Zusammenfassung des SicherheitsprofilsInsgesamt erhielten 1 372 Leukämie-Patienten mindestens eine Dosis Bosutinib als alleinige
Behandlung. Die mediane Therapiedauer betrug 26,30 Monate (Spanne: 0,03 bis 170,49 Monate).
Diese Patienten hatten entweder eine neu diagnostizierte CP-CML oder waren resistent oder intolerantgegenüber einer Vortherapie und hatten CML in der chronischen oder akzelerierten Phase oder
Blastenkrise oder Ph+ akute lymphatische Leukämie (ALL). 268 (Initialdosis 400 mg) und248 (Initialdosis 500 mg) der Patienten stammen aus den 2 Phase-III-Studien bei vorher unbehandelter
CML, 60 (Initialdosis 400 mg) Patienten aus einer Phase-II-Studie bei vorher unbehandelter CML,570 und 63 (Phase II: Initialdosis 500 mg) Patienten aus den 2 Phase-I/II-Studien bei vorbehandelter
Ph+ Leukämie und 163 (Initialdosis 500 mg) stammen aus einer Phase-IV-Studie bei vorbehandelter
CML. Die medianen Therapiedauern betrugen 55,1 Monate (Spanne: 0,2 bis 60,05 Monate),61,6 Monate (Spanne: 0,03 bis 145,86 Monate), 15,3 Monate (Spanne: 0,3 bis 21,8 Monate),11,1 Monate (Spanne: 0,03 bis 170,49 Monate), 30,2 Monate (Spanne: 0,2 bis 85,6 Monate) bzw.37,80 Monate (Spanne: 0,16 bis 50,0 Monate). Die Sicherheitsanalysen schlossen Daten aus einerabgeschlossenen Anschlussstudie ein.
Mindestens eine Nebenwirkung jeglichen Toxizitätsgrades wurde bei 1 349 (98,3 %) Patientenberichtet. Die häufigsten Nebenwirkungen, die bei ≥ 20 % der Patienten berichtet wurden, waren
Diarrhö (80,4 %), Übelkeit (41,5 %), Abdominalschmerz (35,6 %), Thrombozytopenie (34,4 %),
Erbrechen (33,7 %), Ausschlag (32,8 %), ALT erhöht (28,0 %), Anämie (27,2 %), Fieber (23,4 %),
AST erhöht (22,5 %), Fatigue (32,0 %) und Kopfschmerzen (20,3 %). Mindestens eine Grad 3- oder
Grad 4-Nebenwirkung wurde bei 943 (68,7 %) Patienten berichtet. Die Grad 3- oder Grad 4-
Nebenwirkungen, die von ≥ 5 % der Patienten berichtet wurden, waren Thrombozytopenie (19,7 %),
ALT erhöht (14,6 %), Neutropenie (10,6 %), Diarrhö (10,6 %), Anämie (10,3 %), Lipase erhöht(10,1 %), AST erhöht (6,7 %) und Ausschlag (5,0 %).
Tabellarische Auflistung der NebenwirkungenDie folgenden Nebenwirkungen traten bei Patienten in klinischen Studien mit Bosutinib auf(Tabelle 2). Sie repräsentieren eine Auswertung der Daten zu den Nebenwirkungen von1 372 Patienten mit entweder neu diagnostizierter CP-CML oder CML in der chronischen oderakzelerierten Phase oder Blastenkrise, die resistent oder intolerant gegenüber der vorherigen Therapiewaren, oder mit Ph+ ALL, denen mindestens eine Dosis Bosutinib als alleinige Behandlung gegebenwurde. Diese Nebenwirkungen werden nach Systemorganklassen und Häufigkeit aufgeführt.
Häufigkeiten werden wie folgt definiert: Sehr häufig ( 1/10), häufig ( 1/100, < 1/10), gelegentlich( 1/1 000, < 1/100), selten ( 1/10 000, < 1/1 000), sehr selten (< 1/10 000), nicht bekannt(Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar). Innerhalb jeder
Häufigkeitsgruppe sind die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad angegeben.
Tabelle 2 - Nebenwirkungen für Bosutinib
Infektionen und parasitäre ErkrankungenSehr häufig Infektion der Atemwege (einschließlich Infektion der unteren Atemwege,
Virusinfektion der Atemwege, Infektion der oberen Atemwege, viraler
Infektion der oberen Atemwege), Nasopharyngitis
Häufig Pneumonie (einschließlich atypischer Pneumonie, Pneumonie durch
Bakterien, Pneumonie durch Pilze, Pneumonie nekrotisierend, Pneumoniedurch Streptokokken), Influenza (einschließlich H1N1-Influenza), Bronchitis
Gutartige, bösartige und unspezifische Neubildungen (einschl. Zysten und Polypen)
Gelegentlich Tumorlyse-Syndrom**
Erkrankungen des Blutes und des LymphsystemsSehr häufig Thrombozytopenie (einschließlich verminderter Thrombozytenzahl),
Neutropenie (einschließlich verminderter Neutrophilenzahl), Anämie(einschließlich erniedrigten Hämoglobins, Erythrozytenzahl erniedrigt)
Häufig Leukopenie (einschließlich verminderter Leukozytenzahl)
Gelegentlich Febrile Neutropenie, Granulozytopenie
Erkrankungen des ImmunsystemsHäufig Arzneimittelüberempfindlichkeit
Gelegentlich Anaphylaktischer Schock
Stoffwechsel- und ErnährungsstörungenSehr häufig Verminderter Appetit
Häufig Dehydratation, Hyperkaliämie (einschließlich erhöhter Kaliumwerte im Blut),
Hypophosphatämie (einschließlich erniedrigter Phosphorwerte im Blut)
Erkrankungen des NervensystemsSehr häufig Schwindelgefühl, Kopfschmerzen
Häufig Geschmacksstörung
Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths
Häufig Tinnitus
HerzerkrankungenHäufig Perikarderguss, Herzinsuffizienz (einschließlich Herzinsuffizienz, akute
Herzinsuffizienz, chronische Herzinsuffizienz, Stauungsinsuffizienz,kardiogener Schock, kardiorenales Syndrom, verringerte Ejektionsfraktion,
Linksherzinsuffizienz), kardiale ischämische Ereignisse (einschließlich akutes
Koronarsyndrom, akuter Myokardinfarkt, Angina pectoris, instabile Anginapectoris, Arteriosklerose der Koronararterie, koronare Herzerkrankung,
Koronararterienverschluss, Stenose der Koronararterie, Myokardinfarkt,myokardiale Ischämie, erhöhter Troponinwert)
Gelegentlich Perikarditis
GefäßerkrankungenHäufig Hypertonie (einschließlich erhöhten Blutdrucks, erhöhten systolischen
Blutdrucks, essentieller Hypertonie, hypertensiver Krise)
Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und MediastinumsSehr häufig Pleuraerguss, Dyspnoe, Husten
Häufig Pulmonale Hypertonie (einschließlich pulmonaler arterieller Hypertonie,
Pulmonalarteriendruck erhöht), respiratorische Insuffizienz
Gelegentlich Akutes Lungenödem (einschließlich Lungenödem)
Nicht bekannt Interstitielle Lungenerkrankung
Erkrankungen des GastrointestinaltraktsSehr häufig Diarrhö, Erbrechen, Übelkeit, Abdominalschmerz (einschließlich abdominaler
Beschwerden, Schmerzen im Unterbauch, Schmerzen im Oberbauch,abdominaler Druckschmerzen, gastrointestinaler Schmerzen)
Häufig Gastrointestinale Blutung (einschließlich Analblutung, Magenblutung,
Darmblutung, Blutung im unteren Gastrointestinaltrakt, Rektalblutung,
Blutung im oberen Gastrointestinaltrakt), Pankreatitis (einschließlich akuter
Pankreatitis), Gastritis
Leber- und GallenerkrankungenHäufig Hepatotoxizität (einschließlich Hepatitis, toxischer Hepatitis,
Lebererkrankung), anormale Leberfunktion (einschließlich Leberenzymerhöht, Leberfunktionstest anormal, Leberfunktionstest erhöht,
Transaminasen erhöht)
Gelegentlich Leberverletzung (einschließlich arzneimittelinduzierter Leberverletzung,hepatozellulärer Schädigung)
Erkrankungen der Haut und des UnterhautzellgewebesSehr häufig Ausschlag (einschließlich makulösen Ausschlags, makulo-papulösen
Ausschlags, papulösen Ausschlags, Ausschlag mit Juckreiz), Juckreiz
Häufig Lichtempfindlichkeitsreaktion (einschließlich polymorpher Lichtdermatosen),
Urtikaria, Akne
Gelegentlich Erythema multiforme, exfoliativer Hautausschlag, Medikamentenausschlag
Nicht bekannt Stevens-Johnson-Syndrom**, toxische epidermale Nekrolyse**
Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und KnochenerkrankungenSehr häufig Arthralgie, Rückenschmerzen
Häufig Myalgie
Erkrankungen der Nieren und HarnwegeHäufig Akute Nierenschädigung, Nierenversagen, Nierenfunktionsbeeinträchtigung
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am VerabreichungsortSehr häufig Ödem (einschließlich Augenlidödems, Gesichtsödems, generalisierten
Ödems, lokalisierten Ödems, peripheren Ödems, Periorbitalödems,
Schwellung um die Augenhöhle, periphere Schwellung, Schwellung,
Schwellung des Augenlids), Fieber, Fatigue (einschließlich Asthenie,
Unwohlsein)
Häufig Brustschmerz (einschließlich Brustkorbbeschwerden), Schmerzen
Untersuchungen
Sehr häufig Lipase erhöht (einschließlich Hyperlipasämie), Alanin-Aminotransferaseerhöht (einschließlich Alanin-Aminotransferase anomal), Aspartat-
Aminotransferase erhöht, Kreatinin im Blut erhöht
Häufig Elektrokardiogramm QT verlängert (einschließlich Long-QT-Syndrom),
Amylase erhöht (einschließlich Hyperamylasämie), Kreatinphosphokinase im
Blut erhöht, Gamma-Glutamyltransferase erhöht, Bilirubin im Blut erhöht(einschließlich Hyperbilirubinämie, Bilirubin konjugiert erhöht, Bilirubin im
Blut unkonjugiert erhöht)
** UAW nach der Markteinführung.
Beschreibung ausgewählter NebenwirkungenDie unten aufgeführten Beschreibungen basieren auf der für die Beurteilung der Sicherheit des
Arzneimittels herangezogenen Population von 1 372 Patienten, die mindestens 1 Dosis Bosutiniberhalten hatten und entweder eine neu diagnostizierte CP-CML hatten oder gegenüber der vorherigen
Therapie in der CP, AP oder BP der CML oder der Ph+ ALL resistent oder intolerant waren.
