Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels DEFITELIO 80mg / ml konzentrierte infusionslösung
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
Defitelio 80 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Ein ml Konzentrat enthält 80 mg Defibrotid* entsprechend einer Menge von 200 mg in 2,5 ml in einer
Durchstechflasche und entsprechend einer Konzentration zwischen 4 mg/ml und 20 mg/ml nach
Verdünnung.* hergestellt aus Darmschleimhaut von Schweinen.
Sonstiger Bestandteil mit bekannter WirkungJede Durchstechflasche enthält 0,89 mmol (entspricht 20,4 mg) Natrium.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung (steriles Konzentrat).
Die Lösung ist klar hellgelb bis braun, frei von Partikeln und weist keine Trübung auf.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Defitelio wird angewendet für die Behandlung von schwerer hepatischer venookklusiver Erkrankung(VOD), die auch als sinusoidales Obstruktionssyndrom (SOS) bezeichnet wird, bei hämatopoetischer
Stammzelltransplantation (HSCT).
Es wird angewendet bei Erwachsenen, Jugendlichen, Kindern und Kleinkindern im Alter ab 1 Monat.
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
Defitelio muss den Patienten von einem Facharzt, der Erfahrung in der Diagnose und Behandlung von
Komplikationen bei HSCT besitzt, verschrieben und verabreicht werden.
DosierungDie empfohlene Dosis beträgt 6,25 mg/kg Körpergewicht alle 6 Stunden (25 mg/kg/Tag).
Es liegen nur begrenzte Wirksamkeits- und Sicherheitsdaten für höhere Dosen vor. Daher wird nichtempfohlen, die Dosis über 25 mg/kg/Tag zu erhöhen.
Die Behandlung soll für mindestens 21 Tage gegeben und solange fortgesetzt werden, bis die Zeichenund Symptome der schweren VOD abklingen.
NierenfunktionsstörungFür Patienten mit Nierenfunktionsstörungen oder unter intermittierender Hämodialyse ist keine
Dosisanpassung erforderlich (siehe Abschnitt 5.2).
LeberfunktionsstörungEs wurden keine formalen pharmakokinetischen Studien bei Patienten mit Leberfunktionsstörungdurchgeführt. Das Arzneimittel wurde jedoch in klinischen Studien bei Patienten, die eine
Leberfunktionsstörung entwickelten, ohne Dosisanpassung angewendet, und es wurden keine
Sicherheitsbedenken identifiziert. Daher wird keine Dosisanpassung empfohlen, doch die Patientensollten sorgfältig überwacht werden (siehe Abschnitt 5.2).
Kinder und JugendlicheDie empfohlene Dosis für Kinder im Alter von 1 Monat bis 18 Jahren ist dieselbe Dosis in mg/kg wiefür Erwachsene, d. h. 6,25 mg/kg Körpergewicht alle 6 Stunden.
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Defibrotid bei Kindern im Alter unter 1 Monat ist bisher nochnicht erwiesen. Es liegen keine Daten vor. Die Anwendung von Defitelio bei Kindern im Alter untereinem Monat wird nicht empfohlen.
Art der AnwendungDefitelio ist zur intravenösen Anwendung bestimmt. Es wird als intravenöse Infusion über zwei
Stunden verabreicht.
Defitelio muss vor der Anwendung stets verdünnt werden. Es kann mit 5%iger
Glukose-Infusionslösung oder Natriumchlorid 9 mg/ml (0,9 %) Infusionslösung auf eine geeignete
Konzentration verdünnt werden, die eine Infusion über 2 Stunden ermöglicht. Das
Gesamtinfusionsvolumen sollte sich nach dem Gewicht des einzelnen Patienten richten. Die
Endkonzentration von Defitelio sollte im Bereich von 4 mg/ml bis 20 mg/ml liegen.
Die Durchstechflaschen sind zum Einmalgebrauch bestimmt, und die nicht verbrauchte Lösung einer
Einzeldosis muss verworfen werden (siehe Abschnitt 6.6).
Hinweise zur Verdünnung des Arzneimittels vor der Anwendung, siehe Abschnitt 6.6.
4.3 Kontraindikationen
− Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.− Gleichzeitige Anwendung einer thrombolytischen Therapie (z. B. t-PA) (siehe Abschnitt 4.5).
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
RückverfolgbarkeitUm die Rückverfolgbarkeit biologischer Arzneimittel zu verbessern, sollten die Bezeichnung des
Arzneimittels und die Chargenbezeichnung des angewendeten Arzneimittels eindeutig dokumentiertwerden.
