Angewendet bei: hämatologische Malignome
Art der Anwendung: Infusion
Substanz: obinutuzumab (monoklonaler Antikörper)
ATC: L01FA03 (ANTINEOPLASTISCHE UND IMMUNMODULIERENDE MITTEL | Monoklonale Antikörper und Antikörper-Wirkstoff-Konjugate | Cd20 (Cluster of Differentiation 20)-Inhibitoren)
Obinutuzumab ist ein monoklonaler Antikörper, der zur Behandlung bestimmter Arten von Non-Hodgkin-Lymphomen und chronischer lymphatischer Leukämie eingesetzt wird. Es wirkt, indem es an das CD20-Protein auf der Oberfläche von B-Lymphozyten bindet und deren Zerstörung bewirkt.
Das Medikament wird intravenös gemäß einem vom Arzt festgelegten Zeitplan verabreicht. Es ist wichtig, Nebenwirkungen zu überwachen und regelmäßige Tests durchzuführen, um die Wirksamkeit der Behandlung zu beurteilen.
Nebenwirkungen können Fieber, Übelkeit, Müdigkeit, Infektionen oder in seltenen Fällen schwere allergische Reaktionen umfassen.
Patienten sollten ihren Arzt über alle anderen verwendeten Medikamente oder bestehende Erkrankungen informieren, um die sichere Anwendung von Obinutuzumab zu gewährleisten.
Gazyvaro 1 000 mg Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung
Eine Durchstechflasche mit 40 ml Konzentrat enthält 1 000 mg Obinutuzumab, entsprechend einer
Konzentration von 25 mg/ml vor Verdünnung.
Obinutuzumab ist ein humanisierter monoklonaler Typ-II-anti-CD20-Antikörper der IgG1-Subklasse,der durch Humanisierung des parentalen B-Ly1-Maus-Antikörpers gewonnen und mittelsrekombinanter DNA-Technologie aus einer Ovarialzelllinie des chinesischen Hamsters hergestelltwird.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung.
Klare, farblose bis leicht bräunliche Flüssigkeit.
Gazyvaro in Kombination mit Chlorambucil wird bei erwachsenen Patienten mit nicht vorbehandelter
CLL angewendet, die aufgrund von Begleiterkrankungen für eine Therapie mit einer vollständigen
Dosis von Fludarabin nicht geeignet sind (siehe Abschnitt 5.1).
Follikuläres Lymphom (FL)
Gazyvaro in Kombination mit Chemotherapie, gefolgt von einer Gazyvaro Erhaltungstherapie bei
Patienten mit einem Therapieansprechen wird angewendet bei Patienten mit nicht vorbehandeltemfortgeschrittenem FL (siehe Abschnitt 5.1).
Gazyvaro in Kombination mit Bendamustin, gefolgt von einer Gazyvaro Erhaltungstherapie, wirdangewendet bei Patienten mit FL, die auf eine Behandlung mit Rituximab oder einem Rituximab-haltigen Regime nicht angesprochen haben oder während bzw. bis zu 6 Monate nach der Behandlungprogredient wurden.
Lupusnephritis (LN)
Gazyvaro in Kombination mit Mycophenolatmofetil (MMF) wird bei erwachsenen Patienten zur
Behandlung von Lupusnephritis (LN) der aktiven Klasse III oder IV mit oder ohne begleitende
Klasse V angewendet.
Gazyvaro soll unter engmaschiger Überwachung eines erfahrenen Arztes und unter Bedingungenangewendet werden, unter denen eine vollständige Ausrüstung zur Wiederbelebung sofort verfügbarist.
DosierungProphylaxe und Prämedikation gegen Tumorlysesyndrom (TLS)
Bei Patienten mit hoher Tumorlast und/oder hoher zirkulierender Lymphozytenzahl (> 25 x 109/l)und/oder einer Nierenfunktionsstörung (CrCl < 70 ml/min) wird ein erhöhtes Risiko für das Auftreteneines Tumorlysesyndroms angenommen. Daher sollten diese Patienten eine Prophylaxe erhalten. Die
Prophylaxe sollte aus einer adäquaten Hydratation sowie der Gabe von Urikostatika (z. B. Allopurinol)oder einer geeigneten alternativen Behandlung wie mit Uricase (z. B. Rasburicase) bestehen und 12bis 24 Stunden vor Beginn der Infusion von Gazyvaro gemäß üblicher Praxis erfolgen (siehe
Abschnitt 4.4). Die Patienten sollten, sofern als notwendig erachtet, vor jeder weiteren Infusion wiedereine Prophylaxe erhalten.
Prophylaxe und Prämedikation gegen Reaktionen im Zusammenhang mit einer Infusion (IRRs,infusion-related reactions)
Die Prämedikation zur Verringerung des Risikos für IRRs ist in Tabelle 1 dargestellt (siehe auch
Abschnitt 4.4). Für Patienten mit FL wird eine Prämedikation mit Corticosteroiden empfohlen, die für
Patienten mit CLL im ersten Zyklus und für Patienten mit LN obligatorisch ist (siehe Tabelle 1). Die
Prämedikation für nachfolgende Infusionen und andere Prämedikationen sollten wie unten beschriebenverabreicht werden.
Hypotonie kann als Anzeichen von IRRs während der intravenösen Anwendung von Gazyvaroauftreten. Daher sollte das vorübergehende Absetzen einer antihypertensiven Medikation 12 Stundenvor, während sowie 1 Stunde nach jeder Infusion von Gazyvaro in Erwägung gezogen werden (siehe
Abschnitt 4.4).
Tabelle 1: Zu verwendende Prämedikation vor der Infusion von Gazyvaro zur Reduzierungdes Risikos für IRRs (siehe Abschnitt 4.4)
Indikation/
Tag der Be- Patienten mithandlung/ Prämedikationsbedarf Prämedikation Anwendung
Zyklustag
Corticosteroid intravenös1,4 Beendigung mindestens
Zyklus 1: (obligatorisch für CLL, 1 Stunde vor der Infusion
Tag 1 für empfohlen für FL) von Gazyvaro
CLL und Alle Patienten Analgetikum/Antipyre- Gabe mindestens
FL tikum oral2 30 Minuten vor der
Antihistaminikum3 Infusion von Gazyvaro
Corticosteroid intravenös1 Beendigung mindestens(obligatorisch) 1 Stunde vor der Infusion
Zyklus 1: von Gazyvaro
Tag 2 nur Alle Patienten Analgetikum/Antipyre-für CLL tikum oral2 Gabe mindestens30 Minuten vor der
Antihistaminikum3 Infusion von Gazyvaro
Indikation/
Tag der Be- Patienten mithandlung/ Prämedikationsbedarf Prämedikation Anwendung
Zyklustag
Patienten ohne IRRwährend der vorherigen Analgetikum/Antipyre-
Infusion tikum oral2 Gabe mindestens
Patienten mit IRR Analgetikum/Antipyre- 30 Minuten vor der(Grad 1 oder 2) während tikum oral2 Infusion von Gazyvaro
Allenachfolgen- der vorherigen Infusion Antihistaminikum3den Patienten mit IRR Beendigung mindestens
Infusionen Grad 3 während der Corticosteroid intravenös1,4 1 Stunde vor der Infusionfür CLL vorherigen Infusion von Gazyvaround FL ODER
Patienten mit
Lymphozytenzahl Analgetikum/Antipyre- Gabe mindestens> 25 x 109/l vor der tikum oral 30 Minuten vor dernächsten Behandlung Antihistaminikum3 Infusion von Gazyvaro
Beendigung zwischen
Corticosteroid intravenös5 30 und 60 Minuten vor der
Gazyvaro Infusion
Analgetikum/Antipyre- Ab Dosis 6 sollte
LN Alle Patienten tikum oral6 intravenöses
Corticosteroid nur
Patienten verabreichtwerden, bei denen bei der
Antihistaminikum3 vorherigen Infusion eine
IRR aufgetreten ist.
1 100 mg Prednison/Prednisolon oder 20 mg Dexamethason oder 80 mg Methylprednisolon. Hydrocortison solltenicht angewendet werden, da es bei der Reduzierung der IRR-Raten nicht wirksam war.2 z. B. 1 000 mg Acetaminophen/Paracetamol3 z. B. 50 mg Diphenhydramin4 Wenn eine Corticosteroid-haltige Chemotherapie am gleichen Tag wie Gazyvaro angewendet wird, kann das
Corticosteroid oral verabreicht werden, sofern dies mindestens 60 Minuten vor der Infusion von Gazyvaroerfolgt; in diesem Fall ist die zusätzliche Gabe eines intravenösen Corticosteroids als Prämedikation nichterforderlich.5 80 mg Methylprednisolon i.v.6 650 - 1 000 mg Acetaminophen/Paracetamol
Dosis
Chronische lymphatische Leukämie (CLL, in Kombination mit Chlorambucil1)
Für Patienten mit CLL ist die empfohlene Dosis von Gazyvaro in Kombination mit Chlorambucil in
Tabelle 2 dargestellt.
Zyklus 1
Die empfohlene Dosierung von Gazyvaro in Kombination mit Chlorambucil beträgt 1 000 mg undwird über Tag 1 und 2 (oder Tag 1 fortgeführt) und an Tag 8 und Tag 15 des ersten
Behandlungszyklus, der 28 Tage dauert, verabreicht.
Für die Infusion an Tag 1 und 2 (100 mg an Tag 1 und 900 mg an Tag 2) sollten zwei Infusionsbeutelvorbereitet werden. Wenn der erste Beutel ohne Änderung der Infusionsgeschwindigkeit und ohne
Unterbrechung verabreicht werden konnte, kann der zweite Beutel noch am selben Tag verabreichtwerden (keine verzögerte Dosierung notwendig, keine Wiederholung der Vormedikation), sofern dafürangemessene Zeit, Bedingungen und ärztliche Aufsicht während der gesamten Infusion gewährleistetwerden können. Wenn während der Verabreichung der ersten 100 mg Änderungen der
Infusionsgeschwindigkeit oder Unterbrechungen vorgenommen werden mussten, muss der zweite
Beutel am folgenden Tag verabreicht werden.
Zyklen 2 - 6
Die empfohlene Dosierung von Gazyvaro in Kombination mit Chlorambucil beträgt 1 000 mg undwird an Tag 1 jedes Zyklus verabreicht.
Tabelle 2: Dosierung von Gazyvaro während 6 Behandlungszyklen von jeweils 28 Tagen Dauerbei Patienten mit CLL
Zyklus Tag der Behandlung Dosierung von Gazyvaro
Zyklus 1 Tag 1 100 mg
Tag 2 900 mg(oder Tag 1 fortgesetzt)
Tag 8 1 000 mg
Tag 15 1 000 mg
Zyklen 2 - 6 Tag 1 1 000 mg1 Siehe Abschnitt 5.1 für Informationen zur Dosis von Chlorambucil.
BehandlungsdauerSechs Behandlungszyklen jeweils über 28 Tage.
Verspätete oder versäumte DosenWenn eine geplante Dosis von Gazyvaro versäumt wurde, sollte sie schnellstmöglich verabreichtwerden und nicht bis zur nächsten geplanten Dosis gewartet werden. Das geplante
Behandlungsintervall für Gazyvaro sollte zwischen den einzelnen Dosierungen beibehalten werden.
Follikuläres LymphomFür Patienten mit FL ist die empfohlene Dosis von Gazyvaro in Kombination mit Chemotherapie in
Tabelle 3 dargestellt.
Patienten mit nicht vorbehandeltem follikulärem Lymphom
Induktion (in Kombination mit Chemotherapie2)
Gazyvaro ist zusammen mit Chemotherapie wie folgt anzuwenden:
* sechs Behandlungszyklen von jeweils 28 Tagen Dauer in Kombination mit Bendamustin2 oder
* sechs Behandlungszyklen von jeweils 21 Tagen Dauer in Kombination mit Cyclophosphamid,
Doxorubicin, Vincristin oder Prednisolon (CHOP), gefolgt von 2 weiteren Zyklen mit Gazyvaroallein, oder
* acht Behandlungszyklen von jeweils 21 Tagen Dauer in Kombination mit Cyclophosphamid,
Vincristin und Prednison/Prednisolon/Methylprednisolon (CVP).
Erhaltung
Patienten, die auf eine Induktionstherapie mit Gazyvaro in Kombination mit Chemotherapie (CHOPoder CVP oder Bendamustin) vollständig oder partiell ansprechen, erhalten weiterhin Gazyvaro1 000 mg als Einzelsubstanz in Form einer Erhaltungstherapie einmal alle 2 Monate über einen
Zeitraum von 2 Jahren oder bis zu einer Krankheitsprogression (je nachdem, was zuerst eintritt).
Patienten mit follikulärem Lymphom, die auf eine Behandlung mit Rituximab oder einem Rituximab-haltigen Regime nicht angesprochen haben oder während bzw. bis zu 6 Monate nach der Behandlungprogredient wurden
Induktion (in Kombination mit Bendamustin2)
Gazyvaro ist in Kombination mit Bendamustin2 in sechs Behandlungszyklen von jeweils 28 Tagen
Dauer anzuwenden.
Erhaltung
Patienten, die auf eine Induktionstherapie (d. h. die ersten 6 Behandlungszyklen) mit Gazyvaro in
Kombination mit Bendamustin vollständig oder partiell ansprechen oder deren Erkrankung nichtweiter fortgeschritten ist, erhalten weiterhin Gazyvaro 1 000 mg als Einzelsubstanz in Form einer
Erhaltungstherapie einmal alle 2 Monate über einen Zeitraum von 2 Jahren oder bis zu einer
Krankheitsprogression (je nachdem, was zuerst eintritt).
Tabelle 3: Follikuläres Lymphom: Dosierung von Gazyvaro während der Induktionstherapie,gefolgt von einer Erhaltungstherapie
Zyklus Tag der Behandlung Dosierung von Gazyvaro
Tag 1 1 000 mg
Zyklus 1 Tag 8 1 000 mg
Tag 15 1 000 mg
Zyklen 2 - 6oder 2 - 8 Tag 1 1 000 mg
Alle 2 Monate über einen Zeitraum
Erhaltung von 2 Jahren oder bis zu einer
Krankheitsprogression (je 1 000 mgnachdem, was zuerst eintritt)2 Siehe Abschnitt 5.1 für Informationen zur Dosis von Bendamustin.
Dauer der BehandlungInduktionstherapie mit einer Dauer von etwa 6 Monaten (sechs Behandlungszyklen mit Gazyvaro vonjeweils 28 Tagen Dauer bei Kombination mit Bendamustin bzw. acht Behandlungszyklen mit
Gazyvaro von jeweils 21 Tagen Dauer bei Kombination mit CHOP oder CVP), gefolgt von einer
Erhaltungstherapie einmal alle 2 Monate über einen Zeitraum von 2 Jahren oder bis zu einer
Krankheitsprogression (je nachdem, was zuerst eintritt).
Verspätete oder versäumte DosenWenn eine geplante Dosis von Gazyvaro versäumt wurde, sollte sie schnellstmöglich verabreichtwerden. Lassen Sie diese nicht aus und warten Sie nicht bis zur nächsten geplanten Dosis.
Bei Auftreten einer Toxizität vor Tag 8 bzw. Tag 15 in Behandlungszyklus 1, die ein Aufschieben der
Behandlung erfordert, sollten diese Dosen nach Abklingen der Toxizität verabreicht werden. Insolchen Fällen werden alle nachfolgenden Arztbesuche und der Beginn von Behandlungszyklus 2entsprechend der Verspätung in Zyklus 1 verschoben.
Während der Erhaltungstherapie sollte das ursprüngliche Dosierungsschema für nachfolgende Dosenbeibehalten werden.
Lupusnephritis
Die empfohlene Dosierung von Gazyvaro beträgt 1 000 mg und wird intravenös verabreicht (siehe
Tabelle 4).
Gazyvaro sollte in Kombination mit Mycophenolatmofetil angewendet werden.
Tabelle 4: Dosierung von Gazyvaro bei Patienten mit Lupusnephritis
Dosis-Nr. Zeitpunkt der Behandlung Dosis1 Erste Infusion 1 000 mg2 Woche 2 1 000 mg(zwei Wochen nach Dosis 1)3 Woche 24 1 000 mg4 Woche 26 1 000 mg(zwei Wochen nach Dosis 3)5* Alle 6 Monate 1 000 mgund folgende
* Dosis 5 sollte sechs Monate nach Dosis 4 verabreicht werden.
Der Zustand und das Ansprechen des Patienten sollten in Woche 76 und darüber hinaus beurteiltwerden, und für die Fortsetzung der Therapie sollte eine geeignete Risiko-Nutzen-Analysedurchgeführt werden.
Verspätete oder versäumte DosenWenn eine geplante Dosis von Gazyvaro versäumt wurde, sollte sie schnellstmöglich verabreichtwerden. Warten Sie nicht bis zur nächsten geplanten Dosis. Das Dosierungsschema sollte so angepasstwerden, dass der erforderliche Abstand zwischen den Dosen eingehalten wird.
Dosisanpassungen während der Behandlung (alle Indikationen)
Eine Dosisreduktion von Gazyvaro wird nicht empfohlen.
Zur Behandlung von symptomatischen unerwünschten Ereignissen (einschließlich IRRs), siehe
Abschnitt unten (Behandlung von IRRs oder Abschnitt 4.4)
Besondere PersonengruppenBei älteren Patienten ist keine Dosisanpassung erforderlich (siehe Abschnitt 5.2). Die Sicherheit und
Wirksamkeit von Gazyvaro wurden bei Patienten mit LN im Alter von über 65 Jahren nichtuntersucht.
NierenfunktionsstörungenBei Patienten mit leichten bis mittelschweren Nierenfunktionsstörungen ist keine Dosisanpassungerforderlich (bei einer Kreatinin-Clearance [CrCl] 30 - 89 ml/min) (siehe Abschnitt 5.2). Die
Sicherheit und Wirksamkeit von Gazyvaro wurden bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung(CrCl < 30 ml/min) nicht untersucht (siehe Abschnitte 4.8 und 5.2).
LeberfunktionsstörungenDie Sicherheit und Wirksamkeit von Gazyvaro wurden bei Patienten mit Leberfunktionsstörungennicht untersucht. Es können keine speziellen Dosierungsempfehlungen gegeben werden.
Kinder und JugendlicheDie Sicherheit und Wirksamkeit von Gazyvaro wurden bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahrennicht untersucht. Es liegen keine Daten vor.
Art der AnwendungGazyvaro ist für die intravenöse Anwendung bestimmt. Es sollte mittels eines separaten Zugangs alsintravenöse Infusion nach Verdünnung verabreicht werden (siehe Abschnitt 6.6). Die Infusionen von
Gazyvaro dürfen nicht als intravenöse Druck- oder Bolusinjektion angewendet werden.
Hinweise zur Verdünnung von Gazyvaro vor der Anwendung, siehe Abschnitt 6.6.
Anleitungen zur Infusionsgeschwindigkeit sind in den Tabellen 5 - 8 zusammengefasst.
Chronische lymphatische Leukämie (CLL)Tabelle 5: Chronische lymphatische Leukämie: Standardinfusionsgeschwindigkeit ohne
IRRs/Überempfindlichkeit und Empfehlungen für den Fall einer IRR bei vorheriger
Infusion
InfusionsgeschwindigkeitTag der Die Infusionsgeschwindigkeit kann erhöht werden,
Zyklus Behandlung sofern der Patient dies verträgt.
Zum Umgang mit IRRs während der Infusion, siehe
Umgang mit IRRs.
Tag 1 25 mg/Std. über 4 Stunden. Infusionsgeschwindigkeit(100 mg) nicht erhöhen.
Wenn während der vorherigen Infusion keine IRRaufgetreten ist, mit einer Infusionsgeschwindigkeitvon 50 mg/Std. verabreichen.
Die Infusionsgeschwindigkeit kann in Schritten von50 mg/Std. alle 30 Minuten bis auf eine
Tag 2 Höchstgeschwindigkeit von 400 mg/Std. erhöht(oder Tag 1 werden.
Zyklus 1 fortgesetzt)(900 mg) Wenn während der vorherigen Infusion eine IRRaufgetreten ist, die Infusion mit einer
Geschwindigkeit von 25 mg/Std. beginnen. Die
Infusionsgeschwindigkeit kann in Schritten von biszu 50 mg/Std. alle 30 Minuten auf maximal400 mg/Std. erhöht werden.
