Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels FLUENZ TETRA nasenspray, suspension
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
Fluenz Tetra Nasenspray, Suspension
Influenza-Impfstoff (lebend-attenuiert, nasal)
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Reassortanten-Influenzavirus* (lebend-attenuiert) der folgenden vier Stämme**:
A/Victoria/4897/2022 (H1N1)pdm09-ähnlicher Stamm(A/Norway/31694/2022, MEDI 369815) 107,0±0,5 FFU***
A/Darwin/9/2021 (H3N2)-ähnlicher Stamm(A/Norway/16606/2021, MEDI 355293) 107,0±0,5 FFU***
B/Austria/1359417/2021-ähnlicher Stamm(B/Austria/1359417/2021, MEDI 355292) 107,0±0,5 FFU***
B/Phuket/3073/2013-ähnlicher Stamm(B/Phuket/3073/2013, MEDI 306444) 107,0±0,5 FFU***.......................................................................................................je 0,2 ml-Dosis
* vermehrt in befruchteten Hühnereiern aus gesunden Hühnerbeständen.
** produziert in VERO-Zellen mittels reverser Gentechnologie (reverse genetic technology).
Dieses Produkt enthält genetisch veränderte Organismen (GVO).
*** fluorescent focus units.
Dieser Impfstoff entspricht der WHO-Empfehlung (nördliche Hemisphäre) sowie dem EU-Beschlussfür die Saison 2023/2024.
Der Impfstoff kann Rückstände folgender Substanzen enthalten: Eiproteine (z. B. Ovalbumin)und Gentamicin. Die maximale Menge Ovalbumin beträgt weniger als 0,024 Mikrogramm pro 0,2 ml
Dosis (0,12 Mikrogramm pro ml).
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Nasenspray, Suspension
Die Suspension ist farblos bis blassgelb, klar bis opaleszent mit einem pH-Wert von ungefähr 7,2. Eskönnen kleine weiße Partikel vorhanden sein.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Influenza-Prophylaxe bei Kindern und Jugendlichen ab einem Lebensalter von 24 Monaten bis zumvollendeten 18. Lebensjahr.
Fluenz Tetra sollte in Übereinstimmung mit den offiziellen Empfehlungen angewendet werden.
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
DosierungKinder und Jugendliche ab einem Lebensalter von 24 Monaten:0,2 ml (verabreicht werden 0,1 ml je Nasenloch).
Kinder, die zuvor noch nicht gegen saisonale Influenza geimpft wurden, sollten frühestensnach 4 Wochen eine zweite Dosis verabreicht bekommen.
Fluenz Tetra darf bei Säuglingen und Kleinkindern unter 24 Monaten nicht angewendet werden, dabei dieser Gruppe Bedenken hinsichtlich einer erhöhten Hospitalisierungsrate und des Auftretens von
Giemen bestehen (siehe Abschnitt 4.8).
Art der AnwendungDie Immunisierung muss durch eine nasale Anwendung erfolgen.
Fluenz Tetra darf nicht injiziert werden.
Die Fluenz Tetra-Dosis wird aufgeteilt in beide Nasenlöcher verabreicht. Nach Verabreichung derhalben Dosis in ein Nasenloch wird die zweite Hälfte der Dosis sofort oder kurze Zeit später in dasandere Nasenloch verabreicht. Der Patient kann normal atmen, während der Impfstoff verabreichtwird - er muss nicht aktiv inhalieren oder Luft durch die Nase einziehen.
Für die Anweisungen zur Verabreichung siehe Abschnitt 6.6.
4.3 Kontraindikationen
- Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe, einen der in Abschnitt 6.1 genanntensonstigen Bestandteile (z. B. Gelatine) oder gegen Gentamicin (ein möglicher
Rückstand).
- Schwere allergische Reaktion (z. B. Anaphylaxie) gegen Eier oder Eiproteine (z. B.
Ovalbumin).
- Kinder und Jugendliche mit klinischer Immunschwäche aufgrund von Erkrankungen oderinfolge einer Therapie mit Immunsuppressiva, zum Beispiel: akute und chronische
Leukämie, Lymphom, symptomatische HIV-Infektion, zelluläre Immundefekte und hochdosierte Kortikosteroid-Behandlung. Fluenz Tetra ist nicht kontraindiziert bei Personenmit asymptomatischer HIV-Infektion sowie bei Personen, die topische/inhalative
Kortikosteroide oder niedrig dosierte systemische Kortikosteroide erhalten oder die
Kortikosteroide als Ersatztherapie anwenden, z. B. bei Nebenniereninsuffizienz.
- Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren, die eine Salicylat-Therapie erhalten, da
Salicylate und eine Wildtyp-Influenza-Infektion mit dem Reye-Syndrom in Verbindunggebracht wurden.
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
RückverfolgbarkeitUm die Rückverfolgbarkeit biologischer Arzneimittel zu verbessern, müssen die Bezeichnung des
Arzneimittels und die Chargenbezeichnung des angewendeten Arzneimittels eindeutig dokumentiertwerden.
Wie bei den meisten Impfstoffen muss dafür gesorgt werden, dass zur Behandlung eineranaphylaktischen Reaktion oder einer schwerwiegenden Überempfindlichkeitsreaktion nach
Verabreichung von Fluenz Tetra umgehend eine geeignete medizinische Behandlung und
Überwachung zur Verfügung stehen.
Fluenz Tetra sollte nicht an Kinder und Jugendliche mit schwerem Asthma oder akutem Giemenverabreicht werden, da es über diese Patientengruppe keine ausreichenden Erkenntnisse aus klinischen
Studien gibt.
Die Impflinge sollen informiert werden, dass Fluenz Tetra ein attenuierter Lebendvirus-Impfstoff istund daher die Gefahr einer Virus-Übertragung auf immungeschwächte Personen besteht. Die
Impflinge sollten sich bemühen, in den ersten 1-2 Wochen nach der Impfung soweit wie möglichjeden engen Kontakt zu stark immungeschwächten Personen (z. B. Empfängern von
Knochenmarktransplantaten während der Isolation) zu vermeiden. In klinischen Studien mit Fluenzwurde 2-3 Tage nach der Impfung die maximale Impfvirus-Konzentration beobachtet. In Situationen,in denen ein Kontakt zu stark immungeschwächten Personen unvermeidbar ist, sollte das potenzielle
Risiko, den Influenza-Impfvirus zu übertragen, abgewogen werden gegen das Risiko, sich mit dem
Wildtyp-Influenzavirus zu infizieren und diesen zu übertragen.
Fluenz Tetra darf auf keinen Fall injiziert werden.
Es liegen keine Daten zur Sicherheit einer intranasalen Anwendung von Fluenz Tetra bei Kindern mitnicht korrigierten kraniofazialen Fehlbildungen vor.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Fluenz Tetra darf Kindern und Jugendlichen nicht verabreicht werden, wenn diese eine
Salicylat-Therapie erhalten (siehe Abschnitt 4.3). Salicylate dürfen bei Kindern und Jugendlicheninnerhalb der ersten 4 Wochen nach der Impfung nur bei medizinischer Indikation angewendetwerden, da nach der Gabe von Salicylaten während einer Wildtyp-Influenza-Infektion über das
Auftreten eines Reye-Syndroms berichtet wurde.
Die gleichzeitige Anwendung von trivalentem Fluenz mit attenuierten Lebendimpfstoffen gegen
Masern, Mumps, Röteln, Windpocken und oral verabreichten Polioviren wurde untersucht. Es warenkeine klinisch bedeutsamen Veränderungen der Immunreaktion gegen Masern, Mumps, Windpocken,oral verabreichte Polioviren oder gegen Fluenz zu beobachten. Die Immunreaktion gegen den
Röteln-Impfstoff war jedoch deutlich verändert, was aber wegen des Zwei-Dosen-Impfschemasdes Röteln-Impfstoffs keine klinische Relevanz haben dürfte. Diese Untersuchungen mit trivalentem
Fluenz sind relevant für die Anwendung von Fluenz Tetra, da Fluenz Tetra (Influenza-Impfstoff,lebend-attenuiert, nasal) mit Ausnahme des zusätzlichen vierten Stammes (eines zweiten B-Stammes)identisch mit Fluenz ist.
Die gleichzeitige Anwendung von Fluenz Tetra mit inaktivierten Impfstoffen wurde nicht untersucht.
