Angewendet bei: Anaphylaxie; Herzstillstand; Schock
Substanz: Adrenalin (Vasopressor)
ATC: C01CA24 (KARDIOVASKULÄRES SYSTEM | KARDIOSTIMULANZIEN, EXKL. HERZGLYKOSIDE | Adrenerge und dopaminerge Mittel)
Epinephrin ist ein lebenswichtiges Medikament, das in Notfallsituationen wie schweren allergischen Reaktionen (Anaphylaxie), Herzstillstand oder Asthmaanfällen eingesetzt wird. Es wirkt schnell, indem es die Atemwegsmuskulatur entspannt, den Blutdruck erhöht und das Herz stimuliert, was in kritischen Fällen lebensrettend sein kann. Die Verabreichung erfolgt in der Regel durch Injektion, und bei Anaphylaxie können Patienten einen Epinephrin-Autoinjektor zur Verfügung haben.
Es ist wichtig, dass Personen mit Risiko für schwere allergische Reaktionen immer einen Epinephrin-Autoinjektor bei sich tragen und wissen, wie man ihn anwendet. Es wird auch empfohlen, Familie, Freunde oder Kollegen über die Anwendung im Notfall zu informieren.
Zu den Nebenwirkungen können Herzklopfen, Angst, Zittern, Kopfschmerzen oder erhöhter Blutdruck gehören. Im Allgemeinen überwiegen die Vorteile der Epinephrin-Anwendung in Notfällen die Risiken möglicher Nebenwirkungen.
Epinephrin ist ein unverzichtbares Medikament bei der Behandlung schwerer allergischer Reaktionen und anderer medizinischer Notfälle. Die richtige und rechtzeitige Anwendung kann über Leben und Tod entscheiden, daher ist die Aufklärung der Patienten und ihres Umfelds von entscheidender Bedeutung.
EURneffy 1 mg Nasenspray, Lösung in Einzeldosisbehältnis
EURneffy 2 mg Nasenspray, Lösung in Einzeldosisbehältnis
EURneffy 1 mg Nasenspray, Lösung im Einzeldosisbehältnis
Jedes Einzeldosisbehältnis gibt 1 mg Adrenalin (Epinephrin) in 100 Mikrolitern ab.
EURneffy 2 mg Nasenspray, Lösung im Einzeldosisbehältnis
Jedes Einzeldosisbehältnis gibt 2 mg Adrenalin (Epinephrin) in 100 Mikrolitern ab.
Sonstige Bestandteile mit bekannter WirkungBenzalkoniumchlorid 40 Mikrogramm pro Einzeldosisbehältnis.
Natriummetabisulfit 5 Mikrogramm pro Einzeldosisbehältnis.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
Nasenspray, Lösung
Die Lösung ist klar und farblos bis rosafarben-bräunlich.
Eine Lösung mit einem pH-Wert von 3,0 - 5,5 und einer Osmolalität von 325 - 560 mosm/kg.
EURneffy wird angewendet zur Notfallbehandlung bei allergischen Reaktionen (Anaphylaxie)aufgrund von Insektenstichen oder -bissen, Lebensmitteln, Arzneimitteln und anderen Allergenensowie bei idiopathischer oder belastungsbedingter Anaphylaxie. Die Behandlung ist für Erwachseneund Kinder ab 4 Jahren mit einem Körpergewicht ab 15 kg angezeigt.
Dieses Arzneimittel sollte bei den ersten Anzeichen einer schweren allergischen Reaktion vom Typ Iangewendet werden.
Die empfohlene Anfangsdosis bei Kindern ab 4 Jahren mit einem Körpergewicht von 15 kg bis 30 kgist eine einmalige nasale Gabe von 1 mg Adrenalin.
Die empfohlene Anfangsdosis bei Erwachsenen und Kindern ab 4 Jahren mit einem Körpergewichtvon mindestens 30 kg ist eine einmalige nasale Gabe von 2 mg Adrenalin.
Der Patient sollte angewiesen werden, unverzüglich medizinische Notfallhilfe in Anspruch zunehmen, um die anaphylaktische Reaktion engmaschig überwachen zu lassen, sowie für den Fall, dasseine weitere Behandlung erforderlich ist.
Wenn nach etwa 10 Minuten keine klinische Besserung eingetreten ist oder wenn nach deranfänglichen Behandlung eine Verschlechterung eintritt oder die Symptome erneut auftreten, sollteneine zweite Dosis in dasselbe Nasenloch gegeben und gleichzeitig medizinische Notfallmaßnahmendurchgeführt werden.
Erwachsenen und Kindern ab 4 Jahren mit einem Körpergewicht von mindestens 30 kg darf maximal4 mg Adrenalin (zwei Einzeldosen von EURneffy 2 mg) verabreicht werden, sofern keine zusätzlichen
Dosen von medizinischem Fachpersonal verordnet wurden.
Kindern ab 4 Jahren mit einem Körpergewicht von 15 kg bis 30 kg darf maximal 2 mg Adrenalin(zwei Dosen von EURneffy 1 mg) verabreicht werden, sofern keine zusätzlichen Dosen vonmedizinischem Fachpersonal verordnet wurden.
Es wird empfohlen, dass Patienten stets zwei Nasensprays zur Behandlung eines allergiebedingten
Notfalls mit sich führen.
Ältere MenschenEs liegen keine pharmakokinetischen (PK) Daten nach nasaler Verabreichung von Adrenalin bei
Patienten ab einem Alter von 65 Jahren vor. Es ist keine Dosisanpassung erforderlich.
Kinder und JugendlicheDie Sicherheit und Wirksamkeit von EURneffy bei Kindern unter 4 Jahren und mit einem
Körpergewicht von unter 15 kg ist nicht erwiesen. Es liegen keine Daten vor.
Art der AnwendungNur zur Anwendung in der Nase.
