Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels CELSENTRI 150mg tablets
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
CELSENTRI 25 mg Filmtabletten
CELSENTRI 75 mg Filmtabletten
CELSENTRI 150 mg Filmtabletten
CELSENTRI 300 mg Filmtabletten
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
CELSENTRI 25 mg Filmtabletten
Jede Filmtablette enthält 25 mg Maraviroc.
Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: Eine Filmtablette mit 25 mg enthält 0,14 mg entölte
Phospholipide aus Sojabohnen (Soja-Lecithin).
CELSENTRI 75 mg Filmtabletten
Jede Filmtablette enthält 75 mg Maraviroc.
Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: Eine Filmtablette mit 75 mg enthält 0,42 mg entölte
Phospholipide aus Sojabohnen (Soja-Lecithin).
CELSENTRI 150 mg Filmtabletten
Jede Filmtablette enthält 150 mg Maraviroc.
Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: Eine Filmtablette mit 150 mg enthält 0,84 mg entölte
Phospholipide aus Sojabohnen (Soja-Lecithin).
CELSENTRI 300 mg Filmtabletten
Jede Filmtablette enthält 300 mg Maraviroc.
Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: Eine Filmtablette mit 300 mg enthält 1,68 mg entölte
Phospholipide aus Sojabohnen (Soja-Lecithin).
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Filmtablette
CELSENTRI 25 mg Filmtabletten
Blaue, bikonvexe, ovale Filmtabletten mit einer Größe von ungefähr 4,6 mm x 8,0 mm und der
Prägung 'MVC 25“.
CELSENTRI 75 mg Filmtabletten
Blaue, bikonvexe, ovale Filmtabletten mit einer Größe von ungefähr 6,74 mm x 12,2 mm und der
Prägung 'MVC 75“.
CELSENTRI 150 mg Filmtabletten
Blaue, bikonvexe, ovale Filmtabletten mit einer Größe von ungefähr 8,56 mm x 15,5 mm und der
Prägung 'MVC 150“.
CELSENTRI 300 mg Filmtabletten
Blaue, bikonvexe, ovale Filmtabletten mit einer Größe von ungefähr 10,5 mm x 19,0 mm und der
Prägung 'MVC 300“.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
CELSENTRI ist angezeigt in Kombination mit anderen antiretroviralen Arzneimitteln zur Therapievorbehandelter Erwachsener, Jugendlicher und Kinder ab einem Alter von 2 Jahren und einem
Körpergewicht von mindestens 10 kg, bei denen ausschließlich CCR5-trope HI-Viren Typ-1 (HIV-1)nachgewiesen wurden (siehe Abschnitte 4.2 und 5.1).
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
Die Therapie darf nur von einem Arzt eingeleitet werden, der in der Behandlung von HIV-Infektionenerfahren ist.
DosierungVor der Einnahme von CELSENTRI muss durch eine ausreichend validierte und empfindliche
Bestimmungsmethode anhand einer frisch entnommenen Blutprobe nachgewiesen werden, dassausschließlich CCR5-tropes HIV-1 vorliegt und kein CXCR4-tropes oder dual-/gemischt-tropes Virusnachgewiesen wurde. In den klinischen Studien mit CELSENTRI wurde hierfür der Trofile-Test von
Monogram verwendet (siehe Abschnitte 4.4 und 5.1). Aus der Vorbehandlung und durch die
Untersuchung zurückgestellter, älterer Blutproben lässt sich der virale Tropismus nicht sicher ableiten.
Es liegen derzeit keine Untersuchungen zur Wiederaufnahme einer Behandlung mit CELSENTRI bei
Patienten vor, bei denen derzeit ausschließlich CCR5-tropes HIV-1 nachweisbar ist, in deren
Anamnese jedoch ein Therapieversagen unter CELSENTRI (oder anderen CCR5-Antagonisten)auftrat mit Nachweis von CXCR4-tropem oder dual-/gemischt-tropem Virus. Zur Umstellungvirologisch supprimierter Patienten von einem Arzneimittel aus einer anderen antiretroviralen Klasseauf CELSENTRI liegen keine Daten vor. Hier sollten alternative Therapieoptionen erwogen werden.
ErwachseneDie empfohlene Dosis von CELSENTRI beträgt 150 mg zweimal täglich (mit einem starken CYP3A-
Inhibitor mit oder ohne einen starken CYP3A-Induktor), 300 mg zweimal täglich (ohne starke
CYP3A-Inhibitoren oder -Induktoren) oder 600 mg zweimal täglich (mit einem starken CYP3A-
Induktor ohne einen starken CYP3A-Inhibitor) in Abhängigkeit von Interaktionen mit der gleichzeitigangewendeten antiretroviralen Therapie und mit anderen Arzneimitteln (siehe Abschnitt 4.5).
Kinder ab einem Alter von 2 Jahren und einem Gewicht von mindestens 10 kg
Die empfohlene Dosis von CELSENTRI sollte auf Basis des Körpergewichts (kg) vorgenommenwerden und darf die empfohlene Dosis für Erwachsene nicht überschreiten. Falls ein Kind die
CELSENTRI Tabletten nicht zuverlässig schlucken kann, sollte die Lösung zum Einnehmen(20 mg/ml) verschrieben werden (siehe Fachinformation von CELSENTRI Lösung zum Einnehmen).
Die empfohlene Dosis von CELSENTRI variiert in Abhängigkeit von Interaktionen mit dergleichzeitig angewendeten antiretroviralen Therapie und mit anderen Arzneimitteln. Siehe
Abschnitt 4.5 für die entsprechende Erwachsenen-Dosierung.
Viele Arzneimittel haben durch Arzneimittelwechselwirkungen schwerwiegende Auswirkungen aufdie Maraviroc-Exposition. Bevor die Dosis von CELSENTRI anhand des Körpergewichts festgelegtwerden kann, ist zunächst sorgfältig die entsprechende Dosis für Erwachsene zu bestimmen (siehe
Tabelle 2 in Abschnitt 4.5). Die entsprechende Dosis für Kinder und Jugendliche kann anschließendder unten stehenden Tabelle 1 entnommen werden. Ein in der HIV-Therapie erfahrener Arzt oder
Apotheker ist um Rat zu fragen, falls weiterhin Unsicherheit besteht.
Tabelle 1: Empfohlenes Dosierungsschema für Kinder im Alter ab 2 Jahren und einem
Körpergewicht von mindestens 10 kg
Dosis von CELSENTRI für Kinder basierend auf dem
Dosis für Begleit- Körpergewicht
Erwachsene* medikationen 10 bis 20 bis 30 bis mindestens< 20 kg < 30 kg < 40 kg 40 kg
CELSENTRI mit
Substanzen, die150 mg 50 mg 75 mg 100 mg 150 mgstarke CYP3A-zweimal zweimal zweimal zweimal zweimal
Inhibitoren sind (mittäglich täglich täglich täglich täglichoder ohne einen
CYP3A-Induktor)
CELSENTRI mit
Substanzen, die300 mg 300 mg 300 mgkeine starken Es fehlen Daten, um diesezweimal zweimal zweimal
CYP3A-Inhibitoren Dosen zu belegen.täglich täglich täglichoder -Induktorensind
CELSENTRI mit
Es fehlen Daten, um diese Dosen zu belegen. Daher wird
Substanzen, die600 mg die Anwendung von CELSENTRI bei Kindern mit
CYP3A-Induktorenzweimal gleichzeitig interagierenden Arzneimitteln, die beisind (ohne einentäglich Erwachsenen eine Dosis von 600 mg zweimal täglichstarken CYP3A-erfordern würden, nicht empfohlen.
Inhibitor)
* basierend auf den Arzneimittelwechselwirkungen (siehe Abschnitt 4.5)
Besondere PatientengruppenÄltere PatientenBei Patienten über 65 Jahre liegen nur eingeschränkte Erfahrungen vor (siehe Abschnitt 5.2). Dahersollte CELSENTRI bei dieser Patientenpopulation mit Vorsicht angewendet werden.
NierenfunktionsstörungBei erwachsenen Patienten mit einer Kreatinin-Clearance von < 80 ml/min, die auch starke CYP3A4-
Inhibitoren als Begleitmedikation erhalten, sollte das Dosierungsintervall von Maraviroc auf 150 mgeinmal täglich angepasst werden (siehe Abschnitte 4.4 und 4.5).
Beispiele für Wirkstoffe bzw. Regime mit einer solchen starken CYP3A4-inhibierenden Aktivitätsind:
* Ritonavir-geboosterte Proteaseinhibitoren (mit Ausnahme von Tipranavir/Ritonavir),
* Cobicistat,
* Itraconazol, Voriconazol, Clarithromycin und Telithromycin,
* Telaprevir und Boceprevir.
CELSENTRI sollte bei erwachsenen Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung(CLcr < 30 ml/min), die starke CYP3A4-Inhibitoren erhalten, mit Vorsicht angewendet werden (siehe
Abschnitte 4.4 und 5.2).
Bei Kindern und Jugendlichen mit Nierenfunktionsstörung liegen keine Daten vor, um einespezifische Dosierungsempfehlung geben zu können. Daher sollte CELSENTRI bei dieser
Patientengruppe mit Vorsicht angewendet werden.
LeberfunktionsstörungBei erwachsenen Patienten mit Leberfunktionsstörung liegen nur begrenzte Daten vor und bei Kindernund Jugendlichen sind keine Daten für eine spezifische Dosierungsempfehlung bei
Leberfunktionsstörung verfügbar. Daher sollte CELSENTRI bei Patienten mit Leberfunktionsstörungmit Vorsicht angewendet werden (siehe Abschnitte 4.4 und 5.2).
Kinder und Jugendliche (Kinder, die jünger als 2 Jahre sind oder weniger als 10 kg wiegen)
Bei Kindern im Alter von unter 2 Jahren oder mit einem Körpergewicht von weniger als 10 kg wurdedie Sicherheit und Wirksamkeit von CELSENTRI nicht nachgewiesen (siehe Abschnitt 5.2). Es sindkeine Daten verfügbar.
Art der AnwendungOrale Anwendung.CELSENTRI kann zu einer Mahlzeit oder unabhängig davon eingenommen werden.
4.3 Kontraindikationen
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, gegen Erdnüsse oder Soja oder einen der in Abschnitt 6.1genannten sonstigen Bestandteile.
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Lebererkrankung
Bei Patienten mit ausgeprägten Leberfunktionsstörungen wurde die Sicherheit und Wirksamkeit von
Maraviroc nicht speziell untersucht.
Im Zusammenhang mit der Einnahme von Maraviroc wurden Fälle von Hepatotoxizität und
Leberversagen berichtet, die Kennzeichen einer Allergie zeigten. Weiterhin wurde unter Maraviroc in
Studien an vorbehandelten Personen mit einer HIV-Infektion ein Anstieg der hepatischen
Nebenwirkungen beobachtet, ohne dass es jedoch zu einer generellen Zunahme von Grad-3/4-
Leberfunktionsstörungen nach ACTG-Klassifikation gekommen wäre (siehe Abschnitt 4.8). Die beinicht vorbehandelten Patienten beobachteten hepatobiliären Störungen traten gelegentlich auf undwaren gleichmäßig über die Behandlungsgruppen verteilt (siehe Abschnitt 4.8). Bei Patienten mitbereits bestehenden Leberfunktionsstörungen, einschließlich chronisch aktiver Hepatitis, kann die
Häufigkeit von Leberfunktionsstörungen unter einer antiretroviralen Kombinationstherapie zunehmen.
Sie müssen entsprechend gängiger Praxis überwacht werden.
Ein Abbruch der Therapie mit Maraviroc muss bei all den Patienten erwogen werden, die Symptomeeiner akuten Hepatitis entwickeln. Dies gilt besonders dann, wenn eine arzneimittelbedingte
Überempfindlichkeitsreaktion vermutet wird oder wenn erhöhte Lebertransaminasen zusammen miteinem Hautausschlag oder anderen systemischen Symptomen einer potenziellen Überempfindlichkeit(z. B. juckender Hautausschlag, Eosinophilie oder erhöhtes IgE) auftreten.
Bei Patienten mit einer Hepatitis-B- und/oder Hepatitis-C-Virus-Koinfektion liegen nur begrenzte
Daten vor (siehe Abschnitt 5.1). Bei der Behandlung dieser Patienten ist Vorsicht geboten. Beachten
Sie bitte im Falle einer begleitenden antiviralen Therapie gegen Hepatitis B und/oder C dieentsprechenden Produktinformationen dieser Arzneimittel.
Da nur eingeschränkte Erfahrungen bei Patienten mit Leberfunktionsstörungen vorliegen, muss
Maraviroc bei dieser Patientengruppe mit Vorsicht angewendet werden (siehe Abschnitte 4.2 und 5.2).
