Beeinträchtigung der Fahrtüchtigkeit
Dieses Arzneimittel kann die Fähigkeit zum Führen von Fahrzeugen oder Bedienen von Maschinen beeinträchtigen.
Dieses Arzneimittel kann die Fähigkeit zum Führen von Fahrzeugen oder Bedienen von Maschinen beeinträchtigen.
Risiko einer schweren allergischen Reaktion. Suchen Sie bei schweren Symptomen sofort medizinische Hilfe.
Lesen Sie vor der Anwendung die Packungsbeilage.
Während der Behandlung ist eine zuverlässige Verhütung erforderlich.
Kann die Atmung verlangsamen, besonders zusammen mit Alkohol oder Beruhigungsmitteln.
Dieses Arzneimittel kann wichtige Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln haben.
Dieses Arzneimittel unterliegt einer zusätzlichen Überwachung.
Während der Stillzeit nur auf ärztliche Empfehlung anwenden.
Während der Schwangerschaft nur auf ärztliche Empfehlung anwenden.
Bei Kindern nur gemäß Packungsbeilage oder ärztlicher Empfehlung anwenden.
Dieses Arzneimittel kann Sehstörungen verursachen.
Boey 1 400 Einheiten Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung
Jede Durchstechflasche enthält 1 400 Einheiten TrenibotulinumtoxinE, produziert in Clostridiumbotulinum Zellen.
Nach der Rekonstitution enthält 0,1 ml rekonstituierte Lösung 140 Einheiten TrenibotulinumtoxinE.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung (Pulver zur Injektion).
Weißes bis cremefarbenes Pulver, das auch als Scheibenfragmente erscheinen kann.
Boey ist indiziert für die vorübergehende Verbesserung des Aussehens von moderaten bis starken
Falten zwischen den Augenbrauen, sichtbar bei maximalem Stirnrunzeln (Glabellafalten), wenn diesebei erwachsenen Patienten eine erhebliche psychologische Belastung darstellen (siehe Abschnitt 5.1).
Boey darf nur von Ärzten mit den entsprechenden Qualifikationen und Erfahrungen in der Behandlungvon Glabellafalten und der Verwendung der erforderlichen medizinischen Ausstattung verabreichtwerden.
DosierungAufgrund seines frühen Wirkungseintritts und der kurzen Wirkungsdauer sollte Boey nur gelegentlichverwendet werden.
Die Wirkstärke dieses Arzneimittels wird in Einheiten ausgedrückt. Diese Einheiten sind nichtaustauschbar mit den Einheiten, die zur Angabe der Wirkstärke anderer Botulinumtoxin-Produkteverwendet werden.
Wiederholte Behandlungen mit Boey in Abständen von weniger als 6 Wochen wurden nichtuntersucht und sollten vom Arzt festgelegt werden.
Die Wirksamkeit und Sicherheit von mehr als 3 aufeinanderfolgenden Injektionen von Boey übereinen Zeitraum von mehr als 18 Wochen wurden nicht untersucht.
Die Anwendung von Botulinum-Toxin Typ A weniger als 30 Tage nach Boey wurde nicht untersucht(siehe Abschnitt 5.1).
Besondere PatientengruppenEine spezifische Dosisanpassung ist für die Anwendung bei älteren Menschen nicht erforderlich.
Kinder und JugendlicheDie Sicherheit und Wirksamkeit von Boey bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 0 bis 18 Jahrensind nicht erwiesen. Es liegen keine Daten vor.
Art der AnwendungIntramuskuläre Anwendung.
Anweisungen zur Rekonstitution und Vorbereitung des Arzneimittels vor der Verabreichung,
Handhabung und Entsorgung der Durchstechflasche, siehe Abschnitt 6.6.
Anweisungen zur Vorbereitung und Rekonstitution
Vor der intramuskulären Injektion jede Durchstechflasche von Boey mit 1 ml Natriumchloridlösung 9mg/ml (0,9 %) zur Injektion rekonstituieren. Hieraus ergibt sich eine rekonstituierte Lösung mit einer
Konzentration von 140 Einheiten/0,1 ml und einer Gesamtdosis von 700 Einheiten in 0,5 ml für
Glabellafalten.
VerabreichungJe 140 Einheiten (0,1 ml) rekonstituiertes Boey intramuskulär in jede der 5 Stellen injizieren:
2 Injektionen in jeden Musculus corrugator und 1 Injektion in den Musculus procerus für eine
Gesamtdosis von 700 Einheiten (siehe Abbildung 1).
