosis ist nicht(Nicht untersucht) erforderlich.
Entecavir/Rilpivirin Rilpivirin (Nicht untersucht)
Daclatasvir/Dolutegravir1 Dolutegravir Eine Anpassung der Dosis ist nicht
AUC 33 % erforderlich.
Cmax 29 %
C 45 %
Daclatasvir
Daclatasvir/Rilpivirin Rilpivirin
Simeprevir/Dolutegravir Dolutegravir Eine Anpassung der Dosis ist nichterforderlich.
Simeprevir/Rilpivirin Rilpivirin
AUC
Cmin 25 %
Cmax
Simeprevir
AUC
Cmin
Cmax 10 %
Sofosbuvir/Dolutegravir1 Dolutegravir Eine Anpassung der Dosis ist nicht(Nicht untersucht) erforderlich.
Sofosbuvir/Rilpivirin Rilpivirin
AUC
Cmin
Cmax
Sofosbuvir
AUC
Cmax 21 %
Sofosbuvir-Metabolit GS-331007
AUC
Cmax
Ledipasvir/Sofosbuvir/ Dolutegravir Eine Anpassung der Dosis ist nicht
Dolutegravir1 (Nicht untersucht) erforderlich.
Ledipasvir/Sofosbuvir/ Rilpivirin
Rilpivirin AUC 5 %
Cmin 7 %
Cmax 3 %
Ledipasvir
AUC 2 %
Cmin 2 %
Cmax 1 %
Sofosbuvir
AUC 5 %
Cmax 4 %
Sofosbuvir-Metabolit GS-331007
AUC 8 %
Cmin 10 %
Cmax 8 %
Sofosbuvir/Velpatasvir/ Dolutegravir Eine Anpassung der Dosis ist nicht
Dolutegravir1 (Nicht untersucht) erforderlich.
Sofosbuvir/Velpatasvir/ Rilpivirin
Rilpivirin AUC
Cmin
Cmax
Sofosbuvir
AUC
Cmax
Sofosbuvir-Metabolit GS-331007
AUC
Cmin
Cmax
Velpatasvir
AUC
Cmin
Cmax
Ribavirin/Dolutegravir Dolutegravir Eine Anpassung der Dosis ist nicht(Nicht untersucht) erforderlich.
Ribavirin/Rilpivirin Rilpivirin (Nicht untersucht)
Andere Wirkstoffe
Antiarrhythmika
Digoxin/Dolutegravir Dolutegravir Eine Anpassung der Dosis ist nicht(Nicht untersucht) erforderlich.
Digoxin/Rilpivirin1 Rilpivirin
DigoxinAUC ↔
Cmin nicht durchgeführt
Cmax ↔
AntiepileptikaCarbamazepin/ Dolutegravir Induktoren des Metabolismus können
Dolutegravir1 AUC 49 % die Plasma-Konzentration von
Cmax 33 % Dolutegravir/Rilpivirin signifikant
C 73 % verringern, was zu einem Verlust dertherapeutischen Wirksamkeit führen
Carbamazepin/Rilpivirin Rilpivirin kann. Die gleichzeitige Anwendung
Nicht untersucht. Es werden von Dolutegravir/Rilpivirin zusammensignifikant verminderte mit diesen Induktoren des
Plasmakonzentrationen von Metabolismus ist kontraindiziert (siehe
Rilpivirin erwartet (Induktion von Abschnitt 4.3).
CYP3A-Enzymen).
Oxcarbazepin Dolutegravir Induktoren des Metabolismus können
Phenytoin Nicht untersucht. Durch die die Plasma-Konzentration von
Phenobarbital/ Induktion von UGT1A1 und von Dolutegravir/Rilpivirin signifikant
Dolutegravir CYP3A-Enzymen wird eine verringern, was zu einem Verlust der
Abnahme erwartet. Eine ähnliche therapeutischen Wirksamkeit führen
Abnahme der Exposition wie bei kann. Die gleichzeitige Anwendung
Carbamazepin wird erwartet. von Dolutegravir/Rilpivirin zusammenmit diesen Induktoren des
Oxcarbazepin Rilpivirin Metabolismus ist kontraindiziert (siehe
Phenytoin Nicht untersucht. Es werden Abschnitt 4.3).
Phenobarbital/ signifikant verminderte
Rilpivirin Plasmakonzentrationen von
Rilpivirin erwartet (Induktion von
CYP3A-Enzymen).
Azol-Antimykotika
Ketoconazol/Dolutegravir Dolutegravir Eine Anpassung der Dosis ist nicht(Nicht untersucht) erforderlich.
Ketoconazol/Rilpivirin1,2 Rilpivirin
AUC ↑ 49 %
Cmin ↑ 76 %
Cmax ↑ 30 %(Inhibition der CYP3A-Enzyme)
KetoconazolAUC ↓ 24 %
Cmin ↓ 66 %
Cmax ↔(Induktion von CYP3A durch diehohe Rilpivirin-Dosis in der Studie)
Fluconazol Dolutegravir Eine Anpassung der Dosis ist nicht
Itraconazol (Nicht untersucht) erforderlich.
IsavuconazolPosaconazol
Voriconazol/
Dolutegravir
Fluconazol Rilpivirin ↑
Itraconazol Nicht untersucht. Kann zu erhöhten
Isavuconazol Plasmakonzentrationen von
Posaconazol Rilpivirin führen (Inhibition von
Voriconazol/ CYP3A-Enzymen).
Rilpivirin
Phytopharmaka
Johanniskraut/ Dolutegravir Die gleichzeitige Anwendung kann die
Dolutegravir Nicht untersucht. Durch die Plasmakonzentrationen von Rilpivirin
Induktion von UGT1A1 und von signifikant vermindern. Dies kann zu
CYP3A-Enzymen wird eine einem Verlust der therapeutischen
Abnahme erwartet. Eine ähnliche Wirksamkeit von
Abnahme der Exposition wie bei Dolutegravir/Rilpivirin führen. Die
Carbamazepin wird erwartet. gleichzeitige Anwendung von
Dolutegravir/Rilpivirin zusammen mit
Johanniskraut/Rilpivirin Rilpivirin Johanniskraut ist kontraindiziert (siehe
Nicht untersucht. Es werden Abschnitt 4.3).
signifikant verminderte
Plasmakonzentrationen von
Rilpivirin erwartet (Induktion von
CYP3A-Enzymen)
Kaliumkanalblocker
Fampridin (auch als Fampridin Die gleichzeitige Anwendung von
Dalfampridin Dolutegravir kann zu Krampfanfällenbekannt)/Dolutegravir führen, da durch die Hemmung des
OCT2-Transporters erhöhte
Fampridin-Plasmakonzentrationenauftreten können; die gleichzeitige
Anwendung wurde nicht untersucht.
Die gleichzeitige Anwendung von
Fampridin mit Dolutegravir/Rilpivirinist kontraindiziert (siehe
Abschnitt 4.3).
Protonenpumpen-Inhibitoren
Omeprazol Dolutegravir Die gleichzeitige Anwendung kann die
Lansoprazol (Nicht untersucht) Plasmakonzentrationen von Rilpivirin
Rabeprazol signifikant vermindern. Dies kann zu
Pantoprazol einem Verlust der therapeutischen
Esomeprazol/ Wirksamkeit von
Dolutegravir Dolutegravir/Rilpivirin führen. Diegleichzeitige Anwendung von
Omeprazol/Rilpivirin1,2 Rilpivirin Dolutegravir/Rilpivirin zusammen mit
AUC ↓ 40 % Protonenpumpen-Inhibitoren ist
Cmin ↓ 33 % kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).
Cmax ↓ 40 %(reduzierte Resorption durch einenpH-Anstieg im Magen)
Omeprazole
AUC ↓ 14 %
Cmin nicht durchgeführt
Cmax ↓ 14 %
Lansoprazol Rilpivirin
Rabeprazol Nicht untersucht. Es werden
Pantoprazol signifikant verminderte
Esomeprazol/ Plasmakonzentrationen von
Rilpivirin Rilpivirin erwartet (reduzierte
Resorption durch einen pH-Anstiegim Magen)
H2-Rezeptor-Antagonisten
Famotidin Dolutegravir Die Kombination von
Cimetidin (Nicht untersucht) Dolutegravir/Rilpivirin und H2-
Nizatidin Rezeptor-Antagonisten sollte mit
Ranitidin/ besonderer Vorsicht angewendet
Dolutegravir werden. Nur H2-Rezeptor-
Antagonisten, die einmal täglich
Famotidin/Rilpivirin1,2 Rilpivirin gegeben werden können, sollten40 mg Einzeldosis, AUC ↓ 9 % angewendet werden.
eingenommen 12 Stunden Cmin nicht durchgeführtvor der Einnahme von Cmax ↔ H2-Rezeptor-Antagonisten sollten mit
Rilpivirin deutlichem zeitlichen Abstand zur
Einnahme von Dolutegravir/Rilpivirin
Famotidin/Rilpivirin1,2 Rilpivirin eingenommen werden (mindestens40 mg Einzeldosis, AUC ↓ 76 % 4 Stunden danach oder 12 Stundeneingenommen 2 Stunden Cmin nicht durchgeführt davor).
vor der Einnahme von Cmax ↓ 85 %
Rilpivirin (reduzierte Resorption durch einenpH-Anstieg im Magen)
Famotidin/Rilpivirin1,2 Rilpivirin40 mg Einzeldosis, AUC ↑ 13 %eingenommen 4 Stunden Cmin nicht durchgeführtnach der Einnahme von Cmax ↑ 21 %
Rilpivirin
Cimetidin Rilpivirin
Nizatidin Nicht untersucht. Es werden
Ranitidin/ signifikant verminderte
Rilpivirin Plasmakonzentrationen von
Rilpivirin erwartet (reduzierte
Resorption durch einen pH-Anstiegim Magen).
Antazida und Ergänzungsmittel
Antazida (z. B. Dolutegravir Die Kombination von
Aluminium- AUC 74 % Dolutegravir/Rilpivirin und Antazida
Magnesiumhydroxid Cmax 72 % sollte mit besonderer Vorsichtund/oder C24 74 % angewendet werden. Antazida sollten
Calciumcarbonat)/ (Komplexbildung mit polyvalenten mit deutlichem zeitlichen Abstand zur
Dolutegravir1 Ionen) Einnahme von Dolutegravir/Rilpivirineingenommen werden (mindestens
Antazida (z. B. Rilpivirin 6 Stunden davor oder 4 Stunden
Aluminium- Nicht untersucht. Es werden danach).
Magnesiumhydroxid signifikant verminderteund/oder Plasmakonzentrationen von
Calciumcarbonat)/ Rilpivirin erwartet (reduzierte
Rilpivirin Resorption durch einen pH-Anstiegim Magen).
