Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels AZOPT 10mg / ml augentropfen suspension
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
AZOPT 10 mg/ml Augentropfensuspension
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Jeder ml Suspension enthält 10 mg Brinzolamid.
Sonstiger Bestandteil mit bekannter WirkungJeder ml Augentropfensuspension enthält 0,1 mg Benzalkoniumchlorid.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Augentropfensuspension.
Weiße bis weißliche Suspension.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
AZOPT ist zur Senkung des erhöhten Augeninnendrucks indiziert bei:
* okulärer Hypertension
* Offenwinkelglaukomals Monotherapeutikum für erwachsene Patienten, die auf Beta-Rezeptorenblocker nicht ansprechen,oder bei denen Beta-Rezeptorenblocker kontraindiziert sind oder als Zusatzmedikation zu
Beta-Rezeptorenblockern oder Prostaglandin-Analoga (siehe auch Abschnitt 5.1).
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
DosierungAZOPT wird als Monotherapeutikum und als Zusatzmedikation in einer Dosierung von 1 Tropfenzweimal täglich in den Bindehautsack des betroffenen Auges oder der betroffenen Augen eingetropft.
Einige Patienten sprechen auf eine Dosierung von 1 Tropfen dreimal täglich besser an.
Besondere PatientengruppenÄltere PatientenBei älteren Patienten ist keine Dosierungsanpassung notwendig.
Anwendung bei eingeschränkter Leber- und Nierenfunktion
Die Anwendung von AZOPT bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion wurde nicht untersuchtund wird deswegen nicht empfohlen.
Die Anwendung von AZOPT bei Patienten mit stark eingeschränkter Nierenfunktion (Kreatinin-
Clearance ˂ 30 ml/min) oder bei Patienten mit hyperchlorämischer Azidose wurde nicht untersucht.
Da Brinzolamid und sein Hauptmetabolit überwiegend über die Niere ausgeschieden werden, ist die
Anwendung von AZOPT bei solchen Patienten kontraindiziert (siehe auch Abschnitt 4.3).
Kinder und JugendlicheDie Sicherheit und Wirksamkeit von AZOPT bei Kleinkindern, Kindern und Jugendlichen im Altervon 0 bis 17 Jahren ist nicht erwiesen. Zurzeit vorliegende Daten werden in den Abschnitten 4.8 und5.1 beschrieben; eine Dosierungsempfehlung kann jedoch nicht gegeben werden.
Art der AnwendungZur Anwendung am Auge.
Verschließen des Tränenkanals oder sanftes Schließen des Augenlids nach der Anwendung wirdempfohlen. Dadurch können die systemische Aufnahme von Arzneimitteln, die über die Augenverabreicht werden, verringert und systemische Nebenwirkungen gemindert werden.
Der Patient sollte angewiesen werden, die Flasche vor Gebrauch gut zu schütteln. Nach dem ersten
Öffnen der Verschlusskappe ist der Anbruchschutzring lose und sollte vor der ersten Anwendungentfernt werden.
Um eine Verunreinigung der Tropferspitze und der Suspension zu vermeiden, muss sorgfältig daraufgeachtet werden, dass die Augenlider und die umgebenden Augenpartien oder sonstige Oberflächennicht mit der Tropferspitze der Flasche berührt werden. Der Patient sollte angewiesen werden, die
Flasche nach Gebrauch gut zu verschließen.
Wird die Behandlung von einem anderen topischen Glaukomtherapeutikum auf AZOPT umgestellt,sollte das vorherige Präparat abgesetzt und die Behandlung mit AZOPT am folgenden Tagaufgenommen werden.
Wird mehr als ein topisches ophthalmisches Arzneimittel verabreicht, müssen die einzelnen
Anwendungen mindestens 5 Minuten auseinander liegen. Augensalben sollten zuletzt angewendetwerden.
Wenn eine Anwendung vergessen wurde, sollte die Behandlung wie vorgesehen mit der nächsten
Anwendung fortgesetzt werden. In das/die betroffene(n) Auge(n) sollte nicht mehr als einTropfendreimal täglich gegeben werden.
