Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels INVANZ 1g pulver zur herstellung einer konzentrat-infusionslösung
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
INVANZ 1 g Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Jede Durchstechflasche enthält 1,0 g Ertapenem.
Sonstige Bestandteile mit bekannter WirkungJede 1-g-Dosis enthält ca. 6,0 mmol Natrium (ca. 137 mg).
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung.
Weißes bis gebrochen-weißes Pulver.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
BehandlungINVANZ ist indiziert bei Kindern und Jugendlichen (im Alter von 3 Monaten bis 17 Jahren) und bei
Erwachsenen zur Behandlung folgender Infektionen, wenn diese durch sicher oder wahrscheinlich
Ertapenem-empfindliche Bakterien verursacht sind und eine parenterale Therapie erfordern (siehe
Abschnitte 4.4 und 5.1):
- Intraabdominelle Infektionen
- Ambulant erworbene Pneumonie
- Akute gynäkologische Infektionen
- Infektionen der Haut und Weichteile beim diabetischen Fuß (siehe Abschnitt 4.4).
PräventionINVANZ ist zur Prophylaxe postoperativer Infektionen des Bauchraums nach elektiven kolorektalen
Eingriffen bei Erwachsenen indiziert (siehe Abschnitt 4.4).
Die offiziellen Therapieempfehlungen zum angemessenen Einsatz von Antibiotika sollten beachtetwerden.
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
DosierungBehandlungErwachsene und Jugendliche (13 - 17 Jahre): Die Dosis beträgt 1 Gramm (g) INVANZ einmal täglichintravenös (siehe Abschnitt 6.6).
Säuglinge, Kleinkinder und Kinder (3 Monate - 12 Jahre): Die Dosis beträgt 15 mg/kg KG INVANZzweimal täglich intravenös (maximal 1 g/Tag) (siehe Abschnitt 6.6).
PräventionErwachsene: Zur Prävention postoperativer Infektionen des Bauchraums nach elektiven kolorektalen
Eingriffen sollte die Gabe der empfohlenen Dosierung von 1 g intravenös als Einzeldosis 1 Stunde vordem chirurgischen Eingriff beendet sein.
Kinder und JugendlicheDie Sicherheit und Wirksamkeit von INVANZ bei Kindern unter 3 Monaten ist nicht erwiesen. Esliegen keine Daten vor.
Beeinträchtigung der NierenfunktionINVANZ kann zur Behandlung von Infektionen auch bei erwachsenen Patienten mit geringer bismäßiger Beeinträchtigung der Nierenfunktion eingesetzt werden. Bei Patienten mit einer Kreatinin-
Clearance > 30 ml/min/1,73 m2 ist keine Dosisanpassung erforderlich. Es liegen keine ausreichenden
Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit von Ertapenem bei Patienten mit schwerer Beeinträchtigungder Nierenfunktion vor, die eine Dosierungsempfehlung ermöglichen. Daher darf Ertapenem beidiesen Patienten nicht angewendet werden (siehe Abschnitt 5.2). Für Kinder und Jugendliche mitbeeinträchtigter Nierenfunktion stehen keine Daten zur Verfügung.
HämodialyseEs liegen keine ausreichenden Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit von Ertapenem bei
Hämodialyse-Patienten vor, die eine Dosierungsempfehlung ermöglichen. Daher darf Ertapenem beidiesen Patienten nicht angewendet werden.
Beeinträchtigung der LeberfunktionBei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion ist keine Dosisanpassung erforderlich (siehe
Abschnitt 5.2).
Ältere PatientenDie empfohlene Dosis für INVANZ sollte angewendet werden, außer bei Fällen mit schwerer
Beeinträchtigung der Nierenfunktion (siehe Beeinträchtigung der Nierenfunktion).
Art der AnwendungIntravenöse Anwendung: INVANZ sollte über einen Zeitraum von 30 Minuten infundiert werden.
Normalerweise beträgt die Therapiedauer mit INVANZ 3 - 14 Tage, wobei sie nach Art und Schwereder Infektion und den zugrunde liegenden Krankheitserregern entsprechend schwanken kann.
Wenn klinisch angezeigt, kann nach einer Besserung des klinischen Befundes auf ein geeignetes orales
Antibiotikum umgestellt werden.
Hinweise zur Zubereitung des Arzneimittels vor der Anwendung, siehe Abschnitt 6.6.
4.3 Kontraindikationen
- Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile
- Überempfindlichkeit gegen andere Antibiotika vom Carbapenem-Typ
- Schwere Überempfindlichkeit (z. B. anaphylaktische Reaktion, schwere Hautreaktion) gegenandere Beta-Laktam-Antibiotika (z. B. Penicilline, Cephalosporine)
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
ÜberempfindlichkeitSchwere und gelegentlich auch letale Überempfindlichkeitsreaktionen (Anaphylaxie) wurden bei
Patienten unter Behandlung mit Beta-Laktam-Antibiotika berichtet. Diese Reaktionen sindinsbesondere bei Personen mit multiplen Allergien in der Anamnese zu erwarten. Vor Beginn der
Behandlung mit Ertapenem ist eine sorgfältige Nachfrage hinsichtlich einer früheren
Überempfindlichkeitsreaktion auf Penicilline, Cephalosporine, andere Beta-Laktam-Antibiotika undweitere Allergene einzuholen (siehe Abschnitt 4.3). Bei Auftreten einer allergischen Reaktion auf
Ertapenem (siehe Abschnitt 4.8) muss die Therapie sofort abgebrochen werden.
Schwerwiegende anaphylaktische Reaktionen erfordern sofortige Notfallmaßnahmen.
SuperinfektionEine Langzeitbehandlung mit Ertapenem kann zu einem überschießenden Wachstum nichtempfindlicher Erreger führen. Der Zustand des Patienten ist unbedingt wiederholt zu kontrollieren.
Wenn eine Superinfektion während der Behandlung auftritt, sind entsprechende Maßnahmen zuergreifen.
Antibiotika-assoziierte KolitisAntibiotika-assoziierte Kolitis und pseudomembranöse Kolitis wurden unter Ertapenem berichtet; ihr
Verlauf kann leicht bis lebensbedrohlich sein. Deshalb ist diese Diagnose unbedingt in Erwägung zuziehen, wenn bei Patienten nach der Anwendung von Antibiotika Durchfälle auftreten. Ein Absetzender Therapie mit INVANZ und die Einleitung einer gegen Clostridioides difficile gerichteten
Behandlung sind in Erwägung zu ziehen. Peristaltikhemmende Arzneimittel dürfen nicht gegebenwerden.