Dieses Arzneimittel ist eine gebrauchsfertige Nasenspray-Lösung in einem Einzeldosisbehältnis. Bei
Aktivierung wird die gesamte Dosis abgegeben. Das Nasenspray darf nicht vorgepumpt und nicht indie Augen oder den Mund gesprüht werden.
Dieses Arzneimittel ist nur zur einmaligen Anwendung bestimmt und muss sofort nach der
Anwendung verworfen und ersetzt werden, da es nur eine Dosis abgibt.
Hinweise für die Anwendung
Patienten und Betreuungspersonen sollten angewiesen werden, die Gebrauchsanweisung in der
Packungsbeilage sorgfältig zu lesen, um vollständige Anweisungen zur ordnungsgemäßen
Verabreichung dieses Arzneimittels zu erhalten (siehe Abschnitt 4.4).
Der Patient/die Betreuungsperson sollte angewiesen werden, unverzüglich medizinische Notfallhilfe in
Anspruch zu nehmen, um die anaphylaktische Reaktion engmaschig überwachen zu lassen, sowie fürden Fall, dass eine weitere Behandlung erforderlich ist.
* Wenn sich die Symptome verschlimmern oder nach etwa 10 Minuten erneut auftreten oderwenn ein Fehler bei der Dosierung vermutet wird, sollte mit einem neuen Nasenspray einezweite Dosis in dasselbe Nasenloch gegeben werden.
* Wenn eine zweite Dosis benötigt wird, aber nicht verfügbar ist, ist unverzüglichmedizinische Notfallhilfe in Anspruch zu nehmen.
* Vorzugsweise sollten sich Patienten flach hinlegen und die Beine hochlagern; bei
Atembeschwerden sollten sie sich jedoch hinsetzen. Bewusstlose Patienten sollten in diestabile Seitenlage gebracht werden.
Vollständige Anweisungen zur Anwendung des Arzneimittels, siehe Abschnitt 6.6.
Keine.
Anweisungen für Patienten zum Zeitpunkt der Verschreibung
Ärzte, die dieses Arzneimittel verschreiben, sollten geeignete Maßnahmen ergreifen, umsicherzustellen, dass der Patient die Indikation und Anwendung des Nasensprays vollumfänglichversteht. Der Arzt sollte die Packungsbeilage und die Gebrauchsanweisung des Nasensprays mit dem
Patienten durchgehen. Alle Patienten, denen dieses Arzneimittel verschrieben wird, sollten klare
Anweisungen dazu erhalten, wie und wann das Arzneimittel anzuwenden ist (siehe Abschnitt 4.2). Eswird dringend empfohlen, auch die unmittelbaren Angehörigen (z. B. Eltern, Betreuungspersonen,
Lehrer) des Patienten über die korrekte Anwendung dieses Arzneimittels aufzuklären, falls in einem
Notfall Unterstützung benötigt wird.
Bei Kindern unter 12 Jahren sollte die Betreuungsperson EURneffy verabreichen oder sich davonüberzeugen, dass das Kind ordnungsgemäß in der Anwendung von EURneffy unterwiesen wurde undvollständig in der Lage ist, es selbst zu verabreichen.
Erkältete Patienten oder Patienten mit einer verstopften Nase können dieses Arzneimittel auch unterdiesen Umständen anwenden, jedoch kann das pharmakokinetische Profil abweichen (siehe
Abschnitt 5.2).
Warnhinweise für Patienten über Anaphylaxie
Patienten sollten aufgeklärt werden, damit sie Symptome von systemischen allergischen Reaktionenund Anaphylaxie erkennen können, die innerhalb von Minuten nach der Exposition auftreten könnenund mitunter Hitzewallungen, Angst, Ohnmacht, Tachykardie, schwachen oder nicht messbaren Pulsim Zusammenhang mit einem Abfall des Blutdrucks, Krampfanfälle, Erbrechen, Diarrhö und
Bauchkrämpfe, unfreiwillige Blasenentleerung, Giemen, Dyspnoe aufgrund von Kehlkopfkrämpfen,
Pruritus, Ausschläge, Urtikaria oder Angioödem umfassen. Bei Patienten, die außerdem an Asthmaleiden, kann das Risiko schwerer anaphylaktischer Reaktionen erhöht sein.
Bei jüngeren Kindern ähneln die Symptome systemischer allergischer Reaktionen und der
Anaphylaxie den Symptomen der Anaphylaxie in anderen Altersgruppen. Betreuungspersonen solltendarin geschult werden, die Symptome systemischer allergischer Reaktionen und der Anaphylaxie beijüngeren Kindern zu erkennen. Sie bestehen häufig aus Symptomen an der Haut- und/oder aus Magen-
Darm-Symptomen. Das Erkennen der Symptome kann bei jüngeren Kindern schwierig sein, da die
Symptome normales Verhalten imitieren können (z. B. Zungenpressen, Ohrenziehen, Anklammern andie Betreuungsperson, Unterbrechung des Spielens, Weinen, Spucken/Erbrechen nach dem Essen,vermehrte Sekretion, weicher Stuhl, Schläfrigkeit/Benommenheit nach dem Essen, Erröten mit Fieberoder Weinkrämpfen, Kratzen, Reizbarkeit), was bei falscher Interpretation zu einem Übersehen einer
Anaphylaxie führen kann.
Adrenalin wird zur Anwendung bei ersten Anzeichen oder Symptomen schwerer allergischer
Reaktionen, die zu Anaphylaxie führen, empfohlen. Patienten sollten angewiesen werden, dasverordnete Adrenalin in Situationen, in denen potenzielle Risiken bestehen, stets mit sich zu führen.
