Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels COLOBREATHE 1662500UI kapseln mit inhalationspulver
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
Colobreathe 1.662.500 IE Hartkapseln mit Pulver zur Inhalation.
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Jede Kapsel enthält 1.662.500 IE, dies entspricht in etwa 125 mg Colistimethat-Natrium.
3. DARREICHUNGSFORM
Hartkapsel mit Pulver zur Inhalation (Pulver zur Inhalation).
Harte, transparente PEG-Gelatinekapseln, die ein feines weißes Pulver enthalten.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Colobreathe ist bei Patienten mit zystischer Fibrose im Alter von 6 Jahren oder darüber zur
Behandlung chronischer pulmonaler Infekte indiziert, die durch Pseudomonas aeruginosa verursachtwerden (siehe Abschnitt 5.1).
Die offiziellen Richtlinien zur richtigen Verwendung antibakterieller Wirkstoffe sollte berücksichtigtwerden.
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
DosierungErwachsene und Kinder ab 6 Jahren1 Kapsel zur Inhalation zweimal täglich.
Das Dosisintervall sollte so nah wie möglich an 12 Stunden liegen.
Die Wirksamkeit von Colobreathe wurde in einer Studie mit einer Dauer von 24 Wochen nachgewiesen.
Die Therapie kann solange fortgeführt werden, wie der Patient nach Einschätzung des Arztes einentherapeutischen Nutzen davon hat.
NierenfunktionsstörungEs wird keine Dosisanpassung als erforderlich angesehen (siehe Abschnitt 5.2).
LeberfunktionsstörungEs wird keine Dosisanpassung als erforderlich angesehen (siehe Abschnitt 5.2).
Kinder und JugendlicheDie Sicherheit und Wirksamkeit von Colobreathe bei Kindern unter 6 Jahren ist nicht erwiesen. Es liegenkeine Daten vor.
Art der AnwendungNur zur Inhalation.
Colobreathe-Kapseln dürfen nur mit dem Turbospin Pulverinhalator angewendet werden.
Die Kapseln dürfen nicht geschluckt werden.
Um die korrekte Anwendung des Arzneimittels zu gewährleisten, sollte ein Arzt oder eine anderemedizinische Fachkraft dem Patienten zeigen, wie der Inhalator benutzt wird. Die erste Dosis solltedabei unter ärztlicher Aufsicht angewendet werden.
Wenn andere Behandlungen angewendet werden, sollte dies in folgender Reihenfolge geschehen:
Inhalative Bronchodilatatoren
Thorakale Physiotherapie
Andere inhalative Arzneimittel
Colobreathe
4.3 Kontraindikationen
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, Colistinsulfat oder Polymyxin B.
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Bronchospasmus und Husten
Wie bei anderen Inhalationen kann es bei der Inhalation zu Bronchospasmus oder Husten kommen.
Für gewöhnlich verschwinden diese Reaktionen bei fortgesetzter Anwendung wieder oder gehendeutlich zurück und können durch entsprechende Vorbehandlung mit Beta2-Agonisten vor oder nachder Inhalation von trockenem Colistimethat-Natrium-Pulver abgeschwächt werden. Wenn
Bronchospasmus oder Husten problematisch bleiben, sollte ein Abbruch der Behandlung erwogenwerden.
Hämoptyse
Hämoptyse ist eine Komplikation bei zystischer Fibrose, die bei Erwachsenen häufiger auftritt. Die
Verwendung von Colistimethat-Natrium bei Patienten mit klinisch signifikanter Hämoptyse sollte nurerfolgen oder fortgesetzt werden, wenn davon ausgegangen wird, dass die Vorteile der Therapie die
Risiken weiterer Blutungen überwiegen.
Akute respiratorische Verschlechterung
Wenn sich eine akute respiratorische Verschlechterung entwickelt, muss eine zusätzliche intravenöseoder orale Therapie mit einem antibakteriellen Wirkstoff erwogen werden.
Orale fungale Superinfektion
Nach jeder Colobreathe-Inhalation muss der Mund mit Wasser gespült werden. Die Flüssigkeit darfnicht geschluckt werden. Die Spülung kann das Risiko für die Entwicklung einer oralen fungalen
Superinfektion während der Behandlung reduzieren und kann außerdem den unangenehmen
Geschmack in Verbindung mit Colistimethat-Natrium vermindern.
