Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels DIFICLIR 200mg tablets
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
DIFICLIR 200 mg Filmtabletten
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Jede Filmtablette enthält 200 mg Fidaxomicin.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Filmtablette.
Kapselförmige, 14 mm lange Tabletten mit weißer bis grauweißer Färbung und der Prägung 'FDX”auf der einen und '200” auf der anderen Seite.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
DIFICLIR Filmtabletten werden angewendet zur Behandlung von Clostridioides-difficile-Infektionen(CDI), auch bekannt unter der Bezeichnung Clostridioides-difficile-assoziierte Diarrhö (CDAD), bei
Erwachsenen, Kindern und Jugendlichen mit einem Körpergewicht von mindestens 12,5 kg (siehe
Abschnitt 4.2 und 5.1).
Offizielle Leitlinien zum angemessenen Gebrauch von Antibiotika sollten berücksichtigt werden.
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
DosierungErwachseneStandard-Dosierung
Die empfohlene Dosis beträgt 200 mg (eine Tablette) zweimal täglich (einmal alle 12 Stunden) über10 Tage (siehe Abschnitt 5.1).
DIFICLIR 40 mg/ml Granulat zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen kann für erwachsene
Patienten angewendet werden, die Schwierigkeiten beim Schlucken von Tabletten haben.
Verlängerte gepulste Dosierung
Zweimal täglich eine Fidaxomicin 200 mg Tablette an den Tagen 1-5 (keine Einnahme einer Tablettean Tag 6), dann jeden zweiten Tag einmal täglich an den Tagen 7-25 (siehe Abschnitt 5.1).
Wenn eine Einnahme vergessen wurde, sollte die vergessene Tablette so bald wie möglicheingenommen werden, oder, wenn es fast Zeit für die nächste Einnahme ist, sollte die vergessene
Tablette gar nicht mehr eingenommen werden.
Besondere PatientengruppenÄltere PatientenEine Dosisanpassung wird nicht für erforderlich gehalten (siehe Abschnitt 5.2)
Eingeschränkte NierenfunktionEine Dosisanpassung wird nicht für erforderlich gehalten. Da die klinischen Daten in dieser
Population begrenzt sind, sollte Fidaxomicin bei Patienten mit schwerer Beeinträchtigung der
Nierenfunktion mit Vorsicht angewendet werden (siehe Abschnitte 4.4 und 5.2).
Eingeschränkte LeberfunktionEine Dosisanpassung wird nicht für erforderlich gehalten. Da die klinischen Daten in dieser
Population begrenzt sind, sollte Fidaxomicin bei Patienten mit moderater bis schwerer
Beeinträchtigung der Leberfunktion mit Vorsicht angewendet werden (siehe Abschnitte 4.4 und 5.2).
Kinder und JugendlicheDie empfohlene Dosis bei Kindern und Jugendlichen mit einem Körpergewicht von mindestens12,5 kg beträgt 200 mg zweimal täglich (einmal alle 12 Stunden) über 10 Tage unter Anwendung der
Filmtabletten oder des Granulats zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen.
Für Patienten mit einem Körpergewicht von unter 12,5 kg wird eine reduzierte Dosis empfohlen. Siehe
Fachinformation für DIFICLIR 40 mg/ml Granulat zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen.
Art der AnwendungDIFICLIR ist zum Einnehmen.
Die Filmtabletten sollen im Ganzen mit Wasser eingenommen werden.
Sie können unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden.
4.3 Kontraindikationen
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
ÜberempfindlichkeitsreaktionenEs wurden Überempfindlichkeitsreaktionen einschließlich schwerer Angioödeme berichtet (siehe
Abschnitt 4.8). Wenn eine schwere allergische Reaktion während der Behandlung mit Fidaxomicinauftritt, soll das Arzneimittel abgesetzt und geeignete Maßnahmen sollen ergriffen werden.
Einige Patienten mit Überempfindlichkeitsreaktionen berichteten über eine Allergie gegen Makrolidein der Vorgeschichte. Fidaxomicin sollte bei Patienten mit bekannter Allergie gegen Makrolide mit
Vorsicht angewendet werden.
