Packungsbeilage DAWNZERA 80mg Injektionslösung in einem Fertigpen

Produktcode:
W72063001
Menge:
1
Angewendet bei:
Prophylaxe wiederkehrender hereditärer Angioödem-Attacken bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren
Art der Anwendung:
Injektion
Substanz:
Donidalorsen (Antisense-Oligonukleotid zur Verminderung der Plasma-Präkallikrein-Produktion)
ATC
B06AC09 — Blut und Blutbildende Organe | Andere Hämatologika | Andere Hämatologika | Mittel zur Behandlung des Hereditären Angioödems
Donidalorsen beugt Attacken eines hereditären Angioödems bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren vor. Es ist ein Antisense-Oligonukleotid, das die Bildung von Präkallikrein in der Leber vermindert. Dadurch entsteht weniger Bradykinin, ein Stoff, der Schwellungen an Haut, im Bauchraum oder an den Atemwegen auslösen kann.

Es wird unter die Haut gespritzt, meist alle 4 Wochen; bei manchen Patienten kann der Arzt 8 Wochen wählen. Nach Schulung können Patienten oder Betreuungspersonen die Injektion geben. Es behandelt keine bereits begonnene Attacke: Halten Sie die Akutmedikamente bereit und befolgen Sie den ärztlichen Notfallplan.

Möglich sind Schmerzen, Rötung, Juckreiz oder Blutergüsse an der Einstichstelle, Atemwegs- und Harnwegsinfektionen sowie Bauchbeschwerden. Schwere allergische Reaktionen einschließlich Anaphylaxie wurden berichtet. Der Arzt kann Leberwerte und Blutplättchen kontrollieren, da sich diese Werte verändern können.

Zungen- oder Halsschwellung, Atemnot, ausgedehnte Nesselsucht oder Ohnmachtsgefühl erfordern sofortige Hilfe. Eine Kehlkopfattacke bleibt auch bei Vorbeugung ein Notfall. Informieren Sie über Schwangerschaft, Stillzeit, Leber- oder Nierenerkrankungen und frühere Allergien. Dokumentieren Sie Attacken zwischen den Dosen zur Beurteilung der Wirkung und ändern Sie das Intervall nicht selbst.

Allgemeine Daten zu DAWNZERA 80mg

Substanz:
Donidalorsen
Datum der letzten Medikamentenliste:
01-08-2026
Produktcode:
W72063001
Konzentration:
80mg
Darreichungsform:
Injektionslösung in einem Fertigpen
Verpackungsvolumen:
0,8ml
Produktart:
Originalpräparat
Abgabebedingungen:
P-RF — Arzneimittel, die mit einer ärztlichen Verschreibung abgegeben werden, die in der Apotheke einbehalten wird und nicht erneuert werden kann.

Marketing autorisation

Zulassungshersteller:
TJOAPACK NETHERLANDS B.V - TARILE DE JOS
Zulassungsinhaber:
OTSUKA PHARMACEUTICAL NETHERLANDS B.V. - TARILE DE JOS
Zulassungsnummer:
2001/2026/01
Haltbarkeit:
3 Jahre

Offizielle Dokumente

Zur Datenbank hinzugefügt:
20/02/2026

Hinweise:

Anaphylaxie

Risiko einer schweren allergischen Reaktion. Suchen Sie bei schweren Symptomen sofort medizinische Hilfe.

Allgemeiner Warnhinweis

Lesen Sie vor der Anwendung die Packungsbeilage.

Zusätzliche Überwachung

Dieses Arzneimittel unterliegt einer zusätzlichen Überwachung.

Warnhinweis während der Stillzeit

Während der Stillzeit nur auf ärztliche Empfehlung anwenden.

Warnhinweis während der Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft nur auf ärztliche Empfehlung anwenden.

Warnhinweis bei Kindern

Bei Kindern nur gemäß Packungsbeilage oder ärztlicher Empfehlung anwenden.

Gentest empfohlen

Vor der Behandlung kann ein Gentest erforderlich sein.

Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels DAWNZERA 80mg Injektionslösung in einem Fertigpen

Packungsbeilage DAWNZERA 80mg

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Dawnzera 80 mg Injektionslösung im Fertigpen

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Jeder Fertigpen enthält 80 mg Donidalorsen (als Donidalorsen-Natrium) in 0,8 ml Lösung.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Injektionslösung (Injektion).

Klare, farblose bis gelbe Lösung mit einem pH-Wert von etwa 7,4 und einer Osmolalität von etwa290 mOsm/kg.

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

Dawnzera wird angewendet zur routinemäßigen Vorbeugung von wiederkehrenden Attacken deshereditären Angioödems (hereditary angioedema, HAE) bei Erwachsenen und Jugendlichen ab12 Jahren.

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Die Behandlung muss unter der Aufsicht eines in der Diagnose und Behandlung von Patienten mit

HAE erfahrenen Arztes eingeleitet werden.

Dosierung

Die empfohlene Anfangsdosis bei erwachsenen und jugendlichen Patienten ab 12 Jahren beträgt80 mg Donidalorsen als subkutane Injektion einmal monatlich.

Ein Dosierungsintervall von 80 mg einmal alle 2 Monate kann in Betracht gezogen werden, wenn der

Patient während der Behandlung mit Dawnzera mindestens 3 Monate lang gut kontrolliert (z.B. ohne

Attacken) ist.

