Anaphylaxie
Risiko einer schweren allergischen Reaktion. Suchen Sie bei schweren Symptomen sofort medizinische Hilfe.
Risiko einer schweren allergischen Reaktion. Suchen Sie bei schweren Symptomen sofort medizinische Hilfe.
Dieses Arzneimittel unterliegt einer zusätzlichen Überwachung.
Während der Stillzeit nur auf ärztliche Empfehlung anwenden.
Während der Schwangerschaft nur auf ärztliche Empfehlung anwenden.
Benlysta 200 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze.
Jede 1 ml Fertigspritze enthält 200 mg Belimumab.
Belimumab ist ein humaner monoklonaler IgG1λ-Antikörper, der mittels rekombinanter DNA-
Technologie in einer Säugerzelllinie (NS0) hergestellt wird.
Sonstiger Bestandteil mit bekannter WirkungJede Fertigspritze enthält 0,1 mg Polysorbat 80.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
Injektionslösung in einer Fertigspritze (Injektion)
Klare bis opaleszente, farblose bis hellgelbe Lösung mit pH 6 und einer Osmolalität von270 - 320 mosmol/kg.
Benlysta ist indiziert als Zusatztherapie bei erwachsenen Patienten mit aktivem, Autoantikörper-positivem systemischem Lupus erythematodes (SLE), die trotz Standardtherapie eine hohe
Krankheitsaktivität (z. B. positiver Test auf Anti-dsDNA-Antikörper und niedriges Komplement)aufweisen (siehe Abschnitt 5.1).
Benlysta ist in Kombination mit immunsuppressiven Basistherapien zur Behandlung von erwachsenen
Patienten mit aktiver Lupusnephritis indiziert (siehe Abschnitte 4.2 und 5.1).
Die Behandlung mit Benlysta soll von einem entsprechend qualifizierten Arzt mit Erfahrung in der
Diagnose und Behandlung des SLE eingeleitet und überwacht werden. Es wird empfohlen, dass dieerste subkutane Injektion von Benlysta unter Aufsicht von medizinischem Fachpersonal in einemgegebenenfalls für den Umgang mit Überempfindlichkeitsreaktionen ausreichend qualifizierten
Umfeld stattfindet. Das medizinische Fachpersonal muss dem Patienten eine geeignete Schulung insubkutaner Injektionstechnik und zu Anzeichen und Symptomen von Überempfindlichkeitsreaktionen(siehe Abschnitt 4.4) anbieten. Die Injektion von Benlysta kann durch den Patienten selbst oder durcheine den Patienten betreuende Person durchgeführt werden nachdem das medizinische Fachpersonalentschieden hat, dass dies angemessen ist.
DosierungSLE
Die empfohlene Dosis beträgt 200 mg einmal wöchentlich und wird subkutan verabreicht. Die
Dosierung ist gewichtsunabhängig (siehe Abschnitt 5.2). Der Zustand des Patienten soll kontinuierlichüberwacht werden. Wenn nach 6-monatiger Behandlung keine Verbesserung der Krankheitsaktivitäterreicht werden kann, ist ein Abbruch der Behandlung mit Benlysta in Erwägung zu ziehen.
Lupusnephritis
Bei Patienten, die zur Behandlung einer aktiven Lupusnephritis eine Therapie mit Benlysta neubeginnen, lautet das empfohlene Dosierungsschema eine 400-mg-Dosis (zwei 200-mg-Injektionen)einmal wöchentlich für 4 Wochen, danach 200 mg einmal wöchentlich. Für Patienten, die zur
Behandlung einer aktiven Lupusnephritis eine bereits begonnene Therapie mit Benlysta fortsetzen, istdie empfohlene Dosierung 200 mg einmal wöchentlich. Benlysta ist in Kombination mit
Corticosteroiden und Mycophenolat oder Cyclophosphamid zur Induktions- bzw. Mycophenolat oder
Azathioprin zur Erhaltungstherapie zu verabreichen. Der Zustand des Patienten soll kontinuierlichüberwacht werden.
Versäumte DosenWenn eine Dosis versäumt wurde, wird empfohlen diese so bald wie möglich nachzuholen. Danachkönnen die Patienten die Gabe an ihrem üblichen Injektionstag fortführen oder ab dem Tag, an demdie versäumte Dosis verabreicht wurde, einen neuen Zeitplan beginnen.
Änderung des geplanten Injektionstags
Wollen Patienten ihren geplanten Injektionstag ändern, kann eine neue Dosis am gewünschten
Wochentag gegeben werden. Danach kann der Patient mit dem neuen Zeitplan fortfahren, auch wenndas Dosisintervall vorübergehend kleiner als gewohnt ist.
Umstellung von intravenöser auf subkutane Gabe
SLE
Falls ein SLE-Patient von intravenöser auf subkutane Gabe von Benlysta umgestellt wird, muss dieerste subkutane Injektion 1 bis 4 Wochen nach der letzten intravenösen Dosis verabreicht werden(siehe Abschnitt 5.2).
Lupusnephritis
Wenn ein Patient mit Lupusnephritis von intravenöser auf subkutane Gabe von Benlysta umgestelltwird, wird empfohlen die erste Dosis von 200 mg als subkutane Injektion 1 bis 2 Wochen nach derletzten intravenösen Dosis zu verabreichen. Diese Umstellung kann jederzeit, nachdem der Patient dieersten 2 intravenösen Dosen erhalten hat, durchgeführt werden (siehe Abschnitt 5.2).
Besondere PatientengruppenDie Daten zu Patienten ≥ 65 Jahre sind begrenzt (siehe Abschnitt 5.1). Benlysta ist bei älteren
Patienten mit Vorsicht anzuwenden. Eine Dosisanpassung ist nicht erforderlich (siehe Abschnitt 5.2).
Beeinträchtigung der NierenfunktionBelimumab wurde an einer begrenzten Anzahl von SLE-Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktionuntersucht. Auf Grundlage der vorliegenden Daten ist bei Patienten mit leichter, mittelschwerer oderschwerer Beeinträchtigung der Nierenfunktion keine Dosisanpassung erforderlich. Allerdings ist bei
Patienten mit Niereninsuffizienz aufgrund mangelnder Daten Vorsicht geboten (siehe Abschnitt 5.2).
Beeinträchtigung der LeberfunktionEs wurden keine speziellen Studien mit Benlysta bei Patienten mit einer Beeinträchtigung der
Leberfunktion durchgeführt. Eine Dosisanpassung ist bei Patienten mit beeinträchtigter Leberfunktionwahrscheinlich nicht erforderlich (siehe Abschnitt 5.2).
Kinder und JugendlicheSLE
Bei Patienten im Alter von 5 bis unter 18 Jahren wurde die subkutane Verabreichung von Benlysta mitder Fertigspritze nicht untersucht und die subkutane Verabreichung von Benlysta mit dem Fertigpenwird empfohlen. Derzeit verfügbare Daten sind in den Abschnitten 4.8, 5.1 und 5.2 beschrieben, aberes kann keine Empfehlung zur Dosierung von Benlysta in einer Fertigspritze gegeben werden.
Die Sicherheit und Wirksamkeit der subkutanen Verabreichung von Benlysta wurden bei Kindernunter 5 Jahren oder mit einem Körpergewicht unter 15 kg nicht nachgewiesen. Es liegen keine Datenvor.
Lupusnephritis
Die Sicherheit und Wirksamkeit der subkutanen Verabreichung von Benlysta wurden bei Kindern und
Jugendlichen unter 18 Jahren nicht nachgewiesen. Es liegen keine Daten vor.
Art der AnwendungDie Fertigspritze darf nur subkutan injiziert werden. Die empfohlenen Injektionsbereiche sind Bauchoder Oberschenkel. Der Patient muss darauf hingewiesen werden für jede Injektion eine andere
Injektionsstelle zu verwenden, wenn im selben Bereich injiziert wird; es darf nie in einenempfindlichen, verletzten, geröteten oder harten Hautbereich injiziert werden. Wenn eine 400-mg-
Dosis an derselben Stelle verabreicht wird, wird empfohlen, die 2 einzelnen 200-mg-Injektionen im
Abstand von mindestens 5 cm zu verabreichen.
Ausführliche Hinweise zur subkutanen Gabe von Benlysta in einer Fertigspritze werden am Ende der
Packungsbeilage gegeben (Schritt-für-Schritt-Anleitung).
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.
Um die Rückverfolgbarkeit biologischer Arzneimittel zu verbessern, müssen die Bezeichnung des
Arzneimittels und die Chargenbezeichnung des angewendeten Arzneimittels eindeutig dokumentiertwerden.
Benlysta wurde in den folgenden Patientengruppen nicht untersucht und wird nicht empfohlen bei:
* schwerem aktiven Lupus des Zentralnervensystems
* HIV
* früherer oder aktueller Hepatitis B oder C
* Hypogammaglobulinämie (IgG < 400 mg/dl) oder IgA-Mangel (IgA < 10 mg/dl)
* größerer Organtransplantation oder hämatopoetischer Stammzell-/
Knochenmarktransplantation oder Nierentransplantation in der Vorgeschichte.
Gleichzeitige Anwendung mit einer auf die B-Zellen gerichteten Therapie
Die verfügbaren Daten unterstützen nicht die gemeinsame Verabreichung von Rituximab mit Benlystabei SLE-Patienten (siehe Abschnitt 5.1). Bei gemeinsamer Verabreichung von Benlysta mit anderenauf die B-Zellen abzielenden Therapien ist Vorsicht geboten.
ÜberempfindlichkeitDie subkutane oder intravenöse Gabe von Benlysta kann zu Überempfindlichkeitsreaktionen führen,die schwer und tödlich sein können. Bei einer schweren Reaktion muss die Verabreichung von
Benlysta unterbrochen und eine geeignete medikamentöse Therapie verabreicht werden (siehe
Abschnitt 4.2). Das Risiko von Überempfindlichkeitsreaktionen ist bei den ersten beiden Dosierungenam größten; das Risiko muss jedoch für jede Gabe berücksichtigt werden. Patienten mit multiplen
Arzneimittelallergien oder signifikanter Überempfindlichkeit in der Vorgeschichte können einerhöhtes Risiko haben. Auch das Wiederauftreten von klinisch signifikanten Reaktionen nach initialerangemessener symptomatischer Behandlung ist beobachtet worden (siehe Abschnitte 4.2 und 4.8).
Patienten müssen darauf hingewiesen werden, dass Überempfindlichkeitsreaktionen am Tag der
Anwendung oder mehrere Tage danach möglich sind, und über mögliche Anzeichen und Symptomesowie über die Möglichkeit des Wiederauftretens informiert werden. Patienten müssen angewiesenwerden, unmittelbaren ärztlichen Rat einzuholen, wenn sie eines dieser Symptome bemerken. Die
Packungsbeilage muss für den Patienten verfügbar sein. Es wurden auch nicht-akute
Überempfindlichkeitsreaktionen vom verzögerten Typ beobachtet. Diese beinhalteten Symptome wie
Ausschlag, Übelkeit, Ermüdung/Fatigue, Myalgie, Kopfschmerz und faziales Ödem.
