Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels FORTACIN 150mg / 50mg / ml hautspray, lösung
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
Fortacin 150 mg/ml + 50 mg/ml Spray zur Anwendung auf der Haut, Lösung
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Sonstige Bestandteile mit bekannter WirkungJeder ml Lösung enthält 150 mg Lidocain und 50 mg Prilocain.
Jeder Sprühstoß liefert 50 Mikroliter, die 7,5 mg Lidocain und 2,5 mg Prilocain enthalten.1 Dosis entspricht 3 Sprühstößen.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Spray zur Anwendung auf der Haut, Lösung
Farblose bis hellgelbe Lösung
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Fortacin wird zur Behandlung von primärer vorzeitiger Ejakulation bei erwachsenen Männernangewendet.
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
DosierungDie empfohlene Dosis beträgt 3 Sprühstöße über die gesamte Glans penis. Jede Dosis enthältinsgesamt 22,5 mg Lidocain und 7,5 mg Prilocain pro Anwendung (1 Dosis entspricht 3 Sprühstößen).
Innerhalb von 24 Stunden können maximal 3 Dosen in Abständen von mindestens 4 Stunden zwischenden einzelnen Dosen angewendet werden.
Besondere BevölkerungsgruppenÄltere PatientenDosisanpassungen bei älteren Patienten sind nicht erforderlich (siehe Abschnitt 5.1).
NierenfunktionsbeeinträchtigungEs wurden keine klinischen Studien bei Patienten mit Nierenfunktionsbeeinträchtigung durchgeführt.
Allerdings ist aufgrund der Art der Anwendung und der sehr niedrigen systemischen Resorption keine
Dosisanpassung erforderlich.
Beeinträchtigung der Leber
Es wurden keine klinischen Studien bei Patienten mit Beeinträchtigung der Leber durchgeführt.
Allerdings ist aufgrund der Art der Anwendung und der sehr niedrigen systemischen Resorption keine
Dosisanpassung erforderlich. Vorsicht ist im Falle einer schweren Beeinträchtigung der Leber geboten(siehe Abschnitt 4.4).
Kinder und JugendlicheEs gibt im Anwendungsgebiet der Behandlung von primärer vorzeitiger Ejakulation keinen relevanten
Nutzen von Fortacin bei Kindern und Jugendlichen.
Art der AnwendungAnwendung auf der Haut
Fortacin ist nur zur Anwendung auf die Glans penis indiziert.
Vor der ersten Anwendung sollte die Sprühdose kurz geschüttelt und danach durch dreimaliges
Sprühen in die Luft anwendungsbereit gemacht werden.
Vor jeder weiteren Anwendung sollte sie kurz geschüttelt und danach durch einmaliges Sprühen in die
Luft erneut anwendungsbereit gemacht werden.
Die Vorhaut muss zurückgezogen werden, um die Glans penis freizulegen.. Der Sprühbehälter soll vorder Anwendung in aufrechter Position gehalten werden. Fortacin soll auf die gesamte Eichelaufgetragen werden, indem das Ventil 3 Mal betätigt wird. Pro Sprühstoß sollte ein Drittel der Glanspenis bedeckt werden. Nach 5 Minuten sollte überschüssiges Spray vor dem Geschlechtsverkehrabgewischt werden.
4.3 Kontraindikationen
Überempfindlichkeit des Patienten oder dessen Partners/Partnerin gegen die Wirkstoffe oder einen derin Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.
Patienten oder ihre Partner/ihre Partnerinnen mit einer bekannten Empfindlichkeit gegen
Lokalanästhetika vom Amidtyp in der Anamnese.
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Vorzeitige Ejakulationen können eine Erkrankung, die eine medizinische Überwachung erfordert, zur
Ursache haben. Wenn dieses Arzneimittel bei bestimmungsgemäßer Anwendung nicht zu einer
Verbesserung der Beschwerden führt, sollte der Patient die Anwendung beenden und einen Arztaufsuchen.
Vermeiden Sie den Kontakt mit den Augen und Ohren
Bei Anwendung in der Nähe der Augen kann Fortacin Augenreizungen verursachen. Auch der Verlustder Schutzreflexe kann zu einer Hornhautreizung und potenzieller Hornhautabschürfung führen. Bei
Augenkontakt sollte das Auge sofort mit Wasser oder Natriumchloridlösung gespült und geschütztwerden, bis das Gefühl zurückkehrt. Bei Anwendung auf einem geschädigten Trommelfell kann
Fortacin eine Ototoxizität des Mittelohrs verursachen.
