Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels BYETTA 10mcg / dosis injektionslösung in einem fertigpen
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
Byetta 5 Mikrogramm Injektionslösung in einem Fertigpen
Byetta 10 Mikrogramm Injektionslösung in einem Fertigpen
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Jede Dosis enthält 5 Mikrogramm (µg) Exenatid in 20 Mikrolitern (µl) (0,25 mg Exenatid pro ml).
Jede Dosis enthält 10 Mikrogramm (µg) Exenatid in 40 Mikrolitern (µl) (0,25 mg Exenatid pro ml).
Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung:Byetta 5 µg: Jede Dosis enthält 44 µg Metacresol.
Byetta 10 µg: Jede Dosis enthält 88 µg Metacresol.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Injektionslösung (Injektion).
Klare, farblose Lösung.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Byetta ist angezeigt zur Behandlung des Typ-2-Diabetes mellitus in Kombination mit
- Metformin
- Sulfonylharnstoffen
- Thiazolidindionen
- Metformin und einem Sulfonylharnstoff-Präparat
- Metformin und einem Thiazolidindion-Präparatbei Erwachsenen, bei denen mit der maximal verträglichen Dosis dieser oralen Therapien eineangemessene Blutzuckerkontrolle nicht erreicht werden konnte.
Byetta ist ebenfalls angezeigt als Kombinationstherapie mit Basalinsulin mit oder ohne Metforminund/oder Pioglitazon bei Erwachsenen, die mit diesen Arzneimitteln keine angemessene
Blutzuckerkontrolle erreicht haben.
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
DosierungDie Behandlung mit schnell freigesetztem Exenatid (Byetta) sollte mit einer Dosis von 5 µg Exenatidzweimal täglich begonnen und mindestens einen Monat beibehalten werden, um die Verträglichkeit zuverbessern. Danach kann die Exenatid-Dosis auf 10 µg zweimal täglich erhöht werden, um die
Blutzuckerkontrolle weiter zu verbessern. Eine Erhöhung der Dosis auf über 10 µg zweimal täglichwird nicht empfohlen.
Schnell freigesetztes Exenatid ist als Fertigpen erhältlich, der entweder 5 µg oder 10 µg Exenatid pro
Dosis abgibt.
Schnell freigesetztes Exenatid wird vor der Morgen- und der Abendmahlzeit (oder vor zwei
Hauptmahlzeiten während des Tages, die mindestens 6 Stunden auseinander liegen) gegeben und zwarzu einem beliebigen Zeitpunkt innerhalb von 60 min vor der Mahlzeit. Schnell freigesetztes Exenatiddarf nicht nach einer Mahlzeit angewendet werden. Falls eine Injektion versäumt wurde, ist die
Behandlung mit der nächsten vorgesehenen Dosis fortzusetzen.
Schnell freigesetztes Exenatid wird für Patienten mit Typ-2-Diabetes empfohlen, die bereits mit
Metformin, einem Sulfonylharnstoff, Pioglitazon und/oder einem Basalinsulin behandelt werden. Die
Therapie mit schnell freigesetztem Exenatid kann auch bei zusätzlicher Gabe eines Basalinsulinsfortgesetzt werden. Wenn schnell freigesetztes Exenatid zusätzlich zu einer bestehenden Metformin-und/oder Pioglitazon-Therapie angewendet wird, kann die Metformin- und/oder Pioglitazon-Dosisunverändert bleiben, da im Vergleich zu einer alleinigen Metformin- und/oder Pioglitazon-Gabe keinerhöhtes Hypoglykämie-Risiko zu erwarten ist. Wird schnell freigesetztes Exenatid zusätzlich zueinem Sulfonylharnstoff-Präparat gegeben, muss eine Verringerung der Sulfonylharnstoff-Dosis in
Betracht gezogen werden, um das Risiko einer Hypoglykämie zu verringern (siehe Abschnitt 4.4).
Wird schnell freigesetztes Exenatid in Kombination mit einem Basalinsulin gegeben, ist die
Basalinsulin-Dosis zu überprüfen. Bei Patienten mit einem erhöhten Hypoglykämie-Risiko, sollte eine
Reduktion der Basalinsulin-Dosis in Betracht gezogen werden (siehe Abschnitt 4.8).
Eine tägliche Anpassung der Dosis von schnell freigesetztem Exenatid an den vom Patienten selbstgemessenen Blutzuckerspiegel ist nicht erforderlich. Eine Eigenkontrolle des Blutzuckers durch den
Patienten ist erforderlich, um die Dosis des Sulfonylharnstoffs oder des Insulins anzupassen. Dies giltinsbesondere bei Beginn der Behandlung mit Byetta und bei einer Reduktion der Insulindosis. Es wirdempfohlen, die Insulindosis schrittweise zu senken.
Besondere PatientengruppenÄltere PatientenSchnell freigesetztes Exenatid sollte bei Patienten > 70 Jahren mit Vorsicht angewendet werden unddie Dosiseskalation von 5 µg auf 10 µg sollte konservativ erfolgen. Bei Patienten > 75 Jahren ist dieklinische Erfahrung sehr begrenzt.
Eingeschränkte NierenfunktionBei Patienten mit leichter Einschränkung der Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance 50 - 80 ml/min) istkeine Dosisanpassung erforderlich.
Bei Patienten mit einer mäßigen Einschränkung der Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance30 - 50 ml/min) sollte die Dosiseskalation von 5 µg auf 10 µg konservativ erfolgen (siehe
Abschnitt 5.2).
Exenatid wird bei Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz oder einer schweren
Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance < 30 ml/min) nicht empfohlen (siehe Abschnitt 4.4).
Eingeschränkte LeberfunktionEine Dosisanpassung bei Patienten mit Leberinsuffizienz ist nicht erforderlich (siehe Abschnitt 5.2).
Kinder und JugendlicheDie Wirksamkeit von Exenatid bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren wurde nichtnachgewiesen.
Zurzeit vorliegende Daten werden in den Abschnitten 5.1 und 5.2 beschrieben; eine
Dosierungsempfehlung kann jedoch nicht gegeben werden.
Art der AnwendungJede Dosis ist als eine subkutane Injektion in Oberschenkel, Abdomen oder Oberarm zu geben.
Schnell freigesetztes Exenatid und Basalinsulin müssen getrennt in 2 Injektionen verabreicht werden.
Informationen zur Bedienung des Pens entnehmen Sie bitte Abschnitt 6.6 und der
Bedienungsanleitung, die der Gebrauchsinformation beiliegt.
4.3 Kontraindikationen
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Exenatid darf nicht bei Patienten mit Typ-1-Diabetes mellitus oder zur Behandlung der diabetischen
Ketoazidose eingesetzt werden.
Exenatid ist kein Ersatz für Insulin. Es liegen Berichte über diabetische Ketoazidose beiinsulinabhängigen Patienten nach raschem Absetzen oder einer schnellen Dosisreduktion von Insulinvor (siehe Abschnitt 4.2).
Schnell freigesetztes Exenatid darf nicht intravenös oder intramuskulär gegeben werden.
Einschränkung der NierenfunktionBei dialysepflichtigen Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz vergrößerten Einzeldosen von 5 µgschnell freigesetztem Exenatid Häufigkeit und Schweregrad gastrointestinaler Nebenwirkungen.