Die gleichzeitige Anwendung von Fluenz Tetra mit antiviralen Wirkstoffen, die gegen
Influenza-A- und/oder Influenza-B-Viren wirksam sind, wurde nicht untersucht. In Anbetrachtder potenziellen Verminderung der Wirksamkeit von Fluenz Tetra durch antivirale Influenzawirkstoffewird jedoch empfohlen, den Impfstoff frühestens 48 Stunden nach Beendigung der antiviralen
Influenzatherapie zu verabreichen. Wird in den ersten zwei Wochen nach Impfung eine antivirale
Therapie gegen Influenza angewendet, kann dies das Ansprechen auf den Impfstoff beeinflussen.
Im Fall einer gleichzeitigen Anwendung von antiviraler Therapie gegen Influenza und Fluenz Tetraist je nach klinischer Beurteilung eine Nachimpfung in Betracht zu ziehen.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
SchwangerschaftBisher liegen nur wenige Erfahrungen mit der Anwendung von Fluenz Tetra bei Schwangeren vor. Ineiner Falldatenbank von US-Krankenversicherungen gab es für 138 Schwangere, bei denendie Anwendung von trivalentem Fluenz verzeichnet war, keine Hinweise auf signifikante negative
Auswirkungen bei der Mutter. Gemäß der AstraZeneca-Sicherheitsdatenbank wurden in mehrals 300 Berichten über die Impfstoffgabe an Schwangere keine ungewöhnlichen Muster von
Schwangerschaftskomplikationen oder fetalen Entwicklungen beobachtet.
Obwohl tierexperimentelle Studien keine Hinweise auf direkte oder indirekte gesundheitsschädliche
Wirkungen in Bezug auf eine Reproduktionstoxizität ergaben und sich aus Studien nach der
Markteinführung eine gewisse Sicherheit in Fällen unbeabsichtigter Verabreichung des Impfstoffsableiten lässt, wird die Anwendung von Fluenz Tetra in der Schwangerschaft nicht empfohlen.
StillzeitEs ist nicht bekannt, ob Fluenz Tetra in die Muttermilch übergeht. Da aber manche Viren indie Muttermilch übergehen, soll Fluenz Tetra während der Stillzeit nicht angewendet werden.
Begrenzte verfügbare Daten weisen darauf hin, dass das trivalente Fluenz nicht in die Muttermilchübergeht.
FertilitätEs liegen keine Daten zu den möglichen Wirkungen von Fluenz Tetra auf die männliche oderweibliche Fertilität vor.
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
von Maschinen
Fluenz Tetra hat keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit unddie Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.
4.8 Nebenwirkungen
Zusammenfassung des SicherheitsprofilsDie Erfahrungen bezüglich Sicherheit von trivalentem Fluenz sind relevant für die Anwendungvon Fluenz Tetra, da Fluenz Tetra (Influenza-Impfstoff, lebend-attenuiert, nasal) mit Ausnahmedes zusätzlichen vierten Stammes (eines zweiten B-Stammes) identisch mit Fluenz ist.
Daten zur Sicherheit für die Anwendung von Fluenz Tetra basieren auf Ergebnissen aus klinischen
Studien mit Fluenz Tetra mit 2231 Kindern und Jugendlichen im Alter von 2 bis 17 Jahren, aufklinischen Studien mit Fluenz mit mehr als 29 000 Kindern und Jugendlichen sowie auf Studien nach
Zulassung von Fluenz mit über 84 000 Kindern und Jugendlichen im Alter von 2 bis 17 Jahren.
Zusätzliche Erfahrungen mit Fluenz liegen auch seit dessen Markteinführung vor.
In klinischen Studien ergab sich für Fluenz Tetra ein ähnliches Sicherheitsprofil wie für Fluenz. Die inklinischen Studien am häufigsten beobachtete Nebenwirkung war Verstopfung der Nase/Rhinorrhoe.
