Warnhinweis zur Fruchtbarkeit
Dieses Arzneimittel kann die Fruchtbarkeit beeinträchtigen.
Dieses Arzneimittel kann die Fruchtbarkeit beeinträchtigen.
Dieses Arzneimittel kann die Fähigkeit zum Führen von Fahrzeugen oder Bedienen von Maschinen beeinträchtigen.
Während der Behandlung ist eine zuverlässige Verhütung erforderlich.
Dieses Arzneimittel während der Stillzeit nicht anwenden.
Dieses Arzneimittel kann wichtige Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln haben.
Dieses Arzneimittel unterliegt einer zusätzlichen Überwachung.
Während der Behandlung können regelmäßige Laboruntersuchungen erforderlich sein.
Dieses Arzneimittel nicht teilen, zerdrücken oder kauen.
Während der Schwangerschaft nur auf ärztliche Empfehlung anwenden.
Bei Kindern nur gemäß Packungsbeilage oder ärztlicher Empfehlung anwenden.
Dieses Arzneimittel kann das Risiko von Herzrhythmusstörungen erhöhen.
Dieses Arzneimittel kann die Entwicklung des Fötus beeinträchtigen.
Dieses Arzneimittel kann Sehstörungen verursachen.
Etcamah 75 mg Filmtabletten
Jede Filmtablette enthält 75 mg Camizestrant.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
Filmtablette (Tablette).
Beige, runde, bikonvexe Filmtablette, auf der einen Seite mit der Prägung 'CM“ oberhalb von '75“versehen und auf der anderen Seite glatt. Ungefährer Durchmesser: 9 mm.
Etcamah in Kombination mit einem CDK4/6-Inhibitor (Palbociclib, Ribociclib oder Abemaciclib) istindiziert zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit ER-positivem, HER2-negativem, lokalfortgeschrittenem oder metastasiertem Mammakarzinom bei Nachweis einer ESR1-Mutation und ohne
Krankheitsprogression während einer endokrinen Erstlinientherapie in Kombination mit einem
CDK4/6-Inhibitor (zur Biomarker-basierten Patientenauswahl, siehe Abschnitte 4.2 und 5.1).
Bei prä- oder perimenopausalen Frauen sowie bei Männern ist Etcamah plus ein CDK4/6-Inhibitor miteinem Luteinisierungshormon-Releasinghormon(LHRH)-Agonisten oder -Antagonisten zukombinieren.
Die Behandlung darf nur von einem Arzt eingeleitet und überwacht werden, der mit der Anwendungvon onkologischen Arzneimitteln vertraut ist.
Patientenauswahl
Patienten mit ER-positivem, HER2-negativem, lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem
Mammakarzinom unter endokrin-basierter Erstlinientherapie sind für die Behandlung basierend aufdem Vorliegen von ESR1-Mutationen in einer Plasma- oder Tumorprobe auszuwählen, die alle3 Monate entnommen wird, bis eine ESR1-Mutation nachgewiesen wurde. Die Bestimmung hatmithilfe eines CE-gekennzeichneten In-vitro-Diagnostikums (IVD) mit entsprechendem
Verwendungszweck zu erfolgen (siehe Abschnitt 5.1). Wenn kein IVD mit CE-Kennzeichnungverfügbar ist, muss ein alternativer validierter Test verwendet werden.
DosierungDie empfohlene Dosis von Etcamah in Kombination mit einem CDK4/6-Inhibitor beträgt 75 mgeinmal täglich. Der CDK4/6-Inhibitor soll zu Beginn der Behandlung mit Etcamah in der gleichen
Dosierung fortgesetzt werden wie zum Zeitpunkt des Nachweises der ESR1m.
Für weitere Informationen zur empfohlenen Dosierung wird auf die Fachinformation des CDK4/6-
Inhibitors sowie des LHRH-Agonisten oder -Antagonisten verwiesen. Wenn der CDK4/6-Inhibitordauerhaft abgesetzt wird, muss auch Etcamah abgesetzt werden.
Dauer der BehandlungDie Behandlung mit Etcamah soll fortgesetzt werden, solange ein klinischer Nutzen zu beobachten istoder bis zum Auftreten einer inakzeptablen Toxizität.
Versäumte DosisWenn die Einnahme einer Dosis von Etcamah versäumt wurde, kann sie innerhalb von 6 Stunden nachdem üblichen Einnahmezeitpunkt sofort nachgeholt werden. Sind mehr als 6 Stunden vergangen, istdie Dosis an diesem Tag auszulassen. Die nächste Dosis von Etcamah ist dann wieder zur gewohnten
Zeit einzunehmen.
ErbrechenWenn ein Patient erbricht, darf keine zusätzliche Dosis eingenommen werden. Die nächste Dosis von
Etcamah soll zur gewohnten Zeit eingenommen werden.
Überwachung bei Etcamah in Kombination mit CDK4/6-Inhibitoren
Bei der Kombination von Etcamah mit einem CDK4/6-Inhibitor ist ein EKG vor Beginn der
Behandlung, etwa an Tag 8 und Tag 15 des ersten Zyklus sowie anschließend bei entsprechenderklinischer Indikation durchzuführen. Danach hat die weitere Überwachung während der
Kombinationsbehandlung gemäß den Empfehlungen in der Fachinformation des gleichzeitigangewendeten CDK4/6-Inhibitors zu erfolgen. Im Falle einer QTc-Verlängerung während der
Behandlung werden häufigere EKG-Kontrollen empfohlen.
Darüber hinaus darf bei der Kombination von Etcamah mit Ribociclib die Behandlung nur bei
Patienten mit QTcF-Werten unter 450 ms begonnen werden. Eine Elektrolytbestimmung ist vor
Beginn der Kombinationsbehandlung, an Tag 15 sowie bei entsprechender klinischer Indikationdurchzuführen. Für Empfehlungen zur Dosismodifikation und zu anderen relevanten
Sicherheitsinformationen wird auf die Fachinformation von Ribociclib verwiesen.
DosisanpassungenDie Behandlung mit Etcamah kann vorübergehend unterbrochen und/oder abgesetzt werden, um
Nebenwirkungen gemäß den Empfehlungen zur Dosismodifikation in Tabelle 1 zu behandeln.
Tabelle 1 Empfohlene Dosismodifikation für Etcamah
NCI CTCAE (v5.0) Maßnahme
Toxizität
Bradykardie a Aussetzen der Behandlung mit Etcamah in Erwägung ziehen,
Symptomatisch, CTCAE- während die gleichzeitig angewendeten Arzneimittel überprüft
Grad ≥ 2 werden, die bekanntermaßen Bradykardie verursachen. Wird keinezur Bradykardie beitragende Begleitmedikation identifiziert,
Aussetzen von Etcamah bis zum Abklingen der Bradykardie-
Symptome. Wird eine zur Bradykardie beitragende
Begleitmedikation identifiziert, Absetzen oder Dosismodifikationdieser Begleitmedikation in Erwägung ziehen, bis die Bradykardie-
Symptome abklingen, anschließend Wiederaufnahme der
Behandlung mit Etcamah.
NCI CTCAE (v5.0) Maßnahme
Toxizität
Neubewertung der Herzfrequenz nach Wiederaufnahme der
Behandlung mit Etcamah bei der nächsten klinischen Untersuchungoder bei entsprechender klinischer Indikation in Erwägung ziehen.
Bei anhaltender symptomatischer Bradykardie ist Etcamahdauerhaft abzusetzen.
Visuelle Effekte b CTCAE- Überweisung an einen Augenarzt in Erwägung ziehen, wenn die
Grad ≥ 2/ Einschränkung der visuellen Symptome fortschreiten, anhalten oder instrumentelleinstrumentellen ADLs ADLs beeinträchtigen.
Die Entscheidung über eine Unterbrechung der Behandlung mussauf der Grundlage einer klinischen Beurteilung getroffen werden.
Unerwünschtes Ereignis des Aussetzen der Behandlung mit Etcamah bis zur Besserung auf
Grades 3 oder höher, CTCAE-Grad 2 oder niedriger, danach Wiederaufnahme derbewertet als kausal im Behandlung mit Etcamah.