Schwere Haut- und Hypersensitivitäts-Reaktionen
Bei Patienten, die CELSENTRI einnehmen, wurden Hypersensitivitäts-Reaktionen einschließlichschwerer und potentiell lebensbedrohlicher Ereignisse berichtet. In den meisten Fällen wurde
Maraviroc gleichzeitig mit anderen Arzneimitteln, für die es einen Zusammenhang mit diesen
Reaktionen gibt, eingenommen. Diese Reaktionen umfassen Ausschlag, Fieber und mitunter eine
Funktionsstörung von Organen und Leberversagen. Setzen Sie Maraviroc und andere verdächtigte
Mittel sofort ab, wenn sich Anzeichen oder Symptome schwerer Haut- oder Hypersensitivitäts-
Reaktionen entwickeln. Der klinische Zustand und relevante Blutwerte sollten beobachtet und einegeeignete symptomatische Therapie eingeleitet werden.
Kardiovaskuläre SicherheitZur Anwendung von Maraviroc bei Patienten mit schweren kardiovaskulären Erkrankungen liegen nurbegrenzte Daten vor, daher müssen diese Patienten bei einer Behandlung mit Maraviroc besonderssorgfältig überwacht werden. In den Zulassungsstudien bei vorbehandelten Patienten tratenkardiovaskuläre Ereignisse bei den mit Maraviroc behandelten Patienten häufiger auf als unter
Placebo (11 in 609 Patientenjahren vs. 0 in 111 Patientenjahren). Bei nicht vorbehandelten Patiententraten derartige Ereignisse unter Maraviroc und der Kontrolltherapie (Efavirenz) mit einervergleichbar niedrigen Häufigkeit auf.
Orthostatische HypotonieBei Gabe von Maraviroc im Rahmen von Studien mit gesunden Probanden mit höheren als denempfohlenen Dosen wurden Fälle von symptomatischer, orthostatischer Hypotonie häufiger als unter
Placebo beobachtet. Bei Patienten mit einer Begleitmedikation, von der bekannt ist, dass sie den
Blutdruck senkt, muss Maraviroc mit Vorsicht angewendet werden. Bei Patienten mit schwerer
Nierenfunktionsstörung und bei Patienten mit Risikofaktoren für eine orthostatische Hypotonie odermit einer orthostatischen Hypotonie in der Anamnese muss Maraviroc ebenfalls mit Vorsichtangewendet werden. Patienten mit kardiovaskulären Begleiterkrankungen können einem erhöhten
Risiko für kardiovaskuläre, durch orthostatische Hypotonie ausgelöste Nebenwirkungen unterliegen.
NierenfunktionsstörungBei Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung, die mit starken CYP3A-Inhibitoren odergeboosterten Proteaseinhibitoren und Maraviroc behandelt werden, kann es zu einem erhöhten Risikofür orthostatische Hypotonien kommen. Dies ist auf eine mögliche Erhöhung der
Maximalkonzentration von Maraviroc zurückzuführen, wenn Maraviroc bei diesen Patientenzusammen mit starken CYP3A-Inhibitoren oder geboosterten Proteaseinhibitoren gegeben wird.
ImmunrekonstitutionssyndromBei HIV-infizierten Patienten mit schwerem Immundefekt kann sich zum Zeitpunkt der Einleitungeiner antiretroviralen Kombinationstherapie (CART) eine entzündliche Reaktion auf asymptomatischeoder residuale opportunistische Pathogene entwickeln, die zu schweren klinischen Zuständen oder
Verschlechterung von Symptomen führt. Typischerweise wurden solche Reaktionen innerhalb derersten Wochen oder Monate nach Beginn der CART beobachtet. Entsprechende Beispiele sind CMV-
Retinitis, disseminierte und/oder lokalisierte mykobakterielle Infektionen und Pneumonien durch
Pneumocystis jiroveci (früher bekannt als Pneumocystis carinii). Jedes Entzündungssymptom ist zubewerten und, falls notwendig, eine Behandlung einzuleiten. Es liegen auch Berichte über
Autoimmunerkrankungen (wie z. B. Morbus Basedow und Autoimmunhepatitis) vor, die im Rahmeneiner Immun-Reaktivierung auftraten; allerdings ist der Zeitpunkt des Auftretens sehr variabel unddiese Ereignisse können viele Monate nach Beginn der Behandlung auftreten.
Tropismus
Maraviroc darf nur angewendet werden, wenn über eine ausreichend validierte und empfindliche
Testmethode nachgewiesen ist, dass ausschließlich CCR5-tropes HIV-1 vorliegt und kein CXCR4-tropes oder dual-/gemischt-tropes Virus nachgewiesen wurde (siehe Abschnitte 4.1, 4.2 und 5.1). Inden klinischen Studien mit Maraviroc wurde hierfür der Trofile-Test von Monogram verwendet. Ausder Vorbehandlung und durch die Untersuchung älterer Blutproben lässt sich der virale Tropismusnicht ableiten.
Bei Patienten, die mit HIV-1 infiziert sind, verändert sich der virale Tropismus im Laufe der Zeit. Daherist es notwendig, die Therapie kurz nach einem Tropismus-Test zu beginnen.
Vormals unentdeckte Minoritäten von CXCR4-tropen Viren zeigen im Hintergrund eine vergleichbare
Resistenz wie CCR5-trope Viren gegenüber anderen Klassen antiretroviraler Wirkstoffe.
Die Anwendung von Maraviroc bei bisher nicht vorbehandelten Patienten wird nicht empfohlen. Diesbasiert auf den Ergebnissen einer klinischen Studie in dieser Population (siehe Abschnitt 5.1).
DosisanpassungDa die Konzentrationen von Maraviroc und dessen therapeutische Wirkung beeinflusst werdenkönnen, muss der Arzt eine geeignete Dosisanpassung von Maraviroc sicherstellen, wenn eszusammen mit starken CYP3A4-Inhibitoren und/oder -Induktoren angewendet wird (siehe Abschnitte4.2 und 4.5). Bitte beachten Sie auch die entsprechenden Fachinformationen der anderenantiretroviralen Arzneimittel, die in der Kombinationstherapie angewendet werden.
OsteonekroseObwohl man von einer multifaktoriellen Ätiologie (einschließlich Anwendung von Kortikoiden,
Alkoholkonsum, ausgeprägte Immunsuppression und erhöhtem Body-Mass-Index) ausgeht, wurden,besonders bei Patienten mit fortgeschrittener HIV-Infektion und/oder langdauernder antiretroviraler
Kombinationstherapie (CART), Fälle von Osteonekrose berichtet. Die Patienten müssen daraufhingewiesen werden, dass sie beim Auftreten von Gelenkbeschwerden und -schmerzen, bei
Gelenksteifigkeit oder Bewegungseinschränkungen ihren Arzt aufsuchen sollen.
Mögliche Auswirkungen auf das Immunsystem
CCR5-Antagonisten können möglicherweise die Immunantwort auf bestimmte Infektionen verändern.
Dies sollte bei der Behandlung von Infektionen, wie z. B. aktiver Tuberkulose und invasiven
Pilzinfektionen berücksichtigt werden. In den Zulassungsstudien war im Behandlungsarm mit
Maraviroc und in dem mit Placebo die Häufigkeit von AIDS-definierenden Infektionen vergleichbar.
Sonstige BestandteileCELSENTRI enthält entölte Phospholipide aus Sojabohnen (Soja-Lecithin).
Bei Patienten, die auf Erdnüsse oder Soja allergisch sind, darf CELSENTRI nicht angewendet werden.
CELSENTRI enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Tablette, d.h., es ist nahezu'natriumfrei“.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Maraviroc wird über Cytochrom P450 CYP3A4 und CYP3A5 metabolisiert. Die gleichzeitige Gabevon Maraviroc zusammen mit Arzneimitteln, die CYP3A4 induzieren, kann die Plasmakonzentrationvon Maraviroc reduzieren und dessen therapeutische Wirkung verringern. Die gleichzeitige Gabe von
Maraviroc zusammen mit Arzneimitteln, die CYP3A4 inhibieren, kann die Plasmakonzentration von
Maraviroc erhöhen. Wenn Maraviroc zusammen mit starken CYP3A4-Inhibitoren und/oder CYP3A4-
Induktoren gegeben wird, wird eine Dosisanpassung von Maraviroc empfohlen. Weitere
Informationen zu gleichzeitig angewendeten Arzneimitteln folgen weiter unten (siehe Tabelle 2).
Maraviroc ist ein Substrat der Transporter P-Glykoprotein und OATP1B1; die Auswirkungen dieser
Transporter auf die Maraviroc-Exposition sind jedoch nicht bekannt.
Auf Basis der In-vitro-Daten und der klinischen Ergebnisse ist das Potenzial von Maraviroc, die
Pharmakokinetik von gleichzeitig angewendeten Arzneimitteln zu beeinflussen, niedrig. In vitro-
Studien haben gezeigt, dass Maraviroc in klinisch relevanten Konzentrationen weder OATP1B1,
MRP2 noch eines der bedeutenden P450-Enzyme (CYP1A2, CYP2B6, CYP2C8, CYP2C9,
CYP2C19, CYP2D6 und CYP3A4) inhibiert. Maraviroc zeigte keine klinisch relevanten
Auswirkungen auf die Pharmakokinetik von Midazolam, der oralen Kontrazeptiva Ethinylestradiolund Levonorgestrel oder auf das Verhältnis von 6β-Hydroxykortison/Kortison in der Niere, was aufeine fehlende Inhibition oder Induktion von CYP3A4 in vivo hinweist. Bei höheren Maraviroc-
Expositionen kann eine mögliche Inhibition von CYP2D6 nicht ausgeschlossen werden.
Die renale Clearance beträgt ca. 23 % der Gesamtclearance von Maraviroc, wenn dieses ohne
CYP3A4-Inhibitoren angewendet wird. In-vitro-Studien haben gezeigt, dass Maraviroc in klinischrelevanten Konzentrationen keine der bedeutenden renalen Aufnahmetransporter (OAT1, OAT3,
OCT2, OCTN1 und OCTN2) inhibiert. Außerdem zeigte die gleichzeitige Anwendung von Maraviroczusammen mit Tenofovir (Substrat der renalen Elimination) und Co-trimoxazol (enthält
Trimethoprim, einen renalen Kationentransport-Hemmer) keine Auswirkungen auf die
Pharmakokinetik von Maraviroc. Darüber hinaus zeigte die gleichzeitige Anwendung von Maraviroczusammen mit Lamivudin/Zidovudin keine Auswirkungen von Maraviroc auf die Pharmakokinetikvon Lamivudin (wird hauptsächlich renal eliminiert) oder Zidovudin (Metabolismus nicht über P450,renale Elimination). In vitro hemmt Maraviroc das P-Glykoprotein (IC50 = 183 µm). In vivo hat
Maraviroc jedoch keinen signifikanten Einfluss auf die Pharmakokinetik von Digoxin. Es ist nichtauszuschließen, dass Maraviroc die Exposition mit Dabigatranetexilat, einem Substrat des P-
Glykoproteins, erhöhen kann.
Tabelle 2: Wechselwirkungen und Dosierungsempfehlungen für Erwachsenea bei Anwendungmit anderen Arzneimitteln
Wirkstoffe nach Auswirkungen auf den Dosierungsempfehlungen für
Therapiegebiet geordnet Plasmaspiegel Erwachsene(CELSENTRI-Dosis Geometrisches Mittel der bei gleichzeitiger Gabein der Studie) Veränderung,wenn keine andere Angabe
ANTIINFEKTIVA
Antiretrovirale Arzneimittel
Pharmakokinetische Verstärker
Cobicistat Die Wechselwirkung wurde Bei gleichzeitiger Gabe mit einemnicht untersucht. Cobicistat-enthaltenden Regimesollte die Dosis von CELSENTRI
Cobicistat ist ein starker auf 2 x täglich 150 mg reduziert
CYP3A-Inhibitor. werden.
Nukleosidische/Nukleotidische Reverse-Transkriptase-Inhibitoren (NRTIs)
Lamivudin 150 mg 2 x tägl. Lamivudin AUC12: ↔ 1,13 Es werden keine signifikanten(Maraviroc 300 mg 2 x tägl.) Lamivudin Cmax: ↔ 1,16 Wechselwirkungen
Die Konzentration von beobachtet/erwartet. 2 x täglich
Maraviroc wurde nicht CELSENTRI 300 mg und NRTIsuntersucht. Es werden keine können ohne Dosisanpassung
Auswirkungen erwartet. zusammen gegeben werden.
Tenofovir 300 mg 1 x tägl. Maraviroc AUC12: ↔ 1,03(Maraviroc 300 mg 2 x tägl.) Maraviroc Cmax: ↔ 1,03
Die Konzentration von
Tenofovir wurde nichtuntersucht. Es werden keine
Auswirkungen erwartet.