KrampfanfälleIn klinischen Studien wurden bei erwachsenen Patienten, die mit Ertapenem (1 g einmal täglich)behandelt wurden, während der Studiendauer und einer 14-tägigen Nachbeobachtungsphase
Krampfanfälle berichtet. Krampfanfälle betrafen zumeist ältere Patienten, Patienten mitvorbestehenden Erkrankungen des Zentralnervensystems (ZNS) (z. B. Hirnläsionen oder
Krampfanfälle in der Krankengeschichte) und/oder mit eingeschränkter Nierenfunktion. Nach
Markteinführung wurden ähnliche Beobachtungen gemacht.
EnzephalopathieIm Zusammenhang mit der Anwendung von Ertapenem wurden Fälle von Enzephalopathie berichtet(siehe Abschnitt 4.8). Bei Verdacht auf eine Ertapenem-induzierte Enzephalopathie (z. B. Myoklonus,
Krampfanfälle, veränderter mentaler Status, herabgesetztes Bewusstsein) sollte ein Absetzen von
Ertapenem erwogen werden. Patienten mit Nierenfunktionsstörung haben ein höheres Risiko für eine
Ertapenem-induzierte Enzephalopathie und die Rückbildung kann verlängert sein.
Gleichzeitige Anwendung mit Valproinsäure/Valproat-SeminatriumDie gleichzeitige Anwendung von Ertapenem und Valproinsäure/Valproat-Seminatrium wird nichtempfohlen (siehe Abschnitt 4.5).
Suboptimale ExpositionAuf Basis der verfügbaren Daten ist nicht auszuschließen, dass in den wenigen Fällen, in denen einchirurgischer Eingriff länger als 4 Stunden dauert, Patienten suboptimalen Ertapenem-
Konzentrationen und damit dem Risiko eines möglichen Therapieversagens ausgesetzt sein könnten.
Daher ist bei diesen außergewöhnlichen Fällen Vorsicht geboten.
Hinweise zur Anwendung bei bestimmten PatientengruppenZur Behandlung schwerer Infektionen mit Ertapenem liegen nur begrenzte Erfahrungen vor. Inklinischen Studien zur Behandlung einer ambulant erworbenen Pneumonie bei Erwachsenen hatten25 % der auswertbaren Patienten, die mit Ertapenem behandelt wurden, eine schwere Pneumonie(definiert als Pneumonia Severity Index > Grad III). In einer klinischen Studie zur Behandlung akutergynäkologischer Infektionen bei Erwachsenen hatten 26 % der auswertbaren Patientinnen, die mit
Ertapenem behandelt wurden, eine schwere Infektion (definiert als Fieber ≥ 39 °C und/oder
Bakteriämie); zehn Patientinnen hatten eine Bakteriämie. In einer klinischen Studie zur Behandlungintraabdomineller Infektionen mit Ertapenem bei Erwachsenen hatten 30 % der auswertbaren
Patienten eine generalisierte Peritonitis und 39 % Infektionen, die andere Regionen als den Appendixbetrafen, wie Magen, Duodenum, Dünndarm, Kolon und Gallenblase; nur eine begrenzte Anzahl von
Patienten mit APACHE II Score ≥ 15 konnte mikrobiologisch ausgewertet werden. Die Wirksamkeitbei diesen Patienten ist nicht erwiesen.
Die Wirksamkeit von INVANZ bei der Behandlung einer ambulant erworbenen Pneumonie,verursacht durch Penicillin-resistente Streptococci pneumoniae, ist nicht nachgewiesen.
Die Wirksamkeit von Ertapenem bei der Behandlung von Infektionen des diabetischen Fußes mitgleichzeitiger Osteomyelitis ist nicht nachgewiesen.
Bei Kindern unter zwei Jahren gibt es relativ wenig Erfahrung mit Ertapenem. In dieser Altersgruppesollte die Empfindlichkeit der Erreger für Ertapenem besonders sorgfältig ermittelt werden. Für
Kinder unter drei Monaten liegen keine Daten vor.
NatriumDieses Arzneimittel enthält ca. 137 mg Natrium pro 1,0 g Dosis, entsprechend 6,85 % der von der
WHO für einen Erwachsenen empfohlenen maximalen täglichen Natriumaufnahme mit der Nahrungvon 2 g.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Wechselwirkungen, die infolge einer Hemmung der durch Glykoprotein P oder der durch CYPvermittelten Clearance von Arzneimitteln verursacht werden, sind unwahrscheinlich (siehe
Abschnitt 5.2).
Es wurde über Verminderungen der Valproinsäure-Konzentration im Serum berichtet, die unter dentherapeutischen Bereich sinken kann, wenn Valproinsäure gleichzeitig mit Carbapenem-Antibiotikaangewendet wurde. Die erniedrigte Serum-Konzentration von Valproinsäure kann zu einerunzureichenden Kontrolle von Krampfanfällen führen. Daher wird die gleichzeitige Anwendung von
Ertapenem und Valproinsäure/Valproat-Seminatrium nicht empfohlen und eine alternativeantibiotische oder eine alternative antikonvulsive Therapie sollte erwogen werden.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
SchwangerschaftEs wurden keine adäquaten und kontrollierten Studien bei Schwangeren durchgeführt. Tierstudienergaben keinen Hinweis auf direkt oder indirekt schädigende Wirkungen im Hinblick auf eine
Schwangerschaft, die embryofetale Entwicklung, den Geburtsvorgang oder die postnatale
Entwicklung.
Ertapenem sollte während der Schwangerschaft nur angewendet werden, wenn der potenzielle Nutzendas mögliche Risiko für das ungeborene Kind rechtfertigt.
StillzeitErtapenem tritt in die Muttermilch über. Aufgrund möglicher Nebenwirkungen auf den Säugling darfwährend der Behandlung mit Ertapenem nicht gestillt werden.
FertilitätHinsichtlich der Auswirkungen einer Behandlung mit Ertapenem auf die Fertilität von Männern und
Frauen liegen keine adäquaten und kontrollierten Studien vor. In präklinischen Studien zeigten sichkeine direkt und indirekt schädlichen Auswirkungen auf die Fertilität (siehe Abschnitt 5.3).
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
MaschinenEs wurden keine Studien zu den Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum
Bedienen von Maschinen durchgeführt.
INVANZ kann die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen der Patientenbeeinträchtigen. Die Patienten sollten darauf hingewiesen werden, dass Schwindel und Schläfrigkeitunter INVANZ berichtet wurden (siehe Abschnitt 4.8).