Verletzungsgefahr
Fortacin, das auf die Schleimhäute des Patienten oder seines Partners/seiner Partnerin, wie etwa Mund,
Nase und Rachen, gesprüht wurde oder auf die weiblichen Genitalien oder die Analschleimhautgelangt ist, könnte resorbiert werden, was wahrscheinlich vorübergehend lokal zu
Taubheitsgefühl/Betäubung führt. Diese Hypästhesie kann normales Schmerzempfinden verschleiernund daher die Gefahr lokalisierter Verletzungen erhöhen.
Verwendung mit Kondomen
Fortacin darf nicht mit Männer- oder Frauenkondomen auf Polyurethanbasis verwendet werden, da
Beschädigungen beobachtet wurden und der Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten bzw.
Schwangerschaft verringert sein kann. Fortacin kann mit Verhütungsmitteln aus Latexgummi,
Polyisopren, Nitril und Silikon verwendet werden, da bei diesen Materialien keine Beschädigungenfestgestellt wurden.-
Die Zahl der Erektionsstörungen und Hypästhesien im Genitalbereich des Mannes kann sich erhöhen,wenn Fortacin zusammen mit Männerkondomen angewendet wird.
Mit Anämie in Zusammenhang stehende Erkrankungen
Patienten oder ihre Partner/Partnerinnen mit Glukose-6-phosphat-Dehydrogenase-Mangel oderkongenitaler oder idiopathischer Methämoglobinämie sind für arzneimittelinduzierte
Methämoglobinämie empfindlicher (siehe Abschnitt 4.5).
Obwohl die systemische Verfügbarkeit von Prilocain durch kutane Resorption von Fortacin niedrig ist,ist bei Patienten mit Anämie, kongenitaler oder erworbener Methämoglobinämie oder bei Patientenmit einer begleitenden Therapie, die bekanntermaßen zu diesen Erkrankungen führt, Vorsicht geboten.
ÜberempfindlichkeitPatienten, die allergisch auf Para-Aminobenzoesäurederivate (Procain, Tetracain, Benzocain etc.)reagieren, haben keine Kreuzsensibilität gegen Lidocain und/oder Prilocain gezeigt. Allerdings sollte
Fortacin bei Patienten (oder ihren Partnern/Partnerinnen) mit anamnestisch bekannter
Überempfindlichkeit gegen Arzneimittel, insbesondere wenn das auslösende Arzneimittel ungewissist, mit Vorsicht angewendet werden.
Auswirkungen auf die Haut
Falls beim Patienten oder seinem Partner/seiner Partnerin ein Hautausschlag oder eine Hautreizungauftritt, sollte die Behandlung mit Fortacin abgebrochen werden. Wenn die Symptome fortbestehen,sollte der Patient einen Arzt aufsuchen.
Patienten mit schwerer Beeinträchtigung der Leber
Patienten mit schwerer Beeinträchtigung der Leber unterliegen aufgrund der Unfähigkeit,
Lokalanästhetika normal zu metabolisieren, einem größeren Risiko für die Entwicklung toxischer
Plasmakonzentrationen von Lidocain oder Prilocain (siehe Abschnitt 4.2).
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Eine Methämoglobinämie kann bei Patienten verstärkt sein, die bereits Arzneimittel anwenden diebekanntermaßen zu der Erkrankung führen, z. B. Sulfonamide, Acetanilid, Anilinfarben, Benzocain,
Chloroquin, Dapson, Metoclopramid, Naphthalin, Nitrate und Nitrite, Nitrofurantoin, Nitroglyzerin,
Nitroprussid, Pamaquin, Para-Aminosalicylsäure, Phenobarbital, Phenytoin, Primaquin und Chinin(siehe Abschnitt 4.4).
Das Risiko einer zusätzlichen systemischen Toxizität sollte berücksichtigt werden, wenn große Dosenvon Fortacin bei Patienten angewendet werden, die bereits andere Lokalanästhetika oder strukturellverwandte Arzneimittel, z. B. Klasse-I-Antiarrhythmika, wie etwa Mexiletin, anwenden.
