Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels DARUNAVIR MYLAN 800mg tablets
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
Darunavir Mylan 400 mg Filmtabletten
Darunavir Mylan 800 mg Filmtabletten
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Darunavir Mylan 400 mg Filmtabletten
Jede Filmtablette enthält 400 mg Darunavir.
Darunavir Mylan 800 mg Filmtabletten
Jede Filmtablette enthält 800 mg Darunavir.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Darunavir Mylan 400 mg Filmtabletten
Filmtablette.
Weiße bis gebrochen weiße, ovale, bikonvexe Filmtabletten, ca. 19,25 mm x 9,6 mm groß, mit
Prägung 'M“ auf der einen Seite und 'DV4“ auf der anderen Seite.
Darunavir Mylan 800 mg Filmtabletten
Filmtablette.
Weiße bis gebrochen weiße, ovale, bikonvexe Filmtabletten, ca. 21,2 mm x 10,6 mm groß, mit
Prägung 'M“ auf der einen Seite und 'DV8“ auf der anderen Seite.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Darunavir zusammen mit niedrig dosiertem Ritonavir eingenommen ist indiziert in Kombination mitanderen antiretroviralen Arzneimitteln zur Therapie bei Patienten mit Infektionen mit dem humanen
Immundefizienzvirus (HIV-1).
Darunavir zusammen mit Cobicistat eingenommen ist indiziert in Kombination mit anderenantiretroviralen Arzneimitteln zur Therapie von Infektionen mit dem humanen Immundefizienzvirus(HIV-1) bei Erwachsenen und bei Jugendlichen (ab 12 Jahren, die mindestens 40 kg wiegen) (siehe
Abschnitt 4.2).
Darunavir Mylan 400 mg und 800 mg Tabletten können zur Erreichung der geeigneten Dosis zur
Therapie der HIV-1-Infektion bei Erwachsenen und bei pädiatrischen Patienten ab 3 Jahre undmindestens 40 kg Körpergewicht angewendet werden, die:● antiretroviral nicht vorbehandelt (ART-naïv) sind (siehe Abschnitt 4.2).● ART-vorbehandelt sind und keine Darunavir-Resistenz-assoziierte Mutationen (DRV-RAMs)und < 100.000 HIV-1-RNA-Kopien/ml im Plasma und eine CD4+-Zellzahl von≥ 100 x 106 Zellen/l besitzen. Die Entscheidung für einen Therapiebeginn mit Darunavir beisolchen ART-vorbehandelten Patienten, und zum Einsatz von Darunavir sollte auf Basis der
Daten einer Genotypisierung getroffen werden (siehe Abschnitte 4.2, pct. 4.3, pct. 4.4 und 5.1).
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
Die Therapie sollte von einem Arzt eingeleitet werden, der in der Behandlung von HIV-Infektionenerfahren ist. Nach Beginn der Therapie mit Darunavir sollten die Patienten angewiesen werden, nichtohne Rücksprache mit Ihrem Arzt die Dosierung oder die Darreichungsform zu ändern oder die
Therapie abzubrechen.
Das Interaktionsprofil von Darunavir hängt davon ab, ob Ritonavir oder Cobicistat alspharmakokinetischer Verstärker verwendet wird. Daher können für Darunavir unterschiedliche
Kontraindikationen und Empfehlungen zur Begleitmedikation vorliegen, je nachdem, ob der Wirkstoffmit Ritonavir oder Cobicistat geboostert wird (siehe Abschnitte pct. 4.3, pct. 4.4 und 4.5).
DosierungDarunavir ist stets oral zusammen mit Cobicistat oder niedrig dosiertem Ritonavir alspharmakokinetischem Verstärker und in Kombination mit anderen antiretroviralen Arzneimittelnanzuwenden. Vor Aufnahme einer Therapie mit Darunavir ist daher entsprechend entweder die
Fachinformation von Cobicistat oder die von Ritonavir zu beachten. Cobicistat ist nicht für daszweimal tägliche Therapieregime oder die Anwendung bei Kindern unter 12 Jahren indiziert, dieweniger als 40 kg wiegen.
Antiretroviral nicht vorbehandelte (ART-naïve) erwachsene Patienten
Die empfohlene Dosierung ist 800 mg einmal täglich mit Cobicistat 150 mg einmal täglich oder
Ritonavir 100 mg einmal täglich mit dem Essen.
Darunavir Mylan 400 mg und 800 mg kann angewendet werden, um die Dosis von einmal täglich800 mg zu erreichen.
ART-vorbehandelte erwachsene Patienten
Die empfohlene Dosierung ist wie folgt:● Für ART-vorbehandelte Patienten ohne Virusmutationen, die mit Darunavir-Resistenz-assoziiert sind (DRV-RAMs)* mit < 100.000 HIV-1-RNA-Kopien/ml im Plasma und einer
CD4+-Zellzahl von ≥ 100 x 106 Zellen/l (siehe Abschnitt 4.1) kann eine Dosierung von 800 mgeinmal täglich mit Cobicistat 150 mg einmal täglich oder Ritonavir 100 mg einmal täglichzusammen mit dem Essen angewendet werden. Darunavir 400 mg und 800 mg kannangewendet werden, um die Dosis von einmal täglich 800 mg zu erreichen.
● Für jeden anderen ART-vorbehandelten Patienten oder wenn eine HIV-1-Genotypisierung nichtmöglich ist, beträgt die empfohlene Dosierung 600 mg zweimal täglich mit Ritonavir 100 mgzweimal täglich mit Essen (siehe Fachinformation von Darunavir Mylan 75 mg, 150 mg,300 mg oder 600 mg Tabletten).
* DRV-RAMs: V11I, V32I, L33F, I47V, I50V, I54M, I54L, T74P, L76V, I84V und L89V
Antiretroviral nicht vorbehandelte (ART-naïve) pädiatrische Patienten (3 bis 17 Jahre und mindestens40 kg Körpergewicht)
Die empfohlene Dosierung ist 800 mg einmal täglich mit Ritonavir 100 mg einmal täglich mit dem
Essen oder 800 mg einmal täglich zusammen mit Cobicistat 150 mg einmal täglich mit dem Essen (bei
Jugendlichen ab 12 Jahren). Darunavir Mylan 400 mg und 800 mg Tabletten können angewendetwerden, um die Dosis von einmal täglich 800 mg zu erreichen. Die Dosis von Cobicistat, die mit
Darunavir bei Kindern unter 12 Jahren angewendet werden soll, ist nicht untersucht worden.
ART-vorbehandelte pädiatrische Patienten (3 bis 17 Jahre und mindestens 40 kg Körpergewicht)
Die Dosis von Cobicistat, die mit Darunavir bei Kindern unter 12 Jahren angewendet werden soll, istnicht untersucht worden.
Die empfohlene Dosierung ist wie folgt:● Für ART-vorbehandelte Patienten ohne DRV-RAMs* und mit < 100.000 HIV-1-
RNA-Kopien/ml im Plasma und einer CD4+-Zellzahl von ≥ 100 x 106 Zellen/l (siehe
Abschnitt 4.1) kann eine Dosierung von 800 mg einmal täglich mit Ritonavir 100 mg einmaltäglich zusammen mit dem Essen oder von 800 mg einmal täglich mit Cobicistat 150 mg einmaltäglich zusammen mit dem Essen (bei Jugendlichen ab 12 Jahren) angewendet werden.
Darunavir Mylan 400 mg und 800 mg Tabletten können angewendet werden, um die Dosis voneinmal täglich 800 mg zu erreichen. Die Dosis von Cobicistat, die mit Darunavir bei Kindernunter 12 Jahren angewendet werden soll, ist nicht untersucht worden.
● Für jeden anderen ART-vorbehandelten Patienten oder wenn eine HIV-1-Genotypisierung nichtmöglich ist, wird die empfohlene Dosierung in der Fachinformation von Darunavir Mylan75 mg, 150 mg, 300 mg und 600 mg Tabletten beschrieben.
* DRV-RAMs: V11I, V32I, L33F, I47V, I50V, I54M, I54L, T74P, L76V, I84V und L89V
Hinweis bei ausgelassenen DosenFalls eine einmal täglich eingenommene Dosis Darunavir und/oder Cobicistat oder Ritonavirvergessen wird, dieses Versäumnis aber innerhalb von 12 Stunden nach dem üblichen
Einnahmezeitpunkt bemerkt wird, sollten die Patienten angewiesen werden, die vorgeschriebene Dosisvon Darunavir und Cobicistat oder Ritonavir zusammen mit dem Essen so bald wie möglicheinzunehmen. Wenn dies später als 12 Stunden nach dem üblichen Einnahmezeitpunkt bemerkt wird,darf die vergessene Dosis nicht eingenommen werden und der Patient sollte sein gewohntes
Behandlungsschema wieder aufnehmen.
Diese Empfehlung basiert auf der Halbwertszeit von Darunavir bei gleichzeitiger Anwendung von
Cobicistat oder Ritonavir und dem empfohlenen Dosierungsintervall von ca. 24 Stunden.
Wenn ein Patient innerhalb von 4 Stunden nach der Einnahme des Arzneimittels erbricht, sollte er soschnell wie möglich eine weitere Dosis von Darunavir Mylan mit Cobicistat oder Ritonavir zusammenmit dem Essen einnehmen. Erbricht ein Patient mehr als 4 Stunden nach der Einnahme des
Arzneimittels, braucht er bis zum nächsten regulär geplanten Zeitpunkt keine weitere Dosis von
Darunavir Mylan mit Cobicistat oder Ritonavir einzunehmen.
Spezielle PatientengruppenÄltere PatientenEs liegen nur begrenzt Informationen in dieser Patientengruppe vor und daher sollte Darunavir indieser Altersgruppe mit Vorsicht angewendet werden (siehe Abschnitte 4.4 und 5.2).
LeberfunktionsstörungenDarunavir wird über das hepatische System verstoffwechselt. Bei Patienten mit milder (Child-Pugh
Klasse A) oder mäßiger (Child-Pugh Klasse B) Leberfunktionsstörung ist eine Dosisanpassung nichtzu empfehlen, jedoch sollte Darunavir bei diesen Patienten mit Vorsicht angewendet werden. Zu
Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung liegen keine pharmakokinetischen Daten vor. Schwere
Leberfunktionsstörungen könnten zu einer erhöhten Verfügbarkeit von Darunavir führen und dessen
Sicherheitsprofil verschlechtern. Deswegen darf Darunavir bei Patienten mit schwerer
Leberfunktionsstörung (Child-Pugh Klasse C) nicht angewendet werden (siehe Abschnitte pct. 4.3, pct. 4.4und 5.2).
NierenfunktionsstörungenBei Patienten mit Nierenfunktionsstörungen ist eine Dosisanpassung von Darunavir/Ritonavir nichterforderlich (siehe Abschnitte 4.4 und 5.2). Bei dialysepflichtigen Patienten wurde Cobicistat nichtuntersucht, daher kann für die Anwendung von Darunavir/Cobicistat bei diesen Patienten keine
Empfehlung gegeben werden.
Cobicistat hemmt die tubuläre Sekretion von Kreatinin und kann zu einer mäßigen Erhöhung des
Serum-Kreatinins sowie einer mäßigen Verminderung der Kreatinin-Clearance führen. Daher kann die
Verwendung der Kreatinin-Clearance zur Beurteilung der renalen Eliminationsrate falsche Ergebnisseliefern. Eine Behandlung mit Cobicistat als pharmakokinetischen Verstärker von Darunavir darffolglich bei Patienten mit einer Kreatinin-Clearance unter 70 ml/min nicht eingeleitet werden, sofernfür eine gleichzeitig angewendete Substanz eine Dosisanpassung aufgrund der Kreatinin-Clearanceerforderlich ist: z. B. Emtricitabin, Lamivudin, Tenofovirdisoproxil (als Fumarat, Phosphat oder
Succinat) oder Adefovirdipivoxil.
Für Informationen zu Cobicistat, siehe Fachinformation von Cobicistat.
Kinder und JugendlicheDarunavir soll bei Kindern nicht angewendet werden,
- die unter 3 Jahre sind aufgrund von Sicherheitsbedenken (siehe Abschnitte 4.4 und 5.3) oder
- die weniger als 15 kg wiegen, da die Dosis für diese Population nicht an einer ausreichenden
Anzahl Patienten untersucht werden konnte (siehe Abschnitt 5.1).
Darunavir mit Cobicistat darf bei Kindern im Alter von 3 bis 11 Jahren mit einem Körpergewicht< 40 kg nicht angewendet werden, da die bei diesen Kindern anzuwendende Dosis von Cobicistatnicht untersucht wurde (siehe Abschnitte 4.4 und 5.3).
Für diese Patientenpopulation sind Darunavir Mylan 400 und 800 mg Tabletten nicht geeignet. Es sindandere Formulierungen verfügbar, siehe Fachinformation von Darunavir Mylan 75 mg, 150 mg,300 mg, 600 mg Tabletten.
Schwangerschaft und postpartale PhaseWährend der Schwangerschaft und postpartalen Phase ist eine Dosisanpassung von
Darunavir/Ritonavir nicht notwendig. Darunavir/Ritonavir soll während der Schwangerschaft nurangewendet werden, wenn der potentielle Nutzen das potentielle Risiko rechtfertigt (siehe
Abschnitte 4.4, pct. 4.6 und 5.2).
Die Behandlung mit Darunavir/Cobicistat 800/150 mg während der Schwangerschaft führt zu einergeringen Darunavir-Exposition (siehe Abschnitte 4.4 und 5.2). Deshalb soll während der
Schwangerschaft keine Behandlung mit Darunavir/Cobicistat begonnen werden. Bei Frauen, diewährend der Behandlung mit Darunavir/Cobicistat schwanger werden, soll ein Wechsel zu einemalternativen Behandlungsregime erfolgen (siehe Abschnitte 4.4 und 4.6). Darunavir/Ritonavir kann als
Alternative erwogen werden.
Art der AnwendungDie Patienten sollten angewiesen werden, Darunavir Mylan mit Cobicistat oder niedrig dosiertem
Ritonavir innerhalb von 30 Minuten nach Beendigung einer Mahlzeit einzunehmen. Die Art der
Nahrungsmittel hat keinen Einfluss auf die systemische Verfügbarkeit von Darunavir (siehe
Abschnitte 4.4, 4.5 und 5.2).
4.3 Kontraindikationen
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.
Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung (Child-Pugh-Klasse C).
Die gleichzeitige Anwendung mit folgenden Arzneimitteln aufgrund der erwarteten Verminderung der
Plasmakonzentrationen von Darunavir, Ritonavir und Cobicistat sowie eines möglichen Verlusts der
Wirksamkeit (siehe Abschnitte 4.4 und 4.5).
Zutreffend für Darunavir, das entweder mit Ritonavir oder Cobicistat geboostert wird:
- Das Kombinationspräparat Lopinavir/Ritonavir (siehe Abschnitt 4.5).
- Die starken CYP3A-Induktoren Rifampicin und pflanzliche Arzneimittel, die Johanniskraut(Hypericum perforatum) enthalten. Es wird erwartet, dass die gleichzeitige Anwendung die
Plasmakonzentrationen von Darunavir, Ritonavir und Cobicistat vermindert, was zum Verlustder Wirksamkeit und möglicher Resistenzentwicklung führen kann (siehe Abschnitte 4.4und 4.5).
Zutreffend für Darunavir, das mit Cobicistat geboostert, aber nicht mit Ritonavir geboostert wird:
- Darunavir, das mit Cobicistat geboostert wird, ist empfindlicher gegenüber einer
CYP3A-Induktion, als Darunavir, das mit Ritonavir geboostert wird. Die gleichzeitige
Anwendung mit starken CYP3A-Induktoren ist kontraindiziert, da diese die Expositiongegenüber Cobicistat und Darunavir reduzieren könnten, was zum Verlust der Wirksamkeitführen würde. Starke CYP3A-Induktoren schließen z. Β. Carbamazepin, Phenobarbital und
Phenytoin ein (siehe Abschnitte 4.4 und 4.5).
Darunavir, das entweder mit Ritonavir oder Cobicistat geboostert wird, hemmt die Elimination von
Wirkstoffen, deren Clearance in hohem Maße von CYP3A abhängig ist, was zu einer erhöhten
Exposition gegenüber dem gleichzeitig angewendeten Wirkstoff führt. Daher ist die gleichzeitige
Anwendung von Wirkstoffen, bei denen erhöhte Plasmakonzentrationen mit schwerwiegendenund/oder lebensbedrohlichen Ereignissen einhergehen, kontraindiziert (zutreffend für Darunavir, dasentweder mit Ritonavir oder Cobicistat geboostert wird). Zu diesen Wirkstoffen zählen z. B.:
- Alfuzosin
- Amiodaron, Bepridil, Dronedaron, Ivabradin, Chinidin, Ranolazin
- Astemizol, Terfenadin
- Colchicin bei Anwendung bei Patienten mit Nieren- und/oder Leberfunktionsstörung (siehe
Abschnitt 4.5)
- Ergotderivate (z. B. Dihydroergotamin, Ergometrin, Ergotamin, Methylergometrin)
- Elbasvir/Grazoprevir
- Cisaprid
- Dapoxetin
- Domperidon
- Naloxegol
- Lurasidon, Pimozid, Quetiapin, Sertindol (siehe Abschnitt 4.5)
- Triazolam, oral eingenommenes Midazolam (zur Vorsicht bei parenteral verabreichtem
Midazolam siehe Abschnitt 4.5)
- Sildenafil - wenn zur Behandlung der pulmonalen arteriellen Hypertonie angewandt), Avanafil
- Simvastatin, Lovastatin und Lomitapid (siehe Abschnitt 4.5)
- Ticagrelor (siehe Abschnitt 4.5).
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Eine regelmäßige Überprüfung des virologischen Ansprechens wird empfohlen. Bei Fehlen oder
Verlust des virologischen Ansprechens sollte ein Resistenztest durchgeführt werden.
Darunavir 400 mg oder 800 mg ist stets oral zusammen mit Cobicistat oder niedrig dosiertem
Ritonavir als pharmakokinetischem Verstärker und in Kombination mit anderen antiretroviralen
Arzneimitteln einzunehmen (siehe Abschnitt 5.2). Vor Aufnahme einer Therapie mit Darunavir istdaher entweder die Fachinformation von Cobicistat oder die von Ritonavir zu beachten.
Eine höhere Dosis Ritonavir als die in Abschnitt 4.2 empfohlene zeigte keine signifikanten
Auswirkungen auf die Darunavir-Konzentration. Es wird nicht empfohlen, die Dosis von Cobicistatoder Ritonavir zu verändern.
Darunavir bindet überwiegend an α1-saures Glykoprotein. Diese Proteinbindung istkonzentrationsabhängig, was auf eine Bindungssättigung hinweist. Daher kann nicht ausgeschlossenwerden, dass Arzneimittel, die auch stark an α1-saures Glykoprotein binden, aus ihrer Proteinbindungverdrängt werden (siehe Abschnitt 4.5).
ART-vorbehandelte Patienten - einmal tägliche Dosierung
Bei ART-vorbehandelten Patienten sollte Darunavir in Kombination mit Cobicistat oder niedrigdosiertem Ritonavir einmal täglich nicht angewendet werden, wenn die Patienten HI-Viren mit eineroder mehreren Darunavir-Resistenz-assoziierten Mutationen (DRV-RAMs), ≥ 100.000 HIV-1-RNA-
Kopien/ml oder eine CD4+-Zellzahl von < 100 x 106 Zellen/l haben (siehe Abschnitt 4.2). In dieser
Population wurden Kombinationen mit einem anderen optimierten Basisregime (OBR) als ≥ 2 NRTIsnicht untersucht. Es stehen nur eingeschränkt Daten für Patienten mit anderen HIV-1-Stämmen als Bzur Verfügung (siehe Abschnitt 5.1).
Kinder und JugendlicheDarunavir wird für die Anwendung bei pädiatrischen Patienten unter 3 Jahren oder mit einem
Körpergewicht von weniger als 15 kg nicht empfohlen (siehe Abschnitte 4.2 und 5.3).
SchwangerschaftDarunavir/Ritonavir soll während der Schwangerschaft nur angewendet werden, wenn der potentielle
Nutzen das potentielle Risiko rechtfertigt. Vorsicht ist bei Schwangeren mit Begleitmedikation, die die
Darunavirexposition weiter vermindern könnte, geboten (siehe Abschnitte 4.5 und 5.2).
Die Behandlung mit Darunavir/Cobicistat 800/150 mg einmal täglich im zweiten und dritten Trimenonhat nachweislich zu niedriger Darunavir-Exposition geführt, mit einer Verringerung der Cmin-Spiegelvon etwa 90% (siehe Abschnitt 5.2). Die Cobicistat-Spiegel sinken und sorgen möglicherweise nichtmehr für ausreichendes Boosting. Die wesentliche Verringerung der Darunavir-Exposition kann zuvirologischem Versagen und zu einem erhöhten Risiko der Übertragung der HIV-Infektion von der
Mutter auf das Kind führen. Deshalb soll während der Schwangerschaft keine Behandlung mit
Darunavir/Cobicistat begonnen werden. Bei Frauen, die während der Behandlung mit
Darunavir/Cobicistat schwanger werden, soll ein Wechsel zu einem alternativen Behandlungsregimeerfolgen (siehe Abschnitte 4.2 und 4.6). Darunavir in Verbindung mit einer niedrigen Dosis Ritonavirkann als Alternative erwogen werden.
Ältere PatientenDa zur Anwendung von Darunavir bei Patienten ab 65 Jahren nur begrenzte Informationen verfügbarsind, sollte Darunavir bei älteren Patienten mit Vorsicht angewendet werden, zumal bei diesen die
Häufigkeit von Einschränkungen der Leberfunktion sowie von Begleiterkrankungen und anderen
Therapien erhöht ist (siehe Abschnitte 4.2 und 5.2).
