Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels DOVATO 50mg / 300mg tablets
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
Dovato 50 mg/300 mg Filmtabletten
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Jede Filmtablette enthält Dolutegravir-Natrium, entsprechend 50 mg Dolutegravir und 300 mg Lamivudin.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Filmtablette (Tablette)
Ovale, bikonvexe, weiße Filmtabletten mit der Prägung 'SV 137“ auf einer Seite. Die Tabletten sindungefähr 18,5 x 9,5 mm groß.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Dovato wird angewendet zur Behandlung von Infektionen mit dem humanen Immundefizienz-Virus Typ 1(HIV-1) bei Erwachsenen und Jugendlichen ab einem Alter von 12 Jahren mit einem Körpergewicht vonmindestens 40 kg, die keine bekannten oder vermuteten Resistenzen gegenüber der Klasse der Integrase-
Inhibitoren oder Lamivudin aufweisen (siehe Abschnitt 5.1).
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
Dovato sollte von einem Arzt verschrieben werden, der über Erfahrung in der Behandlung der HIV-Infektionverfügt.
DosierungErwachsene und Jugendliche (ab einem Alter von 12 Jahren, die mindestens 40 kg wiegen)
Die empfohlene Dosis von Dovato für Erwachsene und Jugendliche beträgt eine 50 mg/300 mg-Tabletteeinmal täglich.
DosisanpassungenSollte eine Dosisanpassung aufgrund von Arzneimittelwechselwirkungen (z. B. Rifampicin, Carbamazepin,
Oxcarbazepin, Phenytoin, Phenobarbital, Johanniskraut, Etravirin (ohne geboosterte Proteaseinhibitoren),
Efavirenz, Nevirapin oder Tipranavir/Ritonavir, siehe Abschnitte 4.4 und 4.5) indiziert sein, steht ein
Monopräparat mit Dolutegravir zur Verfügung. In diesen Fällen sollte der Arzt auf die jeweilige
Produktinformation für Dolutegravir zurückgreifen.
Versäumte DosisWenn der Patient die Einnahme einer Dosis von Dovato versäumt, sollte er diese so schnell wie möglichnachholen, sofern die nächste Dosis nicht innerhalb der nächsten 4 Stunden fällig ist. Wenn die nächste
Dosis innerhalb der nächsten 4 Stunden fällig ist, sollte der Patient die versäumte Einnahme nicht nachholenund stattdessen mit dem gewohnten Einnahmeschema fortfahren.
Ältere PatientenZur Anwendung von Dovato bei Patienten ab 65 Jahren liegen nur begrenzte Daten vor. Es ist keine
Dosisanpassung erforderlich (siehe Abschnitt 5.2).
NierenfunktionsstörungDovato wird nicht zur Anwendung bei Patienten mit einer Kreatinin-Clearance < 30 ml/min empfohlen(siehe Abschnitt 5.2). Bei Patienten mit leichter oder mittelgradiger Nierenfunktionsstörung ist keine
Dosisanpassung erforderlich. Die Lamivudin-Exposition ist jedoch bei Patienten mit einer Kreatinin-
Clearance < 50 ml/min signifikant erhöht (siehe Abschnitt 4.4).
LeberfunktionsstörungBei Patienten mit leichter oder mittelgradiger Leberfunktionsstörung (Child-Pugh-Grad A oder B) ist keine
Dosisanpassung erforderlich. Für Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung (Child-Pugh-Grad C) liegenkeine Daten vor; deshalb sollte Dovato bei diesen Patienten mit Vorsicht angewendet werden (siehe
Abschnitt 5.2).
Kinder und JugendlicheDie Sicherheit und Wirksamkeit von Dovato bei Kindern unter 12 Jahren und bei Jugendlichen mit einem
Körpergewicht unter 40 kg ist nicht erwiesen. Es liegen keine Daten vor.
Art der AnwendungZum Einnehmen.
Dovato kann mit einer oder unabhängig von einer Mahlzeit eingenommen werden (siehe Abschnitt 5.2).
4.3 Kontraindikationen
Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.
Gleichzeitige Anwendung mit Arzneimitteln, die enge therapeutische Fenster aufweisen und Substrate desorganischen Kationentransporters 2 (OCT2) sind; dies trifft einschließlich, aber nicht beschränkt auf
Fampridin zu (auch als Dalfampridin bekannt; siehe Abschnitt 4.5).
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
ÜberempfindlichkeitsreaktionenUnter Dolutegravir wurden Überempfindlichkeitsreaktionen berichtet, die durch Hautausschlag,
Allgemeinsymptome und in manchen Fällen Organdysfunktion einschließlich schwerer Leberreaktionencharakterisiert waren. Dovato und andere dafür in Betracht kommende Arzneimittel sollten sofort abgesetztwerden, wenn Anzeichen oder Symptome einer Überempfindlichkeitsreaktion (einschließlich, aber nichtbeschränkt auf schweren Hautausschlag oder Hautausschlag, der mit einem Anstieg an Leberenzymeneinhergeht, Fieber, allgemeines Krankheitsgefühl, Abgeschlagenheit, Muskel- oder Gelenkschmerzen,
Blasenbildung, orale Läsionen, Konjunktivitis, Gesichtsödem, Eosinophilie, Angioödem) auftreten. Derklinische Zustand, einschließlich der Werte der Leber-Aminotransferasen und des Bilirubins, mussüberwacht werden. Wird die Behandlung mit Dovato bzw. anderen in Betracht kommenden Arzneimittelnnach Einsetzen der Überempfindlichkeitsreaktion zu spät abgebrochen, kann dies zu einerlebensbedrohlichen allergischen Reaktion führen.
Gewicht und metabolische ParameterWährend einer antiretroviralen Therapie können Gewichtszunahme und ein Anstieg der Blutlipid- und
Blutglucosewerte auftreten. Diese Veränderungen können teilweise mit dem verbesserten
Gesundheitszustand und dem Lebensstil zusammenhängen. In einigen Fällen ist ein Behandlungseffekt aufdie Blutlipidwerte und das Gewicht belegt. Für die Überwachung der Blutlipid- und Blutglucosewerte wirdauf die anerkannten HIV-Therapieleitlinien verwiesen. Die Behandlung von Lipidstörungen sollte nachklinischem Ermessen erfolgen.
LebererkrankungenPatienten mit chronischer Hepatitis B oder C, die mit einer antiretroviralen Kombinationstherapie behandeltwerden, haben ein erhöhtes Risiko für schwere hepatische Nebenwirkungen mit potenziell tödlichem
Verlauf. Bei gleichzeitiger antiviraler Therapie der Hepatitis B oder C beachten Sie bitte auch diebetreffenden Produktinformationen dieser Arzneimittel.
Dovato enthält Lamivudin, ein Wirkstoff gegen Hepatitis B. Dolutegravir besitzt keine derartige Wirkung.
Eine Lamivudin-Monotherapie gilt im Allgemeinen nicht als adäquate Behandlung der Hepatitis B, da das
Risiko einer Resistenzentwicklung des Hepatitis-B-Virus sehr hoch ist. Falls Dovato bei Patienten mit einer
Hepatitis-B-Koinfektion angewendet wird, ist in der Regel ein zusätzliches antivirales Arzneimittelerforderlich. Entsprechende Hinweise sind den Therapieleitlinien zu entnehmen.
Wenn Dovato bei Patienten mit Hepatitis-B-Virus-Koinfektion abgesetzt wird, wird eine regelmäßige
Kontrolle sowohl der Leberfunktionswerte als auch der HBV-Replikationsmarker empfohlen, da ein
Absetzen von Lamivudin zu einer akuten Exazerbation der Hepatitis führen kann.
Patienten mit vorbestehender eingeschränkter Leberfunktion, einschließlich einer chronisch-aktiven
Hepatitis, zeigen unter einer antiretroviralen Kombinationstherapie eine erhöhte Häufigkeit von
Leberfunktionsstörungen und sollten entsprechend der gängigen klinischen Praxis überwacht werden. Sofernbei diesen Patienten Symptome einer Verschlechterung der Lebererkrankung auftreten, muss eine
Unterbrechung oder ein Absetzen der Behandlung in Betracht gezogen werden.
Immun-Rekonstitutions-SyndromBei HIV-infizierten Patienten mit schwerem Immundefekt kann sich zum Zeitpunkt der Einleitung einerantiretroviralen Kombinationstherapie (ART) eine entzündliche Reaktion auf asymptomatische oderresiduale opportunistische Infektionen entwickeln, die zu schweren klinischen Verläufen oder zur
Verschlechterung von Symptomen führt. Typischerweise wurden solche Reaktionen innerhalb der ersten
Wochen oder Monate nach Beginn der ART beobachtet. Entsprechende Beispiele sind Cytomegalovirus-
Retinitis, disseminierte und/oder lokalisierte mykobakterielle Infektionen und Pneumocystis-jirovecii-
Pneumonie (häufig als PCP bezeichnet). Jedes Entzündungssymptom ist zu bewerten; falls notwendig isteine Behandlung einzuleiten. Es liegen auch Berichte über Autoimmunerkrankungen (wie z. B. Morbus
Basedow und Autoimmunhepatitis) vor, die im Rahmen einer Immun-Reaktivierung auftraten; allerdings istder Zeitpunkt des Auftretens sehr variabel und diese Ereignisse können viele Monate nach Beginn der
Behandlung auftreten.
Bei einigen Patienten mit einer Hepatitis-B- und/oder Hepatitis-C-Koinfektion wurden zu Beginn der
Behandlung mit Dolutegravir erhöhte Leberlaborwerte beobachtet, die mit einem Immun-Rekonstitutions-
Syndrom vereinbar sind. Bei Patienten mit Hepatitis-B- und/oder Hepatitis-C-Koinfektion wird empfohlen,die Leberlaborwerte zu überwachen (siehe 'Lebererkrankungen“ weiter vorne in diesem Abschnitt und auch
Abschnitt 4.8).
Mitochondriale Dysfunktion nach Exposition in utero
Nukleosid- und Nukleotidanaloga können die mitochondriale Funktion in unterschiedlichem Ausmaßbeeinträchtigen. Dies ist unter Stavudin, Didanosin und Zidovudin am stärksten ausgeprägt. Es liegen
Berichte über mitochondriale Funktionsstörungen bei HIV-negativen Kleinkindern vor, die in utero und/oderpostnatal gegenüber Nukleosidanaloga exponiert waren. Diese Berichte betrafen überwiegend Behandlungenmit Zidovudin-haltigen Therapien. Die hauptsächlich berichteten Nebenwirkungen waren hämatologische
Störungen (Anämie, Neutropenie) und Stoffwechselstörungen (Hyperlaktatämie, erhöhte Serum-Lipase-
Werte). Diese Ereignisse waren meistens vorübergehend. Selten wurde über spät auftretende neurologische
Störungen (Hypertonus, Konvulsionen, Verhaltensänderungen) berichtet. Ob solche neurologischen
Störungen vorübergehend oder bleibend sind, ist derzeit nicht bekannt. Diese Erkenntnisse sollten bei jedem
Kind, das in utero gegenüber Nukleosid- und Nukleotidanaloga exponiert war und schwere klinische,insbesondere neurologische Befunde unbekannter Ätiologie aufweist, berücksichtigt werden. Diese
Erkenntnisse haben keinen Einfluss auf die derzeitigen nationalen Empfehlungen zur Anwendung derantiretroviralen Therapie bei schwangeren Frauen zur Prävention einer vertikalen HIV-Transmission.
OsteonekroseObwohl eine multifaktorielle Ätiologie angenommen wird (darunter Anwendung von Kortikosteroiden,
Bisphosphonaten, Alkoholkonsum, schwere Immunsuppression, höherer Body-Mass-Index), wurden Fällevon Osteonekrose bei Patienten mit fortgeschrittener HIV-Erkrankung und/oder Langzeitanwendung einerantiretroviralen Kombinationstherapie (ART) berichtet. Die Patienten sind darauf hinzuweisen, bei Auftretenvon Gelenkbeschwerden und -schmerzen, Gelenksteife oder Schwierigkeiten bei Bewegungen, den Arztaufzusuchen.
Opportunistische InfektionenPatienten müssen darauf hingewiesen werden, dass Dolutegravir, Lamivudin oder eine andere antiretrovirale
Therapie nicht zu einer Heilung der HIV-Infektion führt und dass sie auch weiterhin opportunistische
Infektionen oder andere Komplikationen einer HIV-Infektion entwickeln können. Daher sollten die Patientenunter enger klinischer Beobachtung durch Ärzte bleiben, die in der Behandlung dieser HIV-assoziierten
Erkrankungen erfahren sind.
