Beeinträchtigung der Fahrtüchtigkeit
Dieses Arzneimittel kann die Fähigkeit zum Führen von Fahrzeugen oder Bedienen von Maschinen beeinträchtigen.
Dieses Arzneimittel kann die Fähigkeit zum Führen von Fahrzeugen oder Bedienen von Maschinen beeinträchtigen.
Während der Behandlung ist eine zuverlässige Verhütung erforderlich.
Dieses Arzneimittel während der Stillzeit nicht anwenden.
Dieses Arzneimittel kann die Leber beeinträchtigen.
Dieses Arzneimittel kann das Infektionsrisiko erhöhen.
Dieses Arzneimittel kann die Anzahl der Blutzellen verringern.
Dieses Arzneimittel unterliegt einer zusätzlichen Überwachung.
Während der Behandlung können regelmäßige Laboruntersuchungen erforderlich sein.
Dieses Arzneimittel kann Nerven oder das Nervensystem beeinträchtigen.
Während der Schwangerschaft nur auf ärztliche Empfehlung anwenden.
Dieses Arzneimittel kann die Entwicklung des Fötus beeinträchtigen.
IMDYLLTRA 1 mg Pulver zur Herstellung eines Konzentrats und Lösung zur Herstellung einer
Infusionslösung
IMDYLLTRA 10 mg Pulver zur Herstellung eines Konzentrats und Lösung zur Herstellung einer
Infusionslösung
IMDYLLTRA 1 mg Pulver zur Herstellung eines Konzentrats und Lösung zur Herstellung einer
Infusionslösung
Eine Durchstechflasche mit Pulver enthält 1 mg Tarlatamab.
Die Rekonstitution mit Wasser für Injektionszwecke führt zu einer Tarlatamab-Endkonzentration von0,9 mg/ml.
IMDYLLTRA 10 mg Pulver zur Herstellung eines Konzentrats und Lösung zur Herstellung einer
Infusionslösung
Eine Durchstechflasche mit Pulver enthält 10 mg Tarlatamab.
Die Rekonstitution mit Wasser für Injektionszwecke führt zu einer Tarlatamab-Endkonzentration von2,4 mg/ml.
Tarlatamab wird mittels rekombinanter DNA-Technologie in Ovarialzellen des Chinesischen
Hamsters hergestellt.
Sonstiger Bestandteil mit bekannter WirkungIMDYLLTRA enthält 0,04 mg Polysorbat 80 pro 1 mg-Durchstechflasche sowie 0,2 mg Polysorbat 80pro 10 mg-Durchstechflasche.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
Pulver zur Herstellung eines Konzentrats und Lösung zur Herstellung einer Infusionslösung.
Tarlatamab-Pulver (Pulver zur Herstellung eines Konzentrats): weißes bis leicht gelbliches Pulver.
Lösung (Stabilisator): farblose bis leicht gelbliche, klare Lösung mit einem pH-Wert von 7,0.
IMDYLLTRA wird als Monotherapie zur Behandlung erwachsener Patienten mit kleinzelligem
Lungenkarzinom im fortgeschrittenen Stadium (extensive-stage small cell lung cancer, ES-SCLC)angewendet, die nach Krankheitsprogression während oder nach einer Erstlinienbehandlung basierendauf platinhaltiger Chemotherapie eine systemische Therapie benötigen.
Die Behandlung mit IMDYLLTRA sollte unter der Anleitung und Aufsicht eines in der Anwendungvon Krebstherapien erfahrenen Arztes eingeleitet und in einer geeigneten Gesundheitseinrichtungangewendet werden. Siehe Tabelle 2 für Empfehlungen zu möglichen Begleitmedikationen.
Patienten sind an Tag 1 und Tag 8 ab Beginn der Infusion für 6 bis 8 Stunden zu überwachen. Einezusätzliche Überwachung sowie eine Überwachung bei nachfolgenden Infusionen erfolgen nach
Ermessen des Arztes.
Für Tag 1 und Tag 8 sollten Patienten angewiesen werden, für 24 Stunden ab Beginn jeder Infusionzusammen mit einer Betreuungsperson in der Nähe einer geeigneten Gesundheitseinrichtung zuverbleiben.
Sowohl Patienten als auch Betreuungspersonen sind vor der Entlassung über Anzeichen und
Symptome eines Zytokinfreisetzungssyndroms (cytokine release syndrome, CRS) und eines
Immuneffektorzellenassoziierten Neurotoxizitätssyndroms (immune effector cell-associatedneurotoxicity syndrome, ICANS) aufzuklären.
DosierungDas empfohlene Dosierungsschema von IMDYLLTRA besteht aus einer Anfangsdosis von 1 mg an
Tag 1, gefolgt von 10 mg an den Tagen 8 und 15 sowie danach alle 2 Wochen, wie in Tabelle 1gezeigt.
Patienten sollten bis zum Fortschreiten der Erkrankung oder bis zum Auftreten einer nichttolerierbaren Toxizität behandelt werden.
Tabelle 1: Empfohlenes Dosierungsschema von IMDYLLTRA
Dosis von IMDYLLTRA
Tag 1 1 mg
Tag 8 10 mg
Tag 15 und danach alle10 mg2 Wochen
Empfohlene BegleitmedikationenBegleitmedikationen zur Anwendung von IMDYLLTRA sind wie in Tabelle 2 angegebenanzuwenden, um das Risiko eines Zytokinfreisetzungssyndroms zu reduzieren (siehe Abschnitt 4.4).
Tabelle 2: Begleitmedikationen für Tag 1 und Tag 8
Behandlungstag Arzneimittel Anwendung
Tag 1 und Tag 8 8 mg Dexamethason intravenös (oder Innerhalb von 1 Stunde vor derein äquivalentes Arzneimittel) IMDYLLTRA-Infusionanwenden
Gemäß leitliniengerechter Unmittelbar nach Abschluss der
Standardtherapie wird eine IMDYLLTRA-Infusionintravenöse Anwendung von 1 Liter9 mg/ml (0,9 %) Natriumchlorid-
Injektionslösung empfohlen.
Wiederaufnahme der IMDYLLTRA-Behandlung nach Dosisverzögerung
Wenn sich die Gabe einer IMDYLLTRA-Dosis verzögert, sollte die Therapie basierend auf den in
Tabelle 3 aufgeführten Empfehlungen wiederaufgenommen und das Dosierungsschema entsprechendfortgesetzt werden. Es sollten die empfohlenen Begleitmedikationen wie in Tabelle 2 angegebenangewendet werden.
Tabelle 3: Empfehlungen für eine Wiederaufnahme der Therapie mit IMDYLLTRA nach einer
Dosisverzögerung
Letzte Zeit seit der letzten Maßnahmeaangewendete Dosis angewendeten Dosismaximal 2 Wochen 10 mg IMDYLLTRA anwenden, danach mit dem(≤ 14 Tage) geplanten Dosierungsschema fortfahren.
1 mg IMDYLLTRA anwenden. Wenn die Dosis1 mg an Tag 1länger als 2 Wochen vertragen wird, 1 Woche später auf 10 mg(> 14 Tage) erhöhen. Danach mit dem geplanten
Dosierungsschema fortfahren.
maximal 3 Wochen 10 mg IMDYLLTRA anwenden, danach mit dem(≤ 21 Tage) geplanten Dosierungsschema fortfahren.
1 mg IMDYLLTRA anwenden. Wenn die Dosis10 mg an Tag 8länger als 3 Wochen vertragen wird, 1 Woche später auf 10 mg(> 21 Tage) erhöhen. Danach mit dem geplanten
Dosierungsschema fortfahren.
maximal 4 Wochen 10 mg IMDYLLTRA anwenden, danach mit dem(≤ 28 Tage) geplanten Dosierungsschema fortfahren.10 mg an Tag 151 mg IMDYLLTRA anwenden. Wenn die Dosisund danach allelänger als 4 Wochen vertragen wird, 1 Woche später auf 10 mg2 Wochen(> 28 Tage) erhöhen. Danach mit dem geplanten
Dosierungsschema fortfahren.
a Empfohlene Begleitmedikationen vor und nach den IMDYLLTRA-Infusionen an Tag 1 und Tag 8 anwendenund Patienten entsprechend überwachen (siehe Tabelle 2).
Dosisänderungen und Management von Nebenwirkungen
Es wird keine Dosisreduktion für IMDYLLTRA empfohlen.
Empfohlene Maßnahmen zur Behandlung eines CRS siehe Tabelle 4, empfohlene Maßnahmen zur
Behandlung eines ICANS siehe Tabelle 5 und empfohlene Maßnahmen zur Behandlung von anderen
Nebenwirkungen siehe Tabelle 6.
