CYSTADROPS 3.8mg / ml augentropfenlösung merkblatt medikamente

S01XA21 Mercaptamin • SINNESORGANE | ANDERE OPHTHALMIKA | Andere Ophthalmika

Mercaptamin ist ein Medikament, das zur Behandlung der nephropathischen Cystinose, einer seltenen Stoffwechselerkrankung, eingesetzt wird, die durch die Ansammlung von Cystin in den Zellen gekennzeichnet ist. Es wirkt, indem es die Cystinspiegel senkt und so Organschäden verhindert.

Das Medikament wird oral oder als Augentropfen verabreicht, wie von einem Arzt verordnet. Es ist wichtig, dass Patienten die Behandlung einhalten und regelmäßige Kontrolluntersuchungen durchführen lassen, um die Wirksamkeit der Therapie zu überwachen.

Patienten sollten sich möglicher Nebenwirkungen wie unangenehmem Mundgeruch, Übelkeit oder Augenreizungen bewusst sein. Es ist wichtig, den Arzt über ungewöhnliche Symptome zu informieren.

Häufige Nebenwirkungen sind unangenehmer Mundgeruch, Übelkeit und Augenreizungen. In seltenen Fällen können schwere Reaktionen wie allergische Reaktionen oder gastrointestinale Störungen auftreten. Patienten sollten vor der Anwendung über diese Risiken informiert werden.

Allgemeine Daten zu CYSTADROPS 3.8mg / ml

Substanz: Mercaptamin

Datum der letzten Medikamentenliste: 01-05-2026

Handelsgesetzbuch: W71730001

Konzentration: 3.8mg / ml

Pharmazeutisches Formblatt: augentropfenlösung

Quantität: 1

Produktart: generic

Preis: 11766.09 RON

Rezeptbeschränkungen: P-RF - Arzneimittelrezept, das in der Apotheke aufbewahrt wird (nicht verlängerbar).

Marketing autorisation

Zulassungshersteller: RECORDATI RARE DISEASES - FRANTA

Zulassungsinhaber: CN UNIFARM S.A. - ROMANIA

Zulassungsnummer: 1182/2026/01

Haltbarkeit: 6 Monate

Darreichungsformen erhältlich für Mercaptamin

Verfügbare Konzentrationen für Mercaptamin

150mg, 25mg, 3.8mg/ml, 50mg, 75mg

Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels CYSTADROPS 3.8mg / ml augentropfenlösung

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Cystadrops 3,8 mg/ml Augentropfen, Lösung

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

1 ml enthält Mercaptaminhydrochlorid, das 3,8 mg Mercaptamin (Cysteamin) entspricht.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung:1 ml Augentropfen, Lösung, enthält 0,1 mg Benzalkoniumchlorid.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Augentropfen, Lösung.

Viskose, klare Lösung.

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

Cystadrops ist zur Behandlung von Cystinablagerungen in der Hornhaut bei Erwachsenen und Kindernab 6 Monaten mit Cystinose indiziert.

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Die Einleitung der Behandlung mit Cystadrops muss unter Aufsicht eines Arztes erfolgen, der über

Erfahrung in der Behandlung von Cystinose verfügt.

Dosierung

Die empfohlene Dosis beträgt 4-mal täglich einen Tropfen pro Auge während der Wachstunden. Derempfohlene Abstand zwischen den einzelnen Einträufelungen beträgt 4 Stunden. Die Dosis kann in

Abhängigkeit vom Ergebnis der Augenuntersuchung (wie z. B. Beurteilung der Cystinablagerungen inder Hornhaut, Photophobie) schrittweise (auf eine tägliche Mindestdosis von 1 Tropfen pro Auge)verringert werden.

Wenn der Patient die Anwendung der Augentropfen einmal vergisst, ist er anzuweisen, die

Behandlung mit der nächsten Einträufelung fortzusetzen.

Die Dosis von 4 Tropfen täglich pro Auge darf nicht überschritten werden.

Wird die Behandlung mit Cystadrops unterbrochen, nimmt die Ansammlung von Cystinkristallen inder Hornhaut zu. Die Behandlung darf nicht abgebrochen werden.

Kinder und Jugendliche

Cystadrops kann bei Kindern ab 6 Monaten mit der gleichen Dosis wie bei Erwachsenen angewendetwerden (siehe Abschnitt 5.1).

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Cystadrops bei Kindern im Alter von unter 6 Monaten ist nichterwiesen. Es liegen keine Daten vor.