4.8 Nebenwirkungen
Zusammenfassung des SicherheitsprofilsErwachseneInsgesamt wurden im Rahmen von klinischen Studien über 2.200 Patienten mit Ertapenem behandelt,von denen mehr als 2.150 Ertapenem in einer Dosierung von 1 g erhielten. Nebenwirkungen(d. h. vom Prüfarzt als möglicherweise, wahrscheinlich oder sicher arzneimittelbedingte unerwünschte
Wirkungen bewertet) traten bei ca. 20 % der mit Ertapenem behandelten Patienten auf. Bei 1,3 % der
Patienten kam es zu einem Abbruch der Therapie infolge von Nebenwirkungen. In einer klinischen
Studie zur Prophylaxe postoperativer Infektionen des Bauchraums nach kolorektalen Eingriffenerhielten weitere 476 Patienten Ertapenem als 1-g-Einzeldosis vor einem chirurgischen Eingriff.
Bei Patienten, die mit INVANZ in Monotherapie behandelt wurden, traten während der Therapie mit
INVANZ und einer 14-tägigen Nachbeobachtungsphase folgende Nebenwirkungen am häufigsten auf:
Diarrhö (4,8 %), Komplikationen an der Infusionsstelle (4,5 %) und Übelkeit (2,8 %).
Bei Patienten, die mit INVANZ in Monotherapie behandelt wurden, waren die am häufigstenberichteten Laborwertveränderungen sowie ihre jeweiligen Inzidenzen während der Therapie mit
INVANZ und einer 14-tägigen Nachbeobachtungsphase: Anstieg von ALT (Alaninaminotransferase)(4,6 %), AST (Aspartataminotransferase) (4,6 %), der alkalischen Phosphatase (3,8 %) und der
Thrombozytenzahl (3,0 %).
Kinder und Jugendliche (3 Monate - 17 Jahre):Insgesamt wurden im Rahmen von klinischen Studien 384 Patienten mit Ertapenem behandelt.
Insgesamt ist das Sicherheitsprofil mit dem erwachsener Patienten vergleichbar. Nebenwirkungen(d. h. vom Prüfarzt als möglicherweise, wahrscheinlich oder sicher arzneimittelbedingte unerwünschte
Wirkungen bewertet) traten bei ca. 20,8 % der mit Ertapenem behandelten Patienten auf. Bei 0,5 %der Patienten kam es zu einem Abbruch der Therapie infolge von Nebenwirkungen.
Bei Patienten, die mit INVANZ in Monotherapie behandelt wurden, traten während der Therapie mit
INVANZ und einer 14-tägigen Nachbeobachtungsphase folgende Nebenwirkungen am häufigsten auf:
Diarrhö (5,2 %) und Schmerzen an der Infusionsstelle (6,1 %).
Bei Patienten, die mit INVANZ in Monotherapie behandelt wurden, waren die am häufigstenberichteten Laborwertveränderungen sowie ihre jeweiligen Inzidenzen während der Therapie mit
INVANZ und einer 14-tägigen Nachbeobachtungsphase: Abnahmen der neutrophilen Granulozyten(3,0 %), Anstiege von ALT (2,9 %) und AST (2,8 %).
Tabellarische Auflistung der NebenwirkungenBei Patienten, die mit INVANZ in Monotherapie behandelt wurden, wurden während der Therapie mit
INVANZ und einer 14-tägigen Nachbeobachtungsphase folgende Nebenwirkungen berichtet:
Häufig (1/100 bis <1/10), gelegentlich (1/1.000 bis <1/100), selten (1/10.000 bis <1/1.000), sehrselten (<1/10.000), nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nichtabschätzbar)
Erwachsene ab 18 Jahren Kinder und Jugendliche(3 Monate - 17 Jahre)
Infektionen und parasitäre Gelegentlich: orale Candidiasis,
Erkrankungen Candidiasis, Pilzinfektion,pseudomembranöse
Enterokolitis, Kolpitis
Selten: Pneumonie,
Dermatomykose, postoperative
Wundinfektion,
Harnwegsinfektion
Erkrankungen des Blutes und Selten: Neutropenie,des Lymphsystems Thrombozytopenie
Erkrankungen des Selten: Allergie
Immunsystems Nicht bekannt: Anaphylaxieeinschließlich anaphylaktoider
Reaktionen
Stoffwechsel- und Gelegentlich: Anorexie
Ernährungsstörungen Selten: Hypoglykämie
Psychiatrische Erkrankungen Gelegentlich: Schlaflosigkeit, Nicht bekannt:
Verwirrtheitszustände Beeinträchtigung des mentalen
Selten: Unruhe, Angstzustände, Status (einschließlich
Depressionen Aggression)
Nicht bekannt: Beeinträchtigungdes mentalen Status(einschließlich Aggression,
Delirium, Orientierungsstörung,veränderter Gemütszustand)
Erkrankungen des Häufig: Kopfschmerzen Gelegentlich: Kopfschmerzen
Nervensystems Gelegentlich: Schwindel, Nicht bekannt:
Schläfrigkeit, Halluzinationen
Geschmacksstörungen,
Krampfanfälle (siehe
Abschnitt 4.4)
Selten: Tremor, Synkope
Nicht bekannt: Halluzinationen,getrübter Bewusstseinszustand,
Dyskinesie, Myoklonus,
Gangunsicherheit,
Enzephalopathie (siehe
Abschnitt 4.4)
Augenerkrankungen Selten: Veränderungen an den
Skleren
Herzerkrankungen Gelegentlich: Sinusbradykardie
Selten: Arrhythmie, Tachykardie
Gefäßerkrankungen Häufig: Komplikationen an der Gelegentlich: Flush,
Infusionsstelle, Phlebitis/ Hypertonie
Thrombophlebitis
Gelegentlich: Hypotonie
Selten: Blutungen, erhöhter
BlutdruckErkrankungen der Atemwege, Gelegentlich: Dyspnö,des Brustraums und Beschwerden im Rachen- u.
Mediastinums Schlundraum
Selten: verstopfte Nase, Husten,
Nasenbluten, Rasselgeräusche,
Giemen
Erwachsene ab 18 Jahren Kinder und Jugendliche(3 Monate - 17 Jahre)
Erkrankungen des Häufig: Diarrhö, Übelkeit, Häufig: Diarrhö.