Zytokinfreisetzungssyndrom (CRS)
Ein CRS ist basierend auf dem klinischen Bild zu diagnostizieren (siehe Abschnitt 4.4). Patienten sindauf andere Ursachen von Fieber, Hypoxie und Hypotonie zu untersuchen und zu managen. Bei
Verdacht auf ein CRS ist dieses entsprechend den Empfehlungen in Tabelle 4 zu behandeln. Patientenmit einem CRS von Grad 2 oder höher (z. B. Hypotonie ohne Ansprechen auf Flüssigkeitsgabe oder
Hypoxie mit Bedarf an zusätzlichem Sauerstoff) sollten auf Anzeichen und Symptome eines CRS,einschließlich Fieber, Hypotonie und Hypoxie, je nach Befund mittels Pulsoxymetrie oder kardialer
Telemetrie überwacht werden. Bei schwerem oder lebensbedrohlichem CRS werden eine Anti-IL-6-
Therapie, z. B. mit Tocilizumab, sowie eine Aufnahme auf eine Intensivstation (ITS) zur supportiven
Therapie empfohlen.
Tabelle 4: Leitlinien zur Einstufung, Dosisänderung und Behandlung bei
Zytokinfreisetzungssyndroma
CRS-
Definierende Symptome IMDYLLTRA-Dosisänderung Behandlung
Grad
Grad 1 Symptome erfordern nur * IMDYLLTRA * Symptomatischeeine symptomatische unterbrechen, bis das fiebersenkende
Behandlung (z. B. Fieber Ereignis abgeklungen ist, Behandlung (z. B.≥ 38 °C ohne Hypotonie danach die Behandlung mit Paracetamol)oder Hypoxie). IMDYLLTRA mit der beginnen.
nächsten geplanten Dosis * 4 - 10 mgwiederaufnehmen.b Dexamethasonc(oder einäquivalentes
Arzneimittel) oraloder intravenöserwägen.
CRS-
Definierende Symptome IMDYLLTRA-Dosisänderung Behandlung
Grad
Grad 2 Symptome, die eine * IMDYLLTRA nicht * Hospitalisierung mitmoderate Intervention anwenden, bis das Ereignis Überwachung auferfordern und auf diese abgeklungen ist, danach Fieber, Hypotonieansprechen: die Behandlung mit und Hypoxie mittels
* Fieber ≥ 38 °C, IMDYLLTRA mit der Pulsoxymetrie oder,
* Hypotonie, die auf nächsten geplanten Dosis sofern angezeigt,
Flüssigkeitsgabe wiederaufnehmen.b mittels kardialeranspricht und Telemetriekeine empfohlen.
Vasopressoren * Symptomatischeerfordert, und/oder fiebersenkende
* Hypoxie, die eine Behandlung (z. B.
Nasenkanüle mit Paracetamol)niedrigem anwenden.
Durchfluss (Low- * Bei Bedarf
Flow) oder zusätzlichen
Blow-by- Sauerstoff und
Sauerstoff intravenöseerfordert. Flüssigkeitenanwenden.
* 8 mg
Dexamethasonc(oder einäquivalentes
Arzneimittel) oraloder intravenöserwägen.
* Tocilizumab (oderein äquivalentes
Arzneimittel)erwägen.
Bei Wiederaufnahme der
Behandlung mit dernächsten geplanten Dosissollten Patienten nachärztlichem Ermessen ineiner geeignetenmedizinischen Einrichtungüberwacht werden.b
CRS-
Definierende Symptome IMDYLLTRA-Dosisänderung Behandlung
Grad
Grad 3 Schwere Symptome, * IMDYLLTRA Ergänzend zu dendefiniert als Temperatur unterbrechen, bis das Maßnahmen bei Grad 2:
≥ 38 °C mit: Ereignis abgeklungen ist, * Eine intensive
* hämodynamischer danach die Behandlung mit Überwachung, z. B.
Instabilität, die IMDYLLTRA mit der Versorgung auf dereinen Vasopressor nächsten geplanten Dosis ITS, wird(mit oder ohne wiederaufnehmen.b empfohlen.
Vasopressin) * Bei erneut auftretenden * Alle 8 Stunden 8 mgerfordert, Ereignissen von Grad 3 Dexamethasoncund/oder IMDYLLTRA dauerhaft (oder ein
* sich absetzen. äquivalentesverschlechternder Arzneimittel)
Hypoxie oder intravenös
Atemstörung, die anwenden, maximaleine Nasenkanüle 3 Dosen.
mit hohem * Unterstützung mit
Durchfluss (High- Vasopressoren nach
Flow) (> 6 l/min Bedarf.
Sauerstoff) oder * Zusätzliche Gabeeine von High-Flow-
Gesichtsmaske Sauerstoff nacherfordert. Bedarf.
* Tocilizumab (oderein äquivalentes
Arzneimittel) wirdempfohlen.
* Vor der nächsten
Dosis
Begleitmedikationengemäß den
Empfehlungen für
Tag 1 und Tag 8anwenden (siehe
Tabelle 2).
Bei Wiederaufnahme der
Behandlung mit dernächsten geplanten Dosissollten Patienten nachärztlichem Ermessen ineiner geeignetenmedizinischen Einrichtungüberwacht werden.b
CRS-
Definierende Symptome IMDYLLTRA-Dosisänderung Behandlung
Grad
Grad 4 Lebensbedrohliche IMDYLLTRA dauerhaft * Versorgung auf der
Symptome, definiert als absetzen. ITS.
Temperatur ≥ 38 °C mit: * Maßnahmen wie bei
* hämodynamischer Grad 3.
Instabilität, diemehrere
Vasopressoren(mit Ausnahmevon Vasopressin)erfordert,und/oder
* sichverschlechternder
Hypoxie oder
Atemstörung trotz
Sauerstoffgabe, dieeine Beatmung mitpositivem Druckerfordert.a CRS basierend auf Consensus Grading (2019) der American Society for Transplantation and Cellular Therapy(ASTCT).b Empfehlungen zur Wiederaufnahme der IMDYLLTRA-Behandlung nach Dosisverzögerung siehe Tabelle 3.c Steroide gemäß leitliniengerechter Standardtherapie ausschleichen.
ITS = Intensivstation
Immuneffektorzellenassoziiertes Neurotoxizitätssyndrom (ICANS)
Patienten sind auf Anzeichen und Symptome eines ICANS zu überwachen. Andere Ursachen fürneurologische Symptome sind auszuschließen. Bei schwerer oder lebensbedrohlicher neurologischer
Toxizität sollte eine intensivmedizinische Behandlung erfolgen. Bei Verdacht auf ein ICANS istdieses entsprechend den Empfehlungen in Tabelle 5 zu behandeln.
Tabelle 5: Leitlinien zu Einstufung, Dosisänderung und Management bei
Immuneffektorzellenassoziiertem Neurotoxizitätssyndroma
ICANS- Definierendea IMDYLLTRA-Dosisänderung Behandlung
Grad Symptome
Grad 1 ICE-Score 7 - 9b ohne * IMDYLLTRA bis zum * Supportive
Bewusstseinsstörung. Abklingen des ICANS Behandlung.
unterbrechen, danach die
Behandlung mit
IMDYLLTRA mit dernächsten geplanten Dosiswiederaufnehmen.c
ICANS- Definierendea IMDYLLTRA-Dosisänderung Behandlung
Grad Symptome
Grad 2 ICE-Score 3 - 6b * IMDYLLTRA bis zum * Supportiveund/oder leichte Abklingen des ICANS Behandlung.
Somnolenz, durch unterbrechen, danach die * 8 mg - 10 mg
Ansprache erweckbar. Behandlung mit Dexamethasond
IMDYLLTRA mit der (oder einnächsten geplanten Dosis äquivalenteswiederaufnehmen.c Arzneimittel) oraloder intravenös.
* Wenn sich die
Symptomeverschlechtern,
Dexamethason alle12 Stunden oder1 mg/kg
Methylprednisolond(oder einäquivalentes
Arzneimittel)intravenös alle12 Stundenwiederholen.
* Auf neurologische
Symptome hinüberwachen und die
Konsultation eines
Neurologen undanderer
Spezialisten fürweitere
Untersuchungenund Behandlungenerwägen.
* Patienten nach dernächsten
IMDYLLTRA-
Dosis nachärztlichem
Ermessenüberwachen.c
ICANS- Definierendea IMDYLLTRA-Dosisänderung Behandlung
Grad Symptome
Grad 3 ICE-Score 0 - 2b * IMDYLLTRA bis zum * Intensiveund/oder Abklingen des ICANS Überwachung, z. B.