Zidovudin 300 mg 2 x tägl. Zidovudin AUC12: ↔ 0,98(Maraviroc 300 mg 2 x tägl.) Zidovudin Cmax: ↔ 0,92
Die Konzentration von
Maraviroc wurde nichtuntersucht. Es werden keine
Auswirkungen erwartet.
Integraseinhibitoren
Elvitegravir/Ritonavir Maraviroc AUC12: ↑ 2,86 Elvitegravir ist als Einzelsubstanz150 mg/100 mg 1 x tägl. (2,33-3,51) nur in Kombination mit(Maraviroc 150 mg 2 x tägl.) Maraviroc Cmax: ↑ 2,15 bestimmten Ritonavir-(1,71-2,69) geboosterten Proteaseinhibitoren
Maraviroc C12: ↑ 4,23 indiziert.
(3,47-5,16)
Von Elvitegravir per se wird keine
Elvitegravir AUC24: ↔ 1,07 Auswirkung auf die Exposition(0,96-1,18) von Maraviroc in einem klinisch
Elvitegravir Cmax: ↔ 1,01 relevanten Ausmaß erwartet; der(0,89-1,15) beobachtete Effekt wird Ritonavir
Elvitegravir C24: ↔ 1,09 zugesprochen.
(0,95-1,26)
Somit sollte die Dosis von
CELSENTRI im Einklang mit der
Empfehlung für die gleichzeitige
Anwendung mit entsprechenden
PI/Ritonavir-Kombinationen(siehe 'Proteaseinhibitoren“)angepasst werden.
Raltegravir 400 mg 2 x tägl. Maraviroc AUC12: ↓ 0,86 Es werden keine klinisch(Maraviroc 300 mg 2 x tägl.) Maraviroc Cmax: ↓ 0,79 signifikanten Wechselwirkungenbeobachtet. 2 x täglich
Raltegravir AUC12: ↓ 0,63 CELSENTRI 300 mg und
Raltegravir Cmax: ↓ 0,67 Raltegravir können ohne
Raltegravir C12: ↓ 0,72 Dosisanpassung zusammengegeben werden.
Nicht nukleosidische Reverse-Transkriptase-Inhibitoren (NNRTIs)
Efavirenz 600 mg 1 x tägl. Maraviroc AUC12: ↓ 0,55 Bei gleichzeitiger Gabe mit(Maraviroc 100 mg 2 x tägl.) Maraviroc Cmax: ↓ 0,49 Efavirenz ohne einen
Die Konzentration von Efavirenz Proteaseinhibitor oder anderewurde nicht untersucht. Es starke CYP3A4-Inhibitoren musswerden keine Auswirkungen die Dosis von CELSENTRI auferwartet. 2 x täglich 600 mg erhöht werden.
Zur gleichzeitigen Gabe mit
Efavirenz mit einem
Proteaseinhibitor siehe die
Empfehlungen weiter unten.
Etravirin 200 mg 2 x tägl. Maraviroc AUC12: ↓ 0,47 Etravirin ist nur zur Anwendung(Maraviroc 300 mg 2 x tägl.) Maraviroc Cmax: ↓ 0,40 mit geboosterten
Proteaseinhibitoren zugelassen.
Etravirin AUC12: ↔ 1,06 Zur gleichzeitigen Gabe mit
Etravirin Cmax: ↔ 1,05 Etravirin mit einem
Etravirin C12: ↔ 1,08 Proteaseinhibitor siehe unten.
Nevirapin 200 mg 2 x tägl. Maraviroc AUC12: ↔ Der Vergleich mit historischen(Maraviroc 300 mg Verglichen mit historischen Kontrollwerten lässt vermuten,
Einmalgabe) Kontrollwerten dass 2 x täglich CELSENTRI
Maraviroc Cmax: ↑ Verglichen 300 mg und Nevirapin ohnemit historischen Kontrollwerten Dosisanpassung zusammen
Die Konzentration von gegeben werden können.
Nevirapin wurde nichtuntersucht. Es werden keine
Auswirkungen erwartet.
Proteaseinhibitoren (PIs)
Atazanavir 400 mg 1 x tägl. Maraviroc AUC12: ↑ 3,57 Bei gleichzeitiger Gabe mit einem(Maraviroc 300 mg 2 x tägl.) Maraviroc Cmax: ↑ 2,09 Proteaseinhibitor (außer
Die Konzentration von Tipranavir/Ritonavir: hier beträgt
Atazanavir wurde nicht die CELSENTRI-Dosis 300 mguntersucht. Es werden keine 2 x tägl.) muss die Dosis von
Auswirkungen erwartet. CELSENTRI auf 2 x täglich
Atazanavir/Ritonavir Maraviroc AUC12: ↑ 4,88 150 mg verringert werden.
300 mg/100 mg 1 x tägl. Maraviroc Cmax: ↑ 2,67(Maraviroc 300 mg 2 x tägl.) Die Konzentration von
Atazanavir/Ritonavir wurdenicht untersucht. Es werdenkeine Auswirkungen erwartet.
Lopinavir/Ritonavir Maraviroc AUC12: ↑ 3,95400 mg/100 mg 2 x tägl. Maraviroc Cmax: ↑ 1,97(Maraviroc 300 mg 2 x tägl.) Die Konzentration von
Lopinavir/Ritonavir wurde nichtuntersucht. Es werden keine
Auswirkungen erwartet.
Saquinavir/Ritonavir Maraviroc AUC12: ↑ 9,771000 mg/100 mg 2 x tägl. Maraviroc Cmax: ↑ 4,78(Maraviroc 100 mg 2 x tägl.) Die Konzentration von
Saquinavir/Ritonavir wurdenicht untersucht. Es werdenkeine Auswirkungen erwartet.
Darunavir/Ritonavir Maraviroc AUC12: ↑ 4,05600 mg/100 mg 2 x tägl. Maraviroc Cmax: ↑ 2,29(Maraviroc 150 mg 2 x tägl.) Die Konzentrationen von
Darunavir und Ritonavirentsprachen historischen Werten.
Nelfinavir Zur gleichzeitigen Gabe mit
Nelfinavir liegen nur begrenzte
Daten vor. Nelfinavir ist einstarker CYP3A4-Inhibitor, durchden man eine Erhöhung der
Konzentration von Maravirocerwarten kann.
Indinavir Zur gleichzeitigen Gabe mit
Indinavir liegen nur begrenzte
Daten vor. Indinavir ist einstarker CYP3A4-Inhibitor.
Populationspharmakokinetische
Analysen in Phase-III-Studienlassen vermuten, dass beigleichzeitiger Gabe mit Indinavireine Dosisverringerung von
Maraviroc notwendig wird, umdie gewünschte Maraviroc-
Konzentration zu erhalten.
Tipranavir/Ritonavir Maraviroc AUC12: ↔ 1,02500 mg/200 mg 2 x tägl. Maraviroc Cmax: ↔ 0,86(Maraviroc 150 mg 2 x tägl.) Die Konzentrationen von
Tipranavir und Ritonavirentsprachen historischen Werten.
Fosamprenavir/Ritonavir Maraviroc AUC12: ↑ 2,49 Die gleichzeitige Anwendung wird700 mg/100 mg 2 x tägl. Maraviroc Cmax: ↑ 1,52 nicht empfohlen. Die beobachtete(Maraviroc 300 mg 2 x tägl.) Maraviroc C12: ↑ 4,74 signifikante Abnahme der Cmin-
Werte von Amprenavir kann bei
Amprenavir AUC12: ↓ 0,65 Patienten zu einem virologischen
Amprenavir Cmax: ↓ 0,66 Versagen führen.
Amprenavir C12: ↓ 0,64
Ritonavir AUC12: ↓ 0,66
Ritonavir Cmax: ↓ 0,61
Ritonavir C12: ↔ 0,86
NNRTI + Proteaseinhibitoren
Efavirenz 600 mg 1 x tägl. + Maraviroc AUC12: ↑ 2,53 Bei gleichzeitiger Gabe zusammen
Lopinavir/Ritonavir Maraviroc Cmax: ↑ 1,25 mit Efavirenz und einem400 mg/100 mg 2 x tägl. Die Konzentration von Proteaseinhibitor muss die(Maraviroc 300 mg 2 x tägl.) Efavirenz, Lopinavir/Ritonavir Dosierung von CELSENTRI aufwurde nicht untersucht. Es 2 x täglich 150 mg verringertwerden keine Auswirkungen werden (außererwartet. Tipranavir/Ritonavir: hier beträgt
Efavirenz 600 mg 1 x tägl.+ Maraviroc AUC12: ↑ 5,00 die Dosis 2 x täglich 600 mg).
Saquinavir/Ritonavir Maraviroc Cmax: ↑ 2,261000 mg/100 mg 2 x tägl. Die Konzentration von Die gleichzeitige Anwendung von(Maraviroc 100 mg 2 x tägl.) Efavirenz, Saquinavir/Ritonavir CELSENTRI mitwurde nicht untersucht. Es Fosamprenavir/Ritonavir wirdwerden keine Auswirkungen nicht empfohlen.
erwartet.
Efavirenz und Nicht untersucht. Aufgrund der
Atazanavir/Ritonavir oder inhibitorischen Wirkung von
Darunavir/Ritonavir Atazanavir/Ritonavir oder
Darunavir/Ritonavir ohne
Efavirenz wird eine erhöhte
Exposition erwartet.
Etravirin und Maraviroc AUC12: ↑ 3,10 Bei gleichzeitiger Gabe zusammen
Darunavir/Ritonavir Maraviroc Cmax: ↑ 1,77 mit Etravirin und einem(Maraviroc 150 mg 2 x tägl.) Proteaseinhibitor muss die
Etravirin AUC12: ↔ 1,00 Dosierung von CELSENTRI auf
Etravirin Cmax: ↔ 1,08 2 x täglich 150 mg verringert
Etravirin C12: ↓ 0,81 werden.
Darunavir AUC12: ↓ 0,86 Die gleichzeitige Anwendung von
Darunavir Cmax: ↔ 0,96 CELSENTRI mit
Darunavir C12: ↓ 0,77 Fosamprenavir/Ritonavir wirdnicht empfohlen.
Ritonavir AUC12: ↔ 0,93
Ritonavir Cmax: ↔ 1,02
Ritonavir C12: ↓ 0,74
Etravirin und Nicht untersucht. Aufgrund der
Lopinavir/Ritonavir, inhibitorischen Wirkung von
Saquinavir/Ritonavir oder Lopinavir/Ritonavir,
Atazanavir/Ritonavir Saquinavir/Ritonavir oder
Atazanavir/Ritonavir ohne
Efavirenz wird eine erhöhte
Exposition erwartet.
ANTIBIOTIKA
Sulfamethoxazol/Trimethoprim Maraviroc AUC12: ↔ 1,11 2 x täglich CELSENTRI 300 mg800 mg/160 mg 2 x tägl. Maraviroc Cmax: ↔ 1,19 und(Maraviroc 300 mg 2 x tägl.) Die Konzentration von Sulfamethoxazol/Trimethoprim
Sulfamethoxazol/Trimethoprim können ohne Dosisanpassungwurde nicht untersucht. Es zusammen gegeben werden.
werden keine Auswirkungenerwartet.
Rifampicin 600 mg 1 x tägl. Maraviroc AUC: ↓ 0,37 Bei gleichzeitiger Gabe mit(Maraviroc 100 mg 2 x tägl.) Maraviroc Cmax: ↓ 0,34 Rifampicin und ohne einen
Die Konzentration von CYP3A4-Inhibitor muss die Dosis
Rifampicin wurde nicht von CELSENTRI auf 2 x täglichuntersucht. Es werden keine 600 mg erhöht werden. Bei HIV-
Auswirkungen erwartet. Patienten wurde diese
Dosisanpassung nicht untersucht.
Siehe auch Abschnitt 4.4.
Rifampicin und Efavirenz Eine Kombination mit zwei Die gleichzeitige Gabe von
Induktoren wurde nicht CELSENTRI mit Rifampicin unduntersucht. Hier besteht Efavirenz wird nicht empfohlen.
möglicherweise das Risiko fürsuboptimale Konzentrationenmit der Gefahr eines Verlustesder antiviralen Wirkung und der
Entwicklung von Resistenzen.
Rifabutin und Nicht untersucht. Rifabutin wird Bei gleichzeitiger Gabe zusammen
Proteaseinhibitoren als schwächerer Induktor als mit Rifabutin und
Rifampicin angesehen. Wenn Proteaseinhibitoren muss die
Rifabutin mit Dosierung von CELSENTRI auf
Proteaseinhibitoren kombiniert 2 x täglich 150 mg verringertwird, die starke CYP3A4- werden (außer
Inhibitoren sind, wird in der Tipranavir/Ritonavir: hier beträgt
Summe ein inhibierender Effekt die Dosis 2 x täglich 300 mg).
auf Maraviroc erwartet. Siehe auch Abschnitt 4.4.
