Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels COLUMVI 10mg 1mg / ml konzentrierte infusionslösung
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
Columvi 2,5 mg Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung
Columvi 10 mg Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Columvi 2,5 mg Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung
Jede Durchstechflasche mit 2,5 ml Konzentrat enthält 2,5 mg Glofitamab in einer Konzentration von1 mg/ml.
Columvi 10 mg Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung
Jede Durchstechflasche mit 10 ml Konzentrat enthält 10 mg Glofitamab in einer Konzentration von1 mg/ml.
Glofitamab ist ein humanisierter bispezifischer, monoklonaler Anti-CD20/Anti-CD3-Antikörper, derin Ovarialzellen des chinesischen Hamsters (CHO-Zellen) mittels rekombinanter
Desoxyribonukleinsäure(DNA)-Technologie hergestellt wird.
Sonstige Bestandteile mit bekannter WirkungJede 2,5-ml-Durchstechflasche Columvi enthält 1,25 mg (0,5 mg/ml) Polysorbat 20.
Jede 10-ml-Durchstechflasche Columvi enthält 5 mg (0,5 mg/ml) Polysorbat 20.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung (steriles Konzentrat).
Farblose, klare Lösung mit einem pH-Wert von 5,5 und einer Osmolalität von 270 - 350 mosm/kg.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Columvi in Kombination mit Gemcitabin und Oxaliplatin wird angewendet zur Behandlungerwachsener Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem diffusem großzelligem B-Zell-Lymphom,das nicht anderweitig spezifiziert ist (DLBCL NOS, not otherwise specified), die nicht für eineautologe Stammzelltransplantation (ASCT) geeignet sind.
Columvi als Monotherapie ist angezeigt für die Behandlung von erwachsenen Patienten mitrezidiviertem oder refraktärem diffusem großzelligem B-Zell-Lymphom (DLBCL) nach zwei odermehr systemischen Behandlungslinien.
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
Columvi darf nur unter Aufsicht von medizinischem Fachpersonal mit Erfahrung in der Diagnose und
Behandlung von Krebspatienten angewendet werden, das Zugang zu geeigneter medizinischer
Versorgung hat, um schwere Reaktionen im Zusammenhang mit einem Zytokin-Freisetzungssyndrom(CRS, cytokine release syndrome) und des Immuneffektorzellen-assoziierten Neurotoxizitätssyndroms(ICANS, immune effector cell-associated neurotoxicity syndrome) zu behandeln.
Vor der Infusion von Columvi in Zyklus 1 und 2 muss mindestens 1 Dosis Tocilizumab für die
Anwendung im Falle eines CRS zur Verfügung stehen. Der Zugang zu einer weiteren Dosis
Tocilizumab innerhalb von 8 Stunden nach Anwendung der vorherigen Tocilizumab-Dosis musssichergestellt sein (siehe Abschnitt 4.4).
Vorbehandlung mit Obinutuzumab
Alle Patienten in den Studien NP30179 und GO41944 (STARGLO) erhielten an Tag 1 von Zyklus 1(7 Tage vor Beginn der Behandlung mit Columvi) eine Einzeldosis von 1 000 mg Obinutuzumab als
Vorbehandlung, um die zirkulierenden und lymphoiden B-Zellen zu verringern (siehe Tabelle 2,
Verspätete oder versäumte Dosen und Abschnitt 5.1).
Obinutuzumab wurde als intravenöse Infusion mit 50 mg/h verabreicht. Die Infusionsgeschwindigkeitwurde in Schritten von 50 mg/h alle 30 Minuten bis zu einem Maximum von 400 mg/h gesteigert.
Vollständige Informationen zur Prämedikation, Zubereitung, Verabreichung und Behandlung von
Obinutuzumab-Nebenwirkungen sind der Fachinformation von Obinutuzumab zu entnehmen.
Prämedikation und Prophylaxe
Prophylaxe des Zytokin-Freisetzungssyndroms (CRS)
Columvi sollte gut hydrierten Patienten verabreicht werden. Die empfohlene Prämedikation für CRS(siehe Abschnitt 4.4) ist in Tabelle 1 dargestellt.
Tabelle 1: Prämedikation vor der Infusion von Columvi
Patienten,
Behandlungszyklus (Tag) die eine
Prämedikation Prämedikation Verabreichungbenötigen20 mg Verabreichung mindestens
Zyklus 1 (Tag 8, Tag 15); Dexamethason 1 Stunde vor der Infusion
Zyklus 2 (Tag 1); Alle Patienten intravenös von Columvi abgeschlossen
Zyklus 3 (Tag 1) Orale Analgetika/
Antipyretika2 Mindestens 30 Minuten vor
Anti-Histamin3 der Infusion von Columvi
Orale Analgetika/
Alle Patienten Antipyretika2 Mindestens 30 Minuten vor
Anti-Histamin3 der Infusion von Columvi
Alle nachfolgenden Patienten, bei
Infusionen denen unter der 20 mg Mindestens 1 Stunde vorvorherigen Dexamethason1, 4 der Infusion von Columvi
Dosis ein CRS intravenös abgeschlossenaufgetreten ist1 Falls ein Patient eine Intoleranz gegenüber Dexamethason hat oder Dexamethason nicht verfügbar ist, 100 mg
Prednison/Prednisolon oder 80 mg Methylprednisolon verabreichen.2 Zum Beispiel 1 000 mg Paracetamol.3 Zum Beispiel 50 mg Diphenhydramin.4 Soll zusätzlich zur Prämedikation, die für alle Patienten erforderlich ist, verabreicht werden.
DosierungDie Dosierung von Columvi beginnt mit einem Dosissteigerungsschema (das darauf ausgelegt ist, das
Risiko eines CRS zu verringern), das zur empfohlenen Dosis von 30 mg führt.
Dosissteigerungsschema für Columvi Monotherapie
Columvi muss als intravenöse Infusion gemäß dem Dosissteigerungsschema verabreicht werden, daszur empfohlenen Dosis von 30 mg führt (wie in Tabelle 2 dargestellt), nachdem die Vorbehandlungmit Obinutuzumab an Tag 1 von Zyklus 1 abgeschlossen wurde. Jeder Zyklus dauert 21 Tage.
Tabelle 2: Dosissteigerungsschema für Columvi Monotherapie bei Patienten mit rezidiviertemoder refraktärem DLBCL
Behandlungszyklus, Tag Dosis von Columvi Infusionsdauer
Zyklus 1 Tag 1 Vorbehandlung mit Obinutuzumab 1 000 mg1(Vorbehandlung und Tag 8 2,5 mg
Dosissteigerung) Tag 15 10 mg 4 Stunden2
Zyklus 2 Tag 1 30 mg
Zyklus 3 bis 12 Tag 1 30 mg 2 Stunden31 Siehe oben 'Vorbehandlung mit Obinutuzumab“.2 Bei Patienten, bei denen unter ihrer vorherigen Dosis Columvi ein CRS auftritt, kann die Infusionsdauer aufbis zu 8 Stunden verlängert werden (siehe Abschnitt 4.4).3 Nach Ermessen des behandelnden Arztes, wenn die vorherige Infusion gut vertragen wurde. Falls bei einem
Patienten unter einer vorherigen Dosis ein CRS auftrat, sollte die Infusionsdauer bei 4 Stunden beibehaltenwerden.
Dosissteigerungsschema für Columvi in Kombination mit Gemcitabin und Oxaliplatin
Columvi muss als intravenöse Infusion gemäß dem Dosissteigerungsschema verabreicht werden, daszur empfohlenen Dosierung von 30 mg führt (wie in Tabelle 3 dargestellt), nachdem die
Vorbehandlung mit Obinutuzumab an Tag 1 von Zyklus 1 abgeschlossen wurde.
Columvi wird in Kombination mit Gemcitabin und Oxaliplatin in den Zyklen 1 - 8 und als
Monotherapie in den Zyklen 9 - 12 angewendet. Jeder Zyklus dauert 21 Tage.
Tabelle 3: Dosissteigerungsschema für Columvi in Kombination mit Gemcitabin und Oxaliplatinbei Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem DLBCL
Behandlungszyklus, Tag Dosis von Columvi Dosis von Dosis von(Dauer der Infusion) Gemcitabin Oxaliplatin
Zyklus 1 Tag 1 Vorbehandlung mit Obinutuzumab 1 000 mga(Vorbehandlung und Tag 2 - 1 000 mg/m2 b 100 mg/m2 b
Dosissteigerung) Tag 8 2,5 mg (4 Stunden)c - -
Tag 15 10 mg (4 Stunden)c
Zyklus 2 Tag 1 30 mg (4 Stunden)c,d 1 000 mg/m2 b, d 100 mg/m2 b, d
Zyklus 3 bis 8 Tag 1 30 mg (2 Stunden)d,e 1 000 mg/m2 b, d 100 mg/m2 b, d
Zyklus 9 bis 12 Tag 1 30 mg (2 Stunden)e - -a Siehe oben 'Vorbehandlung mit Obinutuzumab“.b Zyklen 1 bis 8: Gemcitabin vor Oxaliplatin verabreichen.c Bei Patienten, bei denen unter ihrer vorherigen Dosis Columvi ein CRS auftritt, kann die Infusionsdauer auf biszu 8 Stunden verlängert werden (siehe Abschnitt 4.4).d Zyklen 2 bis 8: Columvi vor Gemcitabin und Oxaliplatin verabreichen. Gemcitabin und Oxaliplatin können an
Tag 1 oder 2 gegeben werden.e Die Infusionszeit kann nach Ermessen des behandelnden Arztes auf 2 Stunden verkürzt werden, wenn dievorherige Infusion gut vertragen wurde. Wenn bei dem Patienten unter einer vorherigen Dosis ein CRS auftrat,sollte die Infusionsdauer bei 4 Stunden gehalten werden.
Patientenüberwachung
* Wenn Columvi als Monotherapie gegeben wird, müssen die Patienten während aller Infusionenvon Columvi und über mindestens 10 Stunden nach Abschluss der Infusion der ersten Dosis
Columvi (2,5 mg an Tag 8 von Zyklus 1) auf Anzeichen und Symptome eines potenziellen CRSüberwacht werden (siehe Abschnitt 4.8).
* Wenn Columvi in Kombination mit Gemcitabin und Oxaliplatin gegeben wird, müssen die
Patienten während aller Infusionen von Columvi und über 4 Stunden nach Beendigung derersten Dosis von Columvi (2,5 mg an Tag 8 von Zyklus 1) auf Anzeichen und Symptome einespotenziellen CRS überwacht werden (siehe Abschnitt 4.8).
Patienten, bei denen es bei ihrer vorherigen Infusion zu einem CRS vom Grad ≥ 2 gekommen ist, sindnach Abschluss der Infusion zu überwachen (siehe Tabelle 4 in Abschnitt 4.2).
Alle Patienten müssen nach der Gabe von Columvi auf Anzeichen und Symptome des CRS und des
Immuneffektorzellen-assoziierten Neurotoxizitätssyndroms (ICANS) überwacht werden.
Alle Patienten müssen über Risiko, Anzeichen und Symptome eines CRS und ICANS aufgeklärt undangewiesen werden, sofort das medizinische Fachpersonal zu kontaktieren, wenn zu irgendeinem
Zeitpunkt Anzeichen und Symptome eines CRS und/oder ICANS auftreten (siehe Abschnitt 4.4).
Dauer der BehandlungDie Behandlung mit Columvi Monotherapie wird für maximal 12 Zyklen oder bis zur
Krankheitsprogression oder zu einer nicht beherrschbaren Toxizität empfohlen, je nachdem, waszuerst eintritt. Jeder Zyklus dauert 21 Tage.
Die Behandlung mit Columvi in Kombination mit Gemcitabin und Oxaliplatin wird für 8 Zyklenempfohlen, gefolgt von 4 Zyklen Columvi Monotherapie über insgesamt maximal 12 Zyklen Columvioder bis zur Krankheitsprogression oder einer nicht beherrschbaren Toxizität, je nachdem, was zuersteintritt. Jeder Zyklus dauert 21 Tage.
Verspätete oder versäumte DosenWährend der Dosissteigerung (wöchentliche Dosierung):
* Nach der Vorbehandlung mit Obinutuzumab, wenn die Dosis von 2,5 mg Columvi um mehr als1 Woche verspätet ist, ist die Vorbehandlung mit Obinutuzumab zu wiederholen.
* Wenn nach der Verabreichung von 2,5 mg oder 10 mg Columvi ein behandlungsfreies Intervallvon 2 Wochen bis 6 Wochen besteht, ist die letzte verträgliche Dosis von Columvi zuwiederholen und die geplante Dosissteigerung fortzusetzen.
* Nach der Verabreichung von 2,5 mg oder 10 mg Columvi muss bei einem behandlungsfreien
Intervall von mehr als 6 Wochen die Vorbehandlung mit Obinutuzumab und die schrittweise
Dosissteigerung mit Columvi wiederholt werden (siehe Zyklus 1 in Tabelle 2 und Tabelle 3).
Nach Zyklus 2 (Dosis von 30 mg):
* Wenn zwischen den Behandlungszyklen mit Columvi ein behandlungsfreies Intervall von mehrals 6 Wochen besteht, ist die Vorbehandlung mit Obinutuzumab und die schrittweise
Dosissteigerung von Columvi zu wiederholen (siehe Zyklus 1 in Tabelle 2 und Tabelle 3) unddann der vorgesehene Behandlungszyklus (30 mg Dosis) wieder aufzunehmen.
DosisanpassungDosisreduktionen von Columvi werden nicht empfohlen.
Behandlung des Zytokin-Freisetzungssyndroms (CRS)
Ein CRS sollte aufgrund des klinischen Erscheinungsbildes identifiziert werden (siehe Abschnitte 4.4und 4.8). Die Patienten sind auf andere Ursachen von Fieber, Hypoxie und Hypotonie wie Infektionenoder Sepsis zu untersuchen. Wenn ein CRS vermutet wird, ist es gemäß den Empfehlungen für die
CRS-Behandlung, basierend auf den Konsensempfehlungen der American Society for Transplantationand Cellular Therapy (ASTCT) in Tabelle 4, zu behandeln.