Der Patient/die Betreuungsperson sollte über die Möglichkeit einer biphasisch verlaufenden
Anaphylaxie informiert werden, die dadurch gekennzeichnet ist, dass sie anfänglich abklingt und danndie Symptome einige Stunden später erneut auftreten. Der Patient sollte angewiesen werden, nacheiner schweren allergischen Reaktion stets unverzüglich medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Populationen mit erhöhten Risiken im Zusammenhang mit der Anwendung von Adrenalin
Bei der Verabreichung von Adrenalin an Patienten mit einer Herzerkrankung ist äußerste Vorsichtgeboten.
Die Anwendung von Adrenalin zusammen mit Arzneimitteln, die das Herz gegenüber Arrhythmiensensibilisieren können, z. B. Digoxin, Quecksilberdiuretika oder Chinidin, wird in der Regel nichtempfohlen (siehe Abschnitt 4.5). Anginaschmerz kann bei Patienten mit Koronarinsuffizienz durch
Adrenalin induziert werden.
Bei Patienten mit hohem Augeninnendruck, schwerer Nierenfunktionsstörung, einem Prostataadenom,das zu Restharn führt, Hyperkalzämie und Hypokaliämie besteht das Risiko von Nebenwirkungennach der Verabreichung von Adrenalin. Bei Patienten mit Morbus Parkinson kann Adrenalin mit einervorübergehenden Verschlechterung der Parkinson-Symptome wie Steifigkeit und Tremor einhergehen.
Personen mit Hyperthyreose, kardiovaskulärer Erkrankung, Hypertonie oder Diabetes, ältere Personenund Schwangere können ein höheres Risiko für das Auftreten von Nebenwirkungen nach der
Verabreichung von Adrenalin aufweisen (siehe Abschnitte 4.6 und 4.8).
Patienten mit diesen Erkrankungen und/oder andere Personen, die sich in der Situation befindenkönnten, dieses Arzneimittel einem Patienten mit einer schweren allergischen Reaktion oder
Anaphylaxie zu verabreichen, sollten im Hinblick auf die Umstände, unter denen dieses lebensrettende
Arzneimittel angewendet werden sollte, sorgfältig instruiert werden.
Sonstige Bestandteile mit bekannter WirkungBenzalkoniumchlorid
Dieses Arzneimittel enthält Benzalkoniumchlorid, das Reizungen oder Schwellungen in der Naseverursachen kann, insbesondere bei langfristiger Anwendung.
Natriummetabisulfit
Dieses Arzneimittel enthält Metabisulfit, das in seltenen Fällen schwere
Überempfindlichkeitsreaktionen und Bronchospasmus verursachen kann.
Adrenalin und andere Arzneimittel
Bei Patienten, die Arzneimittel erhalten, die das Herz für Arrhythmien sensibilisieren können,einschließlich Digoxin, Quecksilberdiuretika (z. B. Chlormerodrin, Merbaphen, Mersalylsäure,
Merallurid, Mercaptomerin, Mercurophyllin, Merethoxyllin-Procain) oder Chinidin, ist Vorsichtgeboten.
Die Wirkung von Adrenalin kann durch trizyklische Antidepressiva (z. B. Imipramin) und
Monoaminoxidasehemmer (MAO-Hemmer) (z. B. Isocarboxazid, Phenelzin, Selegilin,
Tranylcypromin) und Catechol-O-Methyltransferase-Hemmer (COMT-Hemmer) (z. B. Entacapon,
Tolcapon, Carbidopa-Levodopa-Entacapon, Opicapon), Schilddrüsenhormone, Theophyllin, Oxytocin,
Parasympatholytika (z. B. Atropin, Cyclopentolat, Homatropin, Hyoscin, Tropicamid), bestimmte
Antihistaminika (Diphenhydramin, Chlorpheniramin), Levodopa und Alkohol verstärkt werden.
Vasopressorische Wirkungen von Adrenalin
Den vasopressorischen Wirkungen von Adrenalin kann durch schnell wirkende Vasodilatatoren oder
Alpha-Adrenorezeptorblocker wie Phentolamin entgegengewirkt werden.
Adrenalin und Insulin
Adrenalin hemmt die Sekretion von Insulin und erhöht damit den Blutzuckerspiegel. Es istunwahrscheinlich, dass Adrenalin in einer akuten Notfallsituation eine anhaltende Wirkung auf den
Blutzuckerspiegel hat, aber bei Diabetikern, die Adrenalin erhalten, kann es notwendig sein, die Dosisdes Insulins oder der oralen Antidiabetika zu erhöhen.
Adrenalin und Betablocker
Die beta-stimulierende Wirkung von Adrenalin kann durch gleichzeitige Behandlung mit
Betablockern, z. B. Propanolol, gehemmt werden.
Es liegen keine Daten über die Wirkung von EURneffy bei Schwangeren vor.
Eine mäßige Menge an Daten zu schwangeren Frauen (zwischen 300 und 1 000
Schwangerschaftsausgängen) deutet nicht auf Fehlbildungen oder eine fetale/neonatale Toxizität von
Adrenalin hin. Wenngleich Adrenalin eine endogene Substanz ist und die Konzentrationen im Blutnach der Verabreichung von EURneffy innerhalb normaler physiologischer Bereiche liegen, erhöht
Adrenalin Blutdruck und Herzfrequenz, was den Fötus beeinflussen kann.
Tierexperimentelle Studien deuten nicht auf eine Reproduktionstoxizität hin (siehe Abschnitt 5.3).
Die Anwendung dieses Arzneimittels kann, falls erforderlich, während der Schwangerschaft in
Betracht gezogen werden.
StillzeitEs liegen keine Daten zur Wirkung von Adrenalin bei stillenden Frauen vor. EURneffy kann jedochbei stillenden Frauen angewendet werden.
