DIFICLIR 200mg tablets merkblatt medikamente

A07AA12 Fidaxomycin • ALIMENTÄRES SYSTEM UND STOFFWECHSEL | INTESTINALE ANTIINFEKTIVA | Antibiotika


Fidaxomicin ist ein Antibiotikum, das hauptsächlich zur Behandlung von Infektionen mit Clostridioides difficile eingesetzt wird, einem Bakterium, das schweren Durchfall und eine Entzündung des Dickdarms verursachen kann. Dieses Medikament wirkt lokal im Darm, zerstört schädliche Bakterien, ohne die normale Darmflora wesentlich zu beeinträchtigen. Fidaxomicin wird besonders Patienten empfohlen, die wiederkehrende oder schwere Infektionen hatten.

Fidaxomicin wird oral in Tablettenform eingenommen, wie vom Arzt verordnet. Es ist wichtig, die gesamte Behandlung abzuschließen, auch wenn sich die Symptome vorzeitig bessern, um ein Wiederauftreten der Infektion zu verhindern. Beenden Sie die Behandlung nicht ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt.

Die Nebenwirkungen von Fidaxomicin sind in der Regel mild und können Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen oder Verstopfung umfassen. In seltenen Fällen können allergische Reaktionen oder schwerwiegendere Verdauungsprobleme auftreten. Wenn Sie ungewöhnliche oder schwere Symptome bemerken, wenden Sie sich sofort an Ihren Arzt.

Fidaxomicin ist ein modernes Antibiotikum, das bei schwierigen Darminfektionen wirksam ist. Die Befolgung der ärztlichen Anweisungen und die Kommunikation mit dem Arzt sind für den Behandlungserfolg und die Vermeidung von Komplikationen unerlässlich. Informieren Sie Ihren Arzt über alle anderen Medikamente, die Sie einnehmen.

Allgemeine Daten zu DIFICLIR 200mg

Substanz: Fidaxomycin

Datum der letzten Medikamentenliste: 01-06-2025

Handelsgesetzbuch: W67569004

Konzentration: 200mg

Pharmazeutisches Formblatt: tablets

Quantität: 20

Produktart: original

Preis: 6886.98 RON

Rezeptbeschränkungen: P-RF - Arzneimittelrezept, das in der Apotheke aufbewahrt wird (nicht verlängerbar).

Marketing autorisation

Zulassungshersteller: ASTELLAS PHARMA EUROPE BV - OLANDA

Zulassungsinhaber: TILLOTTS PHARMA GMBH - GERMANIA

Zulassungsnummer: 733/2011/04

Haltbarkeit: 3 Jahre

Andere ähnliche Substanzen wie Fidaxomycin

Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels DIFICLIR 200mg tablets

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

DIFICLIR 200 mg Filmtabletten

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Jede Filmtablette enthält 200 mg Fidaxomicin.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Filmtablette.

Kapselförmige, 14 mm lange Tabletten mit weißer bis grauweißer Färbung und der Prägung 'FDX”auf der einen und '200” auf der anderen Seite.

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

DIFICLIR Filmtabletten werden angewendet zur Behandlung von Clostridioides-difficile-Infektionen(CDI), auch bekannt unter der Bezeichnung Clostridioides-difficile-assoziierte Diarrhö (CDAD), bei

Erwachsenen, Kindern und Jugendlichen mit einem Körpergewicht von mindestens 12,5 kg (siehe

Abschnitt 4.2 und 5.1).

Offizielle Leitlinien zum angemessenen Gebrauch von Antibiotika sollten berücksichtigt werden.

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung
Erwachsene

Standard-Dosierung

Die empfohlene Dosis beträgt 200 mg (eine Tablette) zweimal täglich (einmal alle 12 Stunden) über10 Tage (siehe Abschnitt 5.1).

DIFICLIR 40 mg/ml Granulat zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen kann für erwachsene

Patienten angewendet werden, die Schwierigkeiten beim Schlucken von Tabletten haben.