Um die Komplikation einer Ptosis zu reduzieren, sind folgende Maßnahmen zu ergreifen:
* Vermeiden Sie Injektionen in der Nähe des Musculus levator palpebrae superioris, insbesonderebei Patienten mit ausgeprägten Brauendepressorkomplexen.
* Positionieren Sie Injektionen in den lateralen Musculus corrugator mindestens 1 cm über demknöchernen supraorbitalen Rand.
* Darauf achten, dass das korrekte Volumen/die Dosis verwendet wird.
Abbildung 1. Injektionsstellen für Glabellafalten
Vor der erneuten Injektion mit Boey muss das medizinische Fachpersonal darauf achten, dass die
Glabellafalten des Patienten bei maximalem Stirnrunzeln mittelschwer bis schwer ausgeprägt sind unddas Fehlen bekannter Nebenwirkungen auf Boey bestätigen.
* Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, gegen jegliche Botulinumtoxin-Präparate oder gegeneinen der in Abschnitt 6.1 aufgeführten sonstigen Bestandteile von Boey.
* Generalisierte Störungen der Muskelaktivität (z. B. Myasthenia gravis, Lambert-Eaton-
Syndrom)
* Infektion oder Entzündung an der/den vorgesehenen Injektionsstelle(n).
Die gleichzeitige Anwendung von Boey mit einem anderen Botulinumtoxin wurde nichtuntersucht und ist nicht zulässig (siehe Abschnitt 4.5).
RückverfolgbarkeitUm die Rückverfolgbarkeit biologischer Arzneimittel zu verbessern, müssen die Bezeichnung des
Arzneimittels und die Chargenbezeichnung des angewendeten Arzneimittels eindeutig dokumentiertwerden.
ÜberempfindlichkeitsreaktionenNach Injektion von Botulinumtoxin kann in sehr seltenen Fällen eine anaphylaktische Reaktionauftreten. Epinephrin (Adrenalin) oder andere antianaphylaktische Maßnahmen sollten daherverfügbar sein.
Ausbreitung von Toxinwirkungen in weiter entfernte Bereiche
Die Wirkungen von Botulinumtoxin können in einigen Fällen über die Stelle der lokalen Injektionhinaus beobachtet werden. Die Symptome, die mit dem Wirkmechanismus von Botulinumtoxinkonsistent sind, können Muskelschwäche, Schluck- und Sprechstörungen, Aspirationspneumonie,
Atembeschwerden und Atemdepression umfassen. Die Injektion dieses Arzneimittels wird bei
Patienten mit Dysphagie und Aspiration in der Vorgeschichte nicht empfohlen.
Nach der Injektion von Botulinumtoxin-Produkten wurden Fälle berichtet, die mit einem iatrogenen
Botulismus vereinbar sind. Patienten und betreuende Personen sind darauf hinzuweisen, unverzüglichmedizinische Hilfe aufzusuchen, wenn Anzeichen oder Symptome auftreten, die mit der Ausbreitungder Wirkung von Botulinumtoxin vereinbar sind, oder wenn Schluck- und Sprechstörungen oder
Atembeschwerden auftreten (siehe Abschnitt 4.9).
Vorerkrankungen und Reaktionen an der Injektionsstelle
Die relevante Anatomie und etwaige Veränderungen der Anatomie aufgrund früherer chirurgischer
Eingriffe müssen vor der Verabreichung von Boey bekannt sein.
Vorsicht ist geboten, wenn Boey bei Vorliegen einer Ptosis oder bei übermäßiger Schwäche oder
Atrophie im Zielmuskel angewendet wird. Nach wiederholter Botulinumbehandlung ist infolge derschlaffen Lähmung der behandelten Muskeln mit einer Muskelatrophie zu rechnen.
Lokaler Schmerz, Entzündung, Parästhesie, Hypästhesie, Empfindlichkeit, Schwellung/Ödem,
Erythem, lokale Infektion, Blutung, blaue Flecken, Wärme und/oder Verhärtung wurden mit
Botulinumtoxin-Injektionen in Verbindung gebracht. Nadelbedingte Schmerzen und/oder
Angstzustände können zu vasovagalen Reaktionen führen, einschließlich vorübergehendersymptomatischer Hypotonie und Synkope.
