IKERVIS 1mg / ml augenemulsionstropfen merkblatt medikamente

S01XA18 Cyclosporin • SINNESORGANE | ANDERE OPHTHALMIKA | Andere Ophthalmika

Ciclosporin ist ein Immunsuppressivum, das zur Verhinderung von Organabstoßungen nach Transplantationen und zur Behandlung von Autoimmunerkrankungen wie rheumatoider Arthritis oder schwerer Psoriasis eingesetzt wird. Es wirkt, indem es die Aktivität von T-Lymphozyten hemmt und so die Immunantwort reduziert.

Das Medikament wird oral oder intravenös verabreicht, wie von einem Arzt verordnet. Es ist wichtig, dass Patienten regelmäßige Kontrolluntersuchungen durchführen lassen, um die Nierenfunktion und die Ciclosporin-Blutspiegel zu überwachen.

Patienten sollten sich möglicher Nebenwirkungen wie Bluthochdruck, Nierenfunktionsstörungen oder Infektionen bewusst sein. Es ist wichtig, den Arzt über ungewöhnliche Symptome zu informieren.

Häufige Nebenwirkungen sind Bluthochdruck, Nierenfunktionsstörungen, Tremor und Hypertrichose. In seltenen Fällen können schwere Reaktionen wie Leberschäden oder schwere Infektionen auftreten. Patienten sollten vor Beginn der Behandlung über diese Risiken informiert werden.

Allgemeine Daten zu IKERVIS 1mg / ml

Substanz: Cyclosporin

Datum der letzten Medikamentenliste: 01-05-2026

Handelsgesetzbuch: W62621001

Konzentration: 1mg / ml

Pharmazeutisches Formblatt: augenemulsionstropfen

Quantität: 30

Produktart: original

Preis: 447.64 RON

Rezeptbeschränkungen: P-RF - Arzneimittelrezept, das in der Apotheke aufbewahrt wird (nicht verlängerbar).

Marketing autorisation

Zulassungshersteller: EXCELVISION - FRANTA

Zulassungsinhaber: SANTEN OY - FINLANDA

Zulassungsnummer: 990/2015/01

Haltbarkeit: 3 Jahre

Verfügbare Konzentrationen für Cyclosporin

100mg, 100mg/ml, 10mg, 1mg/ml, 25mg, 50mg, 50mg/ml

Vergütungslisten für IKERVIS 1mg / ml Santen

G26 (C1) - Glaukom

Preis

Zuzahlung

Patient

447.64 RON

447.64 RON

0.00 RON

Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels IKERVIS 1mg / ml augenemulsionstropfen

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

IKERVIS 1 mg/ml Augentropfen, Emulsion

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Ein ml Emulsion enthält 1 mg Ciclosporin.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung:

Ein ml Emulsion enthält 0,05 mg Cetalkoniumchlorid (siehe Abschnitt 4.4).

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Augentropfen, Emulsion.

Milchig weiße Emulsion.

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

Behandlung schwerer Keratitis bei Erwachsenen mit trockenen Augen, bei denen trotz Behandlungmit Tränenersatzmitteln keine Besserung eingetreten ist (siehe Abschnitt 5.1).

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Die Behandlung muss von einem Augenarzt oder von einem in der Augenheilkunde qualifizierten Arzteingeleitet werden.

Dosierung

Die empfohlene Dosis beträgt einen Tropfen in das betroffene Auge bzw. in die betroffenen Augeneinmal täglich vor dem Schlafengehen.

Das Ansprechen auf die Behandlung sollte mindestens alle 6 Monate überprüft werden.

Wenn eine Dosis vergessen wurde, sollte die Behandlung am nächsten Tag planmäßig fortgesetztwerden. Die Patienten sind darauf hinzuweisen, dass sie nicht mehr als einen Tropfen in das betroffene

Auge bzw. in die betroffenen Augen einträufeln.

Besondere Patientengruppen
Ältere Patienten

Die ältere Bevölkerungsgruppe wurde in klinischen Studien untersucht. Eine Dosisanpassung ist nichterforderlich.