Ausgehend von den klinischen Daten ist bereits in Woche 1 nach der ersten Dosis von Donidalorseneine allmähliche Reduktion der Attacken zu beobachten, wobei die maximale Wirkung nach einem

Monat erwartet wird.

Bei Patienten mit HAE mit normalem C1-INH (nC1-INH), die nach 4 Behandlungsmonaten eineunzureichende Reduzierung der Attacken gezeigt haben, sollte ein Abbruch der Behandlung in

Betracht gezogen werden (siehe Abschnitt 4.4 und 5.1).

Dawnzera ist nicht zur Behandlung akuter HAE-Attacken vorgesehen (siehe Abschnitt 4.4).

Ausgelassene Dosis

Falls eine Dosis ausgelassen wurde, sollte der Patient oder die Betreuungsperson angewiesen werden,die Dosis so bald wie möglich zu verabreichen. Danach sollte die Gabe wie verordnet (einmalmonatlich oder einmal alle 2 Monate) ab dem Datum der zuletzt verabreichten Dosis wiederaufgenommen werden.

Besondere Patientengruppen
Ältere Patienten

Bei Patienten über 65 Jahren ist keine Dosisanpassung erforderlich (siehe Abschnitt 5.2).

Eingeschränkte Leberfunktion

Bei Patienten mit leichter Leberfunktionsstörung ist keine Dosisanpassung von Donidalorsenerforderlich (siehe Abschnitt 5.2).

Dawnzera wurde bei Patienten mit mittelschwerer oder schwerer Leberfunktionsstörung nichtuntersucht. Donidalorsen sollte bei diesen Patienten nur angewendet werden, wenn der erwarteteklinische Nutzen das Risiko überwiegt.

Eingeschränkte Nierenfunktion

Bei Patienten mit leichter Nierenfunktionsstörung ist keine Dosisanpassung von Donidalorsenerforderlich.

Dawnzera wurde bei Patienten mit mittelschwerer oder schwerer Nierenfunktionsstörung oderterminaler Nierenerkrankung nicht untersucht. Donidalorsen sollte bei diesen Patienten nurangewendet werden, wenn der erwartete klinische Nutzen das Risiko überwiegt.

Kinder und Jugendliche

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Donidalorsen bei Kindern im Alter unter 12 Jahren ist bishernoch nicht erwiesen. Es liegen keine Daten vor.

Siehe Abschnitte 4.8 und 5.1.

Umstellung von anderen Arzneimitteln zur HAE-Prophylaxe

Die folgenden Behandlungsschemata (Tabelle 1) werden für Patienten empfohlen, die ihreprophylaktische HAE-Therapie von Berotralstat, einem C1-Esterase-Inhibitor oder Lanadelumab auf

Dawnzera umstellen (siehe Abschnitt 5.1).

Tabelle 1: Behandlungsschema für Patienten, die von einer anderen prophylaktischen Therapiezu Dawnzera wechseln

Andere prophylaktische Empfohlenes Behandlungsschema bei Umstellung auf

Therapie Dawnzera

Berotralstat Setzen Sie die Einnahme der aktuellen Dosis von

Berotralstat für 14 Tage nach Beginn der Behandlung mit

Dawnzera fort.

C1-Esterase-Inhibitor Setzen Sie die Einnahme der aktuellen Dosis des C1-

Esterase-Hemmers für 14 Tage nach Beginn der

Behandlung mit Dawnzera fort.

Lanadelumab Verabreichen Sie die letzte Dosis Lanadelumab 14 Tage vor

Beginn der Behandlung mit Dawnzera.

Art der Anwendung

Dawnzera ist nur zur subkutanen Anwendung bestimmt.

Dawnzera wird als subkutane Injektion in den Bauch, den oberen Oberschenkelbereich oder, nur voneiner Betreuungsperson, in die Rückseite des Oberarms injiziert. Es wird empfohlen, die

Injektionsstelle zu wechseln.

Dawnzera darf nicht in Bereiche injiziert werden, in denen die Haut empfindlich ist, Blutergüsseaufweist, gerötet, verhärtet, entzündet oder verfärbt ist.

Nach entsprechender Schulung zur korrekten subkutanen Injektionstechnik kann Dawnzera von dem

Patienten oder einer Betreuungsperson injiziert werden, sofern der Arzt dies befürwortet. Ausführliche

Anweisungen zur Verabreichung mittels Fertigpen sind in der Packungsbeilage und der

Gebrauchsanleitung enthalten.

Weitere Anweisungen zur Vorbereitung und zu besonderen Vorsichtsmaßnahmen bei der Handhabungfinden Sie in Abschnitt 6.6.

4.3 Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen

Bestandteile.

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Überempfindlichkeit einschließlich Anaphylaxie

Es wurden Überempfindlichkeitsreaktionen einschließlich Anaphylaxie beobachtet (siehe

Abschnitt 4.8). Im Fall einer schweren Überempfindlichkeitsreaktion muss die Verabreichung von

Donidalorsen sofort abgebrochen und eine entsprechende Behandlung eingeleitet werden.

Die Patienten müssen über die Anzeichen und Symptome von Überempfindlichkeitsreaktionenaufgeklärt und angewiesen werden, umgehend einen Arzt aufzusuchen und die Anwendung von

Donidalorsen bei Auftreten schwerwiegender Überempfindlichkeitsreaktionen zu beenden.

Allgemein

Dawnzera ist nicht zur Behandlung akuter HAE-Attacken vorgesehen. Im Falle einer HAE-

Durchbruchattacke sollte eine individualisierte Behandlung mit einem zugelassenen

Notfallmedikament eingeleitet werden.

