Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels GENVOYA 150mg / 150mg / 200mg / 10mg tablets
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
Genvoya 150 mg/150 mg/200 mg/10 mg Filmtabletten
Genvoya 90 mg/90 mg/120 mg/6 mg Filmtabletten
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Genvoya 150 mg/150 mg/200 mg/10 mg Filmtabletten
Jede Tablette enthält 150 mg Elvitegravir, 150 mg Cobicistat, 200 mg Emtricitabin und
Tenofoviralafenamidfumarat, entsprechend 10 mg Tenofoviralafenamid.
Sonstige Bestandteile mit bekannter WirkungJede Tablette enthält 58 mg Lactose (als Monohydrat).
Genvoya 90 mg/90 mg/120 mg/6 mg Filmtabletten
Jede Tablette enthält 90 mg Elvitegravir, 90 mg Cobicistat, 120 mg Emtricitabin und
Tenofoviralafenamidfumarat, entsprechend 6 mg Tenofoviralafenamid.
Sonstige Bestandteile mit bekannter WirkungJede Tablette enthält 35 mg Lactose (als Monohydrat).
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Filmtablette (Tablette).
Genvoya 150 mg/150 mg/200 mg/10 mg Filmtabletten
Grüne, kapselförmige Filmtablette mit den Abmessungen 19 mm x 8,5 mm. Auf der einen Seite der
Tablette ist 'GSI“ aufgeprägt und auf der anderen Seite der Tablette die Zahl '510“.
Genvoya 90 mg/90 mg/120 mg/6 mg Filmtabletten
Grüne, kapselförmige Filmtablette mit den Abmessungen 16 mm x 7 mm. Auf der einen Seite der
Tablette ist 'GSI“ aufgeprägt und auf der anderen Seite befindet sich eine Bruchkerbe.
Die Bruchkerbe dient nur zum Teilen der Tablette, um das Schlucken zu erleichtern, und nicht zum
Teilen in gleiche Dosen.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Genvoya wird zur Behandlung einer Infektion mit dem humanen Immundefizienzvirus 1 (HIV-1) bei
Erwachsenen und pädiatrischen Patienten ab 2 Jahren und mit einem Körpergewicht von mindestens14 kg angewendet. Bei dem HI-Virus dürfen keine bekanntermaßen mit Resistenzen gegen die Klasseder Integrase-Inhibitoren, Emtricitabin oder Tenofovir verbundenen Mutationen nachweisbar sein.
Siehe Abschnitte 4.2 und 5.1.
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
Die Therapie sollte nur durch einen Arzt eingeleitet werden, der in der Behandlung der HIV-Infektionerfahren ist.
DosierungErwachsene und pädiatrische Patienten mit einem Körpergewicht von mindestens 25 kg.
Einnahme einer 150 mg/150 mg/200 mg/10 mg Tablette einmal täglich zum Essen.
Pädiatrische Patienten ab 2 Jahren mit einem Körpergewicht von mindestens 14 kg und weniger als25 kg.
Einnahme einer 90 mg/90 mg/120 mg/6 mg Tablette einmal täglich zum Essen.
Wenn der Patient die Einnahme von Genvoya um bis zu 18 Stunden gegenüber der gewohnten
Einnahmezeit versäumt, sollte er die Einnahme so bald wie möglich zum Essen nachholen und dasgewohnte Einnahmeschema fortsetzen. Wenn ein Patient die Einnahme von Genvoya um mehr als18 Stunden versäumt, sollte er die versäumte Dosis nicht nachholen und einfach das gewohnte
Einnahmeschema fortsetzen.
Wenn der Patient innerhalb von 1 Stunde nach der Einnahme von Genvoya erbricht, sollte er eineweitere Tablette einnehmen.
Besondere PatientengruppenÄltere PatientenEine Dosisanpassung von Genvoya bei älteren Patienten ist nicht erforderlich (siehe Abschnitte 5.1und 5.2).
NierenfunktionsstörungEine Dosisanpassung von Genvoya bei Erwachsenen oder Jugendlichen (ab 12 Jahren und mit einem
Körpergewicht von mindestens 35 kg) mit einer geschätzten Kreatinin-Clearance (CrCl) von≥ 30 ml/min ist nicht erforderlich. Genvoya sollte bei Patienten, bei denen die geschätzte CrClwährend der Behandlung unter 30 ml/min fällt, abgesetzt werden (siehe Abschnitt 5.2).
Eine Dosisanpassung von Genvoya bei Erwachsenen mit terminaler Niereninsuffizienz (geschätzte
CrCl < 15 ml/min) bei chronischer Hämodialyse ist nicht erforderlich; allerdings sollte Genvoya beidiesen Patienten im Allgemeinen vermieden werden. Die Anwendung kann aber erwogen werden,wenn der mögliche Nutzen die möglichen Risiken überwiegen sollte (siehe Abschnitte 4.4 und 5.2).
An Tagen, an denen eine Hämodialyse durchgeführt wird, sollte Genvoya nach Beendigung der
Hämodialyse-Behandlung angewendet werden.
Die Anwendung von Genvoya sollte bei Patienten mit einer geschätzten CrCl ≥ 15 ml/min und< 30 ml/min oder bei Patienten mit einer geschätzten CrCl < 15 ml/min, die keine chronische
Hämodialyse erhalten, vermieden werden, da die Sicherheit von Genvoya in diesen Populationen nichterwiesen ist.
Es liegen keine Daten vor, die Dosierungsempfehlungen für Kinder unter 12 Jahren mit einer
Nierenfunktionsstörung oder für Kinder unter 18 Jahren mit terminaler Niereninsuffizienz erlauben.
LeberfunktionsstörungEine Dosisanpassung von Genvoya bei Patienten mit einer leichten (Child-Pugh-Klasse A) odermittelgradigen (Child-Pugh-Klasse B) Leberfunktionsstörung ist nicht erforderlich. Bei Patienten mitschwerer Leberfunktionsstörung (Child-Pugh-Klasse C) wurde Genvoya nicht untersucht; deshalbwird die Anwendung von Genvoya bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung nicht empfohlen(siehe Abschnitte 4.4 und 5.2).
Kinder und JugendlicheDie Sicherheit und Wirksamkeit von Genvoya bei Kindern unter 2 Jahren oder mit einem
Körpergewicht < 14 kg ist bisher noch nicht erwiesen. Es liegen keine Daten vor.
Art der AnwendungGenvoya sollte einmal täglich zum Essen eingenommen werden (siehe Abschnitt 5.2). Aufgrund desbitteren Geschmacks wird empfohlen, die Filmtablette nicht zu zerkauen oder zu zerkleinern.
Patienten, die nicht in der Lage sind, die Tablette im Ganzen zu schlucken, können die Tablette inzwei Hälften teilen und diese nacheinander einnehmen, um sicherzustellen, dass die ganze Dosisunverzüglich eingenommen wird.
4.3 Kontraindikationen
Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.
Gleichzeitige Anwendung mit Arzneimitteln, deren Clearance stark von CYP3A abhängig ist und beidenen erhöhte Plasmakonzentrationen mit schwerwiegenden oder lebensbedrohlichen
Nebenwirkungen assoziiert sind. Aus diesem Grund darf Genvoya nicht gleichzeitig mit
Arzneimitteln, die die Folgenden einschließen, aber nicht auf diese beschränkt sind, angewendetwerden (siehe Abschnitte 4.4 und 4.5):
* Alpha-1-Adrenozeptor-Antagonisten: Alfuzosin
* Antiarrhythmika: Amiodaron, Chinidin
* Ergotaminderivate: Dihydroergotamin, Ergometrin, Ergotamin
* Wirkstoffe zur Verbesserung der gastrointestinalen Motilität: Cisaprid
* HMG-CoA-Reduktasehemmer: Lovastatin, Simvastatin
* Lipidmodifizierender Wirkstoff: Lomitapid
* Neuroleptika/Antipsychotika: Pimozid, Lurasidon
* PDE-5-Hemmer: Sildenafil zur Behandlung der pulmonalen arteriellen Hypertonie
* Sedativa/Hypnotika: oral angewendetes Midazolam, Triazolam
Gleichzeitige Anwendung mit Arzneimitteln, die starke CYP3A-Induktoren sind, aufgrund despotentiellen Verlusts des virologischen Ansprechens und der möglichen Resistenzentwicklung gegen
Genvoya. Aus diesem Grund darf Genvoya nicht gleichzeitig mit Arzneimitteln, die die Folgendeneinschließen, aber nicht auf diese beschränkt sind, angewendet werden (siehe Abschnitte 4.4 und 4.5):
* Antikonvulsiva: Carbamazepin, Phenobarbital, Phenytoin
* Antimykobakterielle Wirkstoffe: Rifampicin
* Pflanzliche Präparate: Johanniskraut (Hypericum perforatum)
Gleichzeitige Anwendung mit Dabigatranetexilat, einem P-Glykoprotein(P-gp)-Substrat (siehe
Abschnitt 4.5).
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Patienten mit HIV-Infektion und Hepatitis-B- oder -C-Koinfektion
Patienten mit chronischer Hepatitis B oder C, die eine antiretrovirale Therapie erhalten, weisen einerhöhtes Risiko für das Auftreten schwerwiegender, möglicherweise letal verlaufender hepatischer
Nebenwirkungen auf.
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Genvoya bei Patienten mit HIV-1-Infektion und einer
Koinfektion mit dem Hepatitis-C-Virus (HCV) ist nicht erwiesen.
Tenofoviralafenamid ist gegen das Hepatitis-B-Virus (HBV) aktiv. Das Absetzen der Therapie mit
Genvoya bei Patienten mit einer HIV-Infektion und einer HBV-Koinfektion kann mit schweren akuten
Exazerbationen der Hepatitis assoziiert sein. Patienten mit einer HIV-Infektion und einer
HBV-Koinfektion, die Genvoya absetzen, sollten für mindestens mehrere Monate nach Beendigungder Behandlung engmaschig klinisch und durch Labortests überwacht werden.
Lebererkrankung
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Genvoya bei Patienten mit zugrunde liegenden signifikanten
Leberfunktionsstörungen ist nicht erwiesen.
Bei Patienten mit vorbestehender Leberfunktionsstörung, einschließlich einer chronischen aktiven
Hepatitis, kommt es unter einer antiretroviralen Kombinationstherapie (ART) häufiger zu
Veränderungen der Leberfunktion. Diese Patienten müssen gemäß der üblichen Praxis überwachtwerden. Zeigen diese Patienten Anzeichen einer Verschlimmerung der Lebererkrankung, muss eine
Therapieunterbrechung oder ein Therapieabbruch erwogen werden.
Gewicht und metabolische ParameterWährend einer antiretroviralen Therapie können eine Gewichtszunahme und ein Anstieg der Blutlipid-und Blutglukosewerte auftreten. Diese Veränderungen können teilweise mit dem verbesserten
Gesundheitszustand und dem Lebensstil zusammenhängen. In einigen Fällen ist ein Einfluss der
Behandlung auf die Blutlipidwerte erwiesen, während es für die Gewichtszunahme keinen klaren
Nachweis eines Zusammenhangs mit einer bestimmten Behandlung gibt. Für die Überwachung der
Blutlipid- und Blutglukosewerte wird auf die anerkannten HIV-Therapieleitlinien verwiesen. Die
Behandlung von Lipidstörungen sollte nach klinischem Ermessen erfolgen.
Mitochondriale Dysfunktion nach Exposition in utero
Nukleos(t)id-Analoga können die mitochondriale Funktion in unterschiedlichem Ausmaßbeeinträchtigen. Dies ist unter Stavudin, Didanosin und Zidovudin am stärksten ausgeprägt. Es liegen
Berichte über mitochondriale Funktionsstörungen bei HIV-negativen Kleinkindern vor, die in uteround/oder postnatal gegenüber Nukleosid-Analoga exponiert waren. Diese Berichte betrafenüberwiegend Behandlungen mit Zidovudin-haltigen Therapien. Die hauptsächlich berichteten
Nebenwirkungen waren hämatologische Störungen (Anämie, Neutropenie) und Stoffwechselstörungen(Hyperlaktatämie, erhöhte Serum-Lipase-Werte). Diese Ereignisse waren meistens vorübergehend.
Selten wurde über spät auftretende neurologische Störungen (Hypertonus, Konvulsionen,
Verhaltensänderungen) berichtet. Ob solche neurologischen Störungen vorübergehend oder bleibendsind, ist derzeit nicht bekannt. Diese Erkenntnisse sollten bei jedem Kind, das in utero gegenüber
Nukleos(t)id-Analoga exponiert war und schwere klinische, insbesondere neurologische Befundeunbekannter Ätiologie aufweist, berücksichtigt werden. Diese Erkenntnisse haben keinen Einfluss aufdie derzeitigen nationalen Empfehlungen zur Anwendung der antiretroviralen Therapie beischwangeren Frauen zur Prävention einer vertikalen HIV-Transmission.
Immun-Reaktivierungs-SyndromBei HIV-infizierten Patienten mit schwerem Immundefekt kann sich zum Zeitpunkt der Einleitungeiner ART eine entzündliche Reaktion auf asymptomatische oder residuale opportunistische
Infektionen entwickeln, die zu schweren klinischen Verläufen oder Verschlechterung von Symptomenführt. Typischerweise wurden solche Reaktionen innerhalb der ersten Wochen oder Monate nach
Beginn der ART beobachtet. Entsprechende Beispiele sind unter anderem CMV-Retinitis,disseminierte und/oder lokalisierte mykobakterielle Infektionen und Pneumocystis-jirovecii-
Pneumonie. Jedes Entzündungssymptom ist zu bewerten; falls notwendig ist eine Behandlungeinzuleiten.
Es liegen auch Berichte über Autoimmunerkrankungen (wie z. B. Morbus Basedow und
Autoimmunhepatitis) vor, die im Rahmen einer Immun-Reaktivierung auftraten; allerdings ist der
Zeitpunkt des Auftretens sehr variabel und diese Ereignisse können mehrere Monate nach Einleitungder Behandlung auftreten.
Opportunistische InfektionenPatienten, die Genvoya oder eine andere antiretrovirale Therapie erhalten, können weiterhinopportunistische Infektionen und sonstige Komplikationen einer HIV-Infektion entwickeln. Deshalbist auch weiterhin eine engmaschige klinische Überwachung durch Ärzte, die in der Behandlung von
Patienten mit Begleiterkrankungen einer HIV-Infektion erfahren sind, erforderlich.
OsteonekroseObwohl eine multifaktorielle Ätiologie angenommen wird (darunter Anwendung von
Kortikosteroiden, Alkoholkonsum, schwere Immunsuppression, höherer Body-Mass-Index), wurden
Fälle von Osteonekrose insbesondere bei Patienten mit fortgeschrittener HIV-Erkrankung und/oder
Langzeitanwendung einer ART berichtet. Die Patienten sind darauf hinzuweisen, bei Auftreten von
Gelenkbeschwerden und -schmerzen, Gelenksteife oder Schwierigkeiten bei Bewegungen den Arztaufzusuchen.
Nephrotoxizität
Nach der Markteinführung wurden in Zusammenhang mit Tenofoviralafenamid-haltigen
Arzneimitteln Fälle von Nierenfunktionsstörungen, einschließlich akutem Nierenversagen undproximaler renaler Tubulopathie, berichtet. Das potentielle Risiko einer Nephrotoxizität aufgrundeiner chronischen Exposition gegenüber niedrigen Tenofovir-Spiegeln bei Einnahme von
Tenofoviralafenamid kann nicht ausgeschlossen werden (siehe Abschnitt 5.3).
Es wird empfohlen, bei allen Patienten vor oder bei Therapiebeginn mit Genvoya die Nierenfunktionzu bestimmen und auch während der Therapie bei allen Patienten zu überwachen, sofern klinischangemessen. Bei Patienten, die eine klinisch signifikante Abnahme der Nierenfunktion entwickelnoder bei denen Hinweise auf eine proximale renale Tubulopathie vorliegen, sollte ein Absetzen von
Genvoya in Erwägung gezogen werden.
Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz bei chronischer Hämodialyse
Genvoya sollte bei Erwachsenen mit terminaler Niereninsuffizienz (geschätzte CrCl < 15 ml/min) beichronischer Hämodialyse im Allgemeinen vermieden werden. Die Anwendung kann aber erwogenwerden, wenn der mögliche Nutzen die möglichen Risiken überwiegt (siehe Abschnitt 4.2). In einer
Studie mit Genvoya bei HIV-1-infizierten Erwachsenen mit terminaler Niereninsuffizienz (geschätzte
CrCl < 15 ml/min) bei chronischer Hämodialyse wurde die Wirksamkeit über einen Zeitraum von48 Wochen aufrechterhalten, aber die Emtricitabin-Exposition war signifikant höher als bei Patientenmit normaler Nierenfunktion. Obwohl keine neuen Sicherheitsbedenken identifiziert wurden, bleibendie Auswirkungen einer erhöhten Emtricitabin-Exposition unklar (siehe Abschnitte 4.8 und 5.2).
Gleichzeitige Anwendung mit anderen ArzneimittelnBestimmte Arzneimittel dürfen nicht gleichzeitig mit Genvoya angewendet werden (siehe
Abschnitte 4.3 und 4.5).
Genvoya darf nicht gleichzeitig mit anderen antiretroviralen Arzneimitteln angewendet werden (siehe
Abschnitt 4.5).
Genvoya darf nicht gleichzeitig mit Arzneimitteln angewendet werden, die Tenofoviralafenamid,
Tenofovirdisoproxil, Lamivudin oder Adefovirdipivoxil enthalten und zur Behandlung einer
HBV-Infektion eingesetzt werden (siehe Abschnitt 4.5).
Vorschriften zur Kontrazeption
Patientinnen im gebärfähigen Alter sollten entweder ein hormonelles Kontrazeptivum mit mindestens30 Mikrogramm Ethinylestradiol und mit Drospirenon oder Norgestimat als Gestagen oder eine anderezuverlässige Verhütungsmethode anwenden (siehe Abschnitte 4.5 und 4.6). Die Anwendung von
Genvoya mit oralen Kontrazeptiva, die andere Gestagene enthalten, sollte vermieden werden (siehe
Abschnitt 4.5). Es ist zu erwarten, dass sich die Drospirenon-Plasmakonzentrationen nachgleichzeitiger Anwendung mit Genvoya erhöhen, und aufgrund einer möglichen Hyperkaliämie wirdeine klinische Überwachung empfohlen (siehe Abschnitt 4.5).