Verlängerte gepulste Dosierung

Zweimal täglich eine Fidaxomicin 200 mg Tablette an den Tagen 1-5 (keine Einnahme einer Tablettean Tag 6), dann jeden zweiten Tag einmal täglich an den Tagen 7-25 (siehe Abschnitt 5.1).

Wenn eine Einnahme vergessen wurde, sollte die vergessene Tablette so bald wie möglicheingenommen werden, oder, wenn es fast Zeit für die nächste Einnahme ist, sollte die vergessene

Tablette gar nicht mehr eingenommen werden.

Besondere Patientengruppen
Ältere Patienten

Eine Dosisanpassung wird nicht für erforderlich gehalten (siehe Abschnitt 5.2)

Eingeschränkte Nierenfunktion

Eine Dosisanpassung wird nicht für erforderlich gehalten. Da die klinischen Daten in dieser

Population begrenzt sind, sollte Fidaxomicin bei Patienten mit schwerer Beeinträchtigung der

Nierenfunktion mit Vorsicht angewendet werden (siehe Abschnitte 4.4 und 5.2).

Eingeschränkte Leberfunktion

Eine Dosisanpassung wird nicht für erforderlich gehalten. Da die klinischen Daten in dieser

Population begrenzt sind, sollte Fidaxomicin bei Patienten mit moderater bis schwerer

Beeinträchtigung der Leberfunktion mit Vorsicht angewendet werden (siehe Abschnitte 4.4 und 5.2).

Kinder und Jugendliche

Die empfohlene Dosis bei Kindern und Jugendlichen mit einem Körpergewicht von mindestens12,5 kg beträgt 200 mg zweimal täglich (einmal alle 12 Stunden) über 10 Tage unter Anwendung der

Filmtabletten oder des Granulats zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen.

Für Patienten mit einem Körpergewicht von unter 12,5 kg wird eine reduzierte Dosis empfohlen. Siehe

Fachinformation für DIFICLIR 40 mg/ml Granulat zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen.

Art der Anwendung

DIFICLIR ist zum Einnehmen.

Die Filmtabletten sollen im Ganzen mit Wasser eingenommen werden.

Sie können unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden.

4.3 Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen

Bestandteile.

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Überempfindlichkeitsreaktionen

Es wurden Überempfindlichkeitsreaktionen einschließlich schwerer Angioödeme berichtet (siehe

Abschnitt 4.8). Wenn eine schwere allergische Reaktion während der Behandlung mit Fidaxomicinauftritt, soll das Arzneimittel abgesetzt und geeignete Maßnahmen sollen ergriffen werden.

Einige Patienten mit Überempfindlichkeitsreaktionen berichteten über eine Allergie gegen Makrolidein der Vorgeschichte. Fidaxomicin sollte bei Patienten mit bekannter Allergie gegen Makrolide mit

Vorsicht angewendet werden.

Beeinträchtigung der Nieren- und Leberfunktion

Da nur begrenzte klinische Daten vorliegen, sollte Fidaxomicin bei Patienten mit schwerer

Beeinträchtigung der Nierenfunktion oder moderater bis schwerer Beeinträchtigung der Leberfunktionmit Vorsicht angewendet werden (siehe Abschnitt 5.2).

Pseudomembranöse Kolitis, fulminante oder lebensbedrohliche CDI

Aufgrund begrenzter klinischer Daten sollte Fidaxomicin bei Patienten mit pseudomembranöser

Kolitis sowie fulminanter oder lebensbedrohlicher CDI mit Vorsicht angewendet werden.

Gleichzeitige Gabe von potenten P-Glykoprotein-Inhibitoren

Eine gleichzeitige Gabe von potenten P-Glykoprotein-Inhibitoren wie Ciclosporin, Ketoconazol,

Erythromycin, Clarithromycin, Verapamil, Dronedaron und Amiodaron wird nicht empfohlen (siehe

Abschnitte 4.5 und 5.2). Bei gleichzeitiger Anwendung von Fidaxomicin mit potenten P-

Glykoprotein-Inhibitoren ist Vorsicht geboten.