Es liegen nur begrenzte Daten zur Anwendung von Donidalorsen bei HAE-Patienten mit HAE-nC1-

INH vor (siehe Abschnitt 5.1). Bei Patienten mit HAE-nC1-INH, die Mutationen aufweisen, die nichtmit dem Kallikrein-Kinin-System (KKS) assoziiert sind, wird nicht erwartet, dass sie auf Dawnzeraansprechen.

Es wird empfohlen, gemäß den aktuellen HAE-Leitlinien genetische Untersuchungen durchzuführen,falls verfügbar, und die Behandlung abzubrechen, wenn kein klinisches Ansprechen beobachtet wird(siehe Abschnitte 4.2 und 5.1).

Natrium

Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Dosis, d. h. es ist nahezu'natriumfrei“.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Mit Donidalorsen wurden keine klinischen Studien zur Erfassung von Arzneimittelwechselwirkungendurchgeführt. In-vitro-Studien zeigen, dass Donidalorsen kein Substrat oder Inhibitor von

Transportern ist, nicht mit stark an Plasmaprotein gebundenen Wirkstoffen interagiert und kein

Substrat oder Inhibitor/Induktor von Cytochrom-P450(CYP)-Enzymen ist. Es wird nicht erwartet, dass

Donidalorsen Arzneimittelwechselwirkungen verursacht, die durch Arzneimitteltransporter,

Plasmaproteinbindung oder CYP-Enzyme vermittelt werden, oder durch sie beeinflusst wird.

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Bisher liegen keine oder nur sehr begrenzte Erfahrungen (weniger als 300 Schwangerschaften) mit der

Anwendung von Donidalorsen bei Schwangeren vor.

Tierexperimentelle Studien ergaben keine Hinweise auf direkte oder indirekte gesundheitsschädliche

Wirkungen in Bezug auf eine Reproduktionstoxizität (siehe Abschnitt 5.3).

Aus Vorsichtsgründen soll eine Anwendung von Donidalorsen während der Schwangerschaftvermieden werden.

Stillzeit

Die zur Verfügung stehenden pharmakodynamischen/toxikologischen Daten vom Tier zeigten, dass

Donidalorsen/Metabolite in die Milch übergehen (siehe Abschnitt 5.3).

Ein Risiko für das Neugeborene/Kind kann nicht ausgeschlossen werden.

Es muss eine Entscheidung darüber getroffen werden, ob das Stillen zu unterbrechen ist oder ob aufdie Behandlung mit Donidalorsen verzichtet werden soll/die Behandlung mit Donidalorsen zuunterbrechen ist. Dabei soll sowohl der Nutzen des Stillens für das Kind als auch der Nutzen der

Therapie für die Frau berücksichtigt werden.

Fertilität

Es liegen keine klinischen Daten zur Wirkung dieses Arzneimittels auf die menschliche Fertilität vor.

Donidalorsen hatte in Mausmodellen keinen Einfluss auf die Fertilität und wies keine früheembryonale Entwicklungstoxizität auf (siehe Abschnitt 5.3).

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Maschinen

Dawnzera hat keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die

Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.

4.8 Nebenwirkungen

Zusammenfassung des Sicherheitsprofils

Die am häufigsten beobachteten unerwünschten Arzneimittelwirkungen (UAW) bei Patienten, die alle4 Wochen mit 80 mg Donidalorsen behandelt wurden, waren Reaktionen an der Injektionsstelle(24,4 %).

Tabellarische Auflistung der Nebenwirkungen

Nebenwirkungen im Zusammenhang mit Donidalorsen aus klinischen Studien sind nachfolgendtabellarisch aufgeführt.

Alle Nebenwirkungen werden nach Systemorganklassen und Häufigkeit aufgeführt: sehr häufig(≥ 1/10), häufig (≥ 1/100, < 1/10), gelegentlich (≥ 1/1 000, < 1/100), selten (≥ 1/10 000, < 1/1 000),sehr selten (< 1/10 000) und nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nichtabschätzbar). Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe sind die Nebenwirkungen nach abnehmender

Schwere geordnet.

Tabelle 2: Unerwünschte Arzneimittelwirkungen von Donidalorsen

Systemorganklasse Nebenwirkung Häufigkeit

Erkrankungen des Überempfindlichkeit Häufig

Immunsystems (einschließlich Anaphylaxie)

Allgemeine Erkrankungen Reaktionen an der Sehr häufigund Beschwerden am Injektionsstelle a

Verabreichungsort

Untersuchungen Leberenzyme erhöht b Sehr häufiga Zu den Reaktionen an der Injektionsstelle gehören auch: Erythem, Verfärbung, Schmerzen, Pruritus,

Induration, Hämatom, blaue Flecken, Exfoliation, Überempfindlichkeit und Schwellung.b hauptsächlich leicht und hauptsächlich bei Alaninaminotransferase (ALT) und Aspartataminotransferase(AST).

Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen
Überempfindlichkeit einschließlich Anaphylaxie

In klinischen Studien wurde bei einem Patienten die schwerwiegende Überempfindlichkeitsreaktion

Anaphylaxie berichtet. Zu den Symptomen gehörten generalisierter Ausschlag, Dyspnoe,

Brustkorbschmerz und periorale Schwellung (siehe Abschnitte 4.3 und 4.4).

