Pharmakotherapeutische Gruppe: Impfstoffe, Papillomvirus-Impfstoffe, ATC-Code: J07BM02
WirkmechanismusCervarix ist ein adjuvantierter, nicht-infektiöser, rekombinanter Impfstoff, der aus hochgereinigten,virusähnlichen Partikeln (VLPs) des Hauptkapsidproteins L1 der onkogenen HPV-Typen 16 und 18hergestellt wird. Da die VLPs keine virale DNA enthalten, können sie keine Zellen infizieren, sichnicht vermehren oder Erkrankungen verursachen. Tierexperimentelle Studien haben gezeigt, dass die
Wirksamkeit der L1-VLP-Impfstoffe hauptsächlich durch die Ausbildung einer humoralen
Immunantwort vermittelt wird.
HPV-16 und HPV-18 verursachen schätzungsweise ca. 70 % aller Zervixkarzinome, 90 % aller
Analkarzinome, 70 % der HPV-assoziierten hochgradigen intraepithelialen Neoplasien der Vulva und
Vagina und 78 % der HPV-assoziierten hochgradigen intraepithelialen Neoplasien des Anus (AIN2/3).
Andere onkogene HPV-Typen können ebenfalls ano-genitale Karzinome verursachen (ca. 30 %).
HPV- 45, -31 und -33 sind die drei häufigsten, nicht im Impfstoff enthaltenen HPV-Typen, die in
Plattenepithelkarzinomen (12,1 %) und Adenokarzinomen (8,5 %) nachgewiesen wurden.
Der Begriff 'prämaligne ano-genitale Läsionen“ in Abschnitt 4.1 entspricht hochgradigenintraepithelialen Neoplasien der Zervix (CIN2/3), hochgradigen intraepithelialen Neoplasien der
Vulva (VIN2/3), hochgradigen intraepithelialen Neoplasien der Vagina (VaIN2/3) und hochgradigenintraepithelialen Neoplasien des Anus (AIN2/3).
Klinische StudienKlinische Wirksamkeit bei Frauen im Alter von 15 bis 25 Jahren
Die Wirksamkeit von Cervarix wurde in zwei kontrollierten, doppelblinden, randomisierten klinischen
Phase II- und III-Studien mit insgesamt 19.778 Frauen im Alter von 15 bis 25 Jahren untersucht.
Die Phase II-Studie (Studie 001/007) schloss nur Frauen ein, die
- DNA-negativ für die onkogenen HPV-Typen 16, 18, 31, 33, 35, 39, 45, 51, 52, 56, 58, 59, 66und 68 waren,
- seronegativ für HPV-16 und HPV-18 waren und
- eine normale Zytologie hatten.
Der primäre Endpunkt für die Wirksamkeit war die Neuinfektion mit HPV-16 und/oder HPV-18. Alszusätzlicher Endpunkt für die Wirksamkeit wurde die persistierende Infektion über einen Zeitraumvon 12 Monaten untersucht.
In die Phase III-Studie (Studie 008) wurden Frauen aufgenommen, ohne dass vorher bestimmt wurde,ob eine HPV-Infektion vorliegt, d. h. unabhängig der bestehenden Zytologie und des serologischen
HPV-Status bzw. des HPV-DNA-Status. Der primäre Endpunkt für die Wirksamkeit waren mit HPV-16 und/oder HPV-18 (HPV-16/18) assoziierte CIN2+-Läsionen. Intraepitheliale Neoplasien der
Zervix, Grad 2 und 3 (CIN2/3) und Adenokarzinom in situ (AIS) wurden in den klinischen Studien als
Surrogatmarker für das Zervixkarzinom verwendet. Zu den sekundären Endpunkten zählte einepersistierende HPV-Infektion über einen Zeitraum von 6 und 12 Monaten.
Es zeigte sich, dass eine persistierende HPV-Infektion über einen Zeitraum von mindestens 6 Monatenbei Frauen im Alter von 15 bis 25 Jahren ebenfalls ein relevanter Surrogatmarker für das
Zervixkarzinom ist.
Prophylaktische Wirksamkeit gegen HPV-16/18-Infektionen bei für onkogene HPV-Typen negativen
FrauenNach der Impfung in Studie 001 wurden die Frauen (N = 1 113) bis zu 27 Monate untersucht, um die
Wirksamkeit zu bestimmen. Eine Untergruppe von in Studie 001 geimpften Frauen (N = 776) wurdein Studie 007 bis zu 6,4 Jahre (ca. 77 Monate) nach der ersten Dosis (mittlere Nachbeobachtung von5,9 Jahren) weiter untersucht. In der Studie 001 gab es in der Kontrollgruppe 5 Fälle einerpersistierenden HPV-16/18-Infektion über einen Zeitraum von 12 Monaten (4 HPV-16, 1 HPV-18)und 1 Fall von HPV-16 in der Impfstoffgruppe. In der Studie 007 betrug die Wirksamkeit von
Cervarix gegen persistierende HPV-16/18-Infektionen über einen Zeitraum von 12 Monaten 100 %(95 % KI: 80,5; 100). Es gab 16 Fälle einer persistierenden HPV-16-Infektion und 5 Fälle einerpersistierenden HPV-18-Infektion, alle waren in der Kontrollgruppe.