Kinder und Jugendliche

In klinischen Studien hat nur ein Patient im Alter von unter 6 Monaten Fidaxomicin erhalten. Dahersollte die Behandlung von Patienten im Alter von unter 6 Monaten mit Vorsicht erfolgen.

Eine Untersuchung auf C. difficile Kolonisation oder Toxine wird bei Kindern, die jünger als 1 Jahrsind, aufgrund einer hohen asymptomatischen Kolonisation nicht empfohlen, es sei denn, dass bei

Säuglingen mit Risikofaktoren für Stauungen wie die Hirschsprung-Krankheit, operierte Analatresieoder andere schwere Motilitätsstörungen ein starker Durchfall vorliegt. Alternative Ätiologien solltenimmer gesucht und eine C. difficile Enterokolitis nachgewiesen sein.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Einfluss von P-gp-Inhibitoren auf Fidaxomicin

Fidaxomicin ist ein Substrat von P-gp. Die gleichzeitige Gabe einer Einzeldosis des P-gp-Inhibitors

Ciclosporin A zusammen mit einer Einzeldosis Fidaxomicin bei gesunden Probanden resultierte ineinem 4- bzw. 2-fachen Anstieg der Cmax und AUC von Fidaxomicin sowie in einem 9,5- bzw.4-fachen Anstieg der Cmax und AUC des aktiven Hauptmetaboliten OP-1118. Da die klinische

Relevanz dieser erhöhten Exposition unklar ist, wird eine gleichzeitige Gabe von starken P-gp-

Inhibitoren wie Ciclosporin, Ketoconazol, Erythromycin, Clarithromycin, Verapamil, Dronedaron und

Amiodaron nicht empfohlen (siehe Abschnitte 4.4 und 5.2).

Einfluss von Fidaxomicin auf P-gp-Substrate

Fidaxomicin ist möglicherweise ein leichter bis moderater Inhibitor von intestinalem P-gp.

Fidaxomicin (200 mg zweimal täglich) hatte einen geringen, jedoch klinisch nicht relevanten Einflussauf die Digoxin-Exposition. Allerdings kann ein stärkerer Effekt auf P-gp-Substrate mit geringerer

Bioverfügbarkeit und höherer Sensitivität gegenüber intestinaler P-gp-Inhibition wie

Dabigatranetexilat nicht ausgeschlossen werden.

Einfluss von Fidaxomicin auf andere Transporter

Fidaxomicin hat keinen klinisch signifikanten Einfluss auf die Exposition von Rosuvastatin, einem

Substrat für die Transporter OATP2B1 und BCRP. Die gleichzeitige Verabreichung von 200 mg

Fidaxomicin zweimal täglich und einer Einzeldosis von 10 mg Rosuvastatin bei gesunden Probandenhatte keine klinisch signifikante Auswirkung auf die AUCinf von Rosuvastatin.

Kinder und Jugendliche

Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen wurden nur bei Erwachsenen durchgeführt.

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Bisher liegen keine Daten zur Anwendung von Fidaxomicin bei Schwangeren vor. Tierexperimentelle

Studien ergaben keine Hinweise auf direkte oder indirekte gesundheitsschädliche Wirkungen in Bezugauf eine Reproduktionstoxizität. Aus Vorsichtsgründen soll eine Anwendung von Fidaxomicinwährend der Schwangerschaft vermieden werden.

Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob Fidaxomicin/Metaboliten in die Muttermilch übergehen. Obwohl anzunehmenist, dass Fidaxomicin keine Auswirkungen auf das gestillte Neugeborene/Kind hat, da die systemische

Exposition von Fidaxomicin gering ist, kann ein Risiko für das Neugeborene oder den Säugling nichtausgeschlossen werden. Es muss eine Entscheidung darüber getroffen werden, ob das Stillen zuunterbrechen ist oder ob auf die Behandlung mit Fidaxomicin verzichtet werden soll/die Behandlungmit Fidaxomicin zu unterbrechen ist. Dabei ist sowohl der Nutzen des Stillens für das Kind als auchder Nutzen der Therapie für die Frau zu berücksichtigen.