Gastrointestinaltrakts Erbrechen Gelegentlich: veränderte
Gelegentlich: Obstipation, Stuhlfarbe, Meläna
Säurereflux, Mundtrockenheit,
Dyspepsie, Bauchschmerzen
Selten: Dysphagie,
Stuhlinkontinenz,
Pelveoperitonitis
Nicht bekannt:
Zahnverfärbungen
Leber- und Selten: Cholezystitis, Gelbsucht,
Gallenerkrankungen Leberfunktionsstörungen
Erkrankungen der Haut und Häufig: Ausschlag, Pruritus Häufig: Windeldermatitis.des Unterhautzellgewebes Gelegentlich: Erythem, Urtikaria Gelegentlich: Erythem,
Selten: Dermatitis, Hautausschlag, Petechien
Desquamation,
Hypersensitivitätsvaskulitis
Nicht bekannt: Akutegeneralisierte exanthematische
Pustulose (AGEP),
Arzneimittelexanthem mit
Eosinophilie und systemischen
Symptomen (DRESS-Syndrom)
Skelettmuskulatur-, Selten: Muskelkrämpfe,
Bindegewebs- und Schulterschmerzen
Knochenerkrankungen Nicht bekannt: Muskelschwäche
Erkrankungen der Nieren und Selten: Niereninsuffizienz,
Harnwege akutes Nierenversagen
Schwangerschaft, Wochenbett Selten: Abortund perinatale Erkrankungen
Erkrankungen der Selten: genitale Blutungen
Geschlechtsorgane und der
Brustdrüse
Allgemeine Erkrankungen und Gelegentlich: Extravasation, Häufig: Schmerzen an der
Beschwerden am Schwäche/Müdigkeit, Fieber, Infusionsstelle
Verabreichungsort Ödeme/Schwellungen, Gelegentlich: Brennen an der
Schmerzen im Brustkorb Infusionsstelle, Juckreiz an der
Selten: Verhärtungen an der Infusionsstelle, Erythem an
Infusionsstelle, Unwohlsein der Infusionsstelle, Erytheman der Injektionsstelle,
Wärmegefühl an der
Infusionsstelle
Erwachsene ab 18 Jahren Kinder und Jugendliche(3 Monate - 17 Jahre)
Untersuchungen
Klinische Chemie Häufig: Erhöhungen von ALT Häufig: Erhöhungen von ALTund AST und alkalischer und AST
Phosphatase
Gelegentlich: Erhöhung des
Gesamt-Serum-Bilirubins, desdirekten Serum-Bilirubins, desindirekten Serum-Bilirubins, des
Serum-Kreatinins, des Serum-
Harnstoffs und der Serum-
Glukose
Selten: Erniedrigung von Serum-
Bikarbonat, Serum-Kreatininund Serum-Kalium; Erhöhungvon Serum-LDH, Serum-
Phosphat und Serum-Kalium
Hämatologie Häufig: Anstieg der Häufig: Abnahme der Anzahl
Thrombozytenzahl der neutrophilen Granulozyten
Gelegentlich: Abnahme der Gelegentlich: Anstieg der
Anzahl der Leukozyten, der Thrombozytenzahl,
Thrombozyten, der Verlängerung der aktiviertensegmentkernigen neutrophilen partiellen Thromboplastinzeit
Granulozyten, des Hämoglobins (aPTT) und derund des Hämatokrits; Anstieg Prothrombinzeit; Abnahmender Anzahl der eosinophilen des Hämoglobins
Granulozyten, Verlängerung deraktivierten partiellen
Thromboplastinzeit (aPTT), der
Prothrombinzeit, Anstieg der
Anzahl der segmentkernigenneutrophilen Granulozyten undder Leukozyten
Selten: Abnahme der Anzahl der
Lymphozyten; Anstieg der
Anzahl der stabkernigenneutrophilen Granulozyten, der
Lymphozyten, der
Metamyelozyten, der
Monozyten, der Myelozyten, deratypischen Lymphozyten
Urinanalyse Gelegentlich: vermehrter
Nachweis von Bakterien im
Urin, Leukozyten im Urin,
Epithelzellen und Erythrozytenim Urin; Hefepilze im Urin.
Selten: Anstieg des Urobilinogen
Verschiedenes Gelegentlich: Clostridioidesdifficile-Toxin: positiv
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
Es gibt keine spezifischen Informationen zur Behandlung einer Überdosierung mit Ertapenem. Eine
Überdosierung von Ertapenem ist unwahrscheinlich. Die intravenöse Anwendung einer 3-g-
Tagesdosis Ertapenem über 8 Tage bei erwachsenen Probanden führte zu keinen signifikantentoxischen Wirkungen. In klinischen Studien mit Erwachsenen führten unbeabsichtigt höhere
Anwendungen von bis zu 3 g pro Tag nicht zu klinisch signifikanten Nebenwirkungen. Inpädiatrischen klinischen Studien führte eine intravenöse (i. v.) Einzeldosis von 40 mg/kg bis zu einem
Maximum von 2 g pro Tag nicht zu toxischen Wirkungen.
Im Fall einer Überdosierung muss die Therapie mit INVANZ abgesetzt werden und allgemeineunterstützende Maßnahmen sind evtl. zu ergreifen, bis Ertapenem renal ausgeschieden ist.
Ertapenem ist bis zu einem gewissen Grad hämodialysierbar (siehe Abschnitt 5.2); es gibt keine Datenüber den Einsatz der Hämodialyse zur Behandlung der Überdosierung.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Allgemeine Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Antibiotika zur systemischen Anwendung, Carbapeneme,
ATC-Code: J01DH03
WirkmechanismusErtapenem hemmt die Zellwandsynthese von Bakterien nach Bindung an Penicillin-bindende Proteine(PBP). Bei Escherichia coli ist die Affinität zu den PBP 2 und 3 am höchsten.
Verhältnis Pharmakokinetik/Pharmakodynamik (PK/PD)Ähnlich wie für andere Beta-Laktam-Antibiotika wurde in präklinischen Studien zur Pharmakokinetikund Pharmakodynamik nachgewiesen, dass der Zeitpunkt, zu dem die Plasmakonzentration von
Ertapenem die MHK für die infektiösen Erreger übersteigt, eng mit der Wirksamkeit zusammenhängt.
ResistenzmechanismusBei Bakterienspezies, die als Ertapenem-sensibel gelten, war in Überwachungsstudien in Europaselten eine Resistenz zu beobachten. Von den resistenten Isolaten zeigten einige, wenn auch nicht alle,eine Resistenz gegen andere Antibiotika der Carbapenem-Klasse. Ertapenem ist ausreichend stabilgegen Hydrolyse durch die meisten Beta-Laktamase-Klassen wie Penicillinasen, Cephalosporinasenund Breitspektrum-Beta-Laktamasen, nicht aber gegenüber Metallo-Beta-Laktamasen.