Patienten mit Nieren- oder Leberinsuffizienz

Die Wirkung von Ciclosporin wurde nicht in Patienten mit Leber- oder Niereninsuffizienz untersucht.

Es sind jedoch keine besonderen Vorkehrungen für diese Patientengruppe erforderlich.

Kinder und Jugendliche

Es gibt keinen relevanten Nutzen von Ciclosporin bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren fürdas Anwendungsgebiet: Behandlung schwerer Keratitis bei Patienten mit trockenen Augen, bei denentrotz Behandlung mit Tränenersatzmitteln keine Besserung eingetreten ist.

Art der Anwendung

Anwendung am Auge.

Vorsichtsmaßnahmen vor der Anwendung des Arzneimittels

Die Patienten sind darauf hinzuweisen, sich vor der Anwendung ihre Hände zu waschen.

Vor der Anwendung sollte das Einzeldosisbehältnis vorsichtig geschüttelt werden.

Nur zur einmaligen Anwendung. Jedes Einzeldosisbehältnis reicht zur Behandlung beider Augen.

Nicht verwendete Emulsion ist unmittelbar zu entsorgen.

Die Patienten sollten darauf hingewiesen werden, nach dem Einträufeln einen nasolakrimalen

Verschluss anzuwenden, und die Augenlider für 2 Minuten zu schließen, um die systemische

Absorption zu reduzieren. Dies kann systemische Nebenwirkungen verringern und die lokale Aktivitäterhöhen.

Wenn mehr als ein topisches Augenarzneimittel angewendet wird, muss zwischen der Anwendung der

Arzneimittel ein Abstand von mindestens 15 Minuten liegen. IKERVIS sollte als Letztes angewendetwerden (siehe Abschnitt 4.4).

4.3 Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen

Bestandteile.

Okulare oder periokulare Malignitäten oder prämaligne Krankheitsbilder.

Akute oder vermutete okulare oder periokulare Infektion.

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

IKERVIS wurde nicht in Patienten, die Augenherpes in ihrer Vorgeschichte hatten, untersucht undsollte deshalb bei diesen Patienten mit Vorsicht angewendet werden.

Kontaktlinsen

Patienten, die Kontaktlinsen tragen, wurden nicht untersucht. Es wird empfohlen, Patienten mitschwerer Keratitis sorgfältig zu überwachen. Kontaktlinsen sollten vor Anwendung der Augentropfenvor dem Schlafengehen entfernt werden. Sie können nach dem Aufwachen wieder eingesetzt werden.

Begleittherapie

Bei der Behandlung von Patienten mit Glaukom liegen nur begrenzte Erfahrungen mit Ciclosporinvor. Bei der gleichzeitigen Behandlung dieser Patienten mit IKERVIS und anderen Mitteln,insbesondere mit Betablockern, von denen bekannt ist, dass sie die Tränensekretion verringern, ist eineregelmäßige klinische Überwachung geboten.

Wirkungen auf das Immunsystem

Augenarzneimittel, die einen Einfluss auf das Immunsystem haben, einschließlich Ciclosporin, könnendie Abwehr gegen lokale Infektionen und Malignitäten beeinträchtigen. Daher wird eine regelmäßige

Untersuchung des Auges (der Augen), z. B. mindestens alle 6 Monate, empfohlen, wenn IKERVISüber Jahre angewendet wird.

Enthält Cetalkoniumchlorid

IKERVIS enthält Cetalkoniumchlorid. Kontaktlinsen müssen vor der Anwendung entfernt und könnennach dem Aufwachen wieder eingesetzt werden. Cetalkoniumchlorid kann Reizungen am Augehervorrufen. Bei längerer Anwendung sollten die Patienten überwacht werden.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Es wurden keine Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen mit IKERVIS durchgeführt.

Kombination mit anderen Arzneimitteln, die das Immunsystem beeinflussen

Die gleichzeitige Anwendung von IKERVIS und Augentropfen, die Kortikosteroide enthalten, könntedie Wirkungen von Ciclosporin auf das Immunsystem verstärken (siehe Abschnitt 4.4)

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Frauen im gebärfähigen Alter/Verhütung bei Frauen

Die Anwendung von IKERVIS bei Frauen im gebärfähigen Alter, die nicht wirksam verhüten, wirdnicht empfohlen.