Fertilität

Untersuchungen an Ratten ergaben, dass Fidaxomicin keine Auswirkungen auf die Fertilität hat (siehe

Abschnitt 5.3).

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Maschinen

DIFICLIR hat keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die

Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.

4.8 Nebenwirkungen

Zusammenfassung des Sicherheitsprofils

Die häufigsten Nebenwirkungen sind Erbrechen (1,2%), Übelkeit (2,7%) und Obstipation (1,2%).

Liste der Nebenwirkungen in Tabellenform

Tabelle 1 enthält die Nebenwirkungen, die unter zweimal täglicher Verabreichung von Fidaxomicinim Rahmen der Behandlung von C. difficile-Infektionen auftraten, gemeldet für mindestens zwei

Patienten, nach Systemorganklasse.

Die Häufigkeit von Nebenwirkungen ist wie folgt definiert: sehr häufig (≥ 1/10); häufig (≥ 1/100,< 1/10); gelegentlich (≥ 1/1.000, < 1/100); selten (≥ 1/10.000, < 1/1.000); sehr selten (< 1/10.000);nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar). Innerhalb jeder

Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad angegeben.

Tabelle 1: Nebenwirkungen

MedDRA- Häufig Gelegentlich Häufigkeit nicht bekannt

Systemorganklasse

Erkrankungen des Hautausschlag, Überempfindlichkeitsreaktione

Immunsystems Juckreiz n (Angioödem, Dyspnoe)

Stoffwechsel- und Appetitabnahme

Ernährungsstörungen

Erkrankungen des Schwindelgefühl,

Nervensystems Kopfschmerz,

Geschmacksstörung

Erkrankungen des Erbrechen, Völlegefühl,

Gastrointestinaltrakts Übelkeit, Flatulenz,

Obstipation Mundtrockenheit

Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen

Akute Überempfindlichkeitsreaktionen, wie Angioödem und Dyspnoe, wurden nach Erteilung der

Zulassung berichtet (siehe Abschnitte 4.3 und 4.4).

Kinder und Jugendliche

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Fidaxomicin wurde bei 136 Patienten ab der Geburt bis zu einem

Alter von < 18 Jahren geprüft. Es wird erwartet, dass Häufigkeit, Art und Schwere der

Nebenwirkungen bei Kindern und Erwachsenen vergleichbar sind. Zusätzlich zu den in Tabelle 1gezeigten Nebenwirkungen wurden zwei Fälle von Urtikaria berichtet.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.

4.9 Überdosierung

Während klinischer Studien oder aus Post-Marketing-Daten wurden keine schwerwiegenden

Nebenwirkungen bei einer akuten Überdosierung berichtet. Dennoch kann die Gefahr von

Nebenwirkungen nicht ausgeschlossen werden und daher wird zu den üblichen unterstützenden

Maßnahmen geraten.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Antidiarrhoika und intestinale Antiphlogistika/Antiinfektiva,

Antibiotika, ATC-Code: A07AA12

Wirkmechanismus

Fidaxomicin ist ein Antibiotikum aus der Klasse der Makrozykline.

Fidaxomicin ist bakterizid wirksam und hemmt die RNA-Synthese durch die bakterielle

RNA-Polymerase. Es beeinflusst die RNA-Polymerase an anderer Stelle als Rifamycine. Die

Hemmung der RNA-Polymerase von Clostridioides tritt in einer Konzentration ein, die 20-malniedriger ist als bei dem entsprechenden Enzym von E. coli (1 μM vs. 20 μM). Dies erklärt zum Teildie signifikante Spezifität der Aktivität von Fidaxomicin. Es wurde gezeigt, dass Fidaxomicin die

Sporulation von C. difficile in vitro hemmt.