Es ist darauf zu achten, dass das Arzneimittel bei der Injektion in die Glabellamuskeln nicht in ein
Blutgefäß injiziert wird.
Vorsicht ist geboten, wenn bei früheren Botulinumtoxin-Injektionen Komplikationen aufgetreten sind.
Wiederholte Verabreichungen
Wiederholte Injektionen von TrenibotulinumtoxinE können das Risiko von Nebenwirkungen in
Verbindung mit dem Injektionsverfahren erhöhen.
Vorbestehende neuromuskuläre Störungen
Bei Patienten mit amyotropher Lateralsklerose oder peripheren neuromuskulären Störungen sollte
Boey ebenfalls nur mit Vorsicht angewendet werden. Patienten mit neuromuskulären
Übertragungsstörungen (einschließlich derer, die zum Zeitpunkt der Injektion nicht bekannt waren)können ein erhöhtes Risiko für klinisch signifikante systemische Effekte aufweisen, einschließlichschwerer Dysphagie und respiratorische Insuffizienz.
Ophthalmische Nebenwirkungen bei Patienten, die mit anderen Botulinumtoxin-Produkten behandeltwerden
Reduziertes Blinzeln durch die Injektion wurde bei der Verwendung anderer Botulinumtoxineberichtet, was zu trockenem Auge, Hornhautexposition, persistierenden Epitheldefekten und
Hornhautgeschwüren führen kann, insbesondere bei Patienten mit Störungen des Nervus facialis(7. Hirnnerv). Eine intensive Behandlung von Epitheldefekten ist erforderlich. Diese kann schützende
Tropfen, Salben, therapeutische weiche Kontaktlinsen oder das Verschließen des Auges durch
Abdecken oder andere Mittel erfordern.
Sonstige Bestandteile mit bekannter WirkungDieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Durchstechflasche, d. h. es istnahezu 'natriumfrei“.
Es wurden keine formellen Studien zu Arzneimittelwechselwirkungen mit Boey zur Injektiondurchgeführt.
Andere Botulinum-Neurotoxin-Produkte
Die Wirkung der gleichzeitigen Verabreichung verschiedener Botulinum-Neurotoxin-Serotypen istunbekannt. Eine neuromuskuläre Schwäche kann durch die Verabreichung eines weiteren
Botulinumtoxins vor dem Abklingen der Wirkung eines zuvor verabreichten Botulinumtoxinsverstärkt werden.
Muskelrelaxanzien
Eine übermäßige Schwäche kann durch die Verabreichung eines Muskelrelaxans vor oder nach der
Verabreichung von Botulinumtoxinen, einschließlich Boey, verstärkt werden.
Aminoglykoside und andere Arzneimittel, die die neuromuskuläre Übertragung beeinträchtigen
Die Wirkung von Boey kann durch Aminoglykosid-Antibiotika oder andere Arzneimittel, die auf dieneuromuskuläre Reizleitung wirken (z. B. neuromuskuläre Blocker), verstärkt werden.
Anticholinergika
Die Anwendung anticholinerger Arzneimittel nach der Verabreichung von Boey kann systemischeanticholinerge Effekte verstärken.
Es liegen nur begrenzte Daten zur Anwendung von TrenibotulinumtoxinE bei Schwangeren vor. Esliegen keine ausreichenden tierexperimentellen Studien in Bezug auf eine Reproduktionstoxizität vor(siehe Abschnitt 5.3).
Die Anwendung von Boey während der Schwangerschaft und bei Frauen im gebärfähigen Alter, dienicht verhüten, wird nicht empfohlen.
StillzeitEs ist nicht bekannt, ob Boey in die Muttermilch übergeht. Ein Risiko für das Neugeborene/Kind kannnicht ausgeschlossen werden. Die Anwendung von Boey während der Stillzeit wird nicht empfohlen.
FertilitätEs liegen keine Daten beim Menschen oder aus Tierstudien zur Fertilität im Zusammenhang mit
TrenibotulinumtoxinE vor. Ein Botulinum-Toxin Typ A hat jedoch die Fertilität männlicher undweiblicher Tiere nur bei Dosierungen beeinträchtigt, die übermäßige pharmakologische Wirkungenhervorgerufen haben.
Boey hat geringen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von
Maschinen. Es besteht ein potenzielles Risiko für eine Augenlidptosis und Sehstörungen, die das
Fahren und Bedienen von Maschinen beeinträchtigen könnten.
