Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels CYRAMZA 10mg / ml konzentrierte infusionslösung
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
Cyramza 10 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Jeder ml des Konzentrats zur Herstellung einer Infusionslösung enthält 10 mg Ramucirumab.
Jede 10 ml Durchstechflasche enthält 100 mg Ramucirumab.
Jede 50 ml Durchstechflasche enthält 500 mg Ramucirumab.
Ramucirumab ist ein mittels rekombinanter DNA-Technologie aus Mäusezellen (NS0-Zellen) gewonnener,humaner, monoklonaler IgG1 Antikörper.
Sonstige Bestandteile mit bekannter WirkungJede 10 ml Durchstechflasche enthält etwa 17 mg Natrium und 1 mg Polysorbat 80.
Jede 50 ml Durchstechflasche enthält etwa 85 mg Natrium und 5 mg Polysorbat 80.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung (steriles Konzentrat).
Cyramza ist eine klare bis leicht opaleszente und farblose bis leicht gelbliche Lösung, pH 6,0.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Magenkarzinom
Cyramza ist in Kombination mit Paclitaxel indiziert zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit einemfortgeschrittenen Adenokarzinom des Magens oder des gastroösophagealen Übergangs mit Tumorprogressnach vorausgegangener Platin- und Fluoropyrimidin-haltiger Chemotherapie.
Cyramza ist als Monotherapie indiziert zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit einemfortgeschrittenen Adenokarzinom des Magens oder des gastroösophagealen Übergangs mit Tumorprogressnach vorausgegangener Platin- oder Fluoropyrimidin-haltiger Chemotherapie, wenn diese Patienten für eine
Kombinationstherapie mit Paclitaxel nicht geeignet sind (siehe Abschnitt 5.1).
KolorektalkarzinomCyramza ist in Kombination mit FOLFIRI (Irinotecan, Folinsäure und 5-Fluorouracil) indiziert zur
Behandlung von erwachsenen Patienten mit einem metastasierten Kolorektalkarzinom (mKRK) mit
Tumorprogress während oder nach vorausgegangener Therapie mit Bevacizumab, Oxaliplatin und einem
Fluoropyrimidin.
Nicht-kleinzelliges LungenkarzinomCyramza ist in Kombination mit Erlotinib indiziert zur Erstlinien-Therapie von erwachsenen Patienten miteinem metastasierten nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom mit aktivierenden epidermalen
Wachstumsfaktorrezeptor- (epidermal growth factor receptor = EGFR-) Mutationen (siehe Abschnitt 5.1).
Cyramza ist in Kombination mit Docetaxel indiziert zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit einemlokal fortgeschrittenen oder metastasierten nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom mit Tumorprogress nachplatinhaltiger Chemotherapie.
Hepatozelluläres Karzinom (HCC)
Cyramza ist als Monotherapie indiziert zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit fortgeschrittenemoder inoperablem hepatozellulärem Karzinom, die ein Serum-Alpha-Fetoprotein (AFP) von ≥ 400 ng/mlaufweisen und die zuvor mit Sorafenib behandelt wurden.
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
Ramucirumab darf nur von onkologisch erfahrenen Ärzten angewendet werden.
DosierungAdenokarzinom des Magens oder des gastroösophagealen Übergangs (GEJ)
Cyramza in Kombination mit Paclitaxel
Die empfohlene Dosis von Ramucirumab beträgt 8 mg/kg Körpergewicht an den Tagen 1 und 15 eines 28-
Tage-Zyklus, vor der Paclitaxel-Infusion. Die empfohlene Dosis von Paclitaxel beträgt 80 mg/m2
Körperoberfläche als intravenöse Infusion über etwa 60 Minuten an den Tagen 1, 8 und 15 eines 28-Tage-
Zyklus. Vor jeder Paclitaxel-Infusion sollte ein aktuelles Differential-Blutbild und die klinische Chemie zur
Bestimmung der Leberfunktion der Patienten vorliegen. Kriterien, die vor jeder Paclitaxel-Infusion erfülltsein müssen, sind in Tabelle 1 aufgeführt.
Tabelle 1: Kriterien, die vor jeder Paclitaxel-Gabe erfüllt sein müssen
Kriterium
Neutrophile Tag 1: ≥ 1,5 x 109/l
Tag 8 und 15: ≥ 1,0 x 109/l
Thrombozyten Tag 1: ≥ 100 x 109/l
Tag 8 und 15: ≥ 75 x 109/l
Bilirubin ≤ 1,5-facher oberer Normalwert (ULN)
Aspartat- Ohne Lebermetastasen: ALT/AST ≤ 3-facher ULN
Aminotransferase(AST)/Alanin- Mit Lebermetastasen: ALT/AST ≤ 5-facher ULN
Aminotransferase(ALT)
Cyramza als Monotherapie
Die empfohlene Dosis Ramucirumab als Monotherapie beträgt 8 mg/kg Körpergewicht alle 2 Wochen.
KolorektalkarzinomDie empfohlene Dosis Ramucirumab beträgt 8 mg/kg Körpergewicht alle 2 Wochen als intravenöse Infusionvor der Gabe von FOLFIRI. Vor Beginn der Chemotherapie sollte das vollständige Blutbild des jeweiligen
Patienten vorliegen. Die Kriterien, die vor jeder FOLFIRI-Gabe erfüllt sein müssen, sind in Tabelle 2aufgeführt.
Tabelle 2: Kriterien, die vor jeder FOLFIRI-Gabe erfüllt sein müssen
Kriterium
Neutrophile ≥ 1,5 x 109/l
Thrombozyten ≥ 100 x 109/l
Chemotherapie-bedingte ≤ Grad 1 (gemäß den Kriterien Nationalgastrointestinale Toxizität Cancer Institute Common Terminology
Criteria for Adverse Events [NCI CTCAE])
Nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom (NSCLC)Cyramza in Kombination mit Erlotinib zur Behandlung des NSCLC mit aktivierenden EGFR-Mutationen
Die empfohlene Dosis von Ramucirumab in Kombination mit Erlotinib beträgt 10 mg/kg Körpergewicht alle2 Wochen.
Der Status der EGFR-Mutation sollte vor Behandlungsbeginn mit Ramucirumab und Erlotinib mit einervalidierten Testmethode bestimmt werden. Beachten Sie die Fachinformation von Erlotinib bezüglich
Dosierung und Art der Anwendung.
Cyramza in Kombination mit Docetaxel zur Behandlung des NSCLC nach platinbasierter Chemotherapie
Die empfohlene Dosis von Ramucirumab beträgt 10 mg/kg Körpergewicht an Tag 1 eines 21-Tage-Zyklus,vor der Docetaxel-Infusion. Die empfohlene Dosis von Docetaxel beträgt 75 mg/m2 Körperoberfläche alsintravenöse Infusion über etwa 60 Minuten an Tag 1 eines 21-Tage-Zyklus. Für ostasiatische Patienten sollteeine reduzierte Docetaxel-Startdosis von 60 mg/m2 an Tag 1 eines 21-Tage-Zyklus in Erwägung gezogenwerden. Beachten Sie die Fachinformation von Docetaxel bezüglich spezifischer Dosierungsanweisungen.
Hepatozelluläres Karzinom (HCC)
Die empfohlene Dosis von Ramucirumab als Monotherapie beträgt 8 mg/kg Körpergewicht alle 2 Wochen.
Bestimmung des Alpha-Fetoproteins (AFP) bei HCC
HCC-Patienten sollten eine AFP-Konzentration im Serum von ≥ 400 ng/ml aufweisen; diese sollte vor der
Behandlung mit Ramucirumab über einen validierten AFP-Test bestimmt werden (siehe Abschnitt 5.1).
Dauer der Therapie
Es wird empfohlen, die Behandlung bis zum Tumorprogress oder bis zum Auftreten nicht-akzeptabler
Toxizität fortzusetzen.
Prämedikation
Vor der Infusion von Ramucirumab wird eine Prämedikation mit einem Histamin-H1-Antagonisten (z.B.
Diphenhydramin) empfohlen. Kam es bei einem Patienten bereits zu infusionsbedingten Reaktionen Grad 1oder 2, muss vor allen folgenden Infusionen eine Prämedikation verabreicht werden. Bei einer zweiteninfusionsbedingten Reaktion Grad 1 oder 2 muss Dexamethason (oder Äquivalent) gegeben werden. Vor allennachfolgenden Infusionen muss folgende Prämedikation gegeben werden: ein Histamin-H1-Antagonistintravenös (z. B. Diphenhydramin), Paracetamol und Dexamethason.
Bitte beachten Sie die jeweiligen Fachinformationen von Paclitaxel, der Komponenten von FOLFIRI oder von
Docetaxel bezüglich der Prämedikationsanforderungen und zusätzlicher Informationen.
Dosisanpassungen für Ramucirumab
Infusionsbedingte ReaktionenDie Ramucirumab-Infusionsrate muss für die Dauer der Infusion und alle weiteren Infusionen um 50 %reduziert werden, wenn bei einem Patienten eine Grad 1 oder 2 infusionsbedingte Reaktion auftritt.
Ramucirumab muss sofort und endgültig abgesetzt werden, wenn eine Grad 3 oder 4 infusionsbedingte
Reaktion auftritt (siehe Abschnitt 4.4).
HypertonieDer Blutdruck des Patienten muss vor jeder Verabreichung von Ramucirumab überprüft und entsprechendbehandelt werden, wenn es klinisch notwendig ist. Im Fall einer schweren Hypertonie muss die
Ramucirumab-Therapie vorübergehend unterbrochen werden, bis der Blutdruck mit entsprechender Therapiewieder unter Kontrolle ist. Falls es sich um eine medizinisch signifikante Hypertonie handelt, die mitantihypertensiver Therapie nicht angemessen kontrolliert werden kann, muss die Ramucirumab-Therapieendgültig abgesetzt werden (siehe Abschnitt 4.4).
ProteinuriePatienten müssen hinsichtlich einer Entstehung oder Verschlechterung einer Proteinurie während der
Ramucirumab-Therapie beobachtet werden. Falls der Urinteststreifen ≥ 2+ für Proteine anzeigt, sollte 24-
Stunden-Urin gesammelt werden. Die Ramucirumab-Therapie muss vorübergehend unterbrochen werden,falls die Proteinausscheidung im Urin bei ≥ 2 g/24 h liegt. Wenn die Proteinausscheidung im Urin wiederunter 2 g/24 h liegt, kann die Behandlung mit einer reduzierten Dosis (siehe Tabelle 3) fortgesetzt werden.
Eine zweite Dosisreduktion (siehe Tabelle 3) wird empfohlen, wenn die Proteinausscheidung im Urin wiederauf ≥ 2 g/24 h ansteigt.
Im Fall eines nephrotischen Syndroms oder wenn die Proteinausscheidung im Urin bei > 3 g/24 h liegt, mussdie Ramucirumab-Therapie endgültig abgesetzt werden.
Tabelle 3: Ramucirumab-Dosisreduktionen bei Proteinurie
Initiale Ramucirumab-Dosis Erste Dosisreduktion auf Zweite Dosisreduktion auf8 mg/kg 6 mg/kg 5 mg/kg10 mg/kg 8 mg/kg 6 mg/kg
Geplante Operationen oder beeinträchtigte Wundheilung
Die Ramucirumab-Therapie muss mindestens 4 Wochen vor einer geplanten Operation vorübergehendunterbrochen werden. Bei Wundheilungskomplikationen muss die Ramucirumab-Therapie vorübergehendunterbrochen werden, bis die Wunde vollständig verheilt ist (siehe Abschnitt 4.4).
Endgültiges Absetzen
Die Ramucirumab-Therapie muss bei folgenden Ereignissen endgültig abgesetzt werden:
Schwere arterielle thromboembolische Ereignisse (siehe Abschnitt 4.4).
Gastrointestinale Perforationen (siehe Abschnitt 4.4).
Schwere Blutungen: Blutungen NCI CTCAE Grad 3 oder 4 (siehe Abschnitt 4.4).
Spontane Entwicklung von Fisteln (siehe Abschnitt 4.4).
Hepatische Enzephalopathie oder hepatorenales Syndrom (siehe Abschnitt 4.4).
Dosisanpassungen für Paclitaxel
Paclitaxel-Dosisreduktionen sollen je nach Grad der aufgetretenen Toxizität durchgeführt werden. Bei einerhämatologischen Toxizität Grad 4 gemäß NCI CTCAE oder einer nicht-hämatologischen Paclitaxel-bedingten Toxizität Grad 3 wird empfohlen, die Paclitaxel-Dosis für alle folgenden Zyklen um 10 mg/m2 zureduzieren. Eine zweite Reduktion um 10 mg/m2 wird empfohlen, wenn die Toxizitäten andauern oderwiederauftreten.
Dosisanpassungen für FOLFIRI
Dosisreduktionen für einzelne Komponenten von FOLFIRI können für spezifische Toxizitätenvorgenommen werden. Die Dosisänderungen sollen für jede Komponente von FOLFIRI separat bestimmtwerden und sind in Tabelle 4 aufgeführt. Tabelle 5 enthält Details zu Dosisverschiebungen oder
Dosisreduktionen der einzelnen Komponenten von FOLFIRI für den nachfolgenden Zyklus bezogen auf denhöchsten Grad der spezifischen unerwünschten Arzneimittelwirkungen.
Tabelle 4: FOLFIRI Dosisreduktionen
FOLFIRI- Dosisstufe
Komponentea Initiale Dosis -1 -2 -3
Irinotecan 180 mg/m2 150 mg/m2 120 mg/m2 100 mg/m25-FU Bolus 400 mg/m2 200 mg/m2 0 mg/m2 0 mg/m25-FU Infusion 2.400 mg/m2 2.000 mg/m2 1.600 mg/m2 1.200 mg/m2über 46-48 Std. über 46-48 Std. über 46-48 Std. über 46-48 Std.
a 5-FU = 5-Fluorouracil.
Tabelle 5: Dosismodifikationen von FOLFIRI-Komponenten bezüglich der spezifischenunerwünschten Arzneimittelwirkung (UAW)
UAW NCI Dosismodifikation an Tag 1 des Zyklus nach der
CTCAE unerwünschten Arzneimittelwirkung
Grad
Diarrhoe 2 Wenn die Diarrhoe sich auf Grad ≤ 1 verbessert, ist die
Dosisstufe für 5-FU um 1 zu reduzieren
Wenn wiederholt Grad 2 Diarrhoe auftritt, ist die Dosis für 5-FUund Irinotecan um 1 Stufe zu reduzieren.