SchwangerschaftEs wurde gezeigt, dass die Behandlung mit Cobicistat und Elvitegravir während des zweiten unddritten Schwangerschaftstrimesters zu geringeren Elvitegravir-Expositionen führt (siehe
Abschnitt 5.2). Die Cobicistat-Konzentrationen sinken ab und bieten möglicherweise keineausreichende Verstärkung der Wirkung ('Boosting“). Die erhebliche Reduktion der Elvitegravir-
Exposition kann zu einem virologischen Versagen sowie zu einem erhöhten Risiko einer Übertragungder HIV-Infektion von der Mutter auf das Kind führen. Eine Therapie mit Genvoya soll daher währendder Schwangerschaft nicht begonnen werden und Frauen, die während der Therapie mit Genvoyaschwanger werden, sollen auf ein alternatives Behandlungsregime umgestellt werden (siehe
Abschnitt 4.6).
Kinder und JugendlicheBei Patienten im Alter von 3 bis < 12 Jahren, die in der Studie GS-US-292-0106 Genvoya über einen
Zeitraum von 48 Wochen erhalten hatten, wurde über eine verringerte Knochenmineraldichte (Bone
Mineral Density, BMD) (≥ 4 %) in der Wirbelsäule und im Gesamtkörper ohne Kopf (Total Body Less
Head, TBLH) berichtet (siehe Abschnitte 4.8 und 5.1). Die langfristigen Auswirkungen der BMD-
Veränderungen auf den wachsenden Knochen, einschließlich des Frakturrisikos, bleiben unklar. Eswird ein multidisziplinärer Ansatz empfohlen, um die geeignete Überwachung während der
Behandlung festzulegen.
Sonstige BestandteileGenvoya enthält Lactose-Monohydrat. Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz,völligem Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten dieses Arzneimittel nichteinnehmen.
Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Tablette, d. h., es ist nahezu'natriumfrei“.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Genvoya soll nicht gleichzeitig mit anderen antiretroviralen Arzneimitteln eingesetzt werden. Daherwerden keine Angaben zu Wechselwirkungen mit anderen antiretroviralen Arzneimitteln(einschließlich PI und nichtnukleosidischen Reverse-Transkriptase-Hemmern [NNRTI]) gemacht(siehe Abschnitt 4.4). Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen wurden nur bei Erwachsenendurchgeführt.
Genvoya darf nicht gleichzeitig mit Arzneimitteln angewendet werden, die Tenofoviralafenamid,
Tenofovirdisoproxil, Lamivudin oder Adefovirdipivoxil enthalten und zur Behandlung einer HBV-
Infektion eingesetzt werden.
ElvitegravirElvitegravir wird hauptsächlich durch CYP3A metabolisiert, und Arzneimittel, die CYP3A induzierenoder hemmen, können sich auf die Elvitegravir-Exposition auswirken. Die gleichzeitige Anwendungvon Genvoya und Arzneimitteln, die CYP3A induzieren, kann die Plasmakonzentration von
Elvitegravir herabsetzen und die therapeutische Wirkung von Genvoya beeinträchtigen (siehe 'Diegleichzeitige Anwendung ist kontraindiziert“ und Abschnitt 4.3). Elvitegravir hat das Potential,
CYP2C9 und/oder induzierbare Uridindiphosphat-Glucuronosyltransferasen (UGT)-Enzyme zuinduzieren; daher kann es die Plasmakonzentration von Substraten dieser Enzyme verringern.
CobicistatCobicistat ist ein starker, mechanismusbasierter CYP3A-Inhibitor und ebenfalls ein CYP3A-Substrat.
Cobicistat ist außerdem ein schwacher CYP2D6-Inhibitor und wird in geringem Ausmaß durch
CYP2D6 metabolisiert. Arzneimittel, die CYP3A hemmen, können die Clearance von Cobicistatherabsetzen und so zu einer erhöhten Cobicistat-Plasmakonzentration führen. Arzneimittel, die (einen)durch CYP3A gebildete(n) aktive(n) Metaboliten haben, können zu verringerten
Plasmakonzentrationen dieses/dieser aktiven Metaboliten führen.
Bei Arzneimitteln, die in hohem Maße von der Metabolisierung durch CYP3A abhängen und einemausgeprägten First-pass-Effekt unterliegen, ist die Wahrscheinlichkeit für einen starken Anstieg der
Exposition bei gleichzeitiger Anwendung von Cobicistat am höchsten (siehe 'Die gleichzeitige
Anwendung ist kontraindiziert“ und Abschnitt 4.3).
Cobicistat hemmt die folgenden Transporter: P-gp, breast cancer resistance protein (BCRP), organicanion transporting polypeptide (OATP) 1B1 und OATP1B3. Die gleichzeitige Anwendung mit
Arzneimitteln, die Substrate von P-gp, BCRP, OATP1B1 und OATP1B3 sind, kann zu erhöhten
Plasmakonzentrationen dieser Arzneimittel führen.
Emtricitabin
In-vitro- und klinische pharmakokinetische Studien zu Arzneimittelwechselwirkungen haben ergeben,dass das Potential für CYP-vermittelte Wechselwirkungen zwischen Emtricitabin und anderen
Arzneimitteln gering ist. Die gleichzeitige Anwendung von Emtricitabin und Arzneimitteln, diemittels aktiver tubulärer Sekretion ausgeschieden werden, kann zu erhöhten Konzentrationen von
Emtricitabin und/oder dem gleichzeitig angewendeten Arzneimittel führen. Arzneimittel, die die
Nierenfunktion beeinträchtigen, können die Emtricitabin-Konzentration erhöhen.
Tenofoviralafenamid
Tenofoviralafenamid wird von P-gp und BCRP transportiert. Arzneimittel, die einen starken Einflussauf die P-gp- und die BCRP-Aktivität ausüben, können auch die Resorption von Tenofoviralafenamidbeeinflussen. Bei gleichzeitiger Anwendung mit Cobicistat durch Einnahme von Genvoya bewirkt
Cobicistat jedoch eine nahezu maximale Hemmung von P-gp, was die Verfügbarkeit von
Tenofoviralafenamid erhöht und zu einer vergleichbaren Exposition führt wie nach Einnahme von25 mg Tenofoviralafenamid allein. Somit ist nicht zu erwarten, dass die Tenofoviralafenamid-
Exposition nach Einnahme von Genvoya weiter steigt, wenn zusätzlich noch ein weiterer P-gp-und/oder BCRP-Inhibitor angewendet wird (z. B. Ketoconazol). Basierend auf den Daten einer
In-vitro-Studie ist nicht zu erwarten, dass die gleichzeitige Anwendung von Tenofoviralafenamid und
Xanthinoxidasehemmern (z. B. Febuxostat) die systemische Exposition gegenüber Tenofovir in vivoerhöht. In-vitro- und klinische pharmakokinetische Studien zu Arzneimittelwechselwirkungen habenergeben, dass das Potential für CYP-vermittelte Wechselwirkungen zwischen Tenofoviralafenamidund anderen Arzneimitteln gering ist. Tenofoviralafenamid ist kein Inhibitor von CYP1A2, CYP2B6,
CYP2C8, CYP2C9, CYP2C19 oder CYP2D6. Tenofoviralafenamid ist in vivo kein Inhibitor oder
Induktor von CYP3A. Tenofoviralafenamid ist in vitro ein Substrat von OATP. Zu den Inhibitorenvon OATP und BCRP zählt Ciclosporin.
Die gleichzeitige Anwendung ist kontraindiziert
Die gleichzeitige Anwendung von Genvoya und verschiedenen Arzneimitteln, die hauptsächlich durch
CYP3A metabolisiert werden, kann zu erhöhten Plasmakonzentrationen dieser Arzneimittel führen.
Dies kann wiederum mit schwerwiegenden oder lebensbedrohlichen Nebenwirkungen assoziiert sein,z. B. periphere Vasospasmen oder Ischämie (z. B. Dihydroergotamin, Ergotamin, Ergometrin) oder
Myopathie, einschließlich Rhabdomyolyse (z. B. Simvastatin, Lovastatin) oder verlängerte oderverstärkte Sedierung oder Atemdepression (z. B. Midazolam [oral eingenommen] oder Triazolam).
Die gleichzeitige Anwendung von Genvoya und anderen Arzneimitteln, die hauptsächlich durch
CYP3A metabolisiert werden, wie Amiodaron, Lomitapid, Chinidin, Cisaprid, Pimozid, Lurasidon,
Alfuzosin und Sildenafil (zur Behandlung der pulmonalen arteriellen Hypertonie), ist kontraindiziert(siehe Abschnitt 4.3).
Die gleichzeitige Anwendung von Genvoya und verschiedenen Arzneimitteln, die CYP3A induzieren,wie Johanniskraut (Hypericum perforatum), Rifampicin, Carbamazepin, Phenobarbital und Phenytoin,kann die Plasmakonzentrationen von Cobicistat und Elvitegravir signifikant herabsetzen, was zueinem Verlust der therapeutischen Wirkung sowie zu einer Resistenzentwicklung führen kann (siehe
Abschnitt 4.3).
Weitere Wechselwirkungen
Cobicistat und Tenofoviralafenamid sind in vitro keine Inhibitoren der humanen UGT1A1. Es ist nichtbekannt, ob Cobicistat, Emtricitabin oder Tenofoviralafenamid Inhibitoren anderer UGT-Enzyme sind.
Wechselwirkungen zwischen den Wirkstoffen von Genvoya und möglicherweise gleichzeitigangewendeten Arzneimitteln sind in der nachstehenden Tabelle 1 aufgeführt, wobei '↑“ einen Anstiegbedeutet, '↓“ eine Abnahme und '↔“ keine Veränderung. Die beschriebenen Wechselwirkungenbasieren auf Studien, die mit Genvoya oder den Wirkstoffen von Genvoya (Elvitegravir, Cobicistat,
Emtricitabin und Tenofoviralafenamid) als Einzelwirkstoffe und/oder in Kombination durchgeführtwurden, oder es handelt sich um potentielle Arzneimittelwechselwirkungen, die unter Genvoyaauftreten könnten.
Tabelle 1: Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Wirkstoffen von Genvoya und anderen
Arzneimitteln
Arzneimittel nach Auswirkungen auf die Empfehlung zur gleichzeitigen
Anwendungsgebieten Arzneimittelkonzentration. Anwendung mit Genvoya
Mittlere prozentuale
Veränderung der AUC, Cmax,
Cmin1
ANTIINFEKTIVA
Antimykotika
Ketoconazol (200 mg zweimal Elvitegravir: Bei gleichzeitiger Anwendung vontäglich)/ AUC: ↑ 48 % Genvoya sollte die maximale
Elvitegravir (150 mg einmal Cmin: ↑ 67 % Tagesdosis von Ketoconazol 200 mgtäglich)2 Cmax: ↔ nicht überschreiten. Für die Dauerder gleichzeitigen Anwendung ist
Die Konzentrationen von besondere Vorsicht geboten und eine
Ketoconazol und/oder Cobicistat enge klinische Überwachung wirdkönnen bei gleichzeitiger empfohlen.
Anwendung von Genvoya erhöhtsein.
Itraconazol3 Wechselwirkungen wurden mit Bei gleichzeitiger Anwendung von
Voriconazol3 keinem der Wirkstoffe von Genvoya Genvoya sollte eine enge klinische
Posaconazol3 untersucht. Überwachung erfolgen. Bei
Fluconazol gleichzeitiger Anwendung von
Die Konzentrationen von Genvoya sollte die maximale
Itraconazol, Fluconazol und Tagesdosis von Itraconazol 200 mg
Posaconazol können bei nicht überschreiten.gleichzeitiger Anwendung von
Cobicistat erhöht sein. Es wird empfohlen, das
Nutzen/Risiko-Verhältnis zu
Die Konzentration von Voriconazol bewerten, um die Anwendung vonkann sich bei gleichzeitiger Voriconazol zusammen mit Genvoya
Anwendung von Genvoya erhöhen zu begründen.oder verringern.
Arzneimittel nach Auswirkungen auf die Empfehlung zur gleichzeitigen
Anwendungsgebieten Arzneimittelkonzentration. Anwendung mit Genvoya
Mittlere prozentuale
Veränderung der AUC, Cmax,
Cmin1
Antimykobakterielle Wirkstoffe
Rifabutin (150 mg alle zwei Die gleichzeitige Anwendung von Die gleichzeitige Anwendung von
Tage)/ Rifabutin, einem starken Genvoya und Rifabutin wird nicht
Elvitegravir (150 mg einmal CYP3A-Induktor, kann die empfohlen.täglich)/ Plasmakonzentrationen von
Cobicistat (150 mg einmal Cobicistat und Elvitegravir Wenn die Kombination erforderlichtäglich) signifikant herabsetzen, was zu ist, beträgt die empfohlene Rifabutin-einem Verlust der therapeutischen Dosis 150 mg dreimal pro Woche an
Wirkung sowie zu einer festen Tagen (z. B. Montag,
Resistenzentwicklung führen kann. Mittwoch, Freitag).
Eine verstärkte Überwachung auf
Rifabutin: Rifabutin-assoziierte
AUC: ↔ Nebenwirkungen einschließlich
Cmin: ↔ Neutropenie und Uveitis ist
Cmax: ↔ angezeigt, da mit einer Erhöhung der
Desacetyl-Rifabutin-Exposition zu25-O-Desacetyl-Rifabutin rechnen ist. Eine weitere
AUC: ↑ 525 % Dosisreduktion von Rifabutin wurde
Cmin: ↑ 394 % nicht untersucht. Es ist zu bedenken,
Cmax: ↑ 384 % dass eine zweimal wöchentliche
Dosierung von 150 mg
Elvitegravir: möglicherweise keine optimale
AUC: ↓ 21 % Rifabutin-Exposition gewährleistet
Cmin: ↓ 67 % und es dadurch zum Risiko einer
Cmax: ↔ Rifamycin-Resistenzentwicklung undzu Therapieversagen kommen kann.
Cobicistat:AUC: ↔
Cmin: ↓ 66 %
Cmax: ↔
Arzneimittel nach Auswirkungen auf die Empfehlung zur gleichzeitigen
Anwendungsgebieten Arzneimittelkonzentration. Anwendung mit Genvoya
Mittlere prozentuale
Veränderung der AUC, Cmax,
Cmin1
Arzneimittel gegen das Hepatitis-C-Virus
Ledipasvir (90 mg einmal Ledipasvir: Bei gleichzeitiger Anwendung isttäglich)/ AUC: ↑ 79 % keine Dosisanpassung von
Sofosbuvir (400 mg einmal Cmin: ↑ 93 % Ledipasvir/Sofosbuvir oder Genvoyatäglich)/ Cmax: ↑ 65 % angezeigt.
Elvitegravir (150 mg einmaltäglich)/ Sofosbuvir:
Cobicistat (150 mg einmal AUC: ↑ 47 %täglich)/ Cmin: nicht zutreffend
Emtricitabin (200 mg einmal Cmax: ↑ 28 %täglich)/
Tenofoviralafenamid (10 mg Sofosbuvir-Metabolit GS-566500:einmal täglich)5 AUC: ↔
Cmin: ↔
Cmax: ↔
Sofosbuvir-Metabolit GS-331007:
AUC: ↑ 48 %
Cmin: ↑ 66 %
Cmax: ↔
Elvitegravir:AUC: ↔
Cmin: ↑ 46 %
Cmax: ↔
Cobicistat:AUC: ↑ 53 %
Cmin: ↑ 225 %
Cmax: ↔
Emtricitabin:
AUC: ↔
Cmin: ↔
Cmax: ↔
Tenofoviralafenamid:
AUC: ↔
Cmin: nicht zutreffend
Cmax: ↔
Arzneimittel nach Auswirkungen auf die Empfehlung zur gleichzeitigen
Anwendungsgebieten Arzneimittelkonzentration. Anwendung mit Genvoya
Mittlere prozentuale
Veränderung der AUC, Cmax,
Cmin1
Sofosbuvir (400 mg einmal Sofosbuvir: Bei gleichzeitiger Anwendung isttäglich)/ AUC: ↑ 37 % keine Dosisanpassung von
Velpatasvir (100 mg einmal Cmin: nicht zutreffend Sofosbuvir/Velpatasvir odertäglich)/ Cmax: ↔ Genvoya angezeigt.
Elvitegravir (150 mg einmaltäglich)/ Sofosbuvir-Metabolit GS-331007:
Cobicistat (150 mg einmal AUC: ↑ 48 %täglich)/ Cmin: ↑ 58 %
Emtricitabin (200 mg einmal Cmax: ↔täglich)/
Tenofoviralafenamid (10 mg Velpatasvir:einmal täglich)5 AUC: ↑ 50 %
Cmin: ↑ 60 %
Cmax: ↑ 30 %
Elvitegravir:AUC: ↔
Cmin: ↔
Cmax: ↔
Cobicistat:AUC: ↔
Cmin: ↑ 103 %
Cmax: ↔
Emtricitabin:
AUC: ↔
Cmin: ↔
Cmax: ↔
Tenofoviralafenamid:
AUC: ↔
Cmin: nicht zutreffend
Cmax: ↓ 20 %
Arzneimittel nach Auswirkungen auf die Empfehlung zur gleichzeitigen
Anwendungsgebieten Arzneimittelkonzentration. Anwendung mit Genvoya
Mittlere prozentuale
Veränderung der AUC, Cmax,
Cmin1
Sofosbuvir/Velpatasvir/ Sofosbuvir: Bei gleichzeitiger Anwendung ist
Voxilaprevir AUC: ↔ keine Dosisanpassung von(400 mg/100 mg/100 mg+100 mg Cmin: nicht zutreffend Sofosbuvir/Velpatasvir/Voxilaprevireinmal täglich)7/ Cmax: ↑ 27 % und Genvoya angezeigt.
