Packungsbeilage HYMPAVZI 150mg 150mg / ml Injektionslösung in einem Fertigpen

Angewendet bei: Vorbeugung von Blutungsepisoden bei schwerer Hämophilie A oder B

Art der Anwendung: Injektion

Substanz: Marstacimab (monoklonaler Anti-TFPI-Antikörper)

ATC: B02BX11 (Blut und Blutbildende Organe | Vitamin K und andere Hämostatika | Andere systemische Hämostatika)

Hinweise:
Anaphylaxie
Anaphylaxie

Risiko einer schweren allergischen Reaktion. Suchen Sie bei schweren Symptomen sofort medizinische Hilfe.

Zusätzliche Überwachung
Zusätzliche Überwachung

Dieses Arzneimittel unterliegt einer zusätzlichen Überwachung.

Warnhinweis während der Stillzeit
Warnhinweis während der Stillzeit

Während der Stillzeit nur auf ärztliche Empfehlung anwenden.

Warnhinweis während der Schwangerschaft
Warnhinweis während der Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft nur auf ärztliche Empfehlung anwenden.

Marstacimab ist ein Arzneimittel zur Vorbeugung oder Verringerung von Blutungen bei Menschen mit Hämophilie A oder B, meist bei Erwachsenen und Jugendlichen ohne Hemmkörper gegen Faktor VIII oder IX. Es dient der regelmäßigen Prophylaxe, nicht der schnellen Behandlung einer schweren akuten Blutung.

Das Arzneimittel blockiert den Tissue-Factor-Pathway-Inhibitor und kann dadurch die Gerinnselbildung unterstützen. Es ersetzt nicht jede Hämophiliebehandlung. Für Verletzungen, zahnärztliche Eingriffe, Operationen und Notfälle sollte vorher ein klarer Plan mit dem Hämophiliezentrum bestehen.

Marstacimab wird nach Schulung meist einmal wöchentlich unter die Haut gespritzt. Patientinnen, Patienten oder Betreuungspersonen müssen wissen, wie das Arzneimittel gelagert, vorbereitet und dokumentiert wird. Ändern Sie den Behandlungsplan nicht ohne Rücksprache mit dem Hämophiliezentrum.

Häufige Nebenwirkungen sind Reaktionen an der Einstichstelle, Kopfschmerzen und Juckreiz. Selten, aber wichtig, sind allergische Reaktionen und Blutgerinnsel. Melden Sie Brustschmerz, Atemnot, plötzliche Schwellung eines Arms oder Beins, starke Kopfschmerzen, halbseitige Schwäche oder ausgedehnte Nesselsucht sofort.

Allgemeine Daten zu HYMPAVZI 150mg 150mg / ml

  • Substanz: Marstacimab
  • Datum der letzten Medikamentenliste: 01-04-2026
  • Produktcode: W71778001
  • Konzentration: 150mg / ml
  • Darreichungsform: Injektionslösung in einem Fertigpen
  • Menge: 1
  • Produktart: Originalpräparat
  • Abgabebedingungen: P-RF - Arzneimittel, die mit einer ärztlichen Verschreibung abgegeben werden, die in der Apotheke einbehalten wird und nicht erneuert werden kann.

Marketing autorisation

  • Zulassungshersteller: PFIZER MANUFACTURING BELGIUM N.V. - BELGIA
  • Zulassungsinhaber: PFIZER EUROPE MA EEIG - BELGIA
  • Zulassungsnummer: 1874/2024/02
  • Haltbarkeit: 2 Jahre

Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels HYMPAVZI 150mg 150mg / ml Injektionslösung in einem Fertigpen

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Hympavzi 150 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze

Hympavzi 150 mg Injektionslösung im Fertigpen

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Hympavzi 150 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze

Jede Fertigspritze enthält 150 mg Marstacimab in 1 ml Lösung.

Hympavzi 150 mg Injektionslösung im Fertigpen

Jeder Fertigpen enthält 150 mg Marstacimab in 1 ml Lösung.

Marstacimab ist ein humaner monoklonaler Antikörper der Immunglobulin-Klasse G1 (IgG1), dermittels rekombinanter DNA-Technologie aus Ovarialzellen des chinesischen Hamsters (CHO-Zellen)produziert wird.

Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung

Hympavzi enthält 0,2 mg Polysorbat 80 pro ml Lösung.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Injektionslösung (Injektion).

Klare, farblose bis hellgelbe Lösung mit einem pH-Wert von 5,8 und einer Osmolarität von etwa324 mOsm/l.

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

Hympavzi wird angewendet für die Routineprophylaxe von Blutungsepisoden bei Patienten ab einem

Alter von 12 Jahren mit einem Körpergewicht von mindestens 35 kg mit:

* schwerer Hämophilie A (angeborener Faktor-VIII-Mangel, FVIII < 1 %) ohne Faktor-VIII-

Inhibitoren

* schwerer Hämophilie B (angeborener Faktor-IX-Mangel, FIX < 1 %) ohne Faktor-IX-

Inhibitoren

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Die Behandlung sollte unter der Aufsicht eines in der Behandlung von Hämophilie erfahrenen Arzteseingeleitet werden. Die Einleitung der Behandlung sollte im blutungsfreien Intervall erfolgen.

Dosierung

Die empfohlene Dosis für Patienten ab einem Alter von 12 Jahren mit einem Körpergewicht vonmindestens 35 kg ist eine einmalige Initialdosis von 300 mg, gefolgt von 150 mg einmal wöchentlich,jeweils verabreicht als subkutane Injektion zu einer beliebigen Tageszeit.

Dauer der Behandlung

Hympavzi ist für die langfristige prophylaktische Behandlung vorgesehen.

Dosisanpassungen während der Behandlung

Bei Patienten mit einem Körpergewicht ≥50 kg kann eine Erhöhung der wöchentlichen Dosis auf300 mg als subkutane Injektion in Betracht gezogen werden, wenn die Kontrolle der

Blutungsereignisse vom behandelnden Arzt als unzureichend beurteilt wird. Die maximalewöchentliche Dosis von 300 mg sollte nicht überschritten werden.

Hinweise zur Behandlung von Durchbruchblutungen

Es sollten keine zusätzlichen Dosen von Hympavzi angewendet werden, um Durchbruchblutungen zubehandeln. Für Hinweise zur Behandlung von Durchbruchblutungen siehe Abschnitt 4.4.

Behandlung von Patienten mit akuter schwerer Erkrankung

Bei akuten schweren Erkrankungen mit erhöhter Expression von Gewebefaktor, wie z. B. Infektionen,

Sepsis und Quetschungen, könnte die Verstärkung der Entzündungsreaktion durch die gleichzeitige

Hemmung des Tissue Factor Pathway Inhibitor (TFPI) ein Risiko für Nebenwirkungen darstellen,insbesondere für Thrombosen (siehe Abschnitt 4.4).