In der Studie HPV-023 wurden Frauen aus der brasilianischen Kohorte der Studie 001/007 (N = 437)bis zu 8,9 Jahre (mittlere Nachbeobachtung; Standardabweichung: 0,4 Jahre) nach der ersten Dosisweiter untersucht. Am Ende der Studie gab es in der Impfstoffgruppe keinen Fall einer HPV-Infektionoder von histopathologischen Läsionen, die mit HPV-16 oder HPV-18 assoziiert waren. In der
Plazebogruppe gab es 4 Fälle mit einer persistierenden Infektion über einen Zeitraum von 6 Monatenund 1 Fall mit einer persistierenden Infektion über 12 Monate. Die Studie war nicht ausgelegt, um fürdiese Endpunkte einen Unterschied zwischen der Impfstoff- und der Plazebogruppe zu zeigen.
Prophylaktische Wirksamkeit gegen HPV-16/18 bei für HPV-16 und/oder HPV-18 negativen Frauen
In der Studie 008 wurde die primäre Analyse für die Wirksamkeit in der gemäß Protokoll geimpften
Kohorte ('According to Protocol“ (ATP)-Kohorte: Frauen, die 3 Impfdosen erhielten und die im
Monat 0 HPV-DNA-negativ und seronegativ und im Monat 6 HPV-DNA-negativ für den in der
Analyse betrachteten HPV-Typ waren) durchgeführt. Diese Kohorte umfasste Frauen mit normaleroder niedriggradiger Zytologie zu Studienbeginn und schloss nur Frauen mit hochgradiger Zytologie(0,5 % der gesamten Population) aus. Die Fallzahlbestimmung für die ATP-Kohorte begann am Tag 1nach der dritten Impfdosis.
Insgesamt waren 74 % der Frauen negativ für beide HPV-Typen, HPV-16 und HPV-18 (d. h. HPV-
DNA-negativ und seronegativ zu Studienbeginn).
Es wurden zwei Analysen der Studie HPV-008 durchgeführt: eine Ereignis-getriggerte Analyse, diedurchgeführt wurde, wenn mindestens 36 mit HPV-16/18 assoziierte CIN2+ -Fälle in der ATP-
Kohorte aufgetreten waren und eine Analyse am Studienende.
Die Wirksamkeit des Impfstoffes gegen den primären Endpunkt CIN2+ am Ende der Studie wird in
Tabelle 1 gezeigt. In einer ergänzenden Analyse wurde die Wirksamkeit von Cervarix gegen durch
HPV-16/18 verursachte CIN3+ untersucht.
Tabelle 1: Wirksamkeit des Impfstoffes gegen hochgradige Zervixläsionen, die mit HPV-16/18assoziiert sind (ATP-Kohorte)
ATP-Kohorte(1)
HPV-16/18-Endpunkt Analyse am Studienende(3)
Cervarix Kontrolle % Wirksamkeit (95 % KI)(N = 7 338) (N = 7 305)n(2) n
CIN2+ 5 97 94,9 % (87,7; 98,4)
CIN3+ 2 24 91,7 % (66,6; 99,1)
N = Anzahl der Frauen in jeder Gruppen = Anzahl der Fälle(1) ATP-Kohorte: umfasst Frauen, die 3 Impfdosen erhielten und die im Monat 0 HPV-DNA-negativ und seronegativ und im Monat 6 HPV-DNA-negativ für den relevanten HPV-Typ(HPV-16 oder HPV-18) waren.
(2) Einschließlich 4 Fälle CIN2+ und 2 Fälle CIN3+, bei denen in der Läsion ein andereronkogener HPV-Typ neben HPV-16 oder HPV-18 nachgewiesen wurde. Diese Fällewurden in der Analyse zur HPV-Typ-Zuteilung (siehe im Text) ausgeschlossen.
(3) Mittlere Nachbeobachtung von 40 Monaten nach der 3. Dosis.
Bei der Ereignis-getriggerten Analyse betrug die Wirksamkeit gegen CIN2+ 92,9 % (96,1 % KI: 79,9;98,3) und gegen CIN3+ 80 % (96,1 % KI: 0,3; 98,1). Zusätzlich wurde eine statistisch signifikante
Wirksamkeit des Impfstoffes gegen CIN2+, die mit den einzelnen HPV-Typen 16 und 18 assoziiertwaren, gezeigt.
Weitere Untersuchungen der Fälle mit mehreren HPV-Typen berücksichtigten die HPV-Typen, die inmindestens einer der beiden zytologischen Abstriche vor dem Nachweis der Läsion mittels
Polymerase-Kettenreaktion (PCR) nachgewiesen wurden. Zusätzlich wurden die HPV-Typenberücksichtigt, die in der Läsion nachgewiesen wurden, um den (die) HPV-Typ(en), der (die)höchstwahrscheinlich für die Läsion verantwortlich ist, zu bestimmen (HPV-Typ-Zuteilung). Diese
Post-hoc-Analyse schloss Fälle (in der Impfstoff- und der Kontrollgruppe) aus, für die keinursächlicher Zusammenhang mit während der Studie erworbenen HPV-16- oder HPV-18-Infektionengesehen wurde.
Basierend auf der Post-hoc-Analyse zur HPV-Typ-Zuteilung gab es am Ende der Studie 1 Fall CIN2+in der Impfstoffgruppe versus 92 Fälle in der Kontrollgruppe (Wirksamkeit 98,9 % [95 % KI: 93,8;100]) sowie keinen Fall von CIN3+ in der Impfstoffgruppe versus 22 Fälle in der Kontrollgruppe(Wirksamkeit 100 % [95 % KI: 81,8; 100]).