Liste der Nebenwirkungen
Die Nebenwirkungshäufigkeiten sind wie folgt definiert:
Sehr häufig (≥ 1/10)
Häufig (≥ 1/100, < 1/10)
Gelegentlich (≥ 1/1 000, < 1/100)
Selten (≥ 1/10 000, < 1/1 000)
Sehr selten (< 1/10 000)
Erkrankungen des ImmunsystemsGelegentlich: Überempfindlichkeitsreaktionen (einschließlich Gesichtsödem, Urtikaria und sehrselten Anaphylaxie)
Stoffwechsel- und ErnährungsstörungenSehr häufig: Verminderter Appetit
Erkrankungen des NervensystemsHäufig: Kopfschmerzen
Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und MediastinumsSehr häufig: Verstopfung der Nase/Rhinorrhoe
Gelegentlich: Epistaxis
Erkrankungen der Haut und des UnterhautzellgewebesGelegentlich: Hautausschlag
Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und KnochenerkrankungenHäufig: Myalgie
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am VerabreichungsortSehr häufig: Unwohlsein
Häufig: Pyrexie
Kinder und JugendlicheIn einer aktiv-kontrollierten klinischen Studie (MI-CP111) wurde bei Säuglingen und Kleinkindernim Alter von 6 bis 11 Monaten über einen Zeitraum von 180 Tagen nach der letzten Impfdosis eineerhöhte Rate von Hospitalisierungen (jeglicher Ursache) verzeichnet (6,1 % Fluenz versus 2,6 %injizierbarer Influenza-Impfstoff). Die meisten Hospitalisierungen waren auf Infektionen des
Gastrointestinaltrakts und der Atemwege zurückzuführen und traten über 6 Wochen nach der Impfungauf. Bei Fluenz-Impflingen ab einem Alter von 12 Monaten war die Hospitalisierungsrate nicht erhöht.
In derselben Studie war bei Säuglingen und Kleinkindern im Alter von 6 bis 23 Monaten über einen
Zeitraum von 42 Tagen eine erhöhte Häufigkeit akuten Giemens zu beobachten (5,9 % Fluenzversus 3,8 % injizierbarer Influenza-Impfstoff). Bei Fluenz-Impflingen ab einem Altervon 24 Monaten war die Häufigkeit des Auftretens von Giemen nicht erhöht. Fluenz Tetra ist nicht fürdie Anwendung bei Säuglingen und Kleinkindern unter 24 Monaten angezeigt (siehe Abschnitt 4.2).
Im Rahmen der Überwachung von Fluenz seit Markteinführung wurde zudem in sehr seltenen Fällenüber ein Guillain-Barré-Syndrom sowie über eine Exazerbation von Symptomen des Leigh-Syndroms(mitochondriale Enzephalomyopathie) berichtet.
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit.
Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
Eine Überdosierung mit Fluenz Tetra ist aufgrund der Gestaltung als Fertig-Zerstäuberunwahrscheinlich. Die Anwendung einer höheren als der empfohlenen Dosis von Fluenz Tetra wurdeselten berichtet und das Nebenwirkungsprofil war vergleichbar mit dem, das mit der empfohlenen
Dosis von Fluenz Tetra beobachtet wurde.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Influenza-Impfstoffe, Influenza, lebend-attenuiert,
ATC-Code: J07BB03
Seit 1985 zirkulieren weltweit zwei verschiedene Linien von Influenza-B-Viren (Victoria und
Yamagata). Fluenz Tetra ist ein tetravalenter Impfstoff, der Antigene von vier
Influenza-Virusstämmen enthält, nämlich von einem A/(H1N1)-Stamm, einem A/(H3N2)-Stamm undzwei B-Stämmen (je einer von jeder Linie). Fluenz Tetra wird mit denselben Verfahren hergestellt wie
Fluenz. Die Influenza-Virusstämme in Fluenz Tetra sind (a) kälteadaptiert (cold-adapted, ca),(b) temperaturempfindlich (temperature-sensitive, ts) und (c) attenuiert (attenuated, att).
Infolgedessen vermehren sie sich im Nasopharynx und induzieren eine protektive Immunität.
Klinische StudienErfahrungen aus klinischen Studien mit Fluenz sind für Fluenz Tetra relevant, da beide Impfstoffe mitdenselben Verfahren hergestellt werden und teilweise dieselbe Zusammensetzung haben.