Schwere HautreaktionenWährend des klinischen Entwicklungsprogramms mit Darunavir/Ritonavir (N = 3.063) wurdenschwere Hautreaktionen, die mit Fieber und/oder Erhöhung der Transaminasen einhergehen können,bei 0,4% der Patienten berichtet. DRESS (Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und systemischen
Symptomen) und ein Stevens-Johnson-Syndrom wurden selten (< 0,1%) beschrieben; Toxischeepidermale Nekrolyse und akute generalisierte exanthematische Pustulose wurden nach
Markteinführung berichtet. Darunavir soll sofort abgesetzt werden, wenn sich Zeichen oder Symptomeeiner schweren Hautreaktion entwickeln. Diese können mit schweren Hautausschlägen oder
Hautausschlag mit Fieber, allgemeinem Unwohlsein, Ermüdung, Muskel- oder Gelenkschmerzen,
Blasen, oralen Läsionen, Konjunktivitis, Hepatitis und/oder Eosinophilie verbunden sein, sind abernicht darauf beschränkt.
Hautausschlag trat bei ART-vorbehandelten Patienten, deren Therapieregime Darunavir/Ritonavir plus
Raltegravir enthielten, häufiger auf als bei Patienten, die Darunavir/Ritonavir ohne Raltegravir oder
Raltegravir ohne Darunavir erhielten (siehe Abschnitt 4.8).
Darunavir enthält einen Sulfonamid-Anteil. Darunavir sollte bei Patienten mit bekannter
Sulfonamidallergie mit Vorsicht angewendet werden.
HepatotoxizitätEs wurde über Arzneimittel-induzierte Hepatitis (z. B. akute Hepatitis, zytolytische Hepatitis) unter
Darunavir berichtet. Während des klinischen Entwicklungsprogramms mit Darunavir/Ritonavir(N = 3.063) wurde Hepatitis bei 0,5% der Patienten, die eine antiretrovirale Kombinationstherapie mit
Darunavir/Ritonavir erhielten, berichtet. Patienten mit vorbestehenden Leberfunktionsstörungen,inklusive chronisch aktiver Hepatitis B oder C, haben ein erhöhtes Risiko für Leberfunktionsstörungeneinschließlich schwerer und potenziell tödlicher Nebenwirkungen auf die Leber. Im Fall einergleichzeitigen antiviralen Behandlung der Hepatitis B oder C, beachten Sie bitte die relevanten
Produktinformationen für diese Arzneimittel.
Entsprechende Laboruntersuchungen sollen vor Beginn der Therapie mit Darunavir in Kombinationmit Cobicistat oder niedrig dosiertem Ritonavir durchgeführt und die Patienten während der
Behandlung überwacht werden. Eine besondere Überwachung der AST/ALT soll bei Patienten mitzugrunde liegender chronischer Hepatitis, Leberzirrhose oder bei Patienten, die vor Beginn der
Behandlung erhöhte Transaminasen aufweisen, in Betracht gezogen werden, insbesondere in denersten Monaten der Behandlung mit Darunavir in Kombination mit Cobicistat oder niedrig dosiertem
Ritonavir.Wenn es bei Patienten, die Darunavir in Kombination mit Cobicistat oder niedrig dosiertem Ritonavireinnehmen, Hinweise auf neue oder sich verschlechternde Leberfunktionsstörungen gibt(einschließlich einer klinisch signifikanten Erhöhung der Leberenzyme und/oder Symptome wie
Ermüdung, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Gelbsucht, dunkler Urin, Druckempfindlichkeit der Leber,
Hepatomegalie), soll umgehend eine Unterbrechung oder ein Abbruch der Behandlung erwogenwerden.
Patienten mit BegleiterkrankungenLeberfunktionsstörungZur Sicherheit und Wirksamkeit von Darunavir bei Patienten mit einer zugrunde liegenden schweren
Lebererkrankung liegen keine Daten vor, und deshalb ist Darunavir bei Patienten mit schwerer
Leberfunktionsstörung kontraindiziert. Aufgrund eines Anstiegs von ungebundenem Darunavir in der
Plasmakonzentration, sollte Darunavir bei Patienten mit leichter oder mäßiger Leberfunktionsstörungmit Vorsicht angewendet werden (siehe Abschnitte 4.2, pct. 4.3 und 5.2).
NierenfunktionsstörungBei Patienten mit Nierenfunktionsstörung sind für Darunavir/Ritonavir keine speziellen
Vorsichtsmaßnahmen oder Dosisanpassungen erforderlich. Aufgrund der hohen Plasmaproteinbindungvon Darunavir und Ritonavir ist eine signifikante Entfernung durch Hämodialyse oder
Peritonealdialyse unwahrscheinlich. Daher sind bei diesen Patienten keine speziellen
Vorsichtsmaßnahmen oder Dosisanpassungen erforderlich (siehe Abschnitte 4.2 und 5.2). Beidialysepflichtigen Patienten wurde Cobicistat nicht untersucht, daher kann für die Anwendung von
Darunavir/Cobicistat bei diesen Patienten keine Empfehlung gegeben werden (siehe Abschnitt 4.2).
Es konnte gezeigt werden, dass Cobicistat die geschätzte Kreatinin-Clearance durch Hemmung dertubulären Sekretion von Kreatinin senkt. Dies muss berücksichtigt werden, wenn Darunavir mit
Cobicistat bei Patienten anwendet wird, bei denen die geschätzte Kreatinin-Clearance herangezogenwird, um die Dosis von gleichzeitig angewendeten Arzneimitteln anzupassen (siehe Abschnitt 4.2 und
Fachinformation von Cobicistat).
Es liegen derzeit nur unzureichende Daten darüber vor, ob die gleichzeitige Anwendung von
Tenofovirdisoproxil und Cobicistat im Vergleich zu Therapieregimen, die Tenofovirdisoproxil ohne
Cobicistat enthalten, mit einem erhöhten Risiko für renale Nebenwirkungen einhergeht.
Bluter
Bei Patienten mit Hämophilie A oder B, die mit PIs behandelt wurden, wurde eine Zunahme von
Blutungen, einschließlich spontan aufgetretener Hämatome der Haut und Blutungen in den Gelenken(Hämarthros), berichtet. Bei einigen Patienten wurde zusätzlich der Faktor VIII verabreicht. In mehrals der Hälfte der berichteten Fälle wurde die Behandlung mit PIs fortgesetzt oder wiederaufgenommen, falls diese abgebrochen worden war. Ein kausaler Zusammenhang wird vermutet; der
Wirkungsmechanismus ist jedoch nicht geklärt. Hämophilie-Patienten sollten daher auf eine mögliche
Zunahme von Blutungen hingewiesen werden.
Gewicht und metabolische ParameterWährend einer antiretroviralen Therapie können eine Gewichtszunahme und ein Anstieg der Blutlipid-und Blutglucosewerte auftreten. Diese Veränderungen können teilweise mit dem verbesserten
Gesundheitszustand und dem Lebensstil zusammenhängen. In einigen Fällen ist ein Einfluss der
Behandlung auf die Blutlipidwerte erwiesen, während es für die Gewichtszunahme keinen klaren
Nachweis eines Zusammenhangs mit einer bestimmten Behandlung gibt. Für die Überwachung der
Blutlipid- und Blutglucosewerte wird auf die anerkannten HIV-Therapierichtlinien verwiesen. Die
Behandlung von Lipidstörungen sollte nach klinischem Ermessen erfolgen.
OsteonekroseObwohl die Ätiologie als multifaktoriell (einschließlich Kortikosteroidtherapie, Alkoholkonsum,schwerer Immunsuppression, höherem Body-Mass-Index) angesehen wird, wurde über Fälle von
Osteonekrose besonders bei Patienten mit fortgeschrittener HIV-Erkrankung und/oder
Langzeitexposition gegenüber einer antiretroviralen Kombinationstherapie (CART) berichtet.
Patienten sollten angewiesen werden medizinischen Rat zu suchen, wenn sie Gelenkschmerzen,
Gelenksteifigkeit oder Beschwerden bei Bewegungen verspüren.
ImmunrekonstitutionssyndromBei HIV-infizierten Patienten, die zu Beginn der antiretroviralen Kombinationstherapie (CART) aneiner schweren Immunschwäche leiden, kann eine entzündliche Reaktion auf asymptomatische oderresiduale opportunistische Erreger auftreten und ernsthafte Erkrankungen oder eine Verstärkung der
Symptome hervorrufen. Typischerweise wurden solche Reaktionen innerhalb der ersten Wochen oder
Monate nach Beginn einer CART beobachtet. Relevante Beispiele sind Cytomegalievirus-Retinitis,generalisierte und/oder fokale mykobakterielle Infektionen sowie Pneumonie verursacht durch
Pneumocystis jirovecii (früher bekannt als Pneumocystis carinii). Etwaige entzündliche Symptomesollten untersucht und gegebenenfalls behandelt werden. Darüber hinaus wurde in klinischen Studienmit einer gleichzeitigen Anwendung von Darunavir und niedrig dosiertem Ritonavir eine
Reaktivierung von Herpes simplex und Herpes zoster beobachtet.
Es liegen auch Berichte über Autoimmunerkrankungen (wie z. B. Morbus Basedow und autoimmune
Hepatitis) vor, die im Rahmen einer Immun-Reaktivierung auftraten; allerdings ist der Zeitpunkt des
Auftretens sehr variabel und diese Ereignisse können viele Monate nach Beginn der Behandlungauftreten (siehe Abschnitt 4.8).
Wechselwirkungen mit ArzneimittelnEinige der Interaktionsstudien wurden mit einer niedrigeren Darunavir-Dosis als der empfohlenendurchgeführt. Die Effekte einer gleichzeitigen Anwendung von Arzneimitteln könnten daherunterschätzt werden und eine klinische Überwachung der Sicherheitsparameter indiziert sein. Zurvollständigen Information über Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln siehe Abschnitt 4.5.
Pharmakokinetischer Verstärker und Begleitmedikation
Darunavir besitzt unterschiedliche Interaktionsprofile, abhängig davon, ob der Wirkstoff mit Ritonaviroder Cobicistat geboostert wird:
- Darunavir, das mit Cobicistat geboostert wird, ist empfindlicher gegenüber einer
CYP3A-Induktion: daher ist eine gleichzeitige Anwendung von Darunavir/Cobicistat undstarken CYP3A-Induktoren kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3); eine gleichzeitige Anwendungmit schwachen bis mäßigen CYP3A-Induktoren wird nicht empfohlen (siehe Abschnitt 4.5).
Eine gleichzeitige Anwendung von Darunavir/Ritonavir und Darunavir/Cobicistat mit
Lopinavir/Ritonavir, Rifampicin und pflanzlichen Produkten, die Johanniskraut (Hypericumperforatum) enthalten, ist kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.5).
- Im Gegensatz zu Ritonavir besitzt Cobicistat keine induzierenden Effekte auf Enzyme oder
Transportproteine (siehe Abschnitt 4.5). Wenn der pharmakokinetische Verstärker von
Ritonavir zu Cobicistat gewechselt wird, ist während der ersten zwei Wochen der Behandlungmit Darunavir/Cobicistat Vorsicht geboten, besonders wenn während der Anwendung von
Ritonavir als pharmakokinetischen Verstärker Dosierungen von gleichzeitig angewendeten
Arzneimitteln titriert oder eingestellt wurden. In diesen Fällen kann eine Dosisreduktion desgleichzeitig angewendeten Arzneimittels notwendig sein.
Efavirenz in Kombination mit geboostertem Darunavir kann zu einer suboptimalen Darunavir Cminführen. Wenn Efavirenz mit Darunavir kombiniert werden muss, sollte eine Dosierung von
Darunavir/Ritonavir 600/100 mg zweimal täglich angewendet werden. Siehe Fachinformation von
Darunavir Mylan 75 mg, 150 mg, 300 mg und 600 mg Tabletten (siehe Abschnitt 4.5).
Über lebensbedrohliche und tödliche Arzneimittelinteraktionen wurde bei Patienten berichtet, die mit
Colchicin und starken Inhibitoren von CYP3A und P-Glykoprotein (P-gp) behandelt wurden (siehe
Abschnitte 4.3 und 4.5).
Darunavir Mylan enthält Natrium
Darunavir Mylan 400 mg und 800 mg enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Dosis, d.h. esist nahezu 'natriumfrei“.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Das Interaktionsprofil von Darunavir kann unterschiedlich sein, abhängig davon, ob Ritonavir oder
Cobicistat als pharmakokinetischer Verstärker angewendet wird. Die Empfehlungen zur gleichzeitigen
Anwendung von Darunavir und anderen Arzneimitteln können daher verschieden sein, abhängigdavon, ob Darunavir mit Ritonavir oder Cobicistat geboostert wird (siehe Abschnitte 4.3 und 4.4);weiterhin ist zu Beginn der Behandlung Vorsicht geboten, wenn der pharmakokinetische Verstärkervon Ritonavir zu Cobicistat gewechselt wird (siehe Abschnitt 4.4).
Arzneimittel, die die Darunavir-Exposition beeinflussen (Ritonavir als pharmakokinetischer
Verstärker)
Darunavir und Ritonavir werden durch CYP3A metabolisiert. Von Arzneimitteln, die die
CYP3A-Aktivität induzieren, ist zu erwarten, dass sie die Clearance von Darunavir und Ritonavirerhöhen könnten; dies führt zu verminderten Plasmakonzentrationen dieser Wirkstoffe und folglichauch von Darunavir, was zum Verlust der Wirksamkeit und möglicherweise zur Resistenzentwicklungführt (siehe Abschnitte 4.3 und 4.4). CYP3A-Induktoren, die kontraindiziert sind, schließen
Rifampicin, Johanniskraut und Lopinavir ein.
Die gleichzeitige Anwendung von Darunavir und Ritonavir mit anderen Arzneimitteln, die CYP3Ainhibieren, kann die Clearance von Darunavir und Ritonavir vermindern, was zu erhöhten
Plasmakonzentrationen von Darunavir und Ritonavir führen kann. Eine gleichzeitige Anwendung mitstarken CYP3A-Inhibitoren wird nicht empfohlen und Vorsicht ist geboten; diese Wechselwirkungensind in der nachfolgenden Wechselwirkungstabelle beschrieben (z. B. Indinavir, Azol-Antimykotikawie Clotrimazol).
Arzneimittel, die die Darunavir-Exposition beeinflussen (Cobicistat als pharmakokinetischer
Verstärker)
Darunavir und Cobicistat werden durch CYP3A metabolisiert und daher kann die gleichzeitige
Anwendung mit CYP3A-Induktoren zu einer subtherapeutischen Plasmaexposition von Darunavirführen. Darunavir, das mit Cobicistat geboostert wird, ist empfindlicher gegenüber einer
CYP3A-Induktion als Ritonavir-geboostertes Darunavir: die gleichzeitige Anwendung von
Darunavir/Cobicistat mit Arzneimitteln, die starke CYP3A-Induktoren sind (z. B. Johanniskraut,
Rifampicin, Carbamazepin, Phenobarbital und Phenytoin) ist kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3). Diegleichzeitige Anwendung von Darunavir/Cobicistat mit schwachen oder mäßigen CYP3A-Induktoren(z. B. Efavirenz, Etravirin, Nevirapin, Fluticason und Bosentan) wird nicht empfohlen (siehe
Wechselwirkungstabelle unten).
Es gelten die gleichen Empfehlungen für die Anwendung von starken CYP3A4-Inhibitoren,unabhängig davon, ob Darunavir mit Ritonavir oder Cobicistat geboostert wird (siehe vorherigen
Abschnitt).
Arzneimittel, die durch Ritonavir-geboostertes Darunavir beeinflusst werden könnten
Darunavir und Ritonavir sind Inhibitoren von CYP3A, CYP2D6 und P-gp. Die gleichzeitige
Anwendung von Darunavir/Ritonavir mit Arzneimitteln, die primär über CYP3A und/oder CYP2D6metabolisiert oder durch P-gp transportiert werden, kann zu erhöhten Plasmakonzentrationen dieser
Arzneimittel führen, wodurch sich deren therapeutische Wirkung sowie Nebenwirkungen verstärkenoder verlängern können.
Darunavir zusammen mit niedrig dosiertem Ritonavir darf nicht mit Arzneimitteln kombiniert werden,deren Clearance in hohem Maße von CYP3A abhängig ist und bei denen erhöhte
Plasmakonzentrationen mit schwerwiegenden und/oder lebensbedrohlichen Ereignissen einhergehen(enge therapeutische Breite) (siehe Abschnitt 4.3).
Die gleichzeitige Anwendung von Darunavir/Ritonavir zusammen mit Arzneimitteln, deren aktive
Metabolite durch CYP3A gebildet werden, kann zu reduzierten Plasmakonentrationen dieser aktiven
Metabolite führen, was zu einer verringerten therapeutischen Wirksamkeit führen könnte (siehe
Wechselwirkungstabelle weiter unten).
Die gesamte pharmakokinetische Wirkungsverstärkung durch Ritonavir belief sich auf eine ca.14-fache Zunahme der systemischen Darunavir-Exposition bei oraler Gabe einer 600 mg Einzeldosis
Darunavir in Kombination mit 100 mg Ritonavir zweimal täglich. Deshalb darf Darunavir nur in
Kombination mit einem pharmakokinetischen Verstärker angewendet werden (siehe Abschnitte 4.4und 5.2).
Eine klinische 'Cocktail-Studie', in der eine Kombination von Arzneimitteln, die über die
Cytochrome CYP2C9, CYP2C19 und CYP2D6 metabolisiert werden, eingesetzt wurde, zeigte in
Gegenwart von Darunavir/Ritonavir einen Anstieg der CYP2C9- und CYP2C19-Aktivität und eine
Hemmung der CYP2D6-Aktivität, die dem niedrig dosierten Ritonavir zugeschrieben werden kann.
Die gleichzeitige Anwendung von Darunavir und Ritonavir mit Arzneimitteln, die primär über
CYP2D6 (z. B. Flecainid, Propafenon, Metoprolol) metabolisiert werden, kann zu erhöhten
Plasmakonzentrationen dieser Arzneimittel führen, wodurch ihre therapeutische Wirksamkeit und
Nebenwirkungen verstärkt oder verlängert werden können. Die gleichzeitige Einnahme von Darunavirund Ritonavir mit Arzneimitteln, die primär über CYP2C9 (z. B. Warfarin) und CYP2C19 (z. B.
Methadon) metabolisiert werden, kann bei solchen Arzneimitteln zu einer verminderten systemischen
Verfügbarkeit führen, wodurch ihre therapeutische Wirksamkeit vermindert oder verkürzt werdenkann.
Die Wirkung auf CYP2C8 wurde nur in vitro untersucht, dennoch kann die gleichzeitige Einnahmevon Darunavir und Ritonavir mit Arzneimitteln, die primär über CYP2C8 metabolisiert werden (z. B.
Paclitaxel, Rosiglitazon, Repaglinid), bei solchen Arzneimitteln zu einer verminderten systemischen
Verfügbarkeit führen, was deren therapeutische Wirksamkeit vermindern oder verkürzen kann.
Ritonavir hemmt die Transporter P-Glykoprotein, OATP1B1 und OATP1B3, und eine gleichzeitige
Anwendung mit Substraten dieser Transporter kann zu erhöhten Plasmakonzentrationen dieser
Substanzen führen (z. B. Dabigatranetexilat, Digoxin, Statine und Bosentan; siehe
Wechselwirkungstabelle unten).
Arzneimittel, die durch Cobicistat-geboostertes Darunavir beeinflusst werden könnten
In Bezug auf die Substrate von CYP3A4, CYP2D6, P-Glykoprotein, OATP1B1 und OATP1B3stimmen die Empfehlungen für Darunavir geboostert mit Ritonavir mit den Empfehlungen für
Darunavir geboostert mit Cobicistat überein (siehe Kontraindikationen und oben gegebene
Empfehlungen). Cobicistat 150 mg mit Darunavir 800 mg einmal täglich erhöht diepharmakokinetischen Parameter von Darunavir in einer vergleichbaren Weise wie Ritonavir (siehe
Abschnitt 5.2).
Im Gegensatz zu Ritonavir, induziert Cobicistat CYP1A2, CYP2B6, CYP2C8, CYP2C9, CYP2C19oder UGT1A1 nicht. Für weitere Informationen zu Cobicistat, siehe Fachinformation von Cobicistat.
WechselwirkungstabelleStudien zur Erfassung von Wechselwirkungen wurden nur bei Erwachsenen durchgeführt.
Mehrere der Interaktionsstudien (die mit # in der nachfolgenden Tabelle markiert sind) wurden mitniedrigeren Dosen Darunavir als empfohlen oder mit einem anderen Dosierungsregime durchgeführt(siehe Abschnitt 4.2, Dosierung). Die Wirkungen auf gleichzeitig angewendete Arzneimittel könntendaher unterschätzt werden und eine klinische Überwachung der Sicherheit kann angezeigt sein.
Das Interaktionsprofil von Darunavir ist abhängig davon, ob Ritonavir oder Cobicistat alspharmakokinetischer Verstärker angewendet wird. Die Empfehlungen zur gleichzeitigen Anwendungvon Darunavir mit anderen Arzneimitteln können daher verschieden sein, abhängig davon, ob die
Substanz mit Ritonavir oder Cobicistat geboostert wird. Keine der in der Tabelle aufgeführten Studienwurde mit Cobicistat-geboostertem Darunavir durchgeführt. Soweit nicht anders angegeben, gelten diegleichen Empfehlungen. Für weitere Informationen zu Cobicistat, siehe Fachinformation von
Cobicistat.Wechselwirkungen zwischen Darunavir/Ritonavir und antiretroviralen und nicht-antiretroviralen
Arzneimitteln sind in nachfolgender Tabelle gelistet. Die Richtung des Pfeils für jedenpharmakokinetischen Parameter basiert auf dem 90% Konfidenzintervall des geometrischen
Mittelwerts, wobei (↔) innerhalb, (↓) unter oder (↑) über dem 80-125%-Wert bedeutet (nichtuntersucht als ND).
In der nachfolgenden Tabelle ist der pharmakokinetische Verstärker angegeben, wenn die
Empfehlungen unterschiedlich sind. Wenn die Empfehlungen für Darunavir zusammen mit niedrigdosiertem Ritonavir oder Cobicistat identisch sind, wird der Ausdruck 'geboostertes/geboostertem
Darunavir“ verwendet.