Bei den intravenösen klinischen Studien beinhalteten schwerwiegende Infusions- und
Überempfindlichkeitsreaktionen anaphylaktische Reaktionen, Bradykardie, Hypotonie, Angioödemund Dyspnoe. Näheres enthält die Fachinformation (Zusammenfassung der Merkmale des
Arzneimittels) von Benlysta Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung(Abschnitt 4.4).
InfektionenDer Wirkmechanismus von Belimumab könnte bei Erwachsenen und Kindern mit Lupus das Risikofür das Auftreten von Infektionen, einschließlich opportunistischer Infektionen, erhöhen, wobei beijüngeren Kindern ein noch höheres Risiko bestehen kann. In kontrollierten klinischen Studien war die
Inzidenz schwerer Infektionen in den Benlysta- und Placebogruppen ähnlich, jedoch traten tödliche
Infektionen (z. B. Pneumonien und Sepsis) häufiger bei Patienten auf, die Benlysta erhielten, als bei
Patienten, die Placebo erhielten (siehe Abschnitt 4.8). Vor Beginn der Behandlung mit Benlysta isteine Impfung gegen Pneumokokken in Betracht zu ziehen. Benlysta darf nicht bei Patienten mitaktiven schweren Infektionen (einschließlich schwerer chronischer Infektionen) eingesetzt werden.
Wenn Ärzte in Erwägung ziehen, Benlysta bei Patienten mit rezidivierenden Infektionen in der
Vorgeschichte anzuwenden, müssen sie Vorsicht walten lassen und sorgfältig abwägen, ob dererwartete Nutzen die Risiken überwiegt. Ärzte müssen den Patienten raten, sich an ihren Arzt zuwenden, wenn sie Symptome einer Infektion entwickeln. Patienten, bei denen während der
Behandlung mit Benlysta eine Infektion auftritt, müssen engmaschig überwacht werden und eine
Unterbrechung der immunsuppressiven Therapie einschließlich Benlysta muss sorgfältig abgewogenwerden, bis die Infektion überwunden ist. Das Risiko der Anwendung von Benlysta bei Patienten mitaktiver oder latenter Tuberkulose ist unbekannt.
Depressionen und Suizidalität
In kontrollierten klinischen intravenösen und subkutanen Studien wurden psychiatrische
Erkrankungen (Depressionen, Suizidgedanken und -verhalten, einschließlich Suizid) häufiger bei
Patienten berichtet, die Benlysta erhielten (siehe Abschnitt 4.8). Ärzte sollen das Risiko für
Depressionen und Suizid unter Berücksichtigung der Krankengeschichte und des aktuellenpsychiatrischen Zustands vor Behandlung mit Benlysta bewerten und die Patienten während der
Behandlung weiterhin überwachen. Ärzte müssen den Patienten (und gegebenenfalls den Betreuern)raten, sich im Falle von neuen oder sich verschlimmernden psychiatrischen Symptomen an ihren Arztzu wenden. Bei Patienten, bei denen derartige Symptome auftreten, ist ein Abbruch der Behandlung in
Betracht zu ziehen.
Schwerwiegende Nebenwirkungen der Haut
Im Zusammenhang mit der Behandlung mit Benlysta wurden das Stevens-Johnson-Syndrom (SJS)und die toxische epidermale Nekrolyse (TEN) berichtet, die lebensbedrohlich oder tödlich seinkönnen. Patienten sind über die Anzeichen und Symptome von SJS und TEN aufzuklären undengmaschig auf Reaktionen der Haut zu überwachen. Wenn Anzeichen und Symptome auftreten, dieauf diese Reaktionen hindeuten, ist Benlysta sofort abzusetzen und eine alternative Behandlung in
Betracht zu ziehen. Wenn der Patient bei der Anwendung von Benlysta ein SJS oder eine TENentwickelt hat, darf die Behandlung mit Benlysta bei diesem Patienten zu keinem Zeitpunkt wiederaufgenommen werden.
Progressive multifokale Leukenzephalopathie
Progressive multifokale Leukenzephalopathie (PML) wurde unter der Behandlung des SLE mit
Benlysta berichtet. Ärzte müssen besonders wachsam sein für Symptome, die auf eine PMLhinweisen, von Patienten jedoch möglicherweise nicht bemerkt werden (z. B. kognitive, neurologischeoder psychiatrische Symptome oder Anzeichen). Patienten sollen bezüglich jeglicher dieser neuauftretenden oder sich verschlechternden Symptome oder Anzeichen überwacht werden und fallssolche Symptome/Anzeichen auftreten, müssen eine Überweisung an einen Neurologen und geeignetediagnostische Maßnahmen für die PML in Erwägung gezogen werden, sofern dies klinisch angezeigtist. Falls eine PML vermutet wird, muss die immunsuppressive Therapie, einschließlich Benlysta,ausgesetzt werden, bis die PML ausgeschlossen wurde. Falls eine PML bestätigt wird, muss dieimmunsuppressive Therapie, einschließlich Benlysta, abgesetzt werden.
ImmunisierungIn den letzten 30 Tagen vor sowie während der Anwendung von Benlysta sollen keine
Lebendimpfstoffe verabreicht werden, da die klinische Sicherheit nicht belegt ist. Es liegen keine
Daten zur Möglichkeit einer sekundären Übertragung von Infektionen von mit Lebendimpfstoffgeimpften Personen auf mit Benlysta behandelte Patienten vor.
Aufgrund seines Wirkmechanismus kann Belimumab die Immunantwort auf Impfungenbeeinträchtigen. Allerdings war in einer kleinen Studie, die die Immunantwort auf einen 23-valenten
Pneumokokken-Impfstoff untersuchte, die allgemeine Immunantwort auf die unterschiedlichen
Serotypen bei SLE-Patienten, die Benlysta erhielten, ähnlich der von Patienten, die zur Zeit der
Impfung eine immunsuppressive Standardtherapie erhielten. Es liegen keine ausreichenden Daten vor,um Rückschlüsse in Bezug auf die Immunantwort auf andere Impfstoffe zu ziehen.
Begrenzte Daten weisen darauf hin, dass Benlysta den Impfschutz von Impfungen, die vor
Verabreichung von Benlysta durchgeführt wurden, nicht signifikant beeinflusst. In einer Substudie beieiner kleinen Gruppe von Patienten, die zuvor eine Tetanus-, Pneumokokken- oder Influenza-Impfungerhalten hatten, blieben nach der Behandlung mit Benlysta protektive Impftiter bestehen.
Malignome und lymphoproliferative ErkrankungenArzneimittel aus der Gruppe der Immunmodulatoren, einschließlich Benlysta, können das
Malignomrisiko erhöhen. Vorsicht ist geboten, wenn bei Patienten mit einer Malignom-Anamnese die
Behandlung mit Benlysta erwogen wird oder wenn bei Patienten mit neu aufgetretenem Malignom die
Fortsetzung der Benlysta-Therapie in Betracht gezogen wird. Es wurden keine Patienten untersucht,bei denen in den vorangegangenen 5 Jahren eine maligne Neoplasie aufgetreten war; eine Ausnahmebildeten Patienten mit Basalzell- oder Plattenepithelkarzinomen der Haut und Patientinnen mit
Gebärmutterhalskrebs, die entweder operativ vollständig entfernt oder anderweitig ausreichendbehandelt worden waren.
Polysorbat 80
Dieses Arzneimittel enthält Polysorbat 80 (siehe Abschnitt 2), das allergische Reaktionen hervorrufenkann.
NatriumDieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Dosis, d. h. es ist nahezu'natriumfrei“.
Es wurden keine in vivo Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen durchgeführt. Bei chronischer
Entzündung ist die Bildung einiger CYP450-Enzyme durch die Erhöhung bestimmter Zytokin-Spiegelunterdrückt. Es ist nicht bekannt, ob Belimumab ein indirekter Modulator solcher Zytokine seinkönnte. Das Risiko einer indirekten Abnahme der CYP-Aktivität durch Belimumab kann nichtausgeschlossen werden. Bei Patienten unter CYP-Substraten mit enger therapeutischer Breite undindividuell angepasster Dosis (z. B. Warfarin), ist bei Initiierung oder Absetzen von Belimumab eine
Überwachung der Therapie in Erwägung zu ziehen.
Frauen im gebärfähigen Alter müssen während der Behandlung mit Benlysta und mindestens4 Monate nach der letzten Behandlung eine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden.
SchwangerschaftBisher liegen nur sehr begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung von Benlysta bei Schwangeren vor.
Tierexperimentelle Studien an Affen ergaben neben der erwarteten pharmakologischen Wirkung, d. h.
einer Reduktion der B-Zellen, keine Hinweise auf direkte oder indirekte gesundheitsschädliche
Wirkungen in Bezug auf eine Reproduktionstoxizität (siehe Abschnitt 5.3). Benlysta soll während der
Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, der potenzielle Nutzen rechtfertigt daspotenzielle Risiko für das ungeborene Kind.
StillzeitEs ist nicht bekannt, ob Benlysta in die Muttermilch übergeht oder nach oraler Aufnahme systemischresorbiert wird. Allerdings wurde Belimumab in der Milch von Affenweibchen nachgewiesen, die alle2 Wochen eine Dosis von 150 mg/kg Körpergewicht erhielten.
Da mütterliche Antikörper (IgG) in die Muttermilch übergehen, wird empfohlen, eine Entscheidungdarüber zu treffen, ob das Stillen zu unterbrechen ist oder ob auf die Behandlung mit Benlystaverzichtet werden soll. Dabei soll sowohl der Nutzen des Stillens für das Kind als auch der Nutzen der
Therapie für die Mutter berücksichtigt werden.
FertilitätEs liegen keine Daten zu den Auswirkungen von Belimumab auf die Fertilität beim Menschen vor. Intierexperimentellen Studien wurden die Auswirkungen auf die männliche und weibliche Fertilität nichtformell untersucht (siehe Abschnitt 5.3).
Es wurden keine Studien zu den Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum
Bedienen von Maschinen durchgeführt. Aufgrund der Pharmakologie von Belimumab sind keinenegativen Auswirkungen auf diese Tätigkeiten zu erwarten. Bei der Beurteilung der Fähigkeit des
Patienten, Aufgaben zu erfüllen, die uneingeschränktes Urteilsvermögen oder motorische bzw.
kognitive Fertigkeiten erfordern, wird empfohlen, den klinischen Zustand des Patienten und das
Nebenwirkungsprofil von Benlysta zu berücksichtigen.
