Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels FILSUVEZ gel
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
1 g Gel enthält 100 mg raffinierten Trockenextrakt aus Rinde von Betula pendula Roth, Betulapubescens Ehrh. sowie Hybriden beider Arten (äquivalent zu 0,5 - 1,0 g Birkenrinde), quantifiziert auf84 - 95 mg Triterpene als Summe berechnet aus Betulin, Betulinsäure, Erythrodiol, Lupeol und
Oleanolsäure; Auszugsmittel: n-Heptan.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Gel
Farbloses bis leicht gelbliches, opalisierendes, nicht-wässriges Gel.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Filsuvez wird angewendet bei oberflächlichen Wunden im Zusammenhang mit dystropher undjunktionaler Epidermolysis bullosa (EB) bei Patienten ab 6 Monaten.
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
DosierungDas Gel sollte entweder mit einer Dicke von etwa 1 mm direkt auf die Wundoberfläche aufgetragenund mit einer sterilen, nicht haftenden Wundauflage abgedeckt werden oder so auf die Wundauflageaufgetragen werden, dass das Gel direkten Kontakt zur Wunde hat. Das Gel sollte nicht sparsamaufgetragen werden. Es sollte nicht eingerieben werden. Das Gel sollte bei jedem Verbandwechselerneut aufgetragen werden. Die in klinischen Studien behandelte Gesamtwundfläche betrug maximal5 300 cm2 bei einer medianen Gesamtwundfläche von 735 cm2. Wenn die Symptome nach der
Anwendung fortbestehen oder sich verschlimmern, oder wenn Wundkomplikationen auftreten, sollteder Zustand des Patienten vor der Fortsetzung der Behandlung umfassend klinisch beurteilt unddanach regelmäßig neu bewertet werden.
Besondere PatientengruppenPatienten mit eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion
Es wurden keine Studien mit Filsuvez bei Patienten mit eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktiondurchgeführt. Für Patienten mit eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion sind weder
Dosisanpassungen noch besondere Maßnahmen vorgesehen (siehe Abschnitt 5.2).
Ältere PatientenEine Dosisanpassung ist nicht erforderlich.
Kinder und JugendlicheDie Dosierung bei Kindern und Jugendlichen (6 Monate oder älter) ist die Gleiche wie bei
Erwachsenen. Die Sicherheit und Wirksamkeit von Filsuvez bei Kindern im Alter unter 6 Monaten istbisher noch nicht erwiesen.
Es liegen keine Daten vor.
Art der AnwendungNur zur Anwendung auf der Haut.
Filsuvez sollte auf die gereinigten Wunden aufgetragen werden. Dieses Arzneimittel ist nicht zur
Anwendung am Auge bestimmt und sollte nicht auf Schleimhäute aufgetragen werden.
Jede Tube ist nur zum einmaligen Gebrauch bestimmt. Die Tube sollte nach dem Gebrauch entsorgtwerden.
4.3 Kontraindikationen
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
ÜberempfindlichkeitBei Patienten, die mit Filsuvez behandelt wurden, sind Überempfindlichkeitsreaktionen aufgetreten(siehe Abschnitt 4.8). Wenn Anzeichen und Symptome einer lokalen oder systemischen
Überempfindlichkeit auftreten, muss Filsuvez sofort abgesetzt und eine geeignete Behandlungeingeleitet werden.
Wundinfektion
Das Gel ist steril. Eine Wundinfektion ist jedoch eine erhebliche und schwerwiegende Komplikation,die während der Wundheilung auftreten kann. Es wird empfohlen, im Fall einer Infektion die
Behandlung zu unterbrechen. Eine zusätzliche Standardbehandlung kann erforderlich sein (siehe
Abschnitt 4.5). Die Behandlung kann wieder aufgenommen werden, sobald die Infektion abgeklungenist.
Plattenepithelkarzinom und andere bösartige Hauterkrankungen
Bei Patienten mit dystropher Epidermolysis bullosa (DEB) und junktionaler Epidermolysis bullosa(JEB) besteht möglicherweise ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung eines Plattenepithelkarzinoms.
Obwohl bisher kein erhöhtes Hautkrebsrisiko im Zusammenhang mit Filsuvez festgestellt wurde, kannein theoretisch erhöhtes Hautkrebsrisiko im Zusammenhang mit der Anwendung von Filsuvez nichtausgeschlossen werden. Im Falle der Diagnose eines Plattenepithelkarzinoms oder anderer
Hautkrebsarten sollte die Behandlung des betroffenen Bereichs abgebrochen werden.