Es ist nicht bekannt, ob Adrenalin oder dessen Metaboliten in die Muttermilch übergehen
Ein Risiko für Neugeborene/Säuglinge kann nicht ausgeschlossen werden. Aufgrund der schlechtenoralen Bioverfügbarkeit und der kurzen Halbwertszeit dürfte die Exposition bei den gestillten
Säuglingen jedoch sehr gering sein.
FertilitätEs liegen keine Daten über die Auswirkungen von EURneffy auf die menschliche Fertilität vor.
Adrenalin ist eine endogene Substanz, und die Konzentrationen im Blut nach Verabreichung von
EURneffy liegen innerhalb normaler physiologischer Bereiche, sodass es unwahrscheinlich ist, dass eszu nachteiligen Auswirkungen auf die Fertilität kommt.
EURneffy kann aufgrund von Nebenwirkungen, die nach der Applikation von EURneffy auftretenkönnen, einen geringen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von
Maschinen haben (siehe Abschnitt 4.8). Es wird jedoch nicht empfohlen, dass Patienten, die eineanaphylaktische Reaktion erleiden, ein Fahrzeug führen oder Maschinen bedienen, da sie durch die
Symptome der anaphylaktischen Reaktion beeinträchtigt sein könnten.
Die häufigsten Nebenwirkungen nach Verabreichung von EURneffy sind Halsreizungen,
Kopfschmerzen, Nasenbeschwerden und Nervosität. Sie sind als sehr häufig eingestuft und wurdenvon mehr als 1 von 10 Patienten nach der Applikation berichtet.
Tabellarische Auflistung der NebenwirkungenDie Nebenwirkungen werden auf der Grundlage der Analyse gepoolter Sicherheitsdaten aus primären
PK/PD-Studien zusammengefasst, in denen EURneffy 1 mg und 2 mg bei Kindern und erwachsenengesunden Probanden und bei Patienten mit Typ-1-Allergien und mit allergischer Rhinitis angewendetwurde. Sie werden nach Systemorganklasse und Häufigkeit nach folgender Konvention eingestuft:
* Sehr häufig (≥ 1/10)
* Häufig (≥ 1/100, < 1/10)
* Gelegentlich (≥1/1 000, <1/100);
* Selten (≥1/10 000, <1/1 000);
* Sehr selten (< 1/10 000)
* Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)
Tabelle 1: Im Zusammenhang mit EURneffy festgestellte unerwünschte
Arzneimittelwirkungen
Systemorganklasse Häufigkeit Nebenwirkung
Psychiatrische Erkrankungen häufig Angstgelegentlich Euphorische Stimmung
Nervositätnicht bekannt Desorientiertheit1eingeschränktes Erinnerungsvermögen1
Panikreaktion1
Erkrankungen des Nervensystems sehr häufig Kopfschmerzenhäufig Tremor
Parästhesiegelegentlich Schwindel
Kopfbeschwerden
Präsynkopenicht bekannt Psychomotorische Hyperaktivität1
Schläfrigkeit1
Augenerkrankungen gelegentlich verstärkte Tränensekretion
Herzerkrankungen häufig Palpitationennicht bekannt Angina1
Herzarrhythmien1,2
Stress-Kardiomyopathie1
Tachyarrhythmie1
Tachykardie1ventrikuläre Ektopie1
Gefäßerkrankungen nicht bekannt Hypertonie1
Vasokonstriktion1
Erkrankungen der Atemwege, des sehr häufig Nasenbeschwerden
Brustraums und Mediastinums Halsschmerzenhäufig Rhinorrhö
Nasenödeme
Nasenschmerzen
Nasenverstopfung
Nasenjucken
Systemorganklasse Häufigkeit Nebenwirkunggelegentlich Oropharyngeale Schmerzen
Niesenintranasale Parästhesie
Beschwerden der Nasennebenhöhlen
Epistaxis (Nasenbluten)
Trockenheit der Nasetrockener Hals
Verstopfung der oberen Atemwege
Erkrankung der Nasenschleimhaut
Erkrankungen des gelegentlich Übelkeit
Gastrointestinaltrakts Parästhesie im Mundraumübermäßige Speichelsekretion
Zahnschmerzen
Zahnfleischbeschwerden
Erkrankungen der Haut und des gelegentlich Pruritus
Unterhautgewebes nicht bekannt Parästhesie1
Allgemeine Erkrankungen und sehr häufig Nervosität
Beschwerden am Verabreichungsort gelegentlich Brustkorbbeschwerdenvermehrte Energie
Müdigkeit
Hitzegefühl
Untersuchungen häufig erhöhter Blutdruckerhöhte Herzfrequenzgelegentlich erhöhte Körpertemperatur1 Nebenwirkungen, die in klinischen Studien mit EURneffy nicht beobachtet wurden, aber bekanntermaßen beianderen Adrenalin-Formulierungen, einschließlich intravenöser, intramuskulärer und subkutaner
Verabreichung, auftreten.
2 Herzrhythmusstörungen können nach Verabreichung von Adrenalin auftreten (siehe Abschnitt 4.4).
Kinder und JugendlicheIn einer klinischen Studie mit pädiatrischen Probanden wurden 80 Patienten im Alter zwischen 4 und17 Jahren mit einem Körpergewicht von mindestens 15 kg mit EURneffy behandelt. Die häufigsten
Nebenwirkungen bei Patienten zwischen 15 kg und 30 kg, die mit EURneffy 1 mg behandelt wurden,waren verstopfte Nase (19,0 %), verstopfte obere Atemwege (14,3 %), trockener Hals, trockene Naseund Parästhesien (jeweils 9,5 %). Die häufigsten Nebenwirkungen bei Patienten mit einem
Körpergewicht von 30 kg oder höher, die mit EURneffy 1 mg behandelt wurden, waren
Nasenbeschwerden und Nasenschleimhautstörungen (jeweils 19,2 %) sowie Rhinalgie (7,7 %). Diehäufigsten Nebenwirkungen bei Patienten mit 30 kg oder mehr, die mit EURneffy 2 mg behandeltwurden, waren Nasenbeschwerden, laufende Nase und intranasale Parästhesien (19,0 %); Niesen(14,3 %), Nasenbluten, Müdigkeit, Nervosität, Parästhesien und Nasenschmerzen (9,5 %).