Die Nebenwirkungen waren Augenlidptosis, Augenbrauenptosis und Mephisto-Effekte (seitliche
Anhebung der Augenbrauen). Diese Reaktionen wurden bei den mit Boey 700 Einheiten behandelten
Probanden mit 0,17 %, 0,13 % bzw. 0,04 % berichtet.
Tabellarische Liste der NebenwirkungenDie Häufigkeit der Nebenwirkungen ist wie folgt definiert: sehr häufig (≥ 1/10); häufig (≥ 1/100,< 1/10); gelegentlich (≥ 1/1 000, < 1/100); selten (≥ 1/10 000, < 1/1 000); sehr selten (< 1/10 000).
Tabelle 1. Unerwünschte Arzneimittelwirkungen
Systemorganklasse Unerwünschte Häufigkeit
Arzneimittelwirkung
Augenerkrankungen Augenlidptosis Gelegentlich
Erkrankungen der Haut und des Augenbrauenptosis Gelegentlich
Unterhautgewebes
Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Mephisto-Effekt (seitliche Selten
Knochenerkrankungen Anhebung der
Augenbrauen)
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
Symptome einer Überdosierung sind möglicherweise nicht unmittelbar nach der Injektion erkennbar.
Übermäßige Dosen können lokale oder entfernte, generalisierte und tiefgreifende neuromuskuläre
Lähmungen hervorrufen.
Sollte es zu einer versehentlichen Injektion oder oralen Einnahme kommen oder ein Verdacht auf eine
Überdosierung oder Ausbreitung des Toxins bestehen, ist der Patient über mehrere Wochen hinwegmedizinisch zu überwachen, um fortschreitende Anzeichen oder Symptome einer systemischen
Muskelschwäche oder Muskellähmung zu erkennen, die lokal oder entfernt von der Injektionsstelleauftreten und Ptosis, Diplopie, Dysphagie, Dysarthrie, allgemeine Schwäche oder Atemversagenumfassen können. Diese Patienten sollten einer weiteren medizinischen Untersuchung unterzogenwerden, und es sollte sofort eine geeignete medizinische Therapie eingeleitet werden, die eine
Hospitalisierung einschließen kann.
Wenn die Muskulatur des Oropharynx und des Ösophagus betroffen ist, kann es zu einer Aspirationkommen, die zur Entwicklung einer Aspirationspneumonie führen kann. Wenn die Atemmuskulaturgelähmt oder hinreichend geschwächt wird, kann eine Intubation und unterstützte Beatmungerforderlich sein, bis die Genesung eintritt. Die unterstützende Versorgung könnte, zusätzlich zuanderen allgemeinen unterstützenden Maßnahmen, eine Tracheotomie und/oder eine anhaltendemechanische Beatmung erforderlich machen.
Pharmakotherapeutische Gruppe: Muskelrelaxanzien, andere peripher wirkende Mittel, ATC-Code:
[noch nicht erteilt]
WirkmechanismusTrenibotulinumtoxinE entfaltet seine Wirkung durch die Blockade der neuromuskulären Übertragung.
Nach intramuskulärer Injektion bindet das Toxin rasch an spezifische Zelloberflächenrezeptoren anden motorischen Nervenendigungen. Nach der Bindung wird das Toxin durch rezeptorvermittelte
Endozytose durch die Plasmamembran transportiert, und die proteolytische leichte Kette wirdanschließend in das Zytosol freigesetzt, wo sie SNAP-25 spaltet, ein präsynaptisches Protein, das an
Andockung und Fusion von Vesikeln beteiligt ist und für die Freisetzung des Neurotransmitters
Acetylcholin erforderlich ist. Durch die Hemmung von SNAP-25 verhindert das Toxin die Freisetzungvon Acetylcholin aus den Nervenendigungen, was zu einer partiellen chemischen Denervierung undeiner lokal begrenzten Verringerung der Muskelaktivität führt.
Die klinischen Wirkungen von Boey zeigen sich 8 Stunden nach der Injektion, mit einem Maximumetwa 7 Tage nach der Injektion. Die Erholung erfolgt in der Regel innerhalb von 2 bis 3 Wochen, dasich die primären Nervenendigungen wieder regenerieren.