Schnell freigesetztes Exenatid wird bei Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz oder einerschweren Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance < 30 ml/min) nicht empfohlen. Die klinische
Erfahrung bei Patienten mit einer mäßigen Einschränkung der Nierenfunktion ist sehr begrenzt (siehe
Abschnitt 4.2).
Es gibt gelegentliche Spontanberichte über Veränderungen der Nierenfunktion, diese beinhalten eine
Erhöhung der Serumkreatininwerte, eine Beeinträchtigung der Nierenfunktion, eine Verschlechterungeines chronischen Nierenversagens sowie ein akutes Nierenversagen, das in manchen Fällen eine
Hämodialyse erforderlich machte. Einige dieser Ereignisse traten bei Patienten auf, die gleichzeitigandere Vorkommnisse mit Auswirkung auf den Flüssigkeitshaushalt erlitten; dazu zählten Übelkeit,
Erbrechen, und/oder Diarrhoe und/oder die Gabe von Pharmaka, die bekanntermaßen die
Nierenfunktion/den Flüssigkeitshaushalt beeinflussen. Die gleichzeitig gegebenen Arzneimittelbeinhalteten ACE-Hemmer, Angiotensin-II-Rezeptorenblocker, nichtsteroidale Antiphlogistika und
Diuretika. Die beobachteten Änderungen der Nierenfunktion waren unter einer symptomatischen
Behandlung und einem Absetzen der potentiell das Ereignis auslösenden Arzneimittel, einschließlich
Exenatid, reversibel.
Akute PankreatitisDie Anwendung von GLP-1-Rezeptoragonisten wurde mit dem Risiko für das Auftreten einer akuten
Pankreatitis in Zusammenhang gebracht. Während der Behandlung mit Exenatid gab es
Spontanberichte über eine akute Pankreatitis. Ein Abklingen der Pankreatitis bei einersymptomatischen Behandlung wurde beobachtet, in sehr seltenen Fällen wurden jedochnekrotisierende oder hämorrhagische Pankreatitiden und/oder Todesfälle berichtet. Patienten solltenüber die charakteristischen Symptome einer akuten Pankreatitis (andauernde, schwere abdominale
Schmerzen) informiert werden. Besteht Verdacht auf Pankreatitis, muss Exenatid abgesetzt werden.
Wenn eine akute Pankreatitis bestätigt wird, darf die Behandlung mit Exenatid nicht wiederaufgenommen werden. Bei Patienten mit einer Pankreatitis in der Vorgeschichte ist Vorsicht geboten.
Schwere gastrointestinale Erkrankungen
Exenatid wurde bei Patienten mit schweren gastrointestinalen Erkrankungen, wie Gastroparese, nichtuntersucht. Die Behandlung ist häufig mit gastrointestinalen Nebenwirkungen, einschließlich
Übelkeit, Erbrechen und Durchfall, verbunden. Deshalb wird die Anwendung von Exenatid bei
Patienten mit schweren gastrointestinalen Erkrankungen nicht empfohlen.
HypoglykämieWenn schnell freigesetztes Exenatid in Kombination mit einem Sulfonylharnstoff gegeben wurde, wardie Inzidenz von Hypoglykämien im Vergleich zur Gabe von Placebo in Kombination mit
Sulfonylharnstoff erhöht. In klinischen Studien hatten Patienten mit einer leichten Einschränkung der
Nierenfunktion, die in Kombination mit Sulfonylharnstoff behandelt wurden, im Vergleich zu
Patienten mit normaler Nierenfunktion eine erhöhte Hypoglykämie-Inzidenz. Um das mit dergleichzeitigen Gabe von Sulfonylharnstoff verbundene Risiko einer Hypoglykämie zu verringern,muss eine Reduktion der Sulfonylharnstoff-Dosis in Betracht gezogen werden.
Schneller Gewichtsverlust
Bei etwa 5 % der Patienten in klinischen Studien, die mit Exenatid behandelt wurden, wurde ein
Gewichtsverlust von mehr als 1,5 kg wöchentlich beobachtet. Ein Gewichtsverlust in dieser Höhekann schädliche Folgen haben. Patienten mit raschem Gewichtsverlust sollten hinsichtlich Anzeichenund Symptome einer Cholelithiasis beobachtet werden.
Begleitende Arzneimittel
Die Wirkung von schnell freigesetztem Exenatid, die Magenentleerung zu verlangsamen, kann
Ausmaß und Geschwindigkeit der Resorption oral gegebener Arzneimittel verringern. Bei Patienten,die Arzneimittel einnehmen, die eine schnelle gastrointestinale Resorption erfordern oder eine engetherapeutische Breite haben, muss schnell freigesetztes Exenatid mit Vorsicht eingesetzt werden.
Genaue Empfehlungen bezüglich der Einnahme solcher Arzneimittel während einer Behandlung mitschnell freigesetztem Exenatid finden sich im Abschnitt 4.5.
Die gleichzeitige Gabe von schnell freigesetztem Exenatid mit D-Phenylalanin-Derivaten(Meglitiniden), alpha-Glucosidasehemmern, Dipeptidylpeptidase-4-Inhibitoren oder anderen
GLP-1-Rezeptoragonisten wurde nicht untersucht und kann nicht empfohlen werden.
Sonstige BestandteileDieses Arzneimittel enthält Metacresol, das allergische Reaktionen hervorrufen kann.
Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium pro Dosis, d. h. es ist nahezu 'natriumfrei“.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Die Wirkung von schnell freigesetztem Exenatid, die Magenentleerung zu verlangsamen, kann
Ausmaß und Geschwindigkeit der Resorption oral angewendeter Arzneimittel verringern. Patienten,die Arzneimittel erhalten, die eine geringe therapeutische Breite haben oder eine enge klinische
Überwachung erfordern, müssen sorgfältig kontrolliert werden. Solche Arzneimittel sollten bezüglichder Injektion von schnell freigesetztem Exenatid auf standardisierte Weise gegeben werden. Sollensolche Arzneimittel zusammen mit den Mahlzeiten eingenommen werden, sind Patienten anzuweisen,diese wenn möglich mit einer Mahlzeit einzunehmen, zu der schnell freigesetztes Exenatid nichtgegeben wird.
Bei oral anzuwendenden Arzneimitteln, deren Wirkung im besonderen Maße von einer
Mindestkonzentration abhängt, z. B. Antibiotika, sind Patienten anzuweisen, diese Arzneimittelmindestens 1 Stunde vor der Injektion von schnell freigesetztem Exenatid einzunehmen.
Magensaftresistente Zubereitungen, die Substanzen enthalten, die im Magen leicht abgebaut werdenkönnen, z. B. Protonenpumpenhemmer, sollten mindestens 1 Stunde vor oder 4 Stunden nach einer
Injektion von schnell freigesetztem Exenatid eingenommen werden.