Calciumhaltige Dolutegravir Die Kombination von
Ergänzungsmittel/ AUC 39 % Dolutegravir/Rilpivirin und
Dolutegravir1 Cmax 37 % Ergänzungsmitteln sollte mit
C24 39 % besonderer Vorsicht angewendet(Komplexbildung mit polyvalenten werden. Calciumhaltige
Ionen) Ergänzungsmittel, eisenhaltige
Eisenhaltige Dolutegravir Ergänzungsmittel oder
Ergänzungsmittel/ AUC 54 % Multivitaminpräparate sollten zur
Dolutegravir1 Cmax 57 % gleichen Zeit wie
C24 56 % Dolutegravir/Rilpivirin mit einer(Komplexbildung mit polyvalenten Mahlzeit eingenommen werden.
Ionen)
Multivitaminpräparate/ Dolutegravir Wenn calciumhaltige
Dolutegravir1 AUC 33 % Ergänzungsmittel, eisenhaltige
Cmax 35 % Ergänzungsmittel oder
C24 32 % Multivitaminpräparate nicht zur(Komplexbildung mit polyvalenten gleichen Zeit wie
Ionen) Dolutegravir/Rilpivirin eingenommenwerden können, sollten diese
Ergänzungsmittel mit deutlichemzeitlichen Abstand zur Einnahme von
Dolutegravir/Rilpivirin genommenwerden (mindestens 6 Stunden davoroder 4 Stunden danach).
KortikosteroidePrednison/Dolutegravir1 Dolutegravir Eine Anpassung der Dosis ist nicht
AUC 11 % erforderlich.
Cmax 6 %
Cτ 17 %
Prednison/Rilpivirin Rilpivirin (Nicht untersucht)
Dexamethason/ Dolutegravir Die gleichzeitige Anwendung kann die
Dolutegravir (Nicht untersucht) Plasmakonzentrationen von Rilpivirinsignifikant vermindern. Dies kann zu
Dexamethason/Rilpivirin Rilpivirin einem Verlust der therapeutischen(systemisch, außer bei Nicht untersucht. Es werden Wirksamkeit von
Anwendung einer dosisabhängig verminderte Dolutegravir/Rilpivirin führen. Die
Einzeldosis) Plasmakonzentrationen von gleichzeitige Anwendung von
Rilpivirin erwartet (Induktion von Dolutegravir/Rilpivirin zusammen mit
CYP3A-Enzymen). systemischem Dexamethason istkontraindiziert (ausgenommen ist eine
Einzeldosis), siehe Abschnitt 4.3.
Alternativen sollten in Betrachtgezogen werden, insbesondere bei
Langzeitanwendung.
Antidiabetika
Metformin/Dolutegravir1 Metformin Zu Beginn und bei Beendigung der
AUC 79 % gleichzeitigen Anwendung von
Cmin nicht durchgeführt Dolutegravir/Rilpivirin und Metformin
Cmax 66 % sollte eine Anpassung der Metformin-
Dosis in Betracht gezogen werden, um
Metformin/Rilpivirin1 Metformin die Einstellung des Blutzuckerspiegels
AUC ↔ beizubehalten. Bei Patienten mit
Cmin nicht durchgeführt mittelgradiger Nierenfunktionsstörung
Cmax ↔ sollte bei einer gleichzeitigen
Behandlung mit Dolutegravir eine
Anpassung der Metformin-Dosis in
Betracht gezogen werden, da beidiesen Patienten das Risiko für eine
Laktatazidose durch die erhöhte
Metformin-Konzentration erhöht ist(siehe Abschnitt 4.4).
Wirkstoffe gegen Mykobakterien
Rifampicin/Dolutegravir1 Dolutegravir Die gleichzeitige Anwendung kann die
AUC 54 % Plasmakonzentrationen von Rilpivirin
Cmax 43 % signifikant vermindern. Dies kann zu
Cτ 72 % einem Verlust der therapeutischen(Induktion von UGT1A1 und von Wirksamkeit von
CYP3A-Enzymen) Dolutegravir/Rilpivirin führen. Diegleichzeitige Anwendung von
Rifampicin/Rilpivirin1,2 Rilpivirin Dolutegravir/Rilpivirin zusammen mit
AUC ↓ 80 % Rifampicin ist kontraindiziert (siehe
Cmin ↓ 89 % Abschnitt 4.3).
Cmax ↓ 69 %(Induktion von CYP3A-Enzymen)
RifampicinAUC ↔
Cmin nicht durchgeführt
Cmax ↔25-Desacetylrifampicin
AUC ↓ 9 %
Cmin nicht durchgeführt
Cmax ↔
Rifabutin/Dolutegravir1 Dolutegravir Die gleichzeitige Anwendung
AUC 5 % vermindert wahrscheinlich signifikant
Cmax 16 % die Rilpivirin-Plasmakonzentrationen
Cτ 30 % (Induktion von CYP3-Enzymen).
(Induktion von UGT1A1 und von Wenn Juluca zusammen mit Rifabutin
CYP3A-Enzymen) angewendet wird, sollte für die Dauerder gleichzeitigen Anwendung einmal
Rifabutin/Rilpivirin1 Rifabutin täglich eine zusätzliche 25 mg-Tablette300 mg einmal täglich2 AUC ↔ von Rilpivirin zur gleichen Zeit wie
Cmin ↔ Juluca eingenommen werden (eine
Cmax ↔ separate Formulierung von Rilpivirinist für diese Dosisanpassung verfügbar,25-O-Desacetylrifabutin siehe Abschnitt 4.2).
AUC ↔
Cmin ↔
Cmax ↔300 mg einmal täglich Rilpivirin(+ 25 mg Rilpivirin AUC ↓ 42 %einmal täglich) Cmin ↓ 48 %
Cmax ↓ 31 %300 mg einmal täglich Rilpivirin
AUC ↑ 16 %*(+ 50 mg Rilpivirin Cmin ↔*einmal täglich) Cmax ↑ 43 %*
* im Vergleich zu 25 mg Rilpivirineinmal täglich alleine(Induktion von CYP3A-Enzymen).
Rifapentin/Dolutegravir Dolutegravir ↓ Die gleichzeitige Anwendung kann die(Nicht untersucht) Rilpivirin-Plasmakonzentrationensignifikant vermindern. Dies kann zu
Rifapentin/Rilpivirin Rilpivirin ↓ einem Verlust der therapeutischen
Nicht untersucht. Eine signifikant Wirksamkeit vonverminderte Rilpivirin- Dolutegravir/Rilpivirin führen
Plasmakonzentration wird erwartet. (Induktion von CYP3A-Enzymen).
Die gleichzeitige Anwendung von
Dolutegravir/Rilpivirin zusammen mit
Rifapentin ist kontraindiziert (siehe
Abschnitt 4.3).
Anti-Malaria-Arzneimittel
Artemether/Lumefantrin/ Dolutegravir Dolutegravir/Rilpivirin in
Dolutegravir (Nicht untersucht) Kombination mit
Artemether/Lumefantrin sollte mit
Artemether/Lumefantrin/ Rilpivirin ↓ Vorsicht angewendet werden.
Rilpivirin Nicht untersucht. Eine verminderte
Rilpivirin-Exposition wird erwartet(Induktion von CYP3A-Enzymen).
Atovaquon/Proguanil/ Dolutegravir Eine Anpassung der Dosis ist nicht
Dolutegravir (Nicht untersucht) erforderlich.
Atovaquon/Proguanil/ Rilpivirin ↔
Rilpivirin (Nicht untersucht)
Makrolid-Antibiotika
Clarithromycin Dolutegravir Wenn möglich, sollten Alternativen
Erythromycin/ (Nicht untersucht) wie z. B. Azithromycin in Betracht
Dolutegravir gezogen werden.
Clarithromycin Rilpivirin
Erythromycin/ Nicht untersucht. Eine erhöhte
Rilpivirin Rilpivirin-Exposition wird erwartet(Inhibition von CYP3A-Enzymen).
Orale KontrazeptivaEthinylestradiol (EE)1 Dolutegravir Dolutegravir bzw. Rilpivirin ändertenund Norelgestromin EE die Plasma-Konzentration von(NGMN)1/ AUC 3 % Ethinylestradiol und Norelgestromin
Dolutegravir Cmax 1 % (Dolutegravir) bzw. Norethindron(Rilpivirin) nicht in einem klinisch
NGMN relevanten Ausmaß. Wenn
AUC 2 % Kontrazeptiva zusammen mit Juluca
Cmax 11 % eingenommen werden, ist für diesekeine Anpassung der Dosis
Ethinylestradiol (EE)1 Rilpivirin * erforderlich.
und Norethindron1/ EE
Rilpivirin AUC
Cmin
Cmax 17 %
Norethindron
AUC
Cmin
Cmax
* basierend auf historischen
Kontrollen
Analgetika
Methadon/Dolutegravir1 Dolutegravir Zu Beginn der gleichzeitigen
Methadon Anwendung von Methadon und
AUC 2 % Dolutegravir/Rilpivirin sind keine
Cmax 0 % Dosisanpassungen erforderlich. Jedoch
C 1 % wird die klinische Überwachungempfohlen, da es bei einigen Patienten
Methadon/Rilpivirin1 Rilpivirin erforderlich sein kann, die Methadon-
AUC ↔* Erhaltungstherapie anzupassen.
Cmin ↔*
Cmax ↔*
R(-)-Methadon
AUC ↓ 16 %
Cmin ↓ 22 %
Cmax ↓ 14 %
*basierend auf historischen
Kontrollen
Paracetamol/Dolutegravir Dolutegravir Eine Anpassung der Dosis ist nicht(Nicht untersucht) erforderlich.
Paracetamol/Rilpivirin1,2 Rilpivirin
AUC ↔
Cmin ↑ 26 %
Cmax ↔
Paracetamol
AUC ↔
Cmin nicht durchgeführt
Cmax ↔
Antikoagulanzien
Dabigatranetexilat/ Dolutegravir Dolutegravir/Rilpivirin in
Dolutegravir (Nicht untersucht) Kombination mit Dabigatranetexilatsollte mit Vorsicht angewendet
Dabigatranetexilat/ Rilpivirin werden.
Rilpivirin Nicht untersucht.
Dabigatranetexilat
Ein Risiko für einen Anstieg der
Dabigatran-Plasmakonzentrationkann nicht ausgeschlossen werden(Hemmung des intestinalen P-gp).
HMG CO-A-Reduktase-Inhibitoren
Atorvastatin/Dolutegravir Dolutegravir ↔ Eine Anpassung der Dosis ist nicht(Nicht untersucht) erforderlich.