Nephrotoxizität/Neurotoxizität
Nach der Inhalation von Colobreathe (siehe Abschnitt 5.2) besteht eine sehr geringe transpulmonale
Resorption von Colistimethat. Dennoch sollte Colobreathe bei Patienten mit einer bekannten
Disposition für nephrotoxische oder neurotoxische Ereignisse mit Vorsicht angewendet werden.
Bei der gleichzeitigen Anwendung von Colobreathe und parenteral oder über Verneblungangewendetem Colistimethat-Natrium ist Vorsicht geboten.
Bei der gleichzeitigen Anwendung von Colistimethat-Natrium und potenziell nephrotoxischen oderneurotoxischen Arzneimitteln, einschließlich nicht-depolarisierender Muskelrelaxanzien, ist Vorsichtgeboten (siehe Abschnitt 4.5).
SonstigesColobreathe sollte bei Patienten mit Myasthenia gravis wegen der Möglichkeit einer Arzneimittel-induzierten neuromuskulären Blockade mit äußerster Vorsicht angewendet werden.
Bei Patienten mit Porphyrie sollte Colistimethat-Natrium mit extremer Vorsicht angewendet werden.
Die Sicherheit und Wirksamkeit wurde in kontrollierten Studien bis zu 24 Wochen lang beurteilt(siehe Abschnitt 5.1).
NatriumDieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Kapsel, d. h. es ist nahezu'natriumfrei“.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Es gibt keine Erfahrungen mit der gleichzeitigen Anwendung von Colobreathe und andereninhalativen antibakteriellen Wirkstoffen.
Aufgrund fehlender Erfahrungen und des potenziellen Risikos einer kumulierten Toxizität ist bei dergleichzeitigen Anwendung von Colistimethat-Natrium in anderen Arzneiformen Vorsicht geboten.
Es wurden keine in-vivo-Wechselwirkungsstudien durchgeführt.
Colistimethat-Natrium und Colistin wurden in-vitro untersucht, um die Wirkungen auf die Expressionvon Cytochrom P450 (CYP)-Enzymen auf die Behandlung von primären Kulturen frischer humaner
Hepatozyten zu bestimmen. Die Behandlung mit Colistimethat-Natrium oder Colistin induzierte nichtdie Aktivität eines untersuchten Enzyms (CYP1A2, 2B6, 2C8, 2C9, 2C19 und 3A4/5).
Zusammen mit anderen Arzneimitteln, die potenziell nephrotoxisch oder neurotoxisch wirken (z. B.
Aminoglycoside) oder neuromuskuläre Blockaden verursachen (z. B. Curare-artige Mittel), sollte
Colistimethat-Natrium als Inhalation nur mit Vorsicht angewendet werden.
Die gleichzeitige Behandlung mit Colistimethat-Natrium und Makroliden wie Azithromycin und
Clarithromycin, oder Fluoroquinolonen wie Norfloxacin und Ciprofloxacin sollte bei Patienten mit
Myasthenia gravis mit Vorsicht erfolgen (siehe Abschnitt 4.4).
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
SchwangerschaftBisher liegen keine oder nur sehr begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung von inhalativem
Colistimethat-Natrium bei Schwangeren vor. Tierexperimentelle Studien haben eine
Reproduktionstoxizität gezeigt (siehe Abschnitt 5.3). Studien mit intravenöser Einzeldosis beischwangeren Frauen zeigen, dass Colistimethat-Natrium die Plazentaschranke überschreitet, folglichbesteht ein Potenzial für fetale Toxizität bei Anwendung während der Schwangerschaft.
Die Anwendung von Colistimethat-Natrium während der Schwangerschaft und bei Frauen imgebärfähigen Alter, die nicht verhüten, wird nicht empfohlen.
StillzeitPhysiko-chemische Daten deuten auf eine Ausscheidung von Colistimethat-Natrium in die
Muttermilch hin. Ein Risiko für das Neugeborene/Kind kann nicht ausgeschlossen werden. Es musseine Entscheidung darüber getroffen werden, ob das Stillen zu unterbrechen ist oder ob auf die
Behandlung mit Colistimethat-Natrium verzichtet werden soll/die Behandlung mit Colistimethat-
Natrium zu unterbrechen ist. Dabei ist sowohl der Nutzen des Stillens für das Kind als auch der
Nutzen der Therapie für die Frau zu berücksichtigen.