Die Anwendung von Arzneimitteln, die das Blutungsrisiko erhöhen, innerhalb von 24 Stunden voroder nach der Gabe von Defitelio (innerhalb von 12 Stunden im Falle von unfraktioniertem Heparin)wird nicht empfohlen.
Eine gleichzeitige systemische Antikoagulationstherapie (z. B. Heparin, Warfarin, direkte
Thrombininhibitoren und direkte Faktor-Xa-Inhibitoren) (siehe Abschnitt 4.5), außer zurroutinemäßigen Erhaltung oder Wiedereröffnung eines zentralvenösen Zugangs, erfordert einesorgfältige Überwachung. Während der Anwendung einer derartigen Therapie ist das Absetzen von
Defitelio in Erwägung zu ziehen.
Arzneimittel, welche die Thrombozytenaggregation beeinflussen (z. B. nichtsteroidale
Antiphlogistika) sollten während der Anwendung von Defitelio mit Vorsicht und unter engmaschigerärztlicher Überwachung angewendet werden.
Bei Patienten, die klinisch relevante transfusionsbedürftige akute Blutungen haben oder entwickeln,wird Defitelio nicht empfohlen oder sollte abgesetzt werden. Ein vorübergehendes Absetzen von
Defitelio wird bei Patienten empfohlen, die sich einer Operation oder einem invasiven Eingriff miterheblichem Risiko für schwere Blutungen unterziehen.
Die Gabe von Defibrotid bei Patienten mit hämodynamischer Instabilität, definiert als Unfähigkeit zur
Aufrechterhaltung des mittleren arteriellen Blutdrucks mit einem Vasopressor, wird nicht empfohlen.
Eine Bolusgabe von Defitelio kann Hautrötung oder ein 'allgemeines Hitzegefühl“ verursachen.
Sonstige BestandteileDieses Arzneimittel enthält 20,4 mg Natrium pro Durchstechflasche, entsprechend 1,02 % der von der
WHO für einen Erwachsenen empfohlenen maximalen täglichen Natriumaufnahme mit der Nahrungvon 2 g.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Potenzielle Wechselwirkungen mit rekombinantem t-PA
In einem Mausmodell der Thromboembolie potenzierte rekombinanter t-PA die antithrombotische
Wirkung von intravenös verabreichtem Defibrotid. Daher kann die gleichzeitige Anwendung zu einemerhöhten Blutungsrisiko führen und ist kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).
Potenzielle Wechselwirkungen mit antithrombotischen Fibrinolytika
Defibrotid hat eine profibrinolytische Wirkung (siehe Abschnitt 5.1) und kann die Aktivität vonantithrombotischen/fibrinolytischen Arzneimitteln potenziell verstärken.
Es liegen zurzeit keine Erfahrungsberichte bei Patienten unter gleichzeitiger Behandlung mitniedermolekularen Heparinen (LMWH), Warfarin oder gleichzeitiger Behandlung mit direkten
Thrombininhibitoren (z. B. Dabigatran) oder direkten Faktor-Xa-Inhibitoren (z. B. Rivaroxaban und
Apixaban) vor. Deshalb wird die Anwendung von Defibrotid zusammen mitantithrombotischen/fibrinolytischen Arzneimitteln nicht empfohlen.
Wenn diese Arzneimittel jedoch in Ausnahmefällen gleichzeitig angewendet werden, ist Vorsichtgeboten, indem die Gerinnungsparameter engmaschig überwacht werden (siehe Abschnitt 4.4).
Potenzielle Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln
Defibrotid hemmt oder induziert keine CYP450-Enzyme (siehe Abschnitt 5.2).
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
Kontrazeption bei Männern und FrauenEine wirksame Kontrazeption ist für Patienten und Partner von Patienten während der Expositiongegenüber Defitelio und für die Dauer von einer Woche nach Absetzen der Behandlung erforderlich.
SchwangerschaftBisher liegen keine Studien zur Anwendung von Defibrotid bei Schwangeren vor. Embryofetaleentwicklungstoxikologische Studien an trächtigen Ratten und Kaninchen mit Defibrotid-Dosen naheder empfohlenen therapeutischen Dosis bei Menschen ergaben eine hohe Rate von hämorrhagischen
Aborten (siehe Abschnitt 5.3).
Defitelio darf während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, dass eine
Behandlung mit Defitelio aufgrund des klinischen Zustandes der Frau erforderlich ist.
StillzeitEs ist nicht bekannt, ob Defibrotid in die Muttermilch übergeht. In Anbetracht der Art des
Arzneimittels ist ein Risiko für das Neugeborene/Kind nicht zu erwarten. Defitelio kann während der
Stillzeit angewendet werden.