Es wurde eine Phase-I-Doppelblindstudie mit sequenzieller Verabreichung von Boey 700 Einheitenoder Placebo an Tag 1, gefolgt von 20 Allergan-Einheiten Botulinum-Toxin Typ A zur Injektion(Ph. Eur.) (Einheiten sind toxinspezifisch) an Tag 30, mit insgesamt 90 Studienteilnehmenden mitmittelschweren bis schweren Glabellafalten durchgeführt. Die pharmakodynamische Wirkung,beurteilt anhand der Gesichtsfaltenskala (Facial Wrinkle Scale, FWS), war in den Behandlungsarmenvergleichbar, unabhängig davon, ob ursprünglich Boey oder Placebo verabreicht worden war.
ImmunogenitätIn fünf Studien zu Glabellafalten wurden bei 2 104 Studienteilnehmenden, die mit Boey behandeltwurden, Proben auf Antikörperbildung analysiert. Von den mit Boey behandelten
Studienteilnehmenden, die eine einmalige oder wiederholte Behandlung (bis zu drei Behandlungen)erhielten, entwickelte eine Person (< 0,1 %) bindende Antikörper. Diese Person erhielt drei
Behandlungen mit Boey 700 Einheiten in Abständen von 6 Wochen und war negativ fürneutralisierende Antikörper. Sie zeigte keine Kreuzreaktivität gegenüber Botulinum-Toxin Typ A. Inkeiner der Studien entwickelte eine teilnehmende Person (0 %) neutralisierende Antikörper. Insgesamtwurden sehr selten Antikörper gegen den Wirkstoff (anti-drug antibodies, ADAs) nachgewiesen. Esgab keine Hinweise auf einen Einfluss von ADAs auf die Sicherheit oder Wirksamkeit und das Risikoeiner Kreuzreaktivität gegenüber Botulinum-Toxin Typ A ist gering; die Datenlage ist jedoch nochbegrenzt.
Klinische Wirksamkeit und SicherheitInsgesamt wurden 725 Erwachsene mit mittelschweren bis schweren Glabellafalten, die mit der
Aktivität des Musculus corrugator und des Musculus procerus zusammenhängen, und die einepsychische Belastung durch ihre Glabellafalten hatten, in die klinischen Studien aufgenommen(N = 498, Studie M21-500; N = 227, Studie M21-508). Erwachsene Teilnehmende wurden bei
Baseline, Tag 1 (Stunde 0), in die Studie aufgenommen. Die Studienteilnehmenden kamen für eine
Behandlung mit Boey beim Besuch an Tag 43 infrage, wenn die Kriterien für eine erneute Behandlungerfüllt waren, einschließlich mittelschwerer bis schwerer Glabellafalten bei maximalem Stirnrunzeln.
In diesen beiden Studien war die Mehrzahl der Teilnehmenden weiblich. Es wurden alle ethnischen
Zugehörigkeiten eingeschlossen (kaukasisch, Schwarz, asiatisch und andere, hispanisch und nichthispanisch). Die Studienteilnehmenden waren zwischen 20 und 81 Jahre alt, das durchschnittliche
Alter war 46 Jahre.
Das primäre Instrument zur Beurteilung der Wirksamkeit und der Schwere der Glabellafalten beimaximalem Stirnrunzeln war die 4-Punkte-Gesichtsfaltenskala (Facial Wrinkle Scale, FWS)(0 = keine, 1 = leicht, 2 = mittelschwer, 3 = schwer), die sowohl vom Prüfarzt als auch vom
Studienteilnehmer verwendet wurde. Die Beurteilungen durch Prüfarzt und Studienteilnehmendenwurden unabhängig voneinander durchgeführt.
Der koprimäre Wirksamkeitsparameter (Behandlungsansprechrate) wurde definiert als der Anteil der
Studienteilnehmenden, die an Tag 7 eine Verbesserung um ≥ 2 Grad gegenüber Baseline bei der
Schwere der Glabellafalten bei maximalem Stirnrunzeln erreichten, basierend auf den Beurteilungendurch Prüfarzt und Studienteilnehmenden anhand der FWS.
Beide koprimären Wirksamkeitsparameter zeigten in den Studien M21-500 und M21-508 statistischsignifikante Verbesserungen in der Boey-Gruppe im Vergleich zur Placebo-Gruppe, einschließlichaller randomisierten Studienteilnehmenden mit einem Baseline FLO-11 Total Transformed Score ≤50. Die Ergebnisse sind unten aufgeführt (Tabelle 2).