Anwendung bei Patienten mit mittelgradiger Nierenfunktionsstörung
Bei Patienten mit einer Kreatinin-Clearance zwischen 30 und 49 ml/min, die Dovato erhalten, kann die
Lamivudin-Exposition (AUC) 1,6- bis 3,3-fach höher sein als bei Patienten mit einer Kreatinin-Clearancevon ≥ 50 ml/min. Es gibt keine Sicherheitsdaten aus randomisierten, kontrollierten Studien, in denen Dovatomit den einzelnen Komponenten bei Patienten mit einer Kreatinin-Clearance zwischen 30 und 49 ml/min, dieeine angepasste Lamivudin-Dosis erhielten, verglichen wird. In den ursprünglichen Lamivudin-
Zulassungsstudien wurden in Kombination mit Zidovudin höhere Lamivudin-Expositionen mit höheren
Raten an hämatologischen Toxizitäten assoziiert (Neutropenie und Anämie), obwohl Studienabbrücheaufgrund von Neutropenie oder Anämie bei < 1 % der Patienten auftraten. Andere Lamivudin-assoziierte
Nebenwirkungen (wie gastrointestinale und hepatische Beschwerden) können auftreten.
Patienten mit einer anhaltenden Kreatinin-Clearance zwischen 30 und 49 ml/min, die Dovato erhalten,sollten hinsichtlich Lamivudin-assoziierter Nebenwirkungen (insbesondere hämatologischer Toxizitäten)überwacht werden. Für den Fall, dass eine Neutropenie oder Anämie neu auftritt oder sich verschlechtert, isteine Dosisanpassung von Lamivudin gemäß der zugrunde liegenden Gebrauchsinformation indiziert. Dadiese mit Dovato nicht erreicht werden kann, sollte Dovato abgesetzt und die individuellen Komponentenangewendet werden, um das Behandlungsschema zu erstellen.
ArzneimittelwechselwirkungenDie empfohlene Dosierung für Dolutegravir bei der gleichzeitigen Anwendung mit Rifampicin,
Carbamazepin, Oxcarbazepin, Phenytoin, Phenobarbital, Johanniskraut, Etravirin (ohne geboosterte
Protease-Inhibitoren), Efavirenz, Nevirapin oder Tipranavir/Ritonavir beträgt zweimal täglich 50 mg (siehe
Abschnitt 4.5).
Dovato sollte nicht zur gleichen Zeit wie Antazida, die polyvalente Kationen enthalten, eingenommenwerden. Es wird empfohlen, diese Arzneimittel 2 Stunden nach oder 6 Stunden vor Dovato einzunehmen(siehe Abschnitt 4.5).
Wird Dovato zusammen mit einer Mahlzeit eingenommen, können Nahrungsergänzungsmittel oder
Multivitaminpräparate, die Calcium, Eisen oder Magnesium enthalten, gleichzeitig eingenommen werden.
Wenn Dovato im nüchternen Zustand eingenommen wird, wird eine Einnahme von calcium-, eisen- odermagnesiumhaltigen Nahrungsergänzungsmitteln oder Multivitaminpräparaten 2 Stunden nach oder6 Stunden vor der Einnahme von Dovato empfohlen (siehe Abschnitt 4.5).
Dolutegravir erhöht die Metformin-Konzentration. Zu Beginn und bei Beendigung der gleichzeitigen
Anwendung von Dovato und Metformin sollte eine Anpassung der Metformin-Dosis in Betracht gezogenwerden, um die glykämische Kontrolle aufrecht zu halten (siehe Abschnitt 4.5). Metformin wird renalausgeschieden; deshalb ist es wichtig, bei einer gleichzeitigen Behandlung mit Dovato die Nierenfunktion zuüberwachen. Diese Kombination könnte bei Patienten mit mittelgradiger Nierenfunktionsstörung (Stadium3a, Kreatinin-Clearance [ClKr] 45-59 ml/min) das Risiko für eine Laktatazidose erhöhen, und eine vorsichtige
Vorgehensweise wird empfohlen. Eine Reduktion der Metformin-Dosis sollte unbedingt in Betracht gezogenwerden.
Die Kombination von Dovato mit Cladribin wird nicht empfohlen (siehe Abschnitt 4.5).
Dovato sollte nicht mit anderen Arzneimitteln angewendet werden, die Dolutegravir, Lamivudin oder
Emtricitabin enthalten, es sei denn, eine Anpassung der Dolutegravir-Dosis ist aufgrund von
Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln indiziert (siehe Abschnitt 4.5).
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Es wurden keine Wechselwirkungsstudien mit Dovato durchgeführt. Dovato enthält Dolutegravir und
Lamivudin, daher sind alle identifizierten Wechselwirkungen dieser Einzelwirkstoffe auch für Dovatorelevant. Zwischen Dolutegravir und Lamivudin werden keine klinisch signifikanten
Arzneimittelwechselwirkungen erwartet.
Einfluss anderer Arzneimittel auf die Pharmakokinetik von Dolutegravir und Lamivudin
Dolutegravir wird hauptsächlich über Metabolisierung durch die Uridindiphosphat-Glucuronosyltransferase(UGT) 1A1 eliminiert. Dolutegravir ist außerdem Substrat von UGT1A3, UGT1A9, CYP3A4, P-
Glycoprotein (P-gp) und dem Breast Cancer Resistance Protein (BCRP). Die gleichzeitige Anwendung von
Dovato und anderen Arzneimitteln, die UGT1A1, UGT1A3, UGT1A9, CYP3A4 und/oder P-gp hemmen,kann zu einem Anstieg der Dolutegravir-Plasmakonzentration führen. Arzneimittel, die Induktoren dieser
Enzyme oder Transporter sind, können zu einer Abnahme der Dolutegravir-Plasmakonzentration und dertherapeutischen Wirksamkeit von Dolutegravir führen.
Die Resorption von Dolutegravir wird durch bestimmte Metallkationen enthaltende Antazida und
Nahrungsergänzungsmittel reduziert (siehe Tabelle 1).
Lamivudin wird renal ausgeschieden. Die aktive renale Ausscheidung von Lamivudin in den Urin wird durchden OCT2- und den Multidrug- und Toxin-Extrusion-Transporter (MATE1 und MATE2-K) vermittelt.
Trimethoprim (ein Inhibitor dieser Arzneimitteltransporter) erhöht nachweislich die Plasmakonzentrationvon Lamivudin, jedoch war der daraus resultierende Anstieg klinisch nicht signifikant (siehe Tabelle 1).
Dolutegravir ist ein OCT2- und MATE1-Inhibitor; jedoch sind, basierend auf einem Studienvergleich, die
Lamivudin-Konzentrationen mit und ohne gleichzeitige Einnahme von Dolutegravir vergleichbar, was daraufhindeutet, dass Dolutegravir in vivo keinen relevanten Einfluss auf die Lamivudin-Exposition hat. Lamivudinist auch ein Substrat des hepatischen Aufnahmetransporters OCT1. Da die hepatische Elimination bei der
Clearance von Lamivudin eine geringe Rolle spielt, ist es unwahrscheinlich, dass eine
Arzneimittelwechselwirkung aufgrund einer Hemmung von OCT1 klinisch signifikant ist.
Obwohl Lamivudin in vitro aufgrund seiner hohen absoluten Bioverfügbarkeit (siehe Abschnitt 5.2) ein
Substrat von BCRP und P-gp ist, ist es unwahrscheinlich, dass Inhibitoren dieser Efflux-Transporter einenklinisch relevanten Einfluss auf die Lamivudin-Konzentrationen haben.
Einfluss von Dolutegravir und Lamivudin auf die Pharmakokinetik anderer Arzneimittel
In vivo hatte Dolutegravir keinen Einfluss auf das CYP3A4-Substrat Midazolam. Basierend auf den In-vivo-und/oder In-vitro-Daten wird nicht erwartet, dass Dolutegravir die Pharmakokinetik von Arzneimittelnbeeinflusst, die Substrate der wichtigsten Enzyme oder Transporter, wie z. B. CYP3A4, CYP2C9 und P-gp,sind (für weitere Informationen siehe Abschnitt 5.2).
In vitro hemmt Dolutegravir die renalen Transporter OCT2 und MATE 1. In vivo wurde bei Patienten ein
Abfall der Kreatinin-Clearance um 10-14 % beobachtet (der ausgeschiedene Anteil ist abhängig von dem
Transport durch OCT2 und MATE1). In vivo kann Dolutegravir die Plasmakonzentrationen von
Arzneimitteln mit OCT2- und/oder MATE1-abhängiger Ausscheidung erhöhen (z. B. Fampridin [auch als
Dalfampridin bekannt], Metformin) (siehe Tabelle 1 und Abschnitt 4.3).
In vitro hemmt Dolutegravir die renalen Aufnahmetransporter für organische Anionen OAT1 und OAT3.
Aufgrund der fehlenden Wirkung auf die In-vivo-Pharmakokinetik des OAT-Substrats Tenofovir ist eine In-vivo-Hemmung des OAT1-Transporters unwahrscheinlich. Die Hemmung des OAT3-Transporters wurdebisher nicht in vivo untersucht. Dolutegravir kann die Plasmakonzentration der Arzneimittel, deren
Ausscheidung von OAT3 abhängig ist, erhöhen.
In vitro war Lamivudin ein Inhibitor von OCT1 und OCT2; die klinischen Auswirkungen sind nicht bekannt.
Bekannte und theoretische Wechselwirkungen mit einer Auswahl antiretroviraler und nicht antiretroviraler
Arzneimittel sind in Tabelle 1 aufgeführt.
WechselwirkungstabelleWechselwirkungen zwischen Dolutegravir, Lamivudin und gleichzeitig angewendeten Arzneimitteln sind in
Tabelle 1 aufgeführt (ein Anstieg ist als '↑“ gekennzeichnet, eine Abnahme als '↓“, keine Veränderung als'↔“, die Fläche unter der Konzentrations-Zeit-Kurve als 'AUC“, die maximale beobachtete Konzentrationals 'Cmax“ und 'Cτ” als die Konzentration am Ende des Dosierungsintervalls). Die in der Tabelleaufgeführten Wechselwirkungen sollten nicht als vollständig, sondern als repräsentativ für die untersuchten
Arzneimittelklassen angesehen werden.
Tabelle 1: Arzneimittelwechselwirkungen
Arzneimittel nach Wechselwirkung Empfehlungen zur Komedikation
Anwendungsgebieten Änderung desgeometrischen
Mittelwertes (%)
Antivirale Arzneimittel
Nicht-nukleosidische Reverse-Transkriptase-Inhibitoren
Etravirin ohne geboosterte Dolutegravir Etravirin ohne geboosterte Protease-Inhibitoren
Protease- AUC 71 % senkte die Plasmakonzentration von Dolutegravir.
Inhibitoren/Dolutegravir Cmax 52 % Für Patienten, die Etravirin ohne geboosterte
Cτ 88 % Protease-Inhibitoren einnehmen, beträgt dieempfohlene Dosis von Dolutegravir zweimal
Etravirin täglich 50 mg. Da es sich bei Dovato um eine(Induktion der Enzyme Tablette mit fester Zusammensetzung (fixe
UGT1A1 und CYP3A) Kombination) handelt, sollte für die Dauer der
Koadministration mit Etravirin ohne geboosterten
Protease-Inhibitor ungefähr 12 Stunden nach
Dovato eine zusätzliche 50-mg-Tablette
Dolutegravir eingenommen werden (für diese
Dosisanpassung steht ein Monopräparat von
Dolutegravir zur Verfügung, siehe Abschnitt 4.2).
Lopinavir + Ritonavir + Dolutegravir Eine Anpassung der Dosis ist nicht erforderlich.
Etravirin/Dolutegravir AUC 11 %
Cmax 7 %
Cτ 28 %
Lopinavir
Ritonavir
Etravirin
Darunavir + Ritonavir + Dolutegravir Eine Anpassung der Dosis ist nicht erforderlich.
Etravirin/Dolutegravir AUC 25 %
Cmax 12 %
Cτ 36 %
Darunavir
Ritonavir
Etravirin
Efavirenz/Dolutegravir Dolutegravir Bei gleichzeitiger Anwendung mit Efavirenz
AUC 57 % beträgt die empfohlene Dosis von Dolutegravir
Cmax 39 % zweimal täglich 50 mg. Da es sich bei Dovato um
Cτ 75 % eine fixe Kombination handelt, sollte für die Dauerder Koadministration mit Efavirenz ungefähr
Efavirenz (historische 12 Stunden nach Dovato eine zusätzliche 50-mg-
Kontrollen) Tablette Dolutegravir eingenommen werden (für(Induktion der Enzyme diese Dosisanpassung steht ein Monopräparat von
UGT1A1 und CYP3A) Dolutegravir zur Verfügung, siehe Abschnitt 4.2).
