Angewendet bei: Psoriasis
Art der Anwendung: Injektion
Substanz: bimekizumab (monoklonaler Antikörper)
ATC: L04AC21 (ANTINEOPLASTISCHE UND IMMUNMODULIERENDE MITTEL | IMMUNSUPPRESSIVA | Interleukin-Inhibitoren)
Bimekizumab ist ein monoklonaler Antikörper, der zur Behandlung von mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis bei Erwachsenen eingesetzt wird. Es wirkt, indem es die Interleukine IL-17A und IL-17F hemmt, die eine Schlüsselrolle bei der mit Psoriasis verbundenen Entzündung spielen.
Das Medikament wird als subkutane Injektion verabreicht, in der Regel alle paar Wochen, wie vom Arzt verordnet. Die Behandlung kann zu einer signifikanten Reduktion der Symptome, einschließlich psoriatischer Plaques und Juckreiz, führen.
Häufige Nebenwirkungen sind Infektionen der oberen Atemwege, Kopfschmerzen und Reaktionen an der Injektionsstelle. In seltenen Fällen können schwerwiegendere Infektionen oder schwere allergische Reaktionen auftreten. Es ist wichtig, dass Patienten während der Behandlung überwacht werden.
Bimekizumab wird nicht für schwangere oder stillende Frauen empfohlen, es sei denn, der Nutzen überwiegt die Risiken. Patienten sollten ihren Arzt über ihre vollständige Krankengeschichte und alle anderen verwendeten Medikamente informieren, um die Sicherheit der Behandlung zu gewährleisten.
Bimzelx 160 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze
Bimzelx 320 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze
Bimzelx 160 mg Injektionslösung im Fertigpen
Bimzelx 320 mg Injektionslösung im Fertigpen
Bimzelx 160 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze
Jede Fertigspritze enthält 160 mg Bimekizumab in 1 ml Lösung.
Bimzelx 320 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze
Jede Fertigspritze enthält 320 mg Bimekizumab in 2 ml Lösung.
Bimzelx 160 mg Injektionslösung im Fertigpen
Jeder Fertigpen enthält 160 mg Bimekizumab in 1 ml Lösung.
Bimzelx 320 mg Injektionslösung im Fertigpen
Jeder Fertigpen enthält 320 mg Bimekizumab in 2 ml Lösung.
Bimekizumab ist ein humanisierter monoklonaler IgG1-Antikörper, hergestellt mittels rekombinanter
DNA-Technologie in gentechnisch modifizierten Ovarialzellen des chinesischen Hamsters (CHO-
Zelllinie).
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
Injektionslösung (Injektion)
Die Lösung ist klar bis leicht opaleszent und, farblos bis schwach bräunlich-gelb.
Bimzelx wird angewendet zur Behandlung erwachsener Patienten mit mittelschwerer bis schwerer
Plaque-Psoriasis, die für eine systemische Therapie infrage kommen.
Psoriasis-ArthritisBimzelx wird allein oder in Kombination mit Methotrexat zur Behandlung erwachsener Patienten mitaktiver Psoriasis-Arthritis angewendet, die auf ein oder mehrere krankheitsmodifizierende
Antirheumatika (disease-modifying antirheumatic drugs, DMARDs) unzureichend angesprochen oderdiese nicht vertragen haben.
Axiale SpondyloarthritisNicht-röntgenologische axiale Spondyloarthritis (nr-axSpA)
Bimzelx wird angewendet zur Behandlung erwachsener Patienten mit aktiver nicht-röntgenologischeraxialer Spondyloarthritis mit objektiven Anzeichen einer Entzündung, nachgewiesen durch erhöhtes
C-reaktives Protein (CRP) und/oder Magnetresonanztomographie (MRT), die auf nicht-steroidale
Antirheumatika (NSARs oder non-steroidal anti-inflammatory drugs, NSAIDs) unzureichendangesprochen oder diese nicht vertragen haben.
Ankylosierende Spondylitis (AS, röntgenologische axiale Spondyloarthritis)Bimzelx wird angewendet zur Behandlung erwachsener Patienten mit aktiver ankylosierender
Spondylitis (AS), die auf eine konventionelle Therapie unzureichend angesprochen oder diese nichtvertragen haben.
Hidradenitis suppurativa (HS)
Bimzelx wird angewendet zur Behandlung erwachsener Patienten mit aktiver mittelschwerer bisschwerer Hidradenitis suppurativa (Acne inversa), die auf eine konventionelle systemische
HS-Therapie unzureichend angesprochen haben (siehe Abschnitt 5.1).
Dieses Arzneimittel ist zur Anwendung unter Anleitung und Überwachung durch einen Arztvorgesehen, der in der Diagnose und Behandlung der Erkrankungen erfahren ist, für die das
Arzneimittel indiziert ist.
DosierungDie empfohlene Dosis für erwachsene Patienten mit Plaque-Psoriasis beträgt 320 mg (verabreichtals 2 subkutane Injektionen zu jeweils 160 mg oder 1 subkutane Injektion zu 320 mg) in
Woche 0, 4, 8, 12, 16 und danach alle 8 Wochen.
Psoriasis-ArthritisDie empfohlene Dosis für erwachsene Patienten mit aktiver Psoriasis-Arthritis beträgt 160 mg(verabreicht als 1 subkutane Injektion von 160 mg) alle 4 Wochen.
Für Psoriasis-Arthritis-Patienten mit gleichzeitig bestehender mittelschwerer bis schwerer Plaque-
Psoriasis ist die empfohlene Dosis die gleiche wie für Plaque-Psoriasis [320 mg (verabreicht als2 subkutane Injektionen zu jeweils 160 mg oder 1 subkutane Injektion zu 320 mg) in Woche 0, 4, 8,12, 16 und danach alle 8 Wochen]. Nach 16 Wochen wird eine regelmäßige Bewertung der
Wirksamkeit empfohlen und wenn ein ausreichendes klinisches Ansprechen in den Gelenken nichtaufrechterhalten werden kann, kann eine Umstellung auf 160 mg alle 4 Wochen in Betracht gezogenwerden.
Axiale Spondyloarthritis (nr-axSpA und AS)
Die empfohlene Dosis für erwachsene Patienten mit axialer Spondyloarthritis beträgt 160 mg(verabreicht als 1 subkutane Injektion zu 160 mg) alle 4 Wochen.
Hidradenitis suppurativa
Die empfohlene Dosis für erwachsene Patienten mit Hidradenitis suppurativa beträgt 320 mg(verabreicht als 2 subkutane Injektionen zu jeweils 160 mg oder 1 subkutane Injektion zu 320 mg) alle2 Wochen bis Woche 16 und danach alle 4 Wochen.
Bei Patienten in den zuvor genannten Indikationen, bei denen sich nach 16 Behandlungswochen keine
Besserung zeigt, ist ein Absetzen der Behandlung in Erwägung zu ziehen.
Besondere PatientengruppenÜbergewichtige Patienten mit Plaque-Psoriasis
Bei einigen Patienten mit Plaque-Psoriasis (einschließlich Psoriasis-Arthritis mit gleichzeitigbestehender mittelschwerer bis schwerer Psoriasis) und mit einem Körpergewicht ≥ 120 kg, die bis
Woche 16 keine vollständige Symptomfreiheit der Haut erreicht haben, könnten 320 mgalle 4 Wochen nach Woche 16 das Ansprechen auf die Behandlung weiter verbessern (siehe
Abschnitt 5.1).
Ältere Patienten (≥ 65 Jahre)Eine Dosisanpassung ist nicht erforderlich (siehe Abschnitt 5.2).
Patienten mit Leber- oder Nierenfunktionsstörungen
Bimekizumab wurde in dieser Patientengruppe nicht untersucht. Auf Grundlage der Pharmakokinetikwerden Dosisanpassungen nicht als notwendig erachtet (siehe Abschnitt 5.2).
Kinder und JugendlicheDie Sicherheit und Wirksamkeit von Bimekizumab bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren istnoch nicht erwiesen. Es liegen keine Daten vor.
Art der AnwendungDieses Arzneimittel wird als subkutane Injektion verabreicht. Eine 320-mg-Dosis kann als 2subkutane Injektionen zu jeweils 160 mg oder 1 subkutane Injektion zu 320 mg verabreicht werden.
Geeignete Injektionsstellen sind Oberschenkel, Abdomen und Oberarm. Es ist auf einen Wechsel der
Injektionsstellen zu achten. Injektionen sollten nicht in Psoriasisplaques oder Bereiche erfolgen, indenen die Haut empfindlich, geschädigt, erythematös oder verhärtet ist. Die Verabreichung in den
Oberarm darf nur von einer medizinischen Fachkraft oder einer Betreuungsperson vorgenommenwerden.
Die Fertigspritze oder der Fertigpen darf nicht geschüttelt werden.
Nach einer entsprechenden Einweisung in die subkutane Injektionstechnik können sich Patienten
Bimzelx mit einer Fertigspritze oder einem Fertigpen selbst injizieren, falls ihr Arzt dies fürangemessen hält, und mit ärztlicher Nachsorge nach Bedarf. Die Patienten sind anzuweisen, diegesamte Menge Bimzelx gemäß den Anweisungen für die Anwendung in der Packungsbeilage zuinjizieren.
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.
Klinisch relevante aktive Infektionen (z. B. aktive Tuberkulose, siehe Abschnitt 4.4).
Um die Rückverfolgbarkeit biologischer Arzneimittel zu verbessern, müssen die Bezeichnung des
Arzneimittels und die Chargenbezeichnung des angewendeten Arzneimittels eindeutig dokumentiertwerden.
InfektionenBimekizumab kann das Risiko von Infektionen, wie Infektionen der oberen Atemwege und oraler
Candidose, erhöhen (siehe Abschnitt 4.8).
Bei Patienten mit einer chronischen Infektion oder einer rezidivierenden Infektion in der Anamnesesollte Bimekizumab mit Vorsicht angewendet werden. Bei Patienten mit einer klinisch relevantenaktiven Infektion darf die Behandlung mit Bimekizumab nicht eingeleitet werden, bis die Infektionabgeklungen ist oder angemessen behandelt wird (siehe Abschnitt 4.3).
Mit Bimekizumab behandelte Patienten sind anzuweisen, ärztlichen Rat einzuholen, wenn Anzeichenoder Symptome auftreten, die auf eine Infektion hindeuten. Bei Entwicklung einer Infektion ist der
Patient sorgfältig zu überwachen. Wenn sich daraus eine schwere Infektion entwickelt oder eine
Infektion nicht auf die Standardtherapie anspricht, soll die Behandlung abgebrochen werden, bis die
Infektion abgeklungen ist.
Untersuchung auf Tuberkulose (TB) vor Behandlungsbeginn
Vor Beginn der Behandlung mit Bimekizumab sind die Patienten auf eine TB-Infektion zuuntersuchen. Bimekizumab darf nicht bei Patienten mit aktiver TB angewendet werden (siehe
Abschnitt 4.3). Patienten, die Bimekizumab erhalten, müssen auf Anzeichen und Symptome eineraktiven TB überwacht werden. Bei Patienten mit latenter oder aktiver TB in der Vorgeschichte, beidenen nicht bestätigt werden kann, dass sie eine adäquate Behandlung erhalten haben, sollte vor
Beginn der Behandlung mit Bimekizumab eine Anti-TB-Therapie in Erwägung gezogen werden.
Entzündliche Darmerkrankungen
Fälle von neuen oder Verschlechterung bestehender entzündlicher Darmerkrankungen wurden unter
Bimekizumab berichtet (siehe Abschnitt 4.8). Bimekizumab wird bei Patienten mit entzündlicher
Darmerkrankung nicht empfohlen. Wenn ein Patient Anzeichen und Symptome einer entzündlichen
Darmerkrankung entwickelt oder eine vorbestehende entzündliche Darmerkrankung sichverschlechtert, sollte Bimekizumab abgesetzt werden und eine geeignete medizinische Behandlungeingeleitet werden.
ÜberempfindlichkeitUnter Behandlung mit IL-17-Inhibitoren wurden schwerwiegende Überempfindlichkeitsreaktioneneinschließlich anaphylaktischer Reaktionen beobachtet. Im Falle des Auftretens einerschwerwiegenden Überempfindlichkeitsreaktion muss die Anwendung von Bimekizumabunverzüglich abgebrochen und eine geeignete Behandlung eingeleitet werden.
ImpfungenVor Einleitung der Therapie mit Bimekizumab sollte in Übereinstimmung mit den aktuellen
Impfempfehlungen die Durchführung aller altersgemäßen Impfungen erwogen werden.
Patienten, die mit Bimekizumab behandelt werden, dürfen keine Lebendimpfstoffe erhalten.
Patienten, die mit Bimekizumab behandelt werden, können inaktivierte oder Totimpfstoffe erhalten.
Gesunde Personen, die zwei Wochen vor der Impfung mit einem inaktivierten saisonalen
Grippeimpfstoff eine Einzeldosis von 320 mg Bimekizumab erhalten hatten, zeigten einevergleichbare Antikörperantwort wie Personen, die vor der Impfung kein Bimekizumab erhaltenhatten.
Sonstige Bestandteile mit bekannter WirkungPolysorbat 80
Dieses Arzneimittel enthält 0,4 mg Polysorbat 80 pro 1 ml Lösung. Polysorbate können allergische
Reaktionen hervorrufen.
NatriumDieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Dosis, d. h. es ist nahezu'natriumfrei“.
Es wurden keine Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen durchgeführt.
Es gibt keine direkte Evidenz für die Bedeutung von IL-17A oder IL-17F bei der Expression von
CYP450-Enzymen. Die Bildung einiger CYP450-Enzyme wird durch erhöhte Zytokinspiegel im Zugechronischer Entzündungen unterdrückt. Daher können entzündungshemmende Behandlungen, etwamit dem IL-17A- und IL-17F-Inhibitor Bimekizumab, zu einer Normalisierung der CYP450-Spiegelund zu einer damit einhergehenden geringeren Exposition von CYP450-metabolisierten Arzneimittelnführen. Daher kann eine klinisch relevante Wirkung auf CYP450-Substrate mit einer geringentherapeutischen Breite, bei denen die Dosis individuell angepasst wird (z. B. Warfarin), nichtausgeschlossen werden. Bei Patienten, die mit dieser Art von Arzneimitteln behandelt werden, solltebei Beginn einer Bimekizumab-Therapie eine therapeutische Überwachung in Betracht gezogenwerden.
Analysen der populationspharmakokinetischen (PK) Daten zeigten, dass die gleichzeitige
Verabreichung von konventionellen krankheitsmodifizierenden Antirheumatika (conventional diseasemodifying antirheumatic drugs, cDMARDs), einschließlich Methotrexat, oder die vorherige
Verabreichung von Biologika keinen klinisch relevanten Einfluss auf die Clearance von Bimekizumabhaben.
Lebendimpfstoffe dürfen nicht gleichzeitig mit Bimekizumab verabreicht werden (siehe
Abschnitt 4.4).
Frauen im gebärfähigen Alter müssen während der Behandlung und für mindestens 17 Wochen nachder Behandlung eine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden.
SchwangerschaftBisher liegen nur sehr begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung von Bimekizumab bei Schwangerenvor. Tierexperimentelle Studien ergaben keine Hinweise auf direkte oder indirektegesundheitsschädliche Wirkungen in Bezug auf Schwangerschaft, embryonale/fötale Entwicklung,
Geburt oder postnatale Entwicklung (siehe Abschnitt 5.3). Aus Vorsichtsgründen soll eine
Anwendung von Bimzelx während der Schwangerschaft vermieden werden.