Reaktionen an der Injektionsstelle

Während doppelblinder, placebokontrollierter Studien wurden Reaktionen an der Injektionsstellebeobachtet. Alle Reaktionen an der Injektionsstelle waren nicht schwerwiegend, leicht bismittelschwer und klangen im Allgemeinen mit der Zeit ab. Bei einigen Patienten hielten die

Reaktionen an der Injektionsstelle wie Erythem an der Injektionsstelle, Jucken an der Injektionsstelleund Verfärbung an der Injektionsstelle für 2 oder mehr Tage an. Bei einem Patienten, der gemäß

Prüfplan höhere als die zugelassenen Dosen erhielt, führte eine Verfärbung an der Injektionsstelle zueinem dauerhaften Absetzen der Behandlung.

Kinder und Jugendliche

Die Sicherheit von Donidalorsen wurde in einer doppelblinden, placebokontrollierten klinischen

Studie an einer Untergruppe von 7 jugendlichen Patienten im Alter von 12 bis 17 Jahren untersucht.

Das Sicherheitsprofil bei diesen Jugendlichen war mit dem Sicherheitsprofil in Studien bei

Erwachsenen vergleichbar.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.

4.9 Überdosierung

Es liegen keine Informationen zur Identifizierung potenzieller Anzeichen und Symptome einer

Überdosierung vor. Sollten Symptome auftreten, wird eine symptomatische Behandlung empfohlen.

Es ist kein Antidot verfügbar.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Andere Hämatologika, Mittel zur Behandlung des hereditären

Angioödems, ATC-Code: B06AC09.

Wirkmechanismus

Donidalorsen ist ein 2'-O-Methoxyethyl-modifiziertes Antisense-Oligonukleotid (ASO), das an einetriantennäre N-Acetylgalactosamin (GalNAc3)-Einheit konjugiert ist, die einen durch

Ribonuklease H1 (RNase H1) vermittelten Abbau von Präkalikrein (PKK)-mRNA bewirkt, was zueiner verminderten Produktion von PKK-Protein führt. PKK ist ein Proenzym für Plasmakallikrein,das zur Freisetzung von Bradykinin führt, einem potenten Vasodilatator, der Entzündungen und

Schwellungen bei HAE verursacht.

Pharmakodynamische Wirkungen

In Studie 1, einer 24-wöchigen, multizentrischen, randomisierten, doppelblinden,placebokontrollierten Studie mit erwachsenen und pädiatrischen Patienten (≥ 12 Jahre) mit HAE 1oder HAE 2 (siehe unten 'Klinische Wirksamkeit und Sicherheit“), wurde eine Abnahme der PKK-

Plasmakonzentrationen beobachtet. Die mittlere prozentuale Veränderung der PKK-

Talkonzentrationen im Plasma vom Ausgangswert bis Woche 24 zeigte eine Reduktion um 73 % und47 % nach der Behandlung mit Donidalorsen 80 mg alle 4 Wochen bzw. alle 8 Wochen, verglichenmit 2 % in der Placebo-Gruppe.

Klinische Wirksamkeit und Sicherheit

Die Wirksamkeit von Dawnzera zur Vorbeugung von Angioödem-Attacken bei Patienten wurde in

Studie 1 untersucht.

Studie 1 - 'OASIS-HAE“

Studie 1 umfasste 90 (48 weibliche und 42 männliche) erwachsene und pädiatrische Patienten(≥ 12 Jahre) mit mindestens zwei durch den Prüfarzt bestätigten Attacken während der 8-wöchigen

Einleitungsphase, die mindestens 1 Dosis des Prüfpräparats (IMP) erhielten. Bei den pädiatrischen

Patienten handelte es sich um 7 Jugendliche im Alter von 12 Jahren und älter; darüber hinaus umfasstedie Studie 2 ältere Patienten (≥ 65 Jahre). 3 Patienten hatten zu Studienbeginn ein Körpergewicht von< 50 kg, von denen 2 Jugendliche waren (siehe auch Abschnitt 5.2). Die Patienten wurden im

Verhältnis 2:1 in 1 von 2 Gruppen randomisiert, um die Studienbehandlung entweder einmal alle4 Wochen (q4Wo-Gruppe) oder einmal alle 8 Wochen (q8Wo-Gruppe) zu erhalten. Innerhalb jeder

Gruppe wurden die Patienten im Verhältnis 3:1 randomisiert und erhielten entweder Dawnzera80 mg oder eine entsprechende Menge Placebo. Die beiden mit Placebo behandelten Gruppenwurden für die Analyse zusammengefasst. Die Patienten mussten andere prophylaktische HAE-

Arzneimittel vor Eintritt in die Studie absetzen; allerdings durften alle Patienten Notfallarzneimittelzur Behandlung von HAE-Durchbruchattacken anwenden.

Insgesamt hatten 93 % der Patienten HAE Typ 1 und 7 % HAE Typ 2. 52 % der Patienten hatten

Larynxödem-Attacken in der Vorgeschichte und 18 % der Patienten erhielten vor der Aufnahme eineprophylaktische Therapie. Die mittlere HAE-Attackenhäufigkeit während der prospektiven

Einleitungsphase (Attackenhäufigkeit vor Studienbeginn) betrug 3,33 (SD 2,086) Attacken/4 Wochen,und bei insgesamt 69 % der Patienten wurde eine Attackenhäufigkeit von > 2 Attacken/4 Wochenbeobachtet.

Donidalorsen, verabreicht alle 4 oder 8 Wochen, führte im Vergleich zu Placebo zu statistischsignifikanten Reduktionen der HAE-Attackenhäufigkeit (Anzahl der durch den Prüfarzt bestätigten

HAE-Attacken pro 4 Wochen). In den Dawnzera-Behandlungsgruppen wurde während des gesamten

Behandlungszeitraums ein anhaltendes Ansprechen auf Donidalorsen mit einem durchschnittlichen

Rückgang der HAE-Attackenrate gegenüber dem Ausgangswert beobachtet.

Tabelle 3: Ergebnisse für die primären und sekundären Wirksamkeitsendpunkte (Full-Analysis-

Set)

Endpunktstatistik Placebo Dawnzera 80 mg Dawnzera 80 mg(N = 22) q4Wo q8Wo(N = 45) (N = 23)

HAE-Attackenhäufigkeit pro 4 Wochen ab Studienbeginn bis Woche 24*

LS-Mittelwert (95-%-KI) 2,26 0,44 1,02

Attackenhäufigkeit (1,66; 3,09) (0,27; 0,73) (0,65; 1,59)% Reduktion (95-%-KI) im -81 -55

Vergleich zu Placebo (-89; -65) (-74, -22)p-Wert Wald-Chi-Quadrat- < 0,001‡ 0,004‡

Endpunktstatistik Placebo Dawnzera 80 mg Dawnzera 80 mg(N = 22) q4Wo q8Wo(N = 45) (N = 23)

Test

HAE-Attackenhäufigkeit alle 4 Wochen von Woche 4 bis Woche 24

LS-Mittelwert (95-%-KI)

Attackenhäufigkeit ab der 2,25 0,30 0,90zweiten Dosis (Woche 4) (1,59; 3,18) (0,15; 0,58) (0,53; 1,52)% Reduktion (95-%-KI) im

Vergleich zu Placebo ab der -87 -60zweiten Dosis (Woche 4) (-94, -72) (-79, -25)p-Wert Wald-Chi-Quadrat- < 0,001‡

Test 0,004‡

Häufigkeit mittelschwerer oder schwerer† HAE-Attacken pro 4 Wochen von Woche 4 bis

Woche 24

LS-Mittelwert (95-%-KI)

Häufigkeit mittelschwerer 1,15 0,12 0,68oder schwerer Attacken ab (0,72; 1,83) (0,04; 0,35) (0,37; 1,23)der zweiten Dosis (Woche 4)% Reduktion (95-%-KI) im

Vergleich zu Placebo ab der -89 -41zweiten Dosis (Woche 4) (-97; -66) (-72; 26)p-Wert Wald-Chi-Quadrat-

Test < 0,001‡ NS

HAE-Attacken pro 4 Wochen, die von Woche 4 bis Woche 24 eine Akuttherapie erfordern

LS-Mittelwert (95-%-KI) 1,80 0,15 0,59

HAE-Attacken, die ab der (1,23; 2,62) (0,06; 0,39) (0,31; 1,15)zweiten Dosis eine

Akuttherapie erfordern(Woche 4)% Reduktion (95-%-KI) im -92 -67

Vergleich zu Placebo ab der (-97; -77) (-85; -29)zweiten Dosis (Woche 4)p-Wert Wald-Chi-Quadrat- < 0,001‡ 0,004‡

Test

KI = Konfidenzintervall; HAE = hereditäres Angioödem; LS = kleinste-Quadrat- (least square); N = Anzahl der

Patienten in der spezifischen Behandlungsgruppe; NS = nicht statistisch signifikant; q4Wo = alle 4 Wochen;q8Wo = alle 8 Wochen.

* Primärer Wirksamkeitsendpunkt = Vergleich der zeitnormalisierten Anzahl von durch den Prüfarzt bestätigten

HAE-Attacken pro 4 Wochen von Studienbeginn bis Woche 24 zwischen der Dawnzera-Gruppe mit 80 mgq4Wo und der Placebo-Gruppe.† Mittelschwer: leichte bis mäßige Einschränkung der Aktivität, etwas Unterstützung erforderlich; schwer:deutliche Einschränkung der Aktivität, Unterstützung erforderlich.‡ Statistisch signifikant.

Bei 4 jugendlichen Patienten (im Alter von 12 bis 17 Jahren) in der q4Wo-Gruppe wurde eine

Abnahme um 97,1 % (95-%-KI: -106,26 %; -88,01 %) gegenüber dem Ausgangswert(Einleitungsphase) in der zeitnormalisierten HAE-Attackenhäufigkeit (pro 4 Wochen) von Woche 0bis Woche 24 beobachtet.

Weitere vordefinierte sekundäre Endpunkte der Studie waren der Anteil der Patienten, die auf das

Prüfpräparat ansprachen, und der Prozentsatz der Patienten, bei denen die Angioödemaktivität gutkontrolliert war. Der Anteil der Patienten mit einer Reduktion der HAE-Attackenhäufigkeit um≥ 50 %, ≥ 70 %, ≥ 90 % und 100 % (attackenfrei) gegenüber dem Ausgangswert von Woche 4 bis

Woche 24 betrug in der Dawnzera-Behandlungsgruppe 93 %, 82 %, 62 % bzw. 53 % in der Gruppemit 80 mg alle 4 Wochen und 83 %, 65 %, 48 % bzw. 35 % in der Gruppe mit 80 mg alle 8 Wochenim Vergleich zu 27 %, 18 %, 9 % bzw. 9 % in der Placebo-Gruppe.