Es gab keine klinisch relevanten Unterschiede hinsichtlich der Sicherheit zwischen den mit EURneffybehandelten pädiatrischen und erwachsenen Populationen.
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
Eine Überdosierung von Adrenalin kann zu schweren Kopfschmerzen, Brustkorbschmerz,
Schwindelgefühl, Übelkeit und verschwommenem Sehen führen. Signifikante Überdosierungen oder
Injektionen in ein Blutgefäß können darüber hinaus zu Hirnblutungen führen, die durch einen starken
Anstieg des Blutdrucks verursacht werden. Außerdem können Todesfälle durch ein Lungenödeminfolge einer peripheren vaskulären Verengung in Verbindung mit einer Stimulation des Herzensverursacht werden.
BehandlungDen vasopressorischen Wirkungen von Adrenalin kann durch schnell wirkende Vasodilatatoren oder
Alpha-Adrenorezeptorblocker entgegengewirkt werden.
Wenn eine Überdosierung von Adrenalin ein Lungenödem auslöst, das die Atmung beeinträchtigt,besteht die Behandlung aus einem schnell wirkenden Alpha-Adrenorezeptorblocker wie Phentolaminund/oder intermittierender Überdruckbeatmung.
Eine Adrenalin-Überdosierung kann eine vorübergehende Bradykardie, gefolgt von einer Tachykardie,verursachen, und diese Wirkungen können mit potenziell tödlichen Herzrhythmusstörungeneinhergehen. Die Behandlung von Arrhythmien kann in der Verabreichung von Beta-Adrenorezeptor-
Blockern bestehen.
Pharmakotherapeutische Gruppe: Herztherapie, adrenerge und dopaminerge Mittel
ATC-Code: C01CA24
WirkmechanismusAdrenalin ist ein nicht selektiver Agonist aller Adrenorezeptoren, einschließlich Alpha- und Beta-
Adrenorezeptoren. Die Bindung an diese Rezeptoren löst eine Reihe von Wirkungen dessympathischen Nervensystems aus.
Pharmakodynamische WirkungenDurch seine Wirkung auf Alpha-Adrenorezeptoren vermindert Adrenalin die Histamin-induzierte
Vasodilatation. Adrenalin reduziert außerdem die Histamin-induzierte Gefäßpermeabilität, diewährend der Anaphylaxie auftritt.
Adrenalin führt durch seine Wirkung auf Beta-Adrenorezeptoren in der glatten Bronchialmuskulaturzu einer Entspannung derselben.
Adrenalin lindert auch Pruritus, Urtikaria und Angioödeme und kann bei der Linderung vongastrointestinalen und urogenitalen Symptomen im Zusammenhang mit Anaphylaxie wirksam sein.
Klinische WirksamkeitIm Folgenden werden vier klinisch-pharmakologische Studien mit EURneffy an Erwachsenen undeine klinisch-pharmakologische Studie an pädiatrischen Patienten mit einem Körpergewicht vonmindestens 30 kg beschrieben.
Systolischer Blutdruck und Pulsfrequenz bei gesunden erwachsenen Probanden(Studie EPI 15)
Die Studie EPI 15 wurde bei gesunden erwachsenen Probanden (n = 42) durchgeführt und verglich die
Pharmakokinetik (PK) und die Pharmakodynamik (PD) (d. h. Herzfrequenz (HF) und systolischer
Blutdruck (SBD)) von Adrenalin nach folgenden Dosierungen:
* Eine nasale Dosis von 2 mg EURneffy mit einer intramuskulären Dosis von 0,3 mg Adrenalinunter Verwendung eines Präparates mit Spritze und Nadel sowie eines Autoinjektor-
Präparates).
* Zwei nasale Dosen von 2 mg EURneffy, verabreicht im Abstand von 10 Minuten in entwederdasselbe Nasenloch oder jeweils eine Dosis pro Nasenloch, mit zwei intramuskulären Dosenvon 0,3 mg Adrenalin (unter Verwendung eines Autoinjektors), verabreicht im Abstand von10 Minuten.
Die Ergebnisse nach einer Dosis aller Adrenalin-Präparate zeigten einen Anstieg des SBD und der HFgegenüber dem Ausgangswert, wie in Abbildung 1 dargestellt.
Abbildung 1: Veränderung der mittleren Herzfrequenz (HF) und des systolischen Blutdrucks(SBD) gegenüber dem Ausgangswert nach einer Adrenalindosis bei gesunden Probanden[Studie EPI 15]
Die Ergebnisse nach zwei nasalen Dosen von EURneffy (in dasselbe Nasenloch oder jeweils eine
Dosis pro Nasenloch) im Vergleich zu zwei intramuskulären Dosen von Adrenalin-Injektionen (unter
Verwendung eines Autoinjektors) zeigten einen ähnlichen Trend beim medianen/mittleren Ansprechenim Hinblick auf SBD und HF.
Systolischer Blutdruck und Herzfrequenz bei erwachsenen Patienten mit Typ-I-Allergie ohne
Anaphylaxie (Studie EPI 17)
Die Studie EPI 17 wurde bei erwachsenen Patienten mit Typ-I-Allergie ohne Anaphylaxie (n = 42)durchgeführt, in der die PK und PD von Adrenalin nach Selbstverabreichung einer nasalen Dosis von2 mg EURneffy mit der PK und PD bei einer vom Personal verabreichten Dosis einer intramuskulären
Adrenalin-Injektion von 0,3 mg (unter Verwendung eines Medizinprodukts mit Spritze und Nadel)verglichen wurden. In der Studie EPI 17 wurde das Ansprechen im Hinblick auf SBD und HF als
Veränderung gegenüber dem Ausgangswert über einen Zeitraum von 60 Minuten beurteilt. Die
Ergebnisse bezüglich des Ansprechens im Hinblick auf SBD und HF in der Studie EPI 17 warenvergleichbar mit den Ergebnissen der Studie EPI 15.