Atorvastatin/Rilpivirin1,2 Rilpivirin
AUC ↔
Cmin ↔
Cmax ↓ 9 %
AtorvastatinAUC ↔
Cmin ↓ 15 %
Cmax ↑ 35 %
Phosphodiesterase-Typ-5 (PDE-5)-Inhibitoren
Sildenafil/Dolutegravir Dolutegravir ↔ Eine Anpassung der Dosis ist nichterforderlich.
Sildenafil/Rilpivirin1,2 Rilpivirin
AUC ↔
Cmin ↔
Cmax ↔
SildenafilAUC ↔
Cmin nicht durchgeführt
Cmax ↔
Vardenafil Dolutegravir ↔ Eine Anpassung der Dosis ist nicht
Tadalafil/ (Nicht untersucht) erforderlich.
Dolutegravir
Vardenafil Rilpivirin ↔
Tadalafil/ (Nicht untersucht)
Rilpivirin1 Die Wechselwirkung zwischen Dolutegravir und/oder Rilpivirin und dem Arzneimittel wurden ineiner klinischen Studie untersucht. Alle anderen aufgeführten Arzneimittelwechselwirkungen sindprognostiziert.2 Diese Wechselwirkungsstudie wurde mit einer höheren als der empfohlenen Rilpivirin-Dosisdurchgeführt, um den maximalen Effekt auf das gleichzeitig angewendete Arzneimittel zu beurteilen.
Arzneimittel, die das QT-Intervall verlängernEs liegen nur begrenzte Informationen über das Potenzial für eine pharmakodynamische
Wechselwirkung zwischen Rilpivirin und Arzneimitteln vor, die das QTc-Intervall im EKGverlängern. In einer Studie mit gesunden Studienteilnehmern verlängerten supratherapeutische Dosenvon Rilpivirin (75 mg einmal täglich und 300 mg einmal täglich) das QTc-Intervall im EKG (siehe
Abschnitt 5.1). Dolutegravir/Rilpivirin sollte mit Vorsicht angewendet werden, wenn es gleichzeitigmit einem Arzneimittel mit bekanntem Risiko für Torsade de Pointes angewendet wird.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
SchwangerschaftWährend der Schwangerschaft wurden niedrigere Dolutegravir- und Rilpivirin-Expositionenbeobachtet (siehe Abschnitte 5.1 und 5.2). In Phase 3-Studien war eine geringere Rilpivirin-
Exposition, ähnlich wie sie auch in der Schwangerschaft beobachtet wurde, mit einem erhöhten Risikofür ein virologisches Versagen assoziiert. Die Anwendung von Juluca wird während der
Schwangerschaft nicht empfohlen.
Weitreichende Erfahrungen an schwangeren Frauen (mehr als 1.000 Schwangerschaftsausgänge mit
Exposition) deuten nicht auf ein Fehlbildungsrisiko oder eine fetale/neonatale Toxizität von
Dolutegravir hin. Weitergehende Erfahrungen an schwangeren Frauen (zwischen 300-1.000 Schwangerschaftsausgänge) deuten nicht auf ein Fehlbildungsrisiko oder eine fetale/neonatale
Toxizität von Rilpivirin hin.
Bisher liegen keine oder nur sehr begrenzte Erfahrungen (weniger als 300 Schwangerschaftsausgängemit Exposition) mit der Anwendung dieses Arzneimittelregimes aus zwei antiretroviralen Wirkstoffenin der Schwangerschaft vor.
Die Unbedenklichkeit und Wirksamkeit eines Arzneimittelregimes aus den zwei antiretroviralen
Wirkstoffen Dolutegravir + Rilpivirin wurde in der Schwangerschaft nicht untersucht.
Zwei große Beobachtungsstudien über Geburtsausgänge (mehr als 14.000 Schwangerschaftsausgänge)in Botswana (Tsepamo) und Eswatini sowie andere Quellen weisen nicht auf ein erhöhtes Risiko für
Neuralrohrdefekte nach einer Dolutegravir-Exposition hin.
Die Inzidenz von Neuralrohrdefekten in der Allgemeinbevölkerung liegt bei 0,5 - 1 Fall je1.000 Lebendgeburten (0,05 - 0,1 %).
Die Daten aus der Tsepamo-Studie zeigen keinen signifikanten Unterschied in der Prävalenz von
Neuralrohrdefekten (0,11 %) bei Säuglingen, deren Mütter zum Zeitpunkt der Empfängnis
Dolutegravir einnahmen (mehr als 9.400 Expositionen), im Vergleich zu Säuglingen, deren Mütterzum Zeitpunkt der Empfängnis antiretrovirale Behandlungsschemata ohne Dolutegravir erhielten(0,11 %), oder im Vergleich zu Frauen ohne HIV (0,07 %).
Die Daten aus der Eswatini-Studie zeigen die gleiche Prävalenz von Neuralrohrdefekten (0,08 %) bei
Säuglingen, deren Mütter zum Zeitpunkt der Empfängnis Dolutegravir einnahmen (mehr als4.800 Expositionen), wie bei Säuglingen von Frauen ohne HIV (0,08 %).
Die ausgewerteten Daten aus dem antiretroviralen Schwangerschaftsregister (Antiretroviral Pregnancy
Register, APR) von mehr als 1.000 Schwangerschaften mit einer Dolutegravir-Behandlung währenddes ersten Trimesters und zwischen 300-1.000 Schwangerschaften mit einer Rilpivirin-Behandlungwährend des ersten Trimesters deuten weder bei Dolutegravir noch bei Rilpivirin auf ein erhöhtes
Risiko für schwere Geburtsfehler im Vergleich zur Hintergrundrate oder zu Frauen mit HIV hin.
Bisher liegen keine oder nur eine sehr begrenzte Menge an Daten aus dem antiretroviralen
Schwangerschaftsregister (weniger als 300 Expositionen im ersten Trimester) zur kombinierten
Anwendung von Dolutegravir und Rilpivirin bei Schwangeren vor.
In tierexperimentellen Studien zur Reproduktionstoxizität mit Dolutegravir wurden keineunerwünschten Auswirkungen auf die Entwicklung, einschließlich Neuralrohrdefekte, festgestellt. Für
Rilpivirin ergaben tierexperimentelle Studien keine Hinweise auf eine Reproduktionstoxizität (siehe
Abschnitt 5.3).
Dolutegravir passiert die Plazenta beim Menschen. Bei schwangeren Frauen, die mit HIV leben, wardie mediane Dolutegravirkonzentration in der fetalen Nabelschnur etwa 1,3-fach höher als immütterlichen peripheren Plasma.
Es liegen nur unzureichende Informationen über die Auswirkungen von Dolutegravir auf Neugeborenevor.
StillzeitEs ist nicht bekannt, ob Rilpivirin in die Muttermilch übergeht. Die zur Verfügung stehendentoxikologischen Daten bei Tieren zeigten, dass Rilpivirin in die Milch übergeht. Dolutegravir geht ingeringen Mengen in die Muttermilch über (es wurde ein mittleres Verhältnis von Dolutegravir in der
Muttermilch zum mütterlichen Plasma von 0,033 nachgewiesen). Es liegen nur unzureichende
Informationen über die Auswirkungen von Dolutegravir auf Neugeborene/Kinder vor.
Es wird empfohlen, dass HIV-infizierte Frauen nicht stillen, um eine Übertragung von HIV auf das
Kind zu vermeiden.
FertilitätBisher liegen keine Daten über den Einfluss von Dolutegravir oder Rilpivirin auf die männliche undweibliche Fertilität bei Menschen vor. Tierstudien deuten nicht auf klinisch relevante Auswirkungenauf die männliche oder weibliche Fertilität hin (siehe Abschnitt 5.3).
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
MaschinenJuluca hat keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die
Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen. Die Patienten sollten darüber informiert werden, dasswährend der Behandlung mit den Wirkstoffen von Juluca über Erschöpfung, Schwindel und
Benommenheit berichtet wurde. Der klinische Zustand des Patienten und das Nebenwirkungsprofilvon Juluca sollten bei der Beurteilung der Fähigkeit des Patienten, ein Fahrzeug zu führen oder
Maschinen zu bedienen, beachtet werden.
4.8 Nebenwirkungen
Zusammenfassung des SicherheitsprofilsDie am häufigsten mit Juluca berichteten Nebenwirkungen (in klinischen Studien - siehe
Abschnitt 5.1) waren Durchfall (2 %) und Kopfschmerzen (2 %).
Die schwerwiegenste Nebenwirkung, die mit der Behandlung mit Dolutegravir in Zusammenhangsteht (von gepoolten Daten aus Phase-IIb- und Phase-III-Studien) und bei einem einzelnen Patientengesehen wurde, war eine Überempfindlichkeitsreaktion mit Hautausschlag und schwerer
Leberbeteiligung (siehe Abschnitt 4.4).
Tabellarische Liste der NebenwirkungenDie Informationsquellen für die Sicherheitsdatenbank enthalten die 2 identischen, randomerisierten,unverblindeten Studien SWORD-1 und SWORD-2 (siehe Abschnitt 5.1), gepoolte Studien von den
Einzelwirkstoffen und Erfahrungen nach Markteinführung.
Die Nebenwirkungen, die in klinischen Studien und in der Anwendung nach der Markteinführung alszumindest möglicherweise im Zusammenhang mit der Behandlung mit den Wirkstoffen von Julucastehend erachtet werden, sind in Tabelle 2 nach Organsystem, Organklasse und Häufigkeit aufgelistet.
Die Häufigkeiten sind wie folgt definiert: sehr häufig ( 1/10), häufig ( 1/100, < 1/10), gelegentlich( 1/1.000, < 1/100), selten ( 1/10.000, < 1/1.000), sehr selten (< 1/10.000), nicht bekannt(Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).
