Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels GANFORT 300mcg / 5mg / ml augentropfenlösung
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
GANFORT 0,3 mg/ml + 5 mg/ml Augentropfen, Lösung
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
1 ml Lösung enthält 0,3 mg Bimatoprost und 5 mg Timolol (als 6,8 mg Timololmaleat).
Sonstiger Bestandteil mit bekannter WirkungJeder ml Lösung enthält 0,05 mg Benzalkoniumchlorid.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Augentropfen, Lösung.
Farblose bis leicht gelbliche Lösung.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Senkung des erhöhten Augeninnendrucks bei erwachsenen Patienten mit Offenwinkelglaukom oderokulärer Hypertension, die auf die topische Anwendung von Betablockern oder Prostaglandinanaloganur unzureichend ansprechen.
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
DosierungEmpfohlene Dosierung bei Erwachsenen (einschließlich älterer Patienten)Es wird empfohlen, einmal täglich entweder morgens oder abends einen Tropfen GANFORT indas/die betroffene(n) Auge(n) einzutropfen. Die Anwendung soll jeden Tag zur gleichen Zeit erfolgen.
Vorhandene Literaturdaten von GANFORT weisen darauf hin, dass die abendliche Anwendung einehöhere augeninnendrucksenkende Wirkung als die morgendliche Anwendung hat. Bei der Überlegung,ob die Anwendung morgens oder abends erfolgen soll, ist jedoch auch die Wahrscheinlichkeit der
Therapietreue (Compliance) zu berücksichtigen (siehe Abschnitt 5.1).
Wird eine Anwendung vergessen, ist die Therapie mit der nächsten planmäßigen Dosis fortzusetzen.
Pro Auge darf nicht mehr als ein Tropfen pro Tag eingetropft werden.
Eingeschränkte Nieren- und LeberfunktionGANFORT wurde bei Patienten mit eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion nicht untersucht unddarf daher bei diesen Patienten nur mit Vorsicht eingesetzt werden.
Kinder und JugendlicheDie Sicherheit und Wirksamkeit von GANFORT bei Kindern im Alter von 0 bis 18 Jahren ist nichterwiesen. Es liegen keine Daten vor.
Art der AnwendungWird mehr als ein topisches Augenarzneimittel verabreicht, müssen die Verabreichungen dereinzelnen Mittel mindestens 5 Minuten auseinanderliegen.
Bei Anwendung eines nasolakrimalen Verschlusses oder Schließen der Augenlider für 2 Minuten wirddie systemische Resorption verringert. Dies kann zu einer Reduzierung der systemischen
Nebenwirkungen und zu einer höheren lokalen Wirksamkeit führen.
4.3 Kontraindikationen
* Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.
* Reaktive Atemwegserkrankungen einschließlich Bronchialasthma oder anamnestisch bekanntem
Bronchialasthma, schwere chronisch obstruktive Lungenerkrankung.
* Sinusbradykardie, Sick-Sinus-Syndrom, sinuatrialer Block, atrioventrikulärer Block zweiten unddritten Grades, der nicht durch einen Herzschrittmacher kontrolliert wird. Manifeste
Herzinsuffizienz, kardiogener Schock.
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Wie andere topisch applizierte Augenarzneimittel können auch die Wirkstoffe (Timolol/Bimatoprost)von GANFORT systemisch resorbiert werden. Eine vermehrte systemische Resorption der
Einzelwirkstoffe wurde nicht beobachtet. Aufgrund der beta-adrenergen Komponente Timolol könnendie gleichen kardiovaskulären, pulmonalen und anderen Nebenwirkungen auftreten wie bei systemischeingesetzten Betablockern. Die Inzidenz systemischer Nebenwirkungen nach der topischenophthalmischen Verabreichung ist niedriger als bei einer systemischen Verabreichung. Informationenzur Reduzierung der systemischen Resorption, siehe Abschnitt 4.2.
HerzerkrankungenBei Patienten mit kardiovaskulären Erkrankungen (z. B. koronarer Herzerkrankung, Prinzmetal-
Angina und Herzinsuffizienz) sowie Hypotonie muss die Behandlung mit Betablockern kritischüberprüft und es sollte eine Behandlung mit anderen Wirkstoffen in Erwägung gezogen werden.
Patienten mit kardiovaskulären Erkrankungen müssen auf Anzeichen einer Verschlechterung dieser
Erkrankungen sowie auf Nebenwirkungen hin überwacht werden.
