Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels BRIMICA GENUAIR 340mcg / 12mcg inhalationspulver
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
Brimica Genuair 340 Mikrogramm/12 Mikrogramm Pulver zur Inhalation
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Jede abgegebene Dosis (die über das Mundstück abgegebene Dosis) enthält 340 Mikrogramm
Aclidinium (als 396 Mikrogramm Aclidiniumbromid) und 11,8 Mikrogramm Formoterolfumarat-
Dihydrat (Ph.Eur.).
Dies entspricht einer abgemessenen Dosis von 343 Mikrogramm Aclidinium (als 400 Mikrogramm
Aclidiniumbromid) und einer abgemessenen Dosis von 12 Mikrogramm Formoterolfumarat-Dihydrat(Ph.Eur.).
Sonstiger Bestandteil mit bekannter WirkungJede abgegebene Dosis enthält etwa 11 mg Lactose (als Monohydrat).
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Pulver zur Inhalation
Weißes oder fast weißes Pulver in einem weißen Inhalator mit integrierter Dosisanzeige und einerorangen Dosiertaste.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Brimica Genuair ist indiziert als bronchodilatatorische Erhaltungstherapie zur Linderung von
Symptomen bei Erwachsenen mit chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung (COPD).
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
DosierungDie empfohlene Dosis beträgt eine Inhalation zweimal täglich.
Wenn eine Dosis ausgelassen wurde, sollte sie so bald wie möglich nachgeholt und die folgende Dosiszur üblichen Zeit angewendet werden. Die folgende Dosis darf nicht verdoppelt werden, um dievergessene Dosis auszugleichen.
Ältere PatientenBei älteren Patienten sind keine Dosisanpassungen erforderlich (siehe Abschnitt 5.2).
NierenfunktionsstörungBei Patienten mit Nierenfunktionsstörung sind keine Dosisanpassungen erforderlich (siehe Abschnitt5.2).
LeberfunktionsstörungBei Patienten mit Leberfunktionsstörung sind keine Dosisanpassungen erforderlich (siehe Abschnitt5.2).
Kinder und JugendlicheEs gibt keinen relevanten Nutzen von Brimica Genuair bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahrenin der Indikation COPD.
Art der AnwendungZur Inhalation.
Patienten sollten in die korrekte Anwendung des Arzneimittels eingewiesen werden, da der Genuair-
Inhalator möglicherweise anders funktioniert als die von den Patienten zuvor angewendeten
Inhalatoren. Es ist wichtig, die Patienten anzuweisen, die Bedienungsanleitung in der Packungsbeilagezu lesen.
Vor der ersten Anwendung muss der verschlossene Beutel aufgerissen und der Inhalator entnommenwerden. Der Beutel und das Trockenmittel sollten entsorgt werden.
Bedienungsanleitung, siehe Abschnitt 6.6.
4.3 Kontraindikationen
Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Asthma
Brimica Genuair sollte nicht bei Asthma angewendet werden; es wurden keine klinischen Studien mit
Brimica Genuair bei Asthma durchgeführt.
Paradoxer Bronchospasmus
In klinischen Studien traten mit Brimica Genuair in der empfohlenen Dosis keine paradoxen
Bronchospasmen auf. Mit anderen Inhalationstherapien wurden jedoch paradoxe Bronchospasmenbeobachtet. Bei Auftreten von Bronchospasmen muss die Behandlung abgebrochen und eine andere
Therapie in Erwägung gezogen werden.
Nicht zur akuten Anwendung
Brimica Genuair ist nicht zur Behandlung von akuten Bronchospasmus-Anfällen indiziert.
Kardiovaskuläre Wirkungenβ2-Adrenozeptoragonisten können bei einigen Patienten einen Anstieg von Pulsfrequenz und
Blutdruck, Veränderungen im Elektrokardiogramm (EKG), wie beispielsweise eine T-Wellen-
Abflachung, eine ST-Senkung und ein verlängertes QTc-Intervall, verursachen. Bei Auftreten solcher
Wirkungen kann es notwendig werden, die Behandlung abzubrechen. Lang wirksameβ2-Adrenozeptoragonisten sollten mit Vorsicht angewendet werden bei Patienten mit einer aktuellbestehenden oder früher aufgetretenen Verlängerung des QTc-Intervalls bzw. bei Patienten unter
Therapie mit Arzneimitteln, die das QTc-Intervall beeinflussen (siehe Abschnitt 4.5).
Herzrhythmusstörungen, einschließlich Vorhofflimmern und paroxysmaler Tachykardie, wurden nachder Gabe von Brimica Genuair beobachtet (siehe Abschnitt 4.8). Daher ist Brimica Genuair mit
Vorsicht anzuwenden bei Patienten mit anamnestisch bekannten Herzrhythmusstörungen oder
Risikofaktoren für Herzrhythmusstörungen.
Systemische WirkungenBrimica Genuair sollte bei Patienten mit schweren kardiovaskulären Erkrankungen, Krampfleiden,
Thyreotoxikose und bei Patienten mit Phäochromozytom nur mit Vorsicht angewendet werden.
Bei Anwendung hoher Dosen von β2-Adrenozeptoragonisten können Wirkungen auf den
Stoffwechsel, wie Hyperglykämie und Hypokaliämie, beobachtet werden. In klinischen Phase-III-
Studien war die Inzidenz deutlicher Anstiege des Blutzuckerspiegels unter Brimica Genuair gering(0,1 %) und ähnlich wie unter Placebo. Hypokaliämie ist für gewöhnlich vorübergehend und erfordertkeine Supplementierung. Bei Patienten mit schwerer COPD kann die Hypokaliämie durch Hypoxieund Begleitbehandlungen verschärft werden (siehe Abschnitt 4.5). Hypokaliämie erhöht die
Anfälligkeit für Herzrhythmusstörungen.
Auf Grund seiner anticholinergen Wirkung sollte Brimica Genuair bei Patienten mit symptomatischer
Prostatahyperplasie, Harnretention oder mit Engwinkelglaukom (selbst wenn der direkte Kontakt des
Arzneimittels mit den Augen sehr unwahrscheinlich ist) mit Vorsicht angewendet werden.
Mundtrockenheit, wie sie im Zusammenhang mit einer anticholinergen Therapie beobachtet wurde,kann langfristig mit Zahnkaries assoziiert sein.