Erkrankungen des Blutes und des LymphsystemsVon den 372 (27,1 %) Patienten mit Anämie als berichteter Nebenwirkung setzten 6 Patienten
Bosutinib aufgrund von Anämie ab. Eine maximale Toxizität von Grad 1 trat bei95 (25,5 %) Patienten, eine maximale Toxizität von Grad 2 bei 135 (36,3 %) Patienten, eine maximale
Toxizität von Grad 3 bei 113 (30,4 %) Patienten und eine maximale Toxizität von Grad 4 bei29 (7,8 %) auf. Bei diesen Patienten betrug die mediane Dauer bis zum Auftreten des ersten
Ereignisses 29 Tage (Spanne: 1 bis 3 999 Tage), die mediane Dauer pro Ereignis betrug 22 Tage(Spanne: 1 bis 3 682 Tage).
Von den 209 (15,2 %) Patienten mit Neutropenie als berichteter Nebenwirkung setzten 19 Patienten
Bosutinib aufgrund von Neutropenie ab. Eine maximale Toxizität vonGrad 1 trat bei 19 Patienten(9,1 %) auf, eine maximale Toxizität von Grad 2 bei 45 (21,5 %) Patienten, eine maximale Toxizitätvon Grad 3 bei 95 (45,5 %) Patienten und eine maximale Toxizität von Grad 4 bei50 (23,9 %) Patienten auf. Bei diesen Patienten betrug die mediane Zeit bis zum Auftreten des ersten
Ereignisses 56 Tage (Spanne: 1 bis 1 769 Tage), und die mediane Dauer pro Ereignis betrug 15 Tage(Spanne: 1 bis 913 Tage).
Von den 472 (34,4 %) Patienten mit Thrombozytopenie als berichteter Nebenwirkung setzten42 Patienten Bosutinib aufgrund von Thrombozytopenie ab. Eine maximale Toxizität von Grad 1 tratbei 114 (24,2 %) Patienten, eine maximale Toxizität von Grad 2 bei 88 (18,6 %) Patienten, einemaximale Toxizität von Grad 3 bei 172 (36,4 %) Patienten und eine maximale Toxizität von Grad 4bei 98 (20,8 %) Patienten auf. Bei diesen Patienten betrug die mediane Zeit bis zum Auftreten desersten Ereignisses 28 Tage (Spanne: 1 bis 1 688 Tage), und die mediane Dauer pro Ereignis betrug15 Tage (Spanne: 1 bis 3 921 Tage).
Leber- und GallenerkrankungenIm Rahmen der Studie betrug die beobachtete mediane Dauer bis zum Auftreten der berichteten
Nebenwirkungen unter Patienten mit entweder erhöhten ALT- oder AST-Werten (alle Grade) 29 Tage(Spanne: 1 bis 3 995 Tage für ALT und AST). Die mediane Dauer eines Ereignisses betrug 17 Tagefür ALT (Spanne: 1 bis 1 148 Tage) bzw. 15 Tage für AST (Spanne: 1 bis 803 Tage).
Bei 2/1 711 (0,1 %) der mit Bosutinib behandelten Patienten kam es zu zwei Fällen mitarzneimittelinduzierter Leberverletzung (definiert als gleichzeitige Erhöhung von ALT oder AST auf≥ 3 x ULN und des Gesamtbilirubins auf > 2 x ULN und der alkalischen Phosphatase auf < 2 x ULN)ohne alternative Ursachen.
Hepatitis-B-ReaktivierungIn Zusammenhang mit BCR-ABL-Tyrosinkinase-Inhibitoren wurden Hepatitis-B-Reaktivierungenbeobachtet. Einige Fälle führten zu akutem Leberversagen oder zu fulminanter Hepatitis, die eine
Lebertransplantation notwendig machten oder zum Tod führten (siehe Abschnitt 4.4).
Erkrankungen des GastrointestinaltraktsVon den 1 103 (80,4 %) Patienten, die eine Diarrhö erlitten, setzten 14 Patienten Bosutinib aufgrundvon Diarrhö ab. Begleitende Arzneimittel zur Behandlung der Diarrhö erhielten 756(68,5 %) Patienten. Eine maximale Toxizität von Grad 1 trat bei 575 (52,1 %) Patienten, einemaximale Toxizität von Grad 2 bei 383 (34,7 %) Patienten, eine maximale Toxizität von Grad 3 bei144 (13,1 %) Patienten und eine maximale Toxizität von Grad 4 bei 1 Patienten (0,1 %) auf. Unter den
Patienten mit Diarrhö betrug die mediane Dauer bis zum Auftreten des ersten Ereignisses 2 Tage(Spanne: 1 bis 2 702 Tage), die mediane Dauer der Diarrhö (jeglichen Grades) betrug 2 Tage (Spanne:1 bis 4 247 Tage).
Unter den 1 103 Patienten mit Diarrhö wurde bei 218 (19,8 %) Patienten die Behandlung unterbrochenund bei 208 (95,4 %) dieser Patienten wurde die Behandlung mit Bosutinib danach wiederaufgenommen. Bei 201 (96,6 %) dieser Patienten, bei denen die Behandlung wieder aufgenommenwurde, kam es zu keinem erneuten Ereignis bzw. zu keinem nachfolgenden Diarrhö-bedingten
Behandlungsabbruch.HerzerkrankungenUnter den 1 372 Patienten traten bei 50 (3,6 %) Patienten Herzinsuffizienz und bei57 (4,2 %) Patienten kardiale ischämische Ereignisse auf.
7 Patienten (0,5 %) erlitten eine QTcF-Verlängerung (länger als 500 ms). Bei 11 Patienten (0,8 %)kam es zu einer QTcF-Verlängerung > 60 ms gegenüber der Eingangsuntersuchung. Patienten mitunkontrollierter oder signifikanter Herzerkrankung einschließlich einer QTc-Verlängerung bei
Studienbeginn, wurden in die klinischen Studien nicht eingeschlossen (siehe Abschnitte 5.1 und 5.3).
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
Pharmakotherapeutische Gruppe: Antineoplastische Mittel, Proteinkinase-Inhibitoren,
ATC-Code: L01EA04
WirkmechanismusBosutinib gehört zur pharmakologischen Arzneimittelklasse der Kinaseinhibitoren. Bosutinib hemmtdie pathologisch veränderte BCR-ABL-Kinase, die zur Entwicklung einer CML führt.
Modellierungsstudien zeigen, dass Bosutinib an die Kinasedomäne von BCR-ABL bindet. Bosutinibhemmt ebenfalls die Aktivität von Kinasen der Src-Familie, einschließlich Src-, Lyn- und
Hck-Kinasen. Bosutinib bewirkt eine minimale Hemmung von Platelet Derived Growth Factor(PDGF)-Rezeptoren und c-Kit.
In-vitro-Studien zeigen, dass Bosutinib die Proliferation und das Überleben etablierter
CML-Zelllinien, von Zelllinien der Ph+ ALL und von Patienteneigenen primären primitiven CML-
Zellen hemmt. Bosutinib hemmte 16 von 18 Imatinib-resistenten Formen von BCR-ABL, die inmurinen myeloischen Zelllinien exprimiert waren. Die Bosutinib-Behandlung bewirkte eine Reduktionder CML-Tumorlast bei Nacktmäusen und eine Senkung der Tumorlast muriner myeloischer
Malignome, die Imatinib-resistente Formen von BCR-ABL exprimieren. Darüber hinaus hemmt
Bosutinib Rezeptortyrosinkinasen c-Fms, EphA- und B-Rezeptoren, Kinasen der Trk-Familie, Kinasender Axl-Familie, Kinasen der Tec-Familie, einige Mitglieder der ErbB-Familie, die Nicht-Rezeptor-
Tyrosinkinase Csk, Serin/ Threonin-Kinasen der Ste20-Familie und 2 Calmodulin-abhängige
Proteinkinasen.
Pharmakodynamische WirkungenDie Wirkung von Bosutinib 500 mg auf das korrigierte QTc wurde in einer randomisierten, in Bezugauf Bosutinib doppelblinden, placebo- und Moxifloxacin-kontrollierten, offenen Einzeldosis-
Crossover-Studie an gesunden Probanden untersucht.