Zusammenhang stehend
Dauerhaftes Absetzen von Etcamah bei wiederkehrenden UEs desmit Etcamah
Grades 3 oder höher in Erwägung ziehen.
ADL = Alltagsaktivitäten (Activities of daily living); UE = Unerwünschtes Ereignis; CTCAE = Common
Terminology Criteria for Adverse Events; NCI = National Cancer Institute.
a. Bradykardie umfasst Bradykardie und Sinusbradykardie.
b. Visuelle Effekte umfassen Photopsie, verschwommenes Sehen, Sehverschlechterung, Doppeltsehen und
Photophobie gemäß der MedDRA-SOC Augenerkrankungen sowie visuelle Perseveration gemäß der MedDRA-
SOC Erkrankungen des Nervensystems.
Bei der gleichzeitigen Anwendung von Camizestrant und Abemaciclib oder Palbociclib wurde keineklinisch relevante pharmakokinetische Interaktion beobachtet. Bei Anwendung von Camizestrant75 mg in Kombination mit Ribociclib erhöhte sich die Camizestrant-Exposition auf Werte, dievergleichbar sind mit denen, die bei einer Monotherapie mit 150 mg beobachtet werden (siehe
Abschnitt 4.9).
Besondere PatientengruppenBei älteren Patienten ist keine Dosisanpassung von Camizestrant erforderlich (siehe Abschnitt 5.2).
NierenfunktionsstörungBei Patienten mit leichter oder mäßiger Nierenfunktionsstörung ist keine Dosisanpassung von
Camizestrant erforderlich. Bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung wird die Anwendungvon Etcamah nicht empfohlen (siehe Abschnitt 5.2).
LeberfunktionsstörungBei Patienten mit leichter Leberfunktionsstörung (NCI-Kriterien) ist keine Dosisanpassung von
Camizestrant erforderlich. Als Vorsichtsmaßnahme ist die Anwendung von Camizestrant bei Patientenmit mäßiger und schwerer Leberfunktionsstörung zu vermeiden. Patienten mit leichter
Leberfunktionsstörung dürfen Camizestrant einnehmen (siehe Abschnitte 4.4 und 5.2).
Kinder und JugendlicheDie Sicherheit und Wirksamkeit von Camizestrant bei Kindern im Alter von 0 bis 18 Jahren ist nichterwiesen. Es liegen keine Daten vor.
Art der AnwendungZum Einnehmen.
Die Tablette muss im Ganzen mit Wasser geschluckt werden und jeden Tag ungefähr zur gleichen Zeiteingenommen werden. Die Einnahme kann mit oder ohne Nahrung erfolgen. Etcamah darf nichteingenommen werden, wenn die Tablette zerbrochen ist, Risse oder sonstige Beschädigungenaufweist. Die Tablette darf nicht gekaut, zerkleinert, aufgelöst oder zerteilt werden, da dies nicht inklinischen Studien untersucht wurde.
Stillen (siehe Abschnitt 4.6).
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.
Bradykardie in Kombination mit Arzneimitteln, die bekanntermaßen das Risiko einer QTc-
Verlängerung erhöhen
Bei der Kombinationsbehandlung mit Camizestrant und einem CDK4/6-Inhibitor wurde über
Bradykardie und QTc-Verlängerung berichtet (siehe Abschnitt 4.8). Ein nicht-tödlicher Fall von
Torsades de Pointes wurde bei einem Patienten mit Bradykardie und QTc-Verlängerung unter
Camizestrant in Kombination mit Ribociclib beobachtet. Da eine Bradykardie im Zusammenhang miteiner potenziellen QTc‑Verlängerung das Risiko für Arrhythmien erhöhen kann, ist bei der
Anwendung von Camizestrant in Kombination mit Wirkstoffen, die bekanntermaßen eine
QTc‑Verlängerung verursachen (z. B. Ribociclib), Vorsicht geboten. Es wird auf die Empfehlungenzur Überwachung verwiesen (siehe Abschnitt 4.2).
LeberfunktionsstörungCamizestrant wird über die Leber metabolisiert. Bei Patienten mit Leberfunktionsstörung wird eineerhöhte Exposition gegenüber Camizestrant erwartet. Als Vorsichtsmaßnahme ist die Anwendung von
Camizestrant bei Patienten mit mäßiger und schwerer Leberfunktionsstörung zu vermeiden. Patientenmit leichter Leberfunktionsstörung dürfen Camizestrant einnehmen. Bei Patienten mit leichter
Leberfunktionsstörung (NCI-Kriterien) ist keine Dosisanpassung von Camizestrant erforderlich (siehe
Abschnitte 4.2 und 5.2).
NatriumgehaltDieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Filmtablette, d. h., es ist nahezu'natriumfrei“.
Camizestrant ist ein reversibler Inhibitor von CYP3A4/5 und CYP2B6 und hemmt die
Arzneimitteltransporter P-gp, BCRP und OATP1B1. Camizestrant ist ein potenter, zeitabhängiger,irreversibler Inhibitor von CYP2C9 und CYP2C19. Camizestrant ist ein Substrat für CYP3A4/5 und
P-gp.
Wirkungen anderer Arzneimittel auf Camizestrant
CYP3A4/5-Induktoren
Es wird erwartet, dass die Exposition gegenüber Camizestrant bei gleichzeitiger Anwendung mitmoderaten und starken CYP3A4/5-Induktoren abnimmt. Klinisch führte eine Einzeldosis von 75 mg
Camizestrant, die oral zusammen mit wiederholten Dosen von Carbamazepin, einem starken
CYP3A4/5-Induktor, angewendet wurde, zu Verhältnissen der geometrischen Mittelwerte von
Camizestrant für Cmax und AUC von 0,41 [90%-KI: 0,37; 0,46] bzw. 0,29 [90%-KI: 0,28; 0,32]. Diegleichzeitige Anwendung von Camizestrant und einem starken CYP3A4/5-Induktor (unter anderem
Carbamazepin, Phenytoin, Rifampicin und Johanniskraut) ist zu vermeiden. Ein alternatives
Arzneimittel, das kein oder nur ein geringes Potenzial zur Induktion von CYP3A4/5 hat, ist in
Betracht zu ziehen.
Bei gleichzeitiger Anwendung von Camizestrant in Kombination mit Ribociclib plus einem moderaten
CYP3A4/5-Induktor (wie z. B. Bosentan, Nafcillin, Modafinil und Phenobarbital) ist keine
Dosisanpassung von Camizestrant erforderlich. Bei gleichzeitiger Anwendung von Camizestrant in
Kombination mit Abemaciclib oder Palbociclib ist die Anwendung solcher moderaten CYP3A4/5-
Induktoren zu vermeiden, indem auf ein alternatives Begleitarzneimittel umgestellt wird (siehe
Abschnitt 5.2).
CYP3A4/5-Inhibitoren
In einer klinischen Studie erhöhte die gleichzeitige Anwendung von Itraconazol, einem starken
CYP3A4/5-Inhibitor, die geometrischen Mittelwerte der Cmax und AUCinf von Camizestrant um das1,37-Fache bzw. 1,90-Fache. Camizestrant in Kombination mit Ribociclib ist bei Patienten, die starke
CYP3A4/5-Inhibitoren einnehmen, zu vermeiden. Darüber hinaus ist Vorsicht geboten bei der
Kombination von Camizestrant und Ribociclib mit schwachen (z. B. Chlorzoxazon und Fosaprepitant)und moderaten (z. B. Aprepitant und Diltiazem) CYP3A4/5-Inhibitoren.
Wirkungen von Camizestrant auf andere Arzneimittel
CYP2C9- und CYP2C19-Substrate
In-vitro-Daten in Verbindung mit mechanistischer statischer Modellierung zeigen, dass Camizestrantein potenter irreversibler, zeitabhängiger Inhibitor sowohl von CYP2C9 als auch von CYP2C19 ist.