Aufgrund ihrer negativen Auswirkungen auf die Leitungszeit dürfen Betablocker Patienten mit einem
Herzblock 1. Grades nur mit Vorsicht verabreicht werden.
GefäßerkrankungenPatienten mit schweren peripheren Kreislaufstörungen bzw. -erkrankungen (z. B. schwere Formen der
Raynaud-Erkrankung bzw. des Raynaud-Syndroms) müssen mit Vorsicht behandelt werden.
AtemwegserkrankungenDie Atemwege betreffende Nebenwirkungen, einschließlich Tod durch Bronchospasmus bei
Asthmapatienten, wurden nach der Verabreichung einiger ophthalmischer Betablocker berichtet.
Bei Patienten mit leichter/moderater chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) ist
GANFORT mit Vorsicht und nur dann anzuwenden, wenn der mögliche Nutzen das potenzielle Risikoüberwiegt.
Endokrine ErkrankungenBetablocker dürfen bei Patienten mit Neigung zu spontaner Hypoglykämie oder bei Patienten mitlabilem Diabetes nur mit Vorsicht angewendet werden, da sie die Anzeichen und Symptome einesakuten Blutzuckerabfalls maskieren können.
Betablocker können auch Anzeichen von Hyperthyreose maskieren.
HornhauterkrankungenOphthalmische Betablocker können zu Augentrockenheit führen. Patienten mit Hornhauterkrankungensind mit Vorsicht zu behandeln.
Andere BetablockerDie Wirkung auf den Augeninnendruck oder die bekannten Wirkungen einer systemischen
Betablockade können bei Patienten, die bereits einen systemischen Betablocker erhalten, durch die
Gabe von Timolol verstärkt werden. Die Reaktion dieser Patienten muss sorgfältig überwacht werden.
Die Anwendung von zwei topischen Betablockern wird nicht empfohlen (siehe Abschnitt 4.5).
Anaphylaktische ReaktionenUnter einer Behandlung mit Betablockern reagieren Atopiker und Patienten mit schwerenanaphylaktischen Reaktionen auf verschiedene Allergene in der Vorgeschichte möglicherweise stärkerauf wiederholte Kontakte mit solchen Allergenen, während sie möglicherweise nicht bzw. nurunzureichend auf die zur Behandlung anaphylaktischer Reaktionen üblicherweise eingesetzte
Dosierung von Adrenalin ansprechen.
AderhautablösungBei der Behandlung mit Substanzen, die die Kammerwassersekretion hemmen (z. B. Timolol,
Acetazolamid), wurde nach filtrierenden Verfahren über Aderhautablösung berichtet.
Chirurgische AnästhesieOphthalmologische Betablocker können die systemische Wirkung von Beta-Agonisten, z. B.
Adrenalin, blockieren. Der Anästhesist muss informiert werden, wenn der Patient Timolol erhält.
LeberBei Patienten mit anamnestisch bekannter leichter Leberinsuffizienz oder anormalen
Alaninaminotransferase-(ALT), Aspartataminotransferase-(AST) und/oder Bilirubin-Ausgangswertenhatte Bimatoprost über 24 Monate keine Nebenwirkungen auf die Leberfunktion. Bei der Anwendungvon Timolol am Auge sind Nebenwirkungen auf die Leberfunktion nicht bekannt.
AugenPatienten sollten vor Behandlungsbeginn über die Möglichkeit eines verstärkten Wimpernwachstums,einer Dunkelfärbung des Augenlids oder der periokularen Haut und einer verstärkten braunen
Irispigmentierung informiert werden, da diese Veränderungen während der Behandlung mit
Bimatoprost und GANFORT beobachtet wurden. Die verstärkte Irispigmentierung wirdwahrscheinlich bestehen bleiben und kann - wenn nur ein Auge behandelt wird - ein unterschiedliches
Aussehen der Augen zur Folge haben. Die Irispigmentierung kann auch nach Absetzen von
GANFORT im Sinne einer bleibenden Veränderung fortbestehen. Nach 12-monatiger Behandlung mit
GANFORT lag die Häufigkeit einer Irispigmentierung bei 0,2 %. Nach 12-monatiger Therapie mit
Augentropfen, die als Wirkstoff ausschließlich Bimatoprost enthielten, betrug die Häufigkeit 1,5 %und erhöhte sich nach 3-jähriger Behandlung nicht. Die veränderte Pigmentierung wird durch einenerhöhten Melaningehalt in den Melanozyten und nicht durch eine Erhöhung der Melanozytenzahlverursacht. Die Langzeiteffekte einer verstärkten Irispigmentierung sind nicht bekannt. Veränderungender Irisfarbe aufgrund einer ophthalmischen Anwendung von Bimatoprost sind möglicherweise erstnach mehreren Monaten oder Jahren wahrnehmbar. Weder Nävi noch Flecken der Iris scheinen vonder Behandlung beeinflusst zu werden. Eine periorbitale Gewebepigmentierung wurde bei einigen
Patienten als reversibel berichtet.