StillzeitEs ist nicht bekannt, ob Bimekizumab in die Muttermilch übergeht. Ein Risiko für das
Neugeborene/Kind kann nicht ausgeschlossen werden. Es muss eine Entscheidung darüber getroffenwerden, ob das Stillen zu unterbrechen ist oder ob auf die Behandlung mit Bimzelx verzichtet werdensoll bzw. die Behandlung zu unterbrechen ist. Dabei ist sowohl der Nutzen des Stillens für das Kindals auch der Nutzen der Therapie für die Frau zu berücksichtigen.
FertilitätDie Wirkung von Bimekizumab auf die Fertilität des Menschen wurde nicht untersucht.
Tierexperimentelle Studien ergaben keine Hinweise auf direkte oder indirekte gesundheitsschädliche
Wirkungen in Bezug auf die Fertilität (siehe Abschnitt 5.3).
Bimzelx hat keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die
Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.
Die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen waren Infektionen der oberen Atemwege (14,5 %,14,6 %, 16,3 % bzw. 8,8 % bei Plaque-Psoriasis, Psoriasis-Arthritis, axialer Spondyloarthritis (axSpA)bzw. Hidradenitis suppurativa) und orale Candidose (7,3 %, 2,3 %, 3,7 % bzw. 5,6 % bei PSO, PsA,axSpA bzw. HS).
Tabellarische Auflistung der NebenwirkungenNebenwirkungen aus klinischen Studien und Berichten nach der Markteinführung (Tabelle 1) werdennach MedDRA-Systemorganklasse und Häufigkeit folgendermaßen klassifiziert: sehr häufig (≥ 1/10),häufig (≥ 1/100, < 1/10), gelegentlich (≥ 1/1 000, < 1/100), selten (≥ 1/10 000, < 1/1 000), sehr selten(< 1/10 000), nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).
Insgesamt wurden 5 862 Patienten in verblindeten und unverblindeten klinischen Studien zu Plaque-
Psoriasis (PSO), Psoriasis-Arthritis (PsA), axialer Spondyloarthritis (nr-axSpA und AS) und
Hidradenitis suppurativa (HS) mit Bimekizumab behandelt; dies entspricht einer Exposition von11 468,6 Patientenjahren. Davon waren mehr als 4 660 Patienten mindestens ein Jahr lang
Bimekizumab exponiert. Insgesamt ist das Sicherheitsprofil von Bimekizumab über alle Indikationenhinweg konsistent.
Tabelle 1: Liste der Nebenwirkungen
Systemorganklasse Häufigkeit Nebenwirkung
Infektionen und parasitäre Sehr häufig Infektionen der oberen Atemwege
Erkrankungen Häufig Orale Candidose,
Tinea-Infektionen,
Ohreninfektion,
Infektionen durch Herpes simplex,
Candidose des Oropharynx,
Gastroenteritis,
Follikulitis,
Vulvovaginale Pilzinfektion (einschließlichvulvovaginaler Candidose)
Gelegentlich Mukositis und kutane Candidose (einschließlichösophagealer Candidose),
Konjunktivitis
Erkrankungen des Blutes und des Gelegentlich Neutropenie
Lymphsystems
Erkrankungen des Nervensystems Häufig Kopfschmerzen
Erkrankungen des Gelegentlich Entzündliche Darmerkrankung
Gastrointestinaltrakts
Erkrankungen der Haut und des Häufig Ausschlag, Dermatitis, Ekzem,
Unterhautgewebes Akne
Allgemeine Erkrankungen und Häufig Reaktionen an der Injektionsstellea,
Beschwerden am Ermüdung/Fatigue
Verabreichungsorta) Umfasst: Erythem, Reaktionen, Ödeme, Schmerzen, Schwellungen und Hämatome an der Injektionsstelle.
Beschreibung ausgewählter NebenwirkungenIm placebokontrollierten Zeitraum der klinischen Phase-III-Studien an Patienten mit Plaque-Psoriasiswurden bei 36,0 % der Patienten, die bis zu 16 Wochen mit Bimekizumab behandelt worden waren,im Vergleich zu 22,5 % der mit Placebo behandelten Patienten Infektionen berichtet. Schwerwiegende
Infektionen traten bei 0,3 % der mit Bimekizumab und 0 % der mit Placebo behandelten Patienten auf.
Bei den meisten Infektionen handelte es sich um nicht schwerwiegende leichte bis mittelschwere
Infektionen der oberen Atemwege wie Nasopharyngitis. Die mit Bimekizumab behandelten Patientenwiesen entsprechend dem Wirkmechanismus höhere Raten von oralen und oropharyngealen
Candidosen auf (7,3 % bzw. 1,2 % im Vergleich zu 0 % bei den mit Placebo behandelten Patienten).
Mehr als 98 % der Fälle waren nicht schwerwiegend, leicht oder mittelschwer und erforderten kein
Absetzen der Behandlung. Die Inzidenz für orale Candidose lag bei Patienten mit einem
Körpergewicht < 70 kg etwas höher (8,5 % im Vergleich zu 7,0 % bei Patienten ≥ 70 kg).
Über den gesamten Behandlungszeitraum der Phase-III-Studien an Patienten mit Plaque-Psoriasiswurden bei 63,2 % der mit Bimekizumab behandelten Patienten Infektionen berichtet(120,4 pro 100 Patientenjahre). Schwerwiegende Infektionen wurden bei 1,5 % der mit Bimekizumabbehandelten Patienten (1,6 pro 100 Patientenjahre) gemeldet (siehe Abschnitt 4.4).
Die in den klinischen Phase-III-Studien bei PsA und axSpA (nr-axSpA und AS) beobachteten
Infektionsraten waren ähnlich wie die bei Plaque-Psoriasis beobachteten Infektionsraten, abgesehenvon den Raten oraler und oropharyngealer Candidose bei mit Bimekizumab behandelten Patienten, diemit 2,3 % bzw. 0 % bei PsA und 3,7 % bzw. 0,3 % bei axSpA im Vergleich zu 0 % unter Placeboniedriger waren.
Die in den klinischen Phase-III-Studien zu HS beobachteten Infektionsraten waren mit denenvergleichbar, die bei anderen Indikationen beobachtet wurden. Im placebokontrollierten Zeitraumbetrugen die Raten der oralen und oropharyngealen Candidose bei den mit Bimekizumab behandelten
Patienten 7,1 % bzw. 0 % im Vergleich zu 0 % unter Placebo.
NeutropenieIn klinischen Phase-III-Studien an Patienten mit Plaque-Psoriasis wurden unter Bimekizumab
Neutropenien beobachtet. Über den gesamten Behandlungszeitraum der Phase-III-Studien wurdenbei 1 % der mit Bimekizumab behandelten Patienten Neutropenien vom Grad 3/4 beobachtet.
Die Häufigkeit von Neutropenien in klinischen Studien zu PsA, axSpA (nr-axSpA und AS) und HSwar vergleichbar mit der Häufigkeit, die in Studien zu Plaque-Psoriasis beobachtet wurde.
Mehr als 80 % der Fälle von Neutropenie waren vorübergehend und erforderten keinen
Behandlungsabbruch. Die Neutropenie ging nicht mit schwerwiegenden Infektionen einher.
ÜberempfindlichkeitUnter Behandlung mit IL-17-Inhibitoren wurden schwerwiegende Überempfindlichkeitsreaktioneneinschließlich anaphylaktischer Reaktionen beobachtet (siehe Abschnitt 4.4).
ImmunogenitätUngefähr 45 % der Plaque-Psoriasis-Patienten, die bis zu 56 Wochen mit Bimekizumab in derempfohlenen Dosierung (320 mg alle 4 Wochen bis Woche 16 und danach 320 mg alle 8 Wochen)behandelt wurden, entwickelten Antikörper gegen den Wirkstoff. Von den Patienten, die Anti-
Wirkstoff-Antikörper entwickelten, hatten etwa 34 % (16 % aller mit Bimekizumab behandelten
Patienten) Antikörper, die als neutralisierend klassifiziert wurden.
Psoriasis-ArthritisUngefähr 31 % der Psoriasis-Arthritis-Patienten, die mit Bimekizumab in der empfohlenen Dosierung(160 mg alle 4 Wochen) bis Woche 16 behandelt wurden, hatten Antikörper gegen den Wirkstoff. Vonden Patienten mit Anti-Wirkstoff-Antikörpern hatten etwa 33 % (10 % aller mit Bimekizumabbehandelten Patienten) Antikörper, die als neutralisierend klassifiziert wurden. In Woche 52 hattenungefähr 47 % der nicht mit einem biologischen krankheitsmodifizierenden Antirheumatikum(biologic disease-modifying anti-rheumatic drug, bDMARD) behandelten Psoriasis-Arthritis-
Patienten, die in der BE OPTIMAL-Studie mit Bimekizumab in der empfohlenen Dosierung (160 mgalle 4 Wochen) behandelt wurden, Antikörper gegen den Wirkstoff. Von den Patienten mit Anti-
Wirkstoff-Antikörpern hatten etwa 38 % (18 % aller in der BE OPTIMAL-Studie mit Bimekizumabbehandelten Patienten) Antikörper, die als neutralisierend klassifiziert wurden.
Axiale Spondyloarthritis (nr-axSpA und AS)
Ungefähr 57 % der Patienten mit nr-axSpA, die bis zu 52 Wochen mit Bimekizumab in derempfohlenen Dosierung (160 mg alle 4 Wochen) behandelt wurden, entwickelten Antikörper gegenden Wirkstoff. Von den Patienten mit Anti-Wirkstoff-Antikörpern hatten etwa 44 % (25 % aller mit
Bimekizumab behandelten Patienten) Antikörper, die als neutralisierend klassifiziert wurden.
Ungefähr 44 % der Patienten mit AS, die bis zu 52 Wochen mit Bimekizumab in der empfohlenen
Dosierung (160 mg alle 4 Wochen) behandelt wurden, entwickelten Antikörper gegen den Wirkstoff.
Von den Patienten mit Anti-Wirkstoff-Antikörpern hatten etwa 44 % (20 % aller mit Bimekizumabbehandelten Patienten) Antikörper, die als neutralisierend klassifiziert wurden.
Hidradenitis suppurativa
Ungefähr 59 % der HS-Patienten, die bis zu 48 Wochen mit Bimekizumab in der empfohlenen
Dosierung (320 mg alle 2 Wochen bis Woche 16 und danach 320 mg alle 4 Wochen) behandeltwurden, entwickelten Antikörper gegen den Wirkstoff. Von den Patienten mit Anti-Wirkstoff-
Antikörpern hatten etwa 63 % (37 % aller mit Bimekizumab behandelten Patienten) Antikörper, dieals neutralisierend klassifiziert wurden.
Indikationsübergreifend hatte die Entwicklung von Anti-Bimekizumab-Antikörpern keine klinischbedeutsamen Auswirkungen auf das klinische Ansprechen und ein Zusammenhang zwischen
Immunogenität und behandlungsbedingten unerwünschten Ereignissen wurde nicht eindeutignachgewiesen.
Ältere Patienten (≥ 65 Jahre)Die Exposition bei älteren Menschen ist begrenzt.
Bei älteren Patienten ist es gegebenenfalls wahrscheinlicher, dass bei der Anwendung von
Bimekizumab bestimmte Nebenwirkungen wie orale Candidose, Dermatitis und Ekzem auftreten.
Im placebokontrollierten Zeitraum der klinischen Phase-III-Studien an Patienten mit Plaque-Psoriasiswurde orale Candidose bei 18,2 % der Patienten ≥ 65 Jahre gegenüber 6,3 % bei Patienten < 65 Jahrebeobachtet. Von Dermatitis und Ekzem waren 7,3 % der Patienten ≥ 65 Jahre gegenüber 2,8 % der
Patienten < 65 Jahre betroffen.
Im placebokontrollierten Zeitraum der klinischen Phase-III-Studien an Patienten mit Psoriasis-
Arthritis wurde orale Candidose bei 7,0 % der Patienten ≥ 65 Jahre gegenüber 1,6 % bei Patienten< 65 Jahre beobachtet. Von Dermatitis und Ekzem waren 1,2 % der Patienten ≥ 65 Jahre gegenüber2,0 % der Patienten < 65 Jahren betroffen.
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
Einzeldosen von 640 mg intravenös oder 640 mg subkutan, gefolgt von 320 mg subkutan alle zwei
Wochen für fünf Dosen, wurden in klinischen Studien ohne dosislimitierende Toxizität verabreicht. Im
Falle einer Überdosierung wird empfohlen, den Patienten auf Anzeichen und Symptome von
Nebenwirkungen zu überwachen und umgehend eine geeignete symptomatische Behandlungeinzuleiten.
Pharmakotherapeutische Gruppe: Immunsuppressiva, Interleukin-Inhibitoren, ATC-Code: L04AC21
WirkmechanismusBimekizumab ist ein humanisierter monoklonaler IgG1/κ-Antikörper, der selektiv mit hoher Affinitätan IL-17A-, IL-17F- und IL-17AF-Zytokine bindet und deren Wechselwirkung mit dem IL-17RA/IL-17RC-Rezeptorkomplex blockiert. Erhöhte Konzentrationen von IL-17A und IL-17F wurden mit der
Pathogenese von mehreren immunvermittelten entzündlichen Erkrankungen, einschließlich Plaque-
Psoriasis, Psoriasis-Arthritis, axialer Spondyloarthritis und Hidradenitis suppurativa, in Verbindunggebracht. IL-17A und IL-17F kooperieren und/oder synergieren mit anderen entzündlichen Zytokinenbei der Auslösung einer Entzündung. IL17-F wird in erheblichen Mengen von Zellen des angeborenen
Immunsystems produziert. Diese Produktion kann unabhängig von IL-23 erfolgen. Bimekizumabhemmt die proinflammatorischen Zytokine, was zu einer Normalisierung der entzündeten Haut undeiner deutlichen Abnahme der lokalen und systemischen Entzündung sowie in der Folge zu einer
Besserung der klinischen Anzeichen und Symptome der Psoriasis, Psoriasis-Arthritis, axialen
Spondyloarthritis und Hidradenitis suppurativa führt. In In-vitro-Modellen zeigte Bimekizumab einestärkere hemmende Wirkung auf die mit Psoriasis verbundene Genexpression, Zytokinproduktion,
Migration der Entzündungszellen und pathologische Osteogenese im Vergleich zu einer alleinigen IL-17A vermittelten Hemmung.
Klinische Wirksamkeit und SicherheitDie Sicherheit und Wirksamkeit von Bimekizumab wurde bei 1.480 Patienten mit mittelschwerer bisschwerer Plaque-Psoriasis in drei multizentrischen, randomisierten, placebo- und/oder aktivkontrollierten Phase-III-Studien beurteilt. Die Patienten waren mindestens 18 Jahre alt, hatten einen
PASI(Psoriasis Area and Severity Index)-Score ≥ 12, einen IGA (Investigators Global Assessment)-
Score ≥ 3 auf einer 5-Punkte-Skala, mindestens 10 % ihrer Körperoberfläche war von Psoriasisbetroffen (BSA [Body Surface Area] ≥ 10 %) und sie waren Kandidaten für eine systemische
Psoriasis-Therapie und/oder Phototherapie. Die Wirksamkeit und Sicherheit von Bimekizumabwurden gegenüber Placebo und Ustekinumab (BE VIVID - PS0009), gegenüber Placebo(BE READY - PS0013) und gegenüber Adalimumab (BE SURE - PS0008) beurteilt.
In der Studie BE VIVID wurden 567 Patienten über 52 Wochen untersucht. Die Patienten wurden indie Arme Bimekizumab 320 mg alle 4 Wochen, Ustekinumab (45 mg oder 90 mg abhängig vom
Gewicht des Patienten, zu Baseline (Ausgangswert) und in Woche 4 und dann alle 12 Wochen) oder
Placebo für die ersten 16 Wochen, gefolgt von Bimekizumab 320 mg alle 4 Wochen randomisiert.