Das bedeutet, dass die Inhibierung irreversibel ist und die Enzyme zur Wiederherstellung der
Funktionalität neu synthetisiert werden müssen. Daher ist zu erwarten, dass Camizestrant die
Expositionswerte von Arzneimitteln erhöht, die Substrate von CYP2C9 und/oder CYP2C19 sind. Esliegen keine klinischen In-vivo-Daten vor. Arzneimittel, die sensitive Substrate sind (unter anderem
Clobazam, Omeprazol, Pantoprazol und Proguanil) oder Substrate mit engem therapeutischem Indexvon CYP2C9 und/oder CYP2C19 (unter anderem Phenytoin und Warfarin), müssen mindestens2 Wochen vor der ersten Dosis von Etcamah abgesetzt werden und dürfen für mindestens 2 Wochennach der letzten Dosis von Etcamah nicht angewendet werden.
Die gleichzeitige Anwendung von Camizestrant und mäßig sensitiven Substraten von CYP2C9 (unteranderem Flurbiprofen, Siponimod und Glibenclamid) und/oder CYP2C19 (unter anderem
Esomeprazol, Voriconazol und Lansoprazol) kann mit Vorsicht erfolgen; nach Möglichkeit sindjedoch alternative Arzneimittel in Erwägung zu ziehen.
CYP3A4/5-Substrate
In einer klinischen Studie erhöhte die gleichzeitige Anwendung von Camizestrant den geometrischen
Mittelwert der Cmax von Midazolam, einem sensitiven CYP3A4/5-Substrat, um das 1,50-Fache bzw.
der AUC um das 1,99-Fache, daher ist Camizestrant ein schwacher Inhibitor von CYP3A4/5.
Camizestrant ist bei gleichzeitiger Anwendung mit sensitiven CYP3A4/5-Substraten (unter anderem
Budesonid, Buspiron, Dronedaron, Ivabradin, Lurasidon, Midazolam, Quetiapin, Sildenafil und
Simvastatin) mit Vorsicht anzuwenden. Die Anwendung von CYP3A4/5-Substraten mit engemtherapeutischem Index (z. B. Alfentanil und Fentanyl) kann eine Dosisanpassung erfordern und istengmaschig zu überwachen.
OATP1B1-sensitive Substrate
In-vitro-Daten zeigen, dass Camizestrant ein Inhibitor von OATP1B1 ist. Daher kann Camizestrant die
Expositionswerte von Arzneimitteln erhöhen, die Substrate von OATP1B1 sind, unter anderem
Glibenclamid und Lovastatin. Es liegen keine klinischen In-vivo-Daten vor. Arzneimittel mit einemengen therapeutischen Index, die sensitive Substrate von OATP1B1 sind, sind zu vermeiden.
Arzneimittel, die sensitive Substrate von OATP1B1 sind, dürfen angewendet werden, jedoch ist
Vorsicht geboten und die Patienten sind engmaschig auf mögliche Arzneimittelwechselwirkungen zuüberwachen.
BCRP-sensitive Substrate
In-vitro-Daten zeigen, dass Camizestrant ein Inhibitor des Brustkrebs-Resistenz-Proteins (Breast
Cancer Resistance Protein, BCRP) ist. Daher kann Camizestrant die Expositionswerte von
Arzneimitteln erhöhen, die Substrate von BCRP sind. Es liegen keine klinischen In-vivo-Daten vor.
Arzneimittel, die sensitive Substrate von BCRP sind, z. B. Rosuvastatin, Sulfasalazin und Sofosbuvir,dürfen angewendet werden, jedoch ist Vorsicht geboten und die Patienten sind engmaschig aufmögliche Arzneimittelwechselwirkungen zu überwachen. Arzneimittel mit einem engentherapeutischen Index, die sensitive Substrate von BCRP sind, sind zu vermeiden.
P-gp-sensitive Substrate
In-vitro-Daten zeigen, dass Camizestrant ein Inhibitor von P-Glykoprotein (P-gp) ist. Daher kann
Camizestrant die Expositionswerte von Arzneimitteln erhöhen, die Substrate von P-gp sind, unteranderem Edoxaban, Digoxin, Fexofenadin und Dabigatranetexilat. Es liegen keine klinischen In-vivo-
Daten vor. Arzneimittel mit einem engen therapeutischen Index, die sensitive Substrate von P-gp sind,sind zu vermeiden. Arzneimittel, die sensitive Substrate von P-gp sind, dürfen angewendet werden,jedoch ist Vorsicht geboten und die Patienten sind engmaschig auf mögliche
Arzneimittelwechselwirkungen zu überwachen.
CYP2B6-sensitive Substrate
In-vitro-Daten zeigen, dass Camizestrant ein Inhibitor von Cytochrom P450 2B6 (CYP2B6) ist. Daherkann Camizestrant die Expositionswerte von Arzneimitteln erhöhen, die Substrate von CYP2B6 sind.
Es liegen keine klinischen In-vivo-Daten vor. Arzneimittel, die sensitive Substrate von CYP2B6 sind,unter anderem Bupropion, Nevirapin, Ketamin und Cyclophosphamid sind zu vermeiden. Alle anderen
CYP2B6-Substrate dürfen angewendet werden, jedoch ist Vorsicht geboten und die Patienten sindengmaschig auf mögliche Arzneimittelwechselwirkungen zu überwachen.
Arzneimittel, die bekanntermaßen das QT-Intervall verlängern
Camizestrant in Kombination mit Ribociclib wurde klinisch untersucht; ein nicht-tödlicher Fall von
Torsades de Pointes wurde bei einem Patienten mit Bradykardie und QTc-Verlängerung unter
Camizestrant in Kombination mit Ribociclib beobachtet. Es wird empfohlen, die Patienten klinisch zuüberwachen und die Dosierung gemäß der zugelassenen Fachinformation für Ribociclib anzupassen.
Die gleichzeitige Anwendung anderer Arzneimittel, die bekanntermaßen das QT-Intervall verlängernund/oder ein bekanntes Risiko für Torsades de Pointes aufweisen (z. B. Ciprofloxacin, Levofloxacin,
Ondansetron, Escitalopram, Venlafaxin, Fluconazol, Chloroquin, Halofantrin, Clarithromycin,
Azithromycin, Haloperidol, Methadon, Moxifloxacin, Bepridil und Pimozid), ist zu vermeiden. Wenneine gleichzeitige Anwendung nicht vermieden werden kann, hat eine EKG-Kontrolle entsprechendder klinischen Indikation zu erfolgen (siehe Abschnitt 4.2).
Aufgrund seines Wirkmechanismus und präklinischer Daten kann Camizestrant bei Anwendungwährend der Schwangerschaft den Fetus schädigen. Frauen im gebärfähigen Alter sind daraufhinzuweisen, während der Behandlung mit Camizestrant eine Schwangerschaft zu vermeiden. Bei
Frauen im gebärfähigen Alter muss vor Beginn der Behandlung ein Schwangerschaftstestdurchgeführt und als negativ bestätigt werden. Während der gesamten Behandlung sind erneute Testsin Erwägung zu ziehen.
Kontrazeption bei Männern und FrauenFrauen im gebärfähigen Alter und Männer mit Partnerinnen im gebärfähigen Alter müssen währendder Behandlung mit Camizestrant und für die folgenden Zeiträume nach Beendigung der Behandlungmit Camizestrant eine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden: mindestens 4 Wochen bei Frauenund 1 Woche bei Männern.
SchwangerschaftDaten zur Anwendung von Camizestrant bei schwangeren Frauen liegen nicht vor. Tierexperimentelle
Studien haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt, einschließlich Embryoletalität und Dystokie (siehe
Abschnitt 5.3). Aufgrund der Daten aus tierexperimentellen Studien und des Wirkmechanismus soll
Camizestrant während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, der klinische
Zustand der Frau erfordert eine Behandlung mit Camizestrant.
StillzeitEs ist nicht bekannt, ob Camizestrant und seine Metaboliten beim Menschen in die Muttermilchübergehen. Aufgrund von Daten aus tierexperimentellen Studien (siehe Abschnitt 5.3) kann ein Risikofür den gestillten Säugling nicht ausgeschlossen werden. Das Stillen muss vor Beginn der Behandlungmit Camizestrant beendet werden und darf erst 4 Wochen nach der letzten Dosis wieder aufgenommenwerden (siehe Abschnitt 4.3).