Pädiatrische Studien
Wirksamkeit von Fluenz
Die Daten zur Wirksamkeit von Fluenz in der pädiatrischen Population stammen aus 9 kontrollierten
Studien mit insgesamt mehr als 20 000 Säuglingen, Kleinkindern, Kindern und Jugendlichen, die übereinen Zeitraum von 7 Influenza-Saisons durchgeführt wurden. In vier placebokontrollierten Studienerfolgte in der zweiten Saison eine Nachimpfung. In 3 aktiv-kontrollierten Studien mit injizierbaren
Influenza-Impfstoffen hat sich Fluenz als überlegen erwiesen. Die Ergebnisse zur Wirksamkeit in derpädiatrischen Population sind in den Tabellen 1 und 2 zusammengefasst.
Tabelle 1 Wirksamkeit von Fluenz in placebokontrollierten pädiatrischen Studien
WirksamkeitAnzahl Wirksamkeit(95 %-KI)cder Influenza (95 %-KI)c
Studien- Alters- Alle Stämme
Region Studien- - Überein-nummer bereicha unabhängigteil- Saison stimmendeb von der Überein-nehmer Stämmestimmung2000- 85,4 % 85,9 %
D153- 2001 (74,3; 92,2) (76,3; 92,0)
Europa 6 bis 35 M 1616
P502 2001- 88,7 % 85,8 %2002 (82,0; 93,2) (78,6; 90,9)73,5 % 72,0 %
D153- Afrika, (63,6; 81,0)d (61,9; 79,8)d6 bis 35 M 1886
P504 Lateinamerika 73,6 % 46,6 %(33,3; 91,2) (14,9; 67,2)
D153- Asien/ 62,2 % 48,6 %6 bis 35 M 1041 2002
P513 Ozeanien (43,6; 75,2) (28,8; 63,3)
WirksamkeitAnzahl Wirksamkeitc (95 %-KI)cder Influenza (95 %-KI)
Studien- Alters- Alle Stämme
Region Studien- - Überein-nummer bereicha unabhängigteil- Saison stimmendeb von der Überein-nehmer Stämmestimmung
Europa, Asien/
D153- 2002- 78,4 % 63,8 %
Ozeanien, 11 bis 24 M 1150
P522 2003 (50,9; 91,3) (36,2; 79,8)
Lateinamerika2000- 72,9 % 70,1 %
D153- Asien/ 2001 (62,8; 80,5) (60,9; 77,3)12 bis 35 M 2764
P501 Ozeanien 2001- 84,3 % 64,2 %2002 (70,1; 92,4)e (44,2; 77,3)e1996- 93,4 % 93,4 %1997 (87,5; 96,5) (87,5; 96,5)
AV006 USA 15 bis 71 M 12591997- 100 % 87,1 %1998 (63,1; 100) (77,7; 92,6)fa M = Monateb Anzahl Studienteilnehmer für Analyse der Wirksamkeit im Jahr 1.c Reduktion der kultur-bestätigten Influenzaerkrankung im Vergleich zu Placebo.d Die für die klinische Studie D153-P504 präsentierten Daten beziehen sich auf Studienteilnehmer, die zwei
Dosen des Studienimpfstoffs erhalten haben. Bei zuvor nicht geimpften Studienteilnehmern lag die
Wirksamkeit im Jahr 1 nach einer Dosis bei 57,7 % (95 %-KI: 44,7; 67,9) bzw. 56,3 % (95 %-KI: 43,1; 66,7);damit wird die Notwendigkeit zweier Impfdosen bei zuvor nicht geimpften Kindern untermauert.e Bei Teilnehmern der Studie D153-P501, die 2 Dosen im Jahr 1 und Placebo im Jahr 2 erhalten haben,betrug die Wirksamkeit im 2. Jahr 56,2 % (95 %-KI: 30,5; 72,7) bzw. 44,8 % (95 %-KI: 18,2; 62,9); damitwird die Notwendigkeit einer Nachimpfung in der zweiten Saison untermauert.f Der ursprünglich zirkulierende Stamm war hinsichtlich der Antigenexpression verschieden von dem im
Impfstoff enthaltenen H3N2-Stamm; die Wirksamkeit gegen den nicht übereinstimmenden A/H3N2-Stammbetrug 85,9 % (95 %-KI: 75,3; 91,9).