Tabelle 2: Tabellarische Liste der Nebenwirkungen von Juluca basierend auf klinischen Studienund Erfahrungen nach der Markteinführung mit Juluca bzw. den einzelnen
Wirkstoffen
Systemorganklassen Häufigkeits- Nebenwirkungen(SOC) Kategorie*
Erkrankungen des Häufig Verminderte Zahl der weißen Blutkörperchen
Blutes und des Vermindertes Hämoglobin
Lymphsystems Verminderte Thrombozytenzahl
Erkrankung des Gelegentlich Überempfindlichkeitsreaktion (siehe Abschnitt 4.4)
Immunsystems Nicht bekannt Immun-Rekonstitutions-Syndrom
Stoffwechsel- und Sehr häufig Erhöhtes Gesamtcholesterin (nüchtern)
Ernährungsstörungen Erhöhtes LDL-Cholesterin (nüchtern)
Häufig Verminderter Appetit
Erhöhte Triglyceride (nüchtern)
Psychiatrische Sehr häufig Schlaflosigkeit
Erkrankungen Häufig Anormale Träume
DepressionSchlafstörungen
Depressive Verstimmung
Angstzustände
Gelegentlich Suizidgedanken oder Suizidversuch (insbesonderebei Patienten mit einer Depression oder einerpsychiatrischen Erkrankung in der Vorgeschichte),
Panikattacke
Selten Vollendeter Suizid (insbesondere bei Patienten miteiner Depression oder einer psychiatrischen
Erkrankung in der Vorgeschichte)
Erkrankungen des Sehr häufig Kopfschmerzen
Nervensystems Schwindel
Häufig Somnolenz
Erkrankungen des Sehr häufig Übelkeit
Gastrointestinaltrakts Erhöhte Pankreasamylase
Durchfall
Häufig Bauchschmerzen
ErbrechenBlähungen
Erhöhte Lipase
Abdominale Beschwerden
Schmerzen im Oberbauch
Mundtrockenheit
Leber- und Sehr häufig Erhöhte Transaminasen
Gallenerkrankungen (Anstieg der Aminotransferase (ALT) und/oder
Aspartataminotransferase (AST))
Häufig Erhöhtes Bilirubin
Gelegentlich Hepatitis
Selten Akutes Leberversagen**
Erkrankungen der Häufig Hautausschlag
Haut und des Pruritus
Unterhautgewebes
Skelettmuskulatur-, Gelegentlich Arthralgie
Bindegewebs- und Myalgie
Knochenerkrankungen
Allgemeine Häufig Erschöpfung (Fatigue)
Erkrankungen und
Beschwerden am
Verabreichungsort
Untersuchungen Häufig Anstiege der Kreatin-Phosphokinase (CPK), erhöhtes
Gewicht* Die Häufigkeiten wurden basierend auf den maximal beobachteten Häufigkeiten festgelegt, diein den gepoolten SWORD-Studien oder Studien mit den einzelnen Wirkstoffen beobachtetwurden.
** Diese Nebenwirkungen wurden durch Überwachung von Dolutegravir in Kombination mitanderen antiretroviralen Arzneimitteln nach der Markteinführung identifiziert. Die
Häufigkeitskategorie 'selten“ wurde basierend auf Berichten nach der Markteinführungabgeschätzt.
Beschreibung ausgewählter NebenwirkungenÄnderungen der LaborwerteDie Anwendung von Dolutegravir oder Rilpivirin zusammen mit anderen antiretroviralen
Arzneimitteln wurde mit Anstiegen der Serum-Kreatininwerte assoziiert, die in der ersten
Behandlungswoche auftraten. Mit Dolutegravir/Rilpivirin traten Anstiege der Serum-Kreatininwerteinnerhalb der ersten vier Behandlungswochen auf und blieben bis zur Woche 148 stabil. Nach148 Behandlungswochen wurde eine mittlere Änderung von 9,86 mol/l (SD 10,4 mol/l) gegenüberdem Ausgangswert beobachtet. Diese Änderungen hängen mit der Inhibierung des aktiven Transportszusammen und werden als klinisch nicht relevant erachtet, da sie nicht auf eine Änderung derglomerulären Filtrationsrate zurückgehen.
Metabolische ParameterWährend einer antiretroviralen Therapie können eine Gewichtszunahme und ein Anstieg der Blutlipid-und Blutglucosewerte auftreten (siehe Abschnitt 4.4).
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
Nach akuter Überdosierung von Dolutegravir oder Rilpivirin waren keine spezifischen Symptomeoder Anzeichen erkennbar, welche über die aufgeführten Nebenwirkungen hinausgehen.
Das weitere Vorgehen sollte sich nach den klinischen Erfordernissen oder nach den Empfehlungen desjeweiligen nationalen Giftinformationszentrums richten, sofern vorhanden. Für eine Überdosierungvon Dolutegravir/Rilpivirin ist keine spezifische Behandlung verfügbar. Im Falle einer Überdosierungsollte der Patient die jeweils geeignete unterstützende Behandlung erhalten und entsprechendüberwacht werden, einschließlich der Überwachung der Vitalzeichen und des EKGs (QT-Intervall).
Da Dolutegravir und Rilpivirin eine hohe Plasmaproteinbindung aufweisen, ist es unwahrscheinlich,dass die Wirkstoffe durch Dialyse in nennenswertem Maße entfernt werden.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Antivirale Mittel zur systemischen Anwendung, antivirale Mittel zur
Behandlung von HIV-Infektionen, Kombinationen, ATC-Code: J05AR21
WirkmechanismusDolutegravir hemmt die HIV-Integrase, indem es an das aktive Zentrum der Integrase bindet und denfür den Replikationszyklus des HI-Virus essenziellen Strangtransfer bei der Integration derretroviralen Desoxyribonukleinsäure (DNA) hemmt.
Rilpivirin ist ein Diarylpyrimidin-Nicht-Nukleosidaler Reverse-Transkriptase-Inhibitor von HIV-1.
Die Wirkung von Rilpivirin wird durch eine nicht-kompetitive Hemmung der HIV-1-Reverse-
Transkriptase (RT) vermittelt. Rilpivirin hemmt nicht die menschlichen zellulären DNA-Polymerasenα, β und γ.
Pharmakodynamische WirkungenAntivirale Aktivität in ZellkulturenDer IC50-Wert für Dolutegravir gegen verschiedene Laborisolate lag bei mononukleären Blutzellen(PBMC) bei 0,5 nM und reichte bei MT-4-Zellen von 0,7 nM bis 2 nM. Ähnliche IC50-Werte wurdenbei klinischen Isolaten ermittelt, ohne größere Unterschiede zwischen den Subtypen; bei einer Reihevon 24 HIV-1-Isolaten der Subtypen A, B, C, D, E, F und G sowie Gruppe O betrug der mittlere IC50-
Wert 0,2 nM (Bereich 0,02 bis 2,14). Die mittlere IC50 für 3 HIV-2-Isolate betrug 0,18 nM (Bereich0,09 bis 0,61).
Rilpivirin erwies sich als wirksam gegen Laborstämme vom HIV-1-Wildtyp bei akut infizierten T-
Zell-Linien mit einem medianen IC50-Wert für HIV-1/IIIB von 0,73 nM (0,27 ng/ml). Rilpivirin zeigtein vitro eine begrenzte Wirkung gegen HIV-2 mit IC50-Werten im Bereich von 2.510 bis 10.830 nM.
Des Weiteren zeigte Rilpivirin in vitro eine antivirale Wirkung gegen ein breites Spektrum vonprimären Isolaten der HIV-1-Gruppe M (Subtypen A, B, C, D, F, G, H) mit IC50-Werten im Bereichvon 0,07 bis 1,01 nM und primären Isolaten der Gruppe O mit IC50-Werten im Bereich von 2,88 bis8,45 nM.
Wirkung von humanem Serum und Serumproteinen
Für Dolutegravir lag in 100 % humanem Serum im Mittel eine proteinbedingte 75-fache Änderung der
IC90 vor, was in einer proteinkorrigierten IC90 von 0,064 µg/ml resultierte.
In Gegenwart von 1 mg/ml des sauren Alpha-1-Glycoproteins, 45 mg/ml humanem Serumalbuminbzw. 50 % humanem Serum wurde eine Reduktion der antiviralen Aktivität von Rilpivirin beobachtet,was sich durch mediane IC50-Raten von 1,8 bzw. 39,2 bzw. 18,5 zeigte.
ResistenzResistenz in vitro
Die Untersuchung der Resistenzentwicklung in vitro erfolgte mittels serieller Passage. Für
Dolutegravir traten bei der Passage des Laborstammes HIV-1 IIIB über 112 Tage die selektierten
Mutationen langsam auf, mit Substitutionen an den Positionen S153Y und F; diese Mutationen wurdenbei Patienten, die in klinischen Studien mit Dolutegravir behandelt wurden, nicht selektiert. Mit dem
Stamm NL432 wurden die Integrase-Mutationen E92Q (Fold Change [FC] 3) und G193E (FC 3)selektiert. Diese Mutationen wurden bei Patienten mit bereits vorhandener Raltegravir-Resistenz, diedann mit Dolutegravir behandelt wurden, selektiert (gelistet als Sekundärmutation für Dolutegravir).
In weiteren Selektions-Experimenten mit klinischen Isolaten des Subtyps B trat Mutation R263K beiallen fünf Isolaten (nach 20 Wochen und darüber hinaus) auf. Bei Isolaten der Subtypen C (n = 2) und
A/G (n = 2) wurde bei einem Isolat die Integrase-Substitution R263K und bei zwei Isolaten G118Rselektiert. Im klinischen Phase-III-Programm für ART-vorbehandelte, INI-naive Patienten wurde
R263K bei zwei einzelnen Patienten mit Subtyp B und C berichtet, was aber in vitro keine
Auswirkung auf die Empfindlichkeit gegenüber Dolutegravir hatte. G118R verringert inzielgerichteten Mutanten die Empfindlichkeit gegenüber Dolutegravir (FC 10), wurde aber bei
Patienten, die im Phase-III-Programm Dolutegravir erhielten, nicht detektiert.
Primärmutationen gegen Raltegravir/Elvitegravir (Q148H/R/K, N155H, Y143R/H/C, E92Q und T66I)hatten als Einzelmutation keinen Effekt auf die in vitro-Empfindlichkeit gegenüber Dolutegravir.
Wenn als Integrase-Inhibitor-assoziiert gelistete Sekundärmutationen (gegen Raltegravir/Elvitegravir)in Experimenten mit zielgerichteten Mutanten zu diesen Primärmutationen hinzukamen (außer an
Q148), blieb die Empfindlichkeit gegenüber Dolutegravir auf dem Level oder nahe des Levels des
Wildtyps. Bei Viren mit Q148-Mutation wurde mit steigender Anzahl an Sekundärmutationen einsteigender Dolutegravir FC beobachtet. Die Auswirkung der Q148-Mutationen (H/R/K) wurde auch in
Passage-Experimenten in vitro mit zielgerichteten Mutanten bestätigt. In serieller Passage mit
Mutanten des Stammes NL432 mit zielgerichteten Mutationen an N155H oder E92Q wurden keineweiteren Selektionen von Resistenzen beobachtet (FC unverändert um 1). Wurde jedoch die serielle
Passage mit Mutanten mit Q148H-Mutation (FC 1) begonnen, akkumulierten verschiedene
Raltegravir-assoziierte Sekundärmutationen und in Folge dessen trat ein Anstieg des FC auf Werte> 10 auf.
Ein klinisch relevanter phänotypischer Schwellenwert (FC vs. Wildtyp-Virus) wurde nicht bestimmt;genotypische Resistenz war ein besserer Prädiktor für das Ansprechen.