Die gleichzeitige Anwendung von
CELSENTRI mit
Fosamprenavir/Ritonavir wirdnicht empfohlen.
Clarithromycin Nicht untersucht, aber beide sind Bei gleichzeitiger Gabe zusammen
Telithromycin starke CYP3A4-Inhibitoren, mit Clarithromycin undsodass eine Erhöhung der Telithromycin muss die Dosierung
Maraviroc-Konzentration von CELSENTRI auf 2 x täglicherwartet werden kann. 150 mg verringert werden.
ANTIKONVULSIVA
Carbamazepin, Nicht untersucht, aber sie sind Bei gleichzeitiger Gabe zusammen
Phenobarbital, starke CYP3A4-Induktoren, mit Carbamazepin, Phenobarbital
Phenytoin sodass eine Verringerung der oder Phenytoin ohne einen starken
Maraviroc-Konzentration CYP3A4-Inhibitor muss dieerwartet werden kann. Dosierung von CELSENTRI auf2 x täglich 600 mg erhöht werden.
ANTIMYKOTIKA
Ketoconazol 400 mg 1 x tägl. Maraviroc AUCτ: ↑ 5,00 Bei gleichzeitiger Gabe zusammen(Maraviroc 100 mg 2 x tägl.) Maraviroc Cmax: ↑ 3,38 mit Ketoconazol muss die
Die Konzentration von Dosierung von CELSENTRI auf
Ketoconazol wurde nicht 2 x täglich 150 mg verringertuntersucht. Es werden keine werden.
Auswirkungen erwartet.
Itraconazol Nicht untersucht, aber Bei gleichzeitiger Gabe zusammen
Itraconazol ist ein starker mit Itraconazol muss die
CYP3A4-Inhibitor, sodass eine Dosierung von CELSENTRI auf
Erhöhung der Maraviroc- 2 x täglich 150 mg verringert
Exposition erwartet werden werden.
kann.
Fluconazol Fluconazol wird als mäßiger In Kombination mit Fluconazol
CYP3A4-Inhibitor eingestuft. muss CELSENTRI 2 x täglich
Populationspharmakokinetische 300 mg mit Vorsicht angewendet
Analysen lassen vermuten, dass werden.
keine Dosisanpassung von
Maraviroc notwendig ist.
ANTIVIRALE ARZNEIMITTEL
Anti-HBV
Pegyliertes Interferon Pegyliertes Interferon wurde 2 x täglich CELSENTRI 300 mgnicht untersucht. Es werden und pegyliertes Interferon kannkeine Wechselwirkungen ohne Dosisanpassung zusammenerwartet. gegeben werden.
Anti-HCV
Ribavirin Ribavirin wurde nicht 2 x täglich CELSENTRI 300 mguntersucht. Es werden keine und Ribavirin kann ohne
Wechselwirkungen erwartet. Dosisanpassung zusammengegeben werden.
MEDIKAMENTENMISSBRAUCH
Methadon Nicht untersucht. Es werden 2 x täglich CELSENTRI 300 mgkeine Wechselwirkungen und Methadon kann ohneerwartet. Dosisanpassung zusammengegeben werden.
Buprenorphin Nicht untersucht. Es werden 2 x täglich CELSENTRI 300 mgkeine Wechselwirkungen und Buprenorphin kann ohneerwartet. Dosisanpassung zusammengegeben werden.
LIPIDSENKER
Statine Nicht untersucht. Es werden 2 x täglich CELSENTRI 300 mgkeine Wechselwirkungen und Statine können ohneerwartet. Dosisanpassung zusammengegeben werden.
ANTIARRHYTHMIKA
Digoxin 0,25 mg Digoxin AUCt: ↔ 1,00 2 x täglich CELSENTRI 300 mg
Einzeldosis Digoxin Cmax: ↔ 1,04 und Digoxin können ohne(Maraviroc 300 mg 2 x tägl.) Die Konzentration von Dosisanpassung zusammen
Maraviroc wurde nicht gegeben werden.
untersucht. Es werden keine
Wechselwirkungen erwartet. Der Einfluss von Maraviroc auf
Digoxin in einer Dosis von 2 xtäglich 600 mg wurde nichtuntersucht.
ORALE KONTRAZEPTIVA
Ethinylestradiol 30 mcg 1 x Ethinylestradiol AUCτ: ↔ 1,00 2 x täglich CELSENTRI 300 mgtägl. Ethinylestradiol Cmax: ↔ 0,99 und Ethinylestradiol kann ohne(Maraviroc 100 mg 2 x tägl.) Die Konzentration von Dosisanpassung zusammen
Maraviroc wurde nicht gegeben werden.
untersucht. Es werden keine
Wechselwirkungen erwartet.
Levonorgestrel 150 mcg 1 x Levonorgestrel AUC12: ↔ 0,98 2 x täglich CELSENTRI 300 mgtägl. Levonorgestrel Cmax: ↔ 1,01 und Levonorgestrel kann ohne(Maraviroc 100 mg 2 x tägl.) Die Konzentration von Dosisanpassung zusammen
Maraviroc wurde nicht gegeben werden.
untersucht. Es werden keine
Wechselwirkungen erwartet.
SEDATIVA
Benzodiazepine
Midazolam 7,5 mg Einmalgabe Midazolam AUC: ↔ 1,18 2 x täglich CELSENTRI 300 mg(Maraviroc 300 mg 2 x tägl.) Midazolam Cmax: ↔ 1,21 und Midazolam kann ohne
Die Konzentration von Dosisanpassung zusammen
Maraviroc wurde nicht gegeben werden.
untersucht. Es werden keine
Wechselwirkungen erwartet.
PHYTOPHARMAKA
Johanniskraut Bei gleichzeitiger Gabe von Die gleichzeitige Anwendung von(Hypericum perforatum) Maraviroc und Johanniskraut Maraviroc und Johanniskraut oderwird ein deutlicher Abfall der Produkten, die Johanniskraut
Maraviroc-Konzentration enthalten, wird nicht empfohlen.
erwartet. Dies führt zusuboptimalen Konzentrationenvon Maraviroc, was zu einem
Verlust der antiviralen
Wirksamkeit und einermöglichen Resistenzbildungführen kann.a Für Dosierungsempfehlungen von Maraviroc bei Kindern, die gleichzeitig eine antiretrovirale Therapie und andere
Arzneimittel erhalten, siehe Tabelle 1.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
SchwangerschaftBisher liegen nur begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung von Maraviroc bei Schwangeren vor.
Die Auswirkung von Maraviroc auf die Schwangerschaft beim Menschen ist nicht bekannt.
Tierexperimentelle Studien zeigten eine Reproduktionstoxizität bei hohen Konzentrationen. Dieprimäre pharmakologische Wirkung (CCR5-Rezeptor-Affinität) war bei den untersuchten Arteneingeschränkt (siehe Abschnitt 5.3). Maraviroc darf in der Schwangerschaft nur angewendet werden,wenn der zu erwartende Nutzen das mögliche Risiko für den Fötus rechtfertigt.
StillzeitEs ist nicht bekannt, ob Maraviroc in die Muttermilch übergeht. Die zur Verfügung stehendentoxikologischen Daten bei Tieren zeigten, dass Maraviroc in erheblichen Mengen in die Milchübergeht. Die primäre pharmakologische Wirkung (CCR5-Rezeptor-Affinität) war bei denuntersuchten Arten eingeschränkt (siehe Abschnitt 5.3). Es kann nicht ausgeschlossen werden, dassein Risiko für Neugeborene/Säuglinge besteht.
Es wird empfohlen, dass HIV-infizierte Frauen nicht stillen, um eine Übertragung von HIV auf das
Kind zu vermeiden.
FertilitätBisher liegen keine Daten über den Einfluss von Maraviroc auf die Fertilität des Menschen vor. Bei
Ratten traten keine unerwünschten Wirkungen auf die männliche oder weibliche Fertilität auf (siehe
Abschnitt 5.3).
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
MaschinenMaraviroc kann einen geringen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienenvon Maschinen haben. Die Patienten sollten darüber informiert werden, dass im Zusammenhang mitder Anwendung von Maraviroc über Schwindel berichtet wurde. Der klinische Zustand des Patientenund das Nebenwirkungsprofil von Maraviroc sollten bei der Beurteilung der Fähigkeit des Patienten,ein Fahrzeug zu führen, Fahrrad zu fahren oder Maschinen zu bedienen, in Betracht gezogen werden.
4.8 Nebenwirkungen
Zusammenfassung des SicherheitsprofilsErwachseneDie Beurteilung der behandlungsbedingten Nebenwirkungen basiert auf den gepoolten Daten der zwei
Phase-IIb/III-Studien bei vorbehandelten erwachsenen Patienten (MOTIVATE-1 und MOTIVATE-2)und einer Studie bei nicht vorbehandelten erwachsenen Patienten (MERIT) mit einer CCR5-tropen
HIV-1-Infektion (siehe Abschnitte 4.4 und 5.1).
Die in den Phase-IIb/III-Studien mit der vorgeschriebenen Dosierung am häufigsten berichteten
Nebenwirkungen waren Übelkeit, Durchfall, Erschöpfung und Kopfschmerzen. Diese
Nebenwirkungen waren häufig (≥ 1/100 bis < 1/10).
Tabellarische Liste der NebenwirkungenDie Nebenwirkungen sind nach Organsystemen und Häufigkeiten aufgelistet. Innerhalb jeder
Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad angegeben. Bei den
Häufigkeitsangaben werden folgende Kategorien zugrunde gelegt: sehr häufig (≥ 1/10), häufig(≥ 1/100 bis < 1/10), gelegentlich (≥ 1/1.000 bis < 1/100), selten (≥ 1/10.000 bis < 1/1.000), nichtbekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar). Die nachfolgenden
Nebenwirkungen und Laborwertveränderungen sind nicht bezogen auf die Dauer der Exposition.
Tabelle 3: Nebenwirkungen, die in klinischen Studien oder nach Markteinführung beobachtetwurden
Organsystem Nebenwirkung Häufigkeit
Infektionen und parasitäre Pneumonie, ösophageale Gelegentlich
Erkrankungen Candidiasis
Gutartige, bösartige und Gallengangkrebs, diffuses Seltenunspezifische Neubildungen großzelliges B-Zell-Lymphom,(einschließlich Zysten und Hodgkin-Lymphom,
Polypen) Knochenmetastasen,
Lebermetastasen,
Peritonealmetastasen,
Nasopharynxkarzinom,
ÖsophaguskarzinomErkrankungen des Blutes und Anämie Häufigdes Lymphsystems Panzytopenie, Selten
Granulozytopenie
Stoffwechsel- und Anorexie Häufig
Ernährungsstörungen
Psychiatrische Erkrankungen Depressionen, Schlaflosigkeit Häufig
Erkrankungen des Krämpfe und Anfallsleiden Gelegentlich
Nervensystems
Herzerkrankungen Angina pectoris Selten
Gefäßerkrankungen Orthostatische Hypotonie Gelegentlich(siehe Abschnitt 4.4)
Erkrankungen des Bauchschmerzen, Blähungen, Häufig
Gastrointestinaltrakts Übelkeit
Leber- und Erhöhung der Alanin- Häufig
Gallenerkrankungen Aminotransferase und Aspartat-
Aminotransferase
Hyperbilirubinämie, Erhöhung Gelegentlichder Gammaglutamyltransferase
Toxische Hepatitis, Selten
Leberversagen, Leberzirrhose,
Erhöhung der alkalischen
Phosphatase
Leberversagen mit Sehr selten
Kennzeichen für eine Allergie
Erkrankungen der Haut und des Exanthem Häufig
Unterhautzellgewebes Stevens-Johnson-Syndrom/Selten/nicht bekannt
Toxische Epidermale
Nekrolyse
Skelettmuskulatur-, Myositis, Erhöhung der Gelegentlich
Bindegewebs- und Kreatinphosphokinase
Knochenerkrankungen Muskelatrophie Selten
Erkrankungen der Nieren und Nierenversagen, Proteinurie Gelegentlich
Harnwege
Allgemeine Erkrankungen und Asthenie Häufig
Beschwerden am
Verabreichungsort
Beschreibung ausgewählter NebenwirkungenEs wurden Hypersensitivitätsreaktionen vom verzögerten Typ, die typischerweise innerhalb von 2 bis6 Wochen nach dem Beginn der Therapie auftraten und Ausschlag, Fieber, Eosinophilie und
Reaktionen der Leber einschließen, berichtet (siehe auch Abschnitt 4.4). Reaktionen der Haut und
Leber können einzeln oder in Kombination auftreten.
Bei HIV-infizierten Patienten mit schwerem Immundefekt kann sich zum Zeitpunkt der Einleitungeiner antiretroviralen Kombinationstherapie eine entzündliche Reaktion auf asymptomatische oderresiduale opportunistische Infektionen entwickeln. Es liegen auch Berichte über
Autoimmunerkrankungen (wie z. B. Morbus Basedow und Autoimmunhepatitis) vor; allerdings ist der
Zeitpunkt des Auftretens sehr variabel und diese Ereignisse können viele Monate nach Beginn der
Behandlung auftreten (siehe Abschnitt 4.4).