Tabelle 2 Relative Wirksamkeit von Fluenz in aktiv-kontrollierten pädiatrischen Studien miteinem injizierbaren Influenza-Impfstoff
Verbesserte
Verbesserte
Anzahl Wirksamkeit
Wirksamkeitder Influenza (95 %-KI)b
Studien- Alters- (95 %-KI)b
Region Studien- - Alle Stämmenummer bereicha Übereinstimmendeteil- Saison unabhängig(gematchte)nehmer von der Überein-
Stämmestimmung (Match)44,5 %54,9 %
USA, (22,4; 60,6)(45,4; 62,9)c
MI- Europa, 6 bis 59 2004- weniger Fälle als7852 weniger Fälle als mit
CP111 Asien/ M 2005 mit einemeinem injizierbaren
Ozeanien injizierbaren
Impfstoff
Impfstoff52,7 %52,4 %(21,6; 72,2)(24,6; 70,5)d
D153- 6 bis 71 2002- weniger Fälle als
Europa 2085 weniger Fälle als mit
P514 M 2003 mit einemeinem injizierbareninjizierbaren
Impfstoff
Impfstoff
Verbesserte
Verbesserte
Anzahl Wirksamkeit
Wirksamkeitder Influenza (95 %-KI)b
Studien- Alters- (95 %-KI)b
Region a Studien- - Alle Stämmenummer bereich Übereinstimmendeteil- Saison unabhängig(gematchte)nehmer von der Überein-
Stämmestimmung (Match)34,7 %31,9 %(3,9; 56,0)(1,1; 53,5)
D153- 2002- weniger Fälle als
Europa 6 bis 17 J 2211 weniger Fälle als mit
P515 2003 mit einemeinem injizierbareninjizierbaren
Impfstoff
Impfstoffa M = Monate. J = Jahre. Altersbereich wie im Studienprotokoll beschrieben.b Reduktion der kultur-bestätigten Influenzaerkrankung im Vergleich zu einem injizierbaren Influenza-Impfstoff.c Mit Fluenz traten bei 3686 Säuglingen und Kleinkindern im Alter von 6-23 Monaten 55,7 % (39,9; 67,6)weniger Fälle auf und bei 4166 Kindern im Alter von 24-59 Monaten 54,4 % (41,8; 64,5) weniger Fälle aufals mit dem injizierbaren Influenza-Impfstoff.d Mit Fluenz traten bei 476 Säuglingen und Kleinkindern im Alter von 6-23 Monaten 64,4 % (1,4; 88,8) weniger
Fälle auf und bei 1609 Kindern im Alter von 24-71 Monaten 48,2 % (12,7; 70,0) weniger Fälle auf als mit deminjizierbaren Influenza-Impfstoff.
Sicherheit von Fluenz
Chronische Erkrankungen
Obwohl die Sicherheit bei Kindern und Jugendlichen mit leichtem bis mittelschwerem Asthma belegtist, gibt es nur begrenzte Daten von Kindern mit anderen Lungenerkrankungen oder chronischen
Herz-Kreislauf-, Stoffwechsel- oder Nierenerkrankungen.
Aus einer Studie (D153-P515) mit Kindern im Alter von 6 bis 17 Jahren mit Asthma (trivalentes
Fluenz: n=1.114, trivalenter injizierbarer Influenza-Impfstoff: n=1.115) ergaben sich keinesignifikanten Unterschiede zwischen den Behandlungsgruppen hinsichtlich Inzidenz von
Asthmaverschlimmerungen, mittlerem expiratorischen Spitzenfluss (PEF),
Asthma-Symptomauswertung oder Häufigkeit des nächtlichen Erwachens. Die Inzidenz von Giemeninnerhalb von 15 Tagen nach Impfung war bei Fluenz-Impflingen geringer als bei Impflingen, dieinaktivierten Impfstoff erhalten hatten (19,5 % vs. 23,8 %, P=0,02).
Bei einer Studie mit Kindern und Jugendlichen im Alter von 9 bis 17 Jahren mit mittlerem bisschwerem Asthma (trivalentes Fluenz: n=24, Placebo: n=24) ergab sich zwischen den beiden
Behandlungsarmen kein Unterschied beim primären Sicherheitskriterium, der Veränderung imforcierten expiratorischen Volumen in 1 Sekunde (FEV1) in Prozent vom Sollwert nach der Impfungim Vergleich zum Zeitpunkt vor der Impfung.