Die Daten dieser Studie belegen, dass die tägliche Einnahme der Dosis von 500 mg Bosulif in
Verbindung mit Mahlzeiten und unter Bedingungen, die eine Erhöhung auf supratherapeutische
Plasmakonzentrationen bewirken, bei gesunden Probanden nicht zu einer Verlängerung des QTc führt.
Nach oraler Gabe einer Einzeldosis von Bosutinib 500 mg (therapeutische Dosis) bzw. von Bosutinib500 mg mit Ketoconazol 400 mg (um eine supratherapeutische Bosutinib-Konzentrationen zuerreichen) an gesunde Probanden lag die obere Grenze des einseitigen 95%-Konfidenzintervalls (KI)um die mittlere QTc-Veränderung zu allen Zeitpunkten nach der Anwendung der Dosis unter 10 ms.
In dieser Studie wurden keine unerwünschten Ereignisse beobachtet, die auf eine QTc-Verlängerunghindeuten.
Im Rahmen einer Studie mit Probanden mit beeinträchtigter Leberfunktion wurde eine steigende
Häufigkeit der QTc-Verlängerung > 450 ms mit zunehmender Beeinträchtigung der Leberfunktionbeobachtet. In der klinischen Phase-I/II-Studie bei Patienten mit einer vorbehandelten Ph+ Leukämie,die 500 mg Bosutinib erhielten, wurde bei 9 (1,6 %) von 570 Patienten eine QTcF-Verlängerung> 60 ms im Vergleich zum Ausgangswert beobachtet. In der klinischen Phase-III-Studie mit Patientenmit neu diagnostizierter CP-CML, die mit 400 mg Bosutinib behandelt wurden, wurde im Bosutinib-
Behandlungsarm (n = 268) bei keinem Patienten eine QTcF-Verlängerung von > 60 ms im Vergleichzum Ausgangswert beobachtet. In der klinischen Phase-III-Studie mit Patienten mit neudiagnostizierter Ph+ CML in der chronischen Phase, die mit 500 mg Bosutinib behandelt wurden,wurde bei 2 (0,8 %) von 248 Patienten, denen Bosutinib gegeben wurde, eine QTcF-Verlängerung> 60 ms im Vergleich zum Ausgangswert beobachtet. In der klinischen Phase-IV-Studie an Patientenmit Ph+ CML, die zuvor mit mindestens 1 TKI behandelt wurden und 500 mg Bosutinib erhielten(n = 163), gab es keinen Patienten mit einer QTcF-Verlängerung > 60 ms im Vergleich zum
Ausgangswert. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass Bosutinib über ein proarrhythmisches
Potenzial verfügt.
Klinische WirksamkeitKlinische Studie mit zuvor unbehandelten Patienten mit CP-CML
Studie Bosutinib 400 mg
Es wurde eine zweiarmige, offene, multizentrische Phase-III-Überlegenheitsstudie durchgeführt, umdie Wirksamkeit und Sicherheit von Bosutinib 400 mg einmal täglich als Monotherapie verglichen mit
Imatinib 400 mg einmal täglich als Monotherapie bei erwachsenen Patienten mit neu diagnostizierter
Ph+ CP-CML zu untersuchen. In der Studie wurden 536 Patienten (268 in jedem Behandlungsarm) mit
Ph+ oder Ph- neu diagnostizierter CP-CML (intent-to-treat-population, ITT) randomisierteinschließlich 487 Patienten mit Ph+ CML, die b2a2- und/ oder b3a2-Transkripte und bei der
Eingangsuntersuchung > 0 BCR-ABL-Kopien aufwiesen (modifizierte intent-to-treat-population,mITT).
Der primäre Wirksamkeitsendpunkt war der Anteil an Patienten mit gutem molekularen Ansprechen(major molecular response, MMR) zum Zeitpunkt 12 Monate (48 Wochen) im
Bosutinib-Behandlungsarm verglichen mit dem im Imatinib-Behandlungsarm in der mITT-Population.
MMR war definiert als ≤ 0,1 % BCR-ABL/ABL-Quotient auf der internationalen Skala (entsprechendeiner Log-Reduktion von ≥ 3 im Vergleich zum standardisierten Ausgangswert), bei mindestens3 000 ABL-Transkripten, gemessen vom Zentrallabor.
Die wichtigsten sekundären Endpunkte schlossen das komplette zytogenetische Ansprechen(Complete Cytogenetic Response, CCyR) innerhalb von 12 Monaten, Dauer des CCyR, Dauer des
MMR, das ereignisfreie Überleben (event-free survival, EFS) und das Gesamtüberleben (overallsurvival, OS) ein. Das CCyR innerhalb von 12 Monaten war definiert als die Abwesenheit von
Ph+ Metaphasen im Knochenmark auf Basis einer Chromosomenbandenanalyse von ≥ 20 beurteilten
Metaphasen aus Knochenmarksaspirat oder ein MMR, wenn eine adäquate zytogenetische Beurteilungnicht verfügbar war. Es wurde keine Adjustierung der p-Werte für die neben dem MMR zum
Zeitpunkt 12 Monate und CCyR innerhalb von 12 Monaten definierten Endpunkte für
Mehrfachvergleiche vorgenommen.
Die Basischarakteristika wie Alter (medianes Alter war 52 Jahre für die Bosutinib-Gruppe und53 Jahre für die Imatinib-Gruppe, wobei 19,5 % bzw. 17,4 % der Patienten 65 Jahre oder älter waren);
Geschlecht (42,3 % bzw. 44,0 % Frauen); ethnische Zugehörigkeit (78,0 % bzw. 77,6 % Kaukasier,12,2 % bzw. 12,4 % Asiaten, 4,1 % bzw. 4,1 % Schwarze oder Afroamerikaner und 5,7 % bzw. 5,4 %
Andere, mit einem Unbekannten in der Imatinib-Gruppe) und Sokal-Risiko-Score (niedriges Risiko35,0 % bzw. 39,4 %, intermediäres Risiko 43,5 % bzw. 38,2 %, hohes Risiko 21,5 % bzw. 22,4 %)waren für die mITT-Population zwischen beiden Behandlungsarmen gut ausgeglichen.
Nach einer Beobachtungszeit von 60 Monaten in der mITT-Population erhielten 60,2 % der mit
Bosutinib behandelten Patienten (n = 246) und 59,8 % der mit Imatinib behandelten Patienten(n = 239) immer noch die Erstlinientherapie.
Nach einer Beobachtungszeit von 60 Monaten in der mITT-Population hatten 0,8 % der mit Bosutinibbehandelten Patienten verglichen mit 1,7 % der mit Imatinib behandelten Patienten die Behandlungaufgrund einer Progression in die AP oder BK abgesetzt. 6 (2,4 %) Bosutinib-Patienten und7 (2,9 %) Imatinib-Patienten zeigten eine Transformation in die AP oder BK der CML. 5,3 % der
Patienten in der Bosutinib-Gruppe verglichen mit 15,5 % der Patienten in der Imatinib-Gruppe setztendie Behandlung aufgrund eines unzureichenden Ansprechens bzw. Therapieversagens nachprüfärztlicher Bewertung ab. 12 (4,9 %) Patienten verstarben während der Therapie mit Bosutinib und14 (5,8 %) Patienten unter Imatinib. Es traten keine weiteren Transformationen in der ITT-Populationauf. Im Bosutinib-Arm traten 2 weitere Todesfälle in der ITT-Population auf.
Die Wirksamkeitsergebnisse in Bezug auf MMR und CCyR sind in Tabelle 3 zusammengefasst.
Tabelle 3 - Zusammenfassung des MMR zum Zeitpunkt 12 und 18 Monate und des CCyRinnerhalb von 12 Monaten je Behandlungsarm in der mITT-Population
Bosutinib Imatinib Odds Ratio
Ansprechen (n = 246) (n = 241) (95%-KI)a
Gutes molekulares Ansprechen 1,55 (1,07;
MMR zum Zeitpunkt 12 Monate, n (%) 116 (47,2)b 89 (36,9) 2,23)(95%-KI) (40,9; 53,4) (30,8; 43,0)
Einseitiger p-Wert 0,0100b
MMR zum Zeitpunkt 18 Monate, n (%) 140 (56,9) 115 (47,7) 1,45 (1,02;(95%-KI) (50,7; 63,1) (41,4; 54,0) 2,07)
Einseitiger p-Wert 0,0208c
Komplettes zytogenetisches
Ansprechen 190 (77,2)b 160 (66,4) 1,74 (1,16;
CCyR innerhalb von 12 Monaten, n (%) (72,0; 82,5) (60,4; 72,4) 2,61)(95%-KI)
Einseitiger p-Wert 0,0037b
Hinweis: MMR war definiert als ≤ 0,1 % BCR-ABL/ABL-Quotient auf der internationalen Skala (entsprechendeiner Log-Reduktion von ≥ 3 im Vergleich zum standardisierten Ausgangswert), bei mindestens3 000 ABL-Transkripten gemäß Beurteilung durch das Zentrallabor. Das komplette zytogenetische Ansprechenwar definiert als die Abwesenheit von Ph+ Metaphasen auf Basis einer Chromosomenbandenanalyse von≥ 20 beurteilten Metaphasen aus Knochenmarksaspirat oder ein MMR, wenn eine adäquate zytogenetische
Beurteilung nicht verfügbar war.