In der Studie BE READY wurden 435 Patienten über 56 Wochen untersucht. Die Patienten wurdenauf Bimekizumab 320 mg alle 4 Wochen oder Placebo randomisiert. In Woche 16 traten Patienten, dieein PASI-90-Ansprechen erreicht hatten, in die 40-wöchige randomisierte Abbruch-Phase ein.
Patienten, die anfänglich auf Bimekizumab 320 mg alle 4 Wochen randomisiert worden waren,wurden erneut auf Bimekizumab 320 mg alle 4 Wochen, Bimekizumab 320 mg alle 8 Wochen oder
Placebo (d. h. Absetzen von Bimekizumab) randomisiert. Patienten, die anfänglich auf Placeborandomisiert worden waren, erhielten weiterhin Placebo, wenn sie PASI-90-Responder waren.
Patienten, die in Woche 16 kein PASI-90-Ansprechen erreicht hatten, gingen in einen unverblindeten
Escape-Arm über und erhielten Bimekizumab 320 mg alle 4 Wochen für 12 Wochen. Patienten mit
Rezidiv (kein PASI-75-Ansprechen) während der randomisierten Abbruch-Phase gingen ebenfalls inden 12-wöchigen Escape-Arm über.
Die Studie BE SURE untersuchte 478 Patienten über 56 Wochen. Die Patienten wurden auf
Bimekizumab 320 mg alle 4 Wochen bis Woche 56, Bimekizumab 320 mg alle 4 Wochen bis
Woche 16, gefolgt von Bimekizumab 320 mg alle 8 Wochen bis Woche 56, oder Adalimumab gemäß
Zulassungsempfehlung bis Woche 24 gefolgt von Bimekizumab 320 mg alle 4 Wochen bis Woche 56randomisiert.
Die Baseline-Charakteristika waren in allen 3 Studien ähnlich: Die meisten Patienten waren männlich(70,7 %) und weiß (84,1 %), das Durchschnittsalter betrug 45,2 Jahre (18 bis 83 Jahre) und 8,9 %waren ≥ 65 Jahre alt. Im Median war bei Baseline 20 % der Körperoberfläche der Patienten von
Psoriasis betroffen (baseline BSA 20 %), sie hatten einen medianen PASI-Score von 18 und anhanddes IGA-Scores war die Erkrankung bei 33 % der Patienten als schwer einzustufen. Die medianen
Baseline-Scores für Schmerzen, Juckreiz und Schuppung gemessen durch das Patienten-Symptom-
Tagebuch (PSD [Patient Symptoms Diary]) lagen zwischen 6 und 7 auf einer Punkteskala von0 - 10 und der mediane Gesamtscore des Dermatology Life Quality Index (DLQI) betrug bei
Baseline 9.
In allen 3 Studien hatten 38 % der Patienten eine vorherige biologische Therapieerhalten, 23 % mindestens einen Anti-IL17-Wirkstoff (Patienten mit primärem Anti-IL17-Versagenwurden ausgeschlossen) und 13 % zuvor mindestens einen TNF-Antagonisten. 22 % hatten keinerleisystemische Therapie (nicht-biologische und biologische Wirkstoffe eingeschlossen) erhaltenund 39 % der Patienten waren zuvor mit Phototherapie oder Photochemotherapie behandelt worden.
Die Wirksamkeit von Bimekizumab wurde bezüglich der Auswirkung auf die Hauterkrankunginsgesamt, auf spezifische Körperstellen (Kopfhaut, Nägel, Handflächen und Fußsohlen), auf die vonden Patienten berichteten Symptome und auf die Auswirkungen auf die Lebensqualität bewertet. Diebeiden co-primären Endpunkte in allen 3 Studien waren der Anteil der Patienten, die 1) ein PASI-90-
Ansprechen und 2) ein IGA-Ansprechen 'erscheinungsfrei“ oder 'fast erscheinungsfrei“ (IGA 0/1 beieiner gleichzeitigen Verbesserung um mindestens zwei Skalenpunkte im Vergleich zu Baseline) in
Woche 16 erreichten. Das PASI-100- und IGA-0-Ansprechen zu Woche 16 und das PASI-75-
Ansprechen zu Woche 4 waren sekundäre Endpunkte in allen 3 Studien.
Hauterkrankung insgesamt
Die Behandlung mit Bimekizumab führte zu einer signifikanten Verbesserung in allen
Wirksamkeitsendpunkten im Vergleich zu Placebo, Ustekinumab oder Adalimumab in Woche 16. Diewichtigsten Ergebnisse zur Wirksamkeit sind in Tabelle 2 zusammengefasst.
Tabelle 2: Zusammenfassung des klinischen Ansprechens in BE VIVID, BE READY und BE
SURE
BE VIVID BE READY BE SURE
Placebo Bimekizumab Ustekinumab Placebo Bimekizumab Bimekizumab Adalimumab320 mg Q4W 320 mg Q4W 320 mg Q4W(N = 83) (N = 321) (N = 163) (N = 86) (N = 349) (N = 319) (N = 159)n (%) n (%) n (%) n (%) n (%) n (%) n (%)
PASI 100
Woche 16 0 (0,0) 188 (58,6)a 34 (20,9) 1 (1,2) 238 (68,2)a 194 (60,8)a 38 (23,9)
PASI 90
Woche 16 4 (4,8) 273 (85,0)a, b 81 (49,7) 1 (1,2) 317 (90,8)a 275 (86,2)a 75 (47,2)
PASI 75
Woche 4 2 (2,4) 247 (76,9)a, b 25 (15,3) 1 (1,2) 265 (75,9)a 244 (76,5)a 50 (31,4)
Woche 16 6 (7,2) 296 (92,2) 119 (73,0) 2 (2,3) 333 (95,4) 295 (92,5) 110 (69,2)
IGA 0
Woche 16 0 (0,0) 188 (58,6)a 36 (22,1) 1 (1,2) 243 (69,6)a 197 (61,8) 39 (24,5)
IGA 0/1
Woche 16 4 (4,8) 270 (84,1)a, b 87 (53,4) 1 (1,2) 323 (92,6)a 272 (85,3)a 91 (57,2)
Absoluter PASI≤ 2
Woche 16 3 (3,6) 273 (85,0) 84 (51,5) 1 (1,2) 315 (90,3) 280 (87,8) 86 (54,1)
Schmerz PSD (N = 48) (N = 190) (N = 90) (N = 49) (N = 209) (N = 222) (N = 92)
Verbesserung ≥4(N)
Woche 16 5 (10,4) 140 (73,7) 54 (60,0) 0 (0,0) 148 (70,8) 143 (64,4) 43 (46,7)
Juckreiz PSD (N = 53) (N = 222) (N = 104) (N = 60) (N = 244) (N = 248) (N = 107)
Verbesserung ≥4(N)
Woche 16 6 (11,3) 151 (68,0) 57 (54,8) 0 (0,0) 161 (66,0) 153 (61,7) 42 (39,3)
Schuppung PSD (N = 56) (N = 225) (N = 104) (N = 65) (N = 262) (N = 251) (N = 109)
Verbesserung ≥4(N)
Woche 16 6 (10,7) 171 (76,0) 59 (56,7) 1 (1,5) 198 (75,6) 170 (67,7) 42 (38,5)
Bimekizumab 320 mg Q4W = Bimekizumab alle 4 Wochen. Non-Responder Imputation (NRI) wurde verwendet.
Ansprechen IGA 0/1 war definiert als erscheinungsfrei (0) oder fast erscheinungsfrei (1) mit einer Besserung ummindestens 2 Kategorien in Woche 16 gegenüber Baseline. Ansprechen IGA 0 war definiert als erscheinungsfrei (0) mit einer
Besserung um mindestens 2 Kategorien in Woche 16 gegenüber Baseline.
PSD ist das Patienten-Symptom-Tagebuch (Patient Symptoms Diary), auch P-SIM (Psoriasis Symptoms and Impacts
Measure) genannt, das die Schwere der Psoriasis-Symptome auf einer Skala von 0 (keine Symptome) bis 10 (sehr schwere
Symptome) misst. Ansprechen ist definiert als Verringerung ≥ 4 (auf der Skala von 0 bis 10) von Baseline bis Woche 16 für
Schmerz, Juckreiz und Schuppung.
a) p < 0,001 gegenüber Placebo (BE VIVID und BE READY), gegenüber Adalimumab (BE SURE), auf Multiplizitätadjustiert.
b) p < 0,001 gegenüber Ustekinumab (BE VIVID), auf Multiplizität adjustiert.
Die Behandlung mit Bimekizumab war mit einem schnellen Wirkeintritt assoziiert. In der Studie BE
VIVID waren die PASI-90-Ansprechraten in Woche 2 bzw. Woche 4 unter Bimekizumab (12,1 %bzw. 43,6 %) signifikant höher als unter Placebo (1,2 % bzw. 2,4 %) und Ustekinumab(1,2 % bzw. 3,1 %).
In der BE VIVID-Studie erreichten zu Woche 52, im Vergleich zu Ustekinumab, Patienten unter
Bimekizumab (alle 4 Wochen) signifikant höhere PASI-90- (81,9 % Bimekizumabgegenüber 55,8 % Ustekinumab, p < 0,001), IGA-0/1- (78,2 % Bimekizumabgegenüber 60,7 % Ustekinumab, p < 0,001) und PASI-100-Ansprechraten (64,5 % Bimekizumabgegenüber 38,0 % Ustekinumab).
Abbildung 1: PASI-90-Ansprechraten im Zeitverlauf der Studie BE VIVID
Woche
Placebo (N = 83) BKZ 320 mg Q4W (N = 321) Uste (N = 163)
BKZ 320 mg Q4W = Bimekizumab alle 4 Wochen; Uste = Ustekinumab. NRI wird verwendet.
In der BE-SURE-Studie erreichte in Woche 24 ein signifikant höherer Prozentsatz der mit
Bimekizumab behandelten Patienten (kombinierte Dosis-Arme Q4W/Q4W und Q4W/Q8W) ein
PASI-90-Ansprechen bzw. IGA-0/1-Ansprechen im Vergleich zu Adalimumab(85,6 % bzw. 86,5 % gegenüber 51,6 % bzw. 57,9 %, p < 0,001). In Woche 56 erreichten 70,2 % dermit Bimekizumab Q8W behandelten Patienten ein PASI-100-Ansprechen. Unter den 65 Adalimumab-
Non-Respondern in Woche 24 (< PASI 90), erreichten 78,5 % nach 16 Behandlungswochen mit
Bimekizumab ein PASI-90-Ansprechen. Das Sicherheitsprofil bei Patienten, die ohne Auswaschphasevon Adalimumab auf Bimekizumab umgestellt wurden, war vergleichbar mit dem Sicherheitsprofilvon Patienten, die nach einer Auswaschphase von einer früheren systemischen Therapie auf die
Bimekizumab-Therapie umgestellt wurden.
Prozentualer Anteil der Patienten (%)
Abbildung 2: PASI-90-Ansprechrate im Zeitverlauf der Studie BE SURE
Woche
BKZ 320 mg Q4W (N = 158) BKZ 320 mg Q4W/Q8W (N = 161)
ADA (N = 159) ADA->BKZ 320 mg Q4W (N = 159)
BKZ 320 mg Q4W = Bimekizumab alle 4 Wochen; BKZ 320 mg Q8W = Bimekizumab alle 8 Wochen; ADA =
Adalimumab.
Patienten aus der Gruppe BKZ Q4W/Q8W wechselten in Woche 16 von einer Q4W- zu einer Q8W-Dosierung. Patienten ausder Gruppe ADA/BKZ 320 mg Q4W wechselten in Woche 24 von ADA zu BKZ Q4W. NRI wird verwendet.
Die Wirksamkeit von Bimekizumab wurde unabhängig von Alter, Geschlecht, ethnischer
Zugehörigkeit, Krankheitsdauer, Körpergewicht, PASI-Schweregrad bei Baseline und vorheriger
Behandlung mit einem Biologikum nachgewiesen. Bimekizumab war wirksam bei Patienten mitvorheriger Biologikum-Exposition, einschließlich Anti-TNF/Anti-IL-17 und bei Patienten ohnevorherige systemische Therapie. Die Wirksamkeit bei Patienten mit primärem Anti-IL17-Versagenwurde nicht untersucht.
Basierend auf populationspharmakokinetischen /-pharmakodynamischen (PK/PD)-Analysen undgestützt durch klinische Daten profitierten Patienten mit höherem Körpergewicht (≥ 120 kg), die in
Woche 16 keine vollständige Symptomfreiheit der Haut erreicht hatten, von einer fortgesetzten
Behandlung mit Bimekizumab 320 mg alle vier Wochen (Q4W) nach denersten 16 Behandlungswochen. In der BE-SURE-Studie erhielten die Patienten Bimekizumab 320 mg
Q4W bis Woche 16, gefolgt von einer Dosierung Q4W oder alle acht Wochen (Q8W) bis Woche 56,unabhängig vom Responder-Status in Woche 16. Bei Patienten in der Gruppe mit einem
Körpergewicht ≥ 120 kg (N = 37) verbesserte sich im Arm mit Q4W-Erhaltungstherapie das PASI-100-Ansprechen zwischen Woche 16 (23,5 %) und Woche 56 (70,6 %) stärker als im Arm mit Q8W-
Erhaltungstherapie (Woche 16: 45,0 % gegenüber Woche 56: 60,0 %).
Bei Patienten, die mit Bimekizumab behandelt wurden, zeigte sich in Woche 16 eine Verbesserung der
Psoriasis an Kopfhaut, Nägeln, Handflächen und Fußsohlen (siehe Tabelle 3).
Responderrate (%)
Tabelle 3: Ansprechen an der Kopfhaut, den Handflächen, den Fußsohlen und den Nägeln in
BE VIVID, BE READY und BE SURE in Woche 16
BE VIVID BE READY BE SURE
Placebo Bimekizumab Ustekinumab Placebo Bimekizumab Bimekizumab Adalimumab320 mg Q4W 320 mg Q4W 320 mg Q4W
Kopfhaut IGA(N)a (72) (285) (146) (74) (310) (296) (138)
Kopfhaut IGA 0/1,n (%) 11 (15,3) 240 (84,2)b 103 (70,5) 5 (6,8) 286 (92,3)b 256 (86,5) 93 (67,4)
IGApalmoplantar (N)a (29) (105) (47) (31) (97) (90) (34)
IGApalmoplantar 0/1, n(%) 7 (24,1) 85 (81,0) 39 (83,0) 10 (32,3) 91 (93,8) 75 (83,3) 24 (70,6)mNAPSI 100 (N)a (51) (194) (109) (50) (210) (181) (95)mNAPSI 100, n(%) 4 (7,8) 57 (29,4) 15 (13,8) 3 (6,0) 73 (34,8) 54 (29,8) 21 (22,1)
Bimekizumab 320 mg Q4W = Bimekizumab alle 4 Wochen. Non-Responder Imputation (NRI) wird verwendet.
Kopfhaut-Ansprechen IGA 0/1 und Ansprechen IGA palmoplantar 0/1 waren definiert als erscheinungsfrei (0) oder fasterscheinungsfrei (1) mit einer Besserung um ≥ 2 Kategorien gegenüber Baseline.a) Nur Patienten mit einem Investigator Global Assessment (IGA) der Kopfhaut von 2 oder höher, einem palmoplantaren IGAvon 2 oder höher und einem mNAPSI (modifizierten Nail Psoriasis and Severity Index)-Score > 0 bei Baseline.b) p < 0,001 gegenüber Placebo, für Multiplizität korrigiert.
Das IGA-Ansprechen an der Kopfhaut und der palmoplantaren Region bei mit Bimekizumabbehandelten Patienten blieb bis Woche 52/56 erhalten. Die Nagel-Psoriasis besserte sich über
Woche 16 hinaus. In BE VIVID erreichten in Woche 52 60,3 % der mit Bimekizumab 320 mg alle4 Wochen behandelten Patienten eine völlige Symptomfreiheit der Nägel (mNAPSI 100). In
BE READY erreichten in Woche 56 unter Bimekizumab 320 mg alle 8 Wochen bzw.
Bimekizumab 320 mg alle 4 Wochen 67,7 % bzw. 69,8 % der PASI-90-Responder aus Woche 16 einevöllige Symptomfreiheit der Nägel.
Aufrechterhaltung des Ansprechens
Tabelle 4: Anhaltendes Ansprechen unter Bimekizumab in Woche 52 bei PASI-100-, PASI-90-,
IGA-0/1-Respondern und Patienten mit absolutem PASI ≤ 2 in Woche 16*
PASI 100 PASI 90 IGA 0/1 Absoluter PASI ≤ 2320 mg 320 mg 320 mg 320 mg 320 mg 320 mg 320 mg 320 mg
Q4W Q8W Q4W Q8W Q4W Q8W Q4W Q8W(N = 355) (N = 182) (N = 516) (N = 237) (N = 511) (N = 234) (N = 511) (N = 238)n (%) n (%) n (%) n (%) n (%) n (%) n (%) n (%)295 (83,1) 161 (88,5) 464 (89,9) 214 (90,3) 447 (87,5) 214 (91,5) 460 (90,0) 215 (90,3)
* Integrierte Analyse von BE VIVID, BE READY und BE SURE. NRI wird verwendet.
320 mg Q4W: Bimekizumab 320 mg alle 4 Wochen, gefolgt von Bimekizumab 320 mg alle 4 Wochen ab Woche 16.
320 mg Q8W: Bimekizumab 320 mg alle 4 Wochen, gefolgt von Bimekizumab 320 mg alle 8 Wochen ab Woche 16.
Anhalten des Ansprechens (nach Absetzen von Bimekizumab)
Abbildung 3: PASI-90-Ansprechraten im Zeitverlauf für PASI-90-Responder in Woche 16 -randomisierte Abbruch-Phase in BE READY
Woche
BKZ 320 mg Q4W/Placebo BKZ 320 mg Q4W/BKZ 320 mg Q8W BKZ 320 mg Q4W/BKZ 320 mg Q4W
NRI wird verwendet.
Zur randomisierten Abbruch-Phase in Woche 16 traten 105 Studienteilnehmer der Gruppe Bimekizumab 320 mg
Q4W/Placebo, 100 der Gruppe Bimekizumab 320 mg Q4W/Q8W und 106 der Gruppe Bimekizumab 320 mg Q4W/Q4W bei.
In BE READY betrug für PASI-90-Responder zu Woche 16, die auf Placebo re-randomisiert wurdenund nicht länger Bimekizumab erhielten, die mediane Zeit bis zum Rezidiv, definiert als Verlust des
PASI-75-Ansprechens, ungefähr 28 Wochen (32 Wochen nach der letzten Bimekizumab-Dosis). Vondiesen Patienten erreichten 88,1 % innerhalb von 12 Wochen nach Wiederaufnahme der Behandlungmit Bimekizumab 320 mg alle 4 Wochen wieder ein PASI-90-Ansprechen.
Gesundheitsbezogene Lebensqualität/von Patienten berichtete Endpunkte
In allen 3 Studien erreichte in Woche 16, im Vergleich zu Placebo oder einem aktiven
Vergleichsmedikament, ein größerer Anteil der mit Bimekizumab behandelten Patienten eine nichtmehr durch die Psoriasis eingeschränkte Lebensqualität gemessen anhand des Dermatology Life
Quality Index (DLQI) (Tabelle 5).
Tabelle 5: Lebensqualität in Studie BE VIVID, BE READY und BE SURE
BE VIVID BE READY BE SURE
Placebo Bimekizumab Ustekinumab Placebo Bimekizumab Bimekizumab Adalimumab320 mg Q4W 320 mg Q4W 320 mg Q4W(N = 83) (N = 321) (N = 163) (N = 86) (N = 349) (N = 319) (N = 159)n (%) n (%) n (%) n (%) n (%) n (%) n (%)
DLQI 0/1a
Baseline 3 (3,6) 16 (5,0) 5 (3,1) 4 (4,7) 11 (3,2) 10 (3,1) 13 (8,2)
DLQI 0/1a
Woche 16 10 (12,0) 216 (67,3) 69 (42,3) 5 (5,8) 264 (75,6) 201 (63,0) 74 (46,5)a) DLQI absolute Punktzahl von 0 oder 1 bedeutet keine Auswirkungen der Erkrankung auf die gesundheitsbezogene
Lebensqualität. NRI wird verwendet.
Das DLQI-0/1-Ansprechen stieg über Woche 16 hinaus an und blieb bis Woche 52/56 erhalten. In BE
VIVID betrug die DLQI-0/1-Ansprechrate in Woche 52 bei mit Bimekizumab 320 mg alle 4 Wochenbehandelten Patienten 74,8 %. In BE SURE betrug die DLQI-0/1-Ansprechrate in Woche 56 78,9 %bei mit Bimekizumab 320 mg alle 8 Wochen bzw. 74,1 % bei mit Bimekizumab 320 mg alle4 Wochen behandelten Patienten.
Prozentualer Anteil der Patienten (%)
Offene Verlängerungsstudie der Phase III
Patienten, die eine der Zulassungsstudien der Phase III ('Feeder-Studien“) abgeschlossen haben,konnten in eine 144-wöchige offene Verlängerungsstudie (PS0014) zur Beurteilung der langfristigen
Sicherheit und Wirksamkeit von Bimekizumab eintreten.
344 Patienten, die während der Feeder-Studie mit Bimekizumab 320 mg alle 8 Wochen (BKZ 320 mg
Q8W) oder alle 4 Wochen (BKZ 320 mg Q4W) behandelt wurden und am Ende der Feeder-Studie ein
PASI-90-Ansprechen erreicht hatten, erhielten für die gesamte Dauer der Studie PS0014
Bimekizumab 320 mg Q8W. Von diesen schlossen 293 (85,2 %) Patienten die 144-wöchige
Behandlung mit Bimekizumab 320 mg Q8W ab. 48 Patienten (14,0 %) brachen die Studie währenddes Behandlungszeitraums ab, davon 21 (6,1 %) wegen eines unerwünschten Ereignisses und4 (1,2 %) wegen mangelnder Wirksamkeit.
Bei den in der Studie verbliebenen Patienten wurden die Verbesserungen, die mit Bimekizumab in den
Feeder-Studien bei den Wirksamkeitsendpunkten PASI-90-Ansprechen und IGA 0/1 erreicht wurden,im Verlauf der zusätzlichen 144 Wochen der offenen Behandlung erhalten.
Direkte Vergleichsstudie der Phase IIIb mit Secukinumab
Die Wirksamkeit und Sicherheit von Bimekizumab wurden auch in einer doppelblinden Studiebeurteilt, in der es mit Secukinumab, einem IL-17A-Inhibitor, verglichen wurde (BE RADIANT -
PS0015). Die Patienten wurden randomisiert und erhielten entweder Bimekizumab (N = 373, 320 mgin Woche 0, 4, 8, 12 und 16 (Q4W), gefolgt von 320 mg alle 4 Wochen (Q4W/Q4W) oder 320 mg alle8 Wochen (Q4W/Q8W)) oder Secukinumab (N = 370, 300 mg in Woche 0,1, 2, 3, 4, gefolgt von300 mg alle 4 Wochen). Die Baseline-Charakteristika entsprachen einer Patientenpopulation mitmittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis (mediane betroffene BSA 19 % und medianer PASI-
Score von 18).
Mit Bimekizumab behandelte Patienten erreichten im Vergleich zu Patienten, die mit Secukinumabbehandelt wurden, signifikant höhere Ansprechraten für den primären PASI-100-Endpunkt(vollständige Symptomfreiheit der Haut) in Woche 16. Unter Bimekizumab wurden auch signifikanthöhere Ansprechraten für den sekundären PASI-100-Endpunkt in Woche 48 erreicht (sowohl für die
Dosierung Q4W/Q4W als auch für die Dosierung Q4W/Q8W). Ein Vergleich der PASI-Ansprechratenist in Tabelle 6 dargestellt.
Die Unterschiede in den Ansprechraten der mit Bimekizumab bzw. mit Secukinumab behandelten
Patienten waren bereits in Woche 1 für PASI 75 (7,2 % bzw. 1,4 %) und in Woche 2 für PASI 90(7,5 % bzw. 2,4 %) zu beobachten.
Tabelle 6: PASI-Ansprechraten in BE RADIANT - Bimekizumab gegenüber Secukinumab
Woche 4 Woche 16 Woche 48a)
Bimekizumab Secukinumab Bimekizumab Secukinumab Bimekizumab Bimekizumab Secukinumab320 mg Q4W 320 mg Q4W 320 mg 320 mg
Q4W/Q4W Q4W/Q8W(N = 373) (N = 370) (N = 373) (N = 370) (N = 147) (N = 215) (N = 354)n (%) n (%) n (%) n (%) n (%) n (%) n (%)
PASI 100 52 (13,9) 23 (6,2) 230 (61,7)* 181 (48,9) 108 (73,5)* 142 (66,0)* 171 (48,3)
PASI 90 134 (35,9) 65 (17,6) 319 (85,5) 275 (74,3) 126 (85,7) 186 (86,5) 261 (73,7)
PASI 75 265 (71,0)* 175 (47,3) 348 (93,3) 337 (91,1) 134 (91,2) 196 (91,2) 301 (85,0)
Absoluter 151 (40,5) 75 (20,3) 318 (85,3) 283 (76,5) 127 (86,4) 186 (86,5) 269 (76,0)
PASI < 2a) Daten stammen aus dem Erhaltungs-Set mit Patienten, die mindestens eine Dosis der Studienbehandlung in Woche 16 oderspäter erhalten hatten.
*p < 0,001 gegenüber Secukinumab, für Multiplizität korrigiert. NRI wird verwendet.
PASI-100-Ansprechraten von Bimekizumab und Secukinumab bis Woche 48 sind in Abbildung 4dargestellt.
Abbildung 4: PASI-100-Ansprechraten im Zeitverlauf in BE RADIANT
Woche
NRI wird verwendet. Erhaltungs-Set mit Patienten, die mindestens eine Dosis der Studienbehandlung in Woche 16 oderspäter erhalten hatten.
Die Wirksamkeit von Bimekizumab in der Studie BE RADIANT war vergleichbar mit der in den
Studien BE VIVID, BE READY und BE SURE.
Offener Verlängerungszeitraum der Phase IIIb
In Woche 48 durften die Patienten in den 96-wöchigen offenen Verlängerungszeitraum (open labelextension period = OLE) eintreten und abhängig von ihrem PASI-90-Ansprechen in Woche 48 die
Behandlung mit Bimekizumab in einer Dosis von 320 mg Q4W oder 320 mg Q8W fortsetzen oderbeginnen. Studienteilnehmer, die im Rahmen der OLE Bimekizumab ursprünglich in einer Dosis von320 mg Q4W erhalten hatten, wurden in Woche 72 oder danach auf Bimekizumab in einer Dosis von320 mg Q8W umgestellt.
231 Patienten, die mit Bimekizumab in einer Dosis von 320 mg Q8W oder Bimekizumab in einer
Dosis von 320 mg Q4W behandelt wurden und in Woche 48 PASI 90 erreichten, erhielten währenddes gesamten OLE Bimekizumab in einer Dosis von 320 mg Q8W. Von diesen Patienten brachen31 (13,4 %) die Studie während des OLE ab, 10 (4,3 %) aufgrund einer Nebenwirkung und 1 (0,4 %)wegen mangelnder Wirksamkeit.
116 Patienten, die mit Secukinumab behandelt wurden und in Woche 48 PASI 90 erreichten, erhieltenwährend des gesamten OLE Bimekizumab in einer Dosis von 320 mg Q8W. Von diesen Patientenbrachen 16 (13,8 %) die Studie während des OLE ab, 6 (5,2 %) aufgrund einer Nebenwirkung und 1(0,9 %) wegen mangelnder Wirksamkeit.
Bei den in der Studie verbliebenen Patienten blieben die in Woche 48 mit Bimekizumab oder
Secukinumab erzielten Verbesserungen in Bezug auf die Wirksamkeitsendpunkte PASI-100-, PASI-90-, PASI-75-Ansprechen und PASI ≤ 2 unter Behandlung mit Bimekizumab in einer Dosis von320 mg Q8W im Rahmen der offenen Behandlung über weitere 96 Wochen erhalten.
Das Sicherheitsprofil von Bimekizumab bis Woche 144 entsprach dem bis Woche 48 beobachteten
Sicherheitsprofil.
Psoriasis-Arthritis (PsA)
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Bimekizumab wurden bei 1112 erwachsenen Patienten(mindestens 18 Jahre alt) mit aktiver Psoriasis-Arthritis (PsA) in zwei multizentrischen,randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studien (PA0010 - BE OPTIMAL und PA0011
Ansprechrate (%)- BE COMPLETE) untersucht. Die BE OPTIMAL-Studie umfasste einen Arm mit aktiver
Referenzbehandlung (Adalimumab) (N = 140).
In beiden Studien war bei den Patienten vor mindestens 6 Monaten eine aktive Psoriasis-Arthritisgemäß den CASPAR-Kriterien (Classification Criteria for Psoriatic Arthritis) diagnostiziert wordenund die Krankheit war aktiv mit einer Anzahl druckschmerzempfindlicher Gelenke (tender joint count,
TJC) ≥ 3 und einer Anzahl geschwollener Gelenke (swollen joint count, SJC) ≥ 3. Die Patienten hattendie Diagnose PsA in BE OPTIMAL im Median seit 3,6 Jahren und in BE COMPLETE seit 6,8 Jahren.
In diese Studien wurden Patienten mit allen Subtypen der PsA aufgenommen, darunter polyartikuläresymmetrische Arthritis, oligoartikuläre asymmetrische Arthritis, Arthritis der distalen
Interphalangealgelenke, prädominante Spondylitis und Arthritis mutilans. Bei Baseline hatten 55,9 %der Patienten ≥ 3 % Körperoberfläche (Body Surface Area, BSA) mit aktiver Plaque-Psoriasis. 10,4 %der Patienten hatten eine mittelschwere bis schwere Plaque-Psoriasis und 31,9 % bzw. 12,3 % hattenbei Baseline eine Enthesitis bzw. eine Daktylitis. Der primäre Wirksamkeitsendpunkt in beiden
Studien war das ACR-(American College of Rheumatology-)50-Ansprechen in Woche 16.
In der BE OPTIMAL-Studie wurden 852 Patienten untersucht, die zuvor kein biologischeskrankheitsmodifizierendes Antirheumatikum (bDMARD) zur Behandlung von Psoriasis-Arthritis oder
Psoriasis erhalten hatten. Die Patienten wurden randomisiert (3:2:1) und erhielten entweder
Bimekizumab 160 mg alle 4 Wochen bis Woche 52 oder Placebo bis Woche 16, gefolgt von
Bimekizumab 160 mg alle 4 Wochen bis Woche 52 oder eine aktive Referenzbehandlung(Adalimumab 40 mg alle 2 Wochen) bis Woche 52. In dieser Studie hatten 78,3 % der Patienten eine
Vorbehandlung mit ≥ 1 cDMARD erhalten, 21,7 % der Patienten hatten keine Vorbehandlung mitcDMARDs erhalten. Bei Baseline erhielten 58,2 % der Patienten gleichzeitig Methotrexat (MTX),11,3 % erhielten gleichzeitig cDMARDs außer MTX, und 30,5 % erhielten keine cDMARDs.