Methicillin-resistente Staphylococci und Enterococci sind gegenüber Ertapenem aufgrund einer
Unempfindlichkeit der Penicillin-bindenden Ziel-Proteine (PBP) resistent. P. aeruginosa und anderenicht fermentative Bakterien sind im Allgemeinen resistent, vermutlich aufgrund einer begrenzten
Penetration und eines aktiven Efflux.
Bei Enterobacteriaceae ist eine Resistenz ungewöhnlich und Ertapenem ist im Allgemeinen wirksamgegenüber jenen mit Breitspektrum-Beta-Laktamasen (extended-spectrum beta-lactamases ESBLs). Eskann jedoch eine Resistenz beobachtet werden, wenn ESBLs oder andere potente Beta-Laktamasen(z. B. vom AmpC-Typ) in Verbindung mit einer verminderten Permeabilität, die bei Verlust eines odermehrerer Porine der äußeren Membran oder bei erhöhtem Efflux entsteht, präsent sind. Es kannebenfalls zu einer Resistenz kommen, wenn Beta-Laktamasen mit einer signifikant Carbapenem-hydrolysierenden Aktivität (z. B. IMP- und VIM-Metallo-Beta-Laktamasen oder solche vom
KPC-Typ) dazukommen, obwohl diese selten sind.
Der Wirkmechanismus von Ertapenem unterscheidet sich von dem anderer Antibiotikaklassen wiez. B. Chinolonen, Aminoglykosiden, Makroliden und Tetrazyklinen. Zwischen Ertapenem und diesen
Substanzen gibt es keine Kreuzresistenz durch unterschiedliche Zielstrukturen. Mikroorganismenkönnen jedoch Resistenzen gegen mehr als eine Antibiotikaklasse zeigen, wenn der Mechanismusgänzlich oder teilweise in der Impermeabilität und/oder einem aktiven Efflux für einige Verbindungenbesteht.
GrenzwerteDie EUCAST (European Committee on Antimicrobial Susceptibility Testing) MHK-Grenzwerte sindwie folgt:
- Enterobacterales: S ≤ 0,5 mg/l und R > 0,5 mg/l
- Streptococcus pneumoniae: S ≤ 0,5 mg/l und R > 0,5 mg/l
- Haemophilus influenzae: S ≤ 0,5 mg/l und R > 0,5 mg/l
- M. catarrhalis: S ≤ 0,5 mg/l und R > 0,5 mg/l
- Gramnegative Anaerobier: S ≤ 0,5 mg/l und R > 0,5 mg/l
- Grampositive Anaerobier: S ≤ 0,5 mg/l und R > 0,5 mg/l
- Streptococcus-viridans Gruppe: S ≤ 0,5 mg/l und R > 0,5 mg/l
- Nicht speziesspezifische Grenzwerte: S ≤ 0,5 mg/l und R > 0,5 mg/l(N.B: Für Staphylokokken werden die Grenzwerte von Methicillin, für Streptokokken der Gruppe A, B,
C und G die Grenzwerte von Benzylpenicillin für Ertapenem übernommen)
Die Verordner werden gebeten, Informationen zu lokalen MHK-Breakpoints, falls vorhanden,heranzuziehen.
Mikrobiologische EmpfindlichkeitDas Vorkommen erworbener Resistenzen kann bei bestimmten Spezies geographisch variieren undsich mit der Zeit verändern, weshalb lokale Resistenzdaten wünschenswert sind, insbesondere bei der
Behandlung schwerer Infektionen. Örtlich begrenzte Infektionen mit Carbapenem-resistenten Erregernwurden in der Europäischen Gemeinschaft berichtet. Die unten stehende Tabelle kann nur einen
Anhalt für die Wahrscheinlichkeit geben, ob die Mikroorganismen Ertapenem-sensibel sein werdenoder nicht.
Allgemein sensible Spezies:Grampositive Aerobier:Methicillin-sensible Staphylokokken (einschließlich Staphylococcus aureus)*
Streptococcus agalactiae*
Streptococcus pneumoniae*†
Streptococcus pyogenes*
Gramnegative Aerobier:Citrobacter freundii
Enterobacter aerogenes
Enterobacter cloacae
Escherichia coli*
Haemophilus influenzae*
Haemophilus parainfluenzae
Klebsiella oxytoca
Klebsiella pneumoniae*
Moraxella catarrhalis*
Morganella morganii
Proteus mirabilis*
Proteus vulgaris
Serratia marcescens
Anaerobier:Clostridium spp. (außer C. difficile)*
Eubacterium spp.*
Fusobacterium spp.*
Peptostreptococcus spp.*
Porphyromonas asaccharolytica*
Prevotella spp.*
Spezies, bei denen eine erworbene Resistenz ein Problem sein könnte:Grampositive Aerobier:Methicillin-resistente Staphylokokken +#
Anaerobier:Bacteroides fragilis und Spezies der B. fragilis-Gruppe*
Grundsätzlich resistente Erreger:Grampositive Aerobier:Corynebacterium jeikeium
Enterokokken einschließlich Enterococcus faecalis und Enterococcus faecium
Gramnegative Aerobier:Aeromonas spp.
Acinetobacter spp.
Burkholderia cepacia
Pseudomonas aeruginosa
Stenotrophomonas maltophilia
Anaerobier:Lactobacillus spp.
Andere:Chlamydia spp.
Mycoplasma spp.
Rickettsia spp.
Legionella spp.
* In klinischen Studien wurde die Wirksamkeit zufriedenstellend nachgewiesen.† Ein Wirksamkeitsnachweis für INVANZ bei der Behandlung einer ambulant erworbenen Pneumonie mit
Penicillin-resistenten Streptococci pneumoniae liegt nicht vor.+ Vorkommen erworbener Resistenz > 50 % in einigen Mitgliedsstaaten.# Methicillin-resistente Staphylokokken (einschließlich MRSA) sind grundsätzlich gegenüber Beta-Laktamenresistent.
Informationen aus klinischen StudienWirksamkeit in pädiatrischen StudienIn randomisierten multizentrischen Vergleichsstudien wurde in erster Linie die Sicherheit und inzweiter Linie die Wirksamkeit von Ertapenem bei Kindern zwischen drei Monaten und 17 Jahrengeprüft.
