Angewendet bei: Krebs
Art der Anwendung: Injektion / Infusion
Substanz: Cytarabin (antimetabolitisches Antineoplastikum)
ATC: L01BC01 (ANTINEOPLASTISCHE UND IMMUNMODULIERENDE MITTEL | Antimetaboliten | Pyrimidin-Analoga)
Cytarabin ist ein Chemotherapeutikum, das hauptsächlich zur Behandlung von Leukämien wie akuter myeloischer Leukämie (AML), akuter lymphoblastischer Leukämie (ALL) und chronischer myeloischer Leukämie (CML) in der Blastenphase eingesetzt wird. Es gehört zur Klasse der Antimetaboliten und wirkt, indem es die DNA-Synthese in Krebszellen hemmt, was zur Einstellung der Zellteilung und letztlich zum Absterben der Zellen führt.
Der Wirkmechanismus von Cytarabin besteht darin, den Nukleotidstoffwechsel zu stören. Nach der Umwandlung in seine aktive Form (Cytarabintriphosphat) wird es während der Replikation in die DNA-Kette eingebaut und hemmt so die DNA-Verlängerung und die Aktivität der DNA-Polymerase. Diese Wirkung ist spezifisch für sich schnell teilende Zellen, wie z. B. Krebszellen.
Cytarabin wird intravenös, subkutan oder intrathekal verabreicht, abhängig von der Art des Krebses und dem Behandlungsprotokoll. Es wird häufig in Kombination mit anderen Chemotherapeutika eingesetzt, um die Wirksamkeit der Behandlung zu erhöhen. Hochdosis-Cytarabin-Therapien werden ebenfalls zur Behandlung aggressiver Formen von Leukämie eingesetzt.
Obwohl wirksam, kann Cytarabin erhebliche Nebenwirkungen verursachen. Zu den häufigsten gehören Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Stomatitis, Myelosuppression (Verringerung der Blutzellzahlen), Fieber und Hautausschläge. In seltenen Fällen können schwerwiegendere Reaktionen wie neurologische Toxizität, Leberschäden oder das Cytarabin-Syndrom (gekennzeichnet durch Fieber, Muskelschmerzen und Hautausschlag) auftreten. Eine enge Überwachung der Patienten während der Behandlung ist unerlässlich, um potenzielle Komplikationen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.