FertilitätBisher liegen keine Studien zur Untersuchung der Wirkungen von Defibrotid auf die menschliche
Fertilität vor.
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
MaschinenDefitelio hat keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die
Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen. Allerdings ist anzunehmen, dass die Patienten aufgrund der
Art ihrer zugrundeliegenden Erkrankung kein Fahrzeug führen oder Maschinen bedienen.
4.8 Nebenwirkungen
Zusammenfassung des SicherheitsprofilsDie Sicherheitsbewertung von Defibrotid basiert auf dem gepoolten Datensatz zur Sicherheit, der
Patienten aus 4 klinischen Studien umfasste, die 25 mg/kg/Tag Defibrotid zur Behandlung von VODerhielten: der pivotalen Phase-3-Behandlungsstudie (2005-01), der Treatment-IND-Studie, der
Dosisfindungsstudie (99-118) und einer kontrollierten, randomisierten Prophylaxe-Studie(2004-000592-33). In der pivotalen Phase-3-Behandlungsstudie war die Gesamtinzidenz vonunerwünschten Ereignissen in der Defibrotid-Behandlungsgruppe und in der Kontrollgruppe(historische Kontrollen) vergleichbar.
Die tabellarische Auflistung der Nebenwirkungen enthält die im gepoolten Datensatz zur Sicherheitbeobachteten UAW [UAW = alle Ereignisse, die mindestens zwei Mal als möglicherweisebehandlungsbedingt gemeldet wurden] und die in der vollständig abgeschlossenen Treatment-IND-
Studie 2006-05 beobachteten TAUE [TAUE = alle UE, die nach der ersten Dosis von Defibrotideingesetzt oder sich verschlimmert haben]. Für die berichteten Nebenwirkungen wurde in derfolgenden Tabelle die größte Häufigkeit angegeben. Die Sicherheitsdaten aus der pivotalen Studiewerden durch Daten aus der abgeschlossenen Treatment-IND-Studie unterstützt und bestätigt.
Die häufigsten Nebenwirkungen, die während der Behandlung von hepatischer VOD beobachtetwurden, sind Blutungen (darunter unter anderem auch gastrointestinale Blutungen, Lungenblutungenund Nasenbluten) und Hypotonie.
Obwohl in den Studien mit Defibrotid bei VOD keine Überempfindlichkeit berichtet wurde, wurden
Fälle von Überempfindlichkeit einschließlich Anaphylaxie bei einer früher in Verkehr befindlichen
Formulierung von Defibrotid gemeldet. Daher wird Überempfindlichkeit als Nebenwirkungaufgeführt.
Tabellarische Liste der NebenwirkungenDie beobachteten Nebenwirkungen werden nachstehend nach Systemorganklasse und Häufigkeitaufgelistet. Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen nach abnehmendem
Schweregrad angegeben. Die Häufigkeiten sind wie folgt definiert: sehr häufig (≥ 1/10), häufig(≥ 1/100, < 1/10), gelegentlich (≥ 1/1 000, < 1/100), selten (≥ 1/10 000, < 1/1 000), sehr selten(< 1/10 000).
Erkrankungen des Blutes und des LymphsystemsHäufig Koagulopathie
Erkrankungen des ImmunsystemsGelegentlich Überempfindlichkeit
Anaphylaktische Reaktion
Erkrankungen des NervensystemsHäufig Hirnblutung
Gelegentlich Zerebrales Hämatom
AugenerkrankungenGelegentlich Bindehautblutung
GefäßerkrankungenSehr häufig Hypotonie
Häufig Blutung
Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und MediastinumsHäufig Lungenblutung
Epistaxis
Gelegentlich Hämothorax
Erkrankungen des GastrointestinaltraktsHäufig Gastrointestinale Blutung
ErbrechenDiarrhöÜbelkeit
Hämatemesis
Blutung im Mund
Gelegentlich Melaena
Erkrankungen der Haut und des UnterhautgewebesHäufig Hautausschlag
PruritusPetechien
Gelegentlich Ekchymose
Erkrankungen der Nieren und HarnwegeHäufig Hämaturie
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am VerabreichungsortHäufig Blutung an Kathetereintrittsstelle
Fieber
Gelegentlich Blutung an der Injektionsstelle
Kinder und JugendlicheIn den Behandlungsstudien handelte es sich bei über 50 % der Patienten um Kinder. Bei Dosen überder empfohlenen Dosis von 25 mg/kg/Tag war ein höherer Anteil von Patienten mit
Blutungsereignissen in der Hochdosisgruppe zu beobachten. Da jedoch viele Ereignisse in der
Nachbeobachtungsphase auftraten, konnte kein klarer Zusammenhang mit der Behandlung mit
Defibrotid festgestellt werden. In der pädiatrischen Präventionsstudie war bei 25 mg/kg/Tag eineerhöhte Inzidenz von Blutungsereignissen in der Defibrotid-Gruppe, verglichen mit der
Behandlungsgruppe, zu beobachten.