Tabelle 4: ASTCT-Einstufung und Behandlungsleitfaden für CRS
Schweregrad1 CRS-Behandlung Für die nächste geplante
Infusion von Columvi
Grad 1 Wenn ein CRS während der * Sicherstellen, dass die
Fieber ≥ 38 °C Infusion auftritt: Symptome mindestens
* Infusion vorübergehend 72 Stunden vor der nächstenunterbrechen und Symptome Infusion abgeklungen sindbehandeln * Eine langsamere
* Infusion mit langsamerer Infusionsgeschwindigkeit in
Geschwindigkeit wieder Erwägung ziehen2aufnehmen, wenn die
Symptome abgeklungen sind
* Wenn die Symptome wiederauftreten, die laufende Infusionabbrechen
Wenn ein CRS nach der Infusionauftritt:
* Symptome behandeln
Wenn das CRS nachsymptomatischer Behandlunglänger als 48 Stunden anhält:
* Corticosteroide in Betrachtziehen3
* Tocilizumab in Betrachtziehen4
Für CRS, das gleichzeitig mit
ICANS auftritt, siehe Tabelle 5.
Schweregrad1 CRS-Behandlung Für die nächste geplante
Infusion von Columvi
Grad 2 Wenn ein CRS während der * Sicherstellen, dass die
Fieber ≥ 38 °C und/oder Infusion auftritt: Symptome mindestens
Hypotonie, die keine * Laufende Infusion abbrechen 72 Stunden vor der nächsten
Vasopressoren erfordert und Symptome behandeln Infusion abgeklungen sindund/oder Hypoxie, die eine * Corticosteroide verabreichen3 * Eine langsamere
Behandlung mit Low-Flow- * Tocilizumab in Erwägung Infusionsgeschwindigkeit in
Sauerstoff über eine ziehen4 Erwägung ziehen2
Nasenkanüle oder mit * Patienten nach der Infusion'Blow-by“-Technik Wenn ein CRS nach der Infusion beobachten5erfordert auftritt:
* Symptome behandeln
* Corticosteroide verabreichen3
* Tocilizumab in Erwägungziehen4
Für CRS, das gleichzeitig mit
ICANS auftritt, siehe Tabelle 5.
Bei Grad 2: Tocilizumab-Anwendung
Innerhalb von 6 Wochen dürfen nicht mehr als 3 Dosen Tocilizumab verabreicht werden.
Wenn keine vorherige Anwendung von Tocilizumab erfolgt ist oder wenn innerhalb der letzten6 Wochen 1 Dosis Tocilizumab angewendet wurde:
* Die erste Dosis Tocilizumab verabreichen4
* Wenn sich innerhalb von 8 Stunden keine Besserung einstellt, die zweite Dosis Tocilizumabverabreichen4
* Nach 2 Dosen Tocilizumab eine alternative Anti-Zytokin-Therapie und/oder eine alternativeimmunsuppressive Therapie in Erwägung ziehen
Wenn innerhalb der letzten 6 Wochen 2 Dosen Tocilizumab angewendet wurden:
* Nur eine Dosis Tocilizumab verabreichen4
* Wenn innerhalb von 8 Stunden keine Besserung eintritt, eine alternative Anti-Zytokin-Therapieund/oder eine alternative immunsuppressive Therapie in Erwägung ziehen
Grad 3 Bei Auftreten eines CRS während * Sicherstellen, dass die
Fieber ≥ 38 °C und/oder der Infusion: Symptome mindestens
Hypotonie, die * Laufende Infusion abbrechen 72 Stunden vor der nächsten
Vasopressoren erfordert und Symptome behandeln Infusion abgeklungen sind(mit oder ohne * Corticosteroide verabreichen3 * Eine langsamere
Vasopressin) und/oder * Tocilizumab verabreichen4 Infusionsgeschwindigkeit in
Hypoxie, die eine Erwägung ziehen2
Behandlung mit High- Bei Auftreten eines CRS nach der * Patienten nach der Infusion
Flow-Sauerstoff über eine Infusion: beobachten5
Nasenkanüle, * Symptome behandeln * Falls ein CRS vom Grad ≥ 3
Gesichtsmaske, Maske * Corticosteroide verabreichen3 bei der nachfolgendenohne Rückatmung oder * Tocilizumab verabreichen4 Infusion erneut auftritt, ist
Venturi-Maske erfordert die Infusion sofort zu
Für CRS, das gleichzeitig mit beenden und Columvi
ICANS auftritt, siehe Tabelle 5. dauerhaft abzusetzen
Schweregrad1 CRS-Behandlung Für die nächste geplante
Infusion von Columvi
Grad 4 Wenn das CRS während oder nach der Infusion auftritt:
Fieber ≥ 38 °C und/oder * Columvi dauerhaft absetzen und Symptome behandeln
Hypotonie, die eine * Corticosteroide verabreichen3
Behandlung mit mehreren * Tocilizumab verabreichen
Vasopressoren(ausgenommen Für CRS, das gleichzeitig mit ICANS auftritt, siehe Tabelle 5.
Vasopressin) erfordert,und/oder Hypoxie, die eine
Behandlung mit Sauerstoffdurch positiven Druck(z. B. CPAP, BiPAP,
Intubation und mechanische
Beatmung) erfordert
Bei Grad 3 und Grad 4: Tocilizumab-Anwendung
Innerhalb von 6 Wochen dürfen nicht mehr als 3 Dosen Tocilizumab verabreicht werden.
Wenn keine vorherige Anwendung von Tocilizumab erfolgt ist oder wenn innerhalb der letzten6 Wochen 1 Dosis Tocilizumab angewendet wurde:
* Die erste Dosis Tocilizumab verabreichen4
* Wenn sich innerhalb von 8 Stunden keine Besserung einstellt oder das CRS rasch fortschreitet,die zweite Dosis Tocilizumab verabreichen4
* Nach 2 Dosen Tocilizumab eine alternative Anti-Zytokin-Therapie und/oder eine alternativeimmunsuppressive Therapie in Erwägung ziehen
Wenn innerhalb der letzten 6 Wochen 2 Dosen Tocilizumab angewendet wurden:
* Nur eine Dosis Tocilizumab verabreichen4
* Wenn innerhalb von 8 Stunden keine Besserung eintritt oder das CRS rasch fortschreitet, einealternative Anti-Zytokin-Therapie und/oder eine alternative immunsuppressive Therapie in
Erwägung ziehen1 Konsensbewertungskriterien der American Society for Transplantation and Cellular Therapy (ASTCT)(Lee 2019).
2 Die Infusionsdauer kann je nach Zyklus auf bis zu 8 Stunden verlängert werden (siehe Tabelle 2).3 Corticosteroide (z. B. 10 mg Dexamethason intravenös, 100 mg Prednisolon intravenös, 1 - 2 mg/kg
Methylprednisolon intravenös pro Tag, oder Äquivalent).4 Tocilizumab 8 mg/kg intravenös (maximal 800 mg), wie in der Studie NP30179 verabreicht.5 Siehe Abschnitt 4.8 für Häufigkeit und Zeit bis zum Auftreten eines CRS vom Grad ≥ 2 nach Columvi
Dosen von 10 mg und 30 mg.
Behandlung des Immuneffektorzellen-assoziierten Neurotoxizitätssyndroms (ICANS)
Bei den ersten Anzeichen von ICANS ist, je nach Art und Schwere, eine unterstützende Therapie, eineneurologische Bewertung und ein Aussetzen der Anwendung von Columvi in Erwägung zu ziehen(siehe Tabelle 5). Andere Ursachen für neurologische Symptome sind auszuschließen. Bei Verdachtauf ICANS soll dieses entsprechend den Empfehlungen in Tabelle 5 behandelt werden.
Tabelle 5: ICANS-Einstufung und Behandlungsleitfaden
Schweregrad1 Auftreten von ICANS Behandlung
Symptomen2 gleichzeitiges CRS kein gleichzeitiges CRS
Grad 1 ICE3-Score 7-9 * CRS gemäß Tabelle 4 * Neurologischebehandeln. Symptome überwachen
Oder getrübter * Neurologische und nach Ermessen des
Bewusstseinszustand4: Symptome überwachen Arztes einewacht spontan auf und nach Ermessen des neurologische Beratung
Arztes eine und Beurteilung inneurologische Beratung Erwägung ziehen.und Beurteilung in
Erwägung ziehen.
Die Behandlung mit Columvi aussetzen, bis ICANSabklingt.
Nicht-sedierende Arzneimittel gegen Krampfanfälle(z. B. Levetiracetam) zur Prophylaxe von Anfällen in
Erwägung ziehen.
Grad 2 ICE3-Score 3-6 * Tocilizumab gemäß * Dexamethason5 10 mg
Tabelle 4 zur intravenös alle
Oder getrübter Behandlung von CRS 6 Stunden verabreichen.
Bewusstseinszustand4: anwenden. * Die Anwendung vonwacht bei Ansprache auf * Wenn nach Beginn der Dexamethason bis zur
Behandlung mit Besserung auf Grad 1
Tocilizumab keine oder weniger fortsetzen,
Besserung eingetreten dann ausschleichen.ist, Dexamethason510 mg alle 6 Stundenintravenösverabreichen, sofernnicht bereits andere
Corticosteroideeingenommen wurden.
Die Anwendung von
Dexamethason bis zur
Besserung auf Grad 1oder weniger fortsetzen,dann ausschleichen.
Die Behandlung mit Columvi aussetzen, bis ICANSabklingt.
Nicht-sedierende Arzneimittel gegen Krampfanfälle(z. B. Levetiracetam) zur Prophylaxe von Anfällen in
Erwägung ziehen. Neurologische und anderefachärztliche Beratung für eine weitere Bewertungnach Bedarf in Erwägung ziehen.
Schweregrad1 Auftreten von ICANS Behandlung
Symptomen2 gleichzeitiges CRS kein gleichzeitiges CRS
Grad 3 ICE3-Score 0-2 * Tocilizumab gemäß * Dexamethason5 10 mg
Tabelle 4 zur intravenös alle
Oder getrübter Behandlung von CRS 6 Stunden verabreichen.
Bewusstseinszustand4: anwenden. * Die Anwendung vonwacht nur nach taktilem * Zusätzlich Dexamethason bis zum
Reiz auf; Dexamethason5 10 mg Abklingen auf Grad 1intravenös mit der oder weniger fortsetzen,
Oder Krampfanfälle4, ersten Dosis dann ausschleichen.entweder: Tocilizumab
* Jeder klinische verabreichen und die
Krampfanfall, fokal Dosis alle 6 Stundenoder generalisiert, der wiederholen, wennrasch abklingt, oder nicht bereits andere
* Nicht-konvulsive Corticosteroide
Krampfanfälle im eingenommen werden.
Elektroenzephalogramm Die Anwendung von(EEG), die bei Dexamethason bis zum
Intervention abklingen; Abklingen auf Grad 1oder weniger fortsetzen,
Oder erhöhter dann ausschleichenintrakranieller Druck: Die Behandlung mit Columvi aussetzen, bis ICANSfokale/lokale Ödeme in abklingt.der Neurobildgebung4
Bei ICANS-Ereignissen des Grades 3, bei deneninnerhalb von 7 Tagen keine Besserung eintritt,dauerhaftes Absetzen von Columvi in Erwägungziehen.
Nicht-sedierende Arzneimittel gegen Krampfanfälle(z. B. Levetiracetam) zur Prophylaxe von Anfällen in
Erwägung ziehen. Neurologische und anderefachärztliche Beratung für eine weitere Bewertungnach Bedarf in Erwägung ziehen.
Schweregrad1 Auftreten von ICANS Behandlung
Symptomen2 gleichzeitiges CRS kein gleichzeitiges CRS
Grad 4 I CE3-Score 0 * Tocilizumab gemäß * Dexamethason5 10 mg
Oder ein getrübter Tabelle 4 zur intravenös alle
Bewusstseinszustand4, Behandlung von CRS 6 Stunden verabreichen.
entweder: anwenden. * Die Anwendung von
* der Patient ist nicht * Wie oben beschrieben, Dexamethason bis zumaufzuwecken oder oder die Verabreichung Abklingen auf Grad 1benötigt einen starken von Methylprednisolon oder weniger fortsetzen,oder wiederholten 1 000 mg pro Tag dann ausschleichen.
taktilen Reiz, um intravenös mit der * Alternativaufzuwachen, oder ersten Dosis Verabreichung von
* Stupor oder Koma; Tocilizumab in Methylprednisolon
Erwägung ziehen und 1 000 mg pro Tag
Oder Krampfanfälle4, Verabreichung von intravenös über einenentweder: Methylprednisolon Zeitraum von 3 Tagen
* lebensbedrohlicher 1 000 mg pro Tag in Erwägung ziehen;länger anhaltender intravenös für 2 oder wenn sich die
Krampfanfall mehr Tage fortsetzen. Symptome bessern, wie(> 5 Minuten) oder oben beschrieben
* wiederholte klinische behandeln.
oder elektrische
Krampfanfälle, ohne Columvi dauerhaft absetzen.zwischenzeitliche
Rückkehr zum Nicht-sedierende Arzneimittel gegen Krampfanfälle
Ausgangszustand; (z. B. Levetiracetam) zur Prophylaxe von Anfällen in
Erwägung ziehen. Neurologische und andere
Oder motorische fachärztliche Beratung für eine weitere Bewertung
Befunde4: nach Bedarf in Erwägung ziehen. Im Falle eines
* tiefe fokale motorische erhöhten intrakranialen Drucks/zerebralen Ödems die
Schwäche, wie z. B. institutionellen Leitfäden für die Behandlung beachten.
Hemiparese oder
Paraparese;
Oder erhöhterintrakranialer
Druck/zerebrales Ödem4,mit
Anzeichen/Symptomen,wie z. B.:
* diffuses zerebrales
Ödem bei
Neurobildgebung oder
* Dezerebrations- oder
Dekortikationsstarre
* Lähmung des
VI. Hirnnervs oder
* Papillenödem oder
* Cushing-Triade1 Konsensbewertungskriterien der American Society for Transplantation and Cellular Therapy (ASTCT)(Lee 2019).