Die Behandlung einer akuten schweren Erkrankung sollte gemäß lokalem Behandlungsstandarderfolgen und die Fortsetzung der Behandlung mit Hympavzi gegen die damit verbundenenpotenziellen Risiken abgewogen werden. Eine zusätzliche Überwachung auf Nebenwirkungen und die

Entwicklung einer Thromboembolie kann bei diesen Patienten gerechtfertigt sein, wenn Marstacimabangewendet wird. Die Behandlung mit Hympavzi soll vorübergehend unterbrochen werden, wennklinische Symptome, Bildgebungs- und/oder Laborbefunde auftreten, die auf thrombotische Ereignissehindeuten. Diese sollen entsprechend der klinischen Indikation behandelt werden. Die Therapie mit

Hympavzi kann wieder aufgenommen werden, sobald sich der Patient nach Beurteilung durch dasmedizinische Fachpersonal klinisch erholt hat (siehe Abschnitt 'Versäumte Dosis“ unten).

Versäumte Dosis

Wird eine Dosis versäumt, ist diese so bald wie möglich, bis zu dem Tag der nächsten geplanten

Dosis, zu verabreichen. Anschließend ist das wöchentliche Dosierungsschema wieder aufzunehmen.

Liegt die versäumte Dosis mehr als 13 Tage seit der letzten Dosis zurück, soll die Therapie mit einereinmaligen Initialdosis von 300 mg mittels subkutaner Injektion wieder aufgenommen werden.

Anschließend kann das übliche Behandlungsschema mit Gabe einer subkutanen Injektion von 150 mgeinmal wöchentlich wieder aufgenommen werden.

Umstellung auf Hympavzi

Umstellung von einer prophylaktischen Faktorsubstitutionstherapie auf Hympavzi: Vor Beginn der

Behandlung mit Hympavzi müssen die Patienten die Therapie mit Gerinnungsfaktorkonzentraten(Faktor-VIII- oder Faktor-IX-Konzentrate) absetzen. Die Behandlung mit Hympavzi kann jederzeitnach dem Absetzen der Gerinnungsfaktorkonzentrate begonnen werden.

Umstellung von Nicht-Faktor-basierten Hämophilietherapien auf Hympavzi: Es liegen derzeit keine

Daten aus klinischen Studien zur Umstellung von Patienten mit Nicht-Faktor-basierten Arzneimittelnauf Marstacimab vor. Zwar wurde keine Auswaschphase untersucht, dennoch besteht ein Ansatz darin,für den vorherigen Wirkstoff auf Grundlage der angegebenen Halbwertszeit einen angemessenen

Auswaschzeitraum (mindestens 5 Halbwertszeiten) zu ermöglichen, bevor die Behandlung mit

Hympavzi begonnen wird. Während der Umstellung von anderen Nicht-Faktor-basierten Hämophilie-

Arzneimitteln auf Hympavzi kann eine zusätzliche Behandlung mit Gerinnungsfaktorkonzentraten zur

Unterstützung der hämostatischen Wirkung erforderlich sein.

Besondere Patientengruppen
Leberfunktionsstörung

Bei Patienten mit leichter Leberfunktionsstörung werden keine Dosisanpassungen empfohlen (siehe

Abschnitt 5.2). Marstacimab wurde bei Patienten mit mittelgradiger oder schwerer

Leberfunktionsstörung nicht untersucht.

Nierenfunktionsstörung

Bei Patienten mit leichter Nierenfunktionsstörung werden keine Dosisanpassungen empfohlen (siehe

Abschnitt 5.2). Marstacimab wurde bei Patienten mit mittelgradiger oder schwerer

Nierenfunktionsstörung nicht untersucht.

Ältere Patienten

Bei Patienten, die älter als 65 Jahre sind, werden keine Dosisanpassungen empfohlen (siehe

Abschnitt 5.2).

Kinder und Jugendliche

Hympavzi sollte bei Kindern unter 1 Jahr aufgrund möglicher Sicherheitsrisiken nicht angewendetwerden. Die Sicherheit und Wirksamkeit von Marstacimab bei Kindern und Jugendlichenunter 12 Jahren ist bisher noch nicht erwiesen. Die Sicherheit und Wirksamkeit von Marstacimab bei

Jugendlichen mit einem Körpergewicht unter 35 kg ist nicht erwiesen. Es liegen keine Daten vor.

Management im perioperativen Umfeld

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Marstacimab im chirurgischen Umfeld wurden formal nichtgeprüft. In klinischen Studien wurden bei Patienten kleinere chirurgische Eingriffe durchgeführt, ohnedass die Prophylaxe mit Hympavzi abgesetzt wurde.

Bei größeren chirurgischen Eingriffen wird empfohlen Hympavzi 6 bis 12 Tage vor dem Eingriffabzusetzen und gemäß lokalem Behandlungsstandard eine Therapie mit einem

Gerinnungsfaktorkonzentrat einzuleiten. Zudem sollten Maßnahmen ergriffen werden, um das Risikofür eine Venenthrombose zu minimieren, das während des perioperativen Zeitraums erhöht sein kann.

Leitlinien zur Dosis bei Hämophilie-Patienten, die sich einem größeren chirurgischen Eingriffunterziehen, sind der Fachinformation des entsprechenden Gerinnungsfaktorkonzentrats zuentnehmen. Bei der Wiederaufnahme der Behandlung mit Hympavzi ist der klinische Gesamtzustanddes Patienten zu berücksichtigen, einschließlich des Vorliegens postoperativer thromboembolischer

Risikofaktoren, der Anwendung anderer Hämostatika und Begleitarzneimittel (siehe Abschnitt'Versäumte Dosis“ oben).

Art der Anwendung

Hympavzi ist ausschließlich für die subkutane Anwendung bestimmt.

Hympavzi ist für die Anwendung unter Anleitung einer medizinischen Fachkraft bestimmt. Nachentsprechender Einweisung in die Technik zur Verabreichung subkutaner Injektionen kann das

Arzneimittel vom Patienten selbst oder einer Betreuungsperson injiziert werden, sofern diemedizinische Fachkraft dies für zulässig erachtet.

Vor der subkutanen Verabreichung kann Hympavzi aus dem Kühlschrank genommen werden, damites etwa 15 bis 30 Minuten lang, im Umkarton vor direktem Sonnenlicht geschützt, Raumtemperaturannehmen kann (siehe Abschnitte 6.4 und 6.6). Das Arzneimittel darf nicht mit einer Wärmequelle wieheißem Wasser oder in der Mikrowelle erwärmt werden.

Die empfohlenen Injektionsstellen sind der Bauch (mindestens 5 cm entfernt vom Nabel) und der

Oberschenkel. Andere Injektionsstellen sind bei Bedarf ebenfalls zulässig. Die Verabreichung von

Hympavzi in den Oberarm (nur Fertigspritze) und in das Gesäß (nur Fertigpen) sollte nur durch eine

Betreuungsperson oder medizinische Fachkraft erfolgen. Das Arzneimittel sollte nicht in der Nähe von

Knochen oder an Stellen verabreicht werden, an denen die Haut verletzt, empfindlich, gerötet oderverhärtet ist oder Narben bzw. Dehnungsstreifen aufweist.

Für die Initialdosis von 300 mg sollten zwei verschiedene Injektionsstellen für die Verabreichung derbeiden Hympavzi-Injektionen von 150 mg gewählt werden.

Es wird empfohlen, die Injektionsstelle für jede Injektion zu wechseln.

Hympavzi darf nicht in eine Vene oder einen Muskel injiziert werden.

Während der Behandlung mit Hympavzi sollten andere subkutan anzuwendende Arzneimittelvorzugsweise in anderen anatomischen Bereichen injiziert werden.