In der BE COMPLETE-Studie wurden 400 Patienten eingeschlossen, die auf eine Behandlung miteinem oder zwei Tumornekrosefaktor-alpha-Inhibitoren (Anti-TNFα-IR) zur Behandlung von
Psoriasis-Arthritis oder Psoriasis unzureichend angesprochen (mangelnde Wirksamkeit) oder diesenicht vertragen hatten. Die Patienten wurden auf Bimekizumab 160 mg alle 4 Wochen oder Placebobis Woche 16 randomisiert (2:1). Bei Baseline erhielten 42,5 % der Patienten gleichzeitig MTX, 8,0 %erhielten gleichzeitig cDMARDs außer MTX und 49,5 % erhielten keine cDMARDs. In dieser Studiesprachen 76,5 % der Teilnehmer unzureichend auf einen TNFα-Hemmer an, 11,3 % sprachenunzureichend auf zwei TNFα-Hemmer an und 12,3 % vertrugen TNFα-Hemmer nicht.
Anzeichen und SymptomeBei bDMARDs-naiven Patienten (BE OPTIMAL) und anti-TNFα-IR-Patienten (BE COMPLETE)führte die Behandlung mit Bimekizumab im Vergleich zu Placebo in Woche 16 zu einer signifikanten
Besserung der Symptome und der Krankheitsaktivität, wobei in beiden Patientenpopulationen ähnliche
Ansprechraten beobachtet wurden (siehe Tabelle 7). In der Beurteilung nach ACR 20, ACR 50,
ACR 70, MDA, PASI 90, PASI 100 und ACR 50/PASI 100 blieb das klinische Ansprechen in BE
OPTIMAL bis zur Woche 52 erhalten.
Tabelle 7: Klinisches Ansprechen in den Studien BE OPTIMAL und BE COMPLETE
BE OPTIMAL (bDMARD-naiv) BE COMPLETE (anti-TNFα-IR)
Placebo BKZ 160 mg Unterschied Referenz- Placebo BKZ Unterschied(N = 281) Q4W gegenüber behandlung(e) (N = 133) 160 mg gegenübern (%) (N = 431) Placebo (95%- (Adalimumab) n (%) Q4W Placebo (95%-n (%) KI)(d) (N = 140) (N = 267) KI)(d)n (%) n (%)
ACR 20
Woche 16 67 (23,8) 268 (62,2) 38,3 (31,4; 45,3) 96 (68,6) 21 (15,8) 179 (67,0) 51,2 (42,1; 60,4)
Woche 24 - 282 (65,4) 99 (70,7)
Woche 52 307 (71,2) 102 (72,9)
ACR 50
Woche 16 28 (10,0) 189 (43,9)* 33,9 (27,4; 40,4) 64 (45,7) 9 (6,8) 116 (43,4)* 36,7 (27,7; 45,7)
Woche 24 - 196 (45,5) 66 (47,1)
Woche 52 235 (54,5) 70 (50,0)
BE OPTIMAL (bDMARD-naiv) BE COMPLETE (anti-TNFα-IR)
Placebo BKZ 160 mg Unterschied Referenz- Placebo BKZ Unterschied(N = 281) Q4W gegenüber behandlung(e) (N = 133) 160 mg gegenübern (%) (N = 431) Placebo (95%- (Adalimumab) n (%) Q4W Placebo (95%-n (%) KI)(d) (N = 140) (N = 267) KI)(d)n (%) n (%)
ACR 70
Woche 16 12 (4,3) 105 (24,4) 20,1 (14,7; 25,5) 39 (27,9) 1 (0,8) 71 (26,6) 25,8 (18,2; 33,5)
Woche 24 - 126 (29,2) 42 (30,0)
Woche 52 169 (39,2) 53 (37,9)
MDA(a)
Woche 16 37 (13,2) 194 (45,0)* 31,8 (25,2; 38,5) 63 (45,0) 8 (6,0) 118 (44,2)* 38,2 (29,2; 47,2)
Woche 24 - 209 (48,5) 67 (47,9)
Woche 52 237 (55,0) 74 (52,9)
Patienten mit(N = 140) (N = 217) (N = 68) (N = 88) (N = 176)≥ 3 % BSA
PASI 90
Woche 16 4 (2,9) 133 (61,3)* 58,4 (49,9; 66,9) 28 (41,2) 6 (6,8) 121 (68,8)* 61,9 (51,5; 72,4)
Woche 24 - 158 (72,8) 32 (47,1)
Woche 52 155 (71,4) 41 (60,3)
PASI 100
Woche 16 3 (2,1) 103 (47,5) 45,3 (36,7; 54,0) 14 (20,6) 4 (4,5) 103 (58,5) 54,0 (43,1; 64,8)
Woche 24 - 122 (56,2) 26 (38,2)
Woche 52 132 (60,8) 33 (48,5)
ACR 50/
PASI 100
Woche 16 0 60 (27,6) NC (NC, NC) 11 (16,2) 1 (1,1) 59 (33,5) 32,4 (22,3; 42,5)
Woche 24 - 68 (31,3) 17 (25,0)
Woche 52 102 (47,0) 24 (35,3)
Patienten mit(N = 47) (N = 90)
LDI > 0 (b)
Frei von
Daktylitis (b)
Woche 16 24 (51,1) 68 (75,6)*** 24,5 (8,4; 40,6)
Patienten mit(N = 106) (N = 249)
LEI > 0 (c)
Frei von
Enthesitis (c)
Woche 16 37 (34,9) 124 (49,8)** 14,9 (3,7; 26,1)
ACR 50/PASI 100 = kombiniertes ACR-50- und PASI-100-Ansprechen. BKZ 160 mg Q4W = Bimekizumab 160 mg alle 4
Wochen. KI = Konfidenzintervall NC = nicht berechenbar (not calculable)(a) Ein Patient wurde als Patient mit minimaler Krankheitsaktivität (Minimal Disease Activity, MDA) eingestuft, wenn er 5der 7 folgenden Kriterien erfüllte: Anzahl druckschmerzempfindlicher Gelenke ≤ 1; Anzahl geschwollener Gelenke ≤ 1;
Psoriasis Activity and Severity Index ≤ 1 oder Körperoberfläche ≤ 3; vom Patienten angegebene Schmerzen auf Visueller
Analogskala (VAS) ≤ 15; globale Krankheitsaktivität des Patienten auf VAS ≤ 20; Health Assessment Questionnaire
Disability Index ≤ 0,5; schmerzende entheseale Punkte ≤ 1(b) Auf der Grundlage gepoolter Daten aus den Studien BE OPTIMAL und BE COMPLETE für Patienten mit einem Leeds
Dactylitis Index (LDI) > 0 zu Baseline. Frei von Daktylitis bedeutet LDI = 0(c) Auf der Grundlage gepoolter Daten aus den Studien BE OPTIMAL und BE COMPLETE für Patienten mit einem Leeds
Enthesitis Index (LEI) > 0 zu Baseline. Frei von Enthesitis bedeutet LEI = 0(d) Unbereinigte Unterschiede werden angezeigt(e) Kein statistischer Vergleich mit Bimekizumab oder Placebo durchgeführt
* p < 0,001 gegenüber Placebo, multiplizitätsbereinigt. ** p = 0,008 im Vergleich zu Placebo, multiplizitätsbereinigt. ***p = 0,002 im Vergleich zu Placebo, multiplizitätsbereinigt. NRI wird verwendet. Andere Endpunkte in Woche 16 und alle
Endpunkte in Woche 24 und Woche 52 waren nicht Teil der sequenziellen Testhierarchie und alle Vergleiche sind nominal.
In BE OPTIMAL wurden unter Bimekizumab in Woche 16 bei jeder der einzelnen ACR-
Komponenten Verbesserungen gegenüber Baseline festgestellt, die bis zu Woche 52 anhielten.
Das Ansprechen auf die Behandlung mit Bimekizumab war bereits in Woche 2 bei ACR 20 (BE
OPTIMAL 27,1 % gegenüber 7,8 %, nominal p < 0,001) und in Woche 4 bei ACR 50 (BE OPTIMAL17,6 % gegenüber 3,2 %, nominal p < 0,001 und BE COMPLETE 16,1 % gegenüber 1,5 %, nominalp < 0,001) signifikant höher als unter Placebo.
Abbildung 5: ACR-50-Ansprechen im Zeitverlauf bis Woche 52 in BE OPTIMAL (NRI)
Wochen
Placebo/BKZ 160 mg Q4W (N = 281) BKZ 160 mg Q4W (N = 431)
Patienten, die Placebo erhielten, wurden in Woche 16 auf Bimekizumab 160 mg Q4W umgestellt.
Abbildung 6: ACR-50-Ansprechen im Zeitverlauf bis Woche 16 in BE COMPLETE (NRI)
Wochen
Placebo (N = 133) BKZ 160 mg Q4W (N = 267)
Bei 87,2 % der mit Bimekizumab behandelten Patienten, die in BE OPTIMAL in Woche 16 ein ACR-50-Ansprechen erreichten, blieb dieses Ansprechen bis Woche 52 erhalten.
Die Wirksamkeit und Sicherheit von Bimekizumab wurde unabhängig von Alter, Geschlecht,ethnischer Zugehörigkeit, Baseline-Körpergewicht, Psoriasis-Beteiligung zu Baseline, CRP zu
Baseline, Krankheitsdauer und vorheriger Anwendung von cDMARDs nachgewiesen. In beiden
Studien wurde ein vergleichbares Ansprechen auf Bimekizumab beobachtet, unabhängig davon, ob die
Patienten gleichzeitig cDMARDs, einschließlich MTX, erhielten oder nicht.
Die modifizierten Psoriatic Arthritis Response Criteria (PsARC) sind ein spezifischer kombinierter
Responder-Index, der sich aus der Anzahl druckschmerzempfindlicher Gelenke, der Anzahlgeschwollener Gelenke sowie der Gesamtbeurteilung durch den Patienten und den Arztzusammensetzt. Der Anteil der Patienten, die in Woche 16 modifizierte PsARC erreichten, war beiden mit Bimekizumab behandelten Patienten höher als bei den mit Placebo behandelten (80,3 %
ACR-50-Responderrate (%) ACR-50-Responderrate (%)gegenüber 40,2 % in BE OPTIMAL bzw. 85,4 % gegenüber 30,8 % in BE COMPLETE). Das
PsARC-Ansprechen blieb in BE OPTIMAL bis Woche 52 erhalten.
Radiologisches AnsprechenIn BE OPTIMAL wurde die Hemmung des Fortschreitens der strukturellen Schädigung radiologischbeurteilt und als Veränderung des Van der Heijde Modified Total Sharp Scores (vdHmTSS) und seiner
Komponenten, Erosion Score (ES) und Joint Space Narrowing Score (JSN) in Woche 16 gegenüber
Baseline ausgedrückt (siehe Tabelle 8).
Tabelle 8: Veränderung des vdHmTSS in BE OPTIMAL in Woche 16
Placebo BKZ 160 mg Q4W Unterschied gegenüber
Placebo (95%-KI)a)
Population mit erhöhtem hs-CRP und/oder(N = 227) (N = 361)mindestens 1 Knochenerosion zu Baseline
Mittlere Veränderung gegenüber Baseline (SE) 0,36 (0,10) 0,04 (0,05)* -0,32 ( -0,35; -0,30)
Gesamtpopulation (N = 269) (N = 420)
Mittlere Veränderung gegenüber Baseline (SE) 0,32 (0,09) 0,04 (0,04)* -0,26 ( -0,29; -0,23)
*p = 0,001 im Vergleich zu Placebo. p-Werte basieren auf einer referenzbasierten Imputation unter Verwendung des
Unterschieds im Kleinste-Quadrate-Mittelwert anhand eines ANCOVA-Modells mit der Behandlung, der Knochenerosion zu
Baseline und der Region als feste Effekte und dem Baseline-Score als Kovariate.
Die zusammenfassenden Daten für Woche 16 basieren auf dem ersten Wertesatz für die Primäranalyse.a)Unbereinigte Unterschiede werden angezeigt
Bimekizumab hemmte das Fortschreiten der Gelenkschädigung bis Woche 16 sowohl in der
Population mit erhöhtem hs-CRP und/oder mindestens einer Knochenerosion zu Baseline als auch inder Gesamtpopulation im Vergleich zu Placebo signifikant. Während die referenzbasierte Imputationals Methode für den Umgang mit fehlenden Daten im statistischen Testverfahren zum Vergleich von
Bimekizumab und Placebo festgelegt wurde, wurden die Veränderungen gegenüber Baseline sowohlin der Population mit erhöhtem hs-CRP und/oder mindestens einer Knochenerosion zu Baseline alsauch in der Gesamtpopulation in Woche 16 im Bimekizumab-Arm (mittlere Veränderung gegenüber
Baseline 0,01 bzw. 0,01) und im Adalimumab-Arm (mittlere Veränderung gegenüber Baseline -0,05bzw. -0,03) ebenfalls mittels standardmäßiger multipler Imputation berechnet. Die Hemmung des
Fortschreitens der Gelenkschädigung wurde sowohl in der Population mit erhöhtem hs-CRP und/odermindestens einer Knochenerosion zu Baseline als auch in der Gesamtpopulation bis Woche 52 sowohlim Bimekizumab-Arm (mittlere Veränderung gegenüber Baseline 0,10 bzw. 0,10) als auch im
Adalimumab-Arm (mittlere Veränderung gegenüber Baseline -0,17 bzw. -0,12) aufrechterhalten.
Der beobachtete Anteil der Patienten, die von der Randomisierung bis Woche 52 kein radiologischnachweisbares Fortschreiten der Gelenkschädigung (definiert als eine Veränderung des mTSS von≤ 0,5 gegenüber Baseline) aufwiesen, betrug in der Population mit erhöhtem hs-CRP und/odermindestens einer Knochenerosion 87,9 % (N = 276/314) für Bimekizumab und 84,8 % (N = 168/198)für Studienteilnehmer unter Placebo, die auf Bimekizumab umgestellt wurden, sowie 94,1 %(N = 96/102) für Adalimumab. Vergleichbare Raten wurden in der Gesamtpopulation beobachtet(89,3 % (N = 326/365) für Bimekizumab und 87,3 % (N = 207/237) für Studienteilnehmer unter
Placebo, die auf Bimekizumab umgestellt wurden, sowie 94,1 % (N = 111/118) für Adalimumab).
Körperliche Funktionsfähigkeit und weitere gesundheitsbezogene Ergebnisse
Sowohl bDMARD-naive (BE OPTIMAL) als auch Anti-TNFα-IR-Patienten (BE COMPLETE), die
Bimekizumab erhielten, zeigten in Woche 16 eine signifikante Verbesserung der körperlichen
Funktionsfähigkeit gegenüber Baseline im Vergleich zu Placebo-Patienten (p < 0,001), bewertetanhand des HAQ-DI (Veränderung des Kleinste-Quadrate-Mittelwerts gegenüber Baseline: -0,3 versus
- 0,1 in BE OPTIMAL bzw. -0,3 versus 0 in BE COMPLETE). In beiden Studien erreichte ein größerer
Anteil der Patienten in der Bimekizumab-Gruppe in Woche 16 eine klinisch bedeutsame Verringerungdes HAQ-DI-Wertes um mindestens 0,35 gegenüber Baseline als in der Placebo-Gruppe.
Mit Bimekizumab behandelte Patienten zeigten in Woche 16 im Vergleich zu Placebo einesignifikante Verbesserung des Scores im Short Form-36-Gesundheitsfragebogen (Short Form-36 item
Health Survey Physical Component Summary, SF-36 PCS) (Veränderung des Kleinste-Quadrate-
Mittelwerts gegenüber Baseline: 6,3 versus 1,9, p < 0,001 in BE OPTIMAL und 6,2 versus 0,1,p < 0,001 in BE COMPLETE).