Bei der Ereignis-getriggerten Analyse betrug die Wirksamkeit des Impfstoffes gegen CIN1, die mit
HPV-16/18 assoziiert sind, 94,1 % in der ATP-Kohorte (96,1 % KI: 83,4; 98,5). Die Wirksamkeit des
Impfstoffes gegen CIN1+, die mit HPV-16/18 assoziiert sind und die in der ATP-Kohorte beobachtetwurde, betrug 91,7 % (96,1 % KI: 82,4; 96,7). Bei der Analyse am Studienende betrug die
Wirksamkeit des Impfstoffes gegen mit HPV-16/18 assoziierte CIN1 92,8 % (95 % KI: 87,1; 96,4) inder ATP-Kohorte.
Bei der Analyse am Studienende gab es in der ATP-Kohorte 2 Fälle von mit HPV-16 oder HPV-18assoziierten VIN2+ oder VaIN2+ in der Impfstoffgruppe und 7 Fälle in der Kontrollgruppe. Die Studiewar nicht ausgelegt, um einen Unterschied zwischen der Impfstoff- und der Kontrollgruppe für diese
Endpunkte zu zeigen.
Die Wirksamkeit des Impfstoffes gegen virologische Endpunkte (persistierende Infektion über einen
Zeitraum von 6 und 12 Monaten) im Zusammenhang mit HPV-16/18 in der ATP-Kohorte am Endeder Studie wird in Tabelle 2 gezeigt.
Tabelle 2: Wirksamkeit des Impfstoffes gegen virologische Endpunkte im Zusammenhang mit
HPV-16/18 (ATP-Kohorte)
ATP-Kohorte(1)
HPV-16/18-Endpunkt Analyse am Studienende(2)
Cervarix Kontrolle % Wirksamkeit (95 % KI)(N = 7 338) (N = 7 305)n/N n/N
Persistierende Infektion 35/7 182 588/7 137 94,3 % (92,0; 96,1)über einen Zeitraumvon 6 Monaten
Persistierende Infektion 26/7 082 354/7 038 92,9 % (89,4; 95,4)über einen Zeitraumvon 12 Monaten
N = Anzahl der Frauen in jeder Gruppen = Anzahl der Fälle(1) ATP-Kohorte: umfasst Frauen, die 3 Impfdosen erhielten und die im Monat 0 HPV-DNA-negativ und seronegativ und im Monat 6 HPV-DNA-negativ für den relevanten HPV-Typ(HPV-16 oder HPV-18) waren.
(2) Mittlere Nachbeobachtung von 40 Monaten nach der 3. Dosis.
Die Wirksamkeit betrug bei der Ereignis-getriggerten Analyse 94,3 % (96,1 % KI: 91,5; 96,3) gegeneine persistierende Infektion über einen Zeitraum von 6 Monaten und 91,4 % (96,1 % KI: 89,4; 95,4)gegen eine persistierende Infektion über einen Zeitraum von 12 Monaten.
Wirksamkeit des Impfstoffes gegen HPV-16/18 bei Frauen mit einer nachgewiesenen HPV-16- oder
HPV-18-Infektion zu Studienbeginn
Es gibt keinen Nachweis, dass die Frauen vor einer Erkrankung geschützt sind, die durch HPV-Typenverursacht werden, für die sie zu Studienbeginn HPV-DNA-positiv waren. Jedoch sind die Frauen, diebereits vor der Impfung mit einem der in dem Impfstoff enthaltenen HPV-Typen infiziert sind (HPV-
DNA-positiv), vor Erkrankungen, die durch den anderen HPV-Typen verursacht werden, geschützt.
Wirksamkeit gegen die HPV-Typen 16 und 18 bei Frauen mit und ohne vorangegangene Infektionoder Erkrankung
Die gesamte geimpfte Kohorte (TVC = 'Total Vaccinated Cohort“) umfasste alle Frauen, diemindestens eine Impfdosis erhalten hatten, ungeachtet ihres HPV-DNA-Status, der Zytologie und
Serostatus zu Studienbeginn. Diese Kohorte enthielt Frauen mit oder ohne bestehender und/odervorangegangener HPV-Infektion. Die Fallzahlbestimmung für die TVC-Kohorte begann am Tag 1nach der ersten Dosis.
Die Schätzungen zur Wirksamkeit sind in der TVC-Kohorte niedriger, da diese Kohorte Frauen mitbereits bestehenden Infektionen/Läsionen enthält, und nicht erwartet wird, dass diese durch Cervarixbeeinflusst werden.
Die TVC-Kohorte entspricht in etwa der allgemeinen Bevölkerung von Frauen im Alter von 15 bis 25
Jahren.
Die Wirksamkeit des Impfstoffes gegen hochgradige Zervixläsionen, die mit HPV-16/18 assoziiertsind, in der gesamten geimpften Kohorte (TVC) am Ende der Studie wird in Tabelle 3 gezeigt.