Unten abgebildet ist der Anteil der auf die Behandlung günstig ansprechenden Patienten (n) des
Studiengesamtkollektivs (m) der primären Wirksamkeitsanalyse [MITT = Modified-Intent-to-Treat]:
Krankheits- Ertapenem Ceftriaxongruppe† Altersgruppe n/m % n/m %ambulant 3 bis 23 Monate 31/35 88,6 13/13 100,0erworbene
Pneumonien2 bis 12 Jahre 55/57 96,5 16/17 94,113 bis 17 Jahre 3/3 100,0 3/3 100,0
Krankheits- Ertapenem Ticarcillin/Clavulanatgruppe Altersgruppe n/m % n/m %intraabdominelle 2 bis 12 Jahre 28/34 82,4 7/9 77,8
Infektionen13 bis 17 Jahre 15/16 93,8 4/6 66,7akute Becken- 13 bis 17 Jahre 25/25 100,0 8/8 100,0infektionen† Einschließlich 9 Patienten der Ertapenemgruppe (7 ambulant erworbene Pneumonien und 2 intraabdominelle
Infektionen), 2 Patienten in der Ceftriaxongruppe (2 ambulant erworbene Pneumonien) und eines Patientenmit intraabdominellen Infektionen in der Ticarcillin/Clavulanat-Gruppe mit sekundärer Bakteriämie bei
Studieneintritt.
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
PlasmakonzentrationenDie durchschnittlichen Plasmakonzentrationen betrugen bei jungen gesunden Erwachsenen(25 - 45 Jahre alt) nach einer 30-minütigen intravenösen Infusion einer Einzeldosis von 1 g Ertapenem155 Mikrogramm/ml (Cmax) nach 0,5 Stunden (Beendigung der Infusion), 9 Mikrogramm/ml nach12 Stunden und 1 Mikrogramm/ml nach 24 Stunden.
Die Fläche unter der Plasmakonzentrationskurve (AUC) von Ertapenem nimmt bei Erwachsenennahezu proportional zur Dosis in einem Dosisbereich von 0,5 - 2 g zu.
Es gibt bei Erwachsenen keine Kumulation nach mehrfach intravenös verabreichten Dosen von0,5 - 2 g Ertapenem täglich.
Die durchschnittlichen Plasmakonzentrationen betrugen bei 3 - 23 Monate alten Patienten nach einer30-minütigen intravenösen Infusion einer Einzeldosis von 15 mg/kg Ertapenem (bis zu einer
Höchstdosis von 1 g) 103,8 Mikrogramm/ml (Cmax) nach 0,5 Stunden (Beendigung der Infusion),13,5 Mikrogramm/ml nach 6 Stunden und 2,5 Mikrogramm/ml nach 12 Stunden.
Die durchschnittlichen Plasmakonzentrationen betrugen bei 2 - 12-jährigen Patienten nach einer30-minütigen intravenösen Infusion einer Einzeldosis von 15 mg/kg Ertapenem (bis zu einer
Höchstdosis von 1 g) 113,2 Mikrogramm/ml (Cmax) nach 0,5 Stunden (Beendigung der Infusion),12,8 Mikrogramm/ml nach 6 Stunden und 3,0 Mikrogramm/ml nach 12 Stunden.
Die durchschnittlichen Plasmakonzentrationen betrugen bei 13 - 17-jährigen Patienten nach einer30-minütigen intravenösen Infusion einer Einzeldosis von 20 mg/kg Ertapenem (bis zu einer
Höchstdosis von 1 g) 170,4 Mikrogramm/ml (Cmax) nach 0,5 Stunden (Beendigung der Infusion),7,0 Mikrogramm/ml nach 12 Stunden und 1,1 Mikrogramm/ml nach 24 Stunden.
Die durchschnittlichen Plasmakonzentrationen betrugen bei drei Patienten zwischen 13 und 17 Jahrennach einer 30-minütigen intravenösen Infusion einer Einzeldosis von 1 g Ertapenem155,9 Mikrogramm/ml (Cmax) nach 0,5 Stunden (Beendigung der Infusion) und 6,2 Mikrogramm/mlnach 12 Stunden.
VerteilungErtapenem ist in hohem Ausmaß an menschliche Plasmaproteine gebunden. Bei jungen gesunden
Erwachsenen (25 - 45 Jahre alt) nahm die Proteinbindung von Ertapenem mit zunehmenden
Plasmakonzentrationen von ca. 95 % Bindung bei einer Plasmakonzentration von< 50 Mikrogramm/ml auf ca. 92 % Bindung bei einer ungefähren Plasmakonzentration von ca.155 Mikrogramm/ml ab (mittlere Konzentration nach Beendigung der intravenösen Infusion von 1 g).
Das Verteilungsvolumen (Vdss) von Ertapenem beträgt ca. 8 Liter (0,11 Liter/kg) bei Erwachsenen, beipädiatrischen Patienten zwischen 3 Monaten und 12 Jahren ca. 0,2 Liter/kg und bei pädiatrischen
Patienten zwischen 13 und 17 Jahren ca. 0,16 Liter/kg.
Die Ertapenem-Konzentrationen, die in der Flüssigkeit von Hautblasen bei Erwachsenen am 3. Tagnach einer intravenös verabreichten Dosis von 1 g einmal täglich bei allen
Probenentnahmezeitpunkten erreicht wurden, zeigten ein Verhältnis der AUC in der Blasenflüssigkeitzur AUC im Plasma von 0,61.
In-vitro-Studien ergaben nur einen geringen Einfluss von Ertapenem auf die Plasmaproteinbindungvon Arzneimitteln mit hoher Plasmaproteinbindung (Warfarin, Ethinylestradiol und Norethisteron).
Die Veränderung der Bindung betrug < 12 % zum Zeitpunkt der Plasmaspitzenkonzentration von
Ertapenem im Plasma nach einer Dosis von 1 g. Bei Probanden, denen Ertapenem mit einer
Einzeldosis von 1 g infundiert wurde, senkte Probenecid (500 mg alle 6 Stunden) den Anteil desgebundenen Ertapenem im Plasma von ca. 91 % auf ca. 87 % am Ende einer Infusion. Es ist zuerwarten, dass die Auswirkungen dieser Veränderung vorübergehend sind. Eine klinisch relevante
Wechselwirkung aufgrund der Verdrängung eines anderen Arzneimittels durch Ertapenem oderaufgrund der Verdrängung von Ertapenem durch ein anderes Arzneimittel ist unwahrscheinlich.
In-vitro-Studien lassen darauf schließen, dass Ertapenem den durch Glykoprotein-P-vermittelten
Transport von Digoxin oder Vinblastin nicht hemmt und kein Substrat für den Glykoprotein-P-vermittelten Transport ist.
