Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels IKERVIS 1mg / ml augenemulsionstropfen
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
IKERVIS 1 mg/ml Augentropfen, Emulsion
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Ein ml Emulsion enthält 1 mg Ciclosporin.
Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung:Ein ml Emulsion enthält 0,05 mg Cetalkoniumchlorid (siehe Abschnitt 4.4).
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Augentropfen, Emulsion.
Milchig weiße Emulsion.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Behandlung schwerer Keratitis bei Erwachsenen mit trockenen Augen, bei denen trotz Behandlungmit Tränenersatzmitteln keine Besserung eingetreten ist (siehe Abschnitt 5.1).
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
Die Behandlung muss von einem Augenarzt oder von einem in der Augenheilkunde qualifizierten Arzteingeleitet werden.
DosierungDie empfohlene Dosis beträgt einen Tropfen in das betroffene Auge bzw. in die betroffenen Augeneinmal täglich vor dem Schlafengehen.
Das Ansprechen auf die Behandlung sollte mindestens alle 6 Monate überprüft werden.
Wenn eine Dosis vergessen wurde, sollte die Behandlung am nächsten Tag planmäßig fortgesetztwerden. Die Patienten sind darauf hinzuweisen, dass sie nicht mehr als einen Tropfen in das betroffene
Auge bzw. in die betroffenen Augen einträufeln.
Besondere PatientengruppenÄltere PatientenDie ältere Bevölkerungsgruppe wurde in klinischen Studien untersucht. Eine Dosisanpassung ist nichterforderlich.
Patienten mit Nieren- oder Leberinsuffizienz
Die Wirkung von Ciclosporin wurde nicht in Patienten mit Leber- oder Niereninsuffizienz untersucht.
Es sind jedoch keine besonderen Vorkehrungen für diese Patientengruppe erforderlich.
Kinder und JugendlicheEs gibt keinen relevanten Nutzen von Ciclosporin bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren fürdas Anwendungsgebiet: Behandlung schwerer Keratitis bei Patienten mit trockenen Augen, bei denentrotz Behandlung mit Tränenersatzmitteln keine Besserung eingetreten ist.
Art der AnwendungAnwendung am Auge.
Vorsichtsmaßnahmen vor der Anwendung des Arzneimittels
Die Patienten sind darauf hinzuweisen, sich vor der Anwendung ihre Hände zu waschen.
Vor der Anwendung sollte das Einzeldosisbehältnis vorsichtig geschüttelt werden.
Nur zur einmaligen Anwendung. Jedes Einzeldosisbehältnis reicht zur Behandlung beider Augen.
Nicht verwendete Emulsion ist unmittelbar zu entsorgen.
Die Patienten sollten darauf hingewiesen werden, nach dem Einträufeln einen nasolakrimalen
Verschluss anzuwenden, und die Augenlider für 2 Minuten zu schließen, um die systemische
Absorption zu reduzieren. Dies kann systemische Nebenwirkungen verringern und die lokale Aktivitäterhöhen.
Wenn mehr als ein topisches Augenarzneimittel angewendet wird, muss zwischen der Anwendung der
Arzneimittel ein Abstand von mindestens 15 Minuten liegen. IKERVIS sollte als Letztes angewendetwerden (siehe Abschnitt 4.4).
4.3 Kontraindikationen
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.
Okulare oder periokulare Malignitäten oder prämaligne Krankheitsbilder.
Akute oder vermutete okulare oder periokulare Infektion.
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
IKERVIS wurde nicht in Patienten, die Augenherpes in ihrer Vorgeschichte hatten, untersucht undsollte deshalb bei diesen Patienten mit Vorsicht angewendet werden.
KontaktlinsenPatienten, die Kontaktlinsen tragen, wurden nicht untersucht. Es wird empfohlen, Patienten mitschwerer Keratitis sorgfältig zu überwachen. Kontaktlinsen sollten vor Anwendung der Augentropfenvor dem Schlafengehen entfernt werden. Sie können nach dem Aufwachen wieder eingesetzt werden.
Begleittherapie
Bei der Behandlung von Patienten mit Glaukom liegen nur begrenzte Erfahrungen mit Ciclosporinvor. Bei der gleichzeitigen Behandlung dieser Patienten mit IKERVIS und anderen Mitteln,insbesondere mit Betablockern, von denen bekannt ist, dass sie die Tränensekretion verringern, ist eineregelmäßige klinische Überwachung geboten.