Ausführliche Hinweise zur Verabreichung des Arzneimittels finden Sie in Abschnitt 6.6 und im

Abschnitt 'Gebrauchsanweisung“ am Ende der Packungsbeilage.

4.3 Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen

Bestandteile.

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Rückverfolgbarkeit

Um die Rückverfolgbarkeit biologischer Arzneimittel zu verbessern, müssen die Bezeichnung des

Arzneimittels und die Chargenbezeichnung des angewendeten Arzneimittels eindeutig dokumentiertwerden.

Thromboembolische Ereignisse

Die Aufhebung der TFPI-Hemmung kann das Gerinnungspotenzial eines Patienten erhöhen und dasindividuelle, multifaktorielle Risiko für thromboembolische Ereignisse verstärken. Venösethrombotische Ereignisse, einschließlich Embolien, wurden in klinischen Studien mit Marstacimabberichtet (siehe Abschnitt 4.8). Diese Ereignisse traten bei Personen mit multiplen Risikofaktoren für

Thromboembolie auf. Bei den folgenden Patienten könnte bei der Anwendung dieses Arzneimittels einerhöhtes Risiko für thromboembolische Ereignisse bestehen:

* Patienten mit koronarer Herzerkrankung, Venen- oder Arterienthrombose oder ischämischer

Erkrankung in der Anamnese

* Patienten mit bekannten Risikofaktoren für Thromboembolie, einschließlich, aber nichtbeschränkt auf genetische prothrombotische Erkrankungen (z. B. Faktor-V-Leiden-Mutation),

Patienten mit längeren Phasen der Immobilisation, Adipositas und Rauchen

* Patienten mit aktuell bestehender, akuter schwerer Erkrankung mit erhöhter Gewebefaktor-

Expression (z. B. schwere Infektion, Sepsis, Trauma, Quetschungen, Krebserkrankung)

Marstacimab wurde bei Patienten mit früheren thromboembolischen Ereignissen in der Anamnesenicht untersucht (siehe Abschnitt 5.1), und es liegen nur begrenzte Erfahrungen bei Patienten mitakuter schwerer Erkrankung vor.

Die Anwendung anderer Anti-TFPI (Tissue Factor Pathway Inhibitor)-Arzneimittel wurde mit der

Entwicklung thromboembolischer Komplikationen bei Patienten in Verbindung gebracht, die inunmittelbarem zeitlichen Abstand zusätzliche Hämostatika (d. h. sogenannte 'Bypassing-Präparate“)erhielten. Bei der Verabreichung von Faktor-VIII- und Faktor-IX-Präparaten für die Behandlung von

Durchbruchblutungen bei Patienten, die Marstacimab erhielten, traten keine Sicherheitsrisiken auf. Istdie Gabe von Faktor-VIII- oder Faktor-IX-Präparaten bei einem Patienten, der eine Hympavzi-

Prophylaxe erhält, indiziert, wird die niedrigste wirksame Dosis des Faktor-VIII- bzw. Faktor-IX-

Präparats entsprechend der Produktinformation empfohlen.

Nutzen und Risiko der Anwendung von Hympavzi bei Patienten mit thromboembolischen Ereignissenin der Anamnese, mit bekannten Risikofaktoren für Thromboembolie oder Patienten, bei denen derzeiteine akute schwere Erkrankung vorliegt, sollten abgewogen werden. Risikopatienten sollten auf frühe

Anzeichen einer Thrombose überwacht werden und vorbeugende Maßnahmen gegen eine

Thromboembolie sollten gemäß aktuellen Empfehlungen und geltendem Behandlungsstandardeingeleitet werden. Weisen diagnostische Untersuchungen auf eine Thromboembolie hin, ist die

Hympavzi-Prophylaxe zu unterbrechen und eine Behandlung nach klinischer Indikation einzuleiten.

Hinweise zur Behandlung von Durchbruchblutungen

Faktor-VIII- und Faktor-IX-Präparate können zur Behandlung von Durchbruchblutungen bei

Patienten, die Hympavzi erhalten, angewendet werden. Es sollten keine zusätzlichen Dosen von

Hympavzi verabreicht werden, um Durchbruchblutungen zu behandeln. Das medizinische

Fachpersonal sollte mit allen Patienten und/oder Betreuern die Dosis und den Zeitplan für die

Anwendung von Gerinnungsfaktorkonzentraten besprechen, die bei Bedarf während der Prophylaxemit Hympavzi verwendet werden sollen, einschließlich der niedrigsten wirksamen Dosis des

Gerinnungsfaktorkonzentrats. Die Produktinformation des angewendeten

Gerinnungsfaktorkonzentrats ist vom medizinischen Fachpersonal zu beachten.

Überempfindlichkeitsreaktionen

Bei mit Marstacimab behandelten Patienten traten Hautreaktionen in Form von Ausschlag und

Juckreiz auf, die auf eine Überempfindlichkeitsreaktion gegen das Arzneimittel hindeuten können(siehe Abschnitt 4.8). Wenn bei mit Hympavzi behandelten Patienten eine schwere

Überempfindlichkeitsreaktion auftritt, sind die Patienten anzuweisen, Hympavzi abzusetzen und sofortdie Notaufnahme aufzusuchen.

Patienten mit Faktor-Inhibitoren

In einer laufenden klinischen Studie außerhalb der zugelassenen Indikation bei Hämophilie-Patientenmit Inhibitoren, die mit Marstacimab behandelt wurden, trat bei einem (2,9 %) Patienten mit schwerer

Hämophilie B und einer allergischen Reaktion auf exogenen Faktor IX in der Anamnese nachungefähr 9 Monaten ein schwerer Ausschlag auf. Der Patient musste zur Genesung über einenlängeren Zeitraum orale Kortikosteroide einnehmen und die Behandlung mit Marstacimab wurdeabgesetzt.

Einfluss von Marstacimab auf Gerinnungstests

In Standardgerinnungstests, einschließlich aktivierter partieller Thromboplastinzeit (activated partialthromboplastin time, aPTT) und Prothrombinzeit (prothrombin time, PT), zeigt die Marstacimab-

Therapie keine klinisch signifikanten Interferenzen.

Sonstige Bestandteile

Polysorbatgehalt

Dieses Arzneimittel enthält Polysorbat 80. Polysorbat 80 kann Überempfindlichkeitsreaktionenauslösen.

Natriumgehalt

Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro 1 ml, d. h. es ist nahezu'natriumfrei“.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Es wurden keine klinischen Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen mit Marstacimabdurchgeführt.

Da es sich bei Marstacimab um einen monoklonalen Antikörper (mAk) handelt, wird ein Abbau überkatabole Stoffwechselwege erwartet. Auswirkungen auf die Clearance aufgrund von

Wechselwirkungen mit gleichzeitig verabreichten Arzneimitteln, die über nicht katabole

Stoffwechselwege abgebaut werden, sind somit unwahrscheinlich. Indirekte Auswirkungen eines

Biologikums wie Marstacimab auf die Expression von Cytochrom-P450-Enzymen werden ebenfallsnicht erwartet.

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Frauen im gebärfähigen Alter

Frauen im gebärfähigen Alter, die Hympavzi erhalten, müssen während und für mindestens 1 Monatnach Absetzen der Behandlung mit Hympavzi eine wirksame Verhütungsmethode anwenden.