Art der Anwendung

Zur Anwendung am Auge.

Um die Anwendung zu erleichtern, sollte dem Patienten mitgeteilt werden, dass er Cystadrops vor derersten Anwendung zunächst auf Raumtemperatur bringen sollte. Dem Patienten sollte mitgeteiltwerden, das er die Tropfer-Flasche nach dem ersten Öffnen bei Raumtemperatur aufbewahren soll.

Um verklebte Augen am Morgen zu vermeiden, sollte der Patient die letzte Anwendung der

Augentropfen mindestens 30 Minuten vor dem Zubettgehen vornehmen.

Um eine Kontamination der Tropferspitze und der Lösung zu vermeiden, ist darauf zu achten, dass die

Augenlider, die umgebenden Bereiche sowie andere Oberflächen nicht mit der Spitze der Tropfer-

Flasche in Berührung kommen.

Der Patient ist anzuweisen, die Tropfer-Flasche nach 7 Tagen Anwendung zu entsorgen.

Bei einer Begleittherapie mit anderen topischen Arzneimitteln zur Anwendung am Auge solltezwischen den aufeinanderfolgenden Anwendungen ein zeitlicher Abstand von zehn Minuten liegen.

Augensalben sind zuletzt anzuwenden.

4.3 Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen

Bestandteile.

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Kontaktlinsen

Benzalkoniumchlorid verfärbt bekanntermaßen weiche Kontaktlinsen. Daher sollte der Kontakt mitweichen Kontaktlinsen vermieden werden. Patienten sind anzuweisen, Kontaktlinsen vor der

Anwendung der Augentropfen zu entfernen und diese nach der Anwendung frühestens nach15 Minuten wieder einzusetzen.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung:

Cystadrops enthält Benzalkoniumchlorid, das Augenreizung hervorrufen kann.

Benzalkoniumchlorid wird häufig als Konservierungsmittel in Augenarzneimitteln verwendet und eswurde berichtet, dass es eine punktförmige und/oder toxische ulzerative Keratopathie verursachenkann. Eine Überwachung ist erforderlich.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Es wurden keine Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen durchgeführt.

Da die empfohlene Gesamttagesdosis der Cysteamin-Grundsubstanz maximal ca. 0,4 % derempfohlenen oralen Höchstdosis der Cysteamin-Grundsubstanz in allen Altersgruppen beträgt, sindkeine Wechselwirkungen mit oral angewendeten Arzneimitteln zu erwarten.

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Die empfohlene Gesamttagesdosis von Cysteamin bei Anwendung am Auge liegt bei maximal ca.0,4 % der empfohlenen oralen Höchstdosis von Cysteamin in allen Altersgruppen. Die systemische

Exposition mit Cysteamin nach Anwendung am Auge ist daher geringer als nachEinnahme. Obgleichkeine Wirkungen während der Schwangerschaft und Stillzeit erwartet werden, weil eine systemische

Belastung mit Cysteamin vernachlässigbar ist, sollten bei einer Begleittherapie mit oralem Cysteamin

Vorsichtsmaßnahmen ergriffen werden.

Schwangerschaft

Es liegen keine adäquaten Daten zur Anwendung von Cysteamin bei Schwangeren vor.

Tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizität einschließlich Teratogenese gezeigt(siehe Abschnitt 5.3). Das mögliche Risiko für den Menschen ist nicht bekannt. Auswirkungen einerunbehandelten Cystinose auf eine Schwangerschaft sind ebenfalls nicht bekannt.

Daher sollte Cysteamin während der Schwangerschaft, insbesondere während des ersten Trimesters,nicht oral angewendet werden, es sei denn, dies ist eindeutig erforderlich.

Wenn eine Schwangerschaft festgestellt wird oder geplant ist, sollte eine Behandlung sorgfältigabgewogen und die Patientin über das mögliche Risiko einer Teratogenese bei Behandlung mit

Cysteamin informiert werden.

Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob Cysteamin in die Muttermilch ausgeschieden wird. Aufgrund der Erkenntnisseaus Studien an säugenden Muttertieren und neugeborenen Tieren (siehe Abschnitt 5.3) sollten Mütter

Cysteamin während der Stillzeit nicht oral anwenden.

Fertilität

Es liegen keine Daten zur Wirkung von Cysteamin auf die Fertilität beim Menschen vor. Bei Studienan Tieren wurde eine verringerte Reproduktion festgestellt (siehe Abschnitt 5.3).