Pharmakokinetische/Pharmakodynamische (PK/PD) Beziehung

Fidaxomicin ist ein lokal wirksames Arzneimittel. Als topisches Arzneimittel kann keine systemische

PK/PD-Beziehung bestimmt werden, jedoch zeigen In-vitro-Daten, dass Fidaxomicin über einezeitabhängige bakterizide Aktivität verfügt und dass die Zeit über der MHK der Parameter mit dergrößtmöglichen Aussagekraft zur klinischen Wirksamkeit ist.

Breakpoint-Werte

Fidaxomicin ist ein topisch wirksames Arzneimittel, das nicht zur Behandlung systemischer

Infektionen angewendet werden kann. Daher ist eine Bestimmung von klinischen Breakpoint-Wertennicht relevant. Der epidemiologische Cut-off-Wert für Fidaxomicin und C. difficile zur

Unterscheidung der Wildtyp-Population von Isolaten mit erworbenen Resistenzeigenschaften liegt bei≥ 1,0 mg/l.

Antimikrobielles Wirkspektrum

Fidaxomicin ist ein Antibiotikum mit engem Wirkspektrum und bakterizider Wirkung gegen

C. difficile. Die MHK90 von Fidaxomicin gegenüber C. difficile liegt bei 0,25 mg/l und die MHK90 des

Hauptmetaboliten OP-1118 bei 8 mg/l. Gram-negative Erreger sind intrinsisch nicht empfindlichgegenüber Fidaxomicin.

Auswirkungen auf die intestinale Mikrobiota

Studien zeigten, dass die Behandlung mit Fidaxomicin keinen Einfluss auf die Bacteroides-

Konzentrationen oder andere wichtige Komponenten der Mikrobiota im Stuhl von CDI-Patientenhatte.

Resistenzmechanismus

Es sind keine übertragbaren Elemente bekannt, die eine Resistenz gegenüber Fidaxomicin verleihen.

Darüber hinaus wurden keinerlei Kreuzresistenzen mit anderen Antibiotikaklassen entdeckt,einschließlich Betalaktame, Makrolide, Metronidazol, Chinolone, Rifampicin und Vancomycin.

Spezifische Mutationen der RNA-Polymerase sind mit einer verminderten Empfindlichkeit gegenüber

Fidaxomicin verbunden.

Klinische Wirksamkeit bei Erwachsenen

Die Wirksamkeit von Fidaxomicin wurde in zwei zulassungsrelevanten, randomisierten,doppelblinden Phase-3-Studien (Studie 003 und 004) untersucht. Fidaxomicin wurde mit oralangewendetem Vancomycin verglichen. Der primäre Endpunkt war die klinische Heilung nach 12

Tagen.

Die Nicht-Unterlegenheit von Fidaxomicin gegenüber Vancomycin wurde in beiden Studiennachgewiesen (siehe Tabelle 2).

Tabelle 2: Kombinierte Ergebnisse der Studien 003 und 004

Per Protokoll Analyse Fidaxomicin Vancomycin(200 mg 2 x täglich für (125 mg 4 x täglich für 95%-Konfidenz-(PP) 10 Tage) 10 Tage) intervall*

Klinische Heilung 91,9% 90,2%(442/481 Patienten) (467/518 Patienten) [-1,8, 5,3]modifizierte Intent-to- Fidaxomicin Vancomycin 95%-Konfidenz-

Treat Analyse (mITT) (200 mg 2 x täglich) (125 mg 4 x täglich) intervall*

Klinische Heilung 87,9% 86,2%(474/539 Patienten) (488/566 Patienten) [-2,3, 5,7]

*für Behandlungsunterschied

Als sekundärer Endpunkt wurde die Rezidivrate innerhalb von 30 Tagen nach der Behandlungbewertet. Die Rezidivrate (einschließlich Rückfälle) war mit Fidaxomicin signifikant niedriger (14,1%versus 26,0% mit einem 95%-KI von [-16,8%, -6,8%]), jedoch waren diese Studien nicht prospektivdarauf ausgelegt, die Prävention einer Reinfektion mit einem neuen Stamm nachzuweisen.

Beschreibung der Patientenpopulation in den zulassungsrelevanten klinischen Prüfungen an

Erwachsenen

In den beiden Zulassungsstudien an Patienten mit CDI waren 47,9% (479/999) der Patienten (Per-

Protokoll-Kollektiv) ≥ 65 Jahre alt und 27,5% (275/999) der Patienten wurden während des

Untersuchungszeitraums gleichzeitig mit weiteren Antibiotika behandelt. 24% der Patienten erfülltenbei Behandlungsbeginn mindestens eines der folgenden drei Kriterien zur Bewertung des

Schweregrads: Körpertemperatur > 38,5 °C, Leukozytenzahl > 15.000 oder Kreatininkonzentration≥ 1,5 mg/dl. Patienten mit fulminanter Kolitis und Patienten mit mehreren CDI-Episoden (definiert alsmehr als eine vorangegangene Episode innerhalb der vergangenen 3 Monate) waren von der

Teilnahme an den Studien ausgeschlossen.

Studie mit der verlängerten gepulsten Dosierung von Fidaxomicin (EXTEND)

EXTEND war eine randomisierte, offene Studie, in der die verlängerte gepulste Fidaxomicin-

Dosierung mit oral angewendetem Vancomycin verglichen wurde. Der primäre Endpunkt war dieanhaltende klinische Heilung 30 Tage nach Behandlungsende (Tag 55 für Fidaxomicin, Tag 40 für

Vancomycin). Die anhaltende klinische Heilung 30 Tage nach Behandlungsende war für Fidaxomicinsignifikant höher als für Vancomycin (siehe Tabelle 3).

Tabelle 3: Ergebnisse der EXTEND-Studiemodifizierte Intent- Fidaxomicinto-Treat Analyse (200 mg 2 x täglich für 5 Vancomycin 95%-Konfidenz-(mITT) Tage, dann 1 x 200 mg (125 mg 4 x täglich für 10 intervall*jeden zweiten Tag) Tage)

Klinische Heilung 30

Tage nach 70,1% 59,2%

Behandlungsende (124/177 Patienten) (106/179 Patienten) [1,0, 20,7]

* für Behandlungsunterschied

Beschreibung der Patientenpopulation in der Studie mit der verlängerten gepulsten Dosierung von

Fidaxomicin

Die Studie wurde mit Erwachsenen ab 60 Jahren und älter durchgeführt. Das Durchschnittsalter der

Patienten betrug 75 Jahre. 72% (257/356) erhielten innerhalb der letzten 90 Tage andere Antibiotika.36,5% hatten eine schwere Infektion.

Kinder und Jugendliche

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Fidaxomicin bei Kindern und Jugendlichen ab der Geburt biszum Alter von < 18 Jahren wurden in einer multizentrischen, Prüfarzt-verblindeten, randomisierten

Parallelgruppenstudie untersucht, in der 148 Patienten randomisiert im Verhältnis 2:1 entweder

Fidaxomicin oder Vancomycin zugeordnet wurden. Insgesamt wurden 30, 49, 40 bzw. 29 Patienten inden Altersgruppen von der Geburt bis < 2 Jahre, 2 bis < 6 Jahre, 6 bis < 12 Jahre bzw. 12 bis< 18 Jahre randomisiert. Das bestätigte klinische Ansprechen der CDI 2 Tage nach Ende der

Behandlung war in der Gesamtpopulation der Kinder und Jugendlichen zwischen der Fidaxomicin-und der Vancomycin-Gruppe vergleichbar (77,6% versus 70,5% mit einer Prozentpunktdifferenz von7,5% und einem 95%-KI für die Differenz von [-7,4%, 23,9%]). Die Rezidivrate war 30 Tage nach