Wirkungen auf das Immunsystem
Augenarzneimittel, die einen Einfluss auf das Immunsystem haben, einschließlich Ciclosporin, könnendie Abwehr gegen lokale Infektionen und Malignitäten beeinträchtigen. Daher wird eine regelmäßige
Untersuchung des Auges (der Augen), z. B. mindestens alle 6 Monate, empfohlen, wenn IKERVISüber Jahre angewendet wird.
Enthält Cetalkoniumchlorid
IKERVIS enthält Cetalkoniumchlorid. Kontaktlinsen müssen vor der Anwendung entfernt und könnennach dem Aufwachen wieder eingesetzt werden. Cetalkoniumchlorid kann Reizungen am Augehervorrufen. Bei längerer Anwendung sollten die Patienten überwacht werden.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Es wurden keine Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen mit IKERVIS durchgeführt.
Kombination mit anderen Arzneimitteln, die das Immunsystem beeinflussen
Die gleichzeitige Anwendung von IKERVIS und Augentropfen, die Kortikosteroide enthalten, könntedie Wirkungen von Ciclosporin auf das Immunsystem verstärken (siehe Abschnitt 4.4)
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
Frauen im gebärfähigen Alter/Verhütung bei FrauenDie Anwendung von IKERVIS bei Frauen im gebärfähigen Alter, die nicht wirksam verhüten, wirdnicht empfohlen.
SchwangerschaftBisher liegen keine Erfahrungen mit der Anwendung von IKERVIS bei Schwangeren vor.
Tierexperimentelle Studien haben nach systemischer Anwendung von Ciclosporin eine
Reproduktionstoxizität gezeigt, allerdings nach Expositionen die deutlich über der maximalenhumantherapeutischen Exposition lagen und deren Relevanz für die klinische Anwendung von
IKERVIS als gering bewertet wird.
Die Anwendung von IKERVIS während der Schwangerschaft wird nicht empfohlen, es sei denn, derpotenzielle Nutzen für die Mutter überwiegt das potenzielle Risiko für den Fötus.
StillzeitNach oraler Verabreichung wird Ciclosporin in die Muttermilch ausgeschieden. Es gibt nurungenügende Informationen darüber, ob Ciclosporin Auswirkungen auf Neugeborene/Kinder hat. Beitherapeutischen Dosen von Ciclosporin in Augentropfen ist es aber unwahrscheinlich, dass in der
Muttermilch ausreichende Mengen vorliegen würden. Es muss eine Entscheidung darüber getroffenwerden, ob das Stillen zu unterbrechen ist oder ob auf die Behandlung mit IKERVIS verzichtetwerden soll/die Behandlung mit IKERVIS zu unterbrechen ist. Dabei soll sowohl der Nutzen des
Stillens für das Kind als auch der Nutzen der Therapie für die Frau berücksichtigt werden.
FertilitätEs liegen keine Erfahrungen zu den Wirkungen von IKERVIS auf die Fertilität beim Menschen vor.
Bei Tieren, die intravenös mit Ciclosporin behandelt wurden, wurde keine Beeinträchtigung der
Fertilität berichtet (siehe Abschnitt 5.3).
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
IKERVIS hat mäßigen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von
Maschinen.Dieses Arzneimittel kann vorübergehend zu verschwommenem Sehen oder anderen Sehstörungenführen, die einen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinenhaben können (siehe Abschnitt 4.8). Die Patienten sind darauf hinzuweisen, dass sie erst wieder ein
Fahrzeug lenken oder eine Maschine bedienen dürfen, wenn sie wieder klar sehen können.
4.8 Nebenwirkungen
Zusammenfassung des SicherheitsprofilsDie häufigsten Nebenwirkungen sind Augenschmerzen (19,0 %), Augenreizung (17,5 %), Hyperämieder Augen (5,5 %), verstärkte Produktion von Tränenflüssigkeit (4,9 %) und Erythem des Augenlids(1,7 %), die in der Regel vorübergehend sind und während des Einträufelns auftraten. Diese
Nebenwirkungen stimmen mit denen überein, die nach der Markteinführung berichtet wurden.