Spezifische Wechselwirkungsstudien zu Lidocain/Prilocain und Antiarrhythmika der Klasse III (z. B.
Amiodaron) wurden nicht durchgeführt. Wegen einer möglichen Verstärkung der antiarrhythmischen
Wirkung wird jedoch zur Vorsicht geraten.
Arzneimittel, die Cytochrom P450 (CYP) 1A2 hemmen, vermindern die Clearance von Lidocain (z. B.
Fluvoxamin, Cimetidin oder Betablocker) und können zu potenziell toxischen Plasmakonzentrationenführen, wenn Lidocain intravenös in wiederholten hohen Dosen über einen langen Zeitraum(30 Stunden) angewendet wird.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
Fortacin ist nicht zur Anwendung bei Frauen indiziert. Allerdings kann es zu einer gewissen
Exposition bei den Partnerinnen von Männern, die mit Fortacin behandelt werden, kommen.
Frauen im gebärfähigen Alter/Kontrazeption bei Männern und FrauenPatienten, die sich eine Empfängnis erhoffen, sollten entweder die Anwendung von Fortacinvermeiden oder, wenn es für die Erreichung einer Penetration grundlegend ist, die Glans penis 5
Minuten nach dem Auftragen des Sprays, aber vor dem Geschlechtsverkehr, so gründlich wie möglichwaschen.
SchwangerschaftBisher liegen keine oder nur sehr begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung von Lidocain und
Prilocain bei Schwangeren vor. Tierexperimentelle Studien ergaben keine Hinweise auf eine
Reproduktionstoxizität (siehe Abschnitt 5.3). Als Vorsichtsmaßnahme sollte die Anwendung von
Fortacin während der Schwangerschaft vorzugsweise vermieden werden, sofern vom Mann keine
Barrieremethode angewendet wird, um eine potenzielle fetale Exposition zu verhindern.
StillzeitLidocain und Prilocain gehen in die Muttermilch über. Bei therapeutischen Dosen von Fortacin sindkeine Auswirkungen auf gestillte Neugeborene/Kinder aufgrund der Übertragung des Wirkstoffes vommännlichen Patienten auf seine Partnerin zu erwarten. Fortacinkann während der Stillzeit angewendet werden, wenn dies klinisch erforderlich ist.
FertilitätEs liegen keine ausreichenden Daten über die Anwendung von Lidocain und Prilocain in Bezug aufdie Fertilität des Menschen vor. Eine Studie an Ratten zeigte, dass Fortacin eine Reduktion der
Spermienmotilität verursachte (siehe Abschnitt 5.3). Dieses Arzneimittel kann die Wahrscheinlichkeiteiner Schwangerschaft senken, sollte jedoch nicht als Kontrazeptivum angewendet werden.
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
MaschinenFortacin hat keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die
Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.
4.8 Nebenwirkungen
Zusammenfassung des SicherheitsprofilsDie häufigsten Nebenwirkungen, die im Zusammenhang mit der Anwendung dieses Arzneimittels beimännlichen Patienten berichtet wurden, waren lokale Wirkungen: Hypästhesie im Genitalbereich(4,5 %) und Erektionsstörung (4,4 %). Diese Nebenwirkungen führten bei 0,2 % bzw. 0,5 % der
Patienten zu einem Abbruch der Behandlung.
Die häufigsten Nebenwirkungen, die im Zusammenhang mit der Anwendung dieses Arzneimittels beiden Partnerinnen berichtet wurden, waren brennendes Gefühl im Vulvovaginalbereich (3,9 %) und
Hypästhesie im Genitalbereich (1,0 %). Vulvovaginale Beschwerden oder brennendes Gefühl im
Vulvovaginalbereich führten bei 0,3 % der Probanden zu einem Abbruch der Behandlung.
Tabellarische Zusammenfassung der NebenwirkungenDie Häufigkeit der Nebenwirkungen ist wie folgt definiert: sehr häufig (≥ 1/10), häufig(≥ 1/100, < 1/10), gelegentlich (≥ 1/1 000, < 1/100), selten (≥ 1/10 000, < 1/1 000), sehr selten (< 1/10000), nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar). Innerhalbjeder Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen mit abnehmendem Schweregrad angegeben.