Das Auftreten von Makulaödemen, einschließlich zystoider Makulaödeme, unter GANFORT wurdeberichtet. GANFORT sollte daher bei aphaken Patienten, pseudophaken Patienten mit Ruptur deshinteren Kapselsacks oder Patienten mit bekannten Risikofaktoren für ein Makulaödem (z. B.intraokuläre Operationen, retinale Venenverschlüsse, entzündliche Augenerkrankungen unddiabetische Retinopathie) nur mit Vorsicht angewendet werden.
Die Anwendung von GANFORT sollte bei Patienten mit akuten intraokulären Entzündungen (z. B.
Uveitis) mit Vorsicht erfolgen, da sie die Entzündung verschlimmern kann.
HautIn Bereichen, in denen GANFORT-Lösung wiederholt mit der Hautoberfläche in Kontakt kommt,besteht die Möglichkeit von Haarwachstum. Daher ist es wichtig, GANFORT nur anweisungsgemäßanzuwenden und zu vermeiden, dass Flüssigkeit über die Wange oder andere Hautbereiche läuft.
Sonstige BestandteileDas in GANFORT als Konservierungsmittel enthaltene Benzalkoniumchlorid kann zu
Augenreizungen führen. Vor dem Eintropfen von GANFORT müssen Kontaktlinsen daherherausgenommen und dürfen frühestens 15 Minuten nach der Anwendung der Tropfen wiedereingesetzt werden. Benzalkoniumchlorid kann Verfärbungen weicher Kontaktlinsen verursachen. Ein
Kontakt mit weichen Kontaktlinsen muss vermieden werden.
Benzalkoniumchlorid kann Berichten zufolge eine Keratitis punctata und/oder toxische ulzerierende
Keratitis auslösen. Daher ist bei häufiger oder langfristiger Anwendung von GANFORT eineengmaschige Überwachung von Patienten mit Sicca-Syndrom oder vorgeschädigter Hornhautangezeigt.
Sonstige ErkrankungenGANFORT wurde bei Patienten mit entzündlichen Augenerkrankungen, neovaskulärem,entzündlichem Winkelblockglaukom, Kongenitalglaukom oder Engwinkelglaukom nicht untersucht.
Studien zu Bimatoprost 0,3 mg/ml bei Patienten mit Glaukom oder okulärer Hypertonie haben gezeigt,dass die häufigere Exposition des Auges gegenüber mehr als einer Bimatoprost-Dosis täglich die IOD-senkende Wirkung vermindern kann. Patienten, die GANFORT in Kombination mit anderen
Prostaglandinanaloga verwenden, müssen auf Änderungen des Augeninnendrucks hin überwachtwerden.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Es wurden keine spezifischen Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen mit der festen
Kombination Bimatoprost/Timolol durchgeführt.
Wird eine ophthalmische Betablocker-Lösung gleichzeitig mit oral verabreichten Calcium-Kanal-
Blockern, Guanethidin, beta-adrenergen blockierenden Substanzen, Parasympathikomimetika,
Antiarrhythmika (einschließlich Amiodaron) und Digitalisglykosiden angewendet, kann es zuadditiven Wirkungen mit der Gefahr eines Blutdruckabfalls und/oder einer ausgeprägten Bradykardiekommen.
Eine verstärkte systemische Betablockade (z. B. verlangsamter Puls, Depression) wurde während derkombinierten Behandlung mit CYP2D6-Hemmern (z. B. Quinidin, Fluoxetin, Paroxetin) und Timololberichtet.