Digoxin, Lisinopril und Warfarin
Wenn Digoxin, Lisinopril oder Warfarin 30 min nach Exenatid gegeben wurden, wurde eine tmax-
Verschiebung von etwa 2 h beobachtet. Es wurde keine klinisch relevante Veränderung von Cmax oder
AUC beobachtet. Nach Markteinführung wurden allerdings Spontanfälle von verlängerter
Thromboplastinzeit (erhöhter INR Wert) berichtet, die bei gleichzeitiger Anwendung von Warfarinund Exenatid auftraten. Bei Patienten, die mit Warfarin und/oder Cumarinderivaten behandelt werden,sollte daher während des Beginns der Therapie sowie während der Erhöhung der Dosis von schnellfreigesetztem Exenatid die Thromboplastinzeit engmaschig überwacht werden (siehe Abschnitt 4.8).
Metformin oder Sulfonylharnstoffe
Es ist nicht zu erwarten, dass schnell freigesetztes Exenatid eine klinisch relevante Wirkung auf die
Pharmakokinetik von Metformin oder Sulfonylharnstoffen ausübt. Dementsprechend hängt der
Zeitpunkt der Einnahme dieser Arzneimittel nicht von der Injektion von schnell freigesetztem
Exenatid ab.
Paracetamol
Paracetamol wurde beispielhaft als Arzneimittel benutzt, um die Wirkung von Exenatid auf die
Magenentleerung zu messen. Wurden 1 000 mg Paracetamol zusammen mit 10 µg schnellfreigesetztem Exenatid (0 h) sowie 1, 2 und 4 h nach der Injektion von schnell freigesetztem Exenatidgegeben, wurde die Bioverfügbarkeit (AUC) von Paracetamol um 21 %, 23 %, 24 % bzw. 14 %verringert. Cmax war um 37 %, 56 %, 54 % bzw. 41 % verringert; tmax erhöhte sich im
Kontrollzeitraum von 0,6 h auf 0,9 h, 4,2 h, 3,3 h bzw. 1,6 h. Die Werte für AUC, Cmax und tmaxänderten sich nicht signifikant, wenn Paracetamol 1 Stunde vor der Injektion von schnell freigesetztem
Exenatid gegeben wurde. Aufgrund dieser Studienergebnisse ist eine Anpassung der Paracetamol-
Dosis nicht erforderlich.
Hydroxymethylglutaryl-Coenzym-A (HMG CoA) Reduktase Inhibitoren
Wenn schnell freigesetztes Exenatid (10 µg zweimal täglich) zusammen mit einer Einzeldosis
Lovastatin (40 mg) gegeben wurde, waren im Vergleich zu alleiniger Lovastatin-Gabe AUC und Cmaxfür Lovastatin um etwa 40 % bzw. 28 % verringert und tmax um 4 Stunden verzögert. Während der 30-wöchigen placebokontrollierten klinischen Studien war die gleichzeitige Gabe von schnellfreigesetztem Exenatid und HMG-CoA-Inhibitoren nicht mit einheitlichen Veränderungen der
Blutfettwerte verbunden (siehe Abschnitt 5.1). Veränderungen der LDL- oder Gesamtcholesterolwertesind möglich, es ist jedoch keine vorher bestimmte Dosisanpassung erforderlich. Daher müssen die
Blutfettwerte in regelmäßigen Abständen kontrolliert werden.
Ethinylestradiol und Levonorgestrel
Bei Gabe eines oralen Kombinationskontrazeptivums (30 µg Ethinylestradiol plus 150 µg
Levonorgestrel) eine Stunde vor einer von zwei täglichen 10 µg Injektionen von schnell freigesetztem
Exenatid änderte sich weder für Ethinylestradiol noch für Levonorgestrel die Bioverfügbarkeit (AUC),
Cmax oder Cmin. Wird das orale Kontrazeptivum 30 Minuten nach der Injektion von schnellfreigesetztem Exenatid gegeben, ändert sich die Bioverfügbarkeit nicht, aber Cmax von Ethinylestradiolwird um 45 %, Cmax von Levonorgestrel um 27 - 41 % verringert. Durch die verzögerte
Magenentleerung kommt es zu einer Verschiebung von tmax um 2 - 4 Stunden. Der Rückgang von Cmaxhat nur begrenzte klinische Relevanz. Eine Dosisanpassung bei oralen Kontrazeptiva ist nichterforderlich.
Kinder und JugendlicheStudien zur Erfassung von Wechselwirkungen wurden nur bei Erwachsenen durchgeführt.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
Frauen im gebärfähigen AlterMöchte eine Patientin schwanger werden, oder tritt eine Schwangerschaft ein, ist die
Exenatid-Behandlung abzubrechen.
SchwangerschaftEs liegen keine ausreichenden Daten zur Anwendung von Exenatid während der Schwangerschaft vor.
In Tierstudien zeigte sich eine Reproduktionstoxizität (siehe Abschnitt 5.3). Das mögliche Risiko fürden Menschen ist nicht bekannt. Exenatid sollte während der Schwangerschaft nicht angewendetwerden, hier ist die Anwendung von Insulin zu empfehlen.
StillzeitEs ist nicht bekannt, ob Exenatid in die Muttermilch ausgeschieden wird. Exenatid sollte vonstillenden Müttern nicht angewendet werden.
FertilitätEs wurden keine Fertilitätsstudien beim Menschen durchgeführt.
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
MaschinenExenatid hat geringen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von
Maschinen. Wird Exenatid in Kombination mit Sulfonylharnstoffen oder einem Basalinsulinangewendet, müssen Patienten angewiesen werden, Maßnahmen zur Hypoglykämievermeidung beider Teilnahme am Straßenverkehr oder während des Bedienens von Maschinen zu ergreifen.
4.8 Nebenwirkungen
Zusammenfassung des SicherheitsprofilsDie häufigsten Nebenwirkungen sind überwiegend gastrointestinaler Natur (Übelkeit, Erbrechen und
Durchfall). Die am häufigsten berichtete einzelne Nebenwirkung war Übelkeit, die zu
Behandlungsbeginn auftrat und im Laufe der Behandlung abnahm. Es kann zu einer Hypoglykämiekommen, wenn schnell freigesetztes Exenatid zusammen mit einem Sulfonylharnstoff angewendetwird. Die Nebenwirkungen von schnell freigesetztem Exenatid waren meist leicht bis mäßig im
Schweregrad.
Nach der Markteinführung von schnell freigesetztem Exenatid wurden akute Pankreatitis mitunbekannter Häufigkeit und akutes Nierenversagen gelegentlich berichtet (siehe Abschnitt 4.4).
Tabellarische Auflistung der NebenwirkungenIn Tabelle 1 sind Nebenwirkungen von schnell freigesetztem Exenatid aus klinischen Studien und
Spontanberichten (nicht beobachtet in klinischen Studien, Häufigkeit nicht bekannt) aufgeführt.
Hintergrundtherapien in klinischen Studien schlossen Metformin, einen Sulfonylharnstoff, ein
Thiazolidindion oder eine Kombination oraler blutzuckersenkender Arzneimittel ein.
Die Nebenwirkungen sind nachfolgend in MedDRA Terminologie nach Systemorganklasse undabsoluter Häufigkeit aufgeführt. Die Patienten-Häufigkeit ist definiert als: sehr häufig (≥ 1/10), häufig(≥ 1/100, < 1/10), gelegentlich ( 1/1 000 bis < 1/100), selten (≥ 1/10 000 bis < 1/1 000), sehr selten(< 1/10 000) und nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).
