Packungsbeilage ETCAMAH 75mg Filmtabletten

Produktcode:
W72144001
Menge:
28
Angewendet bei:
ER-positiver, HER2-negativer lokal fortgeschrittener oder metastasierter Brustkrebs mit ohne Progression nachgewiesener
Art der Anwendung:
oral
Substanz:
Camizestrant (selektiver Estrogenrezeptor-Degrader (SERD))
ATC
L02BA05 — Antineoplastische und Immunmodulierende Mittel | Hormonantagonisten und Verwandte Mittel | Antiestrogene
Camizestrant ist eine Hormontherapie bei Erwachsenen mit ER-positivem, HER2-negativem, lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs. Es wird mit einem CDK4/6-Hemmer kombiniert, wenn eine ESR1-Mutation erkannt wird, bevor die Erkrankung unter der ersten Hormontherapie mit CDK4/6-Hemmer fortschreitet. Es blockiert Östrogenrezeptoren und fördert deren Abbau, um das Tumorwachstum zu bremsen.

Die Einnahme erfolgt einmal täglich mit oder ohne Nahrung. Die Tablette wird unzerkaut und unzerteilt geschluckt. Ein Onkologe überwacht die Therapie; ein Mutationstest ist für die Auswahl erforderlich. Vor und während der Behandlung werden EKG und Blutwerte kontrolliert. Ändern Sie Begleitmedikamente nicht selbst.

Möglich sind langsamer Puls und Sehstörungen wie Lichtblitze oder verschwommenes Sehen. Zusammen mit dem CDK4/6-Hemmer können Müdigkeit, Übelkeit, Durchfall, Blutarmut und niedrige weiße Blutkörperchen mit Infektionsrisiko auftreten. Wegen möglicher Herzrhythmusstörungen müssen Begleitmedikamente und Elektrolyte beachtet werden.

Melden Sie Ohnmacht, Herzklopfen, starken Schwindel, Fieber oder anhaltende Sehstörungen sofort. Vermeiden Sie eine Schwangerschaft und nutzen Sie die empfohlene Verhütung auch nach der Therapie. Während der Behandlung und 4 Wochen nach der letzten Dosis darf nicht gestillt werden. Geben Sie alle Medikamente und Ergänzungsmittel an, da wichtige Wechselwirkungen möglich sind.

Allgemeine Daten zu ETCAMAH 75mg

Substanz:
Camizestrant
Datum der letzten Medikamentenliste:
01-09-2026
Produktcode:
W72144001
Wirkstärke:
75mg
Darreichungsform:
Filmtabletten
Menge:
28
Produktart:
Originalpräparat
Abgabebedingungen:
P-RF — Arzneimittel, die mit einer ärztlichen Verschreibung abgegeben werden, die in der Apotheke einbehalten wird und nicht erneuert werden kann.

Zulassung

Hersteller:
ASTRAZENECA AB - SUEDIA
Zulassungsinhaber:
ASTRAZENECA AB - SUEDIA
Zulassungsnummer:
2046/2026/01
Haltbarkeit:
3 Jahre

Offizielle Dokumente

Zur Datenbank hinzugefügt:
21/07/2026

Hinweise:

Warnhinweis zur Fruchtbarkeit

Dieses Arzneimittel kann die Fruchtbarkeit beeinträchtigen.

Beeinträchtigung der Fahrtüchtigkeit

Dieses Arzneimittel kann die Fähigkeit zum Führen von Fahrzeugen oder Bedienen von Maschinen beeinträchtigen.

Verhütung erforderlich

Während der Behandlung ist eine zuverlässige Verhütung erforderlich.

Während der Stillzeit kontraindiziert

Dieses Arzneimittel während der Stillzeit nicht anwenden.

Schwerwiegende Arzneimittelwechselwirkungen

Dieses Arzneimittel kann wichtige Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln haben.

Zusätzliche Überwachung

Dieses Arzneimittel unterliegt einer zusätzlichen Überwachung.

Regelmäßige Laboruntersuchungen erforderlich

Während der Behandlung können regelmäßige Laboruntersuchungen erforderlich sein.

Nicht teilen / zerdrücken / kauen

Dieses Arzneimittel nicht teilen, zerdrücken oder kauen.

Warnhinweis während der Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft nur auf ärztliche Empfehlung anwenden.

Warnhinweis bei Kindern

Bei Kindern nur gemäß Packungsbeilage oder ärztlicher Empfehlung anwenden.

Herzrisiko / QT-Verlängerung / Arrhythmien

Dieses Arzneimittel kann das Risiko von Herzrhythmusstörungen erhöhen.

Teratogenes / fetales Risiko

Dieses Arzneimittel kann die Entwicklung des Fötus beeinträchtigen.

Sehstörungen

Dieses Arzneimittel kann Sehstörungen verursachen.

Inhalt der Fachinformation zu ETCAMAH 75mg Filmtabletten

Fachinformation zu ETCAMAH 75mg

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Etcamah 75 mg Filmtabletten

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Jede Filmtablette enthält 75 mg Camizestrant.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Filmtablette (Tablette).

Beige, runde, bikonvexe Filmtablette, auf der einen Seite mit der Prägung 'CM“ oberhalb von '75“versehen und auf der anderen Seite glatt. Ungefährer Durchmesser: 9 mm.

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

Etcamah in Kombination mit einem CDK4/6-Inhibitor (Palbociclib, Ribociclib oder Abemaciclib) istindiziert zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit ER-positivem, HER2-negativem, lokalfortgeschrittenem oder metastasiertem Mammakarzinom bei Nachweis einer ESR1-Mutation und ohne

Krankheitsprogression während einer endokrinen Erstlinientherapie in Kombination mit einem

CDK4/6-Inhibitor (zur Biomarker-basierten Patientenauswahl, siehe Abschnitte 4.2 und 5.1).

Bei prä- oder perimenopausalen Frauen sowie bei Männern ist Etcamah plus ein CDK4/6-Inhibitor miteinem Luteinisierungshormon-Releasinghormon(LHRH)-Agonisten oder -Antagonisten zukombinieren.

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Die Behandlung darf nur von einem Arzt eingeleitet und überwacht werden, der mit der Anwendungvon onkologischen Arzneimitteln vertraut ist.

Patientenauswahl

Patienten mit ER-positivem, HER2-negativem, lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem

Mammakarzinom unter endokrin-basierter Erstlinientherapie sind für die Behandlung basierend aufdem Vorliegen von ESR1-Mutationen in einer Plasma- oder Tumorprobe auszuwählen, die alle3 Monate entnommen wird, bis eine ESR1-Mutation nachgewiesen wurde. Die Bestimmung hatmithilfe eines CE-gekennzeichneten In-vitro-Diagnostikums (IVD) mit entsprechendem

Verwendungszweck zu erfolgen (siehe Abschnitt 5.1). Wenn kein IVD mit CE-Kennzeichnungverfügbar ist, muss ein alternativer validierter Test verwendet werden.

Dosierung

Die empfohlene Dosis von Etcamah in Kombination mit einem CDK4/6-Inhibitor beträgt 75 mgeinmal täglich. Der CDK4/6-Inhibitor soll zu Beginn der Behandlung mit Etcamah in der gleichen

Dosierung fortgesetzt werden wie zum Zeitpunkt des Nachweises der ESR1m.

Für weitere Informationen zur empfohlenen Dosierung wird auf die Fachinformation des CDK4/6-

Inhibitors sowie des LHRH-Agonisten oder -Antagonisten verwiesen. Wenn der CDK4/6-Inhibitordauerhaft abgesetzt wird, muss auch Etcamah abgesetzt werden.

Dauer der Behandlung

Die Behandlung mit Etcamah soll fortgesetzt werden, solange ein klinischer Nutzen zu beobachten istoder bis zum Auftreten einer inakzeptablen Toxizität.

Versäumte Dosis

Wenn die Einnahme einer Dosis von Etcamah versäumt wurde, kann sie innerhalb von 6 Stunden nachdem üblichen Einnahmezeitpunkt sofort nachgeholt werden. Sind mehr als 6 Stunden vergangen, istdie Dosis an diesem Tag auszulassen. Die nächste Dosis von Etcamah ist dann wieder zur gewohnten

Zeit einzunehmen.

Erbrechen

Wenn ein Patient erbricht, darf keine zusätzliche Dosis eingenommen werden. Die nächste Dosis von

Etcamah soll zur gewohnten Zeit eingenommen werden.