Ausgehend vom HIV-1-Wildtyp unterschiedlicher Herkunft und unterschiedlichen Subtyps sowie von
NNRTI-resistenten HIV-1 wurden in Zellkultur Rilpivirin-resistente Stämme selektiert. Die amhäufigsten beobachteten sich entwickelten Aminosäure-Mutationen umfassen: L100I, K101E, V108I,
E138K, V179F, Y181C, H221Y, F227C und M230I. Von einer Resistenz gegenüber Rilpivirin wirdausgegangen, wenn die Veränderung (Fold Change, FC) des IC50-Wertes über dem biologischen
Schwellenwert (biologischer Cut-off, BCO) des Assays liegt.
Resistenz in vivo
Bei zwei Patienten, die Dolutegravir plus Rilpivirin erhielten, und bei zwei Patienten, die ihrederzeitige antiretrovirale Therapie (CART) fortsetzten, kam es in den ersten 48 Wochen zu einembestätigten virologischen Versagen, das ein Abbruchkriterium (CVW) in den gepoolten SWORD-1(201636) und SWORD-2 (201637) Studien war. Insgesamt elf Patienten, die Dolutegravir plus
Rilpivirin erhielten, erfüllten die CVW Kriterien bis Woche 148, siehe Tabelle 3. NNRTI-Resistenz-assoziierte Substitutionen E138E/A und M230M/L wurden bei drei bzw. zwei Patienten zum
Zeitpunkt des Absetzens nachgewiesen.
Tabelle 3: Resistenzübersicht nach Arzneimittelklasse für Patienten mit bestätigtemvirologischem Versagen und Abbruch der Studienmedikation in frühen und späten
Umstellungsphasen der SWORD-Studien
Arzneimittel Mutation nach Arzneimittelklasse
- regime/HIV-1 RNA (Kopien/ml) Mutation (Fold Change) ***
Therapie- (Zeitpunkt)
INI NNRTIdauer(Wochen)* SVW CVW** BL VW BL VW
DTG + RPV 88 466 G193E
G193E keine keine/ 36 (W24) (W24UNS) (1,02)
DTG + RPV 1.059.771 1018 K101K/Ekeine keine keine/ 47 (W36) (W36UNS) (0,75)
DTG + RPV162 217/ L74I NR V108I NR(W64) (W76)
DTG + RPV 833 1174 N155N/H V151V/Ikeine keine/ 17 (Wk64) (W64UNS) G163G/R (NR)
DTG + RPV 278 2571 E138E/Akeine keine keine/ 88 (W76) (W88) (1,61)
DTG + RPV 147 289 K103N
ND keine NR/ 92 (W88) (W88UNS) (5,24)
DTG + RPV 280 225keine keine keine keine/ 105 (W88) (Wk100)
K101E,
E138A,
DTG + RPV 651 1105 K101E,
G193E NR M230M// 105 (W100) (W100UNS) E138A
L(31)
E157Q E157Q, M230M/
DTG + RPV 118 230
G193E, G193E keine L/ 120 (W112) (W112UNS)
T97T/A (1,47) (2)
E138A,
DTG + RPV 4294 7247
NR NR NR L100L/I/ 101 (W136) (W136UNS)(4,14)
* Bei einem Patienten ist der Resistenztest zum Zeitpunkt des virologischen Versagensfehlgeschlagen, daher sind die Details in dieser Tabelle nicht enthalten.
** CVW: Zwei aufeinanderfolgende Viruslastmengen ≥ 50 Kopien/ml ab Baseline (erste
Viruslast ≥ 50 Kopien/ml, zweite Viruslast > 200 Kopien/ml).
*** Der Baseline-Test liefert nur genotypische Daten, keine phänotypischen Daten.
CAR = fortgeführtes antiretrovirales Regime; DTG + RPV = Dolutegravir plus Rilpivirin
SVW = vermutete virologische Abbruchkriterien; CVW = bestätigtes virologisches Versagen,das zum Behandlungsabbruch führte; BL = Baseline-Resistenztestergebnisse; VW =
Resistenztestergebnisse, wenn CVW-Kriterien erreicht wurden; W = Woche; UNS =außerplanmäßiger Besuch; 'ND“ Baseline-Tests wurden nicht durchgeführt, da
PBMC/Vollblutproben nicht entnommen wurden; 'keine“ zeigt an, dass keine Resistenzbeobachtet wurde; 'NR“ zeigt an, dass aufgrund eines Testversagens oder Nichtverfügbarkeitder Probe keine Daten übermittelt wurden.
Bei nicht vorbehandelten Patienten, die in Phase IIb und Phase III Dolutegravir + 2 NRTIs erhielten,zeigte sich keine Resistenzentwicklung gegen die Klasse der Integrase-Inhibitoren oder gegen die
Klasse der NRTIs (n = 876, Nachbeobachtung von 48-96 Wochen).
Bei Patienten mit vorausgegangenem Therapieversagen, die aber Integrase-Inhibitor-naiv waren(SAILING-Studie), wurden Integrase-Substitutionen bei HI-Viren von 4 der 354 Patienten, die mit
Dolutegravir und einem vom Prüfarzt gewählten Hintergrundregime behandelt wurden, beobachtet(Nachbeobachtung von 48 Wochen). Zwei von diesen 4 Patienten wiesen Viren mit einer spezifischen
R263K-Integrase-Substitution auf, mit einem maximalen FC von 1,93. Ein Patient wies Viren miteiner polymorphen V151V/I-Integrase-Substitution auf, mit einem maximalen FC von 0,92 und ein
Patient hatte HIV mit vorbestehenden Integrase-Mutationen, wobei davon ausgegangen wird, dass er
Integrase-Inhibitor vorbehandelt war oder mit einem Integrase-Inhibitor-resistenten Virus infiziertworden war. Die R263K-Mutation wurde auch in vitro selektiert (siehe oben).
In der gepoolten Woche-48-Resistenzanalyse der Rilpivirin-Phase-III-Studien, die mit nichtvorbehandelten Patienten durchgeführt wurden, lagen für 62 von insgesamt 72 Fällen mitvirologischem Versagen im Rilpivirin-Arm Resistenzdaten vom Beginn der Studie und vom Zeitpunktdes Versagens vor. In dieser Analyse waren die mit einer NNRTI-Resistenz assoziierten Mutationen(RAMs), die sich bei mindestens 2 virologischen Versagen mit Rilpivirin entwickelten: V90I, K101E,
E138K, E138Q, V179I, Y181C, V189I, H221Y und F227C. Das Vorliegen der Substitutionen V90Iund V189I zu Studienbeginn beeinflusste das Ansprechen in den Studien nicht. Die E138K-
Substitution trat am häufigsten während der Rilpivirin-Behandlung auf, häufig in Kombination mit der
M184I-Substitution. In der 48-Wochen-Analyse hatten 31 von 62 Fällen virologischen Versagensunter Rilpivirin sowohl NNRTI- als auch NRTI-RAMs; 17 von diesen 31 hatten die Kombination
E138K und M184I. Die häufigsten Mutationen waren in der 48-Wochen- und 96-Wochen-Analyse diegleichen. Zwischen der Woche-48-Analyse und der Woche-96-Analyse traten im Rilpivirin- und
Efavirenz-Arm zusätzlich 24 (3,5 %) bzw. 14 (2,1 %) virologische Versagen auf.
KreuzresistenzViren mit zielgerichteten INI-Mutationen
Die Aktivität von Dolutegravir wurde gegen ein Spektrum von 60 INI-resistenten HI-Viren des Typ 1mit zielgerichteten Mutationen bestimmt (28 mit einzelnen Substitutionen und 32 mit 2 oder mehr
Substitutionen). Die einzelnen INI-resistenten Substitutionen T66K, I151L und S153Y führten zueiner mehr als 2-fachen Abnahme der Empfindlichkeit gegenüber Dolutegravir (Bereich: 2,3-fach bis3,6-fach gegenüber der Referenz). Kombinationen von Mehrfach-Substitutionen T66K/L74M,
E92Q/N155H, G140C/Q148R, G140S/Q148H, R oder K, Q148R/N155H, T97A/G140S/Q148 und
Substitutionen an E138/G140/Q148 zeigten eine mehr als 2-fache Abnahme der Empfindlichkeitgegenüber Dolutegravir (Bereich: 2,5-fach bis 21-fach gegenüber der Referenz).
Viren mit zielgerichteten NNRTI-Mutationen
Bei einem Spektrum von 67 rekombinanten HIV-1-Laborstämmen mit Aminosäure-Substitution an
RT-Positionen, die mit einer NNRTI-Resistenz assoziiert sind, einschließlich den am häufigstengefundenen K103N und Y181C, zeigte Rilpivirin eine antivirale Wirkung (FC ≤ BCO) gegen 64 der67 Stämme (96 %). Die einzelnen, mit einem Verlust der Empfindlichkeit gegenüber Rilpivirinassoziierten Aminosäure-Substitutionen waren: K101P, Y181I und Y181V. Die K103N-Substitutionallein führte nicht zu einer reduzierten Empfindlichkeit gegenüber Rilpivirin, jedoch führte die
Kombination von K103N und L100I zu einer 7-fach reduzierten Empfindlichkeit gegenüber Rilpivirin.
Unter Berücksichtigung aller verfügbaren in vitro- und in vivo-Daten haben folgende Aminosäuren,wenn sie bei Therapiebeginn vorliegen, wahrscheinlich einen Einfluss auf die Wirkung von Rilpivirin:
K101E, K101P, E138A, E138G, E138K, E138R, E138Q, V179L, Y181C, Y181I, Y181V, Y188L,
H221Y, F227C, M230I oder M230L.
Rekombinante klinische Isolate705 Raltegravir-resistente Isolate von Raltegravir-vorbehandelten Patienten wurden auf
Empfindlichkeit gegenüber Dolutegravir untersucht. Dolutegravir hat einen FC < 10 gegen 94 % der705 klinischen Isolate.
Rilpivirin behielt seine Empfindlichkeit (FC ≤ BCO) gegenüber 62 % der 4.786 rekombinantenklinischen HIV-1-Isolate mit einer Resistenz gegen Efavirenz und/oder Nevirapin bei.
Nicht vorbehandelte, mit HIV-1 infizierte erwachsene Patienten
In der gepoolten 96-Wochen-Analyse zum virologischen Versagen bei Patienten mit einer
Ausgangsviruslast von ≤ 100.000 Kopien/ml und Resistenz gegen Rilpivirin (n = 5) hatten Patienteneine Kreuzresistenz gegen Efavirenz (n = 3), Etravirin (n = 4) und Nevirapin (n = 1).
Effekte auf das Elektrokardiogramm
Die Wirkung von Rilpivirin in der empfohlenen Dosis von 25 mg einmal täglich auf das QTcF-
Intervall wurde in einer randomisierten, Placebo- und aktiv (Moxifloxacin 400 mg einmal täglich)kontrollierten Crossover-Studie bei 60 gesunden Erwachsenen mit 13 Messungen über 24 Stunden im
Steady-State untersucht. Rilpivirin ist bei der empfohlenen Dosis von 25 mg einmal täglich nicht mitklinisch relevanten Auswirkungen auf das QTc-Intervall assoziiert.