Tabelle 3: Wirksamkeit des Impfstoffes gegen hochgradige Zervixläsionen, die mit HPV-16/18assoziiert sind (TVC-Kohorte)
TVC-Kohorte(1)
HPV-16/18-Endpunkt Analyse am Studienende(2)
Cervarix Kontrolle % Wirksamkeit (95 % KI)(N = 8 694) (N = 8 708)n n
CIN2+ 90 228 60,7 % (49,6; 69,5)
CIN3+ 51 94 45,7 % (22,9; 62,2)
N = Anzahl der Frauen in jeder Gruppen = Anzahl der Fälle(1) TVC-Kohorte: umfasst alle geimpften Frauen, die mindestens eine Impfdosis erhaltenhatten, ungeachtet ihres HPV-DNA-Status, der Zytologie und des Serostatus zu
Studienbeginn. Diese Kohorte enthält Frauen mit vorbestehenden Infektionen/Läsionen.
(2) Mittlere Nachbeobachtung von 44 Monaten nach der 1. Dosis.
Die Wirksamkeit des Impfstoffes gegen virologische Endpunkte (persistierende Infektion über einen
Zeitraum von 6 und 12 Monaten) im Zusammenhang mit HPV-16/18 in der TVC-Kohorte am Endeder Studie wird in Tabelle 4 gezeigt.
Tabelle 4: Wirksamkeit des Impfstoffes gegen virologische Endpunkte im Zusammenhang mit
HPV-16/18 (TVC-Kohorte)
TVC-Kohorte(1)
HPV-16/18-Endpunkt Analyse am Studienende(2)
Cervarix Kontrolle % Wirksamkeit (95 % KI)n/N n/N
Persistierende Infektion 504/8 863 1.227/8 870 60,9 % (56,6; 64,8)über einen Zeitraumvon 6 Monaten
Persistierende Infektion 335/8 648 767/8 671 57,5 % (51,7; 62,8)über einen Zeitraumvon 12 Monaten
N = Anzahl der Frauen in jeder Gruppen = Anzahl der Fälle(1) TVC-Kohorte: umfasst alle geimpften Frauen, die mindestens eine Impfdosis erhaltenhatten, ungeachtet ihres HPV-DNA-Status, der Zytologie und des Serostatus zu
Studienbeginn.
(2) Mittlere Nachbeobachtung von 44 Monaten nach der 1. Dosis.
Allgemeine Auswirkungen des Impfstoffes auf die Krankheitslast durch HPV-Infektionen
In der Studie HPV-008 wurde die Inzidenz von hochgradigen Zervixläsionen zwischen der Impfstoff-und der Kontrollgruppe ungeachtet des HPV-DNA-Typs in der Läsion verglichen. Am Ende der
Studie wurde die Wirksamkeit des Impfstoffes gegen hochgradige Läsionen in der TVC- und TVC-naiven Kohorte gezeigt (siehe Tabelle 5). Die TVC-naive Kohorte ist eine Untergruppe der TVC-
Kohorte, die Frauen mit normaler Zytologie umfasst, und die zu Studienbeginn HPV-DNA-negativ für14 onkogene HPV-Typen und seronegativ für HPV-16 und HPV-18 waren.
Tabelle 5: Wirksamkeit des Impfstoffes gegen hochgradige Zervixläsionen ungeachtet des HPV-
DNA-Typs in der Läsion
Analyse am Studienende(3)
Cervarix Kontrolle % Wirksamkeit (95 % KI)
N Fälle N Fälle
CIN2+
TVC-naive Kohorte(1) 5 466 61 5 452 172 64,9 % (52,7; 74,2)
TVC-Kohorte(2) 8 694 287 8 708 428 33,1 % (22,2; 42,6)
CIN3+
TVC-naive Kohorte(1) 5 466 3 5 452 44 93,2 % (78,9; 98,7)
TVC-Kohorte(2) 8 694 86 8 708 158 45,6 % (28,8; 58,7)
N = Anzahl der Frauen in jeder Gruppe(1) TVC-naive Kohorte: umfasst alle geimpften Frauen (die mindestens eine Impfdosiserhalten hatten) mit normaler Zytologie, und die zu Studienbeginn HPV-DNA-negativ für14 onkogene HPV-Typen sowie seronegativ für HPV-16 und HPV-18 waren.
(2) TVC-Kohorte: umfasst alle geimpften Frauen, die mindestens eine Impfdosis erhaltenhatten, ungeachtet ihres HPV-DNA-Status, der Zytologie und des Serostatus zu
Studienbeginn.
(3) Mittlere Nachbeobachtung von 44 Monaten nach der 1. Dosis.
Nach Auswertung der Daten am Ende der Studie reduzierte Cervarix die Anwendung bestimmter
Verfahren zur Zervixbehandlung (einschließlich Schlingen-[LEEP], Messer- oder Laserkonisation) um70,2 % (95 % KI: 57,8; 79,3) in der TVC-naiven Kohorte und um 33,2 % (95 % KI: 20,8; 43,7) in der
TVC-Kohorte.
Wirksamkeit bezüglich Kreuzprotektion
Die Wirksamkeit von Cervarix bezüglich Kreuzprotektion gegen histopathologische und virologische
Endpunkte (persistente Infektion) wurde in Studie HPV-008 für 12 nicht im Impfstoff enthalteneonkogene HPV-Typen untersucht. Die Studie war nicht zur Beurteilung der Wirksamkeit gegen
Erkrankungen ausgelegt, die durch die einzelnen HPV-Typen verursacht wurden. Die Analyse zumprimären Endpunkt war durch multiple Ko-Infektionen in den CIN2+-Läsionen beeinflusst. Anders alshistopathologische Endpunkte, sind virologische Endpunkte weniger durch multiple Infektionenbeeinflussbar.