Tag 8 Wenn während der vorherigen Infusion bei einer(1 000 mg) finalen Infusionsgeschwindigkeit von 100 mg/Std.
Tag 15 oder höher keine IRR aufgetreten ist, können(1 000 mg) Infusionen mit einer Geschwindigkeit von100 mg/Std. begonnen und in Schritten von100 mg/Std. alle 30 Minuten auf maximal400 mg/Std. erhöht werden.
Zyklen 2 - 6 Tag 1 Wenn während der vorherigen Infusion eine IRR(1 000 mg) aufgetreten ist, die Infusion mit einer
Geschwindigkeit von 50 mg/Std. verabreichen. Die
Infusionsgeschwindigkeit kann in Schritten von50 mg/Std. alle 30 Minuten auf maximal 400 mg/Std.erhöht werden.
Follikuläres Lymphom (FL)
Gazyvaro ist in Zyklus 1 mit der Standardinfusionsgeschwindigkeit zu verabreichen (siehe Tabelle 6).
Bei Patienten, bei denen während des 1. Zyklus keine IRRs von Grad ≥ 3 aufgetreten ist, kann
Gazyvaro ab Zyklus 2 als Kurzinfusion (ca. 90 Minuten) (SDI, short duration infusion) angewendetwerden (siehe Tabelle 7).
Tabelle 6: Follikuläres Lymphom: Standardinfusionsgeschwindigkeit und Empfehlungen fürden Fall einer IRR bei vorheriger Infusion
InfusionsgeschwindigkeitDie Infusionsgeschwindigkeit kann erhöht
Zyklus Tag der Behandlung werden, sofern der Patient dies verträgt.
Zum Umgang mit IRRs während der Infusion,siehe Umgang mit IRRs.
Mit einer Infusionsgeschwindigkeit von
Tag 1 50 mg/Std. verabreichen. Die(1 000 mg) Infusionsgeschwindigkeit kann in Schrittenvon 50 mg/Std. alle 30 Minuten auf maximal
Zyklus 1 400 mg/Std. erhöht werden.
Tag 8 Wenn während der vorherigen Infusion bei(1 000 mg) einer finalen Infusionsgeschwindigkeit von
Tag 15 100 mg/Std. oder höher keine IRR oder eine(1 000 mg) IRR Grad 1 aufgetreten ist, können Infusionen
Zyklen 2 - 6 Tag 1 mit einer Geschwindigkeit von 100 mg/Std.
oder 2 - 8 (1 000 mg) begonnen und in Schritten von 100 mg/Std.alle 30 Minuten auf maximal 400 mg/Std.
Alle 2 Monate über erhöht werden.einen Zeitraum von2 Jahren oder bis zu Wenn während der vorherigen Infusion eine
Erhaltung einer IRR Grad 2 oder höher aufgetreten ist, die
Krankheitsprogression Infusion mit einer Geschwindigkeit von(je nachdem, was zuerst 50 mg/Std. verabreichen. Dieeintritt) Infusionsgeschwindigkeit kann in Schrittenvon 50 mg/Std. alle 30 Minuten auf maximal400 mg/Std. erhöht werden.
Tabelle 7: Follikuläres Lymphom: Kurzinfusionsgeschwindigkeit und Empfehlungen, fallsunter der vorherigen Infusion eine IRR aufgetreten ist
InfusionsgeschwindigkeitZyklus Tag der Behandlung Zum Umgang mit IRRs während der Infusion,siehe Umgang mit IRRs.
Zyklen 2 - 6 Tag 1 Wenn während des 1. Zyklus keine IRRoder 2 - 8 (1 000 mg) von Grad ≥ 3 aufgetreten ist:
Alle 2 Monate über 100 mg/Std. über 30 Minuten, dann 900 mg/Std.
einen Zeitraum von über ca. 60 Minuten.
2 Jahren oder bis zueiner Wenn während der vorherigen SDI eine IRR
Erhaltung Krankheitsprogression von Grad 1 - 2 mit anhaltenden Symptomen(je nachdem, was zuerst oder von Grad 3 aufgetreten ist, ist die nächsteeintritt) Infusion von Obinutuzumab mit der
Standardinfusionsgeschwindigkeit zuverabreichen (siehe Tabelle 6).
Lupusnephritis
Die initiale Gazyvaro Infusion sollte mit der Standardinfusionsgeschwindigkeit verabreicht werden(siehe Tabelle 8).
Patienten, bei denen während der vorherigen Infusion keine Reaktionen im Zusammenhang mit einer
Infusion vom Grad ≥ 3 aufgetreten sind, können Gazyvaro ab Dosis 2 als Kurzinfusion (ca.90 Minuten) erhalten (siehe Tabelle 9), wobei die Prämedikation fortgesetzt wird.
Tabelle 8: Lupusnephritis: Standardinfusionsgeschwindigkeit
Dosis-Nr. Zeitpunkt der Behandlung Infusionsgeschwindigkeit1 Erste Infusion Mit einer Geschwindigkeit von 50 mg/Std.
(1 000 mg) verabreichen. Die Infusionsgeschwindigkeitkann in Schritten von 50 mg/Std. alle30 Minuten auf maximal 400 mg/Std. erhöhtwerden. Zum Umgang mit IRRs während der
Infusion, siehe Umgang mit IRRs.
2 Woche 2 - zwei Wochen nach
Dosis 1( 1 000 mg)3 Woche 24 Mit einer Geschwindigkeit von 100 mg/Std.(1 000 mg) verabreichen. Die Infusionsgeschwindigkeitkann in Schritten von 100 mg/Std. alle4 Woche 26 - zwei Wochen 30 Minuten bis auf einenach Dosis 3 Höchstgeschwindigkeit von 400 mg/Std.( 1 000 mg) erhöht werden.
5* und folgende Alle 6 Monate(1 000 mg)
* Dosis 5 sollte sechs Monate nach Dosis 4 verabreicht werden.
Tabelle 9: Lupusnephritis: Kurzinfusionsgeschwindigkeit und Empfehlungen, wenn unter dervorherigen Infusion eine IRR aufgetreten ist
Dosis-Nr. Infusionsgeschwindigkeit1 Siehe Tabelle 82 und folgende Wenn während des vorherigen Zyklus keine IRR von Grad ≥ 3aufgetreten ist:100 mg/Std. über 30 Minuten, dann 900 mg/Std. über ca.
60 Minuten.
Wenn während der vorherigen Kurzinfusion eine IRR vom
Grad 1-2 mit anhaltenden Symptomen oder eine IRR vom Grad 3oder höher aufgetreten ist, ist Gazyvaro mit der
Standardinfusionsgeschwindigkeit zu verabreichen (siehe
Tabelle 8).
Umgang mit IRRs
Der Umgang mit IRRs kann eine vorübergehende Unterbrechung, eine Reduzierung der
Infusionsgeschwindigkeit oder einen Abbruch der Behandlung mit Gazyvaro, wie unten beschrieben,erfordern (siehe auch Abschnitt 4.4).
Chronische lymphatische Leukämie (CLL) und follikuläres Lymphom (FL)
* Grad 4 (lebensbedrohlich): Die Infusion muss angehalten und die Therapie dauerhaftabgebrochen werden.
* Grad 3 (schwer): Die Infusion muss vorübergehend angehalten, und die Symptome müssenbehandelt werden. Nach Abklingen der Symptome kann die Infusion erneut begonnen werden,mit nicht mehr als der halben vorherigen Geschwindigkeit (damit ist die Geschwindigkeitgemeint, die zum Zeitpunkt des Auftretens der IRR verwendet wurde). Wenn der Patient keine
Symptome einer IRR entwickelt, kann die Infusionsgeschwindigkeit in den Schritten und
Intervallen wieder erhöht werden, die der Behandlungsdosis entsprechen (siehe Tabellen 5 - 7).
Bei Patienten mit CLL, die die Tag-1-(Zyklus-1)-Dosis über zwei Tage verteilt erhalten, kanndie Infusionsgeschwindigkeit für Tag 1 nach einer Stunde wieder bis auf 25 mg/Std. erhöhtwerden, aber nicht höher.
Die Infusion muss angehalten und die Therapie dauerhaft abgebrochen werden, wenn der
Patient erneut Symptome einer IRR von Grad 3 entwickelt.
* Grad 1 - 2 (leicht bis mittelschwer): Die Infusionsgeschwindigkeit muss verringert, und die
Symptome müssen behandelt werden. Nach Abklingen der Symptome kann die Infusionfortgesetzt werden, und wenn der Patient keine Symptome einer IRR entwickelt, kann die
Infusionsgeschwindigkeit in den Schritten und Intervallen wieder erhöht werden, die der
Behandlungsdosis entsprechen (siehe Tabellen 5 - 7). Bei Patienten mit CLL, welche die Tag-1-(Zyklus-1)-Dosis über zwei Tage verteilt erhalten, kann die Infusionsgeschwindigkeit für Tag 1nach einer Stunde wieder bis auf 25 mg/Std. erhöht werden, aber nicht höher.
IRRs während einer SDI:
* Grad 4 (lebensbedrohlich): Die Infusion muss angehalten und die Therapie dauerhaftabgebrochen werden.
* Grad 3 (schwer): Die Infusion muss vorübergehend angehalten, und die Symptome müssenbehandelt werden. Nach Abklingen der Symptome kann die Infusion erneut begonnen werden,allerdings nicht mit mehr als der halben vorherigen Geschwindigkeit (damit ist die
Geschwindigkeit gemeint, die zum Zeitpunkt des Auftretens der IRR verwendet wurde) undnicht schneller als 400 mg/Std. Wenn der Patient nach Wiederaufnahme der Infusion einezweite IRR von Grad 3 entwickelt, muss die Infusion angehalten und die Therapie dauerhaftabgebrochen werden. Wenn die Infusion ohne weitere IRRs von Grad 3 abgeschlossen werdenkann, ist die nächste Infusion mit einer Geschwindigkeit zu verabreichen, die nicht höher ist alsdie Standardinfusionsgeschwindigkeit.
* Grad 1 - 2 (leicht bis mittelschwer): Die Infusionsgeschwindigkeit muss verringert, und die
Symptome müssen behandelt werden. Nach Abklingen der Symptome kann die Infusionfortgesetzt werden, und wenn der Patient keine Symptome einer IRR entwickelt, kann die
Infusionsgeschwindigkeit in den Schritten und Intervallen wieder erhöht werden, die der
Behandlungsdosis entsprechen (siehe Tabellen 6 - 7).
Lupusnephritis (LN)
* Grad 4 (lebensbedrohlich): Die Infusion muss angehalten und die Therapie dauerhaftabgebrochen werden.
* Grad 3 (schwer): Die Infusion muss vorübergehend angehalten, und die Symptome müssenbehandelt werden. Nach Abklingen der Symptome kann die Infusion erneut begonnen werden,mit nicht mehr als der halben vorherigen Geschwindigkeit (der Geschwindigkeit , die zum
Zeitpunkt des Auftretens der IRR verwendet wurde). Wenn der Patient keine weiteren
Symptome einer IRR entwickelt, kann die Infusionsgeschwindigkeit in den für die
Behandlungsdosis geeigneten Schritten und Intervallen wieder erhöht werden (siehe Tabelle 8).
Die Infusion muss angehalten und die Therapie dauerhaft abgebrochen werden, wenn der
Patient erneut Symptome einer IRR von Grad 3 entwickelt.
* Grad 1 - 2 (leicht bis mittelschwer): Die Infusionsgeschwindigkeit muss auf die Hälfte der
Geschwindigkeit, die zum Zeitpunkt der Reaktion verwendet wurde, verringert, und die
Symptome müssen behandelt werden. Nach Abklingen der Symptome kann die Infusion weitere30 Minuten mit reduzierter Geschwindigkeit fortgesetzt werden. Wenn bei dem Patienten keineweiteren Symptome einer IRR auftreten, kann die Infusionsgeschwindigkeit in den für die
Behandlungsdosis geeigneten Schritten und Intervallen wieder erhöht werden (siehe Tabellen 8und 9).
IRRs während einer SDI:
* Grad 4 (lebensbedrohlich): Die Infusion muss angehalten und die Therapie dauerhaftabgebrochen werden.
* Grad 3 (schwer): Die Infusion muss vorübergehend angehalten, und die Symptome müssenbehandelt werden. Nach Abklingen der Symptome kann die Infusion erneut begonnen werden,mit nicht mehr als der halben vorherigen Geschwindigkeit (der Geschwindigkeit, die zum
Zeitpunkt des Auftretens der IRR verwendet wurde) und nicht schneller als 400 mg/Std.
Wenn der Patient nach Wiederaufnahme der Infusion eine zweite IRR von Grad 3 entwickelt,muss die Infusion angehalten und die Therapie dauerhaft abgebrochen werden. Wenn der
Patient die Infusion ohne weitere IRRs von Grad 3 abschließen kann, ist die nächste Infusionmit einer Geschwindigkeit zu verabreichen, die nicht höher ist als die
Standardinfusionsgeschwindigkeit. (siehe Tabelle 8).
* Grad 1 - 2 (leicht bis mittelschwer): Die Infusionsgeschwindigkeit muss verringert und die
Symptome müssen behandelt werden. Nach Abklingen der Symptome kann die Infusionfortgesetzt werden, und wenn der Patient keine Symptome einer IRR entwickelt, kann die
Infusionsgeschwindigkeit in den Schritten und Intervallen wieder erhöht werden, die der
Behandlungsdosis entsprechen (siehe Tabellen 8 - 9). Wenn der Patient anhaltende Symptomeentwickelt oder während der vorherigen 90-Minuten Infusion eine IRR von Grad 3 oder höheraufgetreten ist, verabreichen Sie alle nachfolgenden Gazyvaro-Infusionen mit der
Standardinfusionsrate (siehe Tabelle 8).
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.
Um die Rückverfolgbarkeit biologischer Arzneimittel zu verbessern, müssen die Bezeichnung des
Arzneimittels und die Chargenbezeichnung des angewendeten Arzneimittels eindeutig dokumentiertwerden.
Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen werden separat für die Indikationen Onkologie(chronische lymphatische Leukämie und follikuläres Lymphom) und Lupusnephritis aufgeführt.
Chronische lymphatische Leukämie (CLL) und follikuläres Lymphom (FL)
Basierend auf einer Subgruppenanalyse bei Patienten mit nicht vorbehandeltem FL ist die
Wirksamkeit bei Patienten mit FLIPI 0 - 1 (Niedrigrisikogruppe) derzeit nicht aussagekräftig (siehe
Abschnitt 5.1). Für die Therapiewahl dieser Patienten ist das Gesamtsicherheitsprofil von Gazyvaroplus Chemotherapie und die spezifische Patientensituation sorgfältig zu bedenken.
Reaktionen im Zusammenhang mit einer Infusion (IRRs, infusion related reactions)
Die am häufigsten beobachteten Nebenwirkungen bei Patienten, die Gazyvaro erhielten, waren IRRs,die vorwiegend während der ersten 1 000 mg Infusion auftraten. Die IRRs können mit einem Zytokin-
Freisetzungssyndrom in Zusammenhang stehen, das ebenfalls bei mit Gazyvaro behandelten Patientenberichtet wurde. Bei Patienten mit CLL, die, wie in Abschnitt 4.2 beschrieben, kombinierte
Maßnahmen zur Prävention von IRRs erhielten (adäquate Gabe von Corticosteroiden, oralen
Analgetika/Antihistaminika, Absetzen antihypertensiver Arzneimittel am Morgen der ersten Infusionund die Verabreichung der ersten Dosis des Zyklus 1 verteilt über 2 Tage), wurde eine niedrigere
Inzidenz für IRRs aller Grade beobachtet. Die Häufigkeit der IRRs von Grad 3 - 4 (basierend auf einerkleinen Anzahl an Patienten) war vor und nach der Einführung präventiver Maßnahmen ähnlich. Diepräventiven Maßnahmen zur Reduzierung von IRRs sollten befolgt werden (siehe Abschnitt 4.2). Die
Inzidenz und der Schweregrad der infusionsbedingten Symptome gingen nach der ersten 1 000-mg-
Infusion stark zurück, wobei bei den meisten Patienten während der nachfolgenden Zyklen von
Gazyvaro keine IRRs auftraten (siehe Abschnitt 4.8).
Bei der Mehrzahl der Patienten, unabhängig von der Indikation, waren die IRRs leicht bismittelschwer und konnten durch Verlangsamung oder vorübergehendes Anhalten der ersten Infusionkontrolliert werden. Es wurden aber auch schwere und lebensbedrohliche IRRs beobachtet, die einersymptomatischen Behandlung bedurften. Das klinische Erscheinungsbild von IRRs kann sich mit demvon Immunglobulin E(IgE)-vermittelten allergischen Reaktionen decken (z. B. Anaphylaxie).
Patienten mit hoher Tumorlast und/oder einer hohen zirkulierenden Lymphozytenzahl bei CLL[> 25 x 109/l] unterliegen möglicherweise einem höheren Risiko für schwere IRRs. Bei Patienten mit
Nierenfunktionsstörungen (CrCl < 50 ml/min) und bei Patienten mit sowohl CIRS (Cumulative Illness
Rating Scale) > 6 als auch CrCl < 70 ml/min besteht ein höheres Risiko für IRRs, einschließlichschwerer IRRs (siehe Abschnitt 4.8). Zur Behandlung von IRRs siehe Abschnitt 4.2, 'Dosierung und
Art der Anwendung“.
Wenn beim Patienten eines der folgenden Ereignisse auftritt, dürfen keine weiteren Infusionen von
Gazyvaro verabreicht werden:
* akute lebensbedrohliche Atemwegssymptome,
* eine IRR Grad 4 (d. h. lebensbedrohlich) oder
* zum zweiten Mal eine IRR Grad 3 (verlängert/rezidivierend) (nach Wiederaufnahme der ersten
Infusion oder während einer nachfolgenden Infusion).
Patienten mit bereits vorbestehenden Herz- oder Lungenerkrankungen sollten während der Infusionund in der Zeit danach sorgfältig überwacht werden. Während der intravenösen Infusionen von
Gazyvaro kann eine Hypotonie auftreten. Deshalb sollte 12 Stunden vor und während jeder Infusionvon Gazyvaro sowie in der ersten Stunde nach der Verabreichung ein Aussetzen vonblutdrucksenkenden Behandlungen in Erwägung gezogen werden. Bei Patienten mit akutem Risiko fürdie Entwicklung einer hypertensiven Krise sollten der Nutzen und die Risiken des Aussetzens ihrerantihypertensiven Medikation sorgfältig abgewogen werden.
ÜberempfindlichkeitsreaktionenBei mit Gazyvaro behandelten Patienten wurde über sofortige Überempfindlichkeitsreaktionen (z. B.
Anaphylaxie) sowie über verzögerte Überempfindlichkeitsreaktionen (z. B. Serumkrankheit) berichtet.
Die klinische Abgrenzung von Überempfindlichkeitsreaktionen und IRRs kann schwierig sein. Die
Symptome von Überempfindlichkeitsreaktionen können nach vorheriger Exposition auftreten und sehrselten nach der ersten Infusion. Wenn während oder nach einer Infusion der Verdacht auf eine
Überempfindlichkeitsreaktion besteht, muss die Infusion angehalten und die Behandlung dauerhaftabgesetzt werden. Patienten mit bekannter Überempfindlichkeit gegenüber Obinutuzumab dürfen nichtbehandelt werden (siehe Abschnitt 4.3).
Tumorlysesyndrom (TLS)Unter der Behandlung mit Gazyvaro wurde das Auftreten eines TLS berichtet. Patienten, bei denen ein
Risiko für TLS vermutet wird (z. B. Patienten mit einer hohen Tumorlast und/oder einer hohenzirkulierenden Lymphozytenzahl [> 25 x 109/l] und/oder einer Nierenfunktionsstörung[CrCl < 70 ml/min]), sollten eine Prophylaxe erhalten. Die Prophylaxe sollte aus einer angemessenen
Hydratation und der Gabe von Urikostatika (z. B. Allopurinol) oder einer geeigneten alternativen
Behandlung wie mit Uricase (z. B. Rasburicase) bestehen und 12 bis 24 Stunden vor Beginn der
Infusion von Gazyvaro gemäß üblicher Praxis erfolgen (siehe Abschnitt 4.2). Alle Patienten, bei denenein Risiko vermutet wird, sollten während der ersten Behandlungstage sorgfältig beobachtet werden,insbesondere im Hinblick auf die Nierenfunktion, Kalium- und die Harnsäurewerte. Zusätzliche
Richtlinien gemäß üblicher Praxis sind zu befolgen. Zur Behandlung des TLS müssen der
Elektrolythaushalt korrigiert, die Nierenfunktion und der Flüssigkeitshaushalt überwacht und je nach
Bedarf unterstützende Behandlungsmaßnahmen einschließlich Dialyse durchgeführt werden.