Bewusstseinsstörung, unterbrechen, danach die Versorgung auf dernur durch taktilen Reiz Behandlung mit ITS, empfohlen.erweckbar und/oder IMDYLLTRA mit der * Zum Schutz derjeder klinische nächsten geplanten Dosis Atemwege eine
Krampfanfall, fokal oder wiederaufnehmen.c mechanischegeneralisiert, mit rascher * Wenn nicht innerhalb von Beatmung erwägen.
Rückbildung 7 Tagen eine Besserung 10 mgauf Grad ≤ 1 auftritt, Dexamethasondoder IMDYLLTRA dauerhaft (oder einabsetzen. äquivalentesnicht-konvulsive * Bei erneut auftretenden Arzneimittel)
Krampfanfälle im EEG, Ereignissen von Grad 3 intravenös alledie bei Intervention dauerhaft absetzen. 6 Stunden oderwieder abklingen, 1 mg/kgund/oder fokales oder Methylprednisolondlokales Ödem, (oder einnachweisbar in der äquivalentes
Neurobildgebung. Arzneimittel)intravenös alle12 Stunden.
* Wiederholung der
Neurobildgebung(CT oder MRT)alle 2 - 3 Tageerwägen, wenn der
Patient eineanhaltende
Neurotoxizität≥ Grad 3 aufweist.
* Patienten nach dernächsten
IMDYLLTRA-
Dosis nachärztlichem
Ermessenüberwachen.c
ICANS- Definierendea IMDYLLTRA-Dosisänderung Behandlung
Grad Symptome
Grad 4 ICE-Score 0b (Patient ist * IMDYLLTRA dauerhaft * Versorgung auf dernicht erweckbar und absetzen. ITS.nicht in der Lage, den * Zum Schutz der
ICE-Test Atemwege einedurchzuführen) mechanischeund/oder Stupor oder Beatmung erwägen.
Koma und/oder * Hoch dosiertelebensbedrohlicher, Kortikosteroide wielänger andauernder 1 000 mg/Tag
Krampfanfall Methylprednisolond(> 5 Minuten) oder in geteilten Dosenrepetitive klinische bzw. intravenös überim EEG erkennbare 3 Tage.
Krampfanfälle ohne * Wiederholung derzwischenzeitliche Neurobildgebung
Rückkehr zum (CT oder MRT)
Ausgangszustand alle 2 - 3 Tageund/oder diffuses erwägen, wenn derzerebrales Ödem in der Patient eine
Neurobildgebung, anhaltende
Dezerebrationsstarre Neurotoxizitätoder ≥ Grad 3 aufweist.
Dekortikationsstarre * Konvulsiven Statusoder Papillenödem, epilepticus gemäß
Abducensparese oder den Leitlinien der
Cushing-Triade. Einrichtungbehandeln.a ICANS basierend auf Consensus Grading (2019) der American Society for Transplantation and Cellular
Therapy (ASTCT).b Wenn der Patient erweckbar und in der Lage ist, sich einer Untersuchung auf Immuneffektorzellenassoziierte
Enzephalopathie (Immune Effector Cell-Associated Encephalopathy, ICE-Bewertung) zu unterziehen, Folgendesbeurteilen: Orientierung (Kenntnis von Jahr, Monat, Stadt, Krankenhaus = 4 Punkte); Benennen (benennt3 Gegenstände, z. B. auf Uhr, Stift, Knopf zeigen = 3 Punkte); Befolgen von Anweisungen (z. B. 'Zeigen Siemir 2 Finger“ oder 'Schließen Sie die Augen und strecken Sie die Zunge heraus“ = 1 Punkt); Schreiben(Fähigkeit, einen Standardsatz zu schreiben = 1 Punkt); und Konzentrieren (von 100 in
Zehnerschritten rückwärts zählen = 1 Punkt). Ist der Patient nicht erweckbar und nicht imstande, die ICE-
Bewertung durchzuführen (ICANS Grad 4) = 0 Punkte.c Empfehlungen zur Wiederaufnahme der IMDYLLTRA-Behandlung nach Dosisverzögerung siehe Tabelle 3.d Steroide gemäß leitliniengerechter Standardtherapie ausschleichen.
CT = Computertomographie; EEG = Elektroenzephalogramm; ITS = Intensivstation;
MRT = Magnetresonanztomographie
Neutropenie und andere Nebenwirkungen
Neutropenie und andere Nebenwirkungen sollten gemäß Tabelle 6 behandelt werden.
Tabelle 6: Empfohlene Unterbrechungen der Behandlung mit IMDYLLTRA zum Managementvon anderen Nebenwirkungena, b
Nebenwirkungen Schweregrada Dosisänderungb
Neutropenie Keine Unterbrechung der Behandlung
Grad 1 und 2(siehe erforderlich.
Abschnitt 4.4) * Behandlung mit IMDYLLTRAmindestens für 3 Tage und so langeunterbrechen, bis sich das Ereignis auf
Grad ≤ 2 bessert, danach Behandlung
Grad 3 mit IMDYLLTRA wiederaufnehmen.
Eine Behandlung mit einem
Granulozyten-koloniestimulierenden Faktor(granulocyte-colony stimulating factor,
G-CSF) in Erwägung ziehen.
* Behandlung mit IMDYLLTRAmindestens für 3 Tage und so langeunterbrechen, bis sich das Ereignis auf
Grad ≤ 2 bessert, danach Behandlungmit IMDYLLTRA wiederaufnehmen.
* Wenn das Ereignis > 7 Tage anhält
Grad 4 oder ein Ereignis von Grad 4 erneutauftritt, IMDYLLTRA dauerhaftabsetzen.
Eine Behandlung mit einem
Granulozyten-koloniestimulierenden Faktor(granulocyte-colony stimulating factor,
G-CSF) in Erwägung ziehen.
Lebertoxizität Grad 3 * Behandlung mit IMDYLLTRA(siehe ALT oder AST oder Bilirubin unterbrechen, bis Besserung auf
Abschnitt 4.4)c erhöht Grad ≤ 1 erreicht wurde.
Grad 4 * IMDYLLTRA dauerhaft absetzen.
ALT oder AST oder Bilirubinerhöht
AST oder ALT > 3 × ULN mit * IMDYLLTRA dauerhaft absetzen.
Gesamtbilirubin > 2 × ULNohne Vorhandenseinalternativer Ursachen
Andere IMDYLLTRA unterbrechen, bis Erholung
Nebenwirkungen auf Grad ≤ 1 oder der Ausgangszustand(siehe erreicht wurde.
Abschnitt 4.8)
Dauerhaftes Absetzen in Erwägung ziehen,
Grad 3 oder 4wenn die Nebenwirkung nicht innerhalb von28 Tagen abklingt.
* Bei Ereignissen von Grad 4dauerhaftes Absetzen erwägen.a Schweregrad basierend auf den allgemeinen Terminologiekriterien für unerwünschte Ereignisse des National
Cancer Institute (NCI CTCAE), Version 5.0.b Empfehlungen zur Wiederaufnahme der IMDYLLTRA-Behandlung nach Dosisverzögerung siehe Tabelle 3.c Bei Patienten mit erhöhten Leberenzymen bei Therapiebeginn sollte das Vielfache der Ausgangswerte zur
Beurteilung einer Lebertoxizität herangezogen werden.
ALT = Alanin-Aminotransferase; AST = Aspartat-Aminotransferase; ULN = obere Normgrenze (upper limit ofnormal)
Besondere PatientengruppenEs ist keine Dosisanpassung bei älteren Patienten (≥ 65 Jahre) erforderlich.
LeberfunktionsstörungBei Patienten mit leichter Leberfunktionsstörung ist keine Dosisanpassung erforderlich (siehe
Abschnitt 5.2). Es liegen begrenzte Daten zu Patienten mit mittelschwerer Leberfunktionsstörung vor.
IMDYLLTRA wurde bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung nicht untersucht. Für
Patienten mit mittelschwerer oder schwerer Leberfunktionsstörung können keine Dosisempfehlungengegeben werden.
NierenfunktionsstörungBei Patienten mit leichter oder mittelschwerer Nierenfunktionsstörung ist keine Dosisanpassungerforderlich (siehe Abschnitt 5.2). IMDYLLTRA wurde bei Patienten mit schwerer
Nierenfunktionsstörung nicht untersucht. Für Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung bis hinzu terminaler Niereninsuffizienz können keine Dosisempfehlungen gegeben werden.
Kinder und JugendlicheEs gibt im Anwendungsgebiet der Behandlung von kleinzelligem Lungenkarzinom keinen relevanten
Nutzen von IMDYLLTRA bei Kindern und Jugendlichen.
Art der AnwendungIMDYLLTRA ist zur intravenösen Anwendung vorgesehen.