Unerwünschte Arzneimittelwirkungen bei männlichen Probanden mit Behandlung der
Glans penis
Systemorganklasse Häufigkeit Nebenwirkungen
Psychiatrische Erkrankungen Gelegentlich Anomaler Orgasmus
Erkrankungen des Gelegentlich Kopfschmerz
Nervensystems
Erkrankungen der Atemwege, Gelegentlich Rachenreizungdes Brustraums und
Mediastinums
Erkrankungen der Haut und Gelegentlich Hautreizungdes Unterhautgewebes
Erkrankungen der Häufig Hypästhesie im männlichen Genitalbereich,
Geschlechtsorgane und der Erektionsstörungen, Brennen im
Brustdrüse Genitalbereich
Gelegentlich Rötung im Genitalbereich, Ejakulationausbleibend, Parästhesie der männlichen
Geschlechtsorgane, Penisschmerzen,
Erkrankung des Penis, genitaler Pruritus
Allgemeine Erkrankungen und Gelegentlich Fieber
Beschwerden am
Verabreichungsort
Unerwünschte Arzneimittelwirkungen bei Sexualpartnern
Systemorganklasse Häufigkeit Nebenwirkungen
Infektionen und parasitäre Gelegentlich Vaginale Candidose
Erkrankungen
Erkrankungen des Gelegentlich Kopfschmerz
Nervensystems
Erkrankungen der Atemwege, Gelegentlich Rachenreizungdes Brustraums und
Mediastinums
Erkrankungen des Gelegentlich Anorektale Beschwerden, orale Parästhesie
Gastrointestinaltraktes
Erkrankungen der Nieren und Gelegentlich Dysurie
Harnwege
Erkrankungen der Häufig Brennendes Gefühl im Vulvovaginalbereich,
Geschlechtsorgane und der Hypästhesie
Brustdrüse
Gelegentlich Vulvovaginale Beschwerden,
Vaginalbrennen, vulvovaginaler Pruritus
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
Es ist unwahrscheinlich, dass Fortacin bei den empfohlenen Dosierungen zu einer Überdosis führt.
Sollten jedoch Symptome einer systemischen Toxizität auftreten, ist zu erwarten, dass die Zeichenjenen ähnlich sind, die nach der Anwendung Lokalanästhetika über andere Anwendungswegeauftreten. Eine Toxizität aufgrund Lokalanästhetika zeigt sich anhand von Symptomen einer
Exzitation des Nervensystems (z. B. Unruhe, Schwindel, Hör- und Sehstörungen, Übelkeit, Erbrechen,
Zittern und Muskelzucken) und in schweren Fällen einer Dämpfung des Zentralnervensystems undeiner kardiovaskulären Depression (z. B. Hypotonie, Bradykardie und Kreislaufkollaps, der zum
Herzstillstand führen kann)..
Schwere neurologische Symptome (Konvulsionen, ZNS-Depression) müssen symptomatisch durch
Atmungsunterstützung und die Anwendung von Antikonvulsiva behandelt werden.
Prilocain kann in hohen Dosen zu einem Anstieg der Methämoglobin-Spiegel führen, insbesondere in
Verbindung mit methämoglobininduzierenden Arzneimitteln (z. B. Sulfonamide). Eine klinischsignifikante Methämoglobinämie sollte mit einer langsamen intravenösen Injektion von
Methylthioniniumchlorid behandelt werden.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Anästhetika, Amide, ATC-Code: N01BB20
WirkmechanismusFortacin führt zu einer topischen Anästhesie der Glans penis. Die Wirkstoffe Lidocain und Prilocainblockieren die Übertragung von Nervenimpulsen in der Glans penis, was eine Senkung der Sensibilitätder Glans penis zur Folge hat. Dies führt zu einer Verzögerung der ejakulatorischen Latenzzeit, ohnedas Empfinden der Ejakulation negativ zu beeinflussen.
Pharmakodynamische WirkungenKlinische Studien haben gezeigt, dass Fortacin die intravaginale ejakulatorische Latenzzeit(intravaginal ejaculatory latency time, IELT) erhöht, die Kontrolle über die Ejakulation verbessert undden Leidensdruck bei Patienten mit vorzeitiger Ejakulation senkt, wie anhand des Index of Premature
Ejaculation (IPE) gemessen wurde. Die Wirkung des Arzneimittels tritt schnell ein. Es ist innerhalbvon 5 Minuten nach der Anwendung wirksam. Es wurde nachgewiesen, dass die Wirksamkeit des
Arzneimittels auch nach wiederholter Anwendung im Laufe der Zeit bestehen bleibt.