2 Die Behandlung wird durch das schwerwiegendste Ereignis bestimmt, das nicht auf eine andere Ursachezurückzuführen ist.
3 Wenn der Patient aufzuwecken und fähig ist, eine Immuneffektorzellen-assoziierte Enzephalopathie (ICE)-
Beurteilung durchzuführen, Folgendes beurteilen:
Orientierung (bezogen auf Jahr, Monat, Stadt, Krankenhaus = 4 Punkte);
Benennung (Benennung von 3 Gegenständen, z. B. Zeigen Sie auf die Uhr, den Stift, den Knopf = 3 Punkte);
Befolgen von Befehlen (z. B. 'zeigen Sie mir 2 Finger“ oder 'schließen Sie die Augen und strecken Sie Ihre
Zunge heraus“ = 1 Punkt);
Schreiben (Fähigkeit, einen Standardsatz zu schreiben = 1 Punkt);
Aufmerksamkeit (Rückrechnung von 100 bis 10 = 1 Punkt).
Wenn der Patient nicht aufzuwecken ist und nicht fähig ist, die ICE-Beurteilung durchzuführen (Grad 4
ICANS) = 0 Punkte.
4 Auf keine andere Ursache zurückzuführen.5 Alle Verweise auf die Verabreichung von Dexamethason beziehen sich auf Dexamethason oder eingleichwertiges Arzneimittel.
Besondere PatientengruppenÄltere PatientenBei Patienten ab 65 Jahren ist keine Dosisanpassung erforderlich (siehe Abschnitt 5.2).
LeberfunktionsstörungBei Patienten mit leichter Leberfunktionsstörung (Gesamtbilirubin > Obergrenze des Normalbereichs[Upper Limit of Normal - ULN] bis ≤ 1,5 x ULN oder Aspartat-Transaminase [AST] > ULN) ist keine
Dosisanpassung erforderlich. Columvi wurde bei Patienten mit mittelschwerer oder schwerer
Leberfunktionsstörung nicht untersucht (siehe Abschnitt 5.2).
NierenfunktionsstörungBei Patienten mit leichter oder mittelschwerer Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance [CrCl] 30bis < 90 ml/min) ist keine Dosisanpassung erforderlich. Columvi wurde bei Patienten mit schwerer
Nierenfunktionsstörung nicht untersucht (siehe Abschnitt 5.2).
Kinder und JugendlicheDie Sicherheit und Wirksamkeit von Columvi bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren wurdenicht ermittelt. Es liegen keine Daten vor.
Art der AnwendungColumvi ist nur zur intravenösen Anwendung bestimmt.
Columvi muss vor der intravenösen Anwendung von einer medizinischen Fachkraft unter aseptischen
Bedingungen verdünnt werden. Es muss als intravenöse Infusion über eine separate Infusionsleitungverabreicht werden.
Columvi darf nicht als intravenöse Druck- oder Bolus-Injektion verabreicht werden.
Hinweise zur Verdünnung von Columvi vor der Anwendung, siehe Abschnitt 6.6.
4.3 Kontraindikationen
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, gegen Obinutuzumab, oder einen der in Abschnitt 6.1genannten sonstigen Bestandteile.
Bitte entnehmen Sie spezifische Gegenanzeigen für Obinutuzumab der Zusammenfassung der
Merkmale des Arzneimittels für Obinutuzumab.
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
RückverfolgbarkeitUm die Rückverfolgbarkeit biologischer Arzneimittel zu verbessern, müssen die Bezeichnung des
Arzneimittels und die Chargenbezeichnung des angewendeten Arzneimittels eindeutig dokumentiertwerden.
CD20-negative Erkrankung
Es liegen nur begrenzte Daten über Patienten mit CD20-negativem DLBCL vor, die mit Columvibehandelt wurden, und es ist möglich, dass Patienten mit CD20-negativem DLBCL im Vergleich zu
Patienten mit CD20-positivem DLBCL einen geringeren Nutzen haben. Die potenziellen Risiken und
Vorteile verbunden mit der Behandlung von Patienten mit CD20-negativem DLBCL mit Columvisollten abgewogen werden.
Zytokin-Freisetzungssyndrom (CRS)Das Auftreten eines CRS, einschließlich lebensbedrohlicher Reaktionen, wurde bei Patientenberichtet, die Columvi erhielten (siehe Abschnitt 4.8).
Die häufigsten Manifestationen eines CRS waren Fieber, Tachykardie, Hypotonie, Schüttelfrost und
Hypoxie. Infusionsbedingte Reaktionen sind klinisch möglicherweise nicht von Manifestationen eines
CRS zu unterscheiden.
Die meisten CRS-Ereignisse traten nach der ersten Dosis von Columvi auf. Erhöhte
Leberfunktionswerte (AST und Alanin-Aminotransferase [ALT] > 3 x ULN und/oder Gesamtbilirubin> 2 x ULN) in Verbindung mit CRS wurden nach Anwendung von Columvi berichtet (siehe
Abschnitt 4.8).
Die Patienten in den Studien NP30179 und GO41944 (STARGLO) wurden 7 Tage vor Beginn der
Behandlung mit Columvi mit Obinutuzumab vorbehandelt, um die zirkulierenden und lymphoiden B-
Zellen zu verringern. Alle Patienten sollten eine Prämedikation mit einem Antipyretikum,
Antihistaminikum und einem Glucocorticoid erhalten (siehe Tabelle 1).
Vor der Infusion von Columvi in Zyklus 1 und 2 muss mindestens 1 Dosis Tocilizumab für die
Anwendung im Falle eines CRS zur Verfügung stehen. Der Zugang zu einer weiteren Dosis
Tocilizumab innerhalb von 8 Stunden nach Anwendung der vorherigen Tocilizumab-Dosis musssichergestellt sein.
Wenn Columvi als Monotherapie angewendet wird, müssen die Patienten während aller Infusionenvon Columvi und über mindestens 10 Stunden nach Abschluss der ersten Infusion überwacht werden.
Wenn Columvi in Kombination mit Gemcitabin und Oxaliplatin gegeben wird, müssen die Patientenwährend aller Infusionen von Columvi und über 4 Stunden nach Abschluss der ersten Infusionüberwacht werden.
Vollständige Informationen zur Beobachtung siehe Abschnitt 4.2. Die Patienten müssen angewiesenwerden, sofort einen Arzt aufzusuchen, falls zu irgendeinem Zeitpunkt Anzeichen oder Symptome von
CRS auftreten (siehe Patientenpass unten).
Die Patienten sind auf andere Ursachen von Fieber, Hypoxie und Hypotonie wie Infektionen oder
Sepsis zu untersuchen. Ein CRS sollte anhand des klinischen Bildes des Patienten und gemäß dem in
Tabelle 4 (Abschnitt 4.2) aufgeführten CRS-Behandlungsleitfaden behandelt werden.
Immuneffektorzellen-assoziiertes Neurotoxizitätssyndrom
Nach der Behandlung mit Columvi sind schwerwiegende Fälle des Immuneffektorzellen-assoziierten
Neurotoxizitätssyndroms (ICANS) aufgetreten, die lebensbedrohlich oder tödlich sein können (siehe
Abschnitt 4.8).
Das Auftreten von ICANS kann gleichzeitig mit CRS, nach Abklingen von CRS oder ohne CRS,erfolgen. Zu den klinischen Anzeichen und Symptomen von ICANS können unter anderem
Verwirrtheit, getrübter Bewusstseinszustand, Desorientiertheit, Krampfanfälle, Aphasie und
Dysgraphie gehören.
Patienten sollten nach der Gabe von Columvi auf Anzeichen und Symptome von ICANS überwachtund unverzüglich behandelt werden. Die Patienten müssen angewiesen werden, sofort einen Arztaufzusuchen, falls zu irgendeinem Zeitpunkt Anzeichen oder Symptome auftreten (siehe
Patientenpass unten).
Bei den ersten Anzeichen oder Symptomen von ICANS gemäß dem ICANS-Behandlungsleitfaden in
Tabelle 5 behandeln. Die Behandlung mit Columvi sollte wie empfohlen ausgesetzt oder dauerhaftabgesetzt werden.
PatientenpassDer verschreibende Arzt muss den Patienten über das Risiko eines CRS und ICANS sowie über die
Anzeichen und Symptome eines CRS und ICANS informieren. Die Patienten müssen angewiesenwerden, sofort einen Arzt aufzusuchen, wenn bei ihnen Anzeichen und Symptome von CRS und
ICANS auftreten. Den Patienten ist der Patientenpass auszuhändigen und sie sind anzuweisen, diesenstets bei sich zu tragen. Im Patientenpass werden die Symptome eines CRS und ICANS beschrieben,bei deren Auftreten der Patient umgehend einen Arzt aufsuchen sollte.
Wechselwirkung mit CYP450-Substraten
Die anfängliche Freisetzung von Zytokinen, die mit dem Beginn der Behandlung mit Columvieinhergeht, könnte CYP450-Enzyme unterdrücken und zu Schwankungen in der Konzentration vongleichzeitig verabreichten Arzneimitteln führen. Zu Beginn der Therapie mit Columvi sollten
Patienten, die mit CYP450-Substraten mit engem therapeutischem Index behandelt werden, überwachtwerden, da Schwankungen in der Konzentration von gleichzeitig verabreichten Arzneimitteln zu
Toxizität, Wirkungsverlust oder unerwünschten Ereignissen führen können (siehe Abschnitt 4.5).
Schwerwiegende InfektionenBei mit Columvi behandelten Patienten sind schwerwiegende Infektionen (wie Sepsis und Pneumonie)aufgetreten (siehe Abschnitt 4.8).
Columvi darf Patienten mit einer aktiven Infektion nicht verabreicht werden. Vorsicht ist geboten,wenn die Anwendung von Columvi bei Patienten mit chronischen oder rezidivierenden Infektionen inder Anamnese, bei Patienten mit Grunderkrankungen, die sie für Infektionen prädisponieren können,oder bei Patienten, die zuvor eine intensive immunsuppressive Behandlung erhalten haben, erwogenwird. Die Patienten sind vor und während der Behandlung mit Columvi auf das Auftreten möglicherbakterieller, Pilz- und neuer oder reaktivierter Virusinfektionen zu überwachen und angemessen zubehandeln.
Bei einer aktiven Infektion ist Columvi vorübergehend auszusetzen, bis die Infektion abgeklungen ist.
Die Patienten sind anzuweisen, einen Arzt aufzusuchen, wenn Anzeichen oder Symptome auftreten,die auf eine Infektion hindeuten.
Unter der Behandlung mit Columvi wurde febrile Neutropenie berichtet. Patienten mit febriler
Neutropenie sind auf eine Infektion zu untersuchen und umgehend zu behandeln.
Tumor Flare (Schub der Tumorerkrankung)
Bei Patienten, die Columvi erhielten, wurde über Tumor Flares berichtet (siehe Abschnitt 4.8). Zu den
Manifestationen gehörten lokalisierte Schmerzen und Schwellungen.
Entsprechend dem Wirkmechanismus von Columvi sind Tumor Flares nach der Verabreichung von
Columvi wahrscheinlich auf den Zustrom von T-Zellen in die Tumorherde zurückzuführen undkönnen ein Fortschreiten der Erkrankung vortäuschen. Ein Tumor Flare impliziert kein
Therapieversagen und stellt auch kein Fortschreiten des Tumors dar.
Es wurden keine spezifischen Risikofaktoren für Tumor Flares identifiziert. Bei Patienten mit großen
Tumoren, die sich in unmittelbarer Nähe der Atemwege und/oder eines lebenswichtigen Organsbefinden, besteht jedoch ein erhöhtes Risiko für Beeinträchtigungen und Morbidität aufgrund des
Masseeffekts infolge der Tumor Flares. Bei Patienten, die Columvi erhalten und wie klinisch indiziertbehandelt werden, wird eine Überwachung und Beurteilung auf einen Tumor Flare an kritischenanatomischen Stellen empfohlen. Zur Behandlung eines Tumor Flares sind Corticosteroide und
Analgetika in Erwägung zu ziehen.
Tumorlysesyndrom (tumor lysis syndrome - TLS)Bei Patienten, die Columvi erhielten, wurde über TLS berichtet (siehe Abschnitt 4.8). Patienten mitgroßer Tumorlast, schnell proliferierenden Tumoren, Nierenfunktionsstörungen oder Dehydratationhaben ein höheres Risiko für ein Tumorlysesyndrom.
Risikopatienten sind anhand geeigneter Labor- und klinischer Tests auf Elektrolytstatus, Hydrierungund Nierenfunktion engmaschig zu überwachen. Geeignete prophylaktische Maßnahmen mitantihyperurikämischen Wirkstoffen (z. B. Allopurinol oder Rasburicase) und eine angemessene
Hydrierung sind vor der Obinutuzumab-Vorbehandlung und vor der Infusion von Columvi zuerwägen.
Die Behandlung eines TLS kann eine aggressive Hydrierung, die Korrektur von Elektrolytstörungen,eine antihyperurikämische Therapie und unterstützende Maßnahmen umfassen.
ImmunisierungDie Sicherheit einer Immunisierung mit Lebendimpfstoffen während oder nach einer Therapie mit
Columvi wurde nicht untersucht. Eine Immunisierung mit Lebendimpfstoffen wird während einer
Therapie mit Columvi nicht empfohlen.
Polysorbate
Dieses Arzneimittel enthält 1,25 mg Polysorbat 20 pro 2,5-ml-Durchstechflasche und 5 mg
Polysorbat 20 pro 10-ml-Durchstechflasche, entsprechend 0,5 mg/ml.
Polysorbate können allergische Reaktionen hervorrufen.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Es wurden keine Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen durchgeführt. Wechselwirkungen mit
Columvi über Cytochrom-P450-Enzyme, andere metabolisierende Enzyme oder Transporter sind nichtzu erwarten.
Die initiale Freisetzung von Zytokinen in Zusammenhang mit dem Beginn der Behandlung mit
Columvi könnte CYP450-Enzyme unterdrücken. Das höchste Risiko einer
Arzneimittelwechselwirkung besteht im Zeitraum von einer Woche nach jeder der ersten beiden
Dosen von Columvi (d. h. an Tag 8 und 15 von Zyklus 1) bei Patienten, die gleichzeitig CYP450-
Substrate mit engem therapeutischem Index erhalten (z. B. Warfarin, Cyclosporin). Bei Einleitungeiner Therapie mit Columvi sind Patienten, die mit CYP450-Substraten mit engem therapeutischem
Index behandelt werden, engmaschig zu überwachen.
Die Pharmakokinetik (PK) von Glofitamab wird durch die gleichzeitige Anwendung von Gemcitabinoder Oxaliplatin nicht beeinflusst.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
Frauen im gebärfähigen Alter/KontrazeptionPatientinnen im gebärfähigen Alter müssen während der Behandlung mit Columvi und für mindestens2 Monate nach der letzten Dosis von Columvi äußerst zuverlässige Verhütungsmethoden anwenden.