IMDYLLTRA muss vor der intravenösen Anwendung rekonstituiert und danach weiter verdünntwerden.
Hinweise zur Rekonstitution und Verdünnung des Arzneimittels vor der Anwendung, siehe
Abschnitt 6.6.
Die Infusionsleitung für die Prämedikation kann für IMDYLLTRA verwendet werden. Zwischen der
Anwendung der Begleitmedikationen und der IMDYLLTRA-Anwendung sollte die Infusionsleitunggespült werden.
Der gesamte Inhalt von IMDYLLTRA ist über einen Zeitraum von 1 Stunde als intravenöse Infusionmit konstanter Durchflussrate mittels einer Infusionspumpe anzuwenden, siehe Tabelle 7. Die Pumpesollte programmierbar, verriegelbar und elastomerfrei sein und über einen Alarm verfügen.
Die Infusionsleitung wird mit 9 mg/ml (0,9 %) Natriumchlorid-Injektionslösung ODER dem fertigzubereiteten IMDYLLTRA vorgefüllt.
Nach Abschluss der IMDYLLTRA-Infusion sollte die intravenöse Infusionsleitung 3 - 5 Minuten langmit 9 mg/ml (0,9 %) Natriumchlorid-Injektionslösung gespült werden.
Tabelle 7: Informationen zur Anwendung von Tarlatamab
Infusionsdauer für eine intravenöse
Infusionsrate (ml/Stunde)250 ml-Zubereitung1 Stunde 250 ml/Stunde
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.
Um die Rückverfolgbarkeit biologischer Arzneimittel zu verbessern, müssen die Bezeichnung des
Arzneimittels und die Chargenbezeichnung des angewendeten Arzneimittels eindeutig dokumentiertwerden.
Zytokinfreisetzungssyndrom (CRS)
Die Anwendung von Tarlatamab wurde mit einem CRS in Verbindung gebracht, einschließlichlebensbedrohlicher oder tödlicher Ereignisse, siehe Abschnitt 4.8. Ein CRS kann mit Symptomen wie
Fieber, Hypotonie, Hypoxie, Ermüdung, Tachykardie, Kopfschmerzen, Schüttelfrost, Übelkeit und
Erbrechen einhergehen.
Patienten und Betreuungspersonen sind über das potenzielle Auftreten eines CRS nach der Entlassungaufzuklären und anzuweisen, sich unverzüglich in ärztliche Behandlung zu begeben, wenn Anzeichenoder Symptome auftreten.
Tarlatamab sollte in einer medizinischen Einrichtung angewendet werden, die über eine entsprechende
Ausrüstung zur Überwachung und zum Management eines CRS verfügt. Vor Beginn der Infusionen istsicherzustellen, dass Patienten einen ausgeglichenen Volumenhaushalt aufweisen. Patienten sindwährend der Einleitung der Tarlatamab-Behandlung engmaschig auf Anzeichen und Symptome eines
CRS zu überwachen. Zur Minderung des CRS-Risikos ist es wichtig, die Behandlung mit Tarlatamabmit der in Tabelle 1 angegebenen empfohlenen Anfangsdosis einzuleiten.
Ein CRS ist entsprechend den Empfehlungen in Tabelle 4 zu behandeln.
Immuneffektorzellenassoziiertes Neurotoxizitätssyndrom (ICANS)
Die Anwendung von Tarlatamab wurde mit einem ICANS in Verbindung gebracht, einschließlichlebensbedrohlicher oder tödlicher Ereignisse, siehe Abschnitt 4.8. Ein ICANS kann bis mehrere
Wochen nach der Anwendung von Tarlatamab auftreten. Nebenwirkungen, die mit einem ICANSeinhergehen können, sind unter anderem Kopfschmerzen, Enzephalopathie, Verwirrtheit, Delirium,
Krampfanfall, Ataxie, Neurotoxizität und Tremor. Patienten sind während der Tarlatamab-Behandlungengmaschig auf Anzeichen und Symptome eines ICANS zu überwachen.
Patienten und Betreuungspersonen sind über das potenzielle Auftreten eines ICANS nach der
Entlassung aufzuklären und anzuweisen, sich unverzüglich in ärztliche Behandlung zu begeben, wenn
Anzeichen oder Symptome auftreten.
Ein ICANS ist entsprechend den Empfehlungen in Tabelle 5 zu behandeln.
NeutropenieDie Anwendung von Tarlatamab wurde mit Neutropenie in Verbindung gebracht, siehe Abschnitt 4.8.
Patienten sind während der Tarlatamab-Behandlung engmaschig auf Anzeichen und Symptome einer
Neutropenie zu überwachen.
Eine Neutropenie ist entsprechend den Empfehlungen in Tabelle 6 zu behandeln.
InfektionenSchwerwiegende Infektionen, einschließlich lebensbedrohlicher und tödlicher Infektionen, wurden beimit Tarlatamab behandelten Patienten berichtet. Die häufigsten Infektionen sind unter anderem
Pneumonie, Harnwegsinfektion, COVID-19, Infektion der oberen Atemwege, Infektion der
Atemwege, Candida-Infektion, orale Candidose und Nasopharyngitis.
Patienten sind vor und während der Behandlung mit Tarlatamab auf Anzeichen und Symptome von
Infektionen zu überwachen.
ÜberempfindlichkeitÜberempfindlichkeitsreaktionen, einschließlich seltener schwerwiegender Ereignisse, wurden bei mit
Tarlatamab behandelten Patienten berichtet. Klinische Anzeichen und Symptome einer
Überempfindlichkeit können unter anderem Ausschlag und Bronchospasmus einschließen. Patientensind während der Behandlung mit Tarlatamab auf Anzeichen und Symptome einer
Überempfindlichkeit zu überwachen und entsprechend dem klinischen Befund zu behandeln. Je nachder Schwere sollte eine Unterbrechung der Behandlung oder das dauerhafte Absetzen von Tarlatamabin Betracht gezogen werden, siehe Tabelle 6 zur Behandlung anderer Nebenwirkungen.
LebertoxizitätDie Anwendung von Tarlatamab wurde mit erhöhten Leberenzymen in Verbindung gebracht. Eine
Erhöhung der Leberenzyme kann mit oder ohne gleichzeitiges CRS auftreten.
Leberenzyme und Bilirubin sollten vor der Behandlung mit Tarlatamab sowie nach klinischer
Indikation überwacht werden. Potenzielle Toxizitäten sind entsprechend den Empfehlungen in
Tabelle 6 zu behandeln.
Frauen im gebärfähigen Alter/KontrazeptionDer Schwangerschaftsstatus von Frauen im gebärfähigen Alter ist vor Einleitung der Behandlung mit
Tarlatamab zu überprüfen. Frauen im gebärfähigen Alter müssen während der Behandlung und übereinen Zeitraum von 2 Monaten nach der letzten Tarlatamab-Dosis eine zuverlässige
Verhütungsmethode anwenden (siehe Abschnitt 4.6).
Sonstige Bestandteile mit bekannter WirkungDieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Dosis, d. h. es ist nahezu'natriumfrei“.
Dieses Arzneimittel enthält 0,04 mg Polysorbat 80 pro 1 mg-Durchstechflasche sowie 0,2 mg pro10 mg-Durchstechflasche. Polysorbate können allergische Reaktionen hervorrufen.
Es wurden keine Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen durchgeführt. Die Einleitung der
Tarlatamab-Behandlung verursacht eine vorübergehende Freisetzung von Zytokinen, die CYP450-
Enzyme unterdrücken und zu erhöhten Expositionen gegenüber gleichzeitig angewendeten CYP-
Substraten führen können. Patienten, die gleichzeitig CYP450-Substrate erhalten, insbesondere jenemit kleinem therapeutischen Index, sollten im Hinblick auf bekannte unerwünschte Ereignisseüberwacht werden. Die Dosis des gleichzeitig angewendeten Arzneimittels sollte nach Bedarfangepasst werden.
Frauen im gebärfähigen Alter müssen während und bis 2 Monate nach der Behandlung mit Tarlatamabeine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden.
SchwangerschaftEs liegen keine Daten zur Anwendung von Tarlatamab bei Schwangeren vor.
Eine an Mäusen durchgeführte Studie zur Reproduktionstoxizität unter Verwendung des murinen
Surrogatmoleküls muS757 zeigte, dass muS757 plazentagängig ist (siehe Abschnitt 5.3). Basierendauf seinem Wirkmechanismus und dem potenziellen Auftreten von Nebenwirkungen (wie CRS) nach
Exposition gegenüber Tarlatamab kann Tarlatamab den Fötus schädigen, wenn eine Schwangere damitbehandelt wird (siehe Abschnitt 5.1).