3 Wenn die Diarrhoe sich auf Grad ≤ 1 verbessert, ist die Dosis für5-FU und Irinotecan um 1 Stufe zu reduzieren4 Wenn die Diarrhoe sich auf Grad ≤ 1 verbessert, ist die Dosis für5-FU und Irinotecan um 2 Stufen zu reduzieren
Falls die Grad 4 Diarrhoe sich nicht auf Grad ≤ 1 verbessert,muss die Behandlung mit 5-FU und Irinotecan für maximal28* Tage bis zur Verbesserung auf Grad ≤ 1 pausiert werden.
Neutropenie oder Hämatologische Kriterien aus Hämatologische Kriterien aus
Thrombozytopenie Tabelle 2 sind erreicht Tabelle 2 sind nicht erreicht2 Keine Dosisänderung. 5-FU und Irinotecan um1 Dosisstufe reduzieren3 5-FU und Irinotecan um Verschiebung von 5-FU und1 Dosisstufe reduzieren. Irinotecan für maximal28* Tage bis zur Verbesserungauf Grad ≤ 1, anschließend istdie Dosis von 5-FU und von
Irinotecan um je 1 Dosisstufezu reduzieren.
4 5-FU und Irinotecan um Verschiebung von 5-FU und2 Dosisstufen reduzieren. Irinotecan für maximal28* Tage bis zur Verbesserungauf Grad ≤ 1, anschließend istdie Dosis von 5-FU und
Irinotecan um je 2 Dosisstufenzu reduzieren.
Stomatitis/Mukositis 2 Sobald die Stomatitis/Mukositis sich auf Grad ≤ 1 verbessert, istdie Dosis für 5-FU um 1 Stufe zu reduzieren.
UAW NCI Dosismodifikation an Tag 1 des Zyklus nach der
CTCAE unerwünschten Arzneimittelwirkung
Grad
Wenn die Grad 2 Stomatitis wiederholt auftritt, ist die Dosis für5-FU um 2 Stufen zu reduzieren.
3 Sobald die Stomatitis/Mukositis sich auf Grad ≤ 1 verbessert, istdie Dosis für 5-FU um 1 Stufe zu reduzieren.
Wenn die Grad 3 Stomatitis/Mukositis sich nicht auf Grad ≤ 1verbessert, ist 5-FU für maximal 28* Tage bis zur Verbesserungauf Grad ≤ 1 zu pausieren. Anschließend ist die Dosis von 5-FUum 2 Stufen zu reduzieren.
4 Unterbrechung von 5-FU für maximal 28* Tage bis zur
Verbesserung auf Grad ≤ 1, dann ist die Dosis von 5-FU um2 Stufen zu reduzieren.
Febrile Neutropenie Hämatologische Kriterien aus Hämatologische Kriterien aus
Tabelle 2 sind erreicht und Tabelle 2 sind nicht erreichtdas Fieber ist abgeklungen und das Fieber ist abgeklungen5-FU und Irinotecan sind um Verschiebung von 5-FU und2 Dosisstufen zu reduzieren. Irinotecan für maximal28* Tage bis zur Verbesserungauf Grad ≤ 1, anschließend istdie Dosis von 5-FU und
Irinotecan um je 2 Stufen zureduzieren.
Die Gabe von Kolonie-stimulierenden Faktoren ist vordem nächsten Zyklus zuerwägen.
*Der 28-Tage-Zeitraum beginnt an Tag 1 des auf die unerwünschte Arzneimittelwirkung folgenden Zyklus.
Dosisanpassungen für Docetaxel
Docetaxel-Dosisreduktionen können je nach Grad der beim Patienten aufgetretenen Toxizität durchgeführtwerden. Bei Patienten, die entweder eine febrile Neutropenie, Neutrophile von < 500 Zellen/mm3 für mehrals 1 Woche, schwere oder kumulative Hautreaktionen oder eine Docetaxel-bedingte nicht-hämatologische
Toxizität Grad 3 oder 4 entwickeln, sollte die Therapie unterbrochen werden, bis sich die Toxizitätenzurückgebildet haben. Es wird empfohlen, die Docetaxel-Dosis um 10 mg/m2 zu reduzieren. Eine zweite
Reduktion um 15 mg/m2 wird empfohlen, wenn die Toxizitäten andauern oder wiederauftreten. In einemsolchen Fall sollte bei ostasiatischen Patienten, die eine Startdosis von 60 mg/m2 erhalten hatten, die
Behandlung mit Docetaxel abgebrochen werden (siehe unter 'Dosierung“).
Besondere PatientengruppenÄltere PatientenIn den pivotalen Studien gab es limitierte Hinweise darauf, dass Patienten, die 65 Jahre oder älter sind, einhöheres Risiko für das Auftreten von Nebenwirkungen haben als Patienten, die jünger als 65 Jahre sind. Eswerden keine Dosisreduzierungen empfohlen (siehe Abschnitte 4.4 und 5.1).
Eingeschränkte NierenfunktionEs wurden keine formalen Studien mit Ramucirumab bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktiondurchgeführt. Aus klinischen Daten haben sich keine Hinweise ergeben, dass bei Patienten mit leichter,moderater oder schwerer Einschränkung der Nierenfunktion eine Dosisanpassung notwendig ist. (siehe
Abschnitte 4.4 und 5.2). Es werden keine Dosisreduzierungen empfohlen.
Eingeschränkte LeberfunktionFormale Studien wurden bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion nicht durchgeführt. Aus klinischen
Daten haben sich keine Hinweise ergeben, dass für Patienten mit leichter oder moderater Einschränkung der
Leberfunktion eine Dosisanpassung notwendig ist. Es gibt keine Daten zu einer Ramucirumab-Gabe bei
Patienten mit schwerer Leberinsuffizienz (siehe Abschnitte 4.4 und 5.2). Es werden keine
Dosisreduzierungen empfohlen.
Kinder und JugendlicheSicherheit und Wirksamkeit von Cyramza bei Kindern und Jugendlichen (< 18 Jahre) sind nicht erwiesen.
Derzeit vorliegende Daten sind in Abschnitt 4.8, 5.1 und 5.2 beschrieben. Aufgrund der begrenzten Mengean Daten kann keine Empfehlung zur Dosierung gegeben werden.
Es gibt keinen relevanten Nutzen von Ramucirumab bei Kindern und Jugendlichen in den Indikationenfortgeschrittenes Adenokarzinom des Magens oder gastroösophagealen Übergangs, Adenokarzinom des
Kolons oder Rektums, Lungenkarzinom und hepatozelluläres Karzinom.
Art der AnwendungCyramza ist zur intravenösen Anwendung bestimmt. Nach der Verdünnung wird Cyramza als intravenöse
Infusion über etwa 60 min. verabreicht. Cyramza darf nicht als intravenöser Bolus verabreicht werden. Umdie erforderliche Infusionsdauer von etwa 60 min. zu erreichen, sollte eine maximale Infusionsrate von25 mg/min nicht überschritten werden. Gegebenenfalls muss bei Bedarf die Infusionsdauer verlängertwerden. Während der Infusion ist der Patient auf Zeichen von infusionsbedingten Reaktionen zu beobachten(siehe Abschnitt 4.4), und es muss sichergestellt sein, dass eine Ausrüstung zur Reanimation verfügbar ist.
Hinweise zur Verdünnung des Arzneimittels vor der Anwendung, siehe Abschnitt 6.6.
4.3 Kontraindikationen
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.
Für Patienten mit NSCLC ist Ramucirumab kontraindiziert, wenn eine Tumorkavitation oder eine
Tumorbeteiligung an großen Gefäßen vorliegt (siehe Abschnitt 4.4).
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
RückverfolgbarkeitUm die Rückverfolgbarkeit biologischer Arzneimittel zu verbessern, müssen die Bezeichnung des
Arzneimittels und die Chargenbezeichnung des angewendeten Arzneimittels eindeutig dokumentiert werden.
Arterielle thromboembolische EreignisseSchwere, manchmal tödlich verlaufende, arterielle thromboembolische Ereignisse (ATE) einschließlich
Myokardinfarkt, Herzstillstand, Schlaganfall und zerebrale Ischämie wurden in klinischen Studien berichtet.
Tritt bei Patienten ein schweres ATE auf, muss deren Behandlung mit Ramucirumab endgültig beendetwerden (siehe Abschnitt 4.2).
Gastrointestinale Perforationen
Ramucirumab ist eine antiangiogene Therapie und kann das Risiko für eine gastrointestinale Perforationerhöhen. Bei Patienten, die mit Ramucirumab behandelt wurden, sind Fälle von gastrointestinaler Perforationgemeldet worden. Tritt bei Patienten eine gastrointestinale Perforation auf, muss deren Behandlung mit
Ramucirumab endgültig beendet werden (siehe Abschnitt 4.2).
Schwere Blutung
Ramucirumab ist eine antiangiogene Therapie und kann das Risiko für schwere Blutungen erhöhen. Tritt bei
Patienten eine Grad 3 oder 4 Blutung auf, muss die Behandlung mit Ramucirumab endgültig beendet werden(siehe Abschnitt 4.2). Bei Patienten, die eine Behandlung mit Antikoagulantien oder andere das
Blutungsrisiko erhöhende Begleittherapien erhalten oder prädisponiert für Blutungen sind, sollte regelmäßigdas Blutbild und die Gerinnungsparameter überprüft werden. HCC-Patienten mit bekannter portaler
Hypertonie oder einer Vorgeschichte von ösophagealen Varizenblutungen sollten vor Beginn der
Behandlung mit Ramucirumab gemäß dem medizinischen Standard auf Ösophagusvarizen gescreent unddiese bei Vorliegen entsprechend behandelt werden.
Bei Patienten mit einem Magenkarzinom und einer Behandlung mit Ramucirumab in Kombination mit
Paclitaxel sowie bei Patienten mit einem metastasierten Kolorektalkarzinom und einer Behandlung mit
Ramucirumab in Kombination mit FOLFIRI wurden schwere gastrointestinale Blutungen einschließlichtödlicher Ereignisse berichtet.
Lungenblutung bei NSCLC
Patienten mit einer plattenepithelialen Histologie haben ein größeres Risiko für die Entstehung schwererpulmonaler Blutungen, auch wenn in der REVEL-Studie kein Übermaß an Grad 5 pulmonaler Hämorrhagiebei mit Ramucirumab behandelten Patienten mit plattenepithelialer Histologie beobachtet wurde. Sowohl
NSCLC-Patienten mit einer früheren Lungenblutung (> 2,5 ml oder hellrotes Blut) als auch Patienten miteinem Nachweis für eine Tumorkavitation - unabhängig von der Histologie - oder Patienten mit einem
Nachweis einer Tumorinvasion oder einer Einbeziehung großer Blutgefäße waren von der Studienteilnahmeausgeschlossen (siehe Abschnitt 4.3). Patienten mit jeglicher Art an therapeutischer Antikoagulation warenvon der Teilnahme an der NSCLC-Studie REVEL ausgeschlossen. Patienten, die eine chronische Therapiemit nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAIDs) oder Antithrombotika erhielten, waren von der Teilnahme anden NSCLC-Studien REVEL und RELAY ausgeschlossen. Die Einnahme von Acetylsalicylsäure in einer
Dosierung von bis zu 325 mg/Tag war erlaubt. (siehe Abschnitt 5.1).
Infusionsbedingte ReaktionenIn klinischen Studien mit Ramucirumab wurden infusionsbedingte Reaktionen (IRR) berichtet. Die meisten
Ereignisse traten während oder nach der ersten oder zweiten Ramucirumab-Infusion auf. Die Patientensollten während der Infusion auf Zeichen einer Überempfindlichkeitsreaktion beobachtet werden. Die
Symptome beinhalten Rigor/Tremor, Rückenschmerzen/Spasmen, Schmerzen und/oder Engegefühl in der
Brust, Schüttelfrost, Hitzewallungen, Dyspnoe, Giemen, Hypoxie und Parästhesie. In schweren Fällenbeinhalteten die Symptome Bronchospasmen, supraventrikuläre Tachykardien und Hypotonie. Bei Patientenmit einem IRR Grad 3 oder 4 muss die Behandlung mit Ramucirumab sofort und endgültig beendet werden(siehe Abschnitt 4.2).
HypertonieMit Ramucirumab behandelte Patienten wiesen - verglichen mit der Placebo-Gruppe - eine erhöhte Inzidenzschwerer Hypertonien auf. In den meisten Fällen wurde die Hypertonie mithilfe einer Standardtherapie mit
Antihypertensiva behandelt. Patienten mit unkontrollierter Hypertonie waren von der Studienteilnahmeausgeschlossen: Bei solchen Patienten darf eine Therapie mit Ramucirumab nicht begonnen werden, bis dievorbestehende Hypertonie unter Kontrolle gebracht ist. Während einer Behandlung mit Ramucirumab mussder Blutdruck überwacht werden. Bei schwerer Hypertonie muss die Behandlung mit Ramucirumabvorübergehend unterbrochen werden, bis der Blutdruck mithilfe einer Therapie unter Kontrolle gebracht ist.
Wenn eine medizinisch signifikante Hypertonie mit einer antihypertensiven Therapie nicht unter Kontrollegebracht werden kann, muss die Behandlung mit Ramucirumab endgültig beendet werden (siehe
Abschnitt 4.2).
Posteriores reversibles Enzephalopathie-SyndromFälle von posteriorem reversiblem Enzephalopathie-Syndrom (PRES), einschließlich tödlicher Fälle, wurdenbei Patienten, die Ramucirumab erhielten, selten berichtet. PRES-Symptome können Krampfanfälle,
Kopfschmerzen, Übelkeit/Erbrechen, Erblindung oder Bewusstseinsveränderungen mit oder ohneassoziiertem Bluthochdruck umfassen. Die Diagnose von PRES kann durch bildgebende Verfahren vom
Gehirn (z. B. Magnetresonanztomographie) bestätigt werden. Setzen Sie Ramucirumab bei Patienten, dieunter PRES leiden, ab. Die Unbedenklichkeit der Wiederaufnahme der Therapie mit Ramucirumab bei
Patienten, die PRES entwickeln und sich erholt haben, ist nicht bekannt.
Aneurysmen und ArteriendissektionenDie Verwendung von VEGF-Signalweg-Hemmern bei Patienten mit oder ohne Hypertonie kann die
Entstehung von Aneurysmen und/oder Arteriendissektionen begünstigen. Vor Beginn der Behandlung mit
Cyramza sollte dieses Risiko bei Patienten mit Risikofaktoren wie Hypertonie oder Aneurysmen in der
Vorgeschichte sorgfältig abgewogen werden.