4.3 Kontraindikationen
* Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.
* Bekannte Überempfindlichkeit gegen Sulfonamide (siehe auch Abschnitt 4.4).
* Schwerwiegende Nierenfunktionsstörung.
* Hyperchlorämische Azidose.
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Systemische WirkungenAZOPT ist ein Sulfonamid-Inhibitor der Carboanhydrase und wird auch bei topischer Gabesystemisch resorbiert. Die typischen Arzneimittelnebenwirkungen systemisch verabreichter
Sulfonamide einschließlich Stevens-Johnson-Syndrom (SJS) und toxisch epidermale Nekrolyse (TEN)können auch bei topischer Anwendung auftreten. Zum Zeitpunkt der Verschreibung sollten die
Patienten über die Anzeichen und Symptome aufgeklärt und engmaschig auf Hautreaktionenüberwacht werden. Bei Anzeichen schwerwiegender Symptome oder bei
Überempfindlichkeitsreaktionen muss AZOPT sofort abgesetzt werden.
Bei oraler Einnahme von Carboanhydrasehemmern wurden Störungen des Säure-/Base-Haushaltsbeschrieben. Wegen des Risikos einer metabolischen Azidose ist AZOPT bei Patienten mitmöglicherweise eingeschränkter Nierenfunktion mit Vorsicht anzuwenden (siehe Abschnitt 4.2).
Brinzolamid wurde bei Frühgeborenen (Gestationsalter von unter 36 Wochen) oder Säuglingen untereiner Woche nicht untersucht. Aufgrund der potenziellen Gefahr einer metabolischen Azidose sollten
Patienten, bei denen eine ausgeprägte Reifungsverzögerung oder Anomalie der Nierentubuli besteht,nur nach sorgfältigem Abwägen des Nutzen-/Risiko-Verhältnisses mit Brinzolamid behandelt werden.
Orale Carboanhydrasehemmer können die Fähigkeit beeinträchtigen, Aufgaben auszuführen, die eineerhöhte Aufmerksamkeit und/oder physische Koordination erfordern. AZOPT wird systemischresorbiert und daher kann diese Beeinträchtigung auch bei topischer Anwendung auftreten.
Begleittherapie
Bei gleichzeitiger Gabe eines oralen Carboanhydrasehemmers und AZOPT kann es zu einemadditiven Effekt der bekannten systemischen Wirkungen von Carboanhydrasehemmern kommen. Diegleichzeitige Verabreichung von AZOPT und oralen Carboanhydrasehemmern wurde nicht geprüftund wird nicht empfohlen (siehe auch Abschnitt 4.5).
Als Zusatzmedikation zur Unterstützung einer Glaukomtherapie wurde AZOPT primär in
Kombination mit Timolol geprüft. Darüber hinaus wurde die IOD-senkende Wirkung von AZOPT als
Zusatzmedikation mit dem Prostaglandin-Analogon Travoprost untersucht. Langzeitergebnisse zurkombinierten Anwendung von AZOPT und Travoprost liegen nicht vor (siehe auchAbschnitt 5.1).
Es liegen nur begrenzt Erfahrungen zur Behandlung mit AZOPT bei Patienten mit pseudoexfoliativem
Glaukom oder Pigmentglaukom vor. Die Anwendung bei diesen Patienten sollte unter Vorsichterfolgen, die engmaschige Kontrolle des intraokulären Drucks (IOD) wird empfohlen. AZOPT wurdean Patienten mit Engwinkelglaukom nicht klinisch geprüft und die Anwendung bei diesen Patientenwird nicht empfohlen.