FertilitätEs liegen keine Daten über die Auswirkung von Camizestrant auf die Fertilität beim Menschen vor.
Ergebnisse aus tierexperimentellen Studien haben gezeigt, dass Camizestrant bei Mäusen, Ratten und
Hunden deutliche Auswirkungen auf die männlichen und weiblichen Fortpflanzungsorgane sowie bei
Ratten funktionelle Auswirkungen auf die weibliche und männliche Fertilität hat (siehe Abschnitt 5.3).
Etcamah in Kombination mit einem CDK4/6-Inhibitor hat einen geringen Einfluss auf die
Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen, da die Kombination Fatigue und
Schwindel auslösen kann (siehe Abschnitt 4.8). Etcamah kann vorübergehende visuelle Effekte imperipheren Sichtfeld verursachen, die hauptsächlich in Form von Photopsien auftreten und keinen odereinen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit haben. Patienten, bei denen diese
Symptome auftreten, müssen jedoch darauf hingewiesen werden, beim Führen von Fahrzeugen oderbeim Bedienen von Maschinen vorsichtig zu sein.
Die Zusammenfassung des Sicherheitsprofils von Etcamah beruht auf gepoolten Daten von263 Patienten, die Etcamah in Kombination mit einem CDK4/6-Inhibitor in den Studien der Phase III(SERENA-6) und der Phase I (SERENA-1) erhielten.
Die häufigsten Nebenwirkungen (≥ 15 %) bei Anwendung von Etcamah in Kombination mit einem
CDK4/6-Inhibitor waren Neutropenie (59,7 %), visuelle Effekte (40,7 %), Infektionen (38,4 %),
Diarrhö (21,3 %), Übelkeit (21,3 %), Anämie (21,3 %), Fatigue (20,5 %), Bradykardie (19,8 %) und
Leukopenie (15,6 %). Unter diesen waren die für Etcamah identifizierten UAWs visuelle Effekte(40,7 %) und Bradykardie (19,8 %).
Häufige Nebenwirkungen vom Grad 3 oder 4 (≥ 2 %) bei Anwendung von Etcamah in Kombinationmit einem CDK4/6-Inhibitor waren Neutropenie (46,4 %), Leukopenie (9,1 %), Anämie (3,4 %),
Infektionen (3,4 %) und Erhöhung der Alaninaminotransferase (2,3 %).
Häufige schwerwiegende Nebenwirkungen (≥ 1 %), die bei Patienten berichtet wurden, die Etcamah in
Kombination mit einem CDK4/6-Inhibitor erhielten, umfassten Infektionen (3,4 %) und Fieber(1,1 %).
Nebenwirkungen, die zum Behandlungsabbruch mit Etcamah bei Patienten führten, die Etcamah in
Kombination mit einem CDK4/6-Inhibitor erhielten, waren Neutropenie (0,4 %) und eine QT-
Verlängerung im Elektrokardiogramm (0,4 %).
Die häufigsten Nebenwirkungen (≥ 2 %), die zu einer Dosismodifikation von Etcamah bei Patientenführten, die Etcamah in Kombination mit einem CDK4/6-Inhibitor erhielten, waren Infektionen(6,8 %), Neutropenie (6,5 %), Bradykardie (4,2 %), QT-Verlängerung im Elektrokardiogramm(3,4 %), Diarrhö (2,3 %), Erbrechen (2,3 %) und visuelle Effekte (2,3 %).
Tabellarische Auflistung der NebenwirkungenAls Nebenwirkungen von Etcamah in der Kombination von Etcamah mit CDK4/6-Inhibitoren wurdenvisuelle Effekte und Bradykardie identifiziert. In Tabelle 2 sind darüber hinaus die für die
Kombination aus Etcamah und CDK4/6-Inhibitoren identifizierten Nebenwirkungen sowie derenjeweilige Inzidenz aus den gepoolten Daten zu Etcamah in Kombination mit einem CDK4/6-Inhibitor(n = 263) aufgeführt.
In der SERENA-6-Studie betrug die mediane Dauer der Exposition gegenüber Etcamah in
Kombination mit einem CDK4/6-Inhibitor 15,54 Monate und die mediane Dauer der Expositiongegenüber AI in Kombination mit einem CDK4/6-Inhibitor 7,36 Monate.
Die Häufigkeiten der Nebenwirkungen aus den klinischen Studien basieren auf den Häufigkeitenunerwünschter Ereignisse jeglicher Ursache. Dabei kann ein Teil der Ereignisse einer Nebenwirkungandere Ursachen als das Arzneimittel haben, wie z. B. die Grunderkrankung, andere Arzneimittel odernicht damit zusammenhängende Ursachen.
Die Nebenwirkungen sind nach MedDRA-Systemorganklasse (System Organ Class, SOC) und nachabnehmender Häufigkeit des MedDRA-Gruppenbegriffs aufgeführt. Die Häufigkeitsangaben sind wiefolgt definiert: sehr häufig (≥ 1/10); häufig (≥ 1/100, < 1/10); gelegentlich (≥ 1/1 000, < 1/100); selten(≥ 1/10 000, < 1/1 000); sehr selten (< 1/10 000) und nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage derverfügbaren Daten nicht abschätzbar). Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe sind die Nebenwirkungennach abnehmendem Schweregrad dargestellt.
Tabelle 2 Berichtete Nebenwirkungen bei der Kombination von Etcamah und CDK4/6-Inhibitor(n = 263) a
MedDRA-SOC MedDRA-Begriff Häufigkeits- Häufigkeits-kategorie kategoriealler Grade Grad 3 oder 4
Infektionen und Infektionend,e,f,g Sehr häufig Häufigparasitäre
Erkrankungen
Erkrankungen des Neutropeniee,f,g,h Sehr häufig Sehr häufig
Blutes und des
Lymphsystems Anämiee,f,g,i Sehr häufig Häufig
Leukopeniee,f,g,j Sehr häufig Häufig
Thrombozytopeniee,f,g,k Sehr häufig Häufig
Lymphopenief,g Häufig Gelegentlich
Febrile Neutropeniee,f,g Gelegentlich Gelegentlich
Stoffwechsel- und Appetit verminderte,f,g Häufig Gelegentlich
Ernährungsstörungen
Hypokaliämieg Häufig Häufig
Hypophosphatämieg Häufig Gelegentlich
Hypokalzämieg Häufig Gelegentlich
Erkrankungen des Schwindelf,g Sehr häufig Gelegentlich
Nervensystems
Kopfschmerzenf,g Sehr häufig Gelegentlich
Dysgeusiee,f Häufig Gelegentlich
Synkopeg Häufig Gelegentlich
Augenerkrankungen Visuelle Effekteb Sehr häufig Gelegentlich
Trockenes Augee,g Sehr häufig -
Herzerkrankungen Bradykardiec Sehr häufig -
Torsades de Pointesg Gelegentlich Gelegentlich
Gefäßerkrankungen Tiefe Venenthrombosee,f Häufig Gelegentlich
Emboliee Gelegentlich Gelegentlich
Erkrankungen der Husteng Sehr häufig -
Atemwege, desg
Brustraums und Dyspnoe Häufig Gelegentlich
Mediastinums
Lungenemboliee,f Gelegentlich Gelegentlich
Erkrankungen des Diarrhöe,f,g Sehr häufig Häufig
Gastrointestinaltrakts
Übelkeite,f,g Sehr häufig Gelegentlich
Erbrechene,f,g Sehr häufig Gelegentlich
Obstipationg Häufig -
Abdominalschmerzg Häufig Häufig
Stomatitise,f,g Häufig -
Erkrankungen der Haut Pruritusf,g Häufig -und des
Unterhautgewebes Alopeziee,f,g Häufig -
Skelettmuskulatur-, Rückenschmerzeng Sehr häufig Häufig
Bindegewebs- und
Knochenerkrankungen
Allgemeine Fatiguee,f,g Sehr häufig Häufig
Erkrankungen und
Beschwerden am Astheniee,g Sehr häufig Gelegentlich
Verabreichungsort
Fiebere,f,g Häufig Gelegentlich
Untersuchungen Aspartatamino- Häufig Gelegentlichtransferase erhöhte,f,g
Alaninaminotransferase Häufig Häufigerhöhte,f,g
Kreatinin im Blut Häufig -erhöhte,g
Elektrokardiogramm QT Häufig Häufigverlängert
a. Einstufung gemäß den Common Terminology Criteria for Adverse Events (CTCAE) des National Cancer
Institute, Version 5.0.