Lactosegehalt
Patienten mit der seltenen hereditären Galactoseintoleranz, völligem Lactasemangel oder Glucose-
Galactose-Malabsorption sollten dieses Arzneimittel nicht anwenden.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Arzneimittel zur Behandlung von COPD
Die gleichzeitige Anwendung von Brimica Genuair mit anderen Arzneimitteln, die Anticholinergikaund/oder lang wirksame β2-Adrenozeptor-Agonisten enthalten, wurde nicht untersucht und wird nichtempfohlen.
Obwohl keine formalen In-vivo-Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen durchgeführt wurden,wurde Brimica Genuair gleichzeitig mit anderen Arzneimitteln gegen COPD einschließlich kurzwirksamen β2-adrenergen Bronchodilatatoren, Methylxanthinen sowie oralen und inhalierten Steroidenangewendet, ohne dass Arzneimittelwechselwirkungen klinisch nachgewiesen werden konnten.
Behandlung mit Hypokaliämie-verursachenden Arzneimitteln
Die gleichzeitige Behandlung mit Methylxanthin-Derivaten, Steroiden oder nicht-kaliumsparenden
Diuretika kann eine mögliche hypokaliämische Wirkung von β2-Adrenozeptoragonisten verstärken.
Daher sollte die gleichzeitige Anwendung dieser Arzneimittel nur mit Vorsicht erfolgen (siehe
Abschnitt 4.4).
Betablocker
Betablocker können die Wirkung von β2-Adrenozeptoragonisten abschwächen oder ihrentgegenwirken. Wird die Anwendung von Betablockern (einschließlich Augentropfen) notwendig, sosollten kardioselektive Betablocker bevorzugt werden, wobei auch bei deren Anwendung Vorsichtgeboten ist.
Andere pharmakodynamische Interaktionen
Brimica Genuair sollte bei Patienten, die mit Arzneimitteln behandelt werden, welche bekanntermaßendas QTc-Intervall verlängern (wie beispielsweise Monoaminoxidase-Hemmer, trizyklische
Antidepressiva, Antihistaminika oder Makrolide), nur mit Vorsicht angewendet werden, da die
Wirkung von Formoterol (ein Bestandteil von Brimica Genuair) auf das kardiovaskuläre System durchdiese Arzneimittel verstärkt werden kann. Arzneimittel, die bekanntermaßen das QTc-Intervallverlängern, sind mit einem erhöhten Risiko für ventrikuläre Rhythmusstörungen verbunden.
Stoffwechselinteraktionen
In-vitro-Studien haben gezeigt, dass nicht zu erwarten ist, dass Aclidinium oder seine Metaboliten bei
Dosierung im therapeutischen Bereich Wechselwirkungen mit P-Glycoprotein-(P-gp-)Substraten odermit durch Cytochrom-P-450-Enzyme (CYP450-Enzyme) oder Esterasen metabolisierten
Arzneimitteln hervorrufen. In therapeutisch relevanten Konzentrationen führt Formoterol zu keiner
Hemmung der CYP450-Enzyme (siehe Abschnitt 5.2).
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
SchwangerschaftBisher liegen keine Erfahrungen mit der Anwendung von Brimica Genuair bei Schwangeren vor.
Tierexperimentelle Studien haben eine Fetotoxizität für Aclidinium nur bei Dosisspiegeln gezeigt, dieviel höher als die maximale Humanexposition waren; und unerwünschte Wirkungen von Formoterol in
Reproduktionsstudien nur bei sehr hohen systemischen Expositionsspiegeln (siehe Abschnitt 5.3).
Brimica Genuair darf während der Schwangerschaft nur dann angewendet werden, wenn der zuerwartende Nutzen die potenziellen Risiken überwiegt.
StillzeitEs ist nicht bekannt, ob Aclidinium (und/oder seine Metaboliten) oder Formoterol in die Muttermilchsezerniert wird. Da Studien an Ratten die Ausscheidung geringer Mengen Aclidinium (und/oder seiner
Metaboliten) sowie Formoterol in die Milch gezeigt haben, darf die Anwendung von Brimica Genuairdurch stillende Frauen nur in Betracht gezogen werden, wenn der erwartete Nutzen für die Frau größerist als jedmögliches Risiko für den Säugling.
FertilitätStudien mit Ratten haben eine leichte Reduzierung der Fertilität nur bei Dosisspiegeln gezeigt, die vielhöher waren als die maximale Humanexposition für Aclidinium- und Formoterol (siehe Abschnitt5.3). Es gilt als unwahrscheinlich, dass Brimica Genuair bei Anwendung in der empfohlenen
Dosierung die Fertilität bei Menschen beeinflusst.
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
MaschinenBrimica Genuair hat keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeitund die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen. Das Auftreten von Verschwommensehen oder
Schwindel kann die Verkehrstüchtigkeit oder die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinenbeeinträchtigen.
4.8 Nebenwirkungen
Die Darstellung des Sicherheitsprofils beruht auf Erfahrungen mit Brimica Genuair sowie seineneinzelnen Bestandteilen.
Zusammenfassung des SicherheitsprofilsSicherheitsrelevante Daten über Brimica Genuair in der empfohlenen therapeutischen Dosis liegen füreine Exposition bis zu 12 Monaten aus klinischen Studien sowie aus Erfahrungen nach
Markteinführung vor.
Die mit der Anwendung von Brimica Genuair verbundenen Nebenwirkungen waren vergleichbar mitdenen seiner einzelnen Bestandteile. Da Brimica Genuair die Wirkstoffe Aclidinium und Formoterolenthält, können die mit diesen Bestandteilen verbundenen unerwünschten Wirkungen in gleicher Artund Schwere auch für Brimica Genuair erwartet werden.
Die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen im Zusammenhang mit Brimica Genuair sind
Nasopharyngitis (7,9 %) und Kopfschmerzen (6,8 %).
Tabellarische Zusammenfassung der NebenwirkungenDas klinische Entwicklungsprogramm zu Brimica Genuair wurde an Patienten mit mittelschwerer oderschwerer COPD durchgeführt. Insgesamt wurden 1.222 Patienten mit Brimica Genuair340 Mikrogramm/12 Mikrogramm behandelt. Die den Nebenwirkungen zugeordneten
Häufigkeitsangaben basieren auf den Rohinzidenzraten, die in gepoolten Analysen vonrandomisierten, Placebo-kontrollierten klinischen Phase-III-Studien mit Brimica Genuair340 Mikrogramm/12 Mikrogramm mit mindestens 6 Monaten Dauer beobachtet wurden oder auf
Erfahrungen mit den Einzelwirkstoffen oder auf Ergebnissen von nach dem Inverkehrbringendurchgeführten Studien.
Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt: Sehrhäufig (≥1/10), häufig (≥1/100, <1/10), gelegentlich (≥1/1.000, <1/100), selten (≥1/10.000, <1/1.000),sehr selten (<1/10.000) und nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nichtabschätzbar).
Systemorganklasse Häufigkeit
Nasopharyngitis
Infektionen und parasitäre Harnwegsinfektionen
Erkrankungen Sinusitis Häufig
Zahnabszesse
Erkrankungen des Überempfindlichkeit Selten
Immunsystems Angioödem
Anaphylaktische Reaktion Nicht bekannt
Stoffwechsel- und Hypokaliämie
Ernährungsstörungen Hyperglykämie Gelegentlich
Schlafstörungen
Psychiatrische Angstzustände Häufig
Erkrankungen Agitiertheit Gelegentlich
KopfschmerzenErkrankungen des Schwindel Häufig
Nervensystems Tremor
Geschmacksstörung Gelegentlich
Augenerkrankungen Verschwommenes Sehen Gelegentlich
Herzrhythmusstörungen, einschließlich
Herzerkrankungen Vorhofflimmern und paroxysmaler
Tachykardie Gelegentlich
TachykardieVerlängerung des QTc-Intervalls im EKG
PalpitationenAngina pectoris
Erkrankungen der Husten Häufig
Atemwege, des Brustraums Dysphonieund Mediastinums Rachenreizung Gelegentlich
Bronchospasmen (einschließlich paradoxe) Selten
Durchfall
Erkrankungen des Übelkeit Häufig
Gastrointestinaltrakts Mundtrockenheit
Stomatitis Gelegentlich
Erkrankungen der Hautund des Ausschlag
Pruritus Gelegentlich
Unterhautzellgewebes
Skelettmuskulatur-,
Bindegewebs- und Myalgie Häufig
Knochenerkrankungen Muskelkrämpfe
Erkrankungen der Nierenund Harnwege Harnverhalt Gelegentlich
Anstieg der Kreatinphosphokinase im Blut Häufig
Untersuchungen
Blutdruckanstieg Gelegentlich
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
Es liegen nur begrenzte Daten zur Behandlung einer Überdosierung mit Brimica Genuair vor. Hohe
Dosierungen Brimica Genuair können zu übersteigerten anticholinergen und/oder β2-adrenergen
Anzeichen und Symptomen führen; zu den häufigsten dieser Anzeichen und Symptome gehörenverschwommenes Sehen, Mundtrockenheit, Übelkeit, Muskelkrämpfe, Tremor, Kopfschmerzen,
Palpitationen und Bluthochdruck.
Im Falle einer Überdosierung ist Brimica Genuair abzusetzen. Eine unterstützende undsymptomatische Behandlung ist indiziert.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Mittel bei obstruktiven Atemwegserkrankungen, Sympathomimetikain Kombination mit Anticholinergika, ATC-Code: R03AL05
WirkmechanismusBrimica Genuair enthält zwei Bronchodilatatoren: Aclidinium ist ein lang wirksamer Muskarin-
Rezeptor-Antagonist (auch als Anticholinergikum bezeichnet) und Formoterol ein lang wirksamer β2-
Adrenozeptoragonist. Die Kombination dieser Substanzen mit unterschiedlichen Wirkmechanismenführt zu einer additiven Wirksamkeit im Vergleich zur Anwendung einer der beiden Bestandteileallein. Auf Grund der unterschiedlichen Dichte von Muskarin-Rezeptoren und β2-Adrenozeptoren inden zentralen und peripheren Atemwegen der Lunge wird für Muskarinrezeptor-Antagonisten einestärkere Wirkung bezüglich der Relaxation der zentralen Atemwege erwartet, wohingegen für β2-
Adrenozeptoragonisten eine stärkere relaxierende Wirkung auf die peripheren Atemwege erwartetwird; die Relaxation sowohl der zentralen als auch der peripheren Atemwege mittels eines
Kombinationspräparats trägt wahrscheinlich zur günstigen Wirkung auf die Lungenfunktion bei.
Weitere Informationen über diese beiden Substanzen sind weiter unten im Text zu finden.
Aclidiniumbromid ist ein kompetitiver, selektiver Muskarinrezeptor-Antagonist mit längerer
Verweildauer an den M3-Rezeptoren als an den M2-Rezeptoren. M3-Rezeptoren regeln die Kontraktionder glatten Muskulatur der Luftwege. Inhaliertes Aclidiniumbromid wirkt lokal in den Lungen, wo esan die M3-Rezeptoren der glatten Bronchialmuskulatur antagonistisch bindet und eine
Bronchodilatation bewirkt. Es wurde außerdem gezeigt, dass Aclidinium die Symptome von COPD-
Patienten lindert, deren krankheitsspezifischen Gesundheitszustand verbessert, die Exazerbationsratereduziert und die Belastungstoleranz erhöht. Da Aclidiniumbromid schnell im Plasma abgebaut wird,treten wenige systemische anticholinerge Nebenwirkungen auf.
Formoterol ist ein potenter selektiver β2-Adrenozeptoragonist. Die Bronchodilatation wird durch einedirekte Relaxation der glatten Atemwegsmuskulatur induziert, da die Konzentration des zyklischen
Adenosinmonophosphats (cAMP) durch die Adenylatcyclase-Aktivierung erhöht wird. Neben einer
Verbesserung der Lungenfunktion konnte bei COPD-Patienten durch Behandlung mit Formoterol aucheine Linderung der Symptome und eine gesteigerte Lebensqualität nachgewiesen werden.
Pharmakodynamische WirkungenKlinische Wirksamkeitsstudien haben gezeigt, dass Brimica Genuair klinisch bedeutsame
Verbesserungen der Lungenfunktion (gemessen am forcierten exspiratorischen Volumen in einer
Sekunde [FEV1]) über eine Dauer von zwölf Stunden nach der Anwendung bewirkt.
Brimica Genuair zeigte im Vergleich zu Placebo einen schnellen Wirkungseintritt innerhalb von fünf
Minuten nach der ersten Inhalation (p < 0,0001). Der für Brimica Genuair beobachtete
Wirkungseintritt war vergleichbar mit der Wirkung des schnell wirksamen β2-Agonisten Formoterol12 Mikrogramm. Maximale bronchodilatatorische Wirkungen (peak FEV1) im Vergleich zur Baselinewurden ab dem ersten Tag (304 ml) nachgewiesen und über den sechsmonatigen
Behandlungszeitraum aufrechterhalten (326 ml).