Die Anwendung von Tarlatamab während der Schwangerschaft und bei Frauen im gebärfähigen Alter,die nicht verhüten, wird nicht empfohlen.
Der Schwangerschaftsstatus von Frauen im gebärfähigen Alter ist vor Beginn der Behandlung mit
Tarlatamab zu überprüfen.
StillzeitEs ist nicht bekannt, ob Tarlatamab in die Muttermilch übergeht. Da viele Arzneimittel, einschließlich
Antikörper, in die Muttermilch übergehen können, kann ein Risiko für das Neugeborene/Kleinkindnicht ausgeschlossen werden. Das Stillen soll während der Behandlung mit Tarlatamab und fürmindestens 2 Monate nach der letzten Dosis unterbrochen werden.
FertilitätEs gibt keine klinischen Studien zur Untersuchung der Auswirkungen von Tarlatamab auf die
Fertilität.Aufgrund des potenziellen Auftretens von mit ICANS assoziierten neurologischen Ereignissen nachder Infusion von Tarlatamab hat Tarlatamab möglicherweise großen Einfluss auf die
Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen. Im Falle neurologischer
Symptome sind Patienten anzuweisen, kein Fahrzeug zu führen und keinen gefährlichen
Beschäftigungen oder Aktivitäten, wie z. B. dem Bedienen schwerer oder potenziell gefährlicher
Maschinen, nachzugehen, bis diese Symptome abgeklungen sind.
Die Sicherheit von IMDYLLTRA wurde bei 473 Patienten mit kleinzelligem Lungenkarzinom(SCLC) untersucht, die in klinischen Studien die Tarlatamab-Zieldosis von 10 mg als Monotherapieerhielten.
Die häufigsten Nebenwirkungen sind: CRS (56,7 %), verminderter Appetit (36,4 %), Fieber (31,9 %),
Dysgeusie (31,3 %), Obstipation (30,4 %), Anämie (30,0 %), Ermüdung (29,8 %), Übelkeit (24,9 %),
Asthenie (19,0 %), Neutropenie (16,9 %), Hyponatriämie (16,7 %), Kopfschmerzen (16,3 %),
Lymphopenie (15,6 %).
Die häufigsten schwerwiegenden Nebenwirkungen sind CRS (19,7 %) und Fieber (4,7 %).
Tabellarische Auflistung der NebenwirkungenNebenwirkungen, die in klinischen Studien berichtet wurden, sind nach Systemorganklasse und
Häufigkeit aufgeführt. Die Häufigkeiten der Nebenwirkungen basieren auf gepoolten Daten ausjeweils einer Phase I-, Phase II- und Phase III-Studie mit 473 Patienten. Die mediane Expositionsdauerbetrug 18,0 Wochen (Spanne: 0,1 bis 175,1 Wochen).
Nebenwirkungen sind gemäß MedDRA-Systemorganklasse und Häufigkeit aufgeführt. Die
Häufigkeitskategorien sind wie folgt definiert: sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100, < 1/10),gelegentlich (≥ 1/1 000, < 1/100), selten (≥ 1/10 000, < 1/1 000), sehr selten (< 1/10 000) und nichtbekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar). Innerhalb jeder
Häufigkeitsgruppe sind die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad aufgeführt.
Tabelle 8: Nebenwirkungen
MedDRA- Nebenwirkung Alle Grade Grad ≥ 3
Systemorganklasse
Erkrankungen des Anämie Sehr häufig Häufig
Blutes und des Neutropeniea, c Sehr häufig Häufig
Lymphsystems
Lymphopenieb Sehr häufig Sehr häufig
Thrombozytopenie Häufig Gelegentlich
Leukopenie Häufig Gelegentlich
Erkrankungen des Obstipation Sehr häufig Gelegentlich
Gastrointestinaltrakts Übelkeit Sehr häufig Gelegentlich
Erbrechen Sehr häufig Gelegentlich
Diarrhö Sehr häufig Gelegentlich
Allgemeine Fieber Sehr häufig Gelegentlich
Erkrankungen und Ermüdung Sehr häufig Häufig
Beschwerden am
Asthenie Sehr häufig Häufig
Verabreichungssort
Schüttelfrost Häufig Nicht berichtet
Erkrankungen des Zytokinfreisetzungssyndromc Sehr häufig Häufig
Immunsystems
Untersuchungen Gewicht erniedrigt Sehr häufig Häufig
Alanin-Aminotransferase erhöht Sehr häufig Häufig
Aspartat-Aminotransferase Häufig Häufigerhöht
Leukozytenzahl erniedrigt Häufig Häufig
Stoffwechsel- und Appetit vermindert Sehr häufig Häufig
Ernährungsstörungen Hyponatriämie Sehr häufig Häufig
Hypokaliämie Sehr häufig Häufig
Hypomagnesiämie Häufig Gelegentlich
Skelettmuskulatur-, Myalgie Häufig Nicht berichtet
Bindegewebs- und
Knochenerkrankungen
MedDRA- Nebenwirkung Alle Grade Grad ≥ 3
Systemorganklasse
Erkrankungen des Dysgeusie Sehr häufig Nicht berichtet
Nervensystems Kopfschmerzen Sehr häufig Nicht berichtet
Schwindelgefühl Häufig Nicht berichtet
Immuneffektorzellenassoziiertes Häufig Gelegentlich
Neurotoxizitätssyndromc
Tremor Häufig Nicht berichtet
Neurotoxizität Gelegentlich Nicht berichtet
Krampfanfall Gelegentlich Gelegentlich
Ataxie Gelegentlich Gelegentlich
Enzephalopathie Gelegentlich Gelegentlich
Psychiatrische Verwirrtheitszustand Häufig Gelegentlich
Erkrankungen Delirium Häufig Gelegentlich
Erkrankungen der Dyspnoe Sehr häufig Häufig
Atemwege, des
Brustraums und
Mediastinums
Erkrankungen der Haut Pruritus Sehr häufig Gelegentlichund des Ausschlag Häufig Gelegentlich
Unterhautgewebes
Gefäßerkrankungen Hypotonie Häufig Häufig
Hypertonie Häufig Häufiga Umfasst Neutrophilenzahl erniedrigt.b Umfasst Lymphozytenzahl erniedrigt.c Weitere Informationen sind unter 'Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen“ zu finden.
Beschreibung ausgewählter NebenwirkungenZytokinfreisetzungssyndrom (CRS)
In klinischen Studien mit gepoolten Sicherheitsdaten von 473 Patienten mit SCLC, die 1 mg
IMDYLLTRA als erste Dosis und 10 mg als zweite und spätere Dosen erhielten, trat ein CRS bei56,7 % der Patienten auf, und zwar mit Ereignissen von Grad 1 bei 39,3 % der Patienten, von Grad 2bei 15,4 % der Patienten, von Grad 3 bei 1,7 % der Patienten und von Grad 4 bei 0,2 % der Patienten.
Schwerwiegende Ereignisse im Zusammenhang mit CRS wurden bei 19,7 % der Patienten berichtet.
Nach der ersten Dosis von IMDYLLTRA trat bei 41,4 % der Patienten CRS jeglichen Grades auf;nach der zweiten Dosis kam es bei 34,0 % der Patienten zu CRS jeglichen Grades. Der Großteil der
CRS-Ereignisse trat nach den ersten beiden Dosen auf, während bei 8,5 % der Patienten ein CRS nachder dritten Dosis oder später auftrat. Nach der Infusion an Tag 1 trat bei 13,7 % der Patienten ein CRSvon ≥ Grad 2 auf. Nach der Infusion an Tag 8 trat bei 4,4 % der Patienten ein CRS von ≥ Grad 2 auf.
Die mediane Zeit von der zuletzt angewendeten IMDYLLTRA-Dosis bis zum erstmaligen Einsetzeneines CRS betrug 15,9 Stunden (Spanne: 9,0 bis 26,5 Stunden). Bei jenen Ereignissen von Grad 1, diezu Grad 2 oder höher fortschritten, betrug die mediane Zeit vom Ereignis von Grad 1 bis zum Ereignisvon Grad 2 oder höher 22,1 Stunden (Interquartilabstand: 8,5 - 31,6 Stunden). Ein
Zytokinfreisetzungssyndrom führte bei 2,1 % der Patienten zu einer Behandlungsunterbrechungund/oder Dosisänderung und bei 0,6 % der Patienten zu einem Absetzen von Tarlatamab.
Nach der Markteinführung wurde über Fälle von CRS mit tödlichem Ausgang berichtet.
Informationen zum Management eines CRS, siehe Abschnitt 4.4.