Schwangerschaft

Es liegen keine klinischen Studien zur Anwendung von Marstacimab bei Schwangeren vor.

Tierexperimentelle Reproduktionsstudien mit Marstacimab wurden nicht durchgeführt. Es ist nichtbekannt, ob Hympavzi bei Verabreichung an Schwangere dem Fötus schadet oder ob es die

Reproduktionsfähigkeit beeinflusst. Hympavzi sollte während der Schwangerschaft nur angewendetwerden, wenn der potenzielle Nutzen für die Mutter das Risiko für den Fötus überwiegt, wobei zuberücksichtigen ist, dass während der Schwangerschaft und nach der Geburt ein erhöhtes

Thromboserisiko besteht und dass verschiedene Schwangerschaftskomplikationen mit einem erhöhten

Risiko für eine disseminierte intravasale Koagulopathie (disseminated intravascular coagulation,

DIC) verbunden sind.

Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob Marstacimab in die Muttermilch übergeht. Es wurden keine Studien zu den

Auswirkungen von Marstacimab auf die Milchproduktion oder den Übergang in die Muttermilchdurchgeführt. Es ist bekannt, dass humanes IgG in den ersten Tagen nach der Geburt in die

Muttermilch übergeht, wobei die Konzentration kurz danach auf niedrige Werte sinkt. Daher kann ein

Risiko für den gestillten Säugling während dieses kurzen Zeitraums nicht ausgeschlossen werden.

Danach kann Marstacimab während der Stillzeit angewendet werden, sofern klinisch erforderlich.

Fertilität

Tierexperimentelle Studien weisen nicht auf direkte oder indirekte schädigende Wirkungen in Hinsichtauf die Fertilität hin (siehe Abschnitt 5.3). Es liegen keine Daten zur Fertilität im Menschen vor. Es istsomit nicht bekannt, welche Auswirkungen Marstacimab auf die männliche und weibliche Fertilitäthat.

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Maschinen

Hympavzi hat keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die

Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.

4.8 Nebenwirkungen

Zusammenfassung des Sicherheitsprofils

Das allgemeine Sicherheitsprofil von Marstacimab basiert auf Daten aus klinischen Studien. Dieschwerwiegendste unerwünschte Arzneimittelwirkung, die aus den klinischen Studien mit

Marstacimab berichtet wurde, war Thrombose (0,9 %) (siehe Abschnitt 4.4).

Die häufigsten nach der Behandlung mit Marstacimab berichteten Nebenwirkungen waren Reaktionenan der Injektionsstelle (11,2 %).

Tabellarische Auflistung der Nebenwirkungen

Die Sicherheitsdaten in Tabelle 1 basieren auf gepoolten Daten aus der Phase-3-Studie zur Bewertungder Sicherheit und Wirksamkeit (BASIS) und ihrer offenen Verlängerungsstudie (OLE, siehe

Abschnitt 5.1). Die Daten aus der 12-monatigen aktiven Behandlungsphase der zulassungsrelevanten

Phase-3-Studie stammen von 116 männlichen Patienten mit Hämophilie A oder B ohne Inhibitoren,die einmal wöchentlich Marstacimab erhielten. 97 Patienten (83,6 %) waren Erwachsene (ab einem

Alter von 18 Jahren) und 19 Patienten (16,4 %) waren Jugendliche (im Alter von 12 Jahren bis< 18 Jahren). Zum Zeitpunkt des Datenschnitts wurden insgesamt 87 der 116 Patienten, welche den12-monatigen Behandlungszeitraum abschlossen, anschließend in die OLE-Studie aufgenommen. Diemediane Dauer der Exposition betrug 518,5 Tage (Spanne 28 bis 847 Tage).

Tabelle 1 fasst die Nebenwirkungen zusammen, die bei Patienten unter der Marstacimab-Prophylaxeberichtet wurden. In der folgenden Tabelle sind die Nebenwirkungen nach Systemorganklasse und

Häufigkeitskategorien aufgeführt. Die Häufigkeit der Nebenwirkungen wird gemäß der folgenden

Konvention definiert: sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100, < 1/10), gelegentlich (≥ 1/1 000, < 1/100),selten (≥ 1/10 000, < 1/1 000), sehr selten (< 1/10 000), nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage derverfügbaren Daten nicht abschätzbar). Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe sind die Nebenwirkungennach abnehmendem Schweregrad angegeben.

Tabelle 1. Nebenwirkungen

Systemorganklasse Nebenwirkung Häufigkeit

Erkrankungen des Nervensystems Kopfschmerzen Häufig

Gefäßerkrankungen Hypertonie Häufig

Thromboembolische Ereignisse Gelegentlich(Thromboseb)

Erkrankungen der Haut und des Pruritus Häufig

Unterhautgewebes Ausschlaga Gelegentlich

Allgemeine Erkrankungen und Reaktionen an der Injektionsstellea Sehr häufig

Beschwerden am Verabreichungsorta Siehe 'Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen“b Unerwünschte Arzneimittelwirkung berichtet in der offenen Verlängerungsstudie nach dem Datenschnitt.

Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen
Reaktionen an der Injektionsstelle

Insgesamt berichteten 11,2 % der mit Marstacimab behandelten Patienten über Reaktionen an der

Injektionsstelle. Die Mehrzahl, der in klinischen Studien zu Marstacimab beobachteten Reaktionen ander Injektionsstelle, waren vorübergehend und von leichtem bis mittlerem Schweregrad. Das Auftretenvon Reaktionen an der Injektionsstelle führte nicht zu einer Dosisanpassung oder einem Absetzen des

Arzneimittels. Reaktionen an der Injektionsstelle umfassen blaue Flecken an der Injektionsstelle,

Erytheme an der Injektionsstelle, Hämatome an der Injektionsstelle, Verhärtungen an der

Injektionsstelle, Ödeme an der Injektionsstelle, Schmerzen an der Injektionsstelle, Jucken an der

Injektionsstelle und Schwellung an der Injektionsstelle.

Ausschlag

Bei 0,9 % der Patienten aus der Gruppe ohne Inhibitoren wurde ein nicht-schwerwiegender Ausschlag(Grad 1) berichtet.

Kinder und Jugendliche

Die untersuchte pädiatrische Population umfasste insgesamt 19 jugendliche Patienten (im Alter von 12bis < 18 Jahren). Das Sicherheitsprofil von Marstacimab war bei Jugendlichen und Erwachseneninsgesamt vergleichbar.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.

4.9 Überdosierung

Es liegen begrenzte Erfahrungen mit einer Überdosierung von Marstacimab vor.

Bei einer geringen Anzahl erwachsener Patienten mit einem Körpergewicht von ≥ 50 kg, die in

Studien der frühen Phase bis zu 3 Monate lang mit Marstacimab in einer Dosierung von 450 mgeinmal wöchentlich als subkutane Injektion behandelt wurden, traten keine schwerwiegendenunerwünschten Ereignisse auf. Es handelte sich jedoch um eine kleine Gruppe und die Auswirkungenlängerfristiger hoher Expositionen sind nicht bekannt. Die Verabreichung höherer Dosen alsempfohlen, kann zu Hyperkoagulabilität führen.