Gelegentlich wurde eine Mydriasis aufgrund der gleichzeitigen Anwendung von ophthalmischen
Betablockern und Adrenalin (Epinephrin) berichtet.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
SchwangerschaftEs liegen keine hinreichenden Erfahrungen mit der Anwendung der fixen Kombination von
Bimatoprost/Timolol bei Schwangeren vor. GANFORT darf während der Schwangerschaft nichtangewendet werden, es sei denn, dies ist eindeutig erforderlich. Informationen zur Reduzierung dersystemischen Resorption, siehe Abschnitt 4.2.
BimatoprostEs liegen keine hinreichenden klinischen Daten von exponierten Schwangeren vor. Tierexperimentelle
Studien haben Reproduktionstoxizität bei hohen maternal-toxischen Dosen gezeigt (siehe
Abschnitt 5.3).
TimololEpidemiologische Studien haben keine Hinweise auf Missbildungen ergeben, aber bei oraler Gabe von
Betablockern ein Risiko für intrauterine Wachstumsverzögerungen gezeigt. Darüber hinaus wurdenbeim Neugeborenen Anzeichen und Symptome einer Betablockade (z. B. Bradykardie,
Blutdruckabfall, Atemnot und Hypoglykämie) beobachtet, wenn Betablocker bis zur Entbindungverabreicht wurden. Wenn GANFORT bis zur Entbindung angewendet wird, ist das Neugeborene inden ersten Lebenstagen sorgfältig zu überwachen. Tierexperimentelle Studien mit Timolol haben bei
Dosen, die signifikant über den in der klinischen Praxis zur Anwendung kommenden lagen,
Reproduktionstoxizität gezeigt (siehe Abschnitt 5.3).
StillzeitTimololBetablocker werden in die Muttermilch ausgeschieden. Bei den therapeutischen Dosen von Timolol in
Augentropfen ist es jedoch unwahrscheinlich, dass ausreichende Mengen in die Muttermilch gelangen,um beim Säugling klinische Symptome einer Betablockade hervorrufen zu können. Informationen zur
Reduzierung der systemischen Resorption, siehe Abschnitt 4.2.
BimatoprostEs ist nicht bekannt, ob Bimatoprost beim Menschen in die Muttermilch ausgeschieden wird. Beisäugenden Ratten wird Bimatoprost jedoch in die Milch sezerniert. GANFORT soll in der Stillzeitnicht angewendet werden.
FertilitätEs liegen keine Studien zu den Auswirkungen von GANFORT auf die menschliche Fertilität vor.
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
MaschinenGANFORT hat einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeitzum Bedienen von Maschinen. Falls es nach dem Eintropfen zu vorübergehend verschwommenem
Sehen kommt, sollte wie auch bei anderen Augenarzneimitteln der Patient abwarten, bis er wieder klarsehen kann, bevor er am Straßenverkehr teilnimmt oder Maschinen bedient.
4.8 Nebenwirkungen
Zusammenfassung des SicherheitsprofilsDie in klinischen Studien mit GANFORT berichteten Nebenwirkungen beschränkten sich auf diebereits für die einzelnen Wirkstoffe Bimatoprost und Timolol berichteten Nebenwirkungen. Es wurdenkeine neuen, für GANFORT spezifischen Nebenwirkungen in klinischen Studien beobachtet.
Die meisten Nebenwirkungen, die in klinischen Studien mit GANFORT berichtet wurden, betrafen die
Augen und waren leichter Ausprägung. Keine Nebenwirkung war schwerwiegend. Basierend aufklinischen Daten über einen Zeitraum von 12 Monaten war die am häufigsten berichtete
Nebenwirkung eine Hyperämie der Bindehaut (meistens geringgradig bis leicht ausgeprägt undvermutlich von nicht-entzündlicher Art) bei ca. 26 % der Patienten und führte bei 1,5 % der Patientenzum Therapieabbruch.
Tabelle der NebenwirkungenTabelle 1 enthält die Nebenwirkungen, die während klinischer Studien mit allen GANFORT-
Formulierungen (Multidosis und Einzeldosis) oder nach der Markteinführung berichtet wurden..
Mögliche Nebenwirkungen sind nach MedDRA-Systemorganklassen aufgeführt und basieren auf derfolgenden Konvention: sehr häufig (≥ 1/10); häufig (≥ 1/100 bis < 1/10); gelegentlich (≥ 1/1 000 bis< 1/100); selten (≥ 1/10 000 bis < 1/1 000); sehr selten (< 1/10 000) und nicht bekannt (Häufigkeit auf
Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar). Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden die
Nebenwirkungen in der Reihenfolge ihres abnehmenden Schweregrads aufgeführt.