Abkürzungen: BCR-ABL = Breakpoint Cluster Region-Abelson; KI = Konfidenzintervall;
CMH = Cochran-Mantel-Haenszel; CCyR = komplettes zytogenetisches Ansprechen; mITT = modifizierteintent-to-treat; MMR = gutes molekulares Ansprechen; n = Anzahl Patienten;
Ph+ = Philadelphia-Chromosom-positiv.a Adjustiert nach geografischer Region und Sokal-Risiko-Score bei Randomisierung.
b Statistisch signifikanter Vergleich bei vordefiniertem Signifikanzniveau; auf Basis des CMH-Tests stratifiziertnach geographischer Region und nach Sokal-Risiko-Score bei Randomisierung.
c Auf Basis des CMH-Tests stratifiziert nach geografischer Region und Sokal-Risiko-Score bei
Randomisierung.
Die MR4-Rate zum Zeitpunkt 12 Monate (definiert als ≤ 0,01 % BCR-ABL [entsprechend einer
Log-Reduktion von ≥ 4 im Vergleich zum standardisierten Ausgangswert] bei mindestens9 800 ABL-Transkripten) war im Bosutinib-Arm im Vergleich zum Imatinib-Arm in dermITT-Population höher (20,7 % [95%-KI: 15,7 %; 25,8 %] gegenüber 12,0 % [95%-KI: 7,9 %;16,1 %], Odds Ratio (OR) 1,88 [95%-KI: 1,15; 3,08], einseitiger p-Wert = 0,0052).
Nach 3, 6 und 9 Monaten war der Anteil an Patienten mit MMR im Bosutinib-Arm höher als im
Imatinib-Arm (Tabelle 4).
Tabelle 4 - Vergleich des MMR zum Zeitpunkt 3, 6 und 9 Monate je Behandlungsarm in dermITT-Population
Anzahl (%) Patienten mit MMR
Bosutinib Imatinib Odds Ratio (95%-
Zeitpunkt (n = 246) (n = 241) KI)a
Monat 3 10 (4,1) 4 (1,7) 2,48(95%-KI) (1,6; 6,5) (0,0; 3,3) (0,77; 7,98)
Einseitiger p-Wertb 0,0578
Monat 6 86 (35,0) 44 (18,3) 2,42 (1,59; 3,69)(95%-KI) (29,0; 40,9) (13,4; 23,1)
Einseitiger p-Wertb < 0,0001
Monat 9 104 (42,3) 71 (29,5) 1,78 (1,22; 2,60)(95%-KI) (36,1; 48,4) (23,7; 35,2)
Einseitiger p-Wertb 0,0015
Hinweis: Die Prozentangaben basierten auf der Anzahl an Patienten in jedem Behandlungsarm. Das MMR wardefiniert als ≤ 0,1% BCR-ABL/ABL-Quotient auf der internationalen Skala (entsprechend ≥ 3-Log-Reduktion im
Vergleich zum standardisierten Ausgangswert) bei mindestens 3 000 ABL-Transkripten gemäß Beurteilung durchdas Zentrallabor.
Abkürzungen: BCR-ABL = Breakpoint Cluster Region-Abelson; KI = Konfidenzintervall;
CMH = Cochran-Mantel-Haenszel;mITT = modifizierte intent-to-treat; MMR = gutes molekulares Ansprechen;n = Anzahl Patienten.a Adjustiert nach geografischer Region und Sokal-Risiko-Score bei Randomisierung.b Auf Basis des CMH-Tests stratifiziert nach geografischer Region und Sokal-Risiko-Score bei Randomisierung.
Innerhalb von 60 Monaten war in der mITT-Population der Anteil an Patienten mit MMR, MR4 und
MR4,5 im Bosutinib-Arm höher als im Imatinib-Arm (Tabelle 5). Die MMR-Raten innerhalb von60 Monaten in den Sokal-Risiko-Subgruppen sind in Tabelle 6 zusammengefasst.
Tabelle 5 - Zusammenfassung des molekularen Ansprechens innerhalb von 60 Monaten in dermITT-Population
Ansprechen Bosutinib Imatinib Odds Ratio(n = 246) (n = 241) (95%-KI)a
Molekulares
Ansprecheninnerhalb von60 Monaten, n (%)(95%-KI)
MMR 182 (74,0) 158 (65,6) 1,52 (1,02; 2,25)(68,5; 79,5) (59,6; 71,6)
MR4 145 (58,9) 120 (49,8) 1,46 (1,02; 2,09)(52,8; 65,1) (43,5; 56,1)
MR4,5 119 (48,4) 93 (38,6) 1,50 (1,05; 2,16)(42,1; 54,6) (32,4; 44,7)
Hinweis: MMR/MR4/MR4,5 waren definiert als ≤ 0,1/0,01/0,0032 % BCR-ABL/ABL-Quotient auf derinternationalen Skala (entsprechend einer Log-Reduktion von ≥ 3/4/4,5 im Vergleich zum standardisierten
Ausgangswert) bei mindestens 3 000/9 800/30 990 ABL-Transkripten gemäß Beurteilung durch das
Zentrallabor.
Abkürzungen: BCR-ABL = Breakpoint Cluster Region-Abelson; KI = Konfidenzintervall; mITT = modifizierteintent-to-treat; MMR = gutes molekulares Ansprechen; n = Anzahl Patienten.a Adjustiert nach geografischer Region und Sokal-Risiko-Score bei Randomisierung.
Tabelle 6 - Zusammenfassung des MMR innerhalb von 60 Monaten nach Sokal-Risiko-Score inder mITT-Population
Ansprechen Bosutinib Imatinib Odds Ratio(95%-KI)
Niedriges Sokal-Risiko n = 86 n = 95 1,40 (0,71; 2,76)
MMR, n (%) 67 (77,9) 68 (71,6)(95%-KI) (69,1; 86,7) (62,5; 80,6)
Intermediäres Sokal-Risiko n = 107 n = 92 1,37 (0,74; 2,52)
MMR, n (%) 79 (73,8) 62 (67,4)(95%-KI) (65,5; 82,2) (57,8; 77,0)
Hohes Sokal-Risiko n = 53 n = 54 1,97 (0,90; 4,32)
MMR, n (%) 36 (67,9) 28 (51,9)(95%-KI) (55,4; 80,5) (38,5; 65,2)
Hinweis: Die Prozentangaben basierten auf der Anzahl an Patienten in jedem Behandlungsarm. Das MMR wardefiniert als ≤ 0,1 % BCR-ABL/ABL-Quotient auf der internationalen Skala (entsprechend ≥ 3-Log-Reduktionim Vergleich zum standardisierten Ausgangswert) bei mindestens 3 000 ABL-Transkripten gemäß Beurteilungdurch das Zentrallabor.
Abkürzungen: BCR-ABL = Breakpoint Cluster Region-Abelson; KI = Konfidenzintervall; mITT = modifizierteintent-to-treat; MMR = gutes molekulares Ansprechen; n = Anzahl Patienten.
Die kumulative Inzidenz des CCyR war in der mITT-Population nach Adjustierung für das Risikoeines Behandlungsabbruchs ohne CCyR im Bosutinib-Arm höher als im Imatinib-Arm (83,3 %[95%-KI: 78,1 %; 87,4 %] gegenüber 76,8 % [95%-KI: 70,9 %; 81,6 %] zum Zeitpunkt 60 Monate;
Hazard Ratio [HR] nach einem stratifizierten Proportional-Subdistributional-Hazard-Modell: 1,35[95%-KI: 1,11; 1,64]). Die mediane Dauer bis zum CCyR (ausschließlich Responder) betrug im
Bosutinib-Arm 24,0 Wochen (Spanne: 11,4 bis 120,7) gegenüber 24,3 Wochen (Spanne: 11,4 bis96,6) im Imatinib-Arm.
Die mediane Zeit bis zum MMR, MR4 und MR4.5 (ausschließlich Responder) betrug im Bosutinib-
Arm in der mITT-Population jeweils 36,1 Wochen (Spanne: 11,9 bis 241,9), 83,7 Wochen (Bereich:12,4 bis 244,3) bzw. 108,0 Wochen (Spanne: 24,1 bis 242,1) gegenüber 47,7 Wochen (Spanne: 12,1bis 216,1), 84,4 Wochen (Spanne: 23,6 bis 241,9) bzw. 120,4 Wochen (Spanne: 24,6 bis 240,7) im
Imatinib-Arm.
Die kumulative Inzidenz des MMR, MR4 und MR4,5 nach Adjustierung für das konkurrierende Risikoeines Behandlungsabbruchs ohne Ereignis war im Bosutinib-Arm höher als im Imatinib-Arm, wie inden Abbildungen 1 bis 3 gezeigt.
Abbildung 1 - Kumulative Inzidenz des MMR (mITT-Population)
Abbildung 2 - Kumulative Inzidenz des MR4 (mITT-Population)
Abbildung 3 - Kumulative Inzidenz des MR4,5 (mITT-Population)
Von den Patienten in der mITT-Population, die ein CCyR erreichten, betrug die nach Kaplan-Meier-
Methode geschätzte Aufrechterhaltung des Ansprechens nach 4 Jahren 97,4 % (95%-KI: 93,9 %;98,9 %) bei Patienten im Bosutinib-Arm bzw. 93,7 % (95%-KI: 88,9 %; 96,5 %) bei Patienten im
Imatinib-Arm (HR 0,39 [95%-KI: 0,14; 1,13]). Von den Patienten, die ein MMR erreichten, betrug dienach Kaplan-Meier-Methode geschätzte Aufrechterhaltung des Ansprechens nach 4 Jahren 92,2 %(95%-KI: 86,8 %; 95,4 %) bei Patienten im Bosutinib-Arm bzw. 92,0 % (95%-KI: 85,9 %; 95,5 %)bei Patienten im Imatinib-Arm (HR 1,09 [95%-KI: 0,49; 2,44]).