Immuneffektorzellenassoziiertes Neurotoxizitätssyndrom (ICANS)
Tarlatamab kann ICANS verursachen, einschließlich lebensbedrohlicher oder tödlicher Ereignisse.
In klinischen Studien mit gepoolten Sicherheitsdaten von 473 Patienten mit SCLC, die IMDYLLTRAin einer Dosierung von 10 mg erhielten, wurde bei 4,7 % der Patienten über ein ICANS berichtet. Diemediane Zeit von der ersten IMDYLLTRA-Dosis bis zum erstmaligen Einsetzen des ICANS betrug9,0 Tage (Interquartilabstand: 2 - 13 Tage). Die mediane Zeit bis zum Abklingen des ICANS betrug4 Tage (Interquartilabstand: 2 - 8 Tage).
Informationen zum Management eines ICANS, siehe Abschnitt 4.4.
NeutropenieIn klinischen Studien mit gepoolten Sicherheitsdaten von 473 Patienten mit SCLC, die IMDYLLTRAin einer Dosierung von 10 mg erhielten, trat bei 16,9 % der Patienten eine Neutropenie auf, darunter
Ereignisse von Grad 3 oder Grad 4 bei 8,2 % der Patienten. Die mediane Zeit von der ersten
IMDYLLTRA-Dosis bis zum erstmaligen Einsetzen einer Neutropenie betrug 43 Tage (Spanne: 29 bis109 Tage). Eine zur Behandlungsunterbrechung führende Neutropenie trat bei 3,2 % der Patienten auf,wobei sie in keinem der Fälle zu einem Behandlungsabbruch führte. Eine Behandlung mit G-CSF warbei 6 % der Patienten erforderlich.
Informationen zum klinischen Management von Neutropenie, siehe Abschnitt 4.4.
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
In klinischen Studien wurden Dosen von bis zu 100 mg alle 2 Wochen und 200 mg alle 3 Wochenuntersucht. Im Falle einer Überdosierung muss der Patient engmaschig im Hinblick auf Anzeichenoder Symptome von Nebenwirkungen überwacht werden und sollte symptomatisch behandelt werden;außerdem sollten nach Bedarf unterstützende Maßnahmen eingeleitet werden.
Pharmakotherapeutische Gruppe: Antineoplastische Mittel, andere monoklonale Antikörper und
Antikörper-Wirkstoff-Konjugate, ATC-Code: L01FX33
WirkmechanismusTarlatamab ist ein bispezifischer, gegen den Delta-like-Liganden 3 (DLL3) gerichteter CD3-T-Zell-
Engager, der an den auf der Oberfläche von Tumorzellen exprimierten DLL3 und an das auf der
Oberfläche von T-Zellen exprimierte CD3 bindet. Die bispezifische Bindung von Tarlatamab an
T-Zellen und DLL3-positive Tumorzellen löst eine Aktivierung von T-Zellen, die Produktion voninflammatorischen Zytokinen sowie die Freisetzung zytotoxischer Proteine aus, was zu einergerichteten Lyse von Tumorzellen führt.
Pharmakodynamische WirkungenDas pharmakodynamische Ansprechen nach einer einmaligen Infusion von Tarlatamab zeigte sich in
Form einer Umverteilung und Aktivierung von T-Zellen sowie einer vorübergehenden Erhöhung der
Zytokine. Eine periphere Umverteilung der T-Zellen (d. h. Adhäsion von T-Zellen an das Endothelvon Blutgefäßen und/oder Transmigration in Gewebe) trat innerhalb von 24 Stunden nach der
Tarlatamab-Initialdosis von 1 mg an Tag 1 auf. Die T-Zell-Zahlen nahmen innerhalb von 6 Stundennach der Infusion ab und kehrten bei den meisten Patienten vor der nächsten Infusion an Tag 8 auf die
Ausgangswerte zurück.
Die Serumzytokine IL-2, IL-6, IL-8, IL-10, IFN-γ und TNF-α waren nach der Initialdosis von 1 mg
Tarlatamab an Tag 1 vorübergehend erhöht. Die Zytokinspiegel erreichten innerhalb der ersten 2 Tagenach Beginn der Tarlatamab-Infusion ihren Höchstwert und kehrten im Allgemeinen vor der nächsten
Infusion an Tag 8 auf die Ausgangswerte zurück. Bei nachfolgenden Behandlungen trat ein Anstiegder Zytokinwerte im Vergleich zur ersten Infusion an Tag 1 bei weniger Patienten und mit geringerer
Intensität auf.
ImmunogenitätAnti-Drug-Antikörper (anti-drug antibodies, ADA) wurden häufig nachgewiesen. Es gab keine
Hinweise auf einen Einfluss von ADA auf Pharmakokinetik, Wirksamkeit oder Sicherheit; allerdingsliegen weiterhin nur begrenzte Daten vor.
Klinische Wirksamkeit und SicherheitStudie DeLLphi-304
Die Wirksamkeit von IMDYLLTRA wurde in einer multizentrischen, randomisierten, offenen Phase-
III-Studie (Studie DeLLphi-304) untersucht. Einzuschließende Patienten mussten ein SCLC mit
Krankheitsprogression nach einem platinbasierten Regime haben. In Regionen, in denen diesystemische Erstlinien-Standardtherapie (standard of care, SOC) für Patienten mit diagnostizierter
Erkrankung im fortgeschrittenen Stadium eine platinbasierte Chemotherapie in Kombination miteinem PD-(L)1-Inhibitor umfasste, musste bei Patienten ein Therapieversagen eines PD-(L)1-
Inhibitors im Rahmen ihrer systemischen Erstlinienbehandlung vorliegen oder sie mussten für eine
Therapie mit einem PD-(L)1-Inhibitor ungeeignet sein. Zusätzlich mussten Patienten einen
Performance-Status von 0 - 1 gemäß der Eastern Cooperative Oncology Group (ECOG) sowiemindestens eine messbare Läsion gemäß den Kriterien zur Beurteilung des Ansprechens solider
Tumoren (RECIST v1.1) aufweisen. Von der Studie ausgeschlossen waren Patienten mitsymptomatischen Hirnmetastasen oder einem aktiven Immundefekt.
Insgesamt wurden 509 Patienten eingeschlossen und erhielten nach Randomisierung im Verhältnis 1:1entweder IMDYLLTRA oder SOC-Chemotherapie. 254 Patienten wurden in den IMDYLLTRA-Armrandomisiert, mit einer Initialdosis im 1. Zyklus von 1 mg an Tag 1, gefolgt von 10 mg an den Tagen 8und 15 und anschließend alle 2 Wochen in einem 28-Tage-Zyklus bis zu einer Krankheitsprogressionoder einer nicht tolerierbaren Toxizität. SOC-Chemotherapien umfassten Topotecan (n = 185),
Lurbinectedin (n = 47) oder Amrubicin (n = 23). Die Randomisierung wurde stratifiziert nachvorheriger Exposition gegenüber einer Anti-PD-(L)1-Therapie (ja vs. nein), Platinsensitivitätsstatus(chemotherapiefreies Intervall ≥ 180 Tage, < 180 bis ≥ 90 Tage oder < 90 Tage), Vorhandensein(früher oder aktuell) von Hirnmetastasen (ja vs. nein) sowie Standardtherapie (Topotecan/Amrubicinvs. Lurbinectedin). Die Behandlung wurde bis zur Krankheitsprogression oder einer nichttolerierbaren Toxizität fortgesetzt. Tumorbeurteilungen erfolgten in den ersten 48 Wochen alle6 Wochen und anschließend alle 12 Wochen.
Die demografischen Basisdaten und Krankheitsmerkmale der Studienpopulation waren wie folgt:
medianes Alter 65 Jahre (Spanne: 20 bis 86 Jahre); 41,3 % im Alter von 65 bis 74 Jahren; 10,8 % im
Alter von 75 Jahren oder älter; 69 % männlich; 57,2 % weiß und 40,1 % asiatisch; 32 % mit einem
ECOG-Performance-Status von 0 und 67,2 % mit einem ECOG-Performance-Status von 1; 91 % der
Patienten hatten zu Studienbeginn eine metastasierte Erkrankung; 44,8 % wiesen zu Studienbeginn
Hirnmetastasen auf; 35,2 % wiesen zu Studienbeginn Lebermetastasen auf. 68,8 % der Patientenwaren ehemalige Raucher, 20,6 % waren aktuelle Raucher, 10,6 % hatten niemals geraucht. Alle
Patienten hatten mindestens eine vorherige platinbasierte Chemotherapielinie erhalten (Spanne: 1 bis3 Therapielinien); 97,6 % hatten eine vorherige Therapielinie erhalten; 70,7 % hatten zuvor eine Anti-
PD-(L)1-Therapie erhalten; 223 Patienten (43,8 %) hatten nach Ende der Erstlinien-Platintherapie ein
Chemotherapie-freies Intervall von < 90 Tagen, während 286 Patienten (56,2 %) ein Chemotherapie-freies Intervall von ≥ 90 Tagen hatten.