Beeinträchtigung der Nieren- und Leberfunktion
Da nur begrenzte klinische Daten vorliegen, sollte Fidaxomicin bei Patienten mit schwerer
Beeinträchtigung der Nierenfunktion oder moderater bis schwerer Beeinträchtigung der Leberfunktionmit Vorsicht angewendet werden (siehe Abschnitt 5.2).
Pseudomembranöse Kolitis, fulminante oder lebensbedrohliche CDI
Aufgrund begrenzter klinischer Daten sollte Fidaxomicin bei Patienten mit pseudomembranöser
Kolitis sowie fulminanter oder lebensbedrohlicher CDI mit Vorsicht angewendet werden.
Gleichzeitige Gabe von potenten P-Glykoprotein-Inhibitoren
Eine gleichzeitige Gabe von potenten P-Glykoprotein-Inhibitoren wie Ciclosporin, Ketoconazol,
Erythromycin, Clarithromycin, Verapamil, Dronedaron und Amiodaron wird nicht empfohlen (siehe
Abschnitte 4.5 und 5.2). Bei gleichzeitiger Anwendung von Fidaxomicin mit potenten P-
Glykoprotein-Inhibitoren ist Vorsicht geboten.
Kinder und JugendlicheIn klinischen Studien hat nur ein Patient im Alter von unter 6 Monaten Fidaxomicin erhalten. Dahersollte die Behandlung von Patienten im Alter von unter 6 Monaten mit Vorsicht erfolgen.
Eine Untersuchung auf C. difficile Kolonisation oder Toxine wird bei Kindern, die jünger als 1 Jahrsind, aufgrund einer hohen asymptomatischen Kolonisation nicht empfohlen, es sei denn, dass bei
Säuglingen mit Risikofaktoren für Stauungen wie die Hirschsprung-Krankheit, operierte Analatresieoder andere schwere Motilitätsstörungen ein starker Durchfall vorliegt. Alternative Ätiologien solltenimmer gesucht und eine C. difficile Enterokolitis nachgewiesen sein.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Einfluss von P-gp-Inhibitoren auf Fidaxomicin
Fidaxomicin ist ein Substrat von P-gp. Die gleichzeitige Gabe einer Einzeldosis des P-gp-Inhibitors
Ciclosporin A zusammen mit einer Einzeldosis Fidaxomicin bei gesunden Probanden resultierte ineinem 4- bzw. 2-fachen Anstieg der Cmax und AUC von Fidaxomicin sowie in einem 9,5- bzw.4-fachen Anstieg der Cmax und AUC des aktiven Hauptmetaboliten OP-1118. Da die klinische
Relevanz dieser erhöhten Exposition unklar ist, wird eine gleichzeitige Gabe von starken P-gp-
Inhibitoren wie Ciclosporin, Ketoconazol, Erythromycin, Clarithromycin, Verapamil, Dronedaron und
Amiodaron nicht empfohlen (siehe Abschnitte 4.4 und 5.2).
Einfluss von Fidaxomicin auf P-gp-Substrate
Fidaxomicin ist möglicherweise ein leichter bis moderater Inhibitor von intestinalem P-gp.
Fidaxomicin (200 mg zweimal täglich) hatte einen geringen, jedoch klinisch nicht relevanten Einflussauf die Digoxin-Exposition. Allerdings kann ein stärkerer Effekt auf P-gp-Substrate mit geringerer
Bioverfügbarkeit und höherer Sensitivität gegenüber intestinaler P-gp-Inhibition wie
Dabigatranetexilat nicht ausgeschlossen werden.
Einfluss von Fidaxomicin auf andere Transporter
Fidaxomicin hat keinen klinisch signifikanten Einfluss auf die Exposition von Rosuvastatin, einem
Substrat für die Transporter OATP2B1 und BCRP. Die gleichzeitige Verabreichung von 200 mg
Fidaxomicin zweimal täglich und einer Einzeldosis von 10 mg Rosuvastatin bei gesunden Probandenhatte keine klinisch signifikante Auswirkung auf die AUCinf von Rosuvastatin.