Nevirapin/Dolutegravir Dolutegravir Bei gleichzeitiger Anwendung mit Nevirapin(Nicht untersucht. beträgt die empfohlene Dosis von Dolutegravir
Aufgrund der zweimal täglich 50 mg. Da es sich bei Dovato um
Enzyminduktion wird eine eine fixe Kombination handelt, sollte für die Dauerähnliche Abnahme der der Koadministration mit Nevirapin ungefähr
Exposition erwartet, die 12 Stunden nach Dovato eine zusätzliche 50-mg-mit der bei Efavirenz Tablette Dolutegravir eingenommen werden (fürbeobachteten vergleichbar diese Dosisanpassung steht ein Monopräparat vonist.) Dolutegravir zur Verfügung, siehe Abschnitt 4.2).
Rilpivirin/Dolutegravir Dolutegravir Eine Anpassung der Dosis ist nicht erforderlich.
AUC 12 %
Cmax 13 %
Cτ 22 %
Rilpivirin
Nukleosidische Reverse-Transkriptase-Inhibitoren (NRTIs)
Tenofovirdisoproxil Dolutegravir Wenn Dovato mit Tenofovir, Didanosin, Stavudin
AUC 1 % oder Zidovudin kombiniert wird, ist keine
Cmax 3 % Dosisanpassung erforderlich.
Cτ 8 %
Tenofovir
Emtricitabin, Didanosin, Die Wechselwirkung Dovato sollte nicht in Kombination mit
Stavudin, wurde nicht untersucht. Emtricitabin-haltigen Produkten angewendet
Tenofoviralafenamid, werden, da sowohl Lamivudin (in Dovato) als auch
Zidovudin Emtricitabin Cytidin-Analoga sind (d. h. Risikointrazellulärer Wechselwirkungen, siehe
Abschnitt 4.4).
Protease-Inhibitoren
Atazanavir/Dolutegravir Dolutegravir Eine Anpassung der Dosis ist nicht erforderlich.
AUC 91 %
Cmax 50 %
Cτ 180 %
Atazanavir (historische
Kontrollen)(Hemmung der Enzyme
UGT1A1 und CYP3A)
Atazanavir + Dolutegravir Eine Anpassung der Dosis ist nicht erforderlich.
Ritonavir/Dolutegravir AUC 62 %
Cmax 34 %
Cτ 121 %
Atazanavir
Ritonavir
Tipranavir + Dolutegravir Bei gleichzeitiger Anwendung mit
Ritonavir/Dolutegravir AUC 59 % Tipranavir/Ritonavir beträgt die empfohlene Dosis
Cmax 47 % von Dolutegravir zweimal täglich 50 mg. Da es
Cτ 76 % sich bei Dovato um eine fixe Kombination handelt,sollte für die Dauer der Koadministration mit
Tipranavir Tipranavir/Ritonavir ungefähr 12 Stunden nach
Ritonavir Dovato eine zusätzliche 50-mg-Tablette(Induktion der Enzyme Dolutegravir eingenommen werden (für diese
UGT1A1 und CYP3A) Dosisanpassung steht ein Monopräparat von
Dolutegravir zur Verfügung, siehe Abschnitt 4.2).
Fosamprenavir + Dolutegravir Fosamprenavir/Ritonavir senkt die Dolutegravir-
Ritonavir/Dolutegravir AUC 35 % Konzentration. Basierend auf begrenzten Daten
Cmax 24 % führte dies in Phase-III-Studien jedoch nicht zu
C 49 % einer geringeren Wirksamkeit. Eine Anpassung der
Dosis ist nicht erforderlich.
Fosamprenavir
Ritonavir (Induktion der Enzyme
UGT1A1 und CYP3A)
Lopinavir + Dolutegravir Eine Anpassung der Dosis ist nicht erforderlich.
Ritonavir/Dolutegravir AUC 4 %
Cmax 0 %
C24 6 %
Lopinavir
Ritonavir
Darunavir + Dolutegravir Eine Anpassung der Dosis ist nicht erforderlich.
Ritonavir/Dolutegravir AUC 22 %
Cmax 11 %
C 38 %
Darunavir
Ritonavir (Induktion der Enzyme
UGT1A1 und CYP3A)
Andere antivirale Arzneimittel
Daclatasvir/Dolutegravir Dolutegravir Daclatasvir verändert die Plasmakonzentration von
AUC 33 % Dolutegravir nicht in einem klinisch relevanten
Cmax 29 % Ausmaß. Dolutegravir verändert nicht die
C 45 % Plasmakonzentration von Daclatasvir. Eine
Daclatasvir Anpassung der Dosis ist nicht erforderlich.
Ledipasvir/Sofosbuvir/ Lamivudin Eine Anpassung der Dosis ist nicht erforderlich.
Lamivudin (mit Abacavir) Ledipasvir
Sofosbuvir
Sofosbuvir/Velpatasvir/ Dolutegravir Eine Anpassung der Dosis ist nicht erforderlich.
Dolutegravir Sofosbuvir
Velpatasvir
Ribavirin Die Wechselwirkung Eine Anpassung der Dosis ist nicht erforderlich.wurde nicht untersucht.
Eine klinisch signifikante
Wechselwirkung istunwahrscheinlich.
Antiinfektiva
Trimethoprim/Sulfamethoxa Lamivudin: Eine Anpassung der Dosis ist nicht erforderlich.
zol (Cotrimoxazol)/ AUC 43 %
Lamivudin Cmax 7 %(160 mg/800 mg einmaltäglich über 5 Tage/300 mg Trimethoprim:
Einzeldosis) AUC
Sulfamethoxazol:
AUC (Hemmung der
Transporter organischer
Kationen)
Wirkstoffe gegen Mykobakterien
Rifampicin/Dolutegravir Dolutegravir Bei gleichzeitiger Anwendung von Rifampicin
AUC 54 % beträgt die Dosis von Dolutegravir 50 mg zweimal
Cmax 43 % täglich. Da es sich bei Dovato um eine fixe
C 72 % Kombination handelt, sollte für die Dauer der(Induktion der Enzyme Koadministration mit Rifampicin ungefähr
UGT1A1 und CYP3A) 12 Stunden nach Dovato eine zusätzliche 50-mg-
Tablette Dolutegravir eingenommen werden (fürdiese Dosisanpassung steht ein Monopräparat von
Dolutegravir zur Verfügung, siehe Abschnitt 4.2).
Rifabutin/Dolutegravir Dolutegravir Eine Anpassung der Dosis ist nicht erforderlich.
AUC 5 %
Cmax 16 %
Cτ 30 %(Induktion der Enzyme
UGT1A1 und CYP3A)
AntiepileptikaCarbamazepin/Dolutegravir Dolutegravir Bei gleichzeitiger Anwendung mit diesen
AUC 49 % Induktoren des Metabolismus beträgt die
Cmax 33 % empfohlene Dosis von Dolutegravir zweimal
C 73 % täglich 50 mg. Da es sich bei Dovato um eine fixe
Kombination handelt, sollte für die Dauer der
Phenobarbital/Dolutegravir Dolutegravir Koadministration mit diesen Induktoren des
Phenytoin/Dolutegravir (Nicht untersucht. Durch Metabolismus ungefähr 12 Stunden nach Dovato
Oxcarbazepin/Dolutegravir die Induktion der Enzyme eine zusätzliche 50-mg-Tablette Dolutegravir
UGT1A1 und CYP3A eingenommen werden (für diese Dosisanpassungwird eine Abnahme steht ein Monopräparat von Dolutegravir zurerwartet. Eine ähnliche Verfügung, siehe Abschnitt 4.2).
Abnahme der Expositionwie bei Carbamazepinwird erwartet.)
Antihistaminika (Histamin-H2-Rezeptor-Antagonisten)
Ranitidin Die Wechselwirkung Eine Anpassung der Dosis ist nicht erforderlich.wurde nicht untersucht.
Eine klinisch signifikante
Wechselwirkung istunwahrscheinlich.
Cimetidin Die Wechselwirkung Eine Anpassung der Dosis ist nicht erforderlich.wurde nicht untersucht.
Eine klinisch signifikante
Wechselwirkung istunwahrscheinlich.
Zytotoxische Arzneimittel
Cladribin/Lamivudin Die Wechselwirkung Die gleichzeitige Anwendung von Dovato undwurde nicht untersucht. Cladribin wird nicht empfohlen (siehe
Abschnitt 4.4).
In vitro hemmt Lamivudindie intrazelluläre
Phosphorylierung von
Cladribin. Im Falle einer
Kombination in derklinischen Anwendungführt dies zu einemmöglichen Risiko eines
Wirksamkeitsverlustes von
Cladribin. Einige klinische
Befunde stützen ebenfallseine mögliche
Wechselwirkung zwischen
Lamivudin und Cladribin.
SonstigesSorbitol
Sorbitol-Lösung (3,2 g, 300 mg Einzeldosis Die dauerhafte Anwendung von Dovato zusammen10,2 g, 13,4 g)/Lamivudin Lamivudin Lösung zum mit Arzneimitteln, die Sorbitol oder andere
Einnehmen osmotisch wirkende Polyalkohole oder
Monosaccharidalkohole (z. B. Xylitol, Mannitol,
Lamivudin: Lactitol, Maltitol) enthalten, sollte möglichstvermieden werden. Wenn die dauerhafte
AUC 14 %; 32 %; 36 % gleichzeitige Einnahme nicht vermieden werdenkann, soll eine häufigere Überwachung der HIV-1-
Cmax 28 %; 52 %; 55 % Viruslast in Betracht gezogen werden.
Kaliumkanalblocker
Fampridin (auch als Fampridin Die gleichzeitige Anwendung von Dolutegravir
Dalfampridin kann zu Krampfanfällen führen, da durch diebekannt)/Dolutegravir Hemmung des OCT2-Transporters erhöhte
Fampridin-Plasmakonzentrationen auftretenkönnen; die gleichzeitige Anwendung wurde nichtuntersucht. Die gleichzeitige Anwendung von
Fampridin mit Dovato ist kontraindiziert (siehe
Abschnitt 4.3).
Antazida und Nahrungsergänzungsmittel
Magnesium-/ Dolutegravir Magnesium- und aluminiumhaltige Antazidaaluminiumhaltige AUC 74 % sollten mit deutlichem zeitlichen Abstand zur
Antazida/Dolutegravir Cmax 72 % Einnahme von Dovato eingenommen werden(mindestens 2 Stunden danach oder 6 Stunden(Komplexbildung mit davor).
polyvalenten Ionen)
Calciumhaltige Dolutegravir - Wird Dovato mit einer Mahlzeit eingenommen,
Nahrungsergänzungsmittel/ AUC 39 % können Nahrungsergänzungsmittel oder
Dolutegravir Cmax 37 % Multivitaminpräparate, die Calcium, Eisen oder(Einnahme im C24 39 % Magnesium enthalten, gleichzeitig eingenommen
Nüchternzustand) (Komplexbildung mit werden.
polyvalenten Ionen) - Wenn Dovato im nüchternen Zustand
Eisenhaltige Dolutegravir eingenommen wird, sollte die Einnahme von
Nahrungsergänzungsmittel/ AUC 54 % derartigen Nahrungsergänzungsmitteln mindestens
Dolutegravir Cmax 57 % 2 Stunden nach oder 6 Stunden vor der Einnahme(Einnahme im C 56 % von Dovato erfolgen.
Nüchternzustand) (Komplexbildung mitpolyvalenten Ionen) Die angegebene Abnahme der Dolutegravir-
Exposition wurde bei der Einnahme von
Multivitaminpräparate, die Dolutegravir
Dolutegravir und diesen
Calcium, Eisen oder AUC 33 %
Nahrungsergänzungsmitteln im Nüchternzustand
Magnesium Cmax 35 %beobachtet. Nach einer Mahlzeit wurden dieenthalten/Dolutegravir C24 32 %
Änderungen hinsichtlich der Exposition bei(Einnahme im (Komplexbildung mitgleichzeitiger Einnahme von calcium- oder
Nüchternzustand) polyvalenten Ionen)eisenhaltigen Nahrungsergänzungsmitteln durchdie Wechselwirkung mit der Nahrung modifiziert;dies führte zu einer Exposition, die der von
Dolutegravir bei Einnahme im nüchternen Zustandähnelt.
Protonenpumpen-Inhibitoren
Omeprazol Dolutegravir Eine Anpassung der Dosis ist nicht erforderlich.
KortikosteroidePrednison/Dolutegravir Dolutegravir Eine Anpassung der Dosis ist nicht erforderlich.