Übersicht über das Sicherheitsprofil
Die Sicherheit von Belimumab bei SLE-Patienten wurde in drei placebokontrollierten intravenösen
Studien vor Zulassung und einer anschließenden regionalen placebokontrollierten intravenösen Studie,einer placebokontrollierten subkutanen Studie und zwei placebokontrollierten intravenösen Studiennach Markteinführung untersucht. Die Sicherheit bei Patienten mit aktiver Lupusnephritis wurde ineiner placebokontrollierten intravenösen Studie untersucht.
Die Daten in der folgenden Tabelle spiegeln die Exposition bei 674 SLE-Patienten aus den dreiklinischen Studien vor Zulassung und von 470 Patienten aus der anschließenden placebokontrollierten
Studie wider, die Benlysta intravenös erhielten (10 mg/kg Körpergewicht über einen Zeitraum von1 Stunde an den Tagen 0, 14, 28 und anschließend alle 28 Tage für bis zu 52 Wochen), sowie bei556 SLE-Patienten, die Benlysta subkutan erhielten (einmal wöchentlich 200 mg für bis zu52 Wochen). Die angeführten Sicherheitsdaten schließen bei einigen SLE-Patienten Daten nach
Woche 52 ein. Die Daten spiegeln zusätzlich die Exposition bei 224 Patienten mit aktiver
Lupusnephritis wider, die Benlysta intravenös erhielten (10 mg/kg Körpergewicht für bis zu104 Wochen). Daten aus Berichten nach Markteinführung sind ebenfalls enthalten.
Die Mehrzahl der Patienten erhielt darüber hinaus gleichzeitig eine oder mehrere der folgenden SLE-
Therapeutika: Corticosteroide, Immunmodulatoren, Antimalariamittel, nicht-steroidale
Antirheumatika.
Nebenwirkungen wurden bei 84 % der mit Benlysta und 87 % der mit Placebo behandelten Patientenberichtet. Die am häufigsten beschriebene Nebenwirkung (die bei ≥ 5 % der SLE-Patienten unter
Benlysta plus Standardtherapie und ≥ 1 % häufiger als unter Placebo auftrat) war Nasopharyngitis. Der
Anteil der Patienten, die die Behandlung aufgrund von Nebenwirkungen abbrachen, betrug unter
Benlysta 7 % und unter Placebo 8 %.
Die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen (> 5 % der mit Benlysta plus Standardtherapiebehandelten Patienten mit aktiver Lupusnephritis) waren Infektionen der oberen Atemwege,
Harnwegsinfektionen und Herpes Zoster. Der Anteil der Patienten, die die Behandlung aufgrund von
Nebenwirkungen abbrachen, betrug 12,9 % unter den mit Benlysta behandelten Patienten und 12,9 %unter den mit Placebo behandelten Patienten.
Schwerwiegende Nebenwirkungen der Haut: Das Stevens-Johnson-Syndrom (SJS) und die toxischeepidermale Nekrolyse (TEN) wurden im Zusammenhang mit der Behandlung mit Benlysta berichtet(siehe Abschnitt 4.4).
Tabellarische Übersicht über die Nebenwirkungen
Die Nebenwirkungen sind im Folgenden nach MedDRA-Systemorganklasse und Häufigkeitangegeben. Es wurden die folgenden Häufigkeitskategorien verwendet:
Sehr häufig 1/10
Häufig 1/100, < 1/10
Gelegentlich 1/1 000, < 1/100
Selten 1/10 000, < 1/1 000
Nicht bekannt Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar.
Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe sind die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregradgeordnet. Die angegebene Häufigkeit ist die höchste, die unter einer der Formulierungen beobachtetwurde.
Systemorganklasse Häufigkeit Nebenwirkungen
Infektionen und parasitäre Sehr häufig Bakterielle Infektionen, z. B.
Erkrankungen1 Bronchitis, Harnwegsinfekt
Häufig Virale Gastroenteritis, Pharyngitis,
Nasopharyngitis, virale Infektion deroberen Atemwege
Erkrankungen des Blutes und Häufig Leukopeniedes Lymphsystems
Erkrankungen des Häufig Überempfindlichkeitsreaktionen2
Immunsystems
Gelegentlich Anaphylaktische Reaktion
Selten Nicht-akute
Überempfindlichkeitsreaktionen vomverzögerten Typ
Psychiatrische Erkrankungen Häufig Depression
Gelegentlich Suizidverhalten, Suizidgedanken
Erkrankungen des Häufig Migräne
Nervensystems
Erkrankungen des Häufig Diarrhö, Übelkeit
Gastrointestinaltrakts
Erkrankungen der Haut und Häufig Reaktionen an der Injektionsstelle3,des Unterhautgewebes Urtikaria, Ausschlag
Gelegentlich Angioödem
Nicht bekannt Stevens-Johnson-Syndrom, toxischeepidermale Nekrolyse
Skelettmuskulatur-, Häufig Schmerzen in den Extremitäten
Bindegewebs- und
Knochenerkrankungen
Allgemeine Erkrankungen und Häufig Systemische Reaktionen im
Beschwerden am Zusammenhang mit einer Infusion
Verabreichungsort oder Injektion2, Fieber1 Siehe 'Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen“ und Abschnitt 4.4 'Infektionen“ für weitere
Informationen.2 Der Begriff 'Überempfindlichkeitsreaktionen“ umfasst eine Gruppe von Reaktionen einschließlich
Anaphylaxie, die mit unterschiedlichen Symptomen, wie z. B. Hypotonie, Angioödem, Urtikariaoder anderen Formen von Ausschlag, Pruritus und Dyspnoe, einhergehen. Als 'systemische
Reaktionen im Zusammenhang mit einer Infusion oder Injektion“ bezeichnet man eine Gruppe von
Reaktionen, die sich in unterschiedlichen Symptomen, wie z. B. Bradykardie, Myalgie,
Kopfschmerzen, Ausschlag, Urtikaria, Fieber, Hypotonie, Hypertonie, Schwindelgefühl und
Arthralgie manifestieren. Wegen der Überschneidungen bei den Anzeichen und Symptomen lassensich Überempfindlichkeitsreaktionen und systemische Reaktionen im Zusammenhang mit einer
Infusion oder Injektion nicht immer voneinander abgrenzen.3 Gilt nur für die subkutane Formulierung.
Beschreibung ausgewählter NebenwirkungenDie nachfolgend aufgeführten Daten wurden aus den drei intravenösen klinischen Studien vor
Zulassung (nur intravenöse Gaben von 10 mg/kg Körpergewicht) und der subkutanen klinischen
Studie zusammengefasst. 'Infektionen“ und 'Psychiatrische Erkrankungen“ schließen außerdem
Daten aus einer Studie nach Markteinführung ein.
Systemische Reaktionen im Zusammenhang mit einer Infusion oder Injektion und
Überempfindlichkeitsreaktionen: Systemische Reaktionen im Zusammenhang mit einer Infusion oder
Injektion und Überempfindlichkeitsreaktionen wurden im Allgemeinen am Tag der Verabreichungbeobachtet, aber akute Überempfindlichkeitsreaktionen können auch einige Tage nach der Gabeauftreten. Patienten mit multiplen Arzneimittelallergien oder signifikanten
Überempfindlichkeitsreaktionen in der Vorgeschichte können ein erhöhtes Risiko haben.
Die Inzidenz von Infusions- und Überempfindlichkeitsreaktionen innerhalb von 3 Tagen nach einerintravenösen Verabreichung betrug in der Gruppe mit Benlysta 12 % und in der Placebogruppe 10 %.
Bei 1,2 % bzw. 0,3 % der Patienten musste die Behandlung auf Dauer abgesetzt werden.
Die Inzidenz der systemischen Reaktionen nach Injektion und der Überempfindlichkeitsreaktioneninnerhalb von drei Tagen nach subkutaner Verabreichung betrug 7 % in der Benlysta-Gruppe und 9 %in der Placebogruppe. Klinisch signifikante Überempfindlichkeitsreaktionen nach subkutaner Gabevon Benlysta, die ein dauerhaftes Absetzen der Behandlung erforderten, wurden bei 0,2 % der
Patienten in der Benlysta-Gruppe und keinem Patienten der Placebogruppe berichtet.
Infektionen: Die Gesamtinzidenz von Infektionen in intravenösen und subkutanen SLE-Studien vor
Zulassung betrug in beiden Gruppen unter Benlysta oder Placebo jeweils 63 %. Infektionen, die in der
Benlysta-Gruppe bei mindestens 3 % der Patienten und um mindestens 1 % häufiger auftraten als inder Placebogruppe, waren virale Infektionen der oberen Atemwege, Bronchitis und bakterielle
Harnwegsinfektionen. Schwerwiegende Infektionen traten bei 5 % der mit Benlysta oder Placebobehandelten Patienten auf, schwerwiegende opportunistische Infektionen bei 0,4 % der Patienten unter
Benlysta bzw. 0 % in der Placebogruppe. Infektionen, die einen Abbruch der Behandlung zur Folgehatten, traten bei 0,7 % der mit Benlysta behandelten Patienten und 1,5 % der Placebo-Patienten auf.
Einige Infektionen verliefen schwer oder tödlich.
Für Informationen zu den bei pädiatrischen SLE-Patienten beobachteten Infektionen, siehe denuntenstehenden Abschnitt zu Kindern und Jugendlichen.
In der Lupusnephritis-Studie erhielten die Patienten als Basistherapie ein Standardregime (siehe
Abschnitt 5.1) und die Gesamtinzidenz von Infektionen betrug 82 % bei Patienten, die Benlystaerhielten, gegenüber 76 % bei Patienten, die Placebo erhielten. Schwere Infektionen traten bei 13,8 %der Patienten, die Benlysta erhielten, und bei 17,0 % der Patienten, die Placebo erhielten, auf.
Tödliche Infektionen traten bei 0,9 % (2/224) der Patienten, die Benlysta erhielten, und bei 0,9 %(2/224) der Patienten, die Placebo erhielten, auf.
In einer 52-wöchigen randomisierten, doppelblinden Unbedenklichkeitsstudie bei SLE nach
Markteinführung (BEL115467), welche die Mortalität und spezifische unerwünschte Ereignisse bei
Erwachsenen untersuchte, traten schwere Infektionen bei 3,7 % der Patienten, die Benlysta (intravenös10 mg/kg Körpergewicht) erhielten, und bei 4,1 % der Patienten, die Placebo erhielten, auf. Jedochtraten tödliche Infektionen (z. B. Pneumonien und Sepsis) bei 0,45 % (9/2 002) der mit Benlystabehandelten Patienten und bei 0,15 % (3/2 001) der Patienten, die Placebo erhielten, auf, während die
Gesamtmortalität 0,50 % (10/2 002) bzw. 0,40 % (8/2 001) betrug. Die meisten tödlichen Infektionenwurden in den ersten 20 Wochen der Behandlung mit Benlysta beobachtet.
Psychiatrische Erkrankungen: In den intravenösen klinischen Studien bei SLE vor Zulassung wurdenbei 1,2 % (8/674) der Patienten, die 10 mg/kg Körpergewicht Benlysta erhielten, und bei 0,4 %(3/675) der Patienten, die Placebo erhielten, schwerwiegende psychiatrische Ereignisse berichtet.