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Maschinen

Cystadrops kann einen geringen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienenvon Maschinen haben.

Ein zeitweiliges (durchschnittlich weniger als 1 Minute) verschwommenes Sehen oder andere

Sehstörungen können die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinenbeeinträchtigen.

Wenn das verschwommene Sehen bei der Einträufelung auftritt, muss der Patient warten, bis er wiederklar sehen kann, bevor er ein Fahrzeug fährt oder Maschinen bedient.

4.8 Nebenwirkungen

Zusammenfassung des Sicherheitsprofils

Zu den häufigsten Nebenwirkungen gehören Augenschmerzen, okuläre Hyperämie, Augenjucken,verstärkte Tränensekretion, verschwommenes Sehen oder Augenreizung. Die meisten dieser

Nebenwirkungen treten vorübergehend und überwiegend in leichter oder mäßiger Form auf.

Tabellarische Liste der Nebenwirkungen

Die folgenden Nebenwirkungen wurden im Rahmen von klinischen Studien sowie dem französischen

NPU-Programm mit Cystadrops berichtet. Die beobachteten Nebenwirkungen sind nachstehend nach

Systemorganklasse und Häufigkeit (pro Patient) aufgeführt.

Häufigkeit ist wie folgt definiert: sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100, < 1/10), gelegentlich(≥ 1/1.000, < 1/100), selten (≥ 1/10.000, < 1/1.000), sehr selten (< 1/10.000), nicht bekannt(Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).

Systemorganklasse Nebenwirkungen

Sehr häufig : Augenschmerzen, verschwommenes Sehen,

Augenerkrankungen Augenreizung, okuläre Hyperämie, Augenjucken, verstärkte

Tränensekretion, Ablagerungen in den Augen

Häufig : gestörte Sinnesempfindung im Auge, trockenes Auge,

Fremdkörpergefühl im Auge, Augenlidödem, Reizung des

Augenlids, Sehstörung, Hordeolum

Allgemeine Erkrankungen und Sehr häufig : Beschwerden am Ort der Einträufelung

Beschwerden am Verabreichungsort (hauptsächlich verklebte Augen und Augenwimpern)

Systemorganklasse Nebenwirkungen

Häufig : Schmerzen am Ort der Einträufelung

Kinder und Jugendliche

Häufigkeit, Art und Schweregrad der Nebenwirkungen sind bei Kindern und Erwachsenen identisch.

Im Rahmen klinischer Studien und des französischen NPU-Programms wurden 74 Kinder beobachtet.

Davon waren 5 Patienten jünger als 2 Jahre, der jüngste war 13 Monate alt, 19 Patienten jünger als6 Jahre, 21 zwischen 6 und 12 Jahre und 29 zwischen 12 und 18 Jahre alt.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.

4.9 Überdosierung

Bei einer Anwendung am Auge ist eine Überdosierung unwahrscheinlich.

Im Falle einer versehentlichen Einnahme ist der Patient zu überwachen und symptomatisch zubehandeln.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Ophthalmologika, andere Ophthalmologika, ATC-Code: S01XA21.

Wirkmechanismus

Cysteamin verringert die Ansammlung von Cystinkristallen in der Hornhaut. Es wirkt als Cystin-senkenden , indem es Cystin in Cystein und Cystein-Cysteamin Komplexe (gemischte Disulfide)umwandelt.

Klinische Wirksamkeit und Sicherheit

Es wurden drei klinische Studien zu Cystadrops durchgeführt:

* eine einarmige klinische Studie mit 8 Kindern und Erwachsenen (OCT-1-Studie)

* eine randomisierte, multizentrische, offene, aktiv kontrollierte klinische Phase-III-Studie(CHOC-Studie) mit 32 Patienten

* eine offene, einarmige, multizentrische Studie (CYT-C2-001) mit 5 Patienten im Alter vonunter 2 Jahren.

OCT-1-Studie

In dieser Studie wurden die Sicherheit und Wirksamkeit von Cystadrops über einen Zeitraum von5 Jahren untersucht. Die Anpassung der Dosis erfolgte nach Augenuntersuchung. Während des 5-jährigen Nachbeobachtungszeitraums hat keiner der Patienten die Behandlung abgebrochen.