Beeinträchtigte Wundheilung
Der Einfluss von Ramucirumab bei Patienten mit schweren oder nicht-heilenden Wunden wurde nichtuntersucht. In einer Tierstudie beeinträchtigte Ramucirumab die Wundheilung nicht. Da Ramucirumab eineantiangiogene Therapie ist und ein Potential für einen negativen Einfluss auf die Wundheilung haben kann,muss die Ramucirumab-Therapie mindestens 4 Wochen vor einer geplanten Operation unterbrochen werden.
Die Entscheidung über eine Fortsetzung der Behandlung mit Ramucirumab sollte anhand der klinischen
Beurteilung einer adäquaten Wundheilung getroffen werden.
Falls ein Patient während der Therapie eine Komplikation bei der Wundheilung erleidet, muss die
Behandlung mit Ramucirumab unterbrochen werden, bis die Wunde vollständig verheilt ist (siehe
Abschnitt 4.2).
LeberinsuffizienzBei Patienten mit schwerer Leberzirrhose (Child-Pugh B oder C), Zirrhose mit hepatischer Enzephalopathie,klinisch signifikantem Aszites durch Zirrhose oder einem hepatorenalen Syndrom muss Ramucirumab mit
Vorsicht angewendet werden. Für solche Patienten liegen nur sehr begrenzt Daten zu Sicherheit und
Wirksamkeit vor. Ramucirumab sollte bei diesen Patienten nur verwendet werden, wenn die individuelle
Nutzen-Risiko-Abwägung positiv im Hinblick auf das Risiko eines progressiven Leberversagenseingeschätzt wird.
Bei mit Ramucirumab behandelten HCC-Patienten wurde eine höhere Inzidenz an hepatischer
Enzephalopathie als bei Placebo-Patienten berichtet (siehe Abschnitt 4.8). Patienten sind auf klinische
Zeichen und Symptome einer hepatischen Enzephalopathie zu überwachen. Tritt bei Patienten einehepatische Enzephalopathie oder ein hepatorenales Syndrom auf, muss deren Behandlung mit Ramucirumabendgültig beendet werden (siehe Abschnitt 4.2).
HerzinsuffizienzIn gepoolten Daten aus klinischen Studien mit Ramucirumab wurde bei Patienten, die Ramucirumab in
Kombination mit verschiedenen Chemotherapieschemata oder Erlotinib erhielten, Herzinsuffizienz mit einerzahlenmäßig höheren Inzidenz berichtet als bei Patienten mit einer alleinigen Chemotherapie oder
Behandlung mit Erlotinib. Diese erhöhte Inzidenz wurde bei Patienten, die in Placebo-kontrollierten Studieneine Ramucirumab-Monotherapie erhielten, nicht beobachtet. Nach der Markteinführung wurde
Herzinsuffizienz unter Ramucirumab hauptsächlich in Kombination mit Paclitaxel beobachtet. Die Patientensollen während der Behandlung auf klinische Anzeichen und Symptome einer Herzinsuffizienz überwachtwerden, und eine Unterbrechung der Behandlung soll in Betracht gezogen werden, falls sich klinische
Anzeichen und Symptome einer Herzinsuffizienz entwickeln. Siehe Abschnitt 4.8.
Fisteln
Patienten, die mit Cyramza behandelt werden, können ein erhöhtes Risiko für die Entstehung von Fistelnaufweisen. Sollten sich Fisteln entwickeln, muss die Behandlung mit Ramucirumab endgültig beendetwerden (siehe Abschnitt 4.2).
ProteinurieBei Ramucirumab-Patienten wurde eine höhere Inzidenz an Proteinurie als bei Placebo-Patienten berichtet.
Patienten müssen hinsichtlich einer Entstehung oder Verschlechterung einer Proteinurie während der
Ramucirumab-Therapie beobachtet werden. Falls der Urinteststreifen ≥ 2+ anzeigt, sollte 24-Stunden-Uringesammelt werden. Die Ramucirumab-Therapie muss vorübergehend unterbrochen werden, falls die
Proteinausscheidung im Urin bei ≥ 2 g/24 h liegt. Wenn die Proteinausscheidung im Urin wieder unter2 g/24 h liegt, kann die Behandlung mit einer reduzierten Dosis fortgesetzt werden. Eine zweite
Dosisreduktion wird empfohlen, wenn die Proteinausscheidung im Urin wieder auf ≥ 2 g/24 h ansteigt.
Ramucirumab muss endgültig abgesetzt werden, wenn die Proteinausscheidung >3 g/24 h beträgt, oder wennein nephrotisches Syndrom auftritt (siehe Abschnitt 4.2).
Stomatitis
Bei Patienten, die Ramucirumab in Kombination mit Chemotherapie erhielten, wurde eine erhöhte
Stomatitis-Inzidenz im Vergleich zu Patienten, die mit Placebo plus Chemotherapie behandelt wurden,berichtet. Mit einer symptomatischen Behandlung sollte unverzüglich begonnen werden, wenn eine
Stomatitis auftritt.
NiereninsuffizienzBei Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance 15 bis 29 ml/min.) sind für die Therapiemit Ramucirumab begrenzt Sicherheitsdaten verfügbar (siehe Abschnitte 4.2 und 5.2).
Ältere Patienten mit NSCLC
Ein Trend Richtung verringerter Wirksamkeit mit steigendem Alter wurde bei Patienten beobachtet, die
Ramucirumab plus Docetaxel zur Behandlung von fortgeschrittenem NSCLC mit einem Tumorprogress nacheiner platinbasierten Chemotherapie erhalten hatten (siehe Abschnitt 5.1). Begleiterkrankungen, die miteinem erhöhten Alter zusammenhängen, der Performance Status und eine mögliche Verträglichkeit der
Chemotherapie sollten vor einem Behandlungsbeginn bei Älteren umfassend evaluiert werden (siehe
Abschnitte 4.2 und 5.1).
Bei Gabe von Ramucirumab in Kombination mit Erlotinib zur Erstlinien-Therapie von NSCLC mitaktivierenden EGFR-Mutationen wurde bei Patienten, die 70 Jahre oder älter waren, im Vergleich zu
Patienten unter 70 Jahren eine höhere Inzidenz an Grad ≥3 unerwünschten Ereignissen undschwerwiegenden unerwünschten Ereignissen aller Grade beobachtet.
NatriumDieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) in jeder 10 ml Durchstechflasche, d.h. esist nahezu 'natriumfrei“.
Dieses Arzneimittel enthält ungefähr 85 mg Natrium in jeder 50 ml Durchstechflasche. Dies entspricht etwa4 % der von der WHO für einen Erwachsenen empfohlenen maximalen täglichen Natriumaufnahme mit der
Nahrung von 2 g.
Polysorbat
Dieses Arzneimittel enthält ungefähr 1 mg Polysorbat 80 in jeder 10 ml und 5 mg Polysorbat 80 in jeder50 ml Durchstechflasche.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Es wurden keine Wechselwirkungen zwischen Ramucirumab und Paclitaxel beobachtet. Die
Pharmakokinetik von Paclitaxel wurde durch eine Kombinationstherapie mit Ramucirumab nicht verändert,und die Pharmakokinetik von Ramucirumab wurde durch Paclitaxel nicht verändert. Die Pharmakokinetikvon Irinotecan und seinem aktiven Metaboliten, SN-38, wurde durch eine Kombinationstherapie mit
Ramucirumab nicht verändert. Die Pharmakokinetik von Docetaxel oder Erlotinib wurde durch eine
Kombinationstherapie mit Ramucirumab nicht verändert.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
Gebärfähige Frauen/Kontrazeption bei Frauen
Gebärfähige Frauen müssen angewiesen werden, während der Behandlung mit Cyramza nicht schwanger zuwerden und müssen über die potentielle Gefährdung für die Schwangerschaft und den Fetus aufgeklärtwerden. Gebärfähige Frauen müssen effektive Maßnahmen zur Kontrazeption während und bis zu 3 Monatenach der Behandlung anwenden.
SchwangerschaftEs gibt keine Daten über die Anwendung von Ramucirumab bei schwangeren Frauen. Tierstudien sind fürdie Beurteilung der Reproduktionstoxizität unzureichend (siehe Abschnitt 5.3). Da die Angiogenese einwesentlicher Faktor für den Erhalt der Schwangerschaft und die Entwicklung des Fetus ist, kann die
Hemmung der Angiogenese durch Ramucirumab zu unerwünschten Ereignissen auf die Schwangerschaftund beim Fetus führen. Cyramza darf nur dann angewendet werden, wenn der potentielle Nutzen für die
Mutter das Risiko während der Schwangerschaft rechtfertigt. Wenn eine Patientin während der Therapie mit
Ramucirumab schwanger wird, muss sie über das potentielle Risiko für die Schwangerschaft und das Risikofür den Fetus aufgeklärt werden. Die Behandlung mit Cyramza wird während einer Schwangerschaft und beigebärfähigen Frauen ohne effektive Maßnahmen zur Kontrazeption nicht empfohlen.
StillzeitEs ist nicht bekannt, ob Ramucirumab in die Muttermilch übergeht. Die Exkretion in die Milch und eineorale Aufnahme werden als gering eingeschätzt. Da ein Risiko für das gestillte Neugeborene/den Säuglingnicht ausgeschlossen werden kann, sollten Frauen während der Therapie mit Cyramza das Stillen abbrechenund auch nach Therapieende mindestens 3 Monate nicht stillen.
FertilitätDaten zur Wirkung von Ramucirumab auf die humane Fertilität sind nicht verfügbar. Basierend auf
Tierstudien wird angenommen, dass die weibliche Fertilität während der Therapie mit Ramucirumabwahrscheinlich beeinträchtigt ist (siehe Abschnitt 5.3).
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
Cyramza hat keinen, bzw. einen vernachlässigbaren Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeitzum Bedienen von Maschinen. Wenn Patienten Symptome entwickeln, die die Fähigkeit, sich zukonzentrieren und zu reagieren, beeinträchtigen, wird empfohlen, dass die Patienten so lange kein Fahrzeugführen oder Maschinen bedienen, bis die Symptomatik abgeklungen ist.
4.8 Nebenwirkungen
Zusammenfassung des Nebenwirkungsprofils
Die schwersten Nebenwirkungen im Zusammenhang mit einer Ramucirumab-Behandlung (als Monotherapieoder in Kombination mit zytotoxischer Chemotherapie) waren:
Gastrointestinale Perforation (siehe Abschnitt 4.4)
Schwere gastrointestinale Blutungen (siehe Abschnitt 4.4)
Arterielle thromboembolische Ereignisse (siehe Abschnitt 4.4)
Posteriores reversibles Enzephalopathie-Syndrom (siehe Abschnitt 4.4)Die häufigsten Nebenwirkungen, die bei mit Ramucirumab als Monotherapie behandelten Patientenbeobachtet wurden, waren: periphere Ödeme, Hypertonie, Diarrhoe, Bauchschmerzen, Kopfschmerzen,
Proteinurie und Thrombozytopenie.
Die häufigsten Nebenwirkungen, die bei mit Ramucirumab in Kombination mit Chemotherapie oder
Erlotinib behandelten Patienten beobachtet wurden, waren: Fatigue/Asthenie, Neutropenie, Diarrhoe,
Epistaxis und Stomatitis.
Die häufigsten Nebenwirkungen, die bei mit Ramucirumab in Kombination mit Erlotinib behandelten
Patienten beobachtet wurden, waren: Infektionen, Diarrhoe, Hypertonie, Stomatitis, Proteinurie, Alopezieund Epistaxis.
Tabellarische Auflistung der NebenwirkungenDie Tabellen 6 und 7 listen die Nebenwirkungen, die bei Patienten im Zusammenhang mit Ramucirumabbeobachtet wurden. Diese Nebenwirkungen traten in Placebo-kontrollierten Phase-3-Studien auf, bei denen
Ramucirumab entweder als Monotherapie bei Magenkarzinom und HCC oder in Kombination mitunterschiedlichen Chemotherapie-Regimen oder Erlotinib zur Behandlung von Magenkarzinom, mKRK oder
NSCLC angewendet wurde. Die Nebenwirkungen werden unten nach den Systemorganklassen des
MedDRA-Systems aufgelistet.
Das folgende Übereinkommen wurde zur Klassifizierung der Häufigkeit für Nebenwirkungs-Tabellenverwendet:
Sehr häufig (≥ 1/10)
Häufig (≥ 1/100, < 1/10)
Gelegentlich (≥ 1/1 000, < 1/100)
Selten (≥ 1/10 000, < 1/1 000)
Sehr selten (< 1/10 000)
Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)
Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregradangegeben.
Tabelle 6: Nebenwirkungen bei Patienten in Phase-3-Studien (REGARD, REACH-2 und REACH-
Patienten mit Alpha-Fetoprotein ≥ 400 ng/ml) mit einer Ramucirumab-Monotherapie
Systemorganklasse (MedDRA) Sehr häufig Häufig Gelegentlich
Erkrankungen des Blutes und des
Lymphsystems Thrombozytopeniea Neutropenieaa,b
Stoffwechsel- und Hypokaliämiea
Ernährungsstörungen Hyponatriämie
Hypoalbuminiämiea
Erkrankungen des
Nervensystems Kopfschmerz Hepatische
Enzephalopathiec
Arterielle
Gefäßerkrankungen Hypertoniea,d thromboembolische
Ereignissea
Erkrankungen der Atemwege,des Brustraums und Epistaxis
Mediastinums
Erkrankungen des Bauchschmerzena,ea Gastrointestinale
Gastrointestinaltrakts Diarrhoe Intestinale Obstruktion Perforationa
Erkrankungen der Haut und des a
Unterhautgewebes Ausschlag
Erkrankungen der Nieren und Proteinuriea,f
Harnwege
Allgemeine Erkrankungen und
Beschwerden am Periphere Ödeme Infusionsbedingte
Verabreichungsort Reaktionenaa Begriffe repräsentieren einen medizinischen Überbegriff für eine Gruppe von Ereignissen, anstelle eineseinzelnen Ereignisses oder einer bevorzugten Bezeichnungb Einschließlich Hypokaliämie und Blut-Kaliumspiegel erniedrigt.c Basierend auf Ergebnissen der Studien REACH-2 und REACH (Ramucirumab als Monotherapie bei HCC).
Einschließlich hepatischer Enzephalopathie und hepatischem Koma.d Einschließlich erhöhter Blutdruck und Hypertonie.e Einschließlich Bauchschmerzen, Oberbauchschmerzen, Unterbauchschmerzen und Leberschmerzen.f Einschließlich eines Falls eines nephrotischen Syndroms.