Tabellarische Liste der NebenwirkungenDie unten aufgeführten Nebenwirkungen wurden in klinischen Studien oder nach der Markteinführungbeobachtet. Sie sind nach Systemorganklasse aufgeführt und nach der folgenden Konventionunterteilt: sehr häufig (1/10), häufig (1/100, <1/10), gelegentlich (1/1.000, <1/100), selten(1/10.000, <1/1.000), sehr selten (<1/10.000), nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage derverfügbaren Daten nicht abschätzbar).
Systemorganklasse Häufigkeit Nebenwirkungen
Infektionen und Gelegentlich Bakterielle Keratitis,parasitäre Erkrankungen Herpes zoster am Auge.
Augenerkrankungen Sehr häufig Augenschmerzen,
Augenreizung
Häufig Erythem des Augenlids,
Verstärkte Produktion von Tränenflüssigkeit,
Okulare Hyperämie,
Verschwommenes Sehen,
Augenlidödem,
Konjunktivale Hyperämie,
Pruritus am Auge
Gelegentlich Bindehautödem,
Tränenbildungsstörung,
Augensekret,
Bindehautreizung,
Konjunktivitis,
Fremdkörpergefühl in den Augen,
Ablagerungen am Auge,
Keratitis,
Blepharitis,
Chalazion,
Hornhautinfiltrate,
Hornhautnarbe,
Pruritus am Augenlid,
Iridocyclitis,
Augenbeschwerden.
Allgemeine Gelegentlich Reaktion an der Verabreichungsstelle
Erkrankungen und
Beschwerden am
Verabreichungsort
Erkrankungen des Gelegentlich Kopfschmerz
Nervensystems
Beschreibung ausgewählter NebenwirkungenAugenschmerzen
Hierbei handelt es sich um eine lokale Nebenwirkung im Zusammenhang mit der Anwendung von
IKERVIS, die in klinischen Studien häufig berichtet wurde. Sie ist wahrscheinlich auf Ciclosporinzurückzuführen.
Generalisierte und lokale Infektionen
Bei Patienten, die mit Immunsuppressiva behandelt werden, einschließlich Ciclosporin, besteht einerhöhtes Infektionsrisiko. Es können sowohl generalisierte als auch lokale Infektionen auftreten.
Bereits bestehende Infektionen können ebenfalls verstärkt werden (siehe Abschnitt 4.3). Fälle von
Infektionen wurden im Zusammenhang mit der Anwendung von IKERVIS gelegentlich berichtet.
Als Vorsichtsmaßnahme sollten Maßnahmen zur Reduzierung der systemischen Absorption eingeleitetwerden (siehe Abschnitt 4.2).
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
Eine topische Überdosierung nach Anwendung am Auge ist unwahrscheinlich. Im Fall einer
Überdosierung mit IKERVIS sollte eine symptomatische und unterstützende Behandlung erfolgen.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Ophthalmologika, andere Ophthalmologika, ATC-Code: S01XA18.
Wirkmechanismus und pharmakodynamische WirkungenCiclosporin (auch als Ciclosporin A bezeichnet) ist ein zyklischer Polypeptid-Immunmodulator mitimmunsuppressiven Eigenschaften. Es verlängert das Überleben von allogenen Transplantaten bei
Tieren und verbessert signifikant das Überleben von allen Arten von Transplantaten nach soliden
Organtransplantationen im Menschen.
Ciclosporin besitzt auch eine nachgewiesene entzündungshemmende Wirkung. Studien an Tierenweisen darauf hin, dass Ciclosporin die Entwicklung von zellvermittelten Reaktionen unterbindet. Eswurde nachgewiesen, dass Ciclosporin die Produktion und/oder Freisetzung von proinflammatorischen
Zytokinen, einschließlich Interleukin 2 (IL-2) oder T-Zell-Wachstumsfaktor (TCGF), unterdrückt. Esführt auch zu einer Erhöhung der Freisetzung von entzündungshemmenden Zytokinen. Ciclosporinscheint die ruhenden Lymphozyten in der G0- oder G1-Phase des Zellzyklus zu blockieren. Allevorliegenden Daten lassen vermuten, dass Ciclosporin spezifisch und reversibel auf Lymphozytenwirkt und nicht die Hämatopoese unterdrückt und keine Wirkung auf die Funktion von phagozytischen
Zellen hat.