Bei Studien mit Erwachsenen, von denen ein hoher Anteil chronische Grunderkrankungen aufwies,war das Sicherheitsprofil von trivalentem Fluenz vergleichbar mit dem bei Personen ohne diese
Erkrankungen.
Immungeschwächte PatientenBei 24 HIV-infizierten Kindern und 25 HIV-negativen Kindern im Alter von 1 bis 7 Jahren sowiebei 243 HIV-infizierten Kindern und Jugendlichen im Alter von 5 bis 17 Jahren unter stabilerantiretroviraler Therapie war die Häufigkeit und Dauer der Impfvirusausscheidung vergleichbar mitder bei gesunden Personen. Es wurden keine unerwünschten Wirkungen auf die HIV-Viruslast oder
CD4-Werte nach der Verabreichung von trivalentem Fluenz beobachtet. Zwanzig leicht bis mäßigimmungeschwächte Kinder und Jugendliche im Alter von 5 bis 17 Jahren (die Chemotherapieund/oder Strahlentherapie erhielten oder kürzlich Chemotherapie erhalten hatten) wurden 1:1 auftrivalentes Fluenz oder Placebo randomisiert. Die Häufigkeit und Dauer der Impfvirusausscheidungbei diesen immungeschwächten Kindern und Jugendlichen waren vergleichbar zu der bei gesunden
Kindern und Jugendlichen. Die Wirksamkeit von Fluenz und Fluenz Tetra zur Verhinderung einer
Influenza-Erkrankung von immungeschwächten Personen wurde nicht untersucht.
Immunogenität von Fluenz Tetra
Es wurde eine multizentrische, randomisierte, doppelblinde, aktiv-kontrollierte
Nichtunterlegenheitsstudie zur Beurteilung der Immunogenität von Fluenz Tetra im Vergleichzu Fluenz (aktive Kontrollgruppe) mit Kindern und Jugendlichen im Alter von 2 bis 17 Jahrendurchgeführt. Insgesamt wurden 2312 Kinder und Jugendliche nach Prüfzentren getrennt im
Verhältnis 3:1:1 in Gruppen randomisiert, die entweder Fluenz Tetra oder eine von zwei
Fluenz-Vergleichsimpfstoffen erhielten, welche jeweils einen B-Stamm enthielten, der einem derbeiden B-Stämme in Fluenz Tetra entsprach (ein B-Stamm der Yamagata-Linie und ein B-Stammder Victoria-Linie).
Die Immunogenität wurde durch Vergleich der geometrischen Mittelwerte der Titer (GMTs) derstammspezifischen Antikörper im Hämagglutinationshemmtest (HAH) im Serum nach der Impfungbewertet. Fluenz Tetra zeigte eine immunologische Nichtunterlegenheit gegenüber den beiden
Fluenz-Varianten; die Obergrenze jedes der vier 95 %-KIs für die GMT der stammspezifischen
HAH-Antikörperraten nach der Impfung war ≤ 1,5.
Studien mit Erwachsenen
Mehrere Studien mit Placebovergleich haben gezeigt, dass Fluenz bei Erwachsenen möglicherweiseeine gewisse Wirksamkeit hat. Eine Schlussfolgerung über den klinischen Nutzen dieses Impfstoffeskonnte jedoch nicht gezogen werden, da die in einigen Studien beobachteten Ergebnisse im Vergleichzu injizierbaren Influenza-Impfstoffen auf eine geringere Wirksamkeit von Fluenz hindeuteten.
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
5.3 Präklinische Sicherheitsdaten
Basierend auf den konventionellen Studien zur Toxizität bei wiederholter Gabe,
Reproduktions- und Entwicklungstoxizität, lokalen Verträglichkeit und Neurovirulenz lassendie präklinischen Daten keine besonderen Gefahren für den Menschen erkennen.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
SaccharoseKaliummonohydrogenphosphat (Ph.Eur.)
Kaliumdihydrogenphosphat
Gelatine (vom Schwein, Typ A)
Argininhydrochlorid
Mononatriumglutamat-Monohydrat
Wasser für Injektionszwecke
6.2 Inkompatibilitäten
Da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, darf dieser Impfstoff nichtmit anderen Arzneimitteln gemischt werden.
6.3 Haltbarkeit
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Im Kühlschrank lagern (2 °C - 8 °C).
Nicht einfrieren.