Elvitegravir (150 mg einmaltäglich)/ Cobicistat (150 mg Sofosbuvir-Metabolit GS-331007:einmal täglich)/ Emtricitabin AUC: ↑ 43 %(200 mg einmal täglich)/ Cmin: nicht zutreffend
Tenofoviralafenamid (10 mg Cmax: ↔einmal täglich)5
Velpatasvir:AUC: ↔
Cmin: ↑ 46 %
Cmax: ↔
Voxilaprevir:AUC: ↑ 171 %
Cmin: ↑ 350 %
Cmax: ↑ 92 %
Elvitegravir:AUC: ↔
Cmin: ↑ 32 %
Cmax: ↔
Cobicistat:AUC: ↑ 50 %
Cmin: ↑ 250 %
Cmax: ↔
Emtricitabin:
AUC: ↔
Cmin: ↔
Cmax: ↔
Tenofoviralafenamid:
AUC: ↔
Cmin: nicht zutreffend
Cmax: ↓ 21 %
Arzneimittel nach Auswirkungen auf die Empfehlung zur gleichzeitigen
Anwendungsgebieten Arzneimittelkonzentration. Anwendung mit Genvoya
Mittlere prozentuale
Veränderung der AUC, Cmax,
Cmin1
Makrolid-Antibiotika
Clarithromycin Wechselwirkungen wurden mit Die Dosierung von Clarithromycinkeinem der Wirkstoffe von Genvoya sollte sich nach der CrCl desuntersucht. Patienten, unter Berücksichtigung der
Wirkung von Cobicistat auf die CrCl
Die Konzentrationen von und das Serumkreatinin richten
Clarithromycin und/oder Cobicistat (siehe Abschnitt 4.8).können bei gleichzeitiger
Anwendung von Genvoya verändert Patienten mit einer CrCl vonsein. 60 ml/min oder höher:
Eine Anpassung der Dosierung von
Clarithromycin ist nicht erforderlich.
Patienten mit einer CrCl zwischen30 ml/min und 60 ml/min:
Die Clarithromycin-Dosis sollte um50 % herabgesetzt werden.
Telithromycin Wechselwirkungen wurden mit Bei gleichzeitiger Anwendung vonkeinem der Wirkstoffe von Genvoya Genvoya wird eine klinischeuntersucht. Überwachung empfohlen.
Die Konzentrationen von
Telithromycin und/oder Cobicistatkönnen bei gleichzeitiger
Anwendung von Genvoya verändertsein.
ANTIKONVULSIVA
Carbamazepin (200 mg zweimal Die gleichzeitige Anwendung von Carbamazepin verringert dietäglich)/Elvitegravir (150 mg Carbamazepin, einem starken Plasmakonzentrationen voneinmal täglich)/Cobicistat CYP3A-Induktor, kann die Elvitegravir und Cobicistat, was zu(150 mg einmal täglich) Plasmakonzentrationen von einem Verlust der therapeutischen
Cobicistat signifikant herabsetzen. Wirkung sowie zur
Resistenzentwicklung führen kann.
Elvitegravir: Die gleichzeitige Anwendung von
AUC: ↓ 69 % Genvoya und Carbamazepin ist
Cmin: ↓ 97 % kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).
Cmax: ↓ 45 %
Cobicistat:AUC: ↓ 84 %
Cmin: ↓ 90 %
Cmax: ↓ 72 %
Carbamazepin:AUC: ↑ 43 %
Cmin: ↑ 51 %
Cmax: ↑ 40 %
Carbamazepin-10,11-Epoxid:
AUC: ↓ 35 %
Cmin: ↓ 41 %
Cmax: ↓ 27 %
Arzneimittel nach Auswirkungen auf die Empfehlung zur gleichzeitigen
Anwendungsgebieten Arzneimittelkonzentration. Anwendung mit Genvoya
Mittlere prozentuale
Veränderung der AUC, Cmax,
Cmin1
GLUKOKORTIKOIDE
KortikosteroideIn erster Linie durch CYP3A Wechselwirkungen wurden mit Die gleichzeitige Gabe von Genvoyametabolisierte Kortikosteroide keinem der Wirkstoffe von Genvoya und Kortikosteroiden, die durch(einschließlich Betamethason, untersucht. CYP3A (z. B. Fluticasonpropionat
Budesonid, Fluticason, oder andere inhalativ oder nasal
Mometason, Prednison und Die Plasmakonzentration dieser angewendete Kortikoide)
Triamcinolon). Arzneimittel kann erhöht werden, metabolisiert werden, kann daswenn sie zusammen mit Genvoya Risiko systemischerangewendet werden, was zu einer Kortikosteroidwirkungen wiereduzierten Cortisolkonzentration Cushing-Syndrom und adrenalerim Serum führt. Suppression erhöhen.
Die gleichzeitige Anwendung mit
CYP3A-metabolisierten
Kortikosteroiden wird nichtempfohlen, es sei denn, derpotenzielle Nutzen für den Patientenüberwiegt das Risiko; in diesem Fallsollten die Patienten im Hinblick aufsystemische
Kortikosteroidwirkungen überwachtwerden. Alternative Kortikosteroide,die weniger stark vom CYP3A-
Metabolismus abhängen, z. B.
Beclomethason für die intranasaleoder inhalative Anwendung sollteninsbesondere für eine langfristige
Anwendung in Erwägung gezogenwerden.
Für die gleichzeitige Anwendung vonkutan angewendeten
Kortikosteroiden, die gegenübereiner CYP3A-Hemmung empfindlichsind, siehe Fachinformation des
Kortikosteroids bezüglich
Erkrankungen oder Anwendungen,welche die systemische Resorptiondes Kortikosteroids erhöhen.
Arzneimittel nach Auswirkungen auf die Empfehlung zur gleichzeitigen
Anwendungsgebieten Arzneimittelkonzentration. Anwendung mit Genvoya
Mittlere prozentuale
Veränderung der AUC, Cmax,
Cmin1
ARZNEIMITTEL oder ORALE ERGÄNZUNGSMITTEL, die POLYVALENTE KATIONEN (z. B. Mg, Al,
Ca, Fe, Zn) enthalten
Magnesium-/Aluminiumhaltige Elvitegravir (bei ± 2 Stunden Es wird empfohlen, Genvoya undantazide Suspension (20 ml Abstand zur antaziden Suspension): Antazida, Arzneimittel oder orale
Einzeldosis)/Elvitegravir (50 mg AUC: ↔ Ergänzungsmittel, die polyvalente
Einzeldosis)/Ritonavir (100 mg Cmin: ↔ Kationen enthalten, mit mindestens
Einzeldosis) Cmax: ↔ 4 Stunden Abstand einzunehmen.
Elvitegravir (bei gleichzeitiger Informationen zu anderen
Anwendung): säurereduzierenden Wirkstoffen
AUC: ↓ 45 % (z. B. H2-Rezeptorantagonisten und
Cmin: ↓ 41 % Protonenpumpenhemmer), siehe
Cmax: ↓ 47 % Abschnitt 'Studien, die mit anderen
Arzneimitteln durchgeführt wurden“.
Die Plasmakonzentration von
Elvitegravir ist bei gleichzeitiger
Anwendung von Antazida infolgelokaler Komplexbildung im
Gastrointestinaltrakt und nichtaufgrund von Veränderungen desgastrischen pH-Werts verringert.
Calcium- oder eisenhaltige Wechselwirkungen wurden mit
Ergänzungsmittel (einschließlich keinem der Wirkstoffe von Genvoya
Multivitaminpräparate) untersucht.
Andere kationenhaltige Antazida
Kationenhaltige Laxantien Es ist zu erwarten, dass die
Sucralfat Plasmakonzentration von
Gepufferte Arzneimittel Elvitegravir bei gleichzeitiger
Anwendung von Antazida,
Arzneimitteln oder oralen
Ergänzungsmitteln, die polyvalente
Kationen enthalten, infolge lokaler
Komplexbildung im
Gastrointestinaltrakt und nichtaufgrund von Veränderungen desgastrischen pH-Werts verringert ist.
ORALE ANTIDIABETIKA
Metformin Wechselwirkungen wurden mit Bei gleichzeitiger Anwendung vonkeinem der Wirkstoffe von Genvoya Genvoya werden die sorgfältigeuntersucht. Überwachung des Patienten und die
Anpassung der Dosierung von
Cobicistat bewirkt eine reversible Metformin empfohlen.
Hemmung von MATE1, und die
Metformin-Konzentration kann beigleichzeitiger Anwendung von
Genvoya erhöht sein.
Arzneimittel nach Auswirkungen auf die Empfehlung zur gleichzeitigen
Anwendungsgebieten Arzneimittelkonzentration. Anwendung mit Genvoya
Mittlere prozentuale
Veränderung der AUC, Cmax,
Cmin1
NARKOTISCHE ANALGETIKA
Methadon (80-120 mg)/ Methadon: Eine Anpassung der Dosierung von
Elvitegravir (150 mg einmal AUC: ↔ Methadon ist nicht erforderlich.täglich)/Cobicistat (150 mg Cmin: ↔einmal täglich) Cmax: ↔
Cobicistat:AUC: ↔
Cmin: ↔
Cmax: ↔
Elvitegravir:AUC: ↔
Cmin: ↔
Cmax: ↔
Buprenorphin/Naloxon (16/4 bis Buprenorphin: Eine Anpassung der Dosierung von24/6 mg)/Elvitegravir (150 mg AUC: ↑ 35 % Buprenorphin/Naloxon ist nichteinmal täglich)/Cobicistat Cmin: ↑ 66 % erforderlich.(150 mg einmal täglich) Cmax: ↔
Naloxon:
AUC: ↓ 28 %
Cmax: ↓ 28 %
Cobicistat:AUC: ↔
Cmin: ↔
Cmax: ↔
Elvitegravir:AUC: ↔
Cmin: ↔
Cmax: ↔
ORALE KONTRAZEPTIVA
Drospirenon/Ethinylestradiol Wechselwirkungen mit Genvoya Die Plasmakonzentrationen von(3 mg/0,02 mg Einzeldosis)/ wurden nicht untersucht. Drospirenon können sich bei
Cobicistat (150 mg einmal gleichzeitiger Anwendung mittäglich) Erwartet Arzneimitteln, die Cobicistat
Drospirenon: enthalten, erhöhen. Aufgrund einer
AUC: ↑ möglichen Hyperkaliämie wird eine
Norgestimat Norelgestromin: klinische Überwachung empfohlen.(0,180/0,215/0,250 mg einmal AUC: ↔täglich)/Ethinylestradiol Cmin: ↔ Bei gleichzeitiger Anwendung von(0,025 mg einmal Cmax: ↔ Genvoya und einem hormonellentäglich)/Emtricitabin/Tenofoviral Kontrazeptivum ist Vorsicht geboten.afenamid (200/25 mg einmal Norgestrel: Das hormonelle Kontrazeptivumtäglich)6 AUC: ↔ sollte mindestens 30 µg
Cmin: ↔ Ethinylestradiol und Drospirenon
Cmax: ↔ oder Norgestimat als Gestagenenthalten, oder die Patientinnen
Ethinylestradiol: sollten eine andere zuverlässige
AUC: ↔ Verhütungsmethode anwenden (siehe
Cmin: ↔ Abschnitte 4.4 und 4.6).
Cmax: ↔
Arzneimittel nach Auswirkungen auf die Empfehlung zur gleichzeitigen
Anwendungsgebieten Arzneimittelkonzentration. Anwendung mit Genvoya
Mittlere prozentuale
Veränderung der AUC, Cmax,
Cmin1
Norgestimat (0,180/0,215 mg Norgestimat: Die langfristigen Auswirkungen dereinmal täglich)/Ethinylestradiol AUC: ↑ 126 % erheblich erhöhten Gestagen-(0,025 mg einmal Cmin: ↑ 167 % Exposition sind nicht bekannt.täglich)/Elvitegravir (150 mg Cmax: ↑ 108 %einmal täglich)/Cobicistat(150 mg einmal täglich)4 Ethinylestradiol:
AUC: ↓ 25 %
Cmin: ↓ 44 %
Cmax: ↔
Elvitegravir:AUC: ↔
Cmin: ↔
Cmax: ↔
ANTIARRHYTHMIKA
Digoxin (0,5 mg Einzeldosis)/ Digoxin: Bei kombinierter Anwendung von
Cobicistat (150 mg AUC: ↔ Digoxin und Genvoya wird
Mehrfachdosierung) Cmax: ↑ 41 % empfohlen, den Digoxinspiegel zuüberwachen.
Disopyramid Wechselwirkungen wurden mit Bei gleichzeitiger Anwendung mit
Flecainid keinem der Wirkstoffe von Genvoya Genvoya ist besondere Vorsicht
Systemisches Lidocain untersucht. geboten und es wird eine enge
Mexiletin klinische Überwachung empfohlen.
Propafenon Die Konzentrationen dieser
Antiarrhythmika können beigleichzeitiger Anwendung von
Cobicistat erhöht sein.
ANTIHYPERTENSIVA
Metoprolol Wechselwirkungen wurden mit Bei gleichzeitiger Anwendung dieser
Timolol keinem der Wirkstoffe von Genvoya Wirkstoffe und Genvoya wird eineuntersucht. enge klinische Überwachungempfohlen. Möglicherweise ist eine
Die Konzentrationen von Verringerung ihrer Dosis
Betablockern können bei erforderlich.gleichzeitiger Anwendung von
Cobicistat erhöht sein.
Amlodipin Wechselwirkungen wurden mit Bei gleichzeitiger Anwendung dieser
Diltiazem keinem der Wirkstoffe von Genvoya Arzneimittel und Genvoya wird eine
Felodipin untersucht. enge klinische Überwachung der
Nicardipin therapeutischen Wirkungen und der
Nifedipin Die Konzentrationen von Nebenwirkungen empfohlen.
Verapamil Calciumantagonisten können beigleichzeitiger Anwendung von
Cobicistat erhöht sein.
ENDOTHELINREZEPTORANTAGONISTEN
Bosentan Wechselwirkungen wurden mit Es sind gegebenenfalls anderekeinem der Wirkstoffe von Genvoya Endothelinrezeptorantagonisten inuntersucht. Betracht zu ziehen.
Die gleichzeitige Anwendung mit
Genvoya kann zu einer verringerten
Elvitegravir- und/oder Cobicistat-
Exposition und zum Verlust dertherapeutischen Wirkung sowie zur
Resistenzentwicklung führen.
Arzneimittel nach Auswirkungen auf die Empfehlung zur gleichzeitigen
Anwendungsgebieten Arzneimittelkonzentration. Anwendung mit Genvoya
Mittlere prozentuale
Veränderung der AUC, Cmax,
Cmin1
ANTIKOAGULANZIEN
Dabigatran Wechselwirkungen wurden mit Die gleichzeitige Anwendung vonkeinem der Wirkstoffe von Genvoya Genvoya mit Dabigatran istuntersucht. kontraindiziert.
Bei gleichzeitiger Anwendung mit
Genvoya können die Dabigatran-
Plasmakonzentrationen erhöht sein,mit ähnlichen Wirkungen wie beianderen starken P-gp-Hemmern.
Apixaban Wechselwirkungen wurden mit Die gleichzeitige Anwendung von
Rivaroxaban keinem der Wirkstoffe von Genvoya Apixaban, Rivaroxaban oder
Edoxaban untersucht. Edoxaban mit Genvoya wird nichtempfohlen.
Bei gleichzeitiger Anwendung mit
Genvoya können erhöhte
Plasmakonzentrationen des DOAK(direkten oralen Antikoagulans) die
Folge sein, was zu einem erhöhten
Blutungsrisiko führen kann.
Warfarin Wechselwirkungen wurden mit Bei gleichzeitiger Anwendung vonkeinem der Wirkstoffe von Genvoya Genvoya wird empfohlen, die INRuntersucht. (Internationale Normalisierte Ratio)zu überwachen. Nach Absetzen von
Die Warfarin-Konzentration kann Genvoya sollte die INR noch einigedurch gleichzeitige Anwendung von Wochen lang überwacht werden.
Genvoya beeinflusst werden.
THROMBOZYTENAGGREGATIONSHEMMER
Clopidogrel Wechselwirkungen wurden mit Die gleichzeitige Anwendung vonkeinem der Wirkstoffe von Genvoya Clopidogrel mit Genvoya wird nichtuntersucht. empfohlen.
Es ist zu erwarten, dass diegleichzeitige Anwendung von
Clopidogrel und Cobicistat die
Plasmakonzentrationen der aktiven
Metaboliten von Clopidogrelverringert werden, wodurch diethrombozytenaggregations-hemmende Wirkung von
Clopidogrel verringert sein kann.
Prasugrel Wechselwirkungen wurden mit Eine Dosisanpassung von Prasugrelkeinem der Wirkstoffe von Genvoya ist nicht erforderlich.untersucht.
Es ist nicht zu erwarten, dass
Genvoya eine klinisch relevante
Wirkung auf die
Plasmakonzentrationen des aktiven
Metaboliten von Prasugrel hat.
Arzneimittel nach Auswirkungen auf die Empfehlung zur gleichzeitigen
Anwendungsgebieten Arzneimittelkonzentration. Anwendung mit Genvoya
Mittlere prozentuale
Veränderung der AUC, Cmax,
Cmin1
INHALATIVE BETAAGONISTEN
Salmeterol Wechselwirkungen wurden mit Die gleichzeitige Anwendung vonkeinem der Wirkstoffe von Genvoya Salmeterol und Genvoya wird nichtuntersucht. empfohlen.
Die gleichzeitige Anwendung von
Genvoya kann zu erhöhten
Plasmakonzentrationen von
Salmeterol führen, was wiederummöglicherweise mitschwerwiegenden oderlebensbedrohlichen
Nebenwirkungen assoziiert ist.
HMG-COA-REDUKTASEHEMMER
Rosuvastatin (10 mg Elvitegravir: Die Konzentration von Rosuvastatin
Einzeldosis)/ AUC: ↔ ist vorübergehend erhöht, wenn es
Elvitegravir (150 mg einmal Cmin: ↔ gleichzeitig mit Elvitegravir undtäglich)/ Cmax: ↔ Cobicistat angewendet wird. Eine
Cobicistat (150 mg einmal Dosisanpassung ist nicht erforderlich,täglich) Rosuvastatin: wenn Rosuvastatin in Kombination
AUC: ↑ 38 % mit Genvoya angewendet wird.
Cmin: nicht zutreffend
Cmax: ↑ 89 %
Atorvastatin (10 mg Atorvastatin: Die Konzentrationen von
Einzeldosis)/Elvitegravir AUC: ↑ 160 % Atorvastatin sind erhöht, wenn es(150 mg einmal Cmin: nicht zutreffend gleichzeitig mit Elvitegravir undtäglich)/Cobicistat (150 mg Cmax: ↑ 132 % Cobicistat angewendet wird. Beieinmal täglich)/Emtricitabin gleichzeitiger Anwendung mit(200 mg einmal Elvitegravir: Genvoya sollte unter sorgfältigertäglich)/Tenofoviralafenamid AUC: ↔ Überwachung mit der niedrigst(10 mg einmal täglich) Cmin: ↔ möglichen Dosis von Atorvastatin
Cmax: ↔ gestartet werden.
Pitavastatin Wechselwirkungen wurden mit Bei gleichzeitiger Anwendung vonkeinem der Wirkstoffe von Genvoya Genvoya und Pitavastatin istuntersucht. besondere Vorsicht geboten.
Die Konzentrationen von
Pitavastatin können erhöht sein,wenn es gleichzeitig mit
Elvitegravir und Cobicistatangewendet wird.
Pravastatin Wechselwirkungen wurden mit Eine Dosisanpassung ist nicht
Fluvastatin keinem der Wirkstoffe von Genvoya erforderlich, wenn diese Wirkstoffeuntersucht. in Kombination mit Genvoyaangewendet werden.
Die Konzentrationen dieser HMG-
CoA-Reduktasehemmer nehmenvoraussichtlich vorübergehend zu,wenn sie gleichzeitig mit
Elvitegravir und Cobicistatangewendet werden.
Lovastatin Wechselwirkungen wurden mit Die gleichzeitige Anwendung von
Simvastatin keinem der Wirkstoffe von Genvoya Genvoya und Lovastatin oderuntersucht. Simvastatin ist kontraindiziert (siehe
Abschnitt 4.3).
Arzneimittel nach Auswirkungen auf die Empfehlung zur gleichzeitigen
Anwendungsgebieten Arzneimittelkonzentration. Anwendung mit Genvoya
Mittlere prozentuale
Veränderung der AUC, Cmax,
Cmin1
LIPIDMODIFIZIERENDE WIRKSTOFFE
Lomitapid Wechselwirkungen wurden mit Die gleichzeitige Anwendung mitkeinem der Wirkstoffe von Genvoya Lomitapid ist kontraindiziert (sieheuntersucht. Abschnitt 4.3).
Die Verstoffwechselung von
Lomitapid ist stark von CYP3Aabhängig und die gleichzeitige
Anwendung mit Genvoya kann zuerhöhten Konzentrationen von
Lomitapid und potentiell zu deutlicherhöhten Transaminasen führen.
PHOSPHODIESTERASE-5- (PDE-5-)HEMMER
Sildenafil Wechselwirkungen wurden mit Die gleichzeitige Anwendung von
Tadalafil keinem der Wirkstoffe von Genvoya Genvoya und Sildenafil zur
Vardenafil untersucht. Behandlung der pulmonalenarteriellen Hypertonie ist
PDE-5-Hemmer werden kontraindiziert.hauptsächlich durch CYP3Ametabolisiert. Die gleichzeitige Bei gleichzeitiger Anwendung von
Anwendung von Genvoya kann zu Genvoya und Tadalafil zurerhöhten Plasmakonzentrationen Behandlung der pulmonalenvon Sildenafil und Tadalafil führen, arteriellen Hypertonie ist besonderewas wiederum mit PDE-5- Vorsicht geboten, eventuell
Hemmern assoziierte einschließlich einer Dosisreduktion.
Nebenwirkungen hervorrufen kann.
Zur Behandlung der erektilen
Dysfunktion wird bei gleichzeitiger
Anwendung von Genvoyaempfohlen: eine Einzeldosis
Sildenafil von nicht mehr als 25 mgin 48 Stunden, Vardenafil nicht mehrals 2,5 mg in 72 Stunden oder
Tadalafil nicht mehr als 10 mg in72 Stunden.
ANTIDEPRESSIVA
Sertralin (50 mg Einzeldosis)/ Elvitegravir: Die Sertralin-Konzentration wird
Elvitegravir (150 mg einmal AUC: ↔ durch gleichzeitige Anwendung vontäglich)/ Cmin: ↔ Genvoya nicht beeinflusst. Eine
Cobicistat (150 mg einmal Cmax: ↔ Dosisanpassung ist bei gleichzeitigertäglich)/ Anwendung nicht erforderlich.
Emtricitabin (200 mg einmal Tenofoviralafenamid:täglich)/ AUC: ↔
Tenofoviralafenamid (10 mg Cmin: ↔einmal täglich)5 Cmax: ↔
Sertralin:
AUC: ↔
Cmin: ↔
Cmax: ↔
Arzneimittel nach Auswirkungen auf die Empfehlung zur gleichzeitigen
Anwendungsgebieten Arzneimittelkonzentration. Anwendung mit Genvoya
Mittlere prozentuale
Veränderung der AUC, Cmax,
Cmin1
Trizyklische Antidepressiva Wechselwirkungen wurden mit Es wird empfohlen, die Dosis des(TCA) keinem der Wirkstoffe von Genvoya Antidepressivums vorsichtig zu
Trazodon untersucht. titrieren und die antidepressive
Selektive Serotonin- Wirkung zu überwachen.
Wiederaufnahmehemmer (SSRI) Die Konzentrationen der
Escitalopram Antidepressiva können beigleichzeitiger Anwendung von
Cobicistat erhöht sein.
IMMUNSUPPRESSIVA
Ciclosporin Wechselwirkungen wurden mit Bei gleichzeitiger Anwendung von
Sirolimus keinem der Wirkstoffe von Genvoya Genvoya wird eine enge
Tacrolimus untersucht. therapeutische Überwachungempfohlen.
Die Konzentrationen dieser
Immunsuppressiva können beigleichzeitiger Anwendung von
Cobicistat erhöht sein.
SEDATIVA/HYPNOTIKA
Buspiron Wechselwirkungen wurden mit Die gleichzeitige Anwendung von
Clorazepat keinem der Wirkstoffe von Genvoya Genvoya und Triazolam ist
Diazepam untersucht. kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).
Estazolam Bei anderen Sedativa/Hypnotika
Flurazepam Triazolam wird hauptsächlich durch kann eine Dosisreduktion
Lorazepam CYP3A metabolisiert. Die erforderlich sein. Die Überwachung
Triazolam gleichzeitige Anwendung von der Wirkstoffkonzentration wird
Zolpidem Genvoya kann zu erhöhten empfohlen.
Plasmakonzentrationen dieses
Arzneimittels führen, was wiederummöglicherweise mitschwerwiegenden oderlebensbedrohlichen
Nebenwirkungen assoziiert ist.
Die Konzentrationen anderer
Benzodiazepine, darunter
Diazepam, können bei gleichzeitiger
Anwendung von Genvoya erhöhtsein.
Da der Eliminationsweg von
Lorazepam nicht CYP-vermittelt ist,sind bei gleichzeitiger Anwendungvon Genvoya keine Auswirkungenauf die Plasmakonzentrationen zuerwarten.
Arzneimittel nach Auswirkungen auf die Empfehlung zur gleichzeitigen
Anwendungsgebieten Arzneimittelkonzentration. Anwendung mit Genvoya
Mittlere prozentuale
Veränderung der AUC, Cmax,
Cmin1
Oral angewendetes Midazolam Midazolam: Die gleichzeitige Anwendung von(2,5 mg Einzeldosis)/ AUC: ↔ Genvoya und oral angewendetem
Tenofoviralafenamid (25 mg Cmax: ↔ Midazolam ist kontraindiziert (sieheeinmal täglich) Abschnitt 4.3).
Midazolam wird hauptsächlich
Intravenös angewendetes durch CYP3A metabolisiert.
Midazolam (1 mg Einzeldosis)/ Aufgrund der Anwesenheit von
Tenofoviralafenamid (25 mg Cobicistat kann die gleichzeitigeeinmal täglich) Anwendung von Genvoya zuerhöhten Plasmakonzentrationendieses Arzneimittels führen, waswiederum möglicherweise mitschwerwiegenden oderlebensbedrohlichen
Nebenwirkungen assoziiert ist.
ARZNEIMITTEL GEGEN GICHT
Colchicin Wechselwirkungen wurden mit Eine Reduktion der Colchicindosiskeinem der Wirkstoffe von Genvoya kann erforderlich sein. Bei Patientenuntersucht. mit Nieren- oder
Leberfunktionsstörung sollte
Die gleichzeitige Anwendung von Genvoya nicht gleichzeitig mit
Genvoya kann zu erhöhten Colchicin angewendet werden.
Plasmakonzentrationen dieses
Arzneimittels führen.
1 Soweit Daten aus Studien zu Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln vorlagen.2 Diese Studien wurden mit durch Ritonavir geboostertem Elvitegravir durchgeführt.3 Dies sind Arzneimittel innerhalb derselben Klasse, für die ähnliche Wechselwirkungen prognostiziert werden könnten.4 Diese Studie wurde mit Elvitegravir/Cobicistat/Emtricitabin/Tenofovirdisoproxilfumarat durchgeführt.5 Diese Studie wurde mit Genvoya durchgeführt.6 Diese Studie wurde mit Emtricitabin/Tenofoviralafenamid durchgeführt.7 Diese Studie wurde mit zusätzlichen 100 mg Voxilaprevir durchgeführt, um eine bei HCV-infizierten Patienten erwartete
Voxilaprevir-Exposition zu erreichen.
Studien, die mit anderen Arzneimitteln durchgeführt wurden
Basierend auf Studien zu Arzneimittelwechselwirkungen, die mit Genvoya oder den Einzelwirkstoffenvon Genvoya durchgeführt wurden, sind keine klinisch relevanten Wechselwirkungen zwischen den
Wirkstoffen von Genvoya und den folgenden Arzneimitteln beobachtet worden bzw. zu erwarten:
Entecavir, Famciclovir, Ribavirin, Famotidin und Omeprazol.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
Frauen im gebärfähigen Alter/Kontrazeption bei Männern und FrauenWährend der Behandlung mit Genvoya sollte eine zuverlässige Verhütungsmethode angewendetwerden (siehe Abschnitte 4.4 und 4.5).
SchwangerschaftBisher liegen keine adäquaten und gut kontrollierten Studien zur Anwendung von Genvoya oderseinen Einzelwirkstoffen bei Schwangeren vor. Bisher liegen keine oder nur sehr begrenzte
Erfahrungen (weniger als 300 Schwangerschaftsausgänge) mit der Anwendung von Genvoya bei
Schwangeren vor. Weitreichende Erfahrungen an schwangeren Frauen (mehr als1.000 Schwangerschaftsausgänge mit Exposition) deuten jedoch nicht auf ein Fehlbildungsrisiko odereine fetale/neonatale Toxizität in Verbindung mit Emtricitabin hin.
Tierexperimentelle Studien mit Elvitegravir, Cobicistat oder Emtricitabin als Einzelwirkstoffe ergabenkeine Hinweise auf direkte oder indirekte gesundheitsschädliche Wirkungen in Bezug auf
Fertilitätsparameter, Schwangerschaft, fetale Entwicklung, Entbindung oder postnatale Entwicklung.
Tierexperimentelle Studien mit Tenofoviralafenamid ergaben keine Hinweise aufgesundheitsschädliche Wirkungen von Tenofoviralafenamid in Bezug auf Fertilitätsparameter,
Schwangerschaft oder fetale Entwicklung (siehe Abschnitt 5.3).
Es wurde gezeigt, dass die Behandlung mit Cobicistat und Elvitegravir während des zweiten unddritten Schwangerschaftstrimesters zu geringeren Elvitegravir-Expositionen führt (siehe
Abschnitt 5.2). Die Cobicistat-Konzentrationen sinken ab und bieten möglicherweise keineausreichende Verstärkung der Wirkung ('Boosting“). Die erhebliche Reduktion der Elvitegravir-
Exposition kann zu einem virologischen Versagen sowie zu einem erhöhten Risiko einer Übertragungder HIV-Infektion von der Mutter auf das Kind führen. Eine Therapie mit Genvoya soll daher währendder Schwangerschaft nicht begonnen werden und Frauen, die während der Therapie mit Genvoyaschwanger werden, sollen auf ein alternatives Behandlungsregime umgestellt werden (siehe
Abschnitt 4.4).
StillzeitEs ist nicht bekannt ob Elvitegravir, Cobicistat oder Tenofoviralafenamid in die Muttermilchübergehen. Emtricitabin geht in die Muttermilch über. In tierexperimentellen Studien wurde gezeigt,dass Elvitegravir, Cobicistat und Tenofovir in die Muttermilch übergehen.
Es gibt nur ungenügende Informationen darüber, ob Elvitegravir, Cobicistat, Emtricitabin und
Tenofovir Auswirkungen auf Neugeborene/Kinder haben. Daher sollte Genvoya während der Stillzeitnicht angewendet werden.
Um eine Übertragung von HIV auf das Kind zu vermeiden, wird empfohlen, dass HIV-infizierte
Frauen nicht stillen.
FertilitätBisher liegen keine Daten zur Fertilität bei Anwendung von Genvoya beim Menschen vor. Intierexperimentellen Studien zeigten Elvitegravir, Cobicistat, Emtricitabin und Tenofoviralafenamidkeine Auswirkungen auf das Paarungsverhalten oder Fertilitätsparameter (siehe Abschnitt 5.3).
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
MaschinenGenvoya kann einen geringen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienenvon Maschinen haben. Die Patienten sollten darüber informiert werden, dass in Zusammenhang mitder Anwendung von Genvoya über Schwindelgefühl berichtet wurde.
4.8 Nebenwirkungen
Zusammenfassung zum Sicherheitsprofil
Die Beurteilung der Nebenwirkungen beruht auf den gesammelten Sicherheitsdaten aller Studien der
Phasen 2 und 3 mit Genvoya und aus Erfahrungen nach der Markteinführung. Die am häufigstengemeldeten Nebenwirkungen in klinischen Studien über 144 Wochen waren Übelkeit (11 %),
Diarrhoe (7 %) und Kopfschmerzen (6 %).
Tabellarische Zusammenfassung der NebenwirkungenIn Tabelle 2 sind die Nebenwirkungen nach Systemorganklasse und Häufigkeit geordnet aufgeführt.
Die Häufigkeiten sind wie folgt definiert: sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100, < 1/10) undgelegentlich (≥ 1/1.000, < 1/100).
Tabelle 2: Tabellarische Zusammenfassung der Nebenwirkungen
Häufigkeit Nebenwirkung
Erkrankungen des Blutes und des LymphsystemsGelegentlich: Anämie1
Psychiatrische ErkrankungenHäufig: abnorme Träume
Gelegentlich: Suizidgedanken und Suizidversuch (bei Patienten mit vorbestehender Depressionoder psychiatrischer Erkrankung), Depressionen2
Erkrankungen des NervensystemsHäufig: Kopfschmerzen, Schwindelgefühl
Erkrankungen des GastrointestinaltraktsSehr häufig: Übelkeit
Häufig: Diarrhoe, Erbrechen, Bauchschmerzen, Flatulenz
Gelegentlich: Dyspepsie
Erkrankungen der Haut und des UnterhautzellgewebesHäufig: Hautausschlag
Gelegentlich: Angioödem3,4, Pruritus, Urtikaria4
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am VerabreichungsortHäufig: Müdigkeit1 Diese Nebenwirkung wurde nicht in den klinischen Phase 3-Studien zu Genvoya beobachtet, aber im Rahmen vonklinischen Studien oder Erkenntnissen seit der Markteinführung für Emtricitabin gemeldet, bei gleichzeitiger Anwendungmit anderen antiretroviralen Arzneimitteln.
2 Diese Nebenwirkung wurde nicht in den klinischen Phase 3-Studien zu Genvoya beobachtet, aber im Rahmen vonklinischen Studien für Elvitegravir gemeldet, bei gleichzeitiger Anwendung mit anderen antiretroviralen Arzneimitteln.
3 Diese Nebenwirkung wurde im Rahmen der Überwachung nach der Markteinführung für Emtricitabin-haltige
Arzneimittel gemeldet.
4 Diese Nebenwirkung wurde im Rahmen der Überwachung nach der Markteinführung für Tenofoviralafenamid-haltige
Arzneimittel gemeldet.
Beschreibung ausgewählter NebenwirkungenMetabolische ParameterWährend einer antiretroviralen Therapie können eine Gewichtszunahme und ein Anstieg der Blutlipid-und Blutglukosewerte auftreten (siehe Abschnitt 4.4).
Immun-Reaktivierungs-SyndromBei HIV-infizierten Patienten mit schwerem Immundefekt kann sich zum Zeitpunkt der Einleitungeiner ART eine entzündliche Reaktion auf asymptomatische oder residuale opportunistische
Infektionen entwickeln. Es liegen auch Berichte über Autoimmunerkrankungen (wie z. B. Morbus
Basedow und Autoimmunhepatitis) vor; allerdings ist der Zeitpunkt des Auftretens sehr variabel unddiese Ereignisse können mehrere Monate nach Einleitung der Behandlung auftreten (siehe
Abschnitt 4.4).
OsteonekroseFälle von Osteonekrose wurden insbesondere bei Patienten mit allgemein bekannten Risikofaktoren,fortgeschrittener HIV-Erkrankung oder Langzeitanwendung einer ART berichtet. Die Häufigkeit des
Auftretens ist nicht bekannt (siehe Abschnitt 4.4).
Veränderung der Serumkreatininkonzentration
Cobicistat erhöht die Serumkreatininkonzentration durch Hemmung der tubulären Sekretion von
Kreatinin, ohne die renale glomeruläre Funktion zu beeinträchtigen. In klinischen Studien zu Genvoyatraten Erhöhungen der Serumkreatininkonzentration in Woche 2 der Behandlung auf und blieben über144 Wochen stabil. Bei nicht vorbehandelten Patienten wurde nach 144 Wochen Behandlung einemittlere Veränderung von 0,04 ± 0,12 mg/dl (3,5 ± 10,6 µmol/l) gegenüber Studienbeginn beobachtet.
Die mittleren Anstiege gegenüber Studienbeginn waren in Woche 144 in der Genvoya-Gruppegeringer als in der mit Elvitegravir 150 mg/Cobicistat 150 mg/Emtricitabin200 mg/Tenofovirdisoproxil (als Fumarat) 245 mg (E/C/F/TDF) behandelten Gruppe(Unterschied -0,04, p < 0,001).
Veränderungen bei Lipid-Laborwerten
In beiden Behandlungsgruppen wurden in Studien mit nicht vorbehandelten Patienten in Woche 144im Vergleich zu Studienbeginn im Nüchternzustand Erhöhungen der Lipidparameter
Gesamtcholesterin, direkt gemessenes, an Lipoproteine niedriger Dichte (LDL) und hoher Dichte(HDL) gebundenes Cholesterin sowie der Triglyzeride beobachtet. Der mediane Anstieg dieser
Parameter in Woche 144 im Vergleich zu Studienbeginn war in der Genvoya-Gruppe größer als in der
E/C/F/TDF-Gruppe (p < 0,001 für den Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen beim
Gesamtcholesterin, direkt gemessenem LDL- und HDL-Cholesterin sowie bei den Triglyzeriden,jeweils im Nüchternzustand). Die mediane (Q1, Q3) Veränderung des Verhältnisses von
Gesamtcholesterin zu HDL-Cholesterin in Woche 144 im Vergleich zu Studienbeginn betrug in der
Genvoya-Gruppe 0,2 (-0,3, 0,7) und 0,1 (-0,4, 0,6) in der E/C/F/TDF-Gruppe (p = 0,006 für den
Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen).
Kinder und JugendlicheDie Sicherheit von Genvoya wurde über 48 Wochen bei HIV-1-infizierten Jugendlichen im Alter von12 bis < 18 Jahren und mit einem Körpergewicht von ≥ 35 kg (n = 100), bei Kindern im Alter von 7bis < 12 Jahren und mit einem Körpergewicht von > 25 kg (n = 52) sowie bei Kindern im Alter von 3bis 9 Jahren und mit einem Körpergewicht von ≥ 14 kg bis < 25 kg (n = 27) untersucht. Das
Sicherheitsprofil bei pädiatrischen Patienten, die mit Genvoya behandelt wurden, war vergleichbar mitdem bei Erwachsenen. Nach 48 Wochen Behandlung mit Genvoya wurde über eine Verringerung der
BMD in der Wirbelsäule bzw. im Gesamtkörper ohne Kopf (TBLH) um ≥ 4 % bei 2,1 % (1/47) bzw.0,0 % der Jugendlichen, bei 12,2 % (6/49) bzw. 3,9 % (2/51) der Kinder im Alter von 7 bis< 12 Jahren und mit einem Körpergewicht von mindestens 25 kg sowie bei 3,7 % (1/27) bzw. 0,0 %der Kinder ab 3 Jahren und mit einem Körpergewicht von mindestens 14 kg bis < 25 kg berichtet.
Sonstige besondere PatientengruppenPatienten mit NierenfunktionsstörungenDie Sicherheit von Genvoya bei 248 HIV-1-infizierten Patienten mit leichter bis mittelgradiger
Nierenfunktionsstörung (nach der Cockcroft-Gault-Methode geschätzte glomeruläre Filtrationsrate[eGFRCG]: 30-69 ml/min), die entweder nicht vorbehandelt (n = 6) oder virologisch supprimiert(n = 242) waren, wurde über 144 Wochen in einer offenen klinischen Studie (GS-US-292-0112)untersucht. Das Sicherheitsprofil von Genvoya bei Patienten mit leichter bis mittelgradiger
Nierenfunktionsstörung war vergleichbar mit dem von Patienten mit normaler Nierenfunktion (siehe
Abschnitt 5.1).
Die Sicherheit von Genvoya bei 55 virologisch supprimierten HIV-1-infizierten Patienten mitterminaler Niereninsuffizienz (eGFRCG < 15 ml/min) bei chronischer Hämodialyse wurde über einen
Zeitraum von 48 Wochen in einer einarmigen, offenen klinischen Studie (GS-US-292-1825)untersucht. Es wurden keine neuen Sicherheitsbedenken bei Patienten mit terminaler
Niereninsuffizienz bei chronischer Hämodialyse, die Genvoya erhielten, identifiziert (siehe
Abschnitt 5.2).
Patienten mit HIV- und HBV-Koinfektion
Die Sicherheit von Genvoya wurde bei 72 Patienten mit HIV/HBV-Koinfektion, die wegen ihrer
HIV-Infektion behandelt wurden, in einer offenen klinischen Studie (GS-US-292-1249) über48 Wochen untersucht, in der die Patienten von einem anderen antiretroviralen Behandlungsregime(welches bei 69 von 72 Patienten Tenofovirdisoproxil enthielt) auf Genvoya umgestellt wurden. Aufder Grundlage dieser begrenzten Daten war das Sicherheitsprofil von Genvoya bei Patienten mit
HIV/HBV-Koinfektion vergleichbar mit dem von Patienten mit alleiniger HIV-1-Infektion.
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
Im Falle einer Überdosierung ist der Patient auf Anzeichen einer Toxizität (siehe Abschnitt 4.8) zubeobachten. Die Behandlung im Fall einer Überdosis Genvoya umfasst allgemeine unterstützende
Maßnahmen einschließlich der Überwachung der Vitalparameter sowie die Beobachtung desklinischen Zustands des Patienten.
Da Elvitegravir und Cobicistat größtenteils proteingebunden sind, ist es unwahrscheinlich, dass siedurch Hämodialyse oder Peritonealdialyse in nennenswertem Maße eliminiert würden. Emtricitabinkann durch Hämodialyse eliminiert werden, wobei ungefähr 30 % der Emtricitabin-Dosis währendeiner 3-stündigen Dialyse entfernt werden, wenn mit dieser innerhalb von 1,5 Stunden nach der
Einnahme von Emtricitabin begonnen wird. Tenofovir wird mit einem Extraktionskoeffizienten vonrund 54 % wirksam durch Hämodialyse eliminiert. Es ist nicht bekannt, ob Emtricitabin oder
Tenofovir auch durch Peritonealdialyse eliminiert werden können.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Antivirale Mittel zur systemischen Anwendung; antivirale Mittel zur
Behandlung von HIV-Infektionen, Kombinationen.
ATC-Code: J05AR18.
WirkmechanismusElvitegravir ist ein HIV-1-Integrase-Strangtransfer-Inhibitor (INSTI). Die Integrase ist ein von HIV-1kodiertes Enzym, das für die Virusreplikation erforderlich ist. Die Hemmung dieser Integraseverhindert den Einbau der HIV-1-Desoxyribonukleinsäure (DNA) in die genomische Wirts-DNA undblockiert so die Bildung des HIV-1-Provirus und die Ausbreitung der Virusinfektion.
Cobicistat ist ein selektiver, mechanismusbasierter Inhibitor der CYP3A-Unterfamilie der Cytochrom-
P450(CYP)-Enzyme. Die Hemmung des CYP3A-vermittelten Metabolismus durch Cobicistat steigertdie systemische Exposition von CYP3A-Substraten wie Elvitegravir, deren Bioverfügbarkeit begrenztist und deren Halbwertszeit durch die CYP3A-abhängige Metabolisierung verkürzt wird.
Bei Emtricitabin handelt es sich um einen nukleosidischen Reverse-Transkriptase-Inhibitor (NRTI)und ein Nukleosidanalogon von 2'-Desoxycytidin. Emtricitabin wird durch zelluläre Enzyme zu
Emtricitabin-Triphosphat phosphoryliert. Emtricitabin-Triphosphat hemmt die HIV-Replikation, da esdurch die Reverse Transkriptase (RT) des HIV in die virale DNA eingebaut wird, was zu einem DNA-
Kettenabbruch führt. Emtricitabin zeigt Wirkung gegen HIV-1, HIV-2 sowie HBV.
Tenofoviralafenamid ist ein Nukleotid-Reverse-Transkriptase-Inhibitor (NtRTI) und Phosphonamidat-
Prodrug von Tenofovir (2'-Desoxyadenosinmonophosphat-Analogon). Tenofoviralafenamid dringt indie Zellen ein; aufgrund der durch Cathepsin A vermittelten Hydrolyse wird seine Stabilität im Plasmaerhöht und es wird intrazellulär aktiviert, wodurch Tenofoviralafenamid zur Anreicherung von
Tenofovir in mononukleären Zellen des peripheren Blutes (PBMC; peripheral blood mononuclearcells) (darunter Lymphozyten und andere HIV-Zielzellen) und Makrophagen effizienter als
Tenofovirdisoproxil ist. Anschließend wird das intrazelluläre Tenofovir zum pharmakologisch aktiven
Metaboliten Tenofovirdiphosphat phosphoryliert. Tenofovirdiphosphat hemmt die HIV-Replikation,indem es durch die RT des HIV in die virale DNA eingebaut wird, was zu einem DNA-Kettenabbruchführt. Tenofovir zeigt Wirkung gegen HIV-1, HIV-2 sowie HBV.
Antivirale Aktivität in vitroElvitegravir, Emtricitabin und Tenofoviralafenamid haben in Zellkultur synergistische antivirale
Aktivität gezeigt. Die antivirale Synergie von Elvitegravir, Emtricitabin und Tenofoviralafenamidblieb im Test auch in Gegenwart von Cobicistat erhalten.
Die antivirale Wirkung von Elvitegravir gegen Laborstämme und klinische Isolate von HIV-1 wurdean lymphoblastoiden Zellen, Monozyten/Makrophagen und Lymphozyten des peripheren Blutesuntersucht; die Werte der mittleren effektiven Konzentration (EC50) lagen im Bereich von 0,02 bis1,7 nM. In Zellkulturen zeigte Elvitegravir antivirale Aktivität gegen die HIV-1-Subtypen A, B, C, D,
E, F, G und O (EC50-Werte im Bereich von 0,1 bis 1,3 nM) und gegen HIV-2 (EC50-Wert von0,53 nM).
Cobicistat besitzt keine nachweisbare antivirale Wirkung gegen HIV-1 und antagonisiert nicht dieantivirale Wirkung von Elvitegravir, Emtricitabin oder Tenofovir.
Die antivirale Wirkung von Emtricitabin gegen Laborstämme und klinische Isolate von HIV-1 wurdean lymphoblastoiden Zelllinien, an der MAGI-CCR5-Zelllinie und an PBMC beurteilt. Die
EC50-Werte für Emtricitabin lagen im Bereich von 0,0013 bis 0,64 µM. In Zellkulturen zeigte
Emtricitabin antivirale Aktivität gegen die HIV-1-Subtypen A, B, C, D, E, F und G (EC50-Werte im
Bereich von 0,007 bis 0,075 µM) und stammspezifische Aktivität gegen HIV-2 (EC50-Werte im
Bereich von 0,007 bis 1,5 µM).
Die antivirale Wirkung von Tenofoviralafenamid gegen Laborstämme und klinische Isolate von
HIV-1 Subtyp B, wurde an lymphoblastoiden Zelllinien, PBMC, primären Monozyten/Makrophagenund CD4-T-Lymphozyten beurteilt. Die EC50-Werte für Tenofoviralafenamid lagen im Bereich von2,0 bis 14,7 nM. In Zellkulturen zeigte Tenofoviralafenamid antivirale Aktivität gegen alle
HIV-1-Gruppen (M, N und O) einschließlich der Subtypen A, B, C, D, E, F und G (EC50-Werte im
Bereich von 0,10 bis 12,0 nM) sowie stammspezifische Aktivität gegen HIV-2 (EC50-Werte im
Bereich von 0,91 bis 2,63 nM).
ResistenzIn vitro
Die reduzierte Empfindlichkeit gegenüber Elvitegravir ist am häufigsten mit den primären Integrase-
Mutationen T66I, E92Q und Q148R assoziiert. Weitere Integrase-Mutationen, die in der
Zellkulturselektion identifiziert wurden, waren H51Y, F121Y, S147G, S153Y, E157Q und R263K.
HIV-1 mit den durch Raltegravir selektierten Substitutionen T66A/K, Q148H/K und N155H zeigteeine Kreuzresistenz gegenüber Elvitegravir.
Für Cobicistat ist in vitro keine Resistenz nachweisbar, da die Substanz keine antivirale Wirkungaufweist.
Die reduzierte Empfindlichkeit gegenüber Emtricitabin ist mit M184V/I-Mutationen in der HIV-1-RTassoziiert.
HIV-1-Isolate mit reduzierter Empfindlichkeit gegenüber Tenofoviralafenamid exprimieren eine
K65R-Mutation in der HIV-1-RT; zusätzlich wurde vorübergehend eine K70E-Mutation in der HIV-1-
RT festgestellt. HIV-1-Isolate mit der K65R-Mutation weisen eine geringfügig verminderte
Empfindlichkeit gegenüber Abacavir, Emtricitabin, Tenofovir und Lamivudin auf.
Bei nicht vorbehandelten Patienten
Im Rahmen einer gepoolten Analyse erfolgte eine Genotypisierung der Plasma-HIV-1-Isolate vonnicht antiretroviral vorbehandelten Patienten, die in den Phase 3-Studien GS-US-292-0104 und
GS-US-292-0111 Genvoya erhielten und bei bestätigtem virologischem Versagen, in Woche 144 oderbei vorzeitigem Studienabbruch einen HIV-1-RNA-Wert von ≥ 400 Kopien/ml hatten. Bis Woche 144wurde bei 12 von 22 Patienten mittels auswertbarer genotypischer Daten aus gepaarten HIV-1-Isolatenzu Studienbeginn und nach Genvoya-Therapieversagen die Entwicklung einer oder mehrerer primärer,mit Elvitegravir-, Emtricitabin- oder Tenofoviralafenamid-Resistenz assoziierter Mutationenfestgestellt (12 von 866 Patienten [1,4 %]), im Vergleich zu 12 von 20 Isolaten nach Therapieversagenbei Patienten mit auswertbaren genotypischen Daten aus der mit E/C/F/TDF behandelten Gruppe (12von 867 Patienten [1,4 %]). In den HIV-1-Isolaten der 12 Patienten mit Resistenzentwicklung in der
Genvoya-Gruppe lagen folgende Mutationen vor: M184V/I (n = 11) und K65R/N (n = 2) in der RTund T66T/A/I/V (n = 2), E92Q (n = 4), Q148Q/R (n = 1) und N155H (n = 2) in der Integrase. In den
HIV-1-Isolaten der 12 Patienten mit Resistenzentwicklung in der E/C/F/TDF-Gruppe waren folgende
Mutationen aufgetreten: M184V/I (n = 9), K65R/N (n = 4) und L210W (n = 1) in der RT und E92Q/V(n = 4) und Q148R (n = 2) und N155H/S (n = 3) in der Integrase. Die meisten HIV-1-Isolate von den
Patienten beider Behandlungsgruppen, die Resistenzmutationen gegenüber Elvitegravir aufwiesen,zeigten Resistenzmutationen sowohl gegen Emtricitabin als auch gegen Elvitegravir.
Die Phänotyp-Analyse von Patienten in der abschließenden Resistenzanalysepopulation ergab bei 7von 22 Patienten (32 %) in der Genvoya-Gruppe HIV-1-Isolate mit reduzierter Empfindlichkeitgegenüber Elvitegravir, im Vergleich zu 7 von 20 Patienten (35 %) in der E/C/F/TDF-Gruppe; die
HIV-1-Isolate von 8 Patienten (36 %) aus der Genvoya-Gruppe sowie von 7 Patienten (35 %) aus der
E/C/F/TDF-Gruppe zeigten eine reduzierte Empfindlichkeit gegenüber Emtricitabin. Bei 1 Patient ausder Genvoya-Gruppe (1 von 22 [4,5 %]) und 2 Patienten aus der E/C/F/TDF-Gruppe (2 von 20[10 %]) wurde eine reduzierte Empfindlichkeit gegenüber Tenofovir festgestellt.
Bei virologisch supprimierten Patienten
In einer klinischen Studie mit virologisch supprimierten Patienten, die von einem Behandlungsregimemit Emtricitabin/Tenofovirdisoproxil und einem dritten Wirkstoff umgestellt wurden(GS-US-292-0109; n = 959), entwickelten drei Patienten bis Woche 96 eine HIV-1-Resistenz(M184M/I; M184I+E92G; M184V+E92Q) gegenüber Genvoya.
Bei Patienten mit HIV- und HBV-Koinfektion
In einer klinischen Studie mit virologisch supprimierten HIV-Patienten mit einer chronischen
Hepatitis-B-Koinfektion, die über 48 Wochen Genvoya erhielten (GS-US-292-1249, n = 72), waren2 Patienten für die Resistenzanalyse geeignet. Bei diesen 2 Patienten wurden keine
Aminosäure-Substitutionen bei HIV-1 oder HBV gefunden, die mit einer Resistenz gegen einen der
Bestandteile von Genvoya assoziiert waren.
Kreuzresistenz bei HIV-1-infizierten, nicht vorbehandelten oder virologisch supprimierten Patienten
Abhängig von der Art und Anzahl von Mutationen zeigen Elvitegravir-resistente Viren eineunterschiedlich stark ausgeprägte Kreuzresistenz gegenüber dem INSTI Raltegravir. Viren, die die
Mutationen T66I/A exprimieren, bleiben weiterhin gegenüber Raltegravir empfindlich, während diemeisten anderen Mutationsmuster eine reduzierte Empfindlichkeit gegenüber Raltegravir aufwiesen.
Viren, die Resistenzmutationen gegenüber Elvitegravir oder Raltegravir exprimieren, bleibenweiterhin gegenüber Dolutegravir empfindlich.
Emtricitabin-resistente Viren mit der M184V/I-Substitution waren kreuzresistent gegenüber
Lamivudin, blieben aber empfindlich gegenüber Didanosin, Stavudin, Tenofovir und Zidovudin.
Die Mutationen K65R und K70E führen zu reduzierter Empfindlichkeit gegenüber Abacavir,
Didanosin, Lamivudin, Emtricitabin und Tenofovir, vermindern aber nicht die Empfindlichkeitgegenüber Zidovudin.
Klinische DatenHIV-1-infizierte, nicht vorbehandelte Patienten
In den Studien GS-US-292-0104 und GS-US-292-0111 wurden die Patienten im Verhältnis 1:1randomisiert und erhielten entweder Genvoya einmal täglich (n = 866) oder Elvitegravir150 mg/Cobicistat 150 mg/Emtricitabin 200 mg/Tenofovirdisoproxil (als Fumarat) 245 mg(E/C/F/TDF) einmal täglich (n = 867). Das mittlere Alter betrug 36 Jahre (Spanne: 18-76), 85 %waren männlich. 57 % waren weiß, 25 % farbig, 10 % waren asiatischer und 19 %hispanischer/lateinamerikanischer Abstammung. Der mittlere HIV-1-RNA-Wert im Plasma zu
Studienbeginn betrug 4,5 log10 Kopien/ml (Spanne: 1,3-7,0), 23 % der Patienten hatten zu
Studienbeginn eine Viruslast von > 100.000 Kopien/ml. Die mittlere CD4-Zellzahl zu Studienbeginnlag bei 427 Zellen/mm3 (Spanne: 0-1.360), 13 % hatten eine CD4-Zellzahl < 200 Zellen/mm3.
Genvoya zeigte bei der Senkung der HIV-1-RNA-Last auf < 50 Kopien/ml statistische Überlegenheitgegenüber E/C/F/TDF in Woche 144. Der Unterschied betrug 4,2 % (95 % KI: 0,6 % bis 7,8 %). Diegepoolten Behandlungsergebnisse nach 48 und 144 Wochen sind in Tabelle 3 aufgeführt.
Tabelle 3: Gepoolte virologische Ergebnisse der Studien GS-US-292-0104 und GS-US-292-0111nach 48 und 144 Wochena,b
Woche 48 Woche 144
Genvoya E/C/F/TDF Genvoya E/C/F/TDF(n = 866) (n = 867) (n = 866) (n = 867)
HIV-1-RNA < 50 Kopien/ml 92 % 90 % 84 % 80 %
Unterschied zwischen 2,0 % (95 %-KI: -0,7 % bis 4,7 %) 4,2 % (95 %-KI: 0,6 % bis 7,8 %)
Behandlungsgruppen
HIV-1-RNA ≥ 50 Kopien/mlc 4 % 4 % 5 % 4 %
Keine virologischen Daten im 4 % 6 % 11 % 16 %
Woche-48- oder Woche-144-
Fenster
Studienmedikation wegen 1 % 2 % 1 % 3 %unerwünschter Ereignisseoder Tod abgesetztd
Studienmedikation aus 2 % 4 % 9 % 11 %anderen Gründen abgesetztund letzter verfügbarer
HIV-1-RNA-Wert< 50 Kopien/mle
Keine Daten aus dem 1 % < 1 % 1 % 1 %
Zeitfenster, aber weiterunter Studienmedikation
Anteil (%) der Patienten mit
HIV-1-RNA < 50 Kopien/mlnach Untergruppen
Alter< 50 Jahre 716/777 (92 %) 680/753 (90 %) 647/777 (83 %) 602/753 (80 %)≥ 50 Jahre 84/89 (94 %) 104/114 (91 %) 82/89 (92 %) 92/114 (81 %)
GeschlechtMännlich 674/733 (92 %) 673/740 (91 %) 616/733 (84 %) 603/740 (81 %)
Weiblich 126/133 (95 %) 111/127 (87 %) 113/133 (85 %) 91/127 (72 %)
Ethnische AbstammungFarbig 197/223 (88 %) 177/213 (83 %) 168/223 (75 %) 152/213 (71 %)
Nicht farbig 603/643 (94 %) 607/654 (93 %) 561/643 (87 %) 542/654 (83 %)
Viruslast zu Studienbeginn≤ 100.000 Kopien/ml 629/670 (94 %) 610/672 (91 %) 567/670 (85 %) 537/672 (80 %)> 100.000 Kopien/ml 171/196 (87 %) 174/195 (89 %) 162/196 (83 %) 157/195 (81 %)
CD4-Zellzahl zu Studienbeginn< 200 Zellen/mm3 96/112 (86 %) 104/117 (89 %) 93/112 (83 %) 94/117 (80 %)≥ 200 Zellen/mm3 703/753 (93 %) 680/750 (91 %) 635/753 (84 %) 600/750 (80 %)
HIV-1-RNA < 20 Kopien/ml 84,4 % 84,0 % 81,1 % 75,8 %
Unterschied zwischen 0,4 % (95 %-KI: -3,0 % bis 3,8 %) 5,4 % (95 %-KI: 1,5 % bis 9,2 %)
Behandlungsgruppen
E/C/F/TDF = Elvitegravir/Cobicistat/Emtricitabin/Tenofovirdisoproxilfumarata Das Woche-48-Zeitfenster reicht von Tag 294 bis Tag 377 (einschließlich); das Woche-144-Zeitfenster reicht von
Tag 966 bis Tag 1049 (einschließlich).b In beiden Studien erfolgte eine Stratifizierung der Patienten nach HIV-1-RNA bei Studienbeginn (≤ 100.000 Kopien/ml,> 100.000 Kopien/ml bis ≤ 400.000 Kopien/ml oder > 400.000 Kopien/ml), nach CD4-Zellzahl (< 50 Zellen/μl,50-199 Zellen/μl oder ≥ 200 Zellen/μl) sowie nach Region (USA oder außerhalb der USA).
c Umfasst Patienten, die im Woche-48- oder Woche-144-Zeitfenster ≥ 50 Kopien/ml hatten oder wegen ausbleibender odernachlassender Wirksamkeit vorzeitig ausschieden oder aus anderen Gründen als unerwünschten Ereignissen (UE), Tododer ausbleibender/nachlassender Wirksamkeit ausschieden und zu diesem Zeitpunkt eine Viruslast von ≥ 50 Kopien/mlhatten.
d Umfasst Patienten, die wegen UE oder Tod irgendwann zwischen Tag 1 und dem Ende des Zeitfensters ausschieden,wenn dies dazu führte, dass für das jeweilige Zeitfenster keine virologischen Daten zur Behandlung vorlagen.
e Umfasst Patienten, die aus anderen Gründen als UE, Tod oder ausbleibender/nachlassender Wirksamkeit ausschieden,z. B. Einwilligung zurückgezogen, für Nachbeobachtung nicht verfügbar usw.
Der mittlere Anstieg der CD4-Zellzahl gegenüber Studienbeginn betrug nach 48 Wochen230 Zellen/mm3 bei den mit Genvoya behandelten Patienten und 211 Zellen/mm³ bei den mit
E/C/F/TDF behandelten Patienten (p = 0,024) und nach 144 Wochen 326 Zellen/mm3 bei den mit
Genvoya behandelten Patienten und 305 Zellen/mm³ bei den mit E/C/F/TDF behandelten Patienten(p = 0,06).
HIV-1-infizierte virologisch supprimierte Patienten
In der Studie GS-US-292-0109 wurden die Wirksamkeit und Sicherheit der Therapieumstellung vonentweder Efavirenz (EFV)/Emtricitabin (FTC)/Tenofovirdisoproxil, FTC/Tenofovirdisoproxil plus
Atazanavir (geboostert entweder mit Cobicistat oder Ritonavir) oder E/C/F/TDF auf Genvoya in einerrandomisierten, offenen Studie bei virologisch supprimierten (HIV-1-RNA < 50 Kopien/ml) HIV-1-infizierten Erwachsenen (n = 1.436) untersucht. Die Patienten mussten durch ihre Ausgangstherapieseit mindestens 6 Monaten stabil supprimiert sein (HIV-1-RNA < 50 Kopien/ml) und durften vor
Studienbeginn kein HIV-1 aufweisen, das Resistenzmutationen gegenüber einem der Wirkstoffe von
Genvoya hatte. Die Patienten wurden zu Studienbeginn im Verhältnis 2:1 randomisiert und entwederder Umstellung auf Genvoya (n = 959) oder dem Verbleib auf ihrem antiretroviralen Regime zu
Studienbeginn (n = 477) zugeteilt. Das mittlere Alter der Patienten betrug 41 Jahre (Spanne: 21-77),89 % waren männlich, 67 % waren weiß und 19 % waren farbig. Die mittlere CD4-Zellzahl zu
Studienbeginn lag bei 697 Zellen/mm3 (Spanne: 79-1.951). Die Patienten wurden nach ihremvorherigen Therapieregime stratifiziert. Zum Zeitpunkt des Screenings erhielten 42 % der Patienten
FTC/Tenofovirdisoproxil plus Atazanavir (geboostert entweder mit Cobicistat oder Ritonavir), 32 %der Patienten E/C/F/TDF und 26 % der Patienten EFV/FTC/Tenofovirdisoproxil.
Die Umstellung von einem Tenofovirdisoproxil-haltigen Behandlungsregime auf Genvoya war dem
Verbleib auf dem Behandlungsregime zu Studienbeginn in Bezug auf die Aufrechterhaltung eines
HIV-1-RNA-Werts < 50 Kopien/ml überlegen (Tabelle 4).
Tabelle 4: Virologische Ergebnisse der Studie GS-US-292-0109 in Wochen 48a und 96b
Woche 48 Woche 96
Genvoya Behandlungsregime Genvoya Behandlungsregime(n = 959) zu Studienbeginn (n = 959) zu Studienbeginn(n = 477) (n = 477)
HIV-1-RNA < 50 Kopien/ml 97 % 93 % 93 % 89 %
Unterschied zwischen
Behandlungsgruppen 4,1 % (95 %-KI: 1,6-6,7 %; p < 0,001c) 3,7 % (95 %-KI: 0,4-7,0 %;p < 0,017c)
HIV-1-RNA ≥ 50 Kopien/mld 1 % 1 % 2 % 2 %
Keine virologischen Daten im
Woche-48-/Woche-96-Fenster 2 % 6 % 5 % 9 %
Studienmedikation wegen
UE oder Tod abgesetzte 1 % 1 % 1 % 3 %
Studienmedikation ausanderen Gründen abgesetztund letzter verfügbarer 1 % 4 % 3 % 6 %
HIV-1-RNA-Wert< 50 Kopien/mlf
Keine Daten aus dem
Zeitfenster, aber weiter unter 0 % < 1 % 1 % < 1 %
Studienmedikation
Woche 48 Woche 96
Genvoya Behandlungsregime Genvoya Behandlungsregime(n = 959) zu Studienbeginn (n = 959) zu Studienbeginn(n = 477) (n = 477)
Anteil (%) der Patienten mit
HIV-1-RNA < 50 Kopien/mlnach vorherigem
Therapieregime
EFV/FTC/ 96 % 90 %
Tenofovirdisoproxil 90 % 86 %
FTC/Tenofovirdisoproxilplus geboostertes Atazanavir 97 % 92 % 92 % 88 %
E/C/F/TDF 98 % 97 % 96 % 93 %
EFV = Efavirenz; FTC = Emtricitabin; E/C/F/TDF = Elvitegravir/Cobicistat/Emtricitabin/Tenofovirdisoproxilfumarata Das Woche-48-Zeitfenster reicht von Tag 294 bis Tag 377 (einschließlich).b Das Woche-96-Zeitfenster reicht von Tag 630 bis Tag 713 (einschließlich).c Der p-Wert für die Prüfung der Überlegenheit im Vergleich der prozentualen Anteile virologischer Erfolge beruht aufdem CMH-Test, stratifiziert nach vorherigem Behandlungsregime (EFV/FTC/Tenofovirdisoproxil,
FTC/Tenofovirdisoproxil plus geboostertes Atazanavir oder E/C/F/TDF).
d Umfasst Patienten, die im Woche-48- oder Woche-96-Zeitfenster ≥ 50 Kopien/ml hatten oder wegen ausbleibender odernachlassender Wirksamkeit vorzeitig ausschieden oder aus anderen Gründen als unerwünschten Ereignissen (UE), Tododer ausbleibender/nachlassender Wirksamkeit ausschieden und zu diesem Zeitpunkt eine Viruslast von ≥ 50 Kopien/mlhatten.
e Umfasst Patienten, die wegen UE oder Tod irgendwann zwischen Tag 1 und dem Ende des Zeitfensters ausschieden,wenn dies dazu führte, dass für das jeweilige Zeitfenster keine virologischen Daten zur Behandlung vorlagen.
f Umfasst Patienten, die aus anderen Gründen als UE, Tod oder ausbleibender/nachlassender Wirksamkeit ausschieden,z. B. Einwilligung zurückgezogen, für Nachbeobachtung nicht verfügbar usw.
HIV-1-infizierte Patienten mit leichter bis mittelgradiger Nierenfunktionsstörung
In der Studie GS-US-292-0112 wurden die Wirksamkeit und Sicherheit von Genvoya in einer offenenklinischen Studie mit 242 HIV-1-infizierten Patienten mit leichter bis mittelgradiger
Nierenfunktionsstörung (eGFRCG: 30-69 ml/min) untersucht. Die Patienten waren zum Zeitpunkt der
Umstellung auf Genvoya seit mindestens 6 Monaten virologisch supprimiert (HIV-1-RNA< 50 Kopien/ml). Das mittlere Alter betrug 58 Jahre (Spanne: 24-82), wobei 63 Patienten (26 %)65 Jahre oder älter waren. 79 % waren männlich, 63 % waren weiß, 18 % waren farbig, 14 % warenasiatischer und 13 % hispanischer/lateinamerikanischer Abstammung. Zu Studienbeginn hatten80 Patienten (33 %) eine eGFRCG < 50 ml/min und 162 Patienten eine eGFRCG ≥ 50 ml/min. Diemediane eGFR zu Studienbeginn betrug 56 ml/min. Die mittlere CD4-Zellzahl zu Studienbeginn lagbei 664 Zellen/mm3 (Spanne: 126-1.813).
144 Wochen nach der Umstellung auf Genvoya hatten 83,1 % (197/237 Patienten) weiterhin einen
HIV-1-RNA-Wert von < 50 Kopien/ml.
In der Studie GS-US-292-1825 wurden die Wirksamkeit und Sicherheit von Genvoya in einereinarmigen, offenen klinischen Studie mit 55 HIV-1-infizierten Erwachsenen mit terminaler
Niereninsuffizienz (eGFRCG < 15 ml/min), die für mindestens 6 Monate eine chronische Hämodialyseerhielten, bevor sie auf Genvoya umgestellt wurden, untersucht. Die Patienten waren vor der
Umstellung auf Genvoya für mindestens 6 Monate virologisch supprimiert (HIV-1-RNA< 50 Kopien/ml).
Das mittlere Alter betrug 48 Jahre (Spanne: 23-64). 76 % waren männlich, 82 % waren Farbige und18 % waren Weiße. 15 % der Patienten waren hispanischer/lateinamerikanischer Abstammung. Diemittlere CD4-Zellzahl zu Studienbeginn lag bei 545 Zellen/mm³ (Spanne: 205-1.473). 48 Wochennach Umstellung auf Genvoya konnten 81,8 % (45/55 Patienten) eine HIV-1-RNA < 50 Kopien/mlaufrechterhalten. Bei Patienten, die auf Genvoya umgestellt wurden, waren keine klinischsignifikanten Veränderungen der Lipid-Laborwerte im Nüchternzustand zu beobachten.
Patienten mit HIV- und HBV-Koinfektion
In der offenen Studie GS-US-292-1249 wurden die Wirksamkeit und Sicherheit von Genvoya beierwachsenen Patienten mit HIV-1- und chronischer Hepatitis-B-Koinfektion untersucht. 69 der72 Patienten erhielten zuvor eine Tenofovirdisoproxil-haltige antiretrovirale Therapie. Zu Beginn der
Behandlung mit Genvoya waren die 72 Patienten für mindestens 6 Monate HIV-supprimiert(HIV-1-RNA < 50 Kopien/ml), mit oder ohne Suppression der HBV-DNA bei kompensierter
Leberfunktion. Das mittlere Alter betrug 50 Jahre (Spanne: 28-67), 92 % der Patienten warenmännlich, 69 % weiß, 18 % farbig und 10 % asiatischer Abstammung. Die mittlere CD4-Zellzahl zu
Studienbeginn lag bei 636 Zellen/mm3 (Spanne: 263-1.498). Zu Studienbeginn waren 86 % der
Patienten (62/72) HBV-supprimiert (HBV-DNA < 29 I.E./ml) und 42 % (30/72) waren
HBeAg-positiv.
Von den Patienten, die zu Studienbeginn HBeAg-positiv waren, erreichte 1/30 (3,3 %) in Woche 48eine Serokonversion zu Anti-HBe. Von den Patienten, die zu Studienbeginn HBsAg-positiv waren,erreichten 3/70 (4,3 %) in Woche 48 eine Serokonversion zu Anti-HBs.
In Woche 48 behielten 92 % der Patienten (66/72) nach der Umstellung auf Genvoya eine
HIV-1-RNA < 50 Kopien/ml. Die mittlere Veränderung im Vergleich zu Studienbeginn in der
CD4-Zellzahl in Woche 48 betrug -2 Zellen/mm³. 92 % (66/72 Patienten) hatten eine HBV-
DNA < 29 I.E./ml, gemessen mittels Missing = Failure-Analyse in Woche 48. Von den 62 Patienten,die zu Studienbeginn HBV-supprimiert waren, blieben 59 supprimiert und bei 3 Patienten waren keine
Daten vorhanden. Von den 10 Patienten, die zu Studienbeginn nicht HBV-supprimiert waren(HBV-DNA ≥ 29 I.E./ml), wurden 7 supprimiert, 2 blieben messbar und bei 1 lagen keine Daten vor.
Zur Anwendung von Genvoya bei nicht vorbehandelten Patienten mit HIV/HBV-Koinfektion liegennur begrenzte klinische Daten vor.