Tabelle 7: Nebenwirkungen bei Patienten in Phase-3-Studien (RAINBOW, REVEL, RAISE und
RELAY) mit Ramucirumab in Kombination mit Chemotherapie oder Erlotinib
Systemorganklasse(MedDRA) Sehr häufig Häufig Gelegentlich
Infektionen und parasitäre j,k a,b
Erkrankungen Infektionen Sepsis
Neutropenieaa,c
Erkrankungen des Blutes und Leukopenie
Thrombozytope Febrile Neutropenieddes Lymphsystems niea
Anämiej
Stoffwechsel- und Hypoalbuminämiea
Ernährungsstörungen Hyponatriämiea
Erkrankungen des
Nervensystems Kopfschmerzenj
Herzerkrankungen Herzinsuffizienz
Arterielle
Gefäßerkrankungen Hypertoniea,e thromboembolische
Ereignissea
Erkrankungen der
Atemwege, des Brustraums Epistaxis Lungenblutungj,lund Mediastinums
Gastrointestinalea,f
Erkrankungen des Stomatitis Blutungsereignisse
Gastrointestinaltrakts Diarrhoe Gastrointestinale
Perforationa
Zahnfleischblutenj
Erkrankungen der Haut und Erythrodysästhesie-des Unterhautgewebes Alopeziej Syndrom (Hand-Fuß-
Syndrom)g
Erkrankungen der Nieren und a,h
Harnwege Proteinurie
Ermüdung/Fa-
Allgemeine Erkrankungen tiguea,iund Beschwerden am Mukositisd
Verabreichungsort Periphere
Ödemea Begriffe repräsentieren einen medizinischen Überbegriff für eine Gruppe von Ereignissen, anstelle eineseinzelnen Ereignisses oder einer bevorzugten Bezeichnung.b Basierend auf Ergebnissen der Studie RAINBOW (Ramucirumab plus Paclitaxel).c Basierend auf Ergebnissen der Studie RAINBOW (Ramucirumab plus Paclitaxel). Einschließlich: Leukopenieund niedrige Anzahl an weißen Blutkörperchen.d Basierend auf Ergebnissen der Studie REVEL (Ramucirumab plus Docetaxel).e Einschließlich erhöhter Blutdruck, Hypertonie und hypertensiver Kardiomyopathie.f Basierend auf den Ergebnissen der Studien RAINBOW (Ramucirumab plus Paclitaxel), REVEL (Ramucirumabplus Docetaxel) und RAISE (Ramucirumab plus FOLFIRI). Einschließlich analer Blutungen, blutiger Diarrhoe,
Magenblutungen, gastrointestinaler Blutungen, Bluterbrechen, Blutstuhl, Hämorrhoiden-Blutungen, Mallory-
Weiss-Syndrom, Teerstuhl, ösophagealer Blutungen, rektaler Blutungen und Blutungen des oberen
Gastrointestinaltrakts.
g Basierend auf Ergebnissen der Studie RAISE (Ramucirumab plus FOLFIRI).
h Einschließlich Fälle eines nephrotischen Syndroms.i Basierend auf Ergebnissen der Studien RAINBOW (Ramucirumab plus Paclitaxel) und REVEL (Ramucirumabplus Docetaxel). Einschließlich Fatigue und Asthenie.j Basierend auf Ergebnissen der Studie RELAY (Ramucirumab plus Erlotinib).k Infektionen schließt alle bevorzugten Begriffe ein, die Teil der Systemorganklasse Infektionen und parasitäre
Erkrankungen sind. Die häufigsten (>1 %) Grad ≥ 3 Infektionen beinhalten Pneumonie, Cellulitis, Paronychie,
Hautinfektionen und Harnwegsinfektionen.
l Beinhaltet Hämoptyse, Kehlkopfblutung, Hämatothorax (ein tödliches Ereignis aufgetreten) und Lungenblutung.
Klinisch relevante Ereignisse (einschließlich Grad ≥ 3) assoziiert mit antiangiogener Therapie, die bei mit
Ramucirumab behandelten Patienten über alle klinischen Studien hinweg berichtet wurden, waren:gastrointestinale Perforationen, infusionsbedingte Reaktionen und Proteinurie (siehe Abschnitte 4.2 und 4.4).
KolorektalkarzinomRamucirumab in Kombination mit FOLFIRI
In der RAISE-Studie, in der mKRK-Patienten mit Ramucirumab plus FOLFIRI behandelt wurden, war
Proteinurie (1,5 %) die häufigste (≥ 1 %) Nebenwirkung, die zum Abbruch der Ramucirumab-Therapieführte. Die häufigsten (≥ 1 %) Nebenwirkungen, die zum Abbruch einer der FOLFIRI-Komponentenführten, waren: Neutropenie (12,5 %), Thrombozytopenie (4,2 %), Diarrhoe (2,3 %) und Stomatitis (2,3 %).
Die am häufigsten abgesetzte Komponente von FOLFIRI war der 5-FU-Bolus.
Nebenwirkungen aus anderen Quellen
Tabelle 8: Unerwünschte Ereignisse im Zusammenhang mit Ramucirumab, welche in klinischen
Studien oder nach der Markteinführung gemeldet wurden.
Systemorganklasse Häufig Gelegentlich Selten Nicht bekannt(MedDRA)
Gutartige, bösartige Hämangiomund nichtspezifizierte
Neubildungen(einschl. Zysten und
Polypen)
Erkrankungen des Thrombotische
Blutes und des Mikroangiopathie
Lymphsystems
Endokrine Hypothyreose
Erkrankungen
Erkrankungen des Posteriores
Nervensystems reversibles
Enzephalopathie-
Syndrom
Herzerkrankungen Herzinsuffizienza
Gefäßerkrankungen Aneurysmen und
Arterien-dissektionen
Systemorganklasse Häufig Gelegentlich Selten Nicht bekannt(MedDRA)
Erkrankungen der Dysphonie
Atemwege, des
Brustraums und
Mediastinumsa Nach Markteinführung wurde unter Ramucirumab eine Herzinsuffizienz hauptsächlich in Kombination mit Paclitaxelbeobachtet. Siehe Abschnitt 4.4.
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung über das in
Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem* anzuzeigen:
Kinder und JugendlicheEs wurden keine neuen Sicherheitsbedenken identifiziert basierend auf der begenzten Menge an Daten bei
Kindern und Jugendlichen, die mit Ramucirumab-Monotherapie in der Studie I4T-MC-JVDA behandeltwurden (siehe Abschnitt 5.1). Ein Patient in dieser Studie hatte eine progressive Erweiterung der distalenfemoralen Wachstumsfuge. Über die Auswirkungen auf das Wachstum ist nichts bekannt. Bei der begrenzten
Anzahl von pädiatrischen Patienten, die im Rahmen der Studien J1S-MC-JV01 und J1S-MC-JV02 mit
Ramucirumab in einer Kombinationstherapie behandelt wurden, wurden keine neuen Sicherheitsbedenkenberichtet (siehe Abschnitt 5.1).
4.9 Überdosierung
Es gibt keine Daten zu einer Überdosierung beim Menschen. Cyramza ist in einer Phase-1-Studie mit bis zu10 mg/kg alle 2 Wochen untersucht worden, ohne dabei eine maximal tolerierbare Dosis zu erreichen. Im
Fall einer vermuteten Überdosierung sollte eine unterstützende Therapie erfolgen.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Antineoplastische Mittel, VEGF/VEGFR (Vaskulärer endothelialer
Wachstumsfaktor)-Inhibitoren, ATC-Code: L01FG02
WirkmechanismusDer vaskuläre endotheliale Wachstumsfaktorrezeptor-2 (VEGF Rezeptor-2) ist der wichtigste Rezeptor derdurch den vaskulären endothelialen Wachstumsfaktor induzierten Angiogenese. Cyramza (Ramucirumab) istein humaner Antikörper, der spezifisch an den VEGF Rezeptor-2 bindet, und die Bindung von VEGF-A,
VEGF-C und VEGF-D blockiert. Dadurch verhindert Ramucirumab die Liganden-stimulierte Aktivierungdes VEGF Rezeptor-2 und der nachgeordneten Signalkaskaden, einschließlich der p44/p42 Mitogen-aktivierten Proteinkinasen, wodurch die Liganden-induzierte Proliferation und Migration der humanen
Endothelzellen neutralisiert wird.
Klinische Wirksamkeit und UnbedenklichkeitMagenkarzinom
RAINBOW-Studie
Die RAINBOW-Studie, eine globale, randomisierte, doppelblinde Studie zu Cyramza plus Paclitaxel versus
Placebo plus Paclitaxel, wurde bei 665 Patienten mit einem metastasierten oder lokal rezidivierten,inoperablen Magenkarzinom (einschließlich GEJ-Adenokarzinom) nach einer Platin- und Fluoropyrimidin-haltigen Chemotherapie (mit oder ohne Anthrazykline) durchgeführt. Der primäre Endpunkt war das
Gesamtüberleben (OS), und die sekundären Endpunkte beinhalteten progressionsfreies Überleben (PFS) undobjektive Ansprechrate (overall response rate: ORR). Die Patienten mussten einen Progress während oderinnerhalb von 4 Monaten nach der letzten Dosis der Erstlinien-Therapie aufweisen und einen ECOG-
Performance-Status (PS) von 0-1 haben. Die Patienten wurden in einem 1:1 Verhältnis für eine Therapie mit
Cyramza plus Paclitaxel (n = 330) oder Placebo plus Paclitaxel (n = 335) randomisiert. Die Randomisierungerfolgte stratifiziert nach geographischer Region, Zeit bis zum Progress seit Beginn der Erstlinien-Therapie(< 6 Monate versus ≥ 6 Monate) und der Messbarkeit der Erkrankung. Cyramza mit 8 mg/kg oder Placebowurden als intravenöse Infusion alle 2 Wochen (Tag 1 und 15) eines 28-Tage-Zyklus verabreicht. Paclitaxelwurde in einer Dosis von 80 mg/m2 als intravenöse Infusion an den Tagen 1, 8 und 15 jedes 28-Tage-Zyklusgegeben.
Die Mehrzahl der in der Studie randomisierten Patienten (75 %) erhielt vorher eine Kombination aus Platinplus Fluoropyrimidin ohne Anthrazyklin. Die Anderen (25 %) erhielten zuvor Platin plus Fluoropyrimidinplus Anthrazyklin. 2/3 der Patienten hatten einen Progress während ihrer Erstlinien-Therapie (66,8 %).
Demographische Daten und Charakteristika der Grunderkrankung zu Behandlungsbeginn warengrundsätzlich zwischen den Behandlungsarmen ausgeglichen: das mediane Alter war 61 Jahre; 71 % der
Patienten waren Männer; 61 % waren Weiße, 35 % Asiaten; der ECOG-PS war 0 für 39 % der Patienten und1 für 61 % der Patienten; 81 % der Patienten hatten eine messbare Erkrankung und 79 % hatten ein
Magenkarzinom; 21 % hatten ein GEJ-Adenokarzinom. Die Mehrzahl der Patienten (76 %) hatte einen
Progress innerhalb von 6 Monaten nach Beginn der Erstlinien-Therapie. Für Patienten, die mit Cyramza plus
Paclitaxel behandelt wurden, betrug die mediane Therapiedauer 19 Wochen, und für Patienten mit Placeboplus Paclitaxel betrug die mediane Therapiedauer 12 Wochen. Die mediane relative Dosisintensität von
Cyramza war 98,6 % und von Placebo 99,6 %. Die mediane relative Dosisintensität von Paclitaxel betrug87,7 % für den Behandlungsarm mit Cyramza plus Paclitaxel und 93,2 % für den Behandlungsarm mit
Placebo plus Paclitaxel. Eine ähnliche Prozentzahl an Patienten brachen die Behandlung wegenunerwünschter Ereignisse ab: 12 % der Patienten, die mit Cyramza plus Paclitaxel behandelt wurdenverglichen mit 11 % der Patienten, die mit Placebo plus Paclitaxel behandelt wurden. 47,9 % der Patientenerhielten nach dem Ende der Studientherapie mit Cyramza plus Paclitaxel eine weitere systemische
Krebstherapie, verglichen mit 46,0 % der Patienten, die Placebo plus Paclitaxel erhalten hatten.
Bei Patienten, die Cyramza plus Paclitaxel erhalten hatten, verbesserte sich das Gesamtüberleben (OS)statistisch signifikant im Vergleich zu Patienten, die Placebo plus Paclitaxel erhalten hatten (HR 0,807; 95 %
CI: 0,678 bis 0,962; p = 0,0169). Die Verlängerung des medianen Gesamtüberlebens betrug 2,3 Monate fürden Behandlungsarm mit Cyramza plus Paclitaxel: 9,63 Monate im Arm Cyramza plus Paclitaxel und7,36 Monate im Arm Placebo plus Paclitaxel. Das progressionsfreie Überleben (PFS) war bei Patienten, die
Cyramza plus Paclitaxel erhielten, gegenüber Patienten mit Placebo plus Paclitaxel statistisch signifikantverbessert (HR = 0,635, 95 % CI = 0,536-0,752, p < 0,0001). Die Verlängerung des medianen PFS betrug1,5 Monate für den Arm Cyramza plus Paclitaxel: 4,4 Monate für den Arm Cyramza plus Paclitaxel und2,9 Monate für Placebo plus Paclitaxel. Die objektive Ansprechrate (komplettes Ansprechen [CR] +partielles Ansprechen [PR]) verbesserte sich signifikant bei Patienten, die Cyramza plus Paclitaxel erhaltenhatten im Vergleich zu denen mit Placebo plus Paclitaxel (Odds Ratio 2,140; 95 % CI: 1,499-3,160;p = 0,0001). Die objektive Ansprechrate (ORR) von Cyramza plus Paclitaxel lag bei 27,9 % und von Placeboplus Paclitaxel bei 16,1 %. Verbesserungen bei OS und PFS wurden konsistent in den vorher festgelegten
Subgruppen basierend auf Alter, Geschlecht, ethnische Zugehörigkeit und in den meisten anderen vorherfestgelegten Subgruppen beobachtet. Die Wirksamkeitsergebnisse werden in Tabelle 9 gezeigt.
