GIAPREZA 2.5mg / ml konzentrierte infusionslösung merkblatt medikamente

C01CX09 Angiotensin II • KARDIOVASKULÄRES SYSTEM | KARDIOSTIMULANZIEN, EXKL. HERZGLYKOSIDE | Andere Kardiostimulanzien

Angiotensin II ist ein Medikament, das zur Behandlung von schwerer oder refraktärer Hypotonie eingesetzt wird, insbesondere bei Patienten mit septischem Schock oder anderen kritischen Zuständen. Es ist eine synthetische Form von Angiotensin II, einem natürlichen Hormon, das eine Schlüsselrolle bei der Regulierung des Blutdrucks spielt, indem es die Blutgefäße verengt und die Freisetzung von Aldosteron stimuliert.

Angiotensin II wird intravenös verabreicht, in der Regel als kontinuierliche Infusion, wobei die Dosierung basierend auf dem Ansprechen des Patienten auf die Behandlung angepasst wird.

Häufige Nebenwirkungen sind Bluthochdruck, tiefe Venenthrombose und Hyperglykämie. In seltenen Fällen können schwerwiegende Nebenwirkungen wie Myokardischämie oder Nierenversagen auftreten.

Patienten, die Angiotensin II erhalten, sollten engmaschig auf Anzeichen einer Überdosierung oder Nebenwirkungen überwacht werden. Die Anwendung dieses Medikaments ist in kritischen Situationen angezeigt und muss von spezialisiertem medizinischem Personal überwacht werden. Angiotensin II ist eine wertvolle Option zur Stabilisierung des Blutdrucks bei kritisch kranken Patienten und bietet die Möglichkeit, die Ergebnisse in schweren Fällen zu verbessern.

Allgemeine Daten zu GIAPREZA 2.5mg / ml

Substanz: Angiotensin II

Datum der letzten Medikamentenliste: 01-06-2025

Handelsgesetzbuch: W69477001

Konzentration: 2.5mg / ml

Pharmazeutisches Formblatt: konzentrierte infusionslösung

Quantität: 10

Produktart: original

Preis: 62978.75 RON

Rezeptbeschränkungen: P-RF - Arzneimittelrezept, das in der Apotheke aufbewahrt wird (nicht verlängerbar).

Marketing autorisation

Zulassungshersteller: PAION NETHERLANDS B.V. - OLANDA

Zulassungsinhaber: PAION DEUTSCHLAND GMBH - GERMANIA

Zulassungsnummer: 1384/2019/03

Haltbarkeit: 3 Jahre-flacon sigilat

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Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels GIAPREZA 2.5mg / ml konzentrierte infusionslösung

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Giapreza 2,5 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Jeder ml des Konzentrats enthält Angiotensin-II-Acetat entsprechend 2,5 mg Angiotensin II.

Eine Durchstechflasche mit 1 ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung enthält 2,5 mg

Angiotensin II.

Eine Durchstechflasche mit 2 ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung enthält 5 mg

Angiotensin II.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung (steriles Konzentrat).

Klare, farblose Lösung.

pH-Wert: 5,0 bis 6,0

Osmolalität: 130 bis 170 mOsm/kg

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

Giapreza ist für die Behandlung der refraktären Hypotonie bei Erwachsenen mit einem septischen oderanderen distributiven Schock indiziert, die trotz einer angemessenen Wiederherstellung des Volumensund der Anwendung von Katecholaminen oder anderen verfügbaren gefäßverengenden Therapienhypotensiv bleiben (siehe Abschnitt 5.1).

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Giapreza sollte von einem in der Schockbehandlung erfahrenen Arzt verordnet werden und ist für die

Anwendung als akute Behandlung und im Krankenhaus vorgesehen.

Dosierung

Die empfohlene Anfangsdosis von Giapreza beträgt 20 Nanogramm (ng)/kg pro Minute über einekontinuierliche intravenöse Infusion.

Bei der Einleitung ist es wichtig, die Reaktion des Blutdrucks engmaschig zu überwachen unddie Dosis entsprechend anzupassen. Es sollte gleichzeitig eine Prophylaxe von venösen

Thromboembolien (VTE) angewendet werden, es sei denn, eine solche ist während der

Behandlung mit Giapreza kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.4).

Nach Einrichtung der Infusion kann die Dosis nach Bedarf in bis zu 5-minütigen Intervallen in Schrittenvon bis zu 15 ng/kg pro Minute in Abhängigkeit vom Zustand des Patienten und vom mittlerenarteriellen Zieldruck titriert werden. Ungefähr einer von vier Patienten erlitt in klinischen Studien untereiner Anfangsdosis Angiotensin II 20 ng/kg pro Minute eine vorübergehende Hypertonie (siehe

Abschnitt 4.8), sodass die Dosis abwärtstitriert werden musste. Für schwerkranke Patienten beträgt derübliche mittlere arterielle Zieldruck 65-75 mmHg. Während der ersten 3 Stunden der Behandlung sind80 ng/kg pro Minute nicht zu überschreiten. Die Erhaltungsdosis sollte 40 ng/kg pro Minute nichtüberschreiten. Es können niedrige Dosen von bis zu 1,25 ng/kg pro Minute angewendet werden.

Es ist wichtig, Giapreza in der niedrigsten kompatiblen Dosis zu verabreichen, um einen angemessenenarteriellen Blutdruck und eine angemessene Gewebedurchblutung zu erzielen oder aufrecht zu erhalten(siehe Abschnitt 4.4). Die mittlere Behandlungsdauer betrug in klinischen Studien 48 Stunden (Bereich:

3,5 bis 168 Stunden).

Um das Risiko von Nebenwirkungen aufgrund einer verlängerten Gefäßverengung zu minimieren, solltedie Behandlung mit Giapreza abgesetzt werden, nachdem sich der zugrunde liegende Schockhinreichend gebessert hat. Es sollte nach Bedarf in Schritten von bis zu 15 ng/kg pro Minute, gesteuertdurch Blutdruckwerte, abwärts titriert werden, um eine Hypotonie aufgrund eines abrupten Absetzens zuvermeiden (siehe Abschnitt 4.4).

Besondere Patientengruppen
Ältere Patienten

Für Patienten > 75 Jahre liegen begrenzte Daten zur Wirksamkeit und Sicherheit von Giapreza vor. Für

Patienten über 75 Jahre ist keine bestimmte Dosisanpassung erforderlich. Wie bei anderen Altersgruppenist es wichtig, das Ansprechen des Blutdrucks engmaschig zu überwachen und die Dosis entsprechendanzupassen.

Eingeschränkte Nieren- oder Leberfunktion

Bei Patienten mit Niereninsuffizienz oder einer eingeschränkten Leberfunktion ist keine bestimmte

Dosisanpassung erforderlich (siehe Abschnitt 5.2). Wie bei anderen Patientenpopulationen ist eswichtig, das Ansprechen des Blutdrucks engmaschig zu überwachen und die Dosis entsprechendanzupassen.

Kinder und Jugendliche

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Giapreza bei Kindern unter 18 Jahren sind bisher noch nichterwiesen. Es liegen keine Daten vor.

Art der Anwendung

Giapreza sollte nur über eine kontinuierliche intravenöse Infusion unter engmaschiger

Überwachung der Hämodynamik und der Durchblutung der Endorgane verabreicht werden.

Zur intravenösen Anwendung nur nach Verdünnung. Es wird empfohlen, Giapreza über einenzentral-venösen Zugang zu verabreichen.

Hinweise zur Verdünnung des Arzneimittels vor der Anwendung, siehe Abschnitt 6.6.

4.3 Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen

Bestandteile.

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Die klinische Erfahrung mit Giapreza beschränkt sich auf septischen Schock oder andere distributive

Schockformen. Die Anwendung von Giapreza wird für andere Schockformen (z. B. kardiogener

Schock usw.) nicht empfohlen, da Patienten mit nicht-distributiven Schocks von den klinischen

Studien ausgeschlossen wurden (siehe Abschnitt 5.1).

Thromboembolische Ereignisse

Im Rahmen der Anwendung von Angiotensin II in klinischen Studien wurden thromboembolische

Ereignisse berichtet. Die größte Differenz im Vergleich mit Placebo bestand im Hinblick auf venöse

Thromboembolien (6,1 % vs. 0 %) (siehe Abschnitt 4.8). Es sollte gleichzeitig eine Prophylaxe vonvenösen Thromboembolien (VTE) angewendet werden, es sei denn, eine solche ist während der

Behandlung mit Giapreza kontraindiziert. Eine nicht-pharmakologische Prophylaxe kann in Erwägunggezogen werden, wenn eine pharmakologische Prophylaxe kontraindiziert ist.

Periphere Ischämie

Unter der Anwendung von Angiotensin II wurde periphere Ischämie berichtet (siehe Abschnitt 4.8). Esist wichtig, Giapreza in der niedrigsten verträglichen Dosis zu verabreichen, um einen angemessenenmittleren arteriellen Blutdruck und eine angemessene Gewebedurchblutung zu erzielen oder aufrechtzu erhalten.

Absetzen der Therapie

Giapreza sollte schrittweise reduziert werden, da die Patienten bei einem abrupten oder vorzeitigen

Absetzen eine Hypotonie oder eine Verschlimmerung der zugrunde liegenden Schockdiagnose erleidenkönnten (siehe Abschnitt 4.2).

Natriumgehalt

Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro 2,5 mg/ml, d. h. es ist nahezu'natriumfrei“.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Es wurden keine Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen durchgeführt. Mit Giaprezawurden keine In-vitro-Stoffwechselstudien durchgeführt.

Patienten, die kürzlich Angiotensin-Konversionsenzym-Hemmer (ACE-Hemmer) erhalten haben, sindggf. der Wirkung von Giapreza gegenüber sensibler und weisen ein verstärktes Ansprechen auf.

Patienten, die kürzlich Angiotensin-II-Rezeptorblocker (ARB) erhalten haben, sind ggf. der Wirkungvon Giapreza gegenüber weniger sensibel und weisen ein reduziertes Ansprechen auf.

Die gleichzeitige Anwendung von Giapreza und sonstigen Vasopressoren kann eine additive Wirkung auf denmittleren arteriellen Blutdruck ausüben. Das Hinzufügen von Giapreza erfordert möglicherweise eine

Dosisreduzierung der sonstigen Vasopressoren (z. B. adrenerge oder dopaminerge Wirkstoffe).

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Bisher liegen nur begrenzte Daten zur Anwendung von Angiotensin II bei Schwangeren vor. Es liegen keineausreichenden tierexperimentellen Studien in Bezug auf eine Reproduktionstoxizität vor.

Aus Vorsichtsgründen soll eine Anwendung von Giapreza während der Schwangerschaft vermieden werdenund der potenzielle Nutzen für die Patienten gegen das mögliche Risiko für den Fötus abgewogen werden.

Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob Angiotensin II/Metaboliten in die Muttermilch übergehen. Ein Risiko für das

Neugeborene/Kind kann nicht ausgeschlossen werden. Das Stillen soll während der Behandlung mit Giaprezaunterbrochen werden.

Fertilität

Es stehen keine Daten im Hinblick auf die möglichen Auswirkungen auf die menschliche Fertilität zur

Verfügung.

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Maschinen

Nicht zutreffend.

4.8 Nebenwirkungen

Zusammenfassung des Sicherheitsprofils

Die in diesem Abschnitt beschriebenen Nebenwirkungen wurden in der Schlüsselstudie (N = 163 mit

Giapreza behandelte Patienten) identifiziert. Die am häufigsten gemeldeten Nebenwirkungen im

Giapreza-Arm vs. Placebo-Arm sind thromboembolische Ereignisse (12,9% vs. 5,1%) bzw.

vorübergehende Hypertonie (22,7% vs. 1,9%).

Tabellarische Auflistung der Nebenwirkungen

In Tabelle 1 sind die in klinischen Studien berichteten Nebenwirkungen für die gesamte mit Giaprezabehandelte Sicherheitspopulation gemäß MedDRA-Systemorganklasse und Häufigkeit aufgeführt. Die

Kategorien für die Häufigkeit sind wie folgt definiert: Sehr häufig (≥ 1/10), Häufig (≥ 1/100, < 1/10),

Gelegentlich (≥ 1/1.000, < 1/100), Selten (≥ 1/10.000, < 1/1.000) und Sehr selten (< 1/10.000).

Tabelle 1: Häufigkeit der Nebenwirkungen

MedDRA-Systemorganklasse Sehr häufig Häufig

Herzerkrankungen Tachykardie

Gefäßerkrankungen Thromboembolische Ereignissea Periphere Ischämie

Vorübergehende Hypertonieba Sammelbegriff für arterielle und venöse thrombotische Ereignisseb Definiert als Anstieg des mittleren arteriellen Blutdrucks > 100mmHg

Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen

Vorübergehende Hypertonie

Insgesamt 37 Patienten (23%) erlitten mit der Anfangsdosis von Angiotensin II in Höhe von 20 ng/kg/min einevorübergehende Hypertonie. Eine vorübergehende Hypertonie kann mit einer Abwärtstitrierung der Dosisschnell abgeschwächt werden (siehe Abschnitt 4.2).

Thromboembolische Ereignisse

In der Phase-III-Studie (ATHOS-3) erlitten mehr Patienten im Giapreza-Arm venöse und arterielle

Ereignisse als unter Placebo (21 [12,9%] vs. 8 [5,1%]). Die größte Differenz bestand im Hinblick aufvenöse Thromboembolismen (10 [6,1%] vs. 0 [0%]). Bei 7 dieser Fälle handelte es sich um eine tiefe

Venenthrombose. Zwei (1,2%) Patienten im Giapreza-Arm erlitten ein tödliches thromboembolisches

Ereignis im Vergleich mit keinen Patienten im Placebo-Arm. Es sollte gleichzeitig eine Prophylaxe vonvenösen Thromboembolien angewendet werden, es sei denn, eine solche ist während der Behandlungmit Giapreza kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.4).

Periphere Ischämie

Im Giapreza-Arm erlitten im Vergleich mit dem Placebo-Arm mehr Patienten eine periphere

Ischämie (7 [4,3%] vs. 4 [2,5%]). Von diesen wurden 5 Fälle (3,1%) im Giapreza-Arm und 3(1,9%) Fälle im Placebo-Arm als schwerwiegend betrachtet. Infolgedessen setzte ein Patient pro

Arm die Behandlung ab. Periphere Ischämie kann eine Folge des Wirkmechanismus von Giaprezasein. Es ist wichtig, Giapreza in der niedrigsten verträglichen Dosis zu geben, um einenangemessenen mittleren Arteriendruck und eine angemessene Gewebedurchblutung zu erzielen oderaufrecht zu erhalten. Um Nebenwirkungen aufgrund einer verlängerten Gefäßverengung zuminimieren, sollte die Behandlung abgesetzt werden, sobald sich der zugrunde liegende Schockhinreichend gebessert hat (siehe Abschnitte 4.2 und 4.4).

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.

4.9 Überdosierung

Eine Überdosierung kann zu einer schweren Hypertonie führen. Bei einer Überdosierung von

Angiotensin II sind eine Abwärtstitrierung der Therapie, eine sorgfältige Beobachtung und die Einleitungangemessener unterstützender Maßnahmen als Behandlung indiziert.

Es wird erwartet, dass hypertensive Auswirkungen von kurzer Dauer sind, da die Halbwertszeit von

Angiotensin II unter einer Minute liegt.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Herztherapie, sonstige Herzstimulanzien, ATC-Code: C01CX09

Wirkmechanismus und pharmakodynamische Wirkungen

Angiotensin II erhöht den Blutdruck durch Gefäßverengung; die erhöhte Freisetzung von Aldosterondurch die direkte Wirkung von Angiotensin II auf die Gefäßwand wird durch Bindung an den G-

Protein-gekoppelten Angiotensin-II-Rezeptor Typ 1 auf den glatten Gefäßmuskelzellen vermittelt,wodurch die Ca2+/Calmodulin-abhängige Phosphorylierung von Myosin stimuliert und eine

Kontraktion des glatten Muskels verursacht wird.

Giapreza wird für jeden einzelnen Patienten nach Wirkung titriert. In der ATHOS-3-Studie betrug diemediane Zeit bis zum Anstieg des Blutdrucks ungefähr 5 Minuten. Die Auswirkung auf den Blutdruckwird zumindest für die ersten drei Stunden einer kontinuierlichen intravenösen Infusion aufrechterhalten.

Aufgrund der kurzen Halbwertszeit von Angiotensin II (weniger als eine Minute) kann ein abruptes

Absetzen von Angiotensin II zu einer Rebound-Hypotonie führen (siehe Abschnitt 4.4).

Nach einer hinreichenden Verbesserung des zugrunde liegenden Schocks wird daher nach Bedarfgesteuert durch Blutdruckwerte eine langsame Abwärtstitrierung in Schritten von bis zu 15 ng/kg pro

Minute empfohlen (siehe Abschnitte 4.2 und 4.4).

Klinische Wirksamkeit und Sicherheit

Bei der Studie von Angiotensin II zur Behandlung eines High-Output-Schocks (ATHOS-3) handelte essich um eine randomisierte, placebokontrollierte, doppelblinde, internationale, multizentrische Phase-

III-Studie zu Sicherheit und Wirksamkeit, in deren Rahmen 321 Erwachsene mit einem septischen

Schock oder einem anderen distributiven Schock, die trotz einer Flüssigkeits- und Vasopressortherapiean Hypotonie litten, 1:1 auf Giapreza oder Placebo randomisiert wurden. Die Dosen von Giapreza oder

Placebo wurden in den ersten 3 Stunden der Behandlung auf einen mittleren arteriellen Zieldruck(MAD) von ≥ 75 mmHg titriert, während die Dosen der übrigen Vasopressoren aufrechterhaltenwurden. Von Stunde 3 bis Stunde 48 wurden Giapreza oder Placebo titriert, um einen MAD zwischen65und 70 mmHg zu erhalten, während die Dosen der übrigen Vasopressoren reduziert wurden.

Um in die Studie aufgenommen zu werden, mussten die Patienten klinische Merkmale eines High-

Output-Schocks aufweisen, der als Herzindex > 2,3 l/min/m2 oder als Summe der zentralvenösen

Sauerstoffsättigung > 70% mit einem zentralen Venendruck (ZVD) > 8 mmHg definiert wurde. Die

Patienten mussten ebenfalls eine katecholamin-refraktäre Hypotonie (KRH) aufweisen, die als

Gesamtbedarf an einer Vasopressordosis von > 0,2 mcg/kg/min für 6 bis 48 Stunden definiert war, umden arteriellen Zieldruck (MAD) zwischen 55-70 mmHg zu erhalten und zumindest 25 ml/kg eineskristalloiden oder kolloidalen Äquivalents während des vorangegangenen 24-stündigen Zeitraumserhalten haben und nach Meinung des behandelnden Prüfarztes über eine angemessene

Volumensubstitution verfügen.

Von den 321 in der Phase-III-Studie behandelten Patienten waren 195 Patienten männlich (60,7%),257 (80%) Patienten weiß, 33 (10%) schwarz und 31 (10%) Sonstige. Das mediane Alter betrug64 Jahre (Spanne: 22-89 Jahre). Patienten, die Steroide in hoher Dosierung benötigten, Patienten mitbestehendem Asthma oder Bronchospasmus, die nicht mechanisch beatmet wurden, und Patienten mit

Raynaud-Syndrom wurden ausgeschlossen. Patienten mit einer aktiv blutenden, mesenterischen

Ischämie, Leberversagen und einem MELD-Wert von ≥ 30, einem kardiovaskulären SOFA-Wert ≤ 3und Patienten mit umfangreichen Verbrennungen wurden ebenfalls ausgeschlossen. 91% der

Studienteilnehmer wiesen einen septischen Schock auf; die übrigen Teilnehmer litten an anderen

Formen eines distributiven Schocks wie beispielsweise einem neurogenen Schock. Patienten mit einemkardiogenen Schock wurden ausgeschlossen (siehe Abschnitt 4.4).

Zum Verabreichungszeitpunkt des Prüfpräparats erhielten 97% der Teilnehmer Norepinephrin, 67%

Vasopressin, 15% Phenylephrin, 13% Epinephrin und 2% Dopamin. 83% der Teilnehmer waren vorder Verabreichung des Prüfpräparats mit zwei oder mehr Vasopressoren und 47% mit drei oder mehr

Vasopressoren behandelt worden. Die Patienten wurden zum Zeitpunkt der Randomisierung nichtnotwendigerweise mit der Höchstdosis der sonstigen Vasopressoren behandelt. Von den321 Patienten erhielten 227 (71%) als Ausgangswert eine Norepinephrin-Äquivalentdosis (NED)< 0,5 mcg/kg/min, 73 Patienten (23%) erhielten als Ausgangswert eine NED≥ 0,5 bis< 1 mcg/kg/min und 21 (6%) erhielten Vasopressoren in hoher Dosierung (NED ≥1,0 mcg/kg/min). Die Wirkung von Giapreza beim Hinzufügen zu der Höchstdosis anderer

Vasopressoren ist unbekannt.

Der primäre Endpunkt bestand im prozentuellen Anteil der Teilnehmer, die entweder einen MAD ≥ 75 mmHgoder einen MAD-Anstieg ≥ 10 mmHg erzielten, ohne dass die anfängliche Vasopressortherapie nach3 Stunden gesteigert wurde.

Der primäre Endpunkt wurde von 70% der zu Giapreza randomisierten Patienten im Vergleich mit23% der mit Placebo behandelten Patienten erreicht; p < 0,0001 (eine Behandlungswirkung von 47%).

Die Behandlungswirkung war bei Untergruppen von Patienten mit einem hohen Risiko und niedrigem

Ausgangs-MAD oder einem hohen APACHE-II-Wert, die Variablen zur Stratifizierung darstellten(Tabelle 2), konsistent.

Tabelle 2: Primäre Endpunkte im Hinblick auf die Wirksamkeit MAD-Ansprechen nach3 Stunden (mITT-Population und Untergruppen)

Untergruppe Ansprechquote Ansprechquote

Placebo Giapreza

Alle Patienten 37/158 Patienten 114/163 Patienten23 % 70 %

Ausgangs-MAD 10/50 Patienten 28/52 Patienten< 65 mmHg 20 % 54 %

Ausgangs-APACHE II > 30 17/65 Patienten 38/58 Patienten26 % 66 %mITT=modifizierte intent-to-treat Population

In der mit Giapreza behandelten Gruppe betrug die mittlere Zeit bis zum Erreichen des MAD- Endpunkts5 Minuten. Die Auswirkung auf den MAD wurde zumindest während der ersten drei Stunden einerintravenösen Infusion aufrechterhalten. Die mittlere Dosis von Giapreza betrug nach 30 Minuten10 ng/kg/min. Von den 114 Respondern erhielten nach 3 Stunden nur 2 (1,8 %) über 80 ng/kg/min.

Die Mortalität betrug an Tag 28 46% unter Giapreza und 54% unter Placebo (Hazard Ratio 0,78; 95%

Konfidenzintervall 0,57-1,07).

Die Auswirkung von Giapreza auf die Morbidität und die Mortalität wurde nicht in entsprechenden

Studien bestimmt.

Kinder und Jugendliche

Die Europäische Arzneimittel-Agentur hat für Giapreza eine Freistellung von der Verpflichtung zur

Vorlage von Ergebnissen zu Studien in einer oder mehreren pädiatrischen Altersklassen für die

Behandlung von Hypotonie bei Kindern gewährt, deren Hypotonie ungeachtet einer Flüssigkeits- und

Vasopressortherapie bestehen bleibt.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Giapreza wird für jeden einzelnen Patienten bzgl. der Wirkung titriert. Die Plasmawerte von

Angiotensin II wurden in der Phase-III-Hauptstudie bei Studienbeginn und nach einer dreistündigen

Infusion bewertet.

Verteilung

Zur Untersuchung der Verteilung von Giapreza wurden keine spezifischen Studien durchgeführt.

Biotransformation und Elimination

Zur Untersuchung des Stoffwechsels und der Ausscheidung von Giapreza wurden keinespezifischen Studien durchgeführt.

Die Halbwertszeit von intravenös verabreichtem Angiotensin II im Plasma liegt unter einer Minute. Eswird durch Endspaltung (sowohl am Amino- als auch am Carboxy-Terminus) in verschiedenem Gewebe,einschließlich Erythrozyten, Plasma und den Hauptorganen (z. B. Darm, Nieren, Leber und Lunge)verstoffwechselt.

Eingeschränkte Nierenfunktion

Es wurden keine Studien zur Untersuchung der Pharmakokinetik von Angiotensin II bei Patienten mit

Nierenfunktionsstörungen durchgeführt, da es sich bei den Nieren nicht um ein Hauptorgan für die

Verstoffwechslung oder die Ausscheidung von Angiotensin II handelt.

Eingeschränkte Leberfunktion

Es wurden keine Studien zur Untersuchung der Pharmakokinetik von Angiotensin II bei Patienten mit

Leberfunktionsstörungen durchgeführt, da es sich bei der Leber nicht um ein Hauptorgan für die

Verstoffwechslung oder die Ausscheidung von Angiotensin II handelt.