Überwachung bei Etcamah in Kombination mit CDK4/6-Inhibitoren

Bei der Kombination von Etcamah mit einem CDK4/6-Inhibitor ist ein EKG vor Beginn der

Behandlung, etwa an Tag 8 und Tag 15 des ersten Zyklus sowie anschließend bei entsprechenderklinischer Indikation durchzuführen. Danach hat die weitere Überwachung während der

Kombinationsbehandlung gemäß den Empfehlungen in der Fachinformation des gleichzeitigangewendeten CDK4/6-Inhibitors zu erfolgen. Im Falle einer QTc-Verlängerung während der

Behandlung werden häufigere EKG-Kontrollen empfohlen.

Darüber hinaus darf bei der Kombination von Etcamah mit Ribociclib die Behandlung nur bei

Patienten mit QTcF-Werten unter 450 ms begonnen werden. Eine Elektrolytbestimmung ist vor

Beginn der Kombinationsbehandlung, an Tag 15 sowie bei entsprechender klinischer Indikationdurchzuführen. Für Empfehlungen zur Dosismodifikation und zu anderen relevanten

Sicherheitsinformationen wird auf die Fachinformation von Ribociclib verwiesen.

Dosisanpassungen

Die Behandlung mit Etcamah kann vorübergehend unterbrochen und/oder abgesetzt werden, um

Nebenwirkungen gemäß den Empfehlungen zur Dosismodifikation in Tabelle 1 zu behandeln.

Tabelle 1 Empfohlene Dosismodifikation für Etcamah

NCI CTCAE (v5.0) Maßnahme

Toxizität

Bradykardie a Aussetzen der Behandlung mit Etcamah in Erwägung ziehen,

Symptomatisch, CTCAE- während die gleichzeitig angewendeten Arzneimittel überprüft

Grad ≥ 2 werden, die bekanntermaßen Bradykardie verursachen. Wird keinezur Bradykardie beitragende Begleitmedikation identifiziert,

Aussetzen von Etcamah bis zum Abklingen der Bradykardie-

Symptome. Wird eine zur Bradykardie beitragende

Begleitmedikation identifiziert, Absetzen oder Dosismodifikationdieser Begleitmedikation in Erwägung ziehen, bis die Bradykardie-

Symptome abklingen, anschließend Wiederaufnahme der

Behandlung mit Etcamah.

NCI CTCAE (v5.0) Maßnahme

Toxizität

Neubewertung der Herzfrequenz nach Wiederaufnahme der

Behandlung mit Etcamah bei der nächsten klinischen Untersuchungoder bei entsprechender klinischer Indikation in Erwägung ziehen.

Bei anhaltender symptomatischer Bradykardie ist Etcamahdauerhaft abzusetzen.

Visuelle Effekte b CTCAE- Überweisung an einen Augenarzt in Erwägung ziehen, wenn die

Grad ≥ 2/ Einschränkung der visuellen Symptome fortschreiten, anhalten oder instrumentelleinstrumentellen ADLs ADLs beeinträchtigen.

Die Entscheidung über eine Unterbrechung der Behandlung mussauf der Grundlage einer klinischen Beurteilung getroffen werden.

Unerwünschtes Ereignis des Aussetzen der Behandlung mit Etcamah bis zur Besserung auf

Grades 3 oder höher, CTCAE-Grad 2 oder niedriger, danach Wiederaufnahme derbewertet als kausal im Behandlung mit Etcamah.

Zusammenhang stehend

Dauerhaftes Absetzen von Etcamah bei wiederkehrenden UEs desmit Etcamah

Grades 3 oder höher in Erwägung ziehen.

ADL = Alltagsaktivitäten (Activities of daily living); UE = Unerwünschtes Ereignis; CTCAE = Common

Terminology Criteria for Adverse Events; NCI = National Cancer Institute.

a. Bradykardie umfasst Bradykardie und Sinusbradykardie.

b. Visuelle Effekte umfassen Photopsie, verschwommenes Sehen, Sehverschlechterung, Doppeltsehen und

Photophobie gemäß der MedDRA-SOC Augenerkrankungen sowie visuelle Perseveration gemäß der MedDRA-

SOC Erkrankungen des Nervensystems.

Bei der gleichzeitigen Anwendung von Camizestrant und Abemaciclib oder Palbociclib wurde keineklinisch relevante pharmakokinetische Interaktion beobachtet. Bei Anwendung von Camizestrant75 mg in Kombination mit Ribociclib erhöhte sich die Camizestrant-Exposition auf Werte, dievergleichbar sind mit denen, die bei einer Monotherapie mit 150 mg beobachtet werden (siehe

Abschnitt 4.9).

Besondere Patientengruppen
Ältere Patienten

Bei älteren Patienten ist keine Dosisanpassung von Camizestrant erforderlich (siehe Abschnitt 5.2).

Nierenfunktionsstörung

Bei Patienten mit leichter oder mäßiger Nierenfunktionsstörung ist keine Dosisanpassung von

Camizestrant erforderlich. Bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung wird die Anwendungvon Etcamah nicht empfohlen (siehe Abschnitt 5.2).

Leberfunktionsstörung

Bei Patienten mit leichter Leberfunktionsstörung (NCI-Kriterien) ist keine Dosisanpassung von

Camizestrant erforderlich. Als Vorsichtsmaßnahme ist die Anwendung von Camizestrant bei Patientenmit mäßiger und schwerer Leberfunktionsstörung zu vermeiden. Patienten mit leichter

Leberfunktionsstörung dürfen Camizestrant einnehmen (siehe Abschnitte 4.4 und 5.2).

Kinder und Jugendliche

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Camizestrant bei Kindern im Alter von 0 bis 18 Jahren ist nichterwiesen. Es liegen keine Daten vor.

Art der Anwendung

Zum Einnehmen.

Die Tablette muss im Ganzen mit Wasser geschluckt werden und jeden Tag ungefähr zur gleichen Zeiteingenommen werden. Die Einnahme kann mit oder ohne Nahrung erfolgen. Etcamah darf nichteingenommen werden, wenn die Tablette zerbrochen ist, Risse oder sonstige Beschädigungenaufweist. Die Tablette darf nicht gekaut, zerkleinert, aufgelöst oder zerteilt werden, da dies nicht inklinischen Studien untersucht wurde.

4.3 Kontraindikationen

Stillen (siehe Abschnitt 4.6).

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen

Bestandteile.

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Bradykardie in Kombination mit Arzneimitteln, die bekanntermaßen das Risiko einer QTc-

Verlängerung erhöhen

Bei der Kombinationsbehandlung mit Camizestrant und einem CDK4/6-Inhibitor wurde über

Bradykardie und QTc-Verlängerung berichtet (siehe Abschnitt 4.8). Ein nicht-tödlicher Fall von

Torsades de Pointes wurde bei einem Patienten mit Bradykardie und QTc-Verlängerung unter

Camizestrant in Kombination mit Ribociclib beobachtet. Da eine Bradykardie im Zusammenhang miteiner potenziellen QTc‑Verlängerung das Risiko für Arrhythmien erhöhen kann, ist bei der

Anwendung von Camizestrant in Kombination mit Wirkstoffen, die bekanntermaßen eine

QTc‑Verlängerung verursachen (z.  B. Ribociclib), Vorsicht geboten. Es wird auf die Empfehlungenzur Überwachung verwiesen (siehe Abschnitt 4.2).

Leberfunktionsstörung

Camizestrant wird über die Leber metabolisiert. Bei Patienten mit Leberfunktionsstörung wird eineerhöhte Exposition gegenüber Camizestrant erwartet. Als Vorsichtsmaßnahme ist die Anwendung von

Camizestrant bei Patienten mit mäßiger und schwerer Leberfunktionsstörung zu vermeiden. Patientenmit leichter Leberfunktionsstörung dürfen Camizestrant einnehmen. Bei Patienten mit leichter

Leberfunktionsstörung (NCI-Kriterien) ist keine Dosisanpassung von Camizestrant erforderlich (siehe

Abschnitte 4.2 und 5.2).

Natriumgehalt

Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Filmtablette, d. h., es ist nahezu'natriumfrei“.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Camizestrant ist ein reversibler Inhibitor von CYP3A4/5 und CYP2B6 und hemmt die

Arzneimitteltransporter P-gp, BCRP und OATP1B1. Camizestrant ist ein potenter, zeitabhängiger,irreversibler Inhibitor von CYP2C9 und CYP2C19. Camizestrant ist ein Substrat für CYP3A4/5 und

P-gp.