Schwangerschaft

Bisher liegen keine Erfahrungen mit der Anwendung von IKERVIS bei Schwangeren vor.

Tierexperimentelle Studien haben nach systemischer Anwendung von Ciclosporin eine

Reproduktionstoxizität gezeigt, allerdings nach Expositionen die deutlich über der maximalenhumantherapeutischen Exposition lagen und deren Relevanz für die klinische Anwendung von

IKERVIS als gering bewertet wird.

Die Anwendung von IKERVIS während der Schwangerschaft wird nicht empfohlen, es sei denn, derpotenzielle Nutzen für die Mutter überwiegt das potenzielle Risiko für den Fötus.

Stillzeit

Nach oraler Verabreichung wird Ciclosporin in die Muttermilch ausgeschieden. Es gibt nurungenügende Informationen darüber, ob Ciclosporin Auswirkungen auf Neugeborene/Kinder hat. Beitherapeutischen Dosen von Ciclosporin in Augentropfen ist es aber unwahrscheinlich, dass in der

Muttermilch ausreichende Mengen vorliegen würden. Es muss eine Entscheidung darüber getroffenwerden, ob das Stillen zu unterbrechen ist oder ob auf die Behandlung mit IKERVIS verzichtetwerden soll/die Behandlung mit IKERVIS zu unterbrechen ist. Dabei soll sowohl der Nutzen des

Stillens für das Kind als auch der Nutzen der Therapie für die Frau berücksichtigt werden.

Fertilität

Es liegen keine Erfahrungen zu den Wirkungen von IKERVIS auf die Fertilität beim Menschen vor.

Bei Tieren, die intravenös mit Ciclosporin behandelt wurden, wurde keine Beeinträchtigung der

Fertilität berichtet (siehe Abschnitt 5.3).

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

IKERVIS hat mäßigen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen.

Dieses Arzneimittel kann vorübergehend zu verschwommenem Sehen oder anderen Sehstörungenführen, die einen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinenhaben können (siehe Abschnitt 4.8). Die Patienten sind darauf hinzuweisen, dass sie erst wieder ein

Fahrzeug lenken oder eine Maschine bedienen dürfen, wenn sie wieder klar sehen können.

4.8 Nebenwirkungen

Zusammenfassung des Sicherheitsprofils

Die häufigsten Nebenwirkungen sind Augenschmerzen (19,0 %), Augenreizung (17,5 %), Hyperämieder Augen (5,5 %), verstärkte Produktion von Tränenflüssigkeit (4,9 %) und Erythem des Augenlids(1,7 %), die in der Regel vorübergehend sind und während des Einträufelns auftraten. Diese

Nebenwirkungen stimmen mit denen überein, die nach der Markteinführung berichtet wurden.

Tabellarische Liste der Nebenwirkungen

Die unten aufgeführten Nebenwirkungen wurden in klinischen Studien oder nach der Markteinführungbeobachtet. Sie sind nach Systemorganklasse aufgeführt und nach der folgenden Konventionunterteilt: sehr häufig (1/10), häufig (1/100, <1/10), gelegentlich (1/1.000, <1/100), selten(1/10.000, <1/1.000), sehr selten (<1/10.000), nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage derverfügbaren Daten nicht abschätzbar).

Systemorganklasse Häufigkeit Nebenwirkungen

Infektionen und Gelegentlich Bakterielle Keratitis,parasitäre Erkrankungen Herpes zoster am Auge.

Augenerkrankungen Sehr häufig Augenschmerzen,

Augenreizung

Häufig Erythem des Augenlids,

Verstärkte Produktion von Tränenflüssigkeit,

Okulare Hyperämie,

Verschwommenes Sehen,

Augenlidödem,

Konjunktivale Hyperämie,

Pruritus am Auge

Gelegentlich Bindehautödem,

Tränenbildungsstörung,

Augensekret,

Bindehautreizung,

Konjunktivitis,

Fremdkörpergefühl in den Augen,

Ablagerungen am Auge,

Keratitis,

Blepharitis,

Chalazion,

Hornhautinfiltrate,

Hornhautnarbe,

Pruritus am Augenlid,

Iridocyclitis,

Augenbeschwerden.