Tabelle 2. Koprimäre Endpunkte zur Wirksamkeit: Beurteilung der Schwere der
Glabellafalten bei maximalem Stirnrunzeln durch Prüfarzt und
Studienteilnehmenden - Responderraten (% der Studienteilnehmenden, die an
Tag 7 eine Verbesserung um ≥ 2 Grad gegenüber Baseline erreichen)
Studie M21-500 Studie M21-508
Boey Boey700 Einheiten Placebo 700 Einheiten Placebon (%) n (%) n (%) n (%)95 % KI 95 % KI 95 % KI 95 % KI
ITT-Population mit
Gesamt-
Transformationsscoreauf dem FLO-11 ≤ 50 (N = 368) (N = 130) (N = 164) (N = 63)
* 121 (73,6 %)* 0 (0 %)
Beurteilung durch 265 (72,1 %) 1 (0,8 %)(66.8 %, (0.0 %,
Prüfarzt (67.5 %, 76.7 %) (0.0 %, 4.2 %)80.4 %) 5.7 %)
* 111 (67,9 %)* 0 (0 %)
Beurteilung durch 224 (61,0 %) 1 (0,8 %)(60.7 %, (0.0 %,
Studienteilnehmende (55.9 %, 66.0 %) (0.0 %, 4.2 %)75.0 %) 5.7 %)
*p < 0,0001 (Boey im Vergleich zu Placebo)
Die Anteile der Studienteilnehmenden, die im Laufe der Zeit eine Verbesserung um ≥ 2 Gradgegenüber Baseline erreichten, sind in Abbildung 2 dargestellt. Die Verbesserung der Glabellafaltenbegann innerhalb von Stunden nach der Injektion. Der maximale Effekt wurde an Tag 7 beobachtetund das Ansprechen hielt 2 bis 3 Wochen nach der Boey-Injektion an.
Abbildung 2. Verbesserung um ≥ 2 Grad gegenüber Baseline auf der FWS gemäß Beurteilungdurch Studienteilnehmende und Prüfarzt in Bezug auf die Schwere der Glabellafalten beimaximalem Stirnrunzeln im Zeitverlauf (doppelblinde Phase) (Studien M21-500 und M21-508)▪▪▪▪▪▪▪ Verbesserung um ≥ 2 Grad - Studienteilnehmende▬ ▬ Verbesserung um ≥ 2 Grad - Prüfarztx Placeboo Boey
Studienzeitpunkt
In den Studien M21-500 und M21-508 waren die meisten Teilnehmenden (724/725) jünger als80 Jahre. Studienteilnehmende in dieser Altersgruppe hatten vom Prüfarzt beurteilte Ansprechratenvon 72,7 % (386/531) für Boey und 0,5 % (1/193) für Placebo.
In den Studien M21-500 und M21-508 beurteilten die sekundären Endpunkte zur Wirksamkeitpsychische Auswirkungen, ≥ 1 Grad Verbesserung der Schwere der Glabellafalten, allgemeine
Zufriedenheit mit der Behandlung und Zufriedenheit mit dem natürlichen Aussehen. Der 11-Punkte-
Fragebogen zu den Ergebnissen bei Gesichtsfalten (Facial Line Outcomes, FLO-11) bewertet dieerscheinungsbezogenen psychischen Auswirkungen aufgrund von Glabellafalten, darunter wie sehr sieihre Glabellafalten störten, älter aussehen als sie aussehen möchten, sich unattraktiv fühlen, älteraussehen als ihr tatsächliches Alter, weniger attraktiv aussehen, nicht ausgeruht aussehen, die Hautnicht glatt aussieht, müde aussehen, gestresst aussehen, wütend aussehen und sie in Bezug auf das
Aussehen ihres Gesichts ein gutes Gefühl haben.
Anhand des FLO-11-Gesamtscores berichteten 66,6 % der Teilnehmenden der Studie M21-500 und61,9 % in Studie M21-508 an Tag 7 über Verbesserungen der erscheinungsbezogenen psychischen
Auswirkungen unter Boey im Vergleich zu Studienteilnehmenden unter Placebo (8,5 % bzw. 7,9 %),beurteilt anhand einer Veränderung um ≥ 20 Punkte gegenüber Baseline (p < 0,0001 in beiden
Studien).