Der primäre Wirksamkeitsendpunkt war das Gesamtüberleben (overall survival, OS). Wichtigesekundäre Wirksamkeitsendpunkte waren das progressionsfreie Überleben (progression-free survival,
PFS) basierend auf einer Beurteilung durch den Prüfarzt gemäß den Kriterien zur Beurteilung des
Ansprechens bei soliden Tumoren (RECIST v1.1) sowie ausgewählte patientenberichtete Endpunkte.
Weitere Endpunkte umfassten die Gesamtansprechrate (overall response rate, ORR) basierend aufeiner Beurteilung durch den Prüfarzt gemäß RECIST v1.1.
Patienten erhielten im Median 5 Zyklen der IMDYLLTRA-Behandlung (Spanne: 1 bis 19 Zyklen) undim Median 4 Zyklen der Standardtherapie (SOC) (Spanne: 1 bis 21 Zyklen).
Die Ergebnisse zur Wirksamkeit sind in Tabelle 9 und Abbildung 1 zusammengefasst. Die mediane(95 % KI) Nachbeobachtungszeit im Hinblick auf das OS betrug 11,2 Monate (10,4; 12,1) in der
Tarlatamab-Gruppe und 11,7 Monate (10,6; 12,3) in der SOC-Chemotherapie-Gruppe. Die mediane(95 % KI) Nachbeobachtungszeit im Hinblick auf das PFS betrug 11,0 Monate (8,5; 11,2) für
Tarlatamab und 9,7 Monate (8,4; 11,1) für die SOC-Chemotherapie.
Tabelle 9: Ergebnisse zur Wirksamkeit für Patienten mit SCLC in der Studie DeLLphi-304
Wirksamkeitsparameter IMDYLLTRA (N = 254) Standardtherapie (N = 255)
Gesamtüberleben (OS)
Todesfälle (%) 111 (43,7) 152 (59,6)
Mediana in Monaten (95 % KI) 13,6 (11,1; NE) 8,3 (7,0; 10,2)
Hazard Ratiob (95 % KI) 0,60 (0,47; 0,77)p-Wert (stratifizierter Log-Rank- < 0,001
Test)
Progressionsfreies Überleben (PFS)c
Ereignisse (%) 191 (75,2) 205 (80,4)
Mediana in Monaten (95 % KI) 4,2 (3,0; 4,4) 3,2 (2,9; 4,2)
Hazard Ratiob (95 % KI) 0,72 (0,59; 0,88)p-Wert (stratifizierter Log-Rank- < 0,001
Test)
Gesamtansprechrate (ORR)c
ORR, % 35,0 20,4a gemäß Kaplan-Meier-Schätzungenb Hazard Ratio basierend auf dem stratifizierten Cox-Proportional-Hazard-Modellc PFS, ORR basierend auf der Beurteilung durch den Prüfarzt gemäß RECIST v1.1
KI = Konfidenzintervall; N = Anzahl; NE = nicht abschätzbar (not estimable)
Abbildung 1: Kaplan-Meier-Kurve für das Gesamtüberleben (ITT-Analyseset)1,00,80,60,40,20,00 3 6 9 12 15 18 21
Monate
Tarlatamab Standardtherapie
Anzahl Patienten 'at risk':
Tarlatamab 254 220 192 131 60 17 0
Standardtherapie 255 210 156 97 42 9 2 0
Kinder und JugendlicheDie Europäische Arzneimittel-Agentur hat für Tarlatamab eine Freistellung von der Verpflichtung zur
Vorlage von Ergebnissen zu Studien in allen pädiatrischen Altersklassen für die Behandlung vonkleinzelligem Lungenkarzinom gewährt (siehe Abschnitt 4.2 bzgl. Informationen zur Anwendung bei
Kindern und Jugendlichen).
Es wurden populationspharmakokinetische Analysen zu Tarlatamab bei erwachsenen Patienten(n = 702) mit zuvor behandeltem fortgeschrittenem SCLC durchgeführt, um den zeitlichen Verlauf der
Tarlatamab-Serumkonzentrationen nach intravenöser Anwendung zu beschreiben, die interindividuelle
Variabilität zu quantifizieren sowie die Effekte patientenspezifischer Kovariaten auf diepharmakokinetischen (PK) Parameter von Tarlatamab zu bewerten.
Die maximale Serumkonzentration (Cmax), die minimale Serumkonzentration (Ctrough) und die Flächeunter der Serumkonzentrations-Zeit-Kurve im Steady-State (AUCtau) von Tarlatamab nahmen in dembewerteten Dosisbereich von 1 mg bis 100 mg Q2W (das 10-Fache der empfohlenen Dosis)dosisproportional zu. Ein ungefährer Steady-State der Tarlatamab-Exposition im Serum wurde bis
Zyklus 2 Tag 15 erreicht.
VerteilungDer typische Wert (interindividueller Variationskoeffizient, VK %) für das zentrale
Verteilungsvolumen beträgt 3,23 l (38 %), und das Verteilungsvolumen im Steady-State beträgt 8,19 l,wie auf Grundlage einer populationspharmakokinetischen Analyse geschätzt.
BiotransformationDer Stoffwechselweg von Tarlatamab ist nicht beschrieben. Wie bei anderen proteinbasierten
Arzneimitteln wird davon ausgegangen, dass Tarlatamab über katabole Stoffwechselwege zu kleinen
Peptiden und Aminosäuren abgebaut wird.
EliminationBei Patienten mit SCLC betrug die systemische Clearance (interindividueller VK %) 0,728 l/Tag(34 %), und die terminale Eliminationshalbwertszeit betrug etwa 10,6 Tage, wie in derpopulationspharmakokinetischen Analyse geschätzt.
Überlebenswahrscheinlichkeit
GRH2801 v3
Besondere PatientengruppenBasierend auf Alter (Spanne: 20 - 86 Jahre), Körpergewicht (Spanne: 35 - 149 kg), Geschlecht,ethnischer Herkunft, leichter oder mittelschwerer Nierenfunktionsstörung (eGFR ≥ 30 ml/min) oderleichter Leberfunktionsstörung (Gesamtbilirubin ≤ obere Normgrenze (upper limit of normal, ULN)und AST > ULN) wurden keine klinisch bedeutsamen Unterschiede hinsichtlich der Clearance von
Tarlatamab beobachtet. Es liegen begrenzte Daten zu Patienten mit mittelschwerer
Leberfunktionsstörung und keine Daten zu Patienten mit schwerer Leber- oder schwerer
Nierenfunktionsstörung vor.
Basierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie und Toxizität beiwiederholter Gabe lassen die präklinischen Daten keine besonderen Gefahren für den Menschenerkennen.
Genotoxizität und Karzinogenität
Es wurden keine Studien zur Genotoxizität oder Karzinogenität mit Tarlatamab durchgeführt.
Beeinträchtigung der FertilitätEs wurden keine Studien zur Untersuchung der Auswirkungen von Tarlatamab auf die Fertilitätdurchgeführt.
Reproduktions- und EntwicklungstoxizitätEine an Mäusen durchgeführte Studie zur Reproduktionstoxizität unter Verwendung des murinen
Surrogatmoleküls muS757 zeigte, dass muS757 plazentagängig war und keine embryofetale Toxizitätoder Teratogenität induzierte.
Glutaminsäure
SaccharosePolysorbat 80 (E 433)
Natriumhydroxid (zur pH-Wert-Einstellung)
Lösung (Stabilisator)
Citronensäure-Monohydrat (E 330)
Lysinhydrochlorid
Polysorbat 80 (E 433)
Natriumhydroxid (zur pH-Wert-Einstellung)
Wasser für Injektionszwecke
Es sind keine Inkompatibilitäten bekannt.
Ungeöffnete Durchstechflasche4 Jahre.
Verdünnte Lösung zur intravenösen Infusion (Infusionsbeutel)
Die chemische und physikalische Stabilität des gebrauchsfertigen Arzneimittels wurde für 28 Tage bei2 °C bis 8 °C und für 8 Stunden bei 20 °C bis 25 °C nachgewiesen.
Aus mikrobiologischer Sicht sollte das Arzneimittel sofort verwendet werden. Falls es nicht sofortverwendet wird, liegen die Aufbewahrungszeiten und -bedingungen des gebrauchsfertig zubereiteten
Arzneimittels bis zur Anwendung in der Verantwortung des Anwenders und sollten normalerweise24 Stunden bei 2 °C bis 8 °C nicht überschreiten, es sei denn, Rekonstitution und Verdünnung habenunter kontrollierten und validierten aseptischen Bedingungen stattgefunden.