AUC 11 %
Cmax 6 %
Cτ 17 %
Antidiabetika
Metformin/Dolutegravir Metformin Zu Beginn und bei Beendigung der gleichzeitigen
Dolutegravir Anwendung von Dovato und Metformin sollte eine
Bei gleichzeitiger Anpassung der Metformin-Dosis in Betracht
Anwendung mit einmal gezogen werden, um die glykämische Kontrolletäglich 50 mg beizubehalten.
Dolutegravir: Bei Patienten mit mittelgradiger
Metformin Nierenfunktionsstörung sollte bei einer
AUC 79 % gleichzeitigen Behandlung mit Dovato eine
Cmax 66 % Anpassung der Metformin-Dosis in Betracht
Bei gleichzeitiger gezogen werden, da das Risiko für eine
Anwendung mit zweimal Laktatazidose bei diesen Patienten durch dietäglich 50 mg erhöhte Metformin-Konzentration erhöht ist (siehe
Dolutegravir: Abschnitt 4.4).
MetforminAUC 145 %
Cmax 111 %
Phytopharmaka
Johanniskraut/Dolutegravir Dolutegravir Bei gleichzeitiger Anwendung von Johanniskraut(Nicht untersucht. Durch beträgt die Dosis von Dolutegravir 50 mg zweimaldie Induktion der Enzyme täglich. Da es sich bei Dovato um eine fixe
UGT1A1 und CYP3A Kombination handelt, sollte für die Dauer derwird eine Abnahme Koadministration mit Johanniskraut ungefährerwartet. Eine ähnliche 12 Stunden nach Dovato eine zusätzliche 50-mg-
Abnahme der Exposition Tablette Dolutegravir eingenommen werden (fürwie bei Carbamazepin diese Dosisanpassung steht ein Monopräparat vonwird erwartet.) Dolutegravir zur Verfügung, siehe Abschnitt 4.2).
Orale KontrazeptivaEthinylestradiol (EE) und Wirkung von Dolutegravir hat keinen pharmakodynamischen
Norelgestromin Dolutegravir: Effekt auf das Luteinisierende Hormon (LH), das(NGMN)/Dolutegravir EE Follikelstimulierende Hormon (FSH) und
AUC 3 % Progesteron. Eine Dosisanpassung von oralen
Cmax 1 % Kontrazeptiva ist bei gleichzeitiger Einnahme von
Dovato nicht erforderlich.
Wirkung von
Dolutegravir:
NGMN
AUC 2 %
Cmax 11 %
Kinder und JugendlicheStudien zur Erfassung von Wechselwirkungen wurden nur bei Erwachsenen durchgeführt.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
SchwangerschaftDovato kann während der Schwangerschaft angewendet werden, wenn dies aus klinischer Sicht notwendigist.
Weitreichende Erfahrungen an schwangeren Frauen (mehr als 1.000 Schwangerschaftsausgänge mit
Exposition) deuten nicht auf ein Fehlbildungsrisiko oder eine fetale/neonatale Toxizität von Dolutegravirhin. Weitreichende Erfahrungen an schwangeren Frauen (mehr als 1.000 Schwangerschaftsausgänge mit
Exposition) deuten nicht auf ein Fehlbildungsrisiko oder eine fetale/neonatale Toxizität von Lamivudin hin.
Bisher liegen keine oder nur sehr begrenzte Erfahrungen (weniger als 300 Schwangerschaftsausgänge mit
Exposition) mit der Anwendung dieses Arzneimittelregimes aus zwei antiretroviralen Wirkstoffen in der
Schwangerschaft vor.
Die Unbedenklichkeit und Wirksamkeit eines Arzneimittelregimes aus den zwei antiretroviralen Wirkstoffen
Dolutegravir + Lamivudin wurde in der Schwangerschaft nicht untersucht.
Zwei große Beobachtungsstudien über Geburtsausgänge (mehr als 14.000 Schwangerschaftsausgänge) in
Botswana (Tsepamo) und Eswatini sowie andere Quellen weisen nicht auf ein erhöhtes Risiko für
Neuralrohrdefekte nach einer Dolutegravir-Exposition hin.
Die Inzidenz von Neuralrohrdefekten in der Allgemeinbevölkerung liegt bei 0,5 - 1 Fall je1.000 Lebendgeburten (0,05 - 0,1 %).
Die Daten aus der Tsepamo-Studie zeigen keinen signifikanten Unterschied in der Prävalenz von
Neuralrohrdefekten (0,11 %) bei Säuglingen, deren Mütter zum Zeitpunkt der Empfängnis Dolutegravireinnahmen (mehr als 9.400 Expositionen), im Vergleich zu Säuglingen, deren Mütter zum Zeitpunkt der
Empfängnis antiretrovirale Behandlungsschemata ohne Dolutegravir erhielten (0,11 %), oder im Vergleichzu Frauen ohne HIV (0,07 %).
Die Daten aus der Eswatini-Studie zeigen die gleiche Prävalenz von Neuralrohrdefekten (0,08 %) bei
Säuglingen, deren Mütter zum Zeitpunkt der Empfängnis Dolutegravir einnahmen (mehr als4.800 Expositionen), wie bei Säuglingen von Frauen ohne HIV (0,08 %).
Die ausgewerteten Daten aus dem antiretroviralen Schwangerschaftsregister (Antiretroviral Pregnancy
Register, APR) von mehr als 1.000 Schwangerschaften mit einer Dolutegravir-Behandlung während desersten Trimesters und mehr als 1.000 Schwangerschaften mit einer Lamivudin-Behandlung während desersten Trimesters deuten weder bei Dolutegravir noch bei Lamivudin auf ein erhöhtes Risiko für schwere
Geburtsfehler im Vergleich zur Hintergrundrate oder zu Frauen mit HIV hin. Bisher liegen keine oder nureine sehr begrenzte Menge an Daten aus dem antiretroviralen Schwangerschaftsregister (weniger als300 Expositionen im ersten Trimester) zur kombinierten Anwendung von Dolutegravir und Lamivudin bei
Schwangeren vor.
In tierexperimentellen Studien zur Reproduktionstoxizität mit Dolutegravir wurden keine unerwünschten
Auswirkungen auf die Entwicklung, einschließlich Neuralrohrdefekte, festgestellt (siehe Abschnitt 5.3).
Dolutegravir passiert die Plazenta beim Menschen. Bei schwangeren Frauen, die mit HIV leben, war diemediane Dolutegravirkonzentration in der fetalen Nabelschnur etwa 1,3-fach höher als im mütterlichenperipheren Plasma.
Es liegen nur unzureichende Informationen über die Auswirkungen von Dolutegravir auf Neugeborene vor.
Tierexperimentelle Studien mit Lamivudin zeigten einen Anstieg an frühen embryonalen Todesfällen bei
Kaninchen, jedoch nicht bei Ratten (siehe Abschnitt 5.3).
Tierexperimentelle Studien zeigten, dass Lamivudin die zelluläre DNA-Replikation hemmen kann (siehe
Abschnitt 5.3). Die klinische Relevanz dieser Beobachtung ist nicht bekannt.
Mitochondriale Funktionsstörung
Für Nukleosid- und Nukleotidanaloga wurde in vitro und in vivo nachgewiesen, dass sie mitochondriale
Schädigungen unterschiedlichen Ausmaßes verursachen. Es liegen Berichte über mitochondriale
Funktionsstörungen bei HIV-negativen Kleinkindern vor, die in utero und/oder postnatal gegenüber
Nukleosidanaloga exponiert waren (siehe Abschnitt 4.4).
StillzeitDolutegravir geht in geringen Mengen in die Muttermilch über (es wurde ein mittleres Verhältnis von
Dolutegravir in der Muttermilch zum mütterlichen Plasma von 0,033 nachgewiesen). Es liegen nurunzureichende Informationen über die Auswirkungen von Dolutegravir auf Neugeborene/Kinder vor.
Basierend auf Daten von mehr als 200 gegen HIV behandelten Mutter-Kind-Paaren ist die Konzentrationvon Lamivudin im Serum von gestillten Säuglingen, deren Mütter gegen HIV behandelt werden, sehr niedrig(< 4 % der mütterlichen Serum-Konzentration) und nimmt kontinuierlich ab, bis sie bei Säuglingen im Altervon 24 Wochen unter der Nachweisgrenze liegt. Es liegen keine Daten zur Sicherheit von Lamivudin beieiner Verabreichung an Säuglingen im Alter von unter 3 Monaten vor.
Es wird empfohlen, dass HIV-infizierte Frauen nicht stillen, um eine Übertragung von HIV auf das Kind zuvermeiden.
FertilitätBisher liegen keine Daten über den Einfluss von Dolutegravir oder Lamivudin auf die männliche undweibliche Fertilität bei Menschen vor. Tierstudien deuten nicht auf klinisch relevante Auswirkungen von
Dolutegravir oder Lamivudin auf die männliche oder weibliche Fertilität hin (siehe Abschnitt 5.3).
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
Dovato hat keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeitzum Bedienen von Maschinen. Die Patienten sollten darüber informiert werden, dass im Zusammenhang mitder Anwendung von Dolutegravir über Schwindel und Somnolenz berichtet wurde. Der klinische Zustanddes Patienten und das Nebenwirkungsprofil von Dovato sollten bei der Beurteilung der Fähigkeit des
Patienten, ein Fahrzeug zu führen oder Maschinen zu bedienen, beachtet werden.
4.8 Nebenwirkungen
Zusammenfassung des SicherheitsprofilsDie am häufigsten berichteten Nebenwirkungen waren Kopfschmerzen (3 %), Durchfall (2 %), Übelkeit(2 %) und Schlaflosigkeit (2 %).
Die schwerwiegendste Nebenwirkung, die in Zusammenhang mit der Anwendung von Dolutegravir berichtetwurde, war eine Überempfindlichkeitsreaktion mit Hautausschlag und schwerer Leberbeteiligung (siehe
Abschnitt 4.4).
Tabellarische Liste der NebenwirkungenDie Nebenwirkungen aus klinischen Studien und aus Erfahrungen nach der Markteinführung sind in der
Tabelle 2 nach Organsystem, Organklassen und absoluter Häufigkeit aufgelistet. Die Häufigkeiten sind wiefolgt definiert: sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100, < 1/10), gelegentlich (≥ 1/1.000, < 1/100), selten(≥ 1/10.000, < 1/1.000), sehr selten (< 1/10.000), nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren
Daten nicht abschätzbar).
Tabelle 2: Tabellarische Zusammenfassung der Nebenwirkungen von Dovato basierend auf klinischen
Studien und Erfahrungen nach der Markteinführung mit Dovato bzw. den einzelnen
Wirkstoffen
Häufigkeit Nebenwirkung
Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems:Gelegentlich: Neutropenie, Anämie, Thrombozytopenie
Sehr selten: Aplastische Anämie
Erkrankungen des Immunsystems:Gelegentlich: Überempfindlichkeitsreaktion (siehe Abschnitt 4.4), Immun-
Rekonstitutions-Syndrom (siehe Abschnitt 4.4)
Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen:Sehr selten: Laktatazidose
Psychiatrische Erkrankungen:Häufig: Depression, Angstzustände, Schlaflosigkeit, Albträume
Gelegentlich: Suizidgedanken*, Suizidversuch*, Panikattacke
*insbesondere bei Patienten mit einer Depression oder einerpsychiatrischen Erkrankung in der Vorgeschichte
Selten: Vollendeter Suizid*
*insbesondere bei Patienten mit einer Depression oder einerpsychiatrischen Erkrankung in der Vorgeschichte
Erkrankungen des Nervensystems:Sehr häufig: Kopfschmerzen
Häufig: Schwindel, Somnolenz
Sehr selten: Periphere Neuropathie, Parästhesie
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts:Sehr häufig: Übelkeit, Durchfall
Häufig: Erbrechen, Blähungen, abdominale Schmerzen/abdominale
Beschwerden
Selten: Pankreatitis
Leber- und Gallenerkrankungen:Häufig: Anstieg der Alanin-Aminotransferase (ALT) und/oder
Aspartat-Aminotransferase (AST)
Gelegentlich: Hepatitis
Selten: Akutes Leberversagen1, erhöhtes Bilirubin2
Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes:Häufig: Hautausschlag, Pruritus, Haarausfall
Selten: Angioödem
Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen:Häufig: Arthralgie, Muskelbeschwerden (einschließlich Myalgie)
Selten: Rhabdomyolyse
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort:Häufig: Abgeschlagenheit (Fatigue)
Untersuchungen:
Häufig: Anstieg der Kreatin-Phosphokinase (CPK), erhöhtes Gewicht
Selten: Anstieg der Amylase1 Diese Nebenwirkungen wurden durch Überwachung von Dolutegravir in
Kombination mit anderen antiretroviralen Arzneimitteln nach der Markteinführungidentifiziert. Die Häufigkeitskategorie 'selten“ wurde basierend auf Berichten nach der
Markteinführung abgeschätzt.