NeutropenieSchwere und lebensbedrohliche Neutropenie, einschließlich febriler Neutropenie, wurde unter
Behandlung mit Gazyvaro berichtet. Patienten, bei denen eine Neutropenie auftritt, sollten bis zur
Wiederherstellung normaler Werte durch regelmäßige Laboruntersuchungen engmaschig überwachtwerden. Wenn eine Behandlung erforderlich ist, sollte sie entsprechend den lokalen Empfehlungenerfolgen und die Verabreichung von G-CSF (Granulocyte Colony-Stimulating Factor) in Betrachtgezogen werden. Etwaige Zeichen für Begleitinfektionen sollten entsprechend behandelt werden. Im
Falle einer schweren oder lebensbedrohlichen Neutropenie sollte eine verzögerte Dosierung in
Betracht gezogen werden. Bei Patienten mit schwerer und länger als eine Woche anhaltender
Neutropenie wird während der Behandlungsdauer eine antimikrobielle Prophylaxe bis zur
Verminderung der Neutropenie auf Grad 1 oder 2 ausdrücklich empfohlen. Eine antivirale undantimykotische Prophylaxe sollte ebenfalls in Betracht gezogen werden (siehe Abschnitt 4.2). Späteinsetzende Neutropenie (Eintritt > 28 Tage nach Behandlungsende) oder anhaltende Neutropenie(Dauer mehr als 28 Tage nach Abschluss/Abbruch der Behandlung) können auftreten. Bei Patientenmit Nierenfunktionsstörungen (CrCl < 50 ml/min) besteht ein höheres Risiko für eine Neutropenie(siehe Abschnitt 4.8).
ThrombozytopenieSchwere und lebensbedrohliche Thrombozytopenie, einschließlich akuter Thrombozytopenie(Eintreten innerhalb von 24 Stunden nach der Infusion), wurde unter Behandlung mit Gazyvarobeobachtet. Bei Patienten mit Nierenfunktionsstörungen (CrCl < 50 ml/min) besteht ein höheres
Risiko für eine Thrombozytopenie (siehe Abschnitt 4.8). Tödlich verlaufende Blutungsereignissewurden ebenfalls in Zyklus 1 bei Patienten berichtet, die mit Gazyvaro behandelt wurden. Ein klarer
Zusammenhang zwischen Thrombozytopenie und Blutungsereignissen konnte nicht festgestelltwerden.
Patienten sollten insbesondere während des ersten Zyklus engmaschig auf eine Thrombozytopenieüberwacht werden. Bei schweren oder lebensbedrohlichen Thrombozytopenien sollten bis zur
Wiederherstellung normaler Werte regelmäßige Laboruntersuchungen durchgeführt und eine
Dosisverzögerung in Erwägung gezogen werden. Eine Transfusion von Blutprodukten (d. h.
Thrombozytentransfusion) gemäß lokalen Empfehlungen liegt im Ermessen des behandelnden Arztes.
Die Anwendung anderer begleitender Therapien, wie z. B. von Thrombozytenaggregationshemmernoder Antikoagulantien, welche Thrombozytopenie-assoziierte Ereignisse verschlechtern könnten,sollte ebenso überdacht werden, insbesondere während des ersten Zyklus.
Gerinnungsstörungen, einschließlich disseminierter intravaskulärer Gerinnung (DIC, disseminatedintravascular coagulation)
DIC, einschließlich tödlicher Ereignisse, wurden in klinischen Studien und in der Überwachung nach
Markteinführung bei Patienten, die Gazyvaro erhielten, berichtet. In den meisten Fällen handelte essich um verdeckte/ kompensierte DIC mit subklinischen (asymptomatischen) Veränderungen der
Thrombozyten und der Laborkoagulationsparameter, die innerhalb von 1-2 Tagen nach der ersten
Infusion auftraten und in der Regel innerhalb von ein bis zwei Wochen spontan abklangen und diekein Absetzen des Arzneimittels bzw. keine spezifische Intervention erforderten. In einigen Fällenwaren die Ereignisse mit IRRs und/oder TLS assoziiert. Es wurden keine spezifischen Baseline-
Risikofaktoren für DIC identifiziert. Patienten mit Verdacht auf eine verdeckte/ kompensierte DICsollten engmaschig mit Gerinnungsparametern, einschließlich Thrombozyten, und klinischer
Beobachtung auf Anzeichen oder Symptome einer manifesten DIC überwacht werden. Gazyvaro solltebeim ersten Auftreten des Verdachts auf manifeste DIC abgesetzt und eine geeignete Behandlungeingeleitet werden.
Verschlechterung vorbestehender Herzerkrankungen
Bei Patienten mit vorbestehender Herzerkrankung sind unter Behandlung mit Gazyvaro Arrhythmien(wie z. B. Vorhofflimmern und Tachyarrhythmien), Angina pectoris, akutes Koronarsyndrom,
Myokardinfarkt und Herzversagen aufgetreten (siehe Abschnitt 4.8). Diese Ereignisse können als Teileiner IRR auftreten und tödlich verlaufen. Patienten mit einer Herzerkrankung in der Anamnesesollten daher engmaschig überwacht werden. Außerdem ist bei diesen Patienten eine Hydratation mit
Vorsicht durchzuführen, um eine potenzielle Flüssigkeitsüberlastung zu vermeiden.
InfektionenBei Vorliegen einer aktiven Infektion sollte Gazyvaro nicht verabreicht werden. Die Anwendung von
Gazyvaro bei Patienten mit rezidivierenden oder chronischen Infektionen in der Anamnese sollte mit
Vorsicht erfolgen. Schwerwiegende Bakterien-, Pilz- und Virusinfektionen (letztere neu oderreaktiviert) können während und nach Abschluss der Behandlung mit Gazyvaro auftreten. Tödlichverlaufende Infektionen wurden berichtet.
Bei Patienten (CLL) mit sowohl CIRS > 6 als auch CrCl < 70 ml/min besteht ein höheres Risiko für
Infektionen, einschließlich schwerwiegender Infektionen (siehe Abschnitt 4.8). In den Studien zumfollikulären Lymphom wurde in allen Studienphasen, einschließlich der Nachbeobachtungszeit, eingehäuftes Auftreten von Infektionen beobachtet, welches in der Erhaltungsphase am höchsten war. Inder Nachbeobachtungszeit wurden Infektionen von Grad 3 - 5 häufiger bei jenen Patienten beobachtet,die in der Induktionsphase Gazyvaro plus Bendamustin erhalten hatten.
Hepatitis-B-ReaktivierungBei Patienten, die mit anti-CD20-Antikörpern einschließlich Gazyvaro behandelt werden, kann eine
Reaktivierung des Hepatitis-B-Virus (HBV) auftreten, die in einigen Fällen zu fulminanter Hepatitis,
Leberversagen und zum Tod geführt hat (siehe Abschnitt 4.8). Bei allen Patienten soll vor Beginn der
Behandlung mit Gazyvaro eine HBV-Testung durchgeführt werden. Diese sollte mindestens den
Hepatitis-B-Oberflächenantigen(HBsAg)-Status und den Hepatitis-B-Core-Antikörper(HBcAk)-Statusbeinhalten und kann, gemäß lokalen Empfehlungen, mit weiteren geeigneten Markern ergänzt werden.
Patienten mit aktiver Hepatitis-B-Erkrankung dürfen nicht mit Gazyvaro behandelt werden. Patientenmit einer positiven Hepatitis-B-Serologie sollen vor Behandlungsbeginn einen Spezialisten für
Lebererkrankungen aufsuchen und gemäß lokalen medizinischen Standards überwacht und behandeltwerden, um eine Hepatitis-B-Reaktivierung zu verhindern.
Progressive multifokale Leukoenzephalopathie (PML)Bei mit Gazyvaro behandelten Patienten kann eine progressive multifokale Leukoenzephalopathie(PML) auftreten (siehe Abschnitt 4.8). Bei allen Patienten mit neu auftretender oder einer
Veränderung einer bereits existierenden neurologischen Symptomatik ist die Diagnose einer PML in
Betracht zu ziehen. Die Symptome einer PML sind unspezifisch und können in Abhängigkeit von derbetroffenen Region des Gehirns variieren. Motorische Symptome mit Befunden im Corticospinaltrakt(z. B. Muskelschwäche, Lähmungen und Wahrnehmungsstörungen), sensorische Auffälligkeiten,zerebelläre Symptome und Gesichtsfeldausfälle sind häufig. Es können auch sogenannte kortikale
Anzeichen/Symptome auftreten (z. B. Aphasie oder visuell-räumliche Desorientierung). Die
Abklärung einer PML beinhaltet unter anderem eine fachärztliche neurologische Untersuchung, eine
Magnetresonanztomographie (MRT) des Gehirns und eine Lumbalpunktion (Liquoruntersuchung auf
John-Cunningham-Virus-DNA). Während der Überprüfung auf eine mögliche PML sollte die
Behandlung mit Gazyvaro unterbrochen und, falls die PML bestätigt wird, dauerhaft abgesetztwerden. Es ist auch zu erwägen, eine begleitende Chemotherapie oder immunsupprimierende Therapieabzusetzen oder zu reduzieren. Zur Abklärung und Behandlung der PML sollte der Patient an einen
Neurologen überwiesen werden.
ImmunisierungDie Sicherheit einer Immunisierung mit viralen Lebend- oder abgeschwächten Impfstoffen nach einer
Behandlung mit Gazyvaro wurde nicht untersucht. Eine Impfung mit viralen Lebendimpfstoffen wirdwährend der Behandlung und bis zur B-Zell-Regeneration nicht empfohlen.
Exposition mit Obinutuzumab in utero und Impfung von Säuglingen mit viralen Lebendimpfstoffen
Säuglinge von Müttern, die während der Schwangerschaft Gazyvaro ausgesetzt waren, solltenhinsichtlich einer potenziellen B-Zell-Depletion überwacht werden. Die Impfung von Säuglingen mitviralen Lebendimpfstoffen sollte verschoben werden, bis sich ihre B-Zell-Werte normalisiert haben.
Die Sicherheit und der Zeitpunkt der Impfung sollten mit dem zuständigen Kinderarzt besprochenwerden (siehe Abschnitt 4.6).
Lupusnephritis (LN)
InfektionenBei Vorliegen einer aktiven Infektion sollte Gazyvaro nicht verabreicht werden. Die Anwendung von
Gazyvaro bei Patienten mit rezidivierenden oder chronischen Infektionen in der Anamnese sollte mit
Vorsicht erfolgen. Schwerwiegende Bakterien-, Pilz- und neue oder reaktivierte Virusinfektionenkönnen während und nach Abschluss der Behandlung mit Gazyvaro auftreten. Tödlich verlaufende
Infektionen wurden berichtet.
Bei allen Patienten sollte vor Beginn einer Behandlung mit Gazyvaro ein Screening auf Hepatitis-B-
Viren (HBV) durchgeführt werden. Dies sollte mindestens den HBsAg-Status und den HBcAb-Statusbeinhalten und kann, gemäß lokalen Empfehlungen, mit weiteren geeigneten Markern ergänzt werden.
Patienten mit aktiver Hepatitis-B-Erkrankung dürfen nicht mit Gazyvaro behandelt werden. Patientenmit positiver Hepatitis-B-Serologie sollten überwacht und gemäß lokalen medizinischen Standardsbehandelt werden, um eine Hepatitis-B-Reaktivierung zu verhindern.
NeutropenieWährend der Behandlung mit Gazyvaro wurden schwere und lebensbedrohliche Neutropenieeinschließlich febriler Neutropenie berichtet. Patienten, bei denen eine Neutropenie auftritt, sollten biszur Wiederherstellung normaler Werte durch regelmäßige Laboruntersuchungen engmaschigüberwacht werden. Wenn eine Behandlung erforderlich ist, sollte sie entsprechend den lokalen
Empfehlungen erfolgen und die Verabreichung von G-CSF (Granulocyte Colony-Stimulating Factor)in Betracht gezogen werden. Etwaige Anzeichen für eine Begleitinfektion sollten entsprechendbehandelt werden.
Reaktionen im Zusammenhang mit einer InfusionBei Patienten mit LN traten Reaktionen im Zusammenhang mit einer Infusion (IRRs) vorwiegendwährend der Infusion der ersten 1 000 mg auf. Die IRRs waren im Allgemeinen leicht (Grad 1) bismittelschwer (Grad 2) und konnten durch Verlangsamung oder vorübergehendes Anhalten der
Infusion behandelt werden (siehe Umgang mit IRRs). Es wurden jedoch auch schwere (Grad 3) undlebensbedrohliche (Grad 4) IRRs berichtet, die eine symptomatische Behandlung erforderten.
Informationen zur Prophylaxe, siehe Abschnitt 4.2.
Wenn beim Patienten eines der folgenden Ereignisse auftritt, dürfen keine weiteren Infusionen von
Gazyvaro verabreicht werden:
* akute lebensbedrohliche Atemwegssymptome,
* eine IRR Grad 4 (d. h. lebensbedrohlich) oder
* zum zweiten Mal eine IRR Grad 3 (verlängert/rezidivierend) (nach Wiederaufnahme der ersten
Infusion oder während einer nachfolgenden Infusion).
Patienten mit bereits vorbestehenden Herz- oder Lungenerkrankungen sollten während der Infusionund in der Zeit danach sorgfältig überwacht werden. Während der intravenösen Infusionen von
Gazyvaro kann eine Hypotonie auftreten. Deshalb sollte 12 Stunden vor und während jeder Infusionvon Gazyvaro sowie in der ersten Stunde nach der Verabreichung ein Aussetzen vonblutdrucksenkenden Behandlungen in Erwägung gezogen werden. Bei Patienten mit akutem Risiko fürdie Entwicklung einer hypertensiven Krise sollten der Nutzen und die Risiken des Aussetzens ihrerantihypertensiven Medikation sorgfältig abgewogen werden.
Progressive multifokale Leukoenzephalopathie (PML)PML wurde bei Patienten berichtet, die wegen CLL und/oder FL mit Gazyvaro behandelt wurden(siehe Abschnitt 4.8), und es wurde nicht berichtet bei Patienten, die während placebokontrollierten
LN-Studien mit Gazyvaro behandelt wurden. Bei allen Patienten mit neu auftretender oder einer
Veränderung einer bereits existierenden neurologischen Symptomatik ist die Diagnose einer PML in
Betracht zu ziehen. Die Symptome einer PML sind unspezifisch und können in Abhängigkeit von derbetroffenen Region des Gehirns variieren. Motorische Symptome mit Befunden im Kortikospinaltrakt(z. B. Muskelschwäche, Lähmungen und Wahrnehmungsstörungen), sensorische Auffälligkeiten,zerebelläre Symptome und Gesichtsfeldausfälle sind häufig. Es können auch sogenannte kortikale
Anzeichen/Symptome auftreten (z. B. Aphasie oder visuell-räumliche Desorientierung). Die
Abklärung einer PML beinhaltet unter anderem eine fachärztliche neurologische Untersuchung, eine
Magnetresonanztomographie (MRT) des Gehirns und eine Lumbalpunktion (Liquoruntersuchung auf
John-Cunningham-Virus-DNA). Während der Überprüfung auf eine mögliche PML sollte die
Behandlung mit Gazyvaro unterbrochen und, falls die PML bestätigt wird, dauerhaft abgesetztwerden. Es ist auch zu erwägen, eine begleitende Chemotherapie oder immunsupprimierende Therapieabzusetzen oder zu reduzieren. Zur Abklärung und Behandlung der PML sollte der Patient an einen
Neurologen überwiesen werden.
ImmunisierungDie Sicherheit einer Immunisierung mit viralen Lebend- oder abgeschwächten Impfstoffen nach einer
Behandlung mit Gazyvaro wurde nicht untersucht. Eine Impfung mit viralen Lebendimpfstoffen wirdwährend der Behandlung und bis zur B-Zell-Regeneration nicht empfohlen.
Exposition mit Obinutuzumab in utero und Impfung von Säuglingen mit viralen Lebendimpfstoffen
Säuglinge von Müttern, die während der Schwangerschaft Gazyvaro ausgesetzt waren, solltenhinsichtlich einer potenziellen B-Zell-Depletion überwacht werden. Die Impfung von Säuglingen mitviralen Lebendimpfstoffen sollte verschoben werden, bis sich ihre B-Zell-Werte normalisiert haben.
Die Sicherheit und der Zeitpunkt der Impfung sollten mit dem zuständigen Kinderarzt besprochenwerden (siehe Abschnitt 4.6).
Ältere PatientenDie Sicherheit und Wirksamkeit von Gazyvaro sind bei Patienten mit LN im Alter von über 65 Jahrennicht erwiesen.
NierenfunktionsstörungenDie Sicherheit und Wirksamkeit von Gazyvaro wurden bei Patienten mit schwerer
Nierenfunktionsstörung (CrCl < 30 ml/min) nicht untersucht.
Es wurden keine formalen Studien zur Erfassung von Arzneimittelwechselwirkungen durchgeführt. Eswurden jedoch begrenzte Substudien zur Erfassung von Arzneimittelwechselwirkungen mit Gazyvaround Bendamustin, CHOP, Fludarabin und Cyclophosphamid (FC) und Chlorambucil durchgeführt.
Ein Risiko für Wechselwirkungen mit anderen gleichzeitig angewendeten Arzneimitteln kann nichtausgeschlossen werden.
Pharmakokinetische WechselwirkungenObinutuzumab ist weder ein Substrat noch ein Hemmer oder Induktor des Cytochrom P450 (CYP450),der Uridindiphosphat-Glucuronyltransferase(UGT)-Enzyme oder von Transportern wie P-
Glykoprotein. Deshalb wird keine pharmakokinetische Wechselwirkung mit Arzneimitteln erwartet,die über diese Enzymsysteme metabolisiert werden.
Die gleichzeitige Anwendung mit Gazyvaro hatte keine Auswirkung auf die Pharmakokinetik von
Bendamustin, FC, Chlorambucil oder einzelnen Komponenten der CHOP-Therapie. Ebenso gab eskeine ersichtlichen Wirkungen von Bendamustin, FC, Chlorambucil oder CHOP auf die
Pharmakokinetik von Gazyvaro.
Pharmakodynamische WechselwirkungenAufgrund der immunsuppressiven Wirkung von Obinutuzumab wird die Impfung mit
Lebendimpfstoffen während der Behandlung und bis zur Normalisierung der B-Zell-Werte nichtempfohlen (siehe Abschnitt 4.4).
Die Kombination von Obinutuzumab mit Chlorambucil, Bendamustin, CHOP oder CVP kann das
Risiko, eine Neutropenie zu entwickeln, erhöhen (siehe Abschnitt 4.4).
Frauen im gebärfähigen Alter müssen während und in den 18 Monaten nach der Behandlung mit
Gazyvaro eine wirksame Empfängnisverhütung anwenden.
SchwangerschaftEine Reproduktionsstudie bei Cynomolgus-Affen ergab keinen Hinweis auf embryo-fetale Toxizitätoder auf Teratogenität, führte jedoch bei den Nachkommen zu einer kompletten Depletion der B-
Lymphozyten. Innerhalb von 6 Monaten nach der Geburt kehrten die B-Zellzahlen bei den
Nachkommen auf normale Werte zurück und die immunologische Funktion war wiederhergestellt. Die
Serumkonzentrationen von Obinutuzumab lagen bei den Nachkommen an Tag 28 nach der Geburt im
Bereich der Konzentrationen im mütterlichen Serum, während die Konzentrationen in der Milch amselben Tag sehr gering waren. Das deutet darauf hin, dass Obinutuzumab die Plazentaschrankepassiert (siehe Abschnitt 5.3). Es gibt keine Daten zur Anwendung von Obinutuzumab beischwangeren Frauen. Gazyvaro sollte während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es seidenn, der mögliche Nutzen überwiegt das mögliche Risiko.
Im Falle einer Exposition während der Schwangerschaft kann bei Säuglingen aufgrund derpharmakologischen Eigenschaften des Arzneimittels mit einer B-Zell-Depletion gerechnet werden. Bei
Säuglingen, deren Mütter während ihrer Schwangerschaft Gazyvaro ausgesetzt waren, sollte eine
Verschiebung von Impfungen mit Lebendimpfstoffen in Betracht gezogen werden, bis sich die B-Zell-
Werte des Säuglings wieder normalisiert haben (siehe Abschnitt 4.4).
StillzeitIn Tierstudien wurde gezeigt, dass Obinutuzumab in die Muttermilch übertritt (siehe Abschnitt 5.3).
Da humanes Immunglobulin G (IgG) beim Menschen in die Muttermilch übertritt und das Potenzialfür eine Resorption und Schädigung beim Säugling unbekannt sind, sollte Frauen empfohlen werden,während der Therapie mit Gazyvaro und in den 18 Monaten nach der letzten Dosis von Gazyvaronicht zu stillen.
FertilitätEs wurden keine speziellen Tierstudien durchgeführt, um die Wirkung von Obinutuzumab auf die
Fertilität zu beurteilen. In Toxizitätsstudien mit wiederholter Verabreichung bei Cynomolgus-Affenhatte Obinutuzumab keine negativen Auswirkungen auf die männlichen oder weiblichen
Reproduktionsorgane (siehe Abschnitt 5.3).
Gazyvaro hat keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die
Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen. IRRs sind während der ersten Infusion mit Gazyvaro sehrhäufig und Patienten, bei denen Symptome im Zusammenhang mit einer Infusion auftreten, wirdgeraten, nicht aktiv am Straßenverkehr teilzunehmen oder Maschinen zu bedienen, bis die Symptomeabgeklungen sind.
Nebenwirkungen werden separat für die Indikationen Onkologie (chronische lymphatische Leukämieund follikuläres Lymphom) und Lupusnephritis aufgeführt.
Chronische lymphatische Leukämie (CLL) und follikuläres Lymphom (FL)
Zusammenfassung des SicherheitsprofilsDie in klinischen Studien aufgetretenen Nebenwirkungen wurden während der Induktionstherapie,
Erhaltungstherapie und während der Nachbeobachtungszeit bei indolentem Non-Hodgkin-Lymphom(iNHL), einschließlich FL, sowie bei der Behandlung und Nachbeobachtungszeit der CLL in den dreizulassungsrelevanten klinischen Studien festgestellt:
* BO21004/CLL11 (n = 781): Patienten mit nicht vorbehandelter CLL
* BO21223/GALLIUM (n = 1 390): Patienten mit nicht vorbehandeltem iNHL (davon 86 % der
Patienten mit einem FL)
* GAO4753g/GADOLIN (n = 409): Patienten mit iNHL (davon 81 % der Patienten mit einem
FL), die auf eine Behandlung mit Rituximab oder einem Rituximab-haltigen Regime nichtangesprochen haben oder während bzw. bis zu 6 Monate nach der Behandlung progredientwurden.
In diesen Studien wurde Gazyvaro in Kombination mit Chlorambucil bei CLL und mit Bendamustin,
CHOP oder CVP, gefolgt von einer Erhaltungstherapie mit Gazyvaro bei iNHL untersucht. In die
Studien BO21223/GALLIUM und GAO4753g/GADOLIN wurden Patienten mit iNHL einschließlich
FL aufgenommen. Um die Sicherheitsinformationen so umfassend wie möglich darzustellen, wurdedie nachfolgende Analyse der Nebenwirkungen mit der gesamten Studienpopulation durchgeführt(d. h. mit iNHL).
Tabelle 10 listet alle Nebenwirkungen auf, einschließlich der aus den zulassungsrelevanten Studien(BO21004/CLL11, BO21223/GALLIUM, GAO4753g/GADOLIN), die in mindestens einer dieser
Studien mit einer höheren Inzidenz (Unterschied von ≥ 2 %) im Gazyvaro Arm als im Arm mit derbetreffenden Vergleichstherapie aufgetreten sind:
* Patienten mit CLL, die Gazyvaro plus Chlorambucil erhielten, verglichen mit Chlorambucil-
Monotherapie oder Rituximab plus Chlorambucil (Studie BO21004/CLL11)
* Patienten mit nicht vorbehandeltem iNHL, die Gazyvaro plus Chemotherapie (Bendamustin,
CHOP, CVP) erhielten, gefolgt von einer Erhaltungstherapie mit Gazyvaro bei Patienten, dieauf die Behandlung ansprachen, verglichen mit Rituximab plus Chemotherapie, gefolgt voneiner Rituximab-Erhaltungstherapie bei Patienten, die auf die Behandlung ansprachen (Studie
BO21223/GALLIUM)
* Patienten mit iNHL, die auf eine Behandlung mit Rituximab oder einem Rituximab-haltigen
Regime nicht angesprochen haben oder während bzw. bis zu 6 Monate nach der Behandlungprogredient wurden, und die Gazyvaro plus Bendamustin erhielten, gefolgt von einer
Erhaltungstherapie mit Gazyvaro bei einer kleinen Anzahl von Patienten, verglichen mit einer
Bendamustin-Monotherapie (Studie GAO4753g/GADOLIN)
Die in Tabelle 10 angegebenen Inzidenzen (alle Grade und Grad 3 - 5) sind die für die jeweilige
Nebenwirkung höchsten Werte, die in einer der drei Studien festgestellt wurden.
Die Häufigkeiten sind wie folgt definiert: sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100, < 1/10),gelegentlich (≥ 1/1 000, < 1/100), selten (≥ 1/10 000, < 1/1 000), sehr selten (< 1/10 000) und nichtbekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar). Innerhalb jeder
Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad angegeben.
Tabellarische Auflistung der NebenwirkungenTabelle 10: Zusammenfassung der Nebenwirkungen, die bei Patienten# berichtet wurden, die
Gazyvaro plus Chemotherapie erhielten*
Systemorganklasse Alle Grade Grad 3 - 5†
Häufigkeit Gazyvaro + Chemotherapie* Gazyvaro + Chemotherapie*(CLL, iNHL) gefolgt von (CLL, iNHL) gefolgt von
Gazyvaro Gazyvaro
Erhaltungstherapie (iNHL) Erhaltungstherapie (iNHL)
Infektionen und parasitäre ErkrankungenSehr häufig Infektionen der oberen
Atemwege, Sinusitis§,
Harnwegsinfektion,
Pneumonie§, Herpes Zoster§,
Nasopharyngitis
Häufig Oraler Herpes Rhinitis, Harnwegsinfektion,
Pharyngitis, Infektion der Pneumonie, Infektion der
Lunge, Influenza Lunge, Infektion der oberen
Atemwege, Sinusitis, Herpes
Zoster
Gelegentlich Hepatitis-B-Reaktivierung Nasopharyngitis, Rhinitis,
Influenza, oraler Herpes
Gutartige, bösartige und nicht spezifizierte Neubildungen (einschl. Zysten und Polypen)
Häufig Plattenepithelkarzinom der Plattenepithelkarzinom der
Haut, Basalzellkarzinom Haut, Basalzellkarzinom
Erkrankungen des Blutes und des LymphsystemsSehr häufig Neutropenie§, Neutropenie,
Thrombozytopenie, Anämie, Thrombozytopenie
Leukopenie
Häufig Febrile Neutropenie Anämie, Leukopenie, febrile
NeutropenieGelegentlich Disseminierte intravaskuläre
Gerinnung##
Stoffwechsel- und ErnährungsstörungenHäufig Tumorlysesyndrom, Tumorlysesyndrom,
Hyperurikämie, Hypokaliämie Hypokaliämie
Gelegentlich Hyperurikämie
Psychiatrische ErkrankungenSehr häufig Schlaflosigkeit
Häufig Depression, Angstgefühl
Gelegentlich Schlaflosigkeit, Depression,
Angstgefühl
Erkrankungen des NervensystemsSehr häufig Kopfschmerzen
Häufig Kopfschmerzen
Nicht bekannt Progressive multifokale
Leukoenzephalopathie
HerzerkrankungenHäufig Vorhofflimmern Vorhofflimmern
GefäßerkrankungenHäufig Hypertonie Hypertonie
Systemorganklasse Alle Grade Grad 3 - 5†
Häufigkeit Gazyvaro + Chemotherapie* Gazyvaro + Chemotherapie*(CLL, iNHL) gefolgt von (CLL, iNHL) gefolgt von
Gazyvaro Gazyvaro
Erhaltungstherapie (iNHL) Erhaltungstherapie (iNHL)
Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und MediastinumsSehr häufig Husten§
Häufig Nasenverstopfung,
Rhinorrhoe, Schmerzen im
Oropharynx
Gelegentlich Husten, Schmerzen im
Oropharynx
Erkrankungen des GastrointestinaltraktsSehr häufig Diarrhö, Obstipation§
Häufig Dyspepsie, Hämorrhoiden, Diarrhögastrointestinale Perforation
Gelegentlich Obstipation, Hämorrhoiden
Erkrankungen der Haut und des UnterhautgewebesSehr häufig Alopezie, Pruritus
Häufig Ekzeme
Gelegentlich Pruritus
Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und KnochenerkrankungenSehr häufig Arthralgie§,
Rückenschmerzen, Schmerzenin den Extremitäten
Häufig Brustschmerzen die Schmerzen in den Extremitäten
Skelettmuskulatur betreffend,
KnochenschmerzenGelegentlich Arthralgie, Rückenschmerzen,
Brustschmerzen die
Skelettmuskulatur betreffend,
KnochenschmerzenHäufig Dysurie, Harninkontinenz
Gelegentlich Dysurie, Harninkontinenz
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am VerabreichungsortSehr häufig Fieber, Asthenie,
Ermüdung/Fatigue
Häufig Brustkorbschmerzen Fieber, Asthenie,
Ermüdung/Fatigue
Gelegentlich Brustkorbschmerzen
Erkrankungen des ImmunsystemsSelten Zytokin-
Freisetzungssyndrom**
Untersuchungen
Häufig Leukozytenzahl reduziert, Leukozytenzahl reduziert,
Neutrophilenzahl reduziert, Neutrophilenzahl reduziert
GewichtszunahmeGelegentlich Hypogammaglobulinämie
Systemorganklasse Alle Grade Grad 3 - 5†
Häufigkeit Gazyvaro + Chemotherapie* Gazyvaro + Chemotherapie*(CLL, iNHL) gefolgt von (CLL, iNHL) gefolgt von
Gazyvaro Gazyvaro
Erhaltungstherapie (iNHL) Erhaltungstherapie (iNHL)
Verletzung, Vergiftung und durch Eingriffe bedingte Komplikationen
Sehr häufig IRRs IRRs# Nur die größte in den Studien beobachtete Häufigkeit ist berichtet (basierend auf den Studien BO21004 [nichtvorbehandelte CLL], BO21223 [nicht vorbehandeltes fortgeschrittenes iNHL] und GAO4753g [Rituximabrefraktäres iNHL]).## Disseminierte intravaskuläre Gerinnung (DIC), einschließlich tödlicher Ereignisse, wurde in klinischen
Studien und in der Überwachung nach der Markteinführung bei Patienten, die Gazyvaro erhielten, berichtet(siehe Abschnitt 4.4).† Es wurden keine Nebenwirkungen von Grad 5 mit einem Unterschied von ≥ 2 % zwischen den
Behandlungsarmen beobachtet.
* Chemotherapie: Chlorambucil bei CLL; Bendamustin, CHOP, CVP bei iNHL, einschließlich FL.§ auch während der Erhaltungstherapie mit mindestens 2 % höherer Inzidenz im Gazyvaro Arm beobachtet(BO21223).
** Basierend auf Exposition in klinischen Studien in FL und CLL
Das Nebenwirkungsprofil der Patienten mit FL stimmte in beiden Studien mit dem der
Gesamtpopulation der Patienten mit iNHL überein.
Beschreibung ausgewählter NebenwirkungenDie in den folgenden Abschnitten bei iNHL angegebenen Inzidenzen sind die höchsten Werte, die fürdie jeweilige Nebenwirkung in einer der zulassungsrelevanten Studien festgestellt wurden(BO21223/GALLIUM, GAO4753g/GADOLIN).
Die Studie MO40597 wurde konzipiert, um das Sicherheitsprofil von Kurzinfusionen (ca. 90 Minuten)ab Zyklus 2 bei Patienten mit zuvor unbehandeltem FL zu charakterisieren (siehe Abschnitt 5.1
Pharmakodynamische Eigenschaften).
Reaktionen im Zusammenhang mit einer InfusionDie am häufigsten in Verbindung mit IRR berichteten Symptome (≥ 5 %) waren Übelkeit, Erbrechen,
Diarrhö, Kopfschmerzen, Schwindelgefühl, Ermüdung/Fatigue, Schüttelfrost, Fieber, Hypotonie,
Hautrötungen, Hypertonie, Tachykardie, Dyspnoe und Thoraxbeschwerden. Respiratorische
Symptome, wie Bronchospasmus, Kehlkopf- oder Rachenreizung, Pfeifatmung, Kehlkopfödem, undkardiale Symptome, wie Vorhofflimmern, wurden ebenfalls berichtet (siehe Abschnitt 4.4).
Chronische lymphatische LeukämieDie Inzidenz der IRRs war im Behandlungsarm mit Gazyvaro plus Chlorambucil höher als im
Behandlungsarm mit Rituximab plus Chlorambucil. Die Inzidenz der IRRs betrug 66 % bei der ersten1 000-mg-Infusion mit Gazyvaro (20 % der Patienten hatten eine IRR Grad 3 - 4). Insgesamthatten7 % der Patienten eine IRR, die zum Abbruch der Therapie mit Gazyvaro führte. Die Inzidenzder IRRs bei nachfolgenden Infusionen betrug bei der zweiten 1 000-mg-Dosis 3 % und danach 1 %.
Nach der ersten 1 000-mg-Infusion von Zyklus 1 wurden keine IRRs von Grad 3 - 5 mehr berichtet.
Bei Patienten, die, wie in Abschnitt 4.2 beschrieben, die empfohlenen Maßnahmen zur Prävention von
IRRs erhielten, wurde eine verringerte Inzidenz für IRRs aller Grade beobachtet. Die Häufigkeit der
IRRs von Grad 3 - 4 (die bei einer relativ kleinen Anzahl an Patienten auftraten) war vor und nach der
Umsetzung präventiver Maßnahmen vergleichbar.
Indolentes Non-Hodgkin-Lymphom einschließlich follikuläres Lymphom
IRRs Grad 3 - 4 traten bei 12 % der Patienten auf. In Zyklus 1 war die Gesamtinzidenz von IRRs bei
Patienten, die Gazyvaro plus Chemotherapie erhielten, höher als bei Patienten im Vergleichsarm. Bei
Patienten, die Gazyvaro plus Chemotherapie erhielten, war die Inzidenz von IRRs an Tag 1 amhöchsten und nahm bei den nachfolgenden Infusionen kontinuierlich ab. Dieser abnehmende Trendsetzte sich während der Erhaltungstherapie mit Gazyvaro als Einzelsubstanz fort.
Außer in Zyklus 1 war die Inzidenz von IRRs bei nachfolgenden Infusionen im Gazyvaro Arm und im
Arm mit der Vergleichstherapie vergleichbar. Insgesamt kam es bei 4 % der Patienten zu einer
Reaktion im Zusammenhang mit einer Infusion, die zu einem Abbruch der Behandlung mit Gazyvaroführte.
Kurzinfusion bei Patienten mit follikulärem Lymphom
In der Studie MO40597, in der die Sicherheit von Kurzinfusionen untersucht wurde, kam es bei einemgrößeren Anteil der Patienten in Zyklus 2 zu IRRs jeglicher Grade, verglichen mit dem Anteil der
Patienten in Studie BO21223, bei denen es in Zyklus 2 nach der Standardinfusion zu IRRs kam (10/99[10,1 %] vs. 23/529 [4,3 %]; die IRRs wurden vom Prüfarzt auf irgendeine Komponente der
Studientherapie zurückgeführt). In der Studie MO40597 traten bei keinem Patienten nach der
Kurzinfusion in Zyklus 2 IRRs von Grad ≥ 3 auf. In der Studie BO21223 traten bei 3/529 (0,6 %)
Patienten in Zyklus 2 IRRs von Grad ≥ 3 auf. Die Symptome und Anzeichen einer IRR waren inbeiden Studien ähnlich. Die in der Studie MO40597/GAZELLE beobachteten Reaktionen im
Zusammenhang mit einer Infusion sind in Tabelle 11 zusammengefasst.
Tabelle 11: Studie MO40597/GAZELLE Kurzinfusion: Reaktionen im Zusammenhang miteiner Infusiona entsprechend des Zyklus (sicherheitsauswertbare Population)
CTCAE- Z1 Z1b nach Tag Z2C Z3 Z4 Z5 Z6 Z7 Gesamt-
Grad Gesamt Induktions-(Standard- zykleninfusion) Tag 1 Tag 2d Tag 8 Tag 15
Alle 65/113 57/113 4/51 6/112 5/111 13/110 9/108 7/108 6/107 5/105 2/55 71/113
Grade (57,5 %) (50,4 %) (7,8 %) (5,4 %) (4,5 %) (11,8 %) (8,3 %) (6,5 %) (5,6 %) (4,8 %) (3,6 %) (62,8 %)
Grad ≥ 3 6/113 5/113 1/51 0 0 0 0 0 1/107 0 0 7/113(5,3 %) (4,4 %) (2,0 %) (0,9 %) (6,2 %)
Z = Zyklus; CTCAE = Common Terminology Criteria for Adverse Events; IRR = Reaktion im Zusammenhangmit einer Infusiona Reaktionen im Zusammenhang mit einer Infusion, definiert als jedes Ereignis, das während oder innerhalb von24 Stunden nach Beendigung der Infusion mit der Studienbehandlung auftrat und vom Prüfarzt als mitirgendeiner Komponente der Therapie in Zusammenhang stehend beurteilt wurde.b Z1 umfasste drei Infusionen mit der Standardinfusionsrate, die in wöchentlichen Abständen verabreichtwurden.c Die Patienten erhielten ab Z2 eine Kurzinfusion. Der Nenner bei Z2 und den nachfolgenden Zyklen stellt die
Anzahl der Patienten dar, die in diesem Zyklus eine Kurzinfusion erhielten.d Patienten, die an Tag 2 von Zyklus 1 mit Bendamustin behandelt wurden.
Neutropenie und InfektionenDie Inzidenz einer Neutropenie war im Behandlungsarm mit Gazyvaro plus Chlorambucil höher(41 %) als im Behandlungsarm mit Rituximab plus Chlorambucil. Die Neutropenie bildete sichspontan oder unter Anwendung von Granulozyten-Kolonie-stimulierendem Faktor (G-CSF) zurück.
Die Inzidenz von Infektionen betrug 38 % im Behandlungsarm mit Gazyvaro plus Chlorambucil und37 % im Rituximab plus Chlorambucil-Therapiearm (Grad 3 - 5 Ereignisse wurden mit einer Inzidenzvon 12 % bzw. 14 % und tödliche Ereignisse mit einer Inzidenz von < 1 % in beiden
Behandlungsarmen berichtet). Es wurden auch Fälle von anhaltender Neutropenie (2 % im
Therapiearm mit Gazyvaro plus Chlorambucil und 4 % im Rituximab plus Chlorambucil Therapiearm)sowie spät einsetzender Neutropenie (16 % im Therapiearm mit Gazyvaro plus Chlorambucil und12 % im Rituximab plus Chlorambucil-Therapiearm) berichtet (siehe Abschnitt 4.4).
Indolentes Non-Hodgkin-Lymphom einschließlich follikuläres Lymphom
Die Inzidenz einer Neutropenie Grad 1 - 4 war im Behandlungsarm mit Gazyvaro plus Chemotherapiehöher (50 %) als im Behandlungsarm mit der Vergleichstherapie, wobei das Risiko während der
Induktionsphase erhöht war. Die Inzidenz einer anhaltenden sowie spät einsetzenden Neutropeniebetrug 3 % bzw. 8 %. Die Inzidenz von Infektionen lag im Behandlungsarm mit Gazyvaro plus
Chemotherapie bei 81 % (Ereignisse von Grad 3 - 5 wurden bei 22 % der Patienten und tödliche
Ereignisse bei 3 % der Patienten beobachtet). Patienten, die eine Prophylaxe mit G-CSF erhielten,hatten eine niedrigere Rate an Infektionen von Grad 3 - 5 (siehe Abschnitt 4.4).