Wirkungen anderer Arzneimittel auf Camizestrant

CYP3A4/5-Induktoren

Es wird erwartet, dass die Exposition gegenüber Camizestrant bei gleichzeitiger Anwendung mitmoderaten und starken CYP3A4/5-Induktoren abnimmt. Klinisch führte eine Einzeldosis von 75 mg

Camizestrant, die oral zusammen mit wiederholten Dosen von Carbamazepin, einem starken

CYP3A4/5-Induktor, angewendet wurde, zu Verhältnissen der geometrischen Mittelwerte von

Camizestrant für Cmax und AUC von 0,41 [90%-KI: 0,37; 0,46] bzw. 0,29 [90%-KI: 0,28; 0,32]. Diegleichzeitige Anwendung von Camizestrant und einem starken CYP3A4/5-Induktor (unter anderem

Carbamazepin, Phenytoin, Rifampicin und Johanniskraut) ist zu vermeiden. Ein alternatives

Arzneimittel, das kein oder nur ein geringes Potenzial zur Induktion von CYP3A4/5 hat, ist in

Betracht zu ziehen.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Camizestrant in Kombination mit Ribociclib plus einem moderaten

CYP3A4/5-Induktor (wie z. B. Bosentan, Nafcillin, Modafinil und Phenobarbital) ist keine

Dosisanpassung von Camizestrant erforderlich. Bei gleichzeitiger Anwendung von Camizestrant in

Kombination mit Abemaciclib oder Palbociclib ist die Anwendung solcher moderaten CYP3A4/5-

Induktoren zu vermeiden, indem auf ein alternatives Begleitarzneimittel umgestellt wird (siehe

Abschnitt 5.2).

CYP3A4/5-Inhibitoren

In einer klinischen Studie erhöhte die gleichzeitige Anwendung von Itraconazol, einem starken

CYP3A4/5-Inhibitor, die geometrischen Mittelwerte der Cmax und AUCinf von Camizestrant um das1,37-Fache bzw. 1,90-Fache. Camizestrant in Kombination mit Ribociclib ist bei Patienten, die starke

CYP3A4/5-Inhibitoren einnehmen, zu vermeiden. Darüber hinaus ist Vorsicht geboten bei der

Kombination von Camizestrant und Ribociclib mit schwachen (z. B. Chlorzoxazon und Fosaprepitant)und moderaten (z.  B. Aprepitant und Diltiazem) CYP3A4/5-Inhibitoren.

Wirkungen von Camizestrant auf andere Arzneimittel

CYP2C9- und CYP2C19-Substrate

In-vitro-Daten in Verbindung mit mechanistischer statischer Modellierung zeigen, dass Camizestrantein potenter irreversibler, zeitabhängiger Inhibitor sowohl von CYP2C9 als auch von CYP2C19 ist.

Das bedeutet, dass die Inhibierung irreversibel ist und die Enzyme zur Wiederherstellung der

Funktionalität neu synthetisiert werden müssen. Daher ist zu erwarten, dass Camizestrant die

Expositionswerte von Arzneimitteln erhöht, die Substrate von CYP2C9 und/oder CYP2C19 sind. Esliegen keine klinischen In-vivo-Daten vor. Arzneimittel, die sensitive Substrate sind (unter anderem

Clobazam, Omeprazol, Pantoprazol und Proguanil) oder Substrate mit engem therapeutischem Indexvon CYP2C9 und/oder CYP2C19 (unter anderem Phenytoin und Warfarin), müssen mindestens2 Wochen vor der ersten Dosis von Etcamah abgesetzt werden und dürfen für mindestens 2 Wochennach der letzten Dosis von Etcamah nicht angewendet werden.

Die gleichzeitige Anwendung von Camizestrant und mäßig sensitiven Substraten von CYP2C9 (unteranderem Flurbiprofen, Siponimod und Glibenclamid) und/oder CYP2C19 (unter anderem

Esomeprazol, Voriconazol und Lansoprazol) kann mit Vorsicht erfolgen; nach Möglichkeit sindjedoch alternative Arzneimittel in Erwägung zu ziehen.

CYP3A4/5-Substrate

In einer klinischen Studie erhöhte die gleichzeitige Anwendung von Camizestrant den geometrischen

Mittelwert der Cmax von Midazolam, einem sensitiven CYP3A4/5-Substrat, um das 1,50-Fache bzw.

der AUC um das 1,99-Fache, daher ist Camizestrant ein schwacher Inhibitor von CYP3A4/5.

Camizestrant ist bei gleichzeitiger Anwendung mit sensitiven CYP3A4/5-Substraten (unter anderem

Budesonid, Buspiron, Dronedaron, Ivabradin, Lurasidon, Midazolam, Quetiapin, Sildenafil und

Simvastatin) mit Vorsicht anzuwenden. Die Anwendung von CYP3A4/5-Substraten mit engemtherapeutischem Index (z. B. Alfentanil und Fentanyl) kann eine Dosisanpassung erfordern und istengmaschig zu überwachen.

OATP1B1-sensitive Substrate

In-vitro-Daten zeigen, dass Camizestrant ein Inhibitor von OATP1B1 ist. Daher kann Camizestrant die

Expositionswerte von Arzneimitteln erhöhen, die Substrate von OATP1B1 sind, unter anderem

Glibenclamid und Lovastatin. Es liegen keine klinischen In-vivo-Daten vor. Arzneimittel mit einemengen therapeutischen Index, die sensitive Substrate von OATP1B1 sind, sind zu vermeiden.

Arzneimittel, die sensitive Substrate von OATP1B1 sind, dürfen angewendet werden, jedoch ist

Vorsicht geboten und die Patienten sind engmaschig auf mögliche Arzneimittelwechselwirkungen zuüberwachen.

BCRP-sensitive Substrate

In-vitro-Daten zeigen, dass Camizestrant ein Inhibitor des Brustkrebs-Resistenz-Proteins (Breast

Cancer Resistance Protein, BCRP) ist. Daher kann Camizestrant die Expositionswerte von

Arzneimitteln erhöhen, die Substrate von BCRP sind. Es liegen keine klinischen In-vivo-Daten vor.

Arzneimittel, die sensitive Substrate von BCRP sind, z. B. Rosuvastatin, Sulfasalazin und Sofosbuvir,dürfen angewendet werden, jedoch ist Vorsicht geboten und die Patienten sind engmaschig aufmögliche Arzneimittelwechselwirkungen zu überwachen. Arzneimittel mit einem engentherapeutischen Index, die sensitive Substrate von BCRP sind, sind zu vermeiden.

P-gp-sensitive Substrate

In-vitro-Daten zeigen, dass Camizestrant ein Inhibitor von P-Glykoprotein (P-gp) ist. Daher kann

Camizestrant die Expositionswerte von Arzneimitteln erhöhen, die Substrate von P-gp sind, unteranderem Edoxaban, Digoxin, Fexofenadin und Dabigatranetexilat. Es liegen keine klinischen In-vivo-

Daten vor. Arzneimittel mit einem engen therapeutischen Index, die sensitive Substrate von P-gp sind,sind zu vermeiden. Arzneimittel, die sensitive Substrate von P-gp sind, dürfen angewendet werden,jedoch ist Vorsicht geboten und die Patienten sind engmaschig auf mögliche

Arzneimittelwechselwirkungen zu überwachen.

CYP2B6-sensitive Substrate

In-vitro-Daten zeigen, dass Camizestrant ein Inhibitor von Cytochrom P450 2B6 (CYP2B6) ist. Daherkann Camizestrant die Expositionswerte von Arzneimitteln erhöhen, die Substrate von CYP2B6 sind.

Es liegen keine klinischen In-vivo-Daten vor. Arzneimittel, die sensitive Substrate von CYP2B6 sind,unter anderem Bupropion, Nevirapin, Ketamin und Cyclophosphamid sind zu vermeiden. Alle anderen

CYP2B6-Substrate dürfen angewendet werden, jedoch ist Vorsicht geboten und die Patienten sindengmaschig auf mögliche Arzneimittelwechselwirkungen zu überwachen.

Arzneimittel, die bekanntermaßen das QT-Intervall verlängern

Camizestrant in Kombination mit Ribociclib wurde klinisch untersucht; ein nicht-tödlicher Fall von

Torsades de Pointes wurde bei einem Patienten mit Bradykardie und QTc-Verlängerung unter

Camizestrant in Kombination mit Ribociclib beobachtet. Es wird empfohlen, die Patienten klinisch zuüberwachen und die Dosierung gemäß der zugelassenen Fachinformation für Ribociclib anzupassen.

Die gleichzeitige Anwendung anderer Arzneimittel, die bekanntermaßen das QT-Intervall verlängernund/oder ein bekanntes Risiko für Torsades de Pointes aufweisen (z. B. Ciprofloxacin, Levofloxacin,

Ondansetron, Escitalopram, Venlafaxin, Fluconazol, Chloroquin, Halofantrin, Clarithromycin,

Azithromycin, Haloperidol, Methadon, Moxifloxacin, Bepridil und Pimozid), ist zu vermeiden. Wenneine gleichzeitige Anwendung nicht vermieden werden kann, hat eine EKG-Kontrolle entsprechendder klinischen Indikation zu erfolgen (siehe Abschnitt 4.2).