Die nachfolgende Liste von Beispielen für Arzneimittelwechselwirkungen ist nicht vollständig,weshalb die Produktinformation jedes Arzneimittels, das gleichzeitig mit Darunavir angewendet wird,konsultiert werden sollte, um Informationen über den Stoffwechselweg, Wechselwirkungen,potentielle Risiken und spezifische Maßnahmen bei gleichzeitiger Anwendung zu erhalten.
WECHSELWIRKUNGEN UND DOSIERUNGSEMPFEHLUNGEN BEI ANWENDUNG MIT
ANDEREN ARZNEIMITTELN
Arzneimittel Wechselwirkung Empfehlungen bezüglich einerentsprechend Änderung des geometrischen Mittels gleichzeitigen Verabreichung
Behandlungsgebieten (%)
HIV-ANTIRETROVIRALE ARZNEIMITTEL
Integrase-Strangtransfer-Inhibitoren
Dolutegravir Dolutegravir AUC ↓ 22% Die gleichzeitige Anwendung von
Dolutegravir C24h ↓ 38% geboostertem Darunavir und
Dolutegravir Cmax ↓ 11% Dolutegravir ist ohne
Darunavir ↔* Dosisanpassungen möglich.
* Bei Kreuzstudien-Vergleichen mit historischenpharmakokinetischen Daten
Raltegravir Einige klinische Studien deuten darauf hin, Derzeit scheint der Effekt vondass Raltegravir eine mäßige Verringerung Raltegravir auf die Darunavir-der Darunavir-Plasmakonzentrationen Plasmakonzentrationen klinischhervorrufen kann. nicht relevant zu sein. Diegleichzeitige Anwendung vongeboostertem Darunavir mit
Raltegravir ist ohne
Dosisanpassungen möglich.
Nukleo(s/t)idische Reverse-Transkriptasehemmer (NRTIs)
Didanosin Didanosin AUC ↓ 9% Die gleichzeitige Anwendung von400 mg einmal täglich Didanosin Cmin ND geboostertem Darunavir mit
Didanosin Cmax ↓ 16% Didanosin ist ohne Dosisanpassung
Darunavir AUC ↔ möglich.
Darunavir Cmin ↔
Darunavir Cmax ↔ Didanosin ist auf leeren Mageneinzunehmen, demnach sollte es1 Stunde vor oder 2 Stunden nachder Einnahme von geboostertem
Darunavir mit Essen eingenommenwerden.
Tenofovirdisoproxil Tenofovir AUC ↑ 22% Wird Tenofovirdisoproxil mit245 mg einmal täglich ‡ Tenofovir Cmin ↑ 37% geboostertem Darunavir kombiniert,
Tenofovir Cmax ↑ 24% so ist ggf. eine Überwachung der#Darunavir AUC ↑ 21% Nierenfunktion angezeigt,#Darunavir Cmin ↑ 24% insbesondere bei Patienten mit#Darunavir Cmax ↑ 16% zugrunde liegenden(↑ Tenofovir durch den Effekt des MDR1- Nierenerkrankungen oder
Transports in den Nierentubuli) systemischen Erkrankungen sowiebei Einnahme nephrotoxischer
Substanzen.
Darunavir zusammen mit Cobicistatvermindert die Kreatinin-Clearance.
Siehe Abschnitt 4.4, wenn die
Kreatinin-Clearance zur
Dosiseinstellung von
Tenofovirdisoproxil herangezogenwird.
Emtricitabin/Tenofovir- Tenofoviralafenamid ↔ Die empfohlene Dosisalafenamid Tenofovir ↑ Emtricitabin/Tenofoviralafenamidbeträgt 200/10 mg einmal täglichbei gleichzeitiger Anwendung mitgeboostertem Darunavir.
WECHSELWIRKUNGEN UND DOSIERUNGSEMPFEHLUNGEN BEI ANWENDUNG MIT
ANDEREN ARZNEIMITTELN
Arzneimittel Wechselwirkung Empfehlungen bezüglich einerentsprechend Änderung des geometrischen Mittels gleichzeitigen Verabreichung
Behandlungsgebieten (%)
Abacavir Nicht untersucht. Aufgrund der Die gleichzeitige Anwendung von
Emtricitabin unterschiedlichen Eliminationswege der geboostertem Darunavir mit diesen
Lamivudin anderen NRTIs (Zidovudin, Emtricitabin, NRTIs ist ohne Dosisanpassungen
Stavudin Stavudin und Lamivudin), welche primär möglich.
Zidovudin über die Nieren ausgeschieden werden,sowie von Abacavir, dessen Darunavir zusammen mit Cobicistat
Metabolisierung nicht durch CYP450 vermindert die Kreatinin-Clearance.vermittelt wird, sind keine Siehe Abschnitt 4.4, wenn die
Wechselwirkungen dieser Arzneimittel mit Kreatinin-Clearance zurgeboostertem Darunavir zu erwarten. Dosiseinstellung von Emtricitabinoder Lamivudin herangezogen wird.
Nicht-Nukleo(s/t)idische Reverse-Transkriptasehemmer (NNRTIs)
Efavirenz Efavirenz AUC ↑ 21% Bei einer Kombination von600 mg einmal täglich Efavirenz Cmin ↑ 17% Efavirenz und Darunavir mit niedrig
Efavirenz Cmax ↑ 15% dosiertem Ritonavir ist ggf. eine#Darunavir AUC ↓ 13% klinische Überwachung im Hinblick#Darunavir Cmin ↓ 31% auf eine mit der erhöhten#Darunavir Cmax ↓ 15% Verfügbarkeit von Efavirenz(↑ Efavirenz durch CYP3A-Inhibition) einhergehende ZNS-Toxizität(↓ Darunavir durch CYP3A-Induktion) angezeigt.
Efavirenz in Kombination mit
Darunavir/Ritonavir 800/100 mgeinmal täglich kann zu einersuboptimalen Darunavir Cminführen. Wenn Efavirenz mit
Darunavir/Ritonavir kombiniertwerden muss, sollte
Darunavir/Ritonavir 600/100 mgzweimal täglich angewendet werden(siehe Abschnitt 4.4).
Die gleichzeitige Anwendung mit
Darunavir zusammen mit Cobicistatwird nicht empfohlen (siehe
Abschnitt 4.4).
Etravirin Etravirin AUC ↓ 37% Darunavir kann zusammen mit100 mg zweimal täglich Etravirin Cmin ↓ 49% niedrig dosiertem Ritonavir und
Etravirin Cmax ↓ 32% Etravirin 200 mg zweimal täglich
Darunavir AUC ↑ 15% ohne Dosis-Anpassung angewendet
Darunavir Cmin ↔ werden.
Darunavir Cmax ↔
Die gleichzeitige Anwendung mit
Darunavir zusammen mit Cobicistatwird nicht empfohlen (siehe
Abschnitt 4.4).
Nevirapin Nevirapin AUC ↑ 27% Die gleichzeitige Anwendung von200 mg zweimal täglich Nevirapin Cmin ↑ 47% Darunavir und niedrig dosiertem
Nevirapin Cmax ↑ 18% Ritonavir mit Nevirapin ist ohne#Darunavir: Die Konzentrationen Dosisanpassungen möglich.waren konsistent zu historischen Daten.(↑ Nevirapin durch CYP3A-Inhibition) Die gleichzeitige Anwendung mit
Darunavir zusammen mit Cobicistatwird nicht empfohlen (siehe
Abschnitt 4.4).
WECHSELWIRKUNGEN UND DOSIERUNGSEMPFEHLUNGEN BEI ANWENDUNG MIT
ANDEREN ARZNEIMITTELN
Arzneimittel Wechselwirkung Empfehlungen bezüglich einerentsprechend Änderung des geometrischen Mittels gleichzeitigen Verabreichung
Behandlungsgebieten (%)
Rilpivirin Rilpivirin AUC ↑ 130% Die gleichzeitige Anwendung von150 mg einmal täglich Rilpivirin Cmin ↑ 178% geboostertem Darunavir mit
Rilpivirin Cmax ↑ 79% Rilpivirin ist ohne
Darunavir AUC ↔ Dosisanpassungen möglich.
Darunavir Cmin ↓ 11%
Darunavir Cmax ↔
HIV-Proteaseinhibitoren (PIs) - ohne gleichzeitige Anwendung von niedrig dosiertem Ritonavir †
Atazanavir Atazanavir AUC ↔ Die gleichzeitige Anwendung von300 mg einmal täglich Atazanavir Cmin ↑ 52% Darunavir und niedrig dosiertem
Atazanavir Cmax ↓ 11% Ritonavir mit Atazanavir ist ohne#Darunavir AUC ↔ Dosisanpassungen möglich.#Darunavir Cmin ↔#Darunavir Cmax ↔ Darunavir zusammen mit Cobicistatsoll nicht in Kombination mit einer
Atazanavir: Vergleich von anderen antiretroviralen Substanz
Atazanavir/Ritonavir 300/100 mg einmal angewendet werden, die einetäglich mit Atazanavir 300 mg einmal pharmakokinetische Verstärkungtäglich in Kombination mit durch die gleichzeitige Anwendung
Darunavir/Ritonavir 400/100 mg zweimal mit einem CYP3A4-Inhibitortäglich benötigt (siehe Abschnitt 4.5).
Darunavir: Vergleich von
Darunavir/Ritonavir 400/100 mg zweimaltäglich mit Darunavir/Ritonavir400/100 mg zweimal täglich in
Kombination mit Atazanavir 300 mgeinmal täglich.
Indinavir Indinavir AUC ↑ 23% Bei kombinierter Anwendung von800 mg zweimal täglich Indinavir Cmin ↑ 125% Darunavir zusammen mit niedrig
Indinavir Cmax ↔ dosiertem Ritonavir ist bei#Darunavir AUC ↑ 24% Unverträglichkeit gegebenenfalls#Darunavir Cmin ↑ 44% eine Dosisanpassung von Indinavir#Darunavir Cmax ↑ 11% von 800 mg zweimal täglich auf600 mg zweimal täglich
Indinavir: Vergleich von gerechtfertigt.
Indinavir/Ritonavir 800/100 mg zweimaltäglich mit Indinavir/Darunavir/Ritonavir Darunavir zusammen mit Cobicistat800/400/100 mg zweimal täglich soll nicht in Kombination mit einer
Darunavir: Vergleich von anderen antiretroviralen Substanz
Darunavir/Ritonavir 400/100 mg zweimal angewendet werden, die einetäglich mit Darunavir/Ritonavir pharmakokinetische Verstärkung400/100 mg in Kombination mit Indinavir durch die gleichzeitige Anwendung800 mg zweimal täglich. mit einem CYP3A4-Inhibitorbenötigt (siehe Abschnitt 4.5).
WECHSELWIRKUNGEN UND DOSIERUNGSEMPFEHLUNGEN BEI ANWENDUNG MIT
ANDEREN ARZNEIMITTELN
Arzneimittel Wechselwirkung Empfehlungen bezüglich einerentsprechend Änderung des geometrischen Mittels gleichzeitigen Verabreichung
Behandlungsgebieten (%)
Saquinavir #Darunavir AUC ↓ 26% Eine kombinierte Anwendung von1.000 mg zweimal #Darunavir Cmin ↓ 42% Darunavir zusammen mit niedrigtäglich #Darunavir Cmax ↓ 17% dosiertem Ritonavir und Saquinavir
Saquinavir AUC ↓ 6% wird nicht empfohlen.
Saquinavir Cmin ↓ 18%
Saquinavir Cmax ↓ 6% Darunavir zusammen mit Cobicistatsoll nicht in Kombination mit einer
Saquinavir: Vergleich von anderen antiretroviralen Substanz
Saquinavir/Ritonavir 1.000/100 mg angewendet werden, die einezweimal täglich mit pharmakokinetische Verstärkung
Saquinavir/Darunavir/Ritonavir durch die gleichzeitige Anwendung1.000/400/100 mg zweimal täglich mit einem CYP3A4-Inhibitor
Darunavir: Vergleich von benötigt (siehe Abschnitt 4.5).
Darunavir/Ritonavir 400/100 mg zweimaltäglich mit Darunavir/Ritonavir400/100 mg in Kombination mit
Saquinavir 1.000 mg zweimal täglich.
HIV-Proteaseinhibitoren (PIs) - mit gleichzeitiger Anwendung von niedrig dosiertem Ritonavir †
Lopinavir/Ritonavir Lopinavir AUC ↑ 9% Aufgrund der Abnahme der400/100 mg zweimal Lopinavir Cmin ↑ 23% Darunavir-Verfügbarkeit (AUC) umtäglich Lopinavir Cmax ↓ 2% 40% wurden entsprechende
Darunavir AUC ↓ 38%‡ Dosierungsempfehlungen für die
Darunavir Cmin ↓ 51%‡ Kombination nicht entwickelt.
Darunavir Cmax ↓ 21%‡ Daher ist die gemeinsame
Lopinavir AUC ↔ Anwendung von geboostertem
Lopinavir/Ritonavir Lopinavir Cmin ↑ 13% Darunavir und dem533/133,3 mg zweimal Lopinavir Cmax ↑ 11% Kombinationspräparattäglich Darunavir AUC ↓ 41% Lopinavir/Ritonavir kontraindiziert
Darunavir Cmin ↓ 55% (siehe Abschnitt 4.3).
Darunavir Cmax ↓ 21%‡ auf Basis nicht Dosis-angepasster Werte
CCR5-ANTAGONISTEN
Maraviroc Maraviroc AUC ↑ 305% Bei gleichzeitiger Anwendung mit150 mg zweimal täglich Maraviroc Cmin ND geboostertem Darunavir sollte die
Maraviroc Cmax ↑ 129% Dosis von Maraviroc 150 mg
Die Darunavir/Ritonavir Konzentrationen zweimal täglich betragen,.waren konsistent zu historischen Datenα1-ADRENOREZEPTOR-ANTAGONIST
Alfuzosin Basierend auf theoretischen Überlegungen Die gleichzeitige Anwendung vonist zu erwarten, dass Darunavir die geboostertem Darunavir mit
Plasmakonzentrationen von Alfuzosin Alfuzosin ist kontraindiziert (sieheerhöht. Abschnitt 4.3).(CYP3A-Inhibition)
ANÄSTHETIKUM
Alfentanil Nicht untersucht. Der Metabolismus von Bei gleichzeitiger Anwendung mit
Alfentanil wird durch CYP3A vermittelt geboostertem Darunavir kann eineund kann daher durch geboostertes Verringerung der Alfentanil-Dosis
Darunavir inhibiert werden. notwendig sein, und es ist eine
Überwachung hinsichtlich der
Risiken für eine verlängerte oderverzögerte Atemdepressionnotwendig.
WECHSELWIRKUNGEN UND DOSIERUNGSEMPFEHLUNGEN BEI ANWENDUNG MIT
ANDEREN ARZNEIMITTELN
Arzneimittel Wechselwirkung Empfehlungen bezüglich einerentsprechend Änderung des geometrischen Mittels gleichzeitigen Verabreichung
Behandlungsgebieten (%)
ANTIANGINALE/ANTIARRHYTHMIKA
Disopyramid Nicht untersucht. Es ist zu erwarten, dass Bei gleichzeitiger Anwendung
Flecainid geboostertes Darunavir die dieser Antiarrhythmika mitsystemisches Lidocain Plasmakonzentrationen dieser geboostertem Darunavir ist Vorsicht
Mexiletin Antiarrhythmika erhöht. geboten und eine Überwachung der
Propafenon (CYP3A- und/oder CYP2D6-Inhibition) therapeutischen Konzentrationen,falls möglich, wird empfohlen.
Amiodaron Die gleichzeitige Anwendung von
Bepridil Amiodaron, Bepridil, Dronedaron,
Dronedaron Ivabradin, Chinidin oder Ranolazin
Ivabradin mit geboostertem Darunavir ist
Chinidin kontraindiziert (siehe
Ranolazin Abschnitt 4.3).
Digoxin Digoxin AUC ↑ 61% Auf Grund der engen0,4 mg Einzeldosis Digoxin Cmin ND therapeutischen Breite von Digoxin
Digoxin Cmax ↑ 29% wird empfohlen, bei mit(↑ Digoxin durch eine vermutliche geboostertem Darunavir
P-gp-Inhibition) behandelten Patienten zunächst diegeringstmögliche Dosis von
Digoxin zu verordnen. Die Dosisvon Digoxin ist sorgfältig zutitrieren, um die gewünschteklinische Wirkung bei gleichzeitiger
Beurteilung des klinischen
Allgemeinzustands des Patienten zuerzielen.
ANTIBIOTIKA
Clarithromycin Clarithromycin AUC ↑ 57% Im Falle einer Kombination von500 mg zweimal täglich Clarithromycin Cmin ↑ 174% Clarithromycin mit geboostertem
Clarithromycin Cmax ↑ 26% Darunavir ist Vorsicht geboten.#Darunavir AUC ↓ 13%#Darunavir Cmin ↑ 1% Siehe Fachinformation von#Darunavir Cmax ↓ 17% Clarithromycin für14-OH-Clarithromycin Konzentrationen Dosierungsempfehlungen beiwaren in Kombination mit Patienten mit
Darunavir/Ritonavir nicht nachweisbar. Nierenfunktionsstörung.(↑ Clarithromycin durch CYP3A-
Inhibition und mögliche P-gp-Inhibition)
ANTIKOAGULANTIEN/THROMBOZYTENAGGREGATIONSHEMMER
Apixaban Nicht untersucht. Die gleichzeitige Die gleichzeitige Anwendung von
Rivaroxaban Anwendung von geboostertem Darunavir geboostertem Darunavir mitmit diesen Antikoagulantien kann die direkten oralen Antikoagulanzien
Konzentrationen der Antikoagulantien (DOAK), die durch CYP3A4erhöhen. metabolisiert und durch P-gp(CYP3A- und/oder P-gp-Inhibition) transportiert werden, wird nichtempfohlen, da dies zu einemerhöhten Blutungsrisiko führenkann.
WECHSELWIRKUNGEN UND DOSIERUNGSEMPFEHLUNGEN BEI ANWENDUNG MIT
ANDEREN ARZNEIMITTELN
Arzneimittel Wechselwirkung Empfehlungen bezüglich einerentsprechend Änderung des geometrischen Mittels gleichzeitigen Verabreichung
Behandlungsgebieten (%)
Dabigatranetexilat Dabigatranetexilat (150 mg): Darunavir/Ritonavir:
Edoxaban Darunavir/Ritonavir 800/100 mg Wenn ein DOAK, das durch P-gp
Einzeldosis: transportiert aber nicht durch
Dabigatran AUC ↑ 72% CYP3A4 metabolisiert wird
Dabigatran Cmax ↑ 64% (einschließlich Dabigatranetexilatund Edoxaban), gleichzeitig mit
Darunavir/Ritonavir 800/100 mg einmal Darunavir/Ritonavir angewendettäglich: wird, soll eine klinische
Dabigatran AUC ↑ 18% Überwachung und/oder eine
Dabigatran Cmax ↑ 22% Dosisreduktion des DOAK in
Betracht gezogen werden.
Darunavir/Cobicistat 800/150 mg
Einzeldosis: Darunavir/Cobicistat:
Dabigatran AUC ↑ 164% Wenn ein DOAK, das durch P-gp
Dabigatran Cmax ↑ 164% transportiert aber nicht durch
CYP3A4 metabolisiert wird
Darunavir/Cobicistat 800/150 mg einmal (einschließlich Dabigatranetexilattäglich: und Edoxaban), gleichzeitig mit
Dabigatran AUC ↑ 88% Darunavir/Cobicistat angewendet
Dabigatran Cmax ↑ 99% wird, ist eine klinische
Überwachung und eine
Dosisreduktion erforderlich.
Ticagrelor Basierend auf theoretischen Überlegungen Die gleichzeitige Anwendung vonkann die gleichzeitige Anwendung von geboostertem Darunavir mitgeboostertem Darunavir mit Ticagrelor die Ticagrelor ist kontraindiziert (siehe
Konzentrationen von Ticagrelor erhöhen Abschnitt 4.3).(CYP3A- und/oder P-gp-Inhibition).
Clopidogrel Nicht untersucht. Die gleichzeitige Die gleichzeitige Anwendung von
Anwendung von Clopidogrel mit Clopidogrel mit geboostertemgeboostertem Darunavir kann die Darunavir wird nicht empfohlen.Es
Plasmakonzentration der aktiven wird die Anwendung von anderen
Metabolite von Clopidogrel vermindern, Thrombozytenaggregationshemmerwas zu einer Abnahme der n empfohlen, die nicht von einergerinnungshemmenden Wirkung von CYP-Inhibition oder -Induktion
Clopidogrel führen kann. betroffen sind (z. B. Prasugrel).
Warfarin Nicht untersucht. Die Konzentration von Im Falle einer Kombination von
Warfarin kann bei gleichzeitiger Warfarin mit geboostertem
Anwendung von geboostertem Darunavir Darunavir wird eine Überwachungbeeinflusst werden. der INR-Werte (internationalnormalized ratio) empfohlen.
ANTIKONVULSIVA
Phenobarbital Nicht untersucht. Es ist zu erwarten, dass Darunavir mit gleichzeitiger
Phenytoin Phenobarbital und Phenytoin die Anwendung von niedrig dosiertem
Plasmakonzentrationen von Darunavir und Ritonavir sollte nicht mit diesenseiner pharmakokinetischen Verstärker Arzneimitteln kombiniert werden.senken.(Induktion der CYP450-Enzyme) Die Anwendung dieser Arzneimittelmit Darunavir/Cobicistat istkontraindiziert (siehe
Abschnitt 4.3).