Bei der Untersuchung supratherapeutischer Rilpivirin-Dosen von 75 mg einmal täglich und 300 mgeinmal täglich bei gesunden Erwachsenen betrugen die mittleren maximalen, Zeit-adjustierten (obere
Konfidenzgrenze von 95 %) Differenzen zum Placebo beim QTcF-Intervall nach Adjustierung der
Ausgangswerte 10,7 (15,3) bzw. 23,3 (28,4) ms. Eine Steady-State-Gabe von einmal täglich 75 mgbzw. einmal täglich 300 mg Rilpivirin führte zu einer mittleren Cmax, die um das 2,6- bzw. 6,7-Fachehöher lag, als die mittlere Steady-State-Cmax, die bei der empfohlenen Dosis von einmal täglich 25 mg
Rilpivirin beobachtet wurde (siehe Abschnitt 4.4).
Bei Überschreitung der klinischen Dosis von Dolutegravir um etwa das 3-Fache traten keinerelevanten Effekte auf das QTc-Intervall auf.
Klinische Wirksamkeit und SicherheitDie Wirksamkeit und Sicherheit eines Wechsels von einem antiretroviralen Regime (bestehend aus2 NRTIs plus entweder einem INI, einem NNRTI oder einem PI) auf ein Regime aus 2 antiretroviralen
Wirkstoffen bestehend aus 50 mg Dolutegravir und 25 mg Rilpivirin wurde in 2 identischen,randomisierten, unverblindeten, multizentrischen Nichtunterlegenheits-Studien, SWORD-1 (201636)und SWORD-2 (201637), mit parallelen Gruppen über 48 Wochen evaluiert. Patienten wurdeneingeschlossen, wenn sie auf ihrem ersten oder zweiten antiretroviralen Regime ohne vorherigesvirologisches Versagen waren, keine vermuteten oder bekannten Resistenzen gegen antiretrovirale
Arzneimittel aufwiesen und vor dem Screening mindestens 6 Monate stabil viral supprimiert (HIV-1-
RNA < 50 Kopien/ml) waren. Die Patienten wurden 1:1 randomisiert, entweder ihr aktuellesantiretrovirales Regime fortzuführen oder auf ein Arzneimittelregime aus zwei antiretroviralen
Wirkstoffen bestehend aus einmal täglich Dolutegravir plus Rilpivirin zu wechseln. Der primäre
Wirksamkeits-Endpunkt der SWORD-Studien war der Anteil an Patienten mit Plasma-HIV-1-RNA< 50 Kopien/ml zu Woche 48 (Snapshot-Algorithmus für die ITT-E-Population).
In der gepoolten Analyse waren die Charakteristika zu Studienbeginn zwischen den
Behandlungsarmen ähnlich, mit einem medianen Alter der Patienten von 43 Jahren (28 % 50 Jahreund älter; 3 % 65 Jahre und älter), 22 % weiblich, 20 % nicht kaukasischer Abstammung und 77 %gehörten der CDC-Klasse A an. Die mediane CD4+-Zellzahl lag bei ca. 600 Zellen pro mm3, wobei11 % eine CD4+-Zellzahl von weniger als 350 Zellen pro mm3 hatten. In den gepoolten Analysenerhielten 54 %, 26 % bzw. 20 % der Patienten vor der Randomisierung einen NNRTI, PI oder INI alsihre dritte Komponente zu Baseline.
Die gepoolte Analyse des primären Endpunkts zeigte, dass Dolutegravir plus Rilpivirin derfortgeführten antiretroviralen Therapie nicht unterlegen ist, wobei, basierend auf dem Snapshot-
Algorithmus, 95 % der Patienten in beiden Armen den primären Endpunkt von < 50 Kopien/ml
Plasma-HIV-1-RNA zu Woche 48 erreichten (Tabelle 4).
Der primäre Endpunkt und andere Ergebnisse (einschließlich die Ergebnisse nach den wichtigsten
Kovariablen zu Studienbeginn) für die gepoolten SWORD-1- und SWORD-2-Studien sind in
Tabelle 4 aufgeführt.
Tabelle 4: Virologisches Ansprechen auf die randomisierte Behandlung zu Woche 48 (Snapshot-
Algorithmus)
Gepoolte Daten aus SWORD-1 und
SWORD-2***
DTG + RPV CAR
N = 513 N = 511n (%) n (%)
HIV-1-RNA < 50 Kopien/ml 486 (95 %) 485 (95 %)
Behandlungsunterschied* -0,2 (-3,0; 2,5)
Virologisches Nicht-Ansprechen** 3 (< 1 %) 6 (1 %)
Gründe
Daten im Untersuchungsfenster nicht0 2 (< 1 %)< 50 Kopien/ml
Abbruch aufgrund fehlender Wirksamkeit 2 (< 1 %) 2 (< 1 %)
Abbruch aus anderen Gründen während nicht1 (< 1 %) 1 (< 1 %)< 50 Kopien/ml
Wechsel der ART 0 1 (< 1 %)
Keine virologischen Daten im24 (5 %) 20 (4 %)
Untersuchungsfenster zu Woche 48
Gründe
Abbruch der Studie bzw. Absetzen der
Studienmedikation aufgrund von unerwünschtem 17 (3 %) 3 (< 1 %)
Ereignis oder Tod
Abbruch der Studie bzw. Absetzen der7 (1 %) 16 (3 %)
Studienmedikation aus anderen Gründen
Fehlende Daten im Untersuchungsfenster aber0 1 (< 1 %)weiterhin in der Studie
HIV-1-RNA < 50 Kopien/ml nach Kovariablen zu Studienbeginnn/N (%) n/N (%)
Ausgangswert der CD4+-Zellzahl (Zellen/mm3)< 350 51/58 (88 %) 46/52 (88 %) 350 435/455 (96 %) 439/459 (96 %)
Dritte Behandlungsklasse zu Baseline
INI 99/105 (94 %) 92/97 (95 %)
NNRTI 263/275 (96 %) 265/278 (95 %)
PI 124/133 (93 %) 128/136 (94 %)
GeschlechtMännlich 375/393 (95 %) 387/403 (96 %)
Weiblich 111/120 (93 %) 98/108 (91 %)
Ethnische ZugehörigkeitKaukasische Abstammung 395/421 (94 %) 380/400 (95 %)
Afroamerikanische/Afrikanische91/92 (99 %) 105/111 (95 %)
Abstammung/Andere
Alter (Jahre)< 50 350/366 (96 %) 348/369 (94 %) 50 136/147 (93 %) 137/142 (96 %)
* Adjustiert für Baseline-Stratifizierungsfaktoren und unter Anwendung einer
Nichtunterlegenheitsspanne von -8 % ausgewertet.
** Nichtunterlegenheit von Dolutegravir plus Rilpivirin gegenüber CAR konnte für den Anteilder Patienten, die als virologische Non-Responder klassifiziert wurden, basierend auf einer
Nichtunterlegenheitsspanne von 4 % gezeigt werden. Adjustierter Unterschied (95 % KI) -0,6(-1,7; 0,6).
*** Die Ergebnisse der gepoolten Analyse stehen im Einklang mit denen der individuellen
Studien. Die Unterschiede am Anteil der Patienten, die den primären Endpunkt von< 50 Kopien/ml Plasma-HIV-1-RNA zu Woche 48 erfüllten (basierend auf dem Snapshot-
Algorithmus), waren für DTG + RPV versus CAR -0,6 (95 % KI: -4,3; 3,0) für SWORD-1 und0,2 (95 % KI: -3,9; 4,2) für SWORD-2, bei einer vorab festgelegten
Nichtunterlegenheitsspanne von -10 %.
N = Anzahl der Patienten im Behandlungsarm
CAR = fortgeführtes antiretrovirales Regime; DTG + RPV = Dolutegravir plus Rilpivirin;
INI = Integrase-Inhibitor; NNRTI = Nicht-Nukleosidaler Reverse-Transkriptase-Inhibitor;
PI = Protease-Inhibitor
In Woche 148 der gepoolten SWORD-1- und SWORD-2-Studien hatten, basierend auf dem Snapshot-
Algorithmus, 84 % der Probanden, die bei Studienbeginn Dolutegravir plus Rilpivirin erhielten,
Plasma-HIV-1-RNA < 50 Kopien/mL. Bei den Patienten, die anfänglich auf ihrer CART verbliebensind und in Woche 52 zu Dolutegravir plus Rilpivirin wechselten, hatten 90 % der Patienten basierendauf dem Snapshot-Algorithmus zu Woche 148 eine Plasma-HIV-1-RNA < 50 Kopien/ml. Dies warvergleichbar mit der Ansprechrate (89 %), die in Woche 100 (ähnliche Expositionsdauer) bei Patientenbeobachtet wurde, die bei Studienbeginn Dolutegravir plus Rilpivirin erhielten.
Einfluss auf die Knochen
In einer DEXA-Substudie stieg die mittlere Knochenmineraldichte (BMD) vom Ausgangswert zu
Studienbeginn bis zu Woche 48 bei Patienten, die auf Dolutegravir plus Rilpivirin wechselten (1,34 %
Gesamthüfte und 1,46 % Lendenwirbelsäule) im Vergleich zu denjenigen, die die Behandlung miteinem Tenofovirdisoproxil (TDF)-haltigen antiretroviralen Regime fortsetzten (0,05 % Gesamthüfteund 0,15 % Lendenwirbelsäule). Ein eventuell vorteilhafter Effekt in Bezug auf die Frakturrate wurdenicht untersucht.
SchwangerschaftEs liegen keine Daten zur Wirksamkeit und Sicherheit für die Kombination aus Dolutegravir und
Rilpivirin in der Schwangerschaft vor. Rilpivirin in Kombination mit einem Hintergrundregime wurdein klinischen Studien bei 19 Schwangeren während des zweiten und dritten Trimenons und nach der
Geburt untersucht. Die pharmakokinetischen Daten zeigen, dass die Gesamtexposition (AUC) von
Rilpivirin als Teil eines antiretroviralen Regimes während der Schwangerschaft ca. 30 % niedriger warals nach der Geburt (6 bis 12 Wochen). 10 der 12 Patientinnen, die die Studie abschlossen, waren am
Ende der Studie supprimiert; bei den anderen 2 Patientinnen wurde nach der Geburt ein Anstieg der
Viruslast beobachtet, für eine Patientin vermutlich aufgrund nicht optimaler Adhärenz. Eine Mutter-
Kind-Übertragung fand bei keinem der 10 Kleinkinder, deren Mütter die Studie abgeschlossen habenund für die der HIV-Status verfügbar war, statt. Im Vergleich zum Sicherheitsprofil von Rilpivirin bei
HIV-1-infizierten Erwachsenen gab es keine neuen sicherheitsrelevanten Erkenntnisse.
Auf Basis begrenzter Daten von einer kleinen Anzahl an Frauen, die einmal täglich 50 mg
Dolutegravir in Kombination mit einem Hintergrundregime erhielten, war die Gesamtexposition(AUC) von Dolutegravir während des zweiten Trimenons der Schwangerschaft um 37 % und währenddes dritten Trimenons um 29 % niedriger als nach der Geburt (6 bis 12 Wochen). 27 der29 Patientinnen, die die Studie abschlossen, waren am Ende der Studie supprimiert. Es wurde keine
Mutter-Kind-Übertragung beobachtet. Während bei 24 Kleinkindern bestätigt wurde, dass sie nichtinfiziert waren, konnte dies bei 5 Kleinkindern aufgrund unvollständiger Untersuchungen nichtbestimmt werden, siehe Abschnitt 5.2.
Kinder und JugendlicheDie Europäische Arzneimittel-Agentur hat für Juluca eine Zurückstellung von der Verpflichtung zur
Vorlage von Ergebnissen zu Studien in einer oder mehreren pädiatrischen Altersklassen bei der
Behandlung der HIV-Infektion gewährt (siehe Abschnitt 4.2 bzgl. Informationen zur Anwendung bei
Kindern und Jugendlichen).
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
Juluca ist bioäquivalent zu einer 50 mg-Tablette Dolutegravir und einer 25 mg-Tablette Rilpivirin, diezusammen mit einer Mahlzeit eingenommen werden.
Dolutegravir zeigt bei gesunden Probanden und bei HIV-infizierten Patienten eine ähnliche
Pharmakokinetik. Die Variabilität der Pharmakokinetik ist niedrig bis moderat. In Phase-I-Studien beigesunden Studienteilnehmern lag die interindividuelle Variabilität (CVb%) für AUC und Cmaxzwischen ca. 20 bis 40 % und für C zwischen 30 bis 65 % über die Studien hinweg. Bei HIV-infizierten Patienten war die interindividuelle Variabilität der pharmakokinetischen Parameter größerals bei gesunden Studienteilnehmern. Die intraindividuelle Variabilität (CVw%) ist geringer als dieinterindividuelle Variabilität.
Die pharmakokinetischen Eigenschaften von Rilpivirin wurden an gesunden erwachsenen
Studienteilnehmern sowie an antiretroviral nicht vorbehandelten erwachsenen HIV-1-infizierten
Patienten untersucht. Die systemische Verfügbarkeit von Rilpivirin war im Allgemeinen bei den HIV-1-infizierten Patienten niedriger als bei den gesunden Studienteilnehmern.
ResorptionDolutegravir wird nach oraler Anwendung rasch resorbiert, mit einer mittleren Tmax von 2 bis3 Stunden nach Einnahme einer Tablette. Im Allgemeinen wird die maximale Plasmakonzentrationvon Rilpivirin nach der Einnahme innerhalb von 4 bis 5 Stunden erreicht.
Juluca muss mit einer Mahlzeit eingenommen werden, um eine optimale Resorption von Rilpivirin zuerzielen (siehe Abschnitt 4.2). Wenn Juluca mit einer Mahlzeit eingenommen wurde, war die
Resorption sowohl von Dolutegravir als auch von Rilpivirin erhöht. Mahlzeiten mit mittlerem oderhohem Fettgehalt erhöhten die AUC(0-) von Dolutegravir um ca. 87 % und die Cmax um ca. 75 %. Miteiner Mahlzeit mit mittlerem bzw. hohem Fettanteil eingenommen war im Vergleich zum
Nüchternzustand die AUC(0-) von Rilpivirin um 57 % bzw. 72 % und die Cmax um 89 % bzw. 117 %erhöht. Die Einnahme von Juluca im Nüchternzustand oder nur mit einem proteinreichen nahrhaften
Getränk kann zu verminderten Plasmakonzentrationen von Rilpivirin führen, was potenziell zu einerverminderten therapeutischen Wirkung von Juluca führen könnte.
Die absolute Bioverfügbarkeit von Dolutegravir oder Rilpivirin wurde bisher nicht untersucht.
VerteilungBasierend auf in vitro-Daten weist Dolutegravir eine hohe Plasmaproteinbindung auf (> 99 %). Gemäßeiner populationspharmakokinetischen Analyse beträgt das scheinbare Verteilungsvolumen bei HIV-infizierten Patienten 17 l bis 20 l. Die Bindung von Dolutegravir an Plasmaproteine ist unabhängigvon der Dolutegravir-Konzentration. Das Konzentrationsverhältnis Gesamtblut zu Plasma der
Arzneistoff-bezogenen Radioaktivität lag im Mittel zwischen 0,441 und 0,535, was darauf hinweist,dass die Bindung der Radioaktivität an zelluläre Blutbestandteile minimal ist. Der ungebundene Anteilvon Dolutegravir im Plasma ist bei niedrigen Serumalbuminkonzentrationen (< 35 g/l) erhöht, wie bei
Patienten mit mittelgradiger Leberfunktionsstörung gezeigt.
Dolutegravir ist in der Zerebrospinalflüssigkeit (CSF) nachweisbar. Bei 13 nicht vorbehandelten
Patienten auf einem stabilen Regime aus Dolutegravir und Abacavir/Lamivudin lag die mittlere
Konzentration von Dolutegravir in der CSF bei 18 ng/ml (vergleichbar mit der Plasmakonzentrationdes ungebundenen Wirkstoffs und über der IC50).
Dolutegravir ist im weiblichen und männlichen Genitaltrakt nachweisbar. Die AUC in der Zervikal-und Vaginalflüssigkeit, dem Zervikalgewebe und dem Vaginalgewebe entsprach 6 bis 10 % der
Plasma-AUC im Steady-State. Im Sperma betrug die AUC 7 % und im Rektalgewebe 17 % derentsprechenden Plasma-AUC im Steady-State.
Rilpivirin wird in vitro zu etwa 99,7 % an Plasmaproteine gebunden, vornehmlich an Albumin. Die
Verteilung von Rilpivirin in andere Kompartimente als das Plasma (z. B. Zerebrospinalflüssigkeit,
Genitaltraktsekretionen) wurde beim Menschen nicht untersucht.
BiotransformationDolutegravir wird hauptsächlich durch Glucuronidierung über UGT1A1 und in geringem Maße über
CYP3A metabolisiert. Dolutegravir ist die im Plasma überwiegend zirkulierende Verbindung; dierenale Ausscheidung in unveränderter Form ist gering (< 1 % der Dosis). 53 % der gesamten oralen
Dosis werden unverändert in den Faeces ausgeschieden. Es ist nicht bekannt, ob dies vollständig oderteilweise über nicht adsorbierten Wirkstoff oder biliäre Ausscheidung des Glucuronidat-Konjugats,das im Darmlumen weiter zur Ausgangsverbindung abgebaut werden kann, erfolgt. 32 % dergesamten oralen Dosis werden über den Urin ausgeschieden, hauptsächlich in Form des Ether-
Glucuronids von Dolutegravir (18,9 % der Gesamtdosis), des N-dealkylierten Metaboliten (3,6 % der
Gesamtdosis) und einem Metaboliten, der durch Oxidation am Benzyl-Kohlenstoff gebildet wird(3,0 % der Gesamtdosis).
In vitro-Experimente weisen darauf hin, dass Rilpivirin hauptsächlich einer oxidativen
Metabolisierung durch das CYP3A-System unterliegt.
ArzneimittelwechselwirkungenIn vitro zeigte Dolutegravir keine direkte oder nur eine schwache Hemmung (IC50 > 50 µM) der
Enzyme Cytochrom-P450 (CYP) 1A2, CYP2A6, CYP2B6, CYP2C8, CYP2C9, CYP2C19, CYP2D6,
CYP3A, Uridindiphosphat-Glucuronosyltransferase (UGT)1A1 oder UGT2B7 bzw. der Transporter
P-gp, BCRP, BSEP, OATP1B1, OATP1B3, OCT1, MATE2-K, MRP2 oder MRP4. In vitro bewirkte
Dolutegravir keine Induktion von CYP1A2, CYP2B6 oder CYP3A4. Basierend auf diesen Daten istnicht damit zu rechnen, dass Dolutegravir einen Einfluss auf die Pharmakokinetik von Arzneimittelnhat, die Substrate von wichtigen Enzymen oder Transportern sind (siehe Abschnitt 4.5).
In vitro war Dolutegravir kein Substrat der humanen Transportsysteme OATP1B1, OATP1B3 oder
OCT1.
EliminationDolutegravir hat eine terminale Halbwertzeit von ca. 14 Stunden. Basierend auf einerpopulationspharmakokinetischen Analyse beträgt die scheinbare orale Clearance (CL/F) bei HIV-infizierten Patienten ungefähr 1 l/h.
Die terminale Eliminationshalbwertzeit von Rilpivirin beträgt ca. 45 Stunden. Nach Einnahme einer
Einzeldosis von 14C-Rilpivirin konnten durchschnittlich 85 % der Radioaktivität in den Faeces und6,1 % im Urin gefunden werden. In den Faeces lag der Anteil des unveränderten Rilpivirin beidurchschnittlich 25 % der eingenommenen Dosis. Nur Spuren von unverändertem Rilpivirin (< 1 %der Dosis) wurden im Urin festgestellt.
Besondere PatientengruppenKinder und JugendlicheWeder Juluca noch die Kombination der Einzelsubstanzen Dolutegravir und Rilpivirin wurden bisherbei Kindern untersucht. Aufgrund unzureichender Daten kann keine Dosisempfehlung gegebenwerden (siehe Abschnitt 4.2).
Die Pharmakokinetik von Dolutegravir bei 10 antiretroviral vorbehandelten HIV-1-infizierten
Jugendlichen (im Alter von 12 bis < 18 Jahre und einem Gewicht von ≥ 40 kg) zeigte, dass eine orale
Dosierung von 50 mg Dolutegravir einmal täglich zu einer vergleichbaren Dolutegravir-Expositionführte wie sie bei Erwachsenen beobachtet wurde, die 50 mg Dolutegravir einmal täglich oralerhielten. Die Untersuchungen zur Pharmakokinetik bei 11 Kindern im Alter von 6 bis 12 Jahrenzeigten, dass 25 mg einmal täglich bei Patienten mit einem Körpergewicht von mindestens 20 kg bzw.
35 mg einmal täglich bei Patienten mit einem Körpergewicht von mindestens 30 kg zu einer
Dolutegravir-Exposition führten, die mit der bei Erwachsenen vergleichbar war.