Anhand des Fragebogens zur Zufriedenheit mit Gesichtsfalten (Facial Lines Satisfaction
Questionnaire, FLSQ), allgemeine Zufriedenheit mit der Wirkung der Behandlung (Punkt 5), gabenmehr Studienteilnehmende in den Studien M21-500 und M21-508 (58,7 % bzw. 68,5 %) nach24 Stunden an, dass sie mit der Boey-Behandlung meistens zufrieden oder sehr zufrieden waren, im
Vergleich zu Studienteilnehmenden unter Placebo (16,2 % bzw. 9,9 %) (p < 0,0001 in beiden
Studien).
Anhand der Zufriedenheit mit dem Erreichen eines natürlichen Aussehens (FLSQ, Punkt 4) gaben inden Studien M21-500 und M21-508 mehr Studienteilnehmende (77,7 % bzw. 86,0 %) an Tag 7 an,dass sie mit der Boey-Behandlung meistens zufrieden oder sehr zufrieden waren, im Vergleich zu
Studienteilnehmenden unter Placebo (7,7 % bzw. 7,9 %) (p < 0,0001 in beiden Studien).
Anteil der Studienteilnehmenden (%)
Tag 1 (Stunde 0)
Tag 2 (Stunde 24)
Tag 7
Tag 14
Tag 21
Tag 28
Tag 35
Tag 43
Boey reduzierte auch die Schwere der Glabellafalten in Ruhe. In den Studien M21-500 und M21-508hatten 53,0 % bzw. 49,4 % bei Baseline mittelschwere bis schwere Glabellafalten in Ruhe, beurteiltdurch Studienteilnehmende und Prüfarzt. Von diesen waren 64,6 % und 63,2 % der, mit Boeybehandelten, Studienteilnehmenden an Tag 7 Responder in Ruhe mit keiner oder geringer Schwere, im
Vergleich zu 8,1 % und 10,0 % der Studienteilnehmenden unter Placebo, beurteilt durch
Studienteilnehmende und Prüfarzt.
Die Ansprechraten für eine Verbesserung der Glabellafalten waren in allen Behandlungszyklenvergleichbar.
Es liegen nur begrenzte klinische Daten aus Phase 3 mit Boey bei Patienten über 65 Jahren vor. Nur7 % (38/532) der Studienteilnehmenden waren 65 Jahre oder älter, und die Ansprechraten auf die
Behandlung an Tag 7 waren in dieser Population niedriger (58 % nach Beurteilung des Prüfarztes und37 % nach Beurteilung der Teilnehmenden).
Allgemeine Eigenschaften des Wirkstoffs
Mit den derzeit verfügbaren analytischen Technologien ist es nicht möglich, TrenibotulinumtoxinEnach intramuskulärer Injektion in der empfohlenen Dosis im peripheren Blut nachzuweisen.
Es wurden keine Studien bei Tieren zur Bewertung der Karzinogenität und Mutagenität durchgeführt.
Nicht klinische Toxikologiedaten basierend auf akuten und chronischen Studien ergaben keinespezifischen Gefahrensignale für Menschen. In Studien an Mäusen wurden bei supraklinischen Doseneine Verringerung des Atemzugvolumens und eine Zunahme des Minutenvolumens beobachtet.
Konventionelle Studien zur Entwicklungs- und Reproduktionstoxizität wurden mit Boey nichtdurchgeführt.
Trehalose-Dihydrat (Ph. Eur.)
Poloxamer 188
Methionin
Histidin
Histidin-Hydrochlorid-Monohydrat
Natriumchlorid
Da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, darf dieses Arzneimittel nicht mit anderen
Arzneimitteln gemischt werden.
Ungeöffnete Durchstechflasche3 Jahre
Rekonstituierte LösungEs wurde eine chemische und physikalische Anbruchstabilität von 24 Stunden bei 2 °C bis 8 °C
nachgewiesen.
Aus mikrobiologischer Sicht sollte das Produkt sofort verwendet werden.
Wenn das Produkt nicht sofort verwendet wird, liegen die Anbruchstabilität und die Bedingungen vorder Verwendung in der Verantwortung des Anwenders und sollten normalerweise 24 Stunden bei 2 °C
bis 8 °C nicht überschreiten.
Im Kühlschrank lagern (2 °C - 8 °C).
Die Durchstechflasche in der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
Aufbewahrungsbedingungen nach Rekonstitution des Arzneimittels, siehe Abschnitt 6.3.
Typ-I-Glas-Durchstechflasche mit einem Stopfen (Chlorbutylkautschuk) und einer Versiegelung(Aluminium).