Allgemeine Gelegentlich Reaktion an der Verabreichungsstelle

Erkrankungen und

Beschwerden am

Verabreichungsort

Erkrankungen des Gelegentlich Kopfschmerz

Nervensystems

Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen

Augenschmerzen

Hierbei handelt es sich um eine lokale Nebenwirkung im Zusammenhang mit der Anwendung von

IKERVIS, die in klinischen Studien häufig berichtet wurde. Sie ist wahrscheinlich auf Ciclosporinzurückzuführen.

Generalisierte und lokale Infektionen

Bei Patienten, die mit Immunsuppressiva behandelt werden, einschließlich Ciclosporin, besteht einerhöhtes Infektionsrisiko. Es können sowohl generalisierte als auch lokale Infektionen auftreten.

Bereits bestehende Infektionen können ebenfalls verstärkt werden (siehe Abschnitt 4.3). Fälle von

Infektionen wurden im Zusammenhang mit der Anwendung von IKERVIS gelegentlich berichtet.

Als Vorsichtsmaßnahme sollten Maßnahmen zur Reduzierung der systemischen Absorption eingeleitetwerden (siehe Abschnitt 4.2).

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.

4.9 Überdosierung

Eine topische Überdosierung nach Anwendung am Auge ist unwahrscheinlich. Im Fall einer

Überdosierung mit IKERVIS sollte eine symptomatische und unterstützende Behandlung erfolgen.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Ophthalmologika, andere Ophthalmologika, ATC-Code: S01XA18.

Wirkmechanismus und pharmakodynamische Wirkungen

Ciclosporin (auch als Ciclosporin A bezeichnet) ist ein zyklischer Polypeptid-Immunmodulator mitimmunsuppressiven Eigenschaften. Es verlängert das Überleben von allogenen Transplantaten bei

Tieren und verbessert signifikant das Überleben von allen Arten von Transplantaten nach soliden

Organtransplantationen im Menschen.

Ciclosporin besitzt auch eine nachgewiesene entzündungshemmende Wirkung. Studien an Tierenweisen darauf hin, dass Ciclosporin die Entwicklung von zellvermittelten Reaktionen unterbindet. Eswurde nachgewiesen, dass Ciclosporin die Produktion und/oder Freisetzung von proinflammatorischen

Zytokinen, einschließlich Interleukin 2 (IL-2) oder T-Zell-Wachstumsfaktor (TCGF), unterdrückt. Esführt auch zu einer Erhöhung der Freisetzung von entzündungshemmenden Zytokinen. Ciclosporinscheint die ruhenden Lymphozyten in der G0- oder G1-Phase des Zellzyklus zu blockieren. Allevorliegenden Daten lassen vermuten, dass Ciclosporin spezifisch und reversibel auf Lymphozytenwirkt und nicht die Hämatopoese unterdrückt und keine Wirkung auf die Funktion von phagozytischen

Zellen hat.

Bei Patienten mit trockenen Augen, d. h. einer Erkrankung mit einem möglichen entzündlich-immunologischen Mechanismus, wird Ciclosporin nach Anwendung am Auge passiv in

T-Lymphozyten-Infiltrate in der Hornhaut und Bindehaut resorbiert und inaktiviert

Calcineurinphosphatase. Die durch Ciclosporin ausgelöste Inaktivierung von Calcineurin unterbindetdie Dephosphorylierung des Transkriptionsfaktors NF-AT und verhindert eine Translokation von

NF-AT in den Zellkern, wodurch die Freisetzung von proinflammatorischen Zytokinen, wie IL-2,blockiert wird.