In beiden Studien berichteten die mit Bimekizumab behandelten Patienten im Vergleich zur
Placebogruppe in Woche 16 über eine deutliche Verringerung der Müdigkeit gegenüber Baseline,gemessen anhand des FACIT-(Functional Assessment of Chronic Illness Therapy-)Fatigue-Scores. Inder mit Bimekizumab behandelten Gruppe wurde im Vergleich zur Placebogruppe in Woche 16 aucheine deutliche Verbesserung des Psoriasis-Arthritis-Impact-of-Disease-12-(PsAID-12-)Scoresgegenüber Baseline beobachtet.
Bei Patienten mit axialer Beteiligung zu Baseline, etwa 74 % der Patienten (definiert als ein BASDAI-
Wert [Bath Ankylosing Spondylitis Disease Activity Index] ≥ 4), hatte sich der BASDAI-Wert in
Woche 16 gegenüber Baseline im Vergleich zu Placebo stärker verbessert.
Die bis Woche 16 erzielten Verbesserungen bei allen Messgrößen der körperlichen Funktionsfähigkeitund anderen oben erwähnten gesundheitsbezogenen Ergebnisse (HAQ-DI-, SF-36 PCS-, FACIT-
Fatigue-, PsAID-12-Werte und BASDAI) blieben in BE OPTIMAL bis Woche 52 erhalten.
In der BE OPTIMAL-Studie erreichten in Woche 52 65,5 % der mit Bimekizumab behandelten
Patienten eine völlige Symptomfreiheit der Nägel (mNAPSI-Abheilung bei Patienten mit einemmNAPSI-Wert von über 0 zu Baseline).
Axiale Spondyloarthritis (nr-axSpA und AS)
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Bimekizumab wurde bei 586 erwachsenen Patienten (mindestens18 Jahre alt) mit aktiver axialer Spondyloarthritis (axSpA) in zwei multizentrischen, randomisierten,doppelblinden, placebokontrollierten Studien untersucht, eine bei nicht-röntgenologischer axialer
Spondyloarthritis (nr-axSpA) und eine bei ankylosierender Spondylitis (AS), auch alsröntgenologische axiale Spondyloarthritis (axSpA) bezeichnet. Der primäre Endpunkt war in beiden
Studien der Anteil der Patienten, die in Woche 16 ein ASAS(Assessment of SpondyloArthritis
International Society)-40-Ansprechen erreichten. Beide Patientengruppen hatten übereinstimmende
Ergebnisse.In der Studie BE MOBILE 1 (AS0010) wurden 254 Patienten mit aktiver nr-axSpA untersucht. Die
Patienten hatten eine axSpA (Alter bei Beginn der Symptome < 45 Jahre), die den ASAS-
Klassifizierungskriterien entsprach, und eine aktive Erkrankung, definiert als Bath Ankylosing
Spondylitis Disease Activity Index (BASDAI) ≥ 4 und Wirbelsäulenschmerzen ≥ 4 auf einernumerischen Bewertungsskala von 0 bis 10 (nach BASDAI Frage 2), sowie keine Anzeichen fürradiologisch nachweisbare Veränderungen in den Iliosakralgelenken, die den modifizierten New-
York-Klassifikationskriterien der AS entsprechen würden. Die Patienten zeigten auch objektive
Anzeichen einer Entzündung, festgestellt durch erhöhtes C-reaktives Protein (CRP) und/oder mittels
Nachweis einer Sakroiliitis in der Magnetresonanztomographie (MRT) sowie ein unzureichendes
Ansprechen auf zwei verschiedene nicht-steroidale Antirheumatika (NSARs oder non-steroidal anti-inflammatory drugs, NSAIDs) beziehungsweise eine Unverträglichkeit oder Gegenanzeige gegen
NSARs in der Vorgeschichte. Die Patienten wurden randomisiert (1:1) und erhielten entweder
Bimekizumab 160 mg alle 4 Wochen bis Woche 52 oder Placebo bis Woche 16, gefolgt von
Bimekizumab 160 mg alle 4 Wochen bis Woche 52. Bei Baseline betrug die mittlere Dauer der nr-axSpA-Symptome 9 Jahre (Median 5,5 Jahre). 10,6 % der Patienten wurden zuvor mit einem Anti-
TNFα-Wirkstoff behandelt.
In der BE MOBILE 2-Studie (AS0011) wurden 332 Patienten mit aktiver AS mit dokumentiertemradiologischem Nachweis (Röntgen) untersucht, die die modifizierten New-York-
Klassifikationskriterien der AS erfüllten. Die Patienten hatten eine aktive Erkrankung, definiert als
BASDAI ≥ 4 und Wirbelsäulenschmerzen ≥ 4 auf einer numerischen Bewertungsskala von 0 bis 10(nach BASDAI Frage 2). Die Patienten mussten in der Vergangenheit unzureichend auf 2verschiedene NSARs angesprochen haben oder eine Unverträglichkeit oder Gegenanzeige für NSARsaufweisen. Die Patienten wurden randomisiert (2:1) und erhielten entweder Bimekizumab 160 mg alle4 Wochen bis Woche 52 oder Placebo bis Woche 16, gefolgt von Bimekizumab 160 mg alle4 Wochen bis Woche 52. Bei Baseline betrug die mittlere Dauer der AS-Symptome 13,5 Jahre(Median 11 Jahre). 16,3 % der Patienten wurden zuvor mit einem Anti-TNFα-Wirkstoff behandelt.
Klinisches AnsprechenDie Behandlung mit Bimekizumab führte sowohl in der Patientengruppe mit nr-axSpA als auch injener mit AS im Vergleich zu Placebo in Woche 16 zu einer signifikanten Besserung der Symptomeund der Krankheitsaktivität (siehe Tabelle 9). Das klinische Ansprechen blieb in der Beurteilunggemäß allen in Tabelle 9 dargestellten Endpunkten in beiden Patientengruppen bis Woche 52 erhalten.
Tabelle 9: Klinisches Ansprechen in BE MOBILE 1 und BE MOBILE 2
BE MOBILE 1 (nr-axSpA) BE MOBILE 2 (AS)
Placebo BKZ 160 mg Q4W Unterschied Placebo BKZ 160 mg Unterschied(N = 126) (N = 128) gegenüber Placebo (N = 111) Q4W gegenüber Placebon (%) n (%) (95%-KI)a) n (%) (N = 221) (95%-KI)a)n (%)
ASAS 40
Woche 16 27 (21,4) 61 (47,7)* 26,2 (14,9; 37,5) 25 (22,5) 99 (44,8)* 22,3 (11,5; 33,0)
Woche 52 78 (60,9) 129 (58,4)
ASAS-40 ohneanti-TNFα-
Vorbehandlung (N = 109) (N = 118) (N = 94) (N = 184)
Woche 16 25 (22,9) 55 (46,6 ) 24,8 (12,4; 37,1) 22 (23,4) 84 (45,7)* 22,3 (10,5; 34,0)
Woche 52 73 (61,9) 108 (58,7)
ASAS 20
Woche 16 48 (38,1) 88 (68,8)* 30,7 (19,0; 42,3) 48 (43,2) 146 (66,1)* 22,8 (11,8; 33,8)
Woche 52 94 (73,4) 158 (71,5)
ASAS -partielle
Remission
Woche 16 9 (7,1) 33 (25,8)* 18,6 (9,7; 27,6) 8 (7,2) 53 (24,0)* 16,8 (8,1; 25,5)
Woche 52 38 (29,7) 66 (29,9)
ASDAS -erhebliche
Verbesserung
Woche 16 9 (7,1) 35 (27,3)* 20,2 (11,2; 29,3) 6 (5,4) 57 (25,8)* 20,4 (11,7; 29,1)
Woche 52 47 (36,7) 71 (32,1)
BASDAI-50
Woche 16 27 (21,4) 60 (46,9) 25,3 (14,0; 36,6) 29 (26,1) 103 (46,6) 20,5 (9,6; 31,4)
Woche 52 69 (53,9) 119 (53,8)
BKZ 160 mg Q4W = Bimekizumab 160 mg alle 4 Wochen. ASDAS = Ankylosing Spondylitis Disease Activity Score.
NRI wird verwendet.a) Unbereinigte Unterschiede werden dargestellt.
* p < 0,001 gegenüber Placebo, für Multiplizität korrigiert.
Der Anteil der Patienten in BE MOBILE 1, die in Woche 16 einen ASDAS < 2,1 (eine Kombinationaus ASDAS-ID [inactive disease] und ASDAS-LD [low disease]) erreichten, betrug in der
Bimekizumab-Gruppe 46,1 % und 21,1 % in der Placebogruppe (multiple Imputation). In Woche 52erreichten 61,6 % der Patienten in der Bimekizumab-Gruppe einen ASDAS < 2,1, davon 25,2 % mitinaktiver Krankheit (ASDAS < 1,3).
Der Anteil der Patienten in BE MOBILE 2, die in Woche 16 einen ASDAS < 2,1 (eine Kombinationaus ASDAS-ID und ASDAS-LD) erreichten, betrug in der Bimekizumab-Gruppe 44,8 % und 17,4 %in der Placebogruppe (multiple Imputation). In Woche 52 erreichten 57,1 % der Patienten in der
Bimekizumab-Gruppe einen ASDAS < 2,1, davon 23,4 % mit inaktiver Krankheit (ASDAS < 1,3).
Alle vier ASAS-40-Komponenten (Gesamtwirbelsäulenschmerzen, Morgensteifigkeit, Bath
Ankylosing Spondylitis Functional Index [BASFI] und Patient's Global Assessment of Disease Activity[PGADA]) verbesserten sich unter der Bimekizumab-Behandlung und trugen zum gesamten ASAS-40-Ansprechen in Woche 16 bei. Diese Verbesserungen blieben in beiden Patientengruppen bis
Woche 52 erhalten.
Die Verbesserungen bei anderen Wirksamkeitsparametern sind in Tabelle 10 dargestellt.
Tabelle 10: Weitere Wirksamkeitsparameter in BE MOBILE 1 und BE MOBILE 2
BE MOBILE 1 (nr-axSpA) BE MOBILE 2 (AS)
Placebo BKZ 160 mg Placebo BKZ 160 mg(N = 126) Q4W (N = 111) Q4W(N = 128) (N = 221)
Nächtliche Wirbelsäulenschmerzen
Baseline 6,7 6,9 6,8 6,6
Mittlere Veränderung in Woche 16 gegenüber Baseline -1,7 -3,6* -1,9 -3,3*
Mittlere Veränderung in Woche 52 gegenüber Baseline -4,3 -4,1
BASDAI
Baseline 6,7 6,9 6,5 6,5
Mittlere Veränderung in Woche 16 gegenüber Baseline -1,5 -3,1* -1,9 -2,9*
Mittlere Veränderung in Woche 52 gegenüber Baseline -3,9 -3,6
BASMI
Baseline 3,0 2,9 3,8 3,9
Mittlere Veränderung in Woche 16 gegenüber Baseline -0,1 -0,4 -0,2 -0,5**
Mittlere Veränderung in Woche 52 gegenüber Baseline -0,6 -0,7hs-CRP (mg/l)
Baseline (geometrisches Mittel) 5,0 4,6 6,7 6,5
Verhältnis zu Baseline in Woche 16 0,8 0,4 0,9 0,4
Verhältnis zu Baseline in Woche 52 0,4 0,3
BASMI = Bath Ankylosing Spondylitis Metrology Index. Hs-CRP = hochsensitives C-reaktives Protein
MI wird verwendet.
*p < 0,001 referenzbasierte Imputation, gegenüber Placebo, für Multiplizität korrigiert. **p < 0,01 referenzbasierte
Imputation, gegenüber Placebo, für Multiplizität korrigiert.
Die Behandlung mit Bimekizumab war sowohl in der nr-axSpA- als auch in der AS-Patientengruppemit einem schnellen Wirkeintritt assoziiert.
Das ASAS-40-Ansprechen auf die Behandlung war in BE MOBILE 1 bereits in Woche 1 (16,4 %gegenüber 1,6 %, nominal p < 0,001) und in BE MOBILE 2 in Woche 2 (16,7 % gegenüber 7,2 %,nominal p = 0,019) unter Bimekizumab stärker als unter Placebo.
Unter Bimekizumab wurde bereits in Woche 2 sowohl in der nr-axSpA- als auch in der AS-
Patientengruppe außerdem ein rascher Rückgang der systemischen Entzündung, bestimmt anhand derhs-CRP-Werte, verzeichnet mit nominalen p-Werten < 0,001 in beiden Studien.
Abbildung 7: ASAS-40-Ansprechen im Zeitverlauf bis Woche 52 in BE MOBILE 1 (NRI)
Zeit (Woche)
Patienten, die Placebo erhielten, wurden in Woche 16 auf Bimekizumab 160 mg Q4W umgestellt.
Abbildung 8: ASAS-40-Ansprechen im Zeitverlauf bis Woche 52 in BE MOBILE 2 (NRI)
Zeit (Woche)
Patienten, die Placebo erhielten, wurden in Woche 16 auf Bimekizumab 160 mg Q4W umgestellt.
In einer integrierten Analyse zu BE MOBILE 1 und BE MOBILE 2 blieb bei den mit Bimekizumabbehandelten Patienten, die in Woche 16 ein ASAS-40-Ansprechen erreichten, dieses Ansprechen bei82,1 % bis Woche 52 erhalten.
Die Wirksamkeit von Bimekizumab wurde unabhängig von Alter, Geschlecht, ethnischer
Zugehörigkeit, Krankheitsdauer, Entzündungsstatus zu Baseline, Baseline-ASDAS und begleitendencDMARDs nachgewiesen.
Ein vergleichbares ASAS-40-Ansprechen war bei Patienten unabhängig von einer vorherigen anti-
TNFα-Behandlung zu beobachten.
In Woche 16 war bei Patienten mit Enthesitis bei Baseline der Anteil der Patienten (NRI) mitabklingender Enthesitis gemäß Maastricht Ankylosing Spondylitis Enthesitis Index (MASES) unter
Bimekizumab größer als unter Placebo (BE MOBILE 1: 51,1 % gegenüber 23,9 % und BE MOBILE2: 51,5 % gegenüber 32,8 %). Das Abklingen der Enthesitis blieb unter Bimekizumab in beiden
Studien bis zur Woche 52 erhalten (BE MOBILE 1: 54,3 % und BE MOBILE 2: 50,8 %).
ASAS-40-Ansprechrate Ansprechrate (%)
Verringerung der Entzündung
Bimekizumab verringerte die Entzündungswerte gemäß hs-CRP (siehe Tabelle 10) und gemäß MRTin einer Bildgebungs-Substudie. Die Entzündungszeichen wurden zu Baseline und in Woche 16mittels MRT beurteilt und als Veränderung im SPARCC (Spondyloarthritis Research Consortium of
Canada)-Score für die Iliosakralgelenke und im ASspiMRI-a(Ankylosing Spondylitis spine Magnetic
Resonance Imagine-activity)-Score in der Berlin-Modifikation für die Wirbelsäule gegenüber Baselineausgedrückt. Eine Verringerung der Entzündungszeichen sowohl in den Iliosakralgelenken als auch inder Wirbelsäule wurde bei den mit Bimekizumab behandelten Patienten im Vergleich zu Placebobeobachtet (siehe Tabelle 11). Die Verringerung der Entzündung gemäß hs-CRP und gemäß MRTblieb bis Woche 52 erhalten.