Bei Patienten mit trockenen Augen, d. h. einer Erkrankung mit einem möglichen entzündlich-immunologischen Mechanismus, wird Ciclosporin nach Anwendung am Auge passiv in
T-Lymphozyten-Infiltrate in der Hornhaut und Bindehaut resorbiert und inaktiviert
Calcineurinphosphatase. Die durch Ciclosporin ausgelöste Inaktivierung von Calcineurin unterbindetdie Dephosphorylierung des Transkriptionsfaktors NF-AT und verhindert eine Translokation von
NF-AT in den Zellkern, wodurch die Freisetzung von proinflammatorischen Zytokinen, wie IL-2,blockiert wird.
Klinische Wirksamkeit und SicherheitDie Wirksamkeit und Sicherheit von IKERVIS wurden in zwei randomisierten klinischen
Doppelblindstudien mit Vehikelkontrolle in erwachsenen Patienten mit trockenen Augen(Keratoconjunctivitis sicca), die die Kriterien des International Dry Eye Workshop (DEWS) erfüllten,untersucht.
In der 12-monatigen klinischen pivotalen Doppelblindstudie mit Vehikelkontrolle (SANSIKA-Studie)wurden 246 Patienten mit trockenen Augen und schwerer Keratitis (definiert als Score bei der
Fluorescein-Anfärbung der Hornhaut (CFS) von 4 auf der modifizierten Oxford-Skala) für 6 Monateauf einmal täglich einen Tropfen IKERVIS oder Vehikel vor dem Schlafengehen randomisiert. Die aufdie Vehikel-Gruppe randomisierten Patienten wurden nach 6 Monaten auf IKERVIS umgestellt. Derprimäre Endpunkt war der Anteil der Patienten, die bis Monat 6 zumindest eine Verbesserung der
Keratitis um zwei Grade (CFS) und eine 30%ige Besserung der Symptome, gemessen mit dem Ocular
Surface Disease Index (OSDI), erreichten. Der Responder-Anteil betrug in der IKERVIS-Gruppe28,6 % im Vergleich zu 23,1 % in der Vehikel-Gruppe. Der Unterschied war statistisch nichtsignifikant (p = 0,326).
Die Schwere der Keratitis, beurteilt mittels CFS, besserte sich unter IKERVIS im Vergleich zum
Vehikel signifikant von Baseline bis Monat 6 (die mittlere Veränderung gegenüber Baseline betrug -1,764 unter IKERVIS im Vergleich zu -1,418 unter Vehikel, p=0,037). Der Anteil der mit IKERVISbehandelten Patienten, die in Monat 6 eine Verbesserung des CFS-Scores um 3 Grade zeigten (von 4zu 1), betrug 28,8% im Vergleich zu 9,6% bei den mit dem Vehikel behandelten Patienten. Da es sichaber um eine Post-hoc-Analyse handelte, ist die Robustheit dieses Ergebnisses eingeschränkt. Dievorteilhafte Wirkung auf die Keratitis konnte in der offenen Phase der Studie von Monat 6 bis Monat12 aufrechterhalten werden.
Die mittlere Veränderung des 100-Punkte-OSDI-Scores gegenüber Baseline betrug in Monat 6 -13,6unter IKERVIS und -14,1 unter Vehikel (p=0,858). Darüber hinaus wurde für IKERVIS im Vergleichzum Vehikel in Monat 6 keine Verbesserung bei anderen sekundären Endpunkten beobachtet,einschließlich Augenbeschwerden-Score, Schirmer-Test, gleichzeitige Anwendung von künstlichen
Tränen, Globalurteil des Prüfarztes zur Wirksamkeit, Tränenfilm-Aufrisszeit, Lissamingrün-
Anfärbung, Score zur Lebensqualität und Osmolarität des Tränenfilms.
Eine Verringerung der Entzündung der Augenoberfläche, beurteilt mittels Expression des Humanen
Leukozytenantigens-DR (HLA-DR) (ein exploratorischer Endpunkt), wurde in Monat 6 zugunsten von
IKERVIS beobachtet (p=0,021).