b. Visuelle Effekte umfassen Photopsie, verschwommenes Sehen, Sehverschlechterung, Doppeltsehen und
Photophobie gemäß der MedDRA-SOC Augenerkrankungen sowie visuelle Perseveration gemäß der
MedDRA-SOC Erkrankungen des Nervensystems. Zusätzlich zu Camizestrant ist verschwommenes Seheneine UAW unter Palbociclib und Photopsie eine UAW unter Abemaciclib.
c. Bradykardie umfasst Bradykardie und Sinusbradykardie.
d. Alle PTs unter der SOC Infektionen und parasitäre Erkrankungen.
e. UAW für die Kombination von Camizestrant und Palbociclib.
f. UAW für die Kombination von Camizestrant und Abemaciclib.g. UAW für die Kombination von Camizestrant und Ribociclib.h. Neutropenie umfasst Neutropenie und Neutrophilenzahl erniedrigt.i. Anämie umfasst Anämie, makrozytäre Anämie und Eisenmangelanämie.j. Leukopenie umfasst Leukopenie und Leukozytenzahl erniedrigt.k. Thrombozytopenie umfasst Thrombozytopenie und Thrombozytenzahl vermindert.
Beschreibung ausgewählter NebenwirkungenVon den 19,8 % der Patienten, bei denen Bradykardie berichtet wurde, wiesen 85 % der Patienten eineasymptomatische Bradykardie vom CTCAE-Grad 1 auf, während bei den verbliebenen 15 %
Nebenwirkungen vom Grad 2 berichtet wurden. Die Bradykardie zeigte einen zeitabhängigen Verlauf,bei dem eine allmähliche Abnahme der Herzfrequenz einen stabilen Nadir (tiefster Punkt) nach etwa14 Tagen erreichte. Die Herzfrequenz normalisierte sich im Allgemeinen nach Beendigung der
Behandlung innerhalb eines ähnlichen Zeitraums.
Bradykardie bei Vorliegen einer arzneimittelinduzierten QTc-Verlängerung hat das Potenzial, das
Risiko für Arrhythmien zu erhöhen. Eine QTc-Verlängerung wurde bei der Kombination von Etcamahund einem CDK4/6-Inhibitor bei 18 Patienten (6,8 %) als Nebenwirkung berichtet (siehe Tabelle 2).
Davon wurden 14 Fälle als Grad 1 oder Grad 2 berichtet; 3 wurden als Grad 3 berichtet und ein Fallvon Torsades de Pointes (Grad 4) wurde bei einem Patienten mit Bradykardie und QTc-Verlängerungunter Camizestrant in Kombination mit Ribociclib in einer Phase-1-Studie beobachtet. Die Ereignissevom Grad 3 und Grad 4 traten in Kombination mit Ribociclib auf. Eine zusätzliche Überwachung wirdempfohlen (siehe Abschnitte 4.2 und 4.4).
Visuelle Effekte
Von den 40,7 % der Patienten, die visuelle Effekte berichteten, traten bei der Mehrheit (92,5 %)
Nebenwirkungen vom CTCAE-Grad 1 auf, während bei 6,5 % der Patienten Nebenwirkungen vom
CTCAE-Grad 2 auftraten und bei 0,9 % eine Nebenwirkung vom CTCAE-Grad 3 (Photopsie) auftrat.
Der häufigste visuelle Effekt war Photopsie (24,0 %). Die mediane Zeit bis zum Auftreten des erstenvisuellen Effekts betrug 9 Tage. UAWs in Form von visuellen Effekten traten in der Regelintermittierend auf, waren von kurzer Dauer und hielten nicht den ganzen Tag über an. Es wurdeberichtet, dass sich die visuellen Effekte bei den Patienten im Laufe der Zeit nicht verschlechterten.
Die augenärztliche Untersuchung von Patienten, die über visuelle Effekte berichteten, ergab keine
Hinweise auf strukturelle Auswirkungen auf das Auge oder klinisch bedeutsame Veränderungen der
Sehschärfe, die auf Etcamah zurückzuführen waren (siehe Abschnitt 5.1).
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
Es gibt keine spezifische Behandlung im Falle einer Etcamah-Überdosierung. In den Phase-I-Studien,in denen Patienten eine tägliche Monotherapie-Dosis von bis zu 450 mg erhielten, wurde keinemaximal tolerierte Dosis (MTD) erreicht. Das Sicherheitsprofil der Patienten, die mit einer einmaltäglichen Dosis von 150 mg Etcamah behandelt wurden, entsprach dem bekannten Sicherheitsprofilvon Etcamah bei der empfohlenen Dosis von einmal täglich 75 mg (siehe Abschnitt 4.8). Bei Verdachtauf eine Überdosierung sind die Patienten engmaschig zu überwachen und müssen, falls erforderlich,symptomatisch behandelt werden.
Pharmakotherapeutische Gruppe: Endokrine Therapie, Antiestrogene, ATC-Code: L02BA05
WirkmechanismusCamizestrant ist ein oraler, selektiver Östrogenrezeptor-Degrader (SERD) und ein
Östrogenrezeptor(ER)-Antagonist.
Camizestrant bindet an die Ligandenbindungsdomäne von ERα, antagonisiert die Aktivität von ERα,der sowohl von Wildtyp-ESR1 als auch von mutiertem ESR1 kodiert wird, und induziert den
Proteasom-abhängigen Abbau von ERα, ohne ERα zu agonisieren.
Kardiale ElektrophysiologieEine Expositions-Wirkungs-Analyse der potenziellen QTcI-Verlängerung bei einer Monotherapie mittäglich 75 mg bis 300 mg Camizestrant wurde bei 30 Patienten untersucht. Die prognostiziertearzneimittelbedingte mittlere QTcI-Verlängerung betrug 2,99 ms (95%-KI: [-0,75; 6,73]) bei dermittleren steady state Cmax mit einer Obergrenze von 6,09 ms (90%-KI) nach einer täglichen Einnahmevon 75 mg Camizestrant. Bei der empfohlenen Dosis von 75 mg Camizestrant wurde kein mittlerer
Anstieg des QTcI > 10 ms beobachtet.
Klinische WirksamkeitER-positives, HER2-negatives lokal fortgeschrittenes oder metastasiertes Mammakarzinom
SERENA-6-Studie
Die SERENA-6-Studie war eine randomisierte, doppelblinde, zirkulierende Tumor-DNA(ctDNA)-gesteuerte Studie zur Bewertung der Wirksamkeit und Sicherheit der Umstellung auf Etcamah pluseinen CDK4/6-Inhibitor (Palbociclib, Ribociclib oder Abemaciclib) im Vergleich zur Fortsetzung der
AI-Behandlung (Letrozol oder Anastrozol) plus einen CDK4/6-Inhibitor bei erwachsenen prä-/peri-/postmenopausalen Frauen und Männern mit ER-positivem/HER2-negativem, lokal fortgeschrittenemoder metastasiertem Mammakarzinom mit nachweisbarer ESR1-Mutation, bestimmt durch ctDNA-
Testung, ohne Progression der Erkrankung während einer Erstlinien-Behandlung mit einem AI pluseinem CDK4/6-Inhibitor. Alle Patienten mussten sich aktuell in Behandlung befinden und ≥ 6 Monateeine AI-plus-CDK4/6-Inhibitor-Behandlung als initiale endokrine Behandlung erhalten haben, ohnedass es nach Einschätzung des Prüfarztes Anzeichen für eine Krankheitsprogression gab. Die
Patienten durften vor Beginn der Behandlung mit einem AI plus einem CDK4/6-Inhibitor einevorherige Chemotherapie erhalten haben. Patienten mit ECOG > 1, Vorliegen einer ausgedehntensymptomatischen metastasierten viszeralen Erkrankung, frühzeitiger Progression unter einem
CDK4/6-Inhibitor, schwerer und unkontrollierter kardialer Komorbidität, schwerer
Leberfunktionsstörung und/oder QTc-Verlängerung (definiert als > 480 ms bei Kombination mit
Palbociclib oder Abemaciclib bzw. ≥ 450 ms bei Kombination mit Ribociclib) wurden ausgeschlossen.