Klinische Wirksamkeit und SicherheitDie Wirksamkeit von Fortacin wurde in zwei multizentrischen, multinationalen, randomisierten,doppelblinden, placebokontrollierten Studien (PSD502-PE-002 and PSD502-PE-004) auf die beibeiden im Anschluss eine unverblindete Phase folgte, nachgewiesen. Männer, welche die Kriterien der
International Society for Sexual Medicine (ISSM) in Bezug auf vorzeitige Ejakulation (VE) erfülltenund bei Beginn der Behandlung eine IELT von ≤ 1 Minute bei mindestens 2 der ersten 3
Geschlechtsverkehre während des Screenings aufwiesen, konnten in die Studie aufgenommen werden.
Die ITT-Population für die beiden kombinierten Zulassungsstudien umfasste 539 Patienten, davon 358in der Fortacin-Gruppe und 181 in der Placebo-Gruppe (Verhältnis 2:1) in der ersten dreimonatigen
DB-Phase. Die Per-Protokoll-Population umfasste 430 Patienten (284 bzw. 146 Patienten in der
Fortacin- bzw. Placebo-Gruppe).
Die demografischen Merkmale der ITT-Population von PSD502-PE-002 und PSD502-PE-004 sind inder nachstehenden Tabelle zusammengefasst.
Demografische Daten: ITT-Population (PSD502-PE-002 und PSD502-PE-004 Einzelergebnisse)
PSD502-PE-002 PSD502-PE-004
PSD502 Placebo Total PSD502 Placebo Total
Demografische Daten N=167 N=82 N=249 N=191 N=99 N=290
Alter (Jahre)n 167 82 249 191 99 290
Mittelwert 39,1 37,9 38,7 34,6 35,2 34,8
SD 11,71 11,97 11,97 9,56 11,20 10,13
Bereich 18 - 67 18 - 68 18 - 68 19 - 65 20 - 60 19 - 65
Median 39,0 36,0 38,0 33,0 33,0 33,0
Altersgruppe (Jahre)18 bis <25 14 (8,4%) 12(14,6%) 26 (10,4) 27 (14,1%) 19 (19,2%) 46 (15,9%)25 bis <35 53 26(31,7%) (31,7%) 79 (31,7) 82 (42,9%) 36 (36,4%) 118(40,7%)35 bis <45 44 18(26,3%) (22,0%) 62 (24,9) 50 (26,2%) 20 (20,2%) 70 (24,1%)45 bis <55 39 18(23,4%) (22,0%) 57 (22,9) 24 (12,6%) 19 (19,2%) 43 (14,8%)55 bis <65 13 (7,8%) 7 (8,5%) 20 ( 8,0) 7 (3,7%) 5 (5,1%) 12 (4,1%)≥65 4 (2,4%) 1 (1,2%) 5 ( 2,0) 1 (0,5%) 0 1 (0,3%)
Rasse/ ethnische
Herkunft
Kaukasisch 133 74 207 188 99 (100%) 287(79,6%) (90,2%) (83,1%) (98,4%) (99,0%)
Afroamerikanisch/ 17
Karibisch (10,2%) 4 (4,9%) 21 (8,4%) 1 (0,5%) 0 1 (0,3%)
Hispanoamerikanisch 9 (5,4%) 2 (2,4%) 11 (4,4%) 0 0 0
Asiatisch 5 (3,0%) 2 (2,4%) 7 (2,8%) 1 (0,5%) 0 1 (0,3%)
Andere 3 (1,8%) 0 3 (1,2%) 1 (0,5%) 0 1 (0,3%)
Abkürzungen: BMI = body mass index; ITT = intention-to-treat; SD = Standardabweichung
Die Wirksamkeit von Fortacin zur Behandlung von VE wurde durch Messung der IELT und derco-primären Endpunkte ejakulatorische Kontrolle, sexuelle Befriedigung und Leidensdruck unter
Anwendung des IPE beurteilt. Während der 3 Monate der doppelblinden Behandlungsphase stieg dergeometrische Mittelwert der IELT in der mit Fortacin behandelten Gruppe von 0,58 auf 3,17 Minutenund in der Placebo-Gruppe von 0,56 auf 0,94 Minuten an.