Es bestand jedoch kein Unterschied in der Inzidenz von schwerwiegenden Blutungen oder
Blutungsereignissen mit tödlichem Ausgang.
Davon abgesehen sind Häufigkeit, Art und Schwere der Nebenwirkungen bei Kindern gleich wie bei
Erwachsenen. Es sind keine besonderen Vorsichtsmaßnahmen angezeigt.
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
Es gibt kein spezifisches Antidot für eine Überdosierung, die daher symptomatisch behandelt werdensollte. Defibrotid wird nicht durch Dialyse entfernt (siehe Abschnitt 5.2).
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Andere antithrombotische Mittel; ATC-Code: B01AX01
WirkmechanismusDefibrotid ist eine Mischung aus Oligonukleotiden mit nachgewiesener antithrombotischer,fibrinolytischer, antiadhäsiver und entzündungshemmender Wirkung. Der Wirkmechanismus istmultifaktoriell. Es wirkt hauptsächlich durch die Verringerung der übermäßigen Aktivierung der
Endothelzellen (Endotheldysfunktion), durch die Modulation der Endothelhomöostase sowie durch die
Wiederherstellung des thrombo-fibrinolytischen Gleichgewichts. Der genaue Wirkmechanismus von
Defibrotid ist jedoch noch nicht vollständig geklärt.
Defibrotid hat in vitro und in vivo antithrombotische und fibrinolytische Wirkungen gezeigt, und zwardurch Verstärkung der Expression des systemischen Gewebefaktorweg-Hemmers (TFPI), des
Gewebeplasminogenaktivators (t-PA) und des Thrombomodulins (TM); durch Verringerung der
Expression des von-Willebrand-Faktors (vWF) und der Expression des Plasminogenaktivator-
Inhibitors 1 (PAI-1) sowie durch Erhöhung der enzymatischen Aktivität von Plasmin zur Hydrolysevon Fibringerinnseln.
In vitro- und in vivo-Studien haben gezeigt, dass Defibrotid die Adhäsion von Leukozyten und
Thrombozyten an das Endothel hemmt, indem es P-Selektin und das vaskuläre
Zelladhäsionsmolekül-1 (VCAM)-1 unterdrückt; die durch LFA-1-ICAM (Lymphozytenfunktion-assoziiertes Antigen-1-interzelluläres Adhäsionsmolekül) vermittelte Leukozytentransmigration störtund Stickstoffmonoxid (NO), Prostaglandin I2 (PGI2) und Prostaglandin E2 (PGE2) erhöht.
In vitro zeigt Defibrotid entzündungshemmende Effekte, wodurch die Freisetzung und Bildung vonreaktiven Sauerstoffspezies und Entzündungsmediatoren wie Interleukin 6, Thromboxan A2,
Leukotrien B4 und Tumornekrosefaktor-α (TNF-α) abgeschwächt wird.
Defibrotid schützt Endothelzellen vor Schäden und fördert die Gewebshomöostase, indem es die durch
Fludarabin vermittelte Apoptose von Endothelzellen unter Beibehaltung der antileukämischen
Wirkung verringert und die Expression von Heparanase hemmt, die in In-vitro- bzw. In-vivo-Studiengezeigt wird.
Klinische Wirksamkeit und SicherheitBehandlung von VOD
Die Wirksamkeit und Sicherheit von Defibrotid bei der Behandlung von schwerer VOD wurde ineiner pivotalen historisch-kontrollierten Phase-3-Studie (2005-01) untersucht. Vierundvierzig Kinderund 58 erwachsene Patienten mit schwerer VOD nach HSCT wurden mit Defitelio 25 mg/kg/Tag alsintravenöse Infusion behandelt und mit 32 historischen Kontrollpatienten verglichen. Die mediane
Therapiedauer bei den mit Defitelio behandelten Patienten betrug 22 Tage.
In der mit Defitelio behandelten Gruppe erreichte ein signifikant höherer Anteil an Patienten einvollständiges Ansprechen, definiert als Gesamtbilirubin unter 2 mg/dl und Abklingen des
Multiorganversagens (MOF). Das vollständige Ansprechen bis zum Tag +100 betrug 23,5 % (24/102)mit Defitelio versus 9,4 % (3/32) in der historischen Kontrollgruppe (p = 0,013). Außerdem wurde die
Tag +100-Überlebensrate in der Defitelio-Gruppe verbessert: 38,2 % (39/102) der Patientenüberlebten, verglichen mit 25,0 % (8/32) in der historischen Kontrollgruppe (p = 0,034).