Der mögliche Einfluss von Brinzolamid auf die Endothelfunktion der Hornhaut wurde bei Patientenmit vorgeschädigter Hornhaut (insbesondere bei Patienten mit einer niedrigen Endothelzellenzahl)nicht untersucht. Patienten, die Kontaktlinsen tragen, wurden nicht untersucht. Wenn diese Patienten
Brinzolamid anwenden, wird eine sorgfältige Beobachtung empfohlen, da Carboanhydrasehemmer die
Hydration der Hornhaut beeinflussen können und das Tragen von Kontaktlinsen die Gefahr für die
Hornhaut erhöhen könnte. Eine sorgfältige Beobachtung von Patienten mit vorgeschädigter Hornhaut,wie z. B. Patienten mit Diabetes Mellitus oder mit Hornhautdystrophie, wird empfohlen.
Es ist bekannt, dass Benzalkoniumchlorid, das weitverbreiteten Einsatz als Konservierungsmittel inophthalmischen Präparaten findet, eine Keratitis punctata und/oder toxische ulzerierende Keratitisauslösen kann. Da AZOPT Benzalkoniumchlorid enthält, ist bei häufiger oder langfristiger
Anwendung eine engmaschige Überwachung bei Patienten mit Sicca-Syndrom oder vorgeschädigter
Hornhaut angezeigt.
AZOPT wurde nicht an Patienten untersucht, die Kontaktlinsen tragen. AZOPT enthält
Benzalkoniumchlorid, das Irritationen am Auge hervorrufen kann und dafür bekannt ist, weiche
Kontaktlinsen zu verfärben. Der Kontakt mit weichen Kontaktlinsen ist zu vermeiden. Patientenmüssen angewiesen werden, Kontaktlinsen vor der Anwendung von AZOPT zu entfernen und diesefrühestens 15 Minuten nach der Anwendung von AZOPT wieder einzusetzen.
Mögliche Rebound-Effekte, die dem Absetzen der Behandlung mit AZOPT folgen könnten, wurdennicht untersucht; es ist zu erwarten, dass die augeninnendrucksenkende Wirkung 5-7 Tage anhält.
Kinder und JugendlicheDie Sicherheit und Wirksamkeit von AZOPT bei Kleinkindern, Kindern und Jugendlichen im Altervon 0 bis 17 Jahren ist nicht erwiesen. Die Anwendung wird daher bei dieser Patientengruppe nichtempfohlen.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Spezielle Untersuchungen zur Wechselwirkung mit anderen Arzneimitteln wurden mit AZOPT nichtdurchgeführt.
In klinischen Studien wurde AZOPT zusammen mit Prostaglandin-Analoga und mit Timolol
Augentropfen eingesetzt, ohne dass unerwünschte Wechselwirkungen auftraten. Eine Wechselwirkungzwischen AZOPT und Miotika oder Adrenorezeptor-Agonisten wurde bei dessen Einsatz alsantiglaukomatöse Zusatztherapie nicht untersucht.
AZOPT ist ein Carboanhydrasehemmer und wird auch bei topischer Verabreichung systemischresorbiert. Störungen des Säure-Base-Haushalts wurden für orale Carboanhydrasehemmerbeschrieben. Das Potenzial für Wechselwirkungen dieser Art muss bei Patienten, die AZOPT erhalten,berücksichtigt werden.
Zu den Cytochrom-P-450-Isoenzymen, die für die Metabolisierung von Brinzolamid verantwortlichsind, gehören in erster Linie CYP3A4 sowie CYP2A6, CYP2C8 und CYP2C9. Es ist davonauszugehen, dass CYP3A4-Hemmer wie Ketoconazol, Itraconazol, Clotrimazol, Ritonavir und
Troleandomycin auch die Metabolisierung von Brinzolamid durch CYP3A4 inhibieren. Beigleichzeitiger Gabe von CYP3A4-Hemmern ist Vorsicht geboten. Eine Anreicherung von Brinzolamidist jedoch unwahrscheinlich, da Brinzolamid hauptsächlich renal ausgeschieden wird.
Cytochrom-P-450-Isoenzyme werden durch Brinzolamid nicht gehemmt.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
SchwangerschaftEs liegen keine oder nur begrenzte Daten für die ophthalmologische Anwendung von Brinzolamid bei
Schwangeren vor. Tierexperimentelle Studien haben nach systemischer Gabe von Brinzolamid eine
Reproduktionstoxizität gezeigt (siehe auch Abschnitt 5.3).