Insgesamt 85,2 % der Probanden in der mit Fortacin behandelten Gruppe erzielten eine mittlere IELTvon > 1 Minute im Laufe der 3-monatigen Behandlung, während 46,4 % der Probanden unter Placeboeine mittlere IELT von > 1 Minute erzielten. Insgesamt 66,2 % der mit Fortacin behandelten
Probanden und 18,8 % der mit Placebo behandelten Probanden erzielten eine mittlere IELTvon > 2 Minuten.
Die klinisch signifikanten Anstiege der IELT entsprachen signifikanten Unterschieden bei den
IPE-Scores (p < 0,0001). Die angepassten mittleren Veränderungsscores (Fortacin vs. Placebo) in
Monat 3 betrugen 8,2 vs. 2,2 für die ejakulatorische Kontrolle, 7,2 vs. 1,9 für die sexuelle
Befriedigung und 3,7 vs. 1,1 für den Leidensdruck.
Bei mit Fortacin behandelten Probanden stiegen die IELT- und IPE-Scores beim ersten Messzeitpunktan. Sowohl die IELT- als auch die IPE-Scores stiegen während der gesamten restlichen doppelblinden
Phase weiter leicht an. Die positiven Veränderungen bei den IELT- und IPE-Domänenscores wurdenwährend der unverblindeten Behandlungsphase aufrechterhalten.
Bei allen drei monatlichen Beurteilungen füllten alle Probanden einen Fragenbogen, das sogenannte
Premature Ejaculation Profile (PEP), zu Ihrer Empfindung bezüglich der Kontrolle über die
Ejakulation, des persönlichen Leidensdrucks im Zusammenhang mit der Ejakulation, der Befriedigungbeim Geschlechtsverkehr und der zwischenmenschlichen Schwierigkeiten im Zusammenhang mit der
Ejakulation aus. Die PEP-Scores folgten einem ähnlichen Verbesserungsmuster wie die IELT- und
IPE-Scores. Bei allen drei monatlichen Beurteilungen, die von den Probanden durchgeführt wurden,bestand ein signifikanter Unterschied zwischen Fortacin und Placebo (p < 0,0001). Die Partnerinnenfüllten den PEP-Fragebogen in Monat 3 aus. Es bestand ebenfalls ein signifikanter Unterschiedgegenüber Placebo in allen Domänen bei den Antworten der Partnerinnen (p < 0,0001).
Ältere PatientenDie für die klinischen Studien rekrutierten Patienten waren zwischen 18 und 68 Jahre alt. In denpivotalen klinischen Studien zeigte eine Subgruppenanalyse des Wirksamkeitsnachweises inverschiedenen Altersgruppen, dass die Wirksamkeits- und Sicherheitsprofile in den verschiedenen
Altersgruppen recht einheitlich waren.
Aufgrund der etablierten Verwendung gibt es eine breite Datenlage für die Sicherheit von Lidocainund Prilocain. Diese deutet nicht auf Sicherheitsbedenken für ältere Menschen hin.
Kinder und JugendlicheDie Europäische Arzneimittel-Agentur hat für Fortacin eine Freistellung von der Verpflichtung zur
Vorlage von Ergebnissen zu Studien in allen pädiatrischen Altersklassen in primärer vorzeitiger
Ejakulation gewährt (siehe Abschnitt 4.2 bzgl. Informationen zur Anwendung bei Kindern und
Jugendlichen).
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
ResorptionDie Plasmaspiegel von Lidocain und Prilocain lagen bei männlichen und weiblichen Probanden unterder mit einer Toxizität assoziierten Konzentration (5 000 ng/ml). Männliche Probanden hatten nachwiederholten Dosen maximale Plasmaspiegel von Lidocain, die weniger als 4 % der toxischen
Konzentration betrugen, und von Prilocain, die weniger als 0,4 % der toxischen Konzentrationbetrugen. Weibliche Probanden, die wiederholte Dosen direkt an der Zervix und in der Vaginaerhielten, die dem bis zu Fünffachen der empfohlenen Dosis für den männlichen Partner entsprachen,hatten maximale Plasmaspiegel von Lidocain, die weniger als 8 % der toxischen Konzentrationbetrugen, und von Prilocain, die weniger als 1 % der toxischen Konzentration betrugen.
Die systemische Exposition gegenüber Lidocain und Prilocain und deren Metaboliten (2,6-Xylidinbzw. o-Toluidin) ist nach Anwendung auf die Glans penis bei männlichen Patienten und nach
Anwendung auf die Zervix/ im Scheidengewölbe bei weiblichen Probanden in höheren als denempfohlenen Dosen niedrig.
VerteilungLidocain
Das Verteilungsvolumen im Steady-State beträgt nach intravenöser Anwendung 1,1 bis 2,1 l/kg. Eswird berichtet, dass Lidocain zu 66 % an Plasmaproteine, einschließlich sauren Alpha1-Glykoproteins,bindet. Lidocain kann die Bluthirnschranke und die Plazenta passieren und geht in die Muttermilchüber.
Prilocain
Nach intravenöser Anwendung beträgt das Verteilungsvolumen von Prilocain im Steady-State 0,7 bis4,4 l/kg. Es wird berichtet, dass Prilocain zu 55 % an Plasmaproteine, einschließlich sauren
Alpha1-Glykoproteins, bindet. Prilocain passiert die Bluthirnschranke und die Plazenta. Prilocain gehtaußerdem in die Muttermilch über.
BiotransformationLidocain wird weitgehend in der Leber vom Cytochrom P450 (CYP 3A4) und wahrscheinlich zugeringerem Ausmaß in der Haut metabolisiert. Der First-pass-Metabolismus ist schnell und extensivund die Bioverfügbarkeit beträgt nach oralen Dosen etwa 35 %.
Prilocain wird in der Leber vom Cytochrom P450 und in den Nieren durch Amidasen schnellmetabolisiert.
Der Metabolismus von Lidocain und Prilocain führt zur Bildung der Metaboliten 2,6-Xylidin bzw.o-Toluidin (neben anderen Metaboliten). Die Plasmaspiegel dieser Metaboliten, die nach der
Anwendung von Fortacin in klinischen Prüfungen festgestellt wurden, waren sowohl bei männlichenals auch bei weiblichen Probanden niedrig, auch wenn Dosen, die vielfach über der klinischen Dosislagen, angewendet wurden. Es war nach lokaler Anwendung des Arzneimittels bei weiblichen
Probanden zu keinem Zeitpunkt 2,6-Xylidin oder o-Toluidin in der Vaginalflüssigkeit nachweisbar.
EliminationLidocain
Die terminale Eliminationshalbwertzeit von Lidocain aus dem Plasma beträgt nach intravenöser
Anwendung etwa 65 bis 150 Minuten und die systemische Clearance beträgt 10 bis 20 ml/min/kg.
Lidocain wird hauptsächlich in Form von Metaboliten in den Urin ausgeschieden, wobei nur einkleiner Anteil unverändert ausgeschieden wird.
Prilocain
Die Eliminationshalbwertzeit von Prilocain beträgt nach intravenöser Anwendung etwa 10 bis150 Minuten. Die systemische Clearance beträgt 18 bis 64 ml/min/kg. Prilocain wird hauptsächlich in
Form von Metaboliten in den Urin ausgeschieden, wobei nur ein kleiner Anteil unverändertausgeschieden wird.
5.3 Präklinische Sicherheitsdaten
ReproduktionstoxizitätLidocain
In Studien zur embryonalen/fetalen Entwicklung an Ratten und Kaninchen, die während der
Organogenese Dosen erhielten, wurden keine teratogenen Wirkungen beobachtet. Bei Kaninchenwurde bei Dosen, die für das Muttertier toxisch waren, eine Embryotoxizität beobachtet. Diepostnatale Überlebenszeit der Nachkommen von Ratten, die während der Schwangerschaft und der
Stillzeit mit Dosen behandelt wurden, die für das Muttertier toxisch waren, erwies sich als reduziert.
Prilocain
In einer Studie mit trächtigen Ratten, die während der Organogenese eine Kombination aus Lidocainund Prilocain erhielten, wurden keine Wirkungen auf die embryonale/fetale Entwicklung beobachtet.
Allerdings sind keine Daten zur systemischen Exposition für einen Vergleich mit der klinischen
Exposition verfügbar.