Tabelle 11: Verringerung der Entzündung gemäß MRT in BE MOBILE 1 und BE MOBILE 2
BE MOBILE 1 (nr-axSpA) BE MOBILE 2 (AS)
Placebo BKZ 160 mg Placebo BKZ 160 mg
Q4W Q4W
SPARCC-Score
Mittlere Veränderung in Woche 16 gegenüber Baseline a) -1,56 -6,15 0,59 -4,51(N = 62) (N = 78) (N = 46) (N = 81)
Mittlere Veränderung in Woche 52 gegenüber Baseline a) -7,57 -4,67(N = 67) (N = 78)
ASspiMRI-a-Score (in der Berlin Modifikation)
Mittlere Veränderung in Woche 16 gegenüber Baseline a) 0,03 -0,36 -0,34 -2,23(N = 60) (N = 74) (N = 46) (N = 81)
Mittlere Veränderung in Woche 52 gegenüber Baseline a) -0,70 -2,38(N = 65) (N = 77)a) Die Werte für die Veränderung gegenüber Baseline basieren auf den beobachteten Fällen und wurden durch die zentrale
Auswertung des Datensatzes für Woche 52 ermittelt.
Körperliche Funktionsfähigkeit und weitere gesundheitsbezogene Ergebnisse
Die mit Bimekizumab behandelten Patienten zeigten eine signifikante Verbesserung der körperlichen
Funktion gemäß BASFI-Beurteilung gegenüber Baseline im Vergleich zu Placebo (Veränderung des
Kleinste-Quadrate-Mittelwerts in Woche 16 gegenüber Baseline in BE MOBILE 1: -2,4 gegenüber
- 0,9, p < 0,001 und in BE MOBILE 2: -2,0 gegenüber -1,0, p < 0,001). Die mit Bimekizumabbehandelten Patienten zeigten eine signifikante Verbesserung im SF-36 PCS-Score gegenüber
Baseline im Vergleich zu Placebo (Veränderung des Kleinste-Quadrate-Mittelwerts in Woche 16gegenüber Baseline in BE MOBILE 1: 9,3 gegenüber 5,4, p < 0,001 und in BE MOBILE 2: 8,5gegenüber 5,2, p < 0,001).
Die mit Bimekizumab behandelten Patienten zeigten eine signifikante Verbesserung dergesundheitsbezogenen Lebensqualität gemäß ASQoL (AS Quality of Life Questionnaire) gegenüber
Baseline im Vergleich zu Placebo (Veränderung des Kleinste-Quadrate-Mittelwerts in Woche 16gegenüber Baseline in BE MOBILE 1: -4,9 gegenüber -2,3, p < 0,001 und in BE MOBILE 2: -4,6gegenüber -3,0, p < 0,001) sowie eine bedeutsame Verringerung der Ermüdung gemäß FACIT-
Fatigue-Score (mittlere Veränderung in Woche 16 gegenüber Baseline in BE MOBILE 1: 8,5 für
Bimekizumab gegenüber 3,9 für Placebo und in BE MOBILE 2: 8,4 für Bimekizumab gegenüber 5,0für Placebo).
Die bis Woche 16 erzielten Verbesserungen bei allen Messgrößen der körperlichen Funktion und denanderen zuvor erwähnten gesundheitsbezogenen Ergebnissen (BASFI-, SF-36 PCS-, ASQoL- und
FACIT-Fatigue-Score) blieben in beiden Studien bis Woche 52 erhalten.
Extraartikuläre Manifestation
In gepoolten Daten aus BE MOBILE 1 (nr-axSpA) und BE MOBILE 2 (AS) war in Woche 16 der
Anteil der Patienten, die eine Uveitis entwickelten, unter Bimekizumab (0,6 %) geringer als unter
Placebo (4,6 %). Die Uveitis-Inzidenz blieb unter Langzeitbehandlung mit Bimekizumab gering(1,2/100 Patientenjahre in den gepoolten Phase-II/III-Studien).
Hidradenitis suppurativa
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Bimekizumab wurde bei 1014 erwachsenen Patienten(mindestens 18 Jahre alt) mit mittelschwerer bis schwerer Hidradenitis suppurativa (HS) in zweimultizentrischen, randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Phase-III-Studien (HS0003 -
BE HEARD I und HS0004 - BE HEARD II) untersucht. Bei den Patienten wurde HS seit mindestens6 Monaten mit einer Erkrankung im Hurley-Stadium II oder Hurley-Stadium III und mit ≥5entzündlichen Läsionen (d. h. Anzahl der Abszesse plus Anzahl der entzündlichen Knoten)diagnostiziert, und sie sprachen in der Vorgeschichte unzureichend auf eine systemische
Antibiotikatherapie zur Behandlung von HS an.
In beiden Studien wurden die Patienten randomisiert (2:2:2:1), um Bimekizumab 320 mg alle2 Wochen für 48 Wochen (320 mg Q2W/Q2W) oder Bimekizumab 320 mg alle 4 Wochen für48 Wochen (320 mg Q4W/Q4W) oder Bimekizumab 320 mg alle 2 Wochen bis Woche 16, gefolgtvon 320 mg alle 4 Wochen bis Woche 48 (320 mg Q2W/Q4W) oder Placebo bis Woche 16, gefolgtvon Bimekizumab 320 mg alle 2 Wochen bis Woche 48 zu erhalten. Die gleichzeitige Einnahme vonoralen Antibiotika war erlaubt, wenn der Patient für 28 Tage vor Baseline ein stabiles Dosisregime
Doxycyclin, Minocyclin oder ein gleichwertiges systemisches Tetrazyklin erhielt.
Der primäre Wirksamkeitsendpunkt in beiden Studien war das klinische Ansprechen der Hidradenitissuppurativa 50 (HiSCR50) in Woche 16, d. h. eine Verringerung der Gesamtzahl der Abszesse undentzündlichen Knoten um mindestens 50 % ohne Zunahme der Anzahl der Abszesse oderdrainierenden Tunnel gegenüber Baseline.
Die Baseline-Merkmale waren in beiden Studien gleich und spiegeln eine Population mitmittelschwerer bis schwerer HS wider. Die Patienten hatten eine mediane Krankheitsdauer von5,3 Jahren (Mittelwert 8,0 Jahre). Der Anteil der Patienten im Hurley-Stadium II und III betrug 55,7 %(50,3 % in HS0003 und 61,1 % in HS0004) bzw. 44,3 % (49,7 % in HS0003 und 38,9 % in HS0004),und 8,5 % erhielten eine begleitende Antibiotikatherapie für HS. Der mittlere Gesamtscore des
Dermatology Life Quality Index (DLQI) betrug bei Baseline 11,4. 56,8 % der Patienten warenweiblich, und das Durchschnittsalter aller Patienten betrug 36,6 Jahre. 79,7 % der Patienten warenweiß, und 10,8 % waren schwarz oder afroamerikanisch. 45,6 % der Patienten waren derzeit Raucher.
Klinisches AnsprechenDie Behandlung mit Bimekizumab führte zu einer klinisch relevanten Verbesserung der
Krankheitsaktivität gegenüber Placebo in Woche 16. Die wichtigsten Wirksamkeitsergebnisse sind in
Tabelle 12 und 13 dargestellt. Die Ergebnisse in Tabelle 12 spiegeln die vordefinierte primäre Analysewider, bei der jede systemische Antibiotikaeinnahme vor Woche 16 zu einer Imputation von Nicht-
Ansprechen führte. In Tabelle 13 führte nur die Einnahme von systemischen Antibiotika, die vom
Prüfarzt als Notfallbehandlung für HS angesehen wurde, zur Imputation von Nicht-Ansprechen.
Tabelle 12: Ansprechen in BE HEARD I und BE HEARD II in Woche 16 - Primäranalysea
BE HEARD I BE HEARD II
Placebo BKZ 320 mg BKZ 320 mg Placebo BKZ 320 mg BKZ 320 mg(N = 72) Q4W Q2W (N = 74) Q4W Q2W(N = 144) (N = 289) (N = 144) (N = 291)
HiSCR50, % 28,7 45,3 47,8* 32,2 53,8* 52,0*(95%-KI) (18,1; 39,3) (36,8; 53,8) (41,8; 53,7) (21,4; 42,9) (45,4; 62,1) (46,1; 57,8)
HiSCR75, % 18,4 24,7 33,4* 15,6 33,7* 35,7*(95%-KI) (9,3; 27,5) (17,3; 32,1) (27,8; 39,1) (7,2; 24,0) (25,7; 41,7) (30,1; 41,3)
HSSDD-Ansprechenschlimmster
Hautschmerzb in % 15,0 22,1 32,3 10,9 28,6 31,8(95%-KI) (3,6; 26,5) (12,7; 31,4) (25,1; 39,5) (1,7; 20,1) (19,5; 37,8) (25,1; 38,4)a) Patienten, die aus irgendeinem Grund systemische Antibiotika einnehmen oder die Behandlung wegen unerwünschter
Ereignisse oder mangelnder Wirksamkeit abbrechen, werden bei allen nachfolgenden Besuchen für Responder-Variablen als
Non-Responder behandelt (oder unterliegen bei kontinuierlichen Variablen einer Mehrfach-Imputation). Andere fehlende
Daten wurden durch mehrfache Imputation ersetzt.b) Ansprechen von Hautschmerzen, basierend auf dem Schwellenwert für eine klinisch bedeutsame Veränderung innerhalbeines Patienten (definiert als eine Verringerung des wöchentlichen Wertes für die schlimmsten Hautschmerzen im täglichen
Tagebuch für Hidradenitis-Suppurativa-Symptome (Hidradenitis Suppurativa Symptom Daily Diary , HSSDD) ummindestens 3 Punkte gegenüber Baseline) in Woche 16 bei Studienteilnehmern mit einem Wert von ≥3 zur Baseline. Für BE
HEARD I: N = 46 für Placebo, N = 103 für BKZ Q4W und N = 190 für BKZ Q2W; BE HEARD II: N = 49 für Placebo,
N = 108 für BKZ Q4W und N = 209 für BKZ Q2W.
* p<0,025 gegenüber Placebo, für Multiplizität korrigiert.
Tabelle 13: Ansprechen in BE HEARD I und BE HEARD II in Woche 16 - unterstützende
Analysea
BE HEARD I BE HEARD II
Placebo BKZ 320 mg BKZ 320 mg Placebo BKZ 320 mg BKZ 320 mg(N = 72) Q4W Q2W (N = 74) Q4W Q2W(N = 144) (N = 289) (N = 144) (N = 291)
HiSCR50, % 34,0 53,5 55,2 32,3 58,5 58,7(95%-KI) (23,0; 45,1) (45,0; 62,0) (49,2; 61,1) (21,5; 43,1) (50,2; 66,8) (53,0; 64,5)
HiSCR75, % 18,3 31,4 38,7 15,7 36,4 39,7(95%-KI) (9,3; 27,3) (23,5; 39,4) (32,9; 44,5) (7,2; 24,1) (28,3; 44,5) (34,0; 45,5)
HSSDD-Ansprechenschlimmster
Hautschmerzb in % 16,1 25,3 36,7 11,1 32,9 36,7(95%-KI) (4,5; 27,8) (16,0; 34,7) (29,4; 44,1) (1,8; 20,4) (23,5; 42,4) (29,8; 43,6)a) Post-hoc-Analyse (modifizierte Non-Responder-Imputation [mNRI]): Patienten, die systemische Antibiotika als
Notfallmedikation für HS gemäß der Definition des Prüfarztes einnehmen oder die die Behandlung aufgrund vonunerwünschten Ereignissen oder mangelnder Wirksamkeit abbrechen, werden bei allen nachfolgenden Besuchen für
Responder-Variablen als Non-Responder behandelt (oder unterliegen bei kontinuierlichen Variablen einer multiplen
Imputation). Andere fehlende Daten wurden durch mehrfache Imputation ersetzt.b) Ansprechen von Hautschmerzen, basierend auf dem Schwellenwert für eine klinisch bedeutsame Veränderung innerhalbeines Patienten (definiert als eine Abnahme des wöchentlichen Wertes für die schlimmsten Hautschmerzen im täglichen
Tagebuch für Hidradenitis-Suppurativa-Symptome (HSSDD) um mindestens 3 Punkte gegenüber Baseline) in Woche 16 bei
Studienteilnehmern mit einem Wert von ≥3 zur Baseline. Für BE HEARD I: N = 46 für Placebo, N = 103 für BKZ Q4W und
N = 190 für BKZ Q2W; BE HEARD II: N = 49 für Placebo, N = 108 für BKZ Q4W und N = 209 für BKZ Q2W.
In beiden Studien trat die Wirkung von Bimekizumab bereits in Woche 2 ein.
Die Wirksamkeit von Bimekizumab wurde unabhängig von vorheriger Biologika-Therapie undsystemischer Antibiotikaeinnahme zu Studienbeginn nachgewiesen.
Das klinische Ansprechen hielt in beiden Studien bis Woche 48 an (siehe Tabelle 14).
Tabelle 14: Ansprechen in BE HEARD I und BE HEARD II in Woche 48 (mNRI*)
BE HEARD I BE HEARD II
BKZ 320 mg BKZ 320 mg BKZ 320 mg BKZ 320 mg BKZ 320 mg BKZ 320 mg
Q4W/Q4W Q2W/Q4W Q2W/Q2W Q4W/Q4W Q2W/Q4W Q2W/Q2W(N = 144) (N = 146) (N = 143) (N = 144) (N = 146) (N = 145)
HiSCR50, % 52,7 61,4 60,6 63,2 63,8 60,6
HiSCR75, % 40,5 44,7 47,6 53,9 48,8 47,3
* mNRI (modifizierte Non-Responder-Imputation): Patienten, die systemische Antibiotika als Notfallmedikation für HSgemäß der Definition des Prüfarztes einnehmen oder die die Behandlung aufgrund von unerwünschten Ereignissen odermangelnder Wirksamkeit abbrechen, werden bei allen nachfolgenden Besuchen für Responder-Variablen als Non-Responderbehandelt (oder unterliegen bei kontinuierlichen Variablen einer multiplen Imputation). Andere fehlende Daten wurden durchmehrfache Imputation ersetzt. Dieser explorative Ansatz zum Umgang mit fehlenden Daten wurde post-hoc durchgeführt.
Gesundheitsbezogene Lebensqualität
In beiden Studien erfuhren die mit Bimekizumab behandelten Patienten im Vergleich zu Placebo einedeutlichere Verbesserung ihrer gesundheitsbezogenen Lebensqualität, die mit dem hautspezifischen
Standard-DLQI gemessen wurde (Tabelle 15).
Tabelle 15: Gesundheitsbezogene Lebensqualität in BE HEARD I und BE HEARD II in
Woche 16
BE HEARD I BE HEARD II
Placebo BKZ 320 mg BKZ 320 mg Placebo BKZ 320 mg BKZ 320 mg(N = 72) Q4W Q2W (N = 74) Q4W Q2W(N = 144) (N = 289) (N = 144) (N = 291)
DLQI-
Gesamtscore
Mittlere cfba (SE) -2,9 (0,8) -5,4 (0,6) -5,0 (0,4) -3,2 (0,6) -4,5 (0,5) -4,6 (0,3)
Der DLQI-Gesamtwert reicht von 0 bis 30, wobei höhere Werte eine geringere gesundheitsbezogene Lebensqualität (health-related quality of life, HRQoL) anzeigen.
Patienten, die systemische Antibiotika als Notfallmedikation für HS gemäß der Definition des Prüfarztes einnehmen oder diedie Behandlung aufgrund von Nebenwirkungen oder mangelnder Wirksamkeit abbrechen, unterliegen einer Mehrfach-
Imputation. Andere fehlende Daten wurden durch mehrfache Imputation ersetzt.a) cfb: Änderung gegenüber Baseline.
Die in Woche 16 mit Bimekizumab erzielte Verbesserung der gesundheitsbezogenen Lebensqualitätblieb bis Woche 48 erhalten.
Kinder und JugendlicheDie Europäische Arzneimittel-Agentur hat für Bimzelx eine Zurückstellung von der Verpflichtung zur
Vorlage von Ergebnissen zu Studien in einer oder mehreren pädiatrischen Altersklassen zu Psoriasis,chronischer idiopathischer Arthritis und Hidradenitis suppurativa gewährt (siehe Abschnitt 4.2 bzgl.
Informationen zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen).
Die pharmakokinetischen (PK) Eigenschaften von Bimekizumab waren bei Patienten mit Plaque-
Psoriasis, Psoriasis-Arthritis und axialer Spondyloarthritis (nr-axSpA und AS) vergleichbar.
Auf Basis der populationspharmakokinetischen Analysen und unter Verwendung eines Referenz-
Körpergewichts von 90 kg wurden die scheinbare Clearance und das Verteilungsvolumen von
Bimekizumab bei Patienten mit Hidradenitis suppurativa auf etwa 31 bzw. 18 % höher geschätzt alsbei den oben genannten Indikationen, wobei die Halbwertszeit bei HS auf 20 Tage geschätzt wurde.
Folglich war die mediane Steady-State-Talkonzentration bei einer Dosis von 320 mg alle 4 Wochenbei HS im Vergleich zu anderen Indikationen um etwa 40 % niedriger.
ResorptionAuf Basis der populationspharmakokinetischen Analyse erreichte Bimekizumab nach einersubkutanen Einzeldosis von 320 mg bei Plaque-Psoriasis-Patienten eine mediane (2,5. und 97,5.
Perzentil) maximale Plasmakonzentration von 25 (12-50) μg/ml zwischen 3 und 4 Tagen nach der
Dosisgabe.
Die populationspharmakokinetische Analyse zeigte, dass Bimekizumab bei gesunden Freiwilligen miteiner durchschnittlichen absoluten Bioverfügbarkeit von 70,1 % resorbiert wurde.
Basierend auf simulierten Daten liegen die mediane (2,5. und 97,5. Perzentil) Spitzen- bzw.
Talkonzentration im Steady-State nach subkutaner Verabreichung von 320 mg alle 4 Wochenbei 43 (20-91) µg/ml bzw. 20 (7-50) µg/ml und der Steady-State wird bei vierwöchentlicher
Dosisgabe nach etwa 16 Wochen erreicht. Im Vergleich zur Exposition nach einer Einzeldosis zeigtedie populationspharmakokinetische Analyse, dass die Patienten nach wiederholter vierwöchentlicher
Verabreichung einen 1,74-fachen Anstieg der maximalen Plasmakonzentrationen und der Fläche unterder Kurve (area under the curve, AUC) aufwiesen.
Nach der Umstellung von einer Dosierung 320 mg alle 4 Wochen auf 320 mg alle 8 Wochen in
Woche 16 wurde der Steady-State etwa 16 Wochen nach der Umstellung erreicht. Die medianen(2,5. und 97,5. Perzentil) Spitzen- bzw. Tal-Plasmakonzentrationen liegen bei 30 (14-60) μg/mlbzw. 5 (1-16) μg/ml.
VerteilungAuf Basis populationspharmakokinetischer Analysen betrug das mittlere Verteilungsvolumen (V/F)(Variationskoeffizient %) bei Patienten mit Plaque-Psoriasis im Steady-State 11,2 l (30,5 %).
BiotransformationBimekizumab ist ein monoklonaler Antikörper und es wird erwartet, dass er, analog zu endogenen
Immunglobulinen, über katabole Wege in kleine Peptide und Aminosäuren abgebaut wird.
EliminationAuf Basis populationspharmakokinetischer Analysen betrugen in klinischen Studien an Patienten mit
Plaque-Psoriasis die mediane scheinbare Clearance (CL/F) (Variationskoeffizient %) von
Bimekizumab 0,337 l/Tag (32,7 %) und die mittlere terminale Halbwertszeit 23 Tage.
Linearität/Nicht-LinearitätBimekizumab zeigte bei Patienten mit Plaque-Psoriasis eine dosisproportionale Pharmakokinetik übereinen Dosisbereich von 64 mg bis 480 mg nach mehrfacher subkutaner Verabreichung, wobei diescheinbare Clearance (CL/F) dosisunabhängig war.
Pharmakokinetische/pharmakodynamische ZusammenhängeEin populationspharmakokinetisches/pharmakodynamisches Modell wurde unter Verwendung allerverfügbaren Daten bei Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis entwickelt. Die
Analyse zeigte, dass höhere Bimekizumab-Konzentrationen mit einem besseren PASI (Psoriasis Areaand Severity Index)- und IGA(Investigators Global Assessment)-Ansprechen zusammenhängen. Beider Mehrheit der Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis (siehe Besondere
Patientengruppen, Körpergewicht) erwiesen sich eine Dosis von 320 mg alle 4 Wochen alsangemessen für den Zeitraum des Behandlungsbeginns und anschließend eine Dosis von 320 mgalle 8 Wochen als angemessen für den Erhaltungszeitraum.
Besondere PatientengruppenIm populationspharmakokinetischen Modell zeigt sich eine abnehmende Exposition mit steigendem
Körpergewicht. Man ging davon aus, dass die durchschnittliche Plasmakonzentration bei erwachsenen
Patienten mit einem Gewicht ≥ 120 kg nach subkutaner Injektion von 320 mg ummindestens 30 % niedriger sein würde als bei erwachsenen Patienten mit einem Körpergewichtvon 90 kg. Eine Dosisanpassung kann bei manchen Patienten angezeigt sein (siehe Abschnitt 4.2).
Ältere PatientenAuf Basis der populationspharmakokinetischen Analyse mit einer begrenzten Anzahl von älteren
Patienten (N = 355 für Alter ≥ 65 Jahre und N = 47 für Alter ≥ 75 Jahre) war die scheinbare Clearance(CL/F) bei älteren Patienten und Patienten unter 65 Jahren vergleichbar. Eine Dosisanpassung ist nichterforderlich (siehe Abschnitt 4.2).
Eingeschränkte Nieren- oder LeberfunktionEs wurden keine spezifischen Studien zur Ermittlung der Auswirkungen einer eingeschränkten
Nieren- oder Leberfunktion auf die Pharmakokinetik von Bimekizumab durchgeführt. Es wirderwartet, dass die renale Elimination von intaktem Bimekizumab, einem monoklonalen IgG-
Antikörper, gering und von untergeordneter Bedeutung ist. IgG-Antikörper werden hauptsächlich überden intrazellulären Katabolismus eliminiert und es ist daher auch nicht zu erwarten, dass eine
Leberfunktionsstörung die Clearance von Bimekizumab beeinflusst. Auf Basispopulationspharmakokinetischer Analysen hatten Leberfunktionsmarker (ALT/Bilirubin) keine
Auswirkung auf die Clearance von Bimekizumab bei Patienten mit Plaque-Psoriasis.
Ethnische ZugehörigkeitIn einer klinischen Studie zur Pharmakokinetik wurden hinsichtlich der Bimekizumab-Expositionkeine klinisch bedeutsamen Unterschiede zwischen japanischen oder chinesischen und kaukasischen
Studienteilnehmern beobachtet. Eine Dosisanpassung ist nicht erforderlich.
GeschlechtIm populationspharmakokinetischen Modell zeigte sich, dass Frauen möglicherweise eineum 10 % schnellere scheinbare Clearance (CL/F) haben als Männer, was klinisch nicht bedeutsam ist.
Eine Dosisanpassung ist nicht erforderlich.
Auf der Grundlage von Gewebe-Kreuzreaktivitätstests, Studien zur Toxizität bei wiederholter Gabe(einschließlich sicherheitspharmakologischer Endpunkte und Bewertung fertilitätsbezogener
Endpunkte) und Beurteilung der prä- und postnatalen Entwicklung beim Cynomolgus-Affen lassen diepräklinischen Daten keine besonderen Gefahren für den Menschen erkennen.
Bei Cynomolgus-Affen beschränkten sich Bimekizumab-bezogene Wirkungen auf mukokutane
Veränderungen, die einer pharmakologischen Modulation der Normalflora entsprachen.
Zur Mutagenität und Karzinogenität von Bimekizumab wurden keine Studien durchgeführt. Eine
Schädigung der DNA oder Chromosomen ist bei monoklonalen Antikörpern jedoch nicht zu erwarten.
In einer 26-wöchigen Studie zur chronischen Toxikologie an Cynomolgus-Affen wurden bei einer
Dosis, die dem 109-Fachen der humantherapeutischen Exposition bei 320 mg alle 4 Wochenentspricht, keine präneoplastischen oder neoplastischen Läsionen beobachtet.
In einer peri- und postnatalen Entwicklungsstudie an Cynomolgus-Affen zeigten sich unter
Bimekizumab keine Auswirkungen auf Schwangerschaft, Geburt, Säuglingsüberleben, fetale undpostnatale Entwicklung bei Verabreichung während der Organogenese und bis zur Geburt in einer
Dosis, die dem 27-Fachen der menschlichen Exposition bei 320 mg alle 4 Wochen, basierend auf der
AUC, entsprach. Bei der Geburt waren die Serumkonzentrationen von Bimekizumab bei denneugeborenen Affen vergleichbar mit jenen der Mütter.
Glycin
Natriumacetat-Trihydrat
Essigsäure 99 %
Polysorbat 80
Wasser für Injektionszwecke
Da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, darf dieses Arzneimittel nicht mit anderen
Arzneimitteln gemischt werden.
3 Jahre
Bimzelx 160 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze
Im Kühlschrank lagern (2 °C - 8 °C).
Nicht einfrieren.
Die Fertigspritze im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
Die Fertigspritze kann bei Raumtemperatur (nicht über 25 °C) für einen einmaligen Zeitraum vonmaximal 25 Tagen lichtgeschützt aufbewahrt werden. Wurde das Arzneimittel aus dem Kühlschrankgenommen und unter diesen Bedingungen aufbewahrt, verwerfen Sie es nach 25 Tagen oder nach
Ablauf des auf dem Etikett und dem Umkarton aufgedruckten Verfalldatums, je nachdem was zuersteintritt. Das Feld auf dem Umkarton steht zur Verfügung, um das Datum der Entnahme aus dem
Kühlschrank einzutragen.
Bimzelx 320 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze
Im Kühlschrank lagern (2 °C - 8 °C).
Nicht einfrieren.
Die Fertigspritze im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
Die Fertigspritze kann bei Raumtemperatur (nicht über 25 °C) für einen einmaligen Zeitraum vonmaximal 25 Tagen lichtgeschützt aufbewahrt werden. Wurde das Arzneimittel aus dem Kühlschrankgenommen und unter diesen Bedingungen aufbewahrt, verwerfen Sie es nach 25 Tagen oder nach
Ablauf des auf dem Etikett und dem Umkarton aufgedruckten Verfalldatums, je nachdem was zuersteintritt. Das Feld auf dem Umkarton steht zur Verfügung, um das Datum der Entnahme aus dem
Kühlschrank einzutragen.
Bimzelx 160 mg Injektionslösung im Fertigpen
Im Kühlschrank lagern (2 °C - 8 °C).
Nicht einfrieren.
Den Fertigpen im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
Der Fertigpen kann bei Raumtemperatur (nicht über 25 °C) für einen einmaligen Zeitraum vonmaximal 25 Tagen lichtgeschützt aufbewahrt werden. Wurde das Arzneimittel aus dem Kühlschrankgenommen und unter diesen Bedingungen aufbewahrt, verwerfen Sie es nach 25 Tagen oder nach
Ablauf des auf dem Etikett und dem Umkarton aufgedruckten Verfalldatums, je nachdem was zuersteintritt. Das Feld auf dem Umkarton steht zur Verfügung, um das Datum der Entnahme aus dem
Kühlschrank einzutragen.
Bimzelx 320 mg Injektionslösung im Fertigpen
Im Kühlschrank lagern (2 °C - 8 °C).
Nicht einfrieren.
Den Fertigpen im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
Der Fertigpen kann bei Raumtemperatur (nicht über 25 °C) für einen einmaligen Zeitraum vonmaximal 25 Tagen lichtgeschützt aufbewahrt werden. Wurde das Arzneimittel aus dem Kühlschrankgenommen und unter diesen Bedingungen aufbewahrt, verwerfen Sie es nach 25 Tagen oder nach
Ablauf des auf dem Etikett und dem Umkarton aufgedruckten Verfalldatums, je nachdem was zuersteintritt. Das Feld auf dem Umkarton steht zur Verfügung, um das Datum der Entnahme aus dem
Kühlschrank einzutragen.
Bimzelx 160 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze1-ml-Fertigspritze (Typ-I-Glas) mit einem Stopfen aus Fluorpolymer-beschichtetem Brombutyl-
Kautschuk, mit eingeklebter dünnwandiger 27G-Halbzoll-Kanüle und einem starren Nadelschutz(bestehend aus einer Nadelabdeckung aus einem thermoplastischen Elastomer und einem starren
Schutzschild aus Polypropylen), montiert in einem automatischen Nadelschutz.
Packungsgröße mit 1 Fertigspritze.
Packungsgröße mit 2 Fertigspritzen.
Mehrfachpackung mit 3 (3 Packungen zu je 1) Fertigspritzen.
Mehrfachpackung mit 4 (2 Packungen zu je 2) Fertigspritzen.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
Bimzelx 320 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze2-ml-Fertigspritze (Typ-I-Glas) mit einem Stopfen aus Fluorpolymer-beschichtetem Brombutyl-
Kautschuk, mit eingeklebter dünnwandiger 27G-Halbzoll-Kanüle und einem starren Nadelschutz(bestehend aus einer Nadelabdeckung aus einem thermoplastischen Elastomer und einem starren
Schutzschild aus Polypropylen), montiert in einem automatischen Nadelschutz.
Packungsgröße mit 1 Fertigspritze.
Mehrfachpackung mit 3 (3 Packungen zu je 1) Fertigspritzen.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
Bimzelx 160 mg Injektionslösung im Fertigpen1-ml-Fertigpen, bestehend aus einer Fertigspritze (Typ-I-Glas) mit einem Stopfen aus Fluorpolymer-beschichtetem Brombutyl-Kautschuk, mit eingeklebter dünnwandiger 27G-Halbzoll-Kanüle undeinem starren Nadelschutz (bestehend aus einer Nadelabdeckung aus einem thermoplastischen
Elastomer und einem starren Schutzschild aus Polypropylen).
Packungsgröße mit 1 Fertigpen.
Packungsgröße mit 2 Fertigpens.
Mehrfachpackung mit 3 (3 Packungen zu je 1) Fertigpens.
Mehrfachpackung mit 4 (2 Packungen zu je 2) Fertigpens.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
Bimzelx 320 mg Injektionslösung im Fertigpen2-ml-Fertigpen, bestehend aus einer Fertigspritze (Typ-I-Glas) mit einem Stopfen aus Fluorpolymer-beschichtetem Brombutyl-Kautschuk, mit eingeklebter dünnwandiger 27G-Halbzoll-Kanüle undeinem starren Nadelschutz (bestehend aus einer Nadelabdeckung aus einem thermoplastischen
Elastomer und einem starren Schutzschild aus Polypropylen).
Packungsgröße mit 1 Fertigpen.
Mehrfachpackung mit 3 (3 Packungen zu je 1) Fertigpens.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.
UCB Pharma S.A.
Allée de la Recherche 60
B-1070 Bruxelles
Belgien
Bimzelx 160 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze
EU/1/21/1575/001
EU/1/21/1575/002
EU/1/21/1575/003
EU/1/21/1575/004
Bimzelx 320 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze
EU/1/21/1575/009
EU/1/21/1575/010
Bimzelx 160 mg Injektionslösung im Fertigpen
EU/1/21/1575/005
EU/1/21/1575/006
EU/1/21/1575/007
EU/1/21/1575/008
Bimzelx 320 mg Injektionslösung im Fertigpen
EU/1/21/1575/011
EU/1/21/1575/012
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 20. August 2021
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung:
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur https://www.ema.europa.eu verfügbar.