2 In Kombination mit erhöhten Transaminasen.
Beschreibung ausgewählter NebenwirkungenÄnderungen der LaborwerteDie Anwendung von Dolutegravir zusammen mit anderen antiretroviralen Arzneimitteln wurde mit
Anstiegen der Serum-Kreatininwerte assoziiert, die in der ersten Behandlungswoche auftraten. Mit
Dolutegravir plus Lamivudin traten Anstiege der Serum-Kreatininwerte innerhalb der ersten vier
Behandlungswochen auf und blieben bis zur Woche 48 stabil. In den gepoolten GEMINI-Studien wurdenach 48 Behandlungswochen eine mittlere Änderung von 10,3 mol/l (Spanne von -36,3 bis 55,7 mol/l)gegenüber dem Ausgangswert beobachtet. Diese Änderungen stehen im Zusammenhang mit derinhibierenden Wirkung von Dolutegravir auf renale tubuläre Kreatinintransporter. Die Änderungen werdenals klinisch nicht relevant erachtet und spiegeln keine Änderung der glomerulären Filtrationsrate wider.
Hepatitis-B- oder Hepatitis-C-Koinfektion
In die Phase-III-Studien für Dolutegravir als Einzelpräparat konnten Patienten mit einer Hepatitis-B-und/oder Hepatitis-C-Koinfektion eingeschlossen werden, sofern die Ausgangswerte der Leberfunktionstestsnicht über dem Fünffachen der oberen Normbereichsgrenze (ULN) lagen. Insgesamt war das
Sicherheitsprofil bei Patienten mit Hepatitis-B- und/oder Hepatitis-C-Koinfektion vergleichbar mit jenem bei
Patienten ohne Hepatitis-B- oder Hepatitis-C-Koinfektion, obwohl die Rate der AST- und ALT-Anomalienin der Subgruppe mit Hepatitis-B- und/oder Hepatitis-C-Koinfektion in allen Behandlungsarmen höher war.
Erhöhte, mit einem Immun-Rekonstitutions-Syndrom vereinbare Leberfunktionswerte wurden bei einigen
Patienten mit Hepatitis-B- und/oder Hepatitis-C-Koinfektion zu Beginn der Behandlung mit Dolutegravirbeobachtet, insbesondere in Fällen, in denen die Therapie der Hepatitis B abgebrochen wurde (siehe
Abschnitt 4.4).
Metabolische ParameterWährend einer antiretroviralen Therapie können eine Gewichtszunahme und ein Anstieg der Blutlipid- und
Blutglucosewerte auftreten (siehe Abschnitt 4.4).
OsteonekroseFälle von Osteonekrose wurden insbesondere bei Patienten mit allgemein bekannten Risikofaktoren,fortgeschrittener HIV-Erkrankung oder Langzeitanwendung einer antiretroviralen Kombinationstherapie(ART) berichtet. Die Häufigkeit des Auftretens ist unbekannt (siehe Abschnitt 4.4).
Immun-Rekonstitutions-SyndromBei HIV-infizierten Patienten mit schwerem Immundefekt zum Zeitpunkt der Einleitung einerantiretroviralen Kombinationstherapie (ART) kann sich eine entzündliche Reaktion auf asymptomatischeoder residuale opportunistische Infektionen entwickeln. Auch über das Auftreten von
Autoimmunerkrankungen (wie z. B. Morbus Basedow und Autoimmunhepatitis) wurde berichtet; der
Zeitpunkt des Auftretens ist jedoch variabler, und diese Ereignisse können erst viele Monate nach
Behandlungsbeginn auftreten (siehe Abschnitt 4.4).
Kinder und JugendlicheEs liegen keine Daten aus klinischen Studien zu den Effekten von Dovato bei Kindern und Jugendlichen vor.
Die Einzelwirkstoffe wurden bei Jugendlichen (im Alter von 12 bis 17 Jahren) untersucht.
Basierend auf den begrenzten verfügbaren Daten mit Dolutegravir oder Lamivudin als Einzelpräparat in
Kombination mit anderen antiretroviralen Arzneimitteln zur Behandlung von Jugendlichen (im Alter von 12bis 17 Jahren), traten keine Nebenwirkungen auf, die über die bei Erwachsenen beobachteten
Nebenwirkungen hinausgehen.
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung über das in
Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
Nach einer akuten Überdosierung von Dolutegravir oder Lamivudin wurden keine spezifischen Symptomeoder Anzeichen identifiziert, welche über die aufgeführten Nebenwirkungen hinausgehen.
Für eine Überdosierung von Dovato ist keine spezifische Behandlung verfügbar. Im Falle einer
Überdosierung sollte der Patient die jeweils geeignete unterstützende Behandlung erhalten und entsprechendüberwacht werden. Da Lamivudin dialysierbar ist, kann eine Hämodialyse bei der Behandlung der
Überdosierung durchgeführt werden, obwohl dieses nicht gezielt untersucht wurde. Da Dolutegravir einehohe Plasmaproteinbindung aufweist, ist es unwahrscheinlich, dass es durch Dialyse in nennenswertem
Maße entfernt wird.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Antivirale Mittel zur systemischen Anwendung, Antivirale Mittel zur
Behandlung von HIV-Infektionen, Kombinationen, ATC-Code: J05AR25
WirkmechanismusDolutegravir hemmt die HIV-Integrase, indem es an das aktive Zentrum der Integrase bindet und den für den
Replikationszyklus des HI-Virus essenziellen Strangtransfer bei der Integration der retroviralen
Desoxyribonukleinsäure (DNA) hemmt.
Lamivudin hemmt über seinen aktiven Metaboliten 5'-Triphosphat (TP) (ein Cytidin-Analogon) die reverse
Transkriptase von HIV-1 und HIV-2 durch den Einbau des Monophosphats in die virale DNA-Kette.
Dadurch kommt es zum Kettenabbruch. Lamivudin-Triphosphat zeigt eine signifikant geringere Affinität zuden DNA-Polymerasen der Wirtszellen.
Pharmakodynamische WirkungenAntivirale Aktivität in vitroDolutegravir und Lamivudin inhibieren nachweislich die Replikation von Laborstämmen und klinischen
HIV-Isolaten in einer Reihe von Zelltypen, einschließlich transformierte T-Zelllinien,
Monozyten/Makrophagen-basierte Linien und Primärkulturen von aktivierten mononukleären peripheren
Blutzellen (PMBCs) und Monozyten/Makrophagen. Die für eine 50 %ige Hemmung (IC50 - halbmaximaleinhibitorische Konzentration) der Virusreplikation notwendige Wirkstoffkonzentration variierte je nach
Virus- und Wirtszellentyp.
Der IC50-Wert für Dolutegravir lag für verschiedene Laborstämme in PBMCs bei 0,5 nM und reichte in MT-4-Zellen von 0,7 bis 2 nM. Ähnliche IC50-Werte wurden bei klinischen Isolaten ermittelt, ohne größere
Unterschiede zwischen den Subtypen; bei einer Serie von 24 HIV-1-Isolaten (Clade A, B, C, D, E, F und Gsowie Gruppe O) betrug der mittlere IC50-Wert 0,2 nM (Bereich 0,02 bis 2,14). Die mittlere IC50 für 3
HIV-2-Isolate betrug 0,18 nM (Bereich 0,09 bis 0,61).
Die Schwankungsbreite der medianen oder mittleren IC50-Werte für Lamivudin bei HIV-1-Laborstämmenbetrug 0,007 bis 2,3 µM. Die mittlere IC50 bei HIV-2 (LAV2 und EHO)-Laborstämmen lag im Bereich von0,16 bis 0,51 µM für Lamivudin. Bei mononukleären Zellen des peripheren Blutes betrug die
Schwankungsbreite der IC50-Werte für Lamivudin bei HIV-1-Subtypen (A-G) 0,001 bis 0,170 µM, bei
Gruppe-O-Subtypen 0,030 bis 0,160 µM und bei HIV-2-Isolaten 0,002 bis 0,120 µM.
HIV-1-Isolate (CRF01_AE, n = 12; CRF02_AG, n = 12; und Subtypen C oder CRF_AC, n = 13) von37 unbehandelten afrikanischen oder asiatischen Patienten waren gegenüber Lamivudin empfindlich (IC50-
Änderungen < 3,0-fach). Isolate der O-Gruppe von antiviral nicht vorbehandelten Patienten, die auf
Empfindlichkeit gegen Lamivudin getestet wurden, waren hochempfindlich.
Wirkung von humanem Serum
In 100 % humanem Serum lag für Dolutegravir im Mittel eine 75-fache Änderung der Aktivität vor, was ineiner proteinkorrigierten IC90 von 0,064 µg/ml resultierte. Lamivudin weist über den therapeutischen
Dosierungsbereich ein lineares pharmakokinetisches Verhalten und eine geringe Plasmaproteinbindung auf(weniger als 36 %).
ResistenzDovato wird angewendet, wenn keine bekannten oder vermuteten Resistenzen gegenüber der Klasse der
Integrase-Inhibitoren oder Lamivudin vorliegen (siehe Abschnitt 4.1). Für Informationen zur In-vitro-
Resistenz und zur Kreuzresistenz gegenüber anderen Wirkstoffen der Integrase- und NRTI-Klasse, solltendie entsprechenden Fachinformationen von Dolutegravir und Lamivudin zu Rate gezogen werden.
Bei keinem der zwölf Patienten in der Dolutegravir plus Lamivudin-Gruppe oder der neun Patienten in der
Dolutegravir plus Tenofovirdisoproxil/Emtricitabin-FDC-Gruppe, die die virologischen Abbruchkriterien bis
Woche 144 in den Studien GEMINI-1 (204861) und GEMINI-2 (205543) erfüllten, tratenbehandlungsbedingte Resistenzen gegenüber der Klasse der Integrase-Inhibitoren oder der NRTIs auf.
Bei nicht vorbehandelten Patienten, die in Phase IIb und Phase III Dolutegravir + 2 NRTIs erhielten, zeigtesich keine Resistenzentwicklung gegen die Klasse der Integrase-Inhibitoren oder gegen die Klasse der
NRTIs (n = 1.118, Nachbeobachtung von 48-96 Wochen).
Effekte auf das Elektrokardiogramm
Bei Überschreitung der klinischen Dosis von Dolutegravir um etwa das 3-Fache traten keine relevanten
Effekte auf das QTc-Intervall auf. Eine ähnliche Studie mit Lamivudin wurde nicht durchgeführt.
Klinische Wirksamkeit und SicherheitNicht vorbehandelte Patienten
Der Nachweis der Wirksamkeit von Dovato wird gestützt durch zwei identische, 148 Wochen andauernde,randomisierte, doppelblinde, multizentrische Phase III Nichtunterlegenheits-Studien GEMINI-1 (204861)und GEMINI-2 (205543) mit parallelen Gruppen. Insgesamt wurden 1433 HIV-1-infizierte, antiretroviralnicht vorbehandelte erwachsene Patienten in den Studien behandelt. Patienten, die beim Screening eine
Plasma HIV-1-RNA von 1000 Kopien/ml bis ≤ 500.000 Kopien/ml aufwiesen, wurden eingeschlossen. Die
Patienten wurden entweder mit einem einmal täglichen Arzneimittelregime aus zwei antiretroviralen
Wirkstoffen bestehend aus Dolutegravir 50 mg plus Lamivudin 300 mg oder mit einmal täglich Dolutegravir50 mg plus Tenofovirdisoproxil/Emtricitabin 245/200 mg behandelt. Der primäre Endpunkt für die
Wirksamkeit jeder GEMINI-Studie war der Anteil an Patienten mit einer Plasma-HIV-1-RNA< 50 Kopien/ml in Woche 48 (Snapshot-Algorithmus für die ITT-E-Population). Die doppelblinde Therapiesetzte sich bis zur Woche 96 fort, gefolgt von einer unverblindeten Therapiephase bis zur Woche 148.
In der gepoolten Analyse betrug das mediane Alter der Patienten zu Studienbeginn 33 Jahre; 15 % warenweiblich, 69 % kaukasischer Abstammung, 9 % gehörten der CDC-Klasse 3 (AIDS) an, 20 % hatten eine
HIV-1-RNA > 100.000 Kopien/ml und 8 % hatten eine CD4+-Zellzahl von weniger als 200 Zellen/mm³.
Diese Eigenschaften waren zwischen den Studien und den Behandlungsarmen ähnlich.
In der primären Analyse zu Woche 48 war Dolutegravir plus Lamivudin gegenüber der Fixkombination(FDC) Dolutegravir plus Tenofovirdisoproxil/Emtricitabin in den GEMINI-1 und GEMINI-2-Studien nichtunterlegen. Dies wurde durch die gepoolte Analyse unterstützt, siehe Tabelle 3.
Tabelle 3: Virologisches Ansprechen auf die randomisierte Behandlung in den GEMINI-Studien zu
Woche 48 (Snapshot-Algorithmus)
Gepoolte Daten aus GEMINI-1 und
GEMINI-2*
DTG + 3TC DTG + TDF/FTC
N = 716 N = 717
HIV-1-RNA < 50 Kopien/ml 91 % 93 %
Behandlungsunterschied† -1,7 (-4,4; 1,1)(95 %-iges Konfidenzintervall)
Virologisches Nicht-Ansprechen 3 % 2 %
Gründe
Daten im Untersuchungsfenster und1 % < 1 %≥ 50 Kopien/ml
Abbruch aufgrund fehlender Wirksamkeit < 1 % < 1 %
Abbruch aus anderen Gründen und< 1 % < 1 %≥ 50 Kopien/ml
Wechsel der ART < 1 % < 1 %
Keine virologischen Daten im
Untersuchungsfenster zu Woche 48 6 % 5 %
Gründe
Abbruch der Studie aufgrund von unerwünschtem1 % 2 %
Ereignis oder Tod
Abbruch der Studie aus anderen Gründen 4 % 3 %
Fehlende Daten im Untersuchungsfenster aber< 1 % 0 %weiterhin in der Studie
HIV-1-RNA < 50 Kopien/ml nach Kovariablen zu Studienbeginnn/N (%) n/N (%)
Ausgangswert Viruslast im Plasma (Kopien/ml)≤ 100.000 526/576 (91 %) 531/564 (94 %)> 100.000 129/140 (92 %) 138/153 (90 %)
Ausgangswert der CD4+-Zellzahl (Zellen/mm3)≤ 200 50/63 (79 %) 51/55 (93 %)> 200 605/653 (93 %) 618/662 (93 %)
HIV-1-Subtyp
B 424/467 (91 %) 452/488 (93 %)
A 84/86 (98 %) 74/78 (95 %)
Andere 147/163 (90 %) 143/151 (95 %)
GeschlechtMännlich 555/603 (92 %) 580/619 (94 %)
Weiblich 100/113 (88 %) 89/98 (91 %)
Ethnische ZugehörigkeitKaukasische Abstammung 451/484 (93 %) 473/499 (95 %)
Afroamerikanische/Afrikanische204/232 (88 %) 196/218 (90 %)
Abstammung/Andere
* Die Ergebnisse der gepoolten Analyse stimmen mit denen der individuellen Studien überein, für die der primäre
Endpunkt (Unterschied am Anteil der Patienten < 50 Kopien/ml Plasma-HIV-1-RNA zu Woche 48 basierend auf dem
Snapshot-Algorithmus für Dolutegravir + Lamivudin verglichen mit Dolutegravir plus
Tenofovirdisoproxil/Emtricitabin-FDC) erfüllt wurde. Der adjustierte Unterschied betrug -2,6 (95 % KI: -6,7; 1,5) für
GEMINI-1 und -0,7 (95% KI: -4,3; 2,9) für GEMINI-2, bei einer vordefinierten Nichtunterlegenheitsgrenze von 10 %.
† Basierend auf einer CMH-stratifizierten Analyse, die für die folgenden Baseline-Stratifizierungsfaktoren angepasstwurde: Plasma HIV-1-RNA (≤ 100.000 Zellen/ml vs. > 100.000 Zellen/ml) und CD4+-Zellzahl (≤ 200 Zellen/mm3 vs.
> 200 Zellen/mm3); gepoolte Analyse auch nach Studien stratifiziert; bewertet unter Verwendung einer
Nichtunterlegenheitsgrenze von 10 %.
N = Anzahl der Patienten im Behandlungsarm
Zu Woche 96 und 144 der GEMINI-Studien war die untere Grenze des 95 %-igen Konfidenzintervalls fürden adjustierten Behandlungsunterschied bezüglich der Anteile der Patienten mit einer HIV-1-RNA< 50 Kopien/ml (Snapshot) größer als die Nichtunterlegenheitsgrenze von -10 %, sowohl für dieindividuellen Studien als auch für die gepoolte Analyse, siehe Tabelle 4.
Tabelle 4: Virologisches Ansprechen auf die randomisierte Behandlung in den GEMINI-Studien zu
Woche 96 und 144 (Snapshot-Algorithmus)
Gepoolte Daten aus GEMINI-1 und GEMINI-2*
DTG + 3T DTG + T DTG + 3T DTG + T
C DF/FTC C DF/FTC
N = 716 N = 717 N = 716 N = 717
Woche 96 Woche 144
HIV-1-RNA < 50 Kopien/ml 86 % 90 % 82 % 84 %
Behandlungsunterschied†
- 3,4 % (-6,7; 0,0) -1,8 % (-5,8; 2,1)(95 %-iges Konfidenzintervall)
Virologisches Nicht-Ansprechen 3 % 2 % 3 % 3 %
Gründe
Daten im Untersuchungsfenster und< 1 % < 1 % < 1 % < 1 %≥ 50 Kopien/ml
Abbruch aufgrund fehlender Wirksamkeit 1 % < 1 % 1 % < 1 %
Abbruch aus anderen Gründen und< 1 % < 1 % < 1 % 2 %≥ 50 Kopien/ml
Wechsel der ART < 1 % < 1 % < 1 % < 1 %
Keine virologischen Daten im 11 % 9 % 15 % 14 %
Untersuchungsfenster zu Woche 96/Woche 144
Gründe
Abbruch der Studie aufgrund von 3 % 3 % 4 % 4 %unerwünschtem Ereignis oder Tod
Abbruch der Studie aus anderen Gründen 8 % 5 % 11 % 9 %
Loss to follow-up 3 % 1 % 3 % 3 %
Einverständniserklärung widerrufen 3 % 2 % 4 % 3 %
Abweichungen vom Protokoll 1 % 1 % 2 % 1 %
Entscheidung des Arztes 1 % < 1 % 2 % 1 %
Fehlende Daten im Untersuchungsfenster aber 0 % < 1 % < 1 % < 1 %weiterhin in der Studie
* Die Ergebnisse der gepoolten Analyse stimmen mit denen der individuellen Studien überein.
† Basierend auf einer CMH-stratifizierten Analyse, die für die folgenden Baseline-Stratifizierungsfaktoren angepasstwurde: Plasma HIV-1-RNA (≤ 100.000 Zellen/ml vs. > 100.000 Zellen/ml) und CD4+-Zellzahl (≤ 200 Zellen/mm3 vs.
> 200 Zellen/mm3); gepoolte Analyse auch nach Studien stratifiziert; bewertet unter Verwendung einer
Nichtunterlegenheitsgrenze von 10 %.
N = Anzahl der Patienten im Behandlungsarm
Die mittlere Zunahme der CD4+-T-Zellzahlen zu Woche 144 betrug 302 Zellen/mm3 im Dolutegravir plus
Lamivudin-Arm und 300 Zellen/mm3 im Dolutegravir plus Tenofovir/Emtricitabin-Arm.
Virologisch supprimierte Patienten
Die Wirksamkeit von Dolutegravir/Lamivudin bei virologisch supprimierten Patienten wird gestützt von
Daten aus einer randomisierten, unverblindeten Studie (TANGO [204862]). Es wurden insgesamt 741 HIV-1-infizierte Erwachsene ohne Nachweis einer Resistenz gegenüber der Klasse der NRTIs oder Integrase-
Inhibitoren (INSTI) in den Studien behandelt, die zuvor auf einem stabilen supprimierenden
Tenofoviralafenamid-basierten Regime (TBR) waren. Die Patienten wurden im Verhältnis 1:1 randomisiertund erhielten bis zu 200 Wochen lang entweder Dolutegravir/Lamivudin-FDC oder weiterhin ein TBR. Die
Randomisierung wurde nach der zu Studienbeginn angewendeten Core Agent-Substanzklasse stratifiziert(Protease-Inhibitor [PI], INSTI oder nicht-nukleosidischer Reverse-Transkriptase-Inhibitor [NNRTI]). Derprimäre Endpunkt war der Anteil an Patienten mit einer Plasma-HIV-1-RNA ≥ 50 Kopien/ml (virologisches
Nicht-Ansprechen) gemäß der FDA-Snapshot-Kategorie zu Woche 48 (unter Berücksichtigung des
Stratifizierungsfaktors der Randomisierung).
Zu Studienbeginn betrug das mediane Alter der Patienten 39 Jahre, 8 % waren Frauen und 21 % nicht-kaukasischer Abstammung, 5 % gehörten der CDC-Klasse C (AIDS) an und 98 % der Patienten hatten einen
Ausgangswert der CD4+-Zellzahl von ≥ 200 Zellen/mm3; diese Eigenschaften waren in beiden
Behandlungsarmen ähnlich. Vor Tag 1 waren die Patienten im Durchschnitt rund 3 Jahre lang auf einerantiretroviralen Therapie (ART); ungefähr 80 % erhielten bei Studienbeginn eine INSTI-basierte TBR(überwiegend Elvitegravir/c).
Im primären Endpunkt zu Woche 48 war Dolutegravir/Lamivudin nicht unterlegen gegenüber einem TBR; inbeiden Armen trat bei < 1 % der Patienten ein virologisches Nicht-Ansprechen (HIV-1-RNA≥ 50 Kopien/ml) auf (Tabelle 5).
Tabelle 5: Virologisches Ansprechen auf die randomisierte Behandlung in der TANGO-Studie zu
Woche 48 (Snapshot-Algorithmus)
DTG/3TC TBR
N = 369 N = 372
HIV-1 RNA < 50 Kopien/ml* 93 % 93 %
Virologisches Nicht-Ansprechen < 1 % < 1 %( 50 Kopien/ml)**
Behandlungsunterschied† -0,3 (-1,2; 0,7)(95 %-iges Konfidenzintervall)
Gründe für virologisches Nicht-Ansprechen:
Daten im Untersuchungsfenster und0 % 0 %≥ 50 Kopien/ml
Abbruch aufgrund fehlender Wirksamkeit 0 % < 1 %
Abbruch aus anderen Gründen und< 1 % 0 %≥ 50 Kopien/ml
Wechsel der ART 0 % 0 %
Keine virologischen Daten im7 % 6 %
Untersuchungsfenster zu Woche 48
Gründe
Abbruch aufgrund von unerwünschtem Ereignis3 % < 1 %oder Tod
Abbruch aus anderen Gründen 3 % 6 %
Fehlende Daten im Untersuchungsfenster aber0 % < 1 %weiterhin in der Studie
* Auf der Grundlage einer Nichtunterlegenheitsgrenze von 8 % ist DTG/3TC in der sekundären Analyse zu
Woche 48 nicht unterlegen gegenüber TBR (Anteil der Patienten mit < 50 Kopien/ml Plasma-HIV-1-RNA),
** Auf Grundlage einer Nichtunterlegenheitsgrenze von 4 % ist DTG/3TC in der primären Analyse zu
Woche 48 nicht unterlegen gegenüber TBR (Anteil der Patienten mit Plasma-HIV-1-RNA ≥ 50 Kopien/ml).
† Basierend auf einer CMH-stratifizierten Analyse, die für die Substanzklasse des Core Agents (PI, NNRTI,
INSTI) zu Studienbeginn angepasst wurde.
N = Anzahl der Patienten im Behandlungsarm; TBR = Tenofoviralafenamid-basiertes Regime.
Die Behandlungsergebnisse in den Behandlungsarmen zu Woche 48 waren über den Stratifizierungsfaktor,die Core Agent-Substanzklasse zu Studienbeginn und in den Subgruppen nach Alter, Geschlecht, ethnischer
Zugehörigkeit, der CD4+-Zellzahl zu Baseline, dem CDC-Stadium der HIV-Erkrankung und Ländernvergleichbar. Die mediane Veränderung der CD4+-Zellzahl zu Woche 48 gegenüber dem Ausgangswertbetrug 22,5 Zellen/mm3 bei Patienten, die auf Dolutegravir/Lamivudin umgestellt wurden und11,0 Zellen/mm3 bei Patienten, die auf einem TBR blieben.
Zu Woche 96 der TANGO-Studie war der Anteil an Patienten mit einer HIV-1-RNA ≥ 50 Kopien/ml(Snapshot) 0,3 % bzw. 1,1 % im Dolutegravir/Lamivudin-Arm bzw. in den TBR-Gruppen. Auf Grundlageeiner Nichtunterlegenheitsgrenze von 4 % blieb Dolutegravir/Lamivudin nicht unterlegen gegenüber TBR,da die obere Grenze des 95 %-igen Konfidenzintervalls für den adjustierten Behandlungsunterschied(-2,0 %; 0,4 %) geringer als 4 % für die ITT-E-Population war.
Die mediane Veränderung der CD4+-T-Zellzahlen zu Woche 96 gegenüber dem Ausgangswert betrug61 Zellen/mm3 im Dolutegravir/Lamivudin-Arm und 45 Zellen/mm3 im TBR-Arm.
Zu Woche 144 war der Anteil an Patienten mit einer HIV-1-RNA ≥ 50 Kopien/ml (Snapshot) 0,3 % bzw.
1,3 % im Dolutegravir/Lamivudin-Arm bzw. in den TBR-Gruppen. Auf Grundlage einer
Nichtunterlegenheitsgrenze von 4 % blieb Dolutegravir/Lamivudin nicht unterlegen gegenüber TBR, da dieobere Grenze des 95 %-igen Konfidenzintervalls für den adjustierten Behandlungsunterschied (-2,4 %;0,2 %) geringer als 4 % für die ITT-E-Population war.
Die mediane Veränderung der CD4+-T-Zellzahlen zu Woche 144 gegenüber dem Ausgangswert betrug36 Zellen/mm3 im Dolutegravir/Lamivudin-Arm und 35 Zellen/mm3 im TBR-Arm.
Kinder und JugendlicheDie Wirksamkeit von Dovato oder die Anwendung des 2-Drug Regimens aus Dolutegravir plus Lamivudin(als Einzelpräparate) wurde bei Kindern oder Jugendlichen nicht untersucht.
Die Europäische Arzneimittel-Agentur hat für Dovato eine Zurückstellung von der Verpflichtung zur
Vorlage von Ergebnissen zu Studien in einer oder mehreren pädiatrischen Altersklassen bei der Behandlungder HIV-Infektion gewährt.
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
Bei einer Verabreichung im nüchternen Zustand wurde für Dolutegravir die Bioäquivalenz bezüglich Cmaxgezeigt, wenn Dovato mit der gleichzeitigen Anwendung von 50 mg Dolutegravir mit 300 mg Lamivudinverglichen wurde. Dolutegravir AUC0-t war für Dovato 16 % höher als bei einer gleichzeitigen Anwendungvon Dolutegravir 50 mg mit 300 mg Lamivudin. Dieser Anstieg wird nicht als klinisch relevant angesehen.
Bei einer Verabreichung im nüchternen Zustand wurde die Bioäquivalenz für Lamivudin-AUC erreicht,wenn Dovato mit der gleichzeitigen Anwendung von 50 mg Dolutegravir mit 300 mg Lamivudin verglichenwurde. Lamivudin Cmax war für Dovato 32 % höher als bei einer gleichzeitigen Anwendung von Dolutegravir50 mg mit 300 mg Lamivudin. Die höhere Lamivudin-Cmax wird nicht als klinisch relevant angesehen.
ResorptionDolutegravir und Lamivudin werden nach Einnahme rasch resorbiert. Die absolute Bioverfügbarkeit von
Dolutegravir wurde nicht untersucht. Die absolute Bioverfügbarkeit von oral angewendetem Lamivudin bei
Erwachsenen beträgt ungefähr 80 bis 85 %. Für Dovato beträgt bei einer Verabreichung im nüchternen
Zustand die mittlere Zeit bis zur maximalen Plasmakonzentration (tmax) 2,5 Stunden für Dolutegravir und1,0 Stunde für Lamivudin.
Dolutegravir zeigt bei gesunden Probanden und bei HIV-infizierten Patienten eine ähnliche Exposition. Bei
HIV-1-infizierten erwachsenen Patienten wurden nach einer Einnahme von einmal täglich 50 mg
Dolutegravir folgende pharmakokinetischen Parameter im Steady-State (geometrisches Mittel [%CV])basierend auf populationspharmakokinetischen Analysen ermittelt: AUC(0-24) = 53,6 (27) g·h/ml,
Cmax = 3,67 (20) g/ml und Cmin = 1,11 (46) g/ml. Nach oraler Mehrfachgabe von einmal täglich 300 mg
Lamivudin über sieben Tage betrugen der mittlere Cmax-Wert (Variationskoeffizient) 2,04 µg/ml (26 %) im
Steady-State und der mittlere AUC(0-24)-Wert (Variationskoeffizient) 8,87 µg·h/ml (21 %).
Die Einnahme einer einzelnen Dovato-Tablette zusammen mit einer fettreichen Mahlzeit erhöhte die AUC(0-) und die Cmax von Dolutegravir um 33 % bzw. 21 % und senkte die Lamivudin-Cmax um 30 % im Vergleichzum Nüchternzustand. Die Lamivudin-AUC(0-) wurde von einer fettreichen Mahlzeit nicht beeinflusst. Diese
Abweichungen sind klinisch nicht signifikant. Dovato kann mit und ohne eine Mahlzeit eingenommenwerden.
VerteilungDas scheinbare Verteilungsvolumen (Vd/F) von Dolutegravir ist 17-20 l. Aus Studien nach intravenöser
Anwendung mit Lamivudin ist bekannt, dass das mittlere scheinbare Verteilungsvolumen 1,3 l/kg beträgt.
Basierend auf In-vitro-Daten weist Dolutegravir eine hohe Plasmaproteinbindung auf (> 99 %). Die Bindungvon Dolutegravir an Plasmaproteine ist unabhängig von der Dolutegravir-Konzentration. Das
Konzentrationsverhältnis Gesamtblut zu Plasma der Arzneistoff-bezogenen Radioaktivität lag im Mittelzwischen 0,441 und 0,535, was darauf hinweist, dass die Bindung der Radioaktivität an zelluläre
Blutbestandteile minimal ist. Der ungebundene Anteil von Dolutegravir im Plasma ist bei niedrigen
Serumalbuminkonzentrationen (< 35 g/l) erhöht, wie bei Patienten mit mäßiger Leberfunktionsstörunggezeigt. Lamivudin weist über den therapeutischen Dosierungsbereich ein lineares pharmakokinetisches
Verhalten in vitro und eine geringe Plasmaproteinbindung auf (< 16 % bis 36 % zu Serumalbumin).
Dolutegravir und Lamivudin sind in der Zerebrospinalflüssigkeit (CSF) nachweisbar. Bei 13 nichtvorbehandelten Patienten auf einem stabilen Regime aus Dolutegravir plus Abacavir/Lamivudin lag diemittlere Konzentration von Dolutegravir in der CSF bei 18 ng/ml (vergleichbar mit der Plasmakonzentrationdes ungebundenen Wirkstoffs und über der IC50). 2 bis 4 Stunden nach oraler Anwendung betrug dasdurchschnittliche Verhältnis der Lamivudin-Konzentration in der CSF zu der im Serum ungefähr 12 %. Dasgenaue Ausmaß der ZNS-Penetration von Lamivudin und seine Korrelation mit einer klinischen
Wirksamkeit sind nicht bekannt.
Dolutegravir ist im weiblichen und männlichen Genitaltrakt nachweisbar. Die AUC in der Zervikal- und
Vaginalflüssigkeit, dem Zervikalgewebe und dem Vaginalgewebe entsprach 6-10 % der entsprechenden
Plasma-AUC im Steady-State. Im Sperma betrug die AUC 7 % und im Rektalgewebe 17 % derentsprechenden Plasma-AUC im Steady-State.
BiotransformationDolutegravir wird hauptsächlich über UGT1A1 und in geringem Maße über CYP3A (9,7 % der gesamten
Dosis, die in einer Studie zur Stoffmassenbilanz beim Menschen verabreicht wurde) metabolisiert.
Dolutegravir ist die im Plasma überwiegend zirkulierende Verbindung. Die renale Ausscheidung inunveränderter Form ist gering (< 1 % der Dosis). 53 % der gesamten oralen Dosis werden unverändert im
Stuhl ausgeschieden. Es ist nicht bekannt, ob dies vollständig oder teilweise auf einen nicht absorbierten
Wirkstoff oder die biliäre Ausscheidung des Glucuronidat-Konjugats, das im Darmlumen weiter zur
Ausgangsverbindung abgebaut werden kann, zurückzuführen ist. 32 % der gesamten oralen Dosis werdenüber den Urin ausgeschieden, hauptsächlich in Form des Ether-Glucuronids von Dolutegravir (18,9 % der
Gesamtdosis), des N-dealkylierten Metaboliten (3,6 % der Gesamtdosis) und einem Metaboliten, der durch
Oxidation am Benzyl-Kohlenstoff gebildet wird (3,0 % der Gesamtdosis).
Die Metabolisierung spielt bei der Elimination von Lamivudin eine untergeordnete Rolle. Lamivudin wirdvor allem in unveränderter Form renal ausgeschieden. Die Wahrscheinlichkeit von metabolischen
Arzneimittelwechselwirkungen mit Lamivudin ist aufgrund der wenig ausgeprägten hepatischen
Metabolisierung (5 bis 10 %) gering.
ArzneimittelwechselwirkungenIn vitro zeigte Dolutegravir keine direkte oder nur eine schwache Hemmung (IC50 > 50 µM) der Enzyme
Cytochrom P450 (CYP) 1A2, CYP2A6, CYP2B6, CYP2C8, CYP2C9, CYP2C19, CYP2D6, CYP3A,
UGT1A1 oder UGT2B7 bzw. der Transporter P-gp, BCRP, BSEP, Organische-Anionen-Transporter-
Polypeptid (OATP) 1B1, OATP1B3, OCT1, MATE2-K, Multidrug Resistance-Related Protein (MRP) 2oder MRP4. In vitro bewirkte Dolutegravir keine Induktion von CYP1A2, CYP2B6 oder CYP3A4.
Basierend auf diesen Daten ist nicht damit zu rechnen, dass Dolutegravir einen Einfluss auf die
Pharmakokinetik von Arzneimitteln hat, die Substrate von wichtigen Enzymen oder Transportern sind (siehe
Abschnitt 4.5).
In vitro war Dolutegravir kein Substrat der humanen Transportsysteme OATP1B1, OATP1B3 oder OCT1.
In vitro inhibierte oder induzierte Lamivudin keine CYP-Enzyme (wie z. B. CYP3A4, CYP2C9 oder
CYP2D6) und zeigte keine oder eine schwache Hemmung von OATP1B1, OAT1B3, OCT3, BCRP, P-gp,
MATE1 oder MATE2-K. Es wird deshalb nicht erwartet, dass Lamivudin einen Einfluss auf die
Plasmakonzentration von Arzneimitteln hat, die Substrate dieser Enzyme oder Transporter sind.
Lamivudin wird nicht wesentlich durch CYP-Enzyme metabolisiert.
EliminationDolutegravir hat eine terminale Halbwertszeit von ca. 14 Stunden. Basierend auf einerpopulationspharmakokinetischen Analyse beträgt die scheinbare orale Clearance (CL/F) bei HIV-infizierten
Patienten etwa 1 l/h.
Die beobachtete Eliminationshalbwertszeit für Lamivudin beträgt 18 bis 19 Stunden. Bei Patienten, die300 mg Lamivudin einmal täglich erhielten, betrug die terminale intrazelluläre Halbwertszeit von
Lamivudin-Triphosphat 16 bis 19 Stunden. Die mittlere systemische Clearance von Lamivudin beträgtungefähr 0,32 l/h/kg, vorwiegend durch renale Clearance (> 70 %) über das Transportsystem für organische
Kationen. Studien an Patienten mit Nierenfunktionsstörung zeigen, dass die Lamivudin-Ausscheidung durcheine Störung der Nierenfunktion beeinträchtigt wird. Eine Reduzierung der Dosis ist für Patienten mit einer
Kreatinin-Clearance < 30 ml/min erforderlich (siehe Abschnitt 4.2).
Pharmakokinetische/pharmakodynamische ZusammenhängeIn einer randomisierten Dosisfindungsstudie (ING111521) zeigten HIV-1-infizierte Patienten, die mit einer
Dolutegravir-Monotherapie behandelt wurden, eine schnelle und dosisabhängige antivirale Aktivität, miteiner mittleren Abnahme des HIV-1-RNA-Werts um 2,5 log10 an Tag 11 für die 50 mg-Dosis. Diesesantivirale Ansprechen blieb in der 50 mg-Gruppe für 3 bis 4 Tage nach der letzten Dosis erhalten.
Besondere PatientengruppenKinder
Die Pharmakokinetik von Dolutegravir bei 10 antiretroviral vorbehandelten HIV-1-infizierten Jugendlichen(12 bis 17 Jahre) zeigte, dass eine Dosierung von Dolutegravir 50 mg einmal täglich zu einer vergleichbaren
Dolutegravir-Exposition führte, wie sie bei Erwachsenen beobachtet wurde, die Dolutegravir 50 mg einmaltäglich erhielten.
Für Jugendliche, die eine tägliche Dosis von 300 mg Lamivudin einnehmen, liegen nur begrenzt Daten vor.
Die pharmakokinetischen Parameter sind mit denen vergleichbar, die bei Erwachsenen ermittelt wurden.
Ältere PatientenEine populationspharmakokinetische Analyse von Dolutegravir, bei der Daten von HIV-1-infizierten
Erwachsenen herangezogen wurden, zeigte keinen klinisch relevanten Effekt des Alters auf die Dolutegravir-
Exposition.
Zu Patienten, die älter als 65 Jahre sind, liegen nur begrenzte pharmakokinetische Daten vor.
NierenfunktionsstörungPharmakokinetische Daten wurden für Dolutegravir und Lamivudin separat erhoben.
Die renale Ausscheidung von unverändertem Wirkstoff spielt für die Elimination von Dolutegravir eineuntergeordnete Rolle. Bei Probanden mit schwerer Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance< 30 ml/min) wurde eine Studie zur Pharmakokinetik von Dolutegravir durchgeführt. Zwischen Probandenmit schwerer Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance < 30 ml/min) und den Kontrolldaten vongesunden Probanden wurden keine klinisch bedeutsamen pharmakokinetischen Unterschiede festgestellt.
Dolutegravir wurde nicht bei Dialyse-Patienten untersucht, allerdings werden keine Unterschiede in der
Exposition erwartet.
Studien mit Lamivudin zeigen, dass die Plasmakonzentrationen (AUC) bei Patienten mit
Nierenfunktionsstörung aufgrund der verringerten Ausscheidung erhöht sind.
Aufgrund der Daten für Lamivudin wird Dovato nicht bei Patienten mit Kreatinin-Clearance von< 30 ml/min empfohlen.
LeberfunktionsstörungPharmakokinetische Daten wurden für Dolutegravir und Lamivudin separat erhoben.
Dolutegravir wird in erster Linie über die Leber metabolisiert und ausgeschieden. Eine Einzeldosis von50 mg Dolutegravir wurde bei 8 Patienten mit mittelgradiger Leberfunktionsstörung (Child-Pugh-Score B)und 8 gesunden, erwachsenen Probanden in einer Fallkontrollstudie angewendet. Während die Gesamt-
Plasmakonzentration von Dolutegravir ähnlich war, wurde ein 1,5- bis 2-facher Anstieg der Exposition vonungebundenem Dolutegravir bei Patienten mit mittelgradiger Leberfunktionsstörung im Vergleich zurgesunden Kontrollgruppe beobachtet. Bei Patienten mit einer leichten bis mittelgradigen
Leberfunktionsstörung ist keine Anpassung der Dosierung erforderlich. Die Auswirkung einer schweren
Leberfunktionsstörung auf die Pharmakokinetik von Dolutegravir wurde nicht untersucht.
Daten von Patienten mit mittelgradiger bis schwerer Leberfunktionsstörung zeigen, dass die
Pharmakokinetik von Lamivudin durch die Leberfunktionsstörung nicht signifikant beeinflusst wird.
Polymorphismen in Arzneimittel-metabolisierenden Enzymen
Es gibt keine Anzeichen dafür, dass häufig auftretende Polymorphismen in Arzneimittel-metabolisierenden
Enzymen die Pharmakokinetik von Dolutegravir in einem klinisch bedeutsamen Ausmaß verändern. In einer
Meta-Analyse mit pharmakogenomischen Daten, die in klinischen Studien bei gesunden Probandengesammelt wurden, hatten Patienten mit UGT1A1-Genotypen (n = 7), die zu einem verzögerten
Dolutegravir-Metabolismus führen, eine um 32 % geringere Dolutegravir-Clearance und eine um 46 %höhere AUC als Patienten mit Genotypen, die mit einem normalen Metabolismus via UGT1A1 assoziiertsind (n = 41).
GeschlechtPopulationspharmakokinetische Analysen unter Verwendung gepoolter pharmakokinetischer Daten ausklinischen Studien, in denen Erwachsene Dolutegravir oder Lamivudin in Kombination mit anderenantiretroviralen Arzneimitteln erhielten, ließen keine klinisch relevanten geschlechtsspezifischen Effekte aufdie systemische Verfügbarkeit von Dolutegravir oder Lamivudin erkennen. Es liegen keine Hinweise vor,dass eine Dosisanpassung von Dolutegravir oder Lamivudin erforderlich ist basierend aufgeschlechtsspezifischen Effekten auf die PK-Parameter.
Ethnische ZugehörigkeitPopulationspharmakokinetische Analysen unter Verwendung gepoolter pharmakokinetischer Daten ausklinischen Studien, in denen Erwachsene Dolutegravir in Kombination mit anderen antiretroviralen
Arzneimitteln erhielten, ließen keine klinisch relevanten Effekte der ethnischen Zugehörigkeit auf diesystemische Verfügbarkeit von Dolutegravir erkennen. Die Pharmakokinetik von Dolutegravir nach oraler
Anwendung einer Einzeldosis bei japanischen Patienten schien vergleichbar mit den Parametern, die beiwestlichen (USA) Patienten beobachtet wurden. Es gibt keine Hinweise darauf, dass eine Dosisanpassungvon Dolutegravir oder Lamivudin aufgrund der Auswirkungen der Rasse auf die PK-Parameter erforderlichwäre.
Hepatitis-B- oder Hepatitis-C-Koinfektion
Eine populationspharmakokinetische Analyse deutete darauf hin, dass eine Hepatitis-C-Koinfektion keinenklinisch relevanten Effekt auf die systemische Verfügbarkeit von Dolutegravir hat. Für Patienten mit einer
Hepatitis-B-Koinfektion sind nur begrenzte Daten verfügbar (siehe Abschnitt 4.4).
5.3 Präklinische Sicherheitsdaten
Es liegen keine Daten zum Einfluss der Kombination aus Dolutegravir und Lamivudin auf Tiere vor.
Mutagenität und Karzinogenität
Dolutegravir hat sich in In-vitro-Tests an Bakterien und Säugerzellkulturen sowie in vivo im Mikronukleus-
Test an Nagetieren als nicht mutagen oder klastogen erwiesen. Lamivudin war in bakteriellen Tests nichtmutagen, inhibiert aber im Einklang mit anderen Nukleosidanaloga die zelluläre DNA-Replikation in In-vitro-Tests mit Säugetieren wie dem Mauslymphomassay. Die Ergebnisse von zwei In-vivo-
Rattenmikronukleus-Tests mit Lamivudin waren negativ.
Lamivudin zeigte in den In-vivo-Studien keine genotoxische Aktivität.
Das karzinogene Potential einer Kombination aus Dolutegravir und Lamivudin wurde nicht untersucht. In
Langzeitstudien an der Maus und der Ratte hat sich Dolutegravir als nicht karzinogen erwiesen. In
Langzeitstudien zur Karzinogenität nach oraler Anwendung an Mäusen und Ratten zeigte Lamivudin keinkarzinogenes Potential.
Reproduktionstoxikologische Studien
In Tierstudien zur Reproduktionstoxizität wurde nachgewiesen, dass Dolutegravir und Lamivudin die
Plazenta passieren.
Bei oraler Verabreichung von Dolutegravir an trächtige Ratten von Tag 6 bis Tag 17 der Gestation in
Dosierungen bis zu 1.000 mg/kg täglich wurde keine maternale Toxizität, Entwicklungstoxizität oder
Teratogenität beobachtet (entspricht, bezogen auf die AUC nach einer Einzeldosis im Nüchternzustand, dem37,2-Fachen der humanen klinischen Exposition bei einer Dosis von 50 mg). Bei oraler Verabreichung von
Dolutegravir an trächtige Kaninchen von Tag 6 bis Tag 18 der Gestation in Dosierungen bis zu 1.000 mg/kgtäglich wurde keine Entwicklungstoxizität oder Teratogenität beobachtet (entspricht, bezogen auf die AUCnach einer Einzeldosis im Nüchternzustand, dem 0,55-Fachen der humanen klinischen Exposition bei einer
Dosis von 50 mg). Beim Kaninchen wurde bei 1.000 mg/kg (entspricht, bezogen auf die AUC nach einer
Einzeldosis im Nüchternzustand, dem 0,55-Fachen der humanen klinischen Exposition bei einer Dosis von50 mg) maternale Toxizität beobachtet (verminderte Futteraufnahme, verminderte/keine Ausscheidung von
Stuhl/Harn, verminderte Gewichtszunahme).
In Tierstudien wirkte Lamivudin nicht teratogen, es gab aber Hinweise auf eine Erhöhung der frühen
Embryoletalität bei Kaninchen bei relativ niedriger systemischer Exposition, vergleichbar der, die beim
Menschen erzielt wird. Bei Ratten wurde selbst bei sehr hoher systemischer Exposition kein ähnlicher Effektbeobachtet.
Fertilitätsstudien an Ratten zeigten, dass Dolutegravir und Lamivudin keinen Effekt auf die männliche undweibliche Fertilität des Menschen haben.
Toxizität nach wiederholter Anwendung
Die Auswirkung einer Langzeitbehandlung mit hohen täglichen Dosen von Dolutegravir wurde in
Toxizitätsstudien mit wiederholter oraler Verabreichung bei Ratten (bis zu 26 Wochen) und bei Affen (bis zu38 Wochen) untersucht. Der primäre Effekt von Dolutegravir war eine gastrointestinale Unverträglichkeitoder Reizung bei Ratten und Affen bei Dosierungen, die, bezogen auf die AUC nach einer Einzeldosis im
Nüchternzustand, zu systemischen Expositionen von ca. dem 28,5-Fachen bzw. dem 1,1-Fachen derhumanen klinischen Exposition bei einer Dosis von 50 mg führen. Da die gastrointestinale (GI)
Unverträglichkeit vermutlich auf die lokale Verabreichung des Wirkstoffs zurückzuführen ist, bilden die
Messgrößen mg/kg oder mg/m2 angemessene Sicherheitsdeterminanten im Hinblick auf diese Form der
Toxizität. Die gastrointestinale Unverträglichkeit bei Affen trat bei Dosen auf, die dem 30-Fachen dermg/kg-äquivalenten humanen Dosis (ausgehend von einer Person mit 50 kg) und dem 11-Fachen der mg/m2-äquivalenten humanen Dosis bei einer klinischen Dosis von 50 mg entsprach.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
TablettenkernMikrokristalline Cellulose
Poly(O-carboxymethyl)stärke-Natriumsalz
Magnesiumstearat
Mannitol (E421)
Povidon K29/32
Natriumstearylfumarat
FilmüberzugHypromellose (E464)
Macrogol
Titandioxid (E171)
6.2 Inkompatibilitäten
6.3 Haltbarkeit
Flasche4 Jahre
Blisterpackung2 Jahre
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
Flasche
Undurchsichtige, weiße Flaschen aus HDPE (Polyethylen hoher Dichte) mit einem kindergesicherten
Polypropylen-Verschluss und einem Polyethylen-beschichteten Hitzesiegel. Jede Packung besteht aus einer
Flasche mit 30 Filmtabletten.
Mehrfachpackungen mit 90 (3 Flaschen mit je 30) Filmtabletten.
BlisterpackungBlisterstreifen bestehend aus Polychlortrifluorethylen (PCTFE), die beiderseits mit einer Polyvinylchlorid(PVC)-Folie laminiert sind, versiegelt mit einer kindergesicherten Durchdrück-Aluminiumdeckfolie unter
Verwendung eines Heißsiegellacks. Jede Blisterpackung mit 30 Filmtabletten besteht aus vier Blisterstreifenmit 7 Filmtabletten und einem Blisterstreifen mit 2 Filmtabletten.
Mehrfachpackungen mit 90 (3 Blisterpackungen mit je 30) Filmtabletten.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zubeseitigen.
7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS
ViiV Healthcare BV
Van Asch van Wijckstraat 55H3811 LP Amersfoort
Niederlande
8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)
EU/1/19/1370/001
EU/1/19/1370/002
EU/1/19/1370/003
EU/1/19/1370/004
9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 01. Juli 2019
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 21. März 2024
10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur https://www.ema.europa.eu verfügbar.