Innerhalb von 60 Monaten zeigten 43,9 % (95%-KI: 37,7 %; 50,1 %) der Bosutinib- bzw. 38,6 %(95%-KI: 32,4 %; 44,7 %) der Imatinib-Patienten (OR 1,24 [95%-KI: 0,87; 1,78]) in der mITT-
Population eine Aufrechterhaltung des MR4, definiert durch die folgenden Kriterien: Behandlung übereinen Zeitraum von mindestens 3 Jahren mit mindestens MR4 bei allen Untersuchungen innerhalbeines einjährigen Zeitraums.
Die kumulative Inzidenz von EFS-Ereignissen in der mITT-Population während der Behandlungbetrug zum Zeitpunkt 60 Monate 6,9 % (95%-KI: 4,2 %; 10,5 %) im Bosutinib-Arm und 10,4 %(95%-KI: 6,9 %; 14,6 %) im Imatinib-Arm (HR 0,64, 95%-KI: 0,35; 1,17).
Das nach Kaplan-Meier-Methode geschätzte OS zum Zeitpunkt 60 Monate für Bosutinib- bzw.
Imatinib-Patienten in der mITT-Population betrug 94,9 % (95%-KI: 91,1 %; 97,0 %) bzw. 94,0 %(95%-KI: 90,1 %; 96,4 %, (HR 0,80; 95%-KI: 0,37; 1,73).
In einer retrospektiven Analyse erreichten von den auswertbaren Patienten in der ITT-Population mehr
Patienten im Bosutinib-Arm [200 von 248 (80,6 %)] ein frühes molekulares Ansprechen (BCR‑ABL-
Transkriptlevel zum Zeitpunkt Monat 3 ≤ 10 %) verglichen mit Patienten im Imatinib-Arm [153 von253 (60,5 %), OR 2,72 (95%-KI: 1,82; 4,08)]. MMR und EFS-Ereignisse zum Zeitpunkt 60 Monatebei Bosutinib-Patienten mit und ohne frühes molekulares Ansprechen sind in Tabelle 7zusammengefasst.
Tabelle 7 - Ergebnisse zum Zeitpunkt 60 Monate bei Bosutinib-Patienten mit BCR-ABL ≤ 10 %gegenüber > 10 % zum Zeitpunkt 3 Monate in der ITT-Population
Bosutinib (n = 248) Patienten mit Patienten mit Hazard Ratio
BCR-ABL ≤ 10 % BCR-ABL > 10 % (95%-KI)azum Zeitpunkt zum Zeitpunkt3 Monate 3 Monate(n = 200) (n = 48)
Kumulative Inzidenz 84,0 (78,1; 88,4) 56,5 (41,1; 69,4) 2,67 (1,90; 3,75)des MMR, % (95%-
KI)
Kumulative Inzidenz 5,5 (2,9; 9,3) 12,5 (5,1; 23,4) 0,40 (0,14; 1,17)von EFS-Ereignissen,% (95%-KI)
Abkürzungen: BCR-ABL = Breakpoint Cluster Region-Abelson; KI = Konfidenzintervall; ITT = intent-to-treat;
MMR = gutes molekulares Ansprechen; EFS = ereignisfreies Überleben; n = Anzahl Patienten mit ≥ 3000 ABL-
Kopien zum Zeitpunkt Monat 3.a Adjustiert nach geografischer Region und Sokal-Risiko-Score bei Randomisierung.
Zum Zeitpunkt 60 Monate war die Zahl der Patienten in der mITT-Population mit neu nachweisbaren
Mutationen im Bosutinib-Arm (6 [2,4 %]) niedriger als im Imatinib-Arm (12 [5,0 %]).
Klinische Phase-I/II-Studie bei Patienten mit CML in der CP, AP oder BK, die gegenüber Imatinibresistent oder intolerant sind
Es wurde eine einarmige, offene, multizentrische Phase-I/ II-Studie durchgeführt, um die Wirksamkeitund Sicherheit von Bosutinib 500 mg (einmal täglich) bei Patienten mit CML, die gegenüber Imatinibresistent oder intolerant sind, mit separaten Kohorten für CML in der chronischen Phase, akzelerierten
Phase und Blastenkrise zu belegen, die zuvor mit 1 TKI (Imatinib) oder mehr als 1 TKI (zuerst
Imatinib, danach Dasatinib und/ oder Nilotinib) behandelt worden waren.
In dieser Studie wurden 570 Patienten mit Bosutinib behandelt. Eingeschlossen waren Patienten mit
CML in der chronischen Phase, die zuvor mit nur 1 TKI (Imatinib) behandelt worden waren, Patientenmit CML in der chronischen Phase, die zuvor mit Imatinib und mindestens 1 zusätzlichen TKI(Dasatinib und/ oder Nilotinib) behandelt worden waren, Patienten mit CML in der akzelerierten
Phase oder in der Blastenkrise, die zuvor mit mindestens 1 TKI (Imatinib) behandelt worden waren,und Patienten mit Ph+ ALL, die zuvor mit mindestens 1 TKI (Imatinib) behandelt worden waren.
Der primäre Wirksamkeitsendpunkt der Studie war die Rate guten zytogenetischen Ansprechens(major cytogenetic response, MCyR) nach 24 Wochen bei Patienten mit CML in der chronischen
Phase, die gegenüber Imatinib resistent waren und zuvor mit nur 1 TKI (Imatinib) behandelt wordenwaren. Weitere Wirksamkeitsendpunkte waren die kumulativen zytogenetischen und molekularen
Ansprechraten, die Zeit bis zum Erreichen und die Dauer des zytogenetischen und molekularen
Ansprechens, das Ansprechen bei Mutationen zum Zeitpunkt der Eingangsuntersuchung, der
Übergang in die akzelerierte Phase oder Blastenkrise sowie progressionsfreies Überleben und OS füralle Kohorten.
Patienten, die am Ende der Phase-I/II-Studie weiterhin Bosutinib erhielten und nach Einschätzung des
Prüfarztes von der Bosutinib-Behandlung profitierten, sowie Patienten, die Bosutinib in der Phase-I/II-
Studie bereits abgesetzt hatten und sich in der Langzeitnachbeobachtung des Überlebens befandenoder die Phase-I/II-Studie abgeschlossen hatten, waren für die Aufnahme in die Anschlussstudiegeeignet. Jeder Patient blieb in der Anschlussstudie entweder unter Bosutinib-Behandlung oder in der
Langzeitbeobachtung des Überlebens, bis eine 10-jährige Nachbeobachtung des letzten Patientenabgeschlossen war, gerechnet ab dem Datum des Erhalts der ersten Bosutinib-Dosis in der Phase-I/II-
Studie.
Wirksamkeitsendpunkte der Anschlussstudie umfassten die Dauer des zytogenetischen und desmolekularen Ansprechens, den Übergang in die AP/ BK, progressionsfreies Überleben und OS.
Die Wirksamkeitsanalysen schlossen Daten aus der abgeschlossenen Anschlussstudie ein.
CML-Patienten in der CP
Die Wirksamkeitsergebnisse für Patienten mit Ph+ CML in der CP, die zuvor mit Imatinib undmindestens 1 zusätzlichen TKI (Beobachtungszeitraum mindestens 120 Monate; mediane
Behandlungsdauer: 9 Monate [Spanne: 0,23 bis 164,28 Monate] und jeweils 20,2 % und 7,6 % nach60 bzw. 120 Monaten noch in Behandlung) behandelt worden waren, sowie die Ergebnisse für
Patienten mit Ph+ CML in der CP, die zuvor nur mit Imatinib (Beobachtungszeitraum mindestens120 Monate; mediane Behandlungsdauer: 26 Monate [Spanne: 0,16 bis 170,49 Monate] und jeweils40,5 % und 19,4 % nach 60 bzw. 120 Monaten noch in Behandlung) behandelt worden waren, sind in
Tabelle 8 aufgeführt.
CML-Patienten in der AP und BK
Die Wirksamkeitsergebnisse für Patienten mit Ph+ CML in der AP (Beobachtungszeitraum mindestens120 Monate; mediane Behandlungsdauer: 10 Monate [Spanne: 0,10 bis 156,15 Monate] und jeweils12,7 % und 7,6 % nach 60 bzw. 120 Monaten noch in Behandlung) und in der Blastenkrise(Beobachtungszeitraum mindestens 120 Monate; mediane Behandlungsdauer: 2,8 Monate [Spanne:0,03 bis 71,38 Monate] und jeweils 3,1 % und 0 % nach 60 bzw. 120 Monaten noch in Behandlung)sind in Tabelle 8 aufgeführt.