Elektrophysiologie des HerzensIm Rahmen von Phase III-Studien mit einer Laufzeit zwischen sechs und zwölf Monaten an insgesamtetwa 4.000 COPD-Patienten wurden bei der Anwendung von Brimica Genuair im Vergleich zu
Aclidinium, Formoterol und Placebo keine klinisch relevanten Auswirkungen auf EKG-Parameter(einschließlich QT-Intervall) beobachtet. Bei einer Subpopulation von 551 Patienten, von denen 114
Brimica Genuair zweimal täglich erhielten, wurden bei einem 24-stündigen Langzeit-EKG keineklinisch signifikanten Auswirkungen von Brimica Genuair auf den Herzrhythmus beobachtet.
Klinische Wirksamkeit und SicherheitDas klinische Entwicklungsprogramm der Phase III schloss etwa 4.000 Patienten mit einer klinischdiagnostizierten COPD ein und umfasste zwei sechsmonatige randomisierte, placebo- und aktiv-kontrollierte Studien (ACLIFORM-COPD und AUGMENT), eine sechsmonatige Verlängerungsstudiezur AUGMENT-Studie sowie eine weitere zwölfmonatige randomisierte, kontrollierte Studie. Indiesen Studien war den Patienten eine Fortsetzung ihrer eingestellten Behandlung mit inhalierten
Kortikosteroiden, oralen Kortikosteroiden in niedriger Dosierung, Sauerstofftherapie (falls weniger als15 Std./Tag) oder Methylxanthinen sowie der Einsatz von Salbutamol als Notfallmedikation gestattet.
Die Wirksamkeit wurde anhand von Messungen der Lungenfunktion, der klinischen Symptomatik, deskrankheitsspezifischen Gesundheitszustands, der Verwendung von Notfallmedikation und des
Auftretens von Exazerbationen bewertet. In Langzeitsicherheitsstudien erwies sich Brimica Genuairüber einen einjährigen Behandlungszeitraum als dauerhaft wirksam, ohne dass sich Anzeichen für
Tachyphylaxie ergaben.
Auswirkungen auf die Lungenfunktion
Brimica Genuair 340 Mikrogramm/12 Mikrogramm zweimal täglich bewirkte im Vergleich zu
Placebo eine anhaltende klinisch bedeutsame Verbesserung der Lungenfunktion (gemessen am FEV1,der forcierten Vitalkapazität und der inspiratorischen Kapazität). In Phase-III-Studien wurde eineklinisch bedeutsame bronchodilatatorische Wirkung innerhalb von fünf Minuten nach Anwendung derersten Dosis beobachtet; die Bronchodilatation hielt über das gesamte Dosierungsintervall an. Eswurde eine anhaltende Wirkung über die Dauer der sechsmonatigen wie auch der einjährigen Phase-
III-Studien beobachtet.
In beiden sechsmonatigen pivotalen Phase-III-Studien wurden zum Nachweis des jeweiligen Beitragsvon Formoterol und Aclidinium zur bronchodilatatorischen Wirkung von Brimica Genuair das FEV1eine Stunde nach Anwendung und das FEV1 vor Anwendung der Dosis (trough FEV1) (im Vergleichzu Aclidinium 400 Mikrogramm bzw. Formoterol 12 Mikrogramm) als co-primäre Endpunktedefiniert.
In der ACLIFORM-COPD-Studie bewirkte Brimica Genuair eine Verbesserung des FEV1 eine Stundenach Anwendung von 299 ml bzw. 125 ml gegenüber Placebo bzw. Aclidinium (jeweils p < 0,0001)sowie eine Verbesserung des trough FEV1 von 143 ml bzw. 85 ml gegenüber Placebo bzw. Formoterol(jeweils p < 0,0001). In der AUGMENT-Studie bewirkte Brimica Genuair eine Verbesserung des
FEV1 eine Stunde nach Anwendung von 284 ml bzw. 108 ml gegenüber Placebo bzw. Aclidinium(jeweils p < 0,0001) sowie eine Verbesserung des trough FEV1 von 130 ml gegenüber Placebo(p < 0,0001) und 45 ml gegenüber Formoterol (p = 0,01).
Linderung der Symptome und Verbesserung des krankheitsspezifischen Gesundheitszustands
Atemnot und andere klinische Symptomatik:
Für Brimica Genuair wurde eine klinisch bedeutsame Verbesserung der Atemnot (gemessen anhanddes Transitional Dyspnoea Index [TDI]) mit einer Verbesserung des TDI-Focal-Scores nach sechs
Monaten um 1,29 Einheiten im Vergleich zu Placebo in der ACLIFORM-COPD-Studie (p < 0,0001)und um 1,44 Einheiten in der AUGMENT-Studie (p < 0,0001) festgestellt. Der prozentuale Anteil der
Patienten mit klinisch bedeutsamen Verbesserungen des TDI-Focal-Scores (definiert als Zunahme ummindestens eine Einheit) war sowohl in der Studie ACLIFORM-COPD (64,8 % vs. 45,5 %; p < 0,001)als auch in der Studie AUGMENT (58,1 % vs. 36,6 %; p < 0,0001) mit Brimica Genuair höher als mit
Placebo.
Die gepoolte Auswertung dieser zwei Studien zeigte, dass Brimica Genuair mit einer statistischsignifikant größeren Verbesserung des fokalen TDI-Focal-Scores gegenüber Aclidinium(0,4 Einheiten, p = 0,016) oder Formoterol (0,5 Einheiten, p = 0,009) einhergeht. Außerdem erreichtebei Behandlung mit Brimica Genuair ein höherer Prozentsatz der Patienten eine klinisch bedeutsame
Verbesserung des TDI-Focal-Scores sowohl im Vergleich zu Aclidinium als auch zu Formoterol(61,9 % vs. 55,7 % bzw. 57,0 %; p = 0,056 bzw. p = 0,100).
Brimica Genuair führte gegenüber Placebo, Aclidinium und Formoterol zu einer Verbesserung dertäglichen COPD-Symptome wie 'Atemnot“, 'Brustkorbbeschwerden“, 'Husten und Sputum“(gemessen als E-RS-Gesamtscore) sowie der gesamten nächtlichen Symptome, der gesamtenfrühmorgendlichen Symptome und der Symptome, die morgendliche Aktivitäten behindern. Diese
Verbesserungen waren jedoch nicht immer statistisch signifikant. Aclidinium/Formoterol reduziertedie durchschnittliche Anzahl des nächtlichen Erwachens aufgrund von COPD nicht statistischsignifikant im Vergleich zu Placebo oder Formoterol.