Den Nasenapplikator im Umkarton aufbewahren, um ihn vor Licht zu schützen.
Der Impfstoff kann vor der Verwendung aus dem Kühlschrank genommen und einmalig für biszu 12 Stunden bei einer Temperatur von nicht über 25°C aufbewahrt werden. Stabilitätsdaten weisendarauf hin, dass die Bestandteile des Impfstoffes 12 Stunden lang stabil sind, wenn er bei
Temperaturen zwischen 8 °C und 25 °C gelagert wird. Nach diesem Zeitraum muss Fluenz Tetrasofort angewendet oder weggeworfen werden.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
Fluenz Tetra ist erhältlich als 0,2 ml Suspension in einem Nasenapplikator zum Einmalgebrauch(Typ 1-Glas) mit einem Sprühkopf (Polypropylen mit Polyethylen-Transferventil), einer
Schutzkappe für die Sprühkopfspitze (synthetischer Gummi), einer Kolbenstange, einem
Kolbenstopfen (Butylgummi) und einer Dosierungsklemme.
Packungsgrößen mit 1 oder 10 Stück.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
HandhabungVerabreichungFluenz Tetra IST NUR ZUR NASALEN ANWENDUNG BESTIMMT.
- NICHT MIT EINER NADEL ANWENDEN. Nicht injizieren.
- Verwenden Sie Fluenz Tetra nicht nach Ablauf des Verfalldatums oder wenn der Applikatorbeschädigt zu sein scheint, wenn beispielsweise der Kolben lose oder vom Applikator getrenntist oder wenn Anzeichen von Undichtigkeit bestehen.
- Prüfen Sie das Aussehen des Impfstoffes vor der Anwendung. Die Suspension muss farblos bisblassgelb, klar bis opaleszent sein. Kleine weiße Partikel können vorhanden sein.
- Die Fluenz Tetra-Dosis wird aufgeteilt in beide Nasenlöcher verabreicht.
- Nach Verabreichung der halben Dosis in ein Nasenloch wird die zweite Hälfte der Dosis sofortoder kurze Zeit später in das andere Nasenloch verabreicht.
- Der Patient kann normal atmen, während der Impfstoff verabreicht wird - er muss nicht aktivinhalieren oder Luft durch die Nase einziehen.
- Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Verabreichung von Fluenz Tetra ist dem Diagramm(Abbildung 1) zu entnehmen.
Abbildung 1 Verabreichung von Fluenz Tetra
Kolbenstopfen
Dosierungsklemme
Schutzkappe für den Sprühkopf
Kolbenstange
Überprüfen Sie das Bereiten Sie den Bringen Sie den
Verfalldatum. Applikator vor. Applikator in die
Das Produkt darf nach Ziehen Sie die richtige Position.dem auf dem Etikett des Schutzkappe aus Gummi Während sich der
Applikators ab. Entfernen Sie nicht Patient in einerangegebenen Datum die Dosierungsklemme aufrechten Positionnicht mehr verwendet am anderen Ende des befindet, führen Sie diewerden. Applikators. Spitze in das Nasenlochein, um sicherzustellen,dass Fluenz Tetra in die
Nase verabreicht wird.
Drücken Sie den Entfernen Sie die Sprühen Sie den
Kolben hinein. Dosierungsklemme. Impfstoff in das andere
Drücken Sie den Kolben Damit Sie den restlichen Nasenloch.mit einer einzigen Impfstoff in das andere Führen Sie die Spitze in
Bewegung so schnell Nasenloch verabreichen das andere Nasenlochwie möglich hinein, bis können, drücken Sie die ein und drücken Sie dendie Dosierungsklemme Dosierungsklemme Kolben mit einerein weiteres zusammen und entfernen einzigen Bewegung so
Hineindrücken Sie diese vom Kolben. schnell wie möglichverhindert. hinein, um denrestlichen Impfstoffzu verabreichen.
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen
Anforderungen für medizinische Abfälle zu entsorgen.
7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS
AstraZeneca AB
SE-151 85 Södertälje
Schweden
8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)
EU/1/13/887/003 Klappdeckelkarton. 1 Zerstäuber.
EU/1/13/887/004 Klappdeckelkarton. 10 Zerstäuber.
9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 4. Dezember 2013
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 20. November 2018
10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu verfügbar.