Tabelle 1: Nebenwirkungen von schnell freigesetztem Exenatid, identifiziert durch klinische
Studien und Spontanberichte
Systemorganklasse/Bezeichnung Häufigkeit des Auftretensder Nebenwirkungsehr häufig gelegent- selten sehr nichthäufig lich selten bekannt
Erkrankungen des Blutes und des
Lymphsystems
Arzneimittelinduzierte X3
ThrombozytopenieErkrankungen des ImmunsystemsAnaphylaktische Reaktion X1
Stoffwechsel- und
Ernährungsstörungen
Hypoglykämie (mit Metformin und X1einem Sulfonylharnstoff) 2
Hypoglykämie (mit einem X1
Sulfonylharnstoff)
Verminderter Appetit X1
Dehydration, üblicherweise zusammen X1mit Übelkeit, Erbrechen und/oder
Durchfall
Erkrankungen des NervensystemsKopfschmerzen 2 X1
Schwindel X1
Geschmacksstörung X1
Schläfrigkeit X1
Erkrankungen des
Gastrointestinaltrakts
Intestinale Obstruktion X1
Übelkeit X1
Erbrechen X1
Durchfall X1
Dyspepsie X1
Abdominale Beschwerden X1
Gastroösophagealer Reflux X1
Meteorismus X1
Akute Pankreatitis (siehe X3
Abschnitt 4.4)
Aufstoßen X1
Verstopfung X1
Blähungen X1
Verzögerte Magenentleerung X1
Erkrankungen der Haut und des
Unterhautzellgewebes
Vermehrtes Schwitzen 2 X1
Haarausfall X1
Makulöses und papulöses Exanthem X3
Juckreiz und/oder Urtikaria X1
Angioneurotisches Ödem X3
Erkrankungen der Nieren und
Harnwege
Veränderte Nierenfunktion, X1einschließlich akutem Nierenversagen,
Verschlechterung eines chronischen
Nierenversagens, Beeinträchtigung der
Nierenfunktion, erhöhtes
Serumkreatinin
Allgemeine Erkrankungen und
Beschwerden am Verabreichungsort
Gefühl der inneren Unruhe X1
Schwäche 2 X1
Reaktionen an der Injektionsstelle X1
Untersuchungen
Gewichtsverlust X1
Verlängerte Thromboplastinzeit bei X3gleichzeitiger Warfarin-Gabe,teilweise Berichte über Blutungen1 Häufigkeitsangabe basierend auf abgeschlossenen Langzeitstudien zur Wirksamkeit und Sicherheitvon schnell freigesetztem Exenatid mit insgesamt n= 5 763 (Patienten in Kombinationsbehandlung miteinem Sulfonylharnstoff n= 2 971).
2 In kontrollierenden Studien gegen Insulin, in denen gleichzeitig Metformin und Sulfonylharnstoffgegeben wurden, war die Inzidenz dieser Nebenwirkungen ähnlich für Insulin- und für mit schnellfreigesetztem Exenatid behandelte Patienten.
3 Daten von Spontanberichten (unbekannter Nenner)
Wenn schnell freigesetztes Exenatid in Kombination mit einer Basalinsulin-Therapie eingesetztwurde, waren Inzidenz und Art anderer beobachteter Nebenwirkungen ähnlich zu denen, die in denkontrollierten Studien mit Exenatid-Monotherapie, mit Metformin und/oder einem Sulfonylharnstoffoder einem Thiazolidindion bzw. mit oder ohne Metformin auftraten.
Beschreibung ausgewählter NebenwirkungenArzneimittelinduzierte Thrombozytopenie
Arzneimittelinduzierte Thrombozytopenie (drug-induced thrombocytopenia, DITP) mit
Exenatid-abhängigen Thrombozytenantikörpern ist nach Markteinführung berichtet worden. DITP isteine immunvermittelte Reaktion, die durch arzneimittelabhängige Thrombozyten-reaktive Antikörperverursacht wird. Diese Antikörper bewirken eine Zerstörung der Thrombozyten in Gegenwart dessensibilisierenden Arzneimittels.
HypoglykämieIn Studien, bei denen Patienten mit schnell freigesetztem Exenatid und einem Sulfonylharnstoff (mitoder ohne Metformin) behandelt wurden, stieg die Inzidenz einer Hypoglykämie im Vergleich zu
Placebo an (23,5 % und 25,2 % gegen 12,6 % und 3,3 %), anscheinend in Abhängigkeit sowohl vonder Dosis des schnell freigesetztem Exenatids als auch von der Sulfonylharnstoffdosis.
Im Vergleich zu Placebo gab es keine klinisch relevanten Unterschiede in Inzidenz oder Schwere der
Hypoglykämien unter Exenatid, wenn es zusammen mit einem Thiazolidindion-Präparat mit oderohne Metformin gegeben wurde. Hypoglykämien wurde bei 11 % der Exenatid und 7 % der Placebo-
Patienten berichtet.
Die meisten Hypoglykämien waren leicht bis mäßig und alle konnten durch orale Gabe von
Kohlenhydraten behoben werden.
In einer 30-wöchigen Studie, bei der schnell freigesetztes Exenatid oder Placebo zusätzlich zu einerbestehenden Basalinsulin-Therapie (Insulin glargin) gegeben wurde, wurde gemäß Prüfplan bei
Patienten mit einem HbA1c ≤ 8,0 % die Basalinsulin-Dosis um 20 % reduziert, um das Risiko einer
Hypoglykämie zu minimieren. In beiden Behandlungsarmen wurde titriert, um die angestrebten
Nüchternblutzuckerwerte zu erreichen (siehe Abschnitt 5.1). Vergleicht man die Gruppe, die schnellfreigesetztes Exenatid erhielt mit der Placebogruppe, ergibt sich kein klinisch signifikanter
Unterschied in der Hypoglykämie-Inzidenz (25 % bzw. 29 %). Es gab keine schwere Hypoglykämiein der Gruppe, die schnell freigesetztes Exenatid erhielt.
In einer 24-wöchigen Studie, bei der entweder Insulin lispro Protaminsuspension oder Insulin glarginzusätzlich zu einer bestehenden schnell freigesetztes Exenatid/Metformin oder schnell freigesetztes
Exenatid/Metformin/Thiazolidindion-Therapie gegeben wurde, betrug die Inzidenz von Patienten mitmindestens einer leichten Hypoglykämie 18 % bzw. 9 % und von einem Patienten wurde eine schwere
Hypoglykämie berichtet. Bei Patienten, bei denen die bestehende Therapie auch einen
Sulfonylharnstoff beinhaltete, betrug die Inzidenz von Patienten mit mindestens einer leichten
Hypoglykämie 48 % bzw. 54 %, von einem Patienten wurde eine schwere Hypoglykämie berichtet.
Übelkeit
Die am häufigsten berichtete Nebenwirkung war Übelkeit. 36 % der Patienten, die mit 5 µg oder10 µg schnell freigesetztem Exenatid behandelt wurden, berichteten über ein mindestens einmaliges
Auftreten von Übelkeit. Das Auftreten von Übelkeit war meist leicht bis mäßig sowie dosisabhängig.