Die Pharmakokinetik von Rilpivirin bei 36 antiretroviral nicht vorbehandelten HIV-1-infiziertenjugendlichen Studienteilnehmern (im Alter von 12 bis < 18 Jahren), die einmal täglich 25 mg
Rilpivirin erhielten, war mit der von antiretroviral nicht vorbehandelten HIV-1-infizierten
Erwachsenen, die einmal täglich 25 mg Rilpivirin erhielten, vergleichbar. Analog zu den
Beobachtungen bei Erwachsenen hatte das Körpergewicht der Jugendlichen (33 bis 93 kg) in der
Studie C213 keinen Einfluss auf die Pharmakokinetik von Rilpivirin.
Ältere PatientenEine populationspharmakokinetische Analyse, bei der Daten von HIV-1-infizierten Erwachsenenherangezogen wurden, zeigte keinen klinisch relevanten Effekt des Alters auf die Exposition von
Dolutegravir oder Rilpivirin. Zu Patienten, die älter als 65 Jahre sind, liegen nur sehr begrenztepharmakokinetische Daten vor.
NierenfunktionsstörungDie renale Ausscheidung von unverändertem Wirkstoff spielt für Dolutegravir eine untergeordnete
Rolle. Bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance < 30 ml/min) wurdeeine Studie zur Pharmakokinetik von Dolutegravir durchgeführt und mit Kontrolldaten von gesunden
Studienteilnehmern verglichen. Die Dolutegravir-Exposition war bei Patienten mit schwerer
Nierenfunktionsstörung um ca. 40 % verringert. Der Mechanismus für diese Verminderung ist nichtbekannt. Die Pharmakokinetik von Rilpivirin wurde bei Patienten mit Nierenfunktionsstörung nichtuntersucht.
Die Ausscheidung von Rilpivirin über die Nieren ist vernachlässigbar. Für Patienten mit leichter odermittelgradiger Nierenfunktionsstörung ist keine Dosisanpassung erforderlich. Bei Patienten mitschwerer Nierenfunktionsstörung oder terminaler Niereninsuffizienz sollte Dolutegravir/Rilpivirin mit
Vorsicht angewendet werden, da die Plasmakonzentrationen von Rilpivirin aufgrund der veränderten
Resorption, Verteilung und/oder Metabolisierung des Wirkstoffes, die sich aus der Nierendysfunktionergeben, erhöht sein können. Bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung oder terminaler
Niereninsuffizienz sollte die Kombination von Dolutegravir/Rilpivirin mit einem starken CYP3A-
Inhibitor nur angewendet werden, wenn der Nutzen die Risiken überwiegt. Dolutegravir/Rilpivirinwurde nicht bei Dialysepatienten untersucht. Da Dolutegravir und Rilpivirin in hohem Maßeproteingebunden vorliegen, erscheint es unwahrscheinlich, dass der Wirkstoff durch Hämodialyse oder
Peritonealdialyse erheblich eliminiert wird (siehe Abschnitte 4.2).
LeberfunktionsstörungDolutegravir und Rilpivirin werden in erster Linie über die Leber metabolisiert und ausgeschieden.
Eine Einzeldosis von 50 mg Dolutegravir wurde bei 8 Patienten mit mittelgradiger
Leberfunktionsstörung (Child-Pugh-Grad B) angewendet und mit Kontrolldaten von 8 gesunden
Studienteilnehmern verglichen. Während die Gesamt-Plasmakonzentration von Dolutegravir ähnlichwar, wurde ein 1,5- bis 2-facher Anstieg der Exposition von ungebundenem Dolutegravir bei Patientenmit mittelgradiger Leberfunktionsstörung im Vergleich zur gesunden Kontrollgruppe beobachtet.
In einer Studie mit Rilprivirin, in der 8 Patienten mit leichter Leberfunktionsstörung (Child-Pugh-Grad
A) mit 8 passenden Kontrollen sowie 8 Patienten mit mittelgradiger Leberfunktionsstörung (Child-
Pugh-Grad B) mit 8 passenden Kontrollen verglichen wurden, war die Exposition von Rilpivirin beimehrfacher Gabe bei Patienten mit leichter Leberfunktionsstörung 47 % und bei Patienten mitmittelgradiger Leberfunktionsstörung 5 % höher. Jedoch kann nicht ausgeschlossen werden, dass beimittelgradiger Leberfunktionsstörung die pharmakologisch aktive, ungebundene Rilpivirin-Expositionsignifikant erhöht ist.
Bei Patienten mit leichter bis mittelgradiger Leberfunktionsstörung (Child-Pugh-Grad A und B) istkeine Anpassung der Dosis erforderlich. Dolutegravir/Rilpivirin sollte bei Patienten mit mittelgradiger
Leberfunktionsstörung mit Vorsicht angewendet werden. Die Auswirkung einer schweren
Leberfunktionsstörung (Child-Pugh-Grad C) auf die Pharmakokinetik von Dolutegravir oder
Rilpivirin wurde nicht untersucht, weshalb Dolutegravir/Rilpivirin bei diesen Patienten nichtempfohlen wird.
GeschlechtPopulationspharmakokinetische Analysen von Studien mit den Einzelsubstanzen zeigten, dass das
Geschlecht keine klinisch relevanten Effekte auf die Pharmakokinetik von Dolutegravir oder Rilpivirinhatte.
Ethnische ZugehörigkeitEs wurden keine klinisch relevanten pharmakokinetischen Unterschiede von Dolutegravir oder
Rilpivirin aufgrund der ethnischen Zugehörigkeit identifiziert.
Hepatitis-B- oder Hepatitis-C-Koinfektion
Eine populationspharmakokinetische Analyse deutete darauf hin, dass eine Hepatitis-C-Koinfektionkeinen klinisch relevanten Effekt auf die Exposition von Dolutegravir oder Rilpivirin hat. Patientenmit einer Hepatitis-B-Koinfektion oder einer Hepatitis-C-Infektion, die eine Anti-HCV-Therapieerfordert, waren von den Studien mit der Kombination von Dolutegravir und Rilpivirinausgeschlossen.
Schwangerschaft und postpartale PhaseEs liegen keine pharmakokinetischen Daten für die Kombination aus Dolutegravir und Rilpivirin inder Schwangerschaft vor. In begrenzten Daten einer kleinen Anzahl von Frauen in der IMPAACT-
Studie P1026, die während des zweiten Trimenons der Schwangerschaft einmal täglich 50 mg
Dolutegravir erhielten, waren die mittleren intraindividuellen Werte für Cmax, AUC24h und C24h des
Gesamt-Dolutegravirs 26 %, 37 % bzw. 51 % niedriger als nach der Geburt; während des dritten
Trimenons der Schwangerschaft waren die Werte für Cmax, AUC24h und Cmin 25 %, 29 % bzw. 34 %niedriger als nach der Geburt (siehe Abschnitt 4.6).
Bei Frauen, die während des zweiten Trimenons der Schwangerschaft einmal täglich 25 mg Rilpivirinerhielten, waren die mittleren intraindividuellen Werte für Cmax, AUC24h und Cmin des Gesamt-
Rilpivirins 21 %, 29 % bzw. 35 % niedriger als nach der Geburt; während des dritten Trimenons der
Schwangerschaft waren die Werte für Cmax, AUC24h und Cmin 20 %, 31 % bzw. 42 % niedriger als nachder Geburt (siehe Abschnitt 4.6).
5.3 Präklinische Sicherheitsdaten
Nicht-klinische Daten zu Dolutegravir und Rilpivirin zeigen basierend auf herkömmlichen
Untersuchungen zur Sicherheitspharmakologie, Toxizität bei wiederholter Gabe und Genotoxizitätkeine besonderen Gefahren für den Menschen. Während Dolutegravir nicht kanzerogen in
Langzeituntersuchungen an Tieren war, verursachte Rilpivirin eine Zunahme der hepatozellulären
Neoplasien in Mäusen, was speziesspezifisch sein kann.
Reproduktionstoxikologische Studien
In Tierstudien zur Reproduktionstoxizität wurde nachgewiesen, dass Dolutegravir die Plazentapassiert.
Dolutegravir beeinträchtigte nicht die männliche oder weibliche Fertilität von Ratten bei 33-fachhöherer Exposition im Vergleich zur humanen AUC-Exposition bei einer klinischen Dosis von 50 mg.
Bei oraler Verabreichung von Dolutegravir an trächtige Ratten wurde keine maternale Toxizität,
Entwicklungstoxizität oder Teratogenität beobachtet (entspricht, bezogen auf die AUC, dem 38-
Fachen der humanen klinischen Exposition bei einer Dosis von 50 mg).
Bei oraler Verabreichung von Dolutegravir an trächtige Kaninchen wurde keine Toxizität oder
Teratogenität beobachtet (entspricht, bezogen auf die AUC, dem 0,56-Fachen der humanen klinischen
Exposition bei einer Dosis von 50 mg).
Rilpivirin-Studien an Ratten und Kaninchen ergaben keine Teratogenität und keine Hinweise aufrelevante embryonale oder fetale Toxizität oder eine Wirkung auf die Fortpflanzungsfunktion bei
Expositionen, die 15- bzw. 70-fach höher waren als die Exposition beim Menschen bei derempfohlenen Dosis von 25 mg einmal täglich.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
TablettenkernMannitol (E421)
Magnesiumstearat
Mikrokristalline Cellulose
Povidon K29/32
Poly(O-carboxymethyl)stärke-Natriumsalz
Natriumstearylfumarat
Lactose-Monohydrat
Croscarmellose-Natrium
Povidon K30
Polysorbat 20Mikrokristalline Cellulose, Siliciumdioxid-beschichtet
FilmüberzugPoly(vinylalkohol)
Titandioxid (E171)
Macrogol
Talkum
Eisen(III)-hydroxid-oxid (E172)
Eisen(III)-oxid (E172)
6.2 Inkompatibilitäten
6.3 Haltbarkeit
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Feuchtigkeit zu schützen. Die Flasche festverschlossen halten. Das Trockenmittel nicht entfernen.
Für dieses Arzneimittel sind bezüglich der Temperatur keine besonderen Lagerungsbedingungenerforderlich.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
Weiße Flaschen aus HDPE (Polyethylen hoher Dichte) mit einem kindergesicherten Polypropylen-
Verschluss und mit einem Polyethylen-beschichteten Hitzesiegel. Jede Packung besteht aus einer
Flasche, die 30 Filmtabletten und ein Trockenmittel enthält.
Mehrfachpackungen mit 90 (3 Packungen mit je 30) Filmtabletten. Jede Packung mit 30 Filmtablettenenthält ein Trockenmittel.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
Keine besonderen Anforderungen für die Beseitigung.
7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS
ViiV Healthcare BV
Van Asch van Wijckstraat 55H3811 LP Amersfoort
Niederlande
8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)
EU/1/18/1282/001
EU/1/18/1282/002
9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 16. Mai 2018
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 12. Januar 2023
10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur https://www.ema.europa.eu verfügbar.