Kinder und JugendlicheStudien zur Erfassung von Wechselwirkungen wurden nur bei Erwachsenen durchgeführt.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
SchwangerschaftBisher liegen keine Daten zur Anwendung von Fidaxomicin bei Schwangeren vor. Tierexperimentelle
Studien ergaben keine Hinweise auf direkte oder indirekte gesundheitsschädliche Wirkungen in Bezugauf eine Reproduktionstoxizität. Aus Vorsichtsgründen soll eine Anwendung von Fidaxomicinwährend der Schwangerschaft vermieden werden.
StillzeitEs ist nicht bekannt, ob Fidaxomicin/Metaboliten in die Muttermilch übergehen. Obwohl anzunehmenist, dass Fidaxomicin keine Auswirkungen auf das gestillte Neugeborene/Kind hat, da die systemische
Exposition von Fidaxomicin gering ist, kann ein Risiko für das Neugeborene oder den Säugling nichtausgeschlossen werden. Es muss eine Entscheidung darüber getroffen werden, ob das Stillen zuunterbrechen ist oder ob auf die Behandlung mit Fidaxomicin verzichtet werden soll/die Behandlungmit Fidaxomicin zu unterbrechen ist. Dabei ist sowohl der Nutzen des Stillens für das Kind als auchder Nutzen der Therapie für die Frau zu berücksichtigen.
FertilitätUntersuchungen an Ratten ergaben, dass Fidaxomicin keine Auswirkungen auf die Fertilität hat (siehe
Abschnitt 5.3).
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
MaschinenDIFICLIR hat keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die
Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.
4.8 Nebenwirkungen
Zusammenfassung des SicherheitsprofilsDie häufigsten Nebenwirkungen sind Erbrechen (1,2%), Übelkeit (2,7%) und Obstipation (1,2%).
Liste der Nebenwirkungen in Tabellenform
Tabelle 1 enthält die Nebenwirkungen, die unter zweimal täglicher Verabreichung von Fidaxomicinim Rahmen der Behandlung von C. difficile-Infektionen auftraten, gemeldet für mindestens zwei
Patienten, nach Systemorganklasse.
Die Häufigkeit von Nebenwirkungen ist wie folgt definiert: sehr häufig (≥ 1/10); häufig (≥ 1/100,< 1/10); gelegentlich (≥ 1/1.000, < 1/100); selten (≥ 1/10.000, < 1/1.000); sehr selten (< 1/10.000);nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar). Innerhalb jeder
Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad angegeben.
Tabelle 1: Nebenwirkungen
MedDRA- Häufig Gelegentlich Häufigkeit nicht bekannt
Systemorganklasse
Erkrankungen des Hautausschlag, Überempfindlichkeitsreaktione
Immunsystems Juckreiz n (Angioödem, Dyspnoe)
Stoffwechsel- und Appetitabnahme
Ernährungsstörungen
Erkrankungen des Schwindelgefühl,
Nervensystems Kopfschmerz,
Geschmacksstörung
Erkrankungen des Erbrechen, Völlegefühl,
Gastrointestinaltrakts Übelkeit, Flatulenz,
Obstipation Mundtrockenheit
Beschreibung ausgewählter NebenwirkungenAkute Überempfindlichkeitsreaktionen, wie Angioödem und Dyspnoe, wurden nach Erteilung der
Zulassung berichtet (siehe Abschnitte 4.3 und 4.4).
Kinder und JugendlicheDie Sicherheit und Wirksamkeit von Fidaxomicin wurde bei 136 Patienten ab der Geburt bis zu einem
Alter von < 18 Jahren geprüft. Es wird erwartet, dass Häufigkeit, Art und Schwere der
Nebenwirkungen bei Kindern und Erwachsenen vergleichbar sind. Zusätzlich zu den in Tabelle 1gezeigten Nebenwirkungen wurden zwei Fälle von Urtikaria berichtet.
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
Während klinischer Studien oder aus Post-Marketing-Daten wurden keine schwerwiegenden
Nebenwirkungen bei einer akuten Überdosierung berichtet. Dennoch kann die Gefahr von
Nebenwirkungen nicht ausgeschlossen werden und daher wird zu den üblichen unterstützenden
Maßnahmen geraten.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Antidiarrhoika und intestinale Antiphlogistika/Antiinfektiva,
Antibiotika, ATC-Code: A07AA12
WirkmechanismusFidaxomicin ist ein Antibiotikum aus der Klasse der Makrozykline.