Kühl lagern und transportieren (2 °C - 8 °C).
Nicht einfrieren.
In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
Aufbewahrungsbedingungen nach Rekonstitution und Verdünnung des Arzneimittels, siehe
Abschnitt 6.3.
Für IMDYLLTRA gibt es zwei unterschiedliche Packungen. Jede IMDYLLTRA-Packung enthält1 Durchstechflasche mit Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung und2 Durchstechflaschen mit Lösung (Stabilisator).
IMDYLLTRA 1 mg Pulver zur Herstellung eines Konzentrats und Lösung zur Herstellung einer
Infusionslösung
* 1 mg Tarlatamab-Pulver in einer Durchstechflasche aus Glas Typ 1 mit Elastomerstopfen,
Aluminiumverschluss und einem grauen Schnappdeckel
* 7 ml Lösung in einer Durchstechflasche aus Glas Typ 1 mit Elastomerstopfen,
Aluminiumverschluss und einem weißen Schnappdeckel
IMDYLLTRA 10 mg Pulver zur Herstellung eines Konzentrats und Lösung zur Herstellung einer
Infusionslösung
* 10 mg Tarlatamab-Pulver in einer Durchstechflasche aus Glas Typ 1 mit Elastomerstopfen,
Aluminiumverschluss und einem orangefarbenen Schnappdeckel
* 7 ml Lösung in einer Durchstechflasche aus Glas Typ 1 mit Elastomerstopfen,
Aluminiumverschluss und einem weißen Schnappdeckel
Vorbereitung unter aseptischen Bedingungen
Bei der Vorbereitung der Infusionslösung ist ein strenges aseptisches Verfahren einzuhalten, da
Tarlatamab-Durchstechflaschen keine antimikrobiellen Konservierungsstoffe enthalten.
Weitere Anweisungen
* Die Rekonstitution von IMDYLLTRA erfolgt mit Wasser für Injektionszwecke.
Verwenden Sie zur Rekonstitution von IMDYLLTRA nicht die Lösung (Stabilisator). Die
Lösung (Stabilisator) dient dazu, den Infusionsbeutel vor der Hinzugabe von rekonstituiertem
IMDYLLTRA zu beschichten, um eine Adsorption von IMDYLLTRA an Infusionsbeutel und
Infusionsleitung zu verhindern.
* Infusionsbeutel aus Ethylenvinylacetat (EVA), Polyolefin und Polyvinylchlorid (PVC) habensich unter den angegebenen Anwendungsbedingungen als mit Tarlatamab kompatibel erwiesen.
* Infusionsleitungen und Kathetermaterialien aus Polyolefin, PVC und Polyurethan haben sichunter den angegebenen Anwendungsbedingungen als mit Tarlatamab kompatibel erwiesen.
* Die Verwendung von geschlossenen Transfersystemen (closed system transfer device, CSTD)wird aufgrund des potenziellen Risikos für Medikationsfehler nicht empfohlen.
Kompatibilitätsprüfungen von Durchstechflaschenadapter-CSTDs mit IMDYLLTRA wurdennicht durchgeführt.
Vorbereitung der Infusionslösung
Rekonstitution von Tarlatamab
Tabelle 10: Erforderliche Menge an Wasser für Injektionszwecke für die Rekonstitution von
IMDYLLTRAa
Stärke der IMDYLLTRA- Erforderliche Menge an Endkonzentration
Durchstechflasche Wasser für Injektionszweckefür die Rekonstitution von
IMDYLLTRA1 mg 1,3 ml 0,9 mg/ml10 mg 4,4 ml 2,4 mg/mla Jede Durchstechflasche enthält ein Überfüllungsvolumen, um nach der Rekonstitution die Entnahme von 1,1 ml(1 mg-Durchstechflasche) oder 4,2 ml (10 mg-Durchstechflasche) zu ermöglichen und so eine Anwendung in der
Konzentration der auf dem Etikett der Durchstechflasche angegebenen Stärke zu gewährleisten.
1. Überführen Sie die erforderliche Menge an Wasser für Injektionszwecke (siehe Tabelle 10) indie Tarlatamab-Durchstechflasche, um eine Tarlatamab-Endkonzentration von 0,9 mg/ml(1 mg-Durchstechflasche) oder 2,4 mg/ml (10 mg-Durchstechflasche) zu erhalten. Lassen Siedas Wasser an der Wand der IMDYLLTRA-Durchstechflasche herunterlaufen, geben Sie esnicht direkt auf das lyophilisierte Pulver.
* Verwenden Sie zur Rekonstitution von IMDYLLTRA nicht die Lösung(Stabilisator).
2. Schwenken Sie den Inhalt vorsichtig. Nicht schütteln.
3. Überprüfen Sie visuell, dass die Lösung klar bis leicht opaleszent, farblos bis leicht gelblich ist.
Nicht verwenden, wenn die Lösung trübe ist oder Partikel enthält.
Vorbereitung des IMDYLLTRA-Infusionsbeutels
Tabelle 11: Vorbereitungsanleitung für die 1-stündige Infusion
Stärke der IMDYLLTRA- Aus dem Dem Dem
IMDYLLTRA- Dosis Infusionsbeutel zu Infusionsbeutel Infusionsbeutel
Durchstechflasche entnehmende hinzuzufügende hinzuzufügende
Menge an Menge an Menge an9 mg/ml (0,9 %) Lösung rekonstituiertem
Natriumchlorid- (Stabilisator) IMDYLLTRA
Injektionslösung1 mg 1 mg 14 ml 13 ml 1,1 ml10 mg 10 mg 17 ml 13 ml 4,2 ml
Hinweis: Die Endkonzentrationen für die Durchstechflaschen unterschiedlicher Stärke sind nach der
Rekonstitution NICHT identisch.
1. Verwenden Sie einen mit 250 ml 9 mg/ml (0,9 %) Natriumchlorid-Injektionslösung vorgefüllten
Infusionsbeutel.
2. Entnehmen Sie die erforderliche Menge an 9 mg/ml (0,9 %) Natriumchlorid-Injektionslösungaus dem vorgefüllten Beutel und verwerfen Sie diese (siehe Tabelle 11). Lassen Sie etwaiges
Überfüllungsvolumen in dem Infusionsbeutel unberücksichtigt.
3. Geben Sie die Lösung (Stabilisator) hinzu.
* Um den Infusionsbeutel zu beschichten, überführen Sie 13 ml der Lösung (Stabilisator) inden Infusionsbeutel mit 9 mg/ml (0,9 %) Natriumchlorid-Injektionslösung.
* Mischen Sie den Inhalt des Beutels vorsichtig, um Schaumbildung zu vermeiden. Nichtschütteln.
4. Geben Sie das rekonstituierte IMDYLLTRA hinzu.
* Überführen Sie die erforderliche Menge an rekonstituiertem IMDYLLTRA in denstabilisierten Infusionsbeutel mit 9 mg/ml (0,9 %) Natriumchlorid-Injektionslösung undder Lösung (Stabilisator). Siehe Tabelle 11.
* Mischen Sie vorsichtig den Inhalt des Beutels, um Schaumbildung zu vermeiden. Nichtschütteln.
5. Entfernen Sie mithilfe einer leeren Spritze die im Infusionsbeutel vorhandene Luft, um
Schaumbildung zu vermeiden.
6. Füllen Sie die Infusionsleitung mit 9 mg/ml (0,9 %) Natriumchlorid-Injektionslösung oder demfertig zubereiteten Arzneimittel aus dem Infusionsbeutel vor.
Die in Abschnitt 6.3 genannte Aufbewahrungszeit umfasst die insgesamt zulässige Zeit vom Zeitpunktder Rekonstitution der ersten Durchstechflasche bis zum Ende der Anwendung. Lassen Sie den
Infusionsbeutel nach der Entnahme aus dem Kühlschrank Raumtemperatur erreichen und führen Siedie Anwendung der verdünnten IMDYLLTRA-Infusionslösung innerhalb der bei Raumtemperaturzulässigen Aufbewahrungsdauer (die die Infusionsdauer beinhaltet) durch. Wenn der zubereitete Inhaltim Tarlatamab-Infusionsbeutel nicht innerhalb der angegebenen Zeiträume und unter Einhaltung derangegebenen Temperaturen angewendet wird, muss er weggeworfen werden; er darf nicht erneutgekühlt werden.
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den örtlich geltenden
Anforderungen zu beseitigen.
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur https://www.ema.europa.eu verfügbar.