5.3 Präklinische Sicherheitsdaten

In einer kardiovaskulären pharmakologischen Sicherheitsstudie mit normotonen Hunden verursachte

Giapreza eine Erhöhung der Herzfrequenz, des Gefäßwiderstands, des linksventrikulären systolischenund diastolischen Blutdrucks und der Verlängerung des PR-Intervalls.

Bei einer 48-stündigen intravenösen Verabreichung von Angiotensin II an neugeborenen Lämmernwurden Nominaldosisleistungen von 4, 12 und 40 ng/kg/min gut vertragen. Es wurden keine mit der

Behandlung verbundenen Nebenwirkungen beobachtet.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Mannitol

Wasser für Injektionszwecke

Natriumhydroxid (zur pH-Wert-Einstellung)

Salzsäure (zur pH-Wert-Einstellung)

6.2 Inkompatibilitäten

Das Arzneimittel darf, außer mit den unter Abschnitt 6.6 aufgeführten, nicht mit anderen Arzneimittelngemischt werden.

6.3 Haltbarkeit

Ungeöffnete Durchstechflasche3 Jahre

Verdünnte Lösung

Die chemische und physikalische Haltbarkeit nach Anbruch wurde bei Raumtemperatur und bei2 °C - 8 °C für das in einer Natriumchlorid-Injektionslösung 9 mg/ml (0,9%) verdünnte Arzneimittelfür 24 Stunden nachgewiesen. Vom mikrobiologischen Gesichtspunkt aus sollte das Produkt sofortverwendet werden. Wenn die gebrauchsfertige Zubereitung nicht sofort verwendet wird, liegen die

Aufbrauchfristen und die Aufbewahrungsbedingungen vor der Verabreichung in der Verantwortungdes Anwenders; sie betragen in der Regel nicht mehr als 24 Stunden bei 2 °C - 8 °C oder 25 °C.

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Im Kühlschrank lagern (2 °C - 8 °C).

Aufbewahrungsbedingungen nach Verdünnung des Arzneimittels, siehe Abschnitt 6.3.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

1-ml-Durchstechflasche1 ml Lösung in einer Durchstechflasche aus Typ-I-Glas mit Aluminiumsiegel, mit Stopfen (Elastomer) und

Kunststoffkappe. Packungsgröße: 1 oder 10 Durchstechflaschen pro Umkarton.

2-ml-Durchstechflasche2 ml Lösung in einer Durchstechflasche aus Typ-I-Glas mit Aluminiumsiegel, mit Stopfen (Elastomer) und

Kunststoffkappe. Packungsgröße: 1 Durchstechflasche pro Umkarton.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung

Handhabung

Nur für eine Einzeldosis.

Hinweise zur Zubereitung des Arzneimittels vor der Verabreichung1. Vor der Verdünnung jede Durchstechflasche auf Partikel untersuchen.

2. 1 oder 2 ml Giapreza in Natriumchlorid-Injektionslösung 9 mg/ml (0,9 %) zur Erreichung einer

Endkonzentration von 5 000 ng/ml oder 10 000 ng/ml.

3. Die verdünnte Lösung sollte transparent und farblos sein.

4. Durchstechflasche und nicht verwendetes Arzneimittel nach Gebrauch entsorgen.

Tabelle 3: Zubereitung der verdünnten Lösung

Flüssigkeit Volumen Entnahme- Größe End-eingeschränkt? Durchstech- menge (ml) Infusions- konzentrationflasche beutel (ml) (ng/ml)

Nein 2,5 mg/ml 1 500 5 0002,5 mg/ml 1 250 10 000

Ja 5 mg/2 ml 2 500 10 000

Verdünnte Lösung kann bei Raumtemperatur oder gekühlt aufbewahrt werden. Die bei

Raumtemperatur oder unter Kühlung gelagerte verdünnte Lösung nach 24 Stunden entsorgen.

Giapreza kann gleichzeitig mit Norepinephrin, Epinephrin, Vasopressin, Terlipressin, Dopamin,und/oder Phenylephrin angewendet werden.

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.

7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS

PAION Pharma GmbH

Heussstraße 2552078 Aachen

Deutschland

8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)

EU/1/19/1384/001

EU/1/19/1384/002

EU/1/19/1384/003

9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG

ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 23. August 2019

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 16. Mai 2024

10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs

Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen

Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu verfügbar.