Tabelle 1: Liste der Nebenwirkungen aller GANFORT-Formulierungen (Multidosis und
Einzeldosis)
Systemorganklasse Häufigkeit Nebenwirkung
Erkrankungen des Nicht bekannt Überempfindlichkeitsreaktionen
Immunsystems einschließlich Anzeichen oder
Symptome von allergischer
Dermatitis, Angioödem,
Augenallergie
Psychiatrische Erkrankungen Nicht bekannt Schlaflosigkeit2, Albträume2
Erkrankungen des Häufig Kopfschmerzen
Nervensystems Nicht bekannt Geschmacksstörung2,
Schwindel
Augenerkrankungen Sehr häufig Hyperämie der Bindehaut
Häufig Keratitis punctata,
Hornhauterosion2,
Augenbrennen2,
Bindehautreizung1,
Augenjucken, Augenstechen2,
Fremdkörpergefühl, trockenes
Auge, Erythem des Augenlids,
Augenschmerzen, Lichtscheu,
Augensekret, Sehstörungen2,
Juckreiz am Augenlid,
Verschlechterung der
Sehschärfe2, Blepharitis2,
Augenlidödem, Augenreizung,
Tränensekretion verstärkt,
Wimpernwachstum
Gelegentlich Iritis2, Bindehautödem2,
Lidschmerzen2, anomale
Sinnesempfindung des Auges1,
Asthenopie, Trichiasis2,verstärkte Irispigmentierung2,periorbitale Veränderungen und
Lidveränderungen im
Zusammenhang mitperiorbitaler Atrophie des
Fettgewebes und Hautspannenmit resultierender Vertiefungder Augenlidfurche,
Augenlidptosis, Enophthalmus,
Lagophtalmus und
Augenlidretraktion1&2,
Verfärbung von Wimpern(Dunkelverfärbung)1
Nicht bekannt Zystoides Makulaödem2,
Schwellung des Auges,verschwommenes Sehen2,
Augenbeschwerden
Herzerkrankungen Nicht bekannt Bradykardie
Gefäßerkrankungen Nicht bekannt Hypertonie
Erkrankungen der Atemwege, Häufig Rhinitis2des Brustraums und Gelegentlich Dyspnoe
Mediastinums Nicht bekannt Bronchospasmus (vor allem bei
Patienten mit vorbestehenderbronchospastischer
Erkrankung)2, Asthma
Erkrankungen der Haut und Häufig Lidpigmentierung2,des Unterhautzellgewebes Hirsutismus2,
Hauthyperpigmentierung(periokular)
Nicht bekannt Alopezie, Hautverfärbung(periokular)
Allgemeine Erkrankungen und Nicht bekannt Ermüdung
Beschwerden am
Verabreichungsort1Nebenwirkungen, die nur bei Anwendung der GANFORT-Einzeldosis-Formulierung beobachtet wurden2Nebenwirkungen, die nur bei Anwendung der GANFORT-Multidosis-Formulierung beobachtet wurden
Wie andere topisch applizierte Augenarzneimittel wird GANFORT (Bimatoprost/Timolol) in den
Blutkreislauf resorbiert. Die Resorption von Timolol kann ähnliche Nebenwirkungen wie beisystemischen Betablockern verursachen. Die Inzidenz systemischer Nebenwirkungen nach dertopischen ophthalmischen Verabreichung ist niedriger als bei einer systemischen Verabreichung.
Informationen zur Reduzierung der systemischen Resorption, siehe Abschnitt 4.2.