Anwendung bei dominanter dystropher EB (DDEB) und junktionaler EB (JEB)
Die Menge der klinischen Daten zur Anwendung von Filsuvez bei Patienten mit DDEB und JEB istbegrenzt (siehe Abschnitt 5.1). Der Zustand des Patienten sollte regelmäßig überprüft werden, um den
Nutzen einer fortgesetzten Behandlung zu beurteilen.
Birkenpollenallergie
Die Anwendung von Filsuvez bei Personen mit Birkenpollenallergie ist sicher, da die entsprechenden
Allergene nicht in diesem Arzneimittel enthalten sind.
Unbeabsichtigter Kontakt mit den Augen
Bei Kontakt mit den Augen sollte das Produkt durch Augenspülung entfernt werden.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Es wurden keine Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen durchgeführt. Da die systemische
Exposition des Hauptbestandteils Betulin nach Anwendung auf der Haut vernachlässigbar ist, ist keine
Wechselwirkung mit systemischen Behandlungen zu erwarten. Wechselwirkungen mit topischen
Produkten wurden in klinischen Studien nicht untersucht. Andere topische Produkte sollten nichtgleichzeitig mit Filsuvez, sondern, je nach klinischer Notwendigkeit, nacheinander oder abwechselndangewendet werden.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
SchwangerschaftBisher liegen keine oder nur sehr begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung von Filsuvez bei
Schwangeren vor. Tierexperimentelle Studien ergaben keine Hinweise auf direkte oder indirektegesundheitsschädliche Wirkungen in Bezug auf eine Reproduktionstoxizität (siehe Abschnitt 5.3). Dadie systemische Exposition durch Filsuvez zu vernachlässigen ist, wird davon ausgegangen, dasswährend einer Schwangerschaft keine Wirkungen auftreten. Filsuvez kann während der
Schwangerschaft angewendet werden.
StillzeitEs ist nicht bekannt ob Birkenrindenextrakt/Metabolite in die Muttermilch übergehen. Es wirdangenommen, dass Filsuvez keine Auswirkungen auf das gestillte Neugeborene/Kind hat, weil diesystemische Exposition der stillenden Frau gegenüber Filsuvez vernachlässigbar ist. Filsuvez kannwährend der Stillzeit angewendet werden, es sei denn, die Behandlung erfolgt im Brustbereich.
FertilitätBei männlichen und weiblichen Ratten, denen Birkenrindenextrakt verabreicht wurde, wurden keinenachteiligen Auswirkungen auf die Fertilität beobachtet. Da die systemische Expositionvernachlässigbar ist, sind keine Auswirkungen auf die menschliche Fertilität zu erwarten.
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
MaschinenFilsuvez hat keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die
Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.
4.8 Nebenwirkungen
Zusammenfassung des SicherheitsprofilsDie häufigsten beobachteten Nebenwirkungen waren Wundkomplikationen (bei 11,6 % der Patientenmit EB und 2,9 % der Patienten mit anderen oberflächlichen Wunden (partial thickness wounds,
PTW)), Reaktionen an der Applikationsstelle (bei 5,8 % der Patienten mit EB), Wundinfektionen (bei4,0 % der Patienten mit EB), Pruritus (bei 3,1 % der Patienten mit EB und 1,3 % der Patienten mitanderen PTW), Hautschmerzen (bei 2,5 % der Patienten mit anderen PTW) und
Überempfindlichkeitsreaktionen (bei 1,3 % der Patienten mit EB). Es gab keine klinisch relevanten
Unterschiede bei den Reaktionen, die bei Patienten mit EB im Vergleich zu Patienten mit anderen
PTW berichtet wurden.
Tabellarische Auflistung der NebenwirkungenIn der folgenden Tabelle sind die Nebenwirkungen nach MedDRA-Systemorganklasse undbevorzugter Bezeichnung aufgeführt. Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungennach abnehmendem Schweregrad angegeben.
Die Häufigkeit der Nebenwirkungen ist wie folgt definiert: sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100,< 1/10), gelegentlich (≥ 1/1 000, < 1/100), selten (≥ 1/10 000, < 1/1 000), sehr selten (< 1/10 000) undnicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).