Systolischer Blutdruck und Herzfrequenz bei erwachsenen Patienten mit allergischer Rhinitis (Studien
EPI 16 und EPI 18)
Studie EPI 16 und Studie EPI 18 wurden bei erwachsenen Patienten mit saisonaler allergischer
Rhinitis außerhalb der Allergiesaison durchgeführt. Die Studienteilnehmer mussten eine saisonaleallergische Rhinitis aufweisen, die beim Screening mit einer nasalen Allergenprovokation (NAC)bestätigt wurde, und wiesen vor der Behandlung keine allergischen Symptome auf. Symptome einerallergischen Rhinitis wurden durch Sprühen des bekannten Allergens in die Nasenlöcher des Patienteninduziert, bei denen ein Gesamt-Nasensymptom-Score (Total Nasal Symptom Score, TNSS) von ≥ 5von 12 mit einer Stauungskomponente von ≥ 2 von 3 erreicht werden musste.
In die Studie EPI 16 wurden 36 Studienteilnehmer aufgenommen. In dieser Crossover-Studie erhieltendie Patienten Adrenalin in einer der folgenden Dosierungen:
* Eine nasale Dosis von 2 mg EURneffy ohne nasale Allergenprovokation (NAC).
* Eine nasale Dosis von 2 mg EURneffy nach einer NAC zur Induktion von
Rhinitis/Nasenverstopfung.
* Eine intramuskuläre Dosis von 0,3 mg Adrenalininjektion (unter Verwendung eines
Adrenalinpräparates mit Spritze und Nadel) ohne NAC.
* Eine intramuskuläre Dosis von 0,5 mg Adrenalininjektion (unter Verwendung eines
Adrenalinpräparates mit Spritze und Nadel) ohne NAC.
In der Studie EPI 16 wurde das Ansprechen im Hinblick auf SBD und HF als Veränderung gegenüberdem Ausgangswert über einen Zeitraum von 60 Minuten beurteilt. Die Ergebnisse zeigten Folgendes:
* Mediane(r) SBD und HF für EURneffy mit NAC stiegen zunächst gegenüber dem
Ausgangswert an, aber das mediane Ansprechen war nach 5 bis 15 Minuten nach der Dosisgeringer als bei der Anwendung von EURneffy ohne NAC.
* Das mediane SBD-Ansprechen für EURneffy mit NAC war anfänglich, und zwar über einen
Zeitraum von 20 Minuten, höher als das mediane SBD-Ansprechen für die intramuskuläre
Adrenalininjektion ohne NAC. Danach glich sich das mediane SBD-Ansprechen für
EURneffy mit NAC bis 60 Minuten nach der Dosisgabe auf ein Niveau an, das mit dem der
Adrenalininjektion ohne NAC vergleichbar war.
* Das mediane HF-Ansprechen für EURneffy mit NAC war anfangs in den ersten 5 Minutennach der Dosis höher als bei der Adrenalininjektion ohne NAC, dann aber bis 60 Minutennach der Dosis numerisch niedriger als das mediane HF-Ansprechen für die Adrenalin-
Injektion ohne NAC.
An der Studie EPI 18 nahmen 43 Patienten teil. In dieser Crossover-Studie erhielten die Patienten zwei
Dosen Adrenalin, die im Abstand von jeweils 10 Minuten in den folgenden Dosierungen verabreichtwurden:
* Zwei nasale Dosen von 2 mg EURneffy (jeweils eine Dosis pro Nasenloch (rechts (r)/links(l)) ohne NAC.
* Zwei intramuskuläre (i.m.) Dosen von 0,3 mg Adrenalininjektion (unter Verwendung eines
Adrenalinpräparates mit Spitze und Nadel; in den gegenüberliegenden Oberschenkel (R/L))ohne NAC.
* Zwei nasale Dosen von EURneffy 2 mg (entweder im selben Nasenloch (R/R) oder ingegenüberliegenden Nasenlöchern (R/L)) nach NAC zur Auslösung einer allergischen
Rhinitis/Nasenverstopfung.
* Zwei intramuskuläre Dosen von 0,3 mg Adrenalininjektion (unter Verwendung eines
Adrenalinpräparates mit Spritze und Nadel); in den gegenüberliegenden Oberschenkel (R/L)nach NAC zur Induktion von allergischer Rhinitis/Nasenverstopfung.
In der Studie EPI 18 wurde das Ansprechen im Hinblick auf SBD und HF als Veränderung gegenüberdem Ausgangswert über einen Zeitraum von 60 Minuten beurteilt. Die Ergebnisse zeigten Folgendes:
Abbildung 2: Mediane Veränderung des systolischen Blutdrucks (SBD) und der Herzfrequenz(HF) nach zwei Adrenalin-Dosen, verabreicht im Abstand von 10 Minuten in das rechte und daslinke Nasenloch (R/L) oder in das rechte und nochmals das rechte Nasenloch (R/R) bei Patientenmit allergischer Rhinitis mit und ohne nasale Allergenprovokation (NAC) [Studie EPI 18]
Kinder und JugendlicheSystolischer Blutdruck und Herzfrequenz bei pädiatrischen Patienten mit Typ-I-Allergie ohne
Anaphylaxie (Studie EPI 10)
Die Studie EPI 10 war eine einarmige Studie, die an pädiatrischen Patienten mit einem Körpergewichtvon 15 kg bis 30 kg oder an pädiatrischen Patienten ab 30 kg und mehr (Altersspanne: 4 bis 17 Jahre)mit Typ-I-Allergie ohne Anaphylaxie (N = 80) durchgeführt wurde. In dieser Studie wurden die PKund PD von Adrenalin nach einer nasalen Dosis von EURneffy 0,65 mg, 1 mg oder 2 mg untersucht.