Patienten, die versehentlich eine Überdosis erhalten haben, müssen unverzüglich ihre medizinische

Fachkraft konsultieren und engmaschig überwacht werden. Im Falle einer Überdosierung ist der

Patient auf Anzeichen oder Symptome von Nebenwirkungen und/oder einer Hyperkoagulabilität zuüberwachen und umgehend eine geeignete symptomatische Behandlung einzuleiten.

Kinder und Jugendliche

Dosen von mehr als 150 mg pro Woche bei Jugendlichen im Alter von 12 bis 17 Jahren mit einem

Gewicht von < 50 kg wurden nicht untersucht. Es wurde kein Fall von Überdosierung in derpädiatrischen Population berichtet. Die oben beschriebenen Verfahren gelten auch für die Behandlungeiner Überdosierung in der pädiatrischen Population.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Antihämorrhagika, andere systemische Hämostatika, ATC-Code:

B02BX11

Wirkmechanismus

Marstacimab ist ein humaner monoklonaler IgG1-Antikörper, der gegen die Kunitz-Domäne 2 (K2)vom Tissue Factor Pathway Inhibitor (TFPI), dem primären Inhibitor der extrinsischen

Gerinnungskaskade, gerichtet ist. TFPI bindet zu Beginn an Faktor Xa und hemmt dessen aktives

Zentrum über seine zweite Kunitz-Inhibitordomäne (K2). Die Wirkung von Marstacimab zur

Neutralisierung der inhibitorischen Aktivität von TFPI kann dazu dienen, den extrinsischen Weg zuverstärken und Defizite im intrinsischen Gerinnungsweg zu umgehen, indem die Verfügbarkeit vonfreiem Faktor Xa erhöht wird, um die Thrombinbildung zu steigern und die Hämostase zu verstärken.

Pharmakodynamische Wirkungen

Entsprechend seinem Anti-TFPI-Wirkmechanismus führt die Verabreichung von Marstacimab bei

Hämophilie-Patienten zu einem Anstieg des Gesamt-TFPI und der nachgeschalteten Biomarker der

Thrombinbildung wie Prothrombin-Fragment 1+2, Thrombin-Spitzenspiegel und D-Dimer. Diese

Abweichungen waren nach dem Absetzen der Behandlung reversibel. Sporadische odervorübergehende Anstiege von D-Dimer und Prothrombinfragment 1+2 über die physiologischen

Werte hinaus wurden in der Phase-3-Studie berichtet, ohne dass damit Sicherheitsbedenken verbundenwaren.

Klinische Wirksamkeit und Sicherheit

Klinische Studien an erwachsenen und jugendlichen Patienten mit Hämophilie A ohne FVIII-

Inhibitoren oder Hämophilie B ohne FIX-Inhibitoren

Patienten (im Alter von ≥ 12 Jahren mit einem Körpergewicht von ≥ 35 kg) mit Hämophilie A ohne

Inhibitoren und Hämophilie B ohne Inhibitoren (Studie B7841005)

Bei der zulassungsrelevanten Phase-3-Studie handelte es sich um eine einarmige, offene,multizentrische Crossover-Studie an 116 erwachsenen und jugendlichen Männern (ab einem Alter von12 Jahren mit einem Körpergewicht ≥ 35 kg) mit schwerer Hämophilie A ohne FVIII-Inhibitoren oderschwerer Hämophilie B ohne FIX-Inhibitoren, die zuvor eine Bedarfstherapie (n = 33) oder

Prophylaxe (n = 83) mit FVIII oder FIX erhalten hatten. Patienten, die zuvor oder aktuell aufgrundbestehender oder früherer koronarer Herzkrankheit, Venen- oder Arterienthrombose oder ischämischer

Erkrankung behandelt wurden, waren von der Studie ausgeschlossen.

Die Studienpopulation zeichnete sich durch einen schweren Blutungsphänotyp aus. In der 6-monatigen

Beobachtungsphase betrugen die mittleren annualisierten Blutungsraten (annualised bleeding rates,

ABRs) vor der Umstellung auf die wöchentliche Marstacimab-Prophylaxe in der Bedarfstherapie- und

Prophylaxe-Kohorte 39,86 bzw. 7,90. Alle Patienten (100 %) in der Bedarfstherapie-Kohorte hattenbei Studienbeginn Blutungen in einem oder mehr Zielgelenken und 36 % hatten bei Studienbeginn

Blutungen in 3 oder mehr Zielgelenken. In der Routineprophylaxe-Kohorte hatten 56,6 % der

Patienten bei Studienbeginn Blutungen in einem oder mehr Zielgelenken und 15,7 % hatten bei

Studienbeginn Blutungen in 3 oder mehr Zielgelenken.

Nach der 6-monatigen Beobachtungsphase, in der die Patienten eine Faktor-basierte

Substitutionstherapie entweder als Bedarfstherapie oder Routineprophylaxe erhielten, wurde eineanfängliche Initialdosis von 300 mg Marstacimab verabreicht, gefolgt von Erhaltungsdosen von150 mg Marstacimab einmal wöchentlich über einen Zeitraum von 12 Monaten. Für Patienten miteinem Körpergewicht ≥50 kg, bei denen 2 oder mehr Durchbruchblutungen auftraten, war nach6 Monaten eine Dosiserhöhung auf 300 mg Marstacimab einmal wöchentlich zulässig. Bei 14 der116 Patienten (12,1 %), die Marstacimab mindestens 6 Monate lang erhielten, wurde die

Erhaltungsdosis erhöht.

Das mittlere Alter lag in allen Behandlungsgruppen bei 32,4 Jahren (Mindestalter 13, Höchstalter66 Jahre). 16,4 % der Patienten waren 12 Jahre bis < 18 Jahre und 83,6 % waren ≥ 18 Jahre alt. 100 %der Patienten waren männlich. 48,3 % der Patienten in der Studie waren kaukasisch, 50,0 % asiatisch,0,9 % schwarz oder afroamerikanisch und bei 0,9 % fehlten Angaben zur ethnischen Herkunft. 10,3 %der Patienten gaben an Hispano- oder Lateinamerikaner zu sein. Keiner der Patienten wies Inhibitorenauf. (78,4 % hatten Hämophilie A, 21,6 % Hämophilie B).

Primäres Wirksamkeitsziel der Studie war der Vergleich der Prophylaxe mit Marstacimab während deraktiven Behandlungsphase mit der Routineprophylaxe mit einer Faktor-basierten Therapie in der

Beobachtungsphase, gemessen an der ABR der behandelten Blutungen. Weitere wichtige

Wirksamkeitsziele der Studie waren die Bewertung der Prophylaxe mit Marstacimab im Vergleich zur

Routineprophylaxe mit einer Faktor-basierten Therapie, gemessen an der Inzidenz von

Spontanblutungen, Gelenkblutungen, Zielgelenkblutungen und Blutungen insgesamt, sowie die

Bewertung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität der Patienten (health-related quality of life,

HRQoL).

Tabelle 2 zeigt die Wirksamkeitsergebnisse für die Prophylaxe mit Marstacimab im Vergleich zur

Routineprophylaxe mit der Faktor-basierten Therapie. Marstacimab zeigte Nicht-Unterlegenheit undstatistische Überlegenheit gegenüber der Routineprophylaxe mit der Faktor-basierten Therapie,gemessen an der ABR der behandelten Blutungen.