Der ESR1-Mutationsstatus wurde prospektiv anhand von zirkulierender Tumor-DNA (ctDNA) ausdem Plasma unter Verwendung des Guardant360-CDx-Assays bestimmt. ESR1-Mutationen, die zuden angegebenen Aminosäureveränderungen führen, waren für den Einschluss geeignet: E380Q,
V422del, S463P, L536H, L536P, L563R, Y537C, Y537D, Y537N, Y537S, D538G. Basierend auf den
Ergebnissen des Guardant360-Assays waren die häufigsten ESR1-Alterationen die Varianten an den
Aminosäuren D538G, Y537S und Y537N, die bei 44,6 %, 38,9 % bzw. 18,5 % der Patienten mit einergeeigneten ESR1-Mutation nachgewiesen wurden.
Insgesamt wurden 315 Patienten im Verhältnis 1:1 randomisiert und erhielten entweder Etcamah(n = 157, 75 mg einmal täglich) plus einen CDK4/6-Inhibitor und ein AI-Placebo oder weiterhin einen
AI plus einen CDK4/6-Inhibitor und ein Etcamah-Placebo (n = 158). Der Gesamtanteil derrandomisierten Patienten, die Palbociclib erhielten, betrug 75,6 %, Ribociclib erhielten 14,9 % und
Abemaciclib erhielten 9,5 %. Die Wahl des CDK4/6-Inhibitors und dessen Dosierung blieb zum
Zeitpunkt der Randomisierung in beiden Armen unverändert. Die Randomisierung wurde stratifiziertnach der Lokalisation der Erkrankung (viszerale Erkrankung versus nicht-viszerale Erkrankung), dem
Nachweis von ESR1m (erster Test versus nachfolgende ctDNA-Tests), der Zeit von dem Beginn der
AI-plus-CDK4/6-Inhibitor-Behandlung bis zur Randomisierung (< 18 Monate versus ≥ 18 Monate)und der Art des CDK4/6-Inhibitors (Palbociclib versus Ribociclib versus Abemaciclib). Prä-/perimenopausale Patientinnen und männliche Patienten, die gleichzeitig mit einem LHRH-Agonistenbehandelt wurden, erhielten diesen auch nach der Randomisierung weiterhin. Die Behandlung mit
Etcamah wurde bis zur Progression der Erkrankung oder bis zum Auftreten einer inakzeptablen
Toxizität fortgesetzt.
Der primäre Endpunkt war das vom Prüfarzt beurteilte progressionsfreie Überleben (progression freesurvival, PFS), bewertet gemäß den Ansprechkriterien für solide Tumoren (Response Evaluation
Criteria in Solid Tumors, RECIST) v1.1. Die wichtigsten sekundären Endpunkte waren die Zeit vonder Randomisierung bis zur zweiten Progression oder Tod (time from randomisation to secondprogression or death, PFS2) und das Gesamtüberleben (overall survival, OS).
Demografie- und Baseline-Charakteristika waren zwischen den Armen gut ausgewogen. Bei den315 Patienten betrug das mediane Alter 61,0 Jahre (Bereich 29,0 bis 89,0 Jahre und 36,8 % waren über65 Jahre); weiblich (99,0 %); männlich (1,0 %); weiß (63,2 %); asiatisch (23,2 %); schwarz (1,9 %)und anderer ethnischer Herkunft (1,0 %). Der Eastern Cooperative Oncology Group(ECOG)-
Performance-Status war 0 (65,1 %) oder 1 (33,0 %); 79,4 % waren postmenopausale Frauen und20,6 % waren prä-/perimenopausale Frauen oder Männer.
Die Wirksamkeitsergebnisse sind in Tabelle 3 und Abbildung 1 zusammengefasst.
Tabelle 3 Wirksamkeitsergebnisse der SERENA-6-Studie (DCO3: 02. Jan. 2026)
Etcamah plus ein CDK4/6- AI plus ein CDK4/6-
Inhibitor Inhibitor(n = 157) (n = 158)
Progressionsfreies Überleben (PFS) beurteilt durch den Prüfarzt
Anzahl Ereignisse a (%) 99 (63,1) 124 (78,5)
Median in Monaten b (95%-KI) 16,76 (14,72; 19,35) 9,23 (7,23; 9,66)
Hazard Ratio c (95%-KI) 0,45 (0,34; 0,59)p-Wert d < 0,00001
Gesamtüberleben (OS) (30 % Datenreife)
Anzahl Ereignisse (%) 46 (29,3) 49 (31,0)
Median in Monaten b (95%-KI) 41,20 (35,48; NB) 40,21 (36,50; 43,27)
Hazard Ratio c 0,87 (0,57; 1,30)
a. Umfasst Progressionsereignisse, die innerhalb von 2 Visiten nach der letzten auswertbaren Beurteilungauftreten.
b. Berechnet mittels der Kaplan-Meier-Methode.
c. Eine Hazard Ratio < 1 begünstigt den Behandlungsarm mit Etcamah-plus-CDK4/6-Inhibitor.
d. Der p-Wert < 0,00001 wurde bei DCO1 (28. Nov. 2024) erreicht.
Abbildung 1 Kaplan-Meier-Kurve des progressionsfreien Überlebens gemäß Beurteilung durchden Prüfarzt in der SERENA-6-Studie
Etcamah + CDK4/6-Inhibitor
AI + CDK4/6-Inhibitor
Anzahl der Zeit ab Randomisierung (Monate) Anzahl der
Patienten randomisiertenunter Risiko Patienten/Anzahl
Monate der Ereignisse
Etcamah + CDK4/6-Inhibitor
AI + CDK4/6-Inhibitor
Kinder und JugendlicheDie Europäische Arzneimittel-Agentur hat für Etcamah eine Freistellung von der Verpflichtung zur
Vorlage von Ergebnissen zu Studien in allen pädiatrischen Altersklassen für die Behandlung von
Brustkrebs gewährt (siehe Abschnitt 4.2 bzgl. Informationen zur Anwendung bei Kindern und
Jugendlichen).
Wahrscheinlichkeit des progressionsfreien Überlebens
Die pharmakokinetischen Parameter von Camizestrant wurden bei gesunden Probanden und bei
Mammakarzinom-Patienten ermittelt. Basierend auf einer populationspharmakokinetischen(popPK)-
Analyse ist die Pharmakokinetik von Camizestrant bei einer Dosis von 75 mg durch eine apparente
Plasmaclearance von 69,1 l/h, ein apparentes Verteilungsvolumen (Vss/F) im steady state von26,97 l/kg und eine terminale Halbwertszeit von etwa 23 Stunden charakterisiert. Die orale
Bioverfügbarkeit der 75-mg-Dosis von Camizestrant beträgt 43 % und der steady state wird bei einmaltäglicher Einnahme am 5. Tag erreicht.
ResorptionNach oraler Gabe wird Camizestrant resorbiert, wobei mediane Spitzenplasmakonzentrationenungefähr 2 bis 4 Stunden nach der Einnahme erreicht werden.
Einfluss von NahrungsmittelnNach der Einnahme zusammen mit einer fettreichen Mahlzeit oder nach einer Nacht ohne
Nahrungsaufnahme wurden ähnliche Expositionen beobachtet. Dies unterstützt eine Einnahme mitoder ohne Nahrung. Nach einer fettreichen Mahlzeit betrugen die Verhältnisse der geometrischen
Mittelwerte von Cmax und AUC (90%-KI) in Bezug auf einen nicht-nüchternen zu nüchternem Zustand106,2 % (90%-KI: 94,3 %; 119,7 %) bzw. 109,8 % (90%-KI: 104,4 %; 115,5 %).