Besonders bei Patienten mit allgemein bekannten Risikofaktoren, fortgeschrittener HIV-Erkrankungoder langdauernder antiretroviraler Kombinationstherapie (CART) wurden Fälle von Osteonekroseberichtet. Die Häufigkeit ist nicht bekannt (siehe Abschnitt 4.4).
Durch orthostatische Hypotonie verursachte Fälle von Synkopen wurden berichtet.
LaborwertveränderungenTabelle 4 zeigt die Laborwertveränderungen Grad 3 bis 4 nach ACTG-Kriterien mit einer Häufigkeitvon ≥ 1 %, basierend auf den maximalen Veränderungen der Laborwerte unabhängig vom
Ausgangswert.
Tabelle 4: Maximale Veränderungen der Laborwerte (unabhängig vom Ausgangswert).
Laborwertveränderungen Grad 3 bis 4 (ACTG-Kriterien) mit einer Häufigkeit von ≥ 1 %.
Studien MOTIVATE 1 und MOTIVATE 2 (gepoolte Analyse, max. 48 Wochen).
Laborparameter Grenzwert Maraviroc 300 mg Placebo + OBTzweimal täglich +
OBT
N = 421* N = 207*(%) (%)
Leber- und GallenerkrankungenAspartat- > 5 x ULN 4,8 2,9
Aminotransferase
Alanin- > 5 x ULN 2,6 3,4
Aminotransferase
Gesamtbilirubin > 5 x ULN 5,5 5,3
Erkrankungen des GastrointestinaltraktsAmylase > 2 x ULN 5,7 5,8
Lipase > 2 x ULN 4,9 6,3
Erkrankungen des Blutes und des LymphsystemsAbsolute < 750/mm3 4,3 1,9
Neutrophilenzahl
ULN: Oberer Grenzwert des Normalbereiches
OBT: Optimierte Hintergrundtherapie
* Prozentangabe basierend auf der Gesamtzahl der Patienten, die für jeden Laborparameter untersuchtwurden
Die MOTIVATE-Studien wurden über 96 Wochen hinaus verlängert, mit einer anschließenden
Beobachtungsphase, die auf 5 Jahre ausgedehnt wurde, um die langfristige Sicherheit von Maraviroczu beurteilen. Die für die Langzeitsicherheit relevanten Endpunkte (LTS/SE) umfassten Tod, AIDS-definierende Ereignisse, Leberversagen, Myokardinfarkt/Myokardischämie, Malignome,
Rhabdomyolyse und andere schwerwiegende Infektionen. Die Häufigkeit dieser Endpunkte entsprachbei Patienten, die in dieser Beobachtungsphase mit Maraviroc behandelt wurden, den Häufigkeiten,die zu früheren Zeitpunkten in diesen Studien beobachtet wurden.
Bei nicht vorbehandelten Patienten war die Häufigkeit von Laborwertveränderungen im Grad 3 bis 4nach ACTG-Kriterien in der Maraviroc- und der Efavirenz-Therapiegruppe vergleichbar.
Kinder und JugendlicheDas Nebenwirkungsprofil bei Kindern und Jugendlichen basiert auf Sicherheitsdaten aus der Studie
A4001031 zu Woche 48, bei der 103 HIV-1-infizierte, vorbehandelte Patienten im Alter von2 bis < 18 Jahren Maraviroc (zweimal täglich) mit einer optimierten Hintergrundtherapie (optimisedbackground therapy, OBT) erhielten. Insgesamt betrachtet war das Sicherheitsprofil bei Kindern und
Jugendlichen dem bei Erwachsenen beobachteten Sicherheitsprofil in klinischen Studien ähnlich.
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
SymptomeDie höchste Dosis, die in klinischen Studien verabreicht wurde, betrug 1200 mg. Das Auftreten einerorthostatischen Hypotonie stellte die dosislimitierende Nebenwirkung dar.
Bei Hunden und Affen kam es bei Plasmakonzentrationen, die dem 6- bzw. 12-Fachen der beim
Menschen bei der maximal empfohlenen Dosierung von 300 mg zweimal täglich erwarteten
Konzentration entsprachen, zu einer Verlängerung des QT-Intervalls. In den Phase-III-Studien mit derempfohlenen Dosis von Maraviroc und in einer speziellen Pharmakokinetikstudie zur Überprüfungeiner möglichen Verlängerung des QT-Intervalls durch Maraviroc wurde jedoch im Vergleich zu
Placebo + OBT keine klinisch signifikante QT-Verlängerung festgestellt.
BehandlungFür eine Überdosierung mit Maraviroc gibt es kein spezifisches Antidot. Die Therapie einer
Überdosierung besteht in generellen supportiven Maßnahmen, wie z. B. einer Lagerung des Patientenin Rückenlage, sowie einer sorgfältigen Überwachung der Vitalfunktionen, des Blutdrucks und des
EKGs.
Wenn notwendig, kann die Beseitigung von noch nicht resorbiertem, aktivem Maraviroc durch
Erbrechen oder eine Magenspülung erreicht werden. Die Anwendung von Aktivkohle kann ebenfallssinnvoll für die Elimination von noch nicht resorbiertem Wirkstoff sein. Da Maraviroc nur ingeringem Ausmaß an Proteine bindet, kann eine Dialyse hilfreich bei der Elimination dieses
Arzneimittels sein. Weitere Maßnahmen sollten gemäß den Empfehlungen der nationalen Giftzentrale,sofern vorhanden, erfolgen.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Antivirale Arzneistoffe zur systemischen Anwendung, andereantivirale Arzneistoffe, ATC-Code: J05AX09
WirkmechanismusMaraviroc ist ein Vertreter der therapeutischen Klasse der CCR5-Antagonisten. Maraviroc bindetselektiv an den Chemokinrezeptor CCR5 beim Menschen, wodurch das Eindringen des CCR5-tropen
HIV-1 in die Zielzellen verhindert wird.
Antivirale Aktivität in vitroMaraviroc zeigt in vitro keine antivirale Aktivität gegen Viren, die CXCR4 als Co-Rezeptor nutzenkönnen (dual-trope oder CXCR4-trope Viren werden nachstehend gemeinsam als 'CXCR4-nutzende
Viren“ bezeichnet). Der serumadjustierte EC90-Wert bei 43 primär klinischen HIV-1-Isolaten betrug0,57 ng/ml (0,06 bis 10,7), ohne signifikante Unterschiede zwischen den verschiedenen getesteten
Subtypen. Die antivirale Aktivität von Maraviroc gegen HIV-2 wurde nicht untersucht.
Detailinformationen finden sich im Abschnitt Pharmakologie des Europäischen Öffentlichen
Beurteilungsberichts (EPAR) für CELSENTRI auf der Internetseite der Europäischen Arzneimittel-
Agentur (EMA).
Bei Anwendung zusammen mit anderen antiretroviralen Arzneimitteln in Zellkulturen zeigte die
Kombination von Maraviroc mit einer Reihe von nukleosidischen Reverse-Transkriptase-Hemmern,nicht nukleosidischen Reverse-Transkriptase-Hemmern, Proteaseinhibitoren oder dem HIV-
Fusionshemmer Enfuvirtid keinen antagonistischen Effekt.
Viraler Schutzmechanismus
Es gibt zwei virale Schutzmechanismen gegen Maraviroc: durch das Herausbilden von bereitsbestehenden Viren, die CXCR4 als Entry-Co-Rezeptor nutzen können (CXCR4 nutzendes Virus), oderdurch Selektion von Viren, die weiterhin ausschließlich wirkstoffgebundenes CCR5 nutzen (CCR5-tropes Virus).
In vitro
Nach serieller Passage von zwei CCR5-tropen Viren (kein Laborstamm, 2 klinische Isolate) kam eszur Selektion von HIV-Varianten mit reduzierter Empfindlichkeit gegen Maraviroc. Die Viren mit
Resistenz gegen Maraviroc blieben CCR5-trop und es zeigte sich keine Umwandlung von einem
CCR5-tropen Virus in ein CXCR4-tropes Virus.
Phänotypische Resistenz
Die Konzentrations-Wirkungs-Kurven für die Maraviroc-resistenten Viren waren phänotypisch durch
Kurven charakterisiert, die in Testsystemen mit seriellen Verdünnungen von Maraviroc keine 100 %-ige inhibitorische Wirkung erreichten (< 100 % maximale prozentuale Inhibition (MPI)).
Herkömmliche Änderungen in den IC50/IC90-Konzentrationen waren keine sinnvollen Parameter, dasie sich trotz signifikant verminderter Empfindlichkeit gelegentlich als unverändert erwiesen.
Genotypische Resistenz
Es zeigte sich eine Zunahme von Mutationen im gp120-Glykoprotein der Virushülle (das virale
Protein, welches an den CCR5-Co-Rezeptor bindet). Bei den verschiedenen Isolaten waren die
Positionen dieser Mutationen uneinheitlich. Daher ist die Bedeutung dieser Mutationen für die
Empfindlichkeit anderer Viren auf Maraviroc nicht bekannt.
Kreuzresistenz in vitro
In Zellkulturen waren alle klinischen HIV-1-Isolate, die gegenüber NRTIs, NNRTIs, PIs und
Enfuvirtid resistent waren, empfindlich gegen Maraviroc. Gegen Maraviroc resistente Viren, die sichin vitro bildeten, blieben empfindlich gegenüber dem Fusionshemmer Enfuvirtid und dem PI
Saquinavir.
In vivo
Vorbehandelte erwachsene Patienten
In den Zulassungsstudien (MOTIVATE 1 und MOTIVATE 2) zeigten 7,6 % der Patienten in einem
Zeitraum von 4 bis 6 Wochen zwischen Screening- und Ausgangsvisite einen Tropismuswechsel von
CCR5-tropen zu CXCR4-tropen oder dual/gemischt-tropen Viruspopulationen.
Therapieversagen bei CXCR4 nutzenden Viren
Bei 60 % der Personen, die nicht auf die Behandlung mit Maraviroc ansprachen, wurde zum Zeitpunktdes Therapieversagens ein CXCR4 nutzendes Virus nachgewiesen. Im Behandlungsarm mit Placebo +
OBT lag der Anteil bei 6 % der Therapieversager. Um die wahrscheinliche Herkunft des während der
Behandlung aufgetretenen CXCR4 nutzenden Virus herauszufinden, wurden die Viren von 20repräsentativen Personen (16 Personen aus dem Maraviroc-Arm und 4 Personen aus dem
Behandlungsarm mit Placebo + OBT), bei denen zum Zeitpunkt des Therapieversagens ein CXCR4nutzendes Virus nachgewiesen werden konnte, einer detaillierten klonalen Analyse unterzogen. Ausdieser Analyse lässt sich ableiten, dass das CXCR4 nutzende Virus eher von einem bereitsvorhandenen CXCR4 nutzenden Virus stammt, das durch den Test vor Behandlungsbeginn nichtnachgewiesen worden war, als dass es durch eine Mutation aus einem bei Behandlungsbeginnvorhandenen CCR5-tropen Virus entstanden wäre. Eine Analyse des Tropismus nach Versagen einer
Behandlung mit Maraviroc mit CXCR4 nutzendem Virus bei Patienten mit einem bei
Behandlungsbeginn vorhandenen CCR5-Virus zeigte, dass bei 33 von 36 Patienten mit einer
Nachbeobachtungsphase von mehr als 35 Tagen die Viruspopulation zum CCR5-Tropismuszurückkehrte.
Auf der Basis der verfügbaren Daten scheint das Resistenzprofil gegenüber anderen antiretroviralen
Arzneimitteln zum Zeitpunkt des Therapieversagens mit CXCR4 nutzenden Viren ähnlich zu sein wiedas der CCR5-tropen Viruspopulationen zu Behandlungsbeginn. Daher muss bei der Auswahl der
Behandlungsoptionen davon ausgegangen werden, dass die Viren, die Teil der zunächst unentdeckten,
CXCR4 nutzenden Virenpopulation waren, das gleiche Resistenzprofil aufweisen wie die CCR5-trope
Viruspopulation.
Therapieversagen bei CCR5 nutzenden Viren
Phänotypische Resistenz
Von denjenigen Patienten mit CCR5-tropen Viren zum Zeitpunkt des Therapieversagens unter
Maraviroc wiesen 22 von 58 Patienten Viren auf mit einer verminderten Empfindlichkeit gegenüber
Maraviroc. Bei den restlichen 36 Patienten ergab eine exploratorische virologische Analyse bei einerrepräsentativen Gruppe keinen Hinweis auf ein Virus mit verringerter Empfindlichkeit; ein klinischvalidierter Grenzwert für ein reduziertes virologisches Ansprechen ist bisher nicht ermittelt worden.
Bei letzterer Gruppe ließen Hinweise auf eine mangelhafte Compliance schließen (niedrige undschwankende Wirkstoffspiegel und in vielen Fällen eine hohe verbleibende Residualaktivität deroptimierten Basistherapie). Bei Patienten mit Therapieversagen bei ausschließlich CCR5-tropen Virenkann Maraviroc dennoch als aktiv erachtet werden, falls die MPI ≥ 95 % beträgt (PhenoSense Entry
Assay). Die Residualaktivität in vivo bei Viren mit MPI-Werten < 95 % wurde noch nicht bestimmt.
Genotypische Resistenz
Eine relativ kleine Anzahl an Personen, die eine Maraviroc-haltige Therapie erhielt, entwickelte ein
Versagen mit phänotypischer Resistenz (d. h. die Fähigkeit, wirkstoffgebundenes CCR5 zu nutzen,betrug MPI < 95 %). Bis heute wurden keine charakteristischen Mutationen identifizert. Die bisheridentifizierten gp120-Aminosäuresubstitutionen sind kontextabhängig und bezüglich der
Empfindlichkeit auf Maraviroc grundsätzlich nicht vorhersehbar.
Vorbehandelte Kinder und Jugendliche
Im Rahmen der Analyse zu Woche 48 (N = 103) wurden bei 5 von 23 Patienten (22 %) zum Zeitpunktdes virologischen Versagens nicht-CCR5-trope Viren nachgewiesen. Ein weiterer Patient hatte zum
Zeitpunkt des virologischen Versagens ein CCR5-tropes Virus mit verminderter Empfindlichkeitgegenüber Maraviroc, wobei diese verminderte Empfindlichkeit am Ende der Behandlung nicht mehrbestand. Patienten mit virologischem Versagen schienen im Allgemeinen sowohl für Maraviroc alsauch für die anderen antiretroviralen Wirkstoffe ihrer Hintergrundtherapie eine geringe Therapietreueaufzuweisen. Insgesamt wurden bei den vorbehandelten Kindern und Jugendlichen ähnliche
Resistenzmechanismen wie bei den erwachsenen Patientengruppen beobachtet.
Klinische ErgebnisseStudien an vorbehandelten erwachsenen Patienten, die mit CCR5-tropen Viren infiziert sind
Die klinische Wirksamkeit von Maraviroc (in Kombination mit anderen antiretroviralen
Arzneimitteln) auf die HIV-RNA-Spiegel und CD4+-Zellzahlen im Plasma, wurde in zwei pivotalen,randomisierten, doppelblinden Multizenterstudien (MOTIVATE-1 und MOTIVATE-2; n = 1076) bei
HIV-1 infizierten Patienten untersucht, bei denen CCR5-tropes Virus mit dem Trofile-Test von
Monogram nachgewiesen worden war.
Patienten, die in diese Studien eingeschlossen wurden, hatten eine vorangegangene Therapie mitmindestens drei antiretroviralen Substanzklassen (≥ 1 NRTIs, ≥ 1 NNRTIs, ≥ 2 PIs und/oder
Enfuvirtid) oder eine dokumentierte Resistenz gegenüber mindestens einem Mitglied jeder Klasse. Die
Patienten wurden im Verhältnis 2:2:1 auf 300 mg Maraviroc (Dosisäquivalent) einmal täglich, 300 mg
Maraviroc zweimal täglich oder Placebo, zusammen mit einer OBT aus drei bis sechs antiretroviralen
Arzneimitteln (außer niedrig dosiertem Ritonavir), randomisiert. Die OBT wurde auf der Basis derindividuellen Vorbehandlung und einer Bestimmung der geno- und phänotypischen Resistenzsituationzu Studienbeginn ausgewählt.
Tabelle 5: Demografische Patientendaten und Ausgangswerte (gepoolte Studien MOTIVATE-1und MOTIVATE-2)
Demografische Daten und Maraviroc 300 mg zweimal Placebo + OBT
Ausgangswerte täglich + OBT
N = 426 N = 209
Alter (Jahre) 46,3 45,7
Spanne (Jahre) 21 bis 73 29 bis 72
Männer 89,7 % 88,5 %
Ethnische Gruppe:Weiße/Schwarze/andere 85,2 %/12 %/2,8 % 85,2 %/12,4 %/2,4 %
Mittlerer Ausgangswert des 4,85 4,86
HIV-1-RNA-Werts (log10
Kopien/ml)
Medianwert der anfänglichen 166,8 171,3
CD4+-Zellzahl (Zellen/mm3)
Spanne (Zellen/mm3) 2,0 bis 820,0 1,0 bis 675,0
Viruslast bei Screening 179 (42,0 %) 84 (40,2 %) 100.000 Kopien/ml
Anfängliche CD4+-Zellzahl 250 (58,7 %) 118 (56,5 %)unter 200 Zellen/mm3
Anzahl (Prozentsatz) der
Patienten mit genotypischem
Empfindlichkeits-Score (GSS-
Score1)0 102 (23,9 %) 51 (24,4 %)1 138 (32,4 %) 53 (25,4 %)2 80 (18,8 %) 41 (19,6 %) 3 104 (24,4 %) 59 (28,2 %)1Basierend auf dem GeneSeq-Resistenztest
In den klinischen Zulassungsstudien wurde nur eine begrenzte Zahl von Patienten aus anderenethnischen Gruppen als Kaukasier eingeschlossen, sodass für diese Patientenpopulation nur sehrlimitierte Daten vorliegen.
Bei Patienten mit einem Therapieversagen aufgrund eines Wechsels des Tropismus zu dual/gemischt-tropen oder CXCR4-tropen Viren war die mittlere Zunahme der CD4+-Zellzahl gegenüber dem
Ausgangswert im Therapiearm Maraviroc 300 mg zweimal täglich + OBT (+ 56 Zellen/mm³) größerals bei den Versagern unter Placebo + OBT (+ 13,8 Zellen/mm³). Dies war unabhängig vom
Tropismus.
Tabelle 6: Wirksamkeits-Therapieergebnisse nach 48 Wochen (gepoolte Studien MOTIVATE-1und MOTIVATE-2)
Ergebnisse Maraviroc 300 mg Placebo + Differenz1zweimal täglich + OBT (Konfidenzintervall2)
OBT
N = 426 N = 209
Mittlere Veränderung des HIV-1-RNA-Werts gegenüber dem -1,837 -0,785 -1,055
Ausgangswert (log Kopien/ml) (-1,327 bis -0,783)
Prozentualer Anteil Patientenmit HIV-1-RNA-Wert unter 56,1 % 22,5 % Odds Ratio: 4,76400 Kopien/ml (3,24 bis 7,00)
Prozentualer Anteil Patientenmit HIV-1-RNA-Wert unter 45,5 % 16,7 % Odds ratio: 4,4950 Kopien/ml (2,96 bis 6,83)
Mittlere Veränderung der
CD4+-Zellzahl gegenüber dem 122,78 59,17 63,13
Ausgangswert (Zellen/µl) (44,28 bis 81,99)21 p-Werte < 0,00012 Bei allen Wirksamkeits-Endpunkten war das Konfidenzintervall 95 %, außer für die Veränderungdes HIV-1-RNA-Werts gegenüber dem Ausgangswert, bei dem es 97,5 % betrug
In einer retrospektiven Analyse der MOTIVATE-Studien mit einem empfindlicheren Screening-Assayzur Bestimmung des Tropismus (Trofile ES) betrug die Ansprechrate (< 50 Kopien/ml nach48 Wochen) bei Patienten mit nur CCR5-tropen Viren zu Behandlungsbeginn: 48,2 % unter Maravirocund optimierter Hintergrundtherapie (OBT) (n = 328) gegenüber 16,3 % unter Placebo und OBT(n = 178).
Maraviroc 300 mg zweimal täglich + OBT war in allen untersuchten Patienten-Subgruppen wirksamerals Placebo + OBT (siehe Tabelle 7). Patienten mit einer sehr niedrigen CD4+-Zellzahl als
Ausgangswert (z. B. < 50 Zellen/µl) hatten einen geringeren Therapieerfolg. Diese Patienten-
Subgruppe hatte zu einem hohen Anteil Hinweise für eine schlechte Prognose, wie z. B. ausgeprägte
Resistenzen und eine hohe Viruslast zu Behandlungsbeginn. Gegenüber Placebo + OBT wies
Maraviroc jedoch immer noch einen signifikanten Behandlungsvorteil auf (siehe Tabelle 7).
Tabelle 7: Subgruppenanalyse der Patienten, die nach 48 Wochen einen Wert unter50 Kopien/ml erreichten (Gepoolte Studien MOTIVATE-1 und MOTIVATE-2)
HIV-1-RNA-Wert < 50 Kopien/ml
Maraviroc 300 mg zweimal Placebo + OBT
Subgruppen täglich + OBT
N = 426 N = 209
HIV-1-RNA-Wert bei Screening(Kopien/ml):
< 100.000 58,4 % 26,0 % 100.000 34,7 % 9,5 %
CD4+-Ausgangszellzahl(Zellen/µl): 16,5 % 2,6 %< 50 36,4 % 12,0 %50 bis 100 56,7 % 21,8 %101 bis 200 57,8 % 21,0 %201 bis 350 72,9 % 38,5 %≥ 350
Anzahl aktiver, antiretroviraler
Arzneimittel in der OBT1:
0 32,7 % 2,0 %1 44,5 % 7,4 %2 58,2 % 31,7 % 3 62 % 38,6 %1 Basierend auf dem genotypischen Empfindlichkeits-Score (GSS-Score)
Studien bei vorbehandelten erwachsenen Patienten, die mit nicht CCR5-tropen Viren infiziert sind
Studie A4001029 war eine exploratorische Studie bei Patienten mit dual/gemischtem oder CXCR4-tropem HIV-1. Sie hatte ein ähnliches Design wie die Studien MOTIVATE-1 und MOTIVATE-2. Im
Vergleich zu Placebo wurde die Anwendung von Maraviroc bei diesen Patienten nicht mit einemsignifikanten Abfall der HIV-1-RNA in Zusammenhang gebracht und es wurden keine negativen
Auswirkungen auf die CD4+-Zellzahl beobachtet.
Studien bei nicht vorbehandelten erwachsenen Patienten, die mit CCR5-tropen Viren infiziert sind
In einer randomisierten Doppelblindstudie (MERIT) wurde Maraviroc mit Efavirenz verglichen, beidein Kombination mit Zidovudin/Lamivudin (n = 721, 1:1). In Bezug auf den Endpunkt HIV-1-RNA-
Wert < 50 Kopien/ml erreichte Maraviroc nach 48 Behandlungswochen gegenüber Efavirenz keine
Nicht-Unterlegenheit (65,3 % versus 69,3 %; Untergrenze des Konfidenzintervalls 11,9 %). Von denmit Maraviroc behandelten Patienten brachen mehr Patienten die Therapie wegen mangelnder
Wirksamkeit ab (43 versus 15), und bei den Patienten mit mangelnder Wirksamkeit war in der
Maraviroc-Gruppe der Anteil mit einer erworbenen NRTI-Resistenz (hauptsächlich gegen Lamivudin)höher. Weniger der mit Maraviroc behandelten Patienten brachen die Therapie wegen
Nebenwirkungen ab (15 versus 49).
Studien bei erwachsenen Patienten mit Hepatitis-B- und/oder Hepatitis-C-Virus-Koinfektion
Die Sicherheit von Maraviroc in Kombination mit anderen antiretroviralen Arzneimitteln in Bezug aufdie Leber wurde bei Hepatitis-C- und/oder Hepatitis-B-koinfizierten CCR5-tropen HIV-1-Patientenmit HIV-RNA < 50 Kopien/ml in einer multizentrischen, randomisierten, doppelblinden,placebokontrollierten Studie untersucht. 70 Patienten (Child-Pugh-Klasse A, n = 64; Child-Pugh-
Klasse B, n = 6) wurden in die Maraviroc-Gruppe und 67 Patienten (Child-Pugh-Klasse A, n = 59;
Child-Pugh-Klasse B, n = 8) wurden in die Placebo-Gruppe randomisiert.
Das primäre Ziel war die Untersuchung der Häufigkeit der ALT-Laborwertveränderungen vom Grad 3und 4 (> dem 5-fachen des oberen Grenzwerts des Normalbereichs (ULN), wenn der ALT-
Ausgangswert ≤ ULN ist; oder > dem 3,5-fachen des Ausgangswerts, wenn der Ausgangswert der
ALT > ULN ist) zu Woche 48. Ein Patient in jedem Behandlungsarm erreichte den primären
Endpunkt zu Woche 48 (im Placebo-Arm in Woche 8 und im Maraviroc-Arm in Woche 36).
Studien bei vorbehandelten Kindern und Jugendlichen, die mit CCR5-tropen Viren infiziert sind
Die Studie A4001031 ist eine unverblindete, multizentrische Studie bei Kindern und Jugendlichen (im
Alter von 2 bis < 18 Jahren), die mit dem CCR5-tropen HIV-1, welches durch den Trofile-Test miterhöhter Empfindlichkeit nachgewiesen wurde, infiziert sind. Die Patienten mussten beim Screening> 1.000 Kopien HIV-RNA pro ml aufweisen.
Alle Patienten (N = 103) erhielten zweimal täglich Maraviroc und ein optimiertes Hintergrundregime(OBT). Die Dosis von Maraviroc basierte auf der Körperoberfläche und wurde angepasst, wenn der
Patient starke CYP3A-Inhibitoren und/oder -Induktoren erhielt.
Bei Kindern und Jugendlichen mit einem erfolgreichen Tropismus-Test wurde das dual-/gemischt-
CXCR4-trope Virus bei ungefähr 40 % der untersuchten Proben nachgewiesen (8/27, 30 % bei den 2-bis 6-Jährigen und 31/81, 38 % bei 6- bis 12-Jährigen bzw. 41/90, 46 % bei den 12- bis 18-Jährigen),was die Wichtigkeit einer Untersuchung auf Tropismus auch bei Kinden und Jugendlichenunterstreicht.
52 % der Population waren weiblich und 69 % gehörten der schwarzen Bevölkerungsgruppe an, miteinem Durchschnittsalter von 10 Jahren (Altersspanne: 2 bis 17 Jahren). Zu Untersuchungsbeginnbetrug der durchschnittliche HIV-1-RNA-Wert im Plasma 4,3 log10 Kopien/ml (Spanne von 2,4 bis6,2 log10 Kopien/ml), die durchschnittliche CD4+-Zellzahl 551 Zellen/mm3 (Spanne von 1 bis1.654 Zellen/mm3) und der durchschnittliche Prozentsatz an CD4+-Zellen 21 % (Spanne von 0 % bis42 %).
Nach einer Missing-, Switch- oder Discontinuation-equals-Failure-Analyse zu Woche 48 erreichten48 % der Patienten, die mit Maraviroc und OBT behandelt wurden, HIV-1-RNA-Werte< 48 Kopien/ml im Plasma und 65 % der Patienten einen HIV-1-RNA-Wert < 400 Kopien/ml im
Plasma. Die durchschnittliche Erhöhung der CD4+-Zellzahl (Prozent) vom Ausgangswert bis zur
Woche 48 betrug 247 Zellen/mm3 (5 %).
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
ResorptionDie Resorption von Maraviroc ist variabel und hat mehrere Spitzenwerte. Die medianen
Spitzenplasmakonzentrationen von Maraviroc werden bei gesunden Probanden zwei Stunden(Bereich: 0,5 bis 4 Stunden) nach oraler Einmalgabe der handelsüblichen 300-mg-Tablette erreicht.
Über diesen Dosisbereich verhält sich die Pharmakokinetik von oral angewendetem Maraviroc nichtdosisproportional. Die absolute Bioverfügbarkeit einer 100-mg-Dosis beträgt 23 %, bei einer 300-mg-
Dosis werden 33 % geschätzt. Maraviroc ist ein Substrat des Efflux-Transporters P-Glykoprotein.
Bei Einnahme einer 300-mg-Tablette zusammen mit einem fettreichen Frühstück verringerten sich die
Cmax und die AUC von Maraviroc bei gesunden Probanden um 33 %. Bei Einnahme von 75 mg
Maraviroc als Lösung zum Einnehmen zusammen mit einem fettreichen Frühstück verringerte sich die
AUC von Maraviroc bei gesunden erwachsenen Probanden um 73 %. Studien mit den Tablettenzeigten, dass der Effekt der Nahrung mit höheren Dosen abnahm.
In den Studien bei Erwachsenen (Anwendung von Tabletten-Formulierungen) oder bei Kindern und
Jugendlichen (Anwendung von Tabletten-Formulierungen und flüssigen Darreichungsformen zum
Einnehmen) gab es keine Einschränkungen hinsichtlich der Nahrungszufuhr. Die Ergebnisse deutetenauf keine relevanten Bedenken hinsichtlich der Wirksamkeit oder Sicherheit im Zusammenhang mitder Einnahme im Nüchternzustand oder nach einer Mahlzeit. Daher können die Maraviroc Tablettenund die Lösung zum Einnehmen bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern im Alter ab 2 Jahrenund einem Körpergewicht von mindestens 10 kg in der empfohlenen Dosierung mit oder ohne
Nahrung eingenommen werden (siehe Abschnitt 4.2).
VerteilungMaraviroc liegt im Humanplasma zu ca. 76 % an Proteine gebunden vor und weist eine mäßige
Affinität zu Albumin und saurem Alpha-1-Glykoprotein auf. Das Verteilungsvolumen von Maravirocbeträgt ca. 194 l.
BiotransformationStudien am Menschen sowie In-vitro-Studien mit Lebermikrosomen und exprimierten Enzymen habengezeigt, dass Maraviroc hauptsächlich über das Cytochrom-P450-System zu Abbauproduktenmetabolisiert wird, die im Wesentlichen inaktiv gegen HIV-1 sind. In-vitro-Studien zeigen, dass
CYP3A4 das wichtigste Enzym für die Metabolisierung von Maraviroc darstellt. Weiterhin haben In-vitro-Studien gezeigt, dass die polymorphen Enzyme CYP2C9, CYP2D6 und CYP2C19 nurunwesentlich zum Metabolismus von Maraviroc beitragen.
Nach einer oralen Einmaldosis von 300 mg besteht der größte zirkulierende Bestandteil (ca. 42 % der
Radioaktivität) aus unverändertem Maraviroc. Der bedeutendste zirkulierende Metabolit beim
Menschen ist ein sekundäres Amin (ca. 22 % der Radioaktivität), welches durch N-Dealkylierungentstanden ist. Dieser polare Metabolit weist keine wesentliche pharmakologische Aktivität auf.
Weitere Metaboliten entstehen durch Monooxygenierung und haben nur einen unbedeutenden Anteilan der Radioaktivität des Plasmas.
EliminationEs wurde eine Massenbilanz-/Exkretionsstudie durchgeführt, bei der eine Einzeldosis von 300 mg 14C-markiertem Maraviroc zum Einsatz kam. Nach 168 Stunden wurden ca. 20 % der Radioaktivität im
Urin und 76 % in den Faeces wiedergefunden. Unverändertes Maraviroc war dabei der
Hauptbestandteil im Urin (durchschnittlich 8 % der Dosis) und in den Faeces (durchschnittlich 25 %der Dosis). Der Rest wurde als Metaboliten ausgeschieden. Nach intravenöser Gabe (30 mg) betrugdie Halbwertszeit von Maraviroc 13,2 Stunden, 22 % der Dosis wurden unverändert im Urinausgeschieden und die Werte für totale und renale Clearance lagen bei 44,0 l/h bzw. 10,17 l/h.
Besondere PatientengruppenKinder und Jugendliche:Während der Dosisfindung der klinischen Studie A4001031 wurden intensive Untersuchungen zur
Pharmakokinetik von Maraviroc bei 50 vorbehandelten, mit dem CCR5-tropen HIV-1 infizierten
Kindern und Jugendlichen im Alter von 2 bis 18 Jahren (Körpergewicht von 10,0 bis 57,6 kg)durchgeführt. An Tagen, an denen eine intensive pharmakokinetische Untersuchung durchgeführtwurde, wurde Maraviroc zusammen mit Nahrung angewendet und dahingehend optimiert, dass einedurchschnittliche Konzentration von > 100 ng/ml über das gesamte Dosierungsintervall (Cavg) erreichtwurde; an allen anderen Tagen wurde Maraviroc mit oder ohne Nahrung gegeben. Die Initialdosis von
Maraviroc wurde anhand der Dosierung für Erwachsene basierenden auf durchschnittlichen
Körperoberflächen in den Altersklassen skaliert (Referenz: durchschnittliche Körperoberfläche von
Erwachsenen 1,73 m2). Zusätzlich wurde die Dosierung dahingehend angepasst, ob die Patientenstarke CYP3A-Inhibitoren (38/50), starke CYP3A-Induktoren (2/50) oder andere
Begleitmedikationen, die keine starken CYP3A-Inhibitoren oder starke CYP3A-Induktoren (10/50)sind, als Teil ihrer OBT erhielten. Bei allen Patienten, einschließlich der zusätzlichen 47 Patienten, diestarke CYP3A-Inhibitoren erhielten und nicht an der Dosisfindungsphase teilnahmen, wurden weniger
Untersuchungen zur Pharmakokinetik durchgeführt (sparse pharmacokinetics). Der Einfluss vonstarken CYP3A-Inhibitoren und/oder -Induktoren auf die pharmakokinetischen Parameter von
Maraviroc war bei Kindern und Jugendlichen dem bei Erwachsenen ähnlich.
Um die Dosierung zu vereinfachen und Dosierungsfehler zu verringern, wurden die auf der
Körperoberfläche (m2) basierenden Bänder auf körpergewichtbasierten (kg) Bänder umgestellt (siehe
Abschnitt 4.2). Die Verwendung von körpergewichtbasierten Dosierungen führt bei vorbehandelten,
HIV-1-infizierten Kindern und Jugendlichen zu ähnlichen Maraviroc-Expositionen wie beivorbehandelten Erwachsenen, die die empfohlene Dosis mit Begleitmedikationen erhielten. Beipädiatrischen Patienten im Alter < 2 Jahren wurde die Pharmakokinetik von Maraviroc nichtuntersucht (siehe Abschnitt 4.2).
Ältere PatientenIn den Studien der Phasen I/IIa sowie III (Alter 16 bis 65 Jahre) wurden Populationsanalysendurchgeführt und keine altersabhängigen Auswirkungen beobachtet (siehe Abschnitt 4.2).
NierenfunktionsstörungIn einer Studie wurde die Pharmakokinetik nach einer Einzeldosis von 300 mg Maraviroc bei
Personen mit schwerer Nierenfunktionsstörung (CLcr < 30 ml/min, n = 6) und bei terminaler
Niereninsuffizienz mit der von gesunden Probanden (n = 6) verglichen. Die AUC∞ (CV %) von
Maraviroc betrug im geometrischen Mittel bei gesunden Probanden (normale Nierenfunktion) 1348,4ng x h/ml (61 %), bei schwerer Nierenfunktionsstörung 4367,7 ng x h/ml (52 %), bei terminaler
Niereninsuffizienz und Verabreichung nach der Dialyse 2677,4 ng x h/ml (40 %) und bei terminaler
Niereninsuffizienz und Verabreichung vor der Dialyse 2805,5 ng x h/ml (45 %). Die Cmax (CV %)betrug bei gesunden Probanden (normale Nierenfunktion) 335,6 ng/ml (87 %), bei schwerer
Nierenfunktionsstörung 801,2 ng/ml (56 %), bei terminaler Niereninsuffizienz und Verabreichungnach der Dialyse 576,7 ng/ml (51 %) und bei terminaler Niereninsuffizienz und Verabreichung vor der
Dialyse 478,5 ng/ml (38 %). Bei Personen mit terminaler Niereninsuffizienz hatte die Dialyse nureinen minimalen Effekt auf die Exposition. Die bei Personen mit schwerer Nierenfunktionsstörungund bei Personen mit terminaler Niereninsuffizienz beobachteten Expositionen lagen im gleichen
Bereich wie die, die in Studien mit Einzeldosen von 300 mg Maraviroc bei gesunden Probanden mitnormaler Nierenfunktion beobachtet wurden. Bei Patienten mit Nierenfunktionsstörung, die Maravirocohne einen starken CYP3A4-Inhibitor erhalten, ist daher keine Dosisanpassung notwendig (siehe
Abschnitte 4.2, pct. 4.4 und 4.5).
Weiterhin wurde in dieser Studie die Pharmakokinetik einer Mehrfachgabe von Maraviroc in
Kombination mit 1000/100 mg Saquinavir/Ritonavir (starker CYP3A4-Inhibitor) zweimal täglich über7 Tage bei Personen mit leichter (CLcr > 50 und ≤ 80 ml/min, n = 6) und mittelgradiger (CLcr ≥ 30 und≤ 50 ml/min, n = 6) Nierenfunktionsstörung mit der von gesunden Probanden (n = 6) verglichen. Die
Teilnehmer erhielten 150 mg Maraviroc in unterschiedlichen Dosierungsintervallen (gesunde
Probanden: alle 12 Stunden; leichte Nierenfunktionsstörung: alle 24 Stunden; mittelgradige
Nierenfunktionsstörung: alle 48 Stunden). Die mittlere Konzentration von Maraviroc über 24 Stunden(Cavg) war 445,1 ng/ml bei Personen mit normaler Nierenfunktion, 338,3 ng/ml bei leichter
Nierenfunktionsstörung und 223,7 ng/ml bei mittelgradiger Nierenfunktionsstörung. Bei Personen mitmittelgradiger Nierenfunktionsstörung war die Cavg von Maraviroc von Stunde 24 bis 48 mit 32,8ng/ml niedrig. Daher können Dosierungsintervalle über 24 Stunden bei Personen mit
Nierenfunktionsstörung zu unzureichenden Konzentrationen im Zeitraum 24 bis 48 Stunden führen.
Bei Patienten mit Nierenfunktionsstörung, die Maraviroc zusammen mit einem starken CYP3A4-
Inhibitor erhalten, ist eine Dosisanpassung nötig (siehe Abschnitte 4.2, pct. 4.4 und 4.5).
LeberfunktionsstörungMaraviroc wird hauptsächlich über die Leber metabolisiert und eliminiert. In einer Studie wurde die
Pharmakokinetik von 300 mg Maraviroc als Einzeldosis bei Patienten mit leichter (Child-Pugh-Klasse
A; n = 8) und mittelgradiger (Child-Pugh-Klasse B; n = 8) Leberfunktionsstörung mit der beigesunden Personen (n = 8) verglichen. Im Vergleich zu den Personen mit normaler Leberfunktionwaren die geometrischen Mittelwerte für Cmax und AUC bei den Patienten mit leichter
Leberfunktionsstörung um 11 % bzw. 25 % und bei den Patienten mit mittelgradiger
Leberfunktionsstörung um 32 % bzw. 46 % erhöht. Aufgrund begrenzter Daten von Patienten miteiner eingeschränkten metabolischen Kapazität und erhöhter renaler Clearance können die
Auswirkungen einer mittelgradigen Leberfunktionsstörung hierbei unterschätzt werden. Die
Ergebnisse müssen daher mit Vorsicht interpretiert werden. Bei Personen mit schwerer
Leberfunktionsstörung ist die Pharmakokinetik von Maraviroc nicht untersucht worden (siehe
Abschnitte 4.2 und 4.4).
Ethnische GruppeEs wurden keine relevanten Unterschiede zwischen Kaukasiern, Asiaten und Angehörigen derschwarzen Bevölkerung beobachtet. Bei anderen ethnischen Zugehörigkeiten wurde die
Pharmakokinetik nicht untersucht.
GeschlechtEs wurden keine relevanten Unterschiede in der Pharmakokinetik beobachtet.
Pharmakogenomik
Die Pharmakokinetik von Maraviroc ist abhängig von der CYP3A5-Aktivität und dem Ausmaß der
Expression, das durch genetische Variation verändert werden kann. Bei Patienten mit einemfunktionsfähigen CYP3A5 (CYP3A5*1-Allel) wurde im Vergleich zu Patienten mit einer defekten
CYP3A5-Aktivität (z. B. CYP3A5*3, CYP3A5*6 und CYP3A5*7) eine verringerte Maraviroc-
Exposition gezeigt. Die CYP3A5-Allelenfrequenz ist abhängig von der ethnischen Zugehörigkeit: Die
Mehrheit der Kaukasier (ca. 90 %) sind langsame Metabolisierer der CYP3A5-Substrate (d. h.
Personen ohne Kopie von funktionsfähigen CYP3A5-Allelen), wohingegen 40 % der Afroamerikanerund 70 % der Sub-Sahara-Afrikaner schnelle Metabolisierer sind (d. h. Personen mit zwei Kopienfunktionsfähiger CYP3A5-Allele).
In einer bei gesunden Patienten durchgeführten Phase I-Studie hatten Angehörige der schwarzen
Bevölkerung mit einem CYP3A5-Genotyp, die einen schnellen Maraviroc-Metabolismus(2 CYP3A5*1-Allele; n = 12) übertragen, bei einer Maraviroc-Dosierung von zweimal täglich 300 mgeine um jeweils 37 % und 26 % niedrigere AUC im Vergleich zu Patienten der schwarzen (n = 11)und kaukasischen (n = 12) Bevölkerung mit einem CYP3A5-Genotyp, die einen langsamen
Maraviroc-Metabolismus übertragen (keine CYP3A5*1-Allele). Der Unterschied der Maraviroc-
Exposition zwischen schnellen und langsamen CYP3A5- Metabolisierern wurde bei einergleichzeitigen Gabe von Maraviroc mit einem starken CYP3A-Inhibitor verringert: Schnelle
CYP3A5-Metabolisierer (n = 12) hatten im Vergleich zu langsamen CYP3A5-Metabolisierern(n = 11) bei einer Dosierung von einmal täglich 150 mg Maraviroc in Gegenwart von
Darunavir/Cobicistat (800/150 mg) eine um 17 % niedrigere Maraviroc-AUC.
Alle Patienten in der Phase I-Studie erreichten die Cavg-Konzentrationen, die in der Phase III-Studie annicht vorbehandelten erwachsenen Patienten (MERIT) nachweislich mit einer fast maximalenvirologischen Wirksamkeit von Maraviroc (75 ng/ml) assoziiert sind. Daher wird trotz der
Unterschiede bezüglich der CYP3A5-Genotyp-Prävalenz durch die ethnische Zugehörigkeit die
Auswirkung des CYP3A5-Genotyps auf die Maraviroc-Exposition als klinisch nicht signifikanterachtet. Eine Anpassung der Dosis nach CYP3A5-Genotyp oder ethnischer Zugehörigkeit ist nichterforderlich.
5.3 Präklinische Sicherheitsdaten
Die primäre pharmakologische Wirkung (Affinität zum CCR5-Rezeptor) war beim Affen vorhanden(100%ige Belegung der Rezeptoren) und eingeschränkt vorhanden bei Mäusen, Ratten, Kaninchenund beim Hund. Bei Mäusen und bei Menschen, denen durch einen genetischen Defekt die CCR5-
Rezeptoren fehlten, wurden keine bedeutsamen nachteiligen Folgen berichtet.
In-vitro- und In-vivo-Studien haben gezeigt, dass Maraviroc bei supratherapeutischen Dosen das QTc-
Intervall verlängern kann. Hinweise auf Arrhythmien bestanden nicht.
Toxizitätsstudien mit wiederholter Dosierung bei Ratten haben die Leber als primäres Zielorgan der
Toxizität herausgestellt (Erhöhung der Transaminasen, Hyperplasie des Gallengangs und Nekrosen).
Das kanzerogene Potenzial von Maraviroc wurde in einer 6-Monats-Studie an transgenen Mäusen undeiner Studie an Ratten über 24 Monate untersucht. Bei Mäusen wurde, bei systemischen Expositionen(Messung der AUC0-24 des ungebundenen Wirkstoffs), die im Bereich vom 7- bis 39-Fachen der
Konzentration beim Menschen nach Einnahme von 300 mg zweimal täglich lagen, keine statistischsignifikante Erhöhung der Tumorhäufigkeit berichtet. Bei einer systemischen Exposition, die um das21-Fache über der des beim Menschen bei Einnahme von 300 mg zweimal täglich Erwarteten lag,verursachte Maraviroc bei Ratten Schilddrüsenadenome mit adaptiven Leberveränderungen. Dieswurde jedoch als wenig relevant für den Menschen bewertet. Weiterhin wurden in der Studie an
Ratten bei einer systemischen Exposition, die mindestens um das 15-Fache über der beim Menschenerwarteten freien Exposition lag, Cholangiokarzinome (bei 2 von 60 Männchen unter 900 mg/kg) und
Cholangiome (bei 1 von 60 Weibchen unter 500 mg/kg) beobachtet.
Maraviroc war nicht mutagen oder genotoxisch in einer Reihe von In-vitro- und In-vivo-
Untersuchungen einschließlich reverser Mutationstests bei Bakterien, Chromosomenaberrationstestsbei Humanlymphozyten und Mikronukleustests bei Knochenmarkzellen der Maus.
Maraviroc beeinflusste das Geschlechtsverhalten oder die Fruchtbarkeit von männlichen oderweiblichen Ratten nicht und ließ die Spermien von behandelten männlichen Ratten bis zu einer Dosisvon 1.000 mg/kg unbeeinflusst. Die Exposition bei dieser Dosierung entspricht dem 39-Fachen einergeschätzten freien AUC bei einer klinischen Dosis von 300 mg zweimal täglich.
Embryofötale Entwicklungsstudien wurden an Ratten und Kaninchen bis zu Konzentrationendurchgeführt, die dem 39- und 34-Fachen einer geschätzten freien AUC bei einer klinischen Dosis von300 mg zweimal täglich entsprachen. Bei maternaltoxischen Dosen wiesen bei den Kaninchen sieben
Föten äußerliche Anomalien auf und ein Fötus bei einer mittleren Dosis von 75 mg/kg.
Prä- und postnatale Entwicklungsstudien wurden an Ratten bis zu Konzentrationen durchgeführt, diedem 27-Fachen einer geschätzten freien AUC bei einer klinischen Dosis von 300 mg zweimal täglichentsprachen. Bei den Nachkommen männlicher Ratten, die Maraviroc in hoher Dosierung erhielten,wurde eine leichte Erhöhung der motorischen Aktivität beim Absetzen und später im
Erwachsenenalter beobachtet. Bei den Weibchen wurde dieser Effekt nicht beobachtet. Andere
Entwicklungsparameter dieser Jungtiere, einschließlich Fruchtbarkeit und Reproduktionsverhalten,blieben unbeeinträchtigt von der Maraviroc-Exposition ihrer Elterntiere.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
TablettenkernMikrokristalline Cellulose
Wasserfreies Calciumhydrogenphosphat
Carboxymethylstärke-Natrium
Magnesiumstearat
FilmüberzugPoly(vinylalkohol)
Titandioxid (E171)
Macrogol (3350)
Talkum
Entölte Phospholipide aus Sojabohnen (Soja-Lecithin)
Indigocarmin-Aluminiumsalz (E 132)
6.2 Inkompatibilitäten
6.3 Haltbarkeit
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
CELSENTRI 25 mg Filmtabletten
Flaschen aus Polyethylen hoher Dichte (HDPE) mit einem kindergesicherten Polypropylen-Verschlussund einem Hitzesiegel aus Aluminiumfolie/Polyethylen. Die Flaschen enthalten 120 Filmtabletten.
CELSENTRI 75 mg Filmtabletten
Flaschen aus Polyethylen hoher Dichte (HDPE) mit einem kindergesicherten Polypropylen-Verschlussund einem Hitzesiegel aus Aluminiumfolie/Polyethylen. Die Flaschen enthalten 120 Filmtabletten.
CELSENTRI 150 mg Filmtabletten
Flaschen aus Polyethylen hoher Dichte (HDPE) mit einem kindergesicherten Polypropylen-Verschlussund einem Hitzesiegel aus Aluminiumfolie/Polyethylen. Die Flaschen enthalten 60 Filmtabletten.
Blisterpackungen aus Polyvinylchlorid (PVC) mit einer kindergesicherten Deckfolie aus
Aluminium/Polyethylenterephthalat (PET) in Faltschachteln zu 30, 60, 90 Filmtabletten und
Bündelpackungen zu 180 Filmtabletten (2 Faltschachteln je 90).
CELSENTRI 300 mg Filmtabletten
Flaschen aus Polyethylen hoher Dichte (HDPE) mit einem kindergesicherten Polypropylen-Verschlussund einem Hitzesiegel aus Aluminiumfolie/Polyethylen. Die Flaschen enthalten 60 Filmtabletten.
Blisterpackungen aus Polyvinylchlorid (PVC) mit einer kindergesicherten Deckfolie aus
Aluminium/Polyethylenterephthalat (PET) in Faltschachteln zu 30, 60, 90 Filmtabletten und
Bündelpackungen zu 180 Filmtabletten (2 Faltschachteln je 90).
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.
7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS
ViiV Healthcare BV
Van Asch van Wijckstraat 55H3811 LP Amersfoort
Niederlande
8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)
CELSENTRI 25 mg Filmtabletten
EU/1/07/418/011
CELSENTRI 75 mg Filmtabletten
EU/1/07/418/012
CELSENTRI 150 mg Filmtabletten
EU/1/07/418/001 (60 Tabletten)
EU/1/07/418/002 (30 Tabletten)
EU/1/07/418/003 (60 Tabletten)
EU/1/07/418/004 (90 Tabletten)
EU/1/07/418/005 (2 x 90 Tabletten - Bündelpackung)
CELSENTRI 300 mg Filmtabletten
EU/1/07/418/006 (60 Tabletten)
EU/1/07/418/007 (30 Tabletten)
EU/1/07/418/008 (60 Tabletten)
EU/1/07/418/009 (90 Tabletten)
EU/1/07/418/010 (2 x 90 Tabletten - Bündelpackung)
9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 18. September 2007
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 20. Juli 2012
10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu/ verfügbar.