Die Anwendung von AZOPT in der Schwangerschaft sowie die Anwendung bei Frauen imgebärfähigen Alter, die keine empfängnisverhütenden Maßnahmen ergreifen, wird nicht empfohlen.
StillzeitEs ist nicht bekannt, ob Brinzolamid bzw. seine Metaboliten nach topisch-okulärer Verabreichungbeim Menschen in die Muttermilch übertreten. Tierstudien zeigten, dass Brinzolamid nach oraler
Aufnahme in geringem Maße in die Muttermilch übergeht.
Ein Risiko für den gestillten Säugling kann nicht ausgeschlossen werden. Es muss eine Entscheidungdarüber getroffen werden, ob das Stillen zu unterbrechen ist oder ob auf die Behandlung mit AZOPTverzichtet werden soll bzw. die Behandlung mit AZOPT zu unterbrechen ist. Dabei sollen sowohl der
Nutzen des Stillens für das Kind als auch der Nutzen der Therapie für die Frau berücksichtigt werden.
FertilitätIn Tierstudien zeigte Brinzolamid keine Auswirkungen auf die Fertilität. Es wurden keine Studiendurchgeführt, um Auswirkungen einer topisch-okulären Verabreichung von Brinzolamid auf diemenschliche Fertilität zu untersuchen.
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
MaschinenAZOPT hat einen geringen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von
Maschinen.Vorübergehendes Verschwommensehen und andere Seheinschränkungen können die Fähigkeit,
Maschinen zu bedienen oder am Straßenverkehr teilzunehmen, beeinträchtigen (siehe auch
Abschnitt 4.8). Falls es nach dem Eintropfen zu verschwommenem Sehen kommt, muss der Patientwarten, bis diese Beeinträchtigung abgeklungen ist, bevor er am Straßenverkehr teilnimmt oder
Maschinen bedient.
Orale Carboanhydrasehemmer können die Fähigkeit beeinträchtigen, Aufgaben auszuführen, die eineerhöhte Aufmerksamkeit und/oder physische Koordination erfordern (siehe auch Abschnitte 4.4 und4.8).
4.8 Nebenwirkungen
Zusammenfassung des SicherheitsprofilsIn klinischen Studien, an denen 2 732 Patienten teilnahmen, die AZOPT in Monotherapie oder als
Zusatzmedikation zu Timololmaleat 5 mg/ml erhielten, waren die häufigsten behandlungsbedingten
Nebenwirkungsreaktionen: Geschmacksstörungen (6,0%) (bitterer oder ungewöhnlicher Geschmack,siehe Beschreibung unten) und vorübergehendes Verschwommensehen (5,4%) nach dem Eintropfenfür die Dauer von einigen Sekunden bis einigen Minuten (siehe auch Abschnitt 4.7).
Tabellarische Zusammenfassung der NebenwirkungenDie unten aufgeführten Nebenwirkungen wurden unter Brinzolamid 10 mg/ml
Augentropfensuspension beobachtet. Ihre Häufigkeiten sind folgendermaßen definiert: sehr häufig(≥ 1/10), häufig (≥ 1/100 bis < 1/10), gelegentlich (≥ 1/1 000 bis < 1/100), selten (≥ 1/10 000 bis< 1/1 000), sehr selten (< 1/10 000) oder nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren
Daten nicht abschätzbar). In jeder Häufigkeitskategorie sind die Nebenwirkungen nach abnehmender
Bedeutung angeordnet. Die Nebenwirkungen stammen aus klinischen Studien und Spontanmeldungennach der Markteinführung.