WECHSELWIRKUNGEN UND DOSIERUNGSEMPFEHLUNGEN BEI ANWENDUNG MIT
ANDEREN ARZNEIMITTELN
Arzneimittel Wechselwirkung Empfehlungen bezüglich einerentsprechend Änderung des geometrischen Mittels gleichzeitigen Verabreichung
Behandlungsgebieten (%)
Carbamazepin Carbamazepin AUC ↑ 45% Für Darunavir/Ritonavir wird keine200 mg zweimal täglich Carbamazepin Cmin ↑ 54% Dosisanpassung empfohlen. Wenn
Carbamazepin Cmax ↑ 43% die Notwendigkeit besteht,
Darunavir AUC ↔ Darunavir/Ritonavir und
Darunavir Cmin ↓ 15% Carbamazepin zu kombinieren,
Darunavir Cmax ↔ sollten die Patienten auf potentielle
Carbamazepin-bezogene
Nebenwirkungen hin überwachtwerden. Die Carbamazepin-
Konzentrationen sollten überwachtund die Dosis auf ein adäquates
Ansprechen hin titriert werden.
Basierend auf den
Untersuchungsergebnissen kann eserforderlich sein, die
Carbamazepin-Dosis in
Anwesenheit von
Darunavir/Ritonavir um 25% bis50% zu reduzieren.
Die Anwendung von Carbamazepinund Darunavir zusammen mit
Cobicistat ist kontraindiziert (siehe
Abschnitt 4.3).
Clonazepam Nicht untersucht. Die gleichzeitige Bei gleichzeitiger Anwendung von
Anwendung von geboostertem Darunavir Clonazepam mit geboostertemmit Clonazepam kann die Konzentrationen Darunavir wird eine klinischevon Clonazepam erhöhen. (CYP3A- Überwachung empfohlen.
Inhibition)
WECHSELWIRKUNGEN UND DOSIERUNGSEMPFEHLUNGEN BEI ANWENDUNG MIT
ANDEREN ARZNEIMITTELN
Arzneimittel Wechselwirkung Empfehlungen bezüglich einerentsprechend Änderung des geometrischen Mittels gleichzeitigen Verabreichung
Behandlungsgebieten (%)
ANTIDEPRESSIVA
Paroxetin Paroxetin AUC ↓ 39% Die empfohlene Vorgehensweise20 mg einmal täglich Paroxetin Cmin ↓ 37% bei gleichzeitiger Anwendung
Paroxetin Cmax ↓ 36% dieser Antidepressiva mit#Darunavir AUC ↔ geboostertem Darunavir ist eine#Darunavir Cmin ↔ Dosistitration des#Darunavir Cmax ↔ Antidepressivums, basierend auf derklinischen Auswertung des
Ansprechens auf das
Antidepressivum. Außerdem solltebei Patienten, die stabil auf einesdieser Antidepressiva eingestelltsind und die eine Behandlung mitgeboostertem Darunavir beginnen,das Ansprechen auf das
Antidepressivum überwachtwerden.
Sertralin Sertralin AUC ↓ 49%50 mg einmal täglich Sertralin Cmin ↓ 49%
Sertralin Cmax ↓ 44%#Darunavir AUC ↔#Darunavir Cmin ↓ 6%#Darunavir Cmax ↔
Im Gegensatz zu den Daten mit
Darunavir/Ritonavir kann
Darunavir/Cobicistat die
Plasmakonzentrationen dieser
Antidepressiva erhöhen.(CYP2D6- und/oder CYP3A-Inhibition)
Amitriptylin Die gleichzeitige Anwendung von Bei gleichzeitiger Anwendung
Desipramin geboostertem Darunavir mit diesen dieser Antidepressiva mit
Imipramin Antidepressiva kann die geboostertem Darunavir wird eine
Nortriptylin Plasmakonzentrationen der Antidepressiva klinische Überwachung empfohlen,
Trazodon erhöhen. und es kann eine Dosisanpassung(CYP2D6- und/oder CYP3A-Inhibition) des Antidepressivums notwendigsein.
ANTIDIABETIKA
Metformin Nicht untersucht. Basierend auf Es wird eine sorgfältigetheoretischen Überlegungen ist zu Patientenüberwachung und eineerwarten, dass Darunavir zusammen mit Dosisanpassung von Metformin bei
Cobicistat die Plasmakonzentrationen von Patienten, die Darunavir zusammen
Metformin erhöht. mit Cobicistat anwenden,(MATE1-Inhibition) empfohlen.
(nicht zutreffend für Darunavirzusammen mit Ritonavir)
ANTIEMETIKA
Domperidon Nicht untersucht. Die gleichzeitige Anwendung von
Domperidon mit geboostertem
Darunavir ist kontraindiziert.
WECHSELWIRKUNGEN UND DOSIERUNGSEMPFEHLUNGEN BEI ANWENDUNG MIT
ANDEREN ARZNEIMITTELN
Arzneimittel Wechselwirkung Empfehlungen bezüglich einerentsprechend Änderung des geometrischen Mittels gleichzeitigen Verabreichung
Behandlungsgebieten (%)
ANTIMYKOTIKA
Voriconazol Nicht untersucht. Ritonavir kann die Voriconazol sollte nicht gleichzeitig
Plasmakonzentration von Voriconazol mit geboostertem Darunavirvermindern. angewendet werden, es sei denn, die(Induktion der CYP450-Enzyme) Abschätzung des
Nutzen/Risiko-Verhältnisses
Bei gleichzeitiger Anwendung mit rechtfertigt die Anwendung von
Darunavir zusammen mit Cobicistat Voriconazol.können die Plasmakonzentrationen von
Voriconazol erhöht oder vermindert sein.(Inhibition der CYP450-Enzyme)
Fluconazol Nicht untersucht. Geboostertes Darunavir Vorsicht ist geboten und eine
Isavuconazol kann die Plasmakonzentrationen dieser klinische Überwachung wird
Itraconazol Antimykotika erhöhen und Posaconazol, empfohlen.
Posaconazol Isavuconazol, Itraconazol oder Fluconazol Ist eine gleichzeitige Anwendungkönnen die Konzentrationen von erforderlich, sollte die Tagesdosis
Darunavir erhöhen. von Itraconazol nicht über 200 mg(CYP3A- und/oder P-gp-Inhibition) liegen.
Clotrimazol Nicht untersucht. Bei gleichzeitigersystemischer Anwendung von Clotrimazolund geboostertem Darunavir können sichdie Plasmakonzentrationen von Darunavirund/oder Clotrimazol erhöhen.
Darunavir AUC24h ↑ 33% (basierend aufdem populationspharmakokinetischen
Modell)
GICHTTHERAPEUTIKA
Colchicin Nicht untersucht. Bei gleichzeitiger Bei Patienten mit normaler Nieren-
Anwendung von Colchicin und oder Leberfunktion wird einegeboostertem Darunavir kann die Reduktion der Colchicindosis oder
Exposition von Colchicin ansteigen. eine Unterbrechung der Behandlung(CYP3A- und/oder P-gp-Inhibition) mit Colchicin empfohlen, wenn eine
Behandlung mit geboostertem
Darunavir notwendig ist. Für
Patienten mit Nieren- oder
Leberfunktionsstörungen ist
Colchicin zusammen mitgeboostertem Darunavirkontraindiziert (siehe Abschnitte 4.3und 4.4).
ANTIMALARIAMITTEL
Artemether/Lumefantrin Artemether AUC ↓ 16% Geboostertes Darunavir und80/480 mg, 6 Dosen in Artemether Cmin ↔ Artemether/Lumefantrin könnender Stunde 0, 8, 24, 36, Artemether Cmax ↓ 18% ohne Dosisanpassung gleichzeitig48 und 60 Dihydroartemisinin AUC ↓ 18% angewendet werden; allerdings
Dihydroartemisinin Cmin ↔ sollte wegen des Anstiegs der
Dihydroartemisinin Cmax ↓ 18% Exposition von Lumefantrin die
Lumefantrin AUC ↑ 175% Kombination mit Vorsicht
Lumefantrin Cmin ↑ 126% angewendet werden.
Lumefantrin Cmax ↑ 65%
Darunavir AUC↔
Darunavir Cmin ↓ 13%
Darunavir Cmax ↔
WECHSELWIRKUNGEN UND DOSIERUNGSEMPFEHLUNGEN BEI ANWENDUNG MIT
ANDEREN ARZNEIMITTELN
Arzneimittel Wechselwirkung Empfehlungen bezüglich einerentsprechend Änderung des geometrischen Mittels gleichzeitigen Verabreichung
Behandlungsgebieten (%)
TUBERKULOSTATIKA
Rifampicin Nicht untersucht. Rifapentin und Die gleichzeitige Anwendung von
Rifapentin Rifampicin sind starke CYP3A-Induktoren Rifapentin und geboostertemund vermindern die Konzentrationen Darunavir wird nicht empfohlen.anderer Proteaseinhibitoren erheblich. Dieskann virologisches Versagen und Die gleichzeitige Anwendung von
Resistenzentwicklung zur Folge haben Rifampicin und geboostertem(CYP450-Enzyminduktion). Beim Darunavir ist kontraindiziert (siehe
Versuch, der verminderten Exposition Abschnitt 4.3).durch eine Erhöhung der Dosierunganderer Proteaseinhibitoren in
Kombination mit Ritonavir zu begegnen,wurden mit Rifampicin sehr häufigunerwünschte Wirkungen an der Leberbeobachtet.
Rifabutin Rifabutin AUC** ↑ 55% Eine Reduktion der Rifabutindosis150 mg einmal jeden Rifabutin C **min ↑ ND um 75% der normalen Dosis vonzweiten Tag Rifabutin C **max ↔ 300 mg/Tag (d.h. Rifabutin 150 mg
Darunavir AUC ↑ 53% einmal jeden zweiten Tag) und ein
Darunavir Cmin ↑ 68% verstärktes Monitoring hinsichtlich
Darunavir Cmax ↑ 39% Rifabutin-bedingter
** Summe der aktiven Fraktionen von Rifabutin Nebenwirkungen ist bei Patienten,(Ausgangsarzneistoff + 25-O-Desacetyl-Metabolit) die eine Kombination mit Darunavirzusammen mit Ritonavir erhalten,
Die Interaktionsstudie zeigte eine ver- angezeigt. Im Falle vongleichbare systemische Rifabutin-Verfüg- Sicherheitsbedenken, sollte einebarkeit bei einer Behandlung mit 300 mg weitere Verlängerung deseinmal täglich allein und mit 150 mg Dosierungsintervalls von Rifabutineinmal jeden zweiten Tag in Kombination und/oder eine Überwachung dermit Darunavir/Ritonavir (600/100 mg Rifabutin-Spiegel in Betrachtzweimal täglich), bei einem ca. 10-fachen gezogen werden.
Anstieg der Verfügbarkeit des aktiven Offizielle Empfehlungen bezüglich
Metaboliten 25-O-Desacetylrifabutin. einer angemessenen Behandlung
Weiterhin war die AUC der Summe der von Tuberkulose bei HIV infiziertenaktiven Fraktion von Rifabutin Patienten sollten berücksichtigt(Ausgangsarzneistoff + 25-O-Desacetyl- werden.
Metabolit) um das 1,6-fache erhöht, Basierend auf dem Sicherheitsprofilwährend die Cmax vergleichbar blieb. von Darunavir/Ritonavir rechtfertigt
Daten zum Vergleich mit einer 150 mg der Anstieg der Darunavir-einmal täglichen Dosierung fehlen. Verfügbarkeit in Gegenwart von
Rifabutin keine Dosisanpassung(Rifabutin ist ein Induktor und Substrat von Darunavir/Ritonavir.von CYP3A.) Bei gleichzeitiger Anwen- Diese Dosisreduktion um 75% istdung von Darunavir, das gemeinsam mit auch anwendbar, wenn Patienten100 mg Ritonavir angewendet wurde, und andere Dosierungen als 300 mg/Tag
Rifabutin (150 mg einmal jeden zweiten Rifabutin erhalten (basierend auf
Tag) wurde ein Anstieg der systemischen pharmakokinetischen
Exposition von Darunavir beobachtet. Modellierungen).
Die gleichzeitige Anwendung von
Darunavir zusammen mit Cobicistatund Rifabutin wird nichtempfohlen.
WECHSELWIRKUNGEN UND DOSIERUNGSEMPFEHLUNGEN BEI ANWENDUNG MIT
ANDEREN ARZNEIMITTELN
Arzneimittel Wechselwirkung Empfehlungen bezüglich einerentsprechend Änderung des geometrischen Mittels gleichzeitigen Verabreichung
Behandlungsgebieten (%)
ANTINEOPLASTISCHE ARZNEIMITTEL
Dasatinib Nicht untersucht. Es ist zu erwarten, dass Bei gleichzeitiger Anwendung mit
Nilotinib geboostertes Darunavir die geboostertem Darunavir könnten
Vinblastin Plasmakonzentrationen dieser sich die Konzentrationen dieser
Vincristin antineoplastischen Arzneimittel erhöht. Arzneimittel erhöhen, was zu(CYP3A-Inhibition) möglicherweise vermehrten
Nebenwirkungen im
Zusammenhang mit diesen
Arzneimitteln führt.
Die Kombination von geboostertem
Darunavir mit einem dieserantineoplastischen Arzneimittelsollte mit Vorsicht erfolgen.
Everolimus Eine gleichzeitige Anwendung von
Irinotecan Everolimus oder Irinotecan undgeboostertem Darunavir wird nichtempfohlen.
ANTIPSYCHOTIKA/NEUROLEPTIKA
Quetiapin Nicht untersucht. Es ist zu erwarten, dass Die gleichzeitige Anwendung vongeboostertes Darunavir die geboostertem Darunavir und
Plasmakonzentrationen dieses Quetiapin ist kontraindiziert, da sie
Antipsychotikums erhöht. die Quetiapin-bedingte Toxizität(CYP3A-Inhibition) erhöhen kann. Erhöhte Quetiapin-
Konzentrationen können zum Komaführen (siehe Abschnitt 4.3).
Perphenazin Nicht untersucht. Es ist zu erwarten, dass Bei gleichzeitiger Anwendung mit
Risperidon geboostertes Darunavir die geboostertem Darunavir kann eine
Thioridazin Plasmakonzentrationen dieser Dosisreduktion dieser Arzneimittel
Antipsychotika erhöht. erforderlich sein.(CYP3A-, CYP2D6- und/oder P-gp-
Inhibition)
Pimozid Die gleichzeitige Anwendung von
Sertindol Lurasidon, Pimozid oder Sertindolund geboostertem Darunavir istkontraindiziert (siehe
Abschnitt 4.3)..
BETABLOCKER
Carvedilol Nicht untersucht. Es ist zu erwarten, dass Bei gleichzeitiger Anwendung von
Metoprolol geboostertes Darunavir die geboostertem Darunavir mit
Timolol Plasmakonzentrationen dieser Betablocker Betablockern wird eine klinischeerhöht. Überwachung empfohlen. Eine(CYP2D6-Inhibition) Dosisreduktion des Betablockerssollte in Betracht gezogen werden.
CALCIUMKANALBLOCKER
Amlodipin Nicht untersucht. Bei Anwendung von Bei gleichzeitiger Anwendung von
Diltiazem geboostertem Darunavir ist mit einem diesen Arzneimitteln und
Felodipin Anstieg der Plasmakonzentrationen der geboostertem Darunavir wird eine
Nicardipin Calciumkanalblocker zu rechnen. klinische Überwachung der
Nifedipin (CYP3A- und/oder CYP2D6-Inhibition) therapeutischen Wirkungen und
Verapamil Nebenwirkungen empfohlen.
WECHSELWIRKUNGEN UND DOSIERUNGSEMPFEHLUNGEN BEI ANWENDUNG MIT
ANDEREN ARZNEIMITTELN
Arzneimittel Wechselwirkung Empfehlungen bezüglich einerentsprechend Änderung des geometrischen Mittels gleichzeitigen Verabreichung
Behandlungsgebieten (%)
CORTICOSTEROIDE
In erster Linie durch Fluticason: In einer klinischen Studie, in Die gleichzeitige Gabe von
CYP3A metabolisierte der Ritonavir 100 mg Kapseln zweimal geboostertem Darunavir und
Corticosteroide täglich gleichzeitig mit 50 µg Corticosteroiden (alle Arten der(einschließlich Fluticasonpropionat intranasal viermal Anwendung), die durch CYP3A
Betamethason, täglich über 7 Tage an gesunden metabolisiert werden, kann das
Budesonid, Fluticason, Studienteilnehmern angewendet wurde, Risiko systemischer
Mometason, Prednison, stiegen die Corticosteroidwirkungen wie
Triamcinolon) Fluticasonpropionat-Plasmaspiegel Morbus Cushing und adrenalersignifikant an, während die endogenen Suppression erhöhen.
Kortisol-Spiegel um etwa 86% absanken(90%-Konfidenzintervall 82 bis 89%). Die gleichzeitige Verabreichung mit
Stärkere Wirkungen sind nach Inhalation CYP3A-metabolisiertenvon Fluticason zu erwarten. Systemische Corticosteroiden wird nichtcorticosteroide Wirkungen einschließlich empfohlen, es sei denn, der
Morbus Cushing und Suppression der potenzielle Nutzen für den Patienten
Nebennierenfunktion sind bei Patienten überwiegt das Risiko; in diesemberichtet worden, die Ritonavir zusammen Fall sollten die Patienten immit inhalativ oder intranasal Hinblick auf systemischeangewendetem Fluticason erhalten hatten. Corticosteroidwirkungen überwacht
Die Wirkungen einer hohen systemischen werden.
Fluticason-Verfügbarkeit auf die
Ritonavir-Plasmaspiegel sind bisher nicht Alternative Corticosteroide, diebekannt. weniger stark vom CYP3A-
Metabolismus abhängen, z. B.
Andere Corticosteroide: Beclometason, sollten insbesondere
Wechselwirkungen nicht untersucht. Die für eine langfristige Anwendung in
Plasmakonzentration dieser Arzneimittel Erwägung gezogen werden.kann erhöht werden, wenn sie zusammenmit geboostertem Darunavir verabreichtwerden, was zu einer reduzierten
Cortisolkonzentration im Serum führt.
Dexamethason (systemisch) Nicht untersucht. Dexamethason kann die Systemisches Dexamethason sollte
Plasmakonzentrationen von Darunavir bei gleichzeitiger Anwendung mitverringern. geboostertem Darunavir mit(CYP3A-Induktion) Vorsicht angewendet werden.
ENDOTHELIN-REZEPTOR-ANTAGONISTEN
Bosentan Nicht untersucht. Bei gleichzeitiger Die Verträglichkeit von Bosentan
Anwendung von Bosentan und sollte bei Patienten überwachtgeboostertem Darunavir können die werden, die gleichzeitig Darunavir
Plasmakonzentrationen von Bosentan mit niedrig dosiertem Ritonavirerhöht sein. anwenden.
Es wird erwartet, dass Bosentan die
Plasmakonzentrationen von Darunavir Die gleichzeitige Anwendung vonund/oder seiner pharmakokinetischen Bosentan und Darunavir zusammen
Verstärker vermindert. mit Cobicistat wird nicht(CYP3A-Induktion) empfohlen.
DIREKT WIRKENDE HEPATITIS-C-VIRUS (HCV) ANTIVIRALE ARZNEIMITTEL
NS3-4A-Proteaseinhibitoren
Elbasvir/Grazoprevir Geboostertes Darunavir kann die Die gleichzeitige Anwendung von
Exposition von Grazoprevir erhöhen. geboostertem Darunavir mit(CYP3A- und OATP1B-Inhibition) Elbasvir/Grazoprevir istkontraindiziert (siehe
Abschnitt 4.3).
WECHSELWIRKUNGEN UND DOSIERUNGSEMPFEHLUNGEN BEI ANWENDUNG MIT
ANDEREN ARZNEIMITTELN
Arzneimittel Wechselwirkung Empfehlungen bezüglich einerentsprechend Änderung des geometrischen Mittels gleichzeitigen Verabreichung
Behandlungsgebieten (%)
Glecaprevir/Pibrentasvir Basierend auf theoretischen Überlegungen Die gleichzeitige Anwendung vonist zu erwarten, dass geboostertes geboostertem Darunavir mit
Darunavir die Exposition von Glecaprevir Glecaprevir/Pibrentasvir wird nichtund Pibrentasvir erhöht. empfohlen.(P-gp-, BCRP- und/oder OATP1B1/3-
Inhibition)
PFLANZLICHE PRODUKTE
Johanniskraut Nicht untersucht. Es wird angenommen, Geboostertes Darunavir darf nicht(Hypericum perforatum) dass Johanniskraut die mit Präparaten kombiniert werden,
Plasmakonzentrationen von Darunavir die Johanniskraut (Hypericumoder seinen pharmakokinetischen perforatum) enthalten (siehe
Verstärkern vermindert. Abschnitt 4.3). Wenn ein Patient(CYP450-Induktion) bereits Johanniskraut anwendet, istdas Johanniskraut abzusetzen undwenn möglich die Viruslast zuüberprüfen. Die Darunavir- (undauch Ritonavir-) Verfügbarkeitkann mit dem Absetzen von
Johanniskraut ansteigen. Derinduzierende Effekt kann noch fürmindestens 2 Wochen nach
Therapieende von Johanniskrautanhalten.
HMG-COA-REDUKTASE-HEMMER
Lovastatin Nicht untersucht. Es ist zu erwarten, dass Erhöhte Plasmakonzentrationen von
Simvastatin sich die Plasmakonzentrationen von Lovastatin oder Simvastatin können
Lovastatin und Simvastatin bei zu einer Myopathie, einschließlichgleichzeitiger Anwendung von Rhabdomyolyse führen. Diegeboostertem Darunavir deutlich erhöhen. gleichzeitige Anwendung von(CYP3A-Inhibition) geboostertem Darunavir und
Lovastatin bzw. Simvastatin istdaher kontraindiziert (siehe
Abschnitt 4.3).
Atorvastatin Atorvastatin AUC ↑ 3-4 fach Soll Atorvastatin gleichzeitig mit10 mg einmal täglich Atorvastatin Cmin ↑ ≈5,5-10 fach geboostertem Darunavir
Atorvastatin Cmax ↑ ≈2 fach angewendet werden, empfiehlt sich#Darunavir/Ritonavir für Atorvastatin eine Anfangsdosisvon 10 mg einmal täglich. In
Atorvastatin AUC ↑ 290% Ω Abhängigkeit vom klinischen
Atorvastatin Cmax ↑ 319% Ω Ansprechen des Patienten kann die
Atorvastatin Cmin ND Ω Atorvastatin-Dosis dann allmählich
Ω mit Darunavir/Cobicistat 800/150 mg erhöht werden.