Die Wirksamkeitsdaten dieser pivotalen Studie werden gestützt und bestätigt durch die Daten einer
Dosisfindungsstudie (25 mg/kg-Arm) und der offenen IND-Behandlungsstudie, die in Tabelle 1aufgeführt sind.
Tabelle 1: Ergebnisse der Behandlungsstudie: Vollständiges Ansprechen und Überlebensratevon schwerer VOD bis Tag +100
Einzelstudien
Dosisfindung Offene IND- Historisch kontrollierte Studie(25-mg/kg/Tag- Behandlung (25 mg/kg/Tag)
Arm) (25 mg/kg/Tag) Defibrotid- Historische
Gruppe Kontrolle
Vollständiges
Ansprechen bis 43 % 39,3 % 23,5 % 9,4 %(24/102) (3/32)
Tag +100 (32/75) (201/512)p = 0,0131
Überleben bis 43,9 %* 49,5 %* 38,2 %* 25,0 %*
Tag+100 p = 0,0341
* = Kaplan-Meier-Schätzungen für Zeit-bis-Ereignis-Analyse am Tag+100
Verfügbare Daten zu Behandlungsergebnissen von 611 Patienten, die wegen nicht-schwerer undschwerer VOD nach Transplantation auf Compassionate-Use-Basis mit Defitelio behandelt wurden,stimmen mit den kontrollierten klinischen Studien überein: Die vollständige Ansprechrate beträgt24 % (51/212) und die Überlebensrate 37 % (78/212) in der Untergruppe der Patienten mit schwerer
VOD.
Coppell et al. berichteten 2010 über Daten einer großen Metaanalyse mit 235 Patienten mit schwerer
VOD, die eine Basis-Mortalitätsrate bei schwerer VOD von 84,3 % zeigte. Laut dieser Metaanalyseblieb diese Mortalitätsrate über mehrere Jahrzehnte konstant.
Die Daten eines unabhängigen US-amerikanischen Registers zeigten eine positive Wirkung von
Defitelio in der klinischen Routinepraxis. Bei einer Zwischenanalyse des laufenden Registers lagen
Daten von 96 Patienten mit schwerer VOD vor.
Die Tag +100-Gesamtmortalität betrug 69 % bei Patienten mit schwerer VOD, die nicht mit
Defibrotid behandelt wurden, und 61 % bei den Patienten, die Defibrotid erhielten. Diese Datenstammen aus einem offenen Register, und die Patienten wurden nicht randomisiert.
Die folgende Tabelle 2 zeigt weitere Informationen zu diesem Register.
Tabelle 2: US-Registerdaten
Nicht mit Defibrotid Mit Defibrotid behandeltbehandelt55 41
Am Tag +100 am Leben 17 (31 %) 16 (39 %)
VOD am Tag +100 abgeklungen 16 (29 %) 21 (51 %)
ProphylaxeEine kontrollierte, randomisierte Prophylaxe-Studie (Studie 2004-000592-33) wurde bei pädiatrischen
Patienten unter HSCT durchgeführt. Die Patienten (n = 356) wurden für eine Behandlung mit25 mg/kg/Tag ab dem Beginn der Konditionierung oder keine Prophylaxe randomisiert.
Es wurde eine 40%ige Verringerung der Gesamtinzidenz von VOD im Defitelio-Prophylaxe-Arm(von 19,9 % im Kontrollarm auf 12,2 % im Defitelio-Arm) gezeigt. Aufgrund der Anwendung einer
Defitelio-Bedarfsbehandlung bei allen Patienten, die eine VOD entwickelten, war die Studie nichtdarauf ausgelegt, einen etwaigen Überlebensvorteil festzustellen, und es wurde auch keiner in dieser
Studie beobachtet.
In sekundären Analysen der Untergruppe von Patienten, bei denen eine allogene Transplantationdurchgeführt wurde, war die Prophylaxe mit Defitelio auch mit einer niedrigeren Inzidenz undweniger akuten Graft-versus-Host-Erkrankungen (aGvHD) der Schweregrade 2 bis 4 bis zum
Tag +100 verbunden.
Eine separate Prophylaxe-Studie (Studie 15-007) mit derselben Defitelio-Dosis von 25 mg/kg/Tag alsintravenöse Infusion wurde bei pädiatrischen Patienten (n = 198) sowie Erwachsenen (n = 174) nacheiner HSCT durchgeführt. Die häufigsten Grunderkrankungen der Patienten waren akutelymphoblastische Leukämie (n = 100) bei 26,9 %, akute myeloische Leukämie (n = 96) bei 25,8 %bzw. Neuroblastom (n = 57) bei 15,3 %. Die Patienten wurden randomisiert zu Defitelio plus besterunterstützender Therapiemaßnahme (Best Supportive Care, BSC) oder BSC allein zugewiesen.