Behandlungsende unter Fidaxomicin numerisch geringer (11,8% versus 29,0%), aber der Unterschiedist nicht statistisch signifikant (Prozentpunktdifferenz −15,8% und 95%-KI für die Differenz [−34,5%,0,5%]). Die beiden Behandlungen wiesen ein ähnliches Sicherheitsprofil auf.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption

Die Bioverfügbarkeit beim Menschen ist nicht bekannt. Bei gesunden Erwachsenen beträgt die Cmaxnach Verabreichung von 200 mg Fidaxomicin etwa 9,88 ng/ml und die AUC0-t 69,5 ng x h/ml miteiner Tmax von 1,75 Stunden. Bei Patienten mit CDI fallen die durchschnittlichen maximalen

Plasmakonzentrationen von Fidaxomicin und seinem Hauptmetaboliten OP-1118 tendenziell 2- bis6-mal höher aus als bei gesunden Erwachsenen. Nach Verabreichung von 200 mg Fidaxomicin alle12 Stunden über 10 Tage war eine sehr begrenzte Akkumulation von Fidaxomicin oder OP-1118 im

Plasma zu beobachten.

Die Cmax von Fidaxomicin und OP-1118 im Plasma fiel nach einer fettreichen Mahlzeit um 22% bzw.33% niedriger aus als im nüchternen Zustand, allerdings war das Ausmaß der Exposition (AUC0-t)äquivalent.

Fidaxomicin und dessen Metabolit OP-1118 sind Substrate von P-gp.

In-vitro-Studien zeigten, dass Fidaxomicin und der Metabolit OP-1118 Inhibitoren, jedoch keine

Substrate der Transporter BCPR, MRP2 und OATP2B1 sind. Im Rahmen der klinischen Anwendunghat Fidaxomicin keinen klinisch relevanten Einfluss auf die Exposition von Rosuvastatin, einem

Substrat für OATP2B1 und BCRP (siehe Abschnitt 4.5). Die klinische Relevanz der Hemmung von

MRP2 ist noch nicht bekannt.

Verteilung

Das Verteilungsvolumen beim Menschen ist aufgrund der sehr begrenzten Resorption von

Fidaxomicin nicht bekannt.

Biotransformation

Aufgrund der geringen systemischen Resorption von Fidaxomicin wurden keine ausführlichen

Untersuchungen von Metaboliten im Plasma durchgeführt. Ein Hauptmetabolit, OP-1118, wird durch

Hydrolyse des Isobutyrylesters gebildet. In-vitro-Studien zum Metabolismus zeigten, dass die Bildungvon OP-1118 nicht von CYP450-Enzymen abhängig ist. Dieser Metabolit zeigt ebenfalls antibiotische

Aktivität (siehe Abschnitt 5.1).

Fidaxomicin bewirkt in vitro weder eine Induktion noch eine Inhibition von CYP450-Enzymen.

Elimination

Nach einmaliger Verabreichung von 200 mg Fidaxomicin wurde der größte Teil der verabreichten

Dosis (mehr als 92%) in Form von Fidaxomicin oder seines Metaboliten OP-1118 (66%) im Stuhlnachgewiesen. Die Haupteliminationswege für systemisch verfügbares Fidaxomicin sind nichtbeschrieben. Die Elimination über den Urin ist zu vernachlässigen (< 1%). Im menschlichen Urinwaren nur sehr geringe Konzentrationen an OP-1118 und kein Fidaxomicin nachweisbar. Die

Halbwertszeit von Fidaxomicin beträgt etwa 8-10 h.

Spezielle Patientenpopulationen
Ältere Patienten

Die Plasmaspiegel scheinen bei älteren Patienten (≥ 65 Jahre alt) erhöht zu sein. Die Spiegel von

Fidaxomicin und OP-1118 lagen bei Patienten ≥ 65 Jahre um das Zweifache höher, verglichen mit

Patienten < 65 Jahre. Diese Unterschiede werden als nicht klinisch relevant erachtet.

