Angewendet bei: Vergiftung
Art der Anwendung: Infusion
Substanz: Fomepizol (Antidot)
ATC: V03AB34 (VARIA | ALLE ÜBRIGEN THERAPEUTISCHEN MITTEL | Antidote)
Fomepizol ist ein Gegenmittel, das in Notfällen bei Vergiftungen mit Ethylenglykol, Methanol aus technischen Flüssigkeiten eingesetzt wird. Solche Vergiftungen können schwere Übersäuerung, Nierenschäden, Sehstörungen, Koma oder Tod verursachen. Die Behandlung sollte rasch beginnen, auch wenn die Aufnahme nur vermutet wird.
Fomepizol hemmt die Alkoholdehydrogenase, das Enzym, das Ethylenglykol und Methanol in giftige Abbauprodukte umwandelt. Dadurch entstehen weniger toxische Metaboliten, und das Behandlungsteam gewinnt Zeit, gefährliche Störungen zu korrigieren. In schweren Fällen wird Fomepizol zusammen mit Hämodialyse eingesetzt, um Giftstoff und Abbauprodukte aus dem Blut zu entfernen.
Das Arzneimittel wird im Krankenhaus intravenös verabreicht, meist in der Notaufnahme oder Intensivstation. Die Gaben werden in ärztlich festgelegten Abständen wiederholt und bei Dialyse angepasst. Häufige Blutkontrollen prüfen pH-Wert, Elektrolyte, Nierenfunktion, Giftspiegel und das Sehvermögen. Währenddessen sollten Betroffene nicht Auto fahren und keinen Alkohol trinken.
Mögliche Nebenwirkungen sind Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel, Schläfrigkeit, unangenehmer Geschmack, Reaktionen an der Infusionsstelle oder erhöhte Leberwerte. Informieren Sie sofort das Personal bei Ausschlag, Atemnot, Schwellungen, zunehmender Verwirrtheit, Krampfanfällen oder Sehstörungen. Fomepizol ersetzt nicht die toxikologische Beurteilung, Dialyse oder unterstützende Behandlung, wenn diese nötig sind.