Der primäre Endpunkt des VOD-freien Überlebens bis Tag +30 nach der HSCT wurde nicht erreicht;der Vergleich von Defitelio plus BSC mit BSC allein ergab keinen Unterschied. Die Kaplan-Meier-
Schätzungen (95-%-KI) für das VOD-freie Überleben bis Tag +30 nach der HSCT betrugen 66,8 %(57,8 %; 74,4 %) bei Defitelio-Prophylaxe plus BSC bzw. 72,5 % (62,3 %; 80,4 %) bei BSC allein.
Der p-Wert des stratifizierten Log-Rank-Tests, der das VOD-freie Überleben im Laufe der Zeitzwischen den zwei Behandlungsarmen verglich, betrug 0,8504. Bis Tag +30 nach der HSCT gab es10/190 oder 5,7 % Todesfälle bei Defitelio plus BSC und 5/182 oder 2,9 % Todesfälle bei BSC allein.
Der Anteil der Teilnehmer mit Defitelio plus BSC, bei denen TAUE (99,4 % gegenüber 100 %) undschwere TAUE (40,9 % gegenüber 35,1 %) auftraten, war im Vergleich zum Anteil der Teilnehmermit BSC allein ähnlich.
Kinder und JugendlicheIn den klinischen Studien, die zur Behandlung von VOD durchgeführt wurden, waren über 55 %(780 Patienten) jünger als 18 Jahre. Sicherheits- und Wirksamkeitsinformationen bei Kindern liegenaus drei klinischen Studien zur Behandlung von VOD vor: der pivotalen Phase-3-Behandlungsstudie(2005-01), der Treatment-IND-Studie (2006-05) und der Dosisfindungsstudie (99-118). Die Sicherheitbei pädiatrischen Patienten wurde auch in zwei zusätzlichen Prophylaxe-Studien(Studie 2004-000592-33 und 15-007) untersucht, die im Abschnitt 'Prophylaxe“ oben beschriebensind.
Die Sicherheit und Wirksamkeit bei Kindern im Alter von unter 1 Monat ist bisher noch nichterwiesen.
Kardiale ElektrophysiologieAus den Ergebnissen der QTc-Studie an gesunden Probanden mit therapeutischen undsupratherapeutischen Dosen kann geschlussfolgert werden, dass Defitelio in Dosen, die bis zu 2,4-malso hoch wie therapeutisch angezeigt sind, kein wesentliches bzw. klinisch relevantes
QTc-verlängerndes Potenzial hat. Defitelio könnte in Bezug auf QT-Veränderungen als frei vonproarrhythmischer Toxizität betrachtet werden.
Dieses Arzneimittel wurde unter 'Außergewöhnlichen Umständen“ zugelassen. Das bedeutet, dass esaufgrund der Seltenheit der Erkrankung und aus ethischen Gründen, die der Durchführung einerplazebokontrollierten Studie entgegenstanden, nicht möglich war, vollständige Informationen zudiesem Arzneimittel zu erhalten.
Die Europäische Arzneimittel-Agentur wird alle neuen Informationen, die verfügbar werden, jährlichbewerten, und falls erforderlich, wird die Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittelsaktualisiert werden.
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
Resorption und VerteilungBei 52 gesunden Probanden zeigten sich nach einer einzelnen 6,25-mg/kg-Dosis von Defitelio als2-stündige Infusion die folgenden pharmakokinetischen Parameter:
Tabelle 3: Pharmakokinetische Parameter von Defitelio nach intravenöser Infusion von6,25 mg/kg bei gesunden Probanden
Parameter PK Parameter von Defitelio
Mittelwert ± SD
Cmax (µg/ml) 17,3 ± 3,83tmax (h)# 2,00 (1,00-2,00)
AUCt (µg/ml*h) 26,9 ± 8,53
AUC (µg/ml*h) 48,1 ± 6,49
Vd (ml) 9.934 ± 3.807
CL (l/h) 10,4 ± 1,77
Kel (1/h) 1,25 ± 0,66t1/2 (h) 0,71 ± 0,35# Median (min-max)
Die maximalen Plasmakonzentrationen wurden am Ende der Infusionsdauer erreicht und nahmendanach bei rascher Clearance ab, und in den meisten Proben war 3,5 Stunden nach Beginn der
Infusion kein Wirkstoff mehr nachweisbar.