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Frauen im gebärfähigen Alter

Aufgrund seines Wirkmechanismus und präklinischer Daten kann Camizestrant bei Anwendungwährend der Schwangerschaft den Fetus schädigen. Frauen im gebärfähigen Alter sind daraufhinzuweisen, während der Behandlung mit Camizestrant eine Schwangerschaft zu vermeiden. Bei

Frauen im gebärfähigen Alter muss vor Beginn der Behandlung ein Schwangerschaftstestdurchgeführt und als negativ bestätigt werden. Während der gesamten Behandlung sind erneute Testsin Erwägung zu ziehen.

Kontrazeption bei Männern und Frauen

Frauen im gebärfähigen Alter und Männer mit Partnerinnen im gebärfähigen Alter müssen währendder Behandlung mit Camizestrant und für die folgenden Zeiträume nach Beendigung der Behandlungmit Camizestrant eine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden: mindestens 4 Wochen bei Frauenund 1 Woche bei Männern.

Schwangerschaft

Daten zur Anwendung von Camizestrant bei schwangeren Frauen liegen nicht vor. Tierexperimentelle

Studien haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt, einschließlich Embryoletalität und Dystokie (siehe

Abschnitt 5.3). Aufgrund der Daten aus tierexperimentellen Studien und des Wirkmechanismus soll

Camizestrant während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, der klinische

Zustand der Frau erfordert eine Behandlung mit Camizestrant.

Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob Camizestrant und seine Metaboliten beim Menschen in die Muttermilchübergehen. Aufgrund von Daten aus tierexperimentellen Studien (siehe Abschnitt 5.3) kann ein Risikofür den gestillten Säugling nicht ausgeschlossen werden. Das Stillen muss vor Beginn der Behandlungmit Camizestrant beendet werden und darf erst 4 Wochen nach der letzten Dosis wieder aufgenommenwerden (siehe Abschnitt 4.3).

Fertilität

Es liegen keine Daten über die Auswirkung von Camizestrant auf die Fertilität beim Menschen vor.

Ergebnisse aus tierexperimentellen Studien haben gezeigt, dass Camizestrant bei Mäusen, Ratten und

Hunden deutliche Auswirkungen auf die männlichen und weiblichen Fortpflanzungsorgane sowie bei

Ratten funktionelle Auswirkungen auf die weibliche und männliche Fertilität hat (siehe Abschnitt 5.3).

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Maschinen

Etcamah in Kombination mit einem CDK4/6-Inhibitor hat einen geringen Einfluss auf die

Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen, da die Kombination Fatigue und

Schwindel auslösen kann (siehe Abschnitt 4.8). Etcamah kann vorübergehende visuelle Effekte imperipheren Sichtfeld verursachen, die hauptsächlich in Form von Photopsien auftreten und keinen odereinen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit haben. Patienten, bei denen diese

Symptome auftreten, müssen jedoch darauf hingewiesen werden, beim Führen von Fahrzeugen oderbeim Bedienen von Maschinen vorsichtig zu sein.

4.8 Nebenwirkungen

Zusammenfassung des Sicherheitsprofils

Die Zusammenfassung des Sicherheitsprofils von Etcamah beruht auf gepoolten Daten von263 Patienten, die Etcamah in Kombination mit einem CDK4/6-Inhibitor in den Studien der Phase III(SERENA-6) und der Phase I (SERENA-1) erhielten.

Die häufigsten Nebenwirkungen (≥ 15 %) bei Anwendung von Etcamah in Kombination mit einem

CDK4/6-Inhibitor waren Neutropenie (59,7 %), visuelle Effekte (40,7 %), Infektionen (38,4 %),

Diarrhö (21,3 %), Übelkeit (21,3 %), Anämie (21,3 %), Fatigue (20,5 %), Bradykardie (19,8 %) und

Leukopenie (15,6 %). Unter diesen waren die für Etcamah identifizierten UAWs visuelle Effekte(40,7 %) und Bradykardie (19,8 %).

Häufige Nebenwirkungen vom Grad 3 oder 4 (≥ 2 %) bei Anwendung von Etcamah in Kombinationmit einem CDK4/6-Inhibitor waren Neutropenie (46,4 %), Leukopenie (9,1 %), Anämie (3,4 %),

Infektionen (3,4 %) und Erhöhung der Alaninaminotransferase (2,3 %).

Häufige schwerwiegende Nebenwirkungen (≥ 1 %), die bei Patienten berichtet wurden, die Etcamah in

Kombination mit einem CDK4/6-Inhibitor erhielten, umfassten Infektionen (3,4 %) und Fieber(1,1 %).

Nebenwirkungen, die zum Behandlungsabbruch mit Etcamah bei Patienten führten, die Etcamah in

Kombination mit einem CDK4/6-Inhibitor erhielten, waren Neutropenie (0,4 %) und eine QT-

Verlängerung im Elektrokardiogramm (0,4 %).

Die häufigsten Nebenwirkungen (≥ 2 %), die zu einer Dosismodifikation von Etcamah bei Patientenführten, die Etcamah in Kombination mit einem CDK4/6-Inhibitor erhielten, waren Infektionen(6,8 %), Neutropenie (6,5 %), Bradykardie (4,2 %), QT-Verlängerung im Elektrokardiogramm(3,4 %), Diarrhö (2,3 %), Erbrechen (2,3 %) und visuelle Effekte (2,3 %).

Tabellarische Auflistung der Nebenwirkungen

Als Nebenwirkungen von Etcamah in der Kombination von Etcamah mit CDK4/6-Inhibitoren wurdenvisuelle Effekte und Bradykardie identifiziert. In Tabelle 2 sind darüber hinaus die für die

Kombination aus Etcamah und CDK4/6-Inhibitoren identifizierten Nebenwirkungen sowie derenjeweilige Inzidenz aus den gepoolten Daten zu Etcamah in Kombination mit einem CDK4/6-Inhibitor(n = 263) aufgeführt.

In der SERENA-6-Studie betrug die mediane Dauer der Exposition gegenüber Etcamah in

Kombination mit einem CDK4/6-Inhibitor 15,54 Monate und die mediane Dauer der Expositiongegenüber AI in Kombination mit einem CDK4/6-Inhibitor 7,36 Monate.

Die Häufigkeiten der Nebenwirkungen aus den klinischen Studien basieren auf den Häufigkeitenunerwünschter Ereignisse jeglicher Ursache. Dabei kann ein Teil der Ereignisse einer Nebenwirkungandere Ursachen als das Arzneimittel haben, wie z. B. die Grunderkrankung, andere Arzneimittel odernicht damit zusammenhängende Ursachen.

Die Nebenwirkungen sind nach MedDRA-Systemorganklasse (System Organ Class, SOC) und nachabnehmender Häufigkeit des MedDRA-Gruppenbegriffs aufgeführt. Die Häufigkeitsangaben sind wiefolgt definiert: sehr häufig (≥ 1/10); häufig (≥ 1/100, < 1/10); gelegentlich (≥ 1/1 000, < 1/100); selten(≥ 1/10 000, < 1/1 000); sehr selten (< 1/10 000) und nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage derverfügbaren Daten nicht abschätzbar). Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe sind die Nebenwirkungennach abnehmendem Schweregrad dargestellt.