Schwere Depressionen wurden bei 0,6 % (4/674) der Patienten, die 10 mg/kg Körpergewicht Benlystaerhielten, und bei 0,3 % (2/675) der Patienten, die Placebo erhielten, berichtet. Es gab zwei Suizide beiden mit Benlysta behandelten Patienten (einschließlich einem Patienten, der 1 mg/kg Körpergewicht
Benlysta erhielt).
In einer SLE-Studie nach Markteinführung wurden bei 1,0 % (20/2 002) der Patienten, die Benlystaerhielten, und bei 0,3 % (6/2 001) der Patienten, die Placebo erhielten, schwerwiegende psychiatrische
Ereignisse berichtet. Schwere Depressionen wurden bei 0,3 % (7/2 002) der Patienten, die Benlystaerhielten, und bei < 0,1 % (1/2 001) der Patienten, die Placebo erhielten, berichtet. Die Häufigkeit vonschwerwiegenden Suizidgedanken, -verhalten oder Selbstverletzung ohne Suizidabsicht betruginsgesamt 0,7 % (15/2 002) der Patienten, die Benlysta erhielten, und 0,2 % (5/2 001) in der
Placebogruppe. In keiner der beiden Gruppen wurde ein Suizid berichtet.
Patienten mit psychiatrischen Erkrankungen in der Vorgeschichte wurden von den oben genanntenintravenösen SLE-Studien nicht ausgeschlossen.
In der subkutanen klinischen Studie bei SLE, die Patienten mit psychiatrischen Erkrankungen in der
Vorgeschichte ausschloss, wurden bei 0,2 % (1/556) der Patienten, die Benlysta erhielten,schwerwiegende psychiatrische Ereignisse gemeldet und bei keinem Patienten, der Placebo erhielt. Esgab in keiner der beiden Gruppen schwerwiegende Depressions-bezogene Ereignisse oder Suizide.
Leukopenie: Die Inzidenz von Leukopenien, die bei SLE-Patienten als unerwünschtes Ereignisgemeldet wurden, betrug in der Benlysta-Gruppe 3 % und in der Placebogruppe 2 %.
Reaktionen an der Injektionsstelle: In der subkutanen SLE-Studie betrug die Häufigkeit der
Reaktionen an der Injektionsstelle 6,1 % (34/556) in der Benlysta-Gruppe und 2,5 % (7/280) in der
Placebogruppe. Diese Reaktionen an der Injektionsstelle (am häufigsten Schmerz, Erythem, Hämatom,
Pruritus und Induration) waren von leichtem bis mittlerem Schweregrad. Die Mehrheit musste die
Behandlung nicht abbrechen.
Kinder und JugendlicheDas Nebenwirkungsprofil bei pädiatrischen Patienten basiert auf einer Studie zur subkutanen und einer
Studie zur intravenösen Verabreichung.
In einer 52-wöchigen unverblindeten Studie, in der 25 pädiatrische SLE-Patienten (im Alter von 10 bis17 Jahren) Benlysta subkutan in einer mit Erwachsenen vergleichbaren Exposition (200 mg in einemfestgelegten Dosierungsintervall basierend auf dem Körpergewicht, zusätzlich zur Komedikation)erhielten, entsprach das Sicherheitsprofil bei pädiatrischen Patienten, die Benlysta subkutan erhielten,dem bekannten Sicherheitsprofil von Belimumab.
In einer 52-wöchigen placebokontrollierten Studie, in der 53 SLE-Patienten (im Alter von 6 bis17 Jahren) Benlysta (intravenös 10 mg/kg Körpergewicht an den Tagen 0, 14, 28 und anschließendalle 28 Tage, zusätzlich zur Komedikation) erhielten, wurden bei Jugendlichen ab 12 Jahren keineneuen Sicherheitssignale beobachtet (n = 43). Die Daten zur Sicherheit bei Kindern unter 12 Jahren(n = 10) sind begrenzt.
InfektionenGruppe der 5- bis 11-Jährigen: Infektionen wurden bei 8/10 Patienten, die Benlysta intravenöserhielten, und bei 3/3 Patienten, die Placebo erhielten, berichtet. Schwerwiegende Infektionen wurdenbei 1/10 Patienten, die Benlysta intravenös erhielten, und bei 2/3 Patienten, die Placebo erhielten,berichtet (siehe Abschnitt 4.4).
Gruppe der 12- bis 17-Jährigen: Infektionen wurden bei 22/43 Patienten, die Benlysta intravenöserhielten, und bei 25/37 Patienten, die Placebo erhielten, berichtet. Schwerwiegende Infektionenwurden bei 3/43 Patienten, die Benlysta intravenös erhielten, und bei 3/37 Patienten, die Placeboerhielten, berichtet. In der unverblindeten Erweiterungsphase gab es eine tödlich verlaufene Infektionbei einem Patienten, der Benlysta intravenös erhielt.
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
Es liegen begrenzte klinische Erfahrungen mit der Überdosierung von Benlysta vor. Nebenwirkungen,die im Zusammenhang mit Fällen von Überdosierung berichtet wurden, stimmen mit den für
Belimumab erwarteten überein.
Zwei Dosen von bis zu 20 mg/kg Körpergewicht wurden im Abstand von 21 Tagen als intravenöse
Infusionen an Menschen verabreicht, ohne dass die Inzidenz oder der Schweregrad von
Nebenwirkungen gegenüber Dosen von 1, 4 oder 10 mg/kg Körpergewicht anstieg.
Bei versehentlicher Überdosierung muss der Patient sorgfältig überwacht und eine geeignetesupportive Behandlung verabreicht werden.
Pharmakotherapeutische Gruppe: Immunsuppressiva, monoklonale Antikörper, ATC-Code: L04AG04
WirkmechanismusBelimumab ist ein humaner monoklonaler IgG1-Antikörper mit Spezifität für das lösliche humane B-
Lymphozyten-Stimulator-Protein (BLyS, auch BAFF oder TNFSF13B genannt). Belimumab blockiertdie Bindung von löslichem BLyS, einem B-Zell-Überlebensfaktor, an seinen Rezeptor auf den
B-Zellen. Belimumab bindet nicht direkt an B-Zellen, sondern hemmt durch Bindung an BLyS das
Überleben dieser Zellen, einschließlich der autoreaktiven B-Zellen, und reduziert die
Ausdifferenzierung von B-Zellen zu Immunglobulin-bildenden Plasmazellen.
Patienten mit SLE oder anderen Autoimmunerkrankungen weisen erhöhte BLyS-Spiegel auf. Esbesteht ein Zusammenhang zwischen den BLyS-Plasmaspiegeln und der Krankheitsaktivität des SLE.
Der relative Beitrag der BLyS-Spiegel zur Pathophysiologie des SLE ist nicht vollständig bekannt.
Pharmakodynamische WirkungenDie medianen IgG-Spiegel waren in Woche 52 bei mit Benlysta behandelten SLE-Patienten um 11 %reduziert verglichen mit einem Anstieg von 0,7 % bei Patienten der Placebogruppe.
Bei Patienten mit Anti-dsDNA-Antikörpern zu Studienbeginn waren die medianen Anti-dsDNA-
Antikörperspiegel in Woche 52 bei mit Benlysta behandelten Patienten um 56 % reduziert verglichenmit 41 % bei Patienten mit Placebo-Gabe. Unter den Patienten mit Anti-dsDNA-Antikörpern zu
Studienbeginn waren in Woche 52 18 % der mit Benlysta behandelten Patienten Anti-dsDNA-
Antikörper-negativ gegenüber 15 % der Patienten mit Placebo-Gabe.
Bei SLE-Patienten mit niedrigen Komplement-Konzentrationen wurde eine Normalisierung der Wertefür C3 und C4 in Woche 52 bei 42 % bzw. 53 % der mit Benlysta und bei 21 % bzw. 20 % der mit
Placebo behandelten Patienten beobachtet.
Benlysta reduzierte signifikant die zirkulierenden Gesamt-B-Zellen, sowie transitionale, naive und
SLE-B-Zellen sowie Plasmazellen in Woche 52. Reduktionen der naiven und B-Transitional-Zellensowie der SLE-B-Zell-Subtypen wurden bereits in Woche 8 beobachtet. Gedächtniszellen warenanfangs erhöht und sanken bis Woche 52 langsam auf das Niveau zu Studienbeginn.
Die B-Zell- und IgG-Antwort auf eine langfristige intravenöse Benlysta-Behandlung wurde in einerunkontrollierten Verlängerungsstudie bei SLE untersucht. Nach einer Behandlung von siebeneinhalb
Jahren (inklusive der parentalen Studie über 72 Wochen) wurde eine erhebliche und anhaltende
Abnahme verschiedener B-Zell-Subtypen beobachtet, mit einer medianen Reduktion von naiven B-
Zellen um 87 %, von B-Gedächtniszellen um 67 %, von aktivierten B-Zellen um 99 % und von
Plasmazellen um 92 % nach einer Behandlungsdauer über mehr als 7 Jahre. Nach etwa 7 Jahren wurdeeine mediane Reduktion der IgG-Spiegel um 28 % beobachtet, wobei 1,6 % der Studienteilnehmereine Abnahme der IgG-Spiegel auf unter 400 mg/dl aufwiesen. Im Verlauf der Studie blieb dieberichtete Inzidenz unerwünschter Ereignisse generell stabil oder nahm ab.
Bei Patienten mit aktiver Lupusnephritis kam es unter der Behandlung mit Benlysta (intravenös10 mg/kg Körpergewicht) oder Placebo zu einem Anstieg der IgG-Spiegel im Serum, der mit einerverminderten Proteinurie einherging. Wie aufgrund des bekannten Wirkmechanismus von Belimumabzu erwarten, wurde in der Benlysta-Gruppe im Vergleich zu Placebo ein geringerer Anstieg der
Serum-IgG-Spiegel beobachtet. In Woche 104 betrug der mediane prozentuale Anstieg des IgG im
Vergleich zum Studienbeginn 17 % für Benlysta und 37 % für Placebo. Die Beobachtungen zur
Reduktion der Autoantikörper, zum Anstieg des Komplementsystems und zur Reduktion derzirkulierenden Gesamt-B-Zellen und B-Zell-Subtypen entsprachen den Ergebnissen der SLE-Studien.
In einer intravenösen Studie mit pädiatrischen SLE-Patienten (6 bis 17 Jahre) und einer subkutanen
Studie mit pädiatrischen SLE-Patienten (10 bis 17 Jahre) entsprach das pharmakodynamische
Ansprechen den Daten bei Erwachsenen (siehe Abschnitt 4.2).