BiotransformationBei jungen gesunden Erwachsenen (23 - 49 Jahre alt) bestand nach intravenöser Gabe einer radioaktivmarkierten Dosis von 1 g Ertapenem die Radioaktivität im Plasma überwiegend (94 %) aus
Ertapenem. Der Hauptmetabolit von Ertapenem entsteht durch Dehydropeptidase-I-vermittelte
Hydrolyse des Beta-Laktam-Ringes.
In-vitro-Studien an menschlichen Lebermikrosomen zeigten, dass Ertapenem nicht den Stoffwechselhemmt, der durch die 6 Hauptisoformen von Cytochrom P450 (CYP) 1A2, 2C9, 2C19, 2D6, 2E1 und3A4 vermittelt wird.
EliminationNach intravenöser Gabe einer radioaktiv markierten Dosis von 1 g Ertapenem an junge gesunde
Erwachsene (23 - 49 Jahre alt) wurden ca. 80 % im Urin und 10 % in den Fäzes wiedergefunden; vonden 80 % der im Urin wiedergefundenen Dosis wurden ca. 38 % unverändert als Ertapenem und ca.37 % als Hauptmetabolit ausgeschieden.
Nach intravenöser Gabe einer 1-g-Dosis an junge gesunde Erwachsene (18 - 49 Jahre alt) und an13 - 17-jährige Patienten beträgt die mittlere Plasmahalbwertszeit ca. 4 Stunden. Die mittlere
Plasmahalbwertszeit bei Kindern zwischen 3 Monaten und 12 Jahren beträgt ca. 2,5 Stunden. Diedurchschnittlichen Ertapenem-Konzentrationen im Urin lagen 0 - 2 Stunden nach Infusion über984 Mikrogramm/ml und in der Zeit von 12 - 24 Stunden nach Infusion über 52 Mikrogramm/ml.
Spezielle PatientengruppenGeschlechtDie Plasmakonzentrationen von Ertapenem sind bei Männern und Frauen vergleichbar.
Ältere PatientenDie Plasmakonzentrationen von Ertapenem liegen bei gesunden älteren Erwachsenen (≥ 65 Jahre)nach intravenöser Gabe einer Dosis von 1 g oder 2 g etwas höher (ca. 39 % bzw. 22 %) als beijüngeren Erwachsenen (< 65 Jahre). Bei älteren Patienten ist keine Dosisanpassung erforderlich,sofern keine schwere Beeinträchtigung der Nierenfunktion vorliegt.
Kinder und JugendlicheDie Plasmakonzentrationen von Ertapenem sind nach intravenöser Gabe einer Tagesdosis von 1 g beipädiatrischen Patienten zwischen 13 und 17 Jahren und bei Erwachsenen vergleichbar.
Nach einer Dosis von 20 mg/kg (bis zu einem Maximum von 1 g) entsprachen die Werte derpharmakokinetischen Parameter bei Patienten zwischen 13 und 17 Jahren im Allgemeinen denen vongesunden jungen Erwachsenen. Um die pharmakokinetischen Daten einer hypothetischen 1-g-Dosisbei allen Patienten dieser Altersgruppe einschätzen zu können, wurden die pharmakokinetischen Datenunter der Annahme der Linearität für die 1-g-Dosis errechnet. Ein Vergleich der Ergebnisse zeigt, dasseine Dosis von 1 g Ertapenem einmal täglich bei 13 - 17-jährigen Patienten ein ähnlichespharmakokinetisches Profil ergibt wie bei Erwachsenen. Das Verhältnis der 13 - 17-Jährigen zu den
Erwachsenen beträgt für die AUC 0,99, für die Konzentration bei Beendigung der Infusion 1,20 undfür die Konzentration in der Mitte des Dosierungsintervalls 0,84.
Die Plasmakonzentrationen in der Mitte des Dosierungsintervalls nach einer intravenösen Einzeldosisvon 15 mg/kg Ertapenem bei Patienten zwischen 3 Monaten und 12 Jahren sind vergleichbar mit den
Plasmakonzentrationen in der Mitte des Dosierungsintervalls nach einer intravenösen einmal täglichen
Dosis von 1 g Ertapenem bei Erwachsenen (siehe Plasmakonzentrationen). Die Plasma-Clearance(ml/min/kg) von Ertapenem ist bei Patienten zwischen 3 Monaten und 12 Jahren etwa 2fach höher alsbei Erwachsenen. Bei einer Dosis von 15 mg/kg waren der AUC-Wert und die Plasmakonzentrationenin der Mitte des Dosierungsintervalls bei Patienten von 3 Monaten bis 12 Jahren vergleichbar mit denentsprechenden Werten bei jungen gesunden Erwachsenen nach einer intravenösen Dosis von 1 g
Ertapenem.
Beeinträchtigung der LeberfunktionDie Pharmakokinetik von Ertapenem bei Patienten mit beeinträchtigter Leberfunktion wurde nichtuntersucht. Da der Abbau von Ertapenem durch die Leber begrenzt ist, ist nicht zu erwarten, dass die
Pharmakokinetik von Ertapenem durch eine Leberfunktionsstörung beeinträchtigt wird. Deshalb wirdfür Patienten mit Leberfunktionsstörungen keine Dosisanpassung empfohlen.
Beeinträchtigung der NierenfunktionNach intravenöser Gabe einer Einzeldosis von 1 g Ertapenem an Erwachsene sind die AUCs der
Gesamtkonzentration von Ertapenem (gebunden und ungebunden) und des ungebundenen Ertapenemvon Patienten mit leichter Beeinträchtigung der Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance60 - 90 ml/min/1,73 m2) mit jener von gesunden Erwachsenen (25 - 82 Jahre) vergleichbar. Beimäßiger Beeinträchtigung der Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance 31 - 59 ml/min/1,73 m2) sind die
AUCs der Gesamtkonzentration bzw. des ungebundenen Ertapenem ca. 1,5-mal bzw. 1,8-mal größerals jene von gesunden Erwachsenen. Bei Patienten mit schwerer Beeinträchtigung der Nierenfunktion(Kreatinin-Clearance 5 - 30 ml/min/1,73 m2) sind die AUCs der Gesamtkonzentration bzw. desungebundenen Ertapenem ca. 2,6-mal bzw. 3,4-mal größer als jene von gesunden Erwachsenen. Beihämodialysepflichtigen Patienten sind die AUCs der Gesamtkonzentration bzw. des ungebundenen
Ertapenem zwischen den Dialysebehandlungen ca. 2,9-mal bzw. 6,0-mal größer als jene von gesunden
Erwachsenen. Nach intravenöser Gabe einer Einzeldosis von 1 g unmittelbar vor einer Hämodialysewerden ca. 30 % der Dosis im Dialysat wiedergefunden. Es liegen keine Daten zu Kindern und
Jugendlichen mit beeinträchtigter Nierenfunktion vor.