FertilitätColistimethat-Natrium besitzt keine nennenswerten Wirkungen auf die Fruchtbarkeit bei männlichenoder weiblichen Ratten oder Mäusen.
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
MaschinenBasierend auf dem Sicherheitsprofil von Colistimethat-Natrium kann es zu Neurotoxizität mit der
Möglichkeit von Schwindel, Verwirrtheit oder Sehstörungen kommen. Die Patienten müssen gewarntwerden, in diesem Fall nicht am Verkehr teilzunehmen oder Maschinen zu bedienen.
4.8 Nebenwirkungen
Zusammenfassung des SicherheitsprofilsDie Sicherheit von Colobreathe wurde bei insgesamt 237 Probanden beurteilt (225 Patienten mitzystischer Fibrose und 12 gesunde Freiwillige). Davon wurden 187 Patienten im Alter von mindestens6 Jahren im Rahmen einer 24-wöchigen Vergleichsstudie der Phase 3 mit zweimal täglich einer
Kapsel Colobreathe behandelt. 32 Patienten waren 6-12 Jahre alt, 41 Patienten waren 13-17 Jahre alt und114 Patienten waren 18 Jahre alt und älter. Die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen, ausgedrücktals Prozent aller mit Colobreathe behandelten Patienten, waren: Unangenehmer Geschmack (62 %),
Husten (59,4 %), Rachenreizung (43,9 %), Dyspnoe (16,6 %) und Dysphonie (10,7 %). Die Inhalationkann zu Husten und Bronchospasmus führen, diese können durch Vorbehandlung mit inhalativenbeta2-Agonisten kontrolliert werden.
Entzündungen von Hals oder Mund wurden mit vernebeltem Colistimethat-Natrium berichtet undkönnen mit Colobreathe auftreten. Dies kann mit einer Candida albicans-Infektion oder mit einer
Überempfindlichkeit im Zusammenhang stehen. Ein Hautausschlag kann ebenfalls auf eine
Überempfindlichkeit hindeuten, in diesem Fall muss die Behandlung abgesetzt werden.
Tabellarisierte Liste unerwünschter Reaktionen
In der 24-wöchigen klinischen Studie wurden die folgenden über alle Altersgruppen hinwegbeobachtet:
Die genannten Häufigkeiten entsprechen folgenden Inzidenzen: sehr häufig (≥1/10), häufig (≥1/100bis <1/10), gelegentlich (≥1/1.000 bis <1/100), selten (≥1/10.000 bis <1/1.000), sehr selten(<1/10.000), Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).
Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen mit absteigendem Schweregradangegeben.
Systemorganklasse Sehr häufig Häufig Gelegentlich
Erkrankungen des Arzneimittel-
Immunsystems Überempfindlichkeitsreaktion
Stoffwechsel- und Gewichtsschwankung,
Ernährungsstörungen verminderter Appetit
Psychiatrische Angst
Erkrankungen
Erkrankungen des Gleichgewichtsstörung, Konvulsionen, Somnolenz
Nervensystems Kopfschmerzen
Erkrankungen des Tinnitus Verstopfte Ohren
Ohrs und des
Labyrinths
Erkrankungen der Dyspnoe, Hämoptyse, Brustschmerzen,
Atemwege, des Husten, Bronchospasmus, Verschlimmerung einer
Brustraums und Dysphonie, Asthma, Keuchen, Dyspnoe, pharyngolaryngeale
Mediastinums Rachenreizung thorakale Beschwerden, Schmerzen, Epistaxis,
Infektion der unteren purulentes Sputum, auffällige
Atemwege, produktiver Thoraxgeräusche, vermehrte
Husten, Lungenknistern Sekretion in den oberen
Atemwegen
Erkrankungen des Dysgeusie Erbrechen, Übelkeit Diarrhoe, Zahnschmerzen,
Gastrointestinaltrakts Speichelhypersekretion,
Flatulenz
Skelettmuskulatur- Arthralgieund Bindegewebs- und
Knochenerkrankungen
Erkrankungen der Proteinurie
Nieren und Harnwege
Allgemeine Pyrexie, Asthenie, Durst
Erkrankungen und Müdigkeit
Beschwerden am
Verabreichungsort
Untersuchungen Verminderung desforciertenexpiratorischen
Volumens
Verletzung, Vergiftung Medikationsfehlerund durch Eingriffebedingte
Komplikationen
Kinder und JugendlicheIn der 24-wöchigen klinischen Studie, in der Colobreathe bei Erwachsenen und Kindern im Alter von6 - 17 Jahren angewendet wurde, waren die bei der pädiatrischen Population identifizierten
Nebenwirkungen mit denen für die Gesamtpopulation vergleichbar. Die am häufigsten berichteten
Nebenwirkungen, ausgedrückt als Prozent, der mit Colobreathe behandelten Patienten, waren: Husten(55 %), unangenehmer Geschmack (51 %), Rachenreizung (34 %), Dyspnoe (10 %) und Dysphonie(10 %).
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
SymptomeDerzeit gibt es keine Erfahrungen einer Überdosierung bei der Anwendung von Colobreathe. Eine
Überdosierung kann jedoch möglicherweise zu einer höheren systemischen Aufnahme führen.
Eine Überdosis über den Inhalationsweg ist unwahrscheinlich, wurde jedoch nach der systemischen
Anwendung festgestellt. Häufigere Zeichen und Symptome einer intravenösen Überdosierungumfassen Unsicherheit, Parästhesie und Schwindel. Sie kann zu einer neuromuskulären Blockade mitder Folge von Muskelschwäche, Apnoe und eventuell Atemstillstand führen. Eine Überdosierung kannaußerdem ein akutes Nierenversagen verursachen, dass durch eine verminderte Urinausscheidung undeine erhöhte Serumkonzentration für BUN und Kreatinin charakterisiert ist.
BehandlungEs gibt kein spezielles Antidot, daher sollte die Behandlung durch unterstützende Therapie erfolgen.
Maßnahmen zur Erhöhung der Eliminationsrate von Colistimethat-Natrium, z. B. Mannitoldiurese,prolongierte Hämodialyse oder Peritonealdialyse können versucht werden, die Wirksamkeit ist jedochunbekannt.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: antibakterielle Wirkstoffe zur systemischen Verwendung, andereantibakterielle Wirkstoffe.
ATC-Code: J01XB01
WirkmechanismusColistimethat-Natrium (CMS) ist ein zyklischer antibakterieller Polypeptid-Wirkstoff, der vom
Bacillus polymyxa var. colistinus abstammt und zur Polymyxin-Gruppe gehört. Polymyxine wirkenüber eine Schädigung der Zellmembran, und die resultierenden physiologischen Wirkungen sind fürdas Bakterium letal. Polymyxine sind für Gram-negative Bakterien mit hydrophober Außenmembranselektiv.
ResistenzResistente Bakterien sind durch eine Modifikation der Phosphatgruppen des Lipopolysaccharidsgekennzeichnet, die durch Ethanolamin oder Aminoarabinose ersetzt werden. Natürlich resistente
Gram-negative Bakterien wie Proteus mirabilis und Burkholderia cepacia zeigen einen vollständigen
Austausch ihres Lipidphosphats durch Ethanolamin oder Aminoarabinose.
KreuzresistenzZwischen Colistimethat-Natrium und Polymyxin B wäre eine Kreuzresistenz zu erwarten. Da sich der
Wirkmechanismus der Polymyxine von dem anderer antibakterieller Wirkstoffe unterscheidet, wärenicht zu erwarten, dass eine Resistenz gegen Colistin und Polymyxin allein durch den o.g.
Mechanismus zu einer Resistenz gegen andere Arzneimittelklassen führt.
Der epidemiologische Cut-Off-Wert (ECOFF) für Colistimethat-Natrium für Pseudomonasaeruginosa, der die Wildtyppopulation von Isolaten mit erworbenen Resistenz-Merkmalen beträgt 4mg/l.
Klinische WirksamkeitDie klinische Studie der Phase 3 war eine randomisierte, aktive Open-Label-Vergleichsstudie zum
Vergleich der Wirksamkeit von Colistimethat-Natrium 1.662.500 IE Trockenpulver zur Inhalation mit
Tobramycin Verneblerlösung zur Inhalation, 300 mg/5 ml, an 380 Probanden mit dokumentierterzystischer Fibrose mit Komplikation durch eine chronische pulmonale Infektion mit Pseudomonasaeruginosa. Die Probanden waren 6 Jahre und älter und wiesen einen vorhergesagten prozentualen
FEV1-Wert von 25-75 % auf. Alle Probanden mussten außerdem vor der Randomisierung mindestens2 Zyklen mit vernebelter Tobramycinlösung als Anfangsmedikation erfolgreich abgeschlossen haben.
Die Probanden wurden randomisiert und erhielten entweder 1 Kapsel Colistimethat-Natrium1.662.500 IE zweimal täglich oder 300 mg Tobramycin zweimal täglich. Anzumerken ist, dass die
Behandlung nicht unterbrochen wurde, wenn Patienten gleichzeitig parenterale antibakterielle
Wirkstoffe erhielten.
Die Wirksamkeit wurde anhand der Veränderung des vorhergesagten prozentualen FEV1-Wertes in
Prozent gegenüber der Baseline nach einem 24-wöchigen Behandlungszeitraum gemessen.
Die Ergebnisse der Intent-To-Treat (ITT)-Population für das primäre Wirksamkeitsergebnis sindnachfolgend dargestellt:
Veränderung des FEV1-Wertes (% vorhergesagt) gegenüber Baseline in Woche 24 (ITT-
Population)
Patientengruppe Colobreathe Tobramycin Adjustierter 95 % KI(Mittel) (Mittel) Behandlungsunterschied
Alle Patienten -0,90 (n=183) 0,35 (n=190) -0,97 -2,74, 0,86mit LOCF
Abgeschlossene 0,39 (n=153) 0,78 (n=171) -0,29 -2,21, 1,71
Patienten
Die Daten des primären Ergebnisparameters, des vorhergesagten prozentualen FEV1-Wertes sind nicht normal verteilt. Der bereinigte
Behandlungsunterschied und das 95 % Konfidenzintervall wurden von log-transformierten Daten zurück transformiert. Die ITT-Populationschloss Patienten aus, die behandelt worden waren, jedoch keine Nachweise einer chronischen Infektion demonstrierten.
Die Europäische Arzneimittel-Agentur hat für Colobreathe eine Zurückstellung von der Verpflichtungzur Vorlage von Ergebnissen zu Studien in einer oder mehreren pädiatrischen Altersklassen inpulmonaler Pseudomonas aeruginosa-Infection/Kolonisierung bei Patienten mit zystischer Fibrosegewährt (siehe Abschnitt 4.2 bzgl. Informationen zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen).
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
ResorptionColistimethat wird nach der Inhalation von Colobreathe nur in unerheblichem Umfang von der Lungeresorbiert. Nach Anwendung von 1.662.500 IE zweimal täglich über 7 Tage an Erwachsenen,
Jugendlichen und Kindern mit zystischer Fibrose wurden bei der Colistimethat-Gesamtkonzentrationdurchschnittliche Cmax-Werte bis 455 ng/ml (Durchschnitt bei Erwachsenen) beobachtet. Der Tmax-
Wert für Gesamt-Colistimethat wurde 30 Minuten bis 1 Stunde nach der Dosis erreicht. Auch wenndie Populations-PK-Analyse gezeigt hat, dass das Alter eine statistisch signifikante Kovariate ist,waren die Werte für die AUC0-6 und die dosisangepasste AUC0-6 (AUC0-6/Dosis) für CMS insgesamtund freies Colistin insgesamt bei Kindern und Jugendlichen gleich, während in der
Erwachsenengruppe ein höherer AUC0-6-Wert beobachtet wurde. Bei einer Anpassung der AUC0-6nach Dosis und Körpergewicht wurde bei Kindern ein geringfügig höherer Wert für AUC0-6/Dosis/Körpergewicht für CMS insgesamt und freies Colistin insgesamt beobachtet. In allen drei
Gruppen wurde eine hohe Variabilität der PK beobachtet. Aus diesem Grund wird eine
Dosisanpassung in den Gruppen niedrigen Alters nicht für notwendig erachtet.
In allen Altersgruppen wurden am Tag 8 nach zweimal täglicher Dosierung über 7 Tage 1 Stunde nachder Dosis hohe Gesamtkonzentrationen von freiem Colistin (durchschnittlich 23,5 mg/l) und
Colistimethat (durchschnittlich 178 mg/l) im Sputum beobachtet.
Die Resorption von Colistimethat aus dem Magen-Darm-Trakt tritt bei normalen Menschen nicht inerheblichem Umfang auf.
VerteilungDie Proteinbindung ist niedrig. Polymyxine persistieren in Leber, Nieren, Gehirn, Herz und
Muskulatur. Eine Studie mit Patienten mit zystischer Fibrose gibt das Steady-State-
Verteilungsvolumen mit 0,09 l/kg an.