Tabelle 9: Zusammenfassung der Wirksamkeitsdaten - Intent-to-Treat (ITT)-Population
Cyramza plus Paclitaxel Placebo plus Paclitaxeln=330 n=335
Gesamtüberleben, Monate
Median (95 % CI) 9,6 (8,5; 10,8) 7,4 (6,3; 8,4)
Hazard Ratio (95 % CI) 0,807 (0,678; 0,962)
Stratifizierter Log-rank-p-Wert 0,0169
Progressionsfreies Überleben, Monate
Median (95 % CI) 4,4 (4,2; 5,3) 2,9 (2,8; 3,0)
Hazard Ratio (95 % CI) 0,635 (0,536; 0,752)
Stratifizierter Log-rank-p-Wert < 0,0001
Objektive Ansprechrate (CR +PR)
Rate in Prozent (95 % CI) 27,9 (23,3; 33,0) 16,1 (12,6; 20,4)
Odds Ratio 2,140 (1,449; 3,160)
Stratifizierter CMH-p-Wert 0,0001
Abkürzungen: CI = Konfidenzintervall (confidence interval), CR = komplettes Ansprechen (completeresponse), PR = partielles Ansprechen (partial response), CMH = Cochran-Mantel-Haenszel
Abbildung 1: Kaplan-Meier-Kurve des Gesamtüberlebens für Cyramza plus Paclitaxel versus Placeboplus Paclitaxel in der RAINBOW-Studie
Gefährdete Anzahl Zeit seit Randomisierung (Monate)
Wahrscheinlichkeit für das Gesamtüberleben
Abbildung 2: Kaplan-Meier-Kurve des progressionsfreien Überlebens für Cyramza plus Paclitaxelversus Placebo plus Paclitaxel in der RAINBOW-Studie1.00.80.60.40.2
Cyramza+Paclitaxel
Placebo+Paclitaxel0.00 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23
GNuemfährdete A Zeit seiTt imReaSnidncoemRaisnideormuiznagtio (nM(Montahst)e)ber at Risk nzahl
Cyramza+Paclitaxel 330 259 188 104 70 43 28 15 11 7 3 1
Placebo+Paclitaxel 335 214 124 50 34 21 12 8 5 3 3 3
REGARD-Studie
Die REGARD-Studie, eine multinationale, randomisierte, doppelblinde Studie mit Cyramza plus Best
Supportive Care (BSC) versus Placebo plus BSC, wurde bei 355 Patienten mit metastasiertem oder lokalrezidiviertem, inoperablem Magenkarzinom (einschließlich Adenokarzinom des gastroösophagealen
Übergangs [GEJ]) nach einer Platin- oder Fluoropyrimidin-haltigen Chemotherapie durchgeführt. Derprimäre Endpunkt war das Gesamtüberleben (OS - Overall Survival), und die sekundären Endpunktebeinhalteten progressionsfreies Überleben (PFS). Die Patienten mussten im metastasierten Stadium einen
Tumorprogress während der Erstlinien-Behandlung oder innerhalb von 4 Monaten nach der letzten Dosis der
Erstlinien-Therapie aufweisen oder einen Progress während einer adjuvanten Therapie oder innerhalb von6 Monaten nach der letzten Dosis einer adjuvanten Therapie aufweisen. Zusätzlich mussten die Patienteneinen ECOG-PS von 0 oder 1 haben. Um in die Studie eingeschlossen werden zu können, musste bei den
Patienten ein Gesamtbilirubin von ≤ 1,5 mg/dl und Werte von AST und ALT ≤ 3-facher oberer Normalwert(ULN) oder ≤ 5-facher oberer Normalwert bei vorhandenen Lebermetastasen bestimmt worden sein.
Die Patienten wurden in einem 2:1 Verhältnis randomisiert, um entweder eine intravenöse Infusion von
Cyramza 8 mg/kg (n = 238) oder Placebo (n = 117) alle 2 Wochen zu erhalten. Die Randomisierung wurdenach Gewichtsverlust während der letzten 3 Monate (≥ 10 % versus < 10 %), geographischer Region und
Sitz des Primärtumors (Magen versus gastroösophagealer Übergang) stratifiziert.
Demographische Daten und Charakteristika der Grunderkrankung zu Behandlungsbeginn warenvergleichbar. Der ECOG-Performance Status war 1 bei 72 % der Patienten. Es wurden keine Patienten miteiner Leberzirrhose Child-Pugh B oder C in die Studie eingeschlossen. 11 % der Cyramza-Patienten und 6 %der Placebo-Patienten brachen die Studie wegen unerwünschter Ereignisse ab. Das Gesamtüberleben war bei
Patienten, die Cyramza erhalten hatten, statistisch signifikant länger als bei Placebo-Patienten (Hazard Ratio[HR] 0,776; 95 % CI: 0,603 bis 0,998; p = 0,0473). Dies entspricht einem um 22 % verringerten Sterberisikound einer Verlängerung des medianen Gesamtüberlebens auf 5,2 Monate für Cyramza gegenüber3,8 Monaten für Placebo. Das progressionsfreie Überleben war bei Patienten, die Cyramza erhielten,gegenüber Placebo-Patienten statistisch signifikant länger (HR = 0,483; 95 % CI : 0,376-0,620; p < 0,0001).
Dies entspricht einem um 52 % reduzierten Progressions- oder Sterberisiko und einer Verlängerung desmedianen progressionsfreien Überlebens von 1,3 Monaten für Placebo auf 2,1 Monate für Cyramza. Die
Wirksamkeitsergebnisse werden in Tabelle 10 gezeigt.
Wahrscheinlichkeit für progressionsfreies Überleben
Progression-free Survival Probability
Tabelle 10: Zusammenfassung der Wirksamkeitsdaten - ITT-Population
Cyramza Placebon=238 n=117
Gesamtüberleben, Monate
Median (95 % CI) 5,2 (4,4; 5,7) 3,8 (2,8;4,7)
Hazard Ratio (95 % CI) 0,776 (0,603; 0,998)
Stratifizierter Log-rank-p-Wert 0,0473
Progressionsfreies Überleben, Monate
Median (95 % CI) 2,1 (1,5; 2,7) 1,3 (1,3; 1,4)
Hazard Ratio (95 % CI) 0,483 (0,376; 0,620)
Stratifizierter Log-rank-p-Wert p < 0,0001
Rate des PFS über 12 Wochen % (95 % CI) 40,1 (33,6; 46,4) 15,8 (9,7; 23,3)
Abkürzungen: CI = Konfidenzintervall (confidence interval), PFS = progressionsfreies Überleben
Abbildung 3: Kaplan-Meier Kurve des Gesamtüberlebens für Cyramza versus Placebo in der
REGARD-Studie1.00.80.60.40.2 Cyramza
Placebo0.00 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 26 27 28
Zeit Tsiemite RSaincdeoRmainsdieormuinzgat i(oMn o(Mnaotneth) s)
Gefährdete NAunmzabherl a t Risk
Cyramza 238 154 92 49 17 7 3 0 0
Placebo 117 66 34 20 7 4 2 1 0
Basierend auf begrenzten Daten der REGARD-Studie in Bezug auf HER2-positive Magenkarzinome oder
GEJ-Adenokarzinome und auf Patienten mit einer Vorbehandlung mit Trastuzumab (in der RAINBOW-
Studie) wird es für unwahrscheinlich gehalten, dass Cyramza eine nachteilige oder gar keine Wirkung bei
Patienten mit einem HER2-positiven Magenkarzinom hat. Subgruppenanalysen (post hoc und unstratifiziert)der mit Trastuzumab vorbehandelten Patienten in der RAINBOW-Studie (n = 39) deuteten auf einen
Überlebensvorteil bei diesen Patienten hin (HR 0,679, 95 % CI 0,327, 1,419) und belegten einen Vorteilbeim progressionsfreien Überleben (PFS) (HR 0,399, 95 % CI 0,194, 0,822).
WahrscheinPlircohbkabeiiltit fyüorf dOavse GraellsSaumrvtiüvbalerleben
KolorektalkarzinomRAISE-Studie
Die RAISE-Studie, eine globale, randomisierte, doppelblinde Studie zu Cyramza plus FOLFIRI versus
Placebo plus FOLFIRI, wurde bei Patienten mit einem metastasierten Kolorektalkarzinom und einem
Tumorprogress während oder nach einer Erstlinien-Therapie mit Bevacizumab, Oxaliplatin und einem
Fluoropyrimidin durchgeführt. Die Patienten mussten einen ECOG-PS von 0 oder 1 haben, und der
Tumorprogress musste innerhalb von 6 Monaten nach der letzten Dosis der Erstlinien-Therapie stattgefundenhaben. Die Patienten mussten eine adäquate Leber- und Nierenfunktion sowie eine adäquate Blutgerinnunghaben. Patienten mit einer Anamnese von unkontrollierter hereditärer oder erworbener Blutungsneigung oderthrombotischer Störung, einer schweren Blutung (≥ Grad 3) in der jüngeren Vergangenheit oder mit einemarteriellen, thrombotischen Ereignis (ATE) in den letzten 12 Monaten vor der Randomisierung waren vonder Studienteilnahme ausgeschlossen. Patienten wurden auch ausgeschlossen, wenn eines der folgenden
Ereignisse aufgetreten war: ATE, Grad 4 Hypertonie, Grad 3 Proteinurie, ein Grad 3/4 Blutungsereignis odereine Darmperforation während einer Bevacizumab Erstlinien-Therapie.
Insgesamt wurden 1.072 Patienten für eine Therapie mit Cyramza 8 mg/kg (n = 536) oder Placebo (n = 536),jeweils in Kombination mit FOLFIRI im Verhältnis 1:1 randomisiert. Diese Arzneimittel wurden alsintravenöse Infusion verabreicht. Das FOLFIRI-Behandlungsschema wurde folgendermaßen verabreicht:
Irinotecan 180 mg/m2 über 90 Minuten und Folinsäure 400 mg/m2 zeitgleich über 120 Minuten; gefolgt voneiner Bolus-Injektion mit 5-Fluorouracil (5-FU) 400 mg/m2 über 2 bis 4 Minuten. Anschließend wurde 5-FU2.400 mg/m2 als kontinuierliche Infusion über 46 bis 48 Std. verabreicht. In beiden Behandlungsarmenwurden die Behandlungszyklen alle 2 Wochen wiederholt. Patienten, die eine oder mehrere Komponentender Behandlung wegen eines unerwünschten Ereignisses abbrechen mussten, durften die Behandlung mit denanderen Behandlungskomponenten bis zum Tumorprogress oder nicht-akzeptabler Toxizität weiterfortführen. Der primäre Endpunkt war das Gesamtüberleben (OS), und die sekundären Endpunktebeinhalteten das progressionsfreie Überleben (PFS), die objektive Ansprechrate (ORR) und Lebensqualitätermittelt anhand des EORTC-QLQ-C30 (European Organisation for Research and Treatment of Cancer).
Die Randomisierung erfolgte stratifiziert nach geographischer Region, Tumor-KRAS-Status (mutiert oder
Wildtyp) und Zeit bis zum Tumorprogress (TTP) seit Beginn der Erstlinien-Therapie (< 6 Monate versus≥ 6 Monate).
Demographische Daten und Charakteristika der Grunderkrankung in der ITT-Population waren zu
Behandlungsbeginn zwischen den Behandlungsarmen ausgeglichen: das mediane Alter war 62 Jahre und40 % der Patienten waren ≥ 65 Jahre; 57 % der Patienten waren Männer; 76 % waren Weiße, 20 % Asiaten;der ECOG-PS war 0 für 49 % der Patienten; 49 % der Patienten hatten eine KRAS-Mutation des Tumors;24 % der Patienten hatten eine TTP < 6 Monate nach der Erstlinien-Therapie. 54 % der Patienten erhieltennach dem Ende der Studientherapie mit Cyramza plus FOLFIRI eine weitere systemische antineoplastische
Therapie, verglichen mit 56 % der Patienten, die Placebo plus FOLFIRI erhalten hatten.
Bei Patienten, die Cyramza plus FOLFIRI erhalten hatten, verbesserte sich das Gesamtüberleben (OS)statistisch signifikant im Vergleich zu Patienten, die Placebo plus FOLFIRI erhalten hatten (HR 0,844; 95 %
CI: 0,730 bis 0,976; p = 0,0219). Die Verlängerung des medianen Gesamtüberlebens betrug 1,6 Monate fürden Behandlungsarm mit Cyramza plus FOLFIRI: 13,3 Monate im Arm Cyramza plus FOLFIRI und11,7 Monate im Arm Placebo plus FOLFIRI. Das progressionsfreie Überleben (PFS) war bei Patienten, die
Cyramza plus FOLFIRI erhielten, statistisch signifikant verbessert gegenüber Patienten mit Placebo plus
FOLFIRI (HR = 0,793; 95 % CI : 0,697 bis 0,903; p = 0,0005). Die Verlängerung des medianen PFS betrug1,2 Monate für den Behandlungsarm Cyramza plus FOLFIRI: 5,7 Monate für den Arm Cyramza plus
FOLFIRI und 4,5 Monate für den Arm Placebo plus FOLFIRI. Die Ergebnisse werden in Tabelle 11 und inden Abbildungen 4 und 5 gezeigt.
Vorab definierte Analysen zum Gesamtüberleben und zum progressionsfreien Überleben wurden anhand der
Stratifizierungsfaktoren erstellt. Die HR für das Gesamtüberleben lag bei 0,82 (95 % CI: 0,67 bis 1,0) bei
Patienten mit einem KRAS-Wildtyp-Tumor und bei Patienten mit einem KRAS-mutierten Tumor war die
HR 0,89 (95 % CI: 0,73-1,09). Für Patienten mit einer TTP ≥ 6 Monate nach der Erstlinientherapie lag die
HR des Gesamtüberlebens bei 0,86 (95 % CI: 0,73-1,01) und für Patienten mit einer TTP < 6 Monate nachder Erstlinientherapie bei 0,86 (95 % CI: 0,64-1,13). Vorab definierte Subgruppen-Analysen zu PFS und OSin Bezug auf Alter (< 65 oder ≥ 65 Jahre), Geschlecht, ethnischer Zugehörigkeit, ECOG-PS (0 oder ≥ 1),
Anzahl involvierter Organe, nur Lebermetastasen, Sitz des Primärtumors (Kolon oder Rektum),
Carcinoembryonisches Antigen [CEA] (< 200 μg/l, ≥ 200 μg/l) zeigten alle einen positiven
Behandlungseffekt zugunsten einer Behandlung mit Cyramza plus FOLFIRI im Vergleich zu Placebo plus
FOLFIRI. In 32 der 33 vorab definierten Subgruppen-Analysen für das Gesamtüberleben war die HR < 1,0.
Die einzige Subgruppe mit einem HR > 1 bestand aus Patienten mit einem Tumorprogress von < 3 Monatenseit dem Start der Erstlinientherapie mit Bevacizumab (HR 1,02 [95 % CI: 0,68 bis 1,55]). Es wirdangenommen, dass die Erkrankung dieser Subgruppe so aggressiv ist, dass sie relativ refraktär gegenüber der
Erstlinientherapie war. Patienten mit einer Neutropenie hatten in beiden Behandlungsarmen ein längeresmedianes Gesamtüberleben als jene ohne Neutropenie. Das mediane OS der Patienten mit Neutropenie jeden
Grades war im Ramucirumab-Behandlungsarm länger (16,1 Monate) als im Placebo-Arm (12,6 Monate).