ImmunogenitätIn der subkutanen Studie, in der Serumproben von mehr als 550 erwachsenen SLE-Patientenuntersucht wurden, wurden während oder nach subkutaner Therapie mit 200 mg Belimumab keine
Anti-Belimumab-Antikörper gefunden. In der Lupusnephritis-Studie, in der 224 erwachsene Patientenintravenös 10 mg/kg Körpergewicht Benlysta erhielten, wurden keine Anti-Belimumab-Antikörpernachgewiesen.
In einer intravenösen Studie mit 6 bis 17-jährigen pädiatrischen SLE-Patienten (n = 53) und einersubkutanen Studie mit 10 bis 17-jährigen pädiatrischen SLE-Patienten (n = 25) entwickelte keiner der
Patienten Anti-Belimumab-Antikörper (siehe Abschnitt 4.2).
Klinische Wirksamkeit und SicherheitSLE
Subkutane InjektionDie Wirksamkeit von subkutan verabreichtem Benlysta wurde in einer randomisierten, doppelblinden,placebokontrollierten 52-wöchigen Phase-III-Studie (HGS1006-C1115, BEL112341) bei836 erwachsenen Patienten mit der klinischen Diagnose SLE gemäß der Kriterien des American
College of Rheumatology untersucht. Geeignete Patienten hatten einen aktiven SLE, definiert als
SELENA SLEDAI-Score von ≥ 8 und beim Screening positive Testergebnisse auf anti-nukleäre
Antikörper (ANA, Titer ≥ 1:80 und/oder positives Ergebnis auf Anti-dsDNA-Antikörper[≥ 30 Einheiten/ml]). Die Patienten erhielten eine stabile SLE-Behandlung (Standardtherapie),bestehend aus (allein oder in Kombination): Corticosteroiden, Antimalariamitteln, NSARs oderanderen Immunsuppressiva. Patienten waren von der Studie ausgeschlossen, wenn sie einen schwerenaktiven Lupus des Zentralnervensystems (ZNS) oder eine schwere aktive Lupusnephritis hatten.
Die Studie wurde in den Vereinigten Staaten, Südamerika, Europa und Asien durchgeführt. Das
Medianalter der Patienten betrug 37 Jahre (Bereich: 18 bis 77 Jahre) und die Mehrzahl (94 %) waren
Frauen. Hintergrundtherapien umfassten Corticosteroide (86 %; > 7,5 mg/Tag Prednison-Äquivalent60 %), Immunsuppressiva (46 %) und Antimalariamittel (69 %). Die Patienten wurden in einem
Verhältnis von 2:1 randomisiert und erhielten einmal wöchentlich für 52 Wochen 200 mg Belimumaboder Placebo subkutan.
Bei Studienbeginn zeigten 62,2 % der Patienten eine hohe Krankheitsaktivität (SELENA-SLEDAI-
Score ≥ 10), 88 % der Patienten hatten eine mukokutane, 78 % eine muskuloskelettale, 8 % einehämatologische, 12 % eine renale und 8 % eine vaskuläre Organbeteiligung.
Der primäre Wirksamkeitsendpunkt war ein zusammengesetzter Endpunkt (SLE-Responder-Index),bei dem diejenigen Patienten als Responder definiert waren, die in Woche 52 gegenüber dem
Studienbeginn alle der folgenden Kriterien erfüllten:
* Reduktion des SELENA-SLEDAI-Score um 4 Punkte und
* keine neuen British Isles Lupus Assessment Group (BILAG) A-Organsystembeteiligungen oderkeine 2 neuen BILAG B-Organsystembeteiligungen sowie
* keine Verschlechterung (Anstieg um < 0,30 Punkte) des Physician Global Assessment Score(PGA-Score)
Mithilfe des SLE-Responder-Index wird die Verbesserung der SLE-Krankheitsaktivität ohne
Verschlechterung eines Organsystems oder des Allgemeinbefindens des Patienten beurteilt.
Tabelle 1. Ansprechrate in Woche 52
Ansprechen1 Placebo2 Benlysta2200 mg pro Woche(n = 279) (n = 554)
SLE-Responder-Index 48,4 % 61,4 %(p = 0,0006)
Beobachteter Unterschied zu Placebo 12,98 %
Odds-Ratio (95 %-KI) vs. Placebo 1,68(1,25; 2,25)
Einzelkomponenten des SLE-Responder-Index
Prozentsatz der Patienten mit Reduktion des 49,1 % 62,3 %
SELENA-SLEDAI-Score um 4 Punkte (p = 0,0005)
Prozentsatz der Patienten ohne 74,2 % 80,9 %
Verschlechterung im BILAG-Index (p = 0,0305)
Prozentsatz der Patienten ohne 72,8 % 81,2 %
Verschlechterung im PGA-Score (p = 0,0061)1 Bei den Analysen wurden alle Patienten ausgeschlossen, bei denen die Bewertung einer der
Komponenten zu Studienbeginn fehlte (1 für Placebo; 2 für Benlysta).2 Alle Patienten erhielten eine Standardtherapie.
Die Unterschiede zwischen den Behandlungsgruppen waren in Woche 16 offensichtlich und bliebenbis Woche 52 erhalten (Abbildung 1).
Abbildung 1. Anteil der SRI-Responder pro Visite
Benlysta + Standardtherapie (n = 554)
Placebo + Standardtherapie (n = 279)
* p < 0,05
Zeit (Wochen)
SLE-Schübe wurden anhand des modifizierten SELENA-SLEDAI-SLE-Flare-Index erfasst. Das
Risiko des ersten Schubs wurde über den Beobachtungszeitraum von 52 Wochen in der Benlysta-
Gruppe gegenüber der Placebogruppe um 22 % reduziert (Hazard-Ratio = 0,78; p = 0,0061). Diemediane Zeit bis zum ersten Schub bei Patienten mit einem Schub war bei den mit Benlystabehandelten Patienten länger als unter Placebo (190 vs. 141 Tage). Schwere Schübe wurden über den
Beobachtungszeitraum von 52 Wochen in der Benlysta-Gruppe bei 10,6 % beobachtet gegenüber18,2 % in der Placebogruppe (beobachteter Behandlungsunterschied = -7,6 %). Das Risiko fürschwere Schübe wurde über den Beobachtungszeitraum von 52 Wochen in der Benlysta-Gruppe um49 % reduziert verglichen mit der Placebogruppe (Hazard-Ratio = 0,51; p = 0,0004). Die mediane Zeitbis zum ersten schweren Schub der Patienten mit einem schweren Schub war bei mit Benlystabehandelten Patienten länger als in der Placebogruppe (171 vs. 118 Tage).
Der prozentuale Anteil der Patienten, die bei Studienbeginn > 7,5 mg/Tag Prednison (oder ein
Äquivalent) erhalten hatten und deren durchschnittliche Corticosteroid-Dosis in den Wochen 40 bis 52um mindestens 25 % auf ein Dosisäquivalent von ≤ 7,5 mg Prednison/Tag verringert wurde, betrugunter Benlysta 18,2 % und unter Placebo 11,9 % (p = 0,0732).
Benlysta zeigte gegenüber Placebo anhand der FACIT-Fatigue-Skala eine Besserung der Fatigue. Dieadjustierte mittlere Änderung des Scores zwischen Studienbeginn und Woche 52 fiel unter Benlystasignifikant höher aus als unter Placebo (4,4 vs. 2,7; p = 0,0130).
Die Subgruppen-Analyse des primären Endpunkts zeigte, dass der größte Nutzen bei Patienten mithöherer Krankheitsaktivität bei Studienbeginn erzielt wurde, einschließlich Patienten mit einem
SELENA-SLEDAI-Score von ≥ 10 oder Patienten, die zur Kontrolle ihrer Erkrankung Steroidebenötigten oder Patienten mit niedrigen Komplement-Konzentrationen.
Eine zusätzliche, zuvor identifizierte serologisch aktive Gruppe von Patienten mit niedrigen
Komplement-Konzentrationen und positivem Anti-dsDNA-Test bei Studienbeginn, zeigte ebenfallseine größere relative Antwort. Siehe Tabelle 2 für Ergebnisse dieser exemplarischen Gruppe mithöherer Krankheitsaktivität.
Responder (%)
Tabelle 2. Patienten mit niedrigem Komplement und positivem Anti-dsDNA-Test bei
Studienbeginn
Anti-dsDNA UND niedriges
Komplement
Untergruppe Placebo Benlysta200 mg pro
Woche(n = 108) (n = 246)
Ansprechrate im SRI in Woche 521 (%) 47,2 64,6 (p = 0,0014)
Beobachteter Behandlungsunterschied zu Placebo (%) 17,41
Schwere Schübe im Verlauf von 52 Wochen: (n = 108) (n = 248)
Patienten mit schwerem Schub (%) 31,5 14,1
Beobachteter Behandlungsunterschied zu Placebo (%) 17,4
Zeit bis zu einem schweren Schub [Hazard-Ratio (95 %-KI)] 0,38 (0,24; 0,61)(p < 0,0001)(n = 70) (n = 164)
Prednison-Reduktion um ≥ 25 % gegenüber Studienbeginn auf 11,4 20,7 (p = 0,0844)≤ 7,5 mg/Tag in den Wochen 24 bis 522 (%)
Beobachteter Behandlungsunterschied zu Placebo (%) 9,3(n = 108) (n = 248)
Verbesserung des FACIT-Fatigue-Scores zwischen 2,4 4,6 (p = 0,0324)
Studienbeginn und Woche 52 (Mittelwert)
Beobachteter Behandlungsunterschied zu Placebo (medianer 2,1
Unterschied)1 Bei der Analyse der Ansprechrate im SRI in Woche 52 wurden alle Patienten ausgeschlossen, beidenen die Bewertung zu Studienbeginn fehlte (2 für Benlysta).2 Bei Patienten mit einer Prednison-Dosis von > 7,5 mg/Tag bei Studienbeginn.
Die Wirksamkeit und Sicherheit von Benlysta in Kombination mit einem einzigen Zyklus Rituximabwurde in einer 104-wöchigen randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Phase-III-Studiemit 292 Patienten (BLISS-BELIEVE) untersucht. Der primäre Endpunkt war der Anteil an Patientenmit dem Status einer kontrollierten Erkrankung, definiert als SLEDAI-2K-Score ≤ 2, der ohne
Immunsuppressiva und mit Corticosteroiden in einer Dosis äquivalent zu ≤ 5 mg Prednison pro Tag in
Woche 52 erreicht wurde. Dies wurde bei 19,4 % (n = 28/144) der mit Benlysta in Kombination mit
Rituximab behandelten Patienten und bei 16,7 % (n = 12/72) der mit Benlysta in Kombination mit
Placebo behandelten Patienten erreicht (Odds-Ratio 1,27; 95 %-KI: 0,60; 2,71; p = 0,5342). Bei
Patienten, die mit Benlysta in Kombination mit Rituximab behandelt wurden, wurden
Nebenwirkungen (91,7 % vs. 87,5 %), schwere Nebenwirkungen (22,2 % vs. 13,9 %) und schwere
Infektionen (9,0 % vs. 2,8 %) häufiger beobachtet als bei Patienten, die mit Benlysta in Kombinationmit Placebo behandelt wurden.
Lupusnephritis
Subkutane InjektionDie Wirksamkeit und Sicherheit der subkutanen Verabreichung von 200 mg Benlysta bei Patientenmit aktiver Lupusnephritis basiert auf Daten zur intravenösen Verabreichung von 10 mg/kg
Körpergewicht Benlysta sowie pharmakokinetischer Modellierung und Simulation (siehe
Abschnitt 5.2).
In der oben beschriebenen subkutanen SLE-Studie waren Patienten mit schwerer aktiver
Lupusnephritis ausgeschlossen. Dennoch hatten 12 % der Patienten zu Studienbeginn eine Beteiligungder Nieren (basierend auf der Bewertung des SELENA-SLEDAI-Scores). Die folgende Studie wurdebei aktiver Lupusnephritis durchgeführt.
Intravenöse InfusionDie Wirksamkeit und Sicherheit der intravenösen Verabreichung von 10 mg/kg Körpergewicht
Benlysta über einen Zeitraum von 1 Stunde an den Tagen 0, 14, 28 und anschließend alle 28 Tage,wurde in einer 104-wöchigen randomisierten (1:1), doppelblinden, placebokontrollierten Phase-III-
Studie (BEL114054) bei 448 Patienten mit aktiver Lupusnephritis untersucht. Die Patienten hatteneine klinische SLE-Diagnose gemäß der ACR-Klassifikationskriterien, eine durch Biopsienachgewiesene Lupusnephritis der Klasse III, IV und/oder V und wiesen beim Screening eine aktiverenale Erkrankung auf, die eine Standardtherapie erforderte. Die Standardtherapie umfasste
Corticosteroide, 0 bis 3 intravenöse Gaben Methylprednisolon (500 bis 1 000 mg pro Gabe), gefolgtvon oralem Prednison 0,5 bis 1 mg/kg/Tag mit einer täglichen Gesamtdosis von ≤ 60 mg/Tag, welchebis Woche 24 auf ≤ 10 mg/Tag herabtitriert wurde, mit:
* Mycophenolat-Mofetil 1 bis 3 g/Tag oral oder Mycophenolat-Natrium 720 bis 2 160 mg/Tag oralzur Induktions- und Erhaltungstherapie oder
* Cyclophosphamid 500 mg intravenös alle 2 Wochen für 6 Infusionen zur Induktionstherapie,gefolgt von oralem Azathioprin in einer Ziel-Dosis von 2 mg/kg/Tag zur Erhaltungstherapie.
Diese Studie wurde in Asien, Nordamerika, Südamerika und Europa durchgeführt. Das mediane Alterder Patienten betrug 31 Jahre (Bereich: 18 bis 77 Jahre). Die Mehrheit (88 %) war weiblich.
Der primäre Wirksamkeitsendpunkt war das primäre renale Ansprechen (Primary Efficacy Renal
Response, PERR) in Woche 104, definiert als ein Ansprechen in Woche 100, das durch eine erneute
Messung der folgenden Parameter in Woche 104 bestätigt wurde: Urinprotein:Kreatinin-Verhältnis(urinary protein:creatinine ratio, uPCR) ≤ 700 mg/g (79,5 mg/mmol) und eine geschätzte glomeruläre
Filtrationsrate (eGFR) ≥ 60 ml/min/1,73 m2 oder keine Abnahme der eGFR um mehr als 20 %gegenüber dem Wert vor dem Schub.
Zu den wichtigsten sekundären Endpunkten gehörten:
* Vollständiges renales Ansprechen (Complete Renal Response, CRR), definiert als ein Ansprechenin Woche 100, das durch eine erneute Messung der folgenden Parameter in Woche 104 bestätigtwurde: uPCR < 500 mg/g (56,8 mg/mmol) und eGFR ≥ 90 ml/min/1,73 m2 oder keine Abnahmeder eGFR um mehr als 10 % gegenüber dem Wert vor dem Schub.
* PERR in Woche 52.
* Zeit bis zum Nieren-bezogenen Ereignis oder Tod (Nieren-bezogenes Ereignis ist definiert alserstes Ereignis einer terminalen Niereninsuffizienz, Verdoppelung des Serumkreatinins,
Verschlechterung der Nierenfunktion [definiert als zunehmende Proteinurie und/odereingeschränkte Nierenfunktion] oder der Erhalt einer unzulässigen Therapie zur Behandlung von
Nierenerkrankungen).
Für die Endpunkte PERR und CRR musste die Steroidtherapie ab Woche 24 auf ≤ 10 mg/Tagreduziert werden, um als Responder zu gelten. Für diese Endpunkte wurden Patienten, die die
Behandlung vorzeitig beendeten, unzulässige Medikamente erhielten oder frühzeitig aus der Studieaustraten, als Non-Responder gewertet.
Der Anteil der Patienten, die den Endpunkt PERR in Woche 104 erreichten, war unter den Patienten,die Benlysta erhielten, signifikant höher als unter den Patienten, die Placebo erhielten. Die wichtigstensekundären Endpunkte zeigten ebenfalls eine signifikante Verbesserung mit Benlysta im Vergleich zu
Placebo (Tabelle 3).
Tabelle 3. Ergebnisse zur Wirksamkeit bei erwachsenen Patienten mit Lupusnephritis
Wirksamkeitsendpunkt Placebo Benlysta beobachteter Odds- p-10 mg/kg Unterschied /Hazard-Ratio Wertvs. Placebo vs. Placebo(n = 223) (n = 223) (95 %-KI)
PERR in Woche 1041 OR 1,55
Responder 32,3 % 43,0 % 10,8 % (1,04; 2,32) 0,0311
Einzelkomponenten des PERR
Urinprotein:Kreatinin- OR 1,54
Verhältnis ≤ 700 mg/g 33,6 % 44,4 % 10,8 % (1,04; 2,29) 0,0320(79,5 mg/mmol)eGFR ≥ 60 ml/min/1,73 m2oder keine Abnahme dereGFR um mehr als 20 % OR 1,32gegenüber dem Wert vor 50,2 % 57,4 % 7,2 % (0,90; 1,94) 0,1599dem Schubkein Therapieversagen³ OR 1,6574,4 % 83,0 % 8,5 % (1,03; 2,63) 0,0364
CRR in Woche 1041 OR 1,74
Responder 19,7 % 30,0 % 10,3 % (1,11; 2,74) 0,0167
Einzelkomponenten des CRR
Urinprotein:Kreatinin- OR 1,58
Verhältnis < 500 mg/g 28,7 % 39,5 % 10,8 % (1,05; 2,38) 0,0268(56,8 mg/mmol)eGFR ≥ 90 ml/min/1,73 m2oder keine Abnahme dereGFR um mehr als 10 %gegenüber dem Wert vor OR 1,33dem Schub 39,9 % 46,6 % 6,7 % (0,90; 1,96) 0,1539kein Therapieversagen³ OR 1,6574,4 % 83,0 % 8,5 % (1,03; 2,63) 0,0364
PERR in Woche 521 OR 1,59
Responder 35,4 % 46,6 % 11,2 % (1,06; 2,38) 0,0245
Zeit bis zum Nieren-bezogenen Ereignis oder
Tod1
Prozentsatz der Patientenmit einem Ereignis2 28,3 % 15,7 % -
Zeit bis zum Ereignis HR 0,51[Hazard-Ratio (95 %-KI)] - (0,34; 0,77) 0,00141 Das PERR in Woche 104 war die primäre Wirksamkeitsanalyse. Das CRR in Woche 104, das
PERR in Woche 52 und die Zeit bis zum Nieren-bezogenen Ereignis oder Tod waren in der zuvorfestgelegten Testhierarchie enthalten.2 Nach Ausschluss der Todesfälle aus der Analyse (1 für Benlysta; 2 für Placebo) betrug der
Prozentsatz der Patienten mit einem Nieren-bezogenen Ereignis 15,2 % für Benlysta gegenüber27,4 % für Placebo (HR = 0,51; 95 %-KI: 0,34; 0,78).
³ Therapieversagen: Patienten, die Medikamente einnahmen, die gemäß Prüfplan unzulässig waren.
Im Vergleich zu Placebo erreichte ein numerisch höherer Prozentsatz der Patienten, die Benlystaerhielten, ab Woche 24 ein PERR und dieser Behandlungsunterschied blieb bis Woche 104 bestehen.
Ab Woche 12 erreichte, im Vergleich zu Placebo, ein numerisch höherer Prozentsatz der Patienten, die
Benlysta erhielten, ein CRR und dieser numerische Unterschied blieb bis Woche 104 bestehen(Abbildung 2).
Abbildung 2. Ansprechraten bei Erwachsenen mit Lupusnephritis pro Visite
Primäres renales Ansprechen (Primary Efficacy Renal Response, PERR)
Benlysta + Standardtherapie (n = 223)
Placebo + Standardtherapie (n = 223)
Zeit (Wochen)
Responder (%) +/- SE
Vollständiges renales Ansprechen (Complete Renal Response, CRR)
Benlysta + Standardtherapie (n = 223)
Placebo + Standardtherapie (n = 223)
Zeit (Wochen)
In deskriptiven Subgruppenanalysen wurden die wichtigsten Wirksamkeitsendpunkte (PERR und
CRR) nach Induktionsschema (Mycophenolat oder Cyclophosphamid) und Biopsieklasse (Klasse IIIoder IV, Klasse III + V oder Klasse IV + V oder Klasse V) untersucht (Abbildung 3).
Abbildung 3. Odds-Ratio für PERR und CRR in Woche 104 in den verschiedenen Subgruppen
Subgruppe Ansprechrate
Benlysta (n) versus Placebo (n) Placebo Benlysta Odds-Ratio(%) (%) (95 %-KI)
Zu Gunsten Placebo Zu Gunsten Benlysta
Induktionsschema34 46 1,6 (1,0; 2,5)
Mycophenolat (164 vs. 164)20 34 2,0 (1,2; 3,4)27 34 1,5 (0,7; 3,5)
Cyclophosphamid (59 vs. 59)19 19 1,1 (0,4; 2,8)
Biopsieklasse32 48 1,8 (1,1; 3,1)
Klasse III oder Klasse IV (126 vs. 132)19 31 1,8 (1,0; 3,2)
Klasse III + V oder Klasse IV + V (61 vs. 55) 27 38 1,8 (0,8; 4,0)15 26 2,8 (1,0; 7,7)42 36 0,6 (0,2; 1,9)
Klasse V (36 vs. 36)31 33 0,8 (0,3; 2,6)0,1 0,2 0,5 1 2 4 8
Odds-Ratio
Primäres renales Ansprechen (Primary Efficacy Renal Response, PERR)
Vollständiges renales Ansprechen (Complete Renal Response, CRR)
Responder (%) +/- SE
Alter und ethnische Zugehörigkeit
AlterIn placebokontrollierten Studien wurden bei SLE-Patienten ≥ 65 Jahre, die Benlysta intravenös odersubkutan erhielten, keine Unterschiede in der Wirksamkeit oder Sicherheit gegenüber der
Gesamtpopulation beobachtet. Jedoch ist die Anzahl der Patienten im Alter von ≥ 65 Jahren(62 Patienten für die Wirksamkeit und 219 Patienten für die Sicherheit) nicht ausreichend um zubeurteilen, ob sie anders ansprechen als jüngere Patienten.