Tabelle 2 Berichtete Nebenwirkungen bei der Kombination von Etcamah und CDK4/6-Inhibitor(n = 263) a

MedDRA-SOC MedDRA-Begriff Häufigkeits- Häufigkeits-kategorie kategoriealler Grade Grad 3 oder 4

Infektionen und Infektionend,e,f,g Sehr häufig Häufigparasitäre

Erkrankungen

Erkrankungen des Neutropeniee,f,g,h Sehr häufig Sehr häufig

Blutes und des

Lymphsystems Anämiee,f,g,i Sehr häufig Häufig

Leukopeniee,f,g,j Sehr häufig Häufig

Thrombozytopeniee,f,g,k Sehr häufig Häufig

Lymphopenief,g Häufig Gelegentlich

Febrile Neutropeniee,f,g Gelegentlich Gelegentlich

Stoffwechsel- und Appetit verminderte,f,g Häufig Gelegentlich

Ernährungsstörungen

Hypokaliämieg Häufig Häufig

Hypophosphatämieg Häufig Gelegentlich

Hypokalzämieg Häufig Gelegentlich

Erkrankungen des Schwindelf,g Sehr häufig Gelegentlich

Nervensystems

Kopfschmerzenf,g Sehr häufig Gelegentlich

Dysgeusiee,f Häufig Gelegentlich

Synkopeg Häufig Gelegentlich

Augenerkrankungen Visuelle Effekteb Sehr häufig Gelegentlich

Trockenes Augee,g Sehr häufig -

Herzerkrankungen Bradykardiec Sehr häufig -

Torsades de Pointesg Gelegentlich Gelegentlich

Gefäßerkrankungen Tiefe Venenthrombosee,f Häufig Gelegentlich

Emboliee Gelegentlich Gelegentlich

Erkrankungen der Husteng Sehr häufig -

Atemwege, desg

Brustraums und Dyspnoe Häufig Gelegentlich

Mediastinums

Lungenemboliee,f Gelegentlich Gelegentlich

Erkrankungen des Diarrhöe,f,g Sehr häufig Häufig

Gastrointestinaltrakts

Übelkeite,f,g Sehr häufig Gelegentlich

Erbrechene,f,g Sehr häufig Gelegentlich

Obstipationg Häufig -

Abdominalschmerzg Häufig Häufig

Stomatitise,f,g Häufig -

Erkrankungen der Haut Pruritusf,g Häufig -und des

Unterhautgewebes Alopeziee,f,g Häufig -

Skelettmuskulatur-, Rückenschmerzeng Sehr häufig Häufig

Bindegewebs- und

Knochenerkrankungen

Allgemeine Fatiguee,f,g Sehr häufig Häufig

Erkrankungen und

Beschwerden am Astheniee,g Sehr häufig Gelegentlich

Verabreichungsort

Fiebere,f,g Häufig Gelegentlich

Untersuchungen Aspartatamino- Häufig Gelegentlichtransferase erhöhte,f,g

Alaninaminotransferase Häufig Häufigerhöhte,f,g

Kreatinin im Blut Häufig -erhöhte,g

Elektrokardiogramm QT Häufig Häufigverlängert

a. Einstufung gemäß den Common Terminology Criteria for Adverse Events (CTCAE) des National Cancer

Institute, Version 5.0.

b. Visuelle Effekte umfassen Photopsie, verschwommenes Sehen, Sehverschlechterung, Doppeltsehen und

Photophobie gemäß der MedDRA-SOC Augenerkrankungen sowie visuelle Perseveration gemäß der

MedDRA-SOC Erkrankungen des Nervensystems. Zusätzlich zu Camizestrant ist verschwommenes Seheneine UAW unter Palbociclib und Photopsie eine UAW unter Abemaciclib.

c. Bradykardie umfasst Bradykardie und Sinusbradykardie.

d. Alle PTs unter der SOC Infektionen und parasitäre Erkrankungen.

e. UAW für die Kombination von Camizestrant und Palbociclib.

f. UAW für die Kombination von Camizestrant und Abemaciclib.g. UAW für die Kombination von Camizestrant und Ribociclib.h. Neutropenie umfasst Neutropenie und Neutrophilenzahl erniedrigt.i. Anämie umfasst Anämie, makrozytäre Anämie und Eisenmangelanämie.j. Leukopenie umfasst Leukopenie und Leukozytenzahl erniedrigt.k. Thrombozytopenie umfasst Thrombozytopenie und Thrombozytenzahl vermindert.

Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen
Bradykardie

Von den 19,8 % der Patienten, bei denen Bradykardie berichtet wurde, wiesen 85 % der Patienten eineasymptomatische Bradykardie vom CTCAE-Grad 1 auf, während bei den verbliebenen 15 %

Nebenwirkungen vom Grad 2 berichtet wurden. Die Bradykardie zeigte einen zeitabhängigen Verlauf,bei dem eine allmähliche Abnahme der Herzfrequenz einen stabilen Nadir (tiefster Punkt) nach etwa14 Tagen erreichte. Die Herzfrequenz normalisierte sich im Allgemeinen nach Beendigung der

Behandlung innerhalb eines ähnlichen Zeitraums.

Bradykardie bei Vorliegen einer arzneimittelinduzierten QTc-Verlängerung hat das Potenzial, das

Risiko für Arrhythmien zu erhöhen. Eine QTc-Verlängerung wurde bei der Kombination von Etcamahund einem CDK4/6-Inhibitor bei 18 Patienten (6,8 %) als Nebenwirkung berichtet (siehe Tabelle 2).

Davon wurden 14 Fälle als Grad 1 oder Grad 2 berichtet; 3 wurden als Grad 3 berichtet und ein Fallvon Torsades de Pointes (Grad 4) wurde bei einem Patienten mit Bradykardie und QTc-Verlängerungunter Camizestrant in Kombination mit Ribociclib in einer Phase-1-Studie beobachtet. Die Ereignissevom Grad 3 und Grad 4 traten in Kombination mit Ribociclib auf. Eine zusätzliche Überwachung wirdempfohlen (siehe Abschnitte 4.2 und 4.4).

Visuelle Effekte

Von den 40,7 % der Patienten, die visuelle Effekte berichteten, traten bei der Mehrheit (92,5 %)

Nebenwirkungen vom CTCAE-Grad 1 auf, während bei 6,5 % der Patienten Nebenwirkungen vom

CTCAE-Grad 2 auftraten und bei 0,9 % eine Nebenwirkung vom CTCAE-Grad 3 (Photopsie) auftrat.

Der häufigste visuelle Effekt war Photopsie (24,0 %). Die mediane Zeit bis zum Auftreten des erstenvisuellen Effekts betrug 9 Tage. UAWs in Form von visuellen Effekten traten in der Regelintermittierend auf, waren von kurzer Dauer und hielten nicht den ganzen Tag über an. Es wurdeberichtet, dass sich die visuellen Effekte bei den Patienten im Laufe der Zeit nicht verschlechterten.

Die augenärztliche Untersuchung von Patienten, die über visuelle Effekte berichteten, ergab keine

Hinweise auf strukturelle Auswirkungen auf das Auge oder klinisch bedeutsame Veränderungen der

Sehschärfe, die auf Etcamah zurückzuführen waren (siehe Abschnitt 5.1).

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.

4.9 Überdosierung

Es gibt keine spezifische Behandlung im Falle einer Etcamah-Überdosierung. In den Phase-I-Studien,in denen Patienten eine tägliche Monotherapie-Dosis von bis zu 450 mg erhielten, wurde keinemaximal tolerierte Dosis (MTD) erreicht. Das Sicherheitsprofil der Patienten, die mit einer einmaltäglichen Dosis von 150 mg Etcamah behandelt wurden, entsprach dem bekannten Sicherheitsprofilvon Etcamah bei der empfohlenen Dosis von einmal täglich 75 mg (siehe Abschnitt 4.8). Bei Verdachtauf eine Überdosierung sind die Patienten engmaschig zu überwachen und müssen, falls erforderlich,symptomatisch behandelt werden.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Endokrine Therapie, Antiestrogene, ATC-Code: L02BA05

Wirkmechanismus

Camizestrant ist ein oraler, selektiver Östrogenrezeptor-Degrader (SERD) und ein

Östrogenrezeptor(ER)-Antagonist.

Camizestrant bindet an die Ligandenbindungsdomäne von ERα, antagonisiert die Aktivität von ERα,der sowohl von Wildtyp-ESR1 als auch von mutiertem ESR1 kodiert wird, und induziert den

Proteasom-abhängigen Abbau von ERα, ohne ERα zu agonisieren.

Kardiale Elektrophysiologie

Eine Expositions-Wirkungs-Analyse der potenziellen QTcI-Verlängerung bei einer Monotherapie mittäglich 75 mg bis 300 mg Camizestrant wurde bei 30 Patienten untersucht. Die prognostiziertearzneimittelbedingte mittlere QTcI-Verlängerung betrug 2,99 ms (95%-KI: [-0,75; 6,73]) bei dermittleren steady state Cmax mit einer Obergrenze von 6,09 ms (90%-KI) nach einer täglichen Einnahmevon 75 mg Camizestrant. Bei der empfohlenen Dosis von 75 mg Camizestrant wurde kein mittlerer

Anstieg des QTcI > 10 ms beobachtet.