Tabelle 2. Vergleich der ABR unter einer Prophylaxe mit Hympavzi gegenüber einer vorherigen

Faktor-basierten Routineprophylaxe bei Patienten im Alter von ≥ 12 Jahren ohne

Faktor-VIII- oder Faktor-IX-Inhibitoren

Faktor-basierte

Routineprophylaxe Prophylaxe mit Hympavzi

Nach Testhierarchie aufgelistete während der 6-monatigen während der 12-monatigen

Endpunkte BP ABP(n = 83) (n = 83)

Behandelte Blutungen (primär)

ABR, modellbasiert (95 %-KI) 7,90 (5,14; 10,66) 5,09 (3,40; 6,78)

- 2,81 (-5,42; -0,20)

Differenz ggü. RP (95 %-KI)p-Wert = 0,0349*

Patienten mit 0 Blutungen, n (%) 33 (39,8) 29 (34,9)

Spontanblutungen, behandelt

ABR, modellbasiert (95 %-KI) 5,89 (3,57; 8,22) 3,78 (2,25; 5,31)

- 2,11 (-4,26; 0,03)

Differenz ggü. RP (95 %-KI)

Nicht-Unterlegenheit*

Gelenkblutungen, behandelt

ABR, modellbasiert (95 %-KI) 5,69 (3,36; 8,02) 4,13 (2,59; 5,67)

- 1,55 (-3,73; 0,62)

Differenz ggü. RP (95 %-KI)

Nicht-Unterlegenheit*

Blutungen insgesamt, behandelt und unbehandelt

ABR, modellbasiert (95 %-KI) 8,90 (6,02; 11,77) 5,98 (4,14; 7,82)

- 2,91 (-5,66; -0,17)

Differenz ggü. RP (95 %-KI)

Nicht-Unterlegenheit*

Zielgelenkblutungen, behandelt

ABR, modellbasiert (95 %-KI) 3,37 (1,60; 5,15) 2,51 (1,26; 3,76)

- 0,87 (-2,42; 0,69)

Differenz ggü. RP (95 %-KI)

Nicht-Unterlegenheit*

*Kriterium erfüllt (Nichtunterlegenheit/p-Wert bei Überlegenheit)

* Das im Prüfplan festgelegte Kriterium für die Nichtunterlegenheit (oberer Grenzwert des 95 %-KI für die

Differenz) betrug für behandelte Blutungen, spontane Blutungen und Gelenkblutungen 2,5 sowie für

Zielgelenkblutungen 1,2 und Blutungen insgesamt 2,9. Wenn das Nichtunterlegenheitskriterium erfüllt war,wurde anschließend auf die Überlegenheit getestet und geprüft, ob das Konfidenzintervall Null ausschloss.

* p-Wert für die Überlegenheitsprüfung.

* Geschätzter Mittelwert, Differenz und Konfidenzintervalle (KI) für die ABR wurden nach dem negativenbinomialen Regressionsmodell berechnet.

* Anpassung der Blutungsdefinitionen basierend auf ISTH-Kriterien (International Society on Thrombosisand Haemostasis)

* Behandelte Blutungen = mit FVIII oder FIX behandelte Blutungen

* Blutungen insgesamt = mit FVIII oder FIX behandelte sowie unbehandelte Blutungen

* ABR = annualisierte Blutungsrate, KI = Konfidenzintervall, BP = Beobachtungsphase, ABP = aktive

Behandlungsphase, RP = Routineprophylaxe

Interimsanalyse der Studie B7841007

In der offenen Verlängerungsphase der zulassungsrelevanten Phase-3-Studie erhielten 87 Patienten fürbis zu weitere 16 Monate (Mittelwert 7 Monate) Marstacimab in der während der Teilnahme an

Studie B7841005 festgelegten Dosis (d. h. 150 mg oder 300 mg einmal wöchentlich subkutan). Dabeizeigte sich eine langfristige Wirksamkeit (> 12 Monate) von Marstacimab.

Zur Bewertung der Prophylaxe mit Marstacimab im Zeitverlauf wurden deskriptive Analysendurchgeführt. Der modellbasierte Mittelwert und weitere deskriptive Zusammenfassungen im Hinblickauf die ABR der behandelten Blutungen sind in Tabelle 3 aufgeführt.

Tabelle 3. ABR unter einer Prophylaxe mit Hympavzi im Zeitverlauf bei Patienten im Alter von≥ 12 Jahren ohne Faktor-VIII- oder Faktor-IX-Inhibitoren

Zeitintervall

Endpunkt Erste 6 Monate der ABP Zweite 6 Monate der ABP B7841007*(n = 116) (n = 112) (n = 87)

Behandelte Blutungen

Mittlere ABR 4,96 3,26 2,79(95 %-KI) (3,67; 6,70) (2,39; 4,44) (1,90; 4,10)

Mediane ABR 2,00 1,91 0,00(IQR) (0,00; 5,99) (0,00; 4,09) (0,00; 4,10)

*In B7841007 erhielten Patienten Marstacimab für bis zu 16 weitere Monate (Mittelwert 7 Monate).

* Geschätzter Mittelwert und Konfidenzintervalle (KI) für die ABR wurden nach dem negativen binomialen

Regressionsmodell berechnet.

* Medianwert und Interquartilsabstand (IQR), d. h. 25. Perzentil bis 75. Perzentil für die ABR, stammen ausder deskriptiven Zusammenfassung.

* ABR = annualisierte Blutungsrate, KI = Konfidenzintervall, IQR = Interquartilsabstand (interquartilerange), ABP = aktive Behandlungsphase (B7841005), n = Anzahl Patienten mit verfügbaren Analysedatenfür jedes Zeitintervall

Immunogenität

Während der 12-monatigen aktiven Behandlungsphase der zulassungsrelevanten Phase-3-Studie

B7841005 entwickelten 23 der 116 (19,8 %) mit Marstacimab behandelten und für ADA auswertbaren

Patienten Antikörper gegen den Wirkstoff (antidrug antibodies, ADA). ADAs waren bei 61 % (14/23)vorübergehend und bei 39 % (9/23) der ADA-positiven Patienten persistierend, was auf einvorübergehendes ADA-Profil bei der Mehrheit der Patienten hinweist. Bei 22/23 Patienten (95,7 %)bildeten sich die ADA-Titer bis zum Ende der Studie zurück. Neutralisierende Antikörper (nAk)bildeten sich während der Studie bei 6/116 (5,2 %) der mit Marstacimab behandelten und für ADAauswertbaren Patienten. Die nAk waren bei allen Patienten vorübergehend, und am Ende der Studiewurde kein Patient positiv auf nAk getestet. Obwohl bei ADA-positiven Patienten im Vergleich zu

ADA-negativen Patienten etwas niedrigere mittlere Marstacimab-Konzentrationen (ca. 24 %-32 %)festgestellt wurden, überschnitten sich die Konzentrationen zwischen diesen beiden Gruppenweitgehend, und es wurden keine klinisch signifikanten Auswirkungen von ADA, einschließlich nAk,auf die Sicherheit oder Wirksamkeit von Marstacimab während der Behandlungsdauer von12 Monaten festgestellt. Insgesamt war das Sicherheitsprofil von Marstacimab bei Patienten mit ADAs(einschließlich nAk) ähnlich wie bei Patienten ohne ADAs.