Kurzinfusion bei Patienten mit follikulärem Lymphom
In der Studie MO40597, in der die Sicherheit von Kurzinfusionen untersucht wurde, wurde bei einemgrößeren Anteil der Patienten Neutropenie als unerwünschtes Ereignis berichtet, verglichen mit dem
Anteil der Patienten in Studie BO21223, in der die Patienten die Infusion über die Standarddauererhielten (69/113 [61,1 %] vs. 247/595 [41,5 %] jeweils während der Induktionsphase). Der Medianund der Wertebereich der Neutrophilenzahl waren in beiden Studien zu jedem Zeitpunkt vergleichbar.
Febrile Neutropenie wurde bei einem vergleichbaren Anteil der Patienten in MO40597 und in
BO21223 berichtet (6/113 [5,3 %] vs. 31/595 [5,2 %]). Eine Infektion wurde in MO40597 wenigerhäufig berichtet als in BO21223 (45/113 [39,8 %] vs. 284/595 [47,7 %]).
Thrombozytopenie und Blutungsereignisse
Chronische lymphatische LeukämieDie Inzidenz einer Thrombozytopenie war im Behandlungsarm mit Gazyvaro plus Chlorambucilhöher als im Rituximab plus Chlorambucil-Therapiearm (16 % vs. 7 %), insbesondere während desersten Behandlungszyklus. Bei 4 % der Patienten, die mit Gazyvaro plus Chlorambucil behandeltwurden, trat eine akute Thrombozytopenie (innerhalb von 24 Stunden nach der Infusion von
Gazyvaro) auf (siehe Abschnitt 4.4). Die Gesamtinzidenz von Blutungsereignissen war im Gazyvaround im Rituximab Behandlungsarm ähnlich. Die Anzahl an tödlichen Blutungsereignissen warzwischen den Behandlungsarmen ausgeglichen; allerdings traten alle Ereignisse mit Gazyvaro in
Zyklus 1 auf. Es wurden keine Thrombozytopenie Grad 5 Ereignisse beobachtet. Ein klarer
Zusammenhang zwischen dem Auftreten von Thrombozytopenie und Blutungsereignissen konntenicht festgestellt werden.
Indolentes Non-Hodgkin-Lymphom einschließlich follikuläres Lymphom
Die Inzidenz einer Thrombozytopenie betrug 15 %. In Zyklus 1 trat eine Thrombozytopenie im
Behandlungsarm mit Gazyvaro plus Chemotherapie häufiger auf. Eine Thrombozytopenie währendoder innerhalb von 24 Stunden nach Ende der Infusion (akute Thrombozytopenie) wurde bei Patientenim Behandlungsarm mit Gazyvaro plus Chemotherapie häufiger beobachtet als im Arm mit der
Vergleichstherapie. Die Inzidenz von Blutungsereignissen war in allen Behandlungsarmenvergleichbar. Blutungsereignisse und Blutungsereignisse von Grad 3 - 5 traten bei 12 % bzw. 4 % der
Patienten auf. Blutungsereignisse mit tödlichem Ausgang sind bei weniger als 1 % der Patientenaufgetreten, von denen jedoch keines in Zyklus 1 auftrat.
Kurzinfusion bei Patienten mit follikulärem Lymphom
In der Studie MO40597, in der die Sicherheit von Kurzinfusionen untersucht wurde, wurde bei einemgrößeren Anteil der Patienten Thrombozytopenie als unerwünschtes Ereignis berichtet, verglichen mitder Studie BO21223, in der die Patienten während der gesamten Induktionsphase Infusionen über die
Standarddauer erhielten (21/113 [28,6 %] vs. 63/595 [10,6 %] jeweils während der Induktionsphase).
Der Median und der Wertebereich der Thrombozytenzahl waren in beiden Studien zu jedem Zeitpunktvergleichbar. Keines der in MO40597 berichteten Thrombozytopenie-Ereignisse stand mit Blutungenin Zusammenhang.
Lupusnephritis
Zusammenfassung des SicherheitsprofilsIn gepoolten Daten aus placebokontrollierten Studien mit 200 Patienten mit Lupusnephritis, die mit
Gazyvaro behandelt wurden, waren die am häufigsten beobachteten Nebenwirkungen Infektionen deroberen Atemwege (29 %), COVID-19 (22,5 %) und Harnwegsinfektionen (21 %).
Tabellarische Auflistung der NebenwirkungenDie in Tabelle 12 aufgeführten Nebenwirkungen basieren auf gepoolten Sicherheitsdaten aus zweiklinischen Studien bei Patienten mit Lupusnephritis der Klasse III oder IV nach ISN/RPS 2003 mitoder ohne begleitende Klasse-V-Lupusnephritis bis Woche 76:
* REGENCY (CA41705): eine Phase-III-Studie, an der 136 Patienten teilnahmen, die mit
Gazyvaro plus einer Standardtherapie bestehend aus Mycophenolatmofetil (MMF) und
Corticosteroiden behandelt wurden.
* NOBILITY (WA29748): eine Phase-II-Studie, an der 64 Patienten teilnahmen, die mit
Gazyvaro plus Standardtherapie mit MMF/Mycophenolsäure und Corticosteroiden behandeltwurden.
Die Häufigkeiten sind wie folgt definiert: sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100, < 1/10), gelegentlich(≥ 1/1 000, < 1/100), selten (≥ 1/10 000, < 1/1 000), sehr selten (< 1/10 000) und nicht bekannt(Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar). Innerhalb jeder
Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad angegeben.
Tabelle 12: Nebenwirkungen bei Patienten mit LN, die Gazyvaro + Standardtherapie* erhielten
Systemorganklasse Alle Grade Grade 3 - 5
Häufigkeit
Infektionen und parasitäre ErkrankungenSehr häufig Infektion der oberen
Atemwege, COVID-19,
Harnwegsinfektion, Bronchitis
Häufig Pneumonie, Herpes simplex COVID-19,
Harnwegsinfektion, Pneumonie
Verletzung, Vergiftung und durch Eingriffe bedingte Komplikationen
Sehr häufig IRR
Häufig IRR
Erkrankungen des Blutes und des LymphsystemsSehr häufig Neutropenie
Häufig Neutropenie
Systemorganklasse Alle Grade Grade 3 - 5
Häufigkeit
Untersuchungen
Sehr häufig Immunglobulin M im Bluterniedrigt**
*Mycophenolatmofetil (MMF) und Corticosteroide
** Frequenzkategorie, abgeleitet aus Laborwerten, die im Rahmen der routinemäßigen Laborüberwachung inklinischen Studien erhoben wurden.
Beschreibung ausgewählter NebenwirkungenInfektionen wurden bei 72,0 % der Patienten im Gazyvaro Behandlungsarm vs. 61,7 % der Patientenim Placebo-Behandlungsarm berichtet. Die am häufigsten berichteten Infektionen waren Infektionender oberen und unteren Atemwege. Infektionen vom Grad 3 - 5 wurden bei 11,5 % der Patienten im
Gazyvaro Behandlungsarm vs. 9,8 % der Patienten im Placebo-Behandlungsarm beschrieben. Tödlichverlaufende Infektionsereignisse wurden bei 1 % der Patienten im Gazyvaro Behandlungsarm vs.0,5 % der Patienten im Placebo-Behandlungsarm berichtet (siehe Abschnitt 4.4).
NeutropenieNeutropenie und verwandte Ereignisse wurden bei 14,0 % der Patienten im Gazyvaro
Behandlungsarm vs. 6,2 % der Patienten im Placebo-Behandlungsarm berichtet. Eine Neutropenievom Grad 3 - 4 wurde bei 7 % der mit Gazyvaro behandelten Patienten vs. 0,5 % der Patienten im
Placeboarm beschrieben. Die meisten Neutropenie- und verwandten Ereignisse klangen spontan oderunter Anwendung von Granulozyten-Kolonie-stimulierenden Faktoren ab/verbesserten sich (siehe
Abschnitt 4.4).
Reaktionen im Zusammenhang mit einer InfusionIRRs wurden bei 13,5 % der Patienten im Gazyvaro Behandlungsarm vs. 10,4 % der Patienten im
Placeboarm berichtet. Die IRRs waren in beiden Armen überwiegend von Grad 1 - 2 und tratenwährend/nach der ersten Infusion auf. IRRs vom Grad 3 - 4 wurden bei 1,5 % der Patienten im
Gazyvaro Behandlungsarm vs. 0,5 % der Patienten im Placeboarm beschrieben. Alle Ereignisse vom
Grad 3 - 4 traten während/nach entweder der ersten oder zweiten Infusion auf. Die Häufigkeit und der
Schweregrad der IRRs nahmen mit weiteren Infusionen ab (siehe Abschnitt 4.4).
In der REGENCY-Studie waren die häufigsten Anzeichen/Symptome einer IRR Kopfschmerzen,
Übelkeit und Erbrechen. In der NOBILITY-Studie waren die häufigsten Symptome einer IRR Pyrexieund Tachykardie.
Besondere PatientengruppenIn der zulassungsrelevanten Studie BO21004/CLL11 waren 46 % (156 von 336) der mit Gazyvaroplus Chlorambucil behandelten Patienten mit CLL 75 Jahre oder älter (das mediane Alter betrug74 Jahre). Bei diesen Patienten traten mehr schwerwiegende unerwünschte Ereignisse undunerwünschte Ereignisse, die zum Tode führten, auf, als bei den Patienten unter 75 Jahren.
Indolentes Non-Hodgkin-Lymphom einschließlich follikuläres Lymphom
In den zulassungsrelevanten Studien (BO21223/GALLIUM, GAO4753g/GADOLIN) für iNHL tratenbei Patienten, die 65 Jahre alt oder älter waren, mehr schwerwiegende unerwünschte Ereignisse undunerwünschte Ereignisse, die zum Studienabbruch oder Tod führten, auf, als bei Patienten < 65 Jahren.
NierenfunktionsstörungIn der zulassungsrelevanten Studie BO21004/CLL11 hatten 27 % (90 von 336) der mit Gazyvaro plus
Chlorambucil behandelten Patienten eine mittelschwere Nierenfunktionsstörung (CrCl < 50 ml/min).
Bei diesen Patienten traten mehr schwerwiegende unerwünschte Ereignisse und unerwünschte
Ereignisse, die zum Tod führten, auf, als bei den Patienten mit einer CrCl ≥ 50 ml/min (siehe
Abschnitte 4.2, pct. 4.4 und 5.2). Patienten mit einer CrCl < 30 ml/min wurden aus der Studieausgeschlossen (siehe Abschnitt 5.1).
Indolentes Non-Hodgkin-Lymphom einschließlich follikuläres Lymphom
In den zulassungsrelevanten Studien (BO21223/GALLIUM, GAO4753g/GADOLIN) für iNHL hatten5 % (35 von 698) bzw. 7 % (14 von 204) der mit Gazyvaro behandelten Patienten eine mittelschwere
Nierenfunktionsstörung (CrCl < 50 ml/min). Bei diesen Patienten traten mehr schwerwiegendeunerwünschte Ereignisse, unerwünschte Ereignisse von Grad 3 - 5 und unerwünschte Ereignisse, diezum Therapieabbruch führten (nur bei Patienten in Studie BO21223), auf, als bei den Patienten miteiner CrCl ≥ 50 ml/min (siehe Abschnitte 4.2 und 5.2). Patienten mit einer CrCl < 40 ml/min wurdenaus den Studien ausgeschlossen (siehe Abschnitt 5.1).
Lupusnephritis
Die populationspharmakokinetische Analyse von Gazyvaro zeigte, dass die Kreatinin-Clearancekeinen Einfluss auf die Pharmakokinetik von Obinutuzumab bei Patienten mit LN hat. Die
Pharmakokinetik von Obinutuzumab bei Patienten mit leichter (CrCl 60 - <90 ml/min, n = 45) odermittelschwerer (CrCl 30 - <60 ml/min, n = 17) Nierenfunktionsstörung war mit den Werten von
Patienten mit normaler Nierenfunktion vergleichbar. Die Sicherheit und Wirksamkeit von Gazyvarobei Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung wurden nicht formal untersucht.
Zusätzliche Sicherheitsinformationen aus klinischen Studienerfahrung
Verschlimmerung vorbestehender Herzerkrankungen
Bei Patienten mit CLL und NHL wurden Fälle von Arrhythmien (wie z. B. Vorhofflimmern und
Tachyarrhythmien), Angina pectoris, akutes Koronarsyndrom, Myokardinfarkt und Herzversagen beieiner Behandlung mit Gazyvaro berichtet (siehe Abschnitt 4.4). Diese Ereignisse können im Rahmeneiner IRR auftreten und tödlich verlaufen.
Auffällige LaborwerteBei Patienten mit CLL wurde eine vorübergehende Erhöhung der Leberenzyme(Aspartataminotransferase [AST], Alaninaminotransferase [ALT] und alkalische Phosphatase) kurznach der ersten Infusion mit Gazyvaro beobachtet.
Die Behandlung mit Obinutuzumab führte zu einer Verringerung der Gesamt-Immunglobuline ingepoolten LN-Daten aus placebokontrollierten Studien, die hauptsächlich auf eine Verringerung der
IgM-Werte zurückzuführen war.
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
Aus klinischen Studien am Menschen liegen keine Erfahrungen mit Überdosierungen vor. Inklinischen Studien mit Gazyvaro wurden Dosen von 50 mg bis einschließlich 2 000 mg pro Infusionverabreicht. Inzidenz und Schweregrad der in diesen Studien berichteten Nebenwirkungen scheinennicht dosisabhängig zu sein.
Bei einer Überdosierung sollte die Infusion sofort unterbrochen oder reduziert werden und der Patientengmaschig überwacht werden. Solange der Patient B-Zell depletiert ist, sollte in Erwägung gezogenwerden, das Blutbild sowie den Patienten auf ein erhöhtes Infektionsrisiko regelmäßig zu überwachen.
Pharmakotherapeutische Gruppe: Antineoplastische Mittel, monoklonale Antikörper und Antikörper-
Wirkstoff-Konjugate, ATC-Code: L01FA03
WirkmechanismusObinutuzumab ist ein rekombinanter monoklonaler humanisierter und durch Glycoengineeringmodifizierter Typ-II-anti-CD20-Antikörper vom IgG1-Isotyp. Er richtet sich gezielt gegen dieextrazelluläre Schleife des CD20-Transmembranantigens auf der Oberfläche nicht-maligner undmaligner prä-B- und reifer B-Lymphozyten, nicht aber gegen hämatopoetische Stammzellen, pro-B-
Zellen, normale Plasmazellen oder anderes normales Gewebe. Glycoengineering des Fc-Anteils von
Obinutuzumab führt im Vergleich zu nicht durch Glycoengineering modifizierten Antikörpern zueiner höheren Affinität für Fcγ-RIII-Rezeptoren auf den Immuneffektorzellen, wie z. B. dennatürlichen Killerzellen (NK-Zellen), Makrophagen und Monozyten.
In präklinischen Studien induziert Obinutuzumab den direkten Zelltod und vermittelt eineantikörperabhängige zelluläre Zytotoxizität (ADCC) und antikörperabhängige zelluläre Phagozytose(ADCP) über die Rekrutierung Fcγ-RIII-positiver Immuneffektorzellen. Außerdem vermittelt
Obinutuzumab in vivo eine geringgradige komplementabhängige Zytotoxizität (CDC). Verglichen mit
Typ-I-Antikörpern zeichnet sich Obinutuzumab, ein Typ-II-Antikörper, in einer äquivalenten
Dosierung durch eine verbesserte Induktion des direkten Zelltods mit gleichzeitiger Reduzierung der
CDC aus. Verglichen mit den nicht durch Glycoengineering modifizierten Antikörpern ist
Obinutuzumab in einer äquivalenten Dosierung als Folge des Glycoengineerings durch eineverbesserte ADCC und ADCP charakterisiert. In tierexperimentellen Modellen vermittelt
Obinutuzumab eine starke B-Zell-Depletion und Antitumorwirksamkeit.
In der zulassungsrelevanten klinischen Studie mit Patienten mit CLL (BO21004/CLL11) wurde bei91 % (40 von 44) der auswertbaren mit Gazyvaro behandelten Patienten am Ende der
Behandlungsphase eine B-Zell-Depletion (definiert als eine CD19+ B-Zellzahl < 0,07 x 109/l)beobachtet, die während der ersten 6 Monate Nachbeobachtungszeit stabil blieb. Die Erholung der B-
Zellen wurde in der 12- bis 18-monatigen Nachbeobachtungszeit bei 35 % (14 von 40) der Patientenohne progrediente Erkrankung und bei 13 % (5 von 40) mit progredienter Erkrankung beobachtet.
In der zulassungsrelevanten klinischen Studie mit Patienten mit iNHL (GAO4753/GADOLIN) wurdebei 97 % (171 von 176) der auswertbaren mit Gazyvaro behandelten Patienten am Ende der
Behandlungsphase eine B-Zell-Depletion beobachtet, die bei 97 % (61 von 63) länger als 6 Monatenach der letzten Dosis stabil blieb. Die Erholung der B-Zellen wurde in der 12- bis 18-monatigen
Nachbeobachtungszeit bei 11 % (5 von 46) der auswertbaren Patienten beobachtet.
In der zulassungsrelevanten klinischen Studie bei Patienten mit LN (CA41705/REGENCY) wurde bei99,2 % (127 von 128) der auswertbaren mit Gazyvaro behandelten Patienten in Woche 4 eine B-Zell-
Depletion (definiert als eine CD19+ B-Zellzahl < 10 Zellen/µl) und bei 95 % (117 von 123) in
Woche 76 eine B-Zell-Depletion beobachtet. Verringerungen der zirkulierenden Naïve B-, Memory B-und Plasmablast-/Plasmazellen wurden bis Woche 4 beobachtet, und diese Verringerungen blieben bis
Woche 76 nach Behandlungsbeginn bestehen.
Klinische Wirksamkeit und SicherheitEs wurde eine internationale, multizentrische, offene, randomisierte, zweistufige klinische Studie der
Phase III mit drei Behandlungsarmen (BO21004/CLL11) durchgeführt. Diese untersuchte die
Wirksamkeit und Sicherheit von Gazyvaro plus Chlorambucil (GClb) im Vergleich zu Rituximab plus
Chlorambucil (RClb) oder Chlorambucil-Monotherapie (Clb) bei Patienten mit nicht vorbehandelter
CLL und Begleiterkrankungen.
Vor der Aufnahme in die Studie musste bei den Patienten eine CD20+-CLL und eine
Begleiterkrankung nachweisbar sein, die durch einen oder beide der folgenden Parameter definiertwurde: ein Komorbiditätsscore (CIRS) > 6 oder eine eingeschränkte Nierenfunktion, gemessen als
CrCl < 70 ml/min. Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion (National Cancer Institute-Common
Toxicity Criteria [NCI-CTC] für unerwünschte Ereignisse Grad 3 in Leberfunktionstestungen [AST,
ALT > 5 x des oberen Normalwertes für > 2 Wochen; Bilirubin > 3 x des oberen Normalwertes]) und
Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion (CrCl < 30 ml/min) wurden ausgeschlossen. Patientenmit einer oder mehreren einzelnen Organ/System-Einschränkungen mit einem Wert von 4 gemäß der
CIRS-Definition, ausgenommen Einschränkungen bzgl. der Organsysteme Augen, Ohren, Nase, Halsund Kehlkopf, waren ausgeschlossen.
Insgesamt wurden 781 Patienten randomisiert im Verhältnis 2:2:1 einer Behandlung mit Gazyvaroplus Chlorambucil, Rituximab plus Chlorambucil oder einer Chlorambucil-Monotherapie zugewiesen.
In Stufe 1a wurde Gazyvaro plus Chlorambucil mit Chlorambucil-Monotherapie bei 356 Patientenverglichen und in Stufe 2 wurde Gazyvaro plus Chlorambucil mit Rituximab plus Chlorambucil bei663 Patienten verglichen.
Die meisten Patienten erhielten Gazyvaro intravenös als 1 000-mg-Initialdosis, die an Tag 1, Tag 8und Tag 15 des ersten Behandlungszyklus verabreicht wurde. Um die Rate der Reaktionen im
Zusammenhang mit einer Infusion bei den Patienten zu verringern, wurde eine Änderung zum
Prüfplan umgesetzt und 140 Patienten erhielten die erste Dosis von Gazyvaro über 2 Tage (Tag 1[100 mg] und Tag 2 [900 mg]) (siehe Abschnitte 4.2 und 4.4). In jedem folgenden Behandlungszyklus(Zyklen 2 bis 6) erhielten die Patienten Gazyvaro 1 000 mg nur an Tag 1. Chlorambucil wurde in allen
Behandlungszyklen (1 bis 6) an Tag 1 und Tag 15 in einer Dosis von 0,5 mg/kg Körpergewicht oralverabreicht.
Die demographischen Daten und Ausgangscharakteristika waren zwischen den Behandlungsarmen gutausgeglichen. Die meisten Patienten waren Kaukasier (95 %) und männlich (61 %). Das mediane Alterbetrug 73 Jahre, wobei 44 % 75 Jahre alt oder älter waren. Zu Beginn der Behandlung lag bei 22 % der
Patienten ein Binet-Stadium A, bei 42 % ein Binet-Stadium B und bei 36 % ein Binet-Stadium C vor.
Der mediane Komorbiditätswert betrug 8 und 76 % der in die Studie aufgenommenen Patienten hatteneinen Komorbiditätswert > 6. Die mediane geschätzte CrCl lag bei 62 ml/min und bei 66 % aller
Patienten lag eine CrCl von < 70 ml/min vor. 42 % der in die Studie aufgenommenen Patienten hattensowohl eine CrCl < 70 ml/min als auch einen Komorbiditätswert > 6. 34 % der in die Studieaufgenommenen Patienten wurden nur aufgrund ihres Komorbiditätswertes und 23 % nur aufgrundeiner beeinträchtigten Nierenfunktion aufgenommen.
Die am häufigsten gemeldeten Begleiterkrankungen (unter Anwendung eines Cut-offs von 30 % oderhöher) gemäß MedDRA-Systemorganklasse sind: Gefäßerkrankungen (73 %), Herzerkrankungen(46 %), Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts (38 %), Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen(40 %), Erkrankungen der Nieren und der Harnwege (38 %), Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und
Knochenerkrankungen (33 %).
Die Wirksamkeitsergebnisse für Patienten mit nicht vorbehandelter CLL sind in Tabelle 13zusammengefasst. Die Kaplan-Meier-Kurven für progressionsfreies Überleben (PFS, progression-freesurvival) und Gesamtüberleben (OS, overall survival) sind in den Abbildungen 1 - 4 dargestellt.
Tabelle 13: Zusammenfassung der Wirksamkeit aus der BO21004/CLL11-Studie
Stufe 1a Stufe 2
Gazyvaro + Rituximab + Gazyvaro +
Chlorambucil Chlorambucil Chlorambucil Chlorambuciln = 118 n = 238 n = 330 n = 33322,8 Monate mediane 18,7 Monate mediane
Beobachtungszeitg Beobachtungszeitg
Primärer Endpunkt
Prüfarzt-bewertetes PFS (PFS-INV)a
Anzahl (%) Patienten mit Ereignis 96 (81,4 %) 93 (39,1 %) 199 (60,3 %) 104 (31,2 %)
Mediane Zeit bis zum Ereignis (Monate) 11,1 26,7 15,2 26,7
Hazard Ratio (95-%-KI) 0,18 [0,13; 0,24] 0,39 [0,31; 0,49]p-Wert (Log-Rank-Test, stratifiziertb) < 0,0001 < 0,0001
Wichtige sekundäre Endpunkte
IRC-bewertetes PFS (PFS-IRC)a
Anzahl (%) Patienten mit Ereignis 90 (76,3 %) 89 (37,4 %) 183 (55,5 %) 103 (30,9 %)
Mediane Zeit bis zum Ereignis(Monate) 11,2 27,2 14,9 26,7
Hazard Ratio (95-%-KI) 0,19 [0,14; 0,27] 0,42 [0,33; 0,54]p-Wert (Log-Rank-Test, stratifiziertb) < 0,0001 < 0,0001
Ansprechrate am Ende der Behandlung
Anzahl der in die Auswertungaufgenommenen Patienten 118 238 329 333
Responder (%) 37 (31,4 %) 184 (77,3 %) 214 (65,0 %) 261 (78,4 %)
Non-Responder (%) 81 (68,6 %) 54 (22,7 %) 115 (35,0 %) 72 (21,6 %)
Differenz der Ansprechrate (95-%-KI) 45,95 [35,6; 56,3] 13,33 [6,4; 20,3]p-Wert (Chi-Quadrat-Test) < 0,0001 0,0001
Anzahl vollständiger Responderc (%) 0 (0,0 %) 53 (22,3 %) 23 (7,0 %) 69 (20,7 %)
Molekulare Remission am Ende der
Behandlungd
Anzahl der in die Auswertungaufgenommenen Patienten 90 168 244 239
MRD negative (%) 0 (0 %) 45 (26,8 %) 6 (2,5 %) 61 (25,5 %)
MRD positivf (%) 90 (100 %) 123 (73,2 %) 238 (97,5 %) 178 (74,5 %)
Differenz der MRD-Raten, (95-%-KI) 26,79 [19,5; 34,1] 23,06 [17,0; 29,1]
Ereignisfreies Überleben
Anzahl (%) Patienten mit Ereignis 103 (87,3 %) 104 (43,7 %) 208 (63,0 %) 118 (35,4 %)
Mediane Zeit bis zum Ereignis(Monate) 10,8 26,1 14,3 26,1
Hazard Ratio (95-%-KI) 0,19 [0,14; 0,25] 0,43 [0,34; 0,54]p-Wert (Log-Rank-Test, stratifiziertb) < 0,0001 < 0,0001
Zeit bis zur neuen antileukämischen
TherapieAnzahl (%) Patienten mit Ereignis 65 (55,1 %) 51 (21,4 %) 86 (26,1 %) 55 (16,5 %)
Mediane Zeit bis zum Ereignis(Monate) 14,8 NE 30,8 NE
Hazard Ratio (95-%-KI) 0,24 [0,16; 0,35] 0,59 [0,42; 0,82]p-Wert (Log-Rank-Test, stratifiziertb) < 0,0001 < 0,0018
Gesamtüberleben
Anzahl (%) Patienten mit Ereignis 57 (48,3 %) 93 (39,1 %) 147 (44,5 %) 121 (36,3 %)
Mediane Zeit bis zum Ereignis 73,1 NE(Monate) 66,7 NE
Hazard Ratio (95-%-KI) 0,68 [0,49; 0,94] 0,76 [0,60; 0,97]p-Wert (Log-Rank-Test, stratifiziertb) 0,0196 0,0245
IRC: Independent Review Committee (unabhängiges Prüfkomitee); PFS: (progression-free survival)progressionsfreies Überleben; HR: Hazard Ratio; KI: Konfidenzintervall, MRD: Minimal Residual Disease(minimale Resterkrankung), NE = nicht erreichta Definiert als die Zeit von der Randomisierung bis zum ersten Auftreten von Progression, Rezidiv oder Todjedweder Ursache, beurteilt durch den Prüfarztb Stratifiziert nach Binet-Stadium zu Beginn der Behandlungc Einschließlich 11 Patienten im GClb-Arm mit vollständigem Ansprechen und unvollständiger Erholung des
Knochenmarksd Blut und Knochenmark zusammengenommene MRD-Negativität ist definiert als ein Ergebnis unter 0,0001f Einschließlich MRD-positiver Patienten und Patienten mit Progression oder Tod vor Ende der Behandlungg Mediane Beobachtungszeit für Daten zum Gesamtüberleben (OS) entspricht 62,5 Monaten Beobachtungszeit inder Stufe 1a und 59,4 Monaten Beobachtungszeit in der Stufe 2
Ergebnisse der Subgruppenanalysen
Die Ergebnisse der Subgruppen-Analyse des progressionsfreien Überlebens (PFS), d. h. Geschlecht,
Alter, Binet-Stadien, CrCl, CIRS-Wert, Beta-2-Mikroglobulin, IGVH-Status, chromosomale
Abweichungen, Lymphozytenzahl bei Studienbeginn entsprachen den Ergebnissen, die in der Intent-to-treat-Gruppe insgesamt beobachtet wurden. Das Risiko für Krankheitsprogression oder Tod war im
GClb-Arm im Vergleich zum RClb-Arm und Clb-Arm in allen Subgruppen, außer in der Subgruppeder Patienten mit einer 17p-Deletion, verringert. In der kleinen Subgruppe der Patienten mit einer 17p-
Deletion wurde lediglich ein positiver Trend im Vergleich zum Clb-Arm (HR = 0,42; p = 0,0892)beobachtet; im Vergleich zum RClb-Arm wurde kein Nutzen beobachtet. In den Subgruppen lag die
Risikoverminderung für Krankheitsprogression oder Tod im Bereich von 92 % bis 58 % für GClbversus Clb und 72 % bis 29 % für GClb versus RClb.
Abbildung 1: Kaplan-Meier-Kurve des vom Prüfarzt beurteilten PFS, Stufe 1a bei Patienten mit
CLL (Studie BO21004/CLL11)
Abbildung 2: Kaplan-Meier-Kurve des OS, Stufe 1a bei Patienten mit CLL (Studie
BO21004/CLL11)
Abbildung 3: Kaplan-Meier-Kurve des vom Prüfarzt beurteilten PFS, Stufe 2 bei Patienten mit
CLL (Studie BO21004/CLL11)
Abbildung 4: Kaplan-Meier-Kurve des OS, Stufe 2 bei Patienten mit CLL (Studie
BO21004/CLL11)
LebensqualitätIn den QLQC30- und QLQ-CLL-16-Fragebögen, die während der Behandlungsphase ausgefüllt undausgewertet wurden, wurde in keiner der Subskalen ein bedeutsamer Unterschied beobachtet. Die
Daten für die Nachbeobachtungszeit sind, vor allem für den Chlorambucil-Monotherapiearm, nur inbegrenztem Ausmaß vorhanden. Es wurden jedoch bis heute keine nennenswerten Unterschiede bzgl.der Lebensqualität während der Nachbeobachtung festgestellt.
Beurteilungen der gesundheitsbezogenen Lebensqualität, speziell bezogen auf die Erschöpfung(Fatigue) während der Behandlungsphase, ergeben keinen statistisch signifikanten Unterschied. Daslässt vermuten, dass die zusätzliche Gabe von Gazyvaro zu einem Chlorambucil-Behandlungsregimedie Inzidenz der Müdigkeit bei Patienten nicht erhöht.
Follikuläres LymphomNicht vorbehandeltes follikuläres Lymphom (Studie BO21223/GALLIUM)
In einer offenen, multizentrischen, randomisierten, klinischen Studie der Phase III(BO21223/GALLIUM) wurden 1 202 Patienten mit nicht vorbehandeltem fortgeschrittenem FL
Grad 1 - 3a (Stadium II mit Bulky Disease oder Stadium III/IV) ausgewertet. Patienten mit FL
Grad 3b waren von der Studie ausgeschlossen. Die Patienten wurden im Verhältnis 1:1 randomisiertund erhielten entweder Gazyvaro (n = 601 Patienten) oder Rituximab (n = 601 Patienten) in
Kombination mit Chemotherapie (Bendamustin, CHOP oder CVP), gefolgt von einer
Erhaltungstherapie mit Gazyvaro oder Rituximab bei Patienten mit vollständigem oder partiellem
Ansprechen.
Gazyvaro wurde als intravenöse Infusion in einer Dosis von 1 000 mg an Tag 1, 8 und 15 in Zyklus 1sowie an Tag 1 der nachfolgenden Zyklen verabreicht. Insgesamt erhielten die Patienten sechs Zyklen
Gazyvaro (alle 28 Tage) in Kombination mit sechs Zyklen Bendamustin bzw. insgesamt acht Zyklen
Gazyvaro (alle 21 Tage) in Kombination mit sechs Zyklen CHOP oder acht Zyklen CVP. Gazyvarowurde vor der Chemotherapie verabreicht. Bendamustin wurde in allen Behandlungszyklen(Zyklus 1 - 6) an Tag 1 und 2 in einer Dosierung von 90 mg/m2/Tag in Kombination mit Gazyvarointravenös verabreicht. CHOP und CVP wurden in der Standarddosierung verabreicht. Nach den
Zyklen 6 - 8 in Kombination mit Chemotherapie erhielten die Patienten, die auf die Behandlungangesprochen hatten, alle 2 Monate eine Erhaltungstherapie mit Gazyvaro bis zur
Krankheitsprogression oder für bis zu 2 Jahre.
Die demographischen Daten und Ausgangscharakteristika der Patientenpopulation waren zwischenden Behandlungsarmen ausgeglichen; das mediane Alter betrug 59 Jahre, 81 % waren Kaukasier,53 % weiblich, 79 % hatten einen FLIPI-Score von ≥ 2 und 7 % eine Erkrankung in Stadium II (Bulky
Disease), 35 % in Stadium III und 57 % in Stadium IV, 44 % hatten eine große Tumormasse (> 7 cm),bei 34 % lag zu Beginn mindestens ein B-Symptom vor und 97 % hatten zu Beginn einen ECOG-
Performance-Status von 0 - 1. Als Chemotherapie erhielten 57 % der Patienten Bendamustin, 33 %
CHOP und 10 % CVP.
Die Wirksamkeitsergebnisse für die Patienten mit nicht vorbehandeltem FL sind in Tabelle 14zusammengefasst. Kaplan-Meier-Kurven für das progressionsfreie Überleben (PFS) sind in
Abbildung 5 dargestellt.
Tabelle 14: Zusammenfassung der Wirksamkeit bei Patienten mit nicht vorbehandeltem FL aus
Studie BO21223/GALLIUM
Rituximab + Chemotherapie Gazyvaro + Chemotherapiegefolgt von Rituximab gefolgt von Gazyvaro
Erhaltungstherapie Erhaltungstherapien = 601 n = 601
Primärer Endpunkt
Prüfarzt-bewertetes PFS§ (PFS-INV)
PrimäranalyseAnzahl (%) Patienten mit Ereignis 144 (24,0 %) 101 (16,8 %)
HR [95-%-KI] 0,66 [0,51; 0,85]p-Wert (Log-Rank-Test, stratifiziert*) 0,00123-Jahres-PFS-Schätzwert [%] 73,3 80,0[95-%-KI] [68,8; 77,2] [75,9; 83,6]
PFS-INV Endauswertung§§
Anzahl (%) Patienten mit Ereignis 244 (40,6 %) 206 (34,3 %)
HR [95-%-KI] 0,77 [0,64; 0,93]p-Wert (Log-Rank-Test, stratifiziert*) 0,00553-Jahres-PFS-Schätzwert [%] 75,5 82,4[95-%-KI] [71,8; 78,9] [79,0; 85,3]7-Jahres-PFS-Schätzwert [%] 55,7 63,4[95-%-KI] [51,3; 59,9] [59,0; 67,4]
Wichtige Endpunkte
IRC-bewertetes PFS (PFS-IRC)
PrimäranalyseAnzahl (%) Patienten mit Ereignis 125 (20,8 %) 93 (15,5 %)
HR [95-%-KI] 0,71 [0,54; 0,93]p-Wert (Log-Rank-Test, stratifiziert*) 0,0138
Zeit bis zur nächsten Anti-Lymphom-
Therapie#
PrimäranalyseAnzahl (%) Patienten mit Ereignis 111 (18,5 %) 80 (13,3 %)
HR [95-%-KI] 0,68 [0,51; 0,91]p-Wert (Log-Rank-Test, stratifiziert*) 0,0094
Rituximab + Chemotherapie Gazyvaro + Chemotherapiegefolgt von Rituximab gefolgt von Gazyvaro
Erhaltungstherapie Erhaltungstherapien = 601 n = 601
Gesamtüberleben# Primäranalyse
Anzahl (%) Patienten mit Ereignis 46 (7,7 %) 35 (5,8 %)
HR [95-%-KI] 0,75 [0,49; 1,17] ¶p-Wert (Log-Rank-Test, stratifiziert*) 0,21¶
Gesamtüberleben Endauswertung§§
Anzahl (%) Patienten mit Ereignis 86 (14,3 %) 76 (12,6 %)
HR [95-%-KI] 0,86 [0,63; 1,18]p-Wert (Log-Rank-Test, stratifiziert*) 0,36
Gesamtansprechrate** am Ende der
Induktion‡ (INV-bewertet, CT) #
PrimäranalyseResponder (%) (CR, PR) 522 (86,9 %) 532 (88,5 %)
Differenz der Ansprechrate (%)[95-%-KI] 1,7 % [-2,1 %; 5,5 %]p-Wert (Cochran-Mantel-Haenszel-
Test) 0,33
Vollständiges Ansprechen (CR) 143 (23,8 %) 117 (19,5 %)
Partielles Ansprechen (PR) 379 (63,1 %) 415 (69,1 %)
IRC: Unabhängiges Prüfkomitee; PFS: progressionsfreies Überleben; HR: Hazard Ratio; KI: Konfidenzintervall
* Stratifizierungsfaktoren waren Chemotherapieregime, FLIPI-Risikogruppe für follikuläres Lymphom,geographische Region§ Signifikanzniveau bei dieser Zwischenanalyse/Primäranalyse zur Wirksamkeit: 0,012, Datenschnitt31. Januar 2016, mediane Beobachtungszeit 34/35 Monate§§ Endauswertung, Datenschnitt 30. Juli 2021, mediane Beobachtungszeit 94 Monate¶ Datenlage noch nicht aussagekräftig. Median zum Zeitpunkt der Analyse nicht erreicht# nicht adjustiert für multiples Testen.
** Bestimmt nach den modifizierten Cheson-Kriterien von 2007‡ Ende der Induktion = Ende der Induktionsphase, schließt die Mono-Erhaltungstherapie nicht mit ein
Abbildung 5: Kaplan-Meier-Kurve des INV-bewerteten progressionsfreien Überlebens bei
Patienten mit nicht vorbehandeltem FL (Studie BO21223/GALLIUM),
Endauswertung*
Ergebnisse der Subgruppen-Analysen
Die Ergebnisse der Subgruppen-Analysen (nicht adjustiert für multiples Testen) stimmten im
Allgemeinen mit den Ergebnissen überein, die in der FL-Population beobachtet wurden, und stützendie Robustheit des Gesamtergebnisses (Primäranalyse, Stichtag 31. Januar 2016). Die ausgewerteten
Subgruppen umfassten IPI, FLIPI, Bulky Disease, B-Symptome bei Studienbeginn, Ann-Arbor-
Stadium und ECOG-Performance-Status bei Studienbeginn. Bei Patienten mit FLIPI-Score 0 - 1(niedriges Risiko) konnte kein Unterschied zwischen Gazyvaro plus Chemotherapie und Rituximabplus Chemotherapie festgestellt werden (Prüfarzt-bewertetes PFS HR 1,17 (95-%-KI 0,63; 2,19;40 PFS-Ereignisse). Diese Subgruppe machte 21 % (253/1 202) der FL ITT-Population aus und wies16,3 % der PFS-Ereignisse (40/245) auf. Zudem stimmten exploratorische Subgruppen-Analysen des
PFS bei den verschiedenen Chemotherapieregimen (Bendamustin, CHOP und CVP) mit den
Ergebnissen überein, die in der mit Gazyvaro plus Chemotherapie behandelten Population festgestelltwurden. Für die nach Chemotherapie-Subgruppe aufgeschlüsselten HR ergaben sich folgende Werte;
CHOP (n = 398): HR 0,77 (95-%-KI: 0,50; 1,20), CVP (n = 118): HR 0,63 (95-%-KI: 0,32; 1,21) und
Bendamustin (n = 686): HR 0,61 (95-%-KI: 0,43; 0,86).
Ergebnisse aus Patientenbefragungen
Basierend auf dem FACT-Lym-Fragebogen, der während der Behandlung und den
Nachbeobachtungsphasen erhoben wurde, zeigten sich bei den Patienten in beiden Behandlungsarmenklinisch bedeutsame Verbesserungen lymphombedingter Symptome, definiert als Verbesserung in der
Lymphom-Subskala um ≥ 3 Punkte gegenüber dem Ausgangswert, als Anstieg des FACT-Lym-TOIum ≥ 6 Punkte gegenüber dem Ausgangswert und als Anstieg des FACT-Lym-Gesamtscores um≥ 7 Punkte gegenüber dem Ausgangswert. Die EQ-5D-Utility-Scores waren zu Studienbeginn,während der Behandlung und in der Nachbeobachtungszeit vergleichbar. Die Messinstrumente für
HRQOL und Gesundheitszustand zeigten somit keine bedeutsamen Unterschiede zwischen den
Behandlungsarmen.
Aufgrund des offenen Studiendesigns sind die Ergebnisse aus Patientenbefragungen mit Vorsicht zuinterpretieren.
Patienten mit follikulärem Lymphom, die auf eine Behandlung mit Rituximab oder einem Rituximab-haltigen Regime nicht angesprochen haben oder während bzw. bis zu 6 Monate nach der Behandlungprogredient wurden (Studie GAO4753g/GADOLIN)
In einer offenen, multizentrischen, randomisierten, klinischen Studie der Phase III(GAO4753g/GADOLIN) wurden 396 Patienten mit iNHL, die auf eine Behandlung mit Rituximaboder einem Rituximab-haltigen Regime nicht angesprochen haben oder innerhalb von 6 Monaten nachder letzten Dosis von Rituximab progredient wurden (einschließlich Rituximab Monotherapie als Teilder Induktions- oder Erhaltungstherapie), ausgewertet. Die Patienten wurden randomisiert und im
Verhältnis 1:1 einer Behandlung mit entweder Bendamustin (B) allein (n = 202) oder Gazyvaro in
Kombination mit Bendamustin (G + B) (n = 194) über 6 Zyklen mit einer Dauer von jeweils 28 Tagenzugeteilt. Patienten im Arm mit G + B, bei denen es am Ende der Induktionstherapie zu keiner
Krankheitsprogression gekommen war (d. h. Patienten mit vollständigem Ansprechen [CR], partiellem
Ansprechen [PR] oder stabiler Erkrankung [SD]), erhielten weiterhin eine Erhaltungstherapie mit
Gazyvaro einmal alle 2 Monate über einen Zeitraum von 2 Jahren oder bis zu einer
Krankheitsprogression (je nachdem, was zuerst eintrat). Die Patienten wurden nach Region, iNHL-
Subtyp (follikulär versus nicht-follikulär), Art der Refraktärität gegenüber Rituximab (refraktär nachvorangegangener Monotherapie mit Rituximab oder nach Rituximab in Kombination mit
Chemotherapie) und der Anzahl vorangegangener Therapien (≤ 2 versus > 2) stratifiziert.
Die demographischen Daten und Ausgangscharakteristika waren zwischen den Behandlungsarmenausgeglichen (medianes Alter 63 Jahre, die Mehrheit waren Kaukasier [88 %] und männlich [58 %]).
Die Mehrheit der Patienten hatte ein follikuläres Lymphom (81 %). Die mediane Zeit ab der initialen
Diagnose betrug 3 Jahre und die mediane Anzahl vorangegangener Therapien betrug 2 (Bereich 1 bis10); 44 % der Patienten hatten eine vorherige Therapie und 34 % zwei vorherige Therapien erhalten.
Gazyvaro wurde als intravenöse Infusion mit einer Dosis von 1 000 mg an Tag 1, 8 und 15 in Zyklus 1verabreicht, an Tag 1 der Zyklen 2 - 6 sowie bei Patienten, die keine Krankheitsprogression hatten,einmal alle 2 Monate über einen Zeitraum von 2 Jahren oder bis zu einer Krankheitsprogression (jenachdem, was zuerst eintrat). Bendamustin wurde in allen Behandlungszyklen (Zyklen 1 - 6) an Tag 1und 2 intravenös verabreicht in einer Dosierung von 90 mg/m2/Tag, wenn es in Kombination mit
Gazyvaro verabreicht wurde bzw. in einer Dosierung von 120 mg/m2/Tag, wenn es allein verabreichtwurde. Patienten, die mit G + B behandelt wurden, erhielten 79,4 % alle sechs Behandlungszyklenverglichen mit 66,7 % der Patienten im Bendamustin-Arm.
Die Primäranalyse, basierend auf der Bewertung des unabhängigen Prüfkomitees (IRC), zeigte bei
Patienten mit iNHL, die G + B gefolgt von Gazyvaro als Erhaltungstherapie erhielten, eine statistischsignifikante Verringerung des Risikos um 45 % für Krankheitsprogression oder Tod, verglichen mit
Patienten, die nur Bendamustin erhielten. Die Reduktion des Risikos für Krankheitsprogression oder
Tod, die in der iNHL-Population gesehen wurde, ist im Wesentlichen auf die Subpopulation der
Patienten mit FL zurückzuführen.
Die Mehrheit der Patienten in Studie GAO4753g hatte ein FL (81,1 %). Wirksamkeitsergebnisse der
Primäranalyse in der Population mit FL sind in Tabelle 15 und in den Abbildungen 6 und 8 dargestellt.11,6 % der Patienten hatten ein Marginalzonen-Lymphom (MZL) und 7,1 % ein kleinzelligeslymphatisches Lymphom (SLL). In der Population ohne FL betrug die HR für IRC-bewertete
PFS 0,94 (95-%-KI: 0,49; 1,90). Es konnten keine endgültigen Schlussfolgerungen bezüglich der
Wirksamkeit in den MZL- und SLL-Subpopulationen gezogen werden.
Zum Zeitpunkt der Endauswertung betrug die mediane Beobachtungszeit der FL-Patienten im
Behandlungsarm B 45,9 Monate (Bereich: 0 - 100,9 Monate) und diejenige der Patienten im G + B-
Arm 57,3 Monate (Bereich: 0,4 - 97,6 Monate). Dies entspricht einer zusätzlichen medianen
Nachbeobachtung von 25,6 Monaten (Arm B) bzw. 35,2 Monaten (Arm G + B) seit der
Primäranalyse. In der Endauswertung wurden nur Prüfarzt-bewertete Endpunkte erfasst, da die IRC-
Bewertungen nicht fortgeführt wurden. Die Prüfarzt-bewerteten Wirksamkeitsergebnisse stimmteninsgesamt mit den Befunden der Primäranalyse überein. Das Gesamtüberleben (OS) war bei Patientenmit FL bei längerer Nachbeobachtung stabil (siehe Abbildung 7); das HR für das Risiko zu versterbenbetrug 0,71 (95-%-KI: 0,51; 0,98).
Tabelle 15: Zusammenfassung der primären Wirksamkeitsanalyse bei Patienten mit FL# ausder Studie GAO4753g/GADOLIN
Gazyvaro + Bendamustingefolgt von Gazyvaro
Bendamustin Erhaltungstherapien = 166 n = 155
Mediane Mediane
Beobachtungszeit: Beobachtungszeit:
20 Monate 22 Monate
Primärer Endpunkt in der Population mit FL
IRC-bewertetes PFS (PFS-IRC)
Anzahl (%) Patienten mit Ereignis 90 (54,2 %) 54 (34,8 %)
Mediane Zeit bis zum Ereignis (Monate, 95-%-KI) 13,8 (11,4; 16,2) NE (22,5,-)
HR (95-%-KI) 0,48 (0,34; 0,68)p-Wert (Log-Rank-Test, stratifiziert*) < 0,0001
Gazyvaro + Bendamustingefolgt von Gazyvaro
Bendamustin Erhaltungstherapien = 166 n = 155
Mediane Mediane
Beobachtungszeit: Beobachtungszeit:
20 Monate 22 Monate
Sekundäre Endpunkte
Prüfarzt-bewertetes PFS (PFS-INV)
Anzahl (%) Patienten mit Ereignis 102 (61,4 %) 62 (40,0 %)
Mediane Zeit bis zum Ereignis (Monate, 95-%-KI) 13,7 (11,0; 15,5) 29,2 (17,5,-)
HR (95-%-KI) 0,48 (0,35; 0,67)p-Wert (Log-Rank-Test, stratifiziert*) < 0,0001
Bestes Gesamtansprechen (BOR) (IRC-bewertet)§
Anzahl der in die Auswertung aufgenommenen
Patienten 161 153
Responder (%) (CR/PR) 124 (77,0 %) 122 (79,7 %)
Differenz der Ansprechrate (95-%-KI) 2,72 (-6,74; 12,18)p-Wert (Cochran-Mantel-Haenszel-Test) 0,6142
Vollständige Responder (%) 31 (19,3 %) 24 (15,7 %)
Partielle Responder (%) 93 (57,8 %) 98 (64,1 %)
Stabile Erkrankung (%) 18 (11,2 %) 13 (8,5 %)
Dauer des Ansprechens (DOR) (IRC-bewertet)
Anzahl der in die Auswertung aufgenommenen
Patienten 127 122
Anzahl (%) Patienten mit Ereignis 74 (58,3 %) 36 (29,5 %)
Mediane Dauer (Monate) der DOR (95-%-KI) 11,9 (8,8; 13,6) NE (25,4,-)
HR (95-%-KI) 0,36 (0,24; 0,54)
Gesamtüberleben (noch nicht aussagekräftig)
Anzahl (%) Patienten mit Ereignis 36 (21,7 %) 25 (16,1 %)
Mediane Zeit bis zum Ereignis (Monate) NE NE
HR (95-%-KI) 0,71 (0,43; 1,19)p-Wert (Log-Rank-Test, stratifiziert*) 0,1976
IRC: Independent Review Committee (Unabhängiges Prüfkomitee); PFS: progressionsfreies Überleben; HR:
Hazard Ratio; KI: Konfidenzintervall, NE: nicht erreicht# Patienten mit FL, die auf eine Behandlung mit Rituximab oder einem Rituximab-haltigen Regime nichtangesprochen haben oder während bzw. bis zu 6 Monate nach der Behandlung progredient wurden
* Stratifizierungsfaktoren für die Analyse waren Art der Refraktärität (Rituximab Monotherapie vs. Rituximab +
Chemotherapie) und vorangegangene Therapien (≤ 2 vs. > 2). Follikulär versus nicht-follikulär war ebenfalls ein
Stratifizierungsfaktor für die Studie, jedoch nicht anwendbar in der Subgruppen-Analyse von Patienten mit FL§ Bestes Ansprechen innerhalb von 12 Monaten nach Behandlungsbeginn
Abbildung 6: Kaplan-Meier-Kurve des IRC-bewerteten PFS bei Patienten mit FL # (Studie
GAO4753g/GADOLIN)# Patienten mit FL, die auf eine Behandlung mit Rituximab oder einem Rituximab-haltigen Regime nichtangesprochen haben oder während bzw. bis zu 6 Monate nach der Behandlung progredient wurden
Abbildung 7: Kaplan-Meier-Kurve des Gesamtüberlebens bei Patienten mit FL zum Zeitpunktder Endauswertung (Studie GAO4753g/GADOLIN)
Ergebnisse der Subgruppen-Analysen
Die Ergebnisse der Subgruppen-Analysen waren allgemein in Übereinstimmung mit den Ergebnissen,die in der FL-Population beobachtet wurden, und unterstützen die Robustheit des Gesamtergebnisses.
Abbildung 8: IRC-bewertetes PFS nach Patienten-Subgruppe bei FL *#(Studie GAO4753g/GADOLIN)
* Präspezifizierte Analysen, die mit der Intent-to-treat(ITT)-Population durchgeführt wurden, wurden bei der
FL-Population wiederholt; eine Analyse des doppelt refraktären Status (d. h. ohne Ansprechen oder
Krankheitsprogression während oder innerhalb von 6 Monaten nach der letzten Dosis eines Alkylanzien-basierten Regimes) war exploratorisch.# Patienten mit FL, die auf eine Behandlung mit Rituximab oder einem Rituximab-haltigen Regime nichtangesprochen haben oder während bzw. bis zu 6 Monate nach der Behandlung progredient wurden
Studie zu Kurzinfusionen MO40597 (GAZELLE)
Die Sicherheit von Kurzinfusionen (ca. 90 Minuten) von Obinutuzumab in Kombination mit einer
CHOP-, CVP- oder Bendamustin-Chemotherapie wurde in einer multizentrischen, offenen,einarmigen Studie bei 113 Patienten mit zuvor unbehandeltem, fortgeschrittenem follikulärem
Lymphom untersucht (Studie MO40597/GAZELLE).
Die Patienten erhielten den ersten Zyklus Obinutuzumab mit der Standard-Infusionsrate an Tag 1, 8und 15 von Zyklus 1. Patienten, bei denen während des ersten Zyklus keine IRRs von Grad ≥ 3auftraten, erhielten ab Zyklus 2 Kurzinfusionen.
Der primäre Endpunkt der Studie war der Anteil der Patienten, bei denen eine IRR von Grad ≥ 3 in
Verbindung mit einer Kurzinfusion während Zyklus 2 auftrat, unter den Patienten, die zuvor während
Zyklus 1 drei Verabreichungen von Obinutuzumab mit der Standardinfusionsrate erhalten hatten, ohnedass IRRs von Grad ≥ 3 aufgetreten war.
Bei den Patienten, die während Zyklus 2 Kurzinfusionen erhielten, wurden keine IRR von Grad ≥ 3beobachtet. Nach Zyklus 2 trat nur bei einem Patienten eine IRR von Grad 3 auf (Hypertonie in
Zyklus 5). Siehe Abschnitt 4.8 Nebenwirkungen.
Ergebnisse aus Patientenbefragungen
Aufgrund des offenen Studiendesigns sind die Ergebnisse aus Patientenbefragungen mit Vorsicht zuinterpretieren. Basierend auf dem FACT-Lym Fragebogen und dem EQ-5D-Index, die während der
Behandlung und den Nachbeobachtungsphasen ausgefüllt wurden, blieb die gesundheitsbezogene
Lebensqualität in der zulassungsrelevanten Studie allgemein unverändert, ohne bedeutsame
Unterschiede zwischen den Behandlungsarmen. Bei Patienten mit FL wurde durch Zugabe von
Gazyvaro zu Bendamustin die Zeit bis zur Verschlechterung der gesundheitsbezogenen Lebensqualitätjedoch um 2,2 Monate verzögert, wie anhand des FACT-Lym TOI Scores gemessen wurde (median5,6 versus 7,8 Monate bei B bzw. G + B; HR = 0,83; 95-%-KI: 0,60; 1,13).
Lupusnephritis
Eine randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte, multizentrische Parallelgruppenstudie der
Phase III (CA41705/REGENCY) wurde bei Patienten mit Lupusnephritis der Klasse III oder IV nach
ISN/RPS 2003 mit oder ohne begleitende Klasse V durchgeführt, die mit einer Standardtherapiebestehend aus Mycophenolatmofetil (MMF) und Corticosteroiden behandelt wurden.
Die Patienten hatten eine aktive oder aktive/chronische proliferative LN der Klasse III oder IV nach
ISN/RPS 2003 mit oder ohne begleitende Klasse V, die mittels Nierenbiopsie bestimmt wurde,aktuelle oder frühere positive antinukleäre Antikörper (ANA), ein Protein-Kreatinin-Verhältnis im
Urin (UPCR, urine protein-to-creatinine ratio) von ≥ 1 g/g und hatten während der 6 Monate vor dem
Screening oder während des Screenings mindestens eine Dosis Methylprednisolon i.v. als Puls-
Therapie (≥ 250 mg) oder eine gleichwertige Behandlung der LN erhalten.
Patienten mit einer geschätzten glomerulären Filtrationsrate (eGFR, estimated glomerular filtrationrate) < 30 ml/min/1,73 m2, dialysepflichtige oder transplantationspflichtige Patienten, Patienten mit
Sklerose in > 50 % der Glomeruli mittels Nierenbiopsie, mit rasch fortschreitender
Glomerulonephritis, Anzeichen einer aktiven Infektion, Erhalt einer Anti-CD20-Therapie < 9 Monatevor oder während des Screenings oder Behandlung mit Cyclophosphamid, Tacrolimus, Ciclosporinoder Voclosporin innerhalb von 2 Monaten vor oder während des Screenings waren ausgeschlossen.
Insgesamt wurden 271 Patienten im Verhältnis 1:1 randomisiert, um entweder Gazyvaro 1 000 mgoder Placebo intravenös, kombiniert mit MMF 2 - 2,5 g/Tag und einer ausschleichenden
Corticosteroidtherapie, zu erhalten, und über 76 Wochen ausgewertet. Patienten, die in den
Behandlungsarm mit Gazyvaro randomisiert wurden, wurden nochmals im Verhältnis 1:1 randomisiertund erhielten entweder Gazyvaro 1 000 mg i.v. an Tag 1, in Woche 2, 24, 26, 50 und 52 (Arm 1) oder
Gazyvaro 1 000 mg i.v. an Tag 1, in Woche 2, 24, 26 und 52 (Arm 2). Die Gesamtheit der
Wirksamkeitsdaten zu Gazyvaro aus beiden Behandlungsarmen ist in Tabelle 16 dargestellt.
Alle Patienten erhielten Prednison 0,5 mg/kg/Tag oral (maximal 60 mg/Tag) und blieben bei dieser
Dosis bis Woche 2. Ab Tag 15 wurde Prednison ausgeschlichen, um bis Woche 24 eine Zieldosis von5 mg/Tag zu erreichen. Prednison wurde in einer niedrigen Dosis (5 mg/Tag) von Woche 24 bis
Woche 80 aufrechterhalten.
Das mediane Alter der Patienten betrug 31 Jahre, 84,5 % waren weiblich, 57,6 % warenhispanoamerikanischer oder lateinamerikanischer Abstammung, 47,6 % waren Weiße, 14,8 % waren
Farbige oder Afroamerikaner. Die Verteilung nach Nierenbiopsieklasse betrug 39,5 % mit Klasse III,60,5 % mit Klasse IV und 31,4 % mit begleitender Klasse V. Die mittlere (SD) eGFR zu
Studienbeginn betrug 102,3 (± 30,8) ml/min/1,73 m2. Der mittlere UPCR-Wert (SD) zu Studienbeginnbetrug 3,34 (± 2,87) mg/mg, wobei 42,2 % der Patienten zu Studienbeginn einen UPCR-Wert≥ 3 mg/mg aufwiesen. Zu Beginn der Studie wiesen 17 % der Patienten eine leichte (eGFR 60-<90 ml/min/1,73 m²) und 11,4 % eine mittelschwere (eGFR 30 - <60 ml/min/1,73 m²)
Nierenfunktionsstörung auf.
Der primäre Endpunkt war der Anteil der Patienten, die in Woche 76 ein vollständiges renales
Ansprechen (CRR, complete renal response) erreichten, definiert als Erfüllung aller folgenden
Kriterien: UPCR < 0,5 g/g; geschätzte glomeruläre Filtrationsrate (eGFR) ≥ 85 % des Ausgangswerts,berechnet anhand der Gleichung der Chronic Kidney Disease Epidemiology Collaboration (CKD-EPI)aus dem Jahr 2009; ohne Auftreten der folgenden interkurrenten Ereignisse: Rescue-Therapie,
Therapieversagen, Tod oder vorzeitiges Ausscheiden aus der Studie.
Zu den wichtigsten sekundären Endpunkten gehörten: Anteil der Patienten, die bis Woche 76 ein CRRmit erfolgreichem Prednison-Ausschleichen erreichten, Anteil der Patienten, die bis Woche 76 einproteinurisches Ansprechen erreichten, und Anteil der Patienten, bei denen bis Woche 76 Tod oderrenale Ereignisse auftraten.
ErgebnisseDer Anteil der Patienten mit Lupusnephritis, die in Woche 76 ein CRR erreichten, war signifikantgrößer (46,4 %) bei Patienten, die mit Gazyvaro in Kombination mit einer Standardtherapie behandeltwurden, im Vergleich zu Patienten, die Placebo plus Standardtherapie erhielten (33,1 %). Die
Ergebnisse zur Wirksamkeit sind in Tabelle 16 zusammengefasst.