Pädiatrische Patienten mit einem Körpergewicht von 15 kg bis 30 kg erhielten entweder EURneffy0,65 mg (N = 12) oder 1 mg (N = 21), während Patienten mit einem Körpergewicht ab 30 kg
EURneffy 1 mg (N = 26) oder 2 mg (N = 21) erhielten.
Die mediane Veränderung von SBD und HF gegenüber dem Ausgangswert, während der 60 Minutennach der Dosis war numerisch geringer als bei gesunden Erwachsenen, die in der Studie EPI 15dieselbe Dosis EURneffy erhielten.
Informationen zu den pharmakokinetischen Ergebnissen in der pädiatrischen Population finden Sie in
Abschnitt 5.2.
Die Europäische Arzneimittel-Agentur hat für EURneffy eine Zurückstellung von der Verpflichtungzur Vorlage von Ergebnissen aus Studien mit einer oder mehreren pädiatrischen Altersklassen bei der
Behandlung von allergischen Reaktionen gewährt (siehe Abschnitt 4.2 bzgl. Informationen zur
Anwendung bei Kindern und Jugendlichen).
Nach einer nasalen Dosis von 2 mg EURneffy lag der geometrische Mittelwert des Plasma-Adrenalin-
Konzentrations-Zeit-Profils insgesamt innerhalb des Bereichs, der nach einer intramuskulären Dosisvon 0,3 mg Adrenalin-Injektion (unter Verwendung eines Präparates mit Spritze und Nadel und eines
Autoinjektor-Präparates) 60 Minuten nach der Dosis erreicht wurde. Die integriertenpharmakokinetischen (PK) Parameter von Adrenalin sind in Tabelle 2 zusammengefasst.
Tabelle 2: Mittelwert (VK%) und geometrischer Mittelwert der Plasma-PK-Parameter nacheiner oder zwei Adrenalindosen (integrierte Analyse)t (min) Cmax (pg/ml) AUClast (min*pg/ml)max
Behandlung N Median Mittelwert Geo. Mittelwert Geo.(Bereich)(% VK) Mittelwert (% VK) Mittelwert
EURneffy 2 mg(Verabreichung durch Arzt) 78 20,5 (2 - 150) 485 (70,6) 361 40 900 (67,5) 32 600
EURneffy 2 mg(Selbstverabreichung) 32 30 (10 - 240) 448 (67,1) 342 50 365 (55,5) 41 077
EURneffy 2 mg(pädiatrische Patienten 16 25,0 (2,5 - 120) 540 (70,7) 433 35 500 (76,3) 27 800≥ 30 kg)
EURneffy 1 mg(pädiatrische Patienten 21 20,0 (2,50-61,5) 651 (64,2) 520 35 100 (57,3) 29 50015-30 kg)
EURneffy 2 mg zweimal(L/R) 39 30 (6 - 150) 1 000 (93,1) 706 86 000 (77) 66 700
EURneffy 2 mg zweimal(R/R) 39 30 (4 - 150) 992 (75,3) 729 86 500 (60,5) 69 900
Adrenalin 0,3 mg i.m. 178 45 (3,9 -360) 277 (65,4) 234 27 900 (38,7) 26 100
Adrenalin 0,3 mg i.m.zweimal 70 45 (6 - 180) 436 (48,8) 386 47 500 (32,6) 45 300
Adrenalin Autoinjektor0,3 mg 77 10 (2 - 45) 581 (75,6) 447 31 600 (39,3) 29 200
Adrenalin Autoinjektor0,3 mg zweimal 78 20 (4 - 360) 754 (64,7) 630 55 000 (47,9) 29 200i.m.: intramuskulär
AUC: area under the curve; Cmax: maximal beobachtete Konzentration; VK: Variationskoeffizient;
Geo. Mittelwert: geometrischer Mittelwert; L: links; N: Anzahl der Patienten; R: rechts, tmax: Zeit biszum Erreichen der Cmax.
Adrenalin hat nach der Verabreichung eine rasch einsetzende Wirkung. Nach der nasalen
Verabreichung an gesunde Probanden wurde Adrenalin sowohl nach einmaliger als auch nachwiederholter Gabe rasch resorbiert, wobei die maximale Plasmakonzentration innerhalb von 20 bis30 Minuten erreicht war. Bei Patienten mit Rhinitis (Verstopfung und Nasenödem) wird Adrenalinschneller resorbiert, wobei die maximale Konzentration innerhalb von etwa 10 Minuten beobachtetwird.
BiotransformationAdrenalin wird im Körper, vor allem in der Leber, durch die Enzyme Catechol-O-Methyltransferase(COMT) und Monoaminoxidase (MAO) rasch inaktiviert.
EliminationEin Großteil einer Adrenalindosis wird als Metaboliten im Urin ausgeschieden. Die Eliminationerfolgt hauptsächlich über den Metabolismus der Leber und der sympathischen Nervenenden, wobeieine geringe Menge unverändert über den Urin ausgeschieden wird. Die Plasma-Halbwertszeit nachnasaler Verabreichung beträgt etwa 2 bis 3 Minuten.