Veränderungen der Werte der Knochendichtemessung
In Studien mit nicht vorbehandelten Patienten ging die Behandlung mit Genvoya im Vergleich zu
E/C/F/TDF nach 144-wöchiger Behandlung mit einer geringeren Verminderung der Knochendichte,gemessen mittels DXA-Analyse von Hüftknochen (mittlere Veränderung -0,8 % vs. -3,4 %, p < 0,001)und Lendenwirbelsäule (mittlere Veränderung -0,9 % vs. -3,0 %, p < 0,001), einher.
Verbesserungen der Knochendichte wurden 96 Wochen nach der Umstellung von einem
Tenofovirdisoproxil-haltigen Behandlungsregime auf Genvoya festgestellt, verglichen mit der
Beibehaltung des Tenofovirdisoproxil-haltigen Behandlungsregimes.
Veränderungen der Werte der Nierenfunktion
In Studien mit nicht vorbehandelten Patienten ging die Behandlung mit Genvoya im Vergleich zu
E/C/F/TDF mit einer geringeren Auswirkung auf die renalen Sicherheitsparameter (gemessen nach144-wöchiger Behandlung mittels der nach der Cockcroft-Gault-Methode geschätzten glomerulären
Filtrationsrate und dem Protein-Kreatinin-Quotienten im Urin und nach 96-wöchiger Behandlungmittels dem Albumin-Kreatinin-Quotienten im Urin) einher (siehe auch Abschnitt 4.4). Über die144-wöchige Behandlung setzte kein Patient Genvoya aufgrund eines therapiebedingten renalenunerwünschten Ereignisses ab im Vergleich zu 12 Patienten, die E/C/F/TDF absetzten (p < 0,001).
Bei Patienten, die zu Genvoya wechselten, wurde im Vergleich zu denen, die ein Tenofovirdisoproxil-haltiges Regime beibehielten, bis Woche 96 ein verbessertes renales Sicherheitsprofil aufrechterhalten.
Kinder und JugendlicheStudie GS-US-292-0106
In der Studie GS-US-292-0106 wurden die Wirksamkeit, Sicherheit und Pharmakokinetik von
Genvoya in einer offenen Studie bei HIV-1-infizierten, nicht vorbehandelten Jugendlichen im Altervon 12 bis < 18 Jahren und mit einem Körpergewicht von ≥ 35 kg (n = 50) (Kohorte 1), beivirologisch supprimierten Kindern im Alter von 7 bis < 12 Jahren und mit einem Körpergewicht von> 25 kg (n = 52) (Kohorte 2) sowie bei virologisch supprimierten Kindern im Alter von 3 bis 9 Jahrenund mit einem Körpergewicht von ≥ 14 kg bis < 25 kg (n = 27) (Kohorte 3) untersucht.
Bei den Patienten in Kohorte 1 betrug das mittlere Alter 15 Jahre (Spanne: 12-17). 44 % warenmännlich, 12 % waren asiatischer Abstammung und 88 % waren farbig. Zu Studienbeginn lag dermittlere HIV-1-RNA-Wert im Plasma bei 4,6 log10 Kopien/ml, die mediane CD4-Zellzahl bei456 Zellen/mm3 (Spanne: 95-1.110) und der mediane prozentuale Anteil von CD4-Zellen bei 23 %(Spanne: 7-45 %). Insgesamt hatten 22 % der Patienten zu Studienbeginn einen Plasma-HIV-1-RNA-
Wert von > 100.000 Kopien/ml.
In Woche 48 war die virologische Ansprechrate gegenüber Genvoya bei den nicht vorbehandelten
HIV-1-infizierten Jugendlichen vergleichbar mit den Ansprechraten aus Studien mit nichtvorbehandelten HIV-1-infizierten Erwachsenen. Bei mit Genvoya behandelten Patienten erreichten92 % (46/50) einen HIV-1-RNA-Wert von < 50 Kopien/ml. Der mittlere Anstieg der CD4-Zellzahl im
Vergleich zu Studienbeginn lag in Woche 48 bei 224 Zellen/mm3. Bei drei Patienten kam es bis
Woche 48 zum virologischen Versagen; es gab keine Hinweise auf eine virologische Resistenzgegenüber Genvoya.
Bei den Patienten in Kohorte 2 betrug das mittlere Alter 10 Jahre (Spanne: 7-11), und das mittlere
Körpergewicht zu Studienbeginn lag bei 32 kg (Spanne: 26-58). 42 % waren männlich, 25 % warenasiatischer Abstammung und 71 % waren farbig. Zu Studienbeginn lag die mediane CD4-Zellzahl bei926 Zellen/mm3 (Spanne: 336-1.611) und der mediane prozentuale Anteil von CD4-Zellen bei 38 %(Spanne: 23-51 %).
Nach Umstellung auf Genvoya blieben in Woche 48 98 % (51/52) der Patienten in Kohorte 2supprimiert (HIV-1-RNA-Wert von < 50 Kopien/ml). Die mittlere Änderung der Zahl und desprozentualen Anteils der CD4-Zellen lag im Vergleich zu Studienbeginn in Woche 48 bei
- 66 Zellen/mm3 und -0,6 %. Bis Woche 48 erfüllte einer von 52 Patienten die Kriterien für die
Aufnahme in die Resistenzanalysepopulation; bis Woche 48 wurde keine Resistenzentwicklunggegenüber Genvoya festgestellt.
Bei den Patienten in Kohorte 3 betrug das mittlere Alter 6 Jahre (Spanne: 3-9), und das mittlere
Körpergewicht zu Studienbeginn lag bei 19 kg (Spanne: 15-24). 37 % waren männlich, 11 % warenasiatischer Abstammung und 89 % waren farbig. Zu Studienbeginn lag die mediane CD4-Zellzahl bei1.061 Zellen/mm3 (Spanne: 383-2.401) und der mediane prozentuale Anteil von CD4-Zellen bei 37 %(Spanne: 24-53 %).
Nach Umstellung auf Genvoya blieben in Woche 48 96 % (26/27) der Patienten in Kohorte 3supprimiert (HIV-1-RNA-Wert von < 50 Kopien/ml). Die mittlere Änderung der Zahl und desprozentualen Anteils der CD4-Zellen lag im Vergleich zu Studienbeginn in Woche 48 bei
- 179 Zellen/mm3 und 0,2 %. Bei einem Patienten kam es bis Woche 48 zum virologischen Versagen;bis Woche 48 wurde keine Resistenzentwicklung gegenüber Genvoya festgestellt.
Studie GS-US-292-1515
In der Studie GS-US-292-1515 wurden die Wirksamkeit und Sicherheit von Genvoya in einer offenen
Studie bei HIV-1-infizierten, virologisch-supprimierten Jugendlichen im Alter von 12 bis 18 Jahrenund mit einem Körpergewicht von ≥ 35 kg (n = 50) untersucht.
Bei den Patienten der Studie betrug das mediane Alter 15 Jahre (Spanne: 12 bis 17 Jahre), 64 % warenweiblich und 98 % waren farbig. Zu Studienbeginn lag die mediane CD4-Zellzahl bei 742 Zellen/mm3(Spanne: 255 bis 1.246) und der mediane prozentuale Anteil der CD4-Zellen bei 34 % (Spanne: 21 bis53 %).
Nach Umstellung auf Genvoya blieben in Woche 48 90 % (45/50) der Patienten supprimiert (HIV-1-
RNA-Wert von < 50 Kopien/ml). Die mittlere Änderung der Anzahl und des prozentualen Anteils der
CD4-Zellen von Studienbeginn zu Woche 48 lag bei -43 Zellen/mm3 bzw. -0,1 %. Bei fünf Patientenkam es bis Ende der Studie zum virologischen Versagen; es wurde keine phänotypische odergenotypische Resistenz gegenüber Genvoya festgestellt.
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
ResorptionNach oraler Anwendung zum Essen bei HIV-1-infizierten Patienten wurde der Spitzen-Plasmaspiegelvon Elvitegravir rund 4 Stunden nach der Einnahme gemessen, der von Cobicistat 3 Stunden nach der
Einnahme, der von Emtricitabin 3 Stunden nach der Einnahme und der von Tenofoviralafenamid1 Stunde nach der Einnahme. Die mittlere Cmax, AUCtau und Ctrough (Mittelwert ± SA) von Elvitegravirim Steady-State bei HIV-1-infizierten Patienten betrugen 1,7 ± 0,39 µg/ml, 23 ± 7,5 µg*h/ml bzw.0,45 ± 0,26 µg/ml, was einem inhibitorischen Quotienten von ~10 entspricht (Verhältnis Ctrough: um
Proteinbindung bereinigte IC95 für Wildtyp-HIV-1). Für Cobicistat betrugen die entsprechendenmittleren Werte der Cmax, AUCtau und Ctrough (Mittelwert ± SA) im Steady-State 1,1 ± 0,40 µg/ml,8,3 ± 3,8 µg*h/ml und 0,05 ± 0,13 µg/ml, für Emtricitabin 1,9 ± 0,5 µg/ml, 13 ± 4,5 µg*h/ml und0,14 ± 0,25 µg/ml. Die mittlere Cmax und AUCtau von Tenofoviralafenamid im Steady-State betrugen0,16 ± 0,08 µg/ml bzw. 0,21 ± 0,15 µg*h/ml.
Die Cmax und AUC von Elvitegravir stiegen bei Einnahme mit einer leichten Mahlzeit um 22 % bzw.36 % und mit einer fettreichen Mahlzeit um 56 % bzw. 91 %, jeweils verglichen mit dem
Nüchternzustand. Die Cobicistat-Exposition blieb von einer leichten Mahlzeit unbeeinflusst, undobwohl es nach einer fettreichen Mahlzeit zu einem leichten Rückgang der Cmax und AUC um 24 %bzw. 18 % kam, wurde hinsichtlich seiner pharmakologisch verstärkenden Wirkung auf Elvitegravirkein Unterschied beobachtet. Die Emtricitabin-Expositionen blieben nach Einnahme mit einer leichtenoder einer fettreichen Mahlzeit gleichermaßen unverändert. Verglichen mit dem Nüchternzustandbewirkte die Einnahme von Genvoya zu einer leichten Mahlzeit (~400 kcal; 20 % Fett) oder zu einerfettreichen Mahlzeit (~800 kcal, 50 % Fett) keine klinisch bedeutsame Veränderung der
Gesamtexposition gegenüber Tenofoviralafenamid (ca. 15 % bzw. 18 % höhere AUC als im
Nüchternzustand bei Einnahme zu einer leichten bzw. fettreichen Mahlzeit).
VerteilungElvitegravir wird zu 98-99 % durch humane Plasmaproteine gebunden; diese Bindung ist über den
Bereich von 1 ng/ml bis 1,6 µg/ml unabhängig von der Wirkstoffkonzentration. Das mittlere
Verhältnis der Wirkstoffkonzentrationen in Plasma und Blut beträgt 1,37.
Cobicistat wird zu 97-98 % durch humane Plasmaproteine gebunden; das mittlere Verhältnis der
Wirkstoffkonzentrationen in Plasma und Blut beträgt 2.
Die Bindung von Emtricitabin an humane Plasmaproteine lag im Konzentrationsbereich von0,02-200 µg/ml in vitro konzentrationsunabhängig bei < 4 %. Mit Erreichen des Spitzen-
Plasmaspiegels betrug das mittlere Verhältnis der Wirkstoffkonzentrationen in Plasma und Blut ~1,0und in Sperma und Plasma ~4,0.
Die Bindung von Tenofovir an humane Plasmaproteine beträgt in vitro < 0,7 % und ist im Bereich von0,01-25 μg/ml unabhängig von der Konzentration. Ex vivo betrug die Bindung von
Tenofoviralafenamid an humane Plasmaproteine in Proben, die in klinischen Studien gesammeltwurden, rund 80 %.
BiotransformationElvitegravir wird primär oxidativ durch CYP3A metabolisiert und sekundär durch UGT1A1/3 Enzymeglucuronidiert. Nach oraler Anwendung von geboostertem [14C]-Elvitegravir war Elvitegravir dasvorherrschende Molekül im Plasma; hierauf entfielen ~94 % der zirkulierenden Radioaktivität.
Aromatisch und aliphatisch hydroxylierte oder glucuronidierte Metabolite liegen in sehr geringen
Mengen vor, zeigen erheblich geringere antivirale Aktivität gegen HIV-1 und tragen nicht zurantiviralen Gesamtaktivität von Elvitegravir bei.
Cobicistat wird im Hauptabbauweg durch CYP3A- und im Nebenabbauweg durch
CYP2D6-vermittelte Oxidation metabolisiert und nicht glucuronidiert. Nach oraler Anwendung von[14C]-Cobicistat entfielen 99 % der zirkulierenden Radioaktivität im Plasma auf unverändertes
Cobicistat.In-vitro-Studien deuten darauf hin, dass Emtricitabin kein Inhibitor der humanen CYP-Enzyme ist.
Nach Anwendung von [14C]-Emtricitabin wurde die gesamte Emtricitabin-Dosis mit dem Urin(~86 %) und der Fäzes (~14 %) ausgeschieden. Dabei lagen 13 % der Dosis im Urin in Form dreiermutmaßlicher Metabolite vor. Die Biotransformation von Emtricitabin umfasst die Oxidation des
Thiol-Anteils zu 3'-Sulfoxid-Diastereomeren (~9 % der Dosis) sowie die Konjugation mit
Glucuronsäure zum 2'-O-Glucuronid (~4 % der Dosis). Darüber hinaus waren keine weiteren
Metabolite zu identifizieren.
Die Metabolisierung ist ein wichtiger Eliminationsweg für Tenofoviralafenamid beim Menschen undmacht > 80 % einer oralen Dosis aus. In-vitro-Studien haben gezeigt, dass Tenofoviralafenamid durch
Cathepsin A in PBMC (darunter Lymphozyten und andere HIV-Zielzellen) und Makrophagen sowiedurch Carboxylesterase 1 in Hepatozyten zu Tenofovir (Hauptmetabolit) metabolisiert wird. In vivowird Tenofoviralafenamid intrazellulär zu Tenofovir (Hauptmetabolit) hydrolysiert, welches zumaktiven Metaboliten Tenofovirdiphosphat phosphoryliert wird. In klinischen Studien am Menschenführte eine orale Dosis von 10 mg Tenofoviralafenamid in Genvoya zu einer > 4-fach höheren
Konzentration von Tenofovirdiphosphat in PBMC sowie zu einer > 90 % geringeren
Plasmakonzentration von Tenofovir als eine orale Dosis von 245 mg Tenofovirdisoproxil (als
Fumarat) in E/C/F/TDF.
In vitro wird Tenofoviralafenamid nicht durch CYP1A2, CYP2C8, CYP2C9, CYP2C19 oder CYP2D6metabolisiert. Tenofoviralafenamid wird geringfügig durch CYP3A4 metabolisiert. Bei gleichzeitiger
Sondengabe des mäßig starken CYP3A-Induktors Efavirenz veränderte sich die Tenofoviralafenamid-
Exposition nicht signifikant. Nach Anwendung von Tenofoviralafenamid zeigte die[14C]-Radioaktivität im Plasma ein zeitabhängiges Profil mit Tenofoviralafenamid als häufigste Art inden ersten wenigen Stunden und Harnsäure in der restlichen Zeit.
EliminationNach oraler Anwendung von [14C]-Elvitegravir/Ritonavir wurden 94,8 % der Dosis mit der Fäzesausgeschieden; dies deckt sich mit der hepatobiliären Exkretion von Elvitegravir. 6,7 % derangewendeten Dosis wurden mit dem Urin ausgeschieden. Die terminale Plasma-Halbwertszeit von
Elvitegravir nach Einnahme von E/C/F/TDF liegt im Median bei ca. 12,9 Stunden.
Nach oraler Anwendung von [14C]-Cobicistat wurden 86 % bzw. 8,2 % der Dosis mit der Fäzes unddem Urin ausgeschieden. Die terminale Plasma-Halbwertszeit von Cobicistat nach Einnahme von
E/C/F/TDF liegt im Median bei ca. 3,5 Stunden; die damit verbundene Cobicistat-Exposition bewirkteine Elvitegravir-Ctrough, die etwa das Zehnfache der um Proteinbindung bereinigten IC95 für das
Wildtyp-HIV-1-Virus beträgt.
Emtricitabin wird primär über die Nieren eliminiert, wobei die Dosis vollständig mit dem Urin(ca. 86 %) und der Fäzes (ca. 14 %) ausgeschieden wird. Dabei lagen 13 % der Emtricitabin-Dosis im
Urin in Form von drei Metaboliten vor. Die systemische Clearance von Emtricitabin betrug im
Durchschnitt 307 ml/min. Nach oraler Anwendung liegt die Eliminations-Halbwertszeit bei ca.10 Stunden.
Die renale Exkretion von unverändertem Tenofoviralafenamid ist ein Nebenabbauweg; weniger als< 1 % der Dosis wird mit dem Urin ausgeschieden. Tenofoviralafenamid wird hauptsächlich nach
Verstoffwechselung zu Tenofovir eliminiert. Tenofoviralafenamid und Tenofovir haben eine mediane
Plasmahalbwertszeit von 0,51 bzw. 32,37 Stunden. Die Elimination von Tenofovir aus dem Körpererfolgt über die Nieren sowohl mittels glomerulärer Filtration als auch durch aktive tubuläre Sekretion.
Pharmakokinetik bei besonderen PatientengruppenAlter, Geschlecht und ethnische ZugehörigkeitEs wurden keine klinisch bedeutsamen pharmakokinetischen Unterschiede auf Grund des Geschlechtsoder der ethnischen Zugehörigkeit für mit Cobicistat geboostertes Elvitegravir, Cobicistat,
Emtricitabin oder Tenofoviralafenamid festgestellt.
Bei 24 Jugendlichen im Alter von 12 bis < 18 Jahren, die in der Studie GS-US-292-0106 Genvoyaerhielten, waren die erreichten Elvitegravir-, Cobicistat-, Emtricitabin-, Tenofovir- und
Tenofoviralafenamid-Expositionen vergleichbar mit den Expositionen, die bei nicht vorbehandelten
Erwachsenen nach Anwendung von Genvoya erreicht wurden (Tabelle 5).