Pravastatin Pravastatin AUC ↑ 81%¶ Ist eine gleichzeitige Anwendung40 mg Einzeldosis Pravastatin Cmin ND von Pravastatin und geboostertem
Pravastatin Cmax ↑ 63% Darunavir erforderlich, so wird¶ eine bis zu 5-fache Erhöhung wurde bei einer empfohlen, mit derkleineren Untergruppe der Studienteilnehmer geringstmöglichen Dosis vonbeobachtet Pravastatin zu beginnen und dannbei gleichzeitiger Überwachung der
Sicherheitsparameter bis zurgewünschten klinischen Wirkungaufzutitrieren.
WECHSELWIRKUNGEN UND DOSIERUNGSEMPFEHLUNGEN BEI ANWENDUNG MIT
ANDEREN ARZNEIMITTELN
Arzneimittel Wechselwirkung Empfehlungen bezüglich einerentsprechend Änderung des geometrischen Mittels gleichzeitigen Verabreichung
Behandlungsgebieten (%)
Rosuvastatin Rosuvastatin AUC ↑ 48%║ Ist eine gleichzeitige Anwendung10 mg einmal täglich Rosuvastatin Cmax ↑ 144%║ von Rosuvastatin und geboostertem║ basierend auf publizierten Daten mit Darunavir erforderlich, so wird
Darunavir/Ritonavir empfohlen, mit dergeringstmöglichen Dosis von
Rosuvastatin AUC ↑ 93%§ Rosuvastatin zu beginnen und dann
Rosuvastatin C §max ↑ 277% bei gleichzeitiger Überwachung der
Rosuvastatin C §min ND Sicherheitsparameter bis zur§ mit Darunavir/Cobicistat 800/150 mg gewünschten klinischen Wirkungaufzutitrieren.
ANDERE LIPID-MODIFIZIERENDE ARZNEIMITTEL
Lomitapid Basierend auf theoretischen Überlegungen Die gleichzeitige Anwendung istist zu erwarten, dass geboostertes kontraindiziert (siehe
Darunavir bei gleichzeitiger Anwendung Abschnitt 4.3).die Exposition von Lomitapid erhöht.(CYP3A-Inhibition)
H2-REZEPTOR-ANTAGONISTEN
Ranitidin #Darunavir AUC ↔ Geboostertes Darunavir kann150 mg zweimal täglich #Darunavir Cmin ↔ gleichzeitig mit H2-Rezeptor-#Darunavir Cmax ↔ Antagonisten ohne
Dosisanpassungen angewendetwerden.
IMMUNSUPPRESSIVA
Ciclosporin Nicht untersucht. Die Verfügbarkeit dieser Bei einer gleichzeitigen
Sirolimus Immunsuppressiva erhöht sich bei Anwendung muss der
Tacrolimus gleichzeitiger Anwendung von Plasmaspiegel des jeweiligengeboostertem Darunavir. Immunsuppressivums überwacht(CYP3A-Inhibition) werden.
Everolimus Die gleichzeitige Anwendung von
Everolimus und geboostertem
Darunavir wird nicht empfohlen.
INHALATIVE BETA-AGONISTEN
Salmeterol Nicht untersucht. Bei gleichzeitiger Die gleichzeitige Anwendung von
Anwendung von Salmeterol und Salmeterol und geboostertemgeboostertem Darunavir kann die Darunavir wird nicht empfohlen.
Plasmakonzentration von Salmeterol Die Kombination kann zu einemansteigen. erhöhten Risiko für kardiovaskuläre
Nebenwirkungen mit Salmeterol,einschließlich QT-Verlängerung,
Palpitationen und Sinustachykardieführen.
NARKOTIKA/BEHANDLUNG VON OPIOIDABHÄNGIGKEIT
Methadon R(-) Methadon AUC ↓ 16% Es ist keine Dosisanpassung vonindividuelle R(-) Methadon Cmin ↓ 15% Methadon erforderlich, wenn eine
Dosisanpassung von R(-) Methadon Cmax ↓ 24% gemeinsame Gabe mit geboostertem55 mg bis 150 mg Darunavir begonnen wird. Dennocheinmal täglich Im Gegensatz dazu, kann kann bei gemeinsamer Anwendung
Darunavir/Cobicistat die über einen längeren Zeitraum eine
Plasmakonzentrationen von Methadon Anpassung der Methadondosiserhöhen (siehe Fachinformation von notwendig sein. Da bei einigen
Cobicistat). Patienten eine Dosisanpassungerforderlich sein kann, wird bei der
Erhaltungstherapie eine klinische
Überwachung empfohlen.
WECHSELWIRKUNGEN UND DOSIERUNGSEMPFEHLUNGEN BEI ANWENDUNG MIT
ANDEREN ARZNEIMITTELN
Arzneimittel Wechselwirkung Empfehlungen bezüglich einerentsprechend Änderung des geometrischen Mittels gleichzeitigen Verabreichung
Behandlungsgebieten (%)
Buprenorphin/Naloxon Buprenorphin AUC ↓ 11% Die klinische Relevanz der8/2 mg-16/4 mg einmal Buprenorphin Cmin ↔ Erhöhung der pharmakokinetischentäglich Buprenorphin Cmax ↓ 8% Parameter bei Norbuprenorphin
Norbuprenorphin AUC ↑ 46% wurde bisher nicht nachgewiesen.
Norbuprenorphin Cmin ↑ 71% Eine Dosisanpassung für
Norbuprenorphin Cmax ↑ 36% Buprenorphin bei gleichzeitiger
Naloxon AUC ↔ Anwendung von geboostertem
Naloxon Cmin ND Darunavir dürfte nicht erforderlich
Naloxon Cmax ↔ sein, es wird jedoch eine sorgfältigeklinische Beobachtung auf Zeicheneiner Opiattoxizität empfohlen.
Fentanyl Basierend auf theoretischen Überlegungen Bei gleichzeitiger Anwendung von
Oxycodon kann geboostertes Darunavir die geboostertem Darunavir mit diesen
Tramadol Plasmakonzentrationen dieser Analgetika Analgetika wird eine klinischeerhöhen. Überwachung empfohlen.(CYP2D6- und/oder CYP3A-Inhibition)
ESTROGENHALTIGE KONTRAZEPTIVA
Drospirenon Drospirenon AUC ↑ 58%€ Bei gleichzeitiger Anwendung von
Ethinylestradiol Drospirenon C €min ND Darunavir mit einem Drospirenon-(3 mg/0,02 mg einmal Drospirenon C €max ↑ 15% haltigen Produkt wird aufgrund destäglich) Ethinylestradiol AUC ↓ 30%€ möglichen Risikos einer
Ethinylestradiol Cmin ND€ Hyperkaliämie eine klinische
Ethinylestradiol Cmax ↓ 14%€ Überwachung empfohlen.€ mit Darunavir/Cobicistat
Bei gleichzeitiger Anwendung von
Ethinylestradiol Ethinylestradiol AUC ↓ 44% β estrogenhaltigen Kontrazeptiva und
Norethisteron Ethinylestradiol Cmin ↓ 62% β geboostertem Darunavir sind35 µg/1 mg einmal Ehinylestradiol Cmax ↓ 32% β alternative oder zusätzlichetäglich Norethisteron AUC ↓ 14% β Methoden der
Norethisteron Cmin ↓ 30% β Empfängnisverhütung zu
Norethisteron Cmax ↔ β empfehlen. Patienten, die Estrogeneβ mit Darunavir/Ritonavir als Hormonersatztherapieanwenden, sollten klinisch auf
Anzeichen eines Estrogenmangelsüberwacht werden.
OPIOIDANTAGONIST
Naloxegol Nicht untersucht. Die gleichzeitige Anwendung von
Naloxegol mit geboostertem
Darunavir ist kontraindiziert.
WECHSELWIRKUNGEN UND DOSIERUNGSEMPFEHLUNGEN BEI ANWENDUNG MIT
ANDEREN ARZNEIMITTELN
Arzneimittel Wechselwirkung Empfehlungen bezüglich einerentsprechend Änderung des geometrischen Mittels gleichzeitigen Verabreichung
Behandlungsgebieten (%)
PHOSPHODIESTERASE, TYP-5- (PDE-5-) HEMMER
Zur Behandlung der In einer Interaktionsstudie #, ergaben sich Die Kombination von Avanafil underektilen Dysfunktion vergleichbare Sildenafil-Verfügbarkeiten geboostertem Darunavir ist
Avanafil bei einer Einzeldosis von 100 mg kontraindiziert (siehe
Sildenafil Sildenafil allein und einer Einzeldosis von Abschnitt 4.3). Die gleichzeitige
Tadalafil 25 mg Sildenafil mit gleichzeitiger Anwendung anderer
Vardenafil Anwendung von Darunavir und niedrig PDE-5-Hemmer zur Behandlungdosiertem Ritonavir. der erektilen Dysfunktion undgeboostertem Darunavir sollte mit
Vorsicht erfolgen. Ist einegleichzeitige Anwendung von
Sildenafil, Vardenafil oder Tadalafilund geboostertem Darunavirindiziert, so empfiehlt sich für
Sildenafil eine Einzeldosis vonhöchstens 25 mg in 48 Stunden, für
Vardenafil eine Einzeldosis vonhöchstens 2,5 mg in 72 Std. und für
Tadalafil eine Einzeldosis vonhöchstens 10 mg in 72 Std.
Zur Behandlung der Nicht untersucht. Bei gleichzeitiger Eine sichere und wirksame Dosispulmonalen arteriellen Anwendung von Sildenafil oder Tadalafil von Sildenafil zur Behandlung der
Hypertonie zur Behandlung der pulmonalen arteriellen pulmonalen arteriellen Hypertonie
Sildenafil Hypertonie und geboostertem Darunavir zusammen mit geboostertem
Tadalafil kann die Plasmakonzentration von Darunavir wurde nicht ermittelt. Es
Sildenafil oder Tadalafil ansteigen. gibt ein erhöhtes Potential für(CYP3A-Inhibition) sildenafilassoziierte
Nebenwirkungen (einschließlich
Sehstörungen, Hypotonie,verlängerte Erektion und Synkope).
Daher ist eine gemeinsame
Anwendung von geboostertem
Darunavir und Sildenafil zur
Behandlung der pulmonalenarteriellen Hypertoniekontraindiziert (siehe
Abschnitt 4.3).
Eine gemeinsame Anwendung von
Tadalafil zur Behandlung derpulmonalen arteriellen Hypertonieund geboostertem Darunavir wirdnicht empfohlen.
PROTONENPUMPEN-INHIBITOREN
Omeprazol #Darunavir AUC ↔ Geboostertes Darunavir kann20 mg einmal täglich #Darunavir Cmin ↔ gleichzeitig mit#Darunavir Cmax ↔ Protonenpumpenhemmern ohne
Dosisanpassungen angewendetwerden.
WECHSELWIRKUNGEN UND DOSIERUNGSEMPFEHLUNGEN BEI ANWENDUNG MIT
ANDEREN ARZNEIMITTELN
Arzneimittel Wechselwirkung Empfehlungen bezüglich einerentsprechend Änderung des geometrischen Mittels gleichzeitigen Verabreichung
Behandlungsgebieten (%)
SEDATIVA/HYPNOTIKA
Buspiron Nicht untersucht. Sedativa/Hypnotika Bei gleichzeitiger Anwendung von
Clorazepat werden weitgehend über CYP3A geboostertem Darunavir mit diesen
Diazepam metabolisiert. Die gemeinsame Sedativa/Hypnotika wird eine
Estazolam Anwendung mit geboostertem Darunavir klinische Überwachung empfohlen,
Flurazepam kann zu einem beträchtlichen und eine Dosisreduktion der
Midazolam (parenteral) Konzentrationsanstieg dieser Arzneimittel Sedativa/Hypnotika sollte in
Zolpidem führen. Betracht gezogen werden.
Die gleichzeitige Anwendung von Wenn geboostertes Darunavirparenteral verabreichtem Midazolam mit zusammen mit parenteralgeboostertem Darunavir kann zu einem verabreichtem Midazolambeträchtlichen Konzentrationsanstieg angewendet wird, soll dies in einerdieses Benzodiazepins führen. Daten zur intensivmedizinischen odergleichzeitigen Anwendung von vergleichbaren Einrichtung, die eineparenteralem Midazolam und anderen lückenlose klinische Überwachung
Proteaseinhibitoren weisen auf einen und adäquate medizinischemöglichen drei- bis vierfachen Anstieg der Betreuung im Falle von
Midazolam-Plasmaspiegel hin. Atemdepression und/oderüberlanger Sedierung sicherstellt,erfolgen. Eine Dosisanpassung für
Midazolam muss erwogen werden,insbesondere wenn mehr als eine
Einzeldosis Midazolam verabreichtwird.
Midazolam (oral) Die gleichzeitige Anwendung von
Triazolam Triazolam oder oraleingenommenem Midazolam undgeboostertem Darunavir istkontraindiziert (siehe
Abschnitt 4.3).
BEHANDLUNG DER VORZEITIGEN EJAKULATION
Dapoxetin Nicht untersucht. Die gleichzeitige Anwendung von
Dapoxetin mit geboostertem
Darunavir ist kontraindiziert.
UROLOGIKA
Fesoterodin Nicht untersucht. Mit Vorsicht anwenden. Es ist auf
Solifenacin Nebenwirkungen von Fesoterodinoder Solifenacin zu achten; eine
Dosisreduktion von Fesoterodinoder Solifenacin kann notwendigsein.
# Die Studien wurden mit niedrigeren Dosen Darunavir als empfohlen oder mit einem anderen Dosierungsregime durchgeführt (siehe
Abschnitt 4.2, Dosierung).
† Die Wirksamkeit und Sicherheit der Anwendung von Darunavir mit 100 mg Ritonavir und anderen HIV-PIs (z.B. (Fos)amprenavir und
Tipranavir) sind bei HIV-Patienten nicht erwiesen. Entsprechend den derzeitigen Therapieempfehlungen wird im Allgemeinen eine
Zweifach-Therapie mit Proteaseinhibitoren nicht empfohlen.
‡ Die Studie wurde mit Tenofovirdisoproxilfumarat 300 mg einmal täglich durchgeführt.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
SchwangerschaftWenn über die Anwendung von antiretroviralen Arzneimitteln zur Behandlung einer HIV-Infektionbei Schwangeren und somit die Reduktion des Risikos einer vertikalen HIV-Übertragung auf das
Neugeborene entschieden wird, sollten grundsätzlich die tierexperimentellen Daten sowie dieklinische Erfahrung bei Schwangeren berücksichtigt werden.
Zur Auswirkung von Darunavir auf die Schwangerschaft beim Menschen existieren keine geeigneten,hinreichend kontrollierten Studien. Tierexperimentelle Studien ergaben keine Hinweise auf direktegesundheitsschädliche Wirkungen in Bezug auf Schwangerschaft, embryonale/fetale Entwicklung,
Geburt oder postnatale Entwicklung (siehe Abschnitt 5.3).
Die Behandlung mit Darunavir/Cobicistat 800/150 mg während der Schwangerschaft führt zu einergeringen Darunavir-Exposition (siehe Abschnitt 5.2), was mit einem erhöhten Risiko des
Therapieversagens und einem erhöhten Risiko der HIV-Übertragung auf das Kind verbunden seinkann. Deshalb soll während der Schwangerschaft keine Behandlung mit Darunavir/Cobicistatbegonnen werden. Bei Frauen, die während der Behandlung mit Darunavir/Cobicistat schwangerwerden, soll ein Wechsel zu einem alternativen Behandlungsregime erfolgen (siehe Abschnitte 4.2 und4.4).
Darunavir sollte in Kombination mit niedrig dosiertem Ritonavir bei Schwangeren nur dannangewendet werden, wenn der potenzielle Nutzen das potenzielle Risiko rechtfertigt.
StillzeitEs ist nicht bekannt, ob Darunavir in die Muttermilch übergeht. Studien an Ratten haben gezeigt, dass
Darunavir in die Milch übergeht und bei hohen Dosierungen (1.000 mg/kg/Tag) zu einer Toxizität beiden Nachkommen führte.
Aufgrund von potenziellen Nebenwirkungen bei gestillten Kindern, sollten Frauen angewiesenwerden, nicht zu stillen, wenn sie Darunavir einnehmen.
Um eine Übertragung von HIV auf das Kind zu vermeiden, wird empfohlen, dass Frauen mit HIVnicht stillen.
FertilitätHumandaten über den Effekt von Darunavir auf die Fertilität liegen nicht vor. Bei Ratten hatte die
Behandlung mit Darunavir keine Auswirkungen auf das Paarungsverhalten und die Fertilität (siehe
Abschnitt 5.3).
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
MaschinenDarunavir in Kombination mit Cobicistat oder Ritonavir hat keinen oder einen zu vernachlässigenden
Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen. Bei einigen
Patienten wurde jedoch im Rahmen von Behandlungsschemata, die Darunavir zusammen mit
Cobicistat oder niedrig dosiertem Ritonavir enthielten, über Benommenheit berichtet; dies sollte in
Bezug auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen berücksichtigtwerden (siehe Abschnitt 4.8).
4.8 Nebenwirkungen
Zusammenfassung des SicherheitsprofilsWährend des klinischen Entwicklungsprogramms (N = 2.613 vorbehandelte Studienteilnehmer, die die
Therapie mit Darunavir/Ritonavir 600/100 mg zweimal täglich begonnen haben) trat bei 51,3% der
Studienteilnehmer mindestens eine Nebenwirkung auf. Die mittlere Gesamtbehandlungsdauer der
Studienteilnehmer war 95,3 Wochen. Die am häufigsten in klinischen Studien und als Spontanberichteberichteten Nebenwirkungen sind Diarrhö, Übelkeit, Hautausschlag, Kopfschmerzen und Erbrechen.
Die häufigsten schweren Nebenwirkungen sind akutes Nierenversagen, Myokardinfarkt,
Immunrekonstitutionssyndrom, Thrombozytopenie, Osteonekrose, Diarrhö, Hepatitis und Pyrexie.
In der 96-Wochen-Analyse war das Sicherheitsprofil von Darunavir/Ritonavir 800/100 mg einmaltäglich bei ART-naïven Studienteilnehmern ähnlich dem von Darunavir/Ritonavir 600/100 mgzweimal täglich bei ART-vorbehandelten Studienteilnehmern mit Ausnahme der Übelkeit, diehäufiger bei ART-naïven Studienteilnehmern beobachtet wurde. Dies trat in Form von leichter
Übelkeit auf. In der 192-Wochen-Analyse bei ART-naïven Studienteilnehmern mit einer mittleren
Behandlungsdauer von 162,5 Wochen mit Darunavir/Ritonavir 800/100 mg einmal täglich wurdenkeine neuen sicherheitsrelevanten Befunde identifiziert.
Während der klinischen Phase-III-Studie GS-US-216-130 mit Darunavir/Cobicistat (N = 313
ART-naïve und ART-vorbehandelte Studienteilnehmer) trat bei 66,5% der Studienteilnehmermindestens eine Nebenwirkung auf. Die mittlere Gesamtbehandlungsdauer der Studienteilnehmerbetrug 58,4 Wochen. Die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen waren Diarrhö (28%), Übelkeit(23%) und Hautausschlag (16%). Schwerwiegende Nebenwirkungen sind Diabetes mellitus,(Arzneimittel-) Überempfindlichkeit, Immunrekonstitutionssyndrom, Hautausschlag und Erbrechen.
Für Informationen zu Cobicistat, siehe Fachinformation von Cobicistat.
Tabellarische Auflistung der NebenwirkungenDie Nebenwirkungen sind nach Systemorganklassen (SOC) und Häufigkeitskategorien aufgelistet.
Innerhalb jeder Häufigkeitskategorie werden die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregradangegeben. Die Häufigkeitskategorien sind wie folgt definiert: sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100bis < 1/10), gelegentlich (≥ 1/1.000 bis < 1/100), selten (≥ 1/10.000 bis < 1/1.000) und nicht bekannt(Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).