Gesundheitsbezogene Lebensqualität:
Eine Verbesserung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität (gemessen mit Hilfe des St. George’s
Respiratory Questionnaire [SGRQ]) konnte in der AUGMENT-Studie nachgewiesen werden, miteiner Verbesserung des SGRQ-Gesamtscores im Vergleich zu Placebo um -4,35 Einheiten(p < 0,0001). Der prozentuale Anteil der Patienten in der AUGMENT-Studie, die eine klinischbedeutsame Verbesserung des SGRQ-Gesamtscores gegenüber der Baseline (definiert als eine
Abnahme um mindestens vier Einheiten) erreichte, war mit Brimica Genuair höher als mit Placebo(58,2 % vs. 38,7 %; p < 0,001). In der Studie ACLIFORM-COPD sank der SGRQ-Gesamtscore im
Vergleich zu Placebo jedoch auf Grund eines unerwartet starken Ansprechens auf Placebo (p = 0,598)nur geringfügig, und der prozentuale Anteil der Patienten, die klinisch bedeutsame Verbesserungengegenüber der Baseline erreichten, lag bei 55,3 % mit Brimica Genuair und bei 53,2 % mit Placebo(p = 0,669).
In der gepoolten Analyse dieser beiden Studien zeigte sich, dass Brimica Genuair eine stärkere
Verbesserung des SGRQ-Gesamtscores gegenüber Formoterol (-1,7 Einheiten; p = 0,018) oder
Aclidinium (-0,79 Einheiten, p = 0,273) bewirkte. Außerdem erreichte bei Behandlung mit Brimica
Genuair ein höherer Prozentsatz der Patienten eine klinisch bedeutsame Verbesserung des SGRQ-
Gesamtscores sowohl im Vergleich zu Aclidinium als auch zu Formoterol (56,6 % vs. 53,9 % bzw.52,2 %; p = 0,603 bzw. p = 0,270).
Reduzierung der COPD-Exazerbationen
Gepoolte Wirksamkeitsanalysen der zwei sechsmonatigen Phase-III-Studien zeigten eine statistischsignifikante Reduzierung der Häufigkeit mittelschwerer bis schwerer Exazerbationen (die eine
Behandlung mit Antibiotika oder Kortikosteroiden oder eine Krankenhauseinweisung erforderten) von29 % für Brimica Genuair im Vergleich zu Placebo (Häufigkeit pro Patient pro Jahr: 0,29 vs. 0,42;p = 0,036).
Außerdem bewirkte Brimica Genuair eine gegenüber Placebo statistisch signifikante Verzögerung der
Zeitdauer bis zur ersten mittelschweren bis schweren Exazerbation (Hazard Ratio = 0,70; p = 0,027).
Einsatz von Notfallmedikation
Brimica Genuair bewirkte eine weniger häufige Anwendung von Notfallmedikation über eine Dauervon 6 Monaten im Vergleich zu Placebo (Reduktion um 0,9 Sprühstöße pro Tag [p < 0,0001]),
Aclidinium (Reduktion um 0,4 Sprühstöße pro Tag [p < 0,001]) sowie Formoterol (Reduktion um0,2 Sprühstöße pro Tag [p = 0,062]).
Lungenvolumen, Belastungsausdauer und körperliche Aktivität
Die Wirkung von Brimica Genuair auf Lungenvolumen, Belastungsausdauer und körperliche Aktivitätwurde in einer 8-wöchigen parallelen, randomisierten, Placebo-kontrollierten, klinischen Studie bei
COPD-Patienten mit Lungenüberblähung (funktionelle Residualkapazität [FRC] > 120 %) untersucht.
Nach 4-wöchiger Behandlung deutete Brimica Genuair im Vergleich zu Placebo auf eine
Verbesserung bezüglich des primären Endpunktes hin, der Änderung der morgendlichen FRC vor
Anwendung der Dosis (trough FRC) gegenüber dem Ausgangswert, der Unterschied war jedoch nichtstatistisch signifikant (-0,125 l; 95 %-KI = (-0,259; 0,010); p = 0,069*).
Brimica Genuair zeigte 2-3 Stunden nach Anwendung Verbesserungen im Vergleich zu Placebobezüglich des Lungenvolumens (FRC = -0,366 l [95 %-KI = -0,515, -0,216; p < 0,0001];
Residualvolumen [RV] = -0,465 l [95 %-KI = -0,648, -0281; p < 0,0001]) und inspiratorische
Kapazität [IC] = 0,293 l [95 %-KI = 0,208, 0,378; p < 0,0001]).
Brimica Genuair zeigte ebenfalls Verbesserungen bezüglich der Belastungsausdauer im Vergleich zu
Placebo nach 8 Wochen Behandlung (55 Sekunden [95 %-KI = 5,6, 104,8; p = 0,0292]; Baseline-
Wert: 456 Sekunden).
Nach 4 Wochen Behandlung erhöhte Brimica Genuair die Anzahl an Schritten pro Tag im Vergleichzu Placebo (731 Schritte pro Tag; 95 %-KI = 279, 1181; p = 0,0016) und reduzierte den Anteil annicht aktiven Patienten (< 6000 Schritte pro Tag) [40,8 % vs. 54,5 %; p = 0,0001]. Verbesserungen im
PROactive-Gesamtscore wurden bei Patienten beobachtet, die mit Brimica Genuair behandelt wurdenim Vergleich zu Placebo (p = 0,0002).
Ein Verhaltensinterventionsprogramm wurde bei beiden Behandlungsarmen in den folgenden4 Wochen zusätzlich durchgeführt. Die Anzahl an Schritten pro Tag in der Brimica-Genuair-
Behandlungsgruppe wurde aufrechterhalten und führte im Vergleich zu Placebo zu einem
Behandlungseffekt von 510 Schritten pro Tag (p = 0,1588) und zu einer Reduktion des Anteils annicht aktiven Patienten (< 6000 Schritte pro Tag) im Vergleich zu Placebo (41,5 % vs. 50,4 %;p = 0,1134).
*Da der primäre Endpunkt keine statistische Signifikanz erreichte, wurden alle p-Werte für diesekundären Endpunkte am nominalen Signifikanzniveau von 0,05 getestet; es kann kein statistischer
Rückschluss gezogen werden.
Kinder und JugendlicheDie Europäische Arzneimittel-Agentur hat für Brimica Genuair eine Freistellung von der
Verpflichtung zur Vorlage von Ergebnissen zu Studien in allen pädiatrischen Altersklassen mit COPDgewährt (siehe Abschnitt 4.2 bzgl. Informationen zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen).