Die Anzahl der Patienten mit gut kontrollierter Erkrankung in Woche 24 betrug in der Dawnzera-

Behandlungsgruppe, auf der Grundlage eines Scores ≥ 10 im Angioedema Control Test (AECT) in

Woche 24, 41 (91 %) in der Gruppe mit 80 mg alle 4 Wochen und 17 (74 %) in der Gruppe mit 80 mgalle 8 Wochen, im Vergleich zu 9 (41 %) in der Placebo-Gruppe.

Gesundheitsbezogene Lebensqualität

In den Dawnzera-Behandlungsgruppen wurde im Vergleich zu Placebo eine Verbesserung des

Gesamtscores im Angioedema Quality of Life Questionnaire (AE-QoL) beobachtet. Eine Reduktionum 6 Punkte wird als klinisch bedeutsame Verbesserung angesehen. Für den Gesamt-AE-QoL-Scorein Woche 24 betrug der Kleinste-Quadrat-Mittelwert der durchschnittlichen Veränderung gegenüberdem Ausgangswert in der Dawnzera-Behandlungsgruppe -24,8 in der Gruppe mit 80 mg q4Wo (p< 0,001) und -19,9 in der Gruppe mit 80 mg q8Wo, verglichen mit -6,2 in der Placebo-Gruppe.

Studie 2 - 'OASISplus“

Insgesamt erhielten 147 erwachsene und pädiatrische Patienten (≥ 12 Jahre) mit HAE Typ 1 oder HAE

Typ 2 mindestens 1 Dosis Dawnzera in einer unverblindeten Verlängerungsstudie (Studie 2) mit bis zu3 Jahren Dauer. Davon wurden 83 Patienten zuvor in Studie 1 mit Dawnzera oder Placebo behandeltund in die Rollover-Gruppe aufgenommen. Nicht-Rollover-Patienten (n = 64) sollten ihre vorherige

HAE-Prophylaxe (Berotralstat, C1-Esterase-Inhibitoren oder Lanadelumab) während der

Einleitungsphase gemäß den jeweils empfohlenen Behandlungsschemata basierend auf der

Halbwertszeit der einzelnen Arzneimittel fortsetzen (siehe Abschnitt 4.2).

Rollover-Gruppe der unverblindeten Verlängerung (Rollover-Patienten in Studie 1, n = 83)

Nach 52 Wochen Behandlung mit Dawnzera zeigten die Patienten eine anhaltende mittlere Reduktionder HAE-Attackenhäufigkeit um 93 % im Vergleich zum Ausgangswert (0,22 vs.3,42 Attacken/4 Wochen), wobei die gut kontrollierte Erkrankung gemäß AECT in der Q4W-Gruppevon 20,3 % auf 91,3 % und in der Q8W-Gruppe von 41,7 % auf 100,0 % anstieg, neben

Verbesserungen der AE-QoL-Scores in Woche 24.

Nicht-Rollover-Gruppe (Patienten, die zuvor andere Arzneimittel zur HAE-Langzeitprophylaxeerhalten haben, n = 64)

Während der Umstellung von Lanadelumab, Berotralstat oder C1-Esterase-Inhibitor auf Dawnzerawurde kein Anstieg der HAE-Attackenhäufigkeit beobachtet, wobei die mittleren Raten in Woche 52um 66,1 % (95-%-KI -79,69; -52,55) niedriger waren, die Gesamt-Krankheitskontrolle gemäß AECTsich bis Woche 16 von 66,7 % auf 93,0 % verbesserte und die AE-QoL-Scores über alle Gruppenhinweg signifikante Reduktionen zeigten.

Studie 3 - Phase-II-Studie mit HAE-nC1INH-Patienten

Studie 3, eine Phase-II-Studie, hatte einen unverblindeten Arm für Patienten mit HAE-nC1INH. Sieumfasste 3 erwachsene Patienten, die bis zu 16 Wochen lang alle 4 Wochen 80 mg Donidalorsenerhielten. Keiner dieser Patienten hatte eine nachgewiesene Mutation in Faktor XII, Plasminogen oder

Angiopoietin-1-Gen und nur einer hatte eine positive Familienanamnese.

Die 3 HAE-nC1-INH-Patienten verzeichneten während des Behandlungszeitraums eine Reduktion der

HAE-Attackenhäufigkeit um insgesamt 76 %. Die mittlere HAE-Attackenhäufigkeit verringerte sichvon 4,23 Attacken/4 Wochen während der Einleitungsphase auf 1,52 Attacken/4 Wochen vom

Studienbeginn bis Woche 16. Ein Patient war von Woche 1 bis zum Ende der Behandlung anfallsfrei.

Gleichzeitig verbesserte sich die Lebensqualität.

Bei allen drei eingeschlossenen Patienten mit HAE mit normalen funktionellen und antigenen C1-

Inhibitor-Werten wurde nach der monatlichen Verabreichung von 80 mg Donidalorsen eine

Verringerung der vom Prüfer bestätigten monatlichen Angioödem-Attackenrate beobachtet.

Immunogenität

Anti-Wirkstoff-Antikörper (anti-drug antibodies, ADA) wurden häufig nachgewiesen. ADA hattenkeinen Einfluss auf die Spitzenplasmaspiegel, erhöhten aber die Talplasmaspiegel. Es gab keine

Hinweise auf einen Einfluss der ADA auf die Pharmakodynamik, Wirksamkeit oder Sicherheit, dieverfügbaren Daten sind jedoch begrenzt, um definitive Schlussfolgerungen zu ziehen.