Kinder und Jugendliche1 bis 5 Stunden nach Anwendung der Filmtabletten betrug die mittlere (SD) Plasmakonzentration von

Fidaxomicin bei Kindern und Jugendlichen ab der Geburt bis zum Alter von < 18 Jahren48.53 (69.85) ng/ml and 143.63 (286.31) ng/ml für Fidaxomicin bzw. seinen Hauptmetaboliten

OP-1118.

Patienten mit chronisch entzündlicher Darmerkrankung

Die Daten einer offenen, einarmigen Studie an erwachsenen CDI-Patienten mit begleitender chronischentzündlicher Darmerkrankung (CED) ergaben keinen wesentlichen Unterschied zwischen Patientenmit CED im Vergleich zu Patienten aus anderen Studien ohne CED im Hinblick auf die

Plasmakonzentrationen von Fidaxomicin oder seines Hauptmetaboliten, OP-1118. Die maximalen

Spiegel von Fidaxomicin und OP-1118 im Plasma von CDI-Patienten mit begleitender CED lagen im

Bereich der Werte, die bei CDI-Patienten ohne CED festgestellt wurden.

Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion

Begrenzte Daten von erwachsenen Patienten mit anamnestisch aktiver chronischer Leberzirrhose im

Rahmen der Phase-3-Studien zeigen, dass die Plasmaspiegel von Fidaxomicin und OP-1118 im

Vergleich zu nicht-zirrhotischen Patienten im Median etwa um das 2- bis 3-Fache höher liegen.

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion

Begrenzte Daten von erwachsenen Patienten legen nahe, dass zwischen Patienten mit eingeschränkter

Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance < 50 ml/min) und Patienten mit normaler Nierenfunktion(Kreatinin-Clearance ≥ 50 ml/min) hinsichtlich der Plasmakonzentrationen von Fidaxomicin oder

OP-1118 kein wesentlicher Unterschied besteht.

Geschlecht, Körpergewicht und ethnische Zugehörigkeit

Begrenzten Daten zufolge haben Geschlecht, Körpergewicht und ethnische Zugehörigkeit auf die

Plasmakonzentrationen von Fidaxomicin oder OP-1118 keinen wesentlichen Einfluss.

5.3 Präklinische Sicherheitsdaten

Basierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, Toxizität bei wiederholter

Gabe, Genotoxizität und Reproduktionstoxizität lassen die präklinischen Daten keine besonderen

Gefahren für den Menschen erkennen.

Die Reproduktions- und Fertilitätsparameter von Ratten, die mit Fidaxomicin-Dosen bis zu6,3 mg/kg/Tag (intravenös) behandelt wurden, zeigten keine statistisch signifikanten Abweichungen.

Bei Jungtieren wurden keine Zielorgane für Toxizität beobachtet und in den präklinischen Studienwurden keine bedeutenden potenziellen Risiken gesehen, die für Kinder und Jugendliche relevant seinkönnten.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Tablettenkern:

Mikrokristalline Cellulose

Vorverkleisterte Stärke (Mais)

Hyprolose

Butylhydroxytoluol (Ph.Eur.)

Carboxymethylstärke-Natrium

Magnesiumstearat

Umhüllung:

Polyvinylalkohol

Titandioxid (E171)

Talkum

Macrogol

Lecithin (Soja)

6.2 Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3 Haltbarkeit

3 Jahre.

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

100 x 1 Filmtablette in perforierten Aluminium/Aluminium-Blisterpackungen zur Abgabe von

Einzeldosen.20 x 1 Filmtablette in perforierten Aluminium/Aluminium-Blisterpackungen zur Abgabe von

Einzeldosen.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.

7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS

Tillotts Pharma GmbH

Warmbacher Strasse 8079618 Rheinfelden

Deutschland

8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)

EU/1/11/733/003-004

9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG

ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 5. Dezember 2011

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 22. August 2016

10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs

Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen

Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu verfügbar.