Es liegen keine ausreichenden Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit von Ertapenem bei Patienten mit
Beeinträchtigung der Nierenfunktion in fortgeschrittenem Stadium und bei Hämodialyse-Patientenvor, die eine Dosierungsempfehlung ermöglichen. Daher darf Ertapenem bei diesen Patienten nichtangewendet werden.
5.3 Präklinische Sicherheitsdaten
Basierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, Toxizität bei wiederholter
Gabe, Reproduktions- und Entwicklungstoxizität und Genotoxizität lassen die präklinischen Datenkeine besonderen Gefahren für den Menschen erkennen. Allerdings wurde bei Ratten, die hohe Dosen
Ertapenem erhielten, eine Abnahme der Zahl der neutrophilen Granulozyten beobachtet; dies wirdjedoch nicht als relevanter Sicherheitsaspekt bewertet.
Tierexperimentelle Langzeitstudien zur Untersuchung des kanzerogenen Potenzials von Ertapenemwurden nicht durchgeführt.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
Natriumhydrogencarbonat (E 500)
Natriumhydroxid (E 524) zur pH-Einstellung auf 7,5
6.2 Inkompatibilitäten
Lösungsmittel oder Infusionslösungen, die Dextrose enthalten, dürfen nicht zur Auflösung oder zur
Anwendung von Ertapenem verwendet werden.
Da keine Kompatibilitätsstudien mit INVANZ durchgeführt wurden, darf dieses Arzneimittel, außermit den unter Abschnitt 6.6 aufgeführten, nicht mit anderen Arzneimitteln gemischt werden.
6.3 Haltbarkeit
2 Jahre.
Nach Rekonstitution: Verdünnte Lösungen sollten sofort verwendet werden. Wird die Infusionslösungnicht sofort verwendet, liegen die Aufbewahrungszeiten in der Verantwortung des Anwenders.
Verdünnte Lösungen (ca. 20 mg/ml Ertapenem) sind physikalisch und chemisch 6 Stunden lang bei
Raumtemperatur (25 °C) oder 24 Stunden lang bei 2 °C - 8 °C (im Kühlschrank) stabil. Nach
Entnahme aus dem Kühlschrank sind Lösungen innerhalb von 4 Stunden zu verwenden.
Lösungen von INVANZ nicht einfrieren.
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Nicht über 25 °C lagern.
Aufbewahrungsbedingungen nach Rekonstitution des Arzneimittels, siehe Abschnitt 6.3.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
15-ml-Typ-I-Glasdurchstechflaschen mit einem grauen Butylstopfen und einer weißen Plastikkappemit einem farbigen Aluminiumstreifen als Siegel.
Packungsgrößen: Packungen mit 1 oder 10 Durchstechflaschen.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
HandhabungHinweise für die Handhabung:Nur zur einmaligen Anwendung.
Stammlösungen sollten unmittelbar nach der Zubereitung mit 9 mg/ml (0,9%iger)
Natriumchloridlösung verdünnt werden.
Herstellung zur intravenösen Anwendung:INVANZ muss aufgelöst und vor der Anwendung verdünnt werden.
Erwachsene und Jugendliche (13 - 17 Jahre)RekonstitutionDer Inhalt einer 1-g-Durchstechflasche INVANZ wird mit 10 ml Wasser für Injektionszwecke oder9 mg/ml (0,9%iger) Natriumchloridlösung aufgelöst, um eine Stammlösung mit einer Konzentrationvon ca. 100 mg/ml zu erhalten. Gut schütteln, um das Pulver aufzulösen (siehe Abschnitt 6.4).
VerdünnungFür einen 50-ml-Beutel mit Lösungsmittel:
Für eine 1-g-Dosis wird die Stammlösung aus der Durchstechflasche sofort nach Auflösung in einen50-ml-Beutel mit 9 mg/ml (0,9%iger) Natriumchloridlösung transferiert;oder
Für eine 50-ml-Durchstechflasche mit Lösungsmittel:
Für eine 1-g-Dosis werden der 50-ml-Durchstechflasche mit 9 mg/ml (0,9%iger) Natrium-chloridlösung 10 ml entnommen und verworfen. Dann wird die Stammlösung der1-g-Durchstechflasche INVANZ sofort nach Auflösung in die 50-ml-Durchstechflasche mit 9 mg/ml(0,9%iger) Natriumchloridlösung transferiert.
Infusion
Die Infusion erfolgt über einen Zeitraum von 30 Minuten.
Kinder (3 Monate - 12 Jahre)RekonstitutionDer Inhalt einer 1-g-Durchstechflasche INVANZ wird mit 10 ml Wasser für Injektionszwecke oder9 mg/ml (0,9%iger) Natriumchloridlösung aufgelöst, um eine Stammlösung mit einer Konzentrationvon ca. 100 mg/ml zu erhalten. Gut schütteln, um das Pulver aufzulösen (siehe Abschnitt 6.4).
VerdünnungFür einen Beutel mit Lösungsmittel:
Für Endkonzentrationen von höchstens 20 mg/ml wird ein Volumen entsprechend 15 mg/kg
Körpergewicht (Maximum 1 g pro Tag) in einen Beutel mit 9 mg/ml (0,9%iger) Natriumchloridlösungtransferiert;oder
Für eine Durchstechflasche mit Lösungsmittel:
Für Endkonzentrationen von höchstens 20 mg/ml wird ein Volumen entsprechend 15 mg/kg
Körpergewicht (Maximum 1 g pro Tag) in eine Durchstechflasche mit 9 mg/ml (0,9%iger)
Natriumchloridlösung transferiert.
Infusion
Die Infusion erfolgt über einen Zeitraum von 30 Minuten.
Die Kompatibilität von INVANZ mit Heparin-Natrium- und Kaliumchlorid-haltigen intravenösen
Lösungen ist erwiesen.
Die hergestellten Lösungen sind vor Anwendung auf sichtbare Partikel oder Verfärbung zu prüfen,soweit es der Behälter erlaubt. Lösungen von INVANZ sind farblos bis blassgelb. Farbschwankungeninnerhalb dieser Palette beeinträchtigen die Wirksamkeit nicht.
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.
7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS
Merck Sharp & Dohme B.V.
Waarderweg 392031 BN Haarlem
Niederlande
8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)
EU/1/02/216/001
EU/1/02/216/002
9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 18. April 2002
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 22. Dezember 2011
10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs
{MM/JJJJ}
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu verfügbar.