Patienten mit schwarzer Hautfarbe
An den placebokontrollierten Studien mit subkutan verabreichtem Benlysta nahmen zu wenige
Patienten mit schwarzer Hautfarbe teil, um aussagekräftige Schlussfolgerungen bezüglich der
Auswirkungen der ethnischen Zugehörigkeit auf den klinischen Behandlungserfolg zu ziehen.
Die Sicherheit und Wirksamkeit von intravenös verabreichtem Benlysta wurde bei Patienten mitschwarzer Hautfarbe untersucht. Die derzeit verfügbaren Daten sind in der Fachinformation(Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels) von Benlysta 120 mg und 400 mg Pulver für ein
Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung beschrieben.
Kinder und JugendlicheSLE
Subkutane InjektionBenlysta 200 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze wurde bei pädiatrischen Patienten nichtuntersucht (siehe Abschnitt 4.2). Für Benlysta 200 mg Injektionslösung im Fertigpen werden die
Sicherheit und Wirksamkeit von Benlysta, das pädiatrischen Patienten im Alter von 5 bis < 18 Jahrenmit aktivem SLE verabreicht wird, unterstützt durch ein populationspharmakokinetisches Modell undeine Simulation, in die Daten einer unverblindeten pharmakokinetischen Studie mit 25 pädiatrischen
Patienten mit aktivem SLE und subkutaner Verabreichung von Benlysta (200908) integriert wurden,sowie durch eine unten beschriebene Studie mit pädiatrischen Patienten mit aktivem SLE undintravenös verabreichtem Benlysta (PLUTO) (siehe Abschnitt 5.2).
Intravenöse InfusionDie Sicherheit und Wirksamkeit von Benlysta wurden in einer randomisierten, doppelblinden,placebokontrollierten 52-wöchigen Studie (PLUTO) bei 93 pädiatrischen Patienten mit der klinischen
Diagnose SLE gemäß der ACR-Klassifikationskriterien untersucht. Die Patienten hatten eine aktive
SLE-Erkrankung, definiert als SELENA-SLEDAI-Score von ≥ 6 und positive Testergebnisse auf
Auto-Antikörper beim Screening, wie bei den Studien mit Erwachsenen beschrieben. Die Patientenwaren auf eine stabile SLE-Behandlung (Standardtherapie) eingestellt, und es galten ähnliche
Einschlusskriterien wie bei den Studien mit Erwachsenen. Patienten mit einer schweren aktiven
Lupusnephritis, einem schweren aktiven Lupus des Zentralnervensystems (ZNS), einer primären
Immundefizienz, einem IgA-Mangel oder mit akuten oder chronischen Infektionen, die eine
Behandlung erfordern, wurden von der Studie ausgeschlossen. Die Studie wurde in den USA,
Südamerika, Europa und Asien durchgeführt. Das mittlere Alter der Patienten betrug 15 Jahre (Spannevon 6 bis 17 Jahren). In der Gruppe der 5- bis 11-Jährigen (n = 13) lag der SELENA-SLEDAI-Scorebei 4 bis 13 und in der Gruppe der 12- bis 17-Jährigen (n = 79) lag der SELENA-SLEDAI-Score bei 4bis 20. Die Mehrheit (94,6 %) der Patienten war weiblich. Die Studie war nicht auf statistische
Vergleiche ausgelegt, und alle Daten sind deskriptiv.
Der primäre Wirksamkeitsendpunkt war der SLE-Responder-Index (SRI) in Woche 52, wie bei denintravenösen Studien bei Erwachsenen beschrieben. Der Anteil an pädiatrischen Patienten, die ein
SRI-Ansprechen erreichten, war bei den Patienten, die Benlysta erhielten, größer als bei den Patienten,die Placebo erhielten. Das Ansprechen in den Einzelkomponenten des Endpunkts war konsistent mitdem des SRI (Tabelle 4).
Tabelle 4. Ansprechrate bei Kindern und Jugendlichen in Woche 52
Placebo Benlysta10 mg/kg
Ansprechen1 (n = 40) (n = 53)
SLE-Responder-Index (%) 43,6 52,8(17/39) (28/53)
Odds-Ratio (95 %-KI) vs. Placebo 1,49 (0,64; 3,46)
Einzelkomponenten des SLE-Responder-Index
Prozentsatz der Patienten mit Reduktion des 43,6 54,7
SELENA-SLEDAI-Score um 4 Punkte (%) (17/39) (29/53)
Odds-Ratio (95 %-KI) vs. Placebo 1,62 (0,69; 3,78)
Prozentsatz der Patienten ohne 61,5 73,6
Verschlechterung im BILAG-Index (%) (24/39) (39/53)
Odds-Ratio (95 %-KI) vs. Placebo 1,96 (0,77; 4,97)
Prozentsatz der Patienten ohne 66,7 75,5
Verschlechterung im PGA-Score (%) (26/39) (40/53)
Odds-Ratio (95 %-KI) vs. Placebo 1,70 (0,66; 4,39)1 Bei den Analysen wurden alle Patienten ausgeschlossen, bei denen die Bewertung einer der
Komponenten zu Studienbeginn fehlte (1 für Placebo).
Bei den Patienten, die einen schweren Schub erlitten, war der mittlere (mediane) Tag der Studie, andem der erste schwere Schub auftrat, in der Benlysta-Gruppe Tag 150 und in der Placebogruppe
Tag 113. Während der Beobachtungsdauer von 52 Wochen wurden schwere Schübe bei 17,0 % der
Benlysta-Gruppe gegenüber 35,0 % der Placebogruppe beobachtet (beobachteter
Behandlungsunterschied = 18,0 %; Hazard-Ratio = 0,36, 95 %-KI: 0,15; 0,86). Dies war konsistentmit den Ergebnissen der intravenösen klinischen Studien bei Erwachsenen.
Unter Verwendung der Paediatric Rheumatology International Trials Organisation/American
College of Rheumatology (PRINTO/ACR) Kriterien zur Bewertung des jugendlichen SLE-
Ansprechens zeigte gegenüber Placebo ein größerer Anteil der pädiatrischen Patienten, die Benlystaerhielten, eine Verbesserung (Tabelle 5).
Tabelle 5. PRINTO/ACR Ansprechen in Woche 52
Anteil der Patienten mit Anteil der Patienten mitwenigstens 50 % wenigstens 30 % Verbesserung in
Verbesserung in 2 der 3 der 5 Komponenten1 und einer5 Komponenten1 und einer Verschlechterung um mehr als
Verschlechterung um mehr als 30 % in höchstens einer30 % in höchstens einer verbleibenden Komponenteverbleibenden Komponente
Placebo Benlysta Placebo Benlysta10 mg/kg 10 mg/kgn = 40 n = 53 n = 40 n = 53
Ansprechen, n (%) 14/40 32/53 11/40 28/53(35,0) (60,4) (27,5) (52,8)
Beobachteter Unterschied 25,38 25,33vs. Placebo
Odds-Ratio (95 %-KI) vs. 2,74 2,92
Placebo (1,15; 6,54) (1,19; 7,17)1 Die fünf PRINTO/ACR Komponenten waren die prozentuale Änderung in Woche 52 bezogen auf:
Parent’s Global Assessment (Parent GA), PGA-Score, SELENA-SLEDAI-Score, 24-Stunden-
Proteinurie und Paediatric Quality of Life Inventory - Generic Core Scale (PedsQL GC) physicalfunctioning domain score.
Die folgenden Angaben zu subkutanen pharmakokinetischen Parametern basieren auf
Populationsschätzungen von 661 Studienteilnehmern, bestehend aus 554 SLE-Patienten und107 gesunden Studienteilnehmern, die Benlysta subkutan erhielten.
ResorptionBenlysta in einer Fertigspritze wird über eine subkutane Injektion verabreicht.
Nach subkutaner Verabreichung betrug die Bioverfügbarkeit von Belimumab etwa 74 %. Die Steady-
State-Exposition wurde bei subkutaner Gabe nach etwa 11 Wochen erreicht. Die maximale
Serumkonzentration (Cmax) von Belimumab im Steady-State betrug 108 µg/ml.
VerteilungBelimumab wurde mit einem Steady-State-Gesamtverteilungsvolumen (Vss) von etwa 5 Litern in die
Gewebe verteilt.
BiotransformationBelimumab ist ein Protein, dessen Verstoffwechselung vermutlich durch weit verbreiteteproteolytische Enzyme über den Abbau zu kleinen Peptiden und einzelnen Aminosäuren erfolgt. Eswurden keine klassischen Biotransformationsstudien durchgeführt.
EliminationNach subkutaner Verabreichung hatte Belimumab eine terminale Halbwertzeit von 18,3 Tagen. Diesystemische Clearance betrug 204 ml/Tag.
Lupusnephritis-Studie
Bei 224 erwachsenen Patienten mit Lupusnephritis, die intravenös 10 mg/kg Körpergewicht Benlystaerhielten (Tage 0, 14, 28 und anschließend alle 28 Tage für bis zu 104 Wochen), wurde einepopulationspharmakokinetische Analyse durchgeführt. Bei Patienten mit Lupusnephritis war die
Belimumab-Clearance aufgrund der Aktivität der Nierenerkrankung anfänglich höher als es in den
SLE-Studien beobachtet wurde. Nach 24 Wochen der Behandlung und während der gesamtenrestlichen Studiendauer waren die Belimumab-Clearance und die Exposition jedoch ähnlich wie beierwachsenen SLE-Patienten, die intravenös 10 mg/kg Körpergewicht Belimumab erhielten.
Basierend auf populationspharmakokinetischer Modellierung und Simulation wird erwartet, dass diedurchschnittlichen Steady-State-Konzentrationen nach subkutaner Verabreichung von 200 mg
Belimumab einmal wöchentlich bei Erwachsenen mit Lupusnephritis ähnlich derer sind, die bei
Erwachsenen mit Lupusnephritis beobachtet werden, die intravenös 10 mg/kg Körpergewicht
Belimumab alle 4 Wochen erhalten.