Klinische Wirksamkeit

ER-positives, HER2-negatives lokal fortgeschrittenes oder metastasiertes Mammakarzinom

SERENA-6-Studie

Die SERENA-6-Studie war eine randomisierte, doppelblinde, zirkulierende Tumor-DNA(ctDNA)-gesteuerte Studie zur Bewertung der Wirksamkeit und Sicherheit der Umstellung auf Etcamah pluseinen CDK4/6-Inhibitor (Palbociclib, Ribociclib oder Abemaciclib) im Vergleich zur Fortsetzung der

AI-Behandlung (Letrozol oder Anastrozol) plus einen CDK4/6-Inhibitor bei erwachsenen prä-/peri-/postmenopausalen Frauen und Männern mit ER-positivem/HER2-negativem, lokal fortgeschrittenemoder metastasiertem Mammakarzinom mit nachweisbarer ESR1-Mutation, bestimmt durch ctDNA-

Testung, ohne Progression der Erkrankung während einer Erstlinien-Behandlung mit einem AI pluseinem CDK4/6-Inhibitor. Alle Patienten mussten sich aktuell in Behandlung befinden und ≥ 6 Monateeine AI-plus-CDK4/6-Inhibitor-Behandlung als initiale endokrine Behandlung erhalten haben, ohnedass es nach Einschätzung des Prüfarztes Anzeichen für eine Krankheitsprogression gab. Die

Patienten durften vor Beginn der Behandlung mit einem AI plus einem CDK4/6-Inhibitor einevorherige Chemotherapie erhalten haben. Patienten mit ECOG > 1, Vorliegen einer ausgedehntensymptomatischen metastasierten viszeralen Erkrankung, frühzeitiger Progression unter einem

CDK4/6-Inhibitor, schwerer und unkontrollierter kardialer Komorbidität, schwerer

Leberfunktionsstörung und/oder QTc-Verlängerung (definiert als > 480 ms bei Kombination mit

Palbociclib oder Abemaciclib bzw. ≥ 450 ms bei Kombination mit Ribociclib) wurden ausgeschlossen.

Der ESR1-Mutationsstatus wurde prospektiv anhand von zirkulierender Tumor-DNA (ctDNA) ausdem Plasma unter Verwendung des Guardant360-CDx-Assays bestimmt. ESR1-Mutationen, die zuden angegebenen Aminosäureveränderungen führen, waren für den Einschluss geeignet: E380Q,

V422del, S463P, L536H, L536P, L563R, Y537C, Y537D, Y537N, Y537S, D538G. Basierend auf den

Ergebnissen des Guardant360-Assays waren die häufigsten ESR1-Alterationen die Varianten an den

Aminosäuren D538G, Y537S und Y537N, die bei 44,6 %, 38,9 % bzw. 18,5 % der Patienten mit einergeeigneten ESR1-Mutation nachgewiesen wurden.

Insgesamt wurden 315 Patienten im Verhältnis 1:1 randomisiert und erhielten entweder Etcamah(n = 157, 75 mg einmal täglich) plus einen CDK4/6-Inhibitor und ein AI-Placebo oder weiterhin einen

AI plus einen CDK4/6-Inhibitor und ein Etcamah-Placebo (n = 158). Der Gesamtanteil derrandomisierten Patienten, die Palbociclib erhielten, betrug 75,6 %, Ribociclib erhielten 14,9 % und

Abemaciclib erhielten 9,5 %. Die Wahl des CDK4/6-Inhibitors und dessen Dosierung blieb zum

Zeitpunkt der Randomisierung in beiden Armen unverändert. Die Randomisierung wurde stratifiziertnach der Lokalisation der Erkrankung (viszerale Erkrankung versus nicht-viszerale Erkrankung), dem

Nachweis von ESR1m (erster Test versus nachfolgende ctDNA-Tests), der Zeit von dem Beginn der

AI-plus-CDK4/6-Inhibitor-Behandlung bis zur Randomisierung (< 18 Monate versus ≥ 18 Monate)und der Art des CDK4/6-Inhibitors (Palbociclib versus Ribociclib versus Abemaciclib). Prä-/perimenopausale Patientinnen und männliche Patienten, die gleichzeitig mit einem LHRH-Agonistenbehandelt wurden, erhielten diesen auch nach der Randomisierung weiterhin. Die Behandlung mit

Etcamah wurde bis zur Progression der Erkrankung oder bis zum Auftreten einer inakzeptablen

Toxizität fortgesetzt.

Der primäre Endpunkt war das vom Prüfarzt beurteilte progressionsfreie Überleben (progression freesurvival, PFS), bewertet gemäß den Ansprechkriterien für solide Tumoren (Response Evaluation

Criteria in Solid Tumors, RECIST) v1.1. Die wichtigsten sekundären Endpunkte waren die Zeit vonder Randomisierung bis zur zweiten Progression oder Tod (time from randomisation to secondprogression or death, PFS2) und das Gesamtüberleben (overall survival, OS).

Demografie- und Baseline-Charakteristika waren zwischen den Armen gut ausgewogen. Bei den315 Patienten betrug das mediane Alter 61,0 Jahre (Bereich 29,0 bis 89,0 Jahre und 36,8 % waren über65 Jahre); weiblich (99,0 %); männlich (1,0 %); weiß (63,2 %); asiatisch (23,2 %); schwarz (1,9 %)und anderer ethnischer Herkunft (1,0 %). Der Eastern Cooperative Oncology Group(ECOG)-

Performance-Status war 0 (65,1 %) oder 1 (33,0 %); 79,4 % waren postmenopausale Frauen und20,6 % waren prä-/perimenopausale Frauen oder Männer.

Die Wirksamkeitsergebnisse sind in Tabelle 3 und Abbildung 1 zusammengefasst.

Tabelle 3 Wirksamkeitsergebnisse der SERENA-6-Studie (DCO3: 02. Jan. 2026)

Etcamah plus ein CDK4/6- AI plus ein CDK4/6-

Inhibitor Inhibitor(n = 157) (n = 158)

Progressionsfreies Überleben (PFS) beurteilt durch den Prüfarzt

Anzahl Ereignisse a (%) 99 (63,1) 124 (78,5)

Median in Monaten b (95%-KI) 16,76 (14,72; 19,35) 9,23 (7,23; 9,66)

Hazard Ratio c (95%-KI) 0,45 (0,34; 0,59)p-Wert d < 0,00001

Gesamtüberleben (OS) (30 % Datenreife)

Anzahl Ereignisse (%) 46 (29,3) 49 (31,0)

Median in Monaten b (95%-KI) 41,20 (35,48; NB) 40,21 (36,50; 43,27)

Hazard Ratio c 0,87 (0,57; 1,30)

a. Umfasst Progressionsereignisse, die innerhalb von 2 Visiten nach der letzten auswertbaren Beurteilungauftreten.

b. Berechnet mittels der Kaplan-Meier-Methode.

c. Eine Hazard Ratio < 1 begünstigt den Behandlungsarm mit Etcamah-plus-CDK4/6-Inhibitor.

d. Der p-Wert < 0,00001 wurde bei DCO1 (28. Nov. 2024) erreicht.

Abbildung 1 Kaplan-Meier-Kurve des progressionsfreien Überlebens gemäß Beurteilung durchden Prüfarzt in der SERENA-6-Studie

Etcamah + CDK4/6-Inhibitor

AI + CDK4/6-Inhibitor

Anzahl der Zeit ab Randomisierung (Monate) Anzahl der

Patienten randomisiertenunter Risiko Patienten/Anzahl

Monate der Ereignisse

Etcamah + CDK4/6-Inhibitor

AI + CDK4/6-Inhibitor

Kinder und Jugendliche

Die Europäische Arzneimittel-Agentur hat für Etcamah eine Freistellung von der Verpflichtung zur

Vorlage von Ergebnissen zu Studien in allen pädiatrischen Altersklassen für die Behandlung von

Brustkrebs gewährt (siehe Abschnitt 4.2 bzgl. Informationen zur Anwendung bei Kindern und

Jugendlichen).

Wahrscheinlichkeit des progressionsfreien Überlebens

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Die pharmakokinetischen Parameter von Camizestrant wurden bei gesunden Probanden und bei

Mammakarzinom-Patienten ermittelt. Basierend auf einer populationspharmakokinetischen(popPK)-

Analyse ist die Pharmakokinetik von Camizestrant bei einer Dosis von 75 mg durch eine apparente

Plasmaclearance von 69,1 l/h, ein apparentes Verteilungsvolumen (Vss/F) im steady state von26,97 l/kg und eine terminale Halbwertszeit von etwa 23 Stunden charakterisiert. Die orale

Bioverfügbarkeit der 75-mg-Dosis von Camizestrant beträgt 43 % und der steady state wird bei einmaltäglicher Einnahme am 5. Tag erreicht.

Resorption

Nach oraler Gabe wird Camizestrant resorbiert, wobei mediane Spitzenplasmakonzentrationenungefähr 2 bis 4 Stunden nach der Einnahme erreicht werden.