Klinische Wirksamkeit und Sicherheit

Die Wirksamkeit und Sicherheit von IKERVIS wurden in zwei randomisierten klinischen

Doppelblindstudien mit Vehikelkontrolle in erwachsenen Patienten mit trockenen Augen(Keratoconjunctivitis sicca), die die Kriterien des International Dry Eye Workshop (DEWS) erfüllten,untersucht.

In der 12-monatigen klinischen pivotalen Doppelblindstudie mit Vehikelkontrolle (SANSIKA-Studie)wurden 246 Patienten mit trockenen Augen und schwerer Keratitis (definiert als Score bei der

Fluorescein-Anfärbung der Hornhaut (CFS) von 4 auf der modifizierten Oxford-Skala) für 6 Monateauf einmal täglich einen Tropfen IKERVIS oder Vehikel vor dem Schlafengehen randomisiert. Die aufdie Vehikel-Gruppe randomisierten Patienten wurden nach 6 Monaten auf IKERVIS umgestellt. Derprimäre Endpunkt war der Anteil der Patienten, die bis Monat 6 zumindest eine Verbesserung der

Keratitis um zwei Grade (CFS) und eine 30%ige Besserung der Symptome, gemessen mit dem Ocular

Surface Disease Index (OSDI), erreichten. Der Responder-Anteil betrug in der IKERVIS-Gruppe28,6 % im Vergleich zu 23,1 % in der Vehikel-Gruppe. Der Unterschied war statistisch nichtsignifikant (p = 0,326).

Die Schwere der Keratitis, beurteilt mittels CFS, besserte sich unter IKERVIS im Vergleich zum

Vehikel signifikant von Baseline bis Monat 6 (die mittlere Veränderung gegenüber Baseline betrug -1,764 unter IKERVIS im Vergleich zu -1,418 unter Vehikel, p=0,037). Der Anteil der mit IKERVISbehandelten Patienten, die in Monat 6 eine Verbesserung des CFS-Scores um 3 Grade zeigten (von 4zu 1), betrug 28,8% im Vergleich zu 9,6% bei den mit dem Vehikel behandelten Patienten. Da es sichaber um eine Post-hoc-Analyse handelte, ist die Robustheit dieses Ergebnisses eingeschränkt. Dievorteilhafte Wirkung auf die Keratitis konnte in der offenen Phase der Studie von Monat 6 bis Monat12 aufrechterhalten werden.

Die mittlere Veränderung des 100-Punkte-OSDI-Scores gegenüber Baseline betrug in Monat 6 -13,6unter IKERVIS und -14,1 unter Vehikel (p=0,858). Darüber hinaus wurde für IKERVIS im Vergleichzum Vehikel in Monat 6 keine Verbesserung bei anderen sekundären Endpunkten beobachtet,einschließlich Augenbeschwerden-Score, Schirmer-Test, gleichzeitige Anwendung von künstlichen

Tränen, Globalurteil des Prüfarztes zur Wirksamkeit, Tränenfilm-Aufrisszeit, Lissamingrün-

Anfärbung, Score zur Lebensqualität und Osmolarität des Tränenfilms.

Eine Verringerung der Entzündung der Augenoberfläche, beurteilt mittels Expression des Humanen

Leukozytenantigens-DR (HLA-DR) (ein exploratorischer Endpunkt), wurde in Monat 6 zugunsten von

IKERVIS beobachtet (p=0,021).

In der 6-monatigen klinischen unterstützenden Doppelblindstudie mit Vehikelkontrolle(SICCANOVE-Studie) wurden 492 Patienten mit trockenen Augen und mäßiger bis schwerer

Keratitis (definiert als CFS-Score von 2 bis 4) ebenfalls für 6 Monate auf einmal täglich IKERVISoder Vehikel vor dem Schlafengehen randomisiert. Die weiteren primären Endpunkte waren die

Veränderung des CFS-Scores sowie die Veränderung des globalen Scores für Augenbeschwerdenohne Zusammenhang mit der Anwendung der Prüfmedikation, beide gemessen in Monat 6. Einkleiner, aber statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen wurde bei der

Verbesserung des CFS-Scores in Monat 6 zugunsten von IKERVIS beobachtet (mittlere CFS-

Veränderung gegenüber Baseline -1,05 unter IKERVIS und -0,82 unter Vehikel, p=0,009).