Besondere PatientengruppenKinder und Jugendliche: Benlysta 200 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze wurde beipädiatrischen Patienten nicht untersucht (siehe Abschnitt 4.2). Für Benlysta 200 mg Injektionslösungim Fertigpen basieren die pharmakokinetischen Parameter von subkutan verabreichtem Belimumabauf einer populationspharmakokinetischen Analyse von 25 Patienten aus einer Phase-II-
Pharmakokinetik-Studie mit pädiatrischen SLE-Patienten, die Belimumab subkutan erhielten, und der
Phase-II-Studie mit pädiatrischen SLE-Patienten, die Belimumab intravenös erhielten. Nachsubkutaner Verabreichung von 200 mg Belimumab bei pädiatrischen Patienten im Alter von 5 bisunter 18 Jahren [wöchentlich (Patienten mit einem Körpergewicht ≥ 50 kg), alle 10 Tage (Patientenmit einem Körpergewicht zwischen 30 und < 50 kg) oder alle 2 Wochen (Patienten mit einem
Körpergewicht von 15 bis < 30 kg)], wird die durchschnittliche Belimumab-Konzentration im Steady-
State als ähnlich derer bei erwachsenen SLE-Patienten nach subkutaner Verabreichung von 200 mg
Belimumab wöchentlich eingeschätzt und als ähnlich derer bei pädiatrischen SLE-Patienten nachintravenöser Verabreichung von 10 mg/kg Körpergewicht Belimumab an den Tagen 0, 14 und 28 undin 4-wöchigen Abständen danach. Die simulierten geometrischen Mittelwerte von Cmax, Cavg, Cmin und
AUC (berechnet über das Dosierungsintervall) im Steady-State werden auf 124 µg/ml, 119 µg/ml,111 µg/ml und 834 Tage*µg/ml für pädiatrische Patienten mit einem Körpergewicht von ≥ 50 kg, die
Belimumab einmal wöchentlich erhalten, auf 114 µg/ml, 105 µg/ml, 91 µg/ml und 1051 Tage*µg/mlfür pädiatrische Patienten mit einem Körpergewicht zwischen 30 und < 50 kg, die Belimumab alle10 Tage erhalten, und auf 119 µg/ml, 103 µg/ml, 79 µg/ml und 1438 Tage*µg/ml für pädiatrische
Patienten mit einem Körpergewicht zwischen 15 und < 30 kg, die Belimumab alle 2 Wochen erhalten,geschätzt.
Ältere Patienten: Benlysta wurde bei einer begrenzten Anzahl älterer Patienten untersucht. Der Faktor
Lebensalter hatte der subkutanen populationspharmakokinetischen Analyse zufolge keinen Einflussauf die Belimumab-Exposition. Allerdings kann ein Einfluss des Faktors Alter aufgrund der geringen
Anzahl von Patienten ab 65 Jahren nicht vollständig ausgeschlossen werden.
Beeinträchtigung der Nierenfunktion: Es wurden keine speziellen Studien zu den Auswirkungen einer
Beeinträchtigung der Nierenfunktion auf die Pharmakokinetik von Belimumab durchgeführt. Im
Rahmen seiner klinischen Entwicklung wurde Benlysta bei einer begrenzten Patientenanzahl mit SLEund leichter (Kreatinin-Clearance [KrCl] zwischen 60 und < 90 ml/min), mittelschwerer (KrClzwischen 30 und < 60 ml/min) oder schwerer (KrCl zwischen 15 und < 30 ml/min)
Beeinträchtigung der Nierenfunktion untersucht: 121 Patienten mit leichter und 30 Patienten mitmittelschwerer Beeinträchtigung der Nierenfunktion erhielten Benlysta subkutan; 770 Patienten mitleichter, 261 Patienten mit mittelschwerer und 14 Patienten mit schwerer Beeinträchtigung der
Nierenfunktion erhielten Benlysta intravenös.
Es wurde keine klinisch signifikante Reduktion der systemischen Clearance als Folge der
Beeinträchtigung der Nierenfunktion beobachtet. Daher wird bei Patienten mit Beeinträchtigung der
Nierenfunktion keine Dosisanpassung empfohlen.
Beeinträchtigung der Leberfunktion: Es wurden keine speziellen Studien zu den Auswirkungen einer
Beeinträchtigung der Leberfunktion auf die Pharmakokinetik von Belimumab durchgeführt. IgG1-
Moleküle wie Belimumab werden durch weit verbreitete proteolytische Enzyme abgebaut, die nichtauf das Lebergewebe beschränkt sind. Daher ist nicht zu erwarten, dass Veränderungen der
Leberfunktion Auswirkungen auf die Elimination von Belimumab haben.
Körpergewicht/Body Mass Index (BMI)
Die Effekte von Körpergewicht und BMI auf die Belimumab-Exposition nach subkutaner
Verabreichung bei Erwachsenen wurden als klinisch nicht bedeutsam betrachtet. Das Gewicht hattekeinen signifikanten Einfluss auf Wirksamkeit und Sicherheit. Daher wird bei Erwachsenen keine
Dosisanpassung empfohlen.
Die Auswirkungen des Körpergewichts auf die Belimumab-Exposition nach subkutaner
Verabreichung bei pädiatrischen Patienten wurden mithilfe eines populationspharmakokinetischen
Modells ermittelt. Pädiatrische Patienten mit geringerem Körpergewicht haben eine geringere
Belimumab-Clearance und ein geringeres Verteilungsvolumen, was zu einer erhöhten Expositionführt. Um sicherzustellen, dass die Belimumab-Exposition innerhalb akzeptabler Grenzen bleibt undüber den gesamten pädiatrischen Gewichtsbereich hinweg konsistent ist, wird Belimumab bei
Patienten mit geringerem Körpergewicht seltener verabreicht (siehe Abschnitt 4.2).
Umstellung von intravenöser auf subkutane Gabe
SLE
SLE-Patienten, die mit einem Wechselintervall von 1 bis 4 Wochen von der intravenösen Gabe von10 mg/kg Körpergewicht alle 4 Wochen auf ein Schema mit subkutaner Verabreichung von 200 mgumgestellt wurden, hatten vor ihrer ersten subkutanen Dosis eine Belimumab-Serumkonzentrationnahe ihrer letztendlichen subkutanen Steady-State-Trough-Konzentration (siehe Abschnitt 4.2). Auf
Basis von Simulationen mit populationspharmakokinetischen Parametern waren die durchschnittlichen
Belimumab Steady-State-Konzentrationen bei subkutaner Verabreichung von 200 mg einmalwöchentlich (bei erwachsenen Patienten und bei pädiatrischen Patienten im Alter von 5 bis unter18 Jahren und mit einem Körpergewicht von ≥ 50 kg), alle 10 Tage (bei pädiatrischen Patienten im
Alter von 5 bis unter 18 Jahren und mit einem Körpergewicht zwischen 30 und < 50 kg) oder alle2 Wochen (bei pädiatrischen Patienten im Alter von 5 bis unter 18 Jahren und mit einem
Körpergewicht zwischen 15 und < 30 kg) vergleichbar mit der intravenösen Verabreichung von10 mg/kg Körpergewicht alle 4 Wochen.
Lupusnephritis
Ein bis zwei Wochen nach den ersten beiden intravenösen Dosen wird bei Patienten mit
Lupusnephritis, die von 10 mg/kg Körpergewicht intravenös auf 200 mg subkutan wöchentlichumgestellt werden, auf der Grundlage von populationspharmakokinetischen Simulationen erwartet,dass die durchschnittlichen Belimumab-Serumkonzentrationen ähnlich derer von Patienten, die alle4 Wochen mit 10 mg/kg Körpergewicht intravenös behandelt werden, sind (siehe Abschnitt 4.2).
Basierend auf den konventionellen Studien zur Toxizität bei wiederholter Gabe und zur
Reproduktionstoxizität lassen die präklinischen Daten keine besonderen Gefahren für den Menschenerkennen.
Die intravenöse und subkutane Verabreichung an Affen führte zu der erwarteten Reduktion derperipheren B-Zellen und der B-Zellen im lymphatischen Gewebe; auffällige toxikologische Befundewurden im Zusammenhang damit nicht beobachtet.
Es wurden Reproduktionsstudien an trächtigen Cynomolgus-Affenweibchen durchgeführt, die über21 Wochen alle 2 Wochen 150 mg/kg Körpergewicht Belimumab als intravenöse Infusion erhielten(etwa das 9-Fache der erwarteten maximalen klinischen Exposition beim Menschen). Die Behandlungmit Belimumab war nicht mit direkten oder indirekten gesundheitsschädlichen Wirkungen im Sinneeiner Toxizität beim Muttertier, Entwicklungstoxizität oder Teratogenität verbunden.
Behandlungsabhängige Befunde waren auf die erwartete reversible Reduktion der B-Zellen sowohl beiden Muttertieren als auch bei den Nachkommen und die reversible Reduktion von IgM bei den
Affenjungen beschränkt. Die Anzahl der B-Zellen normalisierte sich bei den erwachsenen Affen nach
Beendigung der Belimumab-Therapie etwa 1 Jahr nach der Geburt und bei den Affenjungen im3. Lebensmonat. Die IgM-Spiegel der Affenjungen, die in utero Belimumab-exponiert gewesenwaren, normalisierten sich im 6. Lebensmonat.
Die Auswirkungen auf die männliche und weibliche Fertilität wurden in den 6-monatigen Studien an
Affen zur Toxikologie nach wiederholter Gabe unter Belimumab-Dosen von bis zu 50 mg/kg
Körpergewicht untersucht. Es wurden keine behandlungsabhängigen Veränderungen an denmännlichen und weiblichen Fortpflanzungsorganen sexuell reifer Tiere beobachtet. Eine informelle
Beurteilung des Menstruationszyklus bei den weiblichen Tieren ergab keine Belimumab-abhängigen
Veränderungen.
Da Belimumab ein monoklonaler Antikörper ist, wurde auf Studien zur Genotoxizität verzichtet. Auchwurden keine Studien zum kanzerogenen Potential oder zur Fertilität (männlich oder weiblich)durchgeführt.
Argininhydrochlorid
Histidin
Histidinmonohydrochlorid
Polysorbat 80 (E 433)
Natriumchlorid
Wasser für Injektionszwecke
Keine bekannt.
3 Jahre.
Im Kühlschrank lagern (2 °C - 8 °C).
Nicht einfrieren.
In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
Eine einzelne Benlysta Fertigspritze kann bei Temperaturen bis zu maximal 25 °C für bis zu12 Stunden aufbewahrt werden. Die Fertigspritze muss vor Licht geschützt und verworfen werden,wenn sie nicht innerhalb von 12 Stunden verwendet wurde.
1 ml Lösung in einer Typ-1-Glasspritze mit einer befestigten Nadel (Edelstahl) und einer Nadelkappe.
Erhältlich in Packungsgrößen zu 1 oder 4 Fertigspritzen in jeder Packung.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
Ausführliche Hinweise zur subkutanen Gabe von Benlysta in einer Fertigspritze werden am Ende der
Packungsbeilage gegeben (Schritt-für-Schritt-Anleitung).
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur https://www.ema.europa.eu verfügbar.
G17 (C1) - Major Kollagenose (systemischer Lupus erythematodes, Sklerodermie)