In der 6-monatigen klinischen unterstützenden Doppelblindstudie mit Vehikelkontrolle(SICCANOVE-Studie) wurden 492 Patienten mit trockenen Augen und mäßiger bis schwerer
Keratitis (definiert als CFS-Score von 2 bis 4) ebenfalls für 6 Monate auf einmal täglich IKERVISoder Vehikel vor dem Schlafengehen randomisiert. Die weiteren primären Endpunkte waren die
Veränderung des CFS-Scores sowie die Veränderung des globalen Scores für Augenbeschwerdenohne Zusammenhang mit der Anwendung der Prüfmedikation, beide gemessen in Monat 6. Einkleiner, aber statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen wurde bei der
Verbesserung des CFS-Scores in Monat 6 zugunsten von IKERVIS beobachtet (mittlere CFS-
Veränderung gegenüber Baseline -1,05 unter IKERVIS und -0,82 unter Vehikel, p=0,009).
Die mittlere Veränderung des Scores für Augenbeschwerden (beurteilt auf einer visuellen
Analogskala) gegenüber Baseline betrug -12,82 unter IKERVIS und -11,21 unter Vehikel (p=0,808).
In beiden Studien wurde nach 6 Behandlungsmonaten für IKERVIS weder auf einer visuellen
Analogskala noch bei dem OSDI eine signifikante Besserung der Symptome im Vergleich zum
Vehikel beobachtet.
In beiden Studien hatte durchschnittlich ein Drittel der Patienten Sjögren-Syndrom; wie auch für das
Gesamtkollektivwurde eine statistisch signifikante Besserung bei der CFS zugunsten von IKERVIS indieser Untergruppe der Patienten beobachtet.
Nach Abschluss der SANSIKA-Studie (12-monatige Studie) wurden die Patienten gebeten, an der
Post-SANSIKA-Studie teilzunehmen. Dabei handelte es sich um eine offene, nicht-randomisierte,einarmige, 24-monatige Folgestudie der SANSIKA-Studie. In der Post-SANSIKA-Studie erhielten die
Patienten je nach CFS-Score entweder eine IKERVIS-Behandlung oder keine Behandlung (die
Patienten erhielten IKERVIS, wenn sich die Keratitis verschlechterte).
Diese Studie sollte die langfristige Wirksamkeit sowie die Rezidivraten bei Patienten kontrollieren, diezuvor mit IKERVIS behandelt worden waren.
Das primäre Ziel der Studie war die Beurteilung der Dauer der Besserung nach Beendigung der
IKERVIS-Behandlung, sobald bei dem Patienten eine Besserung gegenüber der Baseline der
SANSIKA-Studie eingetreten war (d. h. eine Verbesserung um mindestens 2 Punkte auf dermodifizierten Oxford-Skala).67 Patienten wurden in die Studie aufgenommen (37,9% von den 177 Patienten, die SANSIKAabschlossen). Nach den 24 Monaten kam es bei 61,3% der 62 Patienten, die in der primären
Wirksamkeitspopulation enthalten waren, zu keinem Rezidiv basierend auf den CFS-Scores. Der
Anteil der Patienten, die einen schweren Keratitis-Rezidiv erlitten, betrug 35% und 48% bei den
Patienten, die 12 Monate bzw. 6 Monate mit IKERVIS in der SANSIKA-Studie behandelt wurden.
Basierend auf dem ersten Quartil (der Median konnte aufgrund der geringen Anzahl von Rezidivennicht geschätzt werden) betrug die Zeit bis zum Rezidiven (zurück auf CFS Grad 4) ≤ 224 Tage und≤ 175 Tage bei Patienten, die zuvor 12 Monate bzw. 6 Monate mit IKERVIS behandelt wordenwaren. Die Patienten waren länger bei CFS Grad 2 (Median 12,7 Wochen/Jahr) und Grad 1 (Median6,6 Wochen/Jahr) als bei CFS Grad 3 (Median 2,4 Wochen/Jahr), CFS Grad 4 und 5 (Median 0
Wochen/Jahr).
Die Beurteilung der DED-Symptome auf der visuellen Analogskala (VAS) zeigte eine
Verschlechterung der Beschwerden der Patienten ab dem Zeitpunkt, an dem die Behandlung erstmaligabgesetzt wurde, bis zu dem Zeitpunkt, an dem sie wieder aufgenommen wurde, mit Ausnahme der
Schmerzen, die relativ niedrig und gleichbleibend waren. Der mediane globale VAS-Score stieg abdem Zeitpunkt, an dem die Behandlung erstmalig abgesetzt wurde (23,3%), bis zum Zeitpunkt der
Wiederaufnahme der Behandlung (45,1%).