Das mediane OS der Patienten ohne Neutropenie betrug 10,7 Monate in beiden Behandlungsarmen.
Tabelle 11: Zusammenfassung der Wirksamkeitsdaten -ITT Population
Cyramza plus FOLFIRI Placebo plus FOLFIRIn=536 n=536
Gesamtüberleben, Monate
Median (95 % CI) 13,3 (12,4; 14,5) 11,7 (10,8; 12,7)
Hazard Ratio (95 % CI) 0,84 (0,73; 0,98)
Stratifizierter Log-rank-p-Wert 0,022
Progressionsfreies Überleben, Monate
Median (95 % CI) 5,7 (5,5; 6,2) 4,5 (4,2; 5,4)
Hazard Ratio (95 % CI) 0,79 (0,70; 0,90)
Stratifizierter Log-rank-p-Wert < 0,001
Abkürzungen: CI = Konfidenzintervall (confidence interval)
Abbildung 4: Kaplan-Meier-Kurve des Gesamtüberlebens für Cyramza plus FOLFIRI versus Placeboplus FOLFIRI in der RAISE-Studie
Zeit seit Randomisierung (Monate)
Gefährdete Anzahl
Wahrscheinlichkeit für das Gesamtüberleben
Abbildung 5: Kaplan-Meier-Kurve des progressionsfreien Überlebens für Cyramza plus FOLFIRIversus Placebo plus FOLFIRI in der RAISE-Studie
Zeit seit Randomisierung (Monate)
Gefährdete Anzahl
Die ORR war vergleichbar zwischen den beiden Behandlungsarmen (13,4 % bei Ramucirumab plus
FOLFIRI versus 12,5 % bei Placebo plus FOLFIRI). Die Krankheitskontrollrate (komplettes Ansprechenplus partielles Ansprechen plus stabile Erkrankung) war bei Patienten im Behandlungsarm Ramucirumabplus FOLFIRI numerisch höher verglichen mit dem Behandlungsarm Placebo plus FOLFIRI (74,1 %verglichen mit 68,8 %). Mit dem EORTC-QLQ-C30 berichteten die Patienten für die meisten Teile des
Fragebogens im Behandlungsarm Ramucirumab plus FOLFIRI eine vorübergehende Verschlechterung in der
Lebensqualität verglichen mit den Patienten im Behandlungsarm Placebo plus FOLFIRI. Nach dem ersten
Behandlungsmonat wurden nur noch vereinzelt Unterschiede zwischen den Behandlungsarmen berichtet.
NSCLC
RELAY-Studie
RELAY war eine globale, randomisierte, doppelblinde Phase-3-Studie zu Cyramza plus Erlotinib versus
Placebo plus Erlotinib, in der 449 Patienten randomisiert im Verhältnis 1:1 behandelt wurden. Diese
Patienten waren zuvor unbehandelt und hatten zu Studienbeginn ein metastasiertes nicht-kleinzelliges
Lungenkarzinom (NSCLC) mit aktivierenden Mutationen des epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptors(EGFR) in Exon 19 (Deletion) oder Exon 21 (L858R). Für die Studie geeignete Patienten hatten einen
ECOG-PS von 0 oder 1. Patienten mit ZNS-Metastasen oder zu Studienbeginn bekannter T790M-EGFR-
Mutation wurden von der Studie ausgeschlossen. Patienten mit einem hohen Risiko für Blutungen undkardiovaskuläre Ereignisse, einschließlich Patienten mit arteriellen thrombotischen Ereignissen innerhalbvon 6 Monaten vor Studieneinschluss, waren ebenso von der Studienteilnahme ausgeschlossen.
Demographische Daten und Charakteristika zu Studienbeginn waren zwischen den Behandlungsarmenausgewogen. 77 % der Patienten waren Asiaten, 22 % Kaukasier. Bei Patienten, die mit Cyramza und
Erlotinib behandelt wurden, verbesserte sich das progressionsfreie Überleben (PFS) statistisch signifikantund klinisch relevant im Vergleich zu den Patienten, die mit Placebo und Erlotinib behandelt wurden (siehe
Tabelle 12). Es wurden konsistente Ergebnisse in den Subgruppen basierend auf Exon-19-Deletionen und
Exon-21-(L858R)-Substitution, Alter, ethnischer Zugehörigkeit (Kaukasier HR: 0,618; Asiaten HR: 0,638),
Raucher und Nichtraucher (nie) beobachtet. Die Daten zum Gesamtüberleben waren zum Zeitpunkt derprimären PFS-Analyse noch nicht vollständig (17,6 % bisher auswertbar). Die Ergebnisse der RELAY-
Studie zur Wirksamkeit werden in Tabelle 12 und Abbildung 6 dargestellt.
Wahrscheinlichkeit für progressionsfreies Überleben
Tabelle 12: Zusammenfassung der Wirksamkeitsdaten der RELAY-Studie - Intent to treat (ITT)-
Population
Cyramza plus Erlotinib Placebo plus Erlotinibn=224 n=225
Progressionsfreies Überleben
Anzahl der Ereignisse (%) 122 (54,5) 158 (70,2)
Median - Monate (95 % CI) 19,4 (15,38; 21,55) 12,4 (10,97; 13,50)
Hazard Ratio (95 % CI) 0,591 (0,461; 0,760)
Stratifizierter Log-rank-p-Wert <0,0001
Objektive Ansprechrate (komplettes Ansprechen + partielles Ansprechen)
Rate in Prozent (95 % CI) 76 (70,8; 81,9) 75 (69,0; 80,3)
CR, n (%) 3 (1,3) 2 (0,9)
PR, n (%) 168 (75,0) 166 (73,8)
Dauer des Ansprechens n=171 n=168
Anzahl der Ereignisse (%) 101 (59,1) 128 (76,2)
Median - Monate (95 % CI) 18,0 (13,86; 19,78) 11,1 (9,69; 12,29)
Hazard Ratio (95 % CI) 0,619 (0,477; 0,805)
Stratifizierter Log-rank-p-Wert 0,0003
Abkürzungen: CI = Konfidenzintervall (confidence interval), NR = nicht erreicht (not reached),
CR = komplettes Ansprechen (complete response), PR = partielles Ansprechen (partial response).
Die Endpunkte waren alpha-adjustiert.
Abbildung 6: Kaplan-Meier-Kurve des progressionsfreien Überlebens für Cyramza plus Erlotinibversus Placebo plus Erlotinib in der RELAY-Studie
Gefährdete Anzahl
Eine abschließende Analyse des Gesamtüberlebens (OS) wurde bei 297 Ereignissen durchgeführt (66,1 %auswertbar), wobei die Studie nicht mit ausreichender statistischer Power für diesen Endpunkt geplant war.
Das stratifizierte Gesamtüberlebens-Hazard Ratio betrug 0,98 [95 % CI 0,78 - 1,24, p = 0,864] mit einemmedianen Gesamtüberleben von 51,1 Monaten [95 % CI 44,85 - 57,26] für Cyramza plus Erlotinib vs.46,0 Monate [95 % CI 43,56 - 53,03] für Placebo plus Erlotinib.
REVEL-Studie
Die REVEL-Studie, eine randomisierte, doppelblinde Studie zu Cyramza plus Docetaxel versus Placebo plus
Docetaxel, wurde bei 1.253 Patienten mit einem metastasierten oder lokal fortgeschrittenen,plattenepithelialen oder nicht-plattenepithelialen NSCLC mit einem Tumorprogress während oder nach einerplatinhaltigen Chemotherapie durchgeführt. Der primäre Endpunkt war das Gesamtüberleben (OS). Die
Patienten wurden in einem 1:1 Verhältnis für eine Therapie mit Cyramza plus Docetaxel (n = 628) oder
Placebo plus Docetaxel (n = 625) randomisiert. Die Randomisierung erfolgte stratifiziert nachgeographischer Region, Geschlecht, vorheriger Erhaltungstherapie und dem ECOG-Performance Status.
Cyramza mit 10 mg/kg oder Placebo und Docetaxel mit 75 mg/m2 wurden jeweils als intravenöse Infusion an
Tag 1 eines 21-Tage-Zyklus verabreicht. Die Prüfzentren in Ostasien verabreichten eine geringere
Docetaxel-Dosis von 60 mg/m2 alle 21 Tage. Patienten mit einer kürzlich aufgetretenen schwerenpulmonalen, gastrointestinalen oder postoperativen Blutung, mit ZNS-Blutungen, Tumorwachstum in einengroßen Atemweg oder ein Blutgefäß, einer Tumorkavitation oder einer Vorgeschichte einer signifikanten
Blutung oder unkontrollierten thrombotischen Störungen waren ausgeschlossen. Ebenso wurden Patientenausgeschlossen, die jegliche Form einer therapeutischen Antikoagulation und/oder chronischen Therapie mitnichtsteroidalen Antirheumatika oder anderen Thrombozytenaggregationshemmern erhielten, sowie
Patienten mit unbehandelten, klinisch instabilen Hirn-/ZNS-Metastasen (siehe Abschnitt 4.4). Dosierungenvon Acetylsalicylsäure in Höhe von bis zu 325 mg/Tag waren erlaubt. Eine begrenzte Anzahl nicht-weißer,dunkelhäutiger Patienten (2,6 %) wurden eingeschlossen. Deshalb gibt es begrenzte Erfahrungen mit der
Kombinationstherapie von Ramucirumab und Docetaxel bei dunkelhäutigen Patienten mit fortgeschrittenem
NSCLC oder bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion, kardiovaskulärer Erkrankung und
Adipositas.
Demographische Daten und Charakteristika der Grunderkrankung zu Behandlungsbeginn warengrundsätzlich zwischen den Behandlungsarmen ausgeglichen: das mediane Alter war 62 Jahre; 67 % der
Patienten waren Männer; 82 % waren Weiße, 13 % Asiaten; der ECOG-PS war 0 für 32 % der Patienten und1 für 67 % der Patienten; 73 % der Patienten hatten eine nicht-plattenepitheliale und 26 % eineplattenepitheliale Histologie. Die häufigsten vorherigen Therapien beinhalteten Pemetrexed (38 %),
Gemcitabin (25 %), ein Taxan (24 %) oder Bevacizumab (14 %); 22 % der Patienten erhielten eine
Erhaltungstherapie. Die mediane Therapiedauer mit Docetaxel betrug 14,1 Wochen für den Behandlungsarmmit Cyramza plus Docetaxel (im Median 4,0 verabreichte Infusionen) und 12 Wochen für den
Behandlungsarm mit Placebo plus Docetaxel (im Median 4,0 verabreichte Infusionen).
Bei Patienten, die Cyramza plus Docetaxel erhalten hatten, verbesserte sich das Gesamtüberleben (OS)statistisch signifikant im Vergleich zu Patienten, die Placebo plus Docetaxel erhalten hatten (HR 0,857; 95 %
CI: 0,751 bis 0,979; p = 0, 024). Die Verlängerung des medianen Gesamtüberlebens betrug 1,4 Monatezugunsten des Behandlungsarms Cyramza plus Docetaxel: 10,5 Monate im Arm Cyramza plus Docetaxelund 9,1 Monate im Arm Placebo plus Docetaxel. Das progressionsfreie Überleben (PFS) war bei Patientenunter Cyramza plus Docetaxel statistisch signifikant gegenüber Patienten unter Placebo plus Docetaxelverbessert (HR = 0,762; 95 % CI : 0,677 bis 0,859; p < 0,001). Die Verlängerung des medianen PFS betrug1,5 Monate zugunsten des Behandlungsarms Cyramza plus Docetaxel: 4,5 Monate für den Arm Cyramzaplus Docetaxel und 3 Monate für Placebo plus Docetaxel. Die objektive Ansprechrate (ORR = komplettes
Ansprechen [CR] + partielles Ansprechen [PR]) war bei Patienten unter Cyramza plus Docetaxel signifikantbesser im Vergleich zu Patienten unter Placebo plus Docetaxel (22,9 % vs. 13,6 %, p < 0,001).
Die Primäranalyse zur Lebensqualität (Quality of Life = QoL) zeigte eine ähnliche Zeitspanne bis zur
Verschlechterung aller Werte der Lungenkarzinom-Symptomskala (LCSS) zwischen den beiden
Behandlungsarmen.
Eine konsistente Verbesserung (Ramucirumab plus Docetaxel vs. Placebo plus Docetaxel) für das PFS und
OS wurde in wichtigen Subgruppen beobachtet. Die Ergebnisse der Subgruppen-Analyse bzgl. OSbeinhalteten: nicht plattenepitheliale Histologie (HR 0,83; 95 % CI: 0,71 bis 0,97; medianes OS (mOS):11,1 vs. 9,7 Monate) und plattenepitheliale Histologie (HR 0,88; 95 % CI: 0,69 bis 1,13; mOS: 9,5 vs. 8,2
Monate); Patienten mit vorheriger Erhaltungstherapie (HR 0,69; 95 % CI: 0,51 bis 0,93; mOS: 14,4 vs10,4 Monate); Zeit seit Beginn der vorherigen Therapie < 9 Monate (HR 0,75; 95 % CI: 0,64 bis 0,88; mOS:9,3 vs 7,0 Monate); Patienten < 65 Jahre (HR 0,74, 95 % CI: 0,62 bis 0,87; mOS: 11,3 vs 8,9 Monate). Einen
Trend zu verringerter Wirksamkeit mit zunehmendem Alter konnte bei Patienten mit fortgeschrittenem
NSCLC, die einen Tumorprogress nach platinhaltiger Chemotherapie hatten, beobachtet werden. Keine
Wirksamkeitsunterschiede zwischen den Behandlungsarmen wurden in der Subgruppe der Patienten≥ 65 Jahre beobachtet (OS HR 1,10; 95 % CI: 0,89 bis 1,36; medianes OS [mOS]: 9,2 vs. 9,3 Monate, siehe
Abschnitt 4.4), bei mit Taxanen vorbehandelten Patienten (HR 0,81; 95 % CI: 0,62 bis 1,07; mOS 10,8 vs10,4 Monate) und denjenigen mit einer Zeit seit Beginn der vorherigen Therapie ≥ 9 Monate (HR 0,95; 95 %
CI: 0,75 bis 1,2; mOS: 13,7 vs. 13,3 Monate). Die Wirksamkeitsergebnisse werden in Tabelle 13 gezeigt.
Tabelle 13: Zusammenfassung der Wirksamkeitsdaten -ITT-Population
Cyramza plus Docetaxel Placebo plus Docetaxeln=628 n=625
Gesamtüberleben, Monate
Median (95 % CI) 10,5 (9,5, 11,2) 9,1 (8,4, 10,0)
Hazard Ratio (95 % CI) 0,857 (0,751; 0,979)
Stratifizierter Log-rank-p-Wert 0,024
Progressionsfreies Überleben, Monate
Median (95 % CI) 4,5 (4,2; 5,4) 3,0 (2,8; 3,9)
Hazard Ratio (95 % CI) 0,762 (0,677; 0,859)
Stratifizierter Log-rank-p-Wert < 0,001
Objektive Ansprechrate (CR +PR)
Rate in Prozent (95 % CI) 22,9 (19,7; 26,4) 13,6 (11,0; 16,5)
Stratifizierter CMH-p-Wert < 0,001
Abkürzungen: CI = Konfidenzintervall (confidence interval), CR = komplettes Ansprechen (completeresponse), PR = partielles Ansprechen (partial response), CMH = Cochran-Mantel-Haenszel
Abbildung 7: Kaplan-Meier-Kurve des Gesamtüberlebens für Cyramza plus Docetaxel versus Placeboplus Docetaxel in der REVEL-Studie
Gefährdete Anzahl Zeit seit Randomisierung (Monate)
Wahrscheinlichkeit für das Gesamtüberleben
Abbildung 8: Kaplan-Meier-Kurve für progressionsfreies Überleben für Cyramza plus Docetaxelversus Placebo plus Docetaxel in der REVEL-Studie
Gefährdete Anzahl Zeit seit Randomisierung (Monate)
Hepatozelluläres Karzinom
REACH-2-Studie
In der REACH-2-Studie, einer globalen, randomisierten, doppelblinden Studie zu Cyramza plus BSC (Best
Supportive Care) versus Placebo plus BSC, wurden 292 HCC-Patienten (randomisiert im Verhältnis 2:1)behandelt, die bei Studieneintritt einen Serum-AFP von ≥ 400 ng/ml aufwiesen. Patienten waren für diese
Studie geeignet, wenn die Erkrankung während oder nach vorheriger Therapie mit Sorafenib progredient waroder bei denen eine Intoleranz gegenüber Sorafenib bestand. Eingeschlossene Patienten mussten einen Child-
Pugh A (Score < 7), eine Kreatinin-Clearance ≥ 60 ml/min und einen ECOG-PS von 0 oder 1 aufweisen.
Zusätzlich mussten die Patienten entweder als Barcelona Clinic Liver Cancer- (BCLC-) Stadium B und nichtmehr zugänglich für lokoregionäre Therapie, oder als BCLC-Stadium C klassifiziert sein. Patienten mit
Hirnmetastasen, einer leptomeningealen Metastasierung, unkontrollierter Kompression des Rückenmarks,einer Vorgeschichte von oder vorliegender hepatischer Enzephalopathie oder klinisch signifikantem Aszites,starken Varizenblutungen innerhalb von 3 Monaten vor Behandlungsbeginn oder Magen- oder
Ösphagusvarizen mit hohem Blutungsrisiko wurden von der Studie ausgeschlossen. Der primäre Endpunktwar das Gesamtüberleben. Die Festlegung des Grenzwerts für die erhöhte AFP-Serumkonzentration als
Einschlusskriterium beruhte auf der exploratorischen Auswertung des Gesamtüberlebens in derentsprechenden präspezifizierten Subgruppe der REACH-Studie, einer zuvor abgeschlossenen,unterstützenden Phase-3-Studie, in der 565 Patienten 1:1 zu Cyramza plus BSC versus Placebo plus BSCrandomisiert wurden. Patienten in der REACH-Studie waren während oder nach vorheriger Therapie mit
Sorafenib progredient.
Demographische Daten und Krankheitsmerkmale zu Behandlungsbeginn waren in der REACH-2-Studiezwischen den Behandlungsarmen insgesamt ausgeglichen, mit Ausnahme des AFP-Wertes, der im
Placeboarm niedriger war. Bei Patienten, die mit Cyramza behandelt wurden, verbesserte sich das
Gesamtüberleben statistisch signifikant im Vergleich zu den Placebo-behandelten Patienten (siehe
Tabelle 14). Dieses wesentliche Ergebnis der REACH-2-Studie zur Wirksamkeit wird gestützt durch diestatistisch signifikante Verbesserung des progressionsfreien Überlebens der mit Cyramza behandelten
Patienten gegenüber den Placebo-Patienten. Der relative Behandlungseffekt (anhand der HR beurteilt) von
Cyramza gegenüber Placebo war weitgehend konsistent über alle vorher festgelegten Subgruppen, dazu
Wahrscheinlichkeit für progressionsfreies Überlebengehörten Alter, ethnische Zugehörigkeit, Ätiologie der Erkrankung und Gründe für den Abbruch der
Behandlung mit Sorafenib (fortschreitende Krankheit bzw. Intoleranz). In der REACH-2 Studie konnte für
Ramucirumab eine relevante Assoziation zwischen Exposition und Wirksamkeit beobachtet werden (siehe
Abschnitt 5.2). Die Wirksamkeitsergebnisse der REACH-2-Studie werden in Tabelle 14 und Abbildung 9gezeigt.
Tabelle 14: Zusammenfassung der Wirksamkeitsdaten der REACH-2-Studie - ITT-Population
Cyramza Placebon=197 n=95
Gesamtüberleben, Monate
Median (95 % CI) 8,51 (7,00; 10,58) 7,29 (5,42; 9,07)
Hazard Ratio (95 % CI) 0,710 (0,531; 0,949)
Stratifizierter Log-rank-p-Wert 0,0199
Progressionsfreies Überleben, Monate
Median (95 % CI) 2,83 (2,76; 4,11) 1,61 (1,45; 2,69)
Hazard Ratio (95 % CI) 0,452 (0,339; 0,603)
Stratifizierter Log-rank-p-Wert < 0,0001
Objektive Ansprechrate (CR +PR)
ORR (95 % CI) 4,6 (1,7; 7,5) 1,1 (0,0; 3,1)p-Wert 0,1697
Abkürzungen: CI = Konfidenzintervall (confidence interval), CR = komplettes Ansprechen (completeresponse), ORR = objektive Ansprechrate (objective response rate), PR = partielles Ansprechen (partialresponse)
Abbildung 9: Kaplan-Meier-Kurve des Gesamtüberlebens für Cyramza versus Placebo in der
REACH-2-Studie
Gefährdete Anzahl
Patienten mit einem ECOG-Performance Status (PS) ≥ 2
Patienten mit ECOG-PS ≥ 2 waren von den pivotalen Studien in allen Indikationen ausgeschlossen. Deshalbsind Verträglichkeit und Wirksamkeit von Cyramza in dieser Patientengruppe unbekannt.
ImmunogenitätPatienten aus zwei Phase-3-Studien, RAINBOW und REGARD, wurden an mehreren Zeitpunkten auf Anti-
Drug-Antikörper (ADAs) untersucht. Von 956 Patienten wurden Proben untersucht: 527 Ramucirumab-behandelte Patienten und 429 Kontrollpatienten. Elf (2,2 %) der mit Ramucirumab behandelten Patientenund zwei (0,5 %) der Kontrollpatienten entwickelten ADAs. Keiner der Patienten mit ADAs entwickelte eineinfusionsbedingte Reaktion. Kein Patient entwickelte neutralisierende Antikörper gegen Ramucirumab. Die
Daten reichen nicht aus, um den Effekt der ADAs auf die Wirksamkeit oder Verträglichkeit von
Ramucirumab einzuschätzen.
Kinder und JugendlicheDie Europäische Arzneimittel-Agentur hat für Cyramza eine Freistellung von der Verpflichtung zur Vorlagevon Ergebnissen zu Studien in allen pädiatrischen Altersklassen mit einem Adenokarzinom des Magens, des
Kolons oder Rektums, des Lungen- und des hepatozellulären Karzinoms gewährt (siehe Abschnitt 4.2 bzgl.
Informationen zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen).
Die Sicherheit und Pharmakokinetik (PK) von Ramucirumab als Monotherapie wurde in der Studie I4T-MC-
JVDA untersucht. Dies war eine multizentrische, offene Phase-1-Studie bei Kindern, Jugendlichen undjungen Erwachsenen bis zu einem Alter von 21 Jahren, mit der eine empfohlene Phase-2-Dosierung(recommended phase 2 dose = RP2D) bestimmt werden sollte. Die Studie bestand aus 2 Teilen. Im Part Awurde Ramucirumab mit einer Dosis von 8 mg/kg oder 12 mg/kg intravenös über 60 Minuten alle 2 Wochen23 Patienten mit einem rezidivierten oder refraktären nicht-ZNS-Tumor verabreicht. Eine maximal tolerierte
Dosis (MTD) wurde nicht erreicht. Die RP2D wurde mit 12 mg/kg alle 2 Wochen festgelegt. Im Part Bwurde Ramucirumab mit der RP2D 6 Patienten mit einem rezidivierten oder refraktären ZNS-Tumorverabreicht, um die Verträglichkeit in dieser Population zu evaluieren. Ein Ansprechen des Tumors wurdeweder in Part A noch in Part B beobachtet.
Die Wirksamkeit und Sicherheit von Ramucirumab in Kombination mit Cyclophosphamid und Vinorelbinwurde im Vergleich zu Cyclophosphamid und Vinorelbin allein in der Studie J1S-MCJV01 (JV01), einerrandomisierten, multizentrischen, globalen Phase-2-Studie mit 30 pädiatrischen Patienten und jungen
Erwachsenen im Alter von 36 Monaten bis 29 Jahren mit rezidiviertem, wiederkehrendem oder refraktäremdesmoplastischen klein- und rundzelligen Tumor (desmoplastic small round cell tumour = DSRCT)untersucht. Die Randomisierung (2:1) erfolgte stratifiziert nach Stadium bei Rezidiv (metastasierte versuslokal fortgeschrittene Erkrankung). JV01 erfüllte das für die Studie vorgegebene Erfolgskriterium nicht, daseine posteriore Überlegenheitswahrscheinlichkeit (HR < 1) von 99 % erforderte, um die Intervention fürerfolgreich zu erklären. Bezogen auf die frequentistische Analyse betrug das mediane progressionsfreie
Überleben (PFS) in der finalen Analyse 6,75 Monate im experimentellen Arm und 1,71 Monate im
Kontrollarm (HR 0,465 [80% KI: 0,261; 0,827]). Im experimentellen Arm wurden jeweils ein partielles
Ansprechen und ein vollständiges Ansprechen festgestellt. Im Kontrollarm wurde ein partielles Ansprechenund kein vollständiges Ansprechen beobachtet. Aufgrund der begrenzten Patientenzahl in dieser Studie ist esnicht möglich, den Schluss zu ziehen, dass der Nutzen der Behandlung mit Ramucirumab die Risikenüberwiegt.
Die Wirksamkeit und Sicherheit von Ramucirumab in Kombination mit Gemcitabin und Docetaxel wurde im
Vergleich zu Gemcitabin und Docetaxel allein in J1S-MC-JV02 (JV02), einer randomisierten,multizentrischen, globalen Phase-2-Studie mit 23 pädiatrischen Patienten und jungen Erwachsenen im Altervon 36 Monaten bis 29 Jahren mit rezidiviertem, wiederkehrendem oder progredientem Synovialsarkom(SS), untersucht. Die Randomisierung (2:1) erfolgte stratifiziert nach Stadium bei Rezidiv (metastasierte
Erkrankung versus lokal fortgeschritten). Die Studie wurde ohne formale Bewertung des primären
Endpunktes progressionsfreies Überleben (PFS) beendet, da bei der vorläufigen Zwischenanalyse zur Futilitynicht die vorab spezifizierte 60 %ige Konfidenz in der Therapieüberlegenheit (PFS-HR von weniger als 1 für
SS) erreicht wurde. Es gab ein partielles Ansprechen und kein vollständiges Ansprechen im experimentellen
Arm. Im Kontrollarm wurde kein Ansprechen, weder vollständig noch teilweise, beobachtet.
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
Im Serum von Patienten mit fortgeschrittenem Magenkarzinom lag das geometrische Mittel der Cmin nacheiner Gabe von Ramucirumab 8 mg/kg alle 2 Wochen als Monotherapie bei 49,5 µg/ml (Bereich 6,3-228 µg/ml) bzw. bei 74,4 µg/ml (Bereich 13,8-234 µg/ml) vor Gabe der vierten bzw. siebten Dosis von
Ramucirumab. Im Serum von HCC-Patienten lag das geometrische Mittel der Cmin vor Gabe der zweiten,vierten bzw. siebten Dosis von Ramucirumab bei 23,5 µg/ml (Bereich 2,9-76,5 µg/ml), 44,1 µg/ml (Bereich4,2-137 µg/ml) bzw. 60,2 µg/ml (Bereich 18,3-123 µg/ml).
Im Serum von Patienten mit metastasiertem Kolorektalkarzinom lag das geometrische Mittel der Cmin nacheiner Gabe von Ramucirumab 8 mg/kg alle 2 Wochen in Kombination mit FOLFIRI bei 46,3 μg/ml (Bereich7,7-119 μg/ml) bzw. bei 65,1 μg/ml (Bereich 14,5-205 μg/ml) vor Gabe der dritten bzw. fünften Dosis.
Im Serum von Patienten mit NSCLC lag das geometrische Mittel der Cmin nach einer Gabe von
Ramucirumab 10 mg/kg alle 3 Wochen in Kombination mit Docetaxel bei 28,3 μg/ml (Bereich 2,5-108 μg/ml) bzw. bei 38,4 μg/ml (Bereich 3,1-128 μg/ml) vor Gabe der dritten bzw. fünften Dosis.
Im Serum von Patienten mit NSCLC lag das geometrische Mittel der Cmin nach einer Gabe von
Ramucirumab 10 mg/kg alle 2 Wochen in Kombination mit Erlotinib bei 68,5 µg/ml (Bereich 20,3-142 µg/ml) bzw. bei 85,7 µg/ml (Bereich 36,0-197 µg/ml) vor Gabe der vierten bzw. siebten Dosis.
ResorptionCyramza wird als intravenöse Infusion verabreicht. Es wurden keine Studien mit anderen
Verabreichungsarten durchgeführt.
VerteilungBasierend auf der Populations-Pharmakokinetischen Methode (PopPK) betrug das mittlere
Verteilungsvolumen (% Variationskoeffizient [CV %]) im Steady State für Ramucirumab 5,4 Liter (15 %).
Metabolismus
Der Metabolismus von Ramucirumab wurde nicht untersucht. Antikörper werden hauptsächlich durchkatabole Prozesse abgebaut.