Die Wirksamkeit wurde anhand der im Rahmen der konfokalen In-vivo-Mikroskopie ermittelten

Gesamtpunktzahl (IVCM-Score), für die die Cystinkristalle in den 7 Schichten der Hornhautquantifiziert wurden, beurteilt. Nach 30-tägiger Behandlung und einer medianen Häufigkeit von4 Einträufelungen pro Tag wurde eine 30%ige Abnahme des IVCM-Gesamt-Scores beobachtet. Bei 7der 8 Patienten wurde mit einem medianen Dosierungsschema von 3 Tropfen/Auge/Tag (Bereich 1 bis3 Tropfen) eine mittlere Abnahme der Cystinablagerungen in der Hornhaut um 30 % im Vergleichzum Ausgangswert aufrechterhalten. Die Photophobie tendierte im Zeitverlauf zu einer Besserung.

CHOC-Studie

Hierbei handelte es sich um eine randomisierte, kontrollierte Studie zur Beurteilung des

Wirksamkeits- und Sicherheitsprofils von Cystadrops nach einer 90-tägigen Behandlung mit einem

Dosierungsschema von 4 Tropfen/Auge/Tag. Der primäre Wirksamkeitsendpunkt war der IVCM-

Gesamt-Score. 15 Patienten erhielten Cystadrops. Der mittlere IVCM-Gesamt-Score wurde für11 Patienten berechnet. An Tag 30 wurde für den Cystadrops-Behandlungsarm ein Trend zu einemniedrigeren IVCM-Gesamt-Score beobachtet. Die mittlere Abnahme um 40 % im Cystadrops-

Behandlungsarm wurde an Tag 90 bestätigt. Die Überlegenheit von Cystadrops gegenüber dem

Kontrollarm (Cysteaminhydrochlorid 0,10 %; p < 0,0001, 95 % KI [2,11; 5,58]) wurde nachgewiesen.

Ebenso wurde die Überlegenheit von Cystadrops gegenüber dem Kontrollarm (Cysteaminhydrochlorid0,10 %; p = 0,0048, 95 % KI [0,23; 1,14]) in Bezug auf die vom Prüfarzt beurteilte Photophobienachgewiesen.

Kinder und Jugendliche

Im Rahmen der drei klinischen Studien (OCT-1, CHOC und CYT-C2-001) wurden klinische Daten zu

Sicherheit und Wirksamkeit erhoben. Insgesamt 20 Kinder erhielten Cystadrops, von denen 5 jüngerals 2 Jahre waren. Der jüngste aufgenommene Patient war 13 Monate alt. Die Ergebnisse für

Wirksamkeit und Sicherheit sind in der Kinder- und Erwachsenenpopulation identisch.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Eine pharmakokinetische Beurteilung beim Menschen nach Anwendung von Cystadrops am Augewurde nicht vorgenommen.

Ähnlich wie bei anderen topisch angewendeten Augenarzneimitteln ist auch hier eine systemische

Resorption wahrscheinlich.

Es ist zu beachten, dass die empfohlene Tagesdosis von Cysteamin-Augentropfen nicht mehr als ca.0,4 % der empfohlenen oralen Höchstdosis von Cysteamin in allen Altersgruppen beträgt.

5.3 Präklinische Sicherheitsdaten

Es wird eine geringe systemische Exposition nach Anwendung am Auge erwartet. Bei gleichzeitigerokularer und oraler Cysteamin-Behandlung wird der Beitrag der okularen Anwendung zumsystemischen Risiko als vernachlässigbar betrachtet.

Präklinische Daten zum oralen Cysteamin:

Es wurden Studien zur Genotoxizität durchgeführt. Eine Studie berichtete über eine Induktion von

Chromosomaberrationen in kultivierten eukaryotischen Zelllinien. Spezifische Studien zu Cysteaminzeigten im Ames-Test keine erbgutverändernde Wirkung bzw. im Maus-Mikronukleus-Test keineclastogene Wirkung.

Reproduktionsstudien zu Cysteamin ergaben bei Ratten (Dosisstufe 100 mg/kg/Tag) und Kaninchen(Dosisstufe 50 mg/kg/Tag) toxische Wirkungen auf Embryo und Fötus (Resorptionen und

Postimplantationsverluste). Für Ratten wurden teratogene Wirkungen beschrieben, wenn Cysteaminwährend der Organbildungsphase mit einer Dosis von 100 mg/kg/Tag verabreichtet wurde.