Es wurden keine signifikanten Veränderungen bei den anderen sekundären Endpunkten (TBUT,
Lissamingrün-Anfärbung und Schirmer-Test, NEI-VFQ und EQ-5D) im Verlauf der Folgestudiebeobachtet.
Kinder und JugendlicheDie Europäische Arzneimittel-Agentur hat für IKERVIS eine Freistellung von der Verpflichtung zur
Vorlage von Ergebnissen zu Studien in allen pädiatrischen Altersklassen in trockenen Augen gewährt(siehe Abschnitt 4.2 bzgl. Informationen zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen).
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
Es wurden keine formalen pharmakokinetischen Studien mit IKERVIS am Menschen durchgeführt.
Die Blutkonzentrationen von IKERVIS wurden mit einem speziellen
Hochdruckflüssigkeitschromatographie-Massenspektrometrie-Assay gemessen. Bei 374 Patienten ausden beiden Wirksamkeitsstudien wurden die Plasmakonzentrationen von Ciclosporin vor Anwendungund nach 6 Monaten (SICCANOVE-Studie und SANSIKA-Studie) und 12 Monaten Behandlung(SANSIKA-Studie) gemessen. Nach 6-monatiger okularer Anwendung von IKERVIS einmal täglichhatten 327 Patienten Werte unter der Nachweisgrenze (0,050 ng/ml) und 35 Patienten lagen unter derunteren Quantifizierungsgrenze (0,100 ng/ml). Messbare Werte, die 0,206 ng/ml nicht überschritten,wurden bei acht Patienten gemessen. Diese Werte werden als vernachlässigbar angesehen. Drei
Patienten hatten Werte über der oberen Quantifizierungsgrenze (5 ng/ml); diese Patienten erhieltenallerdings schon Ciclosporin in einer stabilen oralen Dosis, was gemäß Prüfplan zulässig war. Nach 12
Behandlungsmonaten lagen die Werte bei 56 Patienten unter der unteren Nachweisgrenze und bei 19
Patienten unter der unteren Quantifizierungsgrenze. Sieben Patienten hatten messbare Werte (von0,105 bis 1,27 ng/ml); diese Werte wurden alle als vernachlässigbar angesehen. Zwei Patienten hatten
Werte über der oberen Quantifizierungsgrenze; diese Patienten erhielten allerdings auch orales
Ciclosporin in einer stabilen Dosis seit Einschluss in die Studie.
5.3 Präklinische Sicherheitsdaten
Basierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, Toxizität bei wiederholter
Gabe, Phototoxizität und Photoallergie, Reproduktions- und Entwicklungstoxizität, Genotoxizität undzum kanzerogenen Potential lassen die präklinischen Daten keine besonderen Gefahren für den
Menschen erkennen.
Präklinische Effekte wurden nur bei systemischer Verabreichung oder nach Expositionen beobachtet,die ausreichend über der maximalen humantherapeutischen Exposition lagen. Die Relevanz für den
Menschen wird als gering bewertet.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
Mittelkettige Triglyceride
Cetalkoniumchlorid
Glycerol
Tyloxapol
Poloxamer 188
Natriumhydroxid (zur Einstellung des pH-Werts)
Wasser für Injektionszwecke
6.2 Inkompatibilitäten
6.3 Haltbarkeit
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Nicht einfrieren.
Nicht über 25°C lagern.
Nach dem Öffnen des Aluminiumbeutels sollten die Einzeldosisbehältnisse in dem Beutel aufbewahrtwerden, um sie vor Licht zu schützen und Verdunstung zu vermeiden.
Geöffnete Einzeldosisbehältnisse mit Emulsionsresten sind sofort nach dem Gebrauch zu entsorgen.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
IKERVIS ist in 0,3 ml Einzeldosisbehältnissen aus Polyethylen niederer Dichte (LDPE) in einemversiegelten Aluminiumfolienbeutel erhältlich.
Ein Beutel enthält fünf Einzeldosisbehältnisse.
Packungsgrößen: 30 und 90 Einzeldosisbehältnisse.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.
7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS
SANTEN Oy
Niittyhaankatu 2033720 Tampere
Finnland
8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)
EU/1/15/990/001
EU/1/15/990/002
9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 19. März 2015
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 09. März 2020
10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu verfügbar.