In der offenen Verlängerungsstudie der Phase 3 wurde nur einer der 44 für ADA auswertbaren

Patienten, die mindestens 6 Monate lang weiter mit Marstacimab behandelt wurden, anhaltend positivauf ADA getestet.

Kinder und Jugendliche

Die Europäische Arzneimittel-Agentur hat für Hympavzi eine Zurückstellung von der Verpflichtungzur Vorlage von Ergebnissen zu Studien in einer oder mehreren pädiatrischen Untergruppen in der

Behandlung von kongenitaler Hämophilie A und kongenitaler Hämophilie B gewährt.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Die Pharmakokinetik von Marstacimab wurde mittels Nicht-Kompartiment-Analyse bei gesunden

Teilnehmern und Hämophilie-A- und -B-Patienten sowie mittels einerpopulationspharmakokinetischen Analyse einer Datenbank mit 213 Teilnehmern (150 Hämophilie-

Patienten und 63 gesunde Teilnehmer) bestimmt, die Marstacimab einmal wöchentlich subkutan(30 mg bis 450 mg) oder intravenös (150 mg und 440 mg) erhielten.

Bei systemischer Exposition gegenüber Marstacimab zeigte das Arzneimittel eine nicht lineare

Pharmakokinetik, gemessen an der Fläche unter der Kurve (area under the curve, AUC) und Cmax, dieüberproportional zur Dosis anstieg. Diese nicht-lineare Pharmakokinetik geht auf eine Zielstruktur-vermittelte Arzneimittel-Disposition (Target-mediated drug disposition, TMDD) undkonzentrationsabhängige nicht-lineare Elimination von Marstacimab zurück, die auftritt, wenn

Marstacimab an endotheliales TFPI bindet.

Das mittlere Akkumulationsverhältnis für Marstacimab im Steady-State betrug nach einer subkutanen

Dosis einmal wöchentlich von 150 mg und 300 mg im Verhältnis zur Exposition nach der ersten Dosisetwa 3 zu 4. Steady-State-Konzentrationen von Marstacimab werden nach etwa 60 Tagen erwartet,

d. h. bei einmal wöchentlicher Verabreichung nach der 8. oder 9. subkutanen Dosis. Die geschätzten

Populationsmittelwerte für Marstacimab 150 mg einmal wöchentlich subkutan für Cmax,ss, Cmin,ss und

Cavg,ss bei Erwachsenen und Jugendlichen sind in Tabelle 4 zusammengefasst.

Tabelle 4. Plasmakonzentrationen von Marstacimab im Steady-State nach subkutaner

Verabreichung von 150 mg einmal wöchentlich (mit einer Initialdosis von 300 mgsubkutan)

Parameter Erwachsene Jugendliche

Cmin,ss (ng/ml) 13 700 (90,4 %) 27 300 (53,2 %)

Cmax,ss (ng/ml) 17 900 (77,5 %) 34 700 (48,5 %)

Cavg,ss (ng/ml) 16 500 (81,2 %) 32 100 (49,5 %)

* Angabe der Daten als arithmetisches Mittel (%VK).

* Cmin,ss = minimale Plasmakonzentration im Steady-State, Cmax,ss = maximale Plasmakonzentration im

Steady-State, Cavg,ss = durchschnittliche Plasmakonzentration im Steady-State

Resorption

Nach mehrfacher subkutaner Verabreichung von Marstacimab bei Hämophilie-Patienten lag diemediane Tmax zwischen 23 und 59 Stunden. Die Bioverfügbarkeit von Marstacimab nach subkutaner

Verabreichung wurde basierend auf einem populationspharmakokinetischen Modell auf etwa 71 %geschätzt. Es wurden keine relevanten Unterschiede in der Bioverfügbarkeit festgestellt, wenn

Marstacimab in Arm, Oberschenkel oder Bauch verabreicht wurde.

Verteilung

Das Steady-State-Verteilungsvolumen von Marstacimab bei Hämophilie-Patienten betrug in einerpopulationspharmakokinetischen Analyse 8,6 l. Diese begrenzte extravaskuläre Verteilung deutetdarauf hin, dass Marstacimab auf den intravaskulären Raum beschränkt ist.

Biotransformation

Studien zum Metabolismus von Marstacimab wurden nicht durchgeführt. Ähnlich wie bei anderentherapeutischen Proteinen mit Molekulargewichten oberhalb des Cut-Off-Wertes für die glomeruläre

Filtration ist zu erwarten, dass Marstacimab durch Proteolyse katabolisiert und durch Rezeptor-vermittelte Clearance eliminiert wird. Darüber hinaus wird basierend auf der TMDD erwartet, dass

Marstacimab auch infolge einer Zielstruktur-vermittelten Clearance durch Bildung eines

Marstacimab/TFPI-Komplexes eliminiert wird.

Elimination

Studien zur Ausscheidung von Marstacimab wurden nicht durchgeführt. Aufgrund des

Molekulargewichts wird erwartet, dass Marstacimab über katabole Reaktionen abgebaut und nichtüber die Nieren ausgeschieden wird. Die Clearance von Marstacimab erfolgt sowohl über lineare alsauch über nicht-lineare Mechanismen. Nach mehrfacher subkutaner Verabreichung und basierend aufeiner populationspharmakokinetischen Analyse betrug die lineare Clearance von Marstacimab etwa0,019 l/Std. Die mittlere effektive Halbwertszeit von Marstacimab im Steady-State wurde sowohl für

Erwachsene als auch für Jugendliche und für alle Dosisgruppen auf etwa 16 bis 18 Tage geschätzt.

Besondere Patientengruppen

Körpergewicht, Altersgruppe, ethnische Zugehörigkeit und Hämophilie-Typ

Zwar war das Körpergewicht eine wichtige Kovariate zur Beschreibung der Pharmakokinetik von

Marstacimab, jedoch ist bei Patienten mit einem Körpergewicht von ≥ 35 kg keine gewichtsabhängige

Dosisanpassung erforderlich. Die Clearance (CL) von Marstacimab war bei Jugendlichen (im Altervon 12 bis < 18 Jahren) im Vergleich zu Erwachsenen (18 Jahre und älter) um 29 % niedriger. Nach

Bereinigung um das Gewicht wurde die CL (l/Std./kg) bei Jugendlichen auf etwa 3 % niedrigergeschätzt als bei Erwachsenen, was darauf hindeutet, dass die meisten Unterschiede in der CL auf das

Gewicht zurückzuführen sind. Dieser Unterschied in der Pharmakokinetik führte nicht zu einemklinisch relevanten Unterschied in der Konzentration des nachgeschalteten pharmakodynamischen

Markers Thrombin-Spitzenspiegel zwischen den beiden Gruppen.

Der Einfluss des Hämophilie-Typs auf die Pharmakokinetik von Marstacimab erwies sich in der

Patientenpopulation nicht als klinisch relevant.

Die ethnische Zugehörigkeit (asiatisch ggü. nicht asiatisch) wurde nicht als eine Kovariateidentifiziert, welche die Pharmakokinetik von Marstacimab beeinflusst. Die gewichtsbereinigte

Clearance von Marstacimab war bei asiatischen Patienten um 32 % höher als bei nicht asiatischen

Patienten. Dieser Unterschied wird nicht als klinisch relevant angesehen. Es liegen keineausreichenden Daten vor, um mögliche Unterschiede in der Exposition von Marstacimab bei anderenethnischen Zugehörigkeiten oder Gruppen zu bewerten.

Die Anzahl der Patienten im Alter ab 65 Jahren, die an klinischen Studien zu Marstacimab teilnahmen,war nicht ausreichend, um festzustellen, ob es Unterschiede in der Exposition im Vergleich zujüngeren Patienten gibt.

Nierenfunktionsstörung

Aufgrund der großen Größe von mAk und der ineffizienten Filtration durch den Glomerulus wird eine

Clearance über die Nieren als nicht bedeutsam angesehen. Es wurden keine klinischen Studien zur

Bewertung der Auswirkungen einer Nierenfunktionsstörung auf die Pharmakokinetik von

Marstacimab durchgeführt.

Alle Patienten mit Hämophilie A und B in der populationspharmakokinetischen Analyse hatten einenormale Nierenfunktion (n = 129, eGFR ≥ 90 ml/min/1,73 m2) bzw. eine leichte

Nierenfunktionsstörung (n = 21, eGFR von 60 bis 89 ml/min/1,73 m2). Eine leichte

Nierenfunktionsstörung hatte keinen Einfluss auf die Pharmakokinetik von Marstacimab. Es liegenkeine Daten über die Anwendung von Marstacimab bei Patienten mit mittelgradiger oder schwerer

Nierenfunktionsstörung vor.

Marstacimab ist ein monoklonaler Antikörper und wird eher durch Katabolismus als durch eine

Ausscheidung über die Nieren abgebaut, und es wird nicht erwartet, dass bei Patienten mit

Nierenfunktionsstörung eine Dosisänderung erforderlich ist.

Leberfunktionsstörung

Es wurden keine klinischen Studien durchgeführt, um die Auswirkungen von Leberfunktionsstörungenauf die Pharmakokinetik von Marstacimab zu untersuchen, da diese im Allgemeinen als für mAk nichtklinisch relevant angesehen werden.

Alle Patienten mit Hämophilie A und B in den klinischen Studien hatten eine normale Leberfunktion(n = 135, Gesamtbilirubin und AST ≤ ULN (upper limit of normal)) bzw. eine leichte

Leberfunktionsstörung (n = 15, Gesamtbilirubin > 1 × bis ≤ 1,5 × ULN). Eine leichte

Leberfunktionsstörung hatte keinen Einfluss auf die Pharmakokinetik von Marstacimab. Es liegenkeine Daten über die Anwendung von Marstacimab bei Patienten mit mittelgradiger oder schwerer

Leberfunktionsstörung vor.

Marstacimab ist ein monoklonaler Antikörper und wird eher durch Katabolismus als über den

Leberstoffwechsel abgebaut, und es wird nicht erwartet, dass bei Patienten mit Leberfunktionsstörungeine Dosisänderung erforderlich ist.

5.3 Präklinische Sicherheitsdaten

Basierend auf Studien zur Toxizität bei wiederholter Gabe, einschließlich pharmakologischer

Sicherheitsendpunkte, und zur lokalen Verträglichkeit lassen die präklinischen Daten keinebesonderen Gefahren für den Menschen erkennen. Bei Ratten wurden nach subkutaner Injektionreversible gemischte Zellinfiltrationen, Blutungen und Nekrosen an den Injektionsstellen beobachtet.

Es wurden keine Studien zur Bewertung des kanzerogenen Potentials, der Mutagenität oder der

Auswirkungen auf die embryofetale Entwicklung durchgeführt.

Beeinträchtigung der Fertilität

Bei wiederholter Verabreichung von Marstacimab bei männlichen Ratten in Dosen von bis zu1 000 mg/kg/Dosis und einer Expositionsgrenze, die dem 212-Fachen der AUC-Exposition bei derklinischen Dosis von 300 mg einmal wöchentlich subkutan entsprach, wurde keine Beeinträchtigungder Fertilität beobachtet.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Dinatriumedetat

L-Histidin

L-Histidin-Monohydrochlorid

Polysorbat 80 (E 433)

Saccharose

Wasser für Injektionszwecke

6.2 Inkompatibilitäten

Da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, darf dieses Arzneimittel nicht mit anderen

Arzneimitteln gemischt werden.

6.3 Haltbarkeit

3 Jahre.

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Im Kühlschrank lagern (2 °C - 8 °C).

Nicht einfrieren.

Fertigspritze oder Fertigpen in der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zuschützen.

Das Arzneimittel kann aus dem Kühlschrank genommen und im Originalkarton einmalig für einen

Zeitraum von höchstens 7 Tagen bei Raumtemperatur (bis zu 30 °C) gelagert werden. Das

Arzneimittel darf anschließend nicht erneut gekühlt werden. Vor Ablauf des Zeitraums für die

Lagerung bei Raumtemperatur muss das Arzneimittel verwendet oder verworfen werden.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

Hympavzi 150 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze

Jeder Karton enthält eine Einzeldosis-Fertigspritze (Typ-I-Glas) mit einem Kolbenstopfen(Chlorbutyl-Elastomer) und einer festen 27-G-½-Zoll-Nadel aus Edelstahl mit einem Nadelschutz(thermoplastisches Elastomer).

Jede Fertigspritze enthält 1 ml Injektionslösung.

Hympavzi 150 mg Injektionslösung im Fertigpen

Hympavzi 150 mg Injektionslösung im Fertigpen ist in Packungen mit 1 Einzeldosis-Fertigpen sowiein Mehrfachpackungen mit 4 Einzeldosis-Fertigpens (4 Packungen mit je 1 Einzeldosis-Fertigpen)erhältlich.

Die Spritze im Pen besteht aus Typ-I-Glas mit einem Kolbenstopfen (Chlorbutyl-Elastomer) und einerfesten 27-G-½-Zoll-Nadel aus Edelstahl mit einem Nadelschutz (thermoplastisches Elastomer).

Jeder Fertigpen enthält 1 ml Injektionslösung.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung

Handhabung

Dieses Arzneimittel ist zur einmaligen Anwendung bestimmt.

Nicht schütteln.

Für eine angenehmere Injektion das Arzneimittel 15 bis 30 Minuten im Umkarton vor direktem

Sonnenlicht geschützt Raumtemperatur annehmen lassen.

Lösung vor der Anwendung einer visuellen Prüfung unterziehen. Hympavzi ist eine klare und farblosebis hellgelbe Lösung. Nicht verwenden, wenn das Arzneimittel trübe oder dunkelgelb ist oder Flockenoder Partikel enthält.

Ausführliche Anweisungen für die Vorbereitung und Verabreichung des Arzneimittels sind der

Packungsbeilage und der 'Gebrauchsanweisung“ zu entnehmen.

Hympavzi enthält keine Konservierungsstoffe; daher sind nicht verwendete Reste der

Injektionslösungen zu verwerfen.

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.

7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS

Pfizer Europe MA EEIG

Boulevard de la Plaine 171050 Brüssel

Belgien

8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)

Hympavzi 150 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze

EU/1/24/1874/001

Hympavzi 150 mg Injektionslösung im Fertigpen

EU/1/24/1874/002 1 Fertigpen

EU/1/24/1874/003 4 Fertigpens

9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG

ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 18. November 2024

10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs

Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen

Arzneimittel-Agentur https://www.ema.europa.eu verfügbar.