Einfluss von Nahrungsmitteln

Nach der Einnahme zusammen mit einer fettreichen Mahlzeit oder nach einer Nacht ohne

Nahrungsaufnahme wurden ähnliche Expositionen beobachtet. Dies unterstützt eine Einnahme mitoder ohne Nahrung. Nach einer fettreichen Mahlzeit betrugen die Verhältnisse der geometrischen

Mittelwerte von Cmax und AUC (90%-KI) in Bezug auf einen nicht-nüchternen zu nüchternem Zustand106,2 % (90%-KI: 94,3 %; 119,7 %) bzw. 109,8 % (90%-KI: 104,4 %; 115,5 %).

Verteilung

Basierend auf einer popPK-Analyse kommt es zu einer Verteilung von Camizestrant in den Geweben,mit einem apparenten peripheren Verteilungsvolumen von 8,69 l/kg. Das apparente

Verteilungsvolumen von Camizestrant im steady state beträgt 26,97 l/kg.

Die Plasmaproteinbindung von Camizestrant beträgt 75,3 % (24,7 % ungebunden). Es gibt keinen

Hinweis auf eine konzentrationsabhängige Plasmaproteinbindung. Der Blut-zu-Plasma-Quotientbetrug 0,99.

Biotransformation

Ergebnisse aus In-vitro-Hepatozytenstudien zum Metabolismus deuten darauf hin, dass Camizestrantzusätzlich zu der direkten N-Glucuronidierung mehrere Oxidationsreaktionen durchläuft undhauptsächlich über CYP3A4/5 und UGT1A4 metabolisiert wird. Humane Metaboliten von

Camizestrant wurden in pharmakokinetischen Proben von gesunden weiblichen Probanden, die eineorale Einzeldosis von 75 mg [14C]-Camizestrant (0,67 MBq) erhielten, nachgewiesen und quantifiziert.

Die wichtigsten arzneimittelbezogenen zirkulierenden Komponenten waren das N-Glucuronid-

Konjugat von Camizestrant, das N-Glucuronid des sauren Metaboliten und Camizestrant, auf die20,1 %, 11,2 % bzw. 13,6 % der zirkulierenden Radioaktivität im Plasma entfielen. Die anderen achtgeringfügigen Metaboliten im Plasma, die jeweils eine relative Häufigkeit von weniger als 10 % dergesamten arzneimittelbezogenen Komponenten im Plasma aufwiesen, waren entweder oxidative

Metaboliten oder Glucuronide von oxidativen Metaboliten. Es wurden keine aktiven Metabolitenidentifiziert.

In-vitro: Camizestrant inhibiert nicht CYP1A2, CYP2A6, CYP2C8, CYP2C9, CYP2C19 oder

CYP2E1 und ist ein schwacher (IC50 > 100 µM) Inhibitor von UGT1A1 und UGT2B7. Camizestrantist kein zeitabhängiger Inhibitor von CYP1A2, CYP2D6 und CYP3A4/5. Camizestrant hat eingeringes Potenzial zur Induktion von CYP1A2, CYP2B6 und CYP3A4/5. Camizestrant inhibiert nichtdie Arzneimitteltransporter OATP1B3, OCT2, OAT1, OAT3, MATE1 und MATE2K und ist kein

Substrat von BCRP, OATP1B1 oder OATP1B3.

Elimination

Nach einmaliger oraler Gabe von 75 mg [14C]-Camizestrant wurden durchschnittlich 82 % derverabreichten Radioaktivität im Urin und in den Fäzes wiedergefunden. Die mittlere Gesamt-

Radioaktivität (65,1 %) wurde in den Fäzes wiedergefunden, was darauf hindeutet, dass die

Ausscheidung über die Fäzes der Hauptausscheidungsweg nach oraler Anwendung war; 16,8 % dergesamten Radioaktivität wurden im Urin wiedergefunden.

Linearität/Nicht-Linearität

Die AUC und die Cmax von Camizestrant stiegen im Dosisbereich von 25 bis 450 mg überproportionalzur Dosis an.

Besondere Patientengruppen

Einfluss von Alter, Geschlecht, ethnischer Herkunft und Gewicht

Basierend auf popPK-Analysen (n = 756) wurden keine klinisch signifikanten Zusammenhängezwischen der vom Modell prognostizierten steady-state-Exposition, der Fläche unter der Kurve imsteady state (AUCss) und den folgenden Kovariaten identifiziert: medianes Alter zu Studienbeginn61 Jahre (29 bis 89 Jahre) und ethnische Herkunft. Eine popPK-Analyse zeigte, dass das mediane

Ausgangskörpergewicht 69,9 kg (34,2 bis 150 kg) betrug und dieses das apparente

Verteilungsvolumen (V2/F) beeinflusste, dies jedoch nicht klinisch relevant war; es hatte keinensignifikanten Einfluss auf die apparente Gesamtkörper-Clearance (CL/F) oder die AUCss. Es sindkeine Dosisanpassungen für Camizestrant in Abhängigkeit von Alter, Geschlecht, ethnischer Herkunftoder Körpergewicht erforderlich.

Nierenfunktionsstörung

Bei der popPK-Analyse wurde eine kontinuierliche Kreatinin-Clearance verwendet. Die Kreatinin-

Clearance (CrCL) zu Studienbeginn wurde anhand der Cockcroft-Gault-Gleichung berechnet, um die

Auswirkung der Nierenfunktion auf die PK von Camizestrant zu bewerten; die mediane CrCL betrug86,2 ml/min (Bereich 22,8-303 ml/min). Die Analyse zeigte keinen klinisch bedeutsamen Einflusseiner leichten oder mäßigen Nierenfunktionsstörung zu Studienbeginn auf die PK von Camizestrant,was darauf hindeutet, dass bei Patienten mit leichter bis mäßiger Nierenfunktionsstörung keine

Dosisanpassung erforderlich ist.

In die klinischen Studien zu Camizestrant wurden nur wenige Patienten mit schwerer

Nierenfunktionsstörung und keine Dialysepatienten oder Patienten mit einer CrCL < 15 ml/mineingeschlossen. Daher ist eine geeignete Dosis von Camizestrant für Patienten mit schwerer

Nierenfunktionsstörung und für Dialysepatienten nicht festgelegt worden (siehe Abschnitt 4.2).

Leberfunktionsstörung

Basierend auf einer pharmakokinetischen Studie an Patienten nach einer Einzeldosis von 75 mgbetrugen die geometrischen Mittelwerte von Cmax und AUC0-INF der Camizestrant-Exposition bei

Patienten mit mäßiger Leberfunktionsstörung (Child-Pugh B) das 2,4-Fache bzw. 2,7-Fache im

Vergleich zu Patienten mit normaler Leberfunktion. Die geometrischen Mittelwerte von Cmax und

AUC0-INF der Camizestrant-Exposition bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung (Child-

Pugh C) betrugen das 3,1-Fache bzw. 3,8-Fache im Vergleich zu Patienten mit normaler

Leberfunktion.

Die Exposition gegenüber Camizestrant ist überproportional zur Dosis und nimmt bis zum Erreichendes steady state im Zeitverlauf zu. Der Anstieg der Exposition gegenüber Camizestrant von der

Einzeldosis bis zum steady state ist bei Patienten mit Leberfunktionsstörung (Child-Pugh) nichtbekannt. Eine popPK-Modellierung identifizierte eine leichte Leberfunktionsstörung (NCI) nicht alssignifikante Kovariate für die Camizestrant-Exposition. Als Vorsichtsmaßnahme ist Camizestrant bei

Patienten mit mäßiger und schwerer Leberfunktionsstörung zu vermeiden. Patienten mit leichter

Leberfunktionsstörung dürfen Camizestrant einnehmen.

5.3 Präklinische Sicherheitsdaten

Präklinik/Toxizität nach wiederholter Gabe

In Toxizitätsstudien nach wiederholter Gabe an Mäusen, Ratten und Hunden wurde der

Fortpflanzungstrakt als Zielorgan identifiziert, wobei histopathologische Befunde bei Expositionenauftraten, die deutlich unter der (weiblich) oder bei der 2-fachen (männlich) humanen Exposition beider für den Menschen maximal empfohlenen Dosis (Maximum Recommended Human Dose, MRHD)lagen. Auch in den Nebennieren (Ratten und Mäuse) und in den Hypophysen (Mäuse) fanden sichanaloge Befunde. Die Befunde waren hormonell bedingt, basierten auf der pharmakologischen

Wirkung von Camizestrant und sind daher für postmenopausale Frauen bzw. für prä- oderperimenopausale Frauen oder Männer, die einen LHRH-Agonisten erhalten, nicht relevant. Befundeim männlichen Fortpflanzungstrakt, die von klinischer Relevanz sind, werden im Abschnitt Fertilitätbeschrieben.