Die Analyse von Simulationen mittels eines pharmakokinetischen Modells zeigte, dass die
Plasmakonzentrationen von Defitelio nach Gabe mehrerer Dosen und bei Dosen bis zum 4-fachen dertherapeutischen Dosis nicht kumulieren.
Das Verteilungsvolumen beträgt rund 10 l. Studien in vitro zeigen, dass Defitelio zu 93 % an
Plasmaproteine bindet.
EliminationNach Anwendung der therapeutischen Dosis (6,25 mg/kg) bei gesunden Probanden werden innerhalbvon 24 Stunden im Durchschnitt 9,48 % der angewendeten Gesamtdosis unverändert als Defibrotidüber den Urin ausgeschieden, der größte Teil davon (etwa 98 %) während der ersten
Erhebungszeitspanne von 0-4 Stunden.
Metabolismus
Defibrotid hemmt oder induziert keine CYP450-Enzyme.
Besondere PatientengruppenNierenfunktionsstörungSechs Patienten mit einer geschätzten glomerulären Filtrationsrate von < 30 ml/Min/1,73 m2(Berechnung anhand der MDRD- (Modification of Diet in Renal Disease, Ernährungsumstellung bei
Nierenerkrankung) Formel), die zurzeit nicht unter Dialyse waren, wurden mit 6 gesunden Probandenmit ähnlichen demografischen Daten zu Behandlungsbeginn verglichen. Defitelio 6,25 mg/kg wurdebei den Probanden alle 6 Stunden intravenös über jeweils 2 Stunden angewendet. Im Vergleich zu dengesunden Probanden der Kontrollgruppe zeigte sich bei den Probanden mit Nierenfunktionsstörungein 1,6- bzw. 1,4-facher Anstieg von AUC bzw. Cmax, während die Halbwertzeit etwa das Doppeltedes bei gesunden Probanden beobachteten Wertes betrug.
Die über 24 Stunden im Urin ausgeschiedene Menge an Defibrotid betrug bei den Patienten mit
Nierenfunktionsstörung etwa 5 % der angewendeten Gesamtdosis, gegenüber etwa 12 % bei gesunden
Probanden.
Nahezu die gesamte Nierenausscheidung erfolgt innerhalb der ersten 4 Stunden. Eine Akkumulationvon Defibrotid bei mehr als 4 Dosen wurde nicht festgestellt. Unterschiede in der Exposition werdenals klinisch nicht relevant betrachtet. Daher wird bei Patienten mit Nierenfunktionsstörung eine
Dosisanpassung nicht empfohlen (siehe Abschnitt 4.2).
In einer Substudie wurde gezeigt, dass Defibrotid durch eine Hämodialyse nicht entfernt wurde (siehe
Abschnitt 4.2)
LeberfunktionsstörungEs wurden keine formalen pharmakokinetischen Studien bei Patienten mit Leberfunktionsstörungdurchgeführt. Defitelio wurde in klinischen Studien bei Patienten mit Leberfunktionsstörung ohne
Dosisanpassung angewendet, und es wurden keine wesentlichen Sicherheitsbedenken identifiziert(siehe Abschnitt 4.2).
5.3 Präklinische Sicherheitsdaten
Basierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, Toxizität bei wiederholter
Gabe, Genotoxizität und zum kanzerogenen Potenzial lassen die präklinischen Daten keinebesonderen Gefahren für den Menschen erkennen.
Die Hauptbefunde waren eine Akkumulation von vakuolisierten Makrophagen in der Leber von
Hunden und in Leber, Nieren und Lymphknoten von Ratten. Makrophagen gelten als Hauptzielorgan.
Embryofetale Entwicklung
In den Segment-II-Reproduktionsstudien an Ratten und Kaninchen erwies Defibrotid sich als maternaltoxisch, da es bei intravenöser Infusion über zwei Stunden in allen geprüften Dosisstufen, darunterauch Dosen nahe der Humandosis, eine hohe Rate von hämorrhagischen Aborten induzierte. Aufgrunddieser maternalen Toxizität ist keine Schlussfolgerung in Bezug auf die Wirkungen von Defibrotid aufdie embryofetale Entwicklung möglich. Es ist bekannt, dass PAI-2 in der Plazenta charakteristischhochreguliert wird.