Tabelle 8 - Ergebnisse zur Wirksamkeit bei vorbehandelten Patienten mit CML in derchronischen und fortgeschrittenen Phase*
Ph+ CML in Ph+ CML in Akzelerierte Blastenphase,der der Phase, mindestenschronischen chronischen mindestens mit Imatinib
Phase, nur Phase, mit Imatinib vorbehandeltmit Imatinib mit Imatinib vorbehandeltvorbehandelt und Dasatiniboder Nilotinibvorbehandelt
Kumulatives n = 262 n = 112 n = 72 n = 54zytogenetisches
Ansprechena
MCyR, % (95%-KI) 59,9 (53,7; 42,0 (32,7; 51,7) 40,3 (28,9; 37,0 (24,3; 51,3)
CCyR, % (95%-KI) 65,9) 32,1 (23,6; 41,6) 52,5) 27,8 (16,5; 41,6)49,6 (43,4; 30,6 (20,2;55,8) 42,5)
Kumulatives n = 197 n = 107 n = 54 n = 48molekulares
Ansprechena 42,1 (35,1; 17,8 (11,0; 26,3) 16,7 (7,9; 10,4 (3,5; 22,7)
MMR, % (95%-KI) 49,4) 15,0 (8,8; 23,1) 29,3) 10,4 (3,5; 22,7)
MR4, % (95%-KI) 37,1 (30,3; 13,0 (5,4;44,2) 24,9)
Zeit bis zum MCyR 12,3 (4,0; 12,3 (3,9; 550,6) 12,0 (3,9; 8,2 (3,9; 25,1)ausschließlichb für 346,0) 144,7)
Responder, Median(Spanne), Wochen
Dauer des MCyRb n = 157 n = 47 n = 29 n = 20
K.-M.-Schätzung zum 70,7 (63,1; 66,6 (51,5; 81,7) 40,8 (20,9; 21,2 (0,1; 42,3)
Zeitpunkt 5 Jahre, % 78,3) 60,7)(95%-KI)c
K.-M.-Schätzung zum 55,3 (36,3; 74,4) NE
Zeitpunkt 10 Jahre, % 65,3 (56,6; 40,8 (20,9;(95%-KI)c 74,0) 60,7)
Median, Wochen NR 29,1 (11,9;(95%-KI) 38,3)
NR 84,0 (24,0; NE)
Zeit bis zum CCyR 24,0 (7,7; 24,0 (11,6; 23,8 (4,1; 8,4 (3,9; 25,1)ausschließlichb für 240,6) 216,0) 120,0)
Responder, Median(Spanne), Wochen
Dauer des CCyRb n = 130 n = 36 n = 22 n = 15
K.-M.-Schätzung zum 69,7 (61,3; 54,4 (36,7; 72,1) 40,0 (18,5; 24,9 (0,9; 48,9)
Zeitpunkt 5 Jahre, % 78,2) 61,5)(95%-KI)c
K.-M.-Schätzung zum 40,8 (22,0; 59,6) NE
Zeitpunkt 10 Jahre, % 63,4 (54,0; 40,0 (18,5;(95%-KI)c 72,8) 61,5)
Median, Wochen 252,0 (24,0; 20,0 (9,1; 29,6)(95%-KI) NE)
NR 72,0 (36,1;
NE)
Ph+ CML in Ph+ CML in Akzelerierte Blastenphase,der der Phase, mindestenschronischen chronischen mindestens mit Imatinib
Phase, nur Phase, mit Imatinib vorbehandeltmit Imatinib mit Imatinib vorbehandeltvorbehandelt und Dasatiniboder Nilotinibvorbehandelt
Zeit bis zum MMR 35,6 (3,1; 12,4 (4,0; 171,7) 36,1 (12,1; 4,7 (3,9; 168,9)ausschließlichb für 367,1) 144,1)
Responder, Median(Spanne), Wochen
Dauer des MMRb n = 83 n = 19 n = 9 n = 5
K.-M.-Schätzung zum 74,1 (64,2; 70,0 (47,5; 92,5) 66,7 (35,9; 60,0 (17,1;
Zeitpunkt 5 Jahre, % 83,9) 97,5) 100,0)(95%-KI)c
K.-M.-Schätzung zum 70,0 (47,5; 92,5)
Zeitpunkt 10 Jahre, % 63,4 (50,2; 66,7 (35,9; NE(95%-KI)c 76,6) 97,5)
Median, Wochen NR(95%-KI) NR
NR NR
Zeit bis zum MR4 28,0 (3,1; 23,8 (4,0; 240,1) 24,1 (22,9; 4,7 (3,9; 284,9)ausschließlichb für 583,1) 96,0)
Responder, Median(Spanne), Wochen
Dauer des MR4b,e n = 73 NA NA NA
K.-M.-Schätzung zum 74,7 (64,2;
Zeitpunkt 5 Jahre, % 85,2)(95%-KI)c
K.-M.-Schätzung zum
Zeitpunkt 10 Jahre, % 60,8 (46,1;(95%-KI)c 75,4)
Median, Wochen(95%-KI)
NR
Übergang in die AP/ BKc n = 284 n = 119 n = 79 NA
Übergang während der 15 5 3
Behandlung, n
Progressionsfreies n = 284 n = 119 n = 79 n = 64
Überlebenc
KumInz, zum 19,7 (15,6; 24,4 (17,8; 33,4) 41,8 (32,2; 67,2 (56,6;
Zeitpunkt 5 Jahre, % 24,9) 54,2) 79,7)(95%-KI)c
KumInz, zum 26,9 (20,0; 36,2)
Zeitpunkt 10 Jahre, % 23,9 (19,5; 41,8 (32,2; NE(95%-KI)d 29,5) 54,2)
Ph+ CML in Ph+ CML in Akzelerierte Blastenphase,der der Phase, mindestenschronischen chronischen mindestens mit Imatinib
Phase, nur Phase, mit Imatinib vorbehandeltmit Imatinib mit Imatinib vorbehandeltvorbehandelt und Dasatiniboder Nilotinibvorbehandelt
Gesamtüberlebenc n = 284 n = 119 n = 79 n = 64
K.-M.-Schätzung, zum 83,5 (78,7; 74,1 (64,8; 83,4) 58,5 (46,9; 22,5 (7,1; 37,9)
Zeitpunkt 5 Jahre, % 88,3) 70,2)(95%-KI)
K.-M.-Schätzung, zum 60,4 (47,2; 73,7) 22,5 (7,1; 37,9)
Zeitpunkt 10 Jahre, % 71,5 (64,4; 50,7 (36,5;(95%-KI) 78,7) 65,0)
Median, Monate NR 10,9 (8,7; 19,7)(95%-KI)
NR NR
Datum der Dateneinsicht: Phase-I/II-Studie: 02. Oktober 2015, Anschlussstudie: 02. September 2020
Kriterien für zytogenetisches Ansprechen: MCyR beinhaltete komplettes [0 % Ph+ Metaphasen im Knochenmarkoder < 1 % positive Zellen aus Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung (FISH)] oder partielles (1 bis 35 %)zytogenetisches Ansprechen. Das zytogenetische Ansprechen basierte auf dem prozentualen Anteil an
Ph+ Metaphasen unter ≥ 20 Metaphase-Zellen in jeder Knochenmarkprobe. Eine FISH-Analyse (≥ 200 Zellen)konnte für zytogenetische Beurteilungen nach der Eingangsuntersuchung angewendet werden, wenn≥ 20 Metaphasen nicht verfügbar waren. In der Anschlussstudie wurde die CCyR auf Grundlage der MMRimputiert, wenn eine valide zytogenetische Beurteilung an einem bestimmten Datum nicht verfügbar war.
Kriterien für molekulares Ansprechen: In der Phase I/II-Studie war das MMR/MR4 definiert als ≤ 0,1/0,01 %
BCR-ABL-Transkripte gemäß Beurteilung durch ein Zentrallabor (nicht auf der internationalen Skala). In der
Anschlussstudie wurde das MMR/MR4 der Responser auf dem Prüfbogen (Case Report Form, CRF) gemäß
Beurteilung durch ein lokales Labor angegeben.
Abkürzungen: AP = akzelerierte Phase; BK = Blastenkrise; Ph+ = Philadelphia-Chromosom-positiv;
CP = chronische Phase; CML = chronische myeloische Leukämie; K.-M. = Kaplan-Meier; n = Anzahl Patienten;
NA = nicht zutreffend (not applicable); NR = im kürzesten Beobachtungszeitraum nicht erreicht (not reached);
NE = nicht schätzbar (not estimable); KI = Konfidenzintervall; MCyR = gutes zytogenetisches Ansprechen;
CCyR = komplettes zytogenetisches Ansprechen; KumInz = kumulative Inzidenz; MMR = gutes molekulares
Ansprechen, BCR-ABL = Breakpoint Cluster Region-Abelson.a Beinhaltet Patienten (n) mit einer validen Beurteilung der Eingangsuntersuchung für zytogenetische
Untersuchungen und Patienten außerhalb Chinas, Südafrikas, Indiens oder Russlands für molekulare
Untersuchungen, da die Proben in diesen Ländern nicht für molekulare Untersuchungen exportiert werdenkonnten. Diese Analysen ließen es zu, dass Patienten, die zur Eingangsuntersuchung ein Ansprechen zeigtenund dieses Ansprechen nach der Eingangsuntersuchung aufrechterhielten, als Responder aufgenommenwurden. Beobachtungszeitraum mindestens (Zeit von der ersten Dosis des letzten Patienten bis zum Datum der
Dateneinsicht) 120 Monate.b Beinhaltet Patienten (n), die ein Ansprechen erreichten oder aufrechterhielten.c Beinhaltet Patienten (n), die mindestens eine Dosis Bosutinib erhielten.d Kumulative Inzidenzanalyse mit Anpassung an das konkurrierende Risiko eines Behandlungsabbruchs ohne
Ereignis.e Nicht analyisiert für Gruppen mit begrenzter Anzahl.
Das Gesamtüberleben in den CP-, AP- und BK-Kohorten ist in Abbildung 4 graphisch dargestellt.
Abbildung 4- Kaplan-Meier-Schätzung des Gesamtüberlebens (OS) in CP2L, CP3L, AP und
BK
Basierend auf den limitierten klinischen Informationen aus der Phase-I/ II-Studie wurden einige
Hinweise für klinische Aktivität bei Patienten mit BCR-ABL-Mutationen (siehe Tabelle 9) gefunden.