Es wurde für HPV-31, HPV-33 und HPV-45 eine konsistente Kreuzprotektion für die Endpunktepersistierende Infektion über einen Zeitraum von 6 Monaten und CIN2+ in allen Studien-Kohortengezeigt.
Die Wirksamkeit des Impfstoffes gegen persistierende Infektion über einen Zeitraum von 6 Monatenund CIN2+ am Ende der Studie wird für die einzelnen nicht im Impfstoff enthaltenen onkogenen
HPV-Typen in Tabelle 6 gezeigt (ATP-Kohorte).
Tabelle 6: Wirksamkeit des Impfstoffes gegen nicht im Impfstoff enthaltene onkogene HPV-Typen
ATP-Kohorte(1)
HPV-Typ Persistierende Infektion über einen CIN2+
Zeitraum von 6 Monaten
Cervarix Kontrolle % Cervarix Kontrolle %
Wirksamkeit Wirksamkeitn n (95 % KI) n n (95 % KI)
HPV-16-verwandte Typen (A9-Spezies)
HPV-31 58 247 76,8 % 5 40 87,5 %(69,0; 82,9) (68,3; 96,1)
HPV-33 65 117 44,8 % 13 41 68,3 %(24,6; 59,9) (39,7; 84,4)
HPV-35 67 56 -19,8 % 3 8 62,5 %(< 0,0; 17,2) (< 0,0; 93,6)
HPV-52 346 374 8,3 % 24 33 27,6 %(< 0,0; 21,0) (< 0,0; 59,1)
HPV-58 144 122 -18,3 % 15 21 28,5 %(< 0,0; 7,7) (< 0,0; 65,7)
HPV-18-verwandte Typen (A7-Spezies)
HPV-39 175 184 4,8 % 4 16 74,9 %(< 0,0; 23,1) (22,3; 93,9)
HPV-45 24 90 73,6 % 2 11 81,9 %(58,1; 83,9) (17,0; 98,1)
HPV-59 73 68 -7,5 % 1 5 80,0 %(< 0,0; 23,8) (< 0,0; 99,6)
HPV-68 165 169 2,6 % 11 15 26,8 %(< 0,0; 21,9) (< 0,0; 69,6)
Andere Typen
HPV-51 349 416 16,6 % 21 46 54,4 %(3,6; 27,9) (22,0; 74,2)
HPV-56 226 215 -5,3 % 7 13 46,1 %(< 0,0; 13,1) (< 0,0; 81,8)
HPV-66 211 215 2,3 % 7 16 56,4 %(< 0,0; 19,6) (< 0,0; 84,8)n = Anzahl der Fälle(1) ATP-Kohorte: umfasst Frauen, die 3 Impfdosen erhielten und die im Monat 0 und Monat 6 HPV-
DNA-negativ für den relevanten HPV-Typ waren.
Die Grenzwerte des Konfidenzintervalls zur Wirksamkeit des Impfstoffes wurden berechnet. Wennder untere Grenzwert des Konfidenzintervalls kleiner 0 ist, ist die Wirksamkeit nicht statistischsignifikant.
Die Wirksamkeit gegen CIN3 wurde nur für HPV-31 nachgewiesen und es gibt keinen Beleg für die
Wirksamkeit gegen AIS für irgendeinen der HPV-Typen.
Klinische Wirksamkeit bei Frauen ab 26 Jahren
Die Wirksamkeit von Cervarix wurde in einer doppelblinden, randomisierten Phase III-Studie (HPV-015) bei insgesamt 5 778 Frauen im Alter von 26 bis 72 Jahren (im Mittel 37,0 Jahre) untersucht. Die
Studie wurde in Nordamerika, Lateinamerika, Europa und im asiatisch-pazifischen Raumdurchgeführt. Die finale Analyse wurde nach Studienabschluss, 7 Jahre nach der 1. Impfung,durchgeführt.
Der primäre Endpunkt war eine Kombination aus einem virologischen und einem histopathologischen
Endpunkt: Eine persistierende Infektion mit HPV-16/18 über einen Zeitraum von 6 Monaten und/oder
CIN1+. Die primäre Wirksamkeitsanalyse wurde in der ATP-Kohorte für die Wirksamkeit und in der
TVC-Kohorte, welche eine Untergruppe von bis zu 15 % Frauen mit einer HPV-assoziierten Infektionoder Erkrankung in der Vergangenheit einschloss (definiert als zwei oder mehrereaufeinanderfolgende anormale Abstriche, anormale Kolposkopie oder Biopsie, oder Behandlung der
Zervix nach anormalen Abstrichen oder Kolposkopiebefunden), durchgeführt. Die Einbeziehungdieser Untergruppe ermöglichte die Beurteilung der prophylaktischen Wirksamkeit in einer
Population, von der angenommen wird, dass sie die alltägliche Praxis wiederspiegelt: Im Allgemeinenerhalten erwachsene Frauen im Alter der Zielgruppe zervikale Vorsorgeuntersuchungen.
Die Wirksamkeit des Impfstoffes nach Studienabschluss ist in Tabelle 7 zusammengefasst.
Es gibt keinen Beleg dafür, ob die Prävention von Infektionen, die mindestens 6 Monate persistieren,ein relevanter Surrogatmarker für die Prävention von Zervixkarzinomen bei Frauen ab einem Altervon 26 Jahren ist.