Tabelle 16: Ergebnisse zur Wirksamkeit bei Erwachsenen mit Lupusnephritis(REGENCY/CA41705)
Placebo + Gazyvaro +
Standardtherapie^ Standardtherapie ^(n = 136) (n = 135)
Primärer Endpunkt
CRR in Woche 76 (%) 33,1 46,4
Behandlungsunterschied (95-%-KI) 13,40 (1,95; 24,84)p-Wert 0,0232
Komponenten des CRR:
UPCR < 0,5 49 (36,0 %) 64 (47,4 %)eGFR ≥ 85 % des Ausgangswertes 103 (75,7 %) 113 (83,7 %)
Kein Auftreten interkurrenter Ereignisse 102 (75,0 %) 120 (88,9 %)
Wichtige sekundäre Endpunkte
CRR mit erfolgreichem Prednison-Tapering in 30,9 42,7
Woche 76 (%)*
Behandlungsunterschied (95-%-KI) 11,88 (0,57; 23,18)p-Wert 0,0421
Proteinurisches Ansprechen in Woche 76 (%)# 41,9 55,5
Behandlungsunterschied (95-%-KI) 13,68 (2,01; 25,36)p-Wert 0,0227
CRR: vollständiges renales Ansprechen; KI: Konfidenzintervall; UPCR: Protein-Kreatinin-Verhältnis im Urin;eGFR: geschätzte glomeruläre Filtrationsrate^Mycophenolatmofetil (MMF) und Corticosteroide
*CRR in Woche 76 ohne ein Prednison-Tapering von > 7,5 mg/Tag oder einem Äquivalent von Woche 64 bis
Woche 76#UPCR < 0,8 g/g in Woche 76 und kein Auftreten der folgenden interkurrenten Ereignisse: Rescue-Therapie,
Therapieversagen, Tod oder vorzeitiges Ausscheiden aus der Studie
ImmunogenitätDie Ergebnisse von Immunogenitätstests können durch verschiedene Faktoren stark beeinflusstwerden, einschließlich der Empfindlichkeit und Spezifizität der Tests, der Untersuchungsmethode, der
Robustheit des Tests in Bezug auf Mengen von Gazyvaro/Antikörper im Körperkreislauf, der
Handhabung der Proben, des Zeitpunkts der Probenahme, der Begleitmedikationen und
Grunderkrankungen. Aus diesen Gründen kann der Vergleich der Inzidenz von Antikörpern gegen
Gazyvaro mit der Inzidenz von Antikörpern gegen andere Präparate irreführend sein.
Die Patienten in der zulassungsrelevanten Studie BO21004/CLL11 bei CLL wurden zu mehreren
Zeitpunkten auf antitherapeutische Antikörper (ATA) gegen Gazyvaro getestet. Unter den mit
Gazyvaro behandelten Patienten fiel der Test auf ATA nach 12 Monaten Nachbeobachtung bei 8 von140 Patienten in der randomisierten Phase und bei 2 von 6 in der Anlaufphase positiv aus. Bei keinemdieser Patienten traten anaphylaktische oder Überempfindlichkeitsreaktionen auf, die als ATA-bedingtbetrachtet wurden. Auch das klinische Ansprechen blieb unbeeinflusst.
In der Studie GAO4753g/GADOLIN wurden bei Patienten mit iNHL keine HAHA (humane Anti-
Human-Antikörper) nach Studienbeginn beobachtet. In der Studie BO21223/GALLIUM entwickelte 1von 565 Patienten (0,2 % der Patienten, bei denen eine Erhebung der HAHA nach Studienbeginnerfolgte) nach Beendigung der Induktionstherapie HAHA. Obwohl die klinische Bedeutung von
HAHA unbekannt ist, kann eine mögliche Korrelation zwischen HAHA und klinischem Verlauf nichtausgeschlossen werden.
Bei den mit Gazyvaro behandelten Patienten in den LN-Studien wiesen insgesamt 12 von 200 (6 %)zu irgendeinem Zeitpunkt während der Studien mindestens eine ADA-positive Probe auf. Sechs
Patienten (3 %) wiesen zu Studienbeginn ADA-positive Proben auf. Zwei der 6 Patienten, die zu
Studienbeginn ADA-positiv waren, blieben während der gesamten Studien ADA-positiv, einer hatteeine einzige ADA-positive Probe nach Studienbeginn und bei den übrigen 3 Patienten waren alle
Proben nach Studienbeginn ADA-negativ. Sechs Patienten (3 %), bei denen die Probe zu
Studienbeginn ADA-negativ war, hatten nach Studienbeginn einen positiven ADA-Titer(behandlungsinduzierte ADA).
Bei keinem der 12 Patienten mit positiven ADA-Titern zu irgendeinem Zeitpunkt während der
Behandlungsphase trat während der Studie eine IRR oder anaphylaktische Reaktion oder
Überempfindlichkeitsreaktion auf.
Kinder und JugendlicheDie Europäische Arzneimittel-Agentur hat für Gazyvaro eine Freistellung von der Verpflichtung zur
Vorlage von Ergebnissen zu Studien in allen pädiatrischen Altersklassen mit CLL und FL gewährt(siehe Abschnitt 4.2 bzgl. Informationen zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen).
Die Europäische Arzneimittel-Agentur hat für Gazyvaro eine Zurückstellung von der Verpflichtungzur Vorlage von Ergebnissen zu Studien in einer oder mehreren pädiatrischen Altersklassen insystemischem Lupus erythematodes einschließlich LN gewährt (siehe Abschnitt 4.2 bzgl.
Informationen zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen).
Ein populationspharmakokinetisches (PK) Modell wurde für die Auswertung der PK-Daten bei469 Patienten mit iNHL, 342 Patienten mit CLL und 130 Patienten mit diffusem großzelligem B-Zell-
Lymphom (DLBCL) aus den Studien der Phasen I, II und III, die Obinutuzumab allein oder in
Kombination mit Chemotherapie erhielten, entwickelt.
Ein Populations-PK-Modell wurde entwickelt, um die PK-Daten von 196 LN-Patienten aus Phase-II-und Phase-III-Studien zu analysieren, die Obinutuzumab erhielten.
ResorptionObinutuzumab wird intravenös verabreicht, daher kann die Resorption nicht untersucht werden. Eswurden keine Studien mit anderen Arten der Anwendung durchgeführt. Impopulationspharmakokinetischen Modell betrug nach Tag 1 von Zyklus 6 der geschätzte mediane
Cmax-Wert nach intravenöser Verabreichung bei CLL-Patienten 465,7 μg/ml und der AUC(τ)-Wertbetrug 8 961 μg*d/ml. Bei Patienten mit iNHL betrug der geschätzte mediane Cmax-Wert 539,3 µg/mlund der AUC(τ)-Wert betrug 10 956 µg*d/ml. Basierend auf dem Populations-PK-Modell betrug bei
LN-Patienten die geschätzte mediane Cmax im Steady-State 468 µg/ml, und die AUC im Steady-Statebetrug 8 740 µg*d/ml.
VerteilungNach intravenöser Verabreichung entsprach das Verteilungsvolumen im zentralen Kompartiment(2,98 l bei Patienten mit CLL, 2,97 l bei Patienten mit iNHL und 2,22 l bei Patienten mit LN) etwadem Serumvolumen, was darauf schließen lässt, dass die Verteilung hauptsächlich auf das Plasma unddie interstitielle Flüssigkeit begrenzt ist.
BiotransformationDer Metabolismus von Obinutuzumab wurde nicht direkt untersucht. Antikörper werden vorwiegendüber den katabolen Stoffwechsel ausgeschieden.
EliminationDie Clearance von Obinutuzumab betrug bei Patienten mit CLL etwa 0,11 l/Tag und bei Patienten mitiNHL etwa 0,08 l/Tag mit einer medianen Eliminationszeit t½ von 26,4 Tagen bei Patienten mit CLLund 36,8 Tagen bei Patienten mit iNHL. Die Elimination von Obinutuzumab erfolgt über zweiparallele Wege, die die Clearance beschreiben: einen linearen Ausscheidungsweg und einen nicht-linearen Ausscheidungsweg, der sich hinsichtlich der Variablen Zeit ändert. Zu Beginn der
Behandlung überwiegt der nicht-lineare zeitvariable Weg und stellt daher den wesentlichen
Ausscheidungsweg dar. Mit fortschreitender Behandlung lässt der Einfluss dieses Weges nach und derlineare Ausscheidungsweg überwiegt. Dies ist ein Hinweis auf die Zielstruktur-vermittelte
Arzneimittel-Disposition (TMDD), bei der die anfänglich zahlreich vorhandenen CD20-Zellen eineschnelle Entfernung von Obinutuzumab aus dem Blutkreislauf bewirken. Sobald die meisten CD20-
Zellen einmal an Obinutuzumab gebunden sind, ist auch der Einfluss der TMDD auf die PKminimiert.
Bei LN-Patienten betrug die Steady-State-Clearance von Obinutuzumab etwa 0,13 l/Tag mit einermedianen Eliminationszeit t½ von 22,4 Tagen. Die Elimination von Obinutuzumab erfolgt über zweiparallele Wege, die die Clearance beschreiben: einen linearen Ausscheidungsweg und einennichtlinearen Ausscheidungsweg, der sich in Abhängigkeit von der Zeit ändert. Die zeitabhängige
Clearance nimmt mit der Zeit mit einem exponentiellen Abklingkoeffizienten ab, der wahrscheinlichmit der CD20-Zielreduktion und der Verbesserung der Proteinurie im Laufe der Zeit zusammenhängt,und mit einem zeitunabhängigen Koeffizienten, der mit den endogenen katabolischen Prozessen von
IgG zusammenhängt.
Pharmakokinetische/pharmakodynamische ZusammenhängeIn der populationspharmakokinetischen Analyse wurde das Geschlecht als Kovariate festgestellt, wasdie Variabilität zwischen Patienten in einem bestimmten Ausmaß erklären kann, mit einer um 22 %höheren Steady-State-Clearance (Clss) und ein um 19 % größeres Verteilungsvolumen (V) bei
Männern. Die Ergebnisse aus der Populationsanalyse haben jedoch gezeigt, dass die
Expositionsunterschiede nicht signifikant sind (geschätzter medianer AUC- und Cmax-Wert bei
Patienten mit CLL von 11 282 µg*d/ml bzw. 578,9 µg/ml bei Frauen und 8 451 µg*d/ml bzw.432,5 µg/ml bei Männern in Zyklus 6 und AUC- und Cmax-Wert bei iNHL von 13 172 µg*d/ml und635,7 µg/ml bei Frauen und 9 769 µg*d/ml bzw. 481,3 µg/ml bei Männern), was darauf hinweist, dasseine geschlechtsspezifische Anpassung der Dosis nicht erforderlich ist.
Ältere PatientenChronische lymphatische Leukämie und follikuläres Lymphom
In der populationspharmakokinetischen Analyse wurde festgestellt, dass das Alter keinen Einfluss aufdie Pharmakokinetik von Obinutuzumab hat. Es wurde kein signifikanter Unterschied in der
Pharmakokinetik von Obinutuzumab zwischen Patienten < 65 Jahre (n = 375), Patienten im Alter von65 bis 75 Jahren (n = 265) und Patienten > 75 Jahre (n = 171) beobachtet.
Lupusnephritis
Es wurden keine Studien zur Untersuchung der Pharmakokinetik von Obinutuzumab bei Patienten im
Alter von ≥ 65 Jahren durchgeführt.
Kinder und JugendlicheEs wurden keine Studien zur Untersuchung der Pharmakokinetik von Obinutuzumab bei Kindern und
Jugendlichen durchgeführt.
NierenfunktionsstörungenChronische lymphatische Leukämie und follikuläres Lymphom
Die populationspharmakokinetische Analyse von Obinutuzumab hat gezeigt, dass die Kreatinin-
Clearance keinen Einfluss auf die Pharmakokinetik von Obinutuzumab hat. Die Pharmakokinetik von
Obinutuzumab bei Patienten mit leicht eingeschränkter Kreatinin-Clearance (CrCl 50 - 89 ml/min,n = 464) oder mit mittelschweren Nierenfunktionsstörungen (CrCl 30 bis 49 ml/min, n = 106) war mitden Werten von Patienten mit normaler Nierenfunktion (CrCl ≥ 90 ml/min, n = 383) vergleichbar. Diepharmakokinetische Datenbasis bei Patienten mit schweren Nierenfunktionsstörungen(CrCl 15 - 29 ml/min) ist begrenzt (n = 8), deshalb können keine Dosisempfehlungen gegeben werden.
Lupusnephritis
Die populationspharmakokinetische Analyse (n = 196) von Obinutuzumab hat gezeigt, dass die
Kreatinin-Clearance keinen Einfluss auf die Pharmakokinetik bei Patienten mit LN hat. Die
Pharmakokinetik von Obinutuzumab bei Patienten mit leichter (CrCl 60 - <90 mL/min, n = 45) odermittelschwerer (CrCl 30 - <60 mL/min, n = 17) Nierenfunktionsstörung war mit den Werten von
Patienten mit normaler Nierenfunktion vergleichbar.
LeberfunktionsstörungenBei Patienten mit Leberfunktionsstörungen wurde keine formale Pharmakokinetikstudie durchgeführt.
Es wurden keine Studien zur Feststellung des karzinogenen Potenzials von Obinutuzumabdurchgeführt.
Spezifische tierexperimentelle Studien zur Beurteilung der Wirkung von Obinutuzumab auf die
Fruchtbarkeit wurden nicht durchgeführt. In Toxizitätsstudien mit wiederholter Verabreichung bei
Cynomolgus-Affen hatte Obinutuzumab keine negativen Auswirkungen auf die männlichen oderweiblichen Fortpflanzungsorgane.
Eine ePPND-Toxizitätsstudie (Enhanced Pre and Postnatal Development) bei trächtigen Cynomolgus-
Affen ergab keinen Hinweis auf teratogene Wirkungen. Jedoch führte eine wöchentliche intravenöse
Verabreichung von 25 und 50 mg/kg Obinutuzumab (2- bis 5-fache klinische Exposition basierend auf
Cmax und AUC) ab dem 20. Post-coitum-Tag bis zur Geburt bei den Jungtieren zu einer kompletten B-
Zell-Depletion. Die Exposition der Nachkommen am Tag 28 nach der Geburt lässt vermuten, dass
Obinutuzumab die Plazentaschranke passieren kann. Die Serumkonzentrationen bei den Jungtierenlagen am Tag 28 nach der Geburt im Bereich der Konzentrationen im mütterlichen Serum, währenddie Konzentrationen in der Milch am selben Tag sehr niedrig waren (weniger als 0,5 % derentsprechenden mütterlichen Serumspiegel). Das bedeutet, dass die Exposition der Jungtiere in uteroerfolgt sein muss. Innerhalb von 6 Monaten nach der Geburt waren die B-Zellzahlen wieder im
Normalbereich und die immunologische Funktion war wiederhergestellt.
In einer 26-wöchigen Studie bei Cynomolgus-Affen wurden Überempfindlichkeitsreaktionenfestgestellt, die auf die Fremderkennung des humanisierten Antikörpers beim Cynomolgus-Affenzurückgeführt wurden (0,7- bis 6-fache klinische Exposition basierend auf Cmax und AUC im Steady
State nach wöchentlicher Verabreichung von 5, 25 und 50 mg/kg). Festgestellt wurden unter anderemakute anaphylaktische oder anaphylaktoide Reaktionen und eine erhöhte Prävalenz systemischer
Entzündungen und Infiltrate, die dem Bild Immunkomplex-vermittelter
Überempfindlichkeitsreaktionen entsprachen, wie Arteriitis/Periarteriitis, Glomerulonephritis und
Serosa-/Adventitia-Entzündungen. Diese Reaktionen führten zum ungeplanten Behandlungsabbruchbei 6 von 36 Tieren, die während der Dosis- und Erholungsphasen mit Obinutuzumab behandeltwurden; die Veränderungen waren teilweise reversibel. Beim Menschen wurde keine Nierentoxizität,die in einem Kausalzusammenhang mit Obinutuzumab steht, beobachtet.
Histidin
Histidinhydrochlorid-Monohydrat
Trehalose-Dihydrat
Poloxamer 188
Wasser für Injektionszwecke
Das Arzneimittel darf, außer mit den unter Abschnitt 6.6 aufgeführten, nicht mit anderen
Arzneimitteln gemischt werden.
Ungeöffnete Durchstechflasche3 Jahre.
Nach VerdünnungDie chemische und physikalische Haltbarkeit der verdünnten Infusionslösung wurde mit einer
Natriumchloridlösung 9 mg/ml (0,9 %) für Injektionszwecke in einer Konzentration von 0,4 mg/ml bis20 mg/ml über 72 Stunden bei 2 °C bis 8 °C mit nachfolgender 48-stündiger Lagerung (einschließlichder Infusionszeit) bei ≤ 30 °C nachgewiesen.
Aus mikrobiologischer Sicht sollte die infusionsbereite Lösung unmittelbar nach der Zubereitungverwendet werden. Falls die Lösung nicht unmittelbar verwendet wird, liegen die
Aufbewahrungszeiten und -bedingungen nach der Zubereitung bis zur Anwendung in der
Verantwortung des Anwenders und sollten normalerweise 24 Stunden bei 2 °C - 8 °C nichtüberschreiten, es sei denn, die Verdünnung hat unter kontrollierten und validierten aseptischen
Bedingungen stattgefunden.
Im Kühlschrank lagern (2 °C - 8 °C).
Nicht einfrieren.
Das Behältnis im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
Aufbewahrungsbedingungen nach Verdünnung des Arzneimittels, siehe Abschnitt 6.3.
40 ml Konzentrat in einer farblosen 50-ml-Durchstechflasche aus Glas der Klasse I mit Stopfen(Butyl-Gummi). Packungsgröße: 1 Durchstechflasche.
Gazyvaro sollte von Fachpersonal im Gesundheitswesen unter aseptischen Bedingungen zubereitetwerden. Durchstechflasche nicht schütteln. Zur Zubereitung von Gazyvaro sind eine sterile Nadel und
Spritze zu verwenden.
Bei CLL Zyklen 2 - 6, bei FL alle Zyklen und während der LN-Behandlung40 ml des Konzentrates werden aus der Durchstechflasche entnommen und in Infusionsbeuteln aus
Polyvinylchlorid (PVC) oder PVC-freiem Polyolefin, die Natriumchloridlösung 9 mg/ml (0,9 %) für
Injektionszwecke enthalten, verdünnt.
Nur bei CLL - Zyklus 1
Es wird empfohlen, Beutel in verschiedenen Größen zu verwenden, um zwischen den zwei
Infusionsbeuteln für die erste 1 000-mg-Dosis unterscheiden zu können: 100-mg-Dosis für Zyklus 1an Tag 1 und 900-mg-Dosis für Zyklus 1 an Tag 1 (fortgesetzt) oder Tag 2. Um die zwei
Infusionsbeutel vorzubereiten, werden 40 ml des Konzentrates aus der Durchstechflasche entnommenund davon 4 ml in einem 100-ml-Infusionsbeutel aus PVC oder PVC-freiem Polyolefin und dierestlichen 36 ml in einem 250-ml-Infusionsbeutel aus PVC oder PVC-freiem Polyolefin, die jeweils
Natriumchloridlösung 9 mg/ml (0,9 %) für Injektionszwecke enthalten, verdünnt. Jeder
Infusionsbeutel ist eindeutig zu kennzeichnen. In Bezug auf die Lagerungsbedingungen der
Infusionsbeutel, siehe Abschnitt 6.3.
Tabelle 17: Verdünnung von Gazyvaro (nur CLL)
Tag der Zu verabreichende Erforderliche Menge Größe des PVC oder
Behandlung Dosis von Gazyvaro Konzentrat von Gazyvaro PVC-freien
Polyolefin-
Infusionsbeutels
Zyklus 1 Tag 1 100 mg 4 ml 100 ml
Zyklus 1 Tag 1 900 mg 36 ml 250 ml(Fortsetzung) oder
Tag 2
Zyklus 1 Tag 8 und 1 000 mg 40 ml 250 mlfolgende
Verwenden Sie keine anderen Verdünnungsmittel, wie beispielsweise (5%ige) Glukoselösung (siehe
Abschnitt 6.2).
Zur Mischung der Lösung sollte der Beutel vorsichtig umgedreht werden, um Schaumbildung zuvermeiden. Die verdünnte Lösung sollte nicht geschüttelt oder eingefroren werden.
Parenteral zu verabreichende Arzneimittel sollen vor der Applikation optisch auf Schwebstoffe oder
Verfärbung untersucht werden.
Im Konzentrationsbereich von 0,4 mg/ml bis 20,0 mg/ml nach Verdünnung von Gazyvaro mit einer
Natriumchloridlösung 9 mg/ml (0,9 %) für Injektionszwecke wurden keine Inkompatibilitätenzwischen Gazyvaro und den folgenden Materialien beobachtet:
* PVC, Polyethylen-(PE-), Polypropylen- oder Polyolefin-Beuteln
* PVC, Polyurethan-(PUR-) oder PE-Infusionsbestecken
* Optionale In-line-Filter mit Produktkontaktflächen aus Polyethersulfon (PES), einem
Dreiwegehahn als Infusionshilfe aus Polycarbonat (PC) und Kathetern aus Polyetherurethan(PEU)
Hinweise zur Beseitigung
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.
Roche Registration GmbH
Emil-Barell-Straße 179639 Grenzach-Wyhlen
Deutschland
EU/1/14/937/001
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 23. Juli 2014
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 02. April 2019
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur https://www.ema.europa.eu verfügbar.