Tabelle 9 - Ansprechen auf Therapie in Abhängigkeit vom Typ der BCR-ABL-Mutation zum
Zeitpunkt des Studieneinschlusses in der auswertbaren CML-Population (chronische Phase):
Nach Vortherapie mit Imatinib und Dasatinib und/ oder Nilotinib (Drittlinie)
Status der BCR-ABL-Mutation zum Inzidenz zum MCyR erreicht oder
Zeitpunkt der Eingangsuntersuchung Zeitpunkt der gehalten
Eingangsuntersuchung Resp/Evalb (%)n (%)an = 112
Bewertete Mutationen 98 (100) 36/92 (39,1)keine Mutation 59 (60,2) 23/55 (41,8)mindestens 1 Mutation 39 (39,8) 13/37 (35,1)
Dasatinib-Resistenz-Mutationen 10 (10,2) 1/9 (11,1)
E255K/ V 2 (2,0) 0/2
F317L 8 (8,2) 1/7 (14,3)
Nilotinib-Resistenz-Mutationenc 13 (13,3) 8/13 (61,5)
Y253H 6 (6,1) 5/6 (83,3)
E255K/ V 2 (2,0) 0/2
F359C/I/V 7 (7,1) 5/7 (71,4)
Datum der Dateneinsicht: Phase-I/II-Studie: 02. Oktober 2015, Anschlussstudie: 02. September 2020
Hinweis: Die Mutationen zum Zeitpunkt der Eingangsuntersuchung wurden identifiziert, bevor der Patient die1. Dosis der Studienmedikation erhielt.
Abkürzungen: BCR-ABL = Breakpoint Cluster Region-Abelson; CP = chronische Phase; CML = chronischemyeloische Leukämie; MCyR = gutes zytogenetisches Ansprechen; n = Anzahl Patienten; Resp = Responder;
Eval = evaluierbar (auswertbar).a Der Anteil basiert auf der Anzahl Patienten mit Bewertung des Mutationsstatus zur Eingangsuntersuchung.b Die auswertbare Population umfasst Patienten mit einer validen Krankheitsbewertung zum Zeitpunkt der
Eingangsuntersuchung.c 2 Patienten hatten mehr als eine Mutation in dieser Kategorie.
Ein Patient mit der E225V-Mutation, der zuvor mit Nilotinib behandelt wurde, erreichte ein CHR alsbestes Ansprechen.
In-vitro-Tests ergaben, dass Bosutinib nur marginale Aktivität gegenüber der T315I- oder der
V299L-Mutation besitzt. Daher ist eine klinische Aktivität bei Patienten mit diesen Mutationen nichtzu erwarten.
Klinische Phase-IV-Studie zu Ph+ CML bei Patienten, die zuvor mit mindestens 1 TKI behandeltwurden
Es wurde eine einarmige, offene, nicht randomisierte, multizentrische Phase-IV-Studie zur Bewertungder Wirksamkeit und Sicherheit von Bosutinib 500 mg einmal täglich bei Patienten mit TKI-resistenteroder TKI-intoleranter CML mit separaten Kohorten für Erkrankungen in der CP, AP oder BK, diezuvor mit mindestens 1 TKI behandelt worden waren, durchgeführt.
In der Studie wurden 163 Patienten mit Bosutinib behandelt, davon 46 Patienten mit Ph+ CML in der
CP, die zuvor mit 1 TKI (Imatinib, Dasatinib oder Nilotinib) behandelt worden waren, 61 Patientenmit Ph+ CML in der CP, die zuvor mit 2 TKI (Imatinib und/oder Dasatinib und/oder Nilotinib)behandelt worden waren, 49 Patienten mit Ph+ CML in der CP, die zuvor mit 3 TKI (Imatinib,
Dasatinib und Nilotinib) behandelt worden waren, 4 Patienten mit Ph+ CML in der AP, die zuvor mitmindestens 1 TKI (2 Patienten mit 2 vorhergehenden TKI und 2 Patienten mit 3 vorhergehenden TKI)behandelt worden waren, und 3 Patienten mit Ph- CML, die zuvor mit mindestens 1 TKI behandeltworden waren.
Primärer Wirksamkeitsendpunkt war das kumulative bestätigte MCyR nach 1 Jahr (Woche 52) bei
Patienten mit Ph+ CML in der CP, die zuvor mit 1 oder 2 TKI behandelt worden waren, und bei
Patienten mit Ph+ CML in der CP, die zuvor mit 3 TKI behandelt worden waren. Bei Patienten mit
Ph+ CML in der AP und BK mit beliebiger vorhergehender TKI-Therapie war der primäre
Wirksamkeitsendpunkt das kumulative bestätigte hämatologische Gesamtansprechen (overallhaematological response, OHR) nach 1 Jahr (Woche 52). Weitere Wirksamkeitsendpunkte bei
Patienten mit Ph+ CML in der CP waren das kumulative zytogenetische und molekulare Ansprechen,die Dauer des zytogenetischen und molekularen Ansprechens, das Ansprechen bei Mutationen zum
Zeitpunkt der Eingangsuntersuchung, der Übergang in die AP/ BK sowie PFS und OS. Zu denzusätzlichen Endpunkten in der Ph+ AP/ BK-Kohorte gehörten die kumulativen zytogenetischen undmolekularen Ansprechraten sowie PFS und OS.
CML-Patienten in der CP
Der primäre Endpunkt der kumulativen bestätigen MCyR-Rate nach 1 Jahr (52 Wochen) betrug76,5 % (95%-KI: 66,9; 84,5) bei Patienten, die zuvor 1 oder 2 TKI erhalten hatten, und 62,2 % (95%-
KI: 46,5; 76,2) bei Patienten, die zuvor 3 TKI erhalten hatten.
Zusätzliche Wirksamkeitsergebnisse beim Abschluss der Studie nach einem Beobachtungszeitraumvon mindestens 3 Jahren bei Patienten mit Ph+ CML in der CP, die zuvor 1 TKI (mediane
Behandlungsdauer: 47,5 Monate [Spanne: 0,9 bis 50,1 Monate] und 60,9 % noch in Behandlung),2 TKI (mediane Behandlungsdauer: 41,9 Monate [Spanne: 0,4 bis 48,9 Monate] und 45,9 % noch in
Behandlung) bzw. 3 TKI (mediane Behandlungsdauer: 20,0 Monate [Spanne: 0,2 bis 48,9 Monate]und 38,8 % noch in Behandlung) erhalten hatten, sind in Tabelle 10 dargestellt.
Tabelle 10 - Ergebnisse zur Wirksamkeit bei vorbehandelten Patienten mit Ph+ CML in derchronischen Phase
Ph+ CML in der Ph+ CML in Ph+ CML in der Gesamtkohorte
CP mit 1 TKI- der CP mit CP mit 3 TKI- mit Ph+ CML in
Vorbehandlung 2 TKI- Vorbehandlungen der CP
Vorbehandlungen
Kumulatives n = 43 n = 55 n = 45 n = 143bestätigtes MCyRanach 1 Jahr, % (95%- 83,7 (69,3; 93,2) 70,9 (57,1; 62,2 (46,5; 76,2) 72,0 (63,9; 79,2)
KI) 82,4)
Kumulatives n = 43 n = 55 n = 45 n = 143zytogenetisches
Ansprechena,b
MCyR, % (95%-KI) 88,4 (74,9; 96,1) 85,5 (73,3; 77,8 (62,9; 88,8) 83,9 (76,9; 89,5)93,5)
CCyR, % (95%-KI) 86,0 (72,1; 94,7) 83,6 (71,2; 73,3 (58,1; 85,4) 81,1 (73,7; 87,2)92,2)
Kumulatives n = 46 n = 55 n = 48 n = 149molekulares
Ansprechena,b
MMR, % (95%-KI) 82,6 (68,6; 92,2) 76,4 (63,0; 56,3 (41,2; 70,5) 71,8 (63,9; 78,9)86,8)
MR4, % (95%-KI) 73,9 (58,9; 85,7) 63,6 (49,6; 41,7 (27,6; 56,8) 59,7 (51,4; 67,7)76,2)
MR4,5, % (95%-KI) 58,7 (43,2; 73,0) 50,9 (37,1; 35,4 (22,2; 50,5) 48,3 (40,1; 56,6)64,6)
Zeit bis zumzytogenetischen
Ansprechenausschließlich für
Responder,b Median(Spanne), Monate
MCyR 3,0 (1,0; 11,8) 2,9 (0,3; 6,4) 3,0 (1,8; 8,8) 3,0 (0,3; 11,8)
CCyR 3,0 (1,0; 17,6) 2,9 (0,3; 6,4) 3,0 (1,8; 8,8) 3,0 (0,3; 17,6)
Dauer deszytogenetischen
Ansprechensb
MCyR, K.-M.- 96,6 (77,9; 99,5) 94,4 (79,2; 96,9 (79,8; 99,6) 95,6 (88,7; 98,4)
Schätzung zum 98,6)
Zeitpunkt 3 Jahre, %(95%-KI)
CCyR, K.-M.- 96,4 (77,2; 99,5) 94,4 (79,2; 100,0 (100,0; 96,5 (89,5; 98,9)
Schätzung zum 98,6) 100,0)
Zeitpunkt 3 Jahre, %(95%-KI)
Zeit bis zummolekularen
Ansprechenausschließlich für
Responder, Median(Spanne), Monate
MMR 3,0 (2,8; 23,3) 3,0 (1,0; 35,9) 3,1 (1,8; 9,3) 3,0 (1,0; 35,9)
MR4 6,0 (2,8; 47,4) 3,1 (1,0; 36,1) 3,2 (1,8; 47,9) 5,5 (1,0; 47,9)
MR4,5 9,2 (2,8; 47,6) 6,0 (2,8; 36,2) 5,8 (1,8; 18,0) 6,0 (1,8; 47,6)
Dauer desmolekularen
Ansprechensb
MMR, K.-M.- 90,7 (73,9; 96,9) 81,5 (63,2; 90,2 (65,9; 97,5) 87,2 (78,0; 92,7)
Schätzung zum 91,3)
Zeitpunkt 3 Jahre, %(95%-KI)
MR4, K.-M.- 89,5 (70,9; 96,5) 68,7 (48,0; 85,2 (51,9; 96,2) 80,7 (69,4; 88,1)
Schätzung zum 82,5)
Zeitpunkt 3 Jahre, %(95%-KI)
Datum der Dateneinsicht: 23. November 2020.