Fidaxomicin ist bakterizid wirksam und hemmt die RNA-Synthese durch die bakterielle
RNA-Polymerase. Es beeinflusst die RNA-Polymerase an anderer Stelle als Rifamycine. Die
Hemmung der RNA-Polymerase von Clostridioides tritt in einer Konzentration ein, die 20-malniedriger ist als bei dem entsprechenden Enzym von E. coli (1 μM vs. 20 μM). Dies erklärt zum Teildie signifikante Spezifität der Aktivität von Fidaxomicin. Es wurde gezeigt, dass Fidaxomicin die
Sporulation von C. difficile in vitro hemmt.
Pharmakokinetische/Pharmakodynamische (PK/PD) Beziehung
Fidaxomicin ist ein lokal wirksames Arzneimittel. Als topisches Arzneimittel kann keine systemische
PK/PD-Beziehung bestimmt werden, jedoch zeigen In-vitro-Daten, dass Fidaxomicin über einezeitabhängige bakterizide Aktivität verfügt und dass die Zeit über der MHK der Parameter mit dergrößtmöglichen Aussagekraft zur klinischen Wirksamkeit ist.
Breakpoint-Werte
Fidaxomicin ist ein topisch wirksames Arzneimittel, das nicht zur Behandlung systemischer
Infektionen angewendet werden kann. Daher ist eine Bestimmung von klinischen Breakpoint-Wertennicht relevant. Der epidemiologische Cut-off-Wert für Fidaxomicin und C. difficile zur
Unterscheidung der Wildtyp-Population von Isolaten mit erworbenen Resistenzeigenschaften liegt bei≥ 1,0 mg/l.
Antimikrobielles Wirkspektrum
Fidaxomicin ist ein Antibiotikum mit engem Wirkspektrum und bakterizider Wirkung gegen
C. difficile. Die MHK90 von Fidaxomicin gegenüber C. difficile liegt bei 0,25 mg/l und die MHK90 des
Hauptmetaboliten OP-1118 bei 8 mg/l. Gram-negative Erreger sind intrinsisch nicht empfindlichgegenüber Fidaxomicin.
Auswirkungen auf die intestinale Mikrobiota
Studien zeigten, dass die Behandlung mit Fidaxomicin keinen Einfluss auf die Bacteroides-
Konzentrationen oder andere wichtige Komponenten der Mikrobiota im Stuhl von CDI-Patientenhatte.
ResistenzmechanismusEs sind keine übertragbaren Elemente bekannt, die eine Resistenz gegenüber Fidaxomicin verleihen.
Darüber hinaus wurden keinerlei Kreuzresistenzen mit anderen Antibiotikaklassen entdeckt,einschließlich Betalaktame, Makrolide, Metronidazol, Chinolone, Rifampicin und Vancomycin.
Spezifische Mutationen der RNA-Polymerase sind mit einer verminderten Empfindlichkeit gegenüber
Fidaxomicin verbunden.
Klinische Wirksamkeit bei ErwachsenenDie Wirksamkeit von Fidaxomicin wurde in zwei zulassungsrelevanten, randomisierten,doppelblinden Phase-3-Studien (Studie 003 und 004) untersucht. Fidaxomicin wurde mit oralangewendetem Vancomycin verglichen. Der primäre Endpunkt war die klinische Heilung nach 12
Tagen.
Die Nicht-Unterlegenheit von Fidaxomicin gegenüber Vancomycin wurde in beiden Studiennachgewiesen (siehe Tabelle 2).