Zusätzliche Nebenwirkungen, die für einen der beiden Wirkstoffe (Bimatoprost oder Timolol)beobachtet wurden und möglicherweise auch mit GANFORT auftreten können, sind nachfolgend in
Tabelle 2 aufgeführt:
Tabelle 2: Liste der zusätzlichen Nebenwirkungen, die bei einem der Wirkstoffe (Bimatoprostoder Timolol) beobachtet wurden
Systemorganklasse Nebenwirkung
Erkrankungen des Immunsystems Systemische allergische Reaktioneneinschließlich Anaphylaxie1
Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen Hypoglykämie1
Psychiatrische Erkrankungen Depression1, Gedächtnisverlust1, Halluzination1
Erkrankungen des Nervensystems Synkope1, Apoplexie1, Verstärkung der
Anzeichen und Symptome einer Myastheniagravis1, Parästhesien1, zerebrale Ischämie1
Augenerkrankungen Verminderte Empfindlichkeit der Hornhaut1,
Doppelbilder1, Ptosis1, Aderhautablösung nach
Filtrationschirurgie (siehe Abschnitt 4.4)1,
Keratitis1, Blepharospasmus2, Netzhautblutung2,
Uveitis2
Herzerkrankungen Atrioventrikulärer Block1, Herzstillstand1,
Herzrhythmusstörungen1, Herzinsuffizienz1,dekompensierte Herzinsuffizienz1,
Brustschmerzen1, Palpitationen1, Ödem1
Gefäßerkrankungen Blutdruckabfall1, Raynaud-Phänomen1, kalte
Hände und Füße1
Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums Asthma-Exazerbation2, COPD-Exazerbation2,und Mediastinums Husten1
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts Übelkeit1,2, Durchfall1, Dyspepsie1,
Mundtrockenheit1, Abdominalschmerzen1,
Erbrechen1
Erkrankungen der Haut und des Psoriasisartiger Ausschlag1 oder
Unterhautzellgewebes Verschlimmerung der Psoriasis1,
Hautausschlag1
Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Myalgie1
Knochenerkrankungen
Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Sexuelle Dysfunktion1, verminderte Libido1
Brustdrüse
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Asthenie1,2
Verabreichungsort
Untersuchungen Anormale Leberfunktionstests21Nebenwirkungen, die bei Timolol beobachtet wurden2Nebenwirkungen, die bei Bimatoprost beobachtet wurden
Berichtete Nebenwirkungen von phosphathaltigen AugentropfenSehr selten wurden Fälle von Hornhautkalzifizierung unter der Therapie mit phosphathaltigen
Augentropfen bei einigen Patienten mit ausgeprägten Hornhautdefekten berichtet.
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
Eine topische Überdosierung mit GANFORT ist nicht zu erwarten oder mit Toxizität in Verbindungzu bringen.
BimatoprostFalls GANFORT versehentlich oral eingenommen wurde, könnte die folgende Information hilfreichsein: Bei zweiwöchiger oraler Verabreichung an Ratten und Mäusen hatten Bimatoprost-Dosen vonbis zu 100 mg/kg/Tag keinerlei toxische Wirkungen. Diese Dosis, ausgedrückt in mg/m2, ist um dasmindestens 70-Fache höher als die Dosis, die bei versehentlicher Einnahme des Inhalts einer Flasche
GANFORT durch ein Kind mit 10 kg Körpergewicht erreicht wird.
TimololSymptome einer systemischen Timolol-Überdosierung umfassen: Bradykardie, Blutdruckabfall,
Bronchospasmus, Kopfschmerzen, Schwindel, Kurzatmigkeit und Herzstillstand. In einer Studie an
Patienten mit Niereninsuffizienz konnte gezeigt werden, dass Timolol nicht leicht dialysierbar ist.
Im Falle einer Überdosierung sollte symptomatisch und durch unterstützende Maßnahmen behandeltwerden.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Ophthalmika - Antiglaukompräparate und Miotika - Betablocker -
Timolol, Kombinationen - ATC-Code: S01ED51
WirkmechanismusGANFORT enthält zwei Wirkstoffe, Bimatoprost und Timolol. Diese beiden Komponenten senkeneinen erhöhten Augeninnendruck über komplementäre Wirkmechanismen, wobei die kombinierte
Wirkung eine im Vergleich zu einer allein verabreichten Komponente stärkere Senkung des
Augeninnendrucks bewirkt. GANFORT zeichnet sich durch einen raschen Wirkungseintritt aus.
Bimatoprost ist ein Wirkstoff mit potenter augeninnendrucksenkender Wirkung. Es ist einsynthetisches Prostamid, dass zwar eine strukturelle Ähnlichkeit zu Prostaglandin F2 (PGF2)aufweist, jedoch nicht über die bekannten Prostaglandinrezeptoren wirkt. Bimatoprost ahmt selektivdie Wirkungen von vor kurzem entdeckten körpereigenen Substanzen, so genannten Prostamiden,nach. Die Struktur des Prostamidrezeptors wurde jedoch noch nicht identifiziert. Der Mechanismus,über den Bimatoprost beim Menschen eine Senkung des Augeninnendrucks bewirkt, ist eine
Verstärkung des Kammerwasserabflusses über das Trabekelwerk sowie eine Erhöhung desuveoskleralen Abflusses.