Juvenile ToxizitätDie wiederholte intravenöse Gabe von Defibrotid in Dosen unter und nahe der humantherapeutischen
Dosis an juvenile Ratten führte zu einer Verzögerung des mittleren Zeitpunkts der Präputialseparation,was auf einen verzögerten Beginn der männlichen Pubertät bei Ratten hindeutet. Die klinische
Bedeutung dieser Befunde ist jedoch unklar.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
Natriumcitrat-Dihydrat
Salzsäure (zur pH-Einstellung)
Natriumhydroxid (zur pH-Einstellung)
Wasser für Injektionszwecke
6.2 Inkompatibilitäten
Das Arzneimittel darf, außer mit den unter Abschnitt 6.6 aufgeführten, nicht mit anderen
Arzneimitteln gemischt werden.
6.3 Haltbarkeit
Ungeöffnete Durchstechflaschen3 Jahre
Gebrauchsstabilität nach Anbruch und/oder Verdünnung
Aus mikrobiologischer Sicht soll das rekonstituierte Arzneimittel nach Verdünnung sofort verwendetwerden. Die chemische und physikalische Gebrauchsstabilität wurde jedoch für 72 Stunden bei15-25 °C für einen Konzentrationsbereich von 4 mg/ml bis 20 mg/ml in Natriumchlorid 9 mg/ml(0,9 %) Infusionslösung oder 5 % Glukose-Infusionslösung nachgewiesen.
Falls es nicht sofort verwendet wird, liegen die Aufbewahrungszeiten und -bedingungen desrekonstituierten Arzneimittels bis zur Anwendung in der Verantwortung des Anwenders und solltennormalerweise 24 Stunden bei 2-8 °C nicht überschreiten.
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Nicht über 25 ºC lagern. Nicht einfrieren.
Aufbewahrungsbedingungen nach Verdünnung des Arzneimittels, siehe Abschnitt 6.3.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
Durchstechflaschen (klares Typ-I-Glas), verschlossen mit Stopfen (Butylgummi) und Verschluss(Aluminium); enthält 2,5 ml.
Packungsgröße: 10 Durchstechflaschen.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
HandhabungDefitelio ist nur zur einmaligen Anwendung bestimmt.
Das Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung muss mit aseptischer Technik verdünnt werden.
Defitelio soll mit Natriumchlorid 9 mg/ml (0,9 %) Infusionslösung oder 5 %iger Glukose-
Infusionslösung (Konzentrationsbereich und Haltbarkeit der verdünnten Lösung siehe Abschnitt 6.3)auf eine geeignete Konzentration verdünnt werden, die eine 2-stündige Infusiondauer ermöglicht(siehe Abschnitt 4.2).
Zubereitung von Defitelio (mit aseptischer Technik):
1. Die Anzahl der Durchstechflaschen, die zu verdünnen sind, sollte sich nach dem Gewicht des
Patienten richten (siehe Abschnitt 4.2).2. Jede Durchstechflasche ist vor der Verdünnung auf Partikel zu überprüfen. Wenn Partikelfestgestellt werden und/oder die Lösung in der Durchstechflasche nicht klar ist, darf die
Durchstechflasche nicht verwendet werden.
3. Das Gesamtinfusionsvolumen sollte sich nach dem Gewicht des Patienten richten. Die
Endkonzentration von Defitelio sollte im Konzentrationsbereich von 4 mg/ml - 20 mg/ml liegen(siehe Abschnitt 6.3).
4. Aus dem Infusionsbeutel mit Natriumchlorid 9 mg/ml (0,9 %) Infusionslösung bzw. Glukose5 % Infusionslösung eine Menge entnehmen und verwerfen, die dem Gesamtvolumen von
Defitelio, das hinzugefügt werden soll, entspricht.
5. Die benötigte Menge von Defitelio aus den Durchstechflaschen entnehmen undzusammenführen.
6. Die zusammengeführten Mengen von Defitelio der Natriumchlorid 9 mg/ml (0,9 %)
Infusionslösung bzw. der Glukose 5 % Infusionslösung hinzufügen.
7. Die Infusionslösung vorsichtig mischen.8. Vor der Anwendung die Lösung visuell auf Partikel überprüfen. Nur klare Lösungen ohnesichtbare Partikel dürfen verwendet werden. Die Farbe der verdünnten Lösung kann je nach Artund Menge des Verdünnungsmittels von farblos bis hellgelb variieren. Es wird empfohlen, dieverdünnte Lösung von Defitelio über ein Infusionsbesteck mit 0,2-µm-Inline-Filter zuverabreichen.
9. Nach Abschluss der Infusion den intravenösen Zugang mit Natriumchlorid 9 mg/ml (0,9 %)
Infusionslösung oder Glukose 5 % Infusionslösung spülen.
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.
7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS
Gentium S.r.l
Piazza XX Settembre, 222079 Villa Guardia (Como)
Italien
8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)
9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 18. Oktober 2013
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 26. Mai 2023
10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu/ verfügbar.