Tabelle 2: Kombinierte Ergebnisse der Studien 003 und 004
Per Protokoll Analyse Fidaxomicin Vancomycin(200 mg 2 x täglich für (125 mg 4 x täglich für 95%-Konfidenz-(PP) 10 Tage) 10 Tage) intervall*
Klinische Heilung 91,9% 90,2%(442/481 Patienten) (467/518 Patienten) [-1,8, 5,3]modifizierte Intent-to- Fidaxomicin Vancomycin 95%-Konfidenz-
Treat Analyse (mITT) (200 mg 2 x täglich) (125 mg 4 x täglich) intervall*
Klinische Heilung 87,9% 86,2%(474/539 Patienten) (488/566 Patienten) [-2,3, 5,7]
*für Behandlungsunterschied
Als sekundärer Endpunkt wurde die Rezidivrate innerhalb von 30 Tagen nach der Behandlungbewertet. Die Rezidivrate (einschließlich Rückfälle) war mit Fidaxomicin signifikant niedriger (14,1%versus 26,0% mit einem 95%-KI von [-16,8%, -6,8%]), jedoch waren diese Studien nicht prospektivdarauf ausgelegt, die Prävention einer Reinfektion mit einem neuen Stamm nachzuweisen.
Beschreibung der Patientenpopulation in den zulassungsrelevanten klinischen Prüfungen an
Erwachsenen
In den beiden Zulassungsstudien an Patienten mit CDI waren 47,9% (479/999) der Patienten (Per-
Protokoll-Kollektiv) ≥ 65 Jahre alt und 27,5% (275/999) der Patienten wurden während des
Untersuchungszeitraums gleichzeitig mit weiteren Antibiotika behandelt. 24% der Patienten erfülltenbei Behandlungsbeginn mindestens eines der folgenden drei Kriterien zur Bewertung des
Schweregrads: Körpertemperatur > 38,5 °C, Leukozytenzahl > 15.000 oder Kreatininkonzentration≥ 1,5 mg/dl. Patienten mit fulminanter Kolitis und Patienten mit mehreren CDI-Episoden (definiert alsmehr als eine vorangegangene Episode innerhalb der vergangenen 3 Monate) waren von der
Teilnahme an den Studien ausgeschlossen.
Studie mit der verlängerten gepulsten Dosierung von Fidaxomicin (EXTEND)
EXTEND war eine randomisierte, offene Studie, in der die verlängerte gepulste Fidaxomicin-
Dosierung mit oral angewendetem Vancomycin verglichen wurde. Der primäre Endpunkt war dieanhaltende klinische Heilung 30 Tage nach Behandlungsende (Tag 55 für Fidaxomicin, Tag 40 für
Vancomycin). Die anhaltende klinische Heilung 30 Tage nach Behandlungsende war für Fidaxomicinsignifikant höher als für Vancomycin (siehe Tabelle 3).
Tabelle 3: Ergebnisse der EXTEND-Studiemodifizierte Intent- Fidaxomicinto-Treat Analyse (200 mg 2 x täglich für 5 Vancomycin 95%-Konfidenz-(mITT) Tage, dann 1 x 200 mg (125 mg 4 x täglich für 10 intervall*jeden zweiten Tag) Tage)
Klinische Heilung 30
Tage nach 70,1% 59,2%
Behandlungsende (124/177 Patienten) (106/179 Patienten) [1,0, 20,7]
* für Behandlungsunterschied
Beschreibung der Patientenpopulation in der Studie mit der verlängerten gepulsten Dosierung von
Fidaxomicin
Die Studie wurde mit Erwachsenen ab 60 Jahren und älter durchgeführt. Das Durchschnittsalter der
Patienten betrug 75 Jahre. 72% (257/356) erhielten innerhalb der letzten 90 Tage andere Antibiotika.36,5% hatten eine schwere Infektion.
Kinder und JugendlicheDie Sicherheit und Wirksamkeit von Fidaxomicin bei Kindern und Jugendlichen ab der Geburt biszum Alter von < 18 Jahren wurden in einer multizentrischen, Prüfarzt-verblindeten, randomisierten
Parallelgruppenstudie untersucht, in der 148 Patienten randomisiert im Verhältnis 2:1 entweder
Fidaxomicin oder Vancomycin zugeordnet wurden. Insgesamt wurden 30, 49, 40 bzw. 29 Patienten inden Altersgruppen von der Geburt bis < 2 Jahre, 2 bis < 6 Jahre, 6 bis < 12 Jahre bzw. 12 bis< 18 Jahre randomisiert. Das bestätigte klinische Ansprechen der CDI 2 Tage nach Ende der
Behandlung war in der Gesamtpopulation der Kinder und Jugendlichen zwischen der Fidaxomicin-und der Vancomycin-Gruppe vergleichbar (77,6% versus 70,5% mit einer Prozentpunktdifferenz von7,5% und einem 95%-KI für die Differenz von [-7,4%, 23,9%]). Die Rezidivrate war 30 Tage nach
Behandlungsende unter Fidaxomicin numerisch geringer (11,8% versus 29,0%), aber der Unterschiedist nicht statistisch signifikant (Prozentpunktdifferenz −15,8% und 95%-KI für die Differenz [−34,5%,0,5%]). Die beiden Behandlungen wiesen ein ähnliches Sicherheitsprofil auf.
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
ResorptionDie Bioverfügbarkeit beim Menschen ist nicht bekannt. Bei gesunden Erwachsenen beträgt die Cmaxnach Verabreichung von 200 mg Fidaxomicin etwa 9,88 ng/ml und die AUC0-t 69,5 ng x h/ml miteiner Tmax von 1,75 Stunden. Bei Patienten mit CDI fallen die durchschnittlichen maximalen
Plasmakonzentrationen von Fidaxomicin und seinem Hauptmetaboliten OP-1118 tendenziell 2- bis6-mal höher aus als bei gesunden Erwachsenen. Nach Verabreichung von 200 mg Fidaxomicin alle12 Stunden über 10 Tage war eine sehr begrenzte Akkumulation von Fidaxomicin oder OP-1118 im
Plasma zu beobachten.
Die Cmax von Fidaxomicin und OP-1118 im Plasma fiel nach einer fettreichen Mahlzeit um 22% bzw.33% niedriger aus als im nüchternen Zustand, allerdings war das Ausmaß der Exposition (AUC0-t)äquivalent.
Fidaxomicin und dessen Metabolit OP-1118 sind Substrate von P-gp.
In-vitro-Studien zeigten, dass Fidaxomicin und der Metabolit OP-1118 Inhibitoren, jedoch keine
Substrate der Transporter BCPR, MRP2 und OATP2B1 sind. Im Rahmen der klinischen Anwendunghat Fidaxomicin keinen klinisch relevanten Einfluss auf die Exposition von Rosuvastatin, einem
Substrat für OATP2B1 und BCRP (siehe Abschnitt 4.5). Die klinische Relevanz der Hemmung von
MRP2 ist noch nicht bekannt.
VerteilungDas Verteilungsvolumen beim Menschen ist aufgrund der sehr begrenzten Resorption von
Fidaxomicin nicht bekannt.
BiotransformationAufgrund der geringen systemischen Resorption von Fidaxomicin wurden keine ausführlichen
Untersuchungen von Metaboliten im Plasma durchgeführt. Ein Hauptmetabolit, OP-1118, wird durch
Hydrolyse des Isobutyrylesters gebildet. In-vitro-Studien zum Metabolismus zeigten, dass die Bildungvon OP-1118 nicht von CYP450-Enzymen abhängig ist. Dieser Metabolit zeigt ebenfalls antibiotische
Aktivität (siehe Abschnitt 5.1).
Fidaxomicin bewirkt in vitro weder eine Induktion noch eine Inhibition von CYP450-Enzymen.
EliminationNach einmaliger Verabreichung von 200 mg Fidaxomicin wurde der größte Teil der verabreichten
Dosis (mehr als 92%) in Form von Fidaxomicin oder seines Metaboliten OP-1118 (66%) im Stuhlnachgewiesen. Die Haupteliminationswege für systemisch verfügbares Fidaxomicin sind nichtbeschrieben. Die Elimination über den Urin ist zu vernachlässigen (< 1%). Im menschlichen Urinwaren nur sehr geringe Konzentrationen an OP-1118 und kein Fidaxomicin nachweisbar. Die
Halbwertszeit von Fidaxomicin beträgt etwa 8-10 h.
Spezielle PatientenpopulationenÄltere PatientenDie Plasmaspiegel scheinen bei älteren Patienten (≥ 65 Jahre alt) erhöht zu sein. Die Spiegel von
Fidaxomicin und OP-1118 lagen bei Patienten ≥ 65 Jahre um das Zweifache höher, verglichen mit
Patienten < 65 Jahre. Diese Unterschiede werden als nicht klinisch relevant erachtet.