SchwangerschaftEs liegen keine Daten zur Anwendung von Columvi bei Schwangeren vor. Es wurden keinetierexperimentellen Studien zur Reproduktionstoxizität durchgeführt (siehe Abschnitt 5.3).
Glofitamab ist ein Immunglobulin G (IgG). Es ist bekannt, dass IgG die Plazenta passiert. Aufgrundseines Wirkmechanismus ist es wahrscheinlich, dass Glofitamab bei Verabreichung an Schwangere zueiner B-Zell-Depletion beim Fötus führt.
Columvi wird während der Schwangerschaft und bei Frauen im gebärfähigen Alter, die keine
Kontrazeption anwenden, nicht empfohlen. Patientinnen, die Columvi erhalten, müssen über diepotenzielle Schädigung des Fötus aufgeklärt werden. Patientinnen sind anzuweisen, bei Eintritt einer
Schwangerschaft den behandelnden Arzt zu kontaktieren.
StillzeitEs ist nicht bekannt, ob Glofitamab in die Muttermilch übergeht. Es wurden keine Studiendurchgeführt, um die Auswirkungen von Glofitamab auf die Milchproduktion oder sein
Vorhandensein in der Muttermilch zu untersuchen. Es ist bekannt, dass humanes IgG in der
Muttermilch vorhanden ist. Das Potenzial für eine Resorption von Glofitamab und das Potenzial für
Nebenwirkungen beim gestillten Säugling sind nicht bekannt. Frauen sind anzuweisen, während der
Behandlung mit Columvi und für die Dauer von 2 Monaten nach der letzten Dosis von Columvi nichtzu stillen.
FertilitätEs liegen keine Daten zur Fertilität beim Menschen vor. Es wurden keine tierexperimentellen
Untersuchungen zur Fertilität durchgeführt, um die Wirkung von Glofitamab auf die Fertilität zubeurteilen (siehe Abschnitt 5.3).
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
MaschinenColumvi hat einen großen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von
Maschinen.Aufgrund des Potenzials für das Auftreten eines ICANS besteht bei Patienten, die Columvi erhalten,das Risiko eines getrübten Bewusstseinszustandes (siehe Abschnitt 4.4). Patienten sind anzuweisen,48 Stunden nach jeder der ersten beiden Dosen während der Dosissteigerungs-Phase kein Fahrzeug zuführen oder keine Maschinen zu bedienen, dies gilt auch im Falle eines neuen Auftretens von
Symptomen von ICANS (Verwirrtheit, Desorientiertheit, getrübter Bewusstseinszustand) und/oder
CRS (Fieber, Tachykardie, Hypotonie, Schüttelfrost, Hypoxie), bis die Symptome abgeklungen sind(siehe Abschnitte 4.4 und 4.8).
4.8 Nebenwirkungen
Zusammenfassung des SicherheitsprofilsColumvi Monotherapie
Die häufigsten Nebenwirkungen (≥ 20 %) waren Zytokin-Freisetzungssyndrom, Neutropenie, Anämie,
Thrombozytopenie und Ausschlag.
Die häufigsten schwerwiegenden Nebenwirkungen, die bei ≥ 2 % der Patienten berichtet wurden,waren Zytokin-Freisetzungssyndrom (22,1 %), Sepsis (4,1 %), COVID-19 (3,4 %), Tumor Flare(3,4 %), COVID-19-Pneumonie (2,8 %), febrile Neutropenie (2,1 %), Neutropenie (2,1 %) und
Pleuraerguss (2,1 %).
Bei 5,5 % der Patienten wurde Columvi aufgrund einer Nebenwirkung dauerhaft abgesetzt. Diehäufigsten Nebenwirkungen, die zu einem dauerhaften Absetzen von Columvi führten, waren COVID-19 (1,4 %) und Neutropenie (1,4 %).
Columvi in Kombination mit Gemcitabin und Oxaliplatin
Die häufigsten Nebenwirkungen (≥ 20 %) waren Thrombozytopenie, Zytokin-Freisetzungssyndrom,
Neutropenie, Anämie, Übelkeit, periphere Neuropathie, Diarrhö, erhöhte Aspartat-Aminotransferase,erhöhte Alanin-Aminotransferase, Ausschlag, Lymphopenie, Fieber und Erbrechen.
Die häufigsten schwerwiegenden Nebenwirkungen, die bei ≥ 2 % der Patienten berichtet wurden,waren Zytokin-Freisetzungssyndrom (20,3 %), Fieber (6,4 %), Pneumonie (5,8 %), COVID-19(5,8 %), Thrombozytopenie (4,7 %), Atemwegsinfektion (3,5 %), Sepsis (2,3 %), febrile Neutropenie(2,3 %) und Diarrhö (2,3 %).
Bei 20,9 % der Patienten wurde Columvi aufgrund einer Nebenwirkung dauerhaft abgesetzt. Diehäufigsten Nebenwirkungen, die zu einem dauerhaften Absetzen von Columvi führten, waren
COVID-19 (11,6 %), Sepsis (1,2 %) und Pneumonitis (1,2 %).
Tabellarische Auflistung der NebenwirkungenIn Tabelle 6 sind Nebenwirkungen aufgeführt, die bei Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem
DLBCL auftraten, die in der Studie NP30179 mit Columvi als Monotherapie behandelt wurden(n = 145). Die Patienten erhielten im Median 5 Zyklen der Behandlung mit Columvi (Bereich:1 - 13 Zyklen).
Nebenwirkungen, die bei Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem DLBCL auftraten, die in der
Studie GO41944 (STARGLO) mit Columvi in Kombination mit Gemcitabin und Oxaliplatin behandeltwurden (n = 172), sind in Tabelle 7 aufgeführt. Die Patienten erhielten im Median 11 Zyklen der
Columvi Behandlung (Bereich: 1 bis 13 Zyklen).
Die Nebenwirkungen sind nach MedDRA-Systemorganklasse und Häufigkeitskategorien aufgeführt.
Die folgenden Häufigkeitskategorien wurden verwendet: sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100,< 1/10), gelegentlich (≥ 1/1 000, < 1/100), selten (≥ 1/10 000, < 1/1 000), sehr selten (< 1/10 000).
Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregradangegeben.
Tabelle 6: Nebenwirkungen bei Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem DLBCL, die mit
Columvi als Monotherapie behandelt wurden
Systemorganklasse Nebenwirkung Alle Grade Grade 3 - 4
Virusinfektionen1 Sehr häufig Häufig*
Bakterielle Infektionen2 Häufig Häufig
Infektionen der oberen
Infektionen und Atemwege3 Häufig Sehr selten**parasitäre Sepsis Häufig Häufig*
Erkrankungen Infektionen der unteren
Atemwege5 Häufig Sehr selten**
Pneumonie Häufig Gelegentlich
Harnwegsinfektionen6 Häufig Gelegentlich
Pilzinfektionen7 Häufig Sehr selten**
Gutartige, bösartige undnicht spezifizierte
Neubildungen (einschl. Tumor Flare Sehr häufig Häufig
Zysten und Polypen)
Neutropenie Sehr häufig Sehr häufig
Erkrankungen des Blutes Anämie Sehr häufig Häufigund des Lymphsystems Thrombozytopenie Sehr häufig Häufig
Lymphopenie Häufig Häufig
Febrile Neutropenie8 Häufig Häufig
Erkrankungen des Zytokin-
Immunsystems Freisetzungssyndrom9 Sehr häufig Häufig
Hypophosphatämie Sehr häufig Häufig
Hypomagnesiämie Sehr häufig Sehr selten**
Stoffwechsel- und Hypokalzämie Sehr häufig Sehr selten**
Ernährungsstörungen Hypokaliämie Sehr häufig Gelegentlich
Hyponatriämie Häufig Häufig
Tumorlysesyndrom Häufig Häufig
Psychiatrische
Erkrankungen Verwirrtheitszustand Häufig Sehr selten**
Kopfschmerzen Sehr häufig Sehr selten**
Immuneffektorzellen-assoziiertes
Erkrankungen des Neurotoxizitätssyndrom Häufig Gelegentlich*
Nervensystems (ICANS)10
Somnolenz Häufig Gelegentlich
Tremor Häufig Sehr selten**
Myelitis11 Gelegentlich Gelegentlich
Obstipation Sehr häufig Sehr selten**
Diarrhö Sehr häufig Sehr selten**
Erkrankungen des Übelkeit Sehr häufig Sehr selten**
Gastrointestinaltrakts Gastrointestinale
Blutung12 Häufig Häufig
Erbrechen Häufig Sehr selten**
Erkrankungen der Hautund des Ausschlag13 Sehr häufig Häufig
Unterhautgewebes
Systemorganklasse Nebenwirkung Alle Grade Grade 3 - 4
Allgemeine
Erkrankungen und
Beschwerden am Fieber Sehr häufig Sehr selten**
Verabreichungsort
Erhöhte Alanin-
Aminotransferase Häufig Häufig
Erhöhte Aspartat-
Aminotransferase Häufig Häufig
Erhöhte Alkalische
Untersuchungen Phosphatase im Blut Häufig Häufig
Erhöhte Gamma-
Glutamyltransferase Häufig Häufig
Erhöhtes Bilirubin im
Blut Häufig Gelegentlich
Erhöhte Leberenzyme Häufig Häufig
* Reaktionen von Grad 5 wurden berichtet. Siehe Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen.
** Es wurden keine Ereignisse von Grad 3 - 4 berichtet.1 Einschließlich COVID-19, COVID-19-Pneumonie, Herpes Zoster, Influenza und ophthalmischen Herpes
Zoster.2 Einschließlich Infektionen durch vaskuläre Implantate, bakterielle Infektionen, Campylobacter-Infektionen,bakterielle Gallenwegsinfektionen, bakterielle Harnwegsinfektionen, Infektionen mit Clostridium difficile,
Escherichia-Infektionen und Peritonitis.
3 Einschließlich Infektionen der oberen Atemwege, Sinusitis, Nasopharyngitis, chronische Sinusitis und Rhinitis.4 Einschließlich Sepsis und septischen Schock.5 Einschließlich Infektionen der unteren Atemwege und Bronchitis.6 Einschließlich Harnwegsinfektionen und Harnwegsinfektionen mit Escherichia.7 Einschließlich ösophageale Candidose und orale Candidose.8 Einschließlich febrile Neutropenie und neutropenische Infektion.9 Basierend auf der Konsensbewertung der ASTCT (Lee 2019).10 ICANS auf der Grundlage von Lee 2019 und schließt Somnolenz, kognitive Störung, Verwirrtheitszustand,
Delirium und Desorientiertheit ein.11 Myelitis trat gleichzeitig mit CRS auf.12 Einschließlich gastrointestinale Blutung, Dickdarmblutung und Magenblutung.13 Einschließlich Ausschlag, juckenden Ausschlag, makulopapulösen Ausschlag, Dermatitis, akneähnliche
Dermatitis, exfoliative Dermatitis, Erythem, Erythem der Handinnenflächen, Pruritis und erythematösen
Ausschlag.
Tabelle 7: Nebenwirkungen bei Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem DLBCL, die mit
Columvi in Kombination mit Gemcitabin und Oxaliplatin behandelt wurden
Systemorganklasse Nebenwirkung Alle Grade Grad 3 - 4
COVID-191 Sehr häufig Häufig*
Atemwegsinfektionen2 Sehr häufig Häufig*
Pneumonie3 Sehr häufig Häufig*
Zytomegalievirus- Häufig
Infektionen und Infektionen4 Gelegentlichparasitäre Herpes-Virusinfektionen5 Häufig Gelegentlich
Erkrankungen Harnwegsinfektionen6 Häufig Häufig
Sepsis7 Häufig Häufig*
Candida-Infektionen8 Häufig Sehr selten**
Pneumocystis jirovecii- Gelegentlich
Pneumonie Gelegentlich
Gutartige, bösartige undnicht spezifizierte 9
Neubildungen (einschl. Tumor Flare Häufig Sehr selten**
Zysten und Polypen)
Thrombozytopenie Sehr häufig Sehr häufig
Erkrankungen des Bluts Neutropenie Sehr häufig Sehr häufigund des Lymphsystems Anämie Sehr häufig Sehr häufig
Lymphopenie Sehr häufig Sehr häufig
Febrile Neutropenie Häufig Häufig
Erkrankungen des Zytokin-
Immunsystems Freisetzungssyndrom10 Sehr häufig Häufig
Hypokaliämie Sehr häufig Häufig
Hyponatriämie Sehr häufig Gelegentlich
Stoffwechsel- und Hypomagnesiämie Häufig Sehr selten**
Ernährungsstörungen Hypokalzämie Häufig Gelegentlich
Hypophosphatämie Häufig Häufig
Tumorlysesyndrom Häufig Häufig
Periphere Neuropathie11 Sehr häufig Häufig
Immuneffektorzellen- Häufig
Erkrankungen des assoziiertes Gelegentlich
Nervensystems Neurotoxizitätssyndrom12
Kopfschmerzen Häufig Sehr selten**
Tremor Gelegentlich Sehr selten**
Erkrankungen der
Atemwege, des ,
Brustraums und Pneumonitis Häufig Sehr selten* **
Mediastinums
Übelkeit Sehr häufig Gelegentlich
Diarrhö Sehr häufig Häufig
Erkrankungen des Erbrechen Sehr häufig Gelegentlich
Bauchschmerzen13
Gastrointestinaltrakts Sehr häufig Häufig
Obstipation Sehr häufig Sehr selten**
Kolitis14 Häufig Häufig
Pankreatitis15 Häufig Häufig
Erkrankungen der Hautund des Ausschlag16 Sehr häufig Gelegentlich
Unterhautgewebes
Skelettmuskulatur-,
Bindegewebs- und Schmerzen des Muskel- und17 Sehr häufig Häufig
Knochenerkrankungen Skelettsystems
Systemorganklasse Nebenwirkung Alle Grade Grad 3 - 4
Allgemeine
Erkrankungen und
Beschwerden am Fieber Sehr häufig Gelegentlich
Verabreichungsort
Erhöhte Aspartat- Sehr häufig
Aminotransferase Häufig
Erhöhte Alanin- Sehr häufig
Aminotransferase Häufig
Erhöhte alkalische Sehr häufig Gelegentlich
Untersuchungen Phosphatase im Blut
Erhöhte Gamma- Sehr häufig
Glutamyltransferase Häufig
Erhöhter Laktat- Sehr häufig
Dehydrogenase-Wert im Blut Sehr selten**
Erhöhte Bilirubin im Blut18 Häufig Sehr selten**
Erhöhte Leberenzymwerte Gelegentlich Sehr selten**
* Reaktionen von Grad 5 wurden berichtet. Siehe Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen.
** Es wurden keine Ereignisse vom Grad 3 - 4 beschrieben.1 Einschließlich COVID-19, COVID-19-Pneumonie und positiven SARS-CoV-2-Test.2 Einschließlich Infektionen der oberen Atemwege, Infektionen der unteren Atemwege, Infektionen der
Atemwege und bakterielle Infektionen der Atemwege.3 Einschließlich Pneumonie, bakterielle Pneumonie und Pneumokokken-Pneumonie.4 Neuauftreten oder Reaktivierung. Einschließlich Zytomegalievirus-Infektion, positiven Zytomegalievirustest,
Reaktivierung einer Zytomegalievirus-Infektion und Zytomegalievirus-Virämie.5 Neuauftreten oder Reaktivierung. Einschließlich Herpes zoster und Herpesvirus-Infektion.6 Einschließlich Harnwegsinfektionen und Urosepsis.7 Einschließlich Sepsis, Streptokokkensepsis, septischen Schock und Enterokokkensepsis.8 Einschließlich orale Candidose und Candida-Infektion.9 Einschließlich Tumor Flare und Tumorschmerzen.10 Basierend auf der Konsensbewertung gemäß ASTCT (Lee 2019).11 Einschließlich periphere Neuropathie, periphere sensorische Neuropathie, Dysästhesie, Parästhesie,
Hypästhesie, periphere motorische Neuropathie und Polyneuropathie.12 Einschließlich Verwirrtheitszustand, Delirium und ICANS.13 Einschließlich Bauchschmerzen, abdominale Beschwerden, Schmerzen im Oberbauch, Schmerzen im
Unterbauch und Schmerzen im Magen-Darm-Trakt.14 Einschließlich Kolitis, ischämische Kolitis und Enterokolitis.15 Einschließlich Pankreatitis und akute Pankreatitis.16 Einschließlich Ausschlag, juckenden Ausschlag, makulopapulösen Ausschlag, Erythem, Pruritus,erythematösen Ausschlag, Urtikaria und Erythema multiforme.17 Einschließlich Arthralgie, Schmerzen des Muskel- und Skelettsystems, Rückenschmerzen,
Knochenschmerzen, Myalgie, Nackenschmerzen, Schmerzen in den Extremitäten, Schmerzen des Muskel- und
Skelettsystems in der Brust und Thoraxschmerzen nicht kardialen Ursprungs.18 Einschließlich erhöhtes Bilirubin im Blut und Hyperbilirubinämie.
Beschreibung ausgewählter NebenwirkungenDie folgenden Beschreibungen geben Informationen zu signifikanten Nebenwirkungen bei einer
Columvi Monotherapie und/oder einer Kombinationstherapie. Einzelheiten zu den signifikanten
Nebenwirkungen von Columvi bei kombinierter Anwendung sind separat aufgeführt, wenn klinischrelevante Unterschiede im Vergleich zur Columvi Monotherapie festgestellt wurden.
Zytokin-Freisetzungssyndrom (CRS)Columvi Monotherapie
Ein CRS jeglichen Grades (nach ASTCT-Kriterien) trat bei 67,6 % der Patienten auf, die Columvi
Monotherapie erhielten, wobei ein CRS vom Grad 1 bei 50,3 % der Patienten, ein CRS vom Grad 2bei 13,1 % der Patienten, ein CRS vom Grad 3 bei 2,8 % der Patienten und ein CRS vom Grad 4 bei1,4 % der Patienten berichtet wurde. Ein CRS trat bei 32,4 % (47/145) der Patienten mehr als einmalauf; bei 36/47 Patienten traten nur multiple CRS-Ereignisse vom Grad 1 auf. Es gab keine tödlichen
Fälle von CRS. Das CRS klang bei allen Patienten bis auf einen ab. Ein Patient brach die Behandlungaufgrund von CRS ab.
Bei Patienten mit CRS waren die häufigsten Manifestationen von CRS Fieber (99,0 %), Tachykardie(25,5 %), Hypotonie (23,5 %), Schüttelfrost (14,3 %) und Hypoxie (12,2 %). Ereignisse von Grad 3oder höher, die mit CRS assoziiert waren, schlossen Hypotonie (3,1 %), Hypoxie (3,1 %), Fieber(2,0 %) und Tachykardie (2,0 %) ein.
Ein CRS jeglichen Grades trat bei 54,5 % der Patienten nach der ersten 2,5-mg-Dosis von Columvi an
Tag 8 von Zyklus 1 auf, mit einer medianen Zeit bis zum Auftreten (ab Beginn der Infusion) von12,6 Stunden (Bereich: 5,2 - 50,8 Stunden) und einer medianen Dauer von 31,8 Stunden (Bereich:0,5 - 316,7 Stunden); bei 33,3 % der Patienten nach der 10-mg-Dosis an Tag 15 von Zyklus 1 miteiner medianen Zeit bis zum Auftreten von 26,8 Stunden (Bereich: 6,7 - 125,0 Stunden) und einermedianen Dauer von 16,5 Stunden (Bereich: 0,3 - 109,2 Stunden); und bei 26,8 % der Patienten nachder 30-mg-Dosis in Zyklus 2 mit einer medianen Zeit bis zum Auftreten von 28,2 Stunden (Bereich:15,0 - 44,2 Stunden) und einer medianen Dauer von 18,9 Stunden (Bereich: 1,0 - 180,5 Stunden).
CRS wurde bei 0,9 % der Patienten in Zyklus 3 und bei 2 % der Patienten nach Zyklus 3 berichtet.
CRS vom Grad ≥ 2 trat bei 12,4 % der Patienten nach der ersten Dosis Columvi (2,5 mg) auf, miteiner medianen Zeit bis zum Auftreten von 9,7 Stunden (Bereich: 5,2 - 19,1 Stunden) und einermedianen Dauer von 50,4 Stunden (Bereich: 6,5 - 316,7 Stunden). Nach der Gabe von Columvi 10 mgan Tag 15 von Zyklus 1 verringerte sich die Inzidenz von CRS vom Grad ≥ 2 bei 5,2 % der Patientenmit einer medianen Zeit bis zum Auftreten von 26,2 Stunden (Bereich: 6,7 - 144,2 Stunden) und einermedianen Dauer von 30,9 Stunden (Bereich: 3,7 - 227,2 Stunden). Ein CRS vom Grad ≥ 2 trat nacheiner Dosis von Columvi von 30 mg an Tag 1 von Zyklus 2 bei einem Patienten (0,8 %) auf, mit einer
Zeit bis zum Auftreten von 15,0 Stunden und einer Dauer von 44,8 Stunden. Ein CRS vom Grad ≥ 2wurde über Zyklus 2 hinaus nicht berichtet.
Bei 7 Patienten (4,8 %) der 145 Patienten traten erhöhte Leberfunktionswerte (AST und
ALT > 3 x ULN und/oder Gesamtbilirubin > 2 x ULN) auf, die gleichzeitig mit einem CRS (n = 6)oder einer Progression der Erkrankung (n = 1) berichtet wurden.
Von den 25 Patienten, bei denen nach der Gabe von Columvi ein CRS vom Grad ≥ 2 auftrat, erhielten22 (88,0 %) Tocilizumab, 15 (60,0 %) Corticosteroide und 14 (56,0 %) sowohl Tocilizumab als auch
Corticosteroide. Zehn Patienten (40,0 %) erhielten Sauerstoff. Alle 6 Patienten (24,0 %) mit einem
CRS vom Grad 3 oder 4 erhielten einen einzigen Vasopressor.
Eine Hospitalisierung aufgrund eines CRS nach der Verabreichung von Columvi trat bei 22,1 % der
Patienten auf und die berichtete mediane Dauer der Hospitalisierung betrug 4 Tage (Bereich: 2 bis15 Tage).
Columvi in Kombination mit Gemcitabin und Oxaliplatin
Ein CRS jeden Grades (nach ASTCT-Kriterien) trat bei 44,2 % der Patienten auf, die Columvi mit
Gemcitabin und Oxaliplatin erhielten, wobei ein CRS vom Grad 1 bei 31,4 % der Patienten, ein CRSvom Grad 2 bei 10,5 % der Patienten und ein CRS vom Grad 3 bei 2,3 % der Patienten berichtetwurde. Ein CRS trat bei 21,5 % (37/172) der Patienten mehr als einmal auf; bei 30/37 Patienten tratennur multiple CRS-Ereignisse vom Grad 1 auf. Es gab keine CRS Grad 4 oder tödliche Fälle von CRS.
Das CRS klang bei allen Patienten bis auf einen ab. Ein Patient brach die Behandlung aufgrund von
CRS ab.
Bei Patienten mit CRS waren die häufigsten Manifestationen von CRS Fieber (98,7 %), Hypotonie(22,4 %), Schüttelfrost (17,1 %) und Hypoxie (14,5 %). Mit CRS assoziierte Ereignisse vom Grad 3oder höher waren Hypotonie (6,6 %), Hypoxie (5,3 %), Fieber (3,9 %), Schüttelfrost (1,3 %) und
Diarrhö (1,3 %).
Ein CRS jeglichen Grades trat bei 34,9 % der Patienten nach der ersten 2,5-mg-Dosis Columvi an
Tag 8 von Zyklus 1 mit einer medianen Zeit bis zum Auftreten (ab Beginn der Infusion) von12,6 Stunden (Bereich: 4,4 bis 54,7 Stunden) und einer medianen Dauer von 19,8 Stunden (Bereich:2,0 bis 168,0 Stunden) auf; bei 14,4 % der Patienten nach der 10-mg-Dosis an Tag 15 von Zyklus 1mit einer medianen Zeit bis zum Auftreten von 22,8 Stunden (Bereich: 7,4 bis 81,2 Stunden) und einermedianen Dauer von 10,6 Stunden (Bereich: 1,0 bis 248,5 Stunden); und bei 9,3 % der Patienten nachder 30-mg-Dosis in Zyklus 2 mit einer medianen Zeit bis zum Auftreten von 23,5 Stunden (Bereich:14,7 bis 33,4 Stunden) und einer medianen Dauer von 18,4 Stunden (Bereich: 8,3 bis 137,0 Stunden).
CRS wurde bei 6,7 % der Patienten in Zyklus 3 und bei 11,0 % der Patienten nach Zyklus 3 berichtet.
Ein CRS vom Grad ≥ 2 trat bei 10,5 % der Patienten nach der ersten Dosis Columvi (2,5 mg) auf, miteiner medianen Zeit bis zum Auftreten von 12,0 Stunden (Bereich: 4,4 bis 30,5 Stunden) und einermedianen Dauer von 42,3 Stunden (Bereich: 3,5 bis 143,7 Stunden). Bei der Mehrzahl (14/18) der
Patienten, bei denen ein CRS vom Grad ≥ 2 auftrat, trat das CRS innerhalb von 8 Stunden nach
Beginn der ersten Dosis Columvi (2,5 mg) auf. Nach einer 10-mg-Dosis Columvi an Tag 15 von
Zyklus 1 sank die Inzidenz eines CRS vom Grad ≥ 2 auf 1,8 % der Patienten mit einer medianen Zeitbis zum Auftreten von 22,3 Stunden (Bereich: 7,4 bis 22,8 Stunden) und einer medianen Dauer von37,0 Stunden (Bereich: 34,8 bis 248,5 Stunden). Nach einer 30-mg-Dosis Columvi an Tag 1 von
Zyklus 2 traten keine CRS-Ereignisse vom Grad ≥ 2 auf. Drei Patienten (2,0 %) hatten über Zyklus 2hinaus ein CRS vom Grad ≥ 2 (alle Ereignisse vom Grad 2).
Von den 172 Patienten zeigten 2 Patienten (1,2 %) erhöhte Leberfunktionswerte (AST und
ALT > 3 x ULN), die gleichzeitig mit einem CRS berichtet wurden.
Von den 76 Patienten mit CRS jeglichen Grades wurden 28 Patienten (36,8 %) mit Tocilizumab,39 Patienten (51,3 %) mit Corticosteroiden und 18 Patienten (23,7 %) sowohl mit Tocilizumab alsauch mit Corticosteroiden behandelt.
Von den 22 Patienten, bei denen nach der Behandlung mit Columvi ein CRS vom Grad ≥ 2 auftrat,erhielten 16 (72,7 %) Tocilizumab, 15 (68,2 %) Corticosteroide und 12 (54,5 %) sowohl Tocilizumabals auch Corticosteroide. Elf Patienten (50,0 %) erhielten Sauerstoff. Alle 4 Patienten (18,2 %) mit
CRS Grad 3 erhielten einen einzigen Vasopressor.
Bei 19,8 % der Patienten kam es nach der Anwendung von Columvi zu Krankenhausaufenthaltenaufgrund eines CRS, und die gemeldete mediane Dauer des Krankenhausaufenthalts betrug 5 Tage(Bereich: 2 bis 85 Tage).
Immuneffektorzellen-assoziiertes Neurotoxizitätssyndrom
ICANS, einschließlich Grad 3 und höher, wurde in klinischen Studien und Erfahrungen nach dem
Inverkehrbringen gemeldet. Die häufigsten klinischen Manifestationen von ICANS waren
Verwirrtheit, getrübter Bewusstseinszustand, Desorientiertheit, Krampfanfälle, Aphasie und
Dysgraphie. Auf der Grundlage der verfügbaren Daten trat in den meisten Fällen der Beginn derneurologischen Toxizität gleichzeitig mit CRS auf.
Der beobachtete Zeitraum bis zum Einsetzen der meisten Fälle von ICANS betrug 1-7 Tage mit einem
Median von 2 Tagen nach der letzten Dosis. Es wurde berichtet, dass nur wenige Ereignisse mehr alseinen Monat nach Beginn der Behandlung mit Columvi auftraten.
Schwerwiegende InfektionenBei 15,9 % der Patienten, die Columvi Monotherapie erhielten, wurden schwerwiegende Infektionenberichtet. Die häufigsten schwerwiegenden Infektionen, die bei ≥ 2 % der Patienten berichtet wurden,waren Sepsis (4,1 %), COVID-19 (3,4 %) und COVID-19-Pneumonie (2,8 %). Infektionsbedingte
Todesfälle wurden bei 4,8 % der Patienten berichtet (aufgrund von Sepsis, COVID-19-Pneumonie und
COVID-19). Bei vier Patienten (2,8 %) traten schwerwiegende Infektionen gleichzeitig mit einer
Neutropenie vom Grad 3 oder 4 auf.
Schwerwiegende Infektionen wurden bei 22,7 % der Patienten berichtet, die Columvi mit Gemcitabinund Oxaliplatin erhielten. Die häufigsten schwerwiegenden Infektionen, die bei ≥ 2 % der Patientenberichtet wurden, waren Pneumonie (5,8 %), COVID-19 (4,7 %) und Infektionen der unteren
Atemwege (2,9 %). Infektionsbedingte Todesfälle wurden bei 3,5 % der Patienten berichtet (aufgrundvon COVID-19, Pneumonie, Atemwegsinfektion und septischem Schock). Bei einem Patienten(0,6 %) trat gleichzeitig mit einer Neutropenie vom Grad 3 eine schwerwiegende Infektion(Pneumonie) auf.
Pneumonitis
Pneumonitis-Ereignisse (ausgenommen Pneumonie infektiöser Ätiologie) wurden bei 2 Patienten(1,2 %) berichtet, die Columvi mit Gemcitabin und Oxaliplatin erhielten, wobei beide Ereignissetödlich verliefen. Die mediane Zeit bis zum Auftreten der Pneumonitis ab der ersten Gabe von
Columvi betrug 168 Tage (Bereich: 102 bis 255 Tage).
KolitisKolitis-Ereignisse (ausgenommen infektiöse Ätiologie) wurden bei 4/172 Patienten (2,3 %) berichtet,die Columvi mit Gemcitabin und Oxaliplatin erhielten. Zwei Patienten (1,2 %) hatten Ereignisse vom
Grad 3. Die mediane Zeit bis zum Auftreten der Kolitis nach der ersten Gabe von Columvi betrug154 Tage (Bereich: 115 bis 187 Tage).
Opportunistische InfektionenZytomegalievirus (CMV)-Ereignisse wurden bei 10 Patienten (5,8 %) berichtet, die Columvi mit
Gemcitabin und Oxaliplatin erhielten, wobei bei 1 Patienten (0,6 %) eine CMV-Virämie von Grad 3auftrat. Eine orale Candidose wurde bei 3 Patienten (1,7 %) berichtet, die alle vom Grad 1 - 2 waren.
Pneumocystis jirovecii-Pneumonie (Grad 3) wurde bei 1 Patienten (0,6 %) berichtet, derselbe Patienthatte eine CMV-Virämie von Grad 3. Borrelia-Meningitis (Grad 2) wurde bei 1 Patienten (0,6 %)berichtet.
NeutropenieNeutropenie (einschließlich erniedrigter Neutrophilenzahl) wurde bei 40,0 % der Patienten undschwere Neutropenie (Grad 3 oder 4) wurde bei 29,0 % der Patienten berichtet, die Columvi
Monotherapie erhielten. Die mediane Zeit bis zum Auftreten des ersten Neutropenie-Ereignissesbetrug 29 Tage (Bereich: 1 - 203 Tage). Eine länger als 30 Tage anhaltende Neutropenie trat bei11,7 % der Patienten auf. Die Mehrzahl der Patienten mit Neutropenie (79,3 %) wurde mit
Granulozyten-Kolonie-stimulierendem Faktor (granulocyte colony stimulating factor - G-CSF)behandelt. Febrile Neutropenie wurde bei 3,4 % der Patienten berichtet.
Tumor Flare (Schub der Tumorerkrankung)
Ein Tumor Flare wurde bei 11,7 % der Patienten berichtet, die Columvi Monotherapie erhielten,einschließlich eines Tumor Flares von Grad 2 bei 4,8 % der Patienten und eines Tumor Flares von
Grad 3 bei 2,8 % der Patienten. Es wurde über einen Tumor Flare berichtet, der bei Lymphknoten im
Kopf- und Halsbereich mit Schmerzen und bei Lymphknoten im Thorax mit Symptomen von Atemnotaufgrund der Entwicklung eines Pleuraergusses einherging. Die meisten Tumor Flares (16/17) tratenwährend Zyklus 1 auf, und nach Zyklus 2 wurden keine weiteren Tumor Flares berichtet. Die mediane
Zeit bis zum Auftreten eines Tumor Flares jeglichen Grades betrug 2 Tage (Bereich: 1 - 16 Tage) unddie mediane Dauer betrug 3,5 Tage (Bereich: 1 - 35 Tage).
Von den 11 Patienten, bei denen ein Tumor Flare mit einem Grade von ≥ 2 auftrat, erhielten2 Patienten (18,2 %) Analgetika, 6 Patienten (54,5 %) erhielten Corticosteroide und Analgetikaeinschließlich Morphinderivate, 1 Patient (9,1 %) erhielt Corticosteroide und Antiemetika und2 Patienten (18,2 %) benötigten keine Behandlung. Alle Tumor Flares klangen ab, außer bei einem
Patienten mit einem Ereignis vom Schwergrad ≥ 2. Kein Patient brach die Behandlung aufgrund eines
Tumor Flares ab.
Tumorlysesyndrom (TLS)Ein TLS wurde bei 2 Patienten (1,4 %) berichtet, die Columvi Monotherapie erhielten, und war inbeiden Fällen vom Grad 3. Die mediane Zeit bis zum Auftreten des TLS betrug 2 Tage, die mediane
Dauer 4 Tage (Bereich: 3 - 5 Tage).
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
Aus klinischen Studien liegen keine Erfahrungen mit Überdosierungen vor. Im Falle einer
Überdosierung müssen die Patienten engmaschig auf Anzeichen oder Symptome von Nebenwirkungenüberwacht werden und es muss eine angemessene symptomatische Behandlung eingeleitet werden.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Antineoplastische Substanzen, andere monoklonale Antikörper und
Antikörper-Wirkstoff-Konjugate, ATC-Code: L01FX28
WirkmechanismusGlofitamab ist ein bispezifischer monoklonaler Antikörper, der bivalent an CD20 bindet, das auf der
Oberfläche von B-Zellen exprimiert wird, und monovalent an CD3 im T-Zell-Rezeptor-Komplex, dasauf der Oberfläche von T-Zellen exprimiert wird. Durch gleichzeitige Bindung an CD20 auf der B-
Zelle und CD3 auf der T-Zelle führt Glofitamab zur Bildung einer immunologischen Synapse mitnachfolgender T-Zell-Aktivierung und -Proliferation, Sekretion von Zytokinen und Freisetzung vonzytolytischen Proteinen, was zur Lyse von CD20-exprimierenden B-Zellen führt.
Pharmakodynamische WirkungenIn der Studie NP30179 hatten bereits 84 % (84/100) der Patienten vor der Vorbehandlung mit
Obinutuzumab eine B-Zell-Depletion (< 70 Zellen/µl). Der Anteil der Patienten mit B-Zell-Depletionerhöhte sich nach der Vorbehandlung mit Obinutuzumab auf 100 % (94/94) der Patienten vor Beginnder Behandlung mit Columvi, und die B-Zell-Zahlen blieben während der Behandlung mit Columviniedrig.
Während Zyklus 1 (Dosissteigerung) wurden 6 Stunden nach der Infusion von Columvivorübergehende Anstiege der IL-6-Plasmaspiegel beobachtet, die 20 Stunden nach der Infusion erhöhtblieben und vor der nächsten Infusion auf die Ausgangswerte zurückgingen.
In der Studie GO41944 (STARGLO) waren 63,9 % (115/180) der Patienten bereits vor der
Vorbehandlung mit Obinutuzumab B-Zell-depletiert (< 70 Zellen/µl). Der Anteil an Patienten mit B-
Zell-Depletion stieg nach Obinutuzumab-Vorbehandlung vor Beginn der Behandlung mit Columvi auf79,4 % (143/180), und die B-Zell-Zahlen blieben während der Behandlung mit Columvi niedrig.
Kardiale ElektrophysiologieIn der Studie NP30179 kam es bei 16/145 Patienten, die Columvi erhielten, nach Baseline zu einem
QTc-Wert von > 450 ms. Einer dieser Fälle wurde vom Prüfarzt als klinisch signifikant eingestuft.
Kein Patient brach die Behandlung aufgrund einer QTc-Verlängerung ab.
In der Studie GO41944 (STARGLO) kam es bei 16/172 Patienten, die Columvi erhielten, nach
Baseline zu einem QTc-Wert von > 450 ms. Kein Patient brach die Behandlung aufgrund einer
QTc-Verlängerung ab.
Klinische Wirksamkeit und SicherheitRezidiviertes oder refraktäres DLBCL
Columvi Monotherapie
Es wurde eine unverblindete, multizentrische Multikohortenstudie (NP30179) durchgeführt, um
Columvi bei Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem B-Zell-Non-Hodgkin-Lymphom zuuntersuchen. In der einarmigen DLBCL-Monotherapie-Kohorte (n = 108) mussten Patienten mitrezidiviertem oder refraktärem DLBCL zuvor mindestens zwei systemische Therapielinien,einschließlich eines monoklonalen Anti-CD20-Antikörpers und eines Anthrazyklin-Wirkstoffs,erhalten haben. Patienten mit FL3b- und Richter-Transformation waren nicht geeignet. Es wurdeerwartet, dass die Patienten einen CD20-positiven DLBCL aufwiesen, aber die Erfüllung der
Biomarker-Kriterien war keine Voraussetzung für den Studieneinschluss (siehe Abschnitt 4.4).
Von der Studie ausgeschlossen waren Patienten mit einem Eastern Cooperative Oncology Group(ECOG)-Performance-Status ≥ 2, signifikanter kardiovaskulärer Erkrankung (z. B. Herzinsuffizienz
Klasse III oder IV der New York Heart Association, Myokardinfarkt innerhalb der letzten 6 Monate,instabile Arrhythmien oder instabile Angina pectoris), signifikanter aktiver Lungenerkrankung,eingeschränkter Nierenfunktion (CrCl < 50 ml/min mit erhöhtem Serumkreatininspiegel), aktiver
Autoimmunerkrankung, die eine immunsuppressive Therapie erfordert, aktiven Infektionen (d. h.chronisch aktive Epstein-Barr-Virus(EBV)-Infektion, akute oder chronische Hepatitis C, Hepatitis B,humanes Immundefizienz-Virus (HIV)), progressiver multifokaler Leukoenzephalopathie, aktuellemoder früherem Zentralnervensystem(ZNS)-Lymphom oder einer ZNS-Erkrankung,
Makrophagenaktivierungssyndrom/hämophagozytischer Lymphohistiozytose in der Anamnese,früherer allogener Stammzelltransplantation, früherer Organtransplantation oder hepatischer
Transaminasen ≥ 3 x ULN.
Alle Patienten erhielten eine Vorbehandlung mit Obinutuzumab an Tag 1 von Zyklus 1. Die Patientenerhielten 2,5 mg Columvi an Tag 8 von Zyklus 1, 10 mg Columvi an Tag 15 von Zyklus 1 und 30 mg
Columvi an Tag 1 von Zyklus 2 gemäß dem Dosissteigerungsschema. Die Patienten erhieltenweiterhin 30 mg Columvi an Tag 1 der Zyklen 3 bis 12. Die Dauer der einzelnen Zyklen betrug21 Tage. Die Patienten erhielten im Median 5 Zyklen der Behandlung mit Columvi (Bereich:1 - 13 Zyklen), wobei 34,7 % der Patienten 8 oder mehr Zyklen und 25,7 % der Patienten 12 Zyklender Behandlung mit Columvi erhielten.
Die demographischen Merkmale und Krankheitscharakteristika bei Baseline waren wie folgt:medianes Alter 66 Jahre (Bereich: 21 - 90 Jahre), wobei 53,7 % 65 Jahre oder älter und 15,7 %75 Jahre oder älter waren; 69,4 % waren Männer; 74,1 % waren Weiße, 5,6 % waren Asiaten und0,9 % waren Schwarze oder Amerikaner afrikanischer Herkunft; 5,6 % waren hispanischer Herkunftoder Lateinamerikaner; und der ECOG-Performance-Status betrug 0 (46,3 %) oder 1 (52,8 %). Diemeisten Patienten (71,3 %) hatten ein nicht näher spezifiziertes DLBCL, 7,4 % hatten DLBCL, dasaus einem follikulären Lymphom hervorgegangen war, 8,3 % hatten ein hochgradiges B-Zell-
Lymphom (HGBCL) oder eine andere Histologie, die aus einem follikulären Lymphomhervorgegangen war, 7,4 % hatten ein HGBCL und 5,6 % ein primär mediastinales großzelliges B-
Zell-Lymphom (PMBCL). Die mediane Anzahl vorheriger Therapielinien betrug 3 (Bereich: 2 - 7),wobei 39,8 % der Patienten 2 vorherige Therapielinien und 60,2 % 3 oder mehr vorherige
Therapielinien erhalten hatten. Alle Patienten hatten zuvor eine Chemotherapie erhalten (alle Patientenerhielten eine Alkylatortherapie und 98,1 % der Patienten eine Anthrazyklin-Therapie) und alle
Patienten hatten zuvor eine monoklonale Anti-CD20-Antikörpertherapie erhalten; 35,2 % der
Patienten hatten zuvor eine CAR-T-Zell-Therapie erhalten und 16,7 % der Patienten hatten eineautologe Stammzelltransplantation erhalten. Bei den meisten Patienten (89,8 %) lag eine refraktäre
Erkrankung vor, 60,2 % der Patienten hatten eine primär refraktäre Erkrankung und 83,3 % der
Patienten erwiesen sich als refraktär gegenüber ihrer letzten vorangegangenen Therapie.