Unter fortgesetzter Behandlung nahmen Häufigkeit und Schweregrad bei den meisten Patienten, beidenen zunächst Übelkeit auftrat, ab.
In kontrollierten Langzeitstudien über mindestens 16 Wochen lag die Häufigkeit eines
Studienabbruchs aufgrund von unerwünschten Ereignissen bei 8 % bei mit schnell freigesetztem
Exenatid behandelten, 3 % bei placebobehandelten und 1 % bei insulinbehandelten Patienten. Dieunerwünschten Ereignisse, die am häufigsten zu einem Studienabbruch führten, waren bei den mitschnell freigesetztem Exenatid behandelten Patienten Übelkeit (4 % der Patienten) und Erbrechen(1 %). Bei placebobehandelten oder insulinbehandelten Patienten brachen < 1 % wegen Übelkeit oder
Erbrechens ab.
In offenen Verlängerungsstudien berichteten mit schnell freigesetztem Exenatid behandelte Patientennach 82 Wochen über ähnliche unerwünschte Ereignisse, wie sie in kontrollierten Studien beobachtetworden waren.
Reaktionen an der InjektionsstelleIn kontrollierten Langzeitstudien (über mindestens 16 Wochen) berichteten etwa 5,1 % der mit schnellfreigesetztem Exenatid behandelten Patienten über Reaktionen an der Injektionsstelle. Diese
Reaktionen waren üblicherweise gering ausgeprägt und führten normalerweise nicht zu einem
Absetzen von schnell freigesetztem Exenatid.
ImmunogenitätEntsprechend der potentiell immunogenen Eigenschaften von protein- und peptidhaltigen
Arzneimitteln können Patienten aufgrund der Behandlung mit schnell freigesetztem Exenatid gegen
Exenatid gerichtete Antikörper bilden. Bei den meisten Patienten, die Antikörper entwickelten, gingendie Antikörpertiter im Laufe der Zeit zurück und blieben innerhalb des Beobachtungszeitraums von 82
Wochen niedrig.
Der Prozentsatz von antikörperpositiven Patienten war in allen Studien etwa gleich. Bei Patienten, diegegen Exenatid gerichtete Antikörper entwickelten, traten tendenziell mehr Reaktionen an der
Injektionsstelle auf (z. B. Hautrötung und Jucken), andererseits aber traten unerwünschte Ereignisse invergleichbarer Art und Häufigkeit auf wie bei Patienten ohne gegen Exenatid gerichtete Antikörper. Inden drei placebokontrollierten Studien (n= 963) hatten 38 % der Patienten nach 30 Wochen einenniedrigen Titer von gegen Exenatid gerichteten Antikörpern. Bei diesen Patienten war das Ausmaß der
Blutzuckerkontrolle (HbA1c) im Allgemeinen vergleichbar zu der bei Patienten ohne Antikörpertiter.
Zusätzlich hatten etwa 6 % der Patienten nach 30 Wochen höhere Antikörpertiter. Etwa die Hälftedieser 6 % (3 % aller mit schnell freigesetztem Exenatid behandelten Patienten in den kontrollierten
Studien) zeigte keine offensichtliche Verbesserung der glykämischen Antwort durch schnellfreigesetztes Exenatid. In drei kontrollierten Vergleichsstudien (n= 790) gegen Insulin waren
Wirksamkeit und beobachtete unerwünschte Ereignisse bei mit schnell freigesetztem Exenatidbehandelten Patienten unabhängig von den Antikörpertitern vergleichbar.
Die Untersuchung antikörperpositiver Proben aus einer unkontrollierten Langzeitstudie ergab keinesignifikante Kreuzreaktivität mit ähnlichen endogenen Peptiden (Glucagon oder GLP-1).
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
Zu den Anzeichen und Symptomen einer Überdosierung können schwere Übelkeit, schweres
Erbrechen und schnell sinkende Blutzuckerwerte gehören. Im Fall einer Überdosierung ist eineangemessene, unterstützende Behandlung (unter Umständen mit parenteraler Gabe) einzuleiten, diesich an der klinischen Symptomatik des Patienten orientiert.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Glucagon-like-Peptid-1-(GLP-1)-Rezeptoragonisten, ATC-Code:
A10BJ01.
WirkmechanismusExenatid ist ein Glucagon-like-Peptide-(GLP-1)-Rezeptoragonist, das verschiedeneantihyperglykämische Wirkungen des Glucagon-like-Peptide-1 (GLP-1) zeigt.
Die Aminosäuresequenz von Exenatid ist teilweise mit der von humanem GLP-1 identisch. In in vitro
Untersuchungen wurde für Exenatid gezeigt, dass es an den bekannten humanen GLP-1-Rezeptorbindet und ihn aktiviert. Zyklisches AMP und/oder andere intrazelluläre Signalbahnen vermitteln die
Wirkung.
Exenatid erhöht glucoseabhängig die Sekretion von Insulin durch die Betazellen des Pankreas. Beisinkender Blutzuckerkonzentration geht dadurch die Insulinsekretion zurück. Wenn Exenatid allein in
Kombination mit Metformin gegeben wird, wurde im Vergleich zu Metformin plus Placebo kein
Anstieg der Hypoglykämieinzidenz beobachtet. Dies kann auf einen Glucose-abhängigeninsulinotropen Mechanismus zurückgeführt werden (siehe Abschnitt 4.4).
Exenatid unterdrückt die Glucagonsekretion, die beim Typ-2-Diabetes bekanntermaßen unangemessenerhöht ist. Geringere Glucagonkonzentrationen führen zu einer erniedrigten Glucoseabgabe der Leber.
Exenatid beeinträchtigt jedoch nicht die normale Glucagonwirkung und die Wirkung anderer
Hormone als Reaktion auf eine Hypoglykämie.
Exenatid verlangsamt die Entleerung des Magens und reduziert dadurch die Geschwindigkeit, in dermit der Nahrung aufgenommene Glucose in die Blutbahn gelangt.
Pharmakodynamische WirkungenSchnell freigesetztes Exenatid verbessert bei Patienten mit Typ-2-Diabetes die Blutzuckerkontrollemittels eines Sofort- und Langzeiteffekts durch Senkung sowohl des postprandialen als auch des
Nüchternblutzuckers.
Klinische Wirksamkeit und SicherheitStudien mit schnell freigesetztem Exenatid und Metformin, einem Sulfonylharnstoff oder beiden als
Ausgangstherapie
In die klinischen Studien waren 3 945 Personen eingeschlossen (davon wurden 2 997 mit Exenatidbehandelt), 56 % waren männlich und 44 % weiblich. 319 Personen waren älter als 70 Jahre (davonwurden 230 mit Exenatid behandelt). 34 Personen waren älter als 75 Jahre (davon wurden 27 mit
Exenatid behandelt).