Kinder und Jugendliche1 bis 5 Stunden nach Anwendung der Filmtabletten betrug die mittlere (SD) Plasmakonzentration von
Fidaxomicin bei Kindern und Jugendlichen ab der Geburt bis zum Alter von < 18 Jahren48.53 (69.85) ng/ml and 143.63 (286.31) ng/ml für Fidaxomicin bzw. seinen Hauptmetaboliten
OP-1118.
Patienten mit chronisch entzündlicher Darmerkrankung
Die Daten einer offenen, einarmigen Studie an erwachsenen CDI-Patienten mit begleitender chronischentzündlicher Darmerkrankung (CED) ergaben keinen wesentlichen Unterschied zwischen Patientenmit CED im Vergleich zu Patienten aus anderen Studien ohne CED im Hinblick auf die
Plasmakonzentrationen von Fidaxomicin oder seines Hauptmetaboliten, OP-1118. Die maximalen
Spiegel von Fidaxomicin und OP-1118 im Plasma von CDI-Patienten mit begleitender CED lagen im
Bereich der Werte, die bei CDI-Patienten ohne CED festgestellt wurden.
Patienten mit eingeschränkter LeberfunktionBegrenzte Daten von erwachsenen Patienten mit anamnestisch aktiver chronischer Leberzirrhose im
Rahmen der Phase-3-Studien zeigen, dass die Plasmaspiegel von Fidaxomicin und OP-1118 im
Vergleich zu nicht-zirrhotischen Patienten im Median etwa um das 2- bis 3-Fache höher liegen.
Patienten mit eingeschränkter NierenfunktionBegrenzte Daten von erwachsenen Patienten legen nahe, dass zwischen Patienten mit eingeschränkter
Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance < 50 ml/min) und Patienten mit normaler Nierenfunktion(Kreatinin-Clearance ≥ 50 ml/min) hinsichtlich der Plasmakonzentrationen von Fidaxomicin oder
OP-1118 kein wesentlicher Unterschied besteht.
Geschlecht, Körpergewicht und ethnische Zugehörigkeit
Begrenzten Daten zufolge haben Geschlecht, Körpergewicht und ethnische Zugehörigkeit auf die
Plasmakonzentrationen von Fidaxomicin oder OP-1118 keinen wesentlichen Einfluss.
5.3 Präklinische Sicherheitsdaten
Basierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, Toxizität bei wiederholter
Gabe, Genotoxizität und Reproduktionstoxizität lassen die präklinischen Daten keine besonderen
Gefahren für den Menschen erkennen.
Die Reproduktions- und Fertilitätsparameter von Ratten, die mit Fidaxomicin-Dosen bis zu6,3 mg/kg/Tag (intravenös) behandelt wurden, zeigten keine statistisch signifikanten Abweichungen.
Bei Jungtieren wurden keine Zielorgane für Toxizität beobachtet und in den präklinischen Studienwurden keine bedeutenden potenziellen Risiken gesehen, die für Kinder und Jugendliche relevant seinkönnten.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
Tablettenkern:Mikrokristalline Cellulose
Vorverkleisterte Stärke (Mais)
Hyprolose
Butylhydroxytoluol (Ph.Eur.)
Carboxymethylstärke-Natrium
Magnesiumstearat
Umhüllung:
Polyvinylalkohol
Titandioxid (E171)
Talkum
Macrogol
Lecithin (Soja)
6.2 Inkompatibilitäten
6.3 Haltbarkeit
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
100 x 1 Filmtablette in perforierten Aluminium/Aluminium-Blisterpackungen zur Abgabe von
Einzeldosen.20 x 1 Filmtablette in perforierten Aluminium/Aluminium-Blisterpackungen zur Abgabe von
Einzeldosen.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.
7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS
Tillotts Pharma GmbH
Warmbacher Strasse 8079618 Rheinfelden
Deutschland
8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)
9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 5. Dezember 2011
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 22. August 2016
10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu verfügbar.