Tabelle 7: Wirksamkeit des Impfstoffes nach Studienabschluss von Studie HPV-015
Endpunkt ATP(1) TVC(2)
Cervarix Kontrolle % Cervarix Kontrolle %
Wirksamkeit Wirksamkeitn/N n/N (96,2 % KI) n/N n/N (96,2 % KI)
HPV-16/18
PI 6M 7/1 852 71/1 818 90,5 % 93/2 768 209/2 778 56,8 %und/oder (78,6; 96,5) (43,8; 67,0)
CIN1+
PI 6M 6/1 815 67/1 786 91,4 % 74/2 762 180/2 775 60 %(79,4; 97,1) (46,4; 70,4)
CIN2+ 1/1 852 6/1 818 83,7 % 33/2 733 51/2 735 35,8 %(< 0,0; 99,7) (< 0,0; 61,0)
ASC-US+ 3/1 852 47/1 818 93,8 % 38/2 727 114/2 732 67,3 %(79,9; 98,9) (51,4; 78,5)
PI 6M bei 3/851 13/837 78 % 42/1 211 65/1 192 38,7 %
Frauen, (15,0; 96,4) (6,3; 60,4)die zum
Zeitpunktdes
Studien-startsseropositivwaren
Wirksamkeit bezüglich Kreuzprotektion
HPV-31 10/2 073 29/2 090 65,8 % 51/2 762 71/2 775 29 %
PI 6M (24,9; 85,8) (< 0,0; 52,5)
HPV-45 9/2 106 30/2 088 70,7 % 22/2 762 60/2 775 63,9 %
PI 6M (34,2; 88,4) (38,6; 79,6)
HPV-31 5/2 117 23/2 127 78,4 % 34/2 727 55/2 732 38,7 %
ASC-US+ (39,1; 94,1) (2,0; 62,3)
HPV-45 5/2 150 23/2 125 78,7 % 13/2 727 38/2 732 66,1 %
ASC-US+ (40,1; 94,1) (32,7; 84,1)
N = Anzahl der Frauen in jeder Gruppen = Anzahl der Frauen in jeder Gruppe, bei denen über mindestens ein Ereignis berichtet wurde
PI 6M = persistierende Infektion über einen Zeitraum von 6 Monaten
KI = Konfidenzintervall
ASC-US = atypische Zellen mit unbekannter Signifikanz (anormale Zytologie)(1) 3 Impfdosen, DNA-negativ und seronegativ im Monat 0 (sofern nicht näher spezifiziert) und
DNA-negativ für den relevanten HPV-Typ (HPV-16 und/oder HPV-18) im Monat 6(2) mindestens 1 Impfdosis im Monat 0, ungeachtet des HPV-DNA- und Serostatus (sofern nichtnäher spezifiziert); schließt 15 % Frauen mit einer HPV-Erkrankung/Infektion in der
Vorgeschichte ein
Die Wirksamkeit gegen ≥ ASC-US (anormale Zytologie) einhergehend mit onkogenen Typen, dienicht im Impfstoff enthalten sind, betrug 37,2 % (96 % KI: 21,3; 50,1) (ATP).
Die Wirksamkeit gegen CIN1+ ungeachtet der HPV-Typen, die in der Läsion nachgewiesen wurden,betrug 22,9 % (96,2 % KI: 4,8; 37,7) (TVC).
Es gab keinen Beleg für den Schutz von Frauen ab 25 Jahren vor durch HPV verursachte
Erkrankungen, die zu Beginn der Studie DNA-positiv waren und/oder eine anormale Zytologieaufwiesen.
ImmunogenitätImmunantwort auf Cervarix nach der Grundimmunisierung
Ein minimaler Antikörperspiegel, der durch einen der im Impfstoff enthaltenen HPV-Typenhervorgerufen und mit einem Schutz gegen CIN Grad 2 oder 3 oder gegen eine persistierende
Infektion assoziiert wird, ist für HPV-Impfstoffe nicht definiert.
Die Antikörper-Antwort auf HPV-16 und HPV-18 wurde mit einem typspezifischen, direkten ELISA(Version 2, MedImmune-Methodik, von GSK modifiziert) gemessen, für den gezeigt wurde, dass ermit dem Pseudovirion-basierten Neutralisationstest (PBNA) korreliert.
Die Immunogenität, die durch 3 Dosen Cervarix hervorgerufen wird, wurde bei 5.465 weiblichen
Probandinnen im Alter von 9 bis 55 Jahren und über 800 männlichen Probanden im Alter von 10 bis18 Jahren untersucht.
In klinischen Studien betrug die Serokonversionsrate für die beiden HPV-Typen 16 und 18 beiursprünglich seronegativen Probanden einen Monat nach der dritten Dosis mehr als 99 %. Die durchden Impfstoff induzierten geometrischen Mittelwerte (GMT) für IgG waren weit über den Titern, diebei Frauen mit vorangegangenen Infektionen, bei denen die HPV-Infektion ausgeheilt war (natürliche
Infektion), beobachtet wurden. Ursprünglich seropositive und seronegative Probanden erreichtenvergleichbare Titer nach der Impfung.