Genotoxizität und Karzinogenität
Lidocain
Lidocain erwies sich nicht als genotoxisch. Das karzinogene Potenzial von Lidocain wurde nichtuntersucht. Der Lidocain-Metabolit 2,6-Xylidin hat in vitro genotoxisches Potenzial. In einer
Karzinogenitätsstudie an Ratten, die in utero 2,6-Xylidin ausgesetzt waren, wurden postnatal undwährend der gesamten Lebensdauer Tumore der Nasenhöhle, subkutane Tumore und Lebertumorebeobachtet. Die klinische Relevanz dieser Tumorbefunde in Bezug auf diekurzfristige/intermittierende Anwendung von Lidocain beim Menschen ist nicht bekannt. Diemenschliche Exposition gegenüber Lidocain aus Fortacin ist 20 bis 30-fach niedriger als die
Mindestdosis, die nicht zu Tumoren führte, und 200-fach niedriger als die Mindestdosis, die zu
Tumoren führte.
Prilocain
Prilocain erwies sich nicht als genotoxisch. Das karzinogene Potenzial von Prilocain wurde nichtuntersucht. Der Prilocain-Metabolit o-Toluidin hat in vitro genotoxisches Potenzial. In
Karzinogenitätsstudien zu o-Toluidin an Ratten, Mäusen und Hamstern wurden Tumore inverschiedenen Organen beobachtet. Die klinische Relevanz dieser Tumorbefunde in Bezug auf diekurzfristige/intermittierende Anwendung von Prilocain beim Menschen ist nicht bekannt. Diemenschliche Exposition ist 1 000-fach niedriger als die untersuchte Mindestdosis. Anmerkung: Diese
Dosis führte zu Tumoren.
Wirkung auf die Fertilität
In einer In-vitro-Studie an Ratten zeigte Fortacin eine Reduktion der Spermienmotilität, wenn 22,5 mg
Lidocain und 7,5 mg Prilocain (d. h. die in 1 Dosis für den Menschen enthaltene Menge) in direkten
Kontakt mit dem Rattensperma kamen. Allerdings spiegelte diese Studie nicht die Umstände derklinischen Anwendung wider, da die Konzentration von Fortacin in direktem Kontakt mit dem Spermaum ein Vielfaches niedriger wäre. Das Potenzial zur Senkung der Spermienmotilität nach derklinischen Anwendung des Arzneimittels kann nicht ausgeschlossen werden. Daher ist es nichtmöglich anzugeben, ob Fortacin eine Schwangerschaft verhindern würde.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
6.2 Inkompatibilitäten
Es wurden Beschädigungen an Kondomen beobachtet, wenn Fortacin zusammen mit Frauen- oder
Männerkondomen aus Polyurethan angewendet wurde (siehe Abschnitt 4.4). Patienten sollte die
Anwendung anderer Verhütungsmethoden angeraten werden.
6.3 Haltbarkeit
18 Monate.
Nach der ersten Anwendung: 12 Wochen
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Nicht über 25 °C lagern. Nicht einfrieren.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
Aluminium-Sprühdose mit Dosierventil.
Die Komponenten des Dosierventils bestehen aus rostfreiem Edelstahl, POM, TPE, Polypropylen,
Chlorbutyl, Chlorbutylkautschuk und HDPE.
Jede Packung enthält eine Sprühdose, die 6,5 ml oder 5 ml Lösung enthält.
Jede Sprühdose mit 6,5 ml enthält mindestens 20 Dosen (1 Dosis entspricht 3 Sprühstößen).
Jede Sprühdose mit 5 ml enthält mindestens 12 Dosen (1 Dosis entspricht 3 Sprühstößen).
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
zur Handhabung
Die Metalldose steht unter Druck. Sie sollte nicht durchstochen, beschädigt oder verbrannt werden,auch wenn sie scheinbar leer ist.
Eine Restmenge der Flüssigkeit, die nicht verwendbar ist, wird in der Dose zurückbleiben,nachdem alle Dosen angewendet wurden.
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen
Anforderungen zu beseitigen.
7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS
Recordati Ireland Limited
Raheens East
Ringaskiddy Co. Cork P43 KD30
Irland
8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)
EU/1/13/881/001
EU/1/13/881/002
9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG
DER ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 15. November 2013
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 15. September 2023
10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der
Europäischen Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu verfügbar.