In Tabelle 1 sind alle in klinischen Studien berichteten Nebenwirkungen aufgeführt.
Tabelle 1: Nebenwirkungen
Systemorganklasse Sehr häufig Häufig Gelegentlich
Infektionen und Wundinfektionenparasitäre
Erkrankungen
Erkrankungen des Überempfindlichkeitsreaktionen*
Immunsystems
Erkrankungen der Wundkomplikation* Pruritus
Haut und des Dermatitisa
Unterhautgewebes Ausschlag mit
Juckreiza
Purpuraa
Allgemeine Reaktionen an der Schmerza
Erkrankungen und Applikationsstelle*
Beschwerden am (z. B. Schmerzen an der
Verabreichungsort Applikationsstelle und Pruritusan der Applikationsstelle)
Verletzung, Vergiftung Wundkomplikation*a Wundsekretionund durch Eingriffebedingte
Komplikationen
* Siehe Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungena Nebenwirkungen, die in Studien bei Patienten mit Verbrennungswunden vom Grad 2a oder
Spalthauttransplantaten beobachtet wurden
Beschreibung ausgewählter NebenwirkungenÜberempfindlichkeitIn klinischen Studien bei Patienten mit EB wurden häufig überempfindlichkeitsartige Reaktionenbeobachtet. Zu diesen Reaktionen gehören Ausschlag, Urtikaria und Ekzem, die bei 1,3 % der
Patienten leicht und bei 0,4 % der Patienten schwer waren. Spezifische Empfehlungen siehe
Abschnitt 4.4.
Reaktionen an der Applikationsstelle
Leichte oder mäßige Reaktionen an der Applikationsstelle sind häufig und umfassen Schmerzen an der
Applikationsstelle und Pruritis an der Applikationsstelle.
Wundkomplikation
In Studien an Patienten mit Epidermolysis bullosa umfassten Wundkomplikationen verschiedene
Arten lokaler Komplikationen wie eine Vergrößerung der Wundfläche, eine Wiedereröffnung der
Wunde, Wundschmerz und Wundblutung.
In Studien an Patienten mit Verbrennungswunden oder Spalthauttransplantaten umfassten
Wundkomplikationen verschiedene Arten lokaler Komplikationen wie Komplikationen nach dem
Eingriff, Wundnekrose, Wundsekretion, verzögerte Heilung oder Wundentzündung.
Kinder und Jugendliche70 % (n = 156) der randomisierten Patienten in der Zulassungsstudie (siehe Abschnitt 5.1) waren unter18 Jahre alt, das mediane Alter lag bei 12 Jahren. 8 % (n = 17) der Patienten waren unter 4 Jahre altund 2 Patienten waren unter 1 Jahr alt. Die in der Gesamtpopulation beobachteten Nebenwirkungenwaren vergleichbar mit denen, die in der pädiatrischen Population beobachtet wurden.
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
Eine Überdosierung von Filsuvez ist unwahrscheinlich. Bei einer täglichen Anwendung von maximal69 g über mehr als 90 Tage wurde kein Fall einer Überdosierung gemeldet.
Zur versehentlichen Einnahme von Filsuvez liegen keine Daten vor. Die weitere Behandlung solltenach klinischer Indikation erfolgen.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Zubereitung zur Behandlung von Wunden und Geschwüren, Andere
Wundbehandlungsmittel; ATC-Code: D03AX13.
Wirkmechanismus und pharmakodynamische WirkungenUntersuchungen an Zellkulturen mit primären humanen Keratinozyten und Fibroblasten sowie Exvivo-Studien an Schweinehaut zeigen, dass der Extrakt einschließlich des Hauptbestandteils Betulin
Entzündungsmediatoren moduliert und mit der Aktivierung intrazellulärer Signalwege verbunden ist,von denen bekannt ist, dass sie an der Differenzierung und Migration von Keratinozyten sowie an
Wundheilung und -verschluss beteiligt sind.
Der genaue Wirkmechanismus von Filsuvez auf die Wundheilung ist nicht bekannt.