Persistenz der Immunantwort auf Cervarix
Die Studie 001/007 mit Frauen im Alter von 15 bis 25 Jahren zum Zeitpunkt der Impfung untersuchtedie Immunantwort gegen HPV-16 und HPV-18 bis zu 76 Monate nach der ersten Impfdosis. In Studie023 (eine Untergruppe von Studie 001/007) wurde die Immunantwort bis zum Monat 113 weiteruntersucht. Von 92 Frauen in der Impfstoffgruppe lagen Daten zur Immunogenität im Zeitraum von
Monat 107 bis Monat 113 nach der ersten Impfstoffdosis vor (mittlere Nachbeobachtung von 8,9
Jahren). Von diesen Frauen blieben 100 % (95 % KI: 96,1; 100) im ELISA-Test seropositiv für HPV-16 und HPV-18.
Die durch den Impfstoff induzierten GMTs für IgG für HPV-16 und HPV-18 waren im Monat 7 amhöchsten und fielen bis zum Monat 18 auf ein Plateau ab, das bis zum Ende der
Nachbeobachtungsphase im Zeitraum Monat 107 bis Monat 113 konstant blieb. Die ELISA GMTs für
HPV-16 und HPV-18 waren am Ende der Nachbeobachtungsphase noch mindestens 10-fach höher alsdie ELISA GMTs bei Frauen, bei denen eine natürliche HPV-Infektion ausgeheilt war.
In der klinischen Studie 008 war die Immunogenität bis zum Monat 48 vergleichbar mit der
Immunantwort, die in der Studie 001 beobachtet wurde. Es wurde ein vergleichbares kinetisches Profilfür die neutralisierenden Antikörper beobachtet.
In einer anderen klinischen Studie (Studie 014) mit Frauen im Alter von 15 bis 55 Jahren waren alle
Probandinnen nach der dritten Dosis (im Monat 7) seropositiv für HPV-16 und HPV-18. Jedoch warendie GMTs bei Frauen über 25 Jahren niedriger. 470 Frauen (142 im Alter von 15 bis 25 Jahren, 172 im
Alter von 26 bis 45 Jahren und 156 im Alter von 46 bis 55 Jahren), die die Studie HPV-014 beendetund das 3-Dosen-Impfschema erhalten hatten, wurden in der Verlängerungsstudie HPV-060 für bis zu10 Jahre weiter beobachtet. 10 Jahre nach Verabreichung der ersten Dosis waren 100 % der Frauen inder Gruppe der 15- bis 25-Jährigen, 99,2 % in der Gruppe der 26- bis 45-Jährigen und 96,3 % in der
Gruppe der 46- bis 55-Jährigen noch seropositiv für HPV-16 und jeweils 99,2 %, 93,7 % und 83,8 %für HPV-18. In allen Altersgruppen blieben die GMTs für HPV-16 mindestens 5- bis 32-fach höherund für HPV-18 mindestens 3- bis 14-fach höher als die GMTs bei Frauen, bei denen für beide HPV-
Typen eine natürliche Infektion ausgeheilt war.
Beleg für eine anamnestische Immunantwort (Immungedächtnis)
In Studie 024 (eine Untergruppe der Studie 001/007) erhielten 65 Frauen eine zusätzliche Impfung
Cervarix in einem mittleren Abstand von 6,8 Jahren nach Verabreichung der ersten Impfstoffdosis. Eswurde eine anamnestische Immunantwort auf HPV-16 und HPV-18 eine Woche und einen Monatnach der zusätzlichen Impfung beobachtet (gemessen mit ELISA). Die GMTs, die einen Monat nachder zusätzlichen Impfung beobachtet wurden, waren höher als die GMTs einen Monat nach Abschlussder 3-Dosen-Grundimmunisierung.
Übertragbarkeit der Wirksamkeitsdaten von Cervarix von jungen, erwachsenen Frauen auf Mädchen
In einer gepoolten Analyse (HPV-029, HPV-030, HPV-048) waren 99,7 % bzw. 100 % der Mädchenim Alter von 9 Jahren nach der dritten Dosis (im Monat 7) seropositiv für HPV-Typ 16 bzw. 18. Die
GMTs waren mindestens 1,4-fach bzw. 2,4-fach höher als bei Mädchen/Frauen im Alter von 10 bis 14bzw. 15 bis 25 Jahren.
In zwei klinischen Studien (HPV-012 und HPV-013), die bei Mädchen im Alter von 10 bis 14 Jahrendurchgeführt wurden, waren alle Probandinnen nach der dritten Dosis (im Monat 7) seropositiv für
HPV-Typ 16 und 18. Die GMTs waren mindestens 2-fach höher als bei Frauen im Alter von 15 bis 25
Jahren.
In klinischen Studien (HPV-070 und HPV-048), in denen Cervarix bei Mädchen im Alter von 9 bis 14
Jahren in einem 2-Dosen-Impfschema (0, 6 Monate oder 0, 12 Monate) und bei jungen Frauen im
Alter von 15 bis 25 Jahren gemäß des Standard-3-Dosen-Impfschemas (0, 1, 6 Monate) verabreichtwurde, waren alle Mädchen/Frauen einen Monat nach der zweiten Dosis seropositiv für HPV-Typ 16und 18. Die Immunantwort bei Mädchen im Alter von 9 bis 14 Jahren nach 2 Dosen war der
Immunantwort bei Frauen im Alter von 15 bis 25 Jahren nach 3 Dosen nicht unterlegen.
Auf Grundlage dieser Immunogenitätsdaten kann abgeleitet werden, dass die Wirksamkeit von
Cervarix auf Mädchen im Alter von 9 bis 14 Jahren übertragbar ist.