Die mittlere Veränderung des Scores für Augenbeschwerden (beurteilt auf einer visuellen

Analogskala) gegenüber Baseline betrug -12,82 unter IKERVIS und -11,21 unter Vehikel (p=0,808).

In beiden Studien wurde nach 6 Behandlungsmonaten für IKERVIS weder auf einer visuellen

Analogskala noch bei dem OSDI eine signifikante Besserung der Symptome im Vergleich zum

Vehikel beobachtet.

In beiden Studien hatte durchschnittlich ein Drittel der Patienten Sjögren-Syndrom; wie auch für das

Gesamtkollektivwurde eine statistisch signifikante Besserung bei der CFS zugunsten von IKERVIS indieser Untergruppe der Patienten beobachtet.

Nach Abschluss der SANSIKA-Studie (12-monatige Studie) wurden die Patienten gebeten, an der

Post-SANSIKA-Studie teilzunehmen. Dabei handelte es sich um eine offene, nicht-randomisierte,einarmige, 24-monatige Folgestudie der SANSIKA-Studie. In der Post-SANSIKA-Studie erhielten die

Patienten je nach CFS-Score entweder eine IKERVIS-Behandlung oder keine Behandlung (die

Patienten erhielten IKERVIS, wenn sich die Keratitis verschlechterte).

Diese Studie sollte die langfristige Wirksamkeit sowie die Rezidivraten bei Patienten kontrollieren, diezuvor mit IKERVIS behandelt worden waren.

Das primäre Ziel der Studie war die Beurteilung der Dauer der Besserung nach Beendigung der

IKERVIS-Behandlung, sobald bei dem Patienten eine Besserung gegenüber der Baseline der

SANSIKA-Studie eingetreten war (d. h. eine Verbesserung um mindestens 2 Punkte auf dermodifizierten Oxford-Skala).67 Patienten wurden in die Studie aufgenommen (37,9% von den 177 Patienten, die SANSIKAabschlossen). Nach den 24 Monaten kam es bei 61,3% der 62 Patienten, die in der primären

Wirksamkeitspopulation enthalten waren, zu keinem Rezidiv basierend auf den CFS-Scores. Der

Anteil der Patienten, die einen schweren Keratitis-Rezidiv erlitten, betrug 35% und 48% bei den

Patienten, die 12 Monate bzw. 6 Monate mit IKERVIS in der SANSIKA-Studie behandelt wurden.

Basierend auf dem ersten Quartil (der Median konnte aufgrund der geringen Anzahl von Rezidivennicht geschätzt werden) betrug die Zeit bis zum Rezidiven (zurück auf CFS Grad 4) ≤ 224 Tage und≤ 175 Tage bei Patienten, die zuvor 12 Monate bzw. 6 Monate mit IKERVIS behandelt wordenwaren. Die Patienten waren länger bei CFS Grad 2 (Median 12,7 Wochen/Jahr) und Grad 1 (Median6,6 Wochen/Jahr) als bei CFS Grad 3 (Median 2,4 Wochen/Jahr), CFS Grad 4 und 5 (Median 0

Wochen/Jahr).

Die Beurteilung der DED-Symptome auf der visuellen Analogskala (VAS) zeigte eine

Verschlechterung der Beschwerden der Patienten ab dem Zeitpunkt, an dem die Behandlung erstmaligabgesetzt wurde, bis zu dem Zeitpunkt, an dem sie wieder aufgenommen wurde, mit Ausnahme der

Schmerzen, die relativ niedrig und gleichbleibend waren. Der mediane globale VAS-Score stieg abdem Zeitpunkt, an dem die Behandlung erstmalig abgesetzt wurde (23,3%), bis zum Zeitpunkt der

Wiederaufnahme der Behandlung (45,1%).

Es wurden keine signifikanten Veränderungen bei den anderen sekundären Endpunkten (TBUT,

Lissamingrün-Anfärbung und Schirmer-Test, NEI-VFQ und EQ-5D) im Verlauf der Folgestudiebeobachtet.