Schnell freigesetztes Exenatid reduzierte HbA1c und Körpergewicht in drei placebokontrollierten
Studien bei 30 Wochen lang behandelten Patienten, unabhängig davon, ob schnell freigesetztes
Exenatid in Kombination mit Metformin, einem Sulfonylharnstoff oder einer Kombination von beidenangewendet wurde. Diese Verringerung der HbA1c-Werte wurden im Allgemeinen 12 Wochen nach
Behandlungsbeginn beobachtet. Siehe Tabelle 2. Die Verringerung der HbA1c-Werte sowie des
Körpergewichts hielten in der Untergruppe der Patienten, die zweimal täglich mit 10 µg schnellfreigesetztem Exenatid behandelt wurden, für mindestens 82 Wochen an. Dies gilt für Patienten, diean der Verlängerung der placebokontrollierten und nichtkontrollierten Studien teilgenommen haben(n= 137).
Tabelle 2: Kombinierte Ergebnisse der 30-wöchigen placebokontrollierten Studien ('intent totreat“-Patienten)
Placebo Schnell freigesetztes Schnell freigesetztes
Exenatid5 µg Exenatid 10 µgzweimal täglich zweimal täglich
N 483 480 483
HbA1c (%), 8,48 8,42 8,45
Ausgangswert
HbA1c (%), -0,08 -0,59 -0,89
Veränderung gegenüber
Ausgangswert
Anteil der Patienten 7,9 25,3 33,6(%), die HbA1c ≤ 7%erreichen
Anteil der Patienten 10,0 29,6 38,5(%), die HbA1c ≤ 7%erreichen (Patienten, diedas jeweilige
Studienprotokollvollständig durchliefen)
Körpergewicht (kg), 99,26 97,10 98,11
Ausgangswert
Veränderung des -0,65 -1,41 -1,91
Körpergewichtsgegenüber
Ausgangswert (kg)
In Studien gegen Insulin verbesserte schnell freigesetztes Exenatid (5 µg zweimal täglich über 4
Wochen, anschließend 10 µg zweimal täglich) in Kombination mit Metformin und Sulfonylharnstoffstatistisch und klinisch signifikant die Blutzuckerkontrolle, was durch eine Abnahme des HbA1c-
Wertes gemessen wurde. Die Wirkung der Behandlung war in einer 26-wöchigen Studie der einer
Insulin-glargin-Behandlung vergleichbar (mittlere Insulindosis bei Studienende 24,9 IE/Tag bei einem
Bereich von 4 - 95 IE/Tag) sowie in einer 52-wöchigen Studie der einer Behandlung mit biphasischen
Insulin aspart (mittlere Insulindosis bei Studienende 24,4 IE/Tag bei einem Bereich von 3 -78 IE/Tag). Schnell freigesetztes Exenatid reduzierte den HbA1c-Wert von 8,21 % (n= 228) und 8,6 %(n= 222) um 1,13 und 1,01 %, während Insulin glargin diesen von 8,24 % (n= 227) um 1,10 % undbiphasisches Insulin aspart diesen von 8,67 % (n= 224) um 0,86 reduzierte. In der 26-wöchigen Studiewurde mit schnell freigesetztem Exenatid ein Gewichtsverlust von 2,3 kg (2,6 %) und in der 52-wöchigen Studie ein Gewichtsverlust von 2,5 kg (2,7 %) erreicht, während die Insulinbehandlung miteiner Gewichtszunahme verbunden war. Die Unterschiede bei der Behandlung (schnell freigesetztes
Exenatid minus Vergleichspräparat) betrugen -4,1 kg in der 26-wöchigen Studie und -5,4 kg in der 52-wöchigen Studie. Von Patienten selbstgemessene 7-Punkt Blutzuckerprofile (vor und nach den
Mahlzeiten und um 3 Uhr morgens) zeigten postprandial nach einer Injektion von schnellfreigesetztem Exenatid im Vergleich zu Insulin signifikant reduzierte Glucosewerte. Im Allgemeinenwaren die Blutzuckerkonzentrationen vor den Mahlzeiten bei den Insulinpatienten niedriger als beiden Patienten, die schnell freigesetztes Exenatid erhielten. Die mittleren täglichen
Blutzuckerkonzentrationen waren bei Insulin und schnell freigesetztem Exenatid ähnlich. In diesen
Studien war die Hypoglykämieinzidenz bei Behandlung mit schnell freigesetztem Exenatid und
Insulin-Behandlung ähnlich.
Studien mit schnell freigesetztem Exenatid und Metformin, einem Thiazolidindion oder beiden als
Ausgangstherapie
Zwei placebokontrollierte Studien wurden durchgeführt: Schnell freigesetztes Exenatid (n= 121 bzw.111) oder Placebo (n= 112 bzw. 54) wurden in einer 16-wöchigen und in einer 26-wöchigen Studiezusätzlich zu einer bestehenden Thiazolidindion-Behandlung mit oder ohne Metformin gegeben. Vonden Patienten, die schnell freigesetztes Exenatid erhielten, wurden 12 % mit einem Thiazolidindionund schnell freigesetztem Exenatid und 82 % mit einem Thiazolidindion, Metformin und schnellfreigesetztem Exenatid behandelt. Schnell freigesetztes Exenatid (5 µg zweimal täglich über4 Wochen, anschließend 10 µg zweimal täglich) bewirkte im Vergleich zu Placebo eine statistischsignifikante Reduktion des HbA1c-Ausgangswerts (-0,7 % gegen +0,1 %) sowie eine statistischsignifikante Abnahme des Körpergewichts (-1,5 kg gegen 0 kg) in der 16-wöchigen Studie. Die 26-wöchige Studie ergab ähnliche Ergebnisse mit einer im Vergleich zu Placebo statistisch signifikanten
Reduktion des HbA1c-Ausgangswerts (-0,8 % gegen -0,1 %). Ein signifikanter Unterschied bei der
Änderung des Körpergewichts gegenüber dem Ausgangswert zwischen den Behandlungsgruppen warnicht gegeben (-1,4 gegen -0,8 kg).
Wenn schnell freigesetztes Exenatid in Kombination mit einem Thiazolidindion gegeben wurde, wardie Hypoglykämieinzidenz ähnlich zu der von Placebo in Kombination mit einem Thiazolidindion.
Bei Patienten > 65 Jahren sowie bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion ist die Erfahrungbegrenzt. Die Inzidenz und Art anderer beobachteter Nebenwirkungen ähnelten denen, die in den 30-wöchigen kontrollierten Studien mit einem Sulfonylharnstoff und/oder Metformin beobachtet wurden.
Studien mit schnell freigesetztem Exenatid in Kombination mit Basalinsulin
In einer 30-wöchigen Studie wurde entweder schnell freigesetztes Exenatid (5 µg zweimal täglich über4 Wochen, anschließend 10 µg zweimal täglich) oder Placebo zusätzlich zu Insulin glargin (mit oderohne Metformin oder Pioglitazon oder mit beiden Substanzen zusammen) gegeben. Während der
Studie wurde Insulin glargin innerhalb beider Behandlungsarme mit einem gängigen Algorithmus aufeinen Nüchternblutzucker von etwa 5,6 mmol/l titriert. Das Durchschnittsalter der Patienten betrug59 Jahre, die mittlere Diabetesdauer 12,3 Jahre.
Am Ende der Studie zeigten die mit schnell freigesetztem Exenatid behandelten Patienten (n= 137) im
Vergleich zu den Placebo-Patienten (n= 122) eine statistisch signifikante Reduktion des HbA1c-Wertessowie des Gewichtes. Schnell freigesetztes Exenatid senkte den HbA1c um 1,7 % bei einem
Ausgangswert von 8,3 %, während Placebo den HbA1c um 1,0 % bei einem Ausgangswert von 8,5 %senkte. Der Anteil der Patienten, die einen HbA1c < 7 % sowie einen HbA1c ≤ 6,5 % erreichten betrug56 % bzw. 42 % mit schnell freigesetztem Exenatid und 29 % bzw. 13 % mit Placebo. Unter schnellfreigesetztem Exenatid wurde bei einem Ausgangsgewicht von 95 kg ein Gewichtsverlust von 1,8 kgbeobachtet, dem eine Gewichtszunahme bei Placebo in Höhe von 1,0 kg bei einem Ausgangsgewichtvon 94 kg gegenübersteht.
In der Gruppe, die schnell freigesetztes Exenatid erhielt, nahm die Insulindosis um 13 Einheitentäglich zu, im Vergleich zu 20 Einheiten täglich in der Placebo-Gruppe. Schnell freigesetztes Exenatidreduzierte den Nüchternblutzucker um 1,3 mmol/l, Placebo um 0,9 mmol/l. In der Gruppe, die schnellfreigesetztes Exenatid erhielt, gab es im Vergleich zu Placebo einen signifikant geringerenpostprandialen Blutzuckeranstieg nach dem Frühstück (- 2,0 versus - 0,2 mmol/l) und nach dem
Abendessen (- 1,6 versus + 0,1 mmol/l), es gab keine Unterschiede nach dem Mittagessen.
In einer 24-wöchigen Studie, bei der entweder Insulin lispro Protaminsuspension oder Insulin glarginzusätzlich zu einer bestehenden Therapie mit schnell freigesetztem Exenatid in Kombination mit
Metformin, Metformin und Sulfonylharnstoff oder Metformin und Thiazolidindion gegeben wurde,wurde der HbA1c bei einem Ausgangswert von 8,2 % um 1,2 % (n= 170) bzw. um 1,4 % (n= 167)gesenkt. Eine Gewichtszunahme von 0,2 kg wurde bei mit Insulin lispro Protaminsuspensionbehandelten Patienten beobachtet (Ausgangsgewicht 102 kg) gegenüber einer Gewichtszunahme von0,6 kg bei Insulin glargin Patienten (Ausgangsgewicht 103 kg).
In einer 30-wöchigen, offenen, aktiv kontrollierten vergleichenden Nicht-Unterlegenheitsstudie wurdedie Sicherheit und Wirksamkeit von schnell freigesetztem Exenatid (n= 315) gegenüber titriertem
Insulin lispro dreimal täglich (n= 312) mit der Hintergrundtherapie von optimiertem Basalinsulinglargin und Metformin bei Patienten mit Typ-2-Diabetes bewertet.
Nach einer Phase zur Optimierung von Basalinsulin (basal insulin optimization, BIO) wurden
Patienten mit einem HbA1c 7,0 % randomisiert, entweder schnell freigesetztes Exenatid oder Insulinlispro zusätzlich zu ihrer bestehenden Therapie von Insulin glargin und Metformin anzuwenden. Inbeiden Behandlungsgruppen titrierten die Patienten ihre Insulin-glargin-Dosis gemäß einem
Algorithmus, der die aktuelle klinische Praxis widerspiegelt.
Alle Patienten im Arm mit schnell freigesetztem Exenatid erhielten zunächst für vier Wochen 5 µgzweimal täglich. Nach 4 Wochen wurde ihre Dosis auf 10 µg zweimal täglich erhöht. Patienten in dermit schnell freigesetztem Exenatid behandelten Gruppe mit einem HbA1c 8,0 % zum Ende der BIO-
Phase reduzierten ihre Insulin-glargin-Dosis um mindestens 10 %.
Schnell freigesetztes Exenatid senkte den HbA1c vom Ausgangswert 8,3 % um 1,1 % und Insulinlispro senkte den HbA1c vom Ausgangswert 8,2 % um 1,1 %. Es wurde die Nicht-Unterlegenheit vonschnell freigesetztem Exenatid gegenüber titriertem Insulin lispro gezeigt. Der Patientenanteil, dereinen HbA1c < 7 % erreichte, betrug bei schnell freigesetztem Exenatid 47,9 % und bei Insulin lispro42,8 %. Mit schnell freigesetztem Exenatid wurde ein Gewichtsverlust um 2,6 kg vom Ausgangswertvon 89,9 kg beobachtet, während mit Insulin lispro eine Gewichtszunahme um 1,9 kg vom
Ausgangswert von 89,3 kg beobachtet wurde.
Nüchternblutfette
Schnell freigesetztes Exenatid zeigte keine unerwünschten Effekte auf Lipidparameter. Ein Trend zur
Abnahme von Triglyceriden in Verbindung mit Gewichtsverlust wurde beobachtet.
Betazell-Funktion
Klinische Studien mit schnell freigesetztem Exenatid weisen auf eine verbesserte Betazellen-Funktionhin. Dabei wurden Messungen wie das homeostasis model assessment for beta-cell function (HOMA-
B) und das Verhältnis von Proinsulin zu Insulin verwendet.
Eine pharmakodynamische Studie zeigte bei Patienten mit Typ-2-Diabetes (n= 13) eine
Wiederherstellung der ersten Phase der Insulinsekretion und eine verbesserte zweite Phase der
Insulinsekretion nach einem intravenösen Glucosebolus.
KörpergewichtMit schnell freigesetztem Exenatid behandelte Patienten zeigten eine vergleichbare Reduktion des
Körpergewichts, unabhängig vom Auftreten von Übelkeit, allerdings nahm die Gruppe, bei der
Übelkeit auftrat, in den kontrollierten Langzeitstudien von bis zu 52 Wochen stärker ab (mittlere
Abnahme 2,4 kg im Vergleich zu 1,7 kg).
Es wurde gezeigt, dass die Gabe von Exenatid die Nahrungsaufnahme über einen verringerten Appetitund ein erhöhtes Sättigungsgefühl reduziert.
Kinder und JugendlicheDie Wirksamkeit und Sicherheit von schnell freigesetztem Exenatid wurde in einer 28-wöchigenrandomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studie an 120 Patienten im Alter von 10 bis17 Jahren mit Typ-2-Diabetes untersucht, die einen HbA1c-Wert von 6,5 % bis 10,5 % aufwiesen. Siewaren entweder Antidiabetika-naiv oder wurden mit Metformin allein, einem Sulfonylharnstoff alleinoder Metformin in Kombination mit einem Sulfonylharnstoff behandelt. Die Patienten erhielten28 Wochen lang eine zweimal tägliche Behandlung mit 5 µg schnell freigesetztem Exenatid, 10 µgschnell freigesetztem Exenatid oder einer äquivalenten Dosis eines Placebos. Der primäre
Wirksamkeitsendpunkt war die Veränderung des HbA1c-Wertes vom Ausgangswert bis zur
Behandlungswoche 28; der Behandlungsunterschied (gepoolte Dosen) gegenüber Placebo warstatistisch nicht signifikant [-0,28 % (95 % KI: -1,01; 0,45)]. In dieser pädiatrischen Studie wurdenkeine neuen Erkenntnisse zur Sicherheit identifiziert.
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
ResorptionNach subkutaner Gabe an Typ-2-Diabetiker erreicht Exenatid eine mediane
Spitzenplasmakonzentration nach 2 h. Die mittlere Spitzenkonzentration von Exenatid (Cmax) betrug211 pg/ml und die mittlere Bioverfügbarkeit (AUC0-) betrug 1036 pg h/ml nach einer subkutanen
Gabe von 10 g Exenatid. Die Bioverfügbarkeit von Exenatid erhöhte sich proportional über dietherapeutischen Dosisbereich von 5 g bis 10 g. Mit einer subkutanen Gabe von Exenatid in
Abdomen, Oberschenkel oder Arm erreicht man eine vergleichbare Bioverfügbarkeit.
VerteilungDas mittlere scheinbare Verteilungsvolumen von Exenatid nach subkutaner Gabe einer Einzeldosisbeträgt 28 l.
Biotransformation und EliminationNichtklinische Studien haben gezeigt, dass Exenatid hauptsächlich durch glomeruläre Filtration mitsich anschließender Proteolyse ausgeschieden wird. In klinischen Studien beträgt die mittlerescheinbare Clearance von Exenatid 9 l/h und die mittlere terminale Halbwertzeit 2,4 h. Diesepharmakokinetischen Eigenschaften von Exenatid sind dosisunabhängig.
Besondere PatientengruppenEingeschränkte NierenfunktionBei Patienten mit leichter (Kreatinin-Clearance 50 bis 80 ml/min) bis mäßiger (Kreatinin-Clearance 30bis 50 ml/min) Einschränkung der Nierenfunktion war die Exenatid-Clearance im Vergleich zu
Patienten mit normaler Nierenfunktion nur leicht reduziert (13 %ige Reduktion bei leichter und36 %ige Reduktion bei mäßiger Nierenfunktionseinschränkung). Bei Dialysepatienten mit terminaler
Niereninsuffizienz war die Clearance signifikant um 84 % reduziert (siehe Abschnitt 4.2).
Eingeschränkte LeberfunktionPharmakokinetische Studien bei Patienten mit Leberinsuffizienz wurden nicht durchgeführt. Exenatidwird hauptsächlich durch die Niere ausgeschieden, daher ist nicht zu erwarten, dass eine
Leberfunktionsstörung die Blutkonzentration von Exenatid beeinflusst.
Geschlecht und ethnische ZugehörigkeitGeschlecht und ethnische Zugehörigkeit haben keinen klinisch relevanten Einfluss auf die
Pharmakokinetik von Exenatid.
Ältere PatientenLangzeitdaten zu älteren Patienten liegen nur begrenzt vor, sie lassen allerdings auch bei einemfortgeschrittenen Alter bis zu etwa 75 Jahren keine markanten Veränderungen der
Exenatid-Bioverfügbarkeit vermuten.
In einer Pharmakokinetik-Studie bei Typ-2-Diabetikern, führte die Gabe von 10 g Exenatid bei 15älteren Personen zwischen 75 und 85 Jahren im Vergleich zu 15 Personen zwischen 45 und 65 Jahrenzu einem mittleren Anstieg der Bioverfügbarkeit (AUC) um 36 %. Dies ist wahrscheinlich auf diereduzierte Nierenfunktion im höheren Alter zurückzuführen (siehe Abschnitt 4.2).
Kinder und JugendlicheIn einer Pharmakokinetik Studie wurde 13 Typ-2-Diabetikern zwischen 12 und 16 Jahren eine
Einzeldosis von 5 g Exenatid verabreicht. Es zeigte sich eine leichte Verringerung der mittleren AUC(16 % niedriger) und Cmax (25 % niedriger) im Vergleich zu den bei Erwachsenen ermittelten Werten.
5.3 Präklinische Sicherheitsdaten
Basierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, Toxizität bei wiederholter
Gabe oder Genotoxizität lassen die präklinischen Daten keine besonderen Gefahren für den Menschenerkennen.
Bei weiblichen Ratten, denen Exenatid 2 Jahre lang gegeben wurde, kam es in der Gruppe mit derhöchsten Dosis, 250 g/kg/Tag, zu einer erhöhten Inzidenz von benignen C-Zelladenomen der
Schilddrüse. Diese Dosis führte zu einer Exenatid-Exposition, die 130-fach über der humanen
Exposition während Behandlung liegt. Adjustiert an das Überleben war diese Inzidenz statistisch nichtsignifikant. Es gab keine tumorerzeugende Antwort bei männlichen Ratten oder bei Mäusen beider
Geschlechter.
Tierstudien geben keine Hinweise auf direkte schädigende Wirkungen bezüglich Fruchtbarkeit oder
Schwangerschaft. Hohen Exenatid-Dosen während des mittleren Abschnitts der Tragzeit hatte bei
Mäusen Auswirkungen auf das Skelett und verringerte das Wachstum der Feten. Auch bei Kaninchenverringerte sich das Wachstum der Feten. Hohe Exenatid-Dosen im letzten Abschnitt der Tragzeit undwährend der Stillzeit reduzierten das neonatale Wachstum.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
MetacresolMannitol
Essigsäure 99 %
Natriumacetat-Trihydrat
Wasser für Injektionszwecke
6.2 Inkompatibilitäten
Da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, darf dieses Arzneimittel nicht mit anderen
Arzneimitteln gemischt werden.
6.3 Haltbarkeit
3 Jahre
Pen in Gebrauch:30 Tage
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Im Kühlschrank lagern (2 °C - 8 °C).
Nicht einfrieren.
Nach AnbruchNicht über 25 ºC lagern.
Der Pen darf nicht mit aufgeschraubter Nadel aufbewahrt werden.
Die Schutzkappe sollte dem Pen wieder aufgesetzt werden, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
Typ-I-Glaspatrone mit einem (Bromobutyl-)Gummikolben, einer Gummischeibe und einer
Aluminiumkappe. Die Patronen sind in einen Fertigpen eingebaut.
5 µg: Jeder Fertigpen enthält 60 Dosen (etwa 1,2 ml Lösung).10 µg: Jeder Fertigpen enthält 60 Dosen (etwa 2,4 ml Lösung).
Packungsgrößen zu 1 und 3 Pens. Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den
Verkehr gebracht.
Injektionsnadeln sind nicht enthalten.
Für den Byetta-Pen eignen sich Nadeln der Firma Becton-Dickinson.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
HandhabungDer Patient ist anzuweisen, die Nadel nach jeder Injektion zu entsorgen.
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.
Bedienungsanleitung
Der Byetta-Pen darf nur von einer Person angewendet werden.
Die der Gebrauchsinformation beiliegende Bedienungsanleitung für den Pen muss sorgfältig befolgtwerden.
Der Pen darf nicht mit aufgeschraubter Nadel aufbewahrt werden.
Byetta darf nicht verwendet werden, wenn Partikel zu erkennen sind, oder die Lösung trüb und/oderfarbig ist.
Verwenden Sie Byetta nicht, wenn es eingefroren war.
7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS
AstraZeneca AB
SE-151 85 Södertälje
Schweden
8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)
9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 20. Nov. 2006
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 22. Juli 2016
10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu/ verfügbar.