Jede Packung enthält eine Durchstechflasche.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Entsorgung und sonstige Hinweise zur
HandhabungVorgehensweise zur Rekonstitution
Boey nur mit steriler, konservierungsmittelfreier 0,9%iger Natriumchloridlösung zur Injektionrekonstituieren. Entsprechende Menge Verdünnungsmittel in eine Spritze aufziehen (siehe Tabelle 3).
Tabelle 3. Verdünnungstabelle
Hinzugefügtes Ergibt eine Dosis
Verdünnungsmittel (Einheiten pro(Natriumchlorid 9 0,1 ml)mg/ml (0,9 %)
Injektionslösung)1 ml 140
Die Natriumchloridlösung durch das Vakuum aus der Spritze in die Durchstechflasche ziehen lassen,sodass sie langsam und vorsichtig an der Innenwand der Durchstechflasche hinuntertropft. Die
Durchstechflasche verwerfen, wenn es Anzeichen eines Vakuumverlusts gibt (d. h., wenn das
Verdünnungsmittel beim Einführen der Nadel nicht in die Durchstechflasche gezogen wird).
Rekonstituiertes Boey ist eine klare, farblose bis leicht gelbliche Lösung. Die rekonstituierte Lösungsollte vor der Verwendung visuell auf Klarheit und das Fehlen von Partikeln überprüft werden.
Rekonstituiertes Boey nicht injizieren, wenn Partikel sichtbar sind.
Dieses Arzneimittel ist nur für den einmaligen Gebrauch bestimmt; ungenutzte Lösung ist zuverwerfen.
Vorgehensweise zur Vorbereitung der Injektion
Um eine Volumenabgabe von 0,5 ml zu erreichen, muss eine ausreichende Menge rekonstituierter
Lösung in die Spritze aufgezogen werden, um den Volumenverlust durch das Entfernen von
Luftblasen und das Vorfüllen der Spritze/Nadel auszugleichen.
* Mehr als 0,5 ml rekonstituierte Lösung in eine sterile Spritze aufziehen und alle Luftblasenentfernen.
* Die zur Entnahme des Produkts verwendete Nadel entfernen. Eine Nadel in geeigneter Größefür die Injektion anbringen und vorfüllen.
Vorgehensweise zur sicheren Entsorgung von Durchstechflaschen, Spritzen und verwendeten
Materialien
Alle Durchstechflaschen (einschließlich abgelaufener Durchstechflaschen), Spritzen oder Materialien,die in direktem Kontakt mit dem Wirkstoff standen, sind als medizinischer Abfall zu entsorgen. Wenneine Deaktivierung des Toxins gewünscht wird (z. B. bei Verschütten), wird die Verwendung von
Natriumhypochlorit (NaClO) in einer Konzentration von mindestens 0,7 % oder einer
Haushaltsbleiche mit mindestens 10 % Volumen/Volumen für 10 Minuten empfohlen, bevor die
Entsorgung als medizinischer Abfall erfolgt.
Empfehlungen im Falle eines Ereignisses bei der Handhabung von Botulinumtoxin
Im Falle eines Ereignisses bei der Handhabung des Produkts, sei es im Pulverzustand oderrekonstituiert, müssen unverzüglich die nachfolgend beschriebenen geeigneten Maßnahmen eingeleitetwerden.
* Verschüttetes muss aufgewischt werden: entweder mit einem saugfähigen Tuch, das in einer
Natriumhypochloritlösung getränkt ist (Pulverprodukt), oder mit einem trockenen saugfähigen
Tuch (rekonstituiertes Produkt).
* Kontaminierte Oberflächen müssen mit einem saugfähigen, in einer Natriumhypochloritlösunggetränkten, Tuch gereinigt und anschließend getrocknet werden.
* Wenn eine Durchstechflasche zerbricht, ist wie oben beschrieben zu verfahren, die
Glasscherben vorsichtig aufzusammeln und dabei darauf zu achten, dass keine
Schnittverletzungen entstehen, und das Produkt aufzuwischen.
* Bei Hautkontakt mit dem Produkt mit einer Natriumhypochloritlösung abwaschen undanschließend gründlich mit viel Wasser abspülen.
* Bei Augenkontakt gründlich mit viel Wasser oder einer Augenspüllösung spülen.
* Bei einer Verletzung (Schnitte, Stiche) wie oben beschrieben verfahren und die entsprechendenmedizinischen Maßnahmen entsprechend der injizierten Dosis ergreifen.
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur https://www.ema.europa.eu verfügbar.