Timolol ist ein nichtselektiver adrenerger β1- und β2-Rezeptorenblocker ohne nennenswertesympathikomimetische Eigenwirkung, ohne direkte myokarddepressorische Wirkung und ohnelokalanästhetische (membranstabilisierende) Eigenschaften. Timolol senkt den Augeninnendruckdurch eine Verminderung der Kammerwasserproduktion. Der genaue Wirkmechanismus ist zwar nichteindeutig geklärt, doch ist eine Hemmung der gesteigerten cAMP-Synthese infolge endogener β-adrenerger Stimulation wahrscheinlich.
Klinische Wirksamkeit und SicherheitDie augeninnendrucksenkende Wirkung von GANFORT ist der Wirkung bei gleichzeitiger
Anwendung von Bimatoprost (einmal täglich) und Timolol (zweimal täglich) nicht unterlegen.
Vorhandene Literaturdaten von GANFORT weisen darauf hin, dass die abendliche Anwendung einehöhere augeninnendrucksenkende Wirkung als die morgendliche Anwendung hat. Bei der Überlegung,ob die Anwendung morgens oder abends erfolgen soll, ist jedoch auch die Wahrscheinlichkeit der
Therapietreue (Compliance) zu berücksichtigen.
Kinder und JugendlicheDie Sicherheit und Wirksamkeit von GANFORT bei Kindern im Alter von 0 bis 18 Jahren ist nichterwiesen.
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
GANFORT-Arzneimittel
Die Bimatoprost- und Timolol-Plasmakonzentrationen wurden in einer Crossover-Studie bestimmt, inder die monotherapeutische Anwendung der beiden Komponenten bei gesunden Probanden mit
GANFORT verglichen wurde. Dabei war die systemische Resorption der beiden Einzelkomponentenminimal und wurde durch die gemeinsame Applikation in einer einzigen Formulierung nichtbeeinflusst.
In zwei 12-Monatsstudien wurde die systemische Resorption bestimmt. Dabei fand sich für keine derbeiden Einzelkomponenten eine Wirkstoffkumulation.
BimatoprostBimatoprost penetriert in vitro gut durch die menschliche Cornea und Sklera. Bei der Anwendung am
Auge ist die systemische Bimatoprost-Exposition sehr gering, wobei eine Wirkstoffkumulationausbleibt. Nach einmal täglicher Gabe von je einem Tropfen 0,03 % Bimatoprost in beide Augen übereinen Zeitraum von zwei Wochen wurden innerhalb von 10 Minuten nach der Verabreichung die
Plasmaspitzenspiegel erreicht. Innerhalb von 1,5 Stunden nach der Anwendung sank die
Konzentration im Blut unter die Nachweisgrenze (0,025 ng/ml). Die Durchschnittswerte von Cmax und
AUC0-24 h waren an Tag 7 und Tag 14 ähnlich (0,08 ng/ml bzw. 0,09 ng*h/ml). Dies lässt daraufschließen, dass sich in der ersten Woche der Anwendung am Auge ein Fließgleichgewicht eingestellthatte.
Die Verteilung von Bimatoprost in die Körpergewebe ist mäßig, das systemische Verteilungsvolumenbeim Menschen beträgt im Fließgleichgewicht 0,67 l/kg. Im menschlichen Blut wird Bimatoprost vorallem im Plasma gefunden. Die Plasmaproteinbindung von Bimatoprost liegt bei ca. 88 %.
Nach der Anwendung am Auge wird im zirkulierenden Blut vor allem unverändertes Bimatoprostgefunden. Die Metabolisierung von Bimatoprost erfolgt danach durch Oxidation, N-Deethylierung und
Glukuronidierung zu einer Vielzahl unterschiedlicher Metaboliten.
Bimatoprost wird vorwiegend renal ausgeschieden. Bei gesunden Probanden wurden bis zu 67 % einerintravenös verabreichten Dosis über den Urin und 25 % der Dosis über die Fäzes ausgeschieden. Dienach intravenöser Gabe bestimmte Eliminationshalbwertszeit betrug ca. 45 Minuten; die Gesamt-
Clearance aus dem Blut lag bei 1,5 l/h/kg.