Systemorganklasse MedDRA Terminologie der Nebenwirkung (v. 15.1)
Infektionen und parasitäre Gelegentlich: Nasopharyngitis, Pharyngitis, Sinusitis
Erkrankungen Nicht bekannt: Rhinitis
Erkrankungen des Blutes und des Gelegentlich: Erythrozytenzahl erniedrigt, Chloridwerte im
Lymphsystems Blut erhöht
Erkrankungen des Immunsystems Nicht bekannt: Überempfindlichkeit
Metabolismus und Nicht bekannt: Appetit vermindert
Nahrungsaufnahme
Psychiatrische Erkrankungen Gelegentlich: Apathie, Depression, depressive
Verstimmung, Libido vermindert,
Albträume, Nervosität
Selten: Insomnie
Erkrankungen des Nervensystems Gelegentlich: motorische Funktionsstörung, Amnesie,
Schwindelgefühl, Parästhesien,
Kopfschmerz
Selten: Erinnerungsvermögen eingeschränkt,
Somnolenz
Nicht bekannt: Tremor, Hypoästhesie, Ageusie
Augenerkrankungen Häufig: Sehen verschwommen, Augenreizung,
Augenschmerzen, Fremdkörpergefühl im
Auge, okuläre Hyperämie
Gelegentlich: Hornhauterosion, Keratitis, Keratitispunctata, Keratopathie, Augenablagerung,
Hornhautfärbung, Defekt des
Hornhautepithels, Erkrankung des
Hornhautepithels, Blepharitis, Augenjucken,
Konjunktivitis, Schwellung des Auges,
Entzündung der Meibom-Drüsen, Blenden,
Photophobie, trockenes Auge, allergische
Konjunktivitis, Pterygium,
Skleralpigmentation, Asthenopie,
Augenbeschwerden, anomale
Sinnesempfindung des Auges,
Keratokonjunktivitis sicca, subkonjunktivale
Zysten, Bindehauthyperämie,
Augenlidpruritis, Augenfluss,
Augenlidrandverkrustung, Tränensekretionverstärkt
Selten: Hornhautödem, Doppeltsehen, Sehschärfevermindert, Photopsie, Hypoästhesie des
Auges, Periorbitalödem, intraokulärer Druckerhöht, Exkavation der Sehnervenpapillevergrößert
Nicht bekannt: Erkrankung der Kornea, Sehstörung,
Augenallergie, Madarosis, Erkrankung des
Augenlids, Erythem des Augenlids
Erkrankungen des Ohrs und des Selten: Tinnitus
Labyrinths Nicht bekannt: Vertigo
Herzerkrankungen Gelegentlich: Herz- und Atem-Distress, Bradykardie,
PalpitationenSelten: Angina pectoris, Herzfrequenz unregelmäßig
Nicht bekannt: Arrhythmie, Tachykardie, Hypertonie,
Blutdruck erhöht, Blutdruck erniedrigt,
Herzfrequenz erhöht
Erkrankungen der Atemwege, des Gelegentlich: Dyspnoe, Epistaxis, Schmerzen im
Brustraums und Mediastinums Oropharynx, Pharyngolaryngealschmerzen,
Rachenreizung, Hustensyndrom der oberen
Atemwege, Rhinorrhoe, Niesen
Selten: Hyperreagibilität des Bronchialsystems,
Kongestion der oberen Atemwege,
Verstopfung der Nasennebenhöhlen,
Nasenverstopfung, Husten, trockene
Nasenschleimhaut
Nicht bekannt: Asthma
Erkrankungen des Häufig: Geschmacksstörung
Gastrointestinaltrakts Gelegentlich: Oesophagitis, Diarrhoe, Übelkeit, Erbrechen,
Dyspepsie, Oberbauchbeschwerden,abdominale Beschwerden,
Magenbeschwerden, Flatulenz, häufige
Darmentleerungen, gastrointestinale
Erkrankung, orale Hypoästhesie, orale
Parästhesie, Mundtrockenheit
Leber- und Gallenerkrankungen Nicht bekannt: Leberfunktionstest anomal
Erkrankungen der Haut und des Gelegentlich: Ausschlag, makulopapulöser Ausschlag,
Unterhautzellgewebes Hautspannen
Selten: Urtikaria, Alopezie, generalisierter Juckreiz
Nicht bