HERZUMA 420mg pulver zur herstellung einer konzentrat-infusionslösung merkblatt medikamente

L01FD01 Trastuzumab • ANTINEOPLASTISCHE UND IMMUNMODULIERENDE MITTEL | Monoklonale Antikörper und Antikörper-Wirkstoff-Konjugate | Her2 (humaner epidermaler Wachstumsfaktor-Rezeptor 2)-Inhibitoren

Trastuzumab ist ein humanisierter monoklonaler Antikörper, der zur Behandlung von HER2-positivem Brustkrebs und anderen Krebsarten eingesetzt wird, die den HER2-Rezeptor überexprimieren. Es wirkt, indem es an den HER2-Rezeptor auf der Oberfläche von Tumorzellen bindet, die zelluläre Signalübertragung hemmt und die Zerstörung von Krebszellen durch Immunmechanismen fördert.

Trastuzumab wird intravenös oder subkutan verabreicht, oft in Kombination mit anderen Therapien wie Chemotherapie. Die Dauer der Behandlung und die Häufigkeit der Verabreichung hängen vom Krankheitsstadium und der Patientenreaktion ab.

Häufige Nebenwirkungen sind Fieber, Schüttelfrost, Übelkeit, Durchfall und Müdigkeit. In seltenen Fällen können schwerwiegende Nebenwirkungen wie Herzinsuffizienz, schwere allergische Reaktionen oder pulmonale Toxizität auftreten. Eine sorgfältige Überwachung der Herzfunktion ist während der Behandlung unerlässlich.

Trastuzumab ist eine innovative therapeutische Option für Patienten mit HER2-positivem Krebs und trägt zur Verbesserung der Überlebensrate und der Lebensqualität bei.

Allgemeine Daten zu HERZUMA 420mg

Substanz: Trastuzumab

Datum der letzten Medikamentenliste: 01-06-2019

Handelsgesetzbuch: W65546001

Konzentration: 420mg

Pharmazeutisches Formblatt: pulver zur herstellung einer konzentrat-infusionslösung

Quantität: 1

Produktart: generic

Rezeptbeschränkungen: P-RF - Arzneimittelrezept, das in der Apotheke aufbewahrt wird (nicht verlängerbar).

Marketing autorisation

Zulassungshersteller: BIOTEC SERVICES INTERNATIONAL LTD. - MAREA BRITANIE

Zulassungsinhaber: CELLTRION HEALTHCARE HUNGARY KFT. - UNGARIA

Zulassungsnummer: 1257/2018/02

Haltbarkeit: 3 Jahre; nach der Rekonstitution - 48 Std (la rece)

Darreichungsformen erhältlich für Trastuzumab

Verfügbare Konzentrationen für Trastuzumab

150mg, 420mg, 600mg/5ml, 60mg

Andere ähnliche Substanzen wie Trastuzumab

Kombinationen mit anderen Stoffen

Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels HERZUMA 420mg pulver zur herstellung einer konzentrat-infusionslösung

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Herzuma 150 mg Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung
Herzuma 420 mg Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Herzuma 150 mg Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

Eine Durchstechflasche enthält 150 mg Trastuzumab, einen humanisierten monoklonalen

IgG1-Antikörper, der aus einer Suspensionskultur von Säugetierzellen (Ovarialzellen des chinesischen

Hamsters) hergestellt und durch eine Affinitäts- und Ionenaustauschchromatographie, die spezifischevirale Inaktivierungs- und Entfernungsprozesse beinhaltet, gereinigt wird.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung

Dieses Arzneimittel enthält 0,6 mg Polysorbat 20 pro 150 mg-Durchstechflasche.

Herzuma 420 mg Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

Eine Durchstechflasche enthält 420 mg Trastuzumab, einen humanisierten monoklonalen

IgG1-Antikörper, der aus einer Suspensionskultur von Säugetierzellen (Ovarialzellen des chinesischen

Hamsters) hergestellt und durch eine Affinitäts- und Ionenaustauschchromatographie, die spezifischevirale Inaktivierungs- und Entfernungsprozesse beinhaltet, gereinigt wird.

Die rekonstituierte Lösung mit Herzuma enthält 21 mg/ml Trastuzumab.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung

Dieses Arzneimittel enthält 1,7 mg Polysorbat 20 pro 420 mg-Durchstechflasche.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung.

Weißes bis schwach gelbes lyophilisiertes Pulver.

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

Brustkrebs
Metastasierter Brustkrebs

Herzuma ist zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit HER2-positivem metastasiertem

Brustkrebs (metastatic breast cancer - MBC) indiziert:

- als Monotherapie zur Behandlung von Patienten, die mindestens zwei Chemotherapieregimegegen ihre metastasierte Erkrankung erhalten haben. Die vorangegangene Chemotherapie mussmindestens ein Anthrazyklin und ein Taxan enthalten haben, es sei denn, diese Behandlung istfür die Patienten nicht geeignet. Bei Patienten mit positivem Hormonrezeptor-Status muss eine

Hormonbehandlung erfolglos gewesen sein, es sei denn, diese Behandlung ist für die Patientennicht geeignet.

- in Kombination mit Paclitaxel zur Behandlung von Patienten, die noch keine Chemotherapiegegen ihre metastasierte Erkrankung erhalten haben und für die ein Anthrazyklin ungeeignet ist.

- in Kombination mit Docetaxel zur Behandlung von Patienten, die noch keine Chemotherapiegegen ihre metastasierte Erkrankung erhalten haben.

- in Kombination mit einem Aromatasehemmer zur Behandlung von postmenopausalen Patientenmit Hormonrezeptor-positivem MBC, die noch nicht mit Trastuzumab behandelt wurden.

Brustkrebs im Frühstadium

Herzuma ist zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit HER2-positivem Brustkrebs im

Frühstadium (early breast cancer - EBC) indiziert:

- nach einer Operation, Chemotherapie (neoadjuvant oder adjuvant) und Strahlentherapie (soweitzutreffend) (siehe Abschnitt 5.1).

- nach adjuvanter Chemotherapie mit Doxorubicin und Cyclophosphamid, in Kombination mit

Paclitaxel oder Docetaxel.

- in Kombination mit adjuvanter Chemotherapie mit Docetaxel und Carboplatin.

- in Kombination mit neoadjuvanter Chemotherapie, gefolgt von adjuvanter Therapie mit

Herzuma, bei lokal fortgeschrittenem (einschließlich entzündlichem) Brustkrebs oder

Tumoren > 2 cm im Durchmesser (siehe Abschnitte 4.4 und 5.1).

Herzuma ist nur bei Patienten mit metastasiertem Brustkrebs oder Brustkrebs im Frühstadiumanzuwenden, deren Tumore entweder eine HER2-Ü berexpression oder eine HER2-Genamplifikationaufweisen, die durch eine genaue und validierte Untersuchung ermittelt wurde (siehe Abschnitte 4.4und 5.1).

Metastasiertes Magenkarzinom

Herzuma ist in Kombination mit Capecitabin oder 5-Fluorouracil und Cisplatin indiziert zur

Behandlung von erwachsenen Patienten mit HER2-positivem metastasiertem Adenokarzinom des

Magens oder des gastroösophagealen Ü bergangs, die bisher keine Krebstherapie gegen ihremetastasierte Erkrankung erhalten haben.

Herzuma ist nur bei Patienten mit metastasiertem Magenkarzinom (metastatic gastric cancer - MGC)anzuwenden, deren Tumore eine HER2-Ü berexpression, definiert durch ein IHC2+ und einbestätigendes SISH- oder FISH-Ergebnis, oder durch ein IHC3+ Ergebnis, aufweisen. Hierfür solltengenaue und validierte Untersuchungsmethoden angewendet werden (siehe Abschnitte 4.4 und 5.1).

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Der HER2-Test ist obligatorisch vor Beginn der Therapie durchzuführen (siehe Abschnitte 4.4und 5.1). Eine Therapie mit Herzuma soll nur von einem Arzt eingeleitet werden, der Erfahrungen inder Anwendung zytotoxischer Chemotherapie besitzt (siehe Abschnitt 4.4), und soll nur vonmedizinischem Fachpersonal verabreicht werden.

Um Behandlungsfehler zu vermeiden, ist es wichtig, die Etiketten der Durchstechflaschen zuüberprüfen, um sicherzustellen, dass es sich bei dem Arzneimittel, das zubereitet und verabreichtwerden soll, um Herzuma (Trastuzumab) und nicht um ein anderes Arzneimittel, das Trastuzumabenthält (z. B. Trastuzumab Emtansin oder Trastuzumab Deruxtecan), handelt.

Dosierung

Metastasierter Brustkrebs3-wöchentliche Anwendung

Die empfohlene Initialdosis beträgt 8 mg/kg Körpergewicht. Die empfohlene Erhaltungsdosis bei3-wöchentlichen Intervallen beträgt 6 mg/kg Körpergewicht, beginnend 3 Wochen nach der

Initialdosis.

Wöchentliche Anwendung

Die empfohlene Initialdosis Herzuma beträgt 4 mg/kg Körpergewicht. Die empfohlene wöchentliche

Erhaltungsdosis Herzuma beträgt 2 mg/kg Körpergewicht, beginnend eine Woche nach der Initialdosis.

Anwendung in Kombination mit Paclitaxel oder Docetaxel

In den Hauptstudien (H0648g, M77001) wurden Paclitaxel oder Docetaxel einen Tag nach der

Initialdosis von Trastuzumab und dann sofort nach den folgenden Dosen Trastuzumab verabreicht,wenn die vorausgehende Dosis Trastuzumab gut vertragen wurde (zur Dosierung siehe

Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels [Summary of Product Characteristics - SmPC]von Paclitaxel oder Docetaxel).

Anwendung in Kombination mit einem Aromatasehemmer

In der Hauptstudie (BO16216) wurden Trastuzumab und Anastrozol von Tag 1 an verabreicht. Es gabkeine Einschränkungen bei der Verabreichung bezüglich der Terminierung von Trastuzumab und

Anastrozol (zur Dosierung siehe SmPC von Anastrozol oder anderen Aromatasehemmern).

Brustkrebs im Frühstadium3-wöchentliche und wöchentliche Anwendung

Bei der 3-wöchentlichen Anwendung beträgt die empfohlene Initialdosis Herzuma 8 mg/kg

Körpergewicht. Die empfohlene Erhaltungsdosis Herzuma bei 3-wöchentlichen Intervallen beträgt6 mg/kg Körpergewicht und wird 3 Wochen nach der Initialdosis begonnen.

Bei der wöchentlichen Anwendung in Kombination mit Paclitaxel, nach Chemotherapie mit

Doxorubicin und Cyclophosphamid, beträgt die Initialdosis 4 mg/kg, gefolgt von 2 mg/kg jede Woche.

Siehe Abschnitt 5.1 zu Dosierungen bei kombinierter Chemotherapie.

Metastasiertes Magenkarzinom3-wöchentliche Anwendung

Die empfohlene Initialdosis beträgt 8 mg/kg Körpergewicht. Die empfohlene Erhaltungsdosis bei3-wöchentlichen Intervallen beträgt 6 mg/kg Körpergewicht, beginnend 3 Wochen nach der

Initialdosis.

Brustkrebs und Magenkarzinom
Dauer der Behandlung

Patienten mit MBC oder MGC sollten bis zum Fortschreiten der Erkrankung mit Herzuma behandeltwerden. Patienten mit EBC sollten mit Herzuma 1 Jahr lang behandelt werden oder bis zum

Wiederauftreten der Erkrankung, je nachdem, was zuerst eintritt. Bei Patienten mit EBC wird eine

Verlängerung der Behandlung über ein Jahr hinaus nicht empfohlen (siehe Abschnitt 5.1).

Dosisreduktion

Während der klinischen Prüfungen wurden keine Dosisreduktionen von Herzuma vorgenommen. In

Phasen einer reversiblen, chemotherapieinduzierten Myelosuppression kann die Behandlungfortgeführt werden, aber die Patienten sollten während dieser Zeit sorgfältig auf Komplikationen einer

Neutropenie überwacht werden. Bitte beachten Sie die SmPC von Paclitaxel, Docetaxel oder eines

Aromatasehemmers zur Dosisreduktion oder Intervallverlängerungen.

Wenn die linksventrikuläre Auswurffraktion (LVEF) um ≥ 10 Prozentpunkte unter den Ausgangswert

UND unter 50 % absinkt, sollte die Behandlung ausgesetzt und innerhalb von etwa 3 Wochen eineerneute LVEF-Messung durchgeführt werden. Wenn die LVEF sich nicht verbessert, weiter absinktoder sich eine symptomatische kongestive Herzinsuffizienz (KHI) entwickelt, sollte ein Abbruch der

Behandlung mit Herzuma ernsthaft erwogen werden, es sei denn, dass man annimmt, dass der Nutzenfür den einzelnen Patienten das Risiko überwiegt. Diese Patienten sollten zur Untersuchung an einen

Kardiologen überwiesen und weiterhin beobachtet werden.

Versäumte Dosen

Wenn der Patient eine Dosis von Herzuma um eine Woche oder weniger versäumt hat, sollte dieübliche Erhaltungsdosis (wöchentliche Anwendung: 2 mg/kg; 3-wöchentliche Anwendung: 6 mg/kg)sobald wie möglich verabreicht werden. Der Patient, der die Dosis versäumt hat, sollte nicht bis zumnächsten geplanten Behandlungszyklus warten. Die nachfolgenden Erhaltungsdosen sollten gemäßdem wöchentlichen oder 3-wöchentlichen Dosierungsschema entweder 7 Tage oder 21 Tage späterverabreicht werden.

Wenn der Patient eine Dosis von Herzuma um mehr als eine Woche versäumt hat, sollte sobald wiemöglich eine weitere Initialdosis von Herzuma über ungefähr 90 Minuten verabreicht werden(wöchentliche Anwendung: 4 mg/kg; 3-wöchentliche Anwendung: 8 mg/kg). Die nachfolgenden

Erhaltungsdosen von Herzuma (wöchentliche Anwendung: 2 mg/kg; 3-wöchentliche Anwendung:

6 mg/kg) sollten gemäß dem wöchentlichen oder 3-wöchentlichen Dosierungsschema entweder 7 Tageoder 21 Tage später verabreicht werden.

Spezielle Patientengruppen

Spezielle pharmakokinetische Studien mit älteren Patienten und Patienten mit eingeschränkter Nieren-oder Leberfunktion sind nicht durchgeführt worden. Eine populationspharmakokinetische Analyse hatkeinen Hinweis auf einen Einfluss des Alters oder einer eingeschränkten Nierenfunktion auf die

Verfügbarkeit von Trastuzumab ergeben.

Kinder und Jugendliche

Es gibt keinen relevanten Nutzen von Herzuma bei Kindern und Jugendlichen.

Art der Anwendung

Herzuma ist nur zur intravenösen Anwendung bestimmt. Die Initialdosis sollte als intravenöse

Infusion über einen Zeitraum von 90 Minuten verabreicht werden. Die Dosis darf nicht als intravenöse

Bolusinjektion verabreicht werden. Eine intravenöse Infusion von Herzuma sollte von medizinischem

Fachpersonal verabreicht werden, das in der Lage ist, Anaphylaxien zu behandeln, und ein

Notfallkoffer sollte verfügbar sein. Die Patienten sollten zumindest während der ersten sechs Stundennach Beginn der ersten Infusion und der ersten zwei Stunden nach Beginn der nachfolgenden

Infusionen auf Symptome wie Fieber und Schüttelfrost oder andere infusionsbedingte Symptomeüberwacht werden (siehe Abschnitte 4.4 und 4.8). Eine Unterbrechung der Infusion oder eine

Verlangsamung der Infusionsgeschwindigkeit kann dazu beitragen, diese Symptome unter Kontrollezu bringen. Die Infusion kann fortgesetzt werden, sobald die Symptome abklingen.

Wurde die Initialdosis gut vertragen, so können die weiteren Dosen als 30-minütige Infusionverabreicht werden.

Hinweise zur Rekonstitution der intravenösen Darreichungsform von Herzuma vor der Anwendung,siehe Abschnitt 6.6.

4.3 Kontraindikationen

* Ü berempfindlichkeit gegen Trastuzumab, Mausproteine oder einen der in Abschnitt 6.1genannten sonstigen Bestandteile.

* Schwere Ruhedyspnoe, die durch Komplikationen der fortgeschrittenen Krebserkrankungverursacht wird oder die eine unterstützende Sauerstofftherapie benötigt.

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Rückverfolgbarkeit

Um die Rückverfolgbarkeit biologischer Arzneimittel zu verbessern, müssen die Bezeichnung des

Arzneimittels und die Chargenbezeichnung des angewendeten Arzneimittels eindeutig dokumentiertwerden.

Die Testung auf HER2 muss in einem spezialisierten Labor durchgeführt werden, das eine adäquate

Validierung der Testmethoden sicherstellen kann (siehe Abschnitt 5.1).

Es liegen derzeit keine Studiendaten zur Wiederbehandlung von Patienten mit vorangegangener

Herzuma Exposition im adjuvanten Setting vor.

Kardiale Dysfunktion
Allgemeine Hinweise

Patienten, die mit Herzuma behandelt werden, haben ein erhöhtes Risiko für das Auftreten einer KHI(New York Heart Association [NYHA] Klasse II - IV) oder einer asymptomatischen kardialen

Dysfunktion. Diese Ereignisse wurden bei Patienten beobachtet, die eine Therapie mit Trastuzumaballein oder in Kombination mit Paclitaxel oder Docetaxel erhielten, und insbesondere im Anschluss aneine anthrazyklinhaltige (Doxorubicin oder Epirubicin) Chemotherapie. Diese können mäßig bisschwer sein und wurden mit Todesfällen in Verbindung gebracht (siehe Abschnitt 4.8). Zusätzlich istbei der Behandlung von Patienten mit einem erhöhten Risiko für das Auftreten kardialer Ereignisse,z. B. Hypertonie, dokumentierter koronarer Herzerkrankung, KHI, LVEF von < 55 %, bei älteren

Patienten, Vorsicht geboten.

Alle Patienten, die für eine Behandlung mit Herzuma vorgesehen sind, jedoch insbesondere solche mitvorangegangener Behandlung mit Anthrazyklin und Cyclophosphamid (AC), sollten vor Therapieeiner Prüfung der Herzfunktion einschließlich Anamnese und körperlicher Untersuchung sowie einem

Elektrokardiogramm (EKG), Echokardiogramm und/oder Multigated Acquisition (MUGA)-Scan odereiner Magnetresonanztomographie unterzogen werden. Eine Ü berwachung kann dazu beitragen,

Patienten zu identifizieren, die eine kardiale Dysfunktion entwickeln. Kardiologische Untersuchungen,die zu Beginn der Behandlung durchgeführt wurden, sollten während der Therapie alle 3 Monatewiederholt werden und nach Behandlungsende alle 6 Monate für 24 Monate nach der letzten

Verabreichung. Eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Bewertung muss vor der Entscheidung für eine

Therapie mit Herzuma durchgeführt werden.

Gemäß einer populationspharmakokinetischen Analyse aller verfügbaren Daten kann sich

Trastuzumab nach Absetzen der Behandlung noch bis zu 7 Monate im Kreislauf befinden (siehe

Abschnitt 5.2). Patienten, die nach Absetzen von Herzuma Anthrazykline erhalten, sindwahrscheinlich einem erhöhten Risiko für kardiale Dysfunktion ausgesetzt. Wenn möglich sollte der

Arzt eine Anthrazyklin-Therapie noch bis zu 7 Monate nach Absetzen von Herzuma vermeiden. Wenn

Anthrazykline eingesetzt werden, sollte die Herzfunktion des Patienten sorgfältig überwacht werden.

Formale kardiologische Untersuchungen sollten bei den Patienten erwogen werden, bei denen in der

Eingangsuntersuchung kardiovaskuläre Bedenken aufgetreten sind. Bei allen Patienten sollte die

Herzfunktion während der Therapie weiter überwacht werden (z. B. in Abständen von 12 Wochen).

Eine Ü berwachung kann dazu beitragen, Patienten zu identifizieren, die eine kardiale Dysfunktionentwickeln. Patienten, die eine asymptomatische kardiale Dysfunktion entwickeln, könnten von einerhäufigeren Ü berwachung (z. B. alle 6 - 8 Wochen) profitieren. Falls Patienten einen andauernden

Abfall der linksventrikulären Herzfunktion zeigen, aber asymptomatisch bleiben, sollte der Arzt einen

Abbruch der Behandlung erwägen, falls kein klinischer Nutzen der Behandlung mit Herzumafestgestellt wurde.

Die Sicherheit der Fortführung oder Wiederaufnahme von Herzuma bei Patienten, bei denen einekardiale Dysfunktion auftrat, ist nicht prospektiv untersucht worden. Wenn die LVEFum ≥ 10 Prozentpunkte unter den Ausgangswert UND unter 50 % absinkt, sollte die Behandlungausgesetzt und innerhalb von etwa 3 Wochen eine erneute LVEF-Messung durchgeführt werden.

Wenn die LVEF sich nicht verbessert, weiter absinkt oder sich eine symptomatische KHI entwickelt,sollte ein Absetzen von Herzuma ernsthaft erwogen werden, es sei denn, dass man annimmt, dass der

Nutzen für den einzelnen Patienten das Risiko überwiegt. Diese Patienten sollten zur Untersuchung aneinen Kardiologen überwiesen und weiterhin beobachtet werden.

Falls während der Therapie mit Herzuma eine symptomatische Herzinsuffizienz auftritt, sollte diesemit dem geeigneten Standardarzneimittel für KHI behandelt werden. Der Zustand der meisten

Patienten, die in den Hauptstudien eine KHI oder eine asymptomatische kardiale Dysfunktionentwickelt hatten, verbesserte sich unter Standardbehandlung gegen KHI, die aus einem

ACE-Hemmer oder einem Angiotensinrezeptor-Blocker (ARB) und einem Betablocker bestand. Die

Mehrzahl der Patienten mit kardialen Symptomen und Evidenz eines klinischen Nutzens durch die

Behandlung mit Trastuzumab setzte die Therapie ohne weitere kardiale Nebenwirkungen fort.

Metastasierter Brustkrebs

Herzuma und Anthrazykline sollten bei MBC nicht gleichzeitig in Kombination angewendet werden.

Patienten mit MBC, die vorher Anthrazykline erhalten haben, sind bei der Behandlung mit Herzumaauch dem Risiko der kardialen Dysfunktion ausgesetzt, obwohl das Risiko niedriger ist als beigleichzeitiger Behandlung mit Herzuma und Anthrazyklinen.

Brustkrebs im Frühstadium

Bei Patienten mit EBC sollten die kardiologischen Untersuchungen, die bei der

Ausgangsuntersuchung durchgeführt werden, alle 3 Monate während der Behandlung und alle6 Monate nach Beendigung der Behandlung für 24 Monate nach der letzten Gabe von Herzumawiederholt werden. Bei Patienten, die eine anthrazyklinhaltige Chemotherapie erhalten haben, ist eineweitere Ü berwachung zu empfehlen, und diese sollte jährlich bis zu 5 Jahre nach der letzten Gabe von

Herzuma oder, wenn ein kontinuierliches Absinken der LVEF beobachtet wird, länger wiederholtwerden.

Patienten mit einem Myokardinfarkt (MI) in der Anamnese, medizinisch behandlungsbedürftiger

Angina pectoris, einer KHI in der Anamnese oder einer bestehenden KHI (NYHA Klasse II - IV),

LVEF < 55 %, anderen Kardiomyopathien, einer medizinisch behandlungsbedürftigen kardialen

Arrhythmie, einer klinisch signifikanten Herzklappenerkrankung, schlecht kontrollierter Hypertonie(diejenigen mit Hypertonie, die mit der verfügbaren Standardbehandlung kontrollierbar war, konnteneingeschlossen werden) und hämodynamisch relevantem Perikarderguss wurden aus den adjuvantenund neoadjuvanten Hauptstudien mit Trastuzumab zur Untersuchung von EBC ausgeschlossen. Beisolchen Patienten kann die Behandlung daher nicht empfohlen werden.

Adjuvante Behandlung

Herzuma und Anthrazykline sollten im adjuvanten Behandlungssetting nicht gleichzeitig in

Kombination verabreicht werden.

Bei Patienten mit EBC wurde ein Anstieg der Inzidenz symptomatischer und asymptomatischerkardialer Ereignisse beobachtet, wenn Trastuzumab nach einer anthrazyklinhaltigen Chemotherapieverabreicht wurde, verglichen mit der Anwendung eines nicht anthrazyklinhaltigen Regimes aus

Docetaxel und Carboplatin. Diese Ereignisse waren ausgeprägter, wenn Trastuzumab gleichzeitig mit

Taxanen verabreicht wurde, als wenn dies sequenziell zu Taxanen erfolgte. Unabhängig vomverwendeten Regime traten die meisten symptomatischen kardialen Ereignisse innerhalb der ersten18 Monate auf. In einer der drei durchgeführten Hauptstudien, für die eine mediane

Nachbeobachtungszeit von 5,5 Jahren vorhanden war (BCIRG006), wurde bei Patienten, denen

Trastuzumab gleichzeitig zu Taxanen nach einer anthrazyklinhaltigen Therapie verabreicht wurde, einkontinuierlicher Anstieg der kumulativen Rate symptomatischer kardialer oder LVEF-Ereignisse(auf bis zu 2,37 %) beobachtet, verglichen mit ca. 1 % in den zwei Vergleichsarmen (Anthrazyklinplus Cyclophosphamid, gefolgt von einem Taxan, und Taxan, Carboplatin und Trastuzumab).

Risikofaktoren für ein kardiales Ereignis, die in vier groß angelegten adjuvanten Studien identifiziertwurden, umfassten fortgeschrittenes Alter (> 50 Jahre), niedrigen LVEF-Ausgangswert (< 55 %), voroder nach der Einleitung der Paclitaxel-Behandlung einen Abfall der LVEF um 10 - 15 Prozentpunkteund vorherige oder gleichzeitige Anwendung blutdrucksenkender Arzneimittel. Bei Patienten, dienach Abschluss der adjuvanten Chemotherapie Trastuzumab erhielten, stand das Risiko einerkardialen Dysfunktion mit höheren kumulativen Anthrazyklin-Dosen, die vor der Einleitung der

Behandlung mit Trastuzumab gegeben wurden, und mit einem Body Mass Index (BMI) > 25 kg/m² in

Zusammenhang.

Neoadjuvante/adjuvante Behandlung

Herzuma sollte bei Patienten mit EBC, die für eine neoadjuvante/adjuvante Behandlung geeignet sind,in Kombination mit Anthrazyklinen nur bei chemotherapienaiven Patienten und nur in niedrigdosierten Anthrazyklin-Schemata, d. h. in maximalen kumulativen Doxorubicin-Dosen von 180 mg/m²oder Epirubicin-Dosen von 360 mg/m², angewendet werden.

Patienten, die im neoadjuvanten Setting mit einem kompletten Therapieregime niedrig dosierter

Anthrazykline in Kombination mit Herzuma behandelt wurden, sollten nach der Operation keinezusätzliche zytotoxische Chemotherapie erhalten. In anderen Situationen wird die Entscheidung überdie Notwendigkeit einer zusätzlichen zytotoxischen Chemotherapie anhand individueller Faktorengetroffen.

Die Erfahrungen mit der gleichzeitigen Verabreichung von Trastuzumab und einem niedrig dosierten

Anthrazyklin-Schema sind zurzeit auf zwei Studien (MO16432 und BO22227) begrenzt.

In der Hauptstudie MO16432 wurde Trastuzumab gleichzeitig mit einer neoadjuvanten Chemotherapie,die aus drei Zyklen Doxorubicin bestand (kumulative Dosis 180 mg/m²), verabreicht.

Die Inzidenz einer symptomatischen kardialen Dysfunktion lag im Trastuzumab-Arm bei 1,7 %.

In der Hauptstudie BO22227 wurde Trastuzumab gleichzeitig mit einer neoadjuvanten Chemotherapie,die vier Zyklen Epirubicin (kumulative Dosis 300 mg/m2) enthielt, verabreicht. Bei einer medianen

Nachbeobachtungsphase von mehr als 70 Monaten lag die Inzidenz einer

Herzinsuffizienz/kongestiven Herzinsuffizienz im intravenösen Arm von Trastuzumab bei 0,3 %.

Die klinische Erfahrung bei Patienten im Alter von über 65 Jahren ist begrenzt.

Infusionsbedingte Reaktionen (IRR) und Ü berempfindlichkeit

Schwerwiegende IRR auf Infusionen mit Herzuma einschließlich Dyspnoe, Hypotonie, Giemen(pfeifendes Atemgeräusch), Hypertonie, Bronchospasmus, supraventrikulärer Tachyarrhythmie,reduzierter Sauerstoffsättigung, Anaphylaxie, Atemnot, Urtikaria und Angioödem wurden berichtet(siehe Abschnitt 4.8). Um das Risiko für das Auftreten dieser Reaktionen zu reduzieren, kann eine

Prämedikation angewendet werden. Die Mehrzahl dieser Nebenwirkungen treten während oderinnerhalb der ersten 2,5 Stunden nach Beginn der ersten Infusion auf. Sollte eine infusionsbedingte

Reaktion auftreten, sollte die Herzuma-Infusion unterbrochen oder die Infusionsgeschwindigkeitverlangsamt werden, und der Patient sollte bis zum Abklingen aller beobachteten Symptomeüberwacht werden (siehe Abschnitt 4.2). Diese Symptome können mit Analgetika/Antipyretika, wie

Meperidin oder Paracetamol, oder einem Antihistaminikum, wie Diphenhydramin, behandelt werden.

Bei der Mehrzahl der Patienten klangen die Symptome ab, und sie erhielten anschließend weitere

Trastuzumab-Infusionen. Schwerwiegende Nebenwirkungen wurden erfolgreich mit unterstützenden

Maßnahmen, wie der Gabe von Sauerstoff, Beta-Agonisten und Corticosteroiden behandelt. Inseltenen Fällen endete der klinische Verlauf dieser Nebenwirkungen letal. Patienten mit Ruhedyspnoeaufgrund von Komplikationen bei fortgeschrittener Krebserkrankung und Begleiterkrankungen könnenein erhöhtes Risiko für eine letale Infusionsreaktion haben. Diese Patienten sollten deshalb nicht mit

Herzuma behandelt werden (siehe Abschnitt 4.3).

Eine anfängliche Verbesserung gefolgt von einer klinischen Verschlechterung und verzögerten

Reaktionen mit schneller klinischer Verschlechterung wurde ebenfalls berichtet. Todesfälle wurdeninnerhalb von Stunden bis zu einer Woche nach der Infusion beobachtet. In sehr seltenen Fällen kames bei Patienten erst nach mehr als sechs Stunden nach Beginn der Trastuzumab-Infusion zum

Auftreten infusionsbedingter und pulmonaler Symptome. Patienten sollten auf die Möglichkeit einesderartigen späten Auftretens hingewiesen und angewiesen werden, ihren Arzt zu benachrichtigen,wenn diese Symptome auftreten.

Pulmonale Ereignisse

Ü ber schwerwiegende pulmonale Ereignisse bei der Anwendung von Trastuzumab ist nach der

Markteinführung berichtet worden (siehe Abschnitt 4.8). Diese Ereignisse waren gelegentlich letal.

Zusätzlich wurde über Fälle von interstitieller Lungenerkrankung, einschließlich Lungeninfiltraten,akutem Atemnotsyndrom, Pneumonie, Pneumonitis, Pleuraerguss, Atemnot, akutem Lungenödem undrespiratorischer Insuffizienz, berichtet. Die Risikofaktoren, die mit einer interstitiellen

Lungenerkrankung verbunden sind, umfassen vorherige oder gleichzeitige Therapien mit anderenantineoplastischen Therapien, wie z. B. Taxan-, Gemcitabin-, Vinorelbin- und Strahlentherapie, vondenen bekannt ist, dass sie damit einhergehen. Diese Ereignisse können als Teil einerinfusionsbedingten Reaktion oder mit verzögertem Beginn eintreten. Für Patienten mit Ruhedyspnoeaufgrund von Komplikationen der fortgeschrittenen Krebserkrankung und Begleiterkrankungenbesteht ein erhöhtes Risiko von pulmonalen Ereignissen. Diese Patienten sollten deshalb nicht mit

Herzuma behandelt werden (siehe Abschnitt 4.3). Vorsicht ist geboten bei Pneumonitis, besonders bei

Patienten, die gleichzeitig mit Taxanen behandelt werden.

Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung

Herzuma enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Dosis, d. h. es ist nahezu 'natriumfrei“.

Dieses Arzneimittel enthält 0,6 mg Polysorbat 20 pro 150 mg-Durchstechflasche. Dieses Arzneimittelenthält 1,7 mg Polysorbat 20 pro 420 mg-Durchstechflasche. Polysorbate können allergische

Reaktionen hervorrufen. Teilen Sie Ihrem Arzt mit, ob bei Ihnen in der Vergangenheit schon einmaleine allergische Reaktion beobachtet wurde.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Es wurden keine formalen Studien zur Erfassung von Arzneimittelwechselwirkungen durchgeführt.

Klinisch signifikante Wechselwirkungen zwischen Herzuma und den in klinischen Studiengleichzeitig angewendeten Arzneimitteln wurden nicht beobachtet.

Wirkung von Trastuzumab auf die Pharmakokinetik von anderen antineoplastischen Arzneimitteln

Pharmakokinetische Daten aus den Studien BO15935 und M77004 bei Frauen mit HER2-positivem

MBC weisen darauf hin, dass die Exposition zu Paclitaxel und Doxorubicin (und deren

Hauptmetaboliten 6-α-Hydroxyl-Paclitaxel, POH und Doxorubicinol, DOL) durch das Vorhandenseinvon Trastuzumab nicht verändert wird (8 mg/kg oder 4 mg/kg intravenös als Initialdosis, gefolgt von6 mg/kg 3-wöchentlich oder 2 mg/kg wöchentlich intravenös). Dennoch kann Trastuzumab die

Gesamtexposition eines Doxorubicin-Metaboliten erhöhen (7-Desoxy-13-Dihydro-Doxorubicinon,

D7D). Die biologische Aktivität von D7D und die klinische Wirkung der Erhöhung dieses Metabolitenblieben ungewiss.

Daten aus der einarmigen Studie JP16003 mit Trastuzumab (4 mg/kg intravenös als Initialdosis und2 mg/kg intravenös wöchentlich) und Docetaxel (60 mg/m2 intravenös) bei japanischen Frauen mit

HER2-positivem MBC, lassen vermuten, dass die gleichzeitige Verabreichung von Trastuzumab keine

Auswirkung auf die Pharmakokinetik von Docetaxel bei Einzelgabe hat. Bei der Studie JP19959handelt es sich um eine Substudie von BO18255 (ToGA), die bei männlichen und weiblichenjapanischen Patienten mit fortgeschrittenem Magenkrebs durchgeführt wurde, um die

Pharmakokinetik von Capecitabin und Cisplatin bei Anwendung mit oder ohne Trastuzumab zuuntersuchen. Die Ergebnisse dieser Substudie lassen vermuten, dass die Exposition gegenüber denbiologisch aktiven Metaboliten von Capecitabin (z. B. 5-FU) durch die gleichzeitige Anwendung von

Cisplatin oder von Cisplatin plus Trastuzumab nicht beeinträchtigt wird. Capecitabin hat jedoch in

Kombination mit Trastuzumab höhere Konzentrationen und eine längere Halbwertszeit aufgewiesenals allein. Diese Daten lassen ebenfalls vermuten, dass die Pharmakokinetik von Cisplatin durch diegleichzeitige Anwendung von Capecitabin oder von Capecitabin plus Trastuzumab nicht beeinträchtigtwird.

Pharmakokinetische Daten aus der Studie H4613g/GO01305 bei Patienten mit metastasiertem oderlokal fortgeschrittenem, inoperablem HER2-positivem Krebs weisen darauf hin, dass Trastuzumabkeinen Einfluss auf die PK von Carboplatin hatte.

Wirkung antineoplastischer Arzneimittel auf die Pharmakokinetik von Trastuzumab

Ein Vergleich von simulierten Trastuzumab-Serumkonzentrationen nach Monotherapie mit

Trastuzumab (4 mg/kg Initialdosis/2 mg/kg einmal wöchentlich intravenös) und von

Serumkonzentrationen, die bei japanischen Frauen mit HER2-positivem MBC (Studie JP16003)beobachtet wurden, ergab keinen Hinweis darauf, dass die gleichzeitige Verabreichung von Docetaxeleine Wirkung auf die Pharmakokinetik von Trastuzumab hat.

Der Vergleich von PK-Ergebnissen aus zwei Phase-II-Studien (BO15935 und M77004) und einer

Phase-III-Studie (H0648g), in denen Patienten gleichzeitig mit Trastuzumab und Paclitaxel behandeltwurden, und zwei Phase-II-Studien, in denen Trastuzumab als Monotherapie (WO16229 und

MO16982) an Frauen mit HER2-positivem MBC verabreicht wurde, weist darauf hin, dassindividuelle und mittlere Talspiegel der Serumkonzentration von Trastuzumab innerhalb der Studienund von Studie zu Studie variierten, eine gleichzeitige Verabreichung von Paclitaxel jedoch keineeindeutige Wirkung auf die Pharmakokinetik von Trastuzumab hatte. Ein Vergleich von Trastuzumab-

PK-Daten aus der Studie M77004, in der Frauen mit HER2-positivem MBC gleichzeitig mit

Trastuzumab, Paclitaxel und Doxorubicin behandelt wurden, mit Trastuzumab-PK-Daten aus Studien,in denen Trastuzumab als Monotherapie (H0649g) oder in Kombination mit Anthrazyklinen plus

Cyclophosphamid oder Paclitaxel (Studie H0648g) angewendet wurde, lassen vermuten, dass

Doxorubicin und Paclitaxel keine Auswirkung auf die Pharmakokinetik von Trastuzumab haben.

Pharmakokinetik-Daten aus der Studie H4613g/GO01305 weisen darauf hin, dass Carboplatin keine

Auswirkung auf die PK von Trastuzumab hatte.

Die gleichzeitige Verabreichung von Anastrozol schien keine Auswirkungen auf die Pharmakokinetikvon Trastuzumab zu haben.

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Frauen im gebärfähigen Alter/Empfängnisverhütung

Frauen im gebärfähigen Alter sollten angewiesen werden, während der Behandlung mit Herzuma undfür 7 Monate nach dem Ende der Behandlung, eine zuverlässige Verhütungsmethode anzuwenden(siehe Abschnitt 5.2).

Schwangerschaft

Reproduktionsstudien wurden an Cynomolgus-Affen mit Dosierungen bis zum 25-Fachen derwöchentlichen Erhaltungsdosis beim Menschen von 2 mg/kg der intravenösen Darreichungsform von

Trastuzumab durchgeführt. Sie ergaben keinen Hinweis auf eine Beeinträchtigung der Fertilität odereine Schädigung des Fötus. Trastuzumab erwies sich im frühen (20. bis 50. Gestationstag) und späten(120. bis 150. Gestationstag) Stadium der fötalen Entwicklung als plazentagängig. Ob Trastuzumabdie Reproduktionsfähigkeit beeinträchtigen kann, ist nicht bekannt. Da Reproduktionsstudien am Tiernicht immer aussagekräftig für die Reaktion beim Menschen sind, sollte die Gabe von Trastuzumabwährend der Schwangerschaft vermieden werden, es sei denn, der potenzielle Nutzen für die Mutterüberwiegt das potenzielle Risiko für den Fötus.

Nach der Markteinführung sind bei schwangeren Frauen, die mit Trastuzumab behandelt wurden, in

Zusammenhang mit Oligohydramnien Fälle von Wachstumsstörungen der Niere und/oder

Nierenfunktionsstörungen beim Fötus berichtet worden, von denen manche mit tödlich verlaufenderpulmonaler Hypoplasie des Fötus einhergingen. Frauen, die schwanger werden, sollten darüberinformiert werden, dass möglicherweise der Fötus geschädigt werden kann. Wenn eine schwangere

Frau mit Herzuma behandelt wird oder eine Patientin, während sie Herzuma erhält, oder in den7 Monaten nach der letzten Dosis von Herzuma schwanger wird, ist eine engmaschige Ü berwachungdurch ein multidisziplinäres Team wünschenswert.

Stillzeit

Eine Studie an Cynomolgus-Affen, die vom 120. bis zum 150. Tag der Trächtigkeit das 25-Fache derwöchentlichen Erhaltungsdosis beim Menschen von 2 mg/kg der intravenösen Darreichungsform von

Trastuzumab erhielten, zeigte, dass Trastuzumab postpartal in die Milch übertritt. Die intrauterine

Exposition gegenüber Trastuzumab und der Nachweis von Trastuzumab im Serum von

Affensäuglingen ging vom Zeitpunkt der Geburt bis zu einem Alter von 1 Monat mit keinerlei

Wachstums- oder Entwicklungsbeeinträchtigung einher. Es ist nicht bekannt, ob Trastuzumab beim

Menschen in die Milch übertritt. Da menschliches IgG1 jedoch in die Milch abgegeben wird und das

Gefährdungspotenzial für den Säugling nicht bekannt ist, sollten Frauen während einer Therapie mit

Herzuma und für 7 Monate nach der letzten Dosis nicht stillen.

Fertilität

Es liegen keine Daten zur Fertilität vor.

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Maschinen

Herzuma hat geringen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen (siehe Abschnitt 4.8). Während der Behandlung mit Herzuma können Schwindelgefühlund Somnolenz auftreten (siehe Abschnitt 4.8). Patienten mit infusionsbedingten Symptomen (siehe

Abschnitt 4.4) sollten angewiesen werden, nicht aktiv am Straßenverkehr teilzunehmen oder

Maschinen zu bedienen, bis die Symptome abklingen.

4.8 Nebenwirkungen

Zusammenfassung des Sicherheitsprofils

Unter den schwerwiegendsten und/oder häufigsten Nebenwirkungen, über die unter der Anwendungvon Trastuzumab bislang berichtet wurde, sind kardiale Dysfunktion, Infusionsreaktionen,

Hämatotoxizität (insbesondere Neutropenie), Infektionen und unerwünschte pulmonale

Nebenwirkungen.

Tabellarische Auflistung der Nebenwirkungen

In diesem Abschnitt wurden die folgenden Kategorien für die Häufigkeit verwendet: Sehr häufig(≥ 1/10), häufig (≥ 1/100 bis < 1/10), gelegentlich (≥ 1/1 000 bis < 1/100), selten (≥ 1/10 000 bis< 1/1 000), sehr selten (< 1/10 000), nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Datennicht abschätzbar). Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen nachabnehmendem Schweregrad aufgelistet.

In Tabelle 1 sind die Nebenwirkungen aufgelistet, die in Verbindung mit der intravenösen Anwendungvon Trastuzumab allein oder in Kombination mit einer Chemotherapie in klinischen Hauptstudien undnach der Markteinführung berichtet wurden.

Alle einbezogenen Angaben basieren auf dem höchsten Prozentsatz, der in den Hauptstudienbeobachtet wurde. Zusätzlich sind Angaben, die nach der Markteinführung berichtet wurden,

Bestandteil der Tabelle 1.

Tabelle 1: Nebenwirkungen, die mit Trastuzumab intravenös als Monotherapie oder in

Kombination mit einer Chemotherapie in den Hauptstudien (N = 8 386) und nach der

Markteinführung berichtet wurden

Systemorganklasse Nebenwirkung Häufigkeit

Infektionen und parasitäre Infektion Sehr häufig

Erkrankungen Nasopharyngitis Sehr häufig

Neutropenische Sepsis Häufig

Zystitis Häufig

Influenza Häufig

Sinusitis Häufig

Hautinfektion Häufig

Rhinitis Häufig

Infektion der oberen Atemwege Häufig

Harnwegsinfektion Häufig

Pharyngitis Häufig

Gutartige, bösartige und Progression der malignen Tumorerkrankung Nicht bekanntnicht spezifizierte Progression der Tumorerkrankung Nicht bekannt

Neubildungen (einschl.

Zysten und Polypen)

Erkrankungen des Blutes Febrile Neutropenie Sehr häufigund des Lymphsystems Anämie Sehr häufig

Neutropenie Sehr häufig

Leukozytenzahl erniedrigt/Leukopenie Sehr häufig

Thrombozytopenie Sehr häufig

Hypoprothrombinämie Nicht bekannt

Immunthrombozytopenie Nicht bekannt

Erkrankungen des Ü berempfindlichkeit Häufig

Immunsystems +Anaphylaktische Reaktion Selten+Anaphylaktischer Schock Selten

Stoffwechsel- und Gewicht erniedrigt/Gewichtsverlust Sehr häufig

Ernährungsstörungen Anorexie Sehr häufig

Systemorganklasse Nebenwirkung Häufigkeit

Tumorlyse-Syndrom Nicht bekannt

Hyperkaliämie Nicht bekannt

Psychiatrische Schlaflosigkeit Sehr häufig

Erkrankungen Angst Häufig

Depression Häufig

Erkrankungen des 1Tremor Sehr häufig

Nervensystems Schwindelgefühl Sehr häufig

Kopfschmerzen Sehr häufig

Parästhesie Sehr häufig

Geschmacksstörung Sehr häufig

Periphere Neuropathie Häufig

Erhöhter Muskeltonus Häufig

Somnolenz Häufig

Augenerkrankungen Konjunktivitis Sehr häufig

Verstärkte Tränensekretion Sehr häufig

Trockenes Auge Häufig

Papillenödem Nicht bekannt

Netzhautblutung Nicht bekannt

Erkrankungen des Ohrs Taubheit Gelegentlichund des Labyrinths

Herzerkrankungen 1Blutdruck erniedrigt Sehr häufig1Blutdruck erhöht Sehr häufig1Herzschläge unregelmäßig Sehr häufig1Herzflattern Sehr häufig

Auswurffraktion vermindert* Sehr häufig+Herzinsuffizienz (kongestiv) Häufig+1Supraventrikuläre Tachyarrhythmie Häufig

Kardiomyopathie Häufig1Palpitation Häufig

Perikarderguss Gelegentlich

Kardiogener Schock Nicht bekannt

Galopprhythmus vorhanden Nicht bekannt

Gefäßerkrankungen Hitzewallung Sehr häufig+1Hypotonie Häufig

Vasodilatation Häufig

Erkrankungen der +Dyspnoe Sehr häufig

Atemwege, des Husten Sehr häufig

Brustraums und Epistaxis Sehr häufig

Mediastinums Rhinorrhoe Sehr häufig+Pneumonie Häufig

Asthma Häufig

Lungenerkrankung Häufig+Pleuraerguss Häufig+1Giemen (pfeifendes Atemgeräusch) Gelegentlich

Pneumonitis Gelegentlich+Lungenfibrose Nicht bekannt+Atemstörung Nicht bekannt+Respiratorische Insuffizienz Nicht bekannt+Lungeninfiltration Nicht bekannt+Akutes Lungenödem Nicht bekannt+Akutes Atemnotsyndrom Nicht bekannt+Bronchospasmus Nicht bekannt+Hypoxie Nicht bekannt+Sauerstoffsättigung erniedrigt Nicht bekannt

Systemorganklasse Nebenwirkung Häufigkeit

Kehlkopfödem Nicht bekannt

Orthopnoe Nicht bekannt

Lungenödem Nicht bekannt

Interstitielle Lungenerkrankung Nicht bekannt

Erkrankungen des Diarrhö Sehr häufig

Gastrointestinaltrakts Erbrechen Sehr häufig

Ü belkeit Sehr häufig1Geschwollene Lippen Sehr häufig

Abdominalschmerz Sehr häufig

Dyspepsie Sehr häufig

Obstipation Sehr häufig

Stomatitis Sehr häufig

Hämorrhoiden Häufig

Mundtrockenheit Häufig

Leber- und Hepatozelluläre Verletzung Häufig

Gallenerkrankungen Hepatitis Häufig

Druckschmerz der Leber Häufig

Ikterus Selten

Erkrankungen der Haut Erythem Sehr häufigund des Unterhautgewebes Ausschlag Sehr häufig1Geschwollenes Gesicht Sehr häufig

Haarausfall Sehr häufig

Nagelveränderungen Sehr häufig

Palmar-plantares Erythrodysästhesie- Sehr häufig

Syndrom (Hand-Fuß-Syndrom)

Akne Häufig

Trockene Haut Häufig

Ekchymose Häufig

Hyperhidrose Häufig

Makulopapulöser Ausschlag Häufig

Pruritus Häufig

Onychoklasie Häufig

Dermatitis Häufig

Urtikaria Gelegentlich

Angioödem Nicht bekannt

Skelettmuskulatur-, Arthralgie Sehr häufig

Bindegewebs- und 1Muskelspannung Sehr häufig

Knochenerkrankungen Myalgie Sehr häufig

Arthritis Häufig

Rückenschmerzen Häufig

Knochenschmerzen Häufig

Muskelspasmen Häufig

Nackenschmerzen Häufig

Schmerzen in den Extremitäten Häufig

Erkrankungen der Nieren Nierenerkrankung Häufigund Harnwege Membranöse Glomerulonephritis Nicht bekannt

Glomerulonephropathie Nicht bekannt

Nierenversagen Nicht bekannt

Schwangerschaft, Oligohydramnion Nicht bekannt

Wochenbett und perinatale Nierenhypoplasie Nicht bekannt

Erkrankungen Lungenhypoplasie Nicht bekannt

Erkrankungen der Brustentzündung/Mastitis Häufig

Geschlechtsorgane und der

Brustdrüse

Systemorganklasse Nebenwirkung Häufigkeit

Allgemeine Erkrankungen Asthenie Sehr häufigund Beschwerden am Schmerzen im Brustkorb Sehr häufig

Verabreichungsort Schüttelfrost Sehr häufig

Abgeschlagenheit Sehr häufig

Grippe-ähnliche Symptome Sehr häufig

Infusionsbedingte Reaktion Sehr häufig

Schmerzen Sehr häufig

Fieber Sehr häufig

Schleimhautentzündung Sehr häufig

Peripheres Ö dem Sehr häufig

Unwohlsein Häufig

Ö deme Häufig

Verletzung, Vergiftung Prellung Häufigund durch Eingriffebedingte Komplikationen+ Kennzeichnet Nebenwirkungen, die in Verbindung mit tödlichem Ausgang berichtet wurden.1 Kennzeichnet Nebenwirkungen, die größtenteils in Verbindung mit infusionsbedingten Reaktionen berichtetwurden. Für diese ist der spezifische Prozentsatz nicht verfügbar.

* Beobachtet bei Kombinationstherapie nach Anthrazyklinen und kombiniert mit Taxanen.

Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen
Kardiale Dysfunktion

Kongestive Herzinsuffizienz (NYHA Klasse II - IV) ist eine häufige Nebenwirkung, die in

Zusammenhang mit der Anwendung von Herzuma steht und mit tödlichem Ausgang in Verbindunggebracht wurde (siehe Abschnitt 4.4). Anzeichen und Symptome einer kardialen Dysfunktion, wie

Dyspnoe, Orthopnoe, verstärkter Husten, Lungenödem, S3-Galopprhythmus oder verringerteventrikuläre Auswurffraktion, wurden bei Patienten beobachtet, die mit Trastuzumab behandeltwurden (siehe Abschnitt 4.4).

In 3 klinischen Hauptstudien zur adjuvanten Gabe von Trastuzumab in Kombination mit

Chemotherapie war die Inzidenz von kardialer Dysfunktion 3./4. Grades (insbesonderesymptomatischer kongestiver Herzinsuffizienz) bei den Patienten, die nur mit Chemotherapiebehandelt wurden (d. h. kein Trastuzumab erhielten), und bei Patienten, die Trastuzumab nach einem

Taxan erhielten, ähnlich (0,3 - 0,4 %). Die Rate war bei jenen Patienten am höchsten, denen

Trastuzumab gleichzeitig mit einem Taxan verabreicht wurde (2,0 %). Im neoadjuvanten Setting sinddie Erfahrungen bzgl. einer gleichzeitigen Anwendung von Trastuzumab mit einem niedrig dosierten

Anthrazyklin-Schema begrenzt (siehe Abschnitt 4.4).

Wenn Trastuzumab nach dem Ende einer adjuvanten Chemotherapie angewendet wurde, wurde nacheiner medianen Nachbeobachtungszeit von 12 Monaten bei 0,6 % der Patienten im Einjahresarm

NYHA Klasse III - IV Herzinsuffizienz beobachtet. In der Studie BO16348 lag die Inzidenz schwerer

KHI (NYHA Klasse III & IV) nach einer medianen Nachbeobachtung von 8 Jahren im

Behandlungsarm nach 1 Jahr Therapie mit Trastuzumab bei 0,8 % und die symptomatischer undasymptomatischer linksventrikulärer Dysfunktion lag bei 4,6 %.

Die Reversibilität schwerer KHI (definiert als eine Sequenz von mindestens zwei aufeinanderfolgenden LVEF-Werten ≥ 50 % nach dem Ereignis) war bei 71,4 % der mit Trastuzumab behandelten

Patienten offensichtlich. Die Reversibilität milder symptomatischer und asymptomatischerlinksventrikulärer Dysfunktion wurde bei 79,5 % der Patienten belegt. Ca. 17 % der Ereignisse, diemit kardialer Dysfunktion zusammenhingen, traten nach Abschluss der Behandlung mit Trastuzumabauf.

In den Hauptstudien zu MBC mit der intravenösen Darreichungsform von Trastuzumab schwankte die

Inzidenz kardialer Dysfunktion, wenn es in Kombination mit Paclitaxel gegeben wurde, zwischen 9 %und 12 %, im Vergleich zu 1 % - 4 % bei Paclitaxel-Monotherapie. Bei einer Monotherapie lag die

Rate bei 6 % - 9 %. Die höchste Rate kardialer Dysfunktion wurde bei Patienten berichtet, die

Trastuzumab zusammen mit Anthrazyklin/Cyclophosphamid erhielten (27 %), und sie war signifikanthöher als bei Anthrazyklin/Cyclophosphamid allein (7 % - 10 %). In einer nachfolgenden Prüfung mitprospektivem Monitoring der kardialen Funktion lag die Inzidenz symptomatischer KHI bei Patienten,die Trastuzumab und Docetaxel erhielten, bei 2,2 %, im Vergleich zu 0 % bei Patienten, die nur

Docetaxel erhielten. Bei den meisten Patienten (79 %), bei denen in diesen Prüfungen eine kardiale

Dysfunktion auftrat, kam es nach Erhalt einer Standardtherapie der KHI zu einer Verbesserung.

Infusionsreaktionen, allergieähnliche Reaktionen und Ü berempfindlichkeit

Es wird geschätzt, dass bei metastasiertem Brustkrebs ungefähr 40 % der Patienten, die mit

Trastuzumab behandelt werden, eine infusionsbedingte Reaktion erfahren. Allerdings verläuft die

Mehrzahl der infusionsbedingten Reaktionen mild bis moderat in ihrer Intensität (NCI-CTC-

Einstufungssystem) und tritt tendenziell früh in der Behandlung auf, d. h. während der ersten, zweitenund dritten Infusion, und verringert sich in ihrer Häufigkeit bei nachfolgenden Infusionen. Die

Reaktionen beinhalten Schüttelfrost, Fieber, Dyspnoe, Hypotonie, Giemen (pfeifendes Atemgeräusch),

Bronchospasmus, Tachykardie, verringerte Sauerstoffsättigung, Atemnot, Exanthem, Ü belkeit,

Erbrechen und Kopfschmerzen (siehe Abschnitt 4.4). Die Häufigkeit infusionsbedingter Reaktionenaller Schweregrade variierte zwischen den Studien in Abhängigkeit von der Indikation, von der

Methode der Datenerhebung und davon, ob Trastuzumab gleichzeitig mit einer Chemotherapie oderals Monotherapie verabreicht wurde.

Schwere anaphylaktische Reaktionen, welche ein sofortiges zusätzliches Eingreifen erfordern, tretennormalerweise während der ersten oder zweiten Infusion von Trastuzumab auf (siehe Abschnitt 4.4)und wurden mit einem tödlichen Ausgang in Verbindung gebracht.

In Einzelfällen sind anaphylaktoide Reaktionen beobachtet worden.

Hämatotoxizität

Sehr häufig traten febrile Neutropenie, Leukopenie, Anämie, Thrombozytopenie und Neutropenie auf.

Die Häufigkeit des Auftretens von Hypoprothrombinämie ist nicht bekannt. Das Risiko einer

Neutropenie kann leicht erhöht sein, wenn Trastuzumab mit Docetaxel nach einer

Anthrazyklintherapie verabreicht wird.

Pulmonale Ereignisse

Schwere pulmonale Nebenwirkungen treten in Zusammenhang mit der Anwendung von Trastuzumabauf und wurden mit einem tödlichen Ausgang in Verbindung gebracht. Diese beinhalten, aber sindnicht beschränkt auf, Lungeninfiltrate, akutes respiratorisches Distress-Syndrom, Pneumonie,

Pneumonitis, Pleuraerguss, Atemnot, akutes Lungenödem und respiratorische Insuffizienz (siehe

Abschnitt 4.4).

Details zu Risikominimierungsmaßnahmen, die mit dem EU-Risikomanagement-Plan übereinstimmen,sind (in Abschnitt 4.4) unter 'Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die

Anwendung“ dargestellt.

Immunogenität

In der neoadjuvanten/adjuvanten Studie zu EBC (BO22227) entwickelten 10,1 % (30/296) der

Patienten, die intravenös mit Trastuzumab behandelt wurden, während einer medianen

Nachbeobachtungsphase von mehr als 70 Monaten Antikörper gegen Trastuzumab. Im Arm mit

Trastuzumab intravenös wurden nach Behandlungsbeginn bei 2 von 30 der Patienten neutralisierende

Antikörper gegen Trastuzumab nachgewiesen.

Die klinische Relevanz dieser Antikörper ist nicht bekannt. Das Vorliegen von Antikörpern gegen

Trastuzumab hatte keinen Einfluss auf die Pharmakokinetik, die Wirksamkeit (bestimmt auf der Basisder pathologischen Komplettremission [pathological Complete Response - pCR] und desereignisfreien Ü berlebens [event free survival - EFS]) und die Sicherheit (bestimmt auf der Basis des

Auftretens anwendungsbedingter Reaktionen) von Trastuzumab intravenös.

Zu Trastuzumab bei Magenkarzinom liegen keine Daten zur Immunogenität vor.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Ü berwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.

4.9 Überdosierung

Aus klinischen Prüfungen liegen keine Erfahrungen zur Ü berdosierung beim Menschen vor.

Einzelgaben von Herzuma als Monotherapeutikum von mehr als 10 mg/kg wurden in den klinischen

Prüfungen nicht verabreicht; eine Erhaltungsdosis von 10 mg/kg q3w nach einer Initialdosis von8 mg/kg wurde in einer klinischen Prüfung bei Patienten mit metastasiertem Magenkarzinomuntersucht. Dosierungen bis zu dieser Höhe wurden gut vertragen.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Antineoplastische Substanzen, monoklonale Antikörper, ATC-Code:

L01FD01

Herzuma ist ein biologisch/biotechnologisch hergestelltes Arzneimittel, das im Wesentlichen einembereits zugelassenen Arzneimittel gleicht. Ausführliche Informationen sind auf den Internetseiten der

Europäischen Arzneimittel-Agentur https://www.ema.europa.eu verfügbar.

Trastuzumab ist ein rekombinanter humanisierter monoklonaler IgG1-Antikörper gegen denmenschlichen epidermalen Wachstumsfaktorrezeptor 2 (HER2). Eine Ü berexpression von HER2 istbei 20 % bis 30 % aller primären Mammakarzinome zu beobachten. Studien zur HER2-Positivität bei

Magenkarzinom (GC) unter Verwendung von immunhistochemischen Verfahren (IHC) und

Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung (FISH) oder Chromogen-in-situ-Hybridisierung (CISH) zeigten,dass eine breite Streuung von HER2-Positivität vorliegen kann, die von 6,8 % bis 34 % für IHC undvon 7,1 % bis 42,6 % für FISH reichte. Wie aus Studien hervorgeht, haben Patienten mit Brustkrebs,deren Tumore HER2 überexprimieren, gegenüber Patienten ohne HER2-überexprimierende Tumoreeine kürzere krankheitsfreie Ü berlebenszeit. Die extrazelluläre Domäne des Rezeptors (ECD, p105)kann in den Blutstrom freigesetzt und in Serumproben gemessen werden.

Wirkmechanismus

Trastuzumab bindet mit hoher Affinität und Spezifität an die Subdomäne IV, eine

Juxtamembranregion in der extrazellulären Domäne von HER2. Die Bindung von Trastuzumab an

HER2 inhibiert das Liganden-unabhängige HER2-Signal und verhindert die proteolytische Spaltungdieser extrazellulären Domäne, einen Aktivierungsmechanismus von HER2. Dementsprechend wurdesowohl in In-vitro-Versuchen als auch am Tier nachgewiesen, dass Trastuzumab die Proliferationmenschlicher Tumorzellen, die HER2 überexprimieren, hemmt. Darüber hinaus ist Trastuzumab einhochwirksamer Mediator für Antikörper-abhängige zellvermittelte Zytotoxizität (ADCC). In vitrowurde belegt, dass im Vergleich zu Krebszellen ohne HER2-Ü berexpression eine Trastuzumab-vermittelte ADCC vorzugsweise an HER2-überexprimierenden Krebszellen wirksam wird.

Nachweis der HER2-Ü berexpression oder der HER2-Genamplifikation

Nachweis der HER2-Ü berexpression oder der HER2-Genamplifikation bei Brustkrebs

Herzuma sollte nur zur Behandlung von Patienten angewendet werden, deren Tumore das

HER2-Protein überexprimieren oder eine HER2-Genamplifikation aufweisen, die durch eine genaueund validierte Untersuchung ermittelt wurde. Eine HER2-Ü berexpression sollte durch eineimmunhistochemische Untersuchung (IHC) fixierter Tumorblöcke diagnostiziert werden (siehe

Abschnitt 4.4). Eine HER2-Genamplifikation sollte mittels Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung (FISH)oder Chromogen-in-situ-Hybridisierung (CISH) fixierter Tumorblöcke diagnostiziert werden.

Patienten sind dann für eine Therapie mit Herzuma geeignet, wenn sie eine starke

HER2-Ü berexpression aufweisen, wie sie unter der 3+-Einstufung für IHC beschrieben ist, oder wennein positives FISH- oder CISH-Ergebnis vorliegt.

Um genaue und reproduzierbare Ergebnisse zu erhalten, muss die Testung in spezialisierten

Laboratorien durchgeführt werden, die eine Validierung der Testmethoden sicherstellen können.

Das für die Beurteilung der IHC-Färbungsmuster empfohlene Bewertungssystem ist in

Tabelle 2 dargestellt:

Tabelle 2: Empfohlenes Einstufungssystem zur Beurteilung der IHC-Färbungsmuster bei

Brustkrebs

Beurteilung der HER2-

Einstufung Färbungsmuster

Ü berexpression

Es ist keine Färbung oder Membranfärbung0 Negativbei < 10 % der Tumorzellen zu beobachten.

Eine schwache/kaum wahrnehmbare

Membranfärbung ist bei > 10 % der Tumorzellen1+ Negativzu beobachten. Die Zellen sind nur an Teilenihrer Membran gefärbt.

Eine schwache bis mäßige Färbung der gesamten2+ Membran ist bei > 10 % der Tumorzellen zu Nicht eindeutigbeobachten.

Starke vollständige Membranfärbung ist3+ Positivbei > 10 % der Tumorzellen zu beobachten.

Im Allgemeinen wird der Test mit FISH als positiv gewertet, wenn pro Tumorzelle das Verhältnis von

Anzahl der Kopien des HER2-Gens zu Anzahl der Kopien des Chromosoms 17 größer oder gleich2 ist, oder, falls keine Chromosom-17-Kontrolle durchgeführt wurde, wenn mehr als 4 Kopien des

HER2-Gens pro Tumorzelle vorliegen.

Im Allgemeinen wird der Test mit CISH als positiv gewertet, wenn mehr als 5 Kopien des

HER2-Gens pro Zellkern in mehr als 50 % der Tumorzellen vorliegen.

Zur vollständigen Anleitung der Durchführung und Auswertung der Bestimmung beachten Sie bittedie Gebrauchsanweisung der standardisierten FISH- und CISH-Test-Kits. Es können auch offizielle

Empfehlungen zur Messung von HER2 angewendet werden.

Für jede andere Methode, die zur Bestimmung des HER2-Proteins oder der Genexpression verwendetwird, sollten die Untersuchungen nur in Laboratorien durchgeführt werden, die eine Durchführungvalidierter Methoden nach aktuellem Stand der Technik anbieten. Solche Methoden müssen eineausreichende Präzision und Richtigkeit aufweisen, um eine HER2-Ü berexpression zu zeigen undmüssen in der Lage sein, zwischen mäßiger (übereinstimmend mit 2+) und starker (übereinstimmendmit 3+) Ü berexpression von HER2 unterscheiden zu können.

Nachweis der HER2-Ü berexpression oder der HER2-Genamplifikation beim Magenkarzinom

Der Nachweis der HER2-Ü berexpression bzw. der HER2-Genamplifikation sollte nur mit einergenauen und validierten Untersuchung erfolgen. Als primäres Untersuchungsverfahren wird eine

IHC-Untersuchung empfohlen, und in Fällen, bei denen auch ein HER2-Genamplifikations-Statuserforderlich ist, muss entweder eine Silber-in-situ-Hybridisierungs- (SISH-) oder FISH-Methodeangewendet werden. Die Anwendung der SISH-Methode wird jedoch empfohlen, damit die

Tumorhistologie und -morphologie parallel ausgewertet werden können. Um die Validierung der

Testverfahren und die Generierung von präzisen und reproduzierbaren Ergebnissen sicherzustellen,müssen die HER2-Untersuchungen in einem Labor mit entsprechend geschulten Mitarbeiterndurchgeführt werden. Die vollständige Anleitung zur Durchführung der Bestimmung und Auswertungder Ergebnisse entnehmen Sie bitte den Gebrauchsanweisungen der verwendeten

HER2-Messverfahren.

In der ToGA Studie (BO18255) wurden Patienten mit entweder IHC3+ oder FISH-positiven Tumorenals HER2-positiv definiert und in die Studie eingeschlossen. Basierend auf den klinischen

Studienergebnissen waren die positiven Effekte auf Patienten mit den höchsten Werten an

HER2-Protein-Ü berexpression begrenzt, definiert durch IHC3+ oder IHC2+ und einen positiven

FISH-Befund.

In einer Methodenvergleichsstudie (Studie D008548) von SISH- und FISH-Methoden zur Feststellungder HER2-Genamplifikation bei Patienten mit Magenkarzinom wurde eine hohe

Ü bereinstimmungsrate (> 95 %) beobachtet.

Eine HER2-Ü berexpression sollte durch eine immunhistochemische Untersuchung (IHC) fixierter

Tumorblöcke diagnostiziert werden. Eine HER2-Genamplifikation sollte mittels einer In-situ-

Hybridisierung unter Anwendung von entweder SISH oder FISH an fixierten Tumorblöckendiagnostiziert werden.

Das in Tabelle 3 dargestellte Bewertungssystem wird für die Beurteilung der IHC-Färbungsmusterempfohlen:

Tabelle 3: Empfohlenes Einstufungssystem zur Beurteilung der IHC-Färbungsmuster bei

Magenkarzinom

Chirurgisches Beurteilung der

Biopsie-Probenmaterial -

Einstufung Probenmaterial - HER2-

Färbungsmuster

Färbungsmuster Ü berexpression

Keine Reaktivität oder Keine Reaktivität oder0 Membranreaktivität bei Membranreaktivität in keinerlei Negativ< 10 % der Tumorzellen Tumorzellen

Schwache/kaum Tumorzellencluster mit einerwahrnehmbare schwachen/kaum

Membranreaktivität bei ≥ 10 % wahrnehmbaren1+ Negativder Tumorzellen; die Zellen Membranreaktivität unabhängigsind nur an Teilen ihrer vom Prozentsatz gefärbter

Membran reaktiv Tumorzellen

Tumorzellencluster mit einer

Schwache bis mäßige schwachen bis mäßigenvollständige oder basolaterale vollständigen basolateralen oder2+ Nicht eindeutig

Membranreaktivität bei ≥ 10 % lateralen Membranreaktivitätder Tumorzellen unabhängig vom Prozentsatzgefärbter Tumorzellen

Chirurgisches Beurteilung der

Biopsie-Probenmaterial -

Einstufung Probenmaterial - HER2-

Färbungsmuster

Färbungsmuster Ü berexpression

Tumorzellencluster mit einer

Starke vollständige, starken vollständigenbasolaterale oder laterale basolateralen oder lateralen3+ Positiv

Membranreaktivität in ≥ 10 % Membranreaktivität unabhängigder Tumorzellen vom Prozentsatz gefärbter

Tumorzellen

Im Allgemeinen wird der Test mit SISH oder FISH als positiv gewertet, wenn das Verhältnis von

Anzahl der Kopien des HER2-Gens pro Tumorzelle zu Anzahl der Kopien des Chromosoms 17 größeroder gleich 2 ist.

Klinische Wirksamkeit und Sicherheit
Metastasierter Brustkrebs

Trastuzumab wurde in klinischen Prüfungen als Monotherapeutikum an Patienten mit MBCverabreicht, deren Tumore HER2 überexprimierten und die auf eine oder mehrere Chemotherapienihrer metastasierten Erkrankung nicht angesprochen hatten (Trastuzumab allein).

Trastuzumab wurde auch in Kombination mit Paclitaxel oder Docetaxel zur Behandlung von Patienteneingesetzt, die vorher noch keine Chemotherapie gegen ihr metastasiertes Mammakarzinom erhaltenhatten. Patienten, die vorher eine adjuvante Chemotherapie auf Anthrazyklin-Basis erhalten hatten,erhielten Paclitaxel (175 mg/m2, Infusionsdauer 3 Stunden) zusammen mit oder ohne Trastuzumab. Inder Hauptstudie mit Docetaxel (100 mg/m2 infundiert über 1 Stunde) zusammen mit oder ohne

Trastuzumab hatten 60 % der Patienten vorher eine adjuvante Anthrazyklin-basierte Chemotherapieerhalten. Die Patienten wurden bis zum Progress der Erkrankung mit Trastuzumab behandelt.

Die Wirksamkeit von Trastuzumab in Kombination mit Paclitaxel wurde bei Patienten, die vorher keinadjuvantes Anthrazyklin erhalten haben, nicht untersucht. Jedoch war Trastuzumab plus Docetaxel bei

Patienten wirksam, unabhängig davon, ob diese vorher adjuvantes Anthrazyklin erhalten hatten odernicht.

Die Testmethode zur Untersuchung der HER2-Ü berexpression, die in den klinischen Hauptstudien mit

Trastuzumab als Monotherapie und Trastuzumab plus Paclitaxel eingesetzt wurde, um die Eignung der

Patienten zu bestimmen, basierte auf der immunhistochemischen Färbung des HER2 an fixiertem

Material von Brustkrebstumoren unter Verwendung der monoklonalen Mausantikörper CB11 und 4D5.

Diese Gewebe wurden in Formalin oder Bouin-Lösung fixiert. Dieser Test wurde in einem zentralen

Laboratorium durchgeführt, wobei eine Skala von 0 bis 3+ verwendet wurde. Patienten, deren

Anfärbung als 2+ oder 3+ eingestuft wurde, wurden eingeschlossen, während diejenigen mit einer

Anfärbung von 0 oder 1+ ausgeschlossen wurden. Mehr als 70 % der aufgenommenen Patientenzeigten eine Ü berexpression von 3+. Die Daten legen nahe, dass die positiven Effekte bei Patientenmit stärkerer Ü berexpression von HER2 (3+) ausgeprägter waren.

In der Hauptstudie mit Docetaxel, alleine oder zusammen mit Trastuzumab, war die

Immunhistochemie die häufigste Testmethode zur Ermittlung einer HER2-Ü berexpression. Einekleine Anzahl der Patienten wurde mittels Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung (FISH) getestet. Indieser Studie waren 87 % der teilnehmenden Patienten IHC3+ und 95 % der teilnehmenden Patientenwaren IHC3+ und/oder FISH-positiv.

Wöchentliche Anwendung bei metastasiertem Brustkrebs

Die Wirksamkeitsdaten der Studien zur Monotherapie und zur Kombinationstherapie sind in Tabelle 4zusammengefasst:

Tabelle 4: Wirksamkeitsdaten aus der Monotherapie- und den Kombinationstherapiestudien

Parameter Monotherapie Kombinationstherapie

Trastuzumab1 Trastuzumab Paclitaxel2 Trastuzumab Docetaxel3plus plus

Paclitaxel2 Docetaxel3n = 172 n = 68 n = 77 n = 92 n = 94

Ansprechrate18 % 49 % 17 % 61 % 34 %(95 % Konfi-(13 - 25) (36 - 61) (9 - 27) (50 - 71) (25 - 45)denzintervall)

Mediane

Ansprechzeit9,1 8,3 4,6 11,7 5,7(Monate)(5,6 - 10,3) (7,3 - 8,8) (3,7 - 7,4) (9,3 - 15,0) (4,6 - 7,6)(95 % Konfi-denzintervall)

Median TTP(Monate) (95 % 3,2 7,1 3,0 11,7 6,1

Konfidenz- (2,6 - 3,5) (6,2 - 12,0) (2,0 - 4,4) (9,2 - 13,5) (5,4 - 7,2)intervall)

Mediane

Ü berlebenszeit16,4 24,8 17,9 31,2 22,74(Monate)(12,3 - n.b.) (18,6 - 33,7) (11,2 - 23,8) (27,3 - 40,8) (19,1 - 30,8)(95 % Konfi-denzintervall)

TTP = time to progression (Zeitspanne bis zum Fortschreiten der Erkrankung); 'n.b.“ bedeutet, dass der Wertnicht bestimmt werden konnte oder noch nicht erreicht war.

1. Studie H0649g: IHC3+ Patientensubpopulation2. Studie H0648g: IHC3+ Patientensubpopulation3. Studie M77001: Gesamtpopulation (intent-to-treat), 24-Monats-Ergebnisse

Kombinationsbehandlung mit Trastuzumab und Anastrozol

Trastuzumab wurde in Kombination mit Anastrozol zur First-Line-Behandlung bei MBC beipostmenopausalen Patienten, die HER2 überexprimieren und die Hormonrezeptor‒ (d.

h. Östrogenrezeptor‒ und/oder Progesteronrezeptor‒) positiv sind, untersucht. Die progressionsfreie

Ü berlebenszeit verdoppelte sich im Studienarm mit Trastuzumab und Anastrozol im Vergleich zu

Anastrozol allein (4,8 Monate gegenüber 2,4 Monaten). Die anderen Parameter, bei denen die

Kombination eine Verbesserung zeigte, waren: das Gesamtansprechen (16,5 % gegenüber 6,7 %); derklinische Nutzen (42,7 % gegenüber 27,9 %); die Zeit bis zur Progression (4,8 Monate gegenüber2,4 Monaten). Für die Zeit bis zum Ansprechen und für die Dauer des Ansprechens konnte kein

Unterschied zwischen den Studienarmen verzeichnet werden. Die mediane Gesamtüberlebenszeitverlängerte sich bei den Patienten im Kombinationsarm um 4,6 Monate. Der Unterschied warstatistisch nicht signifikant, jedoch wechselte mehr als die Hälfte der Patienten im Studienarm mit

Anastrozol allein nach Fortschreiten der Erkrankung zu einem Dosierungsschema mit Trastuzumab.

3-wöchentliche Anwendung bei metastasiertem Brustkrebs

Die Wirksamkeitsdaten der nichtvergleichenden Studien zur Monotherapie und zur

Kombinationstherapie sind in Tabelle 5 zusammengefasst:

Tabelle 5: Wirksamkeitsdaten aus den nichtvergleichenden Monotherapie- und

Kombinationstherapiestudien

Parameter Monotherapie Kombinationstherapie

Trastuzumab1 Trastuzumab2 Trastuzumab Trastuzumabplus Paclitaxel3 plus Docetaxel4n = 105 n = 72 n = 32 n = 110

Ansprechrate 24 % 27 % 59 % 73 %(95 % Konfidenz- (15 - 35) (14 - 43) (41 - 76) (63 - 81)intervall)

Mediane Ansprechzeit 10,1 7,9 10,5 13,4(Monate) (Bereich) (2,8 - 35,6) (2,1 - 18,8) (1,8 - 21) (2,1 - 55,1)

Median TTP (Monate) 3,4 7,7 12,2 13,6(95 % Konfidenz- (2,8 - 4,1) (4,2 - 8,3) (6,2 - n.b.) (11 - 16)intervall)

Mediane Ü berlebenszeit(Monate) 47,3n.b. n.b. n.b.

(95 % Konfidenz- (32 - n.b.)intervall)

TTP = time to progression (Zeitspanne bis zum Fortschreiten der Erkrankung);'n.b.“ bedeutet, dass der Wert nicht bestimmt werden konnte oder noch nicht erreicht war.

1. Studie WO16229: Initialdosis 8 mg/kg, gefolgt von 6 mg/kg 3-wöchentliche Anwendung2. Studie MO16982: Initialdosis 6 mg/kg wöchentlich dreimal; gefolgt von 6 mg/kg 3-wöchentliche

Anwendung3. Studie BO159354. Studie MO16419

Auftreten einer Progression

Bei Patienten, die mit der Kombination von Trastuzumab plus Paclitaxel behandelt worden waren, trateine Progression in der Leber signifikant seltener auf als bei Patienten, die mit Paclitaxel alleinbehandelt wurden (21,8 % gegenüber 45,7 %; p = 0,004). Eine Progression im Zentralnervensystemtrat bei einer größeren Anzahl an Patienten auf, die mit Trastuzumab plus Paclitaxel behandelt wordenwaren, als bei Patienten, die nur mit Paclitaxel behandelt worden waren (12,6 % gegenüber 6,5 %;p = 0,377).

Brustkrebs im Frühstadium (adjuvantes Setting)

Brustkrebs im Frühstadium ist definiert als nicht metastasiertes primäres invasives Karzinom der Brust.

Im adjuvanten Behandlungssetting wurde Trastuzumab in vier groß angelegten, multizentrischen,randomisierten Studien untersucht:

- Die Studie BO16348 wurde durchgeführt, um die 3-wöchentliche Behandlung mit Trastuzumabüber ein Jahr oder über zwei Jahre mit der Beobachtung von Patienten mit HER2-positivem

EBC nach einer Operation, Standard-Chemotherapie und Strahlentherapie (soweit zutreffend)zu vergleichen. Außerdem wurde ein Vergleich zwischen der einjährigen Behandlung mit

Trastuzumab und der zweijährigen Behandlung mit Trastuzumab durchgeführt. Patienten, dieder Verabreichung von Trastuzumab zugeteilt wurden, erhielten eine Initialdosis von 8 mg/kg,gefolgt von 6 mg/kg alle 3 Wochen über einen Zeitraum von entweder einem oder zwei Jahren.

- Die Studien NSABP B-31 und NCCTG N9831, die in einer gemeinsamen Auswertungzusammengefasst sind, wurden durchgeführt, um den klinischen Nutzen einer kombinierten

Behandlung von Trastuzumab mit Paclitaxel nach AC Chemotherapie zu untersuchen. In der

Studie NCCTG N9831 wurde außerdem eine Gabe von Trastuzumab im Anschluss an die

AC→P Chemotherapie bei Patienten mit HER2-positivem EBC nach einer Operation untersucht.

- In der Studie BCIRG 006 wurde die Kombination einer Trastuzumab-Behandlung mit

Docetaxel, entweder nach AC Chemotherapie oder in Kombination mit Docetaxel und

Carboplatin, bei Patienten mit HER2-positivem EBC nach einer Operation untersucht.

Brustkrebs im Frühstadium wurde in der HERA-Studie beschränkt auf operable, primäre, invasive

Adenokarzinome der Brust, mit positivem axillärem Lymphknotenbefall oder negativem axillärem

Lymphknotenbefall mit Tumoren von mindestens 1 Zentimeter Durchmesser.

In der gemeinsamen Auswertung der Studien NSABP B-31 und NCCTG N9831 war EBC beschränktauf Frauen mit operablem Brustkrebs mit hohem Risiko, das definiert war als HER2-positiv undpositivem axillärem Lymphknotenbefall oder als HER2-positiv und negativem axillärem

Lymphknotenbefall mit Hochrisikomerkmalen (Tumorgröße > 1 cm und negativem Ö strogenrezeptoroder Tumorgröße > 2 cm, ungeachtet des Hormonstatus).

In der Studie BCIRG 006 war HER2-positiver EBC definiert als entweder positiver

Lymphknotenbefall oder Hochrisikopatienten ohne Lymphknotenbefall (pN0) und mindestens einemder folgenden Faktoren: Tumorgröße > 2 cm, Ö strogen- und Progesteronrezeptor negativ,histologischer und/oder nuklearer Grad 2 - 3 oder Alter < 35 Jahre.

Die Wirksamkeitsdaten aus der Studie BO16348 von 12 Monaten* und 8 Jahren** medianer

Nachbeobachtung sind in Tabelle 6 zusammengefasst:

Tabelle 6: Wirksamkeitsdaten aus der Studie BO16348

Mediane Nachbeobachtung Mediane Nachbeobachtung12 Monate* 8 Jahre**

Trastuzumab Trastuzumab

Beobachtung Beobachtung

Parameter 1 Jahr 1 Jahrn = 1 693 n = 1 697***n = 1 693 n = 1 702***

Krankheitsfreies Ü berleben

- Anzahl der Patienten mit 219 (12,9 %) 127 (7,5 %) 570 (33,6 %) 471 (27,7 %)

Ereignis

- Anzahl der Patienten ohne 1 474 (87,1 %) 1 566 (92,5 %) 1 127 (66,4 %) 1 231 (72,3 %)

Ereignisp-Wert gegenüber < 0,0001 < 0,0001

Beobachtung

Hazard Ratio gegenüber 0,54 0,76

Beobachtung

Rezidivfreies Ü berleben

- Anzahl der Patienten mit 208 (12,3 %) 113 (6,7 %) 506 (29,8 %) 399 (23,4 %)

Ereignis

- Anzahl der Patienten ohne 1 485 (87,7 %) 1 580 (93,3 %) 1 191 (70,2 %) 1 303 (76,6 %)

Ereignisp-Wert gegenüber < 0,0001 < 0,0001

Beobachtung

Hazard Ratio gegenüber 0,51 0,73

Beobachtung

Fernmetastasenfreies

Ü berleben

- Anzahl der Patienten mit 184 (10,9 %) 99 (5,8 %) 488 (28,8 %) 399 (23,4 %)

Ereignis

- Anzahl der Patienten ohne 1 508 (89,1 %) 1 594 (94,6 %) 1 209 (71,2 %) 1 303 (76,6 %)

Ereignisp-Wert gegenüber < 0,0001 < 0,0001

Beobachtung

Hazard Ratio gegenüber 0,50 0,76

Beobachtung

Mediane Nachbeobachtung Mediane Nachbeobachtung12 Monate* 8 Jahre**

Trastuzumab Trastuzumab

Beobachtung Beobachtung

Parameter 1 Jahr 1 Jahrn = 1 693 n = 1 697***n = 1 693 n = 1 702***

Gesamtüberleben (Tod)

- Anzahl der Patienten mit 40 (2,4 %) 31 (1,8 %) 350 (20,6 %) 278 (16,3 %)

Ereignis

- Anzahl der Patienten ohne 1 653 (97,6 %) 1 662 (98,2 %) 1 347 (79,4 %) 1 424 (83,7 %)

Ereignisp-Wert gegenüber 0,24 0,0005

Beobachtung

Hazard Ratio gegenüber 0,75 0,76

Beobachtung

*Der ko-primäre Endpunkt krankheitsfreies Ü berleben (DFS) von 1 Jahr gegenüber Beobachtung hat denvordefinierten statistischen Grenzwert erreicht

**Finale Analyse (einschließlich Crossover von 52 % der Patienten aus dem Beobachtungsarm in die Arme mit

Trastuzumab)

***Es gibt eine Diskrepanz in der gesamten Probengröße, da eine kleine Anzahl an Patienten nach dem Cut-off-

Datum der 12-monatigen medianen Nachbeobachtungsanalyse randomisiert wurde

Die Ergebnisse zur Wirksamkeit aus der Interims-Wirksamkeitsanalyse überschritten die im Protokollvordefinierte statistische Grenze für den Vergleich von 1 Jahr Trastuzumab gegenüber Beobachtung.

Nach einer medianen Nachbeobachtung von 12 Monaten lag die Hazard Ratio (HR) fürkrankheitsfreies Ü berleben bei 0,54 (95 % KI: 0,44; 0,67), was, bezogen auf eine 2-jährigekrankheitsfreie Ü berlebensrate, einem absoluten Nutzen von 7,6 Prozentpunkten (85,8 % gegenüber78,2 %) zugunsten des Studienarms mit Trastuzumab entspricht.

Eine finale Analyse wurde nach einer medianen Nachbeobachtung von 8 Jahren durchgeführt undzeigte, dass eine Behandlung mit Trastuzumab über 1 Jahr mit einer Risikoverringerung von 24 %gegenüber der Beobachtung allein einhergeht (HR = 0,76; 95 % KI: 0,67; 0,86). Dies ergibt nach einer

Trastuzumab-Behandlung von 1 Jahr einen absoluten Nutzen im Sinne von einer krankheitsfreien8-Jahres-Ü berlebensrate von 6,4 Prozentpunkten.

In dieser finalen Analyse zeigte eine Verlängerung der Behandlung mit Trastuzumab auf 2 Jahregegenüber einer Behandlung über 1 Jahr keinen zusätzlichen Nutzen (krankheitsfreies Ü berleben[disease free survival - DFS] HR in der Intent-to-Treat-Population [ITT] von 2 Jahren gegenüber1 Jahr = 0,99 [95 % KI: 0,87; 1,13], p-Wert = 0,90 und OS HR = 0,98 [0,83; 1,15]; p-Wert = 0,78).

Die Rate asymptomatischer kardialer Dysfunktion war im 2-Jahres-Behandlungsarm erhöht (8,1 %gegenüber 4,6 % im 1-Jahres-Behandlungsarm). Im 2-Jahres-Behandlungsarm kam es bei mehr

Patienten zu einem unerwünschten Ereignis von Grad 3 oder 4 (20,4 %) als im 1-Jahres-

Behandlungsarm (16,3 %).

In den Studien NSABP B-31 und NCCTG N9831 wurde Trastuzumab nach AC Chemotherapie in

Kombination mit Paclitaxel verabreicht.

Doxorubicin und Cyclophosphamid wurden gleichzeitig wie folgt verabreicht:

- intravenöse Bolusinjektion von Doxorubicin, 60 mg/m², gegeben alle 3 Wochen, über 4 Zyklen.

- intravenöses Cyclophosphamid, 600 mg/m² über 30 min, gegeben alle 3 Wochen, über 4 Zyklen.

Paclitaxel in Kombination mit Trastuzumab wurde wie folgt verabreicht:

- intravenöses Paclitaxel - 80 mg/m² als intravenöse Dauerinfusion, gegeben einmal pro Woche,über 12 Wochenoder

- intravenöses Paclitaxel - 175 mg/m² als intravenöse Dauerinfusion, gegeben alle 3 Wochen,über 4 Zyklen (am Tag 1 jedes Zyklus).

Die Wirksamkeitsdaten der gemeinsamen Auswertung der Studien NSABP B-31 und NCCTG N9831zum Zeitpunkt der endgültigen Analyse des krankheitsfreien Ü berlebens (DFS)* sind in Tabelle 7zusammengefasst. Die mediane Dauer der Nachbeobachtung betrug 1,8 Jahre bei Patienten im AC→P

Arm und 2,0 Jahre bei Patienten im AC→PH Arm.

Tabelle 7: Zusammenfassung der Wirksamkeitsdaten aus der gemeinsamen Auswertung der

Studien NSABP B-31 und NCCTG N9831 zum Zeitpunkt der endgültigen Analyse deskrankheitsfreien Ü berlebens (DFS)*

Hazard Ratio vs.

AC→P AC→PH AC→P

Parameter(n = 1 679) (n = 1 672) (95 % KI)p-Wert

Krankheitsfreies Ü berleben0,48 (0,39; 0,59)

Anzahl der Patienten mit 261 (15,5) 133 (8,0)p < 0,0001

Ereignis (%)

Auftreten von Fernmetastasen0,47 (0,37; 0,60)

Anzahl der Patienten mit 193 (11,5) 96 (5,7)p < 0,0001

Ereignis

Tod (OS-Ereignis): Anzahl 0,67 (0,48; 0,92)92 (5,5) 62 (3,7)der Patienten mit Ereignis (%) p = 0,014**

A: Doxorubicin; C: Cyclophosphamid; P: Paclitaxel; H: Trastuzumab

* Nach einer medianen Dauer der Nachbeobachtung von 1,8 Jahren bei Patienten im AC→P-Arm und 2,0 Jahrenbei Patienten im AC→PH-Arm

** Der p-Wert für das Gesamtüberleben (OS) überschritt die vordefinierte statistische Grenze für den Vergleichvon AC→PH gegenüber AC→P nicht

In Bezug auf den primären Endpunkt krankheitsfreies Ü berleben (DFS) führte die Zugabe von

Trastuzumab zur Chemotherapie mit Paclitaxel zu einem 52%igen Rückgang des Risikos für ein

Wiederauftreten der Krankheit. Die Hazard Ratio ergibt einen absoluten Nutzen im Hinblick auf einegeschätzte 3-jährige krankheitsfreie Ü berlebensrate von 11,8 Prozentpunkten (87,2 % gegenüber75,4 %) zugunsten des AC→PH (Trastuzumab) Arms.

Zum Zeitpunkt des Sicherheitsupdates nach der medianen Nachbeobachtungsdauer von3,5 - 3,8 Jahren bestätigte eine Analyse des krankheitsfreien Ü berlebens nochmals den großen Vorteil,der in der maßgeblichen Analyse des krankheitsfreien Ü berlebens bereits gezeigt wurde. Trotz des

Cross-overs zu Trastuzumab im Kontrollarm verringerte die zusätzliche Gabe von Trastuzumab zur

Chemotherapie mit Paclitaxel das Risiko des Wiederauftretens der Krankheit um 52 %. Diezusätzliche Gabe von Trastuzumab zur Chemotherapie mit Paclitaxel verringerte außerdem das

Sterberisiko um 37 %.

Die vordefinierte finale Analyse des Gesamtüberlebens (OS) aus der gemeinsamen Analyse der

Studien NSABP B-31 und NCCTG N9831 wurde durchgeführt, nachdem 707 Todesfälle aufgetretenwaren (mediane Nachbeobachtung 8,3 Jahre in der AC→PH-Gruppe). Die Behandlung mit AC→PHführte zu einer statistisch signifikanten Verbesserung des Gesamtüberlebens (OS) im Vergleich zu der

Behandlung mit AC→P (stratifizierte HR = 0,64; 95 % KI [0,55; 0,74]; Log-Rank p-Wert < 0,0001).

Nach 8 Jahren betrug die geschätzte Überlebensrate im AC→PH-Arm 86,9 % und im AC→P-Arm79,4 %, ein absoluter Nutzen von 7,4 % (95 % KI 4,9 %; 10,0 %).

Die finalen Ergebnisse bezüglich des Gesamtüberlebens (OS) aus der gemeinsamen Analyse der

Studien NSABP B-31 und NCCTG N9831 sind in Tabelle 8 zusammengefasst:

Tabelle 8: Finale Analyse des Gesamtüberlebens (OS) aus der gemeinsamen Analyse der Studien

NSABP B-31 und NCCTG N9831

Hazard

AC→P AC→PH p-Wert vs. Ratio vs.

Parameter(n = 2 032) (n = 2 031) AC→P AC→P(95 % KI)

Tod (OS-Ereignis):0,64

Anzahl der Patienten mit 418 (20,6 %) 289 (14,2 %) < 0,0001(0,55; 0,74)

Ereignis (%)

A: Doxorubicin; C: Cyclophosphamid; P: Paclitaxel; H: Trastuzumab

Auf der Basis der gemeinsamen Analyse der Studien NSABP B-31 und NCCTG N9831 wurde zum

Zeitpunkt der finalen OS-Analyse auch eine DFS-Analyse durchgeführt. Die aktualisierten Ergebnisseder DFS-Analyse (stratifizierte HR = 0,61; 95 % KI [0,54; 0,69]) zeigten im Vergleich zurmaßgeblichen primären DFS-Analyse einen ähnlichen Nutzen, obwohl 24,8 % der Patienten im

AC→P-Arm auf eine Behandlung mit Trastuzumab umgestellt wurden. Nach 8 Jahren betrug diegeschätzte Rate des krankheitsfreien Überlebens im AC→PH Arm 77,2 % (95 % KI: 75,4; 79,1), einabsoluter Nutzen von 11,8 % im Vergleich zum AC→P Arm.

In der BCIRG 006-Studie wurde Trastuzumab entweder nach AC Chemotherapie in Kombination mit

Docetaxel verabreicht (AC→DH) oder in Kombination mit Docetaxel und Carboplatin (DCarbH).

Docetaxel wurde wie folgt verabreicht:

- intravenöses Docetaxel - 100 mg/m² als intravenöse Infusion über 1 Stunde, gegeben alle3 Wochen über 4 Zyklen (im ersten Docetaxel-Zyklus am Tag 2, in jedem darauffolgenden

Zyklus am Tag 1)oder

- intravenöses Docetaxel - 75 mg/m² als intravenöse Infusion über 1 Stunde, gegeben alle3 Wochen, über 6 Zyklen (im ersten Docetaxel-Zyklus am Tag 2, in jedem darauffolgenden

Zyklus am Tag 1)gefolgt von:

- Carboplatin - Ziel-AUC = 6 mg/ml/min, verabreicht als intravenöse Infusion über30 - 60 Minuten alle 3 Wochen über insgesamt 6 Zyklen.

Trastuzumab wurde wöchentlich zusammen mit der Chemotherapie verabreicht und anschließend alle3 Wochen über insgesamt 52 Wochen.

Die Wirksamkeitsdaten aus BCIRG 006 sind in den Tabellen 9 und 10 zusammengefasst. Die mediane

Dauer der Nachbeobachtung betrug 2,9 Jahre im AC→D-Arm und jeweils 3,0 Jahre im AC→DH- und

AC→DCarbH-Arm.

Tabelle 9: Ü berblick der Wirksamkeitsanalysen BCIRG 006 AC→D vs. AC→DH

Hazard Ratio vs.

AC→D AC→DH AC→D

Parameter(n = 1 073) (n = 1 074) (95 % KI)p-Wert

Krankheitsfreies Ü berleben0,61 (0,49; 0,77)

Anzahl der Patienten mit 195 134p < 0,0001

Ereignis

Auftreten von Fernmetastasen0,59 (0,46; 0,77)

Anzahl der Patienten mit 144 95p < 0,0001

Ereignis

Tod (OS-Ereignis)0,58 (0,40; 0,83)

Anzahl der Patienten mit 80 49p = 0,0024

Ereignis

AC→D = Doxorubicin plus Cyclophosphamid, gefolgt von Docetaxel; AC→DH = Doxorubicin plus

Cyclophosphamid, gefolgt von Docetaxel plus Trastuzumab; KI = Konfidenzintervall

Tabelle 10: Ü berblick der Wirksamkeitsanalysen BCIRG 006 AC→D vs. DCarbH

Hazard Ratio vs.

AC→D DCarbH AC→D

Parameter(n = 1 073) (n = 1 074) (95 % KI)p-Wert

Krankheitsfreies Ü berleben0,67 (0,54; 0,83)

Anzahl der Patienten mit 195 145p = 0,0003

Ereignis

Auftreten von Fernmetastasen0,65 (0,50; 0,84)

Anzahl der Patienten mit 144 103p = 0,0008

Ereignis

Tod (OS-Ereignis)0,66 (0,47; 0,93)

Anzahl der Patienten mit 80 56p = 0,0182

Ereignis

AC→D = Doxorubicin plus Cyclophosphamid, gefolgt von Docetaxel; DCarbH = Docetaxel, Carboplatin und

Trastuzumab; KI = Konfidenzintervall

In Bezug auf den primären Endpunkt krankheitsfreies Ü berleben (DFS) ergab die Hazard Ratio in der

BCIRG 006-Studie einen absoluten Nutzen im Hinblick auf eine geschätzte 3-jährige krankheitsfreie

Ü berlebensrate von 5,8 Prozentpunkten (86,7 % gegenüber 80,9 %) zugunsten des AC→DH(Trastuzumab) Arms und 4,6 Prozentpunkten (85,5 % gegenüber 80,9 %) zugunsten des DCarbH(Trastuzumab) Arms, im Vergleich zu AC→D.

In der Studie BCIRG 006 hatten 213/1 075 Patienten im DCarbH (TCH) Arm, 221/1 074 Patienten im

AC→DH (AC→TH) Arm und 217/1 073 im AC→D (AC→T) Arm einen Karnofsky-Index von≤ 90 (entweder 80 oder 90). Es wurde kein Vorteil für krankheitsfreies Ü berleben (DFS) in dieser

Patientensubgruppe festgestellt (Hazard Ratio = 1,16; 95 % KI [0,73; 1,83] für DCarbH [TCH]gegenüber AC→D [AC→T]; Hazard Ratio = 0,97; 95 % KI [0,60; 1,55] für AC→DH [AC→TH]gegenüber AC→D).

Zusätzlich wurde eine explorative Post-hoc-Analyse auf Basis der Datensätze aus den gemeinsamen

Analysen der klinischen Studien NSABP B-31/NCCTG N9831* und BCIRG006 durchgeführt, die daskrankheitsfreie Ü berleben und die symptomatischen kardialen Ereignisse kombiniert. Das Ergebnis istin Tabelle 11 zusammengefasst:

Tabelle 11: Ergebnisse der explorativen Post-hoc-Analyse auf Basis der gemeinsamen

Auswertung der klinischen Studien NSABP B-31/NCCTG N9831* und BCIRG006, die daskrankheitsfreie Ü berleben und die symptomatischen kardialen Ereignisse kombiniert

AC→PH

AC→DH DCarbH(vs. AC→P)

Parameter (vs. AC→D) (vs. AC→D)(NSABP B-31 und(BCIRG 006) (BCIRG 006)

NCCTG N9831)*

Primäre Wirksamkeitsanalyse

Krankheitsfreies Ü berleben 0,48 0,61 0,67

Hazard Ratio (0,39; 0,59) (0,49; 0,77) (0,54; 0,83)(95 % KI) p < 0,0001 p < 0,0001 p = 0,0003p-Wert

Langzeit-Nachbeobachtung

Wirksamkeitsanalyse**0,61 0,72 0,77

Krankheitsfreies Ü berleben(0,54; 0,69) (0,61; 0,85) (0,65; 0,90)

Hazard Ratiop < 0,0001 p < 0,0001 p = 0,0011(95 % KI)p-Wert

Explorative Post-hoc-Analysemit krankheitsfreiem

Ü berleben undsymptomatischen kardialen 0,67 0,77 0,77

Ereignissen (0,60; 0,75) (0,66; 0,90) (0,66; 0,90)

Langzeit-Nachbeobachtung**

Hazard Ratio(95 % KI)

A: Doxorubicin; C: Cyclophosphamid; P: Paclitaxel; D: Docetaxel; Carb: Carboplatin; H: Trastuzumab;

KI = Konfidenzintervall

* Zum Zeitpunkt der endgültigen Analyse des krankheitsfreien Ü berlebens (DFS). Die mediane Dauer der

Nachbeobachtung betrug im AC→P-Arm 1,8 Jahre und im AC→PH-Arm 2,0 Jahre.

** Die mediane Dauer der Langzeit-Nachbeobachtung für die gemeinsame Auswertung der klinischen Studienbetrug im AC→PH-Arm 8,3 Jahre (Bereich: 0,1 bis 12,1) und im AC→P-Arm 7,9 Jahre (Bereich: 0,0 bis 12,2).

Die mediane Dauer der Langzeit-Nachbeobachtung in der Studie BCIRG006 betrug sowohl im AC→D-Arm(Bereich: 0,0 bis 12,6) als auch im DCarbH-Arm (Bereich: 0,0 bis 13,1) 10,3 Jahre und im AC→DH-Arm10,4 Jahre (Bereich: 0,0 bis 12,7).

Brustkrebs im Frühstadium (neoadjuvantes/adjuvantes Setting)

Bis jetzt sind keine Ergebnisse verfügbar, die die Wirksamkeit von Trastuzumab mit Chemotherapieim adjuvanten Setting mit der Wirksamkeit im neoadjuvanten/adjuvanten Setting vergleichen.

Im neoadjuvanten Behandlungssetting wurde die multizentrische, randomisierte Studie MO16432 zur

Untersuchung der klinischen Wirksamkeit der gleichzeitigen Verabreichung von Trastuzumab mitneoadjuvanter Chemotherapie sowohl mit einem Anthrazyklin als auch mit einem Taxan, gefolgt vonadjuvantem Trastuzumab, bis hin zu einer gesamten Behandlungsdauer von 1 Jahr, durchgeführt. Indie Studie wurden Patienten mit neu diagnostiziertem, lokal fortgeschrittenem (Stadium III) oderentzündlichem EBC eingeschlossen. Patienten mit HER2+-Tumoren wurden entweder neoadjuvanter

Chemotherapie in Kombination mit neoadjuvantem/adjuvantem Trastuzumab oder neoadjuvanter

Chemotherapie allein randomisiert zugewiesen.

In der Studie MO16432 wurde Trastuzumab (8 mg/kg Initialdosis, gefolgt von 6 mg/kg

Erhaltungsdosis alle 3 Wochen) gleichzeitig mit 10 Zyklen einer neoadjuvanten Chemotherapie nachfolgendem Schema verabreicht:

* Doxorubicin 60 mg/m2 und Paclitaxel 150 mg/m2, 3-wöchentlich über 3 Zyklen verabreicht,gefolgt von:

* Paclitaxel 175 mg/m2, 3-wöchentlich über 4 Zyklen verabreicht,gefolgt von:

* CMF am Tag 1 und 8 alle 4 Wochen über 3 Zyklennach der Operation gefolgt von:

* zusätzlichen Zyklen von adjuvantem Trastuzumab (um eine Behandlungsdauer von einem Jahrzu erreichen).

Die Wirksamkeitsdaten aus der Studie MO16432 sind in Tabelle 12 zusammengefasst. Die mediane

Dauer der Nachbeobachtung betrug im Trastuzumab-Arm 3,8 Jahre.

Tabelle 12: Wirksamkeitsdaten aus MO16432

Parameter Chemotherapie Chemotherapie+ Trastuzumab allein(n = 115) (n = 116)

Ereignisfreies Ü berleben Hazard Ratio(95 % KI)

Anzahl der Patienten mit 46 59 0,65 (0,44; 0,96)

Ereignis p = 0,0275

Totale pathologische40 % 20,7 %

Komplettremission* p = 0,0014(31,0; 49,6) (13,7; 29,2)(95 % KI)

Gesamtüberleben Hazard Ratio(95 % KI)

Anzahl der Patienten mit 22 33 0,59 (0,35; 1,02)

Ereignis p = 0,0555

* definiert als Nichtauftreten invasiver Tumoren sowohl in der Brust als auch den axillären Lymphknoten

Ein absoluter Nutzen von 13 Prozentpunkten (65 % gegenüber 52 %) wurde in Bezug auf einegeschätzte 3-jährige ereignisfreie Ü berlebensrate zugunsten des Trastuzumab-Arms ermittelt.

Metastasiertes Magenkarzinom

Trastuzumab wurde in einer randomisierten, offenen Phase-III-Studie, ToGA (BO18255), in

Kombination mit Chemotherapie versus Chemotherapie allein untersucht.

Die Chemotherapie wurde wie folgt verabreicht:

- Capecitabin - 1000 mg/m2 oral zweimal täglich über 14 Tage alle 3 Wochen für 6 Zyklen (vom

Abend des 1. Tages bis zum Morgen des 15. Tages eines jeden Zyklus)oder

- Intravenöses 5-Fluorouracil - 800 mg/m2/Tag als intravenöse Dauerinfusion über 5 Tage, alle3 Wochen für 6 Zyklen (Tag 1 bis 5 eines jeden Zyklus)

Eine der beiden Therapien wurde jeweils verabreicht mit:

- Cisplatin - 80 mg/m2 alle 3 Wochen für 6 Zyklen am Tag 1 eines jeden Zyklus.

Die Wirksamkeitsdaten aus der Studie BO18255 sind in Tabelle 13 zusammengefasst:

Tabelle 13: Wirksamkeitsdaten aus BO18225

Parameter FP FP+H HR (95 % p-Wertn = 290 n = 294 Konfidenzintervall)

Medianes Gesamtüberleben 11,1 13,8 0,74 (0,60 - 0,91) 0,0046(Monate)

Medianes progressionsfreies 5,5 6,7 0,71 (0,59 - 0,85) 0,0002

Ü berleben (Monate)

Mediane Zeit bis zum Fortschreiten 5,6 7,1 0,70 (0,58 - 0,85) 0,0003der Erkrankung (Monate)

Gesamtansprechrate, % 34,5 % 47, 3% 1,70a (1,22; 2,38) 0,0017

Mediane Dauer des Ansprechens 4,8 6,9 0,54 (0,40 - 0,73) < 0,0001(Monate)

FP+H: Fluoropyrimidin/Cisplatin + Trastuzumab

FP: Fluoropyrimidin/Cisplatina: Odds Ratio

In die Studie aufgenommen wurden Patienten mit zuvor nicht behandeltem HER2-positiveminoperablem lokal fortgeschrittenem oder rezidivierendem und/oder metastasiertem Adenokarzinomdes Magens oder des gastroösophagealen Ü bergangs, welches kurativ nicht zu behandeln war. Derprimäre Endpunkt war das Gesamtüberleben, definiert als Zeit vom Datum der Randomisierung biszum Datum, an dem der Patient verstarb, unabhängig von der jeweiligen Todesursache. Zum

Zeitpunkt der Analyse waren insgesamt 349 randomisierte Patienten gestorben: 182 Patienten(62,8 %) im Kontrollarm und 167 Patienten (56,8 %) im Behandlungsarm. Die meisten Todesfällewaren auf Ereignisse zurückzuführen, die in Zusammenhang mit der zugrunde liegenden

Krebserkrankung standen.

Post hoc durchgeführte Subgruppenanalysen zeigen, dass positive Behandlungseffekte auf Tumore mitstärkerer Expression des HER2-Proteins (IHC2+/FISH+ oder IHC3+) beschränkt sind. Das mediane

Gesamtüberleben der Gruppe mit hoher HER2-Expression betrug 11,8 Monate gegenüber 16 Monaten,

HR 0,65 (95 % KI 0,51 - 0,83) und das mittlere progressionsfreie Ü berleben betrug 5,5 Monategegenüber 7,6 Monaten, HR 0,64 (95 % KI 0,51 - 0,79) für FP bzw. FP+H. Für das Gesamtüberlebenbetrug die Hazard Ratio 0,75 (95 % KI 0,51 - 1,11) in der IHC2+/FISH+ Gruppe und 0,58 (95 % KI0,41 - 0,81) in der IHC3+/FISH+ Gruppe.

In einer explorativen Subgruppenanalyse in der ToGA Studie (BO18255) zeigte sich kein Vorteil in

Bezug auf das Gesamtüberleben durch die zusätzliche Gabe von Trastuzumab bei Patienten mit ECOG

PS2 als Ausgangswert (HR 0,96 [95 % KI 0,51 - 1,79]), nicht messbarer (HR 1,78[95 % KI 0,87 - 3,66]) und lokal fortgeschrittener Erkrankung (HR 1,20 [95 % KI 0,29 - 4,97]).

Kinder und Jugendliche

Die Europäische Arzneimittel-Agentur hat für Trastuzumab eine Freistellung von der Verpflichtungzur Vorlage von Ergebnissen zu Studien in allen pädiatrischen Altersklassen bei Brust- und

Magenkrebs gewährt (siehe Abschnitt 4.2 bzgl. Informationen zur Anwendung bei Kindern und

Jugendlichen).

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Die Pharmakokinetik von Trastuzumab wurde im Rahmen einer populationspharmakokinetischen

Modellanalyse, unter Verwendung von gepoolten Daten von 1 582 Individuen, einschließlich

Patienten mit HER2-positivem MBC, EBC, fortgeschrittenem Magenkarzinom (AGC - advancedgastric cancer) oder anderen Tumorarten, sowie gesunder Probanden, aus 18 Phase-I-, -II-und -III-Studien mit intravenösem Trastuzumab, bewertet. Ein Zwei-Kompartiment-Modell mitparallel linearer und nichtlinearer Elimination aus dem zentralen Kompartiment beschrieb das

Konzentrations-Zeit-Profil von Trastuzumab. Daher kann für die Halbwertszeit von Trastuzumab keinkonstanter Wert abgeleitet werden. Die t1/2 ist mit abnehmender Konzentration innerhalb des

Dosierungsintervalls rückläufig (siehe Tabelle 16). Patienten mit MBC und mit EBC hatten ähnliche

PK-Parameter (z. B. Clearance [CL], Verteilungsvolumen des zentralen Kompartiments [Vc]) undpopulationsprognostizierte Steady- State-Expositionen (Cmin, Cmax und AUC). Die lineare Clearancelag für MBC bei 0,136 l/Tag, für EBC bei 0,112 l/Tag und für AGC bei 0,176 l/Tag. Die Werte dernichtlinearen Eliminationsparameter bei Patienten mit MBC, EBC oder AGC lagen für die maximale

Eliminationsgeschwindigkeit (Vmax) bei 8,81 mg/Tag und für die Michaelis-Menten-Konstante (Km)bei 8,92 Mikrogramm (µg)/ml. Das Volumen des zentralen Kompartiments betrug bei Patienten mit

MBC und EBC 2,62 l und bei Patienten mit AGC 3,63 l. Im finalen populationspharmakokinetischen

Modell wurden außer der primären Tumorart auch das Körpergewicht, die Serum-Aspartat-

Aminotransferase und Albumin als statistisch signifikante Kovariaten identifiziert, die die Expositiongegenüber Trastuzumab beeinflussen. Das Ausmaß der Wirkung dieser Kovariaten auf die

Trastuzumab-Exposition weist jedoch darauf hin, dass diese Kovariaten kaum einen klinischbedeutsamen Einfluss auf die Trastuzumab-Konzentrationen haben.

Die populationsprognostizierten Werte der PK-Exposition (median mit 5. - 95. Perzentile) und die

Werte der PK-Parameter in klinisch relevanten Konzentrationen (Cmax und Cmin) für MBC-, EBC- und

AGC-Patienten, die mit den zugelassenen wöchentlichen und 3-wöchentlichen Dosierungsschematabehandelt wurden, sind in Tabelle 14 (Zyklus 1), Tabelle 15 (Steady State) und Tabelle 16(PK-Parameter) aufgeführt.

Tabelle 14: Populationsprognostizierte Werte der PK-Exposition aus dem 1. Zyklus (median mit5. - 95. Perzentile) für Dosierungsschemata von Trastuzumab intravenös bei MBC-, EBC- und

AGC-Patienten

Primäre Cmin Cmax AUC0-21 Tage

Dosierungsschema N

Tumorart (µg/ml) (µg/ml) (µg x Tag/ml)28,7 182 1 376 (728 -

MBC 805(2,9 - 46,3) (134 - 280) 1 998)8 mg/kg + 6 mg/kg30,9 176 1 390 (1 039 -3-wöchentlich EBC 390(18,7 - 45,5) (127 - 227) 1 895)(q3w)23,1 132 1 109 (588 -

AGC 274(6,1 - 50,3) (84,2 - 225) 1 938)37,4 76,5 1 073 (597 -

MBC 8054 mg/kg + 2 mg/kg (8,7 - 58,9) (49,4 - 114) 1 584)wöchentlich (qw) 38,9 76,0 1 074 (783 -

EBC 390(25,3 - 58,8) (54,7 - 104) 1 502)

Tabelle 15: Populationsprognostizierte Werte der Steady-State-PK-Exposition (median mit5. - 95. Perzentile) für Dosierungsschemata von Trastuzumab intravenös bei MBC-, EBC- und

AGC-Patienten

Zeit bis

Dosierungss Primäre Cmin,ss* Cmax,ss** AUCss, 0-21 Tage Steady

Nchema Tumorart (µg/ml) (µg/ml) (µg x Tag/ml) State***(Woche)44,2 179 1 736 (618 -

MBC 805 12(1,8 - 85,4) (123 - 266) 2 756)8 mg/kg + 53,8 184 1 927 (1 332 -

EBC 390 156 mg/kg q3w (28,7 - 85,8) (134 - 247) 2 771)32,9 131 1 338 (557 -

AGC 274 9(6,1 - 88,9) (72,5 - 251) 2 875)63,1 107 1 710 (581 - 2

MBC 805 124 mg/kg + (11,7 - 107) (54,2 - 164) 715)2 mg/kg qw 72,6 115 1 893 (1 309 -

EBC 390 14(46 - 109) (82,6 - 160) 2 734)

*Cmin,ss = Cmin im Steady State

**Cmax,ss = Cmax im Steady State

***Zeit bis 90 % von Steady State

Tabelle 16: Populationsprognostizierte PK-Parameterwerte bei Steady State für

Dosierungsschema von Trastuzumab intravenös bei MBC-, EBC- und AGC-Patienten

Gesamt CL-t1/2 Bereich von Cmax,ss

Primäre Bereich von

Dosierungsschema N bis Cmin,ss

Tumorart Cmax,ss bis Cmin,ss(Tag)(l/Tag)

MBC 805 0,183 - 0,302 15,1 - 23,38 mg/kg +

EBC 390 0,158 - 0,253 17,5 - 26,66 mg/kg q3w

AGC 274 0,189 - 0,337 12,6 - 20,64 mg/kg + MBC 805 0,213 - 0,259 17,2 - 20,42 mg/kg qw EBC 390 0,184 - 0,221 19,7 - 23,2

Trastuzumab-Auswaschung

Die Trastuzumab-Auswaschphase wurde mit Hilfe des populationspharmakokinetischen Modells nachder intravenösen wöchentlichen oder 3-wöchentlichen Anwendung bewertet. Die Ergebnisse dieser

Simulationen weisen darauf hin, dass mindestens 95 % der Patienten innerhalb von 7 Monaten

Konzentrationen von < 1 μg/ml erreichen (ungefähr 3 % der populationsprognostizierten Cmin,ss oderetwa 97 % Auswaschung).

Zirkulierendes HER2-ECD

Die explorative Analyse der Kovariaten, mit Informationen von nur einem Teil der Patienten, lässtvermuten, dass Patienten mit einem höheren Grad an HER2-ECD eine schnellere nichtlineare

Clearance (niedrigere Km) (p < 0,001) aufwiesen. Es gab eine Korrelation zwischen den Werten des inden Blutstrom freigesetzten Antigens und von SGOT/AST; ein Teil der Auswirkung des in den

Blutstrom freigesetzten Antigens auf die Clearance könnte durch die SGOT/AST-Werte erklärtworden sein.

Die Ausgangswerte des zirkulierenden HER2-ECD, die bei Patienten mit MGC beobachtet wurden,waren mit denen bei MBC- und EBC-Patienten vergleichbar, und es wurde kein offensichtlicher

Einfluss auf die Clearance von Trastuzumab beobachtet.

5.3 Präklinische Sicherheitsdaten

In Studien von bis zu 6 Monaten ergab sich kein Anhaltspunkt für eine akute Toxizität oder Toxizitätbei wiederholter Dosierung, und Studien zur Teratogenität, weiblichen Fertilität und Toxizität am

Ende der Gestation und zur Plazentagängigkeit lieferten keinen Hinweis auf eine

Reproduktionstoxizität. Herzuma ist nicht genotoxisch. Eine Studie zu Trehalose, einem wesentlichen

Hilfsstoff der Formulierung, ergab keine Anzeichen auf eine Toxizität.

Es wurden keine tierexperimentellen Langzeitstudien zum kanzerogenen Potenzial von Herzuma undzu seinem Einfluss auf die Fruchtbarkeit männlicher Tiere durchgeführt.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

L-Histidinhydrochlorid

L-Histidinα,α-Trehalosedihydrat

Polysorbat 20

6.2 Inkompatibilitäten

Dieses Arzneimittel darf, außer mit den unter Abschnitt 6.6 aufgeführten, nicht mit anderen

Arzneimitteln gemischt oder verdünnt werden.

Dieses Arzneimittel darf nicht mit Glukoselösung verdünnt werden, da dadurch eine

Proteinaggregation verursacht wird.

6.3 Haltbarkeit

Ungeöffnete Durchstechflasche6 Jahre

Aseptische Rekonstitution und Verdünnung

Nach aseptischer Rekonstitution mit sterilem Wasser für Injektionszwecke, wurde die chemische undphysikalische Stabilität der rekonstituierten Lösung für 7 Tage bei 2 °C - 8 °C nachgewiesen.

Nach aseptischer Verdünnung in Polyvinylchlorid-, Polyethylen- oder Polypropylen-Beuteln mit

Natriumchloridlösung 9 mg/ml (0,9 %) zur Injektion, wurde die chemische und physikalische

Stabilität von Herzuma für bis zu 30 Tage bei 2 °C - 8 °C und 24 Stunden bei Temperaturen bis 30 °C

nachgewiesen.

Aus mikrobiologischen Gründen sind die rekonstituierte Lösung und die Infusionslösung mit Herzumaumgehend zu verwenden. Falls die Lösung nicht umgehend verwendet wird, liegen die

Aufbewahrungsdauer und -bedingungen vor der Anwendung in der Verantwortlichkeit des Anwendersund dürfen 24 Stunden bei 2 °C - 8 °C nicht überschreiten, es sei denn, Rekonstitution und

Verdünnung wurden unter kontrollierten und validierten aseptischen Bedingungen durchgeführt.

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Im Kühlschrank lagern (2 °C - 8 °C).

Die rekonstituierte Lösung nicht einfrieren.

Aufbewahrungsbedingungen nach Rekonstitution des Arzneimittels, siehe Abschnitte 6.3 und 6.6.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

Herzuma 150 mg Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

Eine 20-ml-Durchstechflasche aus Klarglas Typ I mit fluroTec-beschichtetem Butyl-Gummistopfenenthält 150 mg Trastuzumab.

Jede Packung enthält eine Durchstechflasche.

Herzuma 420 mg Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

Eine 50-ml-Durchstechflasche aus Klarglas Typ I mit Butyl-Gummistopfen enthält 420 mg

Trastuzumab.

Packungen mit 1 und 2 Durchstechflaschen.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung

Handhabung

Für Rekonstitution und Verdünnung sollte ein geeignetes aseptisches Verfahren angewendet werden.

Vorsicht ist notwendig, um die Sterilität der zubereiteten Lösungen sicherzustellen. Da das

Arzneimittel keine antimikrobiellen Konservierungsstoffe oder bakteriostatischen Substanzen enthält,muss eine aseptische Vorgehensweise beachtet werden.

Aseptische Zubereitung, Handhabung und Aufbewahrung

Bei der Vorbereitung der Infusion muss eine aseptische Handhabung sichergestellt werden. Die

Zubereitung muss:

* unter aseptischen Bedingungen von geschulten Mitarbeitern entsprechend den Regeln der guten

Praxis, insbesondere in Bezug auf die aseptische Zubereitung von Parenteralia, durchgeführtwerden.

* unter Anwendung von Standard-Vorsichtsmaßnahmen für die sichere Handhabung intravenöser

Substanzen unter einem Laminar Airflow Abzug oder an einer biologischen

Sicherheitswerkbank erfolgen.

* gefolgt werden von der adäquaten Aufbewahrung der zubereiteten Lösung zur intravenösen

Infusion, um die Aufrechterhaltung der aseptischen Bedingungen sicherzustellen.

Herzuma 150 mg Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

Jede Durchstechflasche mit Herzuma wird mit 7,2 ml sterilem Wasser für Injektionszwecke (nichtmitgeliefert) rekonstituiert. Andere Lösungsmittel zur Rekonstitution sollten vermieden werden.

Es ergibt sich 7,4 ml Lösung zur Einmalanwendung mit ungefähr 21 mg/ml Trastuzumab mit einempH von ca. 6,0. Ein Volumenüberschuss von 4 % gewährleistet, dass jeder Durchstechflasche dieangegebene Menge von 150 mg entnommen werden kann.

Herzuma 420 mg Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

Jede Durchstechflasche mit Herzuma wird mit 20 ml sterilem Wasser für Injektionszwecke (nichtmitgeliefert) rekonstituiert. Andere Lösungsmittel zur Rekonstitution sollten vermieden werden.

Es ergibt sich 21 ml Lösung zur Einmalanwendung mit ungefähr 21 mg/ml Trastuzumab mit einempH von ca. 6,0. Ein Volumenüberschuss von 4 % gewährleistet, dass jeder Durchstechflasche dieangegebene Menge von 420 mg entnommen werden kann.

Herzuma sollte während der Rekonstitution vorsichtig gehandhabt werden. Falls während der

Rekonstitution oder durch Schütteln der rekonstituierten Lösung übermäßige Schaumbildung auftritt,kann dies zu Problemen hinsichtlich der Menge Herzuma führen, die der Durchstechflascheentnommen werden kann.

Die rekonstituierte Lösung sollte nicht eingefroren werden.

Anweisungen zur aseptischen Rekonstitution1) Verwenden Sie eine sterile Spritze und injizieren Sie langsam die entsprechende Menge steriles

Wasser für Injektionszwecke (wie oben angegeben) in die Durchstechflasche mit Herzuma,wobei Sie den Strahl auf den Lyophilisat-Kuchen richten.

2) Schwenken Sie die Durchstechflasche vorsichtig, um die Rekonstitution zu erreichen. NICHT

SCHÜ TTELN!

Leichtes Schäumen durch die Rekonstitution ist nicht ungewöhnlich. Lassen Sie die Durchstechflaschefür etwa 5 Minuten ruhig stehen. Das rekonstituierte Herzuma ergibt eine farblose bis schwachgelbliche durchsichtige Lösung und sollte praktisch frei von sichtbaren Partikeln sein.

Anweisungen zur aseptischen Verdünnung der rekonstituierten Lösung

Bestimmen Sie das erforderliche Volumen

* auf der Basis der Initialdosis von 4 mg Trastuzumab/kg Körpergewicht oder der weiterenwöchentlichen Dosis von 2 mg Trastuzumab/kg Körpergewicht:

Volumen (ml) = Körpergewicht (kg) x Dosis (4 mg/kg initial oder 2 mg/kg bei weiteren Dosen)21 (mg/ml, Konzentration der rekonstituierten Lösung)

* auf der Basis der Initialdosis von 8 mg Trastuzumab/kg Körpergewicht oder der weiteren3-wöchentlichen Dosis von 6 mg Trastuzumab/kg Körpergewicht:

Volumen (ml) = Körpergewicht (kg) x Dosis (8 mg/kg initial oder 6 mg/kg bei weiteren Dosen)21 (mg/ml, Konzentration der rekonstituierten Lösung)

Es sollte eine entsprechende Menge der rekonstituierten Lösung unter Verwendung einer sterilen

Nadel und Spritze aus der Durchstechflasche entnommen und einem Infusionsbeutel mit 250 ml einer0,9%igen Natriumchloridlösung zugefügt werden. Keine Glukoselösung verwenden (siehe

Abschnitt 6.2). Der Beutel sollte vorsichtig umgedreht werden, um die Lösung ohne Schaumbildungzu vermischen.

Parenterale Arzneimittel sollten vor der Anwendung visuell auf feine Partikel und Verfärbungenüberprüft werden.

Es wurden keine Inkompatibilitäten zwischen Herzuma und Beuteln aus Polyvinylchlorid, Polyethylenoder Polypropylen beobachtet.

Herzuma ist nur zur einmaligen Anwendung bestimmt, da das Arzneimittel keine

Konservierungsstoffe enthält. Nicht verwendetes Arzneimittel und Abfallmaterial ist entsprechend dennationalen Anforderungen zu beseitigen.

7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS

Celltrion Healthcare Hungary Kft.

Váci út 1-3. WestEnd Office Building B torony1062 Budapest

Ungarn

8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)

EU/1/17/1257/001

EU/1/17/1257/002

EU/1/17/1257/003

9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 9. Februar 2018

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 9. Dezember 2022

10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs

Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen

Arzneimittel-Agentur https://www.ema.europa.eu verfügbar.