Kinder und Jugendliche

Die Europäische Arzneimittel-Agentur hat für Dawnzera eine Zurückstellung von der Verpflichtungzur Vorlage von Ergebnissen zu Studien in einer oder mehreren pädiatrischen Altersklassen in der

Behandlung des hereditären Angioödems zur routinemäßigen Vorbeugung von wiederkehrenden

Attacken gewährt. Siehe Abschnitt 4.2.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Die pharmakokinetischen Eigenschaften von Donidalorsen wurden nach subkutaner Verabreichungmehrerer Dosen alle 4 Wochen bei gesunden Probanden und alle 4 Wochen oder alle 8 Wochen bei

HAE-Patienten beurteilt.

Die Donidalorsen-Exposition (Fläche unter der Plasmakonzentrations-Zeit-Kurve [AUC]) nahm nachsubkutanen Dosen von 20 bis 80 mg bei gesunden Freiwilligen dosisabhängig zu, war aber über dengesamten Dosisbereich hinweg mehr als dosisproportional.

Populationsschätzungen (geometrisches Mittel) des Spitzenplasmaspiegels im Steady-State (Cmax,ss),des Talplasmaspiegels (CTal,ss) und der Fläche unter der Plasmakonzentrations-Zeit-Kurve über das

Dosierungsintervall (AUCT,ss) sind in Tabelle 4 dargestellt. Nach wiederholter Gabe alle 4 Wochenwurde keine Akkumulation von Donidalorsen Cmax und AUC im Plasma beobachtet.

Tabelle 4. Zusammenfassung der simulierten pharmakokinetischen Parameter aus derpharmakokinetischen Populationsanalyse nach Gabe von Donidalorsen 80 mg q4Wo oder 80 mgq8Wo bei HAE-Patienten im Steady-State

Pharmakokinetische Parameter Donidalorsen(geometrisches Mittel) 80 mg q4Wo 80 mg q8Wo

Cmax,ss (ng/ml) 417 416

CTal,ss (ng/ml) 0,755 0,255

AUCτ,ss (ng h/ml) 5 240 5 210

AUCT,ss = Fläche unter der Plasmakonzentrations-Zeit-Kurve über das Dosierungsintervall im Steady-State;

Cmax,ss = Spitzenplasmaspiegel im Steady-State; CTal = Talplasmaspiegel im Steady-State; q4Wo = alle 4 Wochen;q8Wo = alle 8 Wochen.

Resorption

Nach subkutaner Verabreichung wird Donidalorsen, basierend auf Populationsschätzungen, mit einer

Zeit von etwa 2,5 Stunden nach der Dosis bis zum Spitzenplasmaspiegel resorbiert.

Verteilung

Es wird erwartet, dass sich Donidalorsen nach der subkutanen Verabreichung hauptsächlich in der

Leber- und Nierenrinde verteilt. Die Populationsschätzung des scheinbaren Verteilungsvolumens fürdas zentrale (Vc/F) und periphere (Vp/F) Kompartiment betrug 69,8 l bzw. 1 840 l. Donidalorsen ist invitro stark an humane Plasmaproteine (> 98 % gebunden) gebunden.

Biotransformation

Donidalorsen wird in der Leber durch Endo- und Exonukleasen zu kurzen Oligonukleotidfragmentenunterschiedlicher Größe metabolisiert.

Elimination

Die Populationsschätzung der terminalen Halbwertszeit von Donidalorsen bei einem typischen HAE-

Patienten beträgt etwa 1 Monat.

Der mittlere Anteil des im Urin ausgeschiedenen unveränderten ASO betrug bei gesunden Probandenweniger als 1 % der verabreichten Dosis innerhalb von 24 Stunden. Linker-verwandte Metabolitenwerden nur in geringem Maß in den Blutkreislauf freigesetzt und anschließend schnell mit dem Urinoder Stuhl ausgeschieden.

Besondere Patientengruppen

Pharmakokinetische Populationsanalysen und pharmakodynamische Analysen zeigten keine klinischbedeutsamen Unterschiede in der Pharmakokinetik oder Pharmakodynamik von Donidalorsen in

Abhängigkeit von Alter (12 bis 74 Jahre), Geschlecht, leichter Nierenfunktionsstörung (eGFR ≥ 60 bis< 90 ml/min/1,73 m2) oder leichter Leberfunktionsstörung (Gesamtbilirubin ≤ 1 × ONG und AST> 1 × ONG oder Gesamtbilirubin > 1 bis 1,5 × ONG und beliebige AST). Im Hinblick auf das

Körpergewicht betrugen die vorhergesagten AUC-Werte von Donidalorsen > 17 500 ng h/ml für den

Körpergewichtsbereich von 30-40 kg, > 10 000 ng h/ml für 40-50 kg und etwa 10 000 ng h/ml für50-60 kg. Die entsprechenden Werte für Patienten mit einem Körpergewicht > 60 kg lagen bei< 7 500 ng h/ml. Donidalorsen wurde nicht bei Patienten mit mittelschwerer oder schwerer

Nierenfunktionsstörung, terminaler Nierenerkrankung oder mittelschwerer bzw. schwerer

Leberfunktionsstörung untersucht.

5.3 Präklinische Sicherheitsdaten

Basierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, Toxizität bei wiederholter

Gabe, Genotoxizität, zum kanzerogenen Potential und zur Reproduktions- und Entwicklungstoxizitätlassen die präklinischen Daten keine besonderen Gefahren für den Menschen erkennen.