Der primäre Wirksamkeitsendpunkt war die Rate des vollständigen Ansprechens (complete response -
CR), beurteilt durch einen unabhängigen Prüfungsausschuss (independent review committee - IRC)anhand der Lugano-Kriterien von 2014. Die gesamte mediane Nachbeobachtungsdauer betrug15 Monate (Bereich: 0 - 21 Monate). Die sekundären Wirksamkeitsendpunkte umfassten die
Gesamtansprechrate (overall response rate - ORR), die Dauer des Ansprechens (duration of response
- DOR), die Dauer des vollständigen Ansprechens (duration of complete response - DOCR) und die
Zeit bis zum ersten vollständigen Ansprechen (time to first complete response - TFCR), beurteilt durchdas IRC.
Die Ergebnisse zur Wirksamkeit sind in Tabelle 8 zusammengefasst.
Tabelle 8: Zusammenfassung der Wirksamkeit bei Patienten mit rezidiviertem oderrefraktärem DLBCL
Wirksamkeitsendpunkte Columvin = 108
Vollständiges Ansprechen (CR)
Patienten mit vollständigem Ansprechen, n (%) 38 (35,2)95-%-KI [26,24; 44,96]
Gesamtansprechrate (ORR)
Patienten mit CR oder PR, n (%) 54 (50,0)95-%-KI [40,22; 59,78]
Dauer des vollständigen Ansprechens (DOCR)1
Mediane DOCR, Monate [95-%-KI] NE [18,4; NE]
Bereich, Monate 02 - 20212-Monats-DOCR, % [95-%-KI]3 74,6 [59,19; 89,93]
Dauer des Ansprechens (DOR)4
Mediane Dauer, Monate [95-%-KI] 14,4 [8,6; NE]
Bereich, Monate 02 - 202
Zeit bis zum ersten vollständigen Ansprechen (TFCR)
Mediane TFCR, Tage [95-%-KI] 42 [41; 47]
Bereich, Tage 31 - 308
KI = Konfidenzintervall; NE = nicht schätzbar (not estimable); PR = partial response - partielles Ansprechen.
Die Hypothese wurden am primären Endpunkt, der vom IRC beurteilten CR-Rate, getestet.1 DOCR ist definiert als Datum des ersten vollständigen Ansprechens bis zur Krankheitsprogression oder biszum Tod jeglicher Ursache.2 Zensierte Beobachtungen.3 Ereignisfreie Raten basierend auf Kaplan-Meier-Schätzungen.4 DOR ist definiert als Datum des ersten Ansprechens (PR oder CR) bis zur Krankheitsprogression oder bis zum
Tod jeglicher Ursache.
Die mediane Nachbeobachtungszeit für DOR betrug 12,8 Monate (Bereich: 0 - 20 Monate).
Columvi in Kombination mit Gemcitabin und Oxaliplatin
Die Wirksamkeit von Columvi in Kombination mit Gemcitabin und Oxaliplatin (Columvi+GemOx)wurde in der Studie GO41944 (STARGLO), einer offenen, multizentrischen, randomisiertenklinischen Studie mit 274 Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem DLBCL, das nicht anderweitigspezifiziert ist (DLBCL NOS), untersucht.
Die Studie schloss Patienten mit DLBCL NOS ein, die nur eine vorherige Therapielinie erhaltenhatten und die nicht für eine autologe Stammzelltransplantation (ASCT) in Frage kamen oder die≥ 2 vorherige Therapien erhalten hatten. Patienten mussten einen ECOG-Performance-Status ≤ 2aufweisen, eine CrCl ≥ 30 ml/min, Lebertransaminasen ≤ 2,5 × ULN, keine signifikantekardiovaskuläre Erkrankung (wie Herzerkrankung nach New York Heart Association Klasse IIIoder IV, Myokardinfarkt innerhalb der letzten 3 Monate, instabile Arrhythmien oder instabile Angina)und kein aktuelles oder früheres ZNS-Lymphom oder ZNS-Erkrankung, keine aktive
Autoimmunerkrankung, die eine immunsuppressive Therapie erfordert, keine aktive Infektionen (d. h.chronisches aktives EBV, aktive Hepatitis B, Hepatitis C) und keine der folgenden Erkrankungen inder Vorgeschichte: HIV, progressive multifokale Leukenzephalopathie, hämophagozytische
Lymphohistiozytose, vorherige allogene Stammzelltransplantation oder vorherige
Organtransplantation. Patienten mit HGBCL, PMBCL oder einer Transformation einer indolenten
Erkrankung in ein DLBCL in der Vorgeschichte wurden ausgeschlossen.
Patienten, die nur eine vorherige Therapielinie erhalten hatten, wurden nicht als Kandidaten für eine
Transplantation in Betracht gezogen, wenn mindestens eines der folgenden Kriterien auf sie zutraf:
Alter ≥ 70 Jahre, ECOG-Performance-Status 2, linksventrikuläre Ejektionsfraktion ≤ 40 %,unzureichendes Ansprechen auf Salvage-Therapie vor einer ASCT, CrCl ≤ 45 ml/min, andere
Komorbiditäten oder Kriterien, die eine Transplantation ausschließen, basierend auf lokalen
Praxisstandards oder nach Ansicht des Prüfarztes, oder Ablehnung einer Hochdosis-Chemotherapieund/oder Transplantation durch den Patienten.
Die Patienten wurden im Verhältnis 2:1 randomisiert und erhielten 8 Zyklen lang Columvi+GemOx(n = 183) oder Rituximab in Kombination mit Gemcitabin plus Oxaliplatin (R-GemOx; n = 91),gefolgt von 4 zusätzlichen Zyklen einer Columvi Monotherapie für Patienten im Columvi+GemOx-
Arm. Die Randomisierung wurde nach Anzahl der vorherigen systemischen Therapielinien für
DLBCL (1 vs. ≥ 2) und dem Ergebnis der letzten systemischen Therapie (rezidiviert vs. refraktär)stratifiziert.
Im Behandlungsarm mit Columvi+GemOx erhielten die Patienten eine Vorbehandlung mit
Obinutuzumab in Zyklus 1, Tag 1, gefolgt von 2,5 mg Columvi in Zyklus 1, Tag 8, 10 mg Columvi in
Zyklus 1, Tag 15 und 30 mg Columvi in Zyklus 2, Tag 1, gemäß dem Dosissteigerungsschema. Die
Patienten erhielten weiterhin 30 mg Columvi an Tag 1 der Zyklen 3 bis 12. Gemcitabin (1 000 mg/m2)und Oxaliplatin (100 mg/m2) wurden am Tag 2 von Zyklus 1 und dann am Tag 1 der nachfolgenden
Zyklen bis Zyklus 8 intravenös verabreicht. Die Dauer jedes Zyklus betrug in beiden Armen 21 Tage.
Die Patienten erhielten im Median 11 Zyklen der Columvi Behandlung (Bereich: 1 bis 13 Zyklen);64,5 % erhielten 8 oder mehr Zyklen und 44,8 % erhielten 12 Zyklen der Columvi Behandlung.
Die Charakteristika bezüglich Demographie und Krankheitsbild zur Baseline waren: medianes Alter68 Jahre (Bereich: 20 bis 88 Jahre), wobei 62,8 % 65 Jahre oder älter und 23,7 % 75 Jahre oder älterwaren; 57,7 % waren Männer; 42 % Weiße, 50 % Asiaten und 1,1 % Schwarze oder Afroamerikaner;5,8 % Hispano- oder Lateinamerikaner; und der ECOG-Performance-Status betrug 0 (43,3 %),1 (46,6 %) oder 2 (10,1 %). Die Mehrzahl der Patienten (62,8 %) hatte eine vorherige systemische
Therapielinie erhalten; 37,2 % der Patienten hatten 2 oder mehr vorherige Therapielinien erhalten.
Alle Patienten hatten zuvor eine Chemotherapie erhalten und die meisten (98,5 %) hatten zuvor eine
Therapie mit monoklonalen Anti-CD20-Antikörpern erhalten; 7,7 % der Patienten hatten zuvor eine
CAR-T-Zell-Therapie erhalten und 4,0 % der Patienten hatten eine autologe Stammzelltransplantationerhalten. Die Mehrheit der Patienten (66,8 %) hatte eine refraktäre Erkrankung, 55,8 % der Patientenhatten eine primär refraktäre Erkrankung und 60,6 % der Patienten waren refraktär gegenüber ihrerletzten vorherigen Therapie. Die häufigsten Gründe, warum Patienten nicht als Kandidaten für eine
Transplantation in Betracht gezogen wurden, waren Alter (42,3 %), Verweigerung einer Hochdosis-
Chemotherapie und/oder einer Transplantation durch den Patienten (34,7 %) und unzureichendes
Ansprechen auf die Salvage-Therapie (9,9 %).
Der primäre Wirksamkeitsendpunkt war das Gesamtüberleben (OS). Zum Zeitpunkt derpräspezifizierten primären Analyse wurde bei den in den Columvi+GemOx-Arm randomisierten
Patienten im Vergleich zu den in den R-GemOx-Arm randomisierten Patienten eine statistischsignifikante Verbesserung des OS beobachtet. (HR 0,59, 95-%-KI: 0,40, 0,89; p-Wert = 0,011). Dasmediane OS im R-GemOx-Arm betrug 9,0 Monate (95-%-KI: 7,3; 14,4) und wurde im
Columvi+GemOx-Arm nicht erreicht (95-%-KI: 13,8; NE). Statistisch signifikante Verbesserungendes progressionsfreien Überlebens (PFS, progression free survival) und der CR-Rate, beurteilt durcheine IRC, wurden auch mit Columvi+GemOx gegenüber R-GemOx beobachtet. Das mediane PFSbetrug 12,1 Monate (95-%-KI: 6,8; 18,3) im Columvi+GemOx-Arm gegenüber 3,3 Monaten (95-%-
KI: 2,5; 5,6) im R-GemOx-Arm (HR 0,37; 95-%-KI: 0,25; 0,55; p-Wert < 0,001). Die Rate desvollständigen Ansprechens betrug unter Columvi+GemOx 50,3 % versus 22,0 % unter R-GemOx, ein
Unterschied von 28,3 % (p-Wert < 0,001).
Die Ergebnisse zum Gesamtüberleben, zum PFS und zur CR aus einer aktualisierten Analyse, die nacheiner weiteren Beobachtungszeit von 10,5 Monaten durchgeführt wurde, zeigen weiterhin einen
Nutzen von Columvi+GemOx gegenüber R-GemOx. Die wichtigsten Ergebnisse sind in Tabelle 9zusammengefasst. Kaplan-Meier-Diagramme für OS und PFS aus der aktualisierten Analyse sind in
Abbildung 1 bzw. Abbildung 2 dargestellt. Eine explorative Subgruppenanalyse zum Zeitpunkt deraktualisierten Analyse zeigte bei den in Europa eingeschlossenen Patienten eine OS-Hazard-Ratio von1,09 (95-%-KI: 0,54; 2,18) und eine PFS-Hazard-Ratio von 0,84 (95-%-KI: 0,44; 1,59).
Tabelle 9: Wirksamkeit bei Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem DLBCL, die mit
Columvi in Kombination mit Gemcitabin und Oxaliplatin (ITT) behandelt wurden
Aktualisierte Analyse(Mediane Beobachtungszeit = 20,7 Monate)
Wirksamkeitsendpunkte Columvi+
GemOx R-GemOxn = 183 n = 91
Gesamtüberleben
Anzahl der Todesfälle (%) 80 (43,7) 52 (57,1)
Median (95-%-KI), Monate 25,5 (18,3; NE) 12,9 (7,9; 18,5)
HR (95-%-KI) 0,62 (0,43; 0,88)
Progressionsfreies Überleben - IRC-bewertet
Anzahl (%) der Patienten mit 90 (49,2) 54 (59,3)
Ereignissen
Median (95-%-KI), Monate 13,8 (8,7; 20,5) 3,6 (2,5; 7,1)
HR (95-%-KI) 0,40 (0,28; 0,57)
Komplette Ansprechrate - IRC-bewertet
Patienten mit Ansprechen (%) 107 (58,5) 23 (25,3)
Unterschied der Ansprechrate (95-%- 33,2 (20,9; 45,5)
KI), %
Objektive Ansprechrate - IRC-bewertet
Patienten mit Ansprechen (%) (CR, PR) 125 (68,3) 37 (40,7)
Unterschied der Ansprechrate (95-%- 27,7 (14,7; 40,6)
KI), %
KI = Konfidenzintervall; HR = Hazard Ratio; NE = nicht schätzbar.
Abbildung 1: Kaplan-Meier-Kurve des Gesamtüberlebens in Studie GO41944 (STARGLO,aktualisierte Analyse, ITT)
Abbildung 2. Kaplan-Meier-Kurve des vom IRC beurteilten progressionsfreien Überlebens inder Studie GO41944 (STARGLO, aktualisierte Analyse; ITT)
ImmunogenitätVon den 608 Patienten in den Studien waren nur vier Patienten (0,7 %) zu Studienbeginn Anti-
Glofitamab-Antikörper-negativ und wurden nach der Behandlung positiv. Aufgrund der begrenzten
Anzahl von Patienten mit Antikörpern gegen Glofitamab können keine Schlussfolgerungen über einenmöglichen Einfluss der Immunogenität auf die Wirksamkeit oder Sicherheit gezogen werden.
Kinder und JugendlicheDie Europäische Arzneimittel-Agentur hat für Columvi eine Zurückstellung von der Verpflichtung zur
Vorlage von Ergebnissen zu Studien in einer oder mehreren pädiatrischen Altersklassen zur
Behandlung von reifen B-Zell-Neoplasien gewährt (siehe Abschnitt 4.2 bzgl. Informationen zur
Anwendung bei Kindern und Jugendlichen).
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
Nicht kompartimentelle Analysen weisen darauf hin, dass die Serumkonzentration von Glofitamab am
Ende der Infusion den maximalen Wert (Cmax) erreicht und dass die Abnahme biexponentiell verläuft.
Glofitamab zeigt über den untersuchten Dosisbereich (0,005 - 30 mg) hinweg und unabhängig vom
Zeitpunkt eine lineare und zur applizierten Dosis proportionale Pharmakokinetik.
ResorptionColumvi wird als intravenöse Infusion verabreicht. Die maximale Konzentration von Glofitamab(Cmax) wurde am Ende der Infusion erreicht.
VerteilungNach intravenöser Verabreichung betrug das zentrale Verteilungsvolumen 3,34 l, und lag damit naheam Gesamt-Serumvolumen. Das periphere Verteilungsvolumen betrug 2,35 l.