Klinische Wirksamkeit und SicherheitDie Wirksamkeit und Sicherheit von Filsuvez bei der Behandlung von oberflächlichen Wunden im
Zusammenhang mit hereditärer EB wurde in einer zulassungsrelevanten globalen, randomisierten,doppelblinden, kontrollierten Phase-3-Studie an Erwachsenen und Kindern untersucht (Studie BEB-13; EASE). Patienten mit dystropher EB (DEB) und junktionaler EB (JEB) wurden im Verhältnis 1:1randomisiert und erhielten Filsuvez (n = 109) oder ein verblindetes Kontrollgel (bestehend ausraffiniertem Sonnenblumenöl, gelbem Bienenwachs und Carnaubawachs) (n = 114); sie wurdenangewiesen, das Prüfpräparat 90 Tage lang bei jedem Wechsel der Wundauflage (alle 1 bis 4 Tage) ineiner etwa 1 mm dicken Schicht auf alle Wunden aufzutragen. Bei der Randomisierung wurde eine
Wunde vom Prüfer als Zielwunde für die Beurteilung des primären Wirksamkeitsendpunktsausgewählt. Die Zielwunde war als eine oberflächliche Wunde mit einer Fläche von 10-50 cm2definiert, die seit mindestens 21 Tagen bis höchstens 9 Monate vor dem Screening bestand. Derprimäre Endpunkt war der Anteil der Patienten, bei denen sich die Zielwunde bis zum 45. Tag der 90-tägigen Doppelblindphase (DBP) der Studie erstmals vollständig geschlossen hatte. Nach Abschlussder DBP traten die Patienten in eine 24-monatige Open-Label-Phase (OLP) der Studie ein, in der alle
Wunden mit Filsuvez behandelt wurden.
Das mediane Alter der 223 randomisierten Patienten betrug 12 Jahre (Spanne: 6 Monate bis 81 Jahre),70 % der Patienten waren unter 18 Jahre alt und 8 % der Patienten waren unter 4 Jahre alt. 60 % derrandomisierten Patienten waren männlich. Von diesen 223 Patienten hatten 195 eine DEB, davon 175eine rezessive DEB (RDEB) und 20 eine dominante DEB (DDEB); 26 Patienten hatten eine JEB. Inder DBP trug die Mehrheit der Patienten das Studienarzneimittel entweder täglich oder alle zwei Tageauf alle Wunden auf (zwischen 70 % und 78 %). Für Patienten mit schwarzer Hautfarbe und asiatische
Patienten liegen nur begrenzte Daten vor.
Die Ergebnisse, einschließlich des primären Endpunkts, sind in Tabelle 2 dargestellt.
Tabelle 2: Ergebnisse zur Wirksamkeit (Studie BEB-13; 90-Tage-Doppelblindphase,
Gesamtkollektiv (full analysis set, FAS))
Wirksamkeitsparameter Filsuvez Kontrollgel p-Wertn = 109 n = 114
Anteil der Patienten mit erstemvollständigen Verschluss der 41,3 % 28,9 % 0,013
Zielwunde innerhalb von 45 Tagen
Nach EB-Subtyp
RDEB (n = 175) 44,0 % 26,2 % 0,008
DDEB (n = 20) 50,0 % 50,0 % 0,844
JEB (n = 26) 18,2 % 26,7 % 0,522
Anteil der Patienten mit erstemvollständigen Verschluss der 50,5 % 43,9 % 0,296
Zielwunde innerhalb von90 Tagen*
* wichtiger sekundärer Endpunkt
Das mediane tägliche Ausmaß der Exposition für alle Patienten in der DBP und der OLP zusammenist in Tabelle 3 dargestellt. Die mediane Dauer der Behandlung mit Filsuvez für alle Patienten in der
DBP und OLP beträgt 733 Tage mit einem Maximum von 931 Tagen.
Tabelle 3: Medianes tägliches und kumulatives Ausmaß der Exposition sowie Anzahl dermonatlich für DBP und OLP zusammen verwendeten Tuben - alle Patienten undnach Alterskategorie
Alle Patienten 0 - < 4 Jahre 4 - < 12 Jahre 12 - < 18 Jahre ≥ 18 Jahre
Medianes 10 15 10 10 9tägliches
Ausmaß der
Exposition(Gramm pro
Tag)
Medianes 6 117 8 240 7 660 5 769 3 467kumulatives
Ausmaß der
Exposition(Gramm)
Mediane 19 24 17 20 19monatlichverwendete
Anzahl von
Tuben
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
ResorptionDie systemische Exposition gegenüber dem Hauptbestandteil Betulin wurde zu Beginn und inregelmäßigen Abständen während der BEB-13-Studie unter Verwendung einer bioanalytischen
Methode mit getrockneten Bluttropfen ermittelt. Die Betulinkonzentrationen im venösen Blut lagenbei der großen Mehrheit der Studienteilnehmer unter der Bestimmungsgrenze (10 ng/ml). Bei einer
Minderheit der Studienteilnehmer wurden messbare Betulinkonzentrationen im venösen Blutfestgestellt, was darauf hindeutet, dass die Resorption von topisch verabreichtem Betulin minimal ist.