BiotransformationColistimethat-Natrium wird in-vivo zur Base umgewandelt. Da 80 % der parenteralen Dosisunverändert im Urin nachgewiesen werden können und keine Ausscheidung über die Galle stattfindet,kann angenommen werden, dass das verbliebene Arzneimittel in den Geweben inaktiviert wird. Der
Mechanismus ist nicht bekannt.
EliminationIn einer Studie zur systemischen Resorption wurde eine minimale Ausscheidung über den Urinbeobachtet, wobei weniger als 3 % der Colobreathe-Dosis als Colistimethat-Natrium und Colistin überden Urin ausgeschieden wurden. Daher wird eine Dosisanpassung bei Patienten mit eingeschränkter
Nierenfunktion nicht für notwendig erachtet. Die geschätzte durchschnittliche terminale Halbwertszeitfür CMS insgesamt bzw. freies Colistin insgesamt betrug 3,0 bzw. 6,4 Stunden.
5.3 Präklinische Sicherheitsdaten
Basierend auf den konventionellen Studien zur Genotoxizität lassen die präklinischen Daten keinebesonderen Gefahren für den Menschen erkennen.
Tierstudien zur Sicherheitspharmakologie, zur Toxizität von wiederholten Dosen oder zur Toxizitätfür die Fruchtbarkeit, mit Verabreichungswegen, die eine systemische Exposition garantieren, zeigtenkeine spezielle Gefahr. Es gab keine nennenswerten Wirkungen auf die Fruchtbarkeit oder
Reproduktionsleistung bei männlichen oder weiblichen Ratten oder Mäusen. Bei Studien mit Mäusenzur embryofetalen Entwicklung wurden Resorptionen und verminderte Ossifikation beobachtet, bei
Ratten verminderte fetale Gewichte, verminderte Ossifikation, und unter der hohen Dosis von 10 mg
Colistinbase pro Tag ein vermindertes postnatales Überleben. Eine embryofetale Studie mit Kaninchenberichtete keine Wirkungen bei intravenösen Dosen von bis zu 80 mg/kg Colistimethat-Natrium (32mg Colistinbase/kg).
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
Bestandteile der PEG-Gelatine-Hartkapseln:
Gelatine
Polyethylenglykol
Gereinigtes Wasser
Natriumdodecylsulfat
6.2 Inkompatibilitäten
6.3 Haltbarkeit
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Nicht über 25 ºC lagern.
Bis unmittelbar vor der Anwendung in der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor
Feuchtigkeit zu schützen.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
Die Kapseln befinden sich in Blisterpackungen aus OPA/Aluminium/PVC mit einer abziehbaren
Deckfolie aus Polyester/Aluminium, die jeweils 8 oder 14 Hartkapseln enthalten.
Colobreathe ist in Packungen mit 8 oder 56 Hartkapseln erhältlich.
Jede Packung mit 56 Kapseln enthält einen Turbospin Pulverinhalator und 7 Blisterpackungen mit8 Kapseln oder Turbospin Pulverinhalator und 4 Blisterpackungen mit 14 Kapseln (56 Hartkapseln),ausreichend für eine Anwendung über 4 Wochen.
Jede Packung mit 8 Kapseln enthält einen Turbospin-Pulverinhalator und 1 Blisterpackung mit8 Hartkapseln, ausreichend für eine Anwendung über 4 Tage.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
HandhabungKapseln: keine besonderen Anforderungen für die Beseitigung. Der Turbospin-Inhalator ist nach dem
Aufbrauchen der Behandlungspackung zu entsorgen.
Colobreathe-Kapseln dürfen nur mit dem Turbospin Inhalator angewendet werden.
So wenden Sie Colobreathe mithilfe des Turbospin-Inhalators an
Bei der Anwendung von Colobreathe sollte der Patient die folgenden Anweisungen beachten:
Den Turbospin vorbereiten1. Entfernen Sie den Deckel. Er lässt sich leicht abziehen.2. Schrauben Sie das Mundstück ab, so dass die Kammer des Turbospin-Inhalators sichtbar wird.3. Entnehmen Sie eine einzelne Kapsel aus der Blisterpackung. Nach dem Herausnehmen muss die
Kapsel sofort verwendet werden.4. Die Kapsel vorsichtig mit dem breiteren Ende voran in die Kammer hineinstecken. Sie müssendazu keine Kraft aufwenden.5. Dann das Mundstück wieder anschrauben.