Dies entspricht 0,6 g/m2/Tag bei Ratten und beträgt weniger als die Hälfte der empfohlenen klinischen

Erhaltungsdosis von Cysteamin, d. h. 1,30 g/m2/Tag. Bei einer Dosis von 375 mg/kg/Tag, bei der die

Gewichtszunahme verzögert war, wurde bei Ratten eine verringerte Fertilität beobachtet. Bei dieser

Dosis waren auch die Gewichtszunahme und Überlebensrate des Nachwuchses während der

Säugephase verringert. Hohe Cysteamin-Dosen beeinträchtigen die Fähigkeit der Muttertiere, ihren

Nachwuchs zu säugen. Einzeldosen des Arzneimittels hemmen die Prolaktinsekretion bei Tieren.

Die Verabreichung von Cysteamin bei neugeborenen Ratten hat zu Katarakten geführt.

Hohe Cysteamin-Dosen, oral oder parenteral verabreicht, rufen Duodenalgeschwüre bei Ratten und

Mäusen, jedoch nicht bei Affen hervor. Die experimentelle Verabreichung von Arzneimittelnverursacht eine Verringerung von Somatostatin bei verschiedenen Tierarten. Die Bedeutung dieser

Erkenntnisse für die klinische Anwendung des Arzneimittels ist nicht bekannt.

Es wurden keine Studien zur Karzinogenität von Cysteamin durchgeführt.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Benzalkoniumchlorid

Natriumedetat

Carmellose-Natrium

Citronensäure-Monohydrat

Natriumhydroxid (zur pH-Anpassung)

Salzsäure (zur pH-Anpassung)

Wasser für Injektionszwecke

6.2 Inkompatibilitäten

Da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, darf dieses Arzneimittel nicht mit anderen

Arzneimitteln gemischt werden.

6.3 Haltbarkeit

6 Monate

Nach dem ersten Öffnen: 7 Tage. Nicht über 25 °C lagern. Nicht im Kühlschrank lagern. Flasche festverschlossen halten und im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Vor dem ersten Öffnen:

Im Kühlschrank lagern (2°C - 8°C).

Die Flascheim Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Aufbewahrungsbedingungen nach Anbruch des Arzneimittels, siehe Abschnitt 6.3.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

5 ml Lösung in einer 10-ml-Flasche aus braunem Glas, mit einem Brombutyl-Stopfen verschlossenund einer abziehbaren Aluminiumkappe versiegelt. Ein PVC-Tropfer mit HDPE-Verschluss ist separatverpackt und in jeder Schachtel enthalten.

Jede Schachtel enthält 1 Flasche und 1 Verschluss mit Tropfer.

Packung mit 1 Faltschachtel oder Mehrfachpackung mit 4 Faltschachteln.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung

Der Patient ist anzuweisen, für das Öffnen der Flasche und dem Aufsetzen des Tropfers die untenstehenden Anweisungen zu befolgen:

* Waschen Sie sich gründlich die Hände, um eine mikrobiologische Kontamination des Inhaltsder Flasche zu vermeiden.

* Nehmen Sie die grüne Schutzkappe ab (Abbildung 1).

* Entfernen Sie das Metallsiegel (Abbildung 2).

* Entfernen Sie den grauen Stopfen (Abbildung 3) von der Flasche.

* Nach dem Abnehmen des Stopfens darf die Öffnung des Fläschchens nicht mehr berührtwerden.

Entfernen

Entfernen Entfernen

Grüne Grauer

Schutzkappe Metallsiegel Stopfen

Flasche

* Nehmen Sie den Verschluss mit Tropfer aus dem Beutel, ohne die Seite zu berühren, die aufdie Flasche aufgesetzt wird. Setzen Sie den Verschluss mit Tropfer auf die Flasche auf(Abbildung 4) und belassen Sie ihn dort.

Kleine weiße Kappe

Zum Aufsetzen Drehen Kleine weiße Kappeund Drücken Tropfer

Tropfer Flasche

Flasche

* Bewahren Sie die kleine weiße Kappe (Abbildung 5) auf, die werksseitig auf dem Tropferaufgesetzt ist.

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.

7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS

Recordati Rare Diseases

Tour Hekla52, Avenue du Général de Gaulle92800 Puteaux

Frankreich

8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)

EU/1/15/1049/001

EU/1/15/1049/002

9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG

ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 19. Januar 2017

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 15. September 2021

10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs

Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen

Arzneimittel-Agentur https://www.ema.europa.eu verfügbar.