Diese venösen Blutkonzentrationen, die nicht mehr als 207 ng/ml betrugen, waren mit denenvergleichbar, die bei der Einnahme von Betulin-haltigen Nahrungsmitteln beobachtet wurden.
VerteilungDie Plasmaproteinbindung von Betulin beträgt > 99,9 %.
BiotransformationDer in vitro-Metabolismus von Betulin wurde in einer Suspension menschlicher Hepatozytenuntersucht, wobei 99 % innerhalb von fünf Stunden vollständig metabolisiert wurden. Der amhäufigsten vorkommende Metabolit wurde in vitro durch Oxidation, Methylierung und Sulfatierunggebildet. Drei weitere Metaboliten wurden durch Sulfatierung oder Glucuronidierung gebildet. Es wirddavon ausgegangen, dass nicht-CYP-vermittelte Stoffwechselwege die vorherrschende Rolle beimgesamten hepatischen Metabolismus von Betulin spielen (75 %), während die CYP-vermittelten
Stoffwechselwege (25 %) hauptsächlich durch das Isoenzym CYP3A4/5 gesteuert werden.
Betulin zeigte eine direkte Hemmung von CYP2C8 (Testsubstrat Amodiaquin) und CYP3A(Testsubstrate Testosteron und Midazolam) mit IC50-Werten von 0,60 µM (266 ng/ml), 0,17 µM(75 ng/ml) bzw. 0,62 µM (275 ng/ml) in menschlichen Hepatozyten. Darüber hinaus verursachte
Betulin eine sehr geringe Induktion von CYP3A4 mRNA (2,7-fach). Da die systemische Expositionjedoch vernachlässigbar ist, sind keine Wechselwirkungen mit systemischen Behandlungen zuerwarten.
EliminationEs wurden keine in vivo-Studien zur Elimination durchgeführt.
5.3 Präklinische Sicherheitsdaten
Basierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, Toxizität bei wiederholter
Anwendung, Reproduktions- und Entwicklungstoxizität und Phototoxizität lassen die präklinischen
Daten keine besonderen Gefahren für den Menschen erkennen.
Nach einer 4-wöchigen topischen Behandlung mit Filsuvez Gel wurden bei Minischweinen mehrere
Reaktionen an der Applikationsstelle beobachtet, darunter entzündliche Wirkungen, eine lympho-histiozytäre Infiltration von Entzündungszellen und eine Epithelhyperplasie. Nach einer 9-monatigen
Behandlung der Haut bei Minischweinen wurden bei einigen Tieren epidermale Hyperplasie,orthokeratotische Hyperkeratose, dermale lymphozytäre und/oder neutrophile Infiltration und Pustelnim Stratum corneum beobachtet.
In vitro-Studien zur Genotoxizität waren negativ. Es wurden keine weiteren Studien zu Genotoxizitätbzw. Karzinogenität durchgeführt.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
Raffiniertes Sonnenblumenöl.
6.2 Inkompatibilitäten
6.3 Haltbarkeit
4 Jahre.
Nach Anbruch muss das Gel unverzüglich angewendet und nach der Anwendung entsorgt werden.
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
Weiße, faltbare Aluminiumtube, innen mit Epoxid-Phenolharz beschichtet und mit einer
Dichtungsmasse im Falz. Die Tube ist mit einer Aluminiummembran als Originalitätsverschlussversehen und mit einem weißen Polypropylen-Schraubdeckel verschlossen. Die Tube ist in einer
Faltschachtel verpackt.
Packungsgrößen:1, 10 und 30 Tuben mit 23,4 g Gel.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
Keine besonderen Anforderungen.
7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS
Chiesi Farmaceutici S.p.A.
Via Palermo 26/A43122 Parma
Italien
8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)
Filsuvez Gel, 23,4 g Tube
EU/1/22/1652/002
EU/1/22/1652/004
EU/1/22/1652/005
9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 21. Juni 2022
10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur https://www.ema.europa.eu verfügbar.