Beobachtete Nebenwirkungen aus klinischen Studien und nach Markteinführung mit
Darunavir/Ritonavir
MedDRA-System-organklasse Nebenwirkung
Häufigkeitskategorie
Infektionen und parasitäre ErkrankungenGelegentlich Herpes simplex
Erkrankungen des Blutes und des LymphsystemsGelegentlich Thrombozytopenie,
Neutropenie, Anämie,
Leukopenie
Selten Eosinophilie
Erkrankungen des ImmunsystemsGelegentlich Immunrekonstitutionssyndrom, (Arzneimittel-)
ÜberempfindlichkeitEndokrine ErkrankungenGelegentlich Hypothyreose, TSH-
Blutspiegel erhöht
MedDRA-System-organklasse Nebenwirkung
Häufigkeitskategorie
Stoffwechsel- und ErnährungsstörungenHäufig Diabetes mellitus,
Hypertriglyceridämie,
Hypercholesterinämie,
Hyperlipidämie
Gelegentlich Gicht, Anorexie,verminderter Appetit,
Gewichtsabnahme,
Gewichtszunahme,
Hyperglykämie,
Insulinresistenz,vermindertes HDL,vermehrter Appetit,
Polydipsie,
Laktatdehydrogenase im Bluterhöht
Psychiatrische ErkrankungenHäufig Schlaflosigkeit
Gelegentlich Depression,
Desorientiertheit,
Angstzustände,
Schlafstörungen, abnorme
Träume, Alpträume,verminderte Libido
Selten Verwirrtheitszustände,
Stimmungsveränderung,
Unruhe
Erkrankungen des NervensystemsHäufig Kopfschmerzen, periphere
Neuropathie, Schwindel
Gelegentlich Lethargie, Parästhesie,
Hypästhesie, Dysgeusie,
Aufmerksamkeitsstörung,
Einschränkung der
Gedächtnisleistung,
Schläfrigkeit
Selten Synkope, Krampfanfall,
Ageusie, Störungen des
Schlafrhythmus
AugenerkrankungenGelegentlich konjunktivale Hyperämie,trockenes Auge
Selten Sehstörung
MedDRA-System-organklasse Nebenwirkung
Häufigkeitskategorie
Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths
Gelegentlich Drehschwindel
HerzerkrankungenGelegentlich Myokardinfarkt, Anginapectoris, im
Elektrokardiogrammverlängertes QT-Intervall,
TachykardieSelten akuter Myokardinfarkt,
Sinusbradykardie,
PalpitationenGefäßerkrankungenGelegentlich Hypertonie, Erröten
Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und MediastinumsGelegentlich Dyspnoe, Husten, Epistaxis,
Reizungen im Rachen
Selten Rhinorrhö
Erkrankungen des GastrointestinaltraktsSehr häufig Diarrhö
Häufig Erbrechen, Übelkeit,
Bauchschmerzen, erhöhte
Amylase im Blut, Dyspepsie,aufgeblähter Bauch,
Flatulenz
Gelegentlich Pankreatitis, Gastritis,gastroösophageale
Refluxkrankheit, aphtöse
Stomatitis, Würgereiz,
Mundtrockenheit,abdominelle Beschwerden,
Obstipation, erhöhte Lipase,
Aufstoßen,
Empfindungsstörung im
Mund
Selten Stomatitis, Hämatemesis,
Cheilitis, trockene Lippen,belegte Zunge
MedDRA-System-organklasse Nebenwirkung
Häufigkeitskategorie
Leber- und GallenerkrankungenHäufig Alaninaminotransferaseerhöht
Gelegentlich Hepatitis, zytolytische
Hepatitis, Steatosis hepatis,
Hepatomegalie,
Transaminasen erhöht,
Aspartataminotransferaseerhöht, Bilirubin im Bluterhöht, Alkalische
Phosphatase im Blut erhöht,
Gammaglutamyltransferaseerhöht
Erkrankungen der Haut und des UnterhautgewebesHäufig Hautausschlag (inklusivemakulärer, makulopapulärer,papulärer, erythematöser undjuckender Ausschlag),
PruritusGelegentlich Angioödem, generalisierter
Hautausschlag, allergische
Dermatitis, Urtikaria, Ekzem,
Erythem, Hyperhidrose,
Nachtschweiß, Alopezie,
Akne, trockene Haut,
Nagelpigmentierung
DRESS, Stevens-Johnson-
Selten Syndrom, Erythemamultiforme, Dermatitis,seborrhoische Dermatitis,
Hautläsionen, Xerodermie
Toxisch epidermale
Nicht bekannt Nekrolyse, akutegeneralisierteexanthematische Pustulose
Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und KnochenerkrankungenGelegentlich Myalgie, Osteonekrose,
Muskelspasmen,
Muskelschwäche, Arthralgie,
Extremitätenschmerzen,
Osteoporose, erhöhte
Kreatinphosphokinase im
Blut
Selten muskuloskelettale Steifigkeit,
Arthritis, Gelenksteifigkeit
MedDRA-System-organklasse Nebenwirkung
Häufigkeitskategorie
Erkrankungen der Nieren und HarnwegeGelegentlich akutes Nierenversagen,
Nierenversagen,
Nephrolithiasis, erhöhtes
Kreatinin im Blut,
Proteinurie, Bilirubinurie,
Dysurie, Nykturie,
Pollakisurie
Selten verminderte renale Kreatinin-
Clearance, Kristall-
Nephropathie§
Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der BrustdrüseGelegentlich erektile Dysfunktion,
Gynäkomastie
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am VerabreichungsortHäufig Asthenie, Ermüdung(Fatigue)
Gelegentlich Pyrexie, Thoraxschmerz,peripheres Ödem,allgemeines Unwohlsein,
Hitzegefühl, Reizbarkeit,
Schmerz
Selten Schüttelfrost, anomales
Gefühl, Xerosis§ Nebenwirkung, die nach Markteinführung identifiziert wurde. Gemäß der Guideline on Summary of Product
Characteristics (Revision 2, September 2009) wurde die Häufigkeit dieser Nebenwirkung nach
Markteinführung mit der 'Dreierregel“ berechnet.
Beobachtete Nebenwirkungen aus klinischen Studien mit Darunavir/Cobicistat bei Erwachsenen
MedDRA-System- Nebenwirkungorganklasse
Häufigkeitskategorie
Erkrankungen des Immunsystemshäufig (Arzneimittel-) Überempfindlichkeitgelegentlich Immunrekonstitutionssyndrom
Stoffwechsel- und Ernährungsstörungenhäufig Anorexie, Diabetes mellitus, Hypercholesterinämie, Hypertriglyceridämie,
Hyperlipidämie
Psychiatrische Erkrankungenhäufig abnorme Träume
Erkrankungen des Nervensystemssehr häufig Kopfschmerzen
Erkrankungen des Gastrointestinaltraktssehr häufig Diarrhö, Übelkeithäufig Erbrechen, Bauchschmerzen, aufgeblähter Bauch, Dyspepsie, Flatulenz,
Pankreasenzyme erhöhtgelegentlich akute Pankreatitis
MedDRA-System- Nebenwirkungorganklasse
Häufigkeitskategorie
Leber- und Gallenerkrankungenhäufig Leberenzyme erhöhtgelegentlich Hepatitis*, zytolytische Hepatitis*
Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebessehr häufig Hautausschlag (inklusive makulärer, makulopapulärer, papulärer,erythematöser, juckender, generalisierter Ausschlag und allergische
Dermatitis)häufig Angioödem, Pruritus, Urtikariaselten DRESS*, Stevens-Johnson-Syndrom*nicht bekannt Toxisch epidermale Nekrolyse*, akute generalisierte exanthematische
Pustulose*
Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungenhäufig Myalgiegelegentlich Osteonekrose*
Erkrankungen der Nieren und HarnwegeSelten Kristall-Nephropathie*§
Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüsegelegentlich Gynäkomastie*
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsorthäufig Ermüdung (Fatigue)gelegentlich Asthenie
Untersuchungenhäufig Serumkreatinin erhöht
* Diese Nebenwirkungen wurden nicht bei klinischen Studien mit Darunavir/Cobicistat berichtet, aber bei der
Behandlung mit Darunavir/Ritonavir beobachtet, so dass sie auch mit Darunavir/Cobicistat erwartet werden können.§ Nebenwirkung, die nach Markteinführung identifiziert wurde. Gemäß der Guideline on Summary of
Product Characteristics (Revision 2, September 2009) wurde die Häufigkeit dieser Nebenwirkung nach
Markteinführung mit der 'Dreierregel“ berechnet.
Beschreibung von ausgewählten NebenwirkungenHautausschlagIn klinischen Studien war der Hautausschlag meist leicht bis mäßig ausgeprägt, trat oft innerhalb derersten vier Wochen der Behandlung auf und klang bei gleichbleibender Dosierung ab. Im Fall vonschweren Hautreaktionen siehe Warnhinweise in Abschnitt 4.4. In einer einarmigen Studie, die
Darunavir 800 mg einmal täglich in Kombination mit 150 mg Cobicistat einmal täglich und anderenantiretroviralen Arzneimitteln untersucht hat, brachen 2,2% der Patienten die Behandlung wegen
Hautausschlag ab.
Während des klinischen Entwicklungsprogramms von Raltegravir für ART-vorbehandelte Patiententrat - ungeachtet der Kausalität - Hautausschlag unter Therapieregimen mit Darunavir/Ritonavir+ Raltegravir häufiger auf als unter Darunavir/Ritonavir ohne Raltegravir oder Raltegravir ohne
Darunavir/Ritonavir. Hautausschlag, der von den Prüfärzten als arzneimittelbedingt eingestuft wurde,trat jedoch mit ähnlicher Häufigkeit auf. Die Expositions-adjustierten Raten für das Auftreten von
Hautausschlag (jeglicher Kausalität) lagen bei 10,9; 4,2 bzw. 3,8 pro 100 Patientenjahren (PYR), undvon arzneimittelbedingtem Hautausschlag bei 2,4; 1,1 bzw. 2,3 pro 100 PYR. Diese in klinischen
Studien beobachteten Hautausschläge waren vom Schweregrad leicht bis mäßig und führten nicht zum
Therapieabbruch (siehe Abschnitt 4.4).
Metabolische ParameterWährend einer antiretroviralen Therapie können eine Gewichtszunahme und ein Anstieg der Blutlipid-und Blutglucosewerte auftreten (siehe Abschnitt 4.4).
Muskuloskelettale StörungenBei der Anwendung von Proteasehemmern, insbesondere in Kombination mit NRTIs, wurden erhöhte
CPK-Werte, Myalgie, Myositis und in seltenen Fällen Rhabdomyolyse berichtet.
Über Fälle von Osteonekrose, insbesondere bei Patienten mit den allgemein bekannten Risikofaktoren,fortgeschrittener HIV-Erkrankung oder Langzeit-Exposition gegenüber einer antiretroviralen
Kombinationstherapie (CART) wurde berichtet. Die Häufigkeit ist nicht bekannt (siehe Abschnitt 4.4).
ImmunrekonstitutionssyndromBei HIV-infizierten Patienten mit einer schweren Immunschwäche zu Beginn der CART kann eineentzündliche Reaktion auf asymptomatische oder residuale opportunistische Erreger entstehen. Esliegen auch Berichte über Autoimmunerkrankungen (wie z. B. Morbus Basedow und autoimmune
Hepatitis) vor; allerdings ist der Zeitpunkt des Auftretens sehr variabel und diese Ereignisse könnenviele Monate nach Beginn der Behandlung auftreten (siehe Abschnitt 4.4).
Blutungen bei Hämophilie-PatientenEs gab Berichte über erhöhte Spontanblutungen bei Hämophilie-Patienten, die antiretrovirale
Proteasehemmer erhielten (siehe Abschnitt 4.4).
Kinder und JugendlicheDie Beurteilung der Sicherheit von Darunavir mit Ritonavir bei pädiatrischen Patienten basiert auf der48-Wochen-Analyse von Sicherheitsdaten dreier Phase-II-Studien. Die folgenden
Patientenpopulationen wurden evaluiert (siehe Abschnitt 5.1):● 80 ART-vorbehandelte HIV-1-infizierte pädiatrische Patienten zwischen 6 und 17 Jahren undmit einem Körpergewicht von mindestens 20 kg, die Darunavir Tabletten zusammen mit niedrigdosiertem Ritonavir zweimal täglich in Kombination mit anderen antiretroviralen Wirkstoffenerhielten.
● 21 ART-vorbehandelte HIV-1-infizierte pädiatrische Patienten zwischen 3 bis < 6 Jahren undmit einem Körpergewicht von 10 kg bis < 20 kg (16 Teilnehmer von 15 kg bis < 20 kg), die
Darunavir Suspension zum Einnehmen zusammen mit niedrig dosiertem Ritonavir zweimaltäglich in Kombination mit anderen antiretroviralen Wirkstoffen erhielten.
● 12 ART-naïve HIV-1-infizierte pädiatrische Patienten zwischen 12 und 17 Jahren undmindestens 40 kg Körpergewicht, die Darunavir Tabletten zusammen mit niedrig dosiertem
Ritonavir einmal täglich in Kombination mit anderen antiretroviralen Wirkstoffen erhielten(siehe Abschnitt 5.1).
Allgemein war das Sicherheitsprofil bei diesen pädiatrischen Patienten vergleichbar mit dem der
Erwachsenenpopulation.
Die Beurteilung der Sicherheit von Darunavir mit Cobicistat bei pädiatrischen Patienten wurde bei
Jugendlichen im Alter zwischen 12 bis unter 18 Jahren mit einem Körpergewicht von mindestens40 kg im Rahmen der klinischen Studie GS-US-216-0128 (therapieerfahren, virologisch supprimiert,
N = 7) untersucht. Die Analyse von Sicherheitsdaten dieser Studie bei jugendlichen Patienten ergabkeine neuen Sicherheitsbedenken im Vergleich zum bekannten Sicherheitsprofil von Darunavir und
Cobicistat bei erwachsenen Patienten.
Sonstige spezielle PatientengruppenPatienten mit gleichzeitiger Hepatitis-B- und/oder Hepatitis-C-VirusinfektionUnter den 1.968 antiretroviral vorbehandelten Patienten, die Darunavir zusammen mit Ritonavir600/100 mg zweimal täglich erhielten, hatten 236 Patienten eine Koinfektion mit Hepatitis B oder C.
Bei koinfizierten Patienten war die Wahrscheinlichkeit, zu Beginn und während der Behandlungerhöhte Werte der Leber-Transaminasen zu haben bzw. zu bekommen, größer als bei Patienten ohnechronische virale Hepatitis (siehe Abschnitt 4.4).
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
Zu einer akuten Überdosierung von Darunavir zusammen mit Cobicistat oder niedrig dosiertem
Ritonavir beim Menschen liegen nur begrenzte Erfahrungswerte vor. Einzeldosen von bis zu 3.200 mg
Darunavir als orale Lösung allein und bis zu 1.600 mg Darunavir in Tablettenform kombiniert mit
Ritonavir wurden an gesunden Freiwilligen angewendet, ohne dass unerwünschte Symptomeauftraten.
Für eine Überdosierung mit Darunavir gibt es kein spezifisches Antidot. Die Behandlung einer
Überdosierung mit Darunavir besteht in allgemeinen unterstützenden Maßnahmen, wie z. B.
Überwachung der Vitalzeichen und Beobachtung des klinischen Zustands des Patienten. Aufgrund derhohen Proteinbindung von Darunavir erscheint eine Dialyse in Bezug auf eine signifikante Entfernungdes Wirkstoffs wenig hilfreich.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Antivirale Mittel zur systemischen Anwendung, Proteasehemmer,
ATC-Code: J05AE10.
WirkmechanismusDarunavir inhibiert die Dimerisation und die katalytische Aktivität der HIV-1-Protease (KD-Wert von4,5 x 10-12 M). Es hemmt selektiv die Spaltung HIV-kodierter Gag-Pol-Polyproteine in virusinfizierten
Zellen und verhindert dadurch die Bildung reifer infektiöser Viruspartikel.
Antivirale Aktivität in vitroDarunavir zeigt eine Wirkung gegen Laborstämme und klinische Isolate von HIV-1 sowie
Laborstämme von HIV-2 bei akut infizierten T-Zell-Linien, menschlichen mononukleären Zellen ausdem peripheren Blut und menschlichen Monozyten/Makrophagen mit medianen EC50-Werten im
Bereich von 1,2 bis 8,5 nM (0,7 - 5,0 ng/ml). Darunavir zeigt in vitro eine antivirale Wirkung gegenein breites Spektrum von primären Isolaten der HIV-1-Gruppen M (A, B, C, D, E, F, G) und O mit
EC50-Werten im Bereich von < 0,1 bis 4,3 nM.
Diese EC50-Werte liegen weit unter dem Konzentrationsbereich von 87 µM bis > 100 µM für eine50-prozentige Zelltoxizität.
ResistenzDie In-vitro-Selektion von Darunavir-resistenten Viren vom Wildtyp HIV-1 dauerte sehr lange(> 3 Jahre). Die selektierten Viren waren bei Darunavir-Konzentrationen oberhalb von 400 nM nichtwachstumsfähig. Viren, die unter diesen Bedingungen selektiert wurden und eine verminderte
Empfindlichkeit gegen Darunavir aufwiesen (Bereich: 23- bis 50-fach), hatten2 bis 4 Aminosäure-Substitutionen im Protease-Gen. Die verminderte Empfindlichkeit der im
Selektionsexperiment aufgetretenen Viren gegen Darunavir kann nicht durch das Auftreten dieser
Proteasemutationen erklärt werden.
Die Daten aus klinischen Studien bei ART-vorbehandelten Patienten (TITAN-Studie und gepoolte
Analyse der POWER 1-, 2- und 3- und DUET 1- und 2-Studien) zeigten, dass das virologische
Ansprechen auf Darunavir zusammen mit niedrig dosiertem Ritonavir vermindert war, wenn 3 odermehr Darunavir-RAMs (V11I, V32I, L33F, I47V, I50V, I54L oder M, T74P, L76V, I84V und L89V)bei Studienbeginn vorhanden waren oder sich diese Mutationen während der Behandlungentwickelten.
Eine Veränderung der Empfindlichkeit gegenüber Darunavir im Vergleich zu Baseline (Anstieg der
EC50, fold change = FC) war mit einem verminderten virologischen Ansprechen assoziiert. Als untererund oberer klinischer Cut-off wurden 10 und 40 identifiziert. Isolate mit einer Baseline-FC ≤ 10 sindempfindlich; Isolate mit FC > 10 bis 40 haben eine verminderte Empfindlichkeit; Isolate mit FC > 40sind resistent (siehe Klinische Ergebnisse).
Virusisolate von Patienten mit virologischem Versagen aufgrund eines Rebounds unter
Darunavir/Ritonavir 600/100 mg zweimal täglich, die zu Studienbeginn gegen Tipranavir empfindlichwaren, blieben in den allermeisten Fällen auch nach der Behandlung gegenüber Tipranavirempfindlich.
Die niedrigste Resistenzrate der HI-Viren wird bei ART-naïven Patienten beobachtet, die zum ersten
Mal mit Darunavir in Kombination mit anderen ART behandelt werden.
Die folgende Tabelle zeigt die Entstehung von HIV-1-Protease-Mutationen und den Verlust der
Empfindlichkeit gegenüber PIs bei virologischen Versagern am Endpunkt der ARTEMIS-, ODIN- und
TITAN-Studien.
ARTEMIS ODIN TITAN
Woche 192 Woche 48 Woche 48
Darunavir/ Darunavir/ Darunavir/ Darunavir/
Ritonavir Ritonavir Ritonavir Ritonavir800/100 mg 800/100 mg 600/100 mg 600/100 mgeinmal täglich einmal täglich zweimal täglich zweimal täglich
N = 343 N = 294 N = 296 N = 298
Absolute Anzahl der 55 (16,0%) 65 (22,1%) 54 (18,2%) 31 (10,4%)virologischen Versagena,n (%)
Rebound 39 (11,4%) 11 (3,7%) 11 (3,7%) 16 (5,4%)
Viruslast nie 16 (4,7%) 54 (18,4%) 43 (14,5%) 15 (5,0%)supprimiert
Anzahl der Studienteilnehmer mit virologischem Versagen und gepaarten Studienbeginn/Endpunkt-Genotypen,die am Endpunkt Mutationenb entwickeln, n/N
Primäre (majore) PI- 0/43 1/60 0/42 6/28
Mutationen
PI RAMs 4/43 7/60 4/42 10/28
Anzahl der Studienteilnehmer mit virologischem Versagen und gepaarten Studienbeginn/Endpunkt-Phänotypen,die einen Verlust der Empfindlichkeit gegen PIs am Endpunkt im Vergleich zu Studienbeginn zeigen, n/N
PI
Darunavir 0/39 1/58 0/41 3/26
Amprenavir 0/39 1/58 0/40 0/22
Atazanavir 0/39 2/56 0/40 0/22
Indinavir 0/39 2/57 0/40 1/24
Lopinavir 0/39 1/58 0/40 0/23
Saquinavir 0/39 0/56 0/40 0/22
Tipranavir 0/39 0/58 0/41 1/25a TLOVR: nicht-virologisches Versagen zensierter Algorithmus basierend auf HIV-1 RNA < 50 Kopien/ml, außer für
TITAN (HIV-1 RNA < 400 Kopien/ml)b IAS-USA-Liste
Niedrige Resistenzraten des HIV-1-Virus wurden bei ART-naïven Patienten beobachtet, die zumersten Mal mit Darunavir/Cobicistat einmal täglich in Kombination mit anderen ART behandeltwerden und bei ART-vorbehandelten Patienten ohne Darunavir-RAMs, die Darunavir/Cobicistat in
Kombination mit anderen ART erhalten haben. Die folgende Tabelle zeigt die Entstehung von HIV-1-
Protease-Mutationen und Resistenzen gegenüber HIV-PIs bei virologischen Versagern am Endpunktder Studie GS-US-216-130.
GS-US-216-130
Woche 48
ART-naïv ART-vorbehandelt
Darunavir/Cobicistat Darunavir/Cobicistat800/150 mg einmal täglich 800/150 mg einmal täglich
N = 295 N = 18
Anzahl der Studienteilnehmer mit virologischem Versagena und Genotyp-Daten, die am Endpunkt
Mutationenb entwickeln, n/N
Primäre (große) PI-Mutationen 0/8 1/7
PI-RAMs 2/8 1/7
Anzahl der Studienteilnehmer mit virologischem Versagena und Phänotyp-Daten, die Resistenzen gegenüber
PIs am Endpunkt zeigenc, n/N
HIV-PI
Darunavir 0/8 0/7
Amprenavir 0/8 0/7
Atazanavir 0/8 0/7
Indinavir 0/8 0/7
Lopinavir 0/8 0/7
Saquinavir 0/8 0/7
Tipranavir 0/8 0/7a virologisches Versagen war definiert als: niemals unterdrückt: bestätigte Verminderung der HIV-1-RNA gegenüber
Baseline < 1 log10 und ≥ 50 Kopien/ml in Woche 8; Rebound: HIV-1-RNA < 50 Kopien/ml gefolgt von einerbestätigten HIV-1-RNA bis ≥ 400 Kopien/ml oder einer bestätigten Steigerung um > 1 log10 der HIV-1-RNAgegenüber dem Nadir; Abbruch der Therapie mit einer HIV-1-RNA ≥ 400 Kopien/ml beim “last visit”b IAS-USA-Listec In GS-US-216-130 war der Baseline-Phänotyp nicht verfügbar
KreuzresistenzDie Darunavir-FC lag unterhalb 10 bei 90% von 3.309 klinischen Isolaten mit Resistenz gegenüber
Amprenavir, Atazanavir, Indinavir, Lopinavir, Nelfinavir, Ritonavir, Saquinavir und/oder Tipranavir;dies zeigt, dass Viren mit einer Resistenz gegen die meisten PIs gegenüber Darunavir empfindlichbleiben.