Kinder und JugendlichePädiatrische Patienten mit Typ-I-Allergien ohne Anaphylaxie (Studie EPI 10)
Pädiatrische Patienten mit einem Körpergewicht von 15 kg bis 30 kg (N = 21) erhielten EURneffy1 mg, und diejenigen mit einem Körpergewicht ab 30 kg (N = 47) erhielten entweder EURneffy 1 mg(N = 26) oder 2 mg (N = 21). Die Pharmakokinetik von Adrenalin war in beiden Gewichtsklassen derpädiatrischen Patienten geringfügig höher als die Expositionswerte, die bei Erwachsenen mit derselben
Dosis EURneffy beobachtet wurden, was auf eine vergleichbare Absorption von EURneffy bei
Kindern hinweist.
Bei pädiatrischen Patienten mit Typ-I-Allergien mit einem Körpergewicht ab 30 kg (Altersbereich: 8bis 17 Jahre) war nach einer einzelnen nasalen 2 mg-Dosis von EURneffy der geometrische Mittelwertdes Plasma-Adrenalin-Konzentrations-Zeit-Profils innerhalb von ca. 15 Minuten nach der Dosis demvon gesunden Erwachsenen ähnlich, die die gleiche Dosis erhielten (in einer anderen Studie), und stiegdann auf einen geringfügig höheren Wert als der von gesunden Erwachsenen an. Ein ähnliches Musterwurde bei pädiatrischen Patienten mit Typ-I-Allergien und einem Körpergewicht von 15 bis bis 30 kg(Altersbereich: 4 bis 11 Jahre) nach einmaliger nasaler Gabe von 1 mg EURneffy beobachtet (siehe
Tabelle 2).
Basierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, Toxizität bei wiederholter
Gabe, Reproduktions- und Entwicklungstoxizität, Genotoxizität und zum kanzerogenen Potentiallassen die präklinischen Daten zur EURneffy-Formulierung und zu Adrenalin auf Grundlage derwissenschaftlichen Literatur keine besonderen Gefahren für den Menschen erkennen.
Natriumchlorid
Dodecylmaltosid
Dinatriumedetat
Benzalkoniumchlorid
Natriummetabisulfit (E 223)
Salzsäure, konzentriert (zur pH-Wert-Einstellung)
Natriumhydroxid (zur pH-Wert-Einstellung)
Wasser für Injektionszwecke
Nicht zutreffend.
EURneffy 1 mg2 Jahre
EURneffy 2 mg30 Monate.
Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Aufbewahrungsbedingungen erforderlich.
Wenn das Nasenspray versehentlich eingefroren wird, funktioniert es nicht. Lassen Sie das
Nasenspray mindestens eine Stunde lang auftauen; verwenden Sie es nicht, wenn der Inhalt nocheingefroren oder nicht vollständig aufgetaut ist. Das Einfrieren hat keine Auswirkungen auf die
Haltbarkeit des Arzneimittels.
Durchstechflaschen aus Glas vom Typ I, verschlossen mit einem Stopfen aus grauem
Bromobutylgummi und dann eingefügt in ein Einzeldosis-Sprühgerät. Das Gerät ist ein nicht unter
Druck stehender Spender, der eine Einzeldosis des Nasensprays abgibt.
Packungsgröße: Packung mit 2 Einzeldosis-Nasensprays
Packung mit 1 Einzeldosis-Nasenspray
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in Verkehr gebracht.
Gebrauchsanweisung
A: Für die Verabreichung sollte das Nasenspray aus der Verpackung entnommen werden, indemdie Verpackung durch Abziehen der Folie geöffnet wird (siehe Abbildung 1A).
(Abbildung 1A)
B: Halten Sie das Nasenspray mit Ihrem Daumen am unteren Ende des Kolbens und jeweilseinem Finger auf beiden Seiten des Sprühkopfes fest (siehe Abbildung 1B).
* Ziehen Sie nicht am Kolben bzw. drücken Sie ihn nicht.
* Geben Sie keine Test- oder Vorab-Sprühstöße ab; jedes Nasenspray enthält nur eine Dosis.
(Abbildung 1B)
C: Führen Sie die Spitze des Nasensprays in ein Nasenloch ein, bis Ihre Finger Ihre Naseberühren (siehe Abbildung 1C).
* Halten Sie den Sprühkopf in der Nase gerade, sodass er zu Ihrer Stirn zeigt.
* Neigen Sie das Nasenspray nicht zur inneren oder äußeren Nasenwand hin.
(Abbildung 1C)
D: Drücken Sie den Kolben kräftig nach oben, bis er nach oben einrastet und einen Sprühstoß indas Nasenloch abgibt (siehe Abbildung 1D).
(Abbildung 1D)
Bitte beachten:
Neigen Sie das Nasenspray nicht zur inneren oder äußeren Nasenwand hin.
Nehmen Sie sofort medizinische Notfallhilfe in Anspruch, um die anaphylaktische Reaktionengmaschig überwachen zu lassen, sowie für den Fall, dass eine weitere Behandlung erforderlich ist.
Wenn sich die Symptome nach etwa 10 Minuten weiter verschlechtern oder erneut auftreten oder ein
Fehler bei der Verabreichung auftritt, verwenden Sie ein neues EURneffy-Nasenspray, um eine zweite
Dosis in dasselbe Nasenloch wie bei der ersten Dosis zu verabreichen, und nehmen Sie sofortmedizinische Notfallhilfe in Anspruch.
Wenn das Nasenspray versehentlich eingefroren wird, funktioniert es nicht. Lassen Sie das
Nasenspray mindestens eine Stunde lang auftauen; verwenden Sie es nicht, wenn der Inhalt nocheingefroren oder nicht vollständig aufgetaut ist. Das Einfrieren hat keine Auswirkungen auf die
Haltbarkeit des Arzneimittels.
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.
ALK-Abelló A/S
Bøge Allé 6-82970 Hørsholm
Dänemark
EU/1/24/1846/001
EU/1/24/1846/002
EU/1/24/1846/003
EU/1/24/1846/004
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 22. August 2024
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur https://www.ema.europa.eu verfügbar.