Dauer der Immunantwort bei Frauen ab 26 Jahren
In der Phase III-Studie (HPV-015) mit Frauen ab 26 Jahren waren alle Probandinnen einen Monatnach der dritten Dosis seropositiv. Zum Zeitpunkt 84 Monate, d. h. 78 Monate nach Beendigung dervollständigen Impfserie, blieben 99,3 % bzw. 95,9 % der zu Beginn seronegativen Frauen seropositivfür Antikörper gegen HPV-16 bzw. HPV-18. Alle zu Beginn seropositiven Frauen blieben seropositivfür Antikörper gegen HPV-16 und HPV-18.
Die Antikörpertiter waren im Monat 7 am höchsten, fielen dann allmählich bis zum Monat 18 ab undstabilisierten sich auf einem Plateau, das bis zum Monat 84 konstant blieb.
Immunogenität bei Jungen im Alter von 10 bis 18 Jahren
Die Immunogenität bei Jungen wurde in den 2 klinischen Studien HPV-011 (N = 173) und HPV-040(N = 556) untersucht. Die Daten zeigten bei den männlichen Probanden Immunogenitäten, die mitdenen weiblicher Probandinnen vergleichbar waren. In Studie HPV-011 wurden alle Probandensowohl für HPV-16 als auch für HPV-18 seropositiv, und die GMT-Spiegel waren den in der Studie
HPV-012 bei Frauen im Alter von 15 bis 25 Jahren beobachteten GMT-Spiegel nicht unterlegen.
Übertragbarkeit der klinischen Wirksamkeit gegen anale Läsionen und Karzinome
Es wurden keine Wirksamkeitsstudien gegen prämaligne anale Läsionen mit Cervarix durchgeführt.
Studien, die bei Mädchen im Alter von 9 bis 14 Jahren (Studie HPV-071) sowie bei Frauen im Altervon 18 bis 45 Jahren (Studie HPV-010) durchgeführt wurden, haben jedoch durchgehend eine höhere
Immunantwort mit Cervarix gegenüber dem Vergleichsimpfstoff gezeigt, für den durchaussagekräftige Wirksamkeitsdaten gegen prämaligne anale Läsionen ein Schutz nachgewiesen wurde.
Immunogenität bei HIV-infizierten Frauen
In zwei klinischen Studien wurde die Sicherheit und Immunogenität von Cervarix untersucht:1. In der in Südafrika durchgeführten Studie HPV-020 erhielten 22 nicht mit HIV infizierte und 42
HIV-infizierte Frauen Cervarix (klinische Stufe 1 der WHO; ATP-Kohorte für Immunogenität).2. Die Studie HPV-019, eine Vergleichsstudie zwischen Cervarix und einem tetravalenten HPV-
Impfstoff, wurde bei 289 nicht mit HIV infizierten (ATP-Kohorte = 157) und 257 HIV-infizierten Frauen (ATP-Kohorte = 166) im Alter von 15 bis 25 Jahren in Brasilien, Estland,
Indien und Thailand durchgeführt.
Zu Studienbeginn mussten die mit HIV infizierten Frauen in beiden Studien unabhängig von ihremvorherigen klinischen Stadium asymptomatisch sein. Sie durften keine nachweisbare Viruslast (d. h.eine Viruslast < 400 Kopien/ml) für mindestens sechs Monate aufweisen, wenn sie bereits mindestensein Jahr lang eine antiretrovirale Therapie (ART) (Studie HPV-020) oder eine hochaktiveantiretrovirale Therapie (HAART) (Studie HPV-019) erhalten hatten. Sie durften keine Diagnose eineraktiven Tuberkulose (TB) haben oder eine TB-Therapie erhalten. In Studie HPV-019 mussten siezudem eine CD4-Zellzahl > 350 Zellen/mm3 aufweisen.
In beiden Studien betrug die Serokonversionsrate im Monat 7 bei HIV-infizierten Frauen, die Cervarixerhielten, 100 % für die beiden Antigene in der ATP-Kohorte. In der Studie HPV-019 betrug die
Seropositivitätsrate im Monat 24 nach der Impfung mit Cervarix 100 % für HPV-16-Antikörper und >96 % für HPV-18-Antikörper, wobei der geometrische Mittelwert der Konzentration (GMC) mehr als12-mal höher war als bei einer natürlichen HPV-Infektion.
In beiden Studien waren die GMCs der Antikörper bei HIV-infizieren Frauen niedriger als bei nichtmit HIV infizierten Frauen (nicht überlappendes 95%iges Konfidenzintervall). In der Studie HPV-019wurde im Monat 7 bei HIV-infizierten Frauen die Überlegenheit der Immunantwort von Cervarixsowohl auf HPV-16- als auch auf HPV-18-Antigene gegenüber dem tetravalenten HPV-Impfstoffnachgewiesen (anhand des Verhältnisses der GMTs der neutralisierenden Antikörper). Die klinische
Relevanz dieser Beobachtungen ist nicht bekannt. Es liegen keine klinischen Daten zur Wirksamkeitzum Schutz vor persistierender Infektion oder präkanzerösen Läsionen bei HIV-infizierten Frauen vor.
Das beobachtete Reaktogenitäts- und Sicherheitsprofil von Cervarix bei HIV-infizierten Frauenentsprach dem bekannten Sicherheitsprofil bei gesunden Frauen (siehe Abschnitt 4.8).