Bei den Fällen von virologischem Versagen in der ARTEMIS-Studie wurden keine Kreuzresistenzenmit anderen PIs beobachtet. Bei den Fällen von virologischem Versagen in der GS-US-216-130-Studiewurden keine Kreuzresistenzen mit anderen HIV-PIs beobachtet.
Klinische ErgebnisseDer Effekt der pharmakokinetischen Verstärkung von Cobicistat auf Darunavir wurde in einer
Phase-I-Studie an gesunden Studienteilnehmern untersucht, die 800 mg Darunavir entweder mit150 mg Cobicistat oder 100 mg Ritonavir einmal täglich erhielten. Die pharmakokinetischen
Parameter im Steady-State von Darunavir waren für Cobicistat-geboostertes und Ritonavir-geboostertes Darunavir vergleichbar. Für Informationen zu Cobicistat, siehe Fachinformation von
Cobicistat.Erwachsene PatientenWirksamkeit von Darunavir 800 mg einmal täglich zusammen mit 150 mg Cobicistat einmal täglichbei ART-naïven und ART-vorbehandelten Patienten
GS-US-216-130 ist eine einarmige, offene, Phase-III-Studie, die die Pharmakokinetik, Sicherheit,
Verträglichkeit und Wirksamkeit von Darunavir mit Cobicistat bei 313 HIV-1-infizierten erwachsenen
Patienten (295 ART-naïv und 18 ART-vorbehandelt) untersucht. Diese Patienten erhielten Darunavir800 mg einmal täglich in Kombination mit Cobicistat 150 mg einmal täglich mit einem vom Prüfarztfestgelegten Basisregime bestehend aus 2 aktiven NRTIs.
HIV-1-infizierte Patienten, die geeignet für die Studie waren, hatten einen Genotyp, der keine
Darunavir-RAMs und eine Plasma-HIV-1-RNA ≥ 1.000 Kopien/ml zeigte. Die folgende Tabelle zeigtdie Wirksamkeitsdaten der Woche-48-Analyse der GS-US-216-130-Studie:
GS-US-216-130
Behandlungserfolg in ART-naïv ART-vorbehandelt Alle Studienteilnehmer
Woche 48 Darunavir/Cobicistat Darunavir/Cobicistat Darunavir/Cobicistat800/150 mg 800/150 mg 800/150 mgeinmal täglich + OBR einmal täglich + OBR einmal täglich + OBR
N = 295 N = 18 N = 313
HIV-1 RNA 245 (83,1%) 8 (44,4%) 253 (80,8%)< 50 Kopien/mla
Mittlere Veränderung -3,01 -2,39 -2,97der HIV-1-RNAgegenüber Baseline(log10 Kopien/ml)
CD4+-Zellzahl: Mittlere +174 +102 +170
Veränderung gegenüber
Baselineba Bewertungen nach dem TLOVR-Algorithmusb 'Last Observation Carried Forward“-Bewertung
Wirksamkeit von Darunavir 800 mg einmal täglich zusammen mit 100 mg Ritonavir einmal täglich bei
ART-naïven Patienten
Der Nachweis der Wirksamkeit von Darunavir/Ritonavir 800/100 mg einmal täglich basiert auf den
Analysen der 192-Wochen-Daten der randomisierten, kontrollierten, offenen Phase-III-Studie
ARTEMIS bei antiretroviral nicht vorbehandelten HIV-1-infizierten Patienten, in der
Darunavir/Ritonavir 800/100 mg einmal täglich mit Lopinavir/Ritonavir 800/200 mg pro Tag (alszweimal tägliches Regime oder als einmal tägliches Regime gegeben) verglichen wurde. In beiden
Armen wurde zusätzlich eine feste Kombination aus Tenofovir Disoproxilfumarat 300 mg einmaltäglich und Emtricitabin 200 mg einmal täglich angewendet.
Die nachfolgende Tabelle zeigt die Daten zur Wirksamkeit der 48-Wochen-und 96-Wochen-Analyseder ARTEMIS-Studie:
ARTEMIS
Woche 48a Woche 96b
Behandlungser- Darunavir/ Lopinavir/ Behandlungs- Darunavir/ Lopinavir/ Behand-folg Ritonavir Ritonavir unterschied Ritonavir Ritonavir lungsunter-800/100 mg 800/200 mg (95% Konfi- 800/100 mg 800/200 mg schiedeinmal pro Tag denzintervall einmal täglich pro Tag (95% Kon-täglich N = 346 der N = 343 N = 346 fidenzinter-
N = 343 Differenz) vall der
Differenz)
HIV-1-RNA< 50 Kopien/mlc
Alle Patienten 83,7% 78,3% 5,3% 79,0% 70,8% 8,2%(287) (271) (-0,5; 11,2)d (271) (245) (1,7; 14,7)d
Mit Baseline 85,8% 84,5% 1,3% 80,5% 75,2% 5,3%
HIV-RNA (194/226) (191/226) (-5,2; 7,9)d (182/226) (170/226) (-2,3;< 100.000 13,0)d
Mit Baseline 79,5% 66,7% 12,8% 76,1% 62,5% 13,6%
HIV-RNA (93/117) (80/120) (1,6; 24,1)d (89/117) (75/120) (1,9; 25,3)d≥ 100.000
Mit Baseline 79,4% 70,3% 9,2% 78,7% 64,9% 13,9%
CD4+- (112/141) (104/148) (-0,8; 19,2)d (111/141) (96/148) (3,5; 24,2)d
Zellzahl< 200
Mit Baseline 86,6% 84,3% 2,3% 79,2% 75,3% 4,0%
CD4+- (175/202) (167/198) (-4,6; 9,2)d (160/202) (149/198) (-4,3;
Zellzahl 12,2)d≥ 200
Mittlere 137 141 171 188
CD4+-Zellzahl:
- Veränderunggegenüber
Baseline(x 106/l)ea Daten basierend auf Analysen in Woche 48b Daten basierend auf Analysen in Woche 96c Bewertungen nach dem TLOVR-Algorithmusd Basierend auf einer normalen Annäherung der Differenz in % der Therapieantworte Non-completer wird als 'Versager“ gewertet: Für Patienten mit vorzeitigem Studienabbruch wird eine
Veränderung = 0 angesetzt
In der 48-Wochen-Analyse wurde die Nicht-Unterlegenheit der Darunavir/Ritonavir-Behandlungbezüglich des virologischen Ansprechens, definiert als der prozentuale Anteil der Patienten mit einem
HIV-1-RNA-Wert < 50 Kopien/ml im Plasma, für beide Populationen, 'Intent-To-Treat'- (ITT) und'On Protocol'-(OP), nachgewiesen (bezogen auf die vordefinierte Nicht-Unterlegenheits-Grenze von12%). Diese Ergebnisse wurden durch die Analyse der Daten aus der 96-Wochen-Behandlung der
ARTEMIS-Studie bestätigt. Diese Ergebnisse wurden in der ARTEMIS-Studie über 192 Wochen der
Behandlung aufrechterhalten.
Wirksamkeit von Darunavir 800 mg einmal täglich zusammen mit 100 mg Ritonavir einmal täglich bei
ART-vorbehandelten Patienten
ODIN ist eine randomisierte, offene Phase-III-Studie, die Darunavir/Ritonavir 800/100 mg einmaltäglich mit Darunavir/Ritonavir 600/100 mg zweimal täglich bei ART-vorbehandelten HIV-1-infizierten Patienten mit HIV-1 RNA > 1.000 Kopien/ml vergleicht, bei denen in der Genotypisierungzum Zeitpunkt des Screenings keine Darunavir-RAMs (z.B. V11I, V32I, L33F, I47V, I50V, I54M,
I54L, T74P, L76V, I84V, L89V) und HIV-1 RNA > 1.000 Kopien/ml nachgewiesen wurden.
Die Wirksamkeitsanalyse basiert auf einer Behandlung über 48 Wochen (siehe Tabelle unten). Beide
Arme wendeten eine optimierte Basistherapie (OBR) von ≥ 2 NRTIs an.
ODIN
Behandlungserfolg Darunavir/Ritonavir Darunavir/Ritonavir Behandlungsunterschied800/100 mg einmal 600/100 mg zweimal (95% Konfidenzintervalltäglich + OBR täglich + OBR der Differenz)
N = 294 N = 296
HIV-1 RNA 72,1% (212) 70,9% (210) 1,2% (-6,1; 8,5)b< 50 Kopien/mla
Baseline HIV-1 RNA(Kopien/ml)< 100.000 77,6% (198/255) 73,2% (194/265) 4,4% (-3,0; 11,9)≥ 100.000 35,9% (14/39) 51,6% (16/31) -15,7% (-39,2; 7,7)
Baseline CD4+
Zellzahl (x 106/l)≥ 100 75,1% (184/245) 72,5% (187/258) 2,6% (-5,1; 10,3)< 100 57,1% (28/49) 60,5% (23/38) -3,4% (-24,5; 17,8)
HIV-1-Stamm
Typ B 70,4% (126/179) 64,3% (128/199) 6,1% (-3,4; 15,6)
Typ AE 90,5% (38/42) 91,2% (31/34) -0,7% (-14,0; 12,6)
Typ C 72,7% (32/44) 78,8% (26/33) -6,1% (-2,6; 13,7)
Anderec 55,2% (16/29) 83,3% (25/30) -28,2% (-51,0; -5,3)
CD4+-Zellzahl: Mittlere 108 112 -5d (-25; 16)
Veränderung gegenüber
Baseline (x 106/l)ea Bewertungen nach dem TLOVR-Algorithmusb Basierend auf einer normalen Annäherung der Differenz in % der Therapieantwortc Stamm A1, D, F1, G, K, CRF02_AG, CRF12_BF, und CRF06_CPXd Differenz der Mittelwertee 'Last Observation Carried Forward“-Bewertung
In Woche 48 wurde gezeigt, dass das virologische Ansprechen, definiert als der prozentuale Anteil der
Patienten mit einem HIV-1-RNA-Wert < 50 Kopien/ml im Plasma von Darunavir/Ritonavir800/100 mg einmal täglich verglichen mit Darunavir/Ritonavir 600/100 mg zweimal täglich sowohlfür die ITT- als auch die OP-Populationen nicht unterlegen war (bezogen auf die vordefinierte Nicht-
Unterlegenheits-Grenze von 12%).
Darunavir/Ritonavir 800/100 mg einmal täglich sollte bei ART-vorbehandelten Patienten mit eineroder mehreren Darunavir-Resistenz-assoziierten Mutationen (DRV-RAMs) oder ≥ 100.000 HIV-1-
RNA-Kopien/ml oder eine CD4+-Zellzahl von < 100 x 106 Zellen/l nicht angewendet werden (siehe
Abschnitt 4.2 und 4.4). Es stehen für Patienten mit anderen HIV-1-Stämmen als B nur eingeschränkt
Daten zur Verfügung.
Kinder und JugendlicheART-naïve pädiatrische Patienten von 12 bis < 18 Jahren und mindestens 40 kg Körpergewicht
DIONE ist eine offene Phase-II-Studie, in der die Pharmakokinetik, Sicherheit, Verträglichkeit und
Wirksamkeit von Darunavir mit niedrig dosiertem Ritonavir bei 12 ART-naïven HIV-1-infiziertenpädiatrischen Patienten von 12 bis unter 18 Jahren und mindestens 40 kg Körpergewicht evaluiertwurde. Diese Patienten erhielten Darunavir/Ritonavir 800/100 mg einmal täglich in Kombination mitanderen antiretroviralen Wirkstoffen. Das virologische Ansprechen wurde als eine Abnahme der
Plasma HIV-1-RNA-Viruslast von mindestens 1,0 log10 versus Baseline definiert.
DIONE
Behandlungserfolg in Woche 48 Darunavir/Ritonavir
N = 12
HIV-1-RNA < 50 Kopien/mla 83,3% (10)
CD4+ prozentualeVeränderung gegenüber Baselineb 14
CD4+-Zellzahl: mittlere Veränderung gegenüber Baselineb 221≥ 1,0 log10 Abnahme der Plasma-Viruslast gegenüber Baseline 100%a Bewertungen nach dem TLOVR-Algorithmusb Non-completer wird als 'Versager“ gewertet: Für Patienten mit vorzeitigem Studienabbruch wird eine
Veränderung = 0 angesetzt.
In der offenen Phase-II/III-Studie GS-US-216-0128 wurden die Wirksamkeit, Sicherheit und
Pharmakokinetik von Darunavir 800 mg und Cobicistat 150 mg (als separate Tabletten angewendet)und mindestens 2 NRTIs bei 7 HIV-1-infizierten, therapieerfahrenen, virologisch supprimierten
Jugendlichen mit einem Körpergewicht von mindestens 40 kg untersucht. Die Patienten erhielten einstabiles antiretrovirales Dosierungsschema (mindestens 3 Monate lang), bestehend aus Darunavir in
Kombination mit Ritonavir und 2 NRTIs. Sie wurden von Ritonavir auf Cobicistat 150 mg einmaltäglich umgestellt und setzten die Behandlung mit Darunavir (N = 7) und 2 NRTIs fort.
Virologischer Behandlungserfolg bei ART-vorbehandelten, virologisch supprimierten
Jugendlichen in Woche 48
GS-US-216-0128
Behandlungserfolg in Woche 48 Darunavir/Cobicistat + mindestens 2 NRTIs
HIV-1 RNA < 50 Kopien/ml nach Snapshot- 85,7% (6)
Algorithmus gemäß FDA-Empfehlung
CD4+ Prozentuale mediane Veränderung gegenüber -6,1%
Baselinea
CD4+-Zellzahl: Mediane Veränderung gegenüber -342 Zellen/mm³
Baselineaa Keine Bewertung (beobachtete Daten).
Für zusätzliche Ergebnisse aus klinischen Studien bei ART-vorbehandelten erwachsenen undpädiatrischen Patienten siehe die Fachinformation von Darunavir Mylan 75 mg, 150 mg, 300 mg oder600 mg Tabletten.
Schwangerschaft und postpartale PhaseIn einer klinischen Studie mit 36 Schwangeren (18 in jedem Arm) wurde während des zweiten unddritten Trimenons sowie in der postpartalen Phase die Einnahme von Darunavir/Ritonavir(600/100 mg zweimal täglich oder 800/100 mg einmal täglich) in Kombination mit einem Basisregimeuntersucht. Das virologische Ansprechen wurde während der Studiendauer in beiden Armen erfasst.
Bei den Kindern der 31 Studenteilnehmerinnen, die bis zur Geburt die antiretrovirale Therapiefortführten, traten keine Mutter-Kind-Transmissionen auf. Es wurden keine neuen klinisch relevanten
Sicherheitsaspekte im Vergleich zum bekannten Sicherheitsprofil von Darunavir/Ritonavir bei HIV-1-infizierten Erwachsenen gefunden (siehe Abschnitte 4.2, pct. 4.4 und 5.2).
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
Die pharmakokinetischen Eigenschaften von Darunavir mit gleichzeitiger Einnahme von Cobicistatoder Ritonavir wurden an gesunden erwachsenen Freiwilligen sowie an HIV-infizierten Patientenuntersucht. Die Darunavir-Exposition war bei den HIV-infizierten Patienten höher als bei dengesunden Studienteilnehmern. Die höhere Darunavir-Exposition bei HIV-infizierten Patienten im
Vergleich zu gesunden Studienteilnehmern erklärt sich möglicherweise durch die höheren
Konzentrationen von α1-saurem Glykoprotein (AAG) bei HIV-Infizierten, welche zu einer stärkeren
Anbindung von Darunavir an Plasma-AAG und somit zu höheren Plasmakonzentrationen führen.
Darunavir wird hauptsächlich über CYP3A metabolisiert. Cobicistat und Ritonavir hemmen CYP3A,was zu einem beträchtlichen Anstieg der Darunavir-Plasmakonzentration führt.
Für Informationen zu pharmakokinetischen Eigenschaften von Cobicistat, siehe Fachinformation von
Cobicistat.ResorptionDarunavir wurde bei oraler Anwendung rasch resorbiert. Die maximale Plasmakonzentration von
Darunavir wird in Gegenwart von niedrig dosiertem Ritonavir im Allgemeinen innerhalb von2,5 - 4,0 Stunden erreicht.
Die absolute orale Bioverfügbarkeit bei alleiniger Anwendung einer Einzeldosis von 600 mg
Darunavir betrug ca. 37% und stieg durch die Gabe von 100 mg Ritonavir zweimal täglich auf 82%an. Die allgemeine pharmakokinetische Verstärkungswirkung von Ritonavir zeigte sich in einer ca.14-fachen Zunahme der systemischen Darunavir-Exposition bei oraler Gabe einer 600-mg-Einzeldosis
Darunavir in Kombination mit 100 mg Ritonavir zweimal täglich (siehe Abschnitt 4.4).
Bei Einnahme ohne Nahrung liegt die relative Bioverfügbarkeit von Darunavir in Gegenwart von
Cobicistat oder niedrig dosiertem Ritonavir niedriger als bei Einnahme mit Nahrung. Deshalb sollten
Darunavir-Tabletten zusammen mit Cobicistat oder Ritonavir und mit Nahrungsmitteln eingenommenwerden. Die Art der Nahrungsmittel hat keinen Einfluss auf die Darunavir-Verfügbarkeit.
VerteilungDarunavir wird zu ca. 95% an Plasmaprotein gebunden. Darunavir bindet primär an das α1-saure
Glykoprotein im Plasma.
Nach intravenöser Anwendung betrug das Verteilungsvolumen von Darunavir bei alleiniger Gabe88,1 ± 59,0 l (Mittelwert ± SD); zusammen mit 100 mg Ritonavir 2x täglich stieg der Wert auf131 ± 49,9 l (Mittelwert ± SD) an.
BiotransformationIn-vitro-Versuche mit Mikrosomen der menschlichen Leber (human liver microsomes, HLMs) deutenauf eine primär oxidative Metabolisierung von Darunavir hin. Darunavir wird in hohem Maße überdas CYP-System der Leber metabolisiert, und zwar fast ausschließlich durch das Isozym CYP3A4.
Eine an gesunden Freiwilligen durchgeführte Studie mit 14C-Darunavir zeigte, dass die im Plasmavorliegende Radioaktivität nach einer Einzeldosis von 400/100 mg Darunavir mit Ritonavir auf dieaktive Ausgangssubstanz zurückzuführen war. Beim Menschen wurden mindestens 3 oxidative
Metaboliten von Darunavir identifiziert; diese zeigten allesamt eine Aktivität, die um mindestens das
Zehnfache geringer war als die Aktivität von Darunavir gegen Wildtyp-HIV.
EliminationNach einer Dosis von 400/100 mg 14C-Darunavir mit Ritonavir waren im Stuhl ca. 79,5% und im Urinca. 13,9% der angewendeten 14C-Darunavir-Dosis nachweisbar. Unverändertes Darunavir machte ca.41,2% bzw. 7,7% der angewendeten Dosis im Stuhl bzw. im Urin aus. Die terminale
Eliminationshalbwertszeit von Darunavir betrug in Kombination mit Ritonavir ca. 15 Stunden.
Die intravenöse Clearance betrug 32,8 l/h für Darunavir allein (150 mg) und 5,9 l/h in Gegenwart vonniedrig dosiertem Ritonavir.
Besondere PatientengruppenKinder und JugendlicheDie Pharmakokinetik von Darunavir in Kombination mit Ritonavir zweimal täglich eingenommen bei74 therapieerfahrenen pädiatrischen Patienten von 6 bis 17 Jahren und mit mindestens 20 kg
Körpergewicht zeigte, dass die angewendeten gewichtsbasierten Dosen von Darunavir/Ritonavir zueiner systemischen Verfügbarkeit von Darunavir führte, die vergleichbar der bei Erwachsenen war, die
Darunavir/Ritonavir 600/100 mg zweimal täglich erhielten (siehe Abschnitt 4.2).
Die Pharmakokinetik von Darunavir in Kombination mit Ritonavir zweimal täglich eingenommen bei14 therapieerfahrenen pädiatrischen Patienten von 3 bis < 6 Jahren und mit mindestens 15 kg bis< 20 kg Körpergewicht zeigte, dass die verabreichten gewichtsbasierten Dosen zu einer vergleichbarensystemischen Verfügbarkeit von Darunavir wie bei Erwachsenen, die Darunavir/Ritonavir 600/100 mgzweimal täglich erhielten, führte (siehe Abschnitt 4.2).
Die Pharmakokinetik von Darunavir in Kombination mit Ritonavir einmal täglich eingenommen bei12 ART-naïven pädiatrischen Patienten von 12 bis < 18 Jahren und mindestens 40 kg Körpergewichtzeigte, dass Darunavir/Ritonavir 800/100 mg einmal täglich zu einer vergleichbaren systemischen
Verfügbarkeit von Darunavir wie bei Erwachsenen, die Darunavir/Ritonavir 800/100 mg einmaltäglich erhielten, führte. Daher kann dieselbe einmal tägliche Dosierung bei therapieerfahrenen
Jugendlichen von 12 bis < 18 Jahren und mindestens 40 kg Körpergewicht, die keine Darunavir-
Resistenz-assoziierten Mutationen (DRV-RAMs)* und < 100.000 HIV-1-RNA-Kopien/ml im Plasmaund eine CD4+-Zellzahl von ≥ 100 x 106 Zellen/l besitzen, angewendet werden (siehe Abschnitt 4.2).