VerteilungBasierend auf einer popPK-Analyse kommt es zu einer Verteilung von Camizestrant in den Geweben,mit einem apparenten peripheren Verteilungsvolumen von 8,69 l/kg. Das apparente
Verteilungsvolumen von Camizestrant im steady state beträgt 26,97 l/kg.
Die Plasmaproteinbindung von Camizestrant beträgt 75,3 % (24,7 % ungebunden). Es gibt keinen
Hinweis auf eine konzentrationsabhängige Plasmaproteinbindung. Der Blut-zu-Plasma-Quotientbetrug 0,99.
BiotransformationErgebnisse aus In-vitro-Hepatozytenstudien zum Metabolismus deuten darauf hin, dass Camizestrantzusätzlich zu der direkten N-Glucuronidierung mehrere Oxidationsreaktionen durchläuft undhauptsächlich über CYP3A4/5 und UGT1A4 metabolisiert wird. Humane Metaboliten von
Camizestrant wurden in pharmakokinetischen Proben von gesunden weiblichen Probanden, die eineorale Einzeldosis von 75 mg [14C]-Camizestrant (0,67 MBq) erhielten, nachgewiesen und quantifiziert.
Die wichtigsten arzneimittelbezogenen zirkulierenden Komponenten waren das N-Glucuronid-
Konjugat von Camizestrant, das N-Glucuronid des sauren Metaboliten und Camizestrant, auf die20,1 %, 11,2 % bzw. 13,6 % der zirkulierenden Radioaktivität im Plasma entfielen. Die anderen achtgeringfügigen Metaboliten im Plasma, die jeweils eine relative Häufigkeit von weniger als 10 % dergesamten arzneimittelbezogenen Komponenten im Plasma aufwiesen, waren entweder oxidative
Metaboliten oder Glucuronide von oxidativen Metaboliten. Es wurden keine aktiven Metabolitenidentifiziert.
In-vitro: Camizestrant inhibiert nicht CYP1A2, CYP2A6, CYP2C8, CYP2C9, CYP2C19 oder
CYP2E1 und ist ein schwacher (IC50 > 100 µM) Inhibitor von UGT1A1 und UGT2B7. Camizestrantist kein zeitabhängiger Inhibitor von CYP1A2, CYP2D6 und CYP3A4/5. Camizestrant hat eingeringes Potenzial zur Induktion von CYP1A2, CYP2B6 und CYP3A4/5. Camizestrant inhibiert nichtdie Arzneimitteltransporter OATP1B3, OCT2, OAT1, OAT3, MATE1 und MATE2K und ist kein
Substrat von BCRP, OATP1B1 oder OATP1B3.
EliminationNach einmaliger oraler Gabe von 75 mg [14C]-Camizestrant wurden durchschnittlich 82 % derverabreichten Radioaktivität im Urin und in den Fäzes wiedergefunden. Die mittlere Gesamt-
Radioaktivität (65,1 %) wurde in den Fäzes wiedergefunden, was darauf hindeutet, dass die
Ausscheidung über die Fäzes der Hauptausscheidungsweg nach oraler Anwendung war; 16,8 % dergesamten Radioaktivität wurden im Urin wiedergefunden.
Linearität/Nicht-LinearitätDie AUC und die Cmax von Camizestrant stiegen im Dosisbereich von 25 bis 450 mg überproportionalzur Dosis an.
Besondere PatientengruppenEinfluss von Alter, Geschlecht, ethnischer Herkunft und Gewicht
Basierend auf popPK-Analysen (n = 756) wurden keine klinisch signifikanten Zusammenhängezwischen der vom Modell prognostizierten steady-state-Exposition, der Fläche unter der Kurve imsteady state (AUCss) und den folgenden Kovariaten identifiziert: medianes Alter zu Studienbeginn61 Jahre (29 bis 89 Jahre) und ethnische Herkunft. Eine popPK-Analyse zeigte, dass das mediane
Ausgangskörpergewicht 69,9 kg (34,2 bis 150 kg) betrug und dieses das apparente
Verteilungsvolumen (V2/F) beeinflusste, dies jedoch nicht klinisch relevant war; es hatte keinensignifikanten Einfluss auf die apparente Gesamtkörper-Clearance (CL/F) oder die AUCss. Es sindkeine Dosisanpassungen für Camizestrant in Abhängigkeit von Alter, Geschlecht, ethnischer Herkunftoder Körpergewicht erforderlich.
NierenfunktionsstörungBei der popPK-Analyse wurde eine kontinuierliche Kreatinin-Clearance verwendet. Die Kreatinin-
Clearance (CrCL) zu Studienbeginn wurde anhand der Cockcroft-Gault-Gleichung berechnet, um die
Auswirkung der Nierenfunktion auf die PK von Camizestrant zu bewerten; die mediane CrCL betrug86,2 ml/min (Bereich 22,8-303 ml/min). Die Analyse zeigte keinen klinisch bedeutsamen Einflusseiner leichten oder mäßigen Nierenfunktionsstörung zu Studienbeginn auf die PK von Camizestrant,was darauf hindeutet, dass bei Patienten mit leichter bis mäßiger Nierenfunktionsstörung keine
Dosisanpassung erforderlich ist.
In die klinischen Studien zu Camizestrant wurden nur wenige Patienten mit schwerer
Nierenfunktionsstörung und keine Dialysepatienten oder Patienten mit einer CrCL < 15 ml/mineingeschlossen. Daher ist eine geeignete Dosis von Camizestrant für Patienten mit schwerer
Nierenfunktionsstörung und für Dialysepatienten nicht festgelegt worden (siehe Abschnitt 4.2).
LeberfunktionsstörungBasierend auf einer pharmakokinetischen Studie an Patienten nach einer Einzeldosis von 75 mgbetrugen die geometrischen Mittelwerte von Cmax und AUC0-INF der Camizestrant-Exposition bei
Patienten mit mäßiger Leberfunktionsstörung (Child-Pugh B) das 2,4-Fache bzw. 2,7-Fache im
Vergleich zu Patienten mit normaler Leberfunktion. Die geometrischen Mittelwerte von Cmax und
AUC0-INF der Camizestrant-Exposition bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung (Child-
Pugh C) betrugen das 3,1-Fache bzw. 3,8-Fache im Vergleich zu Patienten mit normaler
Leberfunktion.Die Exposition gegenüber Camizestrant ist überproportional zur Dosis und nimmt bis zum Erreichendes steady state im Zeitverlauf zu. Der Anstieg der Exposition gegenüber Camizestrant von der
Einzeldosis bis zum steady state ist bei Patienten mit Leberfunktionsstörung (Child-Pugh) nichtbekannt. Eine popPK-Modellierung identifizierte eine leichte Leberfunktionsstörung (NCI) nicht alssignifikante Kovariate für die Camizestrant-Exposition. Als Vorsichtsmaßnahme ist Camizestrant bei
Patienten mit mäßiger und schwerer Leberfunktionsstörung zu vermeiden. Patienten mit leichter
Leberfunktionsstörung dürfen Camizestrant einnehmen.
Präklinik/Toxizität nach wiederholter Gabe
In Toxizitätsstudien nach wiederholter Gabe an Mäusen, Ratten und Hunden wurde der
Fortpflanzungstrakt als Zielorgan identifiziert, wobei histopathologische Befunde bei Expositionenauftraten, die deutlich unter der (weiblich) oder bei der 2-fachen (männlich) humanen Exposition beider für den Menschen maximal empfohlenen Dosis (Maximum Recommended Human Dose, MRHD)lagen. Auch in den Nebennieren (Ratten und Mäuse) und in den Hypophysen (Mäuse) fanden sichanaloge Befunde. Die Befunde waren hormonell bedingt, basierten auf der pharmakologischen
Wirkung von Camizestrant und sind daher für postmenopausale Frauen bzw. für prä- oderperimenopausale Frauen oder Männer, die einen LHRH-Agonisten erhalten, nicht relevant. Befundeim männlichen Fortpflanzungstrakt, die von klinischer Relevanz sind, werden im Abschnitt Fertilitätbeschrieben.
Bei der Ratte und/oder der Maus wurden Makrophagenaggregation (Lunge, Milz, Thymus und
Mesenteriallymphknoten) und Vakuolisierung (Gallengangsepithel der Leber) festgestellt. Dies wurdeals Phospholipidose in der Lunge der Ratte bestätigt, war nach einmonatiger Verabreichung reversibel,wurde jedoch bei weiblichen Ratten in der 6-monatigen Studie als unerwünscht eingestuft bei einer
Gesamtplasmaexposition (AUC) von etwa dem 60-Fachen der humanen Exposition bei der MRHD.
In mechanistischen Studien verursachte Camizestrant bei Ratten eine Dysfunktion der bipolaren
Stäbchenzellen in der Retina bei klinisch relevanten Expositionen (ungefähr das 5-Fache der humanen
Exposition bei der MRHD). Die Auswirkungen auf die Retina bei Ratten waren reversibel undstimmen mit den beim Menschen beobachteten vorübergehenden visuellen Effekten überein.
Kardiovaskuläre Effekte wurden speziesübergreifend (d. h. bei Hunden und Ratten) beobachtet unddurch mechanistische Studien gestützt. Eine Herzfrequenzreduktion, bedingt durch eine verminderte
Schrittmacheraktivität des Sinusknotens über HCN4-Ionenkanäle, wurde bei Tieren beobachtet undklinisch bestätigt (siehe Abschnitt 4.4). Bei Hunden und Ratten umfassten zusätzliche verzögerteinsetzende kardiovaskuläre Funktionseffekte dosis- und zeitabhängige Abnahmen des diastolischen
Blutdrucks, des QA-Intervalls und des PR-Intervalls, mit Zunahmen des Pulsdrucks, der QT/QTc-
Intervalle und linksventrikulärer Parameter (dP/dt+ und dP/dt-). Bei der Beurteilung an Hundenpersistierte die QTc-Verlängerung über mindestens 3 Tage bis zu 4 Wochen. Der Mechanismus der
QTc-Verlängerung war unbekannt, unabhängig von der Herzfrequenz und ohne Zusammenhang miteiner hERG-Inhibition und wurde bei maximalen ungebundenen Plasmakonzentrationen beobachtet,die dem ≥ 4-Fachen derjenigen bei der MRHD beim Menschen entsprachen. Darüber hinaus wurdenatriale Extrasystolen (atrial premature complexes, APCs) bei einem Telemetriehund und bei einem
Hund der allgemeinen Toxikologiestudie bei maximalen freien Plasmaspiegeln beobachtet, die dem12-Fachen bzw. 33-Fachen der MRHD beim Menschen entsprachen. Eine Kardiomyopathie wurde beiweiblichen Ratten nach 6-monatiger Verabreichung bei Gesamtplasmaexpositionen beobachtet, diedem ≥ 11-Fachen der humanen AUC-Exposition bei der MRHD beim Menschen entsprachen.
Bei Hunden führte die kombinierte Verabreichung von Camizestrant und Atropin zu einemsignifikanten Anstieg der Atropin-Exposition im Plasma und im Gehirn. Dieser Anstieg ist vermutlichauf eine Inhibition des Atropin-Metabolismus zurückzuführen und ist daher wahrscheinlich spezifischfür Hunde.
Mutagenität und Karzinogenität
Camizestrant war in den In-vitro-Ames- und Mikronukleus-Tests sowie in der In-vivo-Mikronukleus-
Studie negativ. Die Befunde in den Ovarien in chronischen Studien mit wiederholter Verabreichungumfassten Hyperplasie bei Gesamtplasmaexpositionen (AUC) des ≥ 2-Fachen (Granulosazellen beider Ratte) und des 52-Fachen (Keimstrang-Stroma beim Hund) im Vergleich zur humanen Expositionbei der MRHD sowie gutartige Granulosazelltumore bei Gesamtplasmaexpositionen (AUC) von etwadem 60-Fachen (Ratten) und dem 3,5-Fachen (Hunde) im Vergleich zur humanen Exposition bei der
MRHD. Bei einem einzelnen Hund wurde bei dem 13-Fachen der humanen Exposition bei der MRHDein interstitielles (Leydig-) Zelladenom im Hoden beobachtet. Die Befunde werden aufgrund derpharmakologischen Wirkung von Camizestrant als hormonell bedingt angesehen und sind daher nichtrelevant für postmenopausale Frauen bzw. für prä- oder perimenopausale Frauen oder für Männer, dieeinen LHRH-Agonisten erhalten.
ReproduktionstoxizitätEmbryofetale-/Entwicklungstoxizität
Die Verabreichung von Camizestrant in einer modifizierten Studie zur embryofetalen Entwicklung bei
Ratten führte zu einem vollständigen Ausbleiben der Implantation bei weiblichen Tieren, wenn die
Dosierung mit 0,1 mg/kg/Tag vor der Implantation begonnen wurde. Wenn die Verabreichung auf die
Phase der Organogenese beschränkt war, hatte Camizestrant keinen Einfluss auf das embryofetale
Überleben oder die embryofetale Entwicklung. Bei der Verabreichung von der Implantation über die
Geburt bis hin zur Laktation führte Camizestrant jedoch zu einer Verlängerung der Trächtigkeit,
Dystokie und einer Beeinträchtigung des Überlebens und des Wachstums der Nachkommen. Diematernalen Expositionen in dieser Studie lagen weit unterhalb der humanen Exposition bei der
MRHD.
FertilitätIn einer Fertilitätsstudie an weiblichen Ratten wirkte sich Camizestrant negativ auf Östruszyklen, das
Paarungsverhalten, die Fertilität und das frühe embryonale Überleben aus, was sich nach einem Monatohne Dosierung vollständig zurückbildete. Die Effekte wurden bei maternalen Expositionen unterhalbder humanen Exposition bei der MRHD beobachtet.
Bei männlichen Ratten und Hunden waren eine Atrophie der Prostata, der Samenbläschen und der
Samenkanälchen, eine tubuläre Dilatation der Hoden und Veränderungen im Nebenhoden (verringerte
Anzahl an Spermien bei Ratten und Zelltrümmer bei Hunden) bereits bei der niedrigsten Dosis inchronischen Studien bei einer Exposition des ≥ 2-Fachen (Ratte) bzw. des ≥ 3,5-Fachen (Hund) derhumanen Exposition bei der MRHD erkennbar und wurden als klinisch relevant angesehen. Beimännlichen Ratten wurden nach einer 9-wöchigen Verabreichung eine niedrigere Anzahl an
Spermatiden/Spermien, ein höherer Prozentsatz an Spermienanomalien, eine geringere
Spermienmotilität und niedrigere Paarungs- und Trächtigkeitsraten festgestellt, was auf eine
Auswirkung auf die männliche Fertilität hindeutet. Effekte wurden bei einer Gesamtplasmaexposition(AUC) beobachtet, die ≥ 2-fach so hoch war wie die bei einer klinischen Dosis von 75 mg, jedochwurde kein No-Effect-Level festgestellt. In dieser Studie wurden Implantationsverluste und eine
Abnahme der Anzahl lebender Feten bei nicht behandelten Weibchen beobachtet, die mit behandelten
Männchen gepaart waren, was auf eine durch Männchen vermittelte Reproduktionstoxizität bei einer
Gesamtplasmaexposition (AUC) hindeutet, die 27-fach höher ist als die humane Exposition bei der
MRHD. Die Reversibilität der Befunde zur männlichen Fertilität wurde nicht untersucht.
Mikrokristalline Cellulose (Typ 102)
Calciumhydrogenphosphat
Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A)
Magnesiumstearat
FilmüberzugPoly(vinylalkohol)
Titandioxid (E171)
Macrogol 3350
Talkum
Eisen(III)-oxid (E172)
Eisen(III)-hydroxid-oxid x H2O (E172)
Eisen(II,III)-oxid (E172)
Nicht zutreffend.
3 Jahre.
Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.
28 x 1 Filmtabletten in perforierten Aluminium/Aluminium-Einzeldosis-Blisterpackungen.
2 Blisterpackungen mit jeweils 14 Filmtabletten.
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur https://www.ema.europa.eu verfügbar.