Durchbohren der Kapsel und Inhalieren des Arzneimittels6. So wird die Kapsel durchbohrt:
* Halten Sie den Inhalator mit dem Mundstück nach oben. Drücken Sie den Kolben leichtnach oben, bis die sichtbare Linie erreicht wird und Sie einen Widerstand spüren.
Dadurch rastet die Kapsel ein und kann durchbohrt werden. Halten Sie das Gerät in dieser
Position, bevor Sie mit dem Durchbohren beginnen.
* Jetzt, nachdem die Kapsel eingerastet ist, drücken Sie den Kolben ganz durch und lassenihn dann wieder los.
* Die Kapsel ist jetzt durchbohrt und der Inhalt kann inhaliert werden.
* Die Kapsel nur einmal durchstechen. Möglicherweise sehen Sie nach dem Durchstecheneinen kleinen Pulverstoß, der aus der Kammer freigesetzt wird. Dies ist normal.7. Atmen Sie langsam aus und nehmen Sie dann das Mundstück zwischen Lippen und Zähne. Ihre
Lippen müssen das Mundstück dicht umschließen. Achten Sie darauf, dass Sie die Luftschlitzewährend des Inhalierens nicht mit den Fingern oder dem Mund verschließen.
8. Dann langsam und tief durch den Mund einatmen, so dass Sie hören oder spüren können, wiesich die Kapsel dreht.
9. Nehmen Sie den Turbospin-Inhalator aus dem Mund und halten Sie Ihren Atem ca. 10
Sekunden oder solange wie ohne Anstrengung möglich an. Atmen Sie dann langsam aus.
10. Wenn Sie nicht hören, dass die Kapsel sich dreht, steckt sie möglicherweise in dem Fach fest.
Klopfen Sie in dem Fall leicht gegen die Kammer des Inhalators, um die Kapsel zu lösen.
Versuchen Sie nicht, die Kapsel durch erneutes Drücken auf den Kolben zu lösen. Wenn die
Kapsel nicht gelöst und das Pulver nicht inhaliert werden kann, entsorgen Sie die beschädigte
Kapsel und die verbliebenen Pulverreste und verwenden Sie eine neue Kapsel.
11. Wiederholen Sie die Schritte 7 und 8, um das Arzneimittel noch einmal zu inhalieren undsicherzustellen, dass die Kapsel vollständig geleert wurde.
12. Sie können das Mundstück abschrauben, um zu prüfen, ob die Kapsel leer ist. Falls sie nicht leerist, wiederholen Sie die Schritte 7, 8 und 9, bis der gesamte Inhalt inhaliert wurde.
13. Danach den Mund gut mit Wasser ausspülen und das Wasser ausspucken.
Entfernen der leeren Kapsel aus dem Turbospin14. Wenn die Kapsel leer ist, das Mundstück abschrauben und die leere Kapsel herausnehmen undentsorgen.
Zusatzinformationen
Beim langsamen Einatmen wird durch das Gehäuse des Turbospin-Inhalators Luft in die
Kapselkammer gesaugt. Die winzig kleinen Arzneimittelteilchen in der Kapsel werden dabei vom
Luftstrom erfasst und über die Atemwege in die Lunge transportiert.
Gelegentlich können sehr kleine Teilchen der Kapselhülle in den Mund oder die Atemwege gelangen.
* In dem Fall können Sie die Teilchen möglicherweise auf der Zunge oder in den Atemwegenspüren.
* Die Kapselhülle besteht aus Gelatine, die beim Verschlucken oder Einatmen für den Menschenunschädlich ist.
* Eine Kapsel kann leichter zerbrechen, wenn sie in Schritt 6 mehr als einmal durchbohrt wurde.
7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS
Essential Pharma Limited,
Vision Exchange Building,
Triq it-Territorjals, Zone 1,
Central Business District,
Birkirkara, CBD 1070, Malta
8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)
EU/1/11/747/001 56 Hartkapseln (4 Blisterpackungen mit 14 Kapseln)
EU/1/11/747/002 8Hartkapseln (1 Blisterpackung mit 8 Hartkapseln)
EU/1/11/747/003 56 Hartkapseln (7 Blisterpackungen mit 8 Kapseln)
9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 13. Februar 2012
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 26. September 2016
10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur http:/www.ema.europa.eu verfügbar.