Kinder und Jugendliche

Die Europäische Arzneimittel-Agentur hat für IKERVIS eine Freistellung von der Verpflichtung zur

Vorlage von Ergebnissen zu Studien in allen pädiatrischen Altersklassen in trockenen Augen gewährt(siehe Abschnitt 4.2 bzgl. Informationen zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen).

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Es wurden keine formalen pharmakokinetischen Studien mit IKERVIS am Menschen durchgeführt.

Die Blutkonzentrationen von IKERVIS wurden mit einem speziellen

Hochdruckflüssigkeitschromatographie-Massenspektrometrie-Assay gemessen. Bei 374 Patienten ausden beiden Wirksamkeitsstudien wurden die Plasmakonzentrationen von Ciclosporin vor Anwendungund nach 6 Monaten (SICCANOVE-Studie und SANSIKA-Studie) und 12 Monaten Behandlung(SANSIKA-Studie) gemessen. Nach 6-monatiger okularer Anwendung von IKERVIS einmal täglichhatten 327 Patienten Werte unter der Nachweisgrenze (0,050 ng/ml) und 35 Patienten lagen unter derunteren Quantifizierungsgrenze (0,100 ng/ml). Messbare Werte, die 0,206 ng/ml nicht überschritten,wurden bei acht Patienten gemessen. Diese Werte werden als vernachlässigbar angesehen. Drei

Patienten hatten Werte über der oberen Quantifizierungsgrenze (5 ng/ml); diese Patienten erhieltenallerdings schon Ciclosporin in einer stabilen oralen Dosis, was gemäß Prüfplan zulässig war. Nach 12

Behandlungsmonaten lagen die Werte bei 56 Patienten unter der unteren Nachweisgrenze und bei 19

Patienten unter der unteren Quantifizierungsgrenze. Sieben Patienten hatten messbare Werte (von0,105 bis 1,27 ng/ml); diese Werte wurden alle als vernachlässigbar angesehen. Zwei Patienten hatten

Werte über der oberen Quantifizierungsgrenze; diese Patienten erhielten allerdings auch orales

Ciclosporin in einer stabilen Dosis seit Einschluss in die Studie.

5.3 Präklinische Sicherheitsdaten

Basierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, Toxizität bei wiederholter

Gabe, Phototoxizität und Photoallergie, Reproduktions- und Entwicklungstoxizität, Genotoxizität undzum kanzerogenen Potential lassen die präklinischen Daten keine besonderen Gefahren für den

Menschen erkennen.

Präklinische Effekte wurden nur bei systemischer Verabreichung oder nach Expositionen beobachtet,die ausreichend über der maximalen humantherapeutischen Exposition lagen. Die Relevanz für den

Menschen wird als gering bewertet.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Mittelkettige Triglyceride

Cetalkoniumchlorid

Glycerol

Tyloxapol

Poloxamer 188

Natriumhydroxid (zur Einstellung des pH-Werts)

Wasser für Injektionszwecke

6.2 Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3 Haltbarkeit

3 Jahre.

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht einfrieren.

Nicht über 25°C lagern.

Nach dem Öffnen des Aluminiumbeutels sollten die Einzeldosisbehältnisse in dem Beutel aufbewahrtwerden, um sie vor Licht zu schützen und Verdunstung zu vermeiden.

Geöffnete Einzeldosisbehältnisse mit Emulsionsresten sind sofort nach dem Gebrauch zu entsorgen.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

IKERVIS ist in 0,3 ml Einzeldosisbehältnissen aus Polyethylen niederer Dichte (LDPE) in einemversiegelten Aluminiumfolienbeutel erhältlich.

Ein Beutel enthält fünf Einzeldosisbehältnisse.

Packungsgrößen: 30 und 90 Einzeldosisbehältnisse.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.

7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS

SANTEN Oy

Niittyhaankatu 2033720 Tampere

Finnland

8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)

EU/1/15/990/001

EU/1/15/990/002

9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG

ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 19. März 2015

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 09. März 2020

10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs

Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen

Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu verfügbar.