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
Bei kombinierter Inhalation von Aclidinium und Formoterol ergaben sich für die einzelnen
Bestandteile keine relevanten pharmakokinetischen Unterschiede gegenüber alleiniger Anwendung.
ResorptionNach Inhalation einer Einzeldosis Brimica Genuair 340 Mikrogramm/12 Mikrogramm wurden
Aclidinium und Formoterol rasch ins Plasma resorbiert und erreichten bei gesunden Probanden
Spitzenplasmakonzentrationen innerhalb von fünf Minuten und bei COPD-Patienten innerhalb von24 Minuten. Bei COPD-Patienten, die während 5 Tagen zweimal täglich mit Brimica Genuairbehandelt wurden, wurden die Spitzenplasmakonzentrationen von Aclidinium und Formoterol im
Steady-State innerhalb von fünf Minuten nach der Inhalation erreicht und betrugen 128 pg/ml bzw.17 pg/ml.
VerteilungDie Deposition von über den Genuair-Inhalator inhaliertem Aclidinium in der Lunge beträgtdurchschnittlich ca. 30 % der abgemessenen Dosis. Die in vitro festgestellte Plasmaproteinbindungvon Aclidinium entspricht aufgrund seiner raschen Hydrolyse im Plasma höchstwahrscheinlich der
Proteinbindung der entsprechenden Metaboliten; für den Karbonsäure-Metaboliten betrug die
Plasmaproteinbindung 87 % und für den Alkohol-Metaboliten 15 %. Das wichtigste Plasmaprotein,das Aclidinium bindet, ist Albumin.
Die Plasmaproteinbindung von Formoterol beträgt zwischen 61 % und 64 % (davon fallen 34 % vorallem auf Albumin). In dem bei therapeutischen Dosen erreichten Konzentrationsbereich werden die
Bindungsstellen nicht gesättigt.
BiotransformationAclidinium wird rasch und weitgehend in seine pharmakologisch unwirksamen Alkohol- und
Karbonsäure-Derivate hydrolysiert.
Nach der Inhalation sind die Plasmaspiegel des Säure-Metaboliten ca. 100-mal höher als diejenigendes Alkohol-Metaboliten und des unveränderten Wirkstoffs.
Die Hydrolyse erfolgt sowohl chemisch (nicht-enzymatisch) als auch enzymatisch durch Esterasen,wobei die Butyrylcholinesterase (Pseudocholinesterase) die am meisten an der Hydrolyse beteiligtemenschliche Esterase ist.
Die niedrige absolute Bioverfügbarkeit von inhaliertem Aclidinium (<5 %) ergibt sich daraus, dass
Aclidinium, sowohl nach Abgabe in die Lunge als auch nach Verschlucken, eine extensivesystemische und prä-systemische Hydrolyse erfährt.
Die Biotransformation über CYP450-Enzyme spielt in der gesamten metabolischen Clearance von
Aclidinium eine untergeordnete Rolle.
In vitro-Studien haben gezeigt, dass Aclidinium in der therapeutischen Dosierung bzw. seine
Metaboliten keines der Cytochrom-P450 (CYP450)-Enzyme hemmen oder anregen und auch keine
Esterasen (Carboxylesterase, Acetylcholinesterase und Butyrylcholinesterase) hemmen.
In vitro-Studien haben gezeigt, dass Aclidinium oder seine Metaboliten keine Substrate oder
Inhibitoren von P-Glykoprotein sind.
Formoterol wird primär durch Metabolisierung eliminiert. Der wichtigste Stoffwechselweg ist diedirekte Glucuronidierung; ein weiterer Stoffwechselweg ist die O-Demethylierung, gefolgt von
Glucuronid-Konjugation. Die O-Demethylierung von Formoterol erfolgt unter Beteiligung der
Cytochrom-P450-Isoenzyme CYP2D6, CYP2C19, CYP2C9 und CYP2A6. In therapeutisch relevanten
Konzentrationen bewirkt Formoterol keine Hemmung von CYP450-Enzymen.
EliminationNach Inhalation von Brimica Genuair 340 Mikrogramm/12 Mikrogramm lag die anhand von
Plasmaprobenahmen bis zu 24 Stunden nach Dosierung beobachtete terminale
Eliminationshalbwertzeit für Aclidiniumbromid im Bereich von 11-33 Stunden und für Formoterol im
Bereich von 12-18 Stunden.
Die mittleren effektiven Halbwertszeiten*, die sowohl für Aclidinium als auch Formoterol beobachtetwurden (basierend auf dem Kumulations-Verhältnis), betrugen ca. 10 Stunden.
*Halbwertszeit ist konsistent mit der Arzneimittelkumulation entsprechend eines bekannten
Dosierungsschemas.
Nach der intravenösen Anwendung von 400 Mikrogramm radioaktiv markiertem Aclidinium beigesunden Probanden wurde ca. 1 % der Dosis als unverändertes Aclidiniumbromid im Urinausgeschieden. Bis zu 65 % der Dosis wurden in Form von Metaboliten im Urin und bis zu 33 % in
Form von Metaboliten fäkal ausgeschieden.
Nach der Inhalation von 200 Mikrogramm und 400 Mikrogramm Aclidinium durch gesunde
Probanden bzw. COPD-Patienten war die Urinausscheidung von unverändertem Aclidinium mit ca.0,1 % der angewendeten Dosis sehr gering, was darauf hinweist, dass die renale Clearance bei dergesamten Clearance von Aclidinium aus dem Plasma eine untergeordnete Rolle spielt.
Der Großteil einer Formoterol-Dosis wird in der Leber verstoffwechselt, gefolgt von Ausscheidungüber die Nieren. Nach Inhalation werden 6-9 % der abgegebenen Dosis im Urin unverändert oder alsdirekte Konjugate von Formoterol ausgeschieden.
Besondere PatientengruppenÄltere PatientenEs wurden keine pharmakokinetischen Studien zur Anwendung von Aclidinium/Formoterol bei älteren
Patienten durchgeführt. Da weder bei Arzneimitteln, die Aclidinium enthalten, noch bei solchen, die
Formoterol enthalten, Anpassungen der Dosierung bei älteren Patienten erforderlich sind, sind auchfür die Anwendung von Aclidinium/Formoterol bei älteren Patienten keine Anpassungen der
Dosierung indiziert.
Patienten mit Nieren- und Leberfunktionsstörungen
Es liegen keine Daten speziell zur Anwendung von Aclidinium/Formoterol bei Patienten mit
Nieren- und Leberfunktionsstörungen vor. Da weder bei Arzneimitteln, die Aclidinium enthalten, nochbei solchen, die Formoterol enthalten, Anpassungen der Dosierung bei Patienten mit Nieren- oder
Leberfunktionsstörungen erforderlich sind, sind auch für die Anwendung von Aclidinium/Formoterolbei solchen Patienten keine Anpassungen der Dosierung indiziert.
Ethnische ZugehörigkeitNach wiederholten Inhalationen von Brimica Genuair 340 Mikrogramm/12 Mikrogramm, war diesystemische Exposition von Aclidinium und Formoterol, gemessen anhand der AUC, bei Patientenjapanischer und kaukasischer Abstammung ähnlich.
5.3 Präklinische Sicherheitsdaten
Basierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, Toxizität bei wiederholter
Gabe, Reproduktions- und Entwicklungstoxizität, Genotoxizität und zum kanzerogenen Potenziallassen die präklinischen Daten keine besonderen Gefahren für den Menschen bei der Anwendung von
Aclidinium und Formoterol erkennen.
Die in präklinischen Studien aufgetretenen Wirkungen von Aclidinium bezüglich
Reproduktionstoxizität (fetotoxische Wirkungen) und Fertilität (leichte Abnahme der Empfängnisrateund Anzahl der Gelbkörper, Prä- und Postimplantationsverluste) wurden nur nach Expositionenbeobachtet, die als ausreichend über der maximalen humantherapeutischen Exposition liegendangesehen werden. Die Relevanz für die klinische Anwendung wird als gering bewertet.
Formoterol führte bei Ratten mit hoher systemischer Formoterol-Exposition sowohl zu reduzierter
Fertilität (Implantationsverluste) als auch zu einer Abnahme frühen postnatalen Überlebens und des
Geburtsgewichts. Bei Ratten und Mäusen wurde eine leichte Zunahme der Inzidenz von Leiomyomendes Uterus beobachtet, eine Wirkung wird bei Nagern als Klasseneffekt nach Langzeitexpositiongegenüber hohen Dosierungen von β2-Adrenorezeptoragonisten angesehen.
In präklinischen Studien zur Untersuchung der Wirkung von Aclidinium/Formoterol aufkardiovaskuläre Parameter zeigten eine erhöhte Herzfrequenz und Herzrhythmusstörungen bei
Expositionen, die ausreichend über der maximalen humantherapeutischen Exposition lagen. Die
Relevanz für die klinische Anwendung wird als gering bewertet. Diese Wirkungen sind bekannte, beiβ2-Agonisten beobachtete, übersteigerte pharmakologische Reaktionen.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
6.2 Inkompatibilitäten
6.3 Haltbarkeit
3 Jahre
Nach Öffnen des Beutels nicht länger als 60 Tage verwenden.
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Für dieses Arzneimittel sind bezüglich der Temperatur keine besonderen Lagerungsbedingungenerforderlich.
Bewahren Sie den Genuair Inhalator bis zum Beginn des Anwendungszeitraums im verschlossenen
Beutel auf.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
Der Genuair-Inhalator ist ein Multikomponentenprodukt aus Kunststoff [Polykarbonat,
Poly(acrylnitril-co-butadien-co-styrol), Paraformaldehyd, Poly(butan-1,4-diylterephthalat),
Polypropylen, Polystyrol] und rostfreiem Stahl. Er ist weiß mit einer integrierten Dosisanzeige undeiner orangen Dosiertaste. Das Mundstück ist mit einer entfernbaren orangen Schutzkappe bedeckt.
Der Inhalator ist zusammen mit einem Kieselgel als Trockenmittel enthaltenden Beutel in einen
Aluminiumlaminat-Schutzbeutel eingesiegelt, der sich in einem Umkarton befindet.
Packung mit einem Inhalator mit 30 Dosen.
Packung mit einem Inhalator mit 60 Dosen.
Packung mit 3 Inhalatoren mit jeweils 60 Dosen.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
HandhabungNicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.
Bedienungsanleitung
Erste Schritte
Lesen Sie diese Bedienungsanleitung, bevor Sie mit der Anwendung des Arzneimittels beginnen.
Machen Sie sich mit den einzelnen Teilen Ihres Genuair-Inhalators vertraut.
Kontrollfenste r
Dosisanzeige
Grün = Inhalator bereit zur Anwendung Orange Taste
Schutzkappe
Kontrollfenster
Rot = bestätigt richtige Inhalation
Mundstück
Abbildung A
Vor der Anwendung:
a. Vor der ersten Anwendung reißen Sie den verschlossenen Beutel auf und entnehmen Sie den
Inhalator. Entsorgen Sie den Beutel und das Trockenmittel.
b. Drücken Sie die orange Taste erst, wenn Sie bereit sind, eine Dosis zu inhalieren.
c. Ziehen Sie die Kappe ab, indem Sie die auf beiden Seiten sichtbaren Pfeile leichtzusammendrücken (Abbildung B).
Hier drückenund ziehen
Abbildung B
SCHRITT 1: Bereiten Sie Ihre Dosis vor1.1 Schauen Sie in die Öffnung des Mundstücks und vergewissern Sie sich, dass sie durch nichtsverstopft ist (Abbildung C).
1.2 Prüfen Sie das Kontrollfenster (es sollte rot sein, Abbildung C).
ROT
Öffnung des
Mundstücks prüfen
Abbildung C1.3 Halten Sie den Inhalator waagerecht, sodass das Mundstück zu Ihnen zeigt und die orange Tastenach oben (Abbildung D).
Abbildung D1.4 Drücken Sie die orange Taste ganz hinunter, um Ihre Dosis zu laden (Abbildung E).
Während Sie die Taste nach unten drücken, ändert sich die Farbe des Kontrollfensters von Rot auf
Grün.
Vergewissern Sie sich, dass die orange Taste nach oben zeigt. Kippen Sie den Inhalator nicht.
1.5 Lassen Sie die orange Taste los (Abbildung F).
Stellen Sie sicher, dass Sie die Taste losgelassen haben, damit der Inhalator richtig funktionieren kann.
Abbildung E Abbildung F
Überprüfen Sie:
1.6 Vergewissern Sie sich, dass das Kontrollfenster nun grün ist (Abbildung G).
Ihr Arzneimittel kann nun inhaliert werden.
Gehen Sie zu 'SCHRITT 2: Inhalation Ihres Arzneimittels“.
GRÜN
Abbildung G
Was zu tun ist, wenn das Kontrollfenster nach dem Hinunterdrücken der Taste immer nochrot ist (Abbildung H).
Abbildung H
Die Dosis ist nicht vorbereitet. Gehen Sie zurück zu 'SCHRITT 1: Bereiten Sie Ihre Dosis vor“und wiederholen Sie die Schritte 1.1 bis 1.6.
SCHRITT 2: Inhalation Ihres Arzneimittels
Lesen Sie vor der Anwendung die Schritte 2.1 bis 2.7 vollständig durch. Kippen Sie den Inhalatornicht.
2.1 Halten Sie den Inhalator von Ihrem Mund entfernt und atmen Sie vollständig aus. Atmen Sieniemals in den Inhalator aus (Abbildung I).
Abbildung I2.2 Halten Sie Ihren Kopf aufrecht, nehmen Sie das Mundstück zwischen Ihre Lippen undumschließen Sie es eng mit Ihren Lippen (Abbildung J).
Nicht die orange Taste während des Inhalierens gedrückt halten.
Abbildung J2.3 Nehmen Sie einen kräftigen, tiefen Atemzug durch Ihren Mund. Atmen Sie so lange wiemöglich ein.
Ein 'Klick“ lässt Sie wissen, dass Sie richtig inhalieren. Atmen Sie so lange wie möglich weiterein, nachdem Sie das 'Klick“ gehört haben. Manche Patienten hören das 'Klick“ möglicherweisenicht. Vergewissern Sie sich anhand des Kontrollfensters, dass Sie richtig inhaliert haben.
2.4 Nehmen Sie den Inhalator aus Ihrem Mund.
2.5 Halten Sie Ihren Atem so lange wie möglich an.
2.6 Atmen Sie langsam und von Ihrem Inhalator weggerichtet aus.
Manche Patienten haben möglicherweise ein körniges Gefühl oder einen leicht süßen oder etwasbitteren Geschmack in ihrem Mund. Inhalieren Sie keine zusätzliche Dosis, auch falls Sie nach der
Inhalation nichts schmecken oder fühlen.
Überprüfen Sie:
2.7 Vergewissern Sie sich, dass das Kontrollfenster nun rot ist (Abbildung K). Das bedeutet, dass
Sie Ihr Arzneimittel richtig inhaliert haben.
ROT
Abbildung K
Was zu tun ist, wenn das Kontrollfenster nach der Inhalation immer noch grün ist(Abbildung L).
Abbildung L
Dies bedeutet, dass Sie Ihr Arzneimittel nicht richtig inhaliert haben. Gehen Sie zurück zu'SCHRITT 2: Inhalation Ihres Arzneimittels“ und wiederholen Sie die Schritte 2.1 bis 2.7.
Wenn das Kontrollfenster immer noch nicht rot ist, haben Sie möglicherweise vor der Inhalationvergessen, die orange Taste loszulassen, oder Sie haben nicht kräftig genug inhaliert. Wenn diespassiert, versuchen Sie es erneut. Vergewissern Sie sich, dass Sie vor dem Inhalieren die orange Tastelosgelassen haben und Sie vollständig ausgeatmet haben. Dann nehmen Sie einen kräftigen, tiefen
Atemzug durch das Mundstück.
Bitte kontaktieren Sie Ihren Arzt, wenn das Kontrollfenster nach mehreren Versuchen immernoch grün ist.
Setzen Sie nach jeder Anwendung die Schutzkappe zurück auf das Mundstück (Abbildung M), umeiner Verschmutzung Ihres Inhalators durch z. B. Staub vorzubeugen. Entsorgen Sie Ihren Inhalator,wenn Sie die Kappe verlieren.
Abbildung M
Weitere Informationen:
Was sollen Sie tun, wenn Sie versehentlich eine Dosis vorbereitet haben?
Bewahren Sie Ihren Inhalator mit der aufgesetzten Schutzkappe auf, bis es Zeit ist, Ihr Arzneimittel zuinhalieren. Dann ziehen Sie die Kappe ab und beginnen mit Schritt 1.6.
Wie funktioniert die Dosisanzeige?
* Die Dosisanzeige zeigt die Gesamtanzahl an Dosen an, die noch im Inhalator enthalten sind(Abbildung N).
* Vor der ersten Anwendung enthält jeder Inhalator mindestens 60 Dosen oder mindestens 30
Dosen, je nach Packungsgröße.
* Jedes Mal, wenn Sie eine Dosis laden, indem Sie die orange Taste drücken, bewegt sich die
Dosisanzeige ein kleines Stück in Richtung der nächsten Nummer (50, 40, 30, 20, 10 oder 0).
Wann benötigen Sie einen neuen Inhalator?
Sie sollten einen neuen Inhalator besorgen:
* Wenn Ihr Inhalator beschädigt zu sein scheint oder wenn Sie die Kappe verlieren, oder
* Wenn rote Streifen in der Dosisanzeige erscheinen; dies bedeutet, dass die letzte Dosis balderreicht ist (Abbildung N), oder
* Wenn Ihr Inhalator leer ist (Abbildung O).
Dosisanzeige bewegt sich langsamvon 60 zu 0: 60, 50, 40, 30, 20, 10, 0.
Dosisanzeige Rote Streifen
Abbildung N
Wie sehen Sie, dass Ihr Inhalator leer ist?
Wenn die orange Taste nicht in ihre oberste Position zurückgeht und stattdessen in einer mittleren
Position stehen bleibt, haben Sie die letzte Dosis erreicht (Abbildung O). Auch wenn die orange Tasteblockiert ist, können Sie Ihre letzte Dosis noch inhalieren. Danach kann der Inhalator nicht mehrverwendet werden und Sie müssen mit der Anwendung eines neuen Inhalators beginnen.
blockiert
Abbildung O
Wie sollen Sie Ihren Inhalator reinigen?
Verwenden Sie NIEMALS Wasser um Ihren Inhalator zu reinigen, da das enthaltene Arzneimitteldadurch beeinträchtigt werden könnte.
Falls Sie Ihren Inhalator dennoch reinigen möchten, wischen Sie mit einem trockenen Tuch oder
Papiertuch über die Außenseite des Mundstücks.
7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS
Covis Pharma Europe B.V.
Gustav Mahlerplein 21082MA Amsterdam
Niederlande
8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)
EU/1/14/963/001
EU/1/14/963/002
EU/1/14/963/003
9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 19. November 2014
Datum der letzten Verlängerung: 23. August 2019
10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur unter http://www.ema.europa.eu/ verfügbar.