Tabelle 5: Pharmakokinetik von Elvitegravir, Cobicistat, Emtricitabin, Tenofovir und
Tenofoviralafenamid bei nicht mit einer antiretroviralen Therapie vorbehandelten Jugendlichenund Erwachsenen
Jugendliche im Alter von 12 bis < 18 Jahren,≥ 35 kg Erwachsene
Genvoya Genvoya
EVGa COBIa FTCa TAFb TFVb EVGe COBIe FTCe TAFf TFVf
AUCtau 23.840,1 8.240,8 14.424,4 242,8c 275,8 22.797,0 9.459,1 11.714,1 206,4 292,6(ng*h/ml) (25,5) (36,1)b (23,9) (57,8) (18,4) (34,7) (33,9) (16,6) (71,8) (27,4)
Cmax 2.229,6 1.202,4 2.265,0 121,7 14,6 2.113,1 1.450,3 2.056,3 162,2 15,2(ng/ml) (19,2) (35,0) (22,5) (46,2) (20,0) (33,7) (28,4) (20,2) (51,1) (26,1)
Ctau 300,8 25,0 102,4 10,0 287,3 20,6 95,2 10,6(ng/ml) (81,0) (180,0)d (38,9)b n. z. (19,6) (61,7) (85,2) (46,7) n. z. (28,5)
EVG = Elvitegravir; COBI = Cobicistat; FTC = Emtricitabin; TAF = Tenofoviralafenamidfumarat; TFV = Tenofovirn. z. = nicht zutreffend
Angaben als Mittelwert (%VK)a n = 24 Jugendlicheb n = 23 Jugendlichec AUClastd n = 15 Jugendlichee n = 19 Erwachsenef n = 539 (TAF) bzw. 841 (TFV) Erwachsene
Bei Kindern im Alter von 8 bis < 12 Jahren (> 25 kg; n = 23), die in der Studie GS-US-292-0106
Genvoya 150 mg/150 mg/200 mg/10 mg erhielten, waren die erreichten mittleren Elvitegravir-,
Cobicistat-, Emtricitabin-, Tenofovir- und Tenofoviralafenamid-Expositionen höher (20-80 %) als diemittleren Expositionen, die bei Erwachsenen erreicht wurden (Tabelle 6).
Tabelle 6: Pharmakokinetik von Elvitegravir, Cobicistat, Emtricitabin, Tenofovir und
Tenofoviralafenamid bei virologisch supprimierten Kindern (im Alter von 8 bis < 12 Jahren,> 25 kg) und Erwachsenen
Kinder im Alter von 8 bis < 12 Jahren, > 25 kg Erwachsene
Genvoya Genvoya
EVGa COBIa FTCa TAFa TFVa EVGe COBIe FTCe TAFf TFVf
AUCtau 33.813,9 15.890,7 20.629,2 332,9d 440,2 22.797,0 9.459,1 11.714,1 206,4 292,6(ng*h/ml) (57,8)b (51,7)c (18,9)b (44,8) (20,9) (34,7) (33,9) (16,6) (71,8) (27,4)
Cmax 3.055,2 2.079,4 3.397,4 313,3 26,1 2.113,1 1.450,3 2.056,3 162,2 15,2(ng/ml) (38,7) (46,7) (27,0) (61,2) (20,8) (33,7) (28,4) (20,2) (51,1) (26,1)
Ctau 370,0 96,0 114,9(ng/ml) (118,5) (168,7) (24,1) n. z. 15,1 287,3 20,6 95,2(24,9) (61,7) (85,2) (46,7) n. z. 10,6(28,5)
EVG = Elvitegravir; COBI = Cobicistat; FTC = Emtricitabin; TAF = Tenofoviralafenamidfumarat; TFV = Tenofovirn. z. = nicht zutreffend
Angaben als Mittelwert (%VK)a n = 23 Kinderb n = 22 Kinderc n = 20 Kinderd AUClaste n = 19 Erwachsenef n = 539 (TAF) bzw. 841 (TFV) Erwachsene
Bei Kindern im Alter von ≥ 2 Jahren (≥ 14 kg bis < 25 kg; n = 27), die in der Studie GS-US-292-0106
Genvoya 90 mg/90 mg/120 mg/6 mg erhielten, waren die erreichten mittleren Elvitegravir-,
Cobicistat-, Emtricitabin-, Tenofovir- und Tenofoviralafenamid-Expositionen im Allgemeinen höher(um weniger als das 2-Fache) als die mittleren Expositionen, die bei Erwachsenen, die eine Genvoya-
Dosis von 150 mg/150 mg/200 mg/10 mg erhielten, erreicht wurden (Tabelle 7).
Tabelle 7: Pharmakokinetik von Elvitegravir, Cobicistat, Emtricitabin, Tenofovir und
Tenofoviralafenamid bei virologisch supprimierten Kindern (im Alter von ≥ 2 Jahren, ≥ 14 kgbis < 25 kg) und Erwachsenen
Kinder im Alter von ≥ 2 Jahren, ≥ 14 kg bis< 25 kg Erwachsene
Genvoya Genvoya
EVGa COBIa FTCa TAFa TFVa EVGg COBIg FTCg TAFh TFVh
AUCtau 33.245,6 14.485,2 19.468,1 327,8f 334,9 22.797,0 9.459,1 11.714,1 206,4 292,6(ng*h/ml) (46,6)b (49,5)d (28,9) (59,5) (22,9) (34,7) (33,9) (16,6) (71,8) (27,4)
Cmax 3.297,2 1.525,5 3.007,4 286,6 19,6 2.113,1 1.450,3 2.056,3 162,2 15,2(ng/ml) (52,2) (51,7) (37,8) (72,2) (24,1) (33,7) (28,4) (20,2) (51,1) (26,1)
Ctau 277,5 23,0 82,5 11,4 287,3 20,6 95,2 10,6(ng/ml) (80,5)c (100,2)e (32,1) n. z. (23,2) (61,7) (85,2) (46,7) n. z. (28,5)
EVG = Elvitegravir; COBI = Cobicistat; FTC = Emtricitabin; TAF = Tenofoviralafenamidfumarat; TFV = Tenofovirn. z. = nicht zutreffend
Angaben als Mittelwert (%VK)a n = 27 Kinderb n = 24 Kinderc n = 22 Kinderd n = 21 Kindere n = 18 Kinderf AUClastg n = 19 Erwachseneh n = 539 (TAF) oder 841 (TFV) Erwachsene
NierenfunktionsstörungZwischen gesunden Probanden und Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung (geschätzte
CrCl ≥ 15 ml/min und < 30 ml/min) wurden in Phase 1-Studien zu Cobicistat-geboostertem
Elvitegravir oder zu Tenofoviralafenamid keine klinisch bedeutsamen Unterschiede hinsichtlich der
Pharmakokinetik von Elvitegravir, Cobicistat, Tenofoviralafenamid oder Tenofovir festgestellt. Ineiner separaten Phase 1-Studie mit Emtricitabin allein war die mittlere systemische Exposition von
Emtricitabin bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung (geschätzte CrCl < 30 ml/min)(33,7 µg*h/ml) höher als bei Patienten mit normaler Nierenfunktion (11,8 µg*h/ml). Die Sicherheitvon Genvoya bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung (geschätzte CrCl ≥ 15 ml/min und< 30 ml/min) ist nicht erwiesen.
Die Emtricitabin- und Tenofovir- Expositionen bei 12 Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz(geschätzte CrCl < 15 ml/min) bei chronischer Hämodialyse, die in Studie GS-US-292-1825 Genvoyaerhielten, waren signifikant höher als bei Patienten mit normaler Nierenfunktion. Bei Patienten mitterminaler Niereninsuffizienz bei chronischer Hämodialyse wurden im Vergleich zu Patienten mitnormaler Nierenfunktion keine klinisch bedeutsamen Unterschiede hinsichtlich der Pharmakokinetikvon Elvitegravir, Cobicistat oder Tenofoviralafenamid beobachtet. Es wurden keine neuen
Sicherheitsbedenken bei Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz bei chronischer Hämodialyse, die
Genvoya erhielten, identifiziert (siehe Abschnitt 4.8).
Es liegen keine pharmakokinetischen Daten zu Elvitegravir, Cobicistat, Emtricitabin oder
Tenofoviralafenamid bei Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz (geschätzte CrCl < 15 ml/min)vor, die keine chronische Hämodialyse erhalten. Die Sicherheit von Elvitegravir, Cobicistat,
Emtricitabin oder Tenofoviralafenamid bei diesen Patienten ist nicht erwiesen.
LeberfunktionsstörungElvitegravir und Cobicistat werden beide hauptsächlich über die Leber metabolisiert undausgeschieden. Bei nicht mit HIV-1 infizierten Patienten mit mittelgradiger Leberfunktionsstörung(Child-Pugh-Klasse B) wurde eine Studie zur Pharmakokinetik von durch Cobicistat geboostertem
Elvitegravir durchgeführt. Dabei wurden zwischen den Patienten mit mittelgradiger
Leberfunktionsstörung und Probanden mit normaler Leberfunktion keine klinisch bedeutsamen
Unterschiede hinsichtlich der Pharmakokinetik von Elvitegravir oder Cobicistat festgestellt. Der
Einfluss einer schweren Leberfunktionsstörung (Child-Pugh-Klasse C) auf die Pharmakokinetik von
Elvitegravir oder Cobicistat wurde nicht untersucht.
Die pharmakokinetischen Eigenschaften von Emtricitabin wurden nicht bei Patienten mit einer
Leberfunktionsstörung geprüft, allerdings wird Emtricitabin nicht wesentlich durch Leberenzymemetabolisiert, sodass die Auswirkungen einer Leberfunktionsstörung begrenzt sein dürften.
Klinisch bedeutsame Veränderungen der Pharmakokinetik von Tenofoviralafenamid oder seines
Metaboliten Tenofovir wurden bei Patienten mit leichter oder mittelgradiger Leberfunktionsstörungnicht beobachtet. Bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung sind die Gesamt-
Plasmakonzentrationen von Tenofoviralafenamid und Tenofovir niedriger als bei Probanden mitnormaler Leberfunktion. Die unter Berücksichtigung der Proteinbindung korrigierten
Plasmakonzentrationen von ungebundenem (freiem) Tenofoviralafenamid bei schwerer
Leberfunktionsstörung und normaler Leberfunktion sind ähnlich.
Hepatitis-B- und/oder Hepatitis-C-Koinfektion
Die Pharmakokinetik von Emtricitabin und Tenofoviralafenamid wurde bei Patienten mit Hepatitis-B-und/oder -C-Virus-Koinfektion nicht vollständig untersucht. Begrenzte Daten aus einerpopulationspharmakokinetischen Analyse (n = 24) deuteten darauf hin, dass eine Hepatitis-B-und/oder -C-Koinfektion keinen klinisch relevanten Effekt auf die systemische Verfügbarkeit vongeboostertem Elvitegravir hat.
Schwangerschaft und postpartale PhaseDie im Rahmen einer prospektiven Studie (IMPAACT P1026s) berichteten Ergebnisse zeigten, dasseine Behandlung mit Cobicistat- und Elvitegravir-haltigen Behandlungsregimen während der
Schwangerschaft zu geringeren Elvitegravir- und Cobicistat-Expositionen führt (Tabelle 8).
Tabelle 8: Im Rahmen der Studie IMPAACT P1026s beobachtete Veränderungen derpharmakokinetischen Parameter von Elvitegravir und Cobicistat bei Frauen, die Cobicistat-und Elvitegravir-haltige Behandlungsregime während des zweiten und dritten
Schwangerschaftstrimesters erhielten, verglichen mit gepaarten post partum Daten
Vergleich mit gepaarten Mittlere Veränderung der Mittlere Veränderung derpost partum Daten, n pharmakokinetischen Parameter pharmakokinetischen Parametervon Elvitegravir in %a von Cobicistat in %a
AUC24 Cmax C24 AUC24 Cmax C242T/p.p., n = 14 ↓ 24 %b ↓ 8 % ↓ 81 %b ↓ 44 %b ↓ 28 %b ↓ 60 %b3T/p.p., n = 24 ↓ 44 %b ↓ 28 %b ↓ 89 %b ↓ 59 %b ↓ 38 %b ↓ 76 %b2T = zweites Trimester; 3T = drittes Trimester; p.p. = post partuma gepaarte Vergleicheb p < 0,10 im Vergleich zur postpartalen Phase
5.3 Präklinische Sicherheitsdaten
Die Ergebnisse für Elvitegravir waren negativ in in-vitro-Tests zur bakteriellen Mutagenität (Ames-
Test) und im in-vivo-Ratten-Mikronukleustest mit Dosen bis zu 2.000 mg/kg. In einem in-vitro-Testauf Chromosomenaberrationen war Elvitegravir mit metabolischer Aktivierung negativ; ohne
Aktivierung war jedoch eine uneindeutige Reaktion zu beobachten.
Cobicistat zeigte in konventionellen Genotoxizitätstests keine mutagene oder klastogene Aktivität.
Ex-vivo-Studien an Kaninchen und In-vivo-Studien an Hunden deuten darauf hin, dass Cobicistat bei
Wirkstoffkonzentrationen, die mindestens um das 11-Fache über der humanen Exposition nach derempfohlenen Dosis von 150 mg täglich liegen, ein geringes Potential zur QT-Verlängerung aufweistsowie das PR-Intervall geringfügig verlängern und die linksventrikuläre Funktion herabsetzen kann. Ineiner klinischen Studie mit 35 gesunden Probanden ergaben Echokardiogramme, die zu Studienbeginnund nach Verabreichung von 150 mg Cobicistat einmal täglich für mindestens 15 Tage durchgeführtwurden, keine klinisch signifikante Veränderung der linksventrikulären Funktion.
Studien zur Reproduktionstoxizität mit Cobicistat bei Ratten und Kaninchen zeigten keine
Auswirkungen auf das Paarungsverhalten, Fertilitäts-, Schwangerschafts- oder fetale Parameter. Bei
Ratten waren jedoch bei 125 mg/kg/Tag erhöhte fetale Verluste nach der Einnistung und verringertes
Fetalgewicht zu beobachten, assoziiert mit signifikant verringertem Körpergewicht des Muttertiers.
Basierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, Toxizität bei wiederholter
Gabe, Reproduktions- und Entwicklungstoxizität, Genotoxizität und zum kanzerogenen Potentiallassen die präklinischen Daten zu Emtricitabin keine besonderen Gefahren für den Menschenerkennen.
Bei Mäusen und Ratten wurde jeweils für Elvitegravir, Cobicistat und Emtricitabin ein geringeskanzerogenes Potential nachgewiesen.
In präklinischen Studien zu Tenofoviralafenamid bei Ratten und Hunden erwiesen sich Knochen und
Nieren als primäre Zielorgane für Toxizität. Knochentoxizität wurde in Form von verringerter
Knochenmineraldichte bei Ratten und Hunden festgestellt; die Tenofovir-Expositionen lagen hierbeimindestens um das 4-Fache höher als nach Einnahme von Genvoya zu erwarten ist. Bei einer
Tenofoviralafenamid- bzw. Tenofovir-Exposition von ungefähr dem 4- bzw. 17-Fachen der erwarteten
Expositionen nach einer Anwendung von Genvoya trat in Augen von Hunden eine minimale
Infiltration von Histiozyten auf.
Tenofoviralafenamid zeigte in konventionellen Genotoxizitätstests keine mutagene oder klastogene
Aktivität.
Da Ratten und Mäuse nach der Gabe von Tenofoviralafenamid eine geringere Tenofovir-Expositionaufweisen als bei Tenofovirdisoproxil, beschränkten sich die Karzinogenitätsstudien sowie eine peri-/postnatale Untersuchung bei Ratten lediglich auf Tenofovirdisoproxil. Basierend auf denkonventionellen Studien zum kanzerogenen Potential und zur Reproduktions- und
Entwicklungstoxizität lassen die Daten keine besonderen Gefahren für den Menschen erkennen.
Studien zur Reproduktionstoxizität an Ratten und Kaninchen zeigten keine Auswirkungen auf das
Paarungsverhalten, Fertilitäts-, Schwangerschafts- oder fetale Parameter. In einer peri-/postnatalen
Studie mit Tenofovirdisoproxil allerdings waren in maternal-toxischen Dosierungen die
Lebensfähigkeit und das Gewicht der Jungtiere verringert.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
TablettenkernLactose-Monohydrat
Mikrokristalline Cellulose (E460)
Croscarmellose-Natrium
Hyprolose (E463)
Hochdisperses Siliciumdioxid (E551)
Natriumdodecylsulfat
Magnesiumstearat (Ph.Eur.)
FilmüberzugPoly(vinylalkohol) (E1203)
Titandioxid (E171)
Macrogol (E1521)
Talkum (E553b)
Eisen(III)-hydroxid-oxid x H2O (E172)
Indigocarmin-Aluminiumsalz (E132) (nur Genvoya 150 mg/150 mg/200 mg/10 mg Tabletten)
Eisen(II,III)-oxid (E172) (nur Genvoya 90 mg/90 mg/120 mg/6 mg Tabletten)
6.2 Inkompatibilitäten
6.3 Haltbarkeit
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Feuchtigkeit zu schützen. Die Flasche festverschlossen halten.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
Flasche aus Polyethylen hoher Dichte (HDPE) mit kindergesichertem Schraubverschluss aus
Polypropylen, mit induktionsaktivierter Aluminiumfolienauskleidung, die 30 Filmtabletten enthält.
Jede Flasche enthält Silicagel-Trockenmittel und Polyester-Füllmaterial.
Die folgenden Packungsgrößen sind verfügbar: Umkartons mit 1 Flasche, die 30 Filmtabletten enthält,und Umkartons mit 90 (3 Flaschen mit je 30) Filmtabletten.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.
7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS
Gilead Sciences Ireland UC
Carrigtohill
County Cork, T45 DP77
Irland
8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)
EU/1/15/1061/001
EU/1/15/1061/002
EU/1/15/1061/003
EU/1/15/1061/004
9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 19. November 2015
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 17. September 2020
10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs
{MM.JJJJ}
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu verfügbar.