* DRV-RAMs: V11I, V32I, L33F, I47V, I50V, I54M, I54L, T74P, L76V, I84V und L89V
Die Pharmakokinetik von Darunavir in Kombination mit Ritonavir einmal täglich eingenommen bei10 therapieerfahrenen pädiatrischen Patienten von 3 bis < 6 Jahren und mindestens 14 kg bis zu< 20 kg Körpergewicht zeigte, dass die gewichtsbasierten Dosen zu einer vergleichbaren systemischen
Verfügbarkeit von Darunavir wie bei Erwachsenen, die Darunavir/Ritonavir 800/100 mg einmaltäglich erhielten, führte (siehe Abschnitt 4.2). Zusätzlich wurde durch pharmakokinetische
Modellierung und Simulation der systemischen Verfügbarkeit von Darunavir bei pädiatrischen
Patienten im Alter von 3 bis < 18 Jahren die in den Studien beobachtete systemische Verfügbarkeitvon Darunavir bestätigt. Dies erlaubte die Ermittlung eines gewichtsbasierten einmal täglichen
Dosierungsschemas von Darunavir/Ritonavir für pädiatrische Patienten mit mindestens 15 kg
Körpergewicht, die ART-naïv sind oder für behandlungserfahrene pädiatrische Patienten, die keine
DRV-RAMs* und < 100.000 HIV-1-RNA-Kopien/ml im Plasma und eine CD4+-Zellzahl von≥ 100 x 106 Zellen/l besitzen (siehe Abschnitt 4.2).
* DRV-RAMs: V11I, V32I, L33F, I47V, I50V, I54M, I54L, T74P, L76V, I84V und L89V
Die Pharmakokinetik von Darunavir 800 mg in Kombination mit Cobicistat 150 mg bei pädiatrischen
Patienten wurde in der Studie GS-US-216-0128 bei 7 Jugendlichen im Alter von 12 bis unter18 Jahren und mindestens 40 kg Körpergewicht untersucht. Der geometrische Mittelwert der
Exposition (AUCtau) bei Jugendlichen war bei Darunavir ähnlich und stieg bei Cobicistat um 19% im
Vergleich zu den Expositionen, die bei Erwachsenen erreicht wurden, die in der Studie
GS-US-216-0130 Darunavir 800 mg in Kombination mit Cobicistat 150 mg erhielten. Der für
Cobicistat beobachtete Unterschied wurde als klinisch nicht relevant betrachtet.
Erwachsene in Studie Jugendliche in Studie GLSM Ratio
GS-US-216-0130, GS-US-216-0128, Tag 10 (90%-KI)
Woche 24 (Test)b (Test/Referenz)(Referenz)a Mittelwert (%CV)
Mittelwert (%CV) GLSM
GLSM
N 60c 7
DRV PK-
Parameter
AUC dtau (ng.h/ml) 81.646 (32,2) 80.877 (29,5) 1,00 (0,79-1,26)77.534 77.217
Cmax (ng/ml) 7.663 (25,1) 7.506 (21,7) 0,99 (0,83-1,17)7.422 7.319
Ctau (ng/ml)d 1.311 (74,0) 1.087 (91,6) 0,71 (0,34-1,48)947 676
Erwachsene in Studie Jugendliche in Studie GLSM Ratio
GS-US-216-0130, GS-US-216-0128, Tag 10 (90%-KI)
Woche 24 (Test)b (Test/Referenz)(Referenz)a Mittelwert (%CV)
Mittelwert (%CV) GLSM
GLSM
N 60c 7
COBI PK-
Parameter
AUC (ng.h/ml)dtau 7.596 (48,1) 8.741 (34,9) 1,19 (0,95-1,48)7.022 8.330
Cmax (ng/ml) 991 (33,4) 1.116 (20,0) 1,16 (1,00-1,35)945 1.095
C dtau (ng/ml) 32,8 (289,4) 28,3 (157,2) 1,28 (0,51-3,22)17,2e 22,0ea Woche 24 intensive PK-Daten von Studienteilnehmern, die DRV 800 mg + COBI 150 mg erhielten.b Tag 10 intensive PK-Daten von Studienteilnehmern, die DRV 800 mg + COBI 150 mg erhielten.c N = 59 für AUCtau und Ctau.d Die Konzentration zur Stunde 0 (Prädosis) wurde in der Studie GS-US-216-0128 als Surrogat für die Konzentrationnach 24 Stunden zur Schätzung der AUCtau und Ctau verwendet.e N = 57 und N = 5 für den geometrischen kQ-Mittelwert (GLSM) der Ctau in der Studie GS-US-216-0130 bzw. der
Studie GS-US-216-0128.
Ältere PatientenEine populationsspezifische Analyse der Pharmakokinetik bei HIV-infizierten Patienten ergab keinewesentlichen Unterschiede der Pharmakokinetik von Darunavir in dem Altersbereich (18 bis75 Jahre), der bei HIV-Patienten untersucht wurde (n = 12, Alter ≥ 65) (siehe Abschnitt 4.4). Es lagenjedoch nur begrenzte Daten für Patienten über 65 Jahre vor.
GeschlechtDie populationsspezifische Analyse der Pharmakokinetik ergab bei HIV-infizierten Frauen einegeringfügig höhere Darunavir-Exposition (16,8%) als bei Männern. Dieser Unterschied ist nichtklinisch relevant.
NierenfunktionsstörungAus einer Stoffbilanz-Studie mit 14C-Darunavir mit Ritonavir geht hervor, dass ca. 7,7% derangewendeten Darunavir-Dosis unverändert mit dem Urin ausgeschieden werden.
Zur Anwendung von Darunavir bei Patienten mit Nierenfunktionsstörungen liegen keine
Untersuchungen vor; die populationsspezifische Analyse ergab jedoch keine signifikante
Beeinflussung der Pharmakokinetik von Darunavir bei HIV-infizierten Patienten mit mittelschweren
Nierenfunktionsstörungen (Kreatinin-Clearance 30 - 60 ml/min, n = 20) (siehe Abschnitte 4.2und 4.4).
LeberfunktionsstörungDarunavir wird primär über die Leber metabolisiert und ausgeschieden. Eine Mehrfachdosis-Studiemit Darunavir zusammen mit Ritonavir (600/100 mg) 2x täglich zeigte, dass die totalen
Plasmakonzentrationen von Darunavir bei Studienteilnehmern mit leichter (Child-Pugh-Klasse A,n = 8) oder mäßiger (Child-Pugh-Klasse B, n = 8) Leberfunktionsstörung vergleichbar zu denengesunder Studienteilnehmer waren. Die Konzentrationen ungebundenen Darunavirs waren hingegenungefähr 55% (Child-Pugh-Klasse A) bzw. 100% (Child-Pugh-Klasse B) höher. Die klinische
Bedeutung dieses Anstiegs ist unklar, daher sollte Darunavir mit Vorsicht angewendet werden. Die
Auswirkungen einer schweren Leberfunktionsstörung auf die Pharmakokinetik von Darunavir wurdennicht untersucht (siehe Abschnitte 4.2, pct. 4.3 und 4.4).
Schwangerschaft und postpartale PhaseDie Darunavir- und -Ritonavir-Gesamtexposition war nach der Einnahme von Darunavir/Ritonavir600/100 mg zweimal täglich und Darunavir/Ritonavir 800/100 mg einmal täglich als Bestandteileines antiretroviralen Regimes im Allgemeinen niedriger während der Schwangerschaft im Vergleichzur postpartalen Phase. Allerdings waren für das ungebundene (d.h. aktive) Darunavir diepharmakokinetischen Parameter während der Schwangerschaft im Vergleich zur postpartalen Phaseweniger reduziert, da die ungebundene Fraktion des Darunavirs während der Schwangerschaft im
Vergleich zur postpartalen Phase erhöht ist.
Ergebnisse zur Pharmakokinetik des Gesamt-Darunavirs nach Einnahme von
Darunavir/Ritonavir 600/100 mg zweimal täglich als Bestandteil eines antiretroviralen
Regimes während des zweiten und dritten Trimenons der Schwangerschaft und derpostpartalen Phase
Pharmakokinetik des 2. Trimenon der 3. Trimenon der Postpartale Phase
Gesamt-Darunavirs Schwangerschaft Schwangerschaft (6-12 Wochen)(Mittelwert ± SD) (n = 12)a (n = 12) (n = 12)
Cmax, ng/ml 4.668 ± 1.097 5.328 ± 1.631 6.659 ± 2.364
AUC12h, ng.h/ml 39.370 ± 9.597 45.880 ± 17.360 56.890 ± 26.340
Cmin, ng/ml 1.922 ± 825 2.661 ± 1.269 2.851 ± 2.216a n = 11 für AUC12h
Ergebnisse zur Pharmakokinetik des Gesamt-Darunavirs nach Einnahme von
Darunavir/Ritonavir 800/100 mg einmal täglich als Bestandteil eines antiretroviralen
Regimes während des zweiten und dritten Trimenons der Schwangerschaft und derpostpartalen Phase
Pharmakokinetik des 2. Trimenon der 3. Trimenon der Postpartale Phase
Gesamt-Darunavirs Schwangerschaft Schwangerschaft (6-12 Wochen)(Mittelwert ± SD) (n = 17) (n = 15) (n = 16)
Cmax, ng/ml 4.964 ± 1.505 5.132 ± 1.198 7.310 ± 1.70462.289 ± 16.234 61.112 ± 13.790
AUC24h, ng.h/ml 92.116 ± 29.241
Cmin, ng/ml 1.248 ± 542 1.075 ± 594 1.473 ± 1.141
Bei Frauen, die während des zweiten Trimenons der Schwangerschaft Darunavir/Ritonavir600/100 mg zweimal täglich erhielten, waren die mittleren intra-individuellen Werte des Gesamt-
Darunavirs für Cmax, AUC12h bzw. Cmin um 28%, 26% bzw. 26% niedriger im Vergleich zurpostpartalen Phase. Während des dritten Trimenons der Schwangerschaft waren die Werte des
Gesamt-Darunavirs für Cmax, AUC12h bzw. Cmin um 18% und 16% niedriger bzw. 2% höher im
Vergleich zur postpartalen Phase.
Bei Frauen, die während des zweiten Trimenons der Schwangerschaft Darunavir/Ritonavir800/100 mg einmal täglich erhielten, waren die mittleren intra-individuellen Werte des Gesamt-
Darunavirs für Cmax, AUC24h bzw. Cmin um 33%, 31% bzw. 30% niedriger im Vergleich zurpostpartalen Phase. Während des dritten Trimenons der Schwangerschaft waren die Werte des
Gesamt-Darunavirs für Cmax, AUC24h bzw. Cmin um 29%, 32% bzw. 50% niedriger im Vergleich zurpostpartalen Phase.
Die Behandlung mit Darunavir/Cobicistat 800/150 mg einmal täglich während der Schwangerschaftführt zu einer geringen Darunavir-Exposition. Bei Frauen, die Darunavir/Cobicistat im zweiten
Trimenon der Schwangerschaft erhielten, waren die mittleren intra-individuellen Werte des Gesamt-
Darunavirs für Cmax, AUC24h bzw. Cmin um 49%, 56% bzw. 92% niedriger im Vergleich zurpostpartalen Phase. Während des dritten Trimenons der Schwangerschaft waren die Werte des
Gesamt-Darunavirs für Cmax, AUC24h bzw. Cmin um 37%, 50% bzw. 89% niedriger im Vergleich zurpostpartalen Phase. Die ungebundene Fraktion war ebenfalls wesentlich verringert, mit einer etwa90%igen Verringerung der Cmin-Werte. Der Hauptgrund für diese geringe Exposition ist einedeutliche Verringerung der Cobicistat-Exposition als Folge der schwangerschaftsbedingten
Enzyminduktion (siehe unten).
Ergebnisse zur Pharmakokinetik des Gesamt-Darunavirs nach Einnahme von
Darunavir/Cobicistat 800/150 mg einmal täglich als Bestandteil eines antiretroviralen
Regimes während des zweiten und dritten Trimenons der Schwangerschaft und derpostpartalen Phase
Pharmakokinetik des 2. Trimenon der 3. Trimenon der Postpartale Phase
Gesamt-Darunavirs Schwangerschaft Schwangerschaft (6-12 Wochen)(Mittelwert ± SD) (n = 7) (n = 6) (n = 6)
Cmax, ng/ml 4.340 ± 1.616 4.910 ± 970 7.918 ± 2.199
AUC24h, ng.h/ml 47.293 ± 19.058 47.991 ± 9.879 99.613 ± 34.862
Cmin, ng/ml 168 ± 149 184 ± 99 1.538 ± 1.344
Die Exposition gegenüber Cobicistat war während der Schwangerschaft geringer, was potenziell zueinem suboptimalen Boosting von Darunavir führte. Während des zweiten Trimenons der
Schwangerschaft waren die Werte von Cobicistat Cmax, AUC24h bzw. Cmin um 50%, 63% bzw. 83%niedriger im Vergleich zur postpartalen Phase. Während des dritten Trimenons der Schwangerschaftwaren die Werte von Cobicistat Cmax, AUC24h bzw. Cmin um 27%, 49% bzw. 83% niedriger im
Vergleich zur postpartalen Phase.
5.3 Präklinische Sicherheitsdaten
Tierexperimentelle Studien wurden mit Darunavir an Mäusen, Ratten und Hunden und mit der
Kombination Darunavir/Ritonavir an Ratten und Hunden durchgeführt. Die Dosierungen in diesen
Studien führten zu ähnlichen Expositionen wie die in der humantherapeutischen Anwendung.
Studien nach wiederholter Gabe von Darunavir mit Mäusen, Ratten und Hunden zeigten nur einemoderate Toxizität. Die betroffenen Zielorgane bei Nagern waren das blutbildende System, das
Blutgerinnungssystem, die Leber und die Schilddrüse. Eine variable, aber begrenzte Abnahme der
Erythrozyten-Parameter wurde zusammen mit einem Anstieg der aktivierten partiellen
Thromboplastinzeit beobachtet.
Veränderungen an der Leber (Leberhypertrophie, Vakuolenbildung, erhöhte Leberenzym-Werte) undan der Schilddrüse (Follikelhypertrophie) wurden beobachtet. Bei Ratten führte die Kombination von
Darunavir mit Ritonavir im Vergleich zu alleiniger Anwendung von Darunavir zu einemgeringfügigen Anstieg des Effektes auf die Erythrozyten-Parameter, die Leber und die Schilddrüseund zu einer erhöhten Inzidenz von Inselzellfibrose des Pankreas (nur bei männlichen Ratten). Beim
Hund wurden bei Dosierungen, die der klinischen Exposition bei der empfohlenen Dosierungentsprachen, keine Zielorgane für toxische Wirkungen identifiziert und keine schwerwiegenden
Toxizitäten beobachtet.
Bei einer an Ratten durchgeführten Studie waren die Anzahl der Corpora lutea und Implantationen beimaternaler Toxizität vermindert. Ansonsten ergaben sich keine Auswirkungen auf Paarungsverhaltenund Fertilität bei Darunavir-Dosierungen bis zu 1.000 mg/kg/Tag und Expositionen unterhalb deshumantherapeutischen Bereichs (AUC-0,5-fach) bei der klinisch empfohlenen Dosierung. Bis zu denselben Dosierungen ergab sich weder für Darunavir allein bei Ratten und Kaninchen noch in
Kombination mit Ritonavir bei Mäusen eine Teratogenität. Die Expositionen lagen jeweils unterhalbdes humantherapeutischen Bereichs bei der empfohlenen klinischen Dosierung. In einer Untersuchungzur prä- und postnatalen Entwicklung bei Ratten führte Darunavir sowohl mit als auch ohne Ritonavirzu einer vorübergehenden Abnahme des Zuwachses an Körpergewicht bei den Nachkommen vor der
Entwöhnung, und es kam zu einem verspäteten Öffnen der Augen und Ohren. In Kombination mit
Ritonavir verursachte Darunavir eine Abnahme der Zahl an Jungtieren, die den Schreckreflex an
Tag 15 der Laktation zeigten und zu einer verminderten Überlebensrate der Jungtiere während der
Laktation. Dieses sind wahrscheinlich sekundäre Effekte ausgelöst über die Aufnahme der aktiven
Substanz über die Milch und/oder durch maternale Toxizität. Nach der Entwöhnung zeigten sich keinefunktionellen Störungen durch die Behandlung mit Darunavir allein oder in Kombination mit
Ritonavir. Bei juvenilen Ratten, die Darunavir bis zum 23.-26. Lebenstag erhielten, wurde eineerhöhte Mortalität, bei einigen Tieren mit Krampfanfällen, beobachtet. Die Exposition in Plasma,
Leber und Gehirn war, nach vergleichbaren Dosen in mg/kg zwischen dem 5. und 11. Lebenstag,erheblich höher als bei adulten Ratten. Nach 23 Lebenstagen war die Exposition vergleichbar mit derin adulten Ratten.
Die erhöhte Exposition beruhte wahrscheinlich, zumindestens teilweise, auf der Unausgereiftheit derarzneimittelmetabolisierenden Enzyme bei juvenilen Ratten. Es wurde keine behandlungsbedingte
Mortalität bei juvenilen Ratten beobachtet, die Darunavir 1.000 mg/kg (Einzeldosis) am 26. Lebenstagoder 500 mg/kg (Mehrfachdosis) vom 23.-50. Lebenstag erhielten, und das Expositions- und
Toxizitätsprofil war vergleichbar mit dem adulter Ratten.
Wegen Unsicherheiten bezüglich des Entwicklungsgrades der Blut-Hirn-Schranke und der Leber-enzyme beim Menschen ist Darunavir mit niedrig dosiertem Ritonavir nicht bei pädiatrischen
Patienten unter 3 Jahren anzuwenden.
Das kanzerogene Potential von Darunavir wurde durch Verabreichung an Mäusen und Ratten übereine Magensonde über bis zu 104 Wochen untersucht. Mäusen wurden tägliche Dosen von 150, 450und 1.000 mg/kg verabreicht und Ratten wurden Dosen von 50, 150 und 500 mg/kg verabreicht. Eswurden bei Männchen und Weibchen beider Spezies dosisabhängige Steigerungen der Inzidenzhepatozellulärer Adenome und Karzinome beobachtet. Bei männlichen Ratten wurden follikuläre
Zelladenome der Schilddrüse beobachtet. Die Verabreichung von Darunavir führte nicht zu einerstatistisch signifikanten Erhöhung der Inzidenz von jeglichen anderen benignen oder malignen
Neoplasien bei Mäusen oder Ratten. Die beobachteten Leberzell- und Schilddrüsentumoren bei
Nagern werden für den Menschen als bedingt relevant betrachtet. Die wiederholte Verabreichung von
Darunavir an Ratten verursachte eine Induktion mikrosomaler Leberenzyme und eine gesteigerte
Elimination von Schilddrüsenhormonen, was Ratten, nicht jedoch den Menschen für Schilddrüsen-neoplasien prädisponiert. Bei den höchsten der untersuchten Dosierungen lag die systemische
Exposition (basierend auf der AUC) von Darunavir zwischen dem 0,4- und 0,7-Fachen (Maus) unddem 0,7- und 1-Fachen (Ratte), verglichen mit denen, die bei den empfohlenen therapeutischen Dosenbei Menschen beobachtet wurden.
Nach 2-jähriger Anwendung von Darunavir bei Expositionen, die im Rahmen oder unter der humanen
Exposition lagen, wurden Veränderungen der Nieren bei Mäusen (Nephrose) und Ratten (chronischprogressive Nephropathie) beobachtet.
Darunavir war bei einer Reihe von in vitro und in vivo Prüfungen, einschließlich der bakteriellen
Rückmutation (Ames), der chromosomalen Aberration bei humanen Lymphozyten und bei dem invivo Mikronukleus-Test an Mäusen weder mutagen noch genotoxisch.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
TablettenkernHochdisperses Siliciumdioxid
Mikrokristalline Cellulose
Crospovidon
Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A) (Ph.Eur.)
Hypromellose
Magnesiumstearat (Ph.Eur.)[pflanzlich]
TablettenüberzugPoly(vinylalkohol)
Titandioxid (E171)
Macrogol 3350
Talkum
6.2 Inkompatibilitäten
6.3 Haltbarkeit
Darunavir Mylan 400 mg Filmtabletten3 Jahre
Haltbarkeit nach dem ersten Öffnen der HDPE-Flasche: 100 Tage
Darunavir Mylan 800 mg Filmtabletten3 Jahre
Haltbarkeit nach dem ersten Öffnen der HDPE-Flasche: 90 Tage
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Darunavir Mylan 400 mg Filmtabletten
Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.
Darunavir Mylan 800 mg Filmtabletten
PVC/PE/PVDC-Al-Blisterpackung
Nicht über 25 °C aufbewahren.
Kaltgeformte PVC/Al/OPA-Al-Blisterpackung
Dieses Medizinprodukt erfordert keine besonderen Aufbewahrungsvoraussetzungen.
HDPE-Flaschenverpackung
Dieses Medizinprodukt erfordert keine besonderen Aufbewahrungsvoraussetzungen.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
Darunavir Mylan 400 mg Filmtabletten
PVC/PE/PVDC-Aluminium-Blisterpackung mit 30 und 60 Tabletten und 60x1 Tabletten.
PVC/Alu/OPA-Alu-Blisterpackung mit 30 und 60 Tabletten und 60x1 Tabletten.
HDPE-Flasche mit einem PP-Schraubdeckel mit 60 und 100 Tabletten.
Darunavir Mylan 800 mg Filmtabletten
PVC/PE/PVDC-Aluminium-Blisterpackung mit 30 Tabletten und 30x1 Tabletten.
PVC/Alu/OPA-Alu-Blisterpackung mit 30 Tabletten und 30x1 Tabletten.
HDPE-Flasche mit einem PP-Schraubdeckel mit 30, 60, 90 Tabletten.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
HandhabungKeine besonderen Anforderungen.
7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS
Mylan Pharmaceuticals Limited
Damastown Industrial Park,
Mulhuddart, Dublin 15,
DUBLIN
Irland
8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)
Darunavir Mylan 400 mg Filmtabletten
EU/1/16/1140/022
EU/1/16/1140/023
EU/1/16/1140/024
EU/1/16/1140/025
EU/1/16/1140/026
EU/1/16/1140/027
EU/1/16/1140/028
EU/1/16/1140/029
Darunavir Mylan 800 mg Filmtabletten
EU/1/16/1140/039
EU/1/16/1140/040
EU/1/16/1140/041
EU/1/16/1140/042
EU/1/16/1140/043
EU/1/16/1140/044
EU/1/16/1140/045
9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 4. Januar 2017
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 16. September 2021
10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu/ verfügbar.