Karzinogenität

In einer 6-monatigen Karzinogenitätsstudie an transgenen (Tg.rasH2) Mäusen führte die subkutane

Verabreichung von Donidalorsen (5, 10, 20 oder 60 mg/kg) oder einem Nagetier-spezifischen Surrogat(10 mg/kg) einmal alle 2 Wochen nicht zu einer Zunahme bösartiger Tumoren, was darauf hindeutet,dass beim Menschen kein karzinogenes Risiko besteht.

Genotoxizität

Donidalorsen erwies sich in Assays in vitro (bakterielle Rückmutation, Chromosomenaberration in

Lungenzellen des chinesischen Hamsters) und in vivo (Maus-Knochenmark-Mikronukleus) als negativhinsichtlich Genotoxizität.

Schwangerschaft, Stillzeit und Fertilität

Die subkutane Verabreichung von Donidalorsen (0, 5, 10 oder 20 mg/kg/Woche) oder einem aktiven

PKK-Inhibitor für Nagetiere (5 mg/kg/Woche) an Mäuse jeden zweiten Tag während der Trächtigkeitund wöchentlich während der Laktation führte zu keinen unerwünschten Wirkungen auf die prä- undpostnatale Entwicklung.

In der prä- und postnatalen Entwicklungsstudie bei Mäusen stiegen die Konzentrationen von

Donidalorsen in der Milch von laktierenden Mäusen bei Dosen ≥ 10 mg/kg/Woche dosisabhängig an.

Diese Konzentrationen von Donidalorsen in der Milch waren aber > 3 000-mal niedriger als diebeobachteten Gewebekonzentrationen. Obwohl Donidalorsen in der Muttermilch von Mäusennachgewiesen wurde, war eine systemische Exposition der Jungen aufgrund der fehlenden oralen

Resorption von Donidalorsen nicht zu erwarten.

In Tierstudien führte die Verabreichung von Donidalorsen oder einem pharmakologisch aktiven

Nagetier-spezifischen Surrogat in einer kombinierten Studie zur Fertilität und embryofötalen

Entwicklungstoxizität an Mäusen nicht zu Auswirkungen auf die männliche und weibliche Fertilitätoder embryofötale Entwicklung.

Die subkutane Verabreichung von Donidalorsen (0, 1, 4 oder 10 mg/kg/Woche) oder eines Nagetier-aktiven Inhibitors von Präkallikrein (PKK) (4 mg/kg/Woche) an männliche und weibliche Mäusewöchentlich, vor und während der Paarung und weiterhin jeden zweiten Tag bei den Weibchenwährend des Zeitraums der Organogenese führte zu keinen unerwünschten Wirkungen auf die

Fertilität, Trächtigkeit oder embryofötale Entwicklung.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Natriumdihydrogenphosphat (E 339)

Dinatriumhydrogenphosphat (E 339)

Natriumchlorid

Wasser für Injektionszwecke

Salzsäure (E 507) (zur Einstellung des pH-Werts)

Natriumhydroxid (E 524) (zur Einstellung des pH-Werts)

6.2 Inkompatibilitäten

Da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, darf dieses Arzneimittel nicht mit anderen

Arzneimitteln gemischt werden.

6.3 Haltbarkeit

3 Jahre.

Dawnzera kann in der Originalverpackung bei Raumtemperatur (bis zu 30 °C) für einen einmaligen

Zeitraum von bis zu 6 Wochen aufbewahrt werden, jedoch nicht über das Verfalldatum hinaus.

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Im Kühlschrank lagern (2 °C - 8 °C).

Den Fertigpen im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

0,8 ml sterile Lösung in einer Einwegspritze aus Typ-I-Glas mit einer integrierten ('staked“) Nadelaus Edelstahl, starrem Nadelschutz und einem Kolbenstopfen aus silikonisiertem Chlorbutylelastomer.

Der gefüllte Primärbehälter und ein Pen werden zu einem Fertigpen zusammengesetzt, der etikettiertund in einem undurchsichtigen Karton mit einer Trennwand verpackt wird, um den Fertigpen zusichern und den Inhalt vor Licht zu schützen.

Packung mit einem Fertigpen.

Packung mit drei Fertigpens.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung

Handhabung

Vor Beginn der Behandlung müssen Patienten und/oder Betreuungspersonen in der ordnungsgemäßen

Vorbereitung und Verabreichung von Dawnzera geschult werden (siehe Gebrauchsanleitung).

* Der Einzeldosis-Fertigpen sollte 30 Minuten vor der Injektion aus dem Kühlschrank genommenwerden, damit er Raumtemperatur annehmen kann. Er darf nicht auf andere Weise erwärmtwerden.

* Der Fertigpen muss vor der Verwendung einer Sichtprüfung unterzogen werden. Die Lösungsoll klar und farblos bis gelb aussehen. Die Lösung darf nicht injiziert werden, wenn siegefroren erscheint. Der Fertigpen darf nicht verwendet werden, wenn vor der Verabreichung

Trübung, Schwebstoffe oder Verfärbung beobachtet werden.

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.

7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS

Otsuka Pharmaceutical Netherlands B.V.

Herikerbergweg 2921101 CT Amsterdam

Niederlande

8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)

EU/1/25/2001/001

EU/1/25/2001/002

9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG

ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung:

10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs

Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen

Arzneimittel-Agentur https://www.ema.europa.eu verfügbar.

Zurück zum Inhalt