BiotransformationDie Metabolisierung von Glofitamab wurde nicht untersucht. Antikörper werden hauptsächlich überden Katabolismus eliminiert.
EliminationDie Serumkonzentration-Zeit-Daten von Glofitamab werden durch einpopulationspharmakokinetisches Modell mit zwei Kompartimenten und sowohl einerzeitunabhängigen als auch einer zeitvariablen Clearance beschrieben.
Der zeitunabhängige Clearance-Pfad wurde auf 0,633 l/Tag und der initiale zeitvariable Clearance-
Pfad auf 0,814 l/Tag geschätzt, mit einer exponentiellen Abnahme im Zeitverlauf (Kdes ~ 1,5/Tag). Diegeschätzte Halbwertszeit der Abnahme vom anfänglichen Gesamtclearance-Wert bis zurzeitunabhängigen Clearance wurde auf 0,471 Tage geschätzt.
Basierend auf der populationspharmakokinetischen Analyse beträgt die effektive Halbwertszeit in derlinearen Phase (d. h. nachdem der Beitrag der zeitvariablen Clearance auf einen vernachlässigbaren
Wert geschrumpft ist) 7,92 Tage (geometrisches Mittel, 95-%-KI: 4,69; 11,90).
Besondere PatientengruppenÄltere PatientenBasierend auf der populationspharmakokinetischen Analyse wurden keine Unterschiede in der
Glofitamab-Exposition von Patienten, die 65 Jahre oder älter waren, und der von Patienten, die jüngerals 65 Jahre waren, festgestellt.
NierenfunktionsstörungDie populationspharmakokinetische Analyse von Glofitamab zeigte, dass die Kreatinin-Clearancekeinen Einfluss auf die Pharmakokinetik von Glofitamab hat. Die Pharmakokinetik von Glofitamabbei Patienten mit leichter oder mittelschwerer Nierenfunktionsstörung (CrCl 30 bis < 90 ml/min) warähnlich wie bei Patienten mit normaler Nierenfunktion. Columvi wurde bei Patienten mit schwerer
Nierenfunktionsstörung nicht untersucht.
LeberfunktionsstörungPopulationspharmakokinetische Analysen zeigten, dass eine leichte Leberfunktionsstörung keinen
Einfluss auf die Pharmakokinetik von Glofitamab hat. Die Pharmakokinetik von Glofitamab bei
Patienten mit leichter Leberfunktionsstörung (Gesamtbilirubin > ULN bis ≤ 1,5 x ULN oder AST> ULN) war ähnlich wie bei Patienten mit normaler Leberfunktion. Columvi wurde bei Patienten mitmittelgradiger oder schwerer Leberfunktionsstörung nicht untersucht.
Auswirkungen von Alter, Geschlecht und Körpergewicht
Es wurden keine klinisch signifikanten Unterschiede in der Pharmakokinetik von Glofitamab in Bezugauf Alter (21 Jahre bis 90 Jahre), Geschlecht und Körpergewicht (31 kg bis 148 kg) beobachtet.
5.3 Präklinische Sicherheitsdaten
Es wurden keine Studien zum kanzerogenen und mutagenen Potenzial von Glofitamab durchgeführt.
FertilitätEs wurden keine tierexperimentellen Untersuchungen zur Fertilität durchgeführt, um die Wirkung von
Glofitamab zu beurteilen
ReproduktionstoxizitätEs wurden keine tierexperimentellen Studien zur Reproduktions- und Entwicklungstoxizitätdurchgeführt, um die Wirkung von Glofitamab zu beurteilen. Aufgrund der geringen plazentaren
Übertragung von Antikörpern während des ersten Trimesters, des Wirkmechanismus von Glofitamab(B-Zell-Depletion, zielabhängige T-Zell-Aktivierung und Zytokin-Freisetzung), der verfügbaren
Sicherheitsdaten zu Glofitamab und Daten zu anderen Anti-CD20-Antikörpern ist das Risiko einer
Teratogenität gering. Eine anhaltende B-Zell-Depletion kann zu einem erhöhten Risiko füropportunistische Infektionen führen, die zu einem Verlust des Fötus führen können. Einvorübergehendes CRS im Zusammenhang mit der Verabreichung von Columvi kann ebenfalls dem
Fötus schaden (siehe Abschnitt 4.6).
Systemische ToxizitätIn einer Studie an Cynomolgus-Affen kam es bei Tieren, die nach einmaliger intravenöser Gabe von
Glofitamab (0,1 mg/kg) ohne Obinutuzumab-Vorbehandlung ein schweres CRS aufwiesen, zu
Erosionen im Gastrointestinaltrakt und inflammatorischen Zellinfiltrationen in der Milz und in den
Sinusoiden der Leber sowie gelegentlich in einigen anderen Organen. Diese inflammatorischen
Zellinfiltrationen traten wahrscheinlich sekundär zu einer zytokininduzierten Immunzellaktivierungauf. Die Vorbehandlung mit Obinutuzumab führte zu einer Abschwächung der Glofitamab-induzierten
Zytokinfreisetzung und der damit verbundenen unerwünschten Wirkungen durch B-Zell-Depletion imperipheren Blut und im Lymphgewebe. Dies ermöglichte mindestens 10-mal höhere Glofitamab-
Dosierungen (1 mg/kg) bei Cynomolgus-Affen, was bei der empfohlenen Dosis von 30 mg zu einer
Cmax von bis zum 3,74-fachen der menschlichen Cmax führte.
Alle Feststellungen bei Glofitamab wurden als pharmakologisch vermittelte Wirkungen betrachtet undwaren reversibel. Es wurden keine Studien über mehr als 4 Wochen durchgeführt, da Glofitamab bei
Cynomolgus-Affen stark immunogen war und einen Expositionsverlust sowie einen Verlust derpharmakologischen Wirkung zur Folge hatte.
Da alle rezidivierten oder refraktären DLBCL-Patienten, die behandelt werden sollen, zuvor eine Anti-
CD20-Behandlung erhalten haben, werden die meisten von ihnen vor der Behandlung mit
Obinutuzumab wahrscheinlich niedrige Spiegel von zirkulierenden B-Zellen aufweisen, die auf die
Restwirkung einer früheren Anti-CD20-Therapie zurückzuführen sind. Daher entspricht das
Tiermodell ohne vorheriger Rituximab- (oder anderer anti-CD20-) Behandlung möglicherweise nichtvollständig dem klinischen Kontext.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
Histidin
Histidinhydrochlorid-Monohydrat
Methionin
SaccharosePolysorbat 20 (E 432)
Wasser für Injektionszwecke
6.2 Inkompatibilitäten
Das Arzneimittel darf, außer mit den unter Abschnitt 6.6 aufgeführten, nicht mit anderen
Arzneimitteln gemischt werden.
6.3 Haltbarkeit
Ungeöffnete Durchstechflasche30 Monate
Verdünnte Lösung zur intravenösen Infusion
Die chemische und physikalische Anbruchstabilität wurde für maximal 72 Stunden bei 2 °C bis 8 °Cund für 24 Stunden bei 30 °C, gefolgt von einer maximalen Infusionszeit von 8 Stunden,nachgewiesen.
Aus mikrobiologischer Sicht soll die verdünnte Lösung sofort verwendet werden. Wenn sie nichtsofort verwendet wird, liegt die Verantwortung für die Lagerungszeiten und -bedingungen vor der
Anwendung beim Anwender und diese sollten normalerweise 24 Stunden bei 2 °C bis 8 °C nichtüberschreiten, es sei denn, die Verdünnung wurde unter kontrollierten und validierten, aseptischen
Bedingungen vorgenommen.
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Im Kühlschrank lagern (2 °C - 8 °C).
Nicht einfrieren.
Die Durchstechflasche im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
Aufbewahrungsbedingungen nach Verdünnung des Arzneimittels, siehe Abschnitt 6.3.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
Columvi 2,5 mg Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung2,5 ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung in einer 6-ml-Durchstechflasche (farbloses
Glas, Typ I) mit Stopfen (Butyl-Gummi).
Packungsgröße: 1 Durchstechflasche.
Columvi 10 mg Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung10 ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung in einer 15-ml-Durchstechflasche (farbloses
Glas, Typ I) mit Stopfen (Butyl-Gummi).
Packungsgröße: 1 Durchstechflasche.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
HandhabungDie verdünnte Lösung von Columvi kann über einen intravenösen Infusionsbeutel oder eineintravenöse Infusionsspritze verabreicht werden.
Hinweise zur Verdünnung* Columvi enthält kein Konservierungsmittel und ist nur zur einmaligen Anwendung bestimmt
* Columvi muss vor der intravenösen Verabreichung von medizinischem Fachpersonal unteraseptischen Bedingungen verdünnt werden.
* Vor der Verabreichung muss die Durchstechflasche mit Columvi visuell auf Partikel oder
Verfärbung überprüft werden. Columvi ist eine klare, farblose Lösung. Wenn die Lösung trüboder verfärbt ist oder sichtbare Partikel enthält, die Durchstechflasche verwerfen.
* Mit einer sterilen Nadel und Spritze das entsprechende Volumen der 9-mg/ml-Natriumchlorid-
Injektionslösung (0,9 %) oder 4,5-mg/ml-Natriumchlorid-Injektionslösung (0,45 %), wie in
Tabelle 10 beschrieben, aus dem Infusionsbeutel entnehmen und verwerfen.
* Für die vorgesehene Dosis das erforderliche Volumen des Konzentrats von Columvi mit einersterilen Nadel und Spritze aus der Durchstechflasche entnehmen und im Infusionsbeutel (siehe
Tabelle 10) verdünnen. In der Durchstechflasche verbliebene Reste entsorgen.
* Die finale Glofitamab-Konzentration nach Verdünnung muss 0,1 mg/ml bis 0,6 mg/ml betragen.
* Den Infusionsbeutel zum Mischen der Lösung vorsichtig umdrehen, um übermäßige
Schaumbildung zu vermeiden. Nicht schütteln.
* Den Infusionsbeutel auf Partikel inspizieren und gegebenenfalls verwerfen.
* Vor Beginn der intravenösen Infusion sollte der Inhalt des Infusionsbeutels Raumtemperatur(25 °C) angenommen haben.
* Für die Verabreichung von Columvi mittels Infusionsspritze den gesamten Inhalt des
Infusionsbeutels in eine Spritze aufziehen. Alternativ kann ein Verfahren mit zwei Spritzenunter Verwendung eines Verbindungsstücks angewendet werden, um die Dosis für die Infusionmittels Spritzenpumpe vorzubereiten.
Tabelle 10: Verdünnung von Columvi für die Infusion
Zu entnehmendes und zuverwerfendes Volumender 9-mg/ml-
Natriumchlorid- Menge des
Zu verabreichende Größe des Injektionslösung (0,9 %) hinzuzufügenden
Dosis von Columvi Infusionsbeutels oder der 4,5-mg/ml- Konzentrats von
Natriumchlorid- Columvi
Injektionslösung(0,45 %) für
Injektionszwecke2,5 mg 50 ml 27,5 ml 2,5 ml100 ml 77,5 ml 2,5 ml10 mg 50 ml 10 ml 10 ml100 ml 10 ml 10 ml30 mg 50 ml 30 ml 30 ml100 ml 30 ml 30 ml
VerabreichungAusschließlich als intravenöse Infusion verabreichen.
Nicht als intravenöse Druck- oder Bolus-Injektion verabreichen.
Über einen Zeitraum von maximal 8 Stunden als intravenöse Infusion in einer separaten
Infusionsleitung mittels intravenösem Infusionsbeutel oder intravenöser Infusionsspritze, jeweils unter
Anwendung einer Pumpe, verabreichen.
Der Infusionsbeutel oder die Spritze von Columvi können leer sein, bevor die empfohlene
Infusionsdauer erreicht ist. Um sicherzustellen, dass die gesamte Dosis von Columvi verabreicht wird,reinigen Sie die Infusionsleitung, indem Sie den entleerten Infusionsbeutel oder die Spritze von
Columvi durch einen Infusionsbeutel oder eine Spritze ersetzen, der/die eine 9 mg/ml (0,9 %)
Natriumchlorid-Injektionslösung oder eine 4,5 mg/ml (0,45 %) Natriumchlorid-Injektionslösungenthält und an dieselbe Infusionsleitung angeschlossen wird. Die Infusion mit der gleichen
Geschwindigkeit fortsetzen, bis die empfohlene Infusionsdauer gemäß Tabelle 2 erreicht ist.
Inkompatibilitäten
Da andere Lösungsmittel nicht geprüft wurden, darf Columvi nur mit 9-mg/ml-Natriumchlorid-
Injektionslösung (0,9 %) oder 4,5-mg/ml-Natriumchlorid-Injektionslösung (0,45 %) verdünnt werden.
Nach Verdünnung mit 9-mg/ml-Natriumchlorid-Injektionslösung (0,9 %) ist Columvi mitintravenösen Infusionsbeuteln kompatibel, die aus Polyvinylchlorid (PVC), Polyethylen (PE),
Polypropylen (PP) oder PVC-freiem Polyolefin bestehen. Nach Verdünnung mit 4,5-mg/ml-
Natriumchlorid-Injektionslösung (0,45 %) ist Columvi kompatibel mit intravenösen Infusionsbeutelnaus PVC. Nach Verdünnung mit 9-mg/ml- (0,9 %) oder 4,5-mg/ml- (0,45 %) Natriumchlorid-
Injektionslösung ist Columvi mit Spritzen aus PP kompatibel.
Es wurden keine Inkompatibilitäten bei Infusionssets mit Produktkontaktflächen aus Polyurethan(PUR), PVC, PE, Polybutadien (PBD), Polyetherurethan (PEU), Polycarbonat (PC), Silikon,
Polytetrafluorethylen (PTFE) oder Acrylnitril-Butadien-Styrol (ABS) und Inline-Filtermembranen aus
Polyethersulfon (PES) oder Polysulfon beobachtet. Die Verwendung von Inline-Filtermembranen istoptional.
BeseitigungDie Columvi Durchstechflasche ist nur zur einmaligen Anwendung bestimmt.
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.
7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS
Roche Registration GmbH
Emil-Barell-Straße 179639 Grenzach-Wyhlen
Deutschland
8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)
EU/1/23/1742/001
EU/1/23/1742/002
9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 7. Juli 2023
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 27. Mai 2024
10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur https://www.ema.europa.eu verfügbar.