EliminationBasierend auf der PopPK betrug die mittlere Clearance (CV %) von Ramucirumab 0,015 l/Std. (30 %), unddie mittlere Halbwertszeit betrug 14 Tage (20 %).
Zeit- und Dosisabhängigkeit
In einem Bereich zwischen 6 mg/kg und 20 mg/kg gab es in der Pharmakokinetik von Ramucirumab keineklare Abweichung von einer Dosis-Proportionalität. Bei einer Gabe von Ramucirumab alle 2 Wochen wurdeein Akkumulationsverhältnis von 1,5 beobachtet. Basierend auf Simulationen anhand des PopPK-Modellssollte ein Steady State mit der sechsten Dosis erreicht werden.
Ältere PatientenBei Patienten ≥ 65 Jahre ergab sich basierend auf der PopPK kein Unterschied in der Ramucirumab-
Exposition im Vergleich zu Patienten < 65 Jahre.
Eingeschränkte NierenfunktionEs wurden keine formalen Studien durchgeführt, um die Auswirkungen einer eingeschränkten
Nierenfunktion auf die Pharmakokinetik von Ramucirumab zu untersuchen. Basierend auf der PopPK wardie Ramucirumab-Exposition bei Patienten mit leichter Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance [CrCl] ≥ 60bis < 90 ml/min), moderater Niereninsuffizienz (CrCl ≥ 30 bis < 60 ml/min) oder schwerer
Niereninsuffizienz (CrCl 15-29 ml/min) mit der bei Patienten mit normaler Nierenfunktion(CrCl ≥ 90 ml/min) vergleichbar.
Eingeschränkte LeberfunktionEs wurden keine formalen Studien durchgeführt, um die Auswirkungen einer eingeschränkten Leberfunktionauf die Pharmakokinetik von Ramucirumab zu untersuchen. Basierend auf der PopPK war die
Ramucirumab-Exposition bei Patienten mit normaler Leberfunktion (Gesamtbilirubin und AST ≤ ULN)ähnlich zu der von Patienten mit leichter Leberfunktionseinschränkung (Gesamtbilirubin > 1,0- bis 1,5-facher oberer Normalwert (ULN) und jeglicher AST oder Gesamtbilirubin ≤ 1,0-facher ULN und AST >
ULN) oder bei Patienten mit moderater Leberfunktionseinschränkung (Gesamtbilirubin > 1,5 bis 3,0 ULNund jeglicher AST). Ramucirumab wurde bei Patienten mit schwerer Leberinsuffizienz (Gesamtbilirubin >3,0 ULN und jeglicher AST) nicht untersucht.
Kinder und JugendlicheDie mittlere Spitzenkonzentration betrug 165 μg/ml nach der Gabe von 8 mg/kg (Studie JVDA), 231 μg/mlnach der Gabe von 9 mg/kg (Studie JV02), 238 μg/ml (CV % = 35) nach der Gabe von 12 mg/kg (Studie
JV01) bzw. 285 μg/ml (CV % = 26) nach der Gabe von 12 mg/kg Ramucirumab (Studie JVDA). Die Ctroughbetrug an Tag 15 von Zyklus 1 (n = 19) 41,6 µg/ml (CV % = 57) in der Studie JV01 bzw. 48,3 μg/ml(CV%=41) in der Studie JVDA. Die Exposition von Ramucirumab bei Kindern, Jugendlichen und jungen
Erwachsenen (Kinder > 12 Monate und < 21 Jahre) mit refraktären soliden Tumoren, einschließlich ZNS-
Tumoren nach einer einzelnen Gabe oder mehrfachen Gaben von 8 mg/kg oder 12 mg/kg, war vergleichbarzur Exposition bei Erwachsenen. Außerdem war die Ramucirumab-Exposition nach einer 12-mg/kg-Dosisüber alle Altersstufen hinweg von > 12 Monate bis < 21 Jahre vergleichbar.
Andere spezielle Populationen
Basierend auf der PopPK hatten die folgenden Kovariablen keinen Einfluss auf die Ramucirumab-
Disposition: Alter, Geschlecht, ethnische Zugehörigkeit, Albumin-Spiegel. Diese und andere untersuchte
Faktoren hatten einen Einfluss von < 20 % auf die Ramucirumab-Disposition. Körpergewicht wird alssignifikante Kovariable der Ramucirumab-Pharmakokinetik angesehen. Dies unterstützt die auf dem
Körpergewicht basierende Dosierungsempfehlung.
Expositions-Wirkungs-Beziehung
WirksamkeitExpositions-Wirkungs-Analysen zeigten, dass die Wirksamkeit in den Zulassungsstudien mit der
Ramucirumab-Exposition korrelierte. Bei Gabe von 8 mg/kg Ramucirumab alle 2 Wochen und bei der Gabevon 10 mg/kg Ramucirumab alle 3 Wochen war die Wirksamkeit, gemessen anhand der Verbesserungen von
OS, mit steigenden Ramucirumab-Expositions-Bereichen assoziiert. Auch bei fortgeschrittenem
Magenkarzinom, NSCLC mit Krankheitsprogression nach platinbasierter Chemotherapie und mKRK wareine Verbesserung des PFS mit steigender Ramucirumab-Exposition assoziiert.
In der REACH-2-Studie zu HCC wurde für Ramucirumab ein relevanter Zusammenhang zwischen
Exposition und Wirksamkeit beobachtet, der zeigte, dass nur Patienten mit einer Exposition über dem
Median eine Verbesserung des Gesamtüberlebens im Vergleich zu Placebo-behandelten Patienten aufwiesenund diese Expositions-Wirkungs-Beziehung nach Adjustierungen für andere prognostische Faktoren erhaltenblieben. Ein Behandlungseffekt auf das PFS wurde nach Gabe von 8 mg/kg Ramucirumab alle 2 Wochen inallen Expositionsbereichen beobachtet. Ein solcher Zusammenhang wurde in der RELAY-Studie für NSCLCmit 10 mg/kg Ramucirumab plus Erlotinib, die alle 2 Wochen verabreicht wurden, nicht beobachtet.
Verträglichkeit
In der RAINBOW-Studie erhöhte sich die Häufigkeit von Grad ≥ 3 Hypertonie, Neutropenie und
Leukopenie mit steigender Ramucirumab-Exposition.
In der RAISE-Studie erhöhte sich die Häufigkeit von Grad ≥ 3 Neutropenie mit steigender Ramucirumab-
Exposition.
In der RELAY-Studie konnte für die ausgewählten Sicherheitsendpunkte, einschließlich Grad≥ 3 Hypertonie, Diarrhoe, Proteinurie und akneiformer Dermatitis keine Expositions-Wirkungs-Beziehungfestgestellt werden.
In der REVEL-Studie erhöhte sich die Häufigkeit von Grad ≥ 3 febrile Neutropenie und Hypertonie mitsteigender Ramucirumab-Exposition.
In den gepoolten Daten der Studien REACH-2 und REACH (Patienten mit AFP ≥ 400 ng/ml) wurde mehr
Grad ≥ 3 Hypertonie mit steigender Ramucirumab-Exposition beobachtet.
5.3 Präklinische Sicherheitsdaten
Es wurden keine Studien an Tieren durchgeführt, um Ramucirumab in Bezug auf sein Potential zur
Karzinogenität oder Genotoxizität zu testen.
Die Zielorgane, die bei wiederholter Gabe an Cynomolgus-Affen (Makaken) in Toxizitätsstudien erkanntwurden, waren Niere (Glomerulonephritis), Knochen (Verdickung und abnormale endochondriale
Ossifikation der Wachstumsfuge) und weibliche Reproduktionsorgane (verringertes Gewicht von Ovarienund Uterus). Ein minimaler Grad an Entzündung und/oder mononuklearer Zellinfiltration wurde inverschiedenen Organen gesehen.
Reproduktionstoxizitätsstudien mit Ramucirumab wurden nicht durchgeführt. Dennoch ist anhand tierischer
Modelle ein Zusammenhang zwischen Angiogenese, VEGF und VEGF Rezeptor 2 und kritischen Aspektender weiblichen Reproduktion, embryofetaler Entwicklung und postnataler Entwicklung erkennbar. Basierendauf dem Wirkmechanismus von Ramucirumab ist es wahrscheinlich, dass Ramucirumab bei Tieren die
Angiogenese hemmen wird und damit unerwünschte Wirkungen auf die Fertilität (Ovulation), die
Plazentareifung, Entwicklung des Fetus und die postnatale Entwicklung hat.
Eine einzelne Dosis von Ramucirumab beeinträchtigte die Wundheilung bei Affen bei Anwendung eines
Vollhautdefekt-Modells nicht.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
Histidin
Histidinmonohydrochlorid
Natriumchlorid
Glycin (E 640)
Polysorbat 80 (E 433)
Wasser für Injektionszwecke
6.2 Inkompatibilitäten
Cyramza darf nicht mit Dextrose-Lösungen verabreicht oder gemischt werden.
Dieses Arzneimittel darf mit keinen anderen Arzneimitteln außer den in Abschnitt 6.6 aufgeführten gemischtwerden.
6.3 Haltbarkeit
Ungeöffnete Durchstechflasche3 Jahre
Nach Zubereitung
Eine Cyramza-Infusionslösung enthält keine antimikrobiellen Zusatzstoffe, wenn sie wie vorgeschriebenzubereitet wird.
Die chemische und physikalische Stabilität von Cyramza nach Zubereitung in einer 0,9 %igen
Natriumchlorid-Injektionslösung wurde für 24 Stunden bei 2 ºC bis 8 ºC oder 4 Stunden bei 25 ºC gezeigt.
Aus mikrobiologischer Sicht ist das Produkt unverzüglich anzuwenden. Sofern nicht unverzüglichangewendet, liegen die Aufbewahrungszeiten und die Bedingungen nach der Zubereitung in der
Verantwortung des Anwenders und sollten normalerweise 24 Stunden bei 2 °C bis 8 °C nicht überschreiten,es sei denn, die Zubereitung/Verdünnung hat unter kontrollierten und validierten aseptischen Bedingungenstattgefunden.
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Im Kühlschrank lagern (2 °C - 8 °C).
Nicht einfrieren.
In der Orginalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
Zu Aufbewahrungsbedingungen nach Rekonstitution des Arzneimittels, siehe Abschnitt 6.3.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
10 ml Lösung in einer Durchstechflasche (Glasart I) mit einem Chlorobutyl-Gummistopfen, abgedichtet miteinem Aluminium-Verschluss mit einer Polypropylen-Abdeckkappe.50 ml Lösung in einer Durchstechflasche (Glasart I) mit einem Chlorobutyl-Gummistopfen, abgedichtet miteinem Aluminium-Verschluss mit einer Polypropylen-Abdeckkappe.
Packung mit 1 Durchstechflasche mit 10 ml.
Packung mit 2 Durchstechflaschen mit 10 ml.
Packung mit 1 Durchstechflasche mit 50 ml.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
Schütteln Sie die Durchstechflasche nicht.
Verwenden Sie bei der Zubereitung der Infusionslösung eine aseptische Technik, um die Sterilität derzubereiteten Lösung zu gewährleisten.
Jede Durchstechflasche ist nur für den einmaligen Gebrauch bestimmt. Überprüfen Sie den Inhalt der
Durchstechflaschen vor der Verdünnung auf sichtbare Partikel und Verfärbungen (das Konzentrat zur
Herstellung einer Infusion sollte klar bis leicht opaleszent und farblos bis leicht gelblich sein, ohne sichtbare
Partikel). Wenn Sie sichtbare Partikel und Verfärbungen feststellen, entsorgen Sie die Durchstechflasche.
Berechnen Sie Dosis und Volumen von Ramucirumab, wie es zur Herstellung einer Infusionslösung benötigtwird. Eine Durchstechflasche enthält entweder 100 mg oder 500 mg als 10 mg/ml Lösung Ramucirumab.
Verwenden Sie nur Natriumchlorid 0,9 % Injektionslösung als Verdünnungsmittel.
Bei Nutzung von vorgefüllten Infusionsbehältnissen:
Basierend auf dem berechneten Volumen Ramucirumab entnehmen Sie das entsprechende Volumen der
Natriumchlorid 0,9 % Injektionslösung aus dem vorgefüllten 250 ml Infusionsbehältnis. Überführen Sie dasberechnete Volumen Ramucirumab auf aseptische Weise in das Infusionsbehältnis. Das Endvolumen in dem
Behältnis sollte 250 ml betragen. Das Behältnis soll vorsichtig gewendet werden, um eine adäquate
Durchmischung sicherzustellen. Die Infusionslösung nicht schütteln und nicht einfrieren. Nicht mit anderen
Infusionslösungen verdünnen. Nicht mit anderen elektrolythaltigen Infusionen oder Arzneimitteln über dengleichen venösen Zugang verabreichen.
Bei Nutzung von nicht-vorgefüllten Infusionsbehältnissen:
Überführen Sie auf aseptische Weise das berechnete Volumen an Ramucirumab in das leere
Infusionsbehältnis. Geben Sie eine entsprechende Menge an Natriumchlorid 0,9 % Injektionslösung in das
Infusionsbehältnis für ein Endvolumen von 250 ml. Das Behältnis soll vorsichtig gewendet werden, um eineadäquate Durchmischung sicherzustellen. Die Infusionslösung nicht schütteln und nicht einfrieren. Nicht mitanderen Infusionslösungen verdünnen. Nicht mit anderen elektrolythaltigen Infusionen oder Arzneimittelnüber den gleichen venösen Zugang verabreichen.
Parenteral zu applizierende Arzneimittel müssen vor der Anwendung visuell auf Partikel kontrolliert werden.
Bei sichtbaren Partikeln ist die Infusionslösung zu verwerfen.
Verwerfen Sie die nicht genutzte Menge an Ramucirumab, die in der Durchstechflasche verbleibt, da das
Produkt keine antimikrobiellen Konservierungsmittel enthält.
Applizieren Sie über eine Infusionspumpe: Für die Ramucirumab-Infusion muss ein separates
Infusionsbesteck mit einem 0,22 µm-Filter mit geringer Proteinbindungskapazität genutzt werden, und das
Infusionsbesteck muss mit einer Natriumchlorid 0,9 % Lösung am Ende der Infusion gespült werden.
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zubeseitigen.
7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS
Eli Lilly Nederland B.V.
Papendorpseweg 833528 BJ Utrecht
Niederlande
8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)
EU/1/14/957/001
EU/1/14/957/002
EU/1/14/957/003
9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 19. Dezember 2014
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 26. September 2019
10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur https://www.ema.europa.eu/ verfügbar.