Abkürzungen: Ph+ = Philadelphia-Chromosomen-positiv; CP = chronische Phase; CML = chronische myeloische
Leukämie; K.-M. = Kaplan-Meier; n = Anzahl Patienten; KI = Konfidenzintervall; MCyR = gutes zytogenetisches
Ansprechen; CCyR = komplettes zytogenetisches Ansprechen; MMR = gutes molekulares Ansprechen;
MR4 = ≥ 4 Log-Reduktion der BCR-ABL-Transkripte im Vergleich zum standardisierten Ausgangswert;
MR4,5 = ≥ 4,5-Log-Reduktion der BCR-ABL-Transkripte im Vergleich zum standardisierten Ausgangswert.
Kriterien für kumulatives bestätigtes MCyR: Das Ansprechen wird durch 2 aufeinander folgende Untersuchungen im
Abstand von mindestens 28 Tagen bestätigt. Um als Responder zu gelten, muss bei einem Patienten ein Ansprechenzu Beginn der Behandlung für mindestens 52 Wochen aufrechterhalten werden oder eine Verbesserung gegenüberdem Ausgangswert vorliegen. Patienten mit partiellem zytogenetischem Ansprechen (PCyR) zu Beginn der Studiemüssen unter der Behandlung ein CCyR erreichen, um als zytogenetische Responder zu gelten. Patienten mitmindestens einem MMR und einem besseren molekularen Ansprechen als zu Beginn der Behandlung werden alsbestätigte CCyR gezählt.
Kriterien für kumulatives zytogenetisches Ansprechen: Gutes zytogenetisches Ansprechen beinhaltete komplettes(0 % Ph+ Metaphasen im Knochenmark oder < 1 % positive Zellen aus Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung [FISH])oder partielles (1 bis 35 %) zytogenetisches Ansprechen. Das zytogenetische Ansprechen basierte auf demprozentualen Anteil an Ph+ Metaphasen unter ≥ 20 Metaphase-Zellen in jeder Knochenmarkprobe. Eine FISH-
Analyse (≥ 200 Zellen) konnte für die Bewertung des CCyR angewendet werden, wenn ≥ 20 Metaphasen nichtverfügbar waren. Patienten ohne valide Knochenmark- oder FISH-Analyse mit mindestens MMR werden als CCyRgezählt.
Kriterien für kumulatives molekulares Ansprechen: MMR, MR4 und MR4,5 waren definiert als jeweils ≤ 0,1 %,≤ 0,01 % und ≤ 0,0032 % BCR-ABL/ABL-Quotient auf der internationalen Skala (entsprechend einer
Log-Reduktion von jeweils ≥ 3, ≥ 4 und ≥ 4,5 im Vergleich zum standardisierten Ausgangswert), bei jeweilsmindestens 10 000, 10 000 und 32 000 ABL-Transkripten, gemessen vom Zentrallabor.a Beinhaltet Patienten (n) mit einer validen Beurteilung der Eingangsuntersuchung. Beobachtungszeitraummindestens (Zeit von der ersten Dosis des letzten Patienten bis zum Datum der Dateneinsicht) 36 Monate.
b Beinhaltet Patienten (n), die ein Ansprechen erreichten oder aufrechterhielten.
Die kumulative Inzidenz des MMR, MR4 und MR4,5 nach Adjustierung für das konkurrierende Risikoeines Behandlungsabbruchs ohne Ereignis ist in Abbildung 5 gezeigt.
Abbildung 5 - Kumulative Inzidenz des molekularen Ansprechens (auswertbare Population inder CP)
Das erreichte molekulare Ansprechen nach Behandlungsart ist in der Tabelle 11 gezeigt.
Tabelle 11 - Erreichtes molekulares Ansprechen
Ph+ CML in Ph+ CML in Ph+ CML in der Gesamtkohorteder CP mit der CP mit CP mit 3 TKI- mit Ph+ CML in1 TKI- 2 TKI- Vorbehandlunge der CP
Vorbehandlung Vorbehandlung nen
Patienten ohne MMR n = 25 n = 28 n = 26 n = 79bei Studienbeginna
MMR, % (95%-KI) 76,0 (54,9; 90,6) 64,3 (44,1; 81,4) 38,5 (20,2; 59,4) 59,5 (47,9; 70,4)
Patienten ohne MR4 n = 37 n = 38 n = 37 n = 112bei Studienbeginna
MR4, % (95%-KI) 70,3 (53,0; 84,1) 55,3 (38,3; 71,4) 32,4 (18,0; 49,8) 52,7 (43,0; 62,2)
Patienten ohne MR4,5 n = 42 n = 46 n = 43 n = 131bei Studienbeginna
MR4,5, % (95%-KI) 54,8 (38,7; 70,2) 43,5 (28,9; 58,9) 30,2 (17,2; 46,1) 42,7 (34,1; 51,7)
Patienten mit MMR n = 21 n = 27 n = 22 n = 70bei Studienbeginna
Besseres MR, % 85,7 (63,7; 97,0) 66,7 (46,0; 83,5) 63,6 (40,7; 82,8) 71,4 (59,4; 81,6)(95%-KI)
Datum der Dateneinsicht: 23Nov2020.
Abkürzungen: Ph+ = Philadelphia-Chromosomen-positiv; CP = chronische Phase; CML = chronische myeloische
Leukämie; n = Anzahl Patienten; KI = Konfidenzintervall; MMR = gutes molekulares Ansprechen;
MR = molekulares Ansprechen; MR4 = ≥ 4 Log-Reduktion der BCR-ABL-Transkripte im Vergleich zumstandardisierten Ausgangswert; MR4,5 = ≥ 4,5-Log-Reduktion der BCR-ABL-Transkripte im Vergleich zumstandardisierten Ausgangswert.a Beinhaltet Patienten (n) mit einer validen Beurteilung der Eingangsuntersuchung. Um als Responder zu gelten,müssen Patienten ein verbessertes Ansprechen gegenüber dem Ausgangswert erreicht haben. Kriterien fürmolekulares Ansprechen: MMR, MR4 und MR4,5 waren definiert als jeweils ≤ 0,1 %, ≤ 0,01 % und ≤ 0,0032 %
BCR-ABL/ABL-Quotient auf der internationalen Skala (entsprechend einer Log-Reduktion von jeweils ≥ 3, ≥ 4und ≥ 4,5 im Vergleich zum standardisierten Ausgangswert), bei jeweils mindestens 10 000, 10 000 und32 000 ABL-Transkripten, gemessen vom Zentrallabor.
Bei Patienten in der CP gab es während der Behandlung keine Progression in die AP oder BK der
CML.
CML-Patienten in der AP
Bei Patienten mit Ph+ CML in der AP betrug die mediane Behandlungsdauer 22,1 Monate (Spanne:1,6 bis 50,1 Monate) und das kumulative bestätigte OHR nach 1 Jahr (52 Wochen) 75,0 % (95%-KI:19,4; 99,4). Letzteres galt auch für die CCyR-Rate. Bei allen 3 Patienten blieb das CCyR unter der
Therapie erhalten.
Ansprechen nach BCR ABL-Mutationen zum Zeitpunkt der Eingangsuntersuchung
Zehn Patienten in der CP-Kohorte wiesen bei Studienbeginn Mutationen auf (A365V, E453K, E255K,
E255V, Q252H, L298V [jeweils n = 1] sowie Y253F und G250E [jeweils n = 2]). Bei einem Patientenin der CP-Kohorte wurde an Studientag 8 eine F359I-Mutation festgestellt. Ein Patient in der AP-
Kohorte hatte beim Studieneinschluss 2 Mutationen (F311L und L387F). In der CP-Kohorte wurde bei
Patienten mit Mutationen bei 4/11 Patienten (36,4 %) ein molekulares Ansprechen festgestellt.
Ein Patient mit einer E255V-Mutation erreichte ein MMR, und 3 Patienten mit den Mutationen F359I,
Y253F und A365V erreichten jeweils ein MR4,5. Bei dem Patienten mit den Mutationen in der AP-
Kohorte wurde kein Ansprechen erreicht.
Kinder und JugendlicheDie Europäische Arzneimittel-Agentur hat für Bosulif eine Zurückstellung von der Verpflichtung zur
Vorlage von Ergebnissen zu Studien in einer oder mehreren pädiatrischen Altersklassen mit CMLgewährt (siehe Abschnitt 4.2 bzgl. Informationen zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen).