Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels BEOVU 120mg / ml injektionslösung in einer fertigspritze
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
Beovu 120 mg/ml Injektionslösung in einer Fertigspritze
Beovu 120 mg/ml Injektionslösung
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Ein ml Injektionslösung enthält 120 mg Brolucizumab*.
* Brolucizumab ist das einzelkettige Fragment der variablen Region (scFv) eines humanisiertenmonoklonalen Antikörpers, das durch rekombinante DNA-Technologie in Escherichia coli-Zellenhergestellt wurde.
Beovu 120 mg/ml Injektionslösung in einer Fertigspritze
Jede Fertigspritze enthält 19,8 mg Brolucizumab in 0,165 ml Lösung. Diese Menge reicht aus, um eine
Einzeldosis von 0,05 ml Lösung, in denen 6 mg Brolucizumab enthalten sind, zu verabreichen.
Beovu 120 mg/ml Injektionslösung
Jede Durchstechflasche enthält 27,6 mg Brolucizumab in 0,23 ml Lösung. Diese Menge reicht aus, umeine Einzeldosis von 0,05 ml Lösung, in denen 6 mg Brolucizumab enthalten sind, zu verabreichen.
Sonstiger Bestandteil mit bekannter WirkungJede Fertigspritze enthält 0,03 mg Polysorbat 80 in 0,165 ml Lösung. Dies entspricht 0,01 mg
Polysorbat 80 pro Dosis (0,05 mg).
Jede Durchstechflasche enthält 0,05 mg Polysorbat 80 in 0,23 ml Lösung. Dies entspricht 0,01 mg
Polysorbat 80 pro Dosis (0,05 mg).
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Injektionslösung (Injektion).
Klare bis leicht opaleszierende, farblose bis leicht bräunlich gelbe, wässrige Lösung.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Beovu wird angewendet bei Erwachsenen zur:
* Behandlung der neovaskulären (feuchten) altersabhängigen Makuladegeneration (AMD) (siehe
Abschnitt 5.1),
* Behandlung einer Visusbeeinträchtigung infolge eines diabetischen Makulaödems (DMÖ)(siehe Abschnitt 5.1).
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
Beovu darf nur von qualifizierten Ophthalmologen mit Erfahrung in der Durchführung vonintravitrealen Injektionen appliziert werden.
DosierungFeuchte AMD
Behandlungsbeginn - Aufdosierung
Die empfohlene Dosis beträgt 6 mg Brolucizumab (0,05 ml Lösung), die als intravitreale Injektion alle4 Wochen (monatlich) für die ersten 3 Dosen verabreicht wird. Es wird vorgeschlagen, eine
Beurteilung der Krankheitsaktivität 16 Wochen (4 Monate) nach Behandlungsbeginn vorzunehmen.
Alternativ kann 6 mg Brolucizumab (0,05 ml Lösung) alle 6 Wochen für die ersten 2 Dosenverabreicht werden. Es wird vorgeschlagen, eine Beurteilung der Krankheitsaktivität 12 Wochen(3 Monate) nach Behandlungsbeginn vorzunehmen. Eine dritte Dosis kann in Woche 12 basierend aufder Krankheitsaktivität, die anhand der Sehschärfe und/oder anhand morphologischer Parameterbestimmt wird, verabreicht werden.
Erhaltungsbehandlung
Nach der letzten Aufdosierung kann der Arzt basierend auf der Krankheitsaktivität, die anhand der
Sehschärfe und/oder anhand morphologischer Parameter bestimmt wird, die Behandlungsintervalleindividuell festlegen.
Bei Patienten ohne Krankheitsaktivität sollte eine Behandlung alle 12 Wochen (3 Monate) in Betrachtgezogen werden. Bei Patienten mit Krankheitsaktivität sollte eine Behandlung alle 8 Wochen(2 Monate) in Betracht gezogen werden. Wenn Patienten nach einem Treat- und Extend-Schemabehandelt werden und keine Anzeichen einer Krankheitsaktivität vorliegen, können die
Behandlungsintervalle schrittweise verlängert werden bis Anzeichen einer Krankheitsaktivität wiederzurückkehren. Das Behandlungsintervall sollte jeweils um nicht mehr als 4 Wochen (1 Monat)verlängert oder verkürzt werden (siehe Abschnitt 5.1). Es gibt begrenzte Daten zu
Behandlungsintervallen, die länger als 20 Wochen (5 Monate) sind. Das Behandlungsintervallzwischen zwei Dosen von Beovu sollte nicht kürzer als 8 Wochen (2 Monate) sein (siehe
Abschnitt 4.4).
Wenn die visuellen und morphologischen Parameter darauf hindeuten, dass der Patient von einerweiteren Behandlung nicht profitiert, sollte die Behandlung mit Beovu abgebrochen werden.
DMÖDie empfohlene Dosis beträgt 6 mg Brolucizumab (0,05 ml Lösung), die als intravitreale Injektion alle6 Wochen für die ersten 5 Dosen verabreicht wird.
Danach kann der Arzt, basierend auf der Krankheitsaktivität, die anhand der Sehschärfe und/oderanhand morphologischer Parameter bestimmt wird, die Behandlungsintervalle individuell festlegen.
Bei Patienten ohne Krankheitsaktivität sollte eine Behandlung alle 12 Wochen (3 Monate) in Betrachtgezogen werden. Bei Patienten mit Krankheitsaktivität sollte eine Behandlung alle 8 Wochen(2 Monate) in Betracht gezogen werden. Nach 12 Monaten Behandlung können bei Patienten ohne
Krankheitsaktivität Behandlungsintervalle von bis zu 16 Wochen (4 Monate) in Betracht gezogenwerden (siehe Abschnitte 4.4 und 5.1).
Wenn die visuellen und morphologischen Parameter darauf hindeuten, dass der Patient von einerweiteren Behandlung nicht profitiert, sollte die Behandlung mit Beovu abgebrochen werden.
Besondere PatientengruppenÄltere PatientenBei älteren Patienten ab 65 Jahren ist keine Anpassung der Dosis erforderlich (siehe Abschnitt 5.2).
Patienten mit eingeschränkter NierenfunktionBei Patienten mit Nierenfunktionsstörung ist keine Anpassung der Dosis erforderlich (siehe
Abschnitt 5.2).
Patienten mit eingeschränkter LeberfunktionBrolucizumab wurde nicht bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion untersucht. Bei Patientenmit eingeschränkter Leberfunktion ist keine Anpassung der Dosis erforderlich (siehe Abschnitt 5.2).
Kinder und JugendlicheDie Sicherheit und Wirksamkeit von Brolucizumab bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren istnicht erwiesen. Es liegen keine Daten vor.
Art der AnwendungBeovu ist nur für die intravitreale Anwendung bestimmt.
Vor der Anwendung ist die Injektionslösung visuell zu überprüfen (siehe Abschnitt 6.6).
Die intravitreale Injektion muss unter aseptischen Bedingungen durchgeführt werden. Dies beinhalteteine chirurgische Händedesinfektion, sterile Operationshandschuhe, ein steriles Abdecktuch sowie einsteriles Lidspekulum (oder ein vergleichbares Instrument). Eine sterile Ausrüstung für eine
Parazentese ist vorsorglich bereitzuhalten. Vor der Durchführung der intravitrealen Verabreichungsollte eine gründliche Anamnese hinsichtlich möglicher Überempfindlichkeitsreaktionen erhobenwerden (siehe Abschnitt 4.3). Vor der Injektion sind eine adäquate Anästhesie und die Desinfektionder periokularen Haut, des Augenlids und der Augenoberfläche mit einem topischen Breitspektrum-
Antiseptikum durchzuführen.
Die Injektionskanüle sollte 3,5 bis 4,0 mm posterior zum Limbus in den Glaskörper eingebrachtwerden. Dabei sollte der horizontale Meridian vermieden und in Richtung Bulbusmitte gezielt werden.
Danach sollte das Injektionsvolumen von 0,05 ml langsam injiziert werden; nachfolgende Injektionensollten an unterschiedlichen Stellen der Sklera verabreicht werden.
Unmittelbar nach der intravitrealen Injektion sollten die Patienten hinsichtlich einer Erhöhung desintraokularen Drucks überwacht werden. Eine geeignete Überwachung kann aus einer Kontrolle der
Perfusion des Sehnervenkopfes oder einer Tonometrie bestehen. Vorsorglich sollte eine sterile
Ausrüstung zur Durchführung einer Parazentese bereitgehalten werden.
Nach der intravitrealen Injektion sollten die Patienten angewiesen werden, alle Symptome, die aufeine Endophthalmitis hinweisen (z. B. Augenschmerzen, Rötungen des Auges, Photophobie,
Verschwommensehen), unverzüglich zu melden.
Fertigspritze
Die Fertigspritze ist nur zum einmaligen Gebrauch bestimmt. Jede Fertigspritze darf nur zureinmaligen Behandlung eines einzelnen Auges verwendet werden.
Da das in der Fertigspritze enthaltene Volumen (0,165 ml) größer als die empfohlene Dosis (0,05 ml)ist, muss ein Teil des in der Fertigspritze enthaltenen Volumens vor der Anwendung verworfenwerden.
Die Injektion des gesamten Volumens der Fertigspritze kann eine Überdosierung zur Folge haben. Umdas Luftbläschen zusammen mit dem überschüssigen Arzneimittel zu entfernen, sollte der Kolbenlangsam gedrückt werden, bis sich der Rand unterhalb der Kuppel des Gummistopfens auf einer Liniemit der 0,05 ml-Dosierungsmarkierung der Spritze befindet (entspricht 50 µl, d. h. 6 mg
Brolucizumab).
Durchstechflasche
Die Durchstechflasche ist nur zum einmaligen Gebrauch bestimmt. Jede Durchstechflasche darf nurzur einmaligen Behandlung eines einzelnen Auges verwendet werden.
Da das in der Durchstechflasche enthaltene Volumen (0,23 ml) größer als die empfohlene Dosis(0,05 ml) ist, muss ein Teil des in der Durchstechflasche enthaltenen Volumens vor der Anwendungverworfen werden.
Die Injektion des gesamten Volumens der Durchstechflasche kann eine Überdosierung zur Folgehaben. Um das Luftbläschen zusammen mit dem überschüssigen Arzneimittel zu entfernen, sollte die
Luft vorsichtig aus der Spritze entfernt und die Dosis auf die 0,05 ml-Dosierungsmarkierungeingestellt werden (entspricht 50 µl, d. h. 6 mg Brolucizumab).
Anweisungen zur Herstellung des Arzneimittels vor der Verabreichung finden Sie in Abschnitt 6.6.
4.3 Kontraindikationen
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.
Patienten mit einer bestehenden okularen oder periokularen Infektion bzw. einem Verdacht darauf.
Patienten mit einer bestehenden intraokularen Entzündung.
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
RückverfolgbarkeitUm die Rückverfolgbarkeit biologischer Arzneimittel zu verbessern, müssen die Bezeichnung des
Arzneimittels und die Chargenbezeichnung des angewendeten Arzneimittels eindeutig dokumentiertwerden.
Endophthalmitis, intraokulare Entzündung, traumatische Katarakt, Netzhautablösung, Netzhauteinriss,retinale Vaskulitis und/oder retinaler Gefäßverschluss
Intravitreale Injektionen, einschließlich jener mit Beovu, können zu Endophthalmitis, intraokularer
Entzündung, traumatischer Katarakt, Netzhautablösung und Netzhauteinriss führen (siehe
Abschnitt 4.8). Es müssen immer ordnungsgemäße aseptische Injektionstechniken angewendetwerden, wenn Beovu verabreicht wird.
Die Patienten sollen angewiesen werden, alle Symptome, die auf eines der oben aufgeführten
Ereignisse hinweisen, unverzüglich zu melden.
Intraokulare Entzündungen einschließlich retinaler Vaskulitis und/oder retinalem Gefäßverschluss
In Zusammenhang mit der Anwendung von Beovu wurde über intraokulare Entzündungeneinschließlich retinaler Vaskulitis und/oder retinalem Gefäßverschluss berichtet (siehe Abschnitte 4.3und 4.8). Eine höhere Anzahl von intraokularen Entzündungsereignissen wurde bei Patienten mitbehandlungsbedingten Antikörpern beobachtet. Untersuchungen haben ergeben, dass die retinale
Vaskulitis und/oder der retinale Gefäßverschluss immunvermittelte Ereignisse sind. Intraokulare
Entzündungen einschließlich retinaler Vaskulitis und/oder retinalem Gefäßverschluss können nach derersten intravitrealen Injektion und zu jedem Zeitpunkt der Behandlung auftreten. Diese Ereignissewurden häufiger zu Beginn der Behandlung beobachtet.
Basierend auf klinischen Studien traten diese Ereignisse bei weiblichen Patienten, die mit Beovubehandelt wurden, häufiger auf als bei männlichen Patienten (z. B. 5,3 % bei Frauen gegenüber 3,2 %bei Männern in HAWK und HARRIER); auch bei Patienten japanischer Abstammung traten diese
Ereignisse häufiger auf.
Bei Patienten, bei denen diese Ereignisse auftreten, sollte die Behandlung mit Beovu abgebrochen unddie Ereignisse umgehend behandelt werden. Patienten, die mit Beovu behandelt werden und bei denenin der Vergangenheit eine intraokulare Entzündung und/oder ein retinaler Gefäßverschluss aufgetretensind/ist (innerhalb von 12 Monaten vor der ersten Brolucizumab-Injektion), sollten engmaschigüberwacht werden, da bei ihnen ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung einer retinalen Vaskulitisund/oder eines retinalen Gefäßverschlusses besteht.
Während der Erhaltungstherapie soll das Intervall zwischen zwei Beovu-Dosen nicht kürzer als8 Wochen sein, da bei nAMD-Patienten, die in einer klinischen Studie alle 4 Wochen eine
Erhaltungsdosis von Beovu erhielten, häufiger intraokulare Entzündungen (einschließlich retinaler
Vaskulitis) und retinaler Gefäßverschluss auftraten als bei Patienten, die in den pivotalen klinischen
Phase-III-Studien alle 8 oder 12 Wochen eine Erhaltungsdosis von Beovu erhielten.
Intraokulare Drucksteigerung
Eine vorübergehende Zunahme des intraokularen Drucks wurde innerhalb von 30 Minuten nach derintravitrealen Injektion von vaskulären endothelialen Wachstumsfaktor (VEGF; vascular endothelialgrowth factor)-Inhibitoren, einschließlich Brolucizumab (siehe Abschnitt 4.8), beobachtet. Besondere
Vorsicht ist bei Patienten mit einem schlecht eingestellten Glaukom geboten (Beovu darf nichtinjiziert werden, solange der Augeninnendruck bei ≥ 30 mmHg liegt). Sowohl der intraokulare Druckals auch die Perfusion des Sehnervenkopfes müssen kontrolliert und bei Bedarf behandelt werden.
Bilaterale Behandlung
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Brolucizumab bei der gleichzeitigen Behandlung beider Augenwurden nicht untersucht.
ImmunogenitätDa es sich um ein therapeutisches Protein handelt, besteht die Möglichkeit, dass Brolucizumabimmunogen wirkt (siehe Abschnitt 4.8). Patienten sollten angewiesen werden, ihren Arzt zuinformieren, wenn sie Symptome wie Augenschmerzen oder zunehmende Beschwerden am Auge,
Verschlechterung einer bestehenden Augenrötung, Verschwommensehen oder vermindertes
Sehvermögen, eine zunehmende Zahl kleiner Partikel in ihrem Sichtfeld oder eine erhöhte
Lichtsensibilität entwickeln (siehe Abschnitt 4.8).
Gleichzeitige Anwendung anderer anti-VEGF-Arzneimittel
Es liegen keine Daten zur gleichzeitigen Anwendung von Beovu mit anderen anti-VEGF-
Arzneimitteln am selben Auge vor. Brolucizumab sollte nicht gleichzeitig mit anderen anti-VEGF-
Arzneimitteln verabreicht werden (systemisch oder okular) (siehe Abschnitt 4.5).
Aussetzen der BehandlungBei intravitrealen anti-VEGF-Behandlungen sollte in folgenden Fällen die Behandlung unterbrochenund nicht früher als zum nächsten planmäßigen Termin fortgesetzt werden:
* Verminderung der bestmöglich korrigierten Sehschärfe (best corrected visual acuity, BCVA)um ≥ 30 Buchstaben im Vergleich zur zuletzt gemessenen Sehschärfe;
* Einriss der Retina;
* subretinale Blutung, bei der das Zentrum der Fovea betroffen ist oder bei der die Größe der
Blutung ≥ 50 % der gesamten betroffenen Läsion beträgt;
* durchgeführte oder geplante intraokulare Operation innerhalb der vergangenen oderkommenden 28 Tage.
Retinaler Pigmentepitheleinriss
Großflächige und/oder starke Abhebungen des retinalen Pigmentepithels stellen Risikofaktoren für die
Entwicklung eines retinalen Pigmentepitheleinrisses nach einer anti-VEGF-Therapie bei Patienten mitfeuchter AMD dar. Bei Patienten mit diesen Risikofaktoren zur Entwicklung retinaler
Pigmentepitheleinrisse ist zu Beginn einer Brolucizumab-Therapie Vorsicht geboten.
Rhegmatogene Netzhautablösung oder Makulaforamen
Bei Patienten mit rhegmatogener Netzhautablösung oder Makulaforamen Grad 3 oder 4 sollte die
Behandlung abgebrochen werden.
Systemische Wirkungen nach intravitrealer AnwendungSystemische Nebenwirkungen, einschließlich nicht-okularer Blutungen und arteriellerthromboembolischer Ereignisse, wurden nach intravitrealer Injektion von VEGF-Inhibitoren gemeldet.
Es besteht ein theoretisches Risiko, dass diese in Zusammenhang mit der VEGF-Inhibition stehenkönnen. Es liegen nur begrenzte Daten zur Sicherheit bei der Behandlung von AMD- und DMÖ-
Patienten vor, die in ihrer Vorgeschichte einen Schlaganfall, vorübergehende ischämische Attackenoder einen Myokardinfarkt innerhalb der letzten 3 Monate aufweisen. Bei der Behandlung dieser
Patienten sollte man Vorsicht walten lassen.
Patientengruppen mit begrenzter Datenlage
Für Diabetiker mit einem HbA1c-Wert von mehr als 10 % oder mit proliferativer diabetischer
Retinopathie liegen nur begrenzte Erfahrungen bei der Behandlung mit Beovu vor. Auch für
Diabetiker mit unkontrolliertem Bluthochdruck gibt es keine Erfahrungen zur Behandlung mit Beovu.
Diese mangelnde Datenlage sollte vom Arzt bei der Behandlung dieser Patienten berücksichtigtwerden.
NatriumgehaltDieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Dosis, d. h., es ist nahezu'natriumfrei“.
Polysorbat 80-Gehalt
Dieses Arzneimittel enthält 0,01 mg Polysorbat 80 pro Dosis (0,05 ml). Polysorbate könnenallergische Reaktionen hervorrufen. Patienten müssen angewiesen werden, ihrem Arzt mitzuteilen, obbei ihnen in der Vergangenheit schon einmal eine allergische Reaktion beobachtet wurde.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Es wurden keine Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen durchgeführt.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
Frauen im gebärfähigen AlterFrauen im gebärfähigen Alter müssen während der Behandlung mit Brolucizumab sowie nach
Behandlungsende noch für mindestens einen Monat nach der letzten Brolucizumab-Dosis einezuverlässige Verhütungsmethode anwenden.
SchwangerschaftBisher liegen keine oder nur sehr begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung von Brolucizumab bei
Schwangeren vor. Eine Studie an trächtigen Cynomolgus-Affen ergab keine Hinweise auf schädliche
Wirkungen in Bezug auf die Reproduktionstoxizität. Es liegen keine ausreichendentierexperimentellen Studien in Bezug auf eine Reproduktionstoxizität vor (siehe Abschnitt 5.3). Auchwenn die systemische Exposition nach okularer Anwendung sehr gering ist, besteht aufgrund des
Wirkmechanismus ein potenzielles Risiko für die embryofetale Entwicklung. Deshalb darf
Brolucizumab während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, der erwartete
Nutzen überwiegt die potenziellen Risiken für den Fötus.
StillzeitEs ist nicht bekannt, ob Brolucizumab in die Muttermilch übergeht. In einer Studie zur
Reproduktionstoxizität an Cynomolgus-Affen wurde Brolucizumab weder in der Muttermilch noch im
Serum von Säuglingen nachgewiesen (siehe Abschnitt 5.3). Ein Risiko für das gestillte
Neugeborene/Kind kann nicht ausgeschlossen werden. Es wird empfohlen, während der Behandlungmit Brolucizumab und bei Behandlungsende mindestens einen Monat nach der letzten Brolucizumab-
Dosis nicht zu stillen. Es muss eine Entscheidung darüber getroffen werden, ob das Stillen zuunterbrechen ist oder ob auf die Behandlung mit Brolucizumab verzichtet werden soll. Dabei sollsowohl der Nutzen des Stillens für das Kind als auch der Nutzen der Therapie für die Frauberücksichtigt werden.
FertilitätEs wurden keine Studien zur Reproduktion oder Fertilität durchgeführt. Die VEGF-Inhibition übtnachweislich eine Wirkung auf die follikuläre Entwicklung, die Funktion des Gelbkörpers und die
Fertilität aus. Aufgrund des Wirkmechanismus von VEGF-Inhibitoren besteht ein mögliches Risikofür die Fortpflanzungsfähigkeit bei Frauen.
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
MaschinenAufgrund von vorübergehenden Sehstörungen infolge der intravitrealen Injektion und der damiteinhergehenden Augenuntersuchung hat Beovu einen geringen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeitund die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen. Patienten sollten kein Fahrzeug führen und keine
Maschinen bedienen, bis sich ihr Sehvermögen wieder ausreichend erholt hat.
4.8 Nebenwirkungen
Zusammenfassung des SicherheitsprofilsFeuchte AMD
In zwei Phase-III-Studien zu feuchter AMD bildeten insgesamt 1 088 mit Brolucizumab behandelte
Patienten die Sicherheitspopulation. Davon wurden 730 Patienten mit der empfohlenen Dosis von6 mg behandelt.
Die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen waren verminderte Sehschärfe (7,3 %), Katarakt(7,0 %), Bindehautblutung (6,3 %) und 'Fliegende Mücken“ (Mouches volantes) (5,1 %).
Die schwerwiegendsten Nebenwirkungen waren Erblindung (0,8 %), Endophthalmitis (0,7 %),
Netzhautarterienverschluss (0,8 %) und Netzhautablösung (0,7 %).
DMÖIn zwei Phase-III-Studien zu DMÖ bildeten insgesamt 558 mit Brolucizumab behandelte Patienten die
Sicherheitspopulation. Davon wurden 368 Patienten mit der empfohlenen Dosis von 6 mg behandelt.
Die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen waren Katarakt (9,0 %), Bindehautblutung (6,5 %)und Anstieg des Augeninnendrucks (5,4 %).
Die schwerwiegendsten Nebenwirkungen waren Katarakt (9,0 %), Retinaler Gefäßverschluss (1,1 %),
Netzhautarterienverschluss (0,8 %) und Endophthalmitis (0,5 %).
Tabellarische Auflistung der NebenwirkungenDie nach der Verabreichung von Beovu in klinischen Studien aufgetretenen Nebenwirkungen sind in
Tabelle 1 dargestellt.
Die Nebenwirkungen (Tabelle 1) sind gemäß MedDRA-Systemorganklasse aufgelistet. Innerhalbjeder Systemorganklasse werden die Nebenwirkungen nach abnehmender Häufigkeit aufgeführt. Die
Häufigkeitskategorie für jede Nebenwirkung wird entsprechend der folgenden Konvention aufgelistet:
sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100, < 1/10), gelegentlich (≥ 1/1 000, < 1/100), selten (≥ 1/10 000,< 1/1 000), sehr selten (< 1/10 000), nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Datennicht abschätzbar). Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen nachabnehmendem Schweregrad angegeben.
Tabelle 1 Häufigkeit von Nebenwirkungen in klinischen Studien
MedDRA-Systemorganklasse Häufigkeitskategorie*
Erkrankungen des ImmunsystemsÜberempfindlichkeit (einschließlich Urtikaria, Hautausschlag, Pruritus, Häufig
Erythem)
AugenerkrankungenVerminderte Sehschärfe Häufig
Einblutung in die Retina Häufig
Uveitis Häufig
Iridozyklitis Häufig
Iritis Häufig
Retinaler Gefäßverschluss Häufig
Glaskörperblutung Häufig
Glaskörperabhebung Häufig
Netzhauteinriss Häufig
Katarakt Häufig
Bindehautblutung Häufig'Fliegende Mücken“ (Mouches volantes) Häufig
Augenschmerzen Häufig
Anstieg des Augeninnendrucks Häufig
Konjunktivitis Häufig
Einriss des retinalen Pigmentepithels Häufig
Verschwommensehen Häufig
Korneale Abrasion Häufig
Keratitis punctata Häufig
Erblindung Gelegentlich
Endophthalmitis Gelegentlich
Netzhautablösung Gelegentlich
Bindehauthyperämie Gelegentlich
Erhöhte Tränensekretion Gelegentlich
Anormale Sinnesempfindung des Auges Gelegentlich
Abhebung des retinalen Pigmentepithels Gelegentlich
Vitritis Gelegentlich
Entzündung der vorderen Augenkammer Gelegentlich
Vorderkammerreizzustand Gelegentlich
Hornhautödem Gelegentlich
Retinale Vaskulitis Gelegentlich
Skleritis** Gelegentlich
* Die Häufigkeitskategorie für jede Nebenwirkung basiert auf der konservativsten Inzidenzrate entweder ausgepoolten nAMD- oder gepoolten DMÖ-Phase-III-Zulassungsstudien.
** Inklusive Episkleritis
Beschreibung ausgewählter NebenwirkungenImmunogenitätEs besteht die Möglichkeit einer Immunreaktion bei mit Beovu behandelten Patienten.
Feuchte AMD
Nach der Gabe von Beovu über 88 Wochen wurden bei 23 bis 25 % der Patientenbehandlungsbedingte, gegen Brolucizumab gerichtete Antikörper festgestellt.
DMÖNach der Gabe von Beovu über 96 Wochen wurden bei 16 bis 23 % der Patientenbehandlungsbedingte, gegen Brolucizumab gerichtete Antikörper festgestellt.
Bei den AMD- und DMÖ-Patienten mit behandlungsbedingten Antikörpern wurden vermehrt
Nebenwirkungen in Form von intraokularen Entzündungen beobachtet. Untersuchungen ergaben, dassretinale Vaskulitis und/oder retinaler Gefäßverschluss, die typischerweise mit einer intraokularen
Entzündung einhergehen, immunvermittelte unerwünschte Ereignisse im Zusammenhang mit der
Exposition gegenüber Beovu sind (siehe Abschnitt 4.4). Gegen Brolucizumab gerichtete Antikörperhatten keinen Einfluss auf die klinische Wirksamkeit.
Produktklassenbezogene NebenwirkungenEs besteht ein theoretisches Risiko für arterielle thromboembolische Ereignisse, einschließlich
Schlaganfall und Myokardinfarkt, nach intravitrealer Anwendung von VEGF-Inhibitoren. In denklinischen Studien mit Brolucizumab bei Patienten mit AMD und DMÖ wurde eine geringe
Inzidenzrate arterieller thromboembolischer Ereignisse beobachtet. Hierbei gab es keine wesentlichen
Unterschiede zwischen den Gruppen, die mit Brolucizumab und dem Vergleichspräparat behandeltwurden.
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
Bei einer Überdosierung mit einem größeren, als dem empfohlenen Injektionsvolumen kann es zueinem Anstieg des Augeninnendrucks kommen. Im Falle einer Überdosierung müssen daher der
Augeninnendruck überwacht und, sofern dies vom behandelnden Arzt als erforderlich angesehen wird,geeignete Maßnahmen eingeleitet werden.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Ophthalmika, Antineovaskuläre Mittel, ATC-Code: S01LA06
WirkmechanismusBrolucizumab ist das einzelkettige Fragment der variablen Region (scFv) eines humanisiertenmonoklonalen Antikörpers mit einem Molekulargewicht von ~26 kDa.
Eine vermehrte Signalgebung über den Signalweg des vaskulären endothelialen Wachstumsfaktors A(VEGF-A) kann zu pathologischer okularer Angiogenese und Ausbildung eines Netzhautödemsführen. Brolucizumab bindet mit hoher Affinität an VEGF-A-Isoformen (z. B. VEGF110, VEGF121 und
VEGF165) und verhindert so die Bindung von VEGF-A an dessen Rezeptoren VEGFR-1 und
VEGFR-2. Durch die Hemmung der Bindung von VEGF-A unterdrückt Brolucizumab die
Endothelzell-Proliferation, was zur Verringerung einer pathologischen Neovaskularisation führt unddie vaskuläre Permeabilität vermindert.
Pharmakodynamische WirkungenFeuchte AMD
In den HAWK- und HARRIER-Studien dienten morphologische Parameter, die im Zusammenhangmit dem Austritt von Blut und Flüssigkeit eine choroidale Neovaskularisation (CNV) charakterisieren,als Kriterien zur Beurteilung der Krankheitsaktivität, die als Entscheidungsgrundlage für die
Behandlung herangezogen wurde. Verringerungen der mittleren Foveadicke (Central Subfield
Thickness, CST) und der Rückgang vorhandener intraretinaler/subretinaler Flüssigkeit (IRF/SRF) oderder subretinalen Pigmentepithel (Sub-RPE)-Flüssigkeit wurden bei mit Beovu behandelten Patientenbereits 4 Wochen nach Behandlungsbeginn und bis zur 48. und 96. Woche beobachtet.
Die Verringerung der CST fiel in Woche 16 bei Beovu im Vergleich zu Aflibercept in beiden Studienstatistisch signifikant aus (HAWK: -161 vs. -134 µm; HARRIER: -174 vs. -134 µm). Die
Verringerung der CST im Vergleich zum Ausgangswert war in Woche 48 ebenfalls statistischsignifikant (HAWK: -173 vs. -144 µm; HARRIER: -194 vs. -144 µm) und konnte bis zum Ende jeder
Studie bis Woche 96 aufrechterhalten werden (HAWK: -175 vs. -149 µm; HARRIER: -198 vs. -155 µm).
In Woche 16 war der prozentuale Unterschied von Patienten mit IRF- und/oder SRF-Flüssigkeit bei
Beovu im Vergleich zu Aflibercept in beiden Studien statistisch signifikant (HAWK: 34 % vs. 52 %;
HARRIER: 29 % vs. 45 %). Dieser Unterschied war auch in Woche 48 statistisch signifikant (HAWK:
31 % vs. 45 %; HARRIER: 26 % vs. 44 %) und blieb bis zum Ende jeder Studie in Woche 96bestehen (HAWK: 24 % vs. 37 %; HARRIER: 24 % vs. 39 %).
In Woche 16 war der prozentuale Unterschied von Patienten mit sub-RPE-Flüssigkeit in beiden
Studien statistisch signifikant bei Beovu im Vergleich zu Aflibercept (HAWK: 19 % vs. 27 %;
HARRIER: 16 % vs. 24 %). Dieser Unterschied war auch in Woche 48 statistisch signifikant (HAWK:
14 % vs. 22 %; HARRIER: 13 % vs. 22 %) und blieb bis zum Ende jeder Studie in Woche 96bestehen (HAWK: 11 % vs. 15 %; HARRIER: 17 % vs. 22 %).
Bei mit Beovu behandelten Patienten wurden in diesen Studien bereits nach 12 Wochen sowie in den
Wochen 48 und 96 nach Behandlungsbeginn Verringerungen der CNV-Läsionsgröße beobachtet.
DMÖIn den KESTREL- und KITE-Studien dienten entsprechende morphologische Parameter als Kriterienzur Beurteilung der Krankheitsaktivität, die als Entscheidungsgrundlage für die Behandlungherangezogen wurde. Verringerungen der CST und der Rückgang vorhandener IRF/SRF wurden beimit Beovu behandelten Patienten bereits 4 Wochen nach Behandlungsbeginn und bis zur 52. Wochebeobachtet. Diese Verringerungen blieben bis Woche 100 erhalten.
Klinische Wirksamkeit und SicherheitFeuchte AMD
Die Wirksamkeit und Sicherheit von Beovu wurden in zwei randomisierten, multizentrischen,doppelmaskierten, aktiv-kontrollierten Phase-III-Studien (HAWK und HARRIER) bei Patienten mitneovaskulärer (feuchter) AMD untersucht. In diesen Studien wurden insgesamt 1 817 Patienten zwei
Jahre lang behandelt (1 088 mit Beovu und 729 mit dem Vergleichspräparat Aflibercept). Das Alterder Patienten lag zwischen 50 und 97 Jahren, mit einem mittleren Alter von 76 Jahren.
In beiden Studien wurden die mit Brolucizumab behandelten Patienten nach den ersten dreimonatlichen Dosen (Wochen 0, 4 und 8) alle 12 Wochen behandelt, mit der Option, das
Dosierungsintervall, basierend auf der Krankheitsaktivität, auf 8 Wochen anzupassen. Die
Krankheitsaktivität wurde von einem Arzt im ersten 12-Wochen-Intervall (in den Wochen 16 und 20)und danach bei jedem darauffolgend geplanten 12-wöchigen Behandlungstermin beurteilt. Patientenmit erkennbarer Krankheitsaktivität (z. B. verringerte Sehschärfe, zunehmende CST und/odervorhandene IRF/SRF- oder sub-RPE-Flüssigkeit) bei einem dieser Besuchstermine wurden auf ein8-wöchiges Behandlungsintervall eingestellt. Das Vergleichspräparat Aflibercept wurde nach denersten 3 monatlichen Dosen alle 8 Wochen verabreicht.
ErgebnisseDer primäre Wirksamkeitsendpunkt der Studien war die Veränderung der bestmöglich korrigierten
Sehschärfe (BCVA, best corrected visual acuity) bis Woche 48 gegenüber dem Ausgangswert,ermittelt anhand des ETDRS(Early Treatment Diabetic Retinopathy Study)-Buchstaben-Scores, mitdem primären Ziel, die Nichtunterlegenheit von Beovu gegenüber Aflibercept zu zeigen. In beiden
Studien zeigte Beovu (entweder alle 12 Wochen oder alle 8 Wochen verabreicht) einenichtunterlegene Wirksamkeit gegenüber 2 mg Aflibercept (alle 8 Wochen verabreicht). Die im ersten
Jahr beobachtete Zunahme der Sehschärfe blieb im zweiten Jahr erhalten.
Ausführliche Ergebnisse beider Studien sind in Tabelle 2 sowie in Abbildung 1 zu finden.
Tabelle 2 Ergebnisse zur Sehschärfe in Woche 48 und 96 der Phase-III-Studien HAWK und
HARRIER
HAWK HARRIER
Wirksamkeitsendpun Woche Beovu Aflibercept Differenz Beovu Aflibercept Differenzkt (n = 360) 2 mg (95%-KI) (n = 370) 2 mg (95%-KI)(n = 360) Brolucizumab - (n = 369) Brolucizumab -
Aflibercept Aflibercept
Durchschnittliche 48 6,6 6,8 -0,2 6,9 7,6 -0,7
Veränderung der (SE = 0,71) (SE = 0,71) (-2,1; 1,8) (SE = 0,61) (SE = 0,61) (-2,4; 1,0)
BCVA zum p < 0,0001 a) p < 0,0001 a)
Ausgangswert 36-48 b) 6,7 6,7 0,0 6,5 7,7 -1,2(ermittelt anhand des (SE = 0,68) (SE = 0,68) (-1,9; 1,9) (SE = 0,58) (SE = 0,58) (-2,8; 0,4)
ETDRS-Buchstaben- p < 0,0001 a) p = 0,0003 a)
Scores) 96 5,9 5,3 0,5 6,1 6,6 -0,4(SE = 0,78) (SE = 0,78) (-1,6; 2,7) (SE = 0,73) (SE = 0,73) (-2,5; 1,6)
Anteil (%) der 48 33,6 25,4 8,2 29,3 29,9 -0,6
Patienten mit einer (2,2; 15,0) (-7,1; 5,8)
Verbesserung der 96 34,2 27,0 7,2 29,1 31,5 -2,4
Sehschärfe um (1,4; 13,8) (-8,8; 4,1)mindestens15 Buchstaben
Anteil (%) der 48 6,4 5,5 0,9 3,8 4,8 -1,0
Patienten mit einer (-2,7; 4,3) (-3,9; 2,2)
Verschlechterung der 96 8,1 7,4 0,7 7,1 7,5 -0,4
Sehschärfe (BCVA- (-3,6; 4,6) (-3,8; 3,3)
Verlust von≥ 15 Buchstaben)
BCVA: Bestmöglich korrigierte Sehschärfe; Berechnung fehlender Daten anhand LOCF-Methode (Ersatz fehlender Werte mit letztergemachter Beobachtung)
ETDRS: early treatment diabetic retinopathy study
SE: Standardfehler (standard error)a) p-Wert bezieht sich auf Nichtunterlegenheits-Hypothese mit einer Nichtunterlegenheitsspanne von 4,0 Buchstaben.b) Wichtiger sekundärer Endpunkt, berücksichtigt die unterschiedlichen Behandlungszeitpunkte bei Beovu und Aflibercept.
Abbildung 1 Durchschnittliche Veränderung der Sehschärfe zum Ausgangswert bis
Woche 96 in den HAWK- und HARRIER-Studien
HAWK0 4 8 12 16 20 24 28 32 36 40 44 48 52 56 60 64 68 72 76 80 84 88 92 96
Zeit (Wochen)
Beovu 6 mg (n = 360) Aflibercept 2 mg (n = 360)
HARRIER0 4 8 12 16 20 24 28 32 36 40 44 48 52 56 60 64 68 72 76 80 84 88 92 96
Zeit (Wochen)
Beovu 6 mg (n = 370) Aflibercept 2 mg (n = 369)
Diese Verbesserungen der Sehschärfe wurden in der HAWK- bzw. HARRIER-Studie in Woche 48 bei56 % bzw. 51 % der Patienten und in Woche 96 bei 45 % bzw. 39 % der Patienten erreicht, die ineinem 12-Wochen-Intervall mit Beovu behandelt wurden. Bei den Patienten, die im ersten12-Wochen-Intervall als für das 12-Wochen-Dosierungsschema geeignet angesehen wurden, wurde in85 % bzw. 82 % der Fälle das 12-Wochen-Dosierungsintervall bis Woche 48 beibehalten. Bei 82 %bzw. 75 % der Patienten, die in Woche 48 im 12-Wochen-Intervall behandelt wurden, wurde das12-Wochen-Dosierungsintervall bis Woche 96 beibehalten.
Veränderung der Sehschärfe zum Ausgangswert Veränderung der Sehschärfe zum Ausgangswert(Buchstaben) (Buchstaben)
Die Behandlungseffekte bei den auswertbaren Subgruppen (z. B. Alter, Geschlecht, Ethnie,
Ausgangswert der Sehschärfe, Ausgangswert der Netzhautdicke, Läsionstyp, Läsionsgröße,
Flüssigkeitsstatus) jeder Studie stimmten im Allgemeinen mit den Ergebnissen der Gesamtpopulationüberein.
Die Krankheitsaktivität wurde anhand der Veränderungen der Sehschärfe und/oder morphologischer
Parameter, einschließlich CST und/oder vorhandener IRF/SRF oder sub-RPE, beurteilt. Die
Krankheitsaktivität wurde während der gesamten Studiendauer beurteilt. Die morphologischen
Parameter der Krankheitsaktivität verringerten sich in Woche 48 und Woche 96 unter Beovu im
Vergleich zu Aflibercept (siehe 'Pharmakodynamische Wirkungen“).
Der prozentuale Unterschied bei Patienten mit Krankheitsaktivität in Woche 16 war bei Beovu im
Vergleich zu Aflibercept statistisch signifikant (24 % vs. 35 % in HAWK, p = 0,0013; 23 % vs. 32 %in HARRIER, p = 0,0021).
In beiden Studien zeigte Beovu in dem vordefinierten sekundären Endpunkt der Patienteneinschätzung(Patient Reported Outcome, PRO), die anhand des National Eye Institute Visual Function
Questionnaire (NEI VFQ-25) ermittelt wurde, klinisch relevante Verbesserungen gegenüber dem
Ausgangswert. Die Größenordnung der Veränderungen war vergleichbar mit jener in veröffentlichten
Studien und entspricht einer 15-Buchstaben-Verbesserung der BCVA. Die Verbesserung der
Patienteneinschätzung wurde auch im zweiten Jahr aufrechterhalten.
Keine klinisch relevanten Unterschiede wurden zwischen Beovu und Aflibercept hinsichtlich der
Änderungen im NEI VFQ-25-Gesamtscore und den Subkategorien (generelles Sehvermögen,
Augenschmerzen, Aktivitäten im Nahsichtbereich, Aktivitäten im Fernsichtbereich, Teilnahme ansozialen Interaktionen, psychische Verfassung, Ausübung sozialer Rollen, Abhängigkeit von anderen,
Autofahren, Farbensehen und peripheres Sehen) in Woche 48 im Vergleich zum Ausgangswertgefunden.
Die Ergebnisse der Beovu-Arme der HAWK- und HARRIER-Studien, in denen Beovu alle 4 Wochen(monatlich) für die ersten 3 Dosen (Aufdosierung), gefolgt von einer Erhaltungsdosis alle 12 oder8 Wochen, verabreicht wurde, wurden in einer populationspharmakokinetischen/-pharmakodynamischen Modellsimulationsstudie repliziert. Hier wurde Beovu alle 6 Wochen für dieersten 2 oder 3 Dosen (Aufdosierung) verabreicht, gefolgt von einer Erhaltungsdosis alle 12 oder8 Wochen.
Ein Treat- und Extend-Dosier-Schema für die Erhaltungsphase wurde in der TALON-Studie, einer 64-wöchigen, zweiarmigen, randomisierten, doppelmaskierten, multizentrischen Phase-IIIb-Studie,untersucht, die die Wirksamkeit und Sicherheit von Beovu im Vergleich zu Aflibercept 2 mg bei
Patienten mit nAMD bewertete.
737 Patienten wurden im Verhältnis 1:1 auf einen der beiden Behandlungsarme, entweder
Brolucizumab 6 mg oder Aflibercept 2 mg, randomisiert. Patienten in beiden Behandlungsarmenerhielten die ersten 3 Injektionen jeweils einmal alle 4 Wochen and eine weitere Injektion nach8 Wochen. Danach beliefen sich die Behandlungsintervalle bis Woche 60 oder 62 auf 8, 12 oder16 Wochen.
Die durchschnittliche Veränderung der BCVA in Woche 64 gegenüber dem Ausgangswert betrug+4,7 ETDRS Buchstaben für Beovu vs. +4,9 ETDRS Buchstaben für Aflibercept 2 mg.
Die Ergebnisse der Behandlungsintervalle in Woche 64 sind in Tabelle 3 aufgeführt.
Tabelle 3 Letztes Behandlungsintervall ohne Krankheitsaktivität: Anteil der Patienten in
Woche 64
Studienarm
Intervall Brolucizumab 6 mg Aflibercept 2 mg(Wochen) n = 366 n = 3684 23,2 % 41,8 %8 26,0 % 22,0 %12 22,4 % 23,9 %16 28,4 % 12,2 %255 Probanden, die die TALON-Studie abgeschlossen hatten, wurden in eine 56-wöchige, offene,einarmige Verlängerungsstudie von TALON aufgenommen und mit einem Brolucizumab Treat-und-
Extend-Dosier-Schema ohne Aufdosierungsphase und mit einem maximalen Behandlungsintervall vonbis zu 20 Wochen behandelt.
In Woche 56 waren mehr als 50 % der 237 Probanden, die mindestens 2 Injektionen erhalten hatten, ineinem Behandlungsintervall von 16 Wochen (24,9 %) oder 20 Wochen (28,7 %) und hatten keine
Krankheitsaktivität, während die Sehschärfe über die gesamte Laufzeit der Studie aufrecht erhaltenblieb.
DMÖDie Wirksamkeit und Sicherheit von Beovu wurden in zwei randomisierten, multizentrischen,doppelmaskierten, aktiv-kontrollierten Phase-III-Studien (KESTREL und KITE) bei Patienten mit
Visusbeeinträchtigung infolge eines diabetischen Makulaödems untersucht. In diesen Studien wurdeninsgesamt 926 Patienten für zwei Jahre behandelt (558 mit Brolucizumab und 368 mit 2 mg
Aflibercept). Das Alter der Patienten lag zwischen 23 und 87 Jahren, mit einem Durchschnittsalter von63 Jahren.
In beiden Studien wurden die mit Brolucizumab behandelten Patienten nach den ersten fünf Dosen(Wochen 0, 6, 12, 18 und 24) alle 12 Wochen behandelt, mit der Option, das Dosierungsintervall,basierend auf der Krankheitsaktivität, auf 8 Wochen anzupassen. Die Krankheitsaktivität wurde voneinem Arzt im ersten 12-Wochen-Intervall (in den Wochen 32 und 36) und danach bei jedemdarauffolgend geplanten Behandlungstermin beurteilt. Patienten mit erkennbarer Krankheitsaktivität(z. B. verringerte Sehschärfe, zunehmende CST) bei einem dieser Besuchstermine wurden auf ein8-wöchiges Behandlungsintervall eingestellt. Im zweiten Jahr der KITE-Studie konnte das
Behandlungsintervall bei Patienten ohne Krankheitsaktivität auf 16 Wochen verlängert werden. Das
Vergleichspräparat Aflibercept wurde nach den ersten 5 monatlichen Dosen alle 8 Wochenverabreicht.
ErgebnisseDer primäre Wirksamkeitsendpunkt der Studien war die Veränderung der BCVA bis Woche 52gegenüber dem Ausgangswert, ermittelt anhand des ETDRS-Buchstaben-Scores, mit dem primären
Ziel, die Nichtunterlegenheit von Beovu gegenüber 2 mg Aflibercept zu zeigen. In beiden Studienzeigte Beovu (entweder alle 12 Wochen oder alle 8 Wochen verabreicht) eine nichtunterlegene
Wirksamkeit gegenüber 2 mg Aflibercept (alle 8 Wochen verabreicht).
Die Ergebnisse von KESTREL und KITE zeigten auch die Nichtunterlegenheit von Beovu im
Vergleich zu 2 mg Aflibercept für den wichtigsten sekundären Endpunkt (durchschnittliche
Veränderung der BVCA im Zeitraum von Woche 40 bis Woche 52 gegenüber dem Ausgangswert).
Die im ersten Jahr beobachtete Verbesserung der Sehschärfe blieb im zweiten Jahr erhalten.
Ausführliche Ergebnisse beider Studien sind in Tabelle 4 sowie in Abbildung 2 zu finden.
Tabelle 4 Ergebnisse zur Sehschärfe in Wochen 52 und 100 der Phase-III-Studien KESTRELund KITE
KESTREL KITE
Wirksamkeitsendpunkt Woche Beovu Aflibercept Differenz Beovu Aflibercept Differenz(n = 189) 2 mg (95%-KI) (n = 179) 2 mg (95%-KI)(n = 187) Brolucizumab (n = 181) Brolucizumab
- Aflibercept - Aflibercept52 9,2 10,5 -1,3 10,6 9,4 1,2
Veränderung der(0,57) (0,57) (-2,9; 0,3) (0,66) (0,66) (-0,6; 3,1)
BCVA zump < 0,001a p < 0,001a
Ausgangswert40-52 9,0 10,5 -1,5 10,3 9,4 0,9(ermittelt anhand des(0,53) (0,53) (-3,0; 0,0) (0,62) (0,62) (-0,9; 2,6)
ETDRS-Buchstaben-p < 0,001a p < 0,001a
Scores) - Adjustierter100 8,8 10,6 -1,7 10,9 8,4 2,6
Mittelwert (SE)(0,75) (0,75) (-3,8; 0,4) (0,85) (0,85) (0,2; 4,9)
Verbesserung der 52 36,0 40,1 -4,1 46,8 37,2 9,6
Sehschärfe um (-13,3; 5,9) (-0,4; 20,2)mindestens 100 39,2 42,2 -3,0 50,4 36,9 13,615 Buchstaben oder (-12,5; 6,3) (3,3; 23,5)
BCVA ≥ 84 Buchstaben(%)
BCVA: Bestmöglich korrigierte Sehschärfe; BCVA-Werte nach Beginn einer alternativen DMÖ-Behandlung am Studienaugewurden zensiert und durch den letzten Wert vor Beginn dieser alternativen Behandlung ersetzt.
ETDRS: early treatment diabetic retinopathy study
SE: Standardfehlera p-Wert bezieht sich auf Nichtunterlegenheits-Hypothese mit einer Nichtunterlegenheitsspanne von 4,0 Buchstaben
Abbildung 2 Durchschnittliche Veränderung der Sehschärfe zum Ausgangswert bis
Woche 100 in den KESTREL- und KITE-Studien
KESTREL0 4 8 12 16 20 24 28 32 36 40 44 48 52 56 60 64 68 72 76 80 84 88 92 96 100
Zeit (Wochen)
Beovu 6mg (N=189) Aflibercept 2mg (N=187)
Veränderung der Sehschärfe zum
Ausgangswert (Buchstaben)
KITE0 4 8 12 16 20 24 28 32 36 40 44 48 52 56 60 64 68 72 76 80 84 88 92 96 100
Zeit (Wochen)
Beovu 6mg (N=179) Aflibercept 2mg (N=181)
Diese Verbesserungen der Sehschärfe wurden in den KESTREL- und KITE-Studien in Woche 52 bei55 % bzw. 50 % der Patienten, die in einem 12-Wochen-Intervall mit Beovu behandelt wurden, und in
Woche 100 bei 44 % bzw. 37 % der Patienten, die in einem 12-Wochen- oder12-Wochen/16-Wochen-Intervall mit Beovu behandelt wurden, erreicht. Bei ungefähr 70 % derjenigen
Patienten, die im ersten 12-Wochen-Intervall als für das 12-Wochen-Dosierungsschema geeignetangesehen wurden, wurde mindestens das 12-Wochen-Dosierungsintervall bis Woche 100 in beiden
Studien beibehalten. In der KITE-Studie wurden 25 % der Patienten in einem 16-Wochen-Intervall bis
Woche 100 mit Beovu behandelt.
Die Behandlungseffekte bei den auswertbaren Subgruppen (z. B. Alter, Geschlecht, Ausgangswert des
HbA1c, Ausgangswert der Sehschärfe, Ausgangswert der Netzhautdicke, DMÖ-Läsionstyp, Dauer des
DMÖ seit Diagnose, Flüssigkeitsstatus der Retina) jeder Studie stimmten im Allgemeinen mit den
Ergebnissen der Gesamtpopulation überein.
In den KESTREL- und KITE-Studien wurde die Krankheitsaktivität während der gesamten
Studiendauer anhand der Veränderungen der Sehschärfe und/oder morphologischer Parameter,einschließlich CST und/oder vorhandener IRF/SRF, beurteilt. Die Verringerung der CST gegenüberdem Ausgangswert blieb bis Woche 100 erhalten. In Woche 100 war der Anteil der Patienten mit
IRF/SRF bei den mit Beovu behandelten Patienten (42 % KESTREL und 41 % KITE) geringer im
Vergleich zu Patienten, die mit Aflibercept 2 mg behandelt wurden (54 % KESTREL und 57 %
KITE).
Der Schweregrad der diabetischen Retinopathie (diabetic retinopathy severity score, DRSS) wurde inden KESTREL- und KITE-Studien ermittelt. Zu Studienbeginn wiesen 98,1 % der Patienten sowohl in
KESTREL als auch in KITE abstufbare DRSS-Werte auf. Auf der Grundlage der gepoolten Analysezeigte Beovu keine Unterlegenheit gegenüber 2 mg Aflibercept in Bezug auf den Anteil der Patienten,die in Woche 52 eine mindestens 2-stufige DRSS-Verbesserung gegenüber dem Ausgangswertaufwiesen, wobei eine Unterlegenheitsspanne von 10 % zugrunde gelegt wurde. Die geschätzten
Anteile betrugen 28,9 % für Beovu und 24,9 % für 2 mg Aflibercept, was einen
Behandlungsunterschied von 4,0 % ergibt (95%-KI: [-0,6; 8,6]). In Woche 100 betrug der Anteil der
Patienten mit einer ≥2-stufigen DRSS-Verbesserung gegenüber dem Ausgangswert zu Woche 10032,8 % für Beovu und 29,3 % für Aflibercept 2 mg in der KESTREL-Studie und 35,8 % für Beovuund 31,1 % für Aflibercept 2 mg in der KITE-Studie.
Veränderung der Sehschärfe zum
Ausgangswert (Buchstaben)
Kinder und JugendlicheDie Europäische Arzneimittel-Agentur hat für Beovu eine Freistellung von der Verpflichtung zur
Vorlage von Ergebnissen zu Studien in allen pädiatrischen Altersklassen zur neovaskulären AMD unddem DMÖ gewährt (siehe Abschnitt 4.2 bzgl. Informationen zur Anwendung bei Kindern und
Jugendlichen).
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
Beovu wird direkt in den Glaskörper verabreicht, um lokale Wirkungen im Auge zu entfalten.
Resorption und VerteilungNach intravitrealer Verabreichung von 6 mg Brolucizumab pro Auge von Patienten mit nAMD lag dergeometrische Mittelwert von Cmax an freiem Brolucizumab im Plasma bei 49,0 ng/ml (Bereich: 8,97bis 548 ng/ml) und wurde innerhalb eines Tages erreicht.
Biotransformation und EliminationBrolucizumab ist das Fragment eines monoklonalen Antikörpers. Es wurden keine Metabolismus-
Studien durchgeführt. Es wird davon ausgegangen, dass freies Brolucizumab als einzelkettiges
Antikörperfragment sowohl durch zielvermittelte Disposition mittels Bindung an freies endogenes
VEGF, passive renale Ausscheidung als auch proteolytischen Abbau eliminiert wird.
Nach intravitrealen Injektionen wurde Brolucizumab mit einer apparenten systemischen Halbwertszeitvon 4,3 ± 1,9 Tagen eliminiert. Ungefähr 4 Wochen nach Dosisgabe lagen bei den meisten Patientendie Konzentrationen weitgehend nahe oder unter der Quantifizierungsgrenze (< 0,5 ng/ml). Beiintravitrealer Verabreichung alle 4 Wochen kam es zu keiner Akkumulation von Brolucizumab im
Serum.
Besondere PatientengruppenÄltere PatientenIn einer Studie mit 22 Patienten zwischen 65 und 74 Jahren, 18 Patienten zwischen 75 und 84 Jahrensowie 3 Patienten ab 85 Jahren gab es keine relevanten Unterschiede bei der systemischen
Pharmakokinetik nach intravitrealer Injektion.
NierenfunktionsstörungDie systemische Pharmakokinetik von Brolucizumab wurde bei nAMD-Patienten mit normaler
Nierenfunktion (≥ 90 ml/min [n = 21]) und bei Patienten mit leichter (60 bis < 90 ml/min [n = 22])oder mittelschwerer (30 bis < 60 ml/min [n = 7]) Nierenfunktionsstörung untersucht. Während diemittleren systemischen Clearance-Werte bei Patienten mit leichter oder mittelschwerer
Niereninsuffizienz im Allgemeinen niedriger waren als bei Patienten mit normaler Nierenfunktion,wurden keine signifikanten Auswirkungen einer leichten oder mittelschweren Niereninsuffizienz aufdie gesamte systemische Exposition aufgrund von Brolucizumab beobachtet. Patienten mit schwerer(< 30 ml/min) Nierenfunktionsstörung wurden nicht untersucht.
LeberfunktionsstörungBrolucizumab wurde bei Patienten mit Leberfunktionsstörung nicht untersucht. Leichte bis schwere
Leberfunktionsstörungen sollten keinen Einfluss auf die allgemeine systemische Exposition von
Brolucizumab haben, da die Verstoffwechselung durch Proteolyse erfolgt und von der Leberfunktionunabhängig ist.
5.3 Präklinische Sicherheitsdaten
Es wurden keine Studien zum kanzerogenen oder mutagenen Potenzial von Brolucizumabdurchgeführt.
Bei trächtigen Cynomolgus-Affen wurde Brolucizumab einmal alle 4 Wochen durch intravitreale
Injektion in einer Dosierung verabreicht, die zu einer maximalen systemischen Exposition führte und6-mal höher war als beim Menschen in der empfohlenen Höchstdosis (basierend auf der Serum-Cmax).
Es gab keine Auswirkungen auf die embryofetale Entwicklung, die Schwangerschaft oder die Geburtbzw. auf das Überleben, das Wachstum oder die postnatale Entwicklung der Nachkommen. Dennochsollte Brolucizumab aufgrund seiner pharmakologischen Wirkung als potenziell teratogen undembryo-fetotoxisch angesehen werden.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
Natriumcitrat
SaccharosePolysorbat 80
Natriumhydroxid (zur pH-Wert-Einstellung)
Wasser für Injektionszwecke
6.2 Inkompatibilitäten
Da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, darf dieses Arzneimittel nicht mit anderen
Arzneimitteln gemischt werden.
6.3 Haltbarkeit
Fertigspritze: 2 Jahre
Durchstechflasche: 2 Jahre
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Fertigspritze
Im Kühlschrank lagern (2 °C - 8 °C).
Nicht einfrieren.
Die Fertigspritze in der versiegelten Blisterpackung und im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor
Licht zu schützen.
Vor der Anwendung kann die ungeöffnete Blisterpackung bis zu 24 Stunden bei Raumtemperatur(unter 25 °C) aufbewahrt werden.
Durchstechflasche
Im Kühlschrank lagern (2 °C - 8 °C).
Nicht einfrieren.
Die Durchstechflasche im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
Vor der Anwendung kann die ungeöffnete Durchstechflasche bis zu 24 Stunden bei Raumtemperatur(unter 25 °C) aufbewahrt werden.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
Fertigspritze0,165 ml sterile Lösung in einer Fertigspritze (Typ-I-Glas). Die Fertigspritze ist mit einem
Gummistopfen aus Brombutylkautschuk und einer Spritzenkappe ausgestattet. Die Spritzenkappebesteht aus einer weißen, manipulationssicheren Hartdichtung mit grauer Kappe aus
Brombutylkautschuk und einem Luer-Lock-Anschluss. Die Fertigspritze hat einen Kolben und eineviolette Griffmulde und befindet sich in einer versiegelten Blisterpackung.
Packungsgröße: 1 Fertigspritze.
Durchstechflasche0,23 ml sterile Lösung in einer 2 ml Durchstechflasche aus Glas mit beschichtetem Gummistopfen,versiegelt mit einer Verschlusskappe aus Aluminium und einer violetten Abziehkappe aus Kunststoff.
Packungsgröße: 1 Durchstechflasche und 1 stumpfe Filterkanüle (18 G x 1½″, 1,2 mm x 40 mm,5 µm).
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
HandhabungFertigspritze
Die Fertigspritze enthält mehr als die empfohlene Dosis von 6 mg. Das extrahierbare Volumen der
Fertigspritze (0,165 ml) darf nicht vollständig verwendet werden. Das überschüssige Volumen mussvor der Injektion verworfen werden. Die Injektion des gesamten Volumens kann eine Überdosierungzur Folge haben. Um das Luftbläschen zusammen mit dem überschüssigen Arzneimittel zu entfernen,drücken Sie den Kolben langsam, bis sich der Rand unterhalb der Kuppel des Gummistopfens aufeiner Linie mit der schwarzen Dosierungsmarkierung der Spritze befindet (entspricht 0,05 ml, d. h.
6 mg Brolucizumab).
Nach der Entnahme aus dem Kühlschrank sowie vor der Anwendung ist die Lösung visuell zuüberprüfen. Sind Partikel oder Trübungen sichtbar, darf die Fertigspritze nicht verwendet und mussentsprechend ersetzt werden.
Die Fertigspritze ist steril und nur zum einmaligen Gebrauch bestimmt. Nicht verwenden, wenn die
Verpackung oder die Fertigspritze beschädigt sind oder das Verfalldatum überschritten ist. Eineausführliche Anwendungsanleitung ist in der Packungsbeilage enthalten.
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.
Durchstechflasche
Die Durchstechflasche enthält mehr als die empfohlene Dosis von 6 mg. Das extrahierbare Volumender Durchstechflasche (0,23 ml) darf nicht vollständig verwendet werden. Das überschüssige Volumenmuss vor der Injektion verworfen werden. Die Injektion des gesamten Volumens kann eine
Überdosierung zur Folge haben. Die zu injizierende Dosis muss auf die 0,05 ml-
Dosierungsmarkierung eingestellt werden, dies entspricht 6 mg Brolucizumab.
Nach der Entnahme aus dem Kühlschrank sowie vor der Anwendung ist die Lösung visuell zuüberprüfen. Sind Partikel oder Trübungen sichtbar, darf die Durchstechflasche nicht verwendetwerden und muss entsprechend ersetzt werden.
Der Inhalt der Durchstechflasche und die Filterkanüle sind steril und nur zum einmaligen Gebrauchbestimmt. Nicht verwenden, wenn die Verpackung, Durchstechflasche und/oder Filterkanülebeschädigt sind oder das Verfalldatum überschritten ist. Eine ausführliche Anwendungsanleitung ist inder Packungsbeilage enthalten.
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.
7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS
Novartis Europharm Limited
Vista Building
Elm Park, Merrion Road
Dublin 4
Irland
8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)
9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 13. Februar 2020
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 19. September 2024
10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur https://www.ema.europa.eu verfügbar.