Bei der Ratte und/oder der Maus wurden Makrophagenaggregation (Lunge, Milz, Thymus und

Mesenteriallymphknoten) und Vakuolisierung (Gallengangsepithel der Leber) festgestellt. Dies wurdeals Phospholipidose in der Lunge der Ratte bestätigt, war nach einmonatiger Verabreichung reversibel,wurde jedoch bei weiblichen Ratten in der 6-monatigen Studie als unerwünscht eingestuft bei einer

Gesamtplasmaexposition (AUC) von etwa dem 60-Fachen der humanen Exposition bei der MRHD.

In mechanistischen Studien verursachte Camizestrant bei Ratten eine Dysfunktion der bipolaren

Stäbchenzellen in der Retina bei klinisch relevanten Expositionen (ungefähr das 5-Fache der humanen

Exposition bei der MRHD). Die Auswirkungen auf die Retina bei Ratten waren reversibel undstimmen mit den beim Menschen beobachteten vorübergehenden visuellen Effekten überein.

Kardiovaskuläre Effekte wurden speziesübergreifend (d. h. bei Hunden und Ratten) beobachtet unddurch mechanistische Studien gestützt. Eine Herzfrequenzreduktion, bedingt durch eine verminderte

Schrittmacheraktivität des Sinusknotens über HCN4-Ionenkanäle, wurde bei Tieren beobachtet undklinisch bestätigt (siehe Abschnitt 4.4). Bei Hunden und Ratten umfassten zusätzliche verzögerteinsetzende kardiovaskuläre Funktionseffekte dosis- und zeitabhängige Abnahmen des diastolischen

Blutdrucks, des QA-Intervalls und des PR-Intervalls, mit Zunahmen des Pulsdrucks, der QT/QTc-

Intervalle und linksventrikulärer Parameter (dP/dt+ und dP/dt-). Bei der Beurteilung an Hundenpersistierte die QTc-Verlängerung über mindestens 3 Tage bis zu 4 Wochen. Der Mechanismus der

QTc-Verlängerung war unbekannt, unabhängig von der Herzfrequenz und ohne Zusammenhang miteiner hERG-Inhibition und wurde bei maximalen ungebundenen Plasmakonzentrationen beobachtet,die dem ≥ 4-Fachen derjenigen bei der MRHD beim Menschen entsprachen. Darüber hinaus wurdenatriale Extrasystolen (atrial premature complexes, APCs) bei einem Telemetriehund und bei einem

Hund der allgemeinen Toxikologiestudie bei maximalen freien Plasmaspiegeln beobachtet, die dem12-Fachen bzw. 33-Fachen der MRHD beim Menschen entsprachen. Eine Kardiomyopathie wurde beiweiblichen Ratten nach 6-monatiger Verabreichung bei Gesamtplasmaexpositionen beobachtet, diedem ≥ 11-Fachen der humanen AUC-Exposition bei der MRHD beim Menschen entsprachen.

Bei Hunden führte die kombinierte Verabreichung von Camizestrant und Atropin zu einemsignifikanten Anstieg der Atropin-Exposition im Plasma und im Gehirn. Dieser Anstieg ist vermutlichauf eine Inhibition des Atropin-Metabolismus zurückzuführen und ist daher wahrscheinlich spezifischfür Hunde.

Mutagenität und Karzinogenität

Camizestrant war in den In-vitro-Ames- und Mikronukleus-Tests sowie in der In-vivo-Mikronukleus-

Studie negativ. Die Befunde in den Ovarien in chronischen Studien mit wiederholter Verabreichungumfassten Hyperplasie bei Gesamtplasmaexpositionen (AUC) des ≥ 2-Fachen (Granulosazellen beider Ratte) und des 52-Fachen (Keimstrang-Stroma beim Hund) im Vergleich zur humanen Expositionbei der MRHD sowie gutartige Granulosazelltumore bei Gesamtplasmaexpositionen (AUC) von etwadem 60-Fachen (Ratten) und dem 3,5-Fachen (Hunde) im Vergleich zur humanen Exposition bei der

MRHD. Bei einem einzelnen Hund wurde bei dem 13-Fachen der humanen Exposition bei der MRHDein interstitielles (Leydig-) Zelladenom im Hoden beobachtet. Die Befunde werden aufgrund derpharmakologischen Wirkung von Camizestrant als hormonell bedingt angesehen und sind daher nichtrelevant für postmenopausale Frauen bzw. für prä- oder perimenopausale Frauen oder für Männer, dieeinen LHRH-Agonisten erhalten.

Reproduktionstoxizität

Embryofetale-/Entwicklungstoxizität

Die Verabreichung von Camizestrant in einer modifizierten Studie zur embryofetalen Entwicklung bei

Ratten führte zu einem vollständigen Ausbleiben der Implantation bei weiblichen Tieren, wenn die

Dosierung mit 0,1 mg/kg/Tag vor der Implantation begonnen wurde. Wenn die Verabreichung auf die

Phase der Organogenese beschränkt war, hatte Camizestrant keinen Einfluss auf das embryofetale

Überleben oder die embryofetale Entwicklung. Bei der Verabreichung von der Implantation über die

Geburt bis hin zur Laktation führte Camizestrant jedoch zu einer Verlängerung der Trächtigkeit,

Dystokie und einer Beeinträchtigung des Überlebens und des Wachstums der Nachkommen. Diematernalen Expositionen in dieser Studie lagen weit unterhalb der humanen Exposition bei der

MRHD.

Fertilität

In einer Fertilitätsstudie an weiblichen Ratten wirkte sich Camizestrant negativ auf Östruszyklen, das

Paarungsverhalten, die Fertilität und das frühe embryonale Überleben aus, was sich nach einem Monatohne Dosierung vollständig zurückbildete. Die Effekte wurden bei maternalen Expositionen unterhalbder humanen Exposition bei der MRHD beobachtet.

Bei männlichen Ratten und Hunden waren eine Atrophie der Prostata, der Samenbläschen und der

Samenkanälchen, eine tubuläre Dilatation der Hoden und Veränderungen im Nebenhoden (verringerte

Anzahl an Spermien bei Ratten und Zelltrümmer bei Hunden) bereits bei der niedrigsten Dosis inchronischen Studien bei einer Exposition des ≥ 2-Fachen (Ratte) bzw. des ≥ 3,5-Fachen (Hund) derhumanen Exposition bei der MRHD erkennbar und wurden als klinisch relevant angesehen. Beimännlichen Ratten wurden nach einer 9-wöchigen Verabreichung eine niedrigere Anzahl an

Spermatiden/Spermien, ein höherer Prozentsatz an Spermienanomalien, eine geringere

Spermienmotilität und niedrigere Paarungs- und Trächtigkeitsraten festgestellt, was auf eine

Auswirkung auf die männliche Fertilität hindeutet. Effekte wurden bei einer Gesamtplasmaexposition(AUC) beobachtet, die ≥ 2-fach so hoch war wie die bei einer klinischen Dosis von 75 mg, jedochwurde kein No-Effect-Level festgestellt. In dieser Studie wurden Implantationsverluste und eine

Abnahme der Anzahl lebender Feten bei nicht behandelten Weibchen beobachtet, die mit behandelten

Männchen gepaart waren, was auf eine durch Männchen vermittelte Reproduktionstoxizität bei einer

Gesamtplasmaexposition (AUC) hindeutet, die 27-fach höher ist als die humane Exposition bei der

MRHD. Die Reversibilität der Befunde zur männlichen Fertilität wurde nicht untersucht.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Tablettenkern

Mikrokristalline Cellulose (Typ 102)

Calciumhydrogenphosphat

Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A)

Magnesiumstearat

Filmüberzug

Poly(vinylalkohol)

Titandioxid (E171)

Macrogol 3350

Talkum

Eisen(III)-oxid (E172)

Eisen(III)-hydroxid-oxid x H2O (E172)

Eisen(II,III)-oxid (E172)

6.2 Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3 Haltbarkeit

3 Jahre.

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

28 x 1 Filmtabletten in perforierten Aluminium/Aluminium-Einzeldosis-Blisterpackungen.

2 Blisterpackungen mit jeweils 14 Filmtabletten.

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.

7. INHABER DER ZULASSUNG

AstraZeneca AB

SE-151 85 Södertälje

Schweden

8. ZULASSUNGSNUMMER(N)

EU/1/26/2046/001

9. DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG

ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung:

10. STAND DER INFORMATION

Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen

Arzneimittel-Agentur https://www.ema.europa.eu verfügbar.

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