Charakteristika bei älteren PatientenNach zweimal täglicher Applikation lag die mittlere AUC0-24 h bei älteren Patienten (≥ 65 Jahre) mit0,0634 ng*h/ml signifikant höher als bei jungen gesunden Erwachsenen (0,0218 ng*h/ml). Dieser
Befund ist jedoch klinisch nicht relevant, weil bei Älteren ebenso wie bei Jüngeren die systemische
Exposition nach Anwendung am Auge sehr gering war. Es fanden sich keine Anzeichen einer
Akkumulation von Bimatoprost im Blut, und das Sicherheitsprofil war bei älteren und jüngeren
Patienten gleich.
TimololNach Anwendung von 0,5%igen Augentropfen am Auge von Patienten, die sich einer
Kataraktoperation unterzogen, betrug eine Stunde nach der Anwendung die Timolol-
Spitzenkonzentration im Kammerwasser 898 ng/ml. Ein Teil der Dosis wird systemisch resorbiert unddann umfangreich in der Leber metabolisiert. Die Plasmahalbwertszeit von Timolol beträgt ca. 4 bis6 Stunden. Timolol wird in der Leber teilweise metabolisiert und als Timolol und dessen Metaboliteüber die Niere ausgeschieden. Die Plasmaproteinbindung von Timolol ist gering.
5.3 Präklinische Sicherheitsdaten
GANFORT-Arzneimittel
Toxizitätsstudien mit wiederholter Anwendung von GANFORT am Auge ergaben keine besonderen
Gefahren für den Menschen. Das okuläre und systemische Sicherheitsprofil der Einzelkomponenten istgut belegt.
BimatoprostBasierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, Genotoxizität und zumkanzerogenen Potential lassen die präklinischen Daten keine besonderen Gefahren für den Menschenerkennen. In Studien an Nagern führte eine systemische Exposition, die um das 33- bis 97-Fache überderjenigen lag, die nach Anwendung am Auge beim Menschen erreicht wird, speziesspezifisch zu
Aborten.
Bei Affen wurden nach täglicher, okulärer Anwendung von Bimatoprostkonzentrationen ≥ 0,03 %über ein Jahr eine Zunahme der Irispigmentierung sowie reversible dosisabhängige periokuläre
Veränderungen beobachtet, die durch einen prominenten Sulcus oben und/oder unten und einenerweiterten Lidspalt des behandelten Auges gekennzeichnet waren. Es scheint, dass die verstärkte
Irispigmentierung durch eine erhöhte Stimulation der Melaninproduktion in den Melanozyten, undnicht durch eine Erhöhung der Melanozytenzahl verursacht wurde. Es wurden keine
Funktionsbeeinträchtigungen oder mikroskopischen Veränderungen im Zusammenhang mit denperiokulären Effekten beobachtet, und der den periokulären Veränderungen zugrunde liegende
Mechanismus ist nicht bekannt.
TimololBasierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, Toxizität bei wiederholter
Gabe, Reproduktionstoxizität, Genotoxizität und zum kanzerogenen Potential lassen die präklinischen
Daten keine besonderen Gefahren für den Menschen erkennen.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
Benzalkoniumchlorid
Natriumchlorid
Dinatriumhydrogenphosphat 7 H2O
Citronensäure-Monohydrat
Salzsäure oder Natriumhydroxid (zur pH-Einstellung)
Gereinigtes Wasser
6.2 Inkompatibilitäten
6.3 Haltbarkeit
2 Jahre.
Die chemische und physikalische Stabilität nach Anbruch wurde für 28 Tage bei 25 °C nachgewiesen.
Aus mikrobiologischer Sicht liegen die Aufbewahrungszeiten und -bedingungen während des
Gebrauchs in der Verantwortung des Anwenders und sollten normalerweise 28 Tage bei 25 °C nichtüberschreiten.
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
Flaschen aus weißem, lichtundurchlässigem LDPE mit Polystyrol-Schraubverschluss. Füllvolumenpro Flasche 3 ml.
Die folgenden Packungsgrößen sind erhältlich: Faltschachtel mit 1 oder 3 Flaschen zu 3 ml. Es werdenmöglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
Keine besonderen Anforderungen.
7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS
AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG
Knollstraße67061 Ludwigshafen
Deutschland
8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)
EU/1/06/340/001
EU/1/06/340/002
9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 19. Mai 2006
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 23. Juni 2011
10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur https://www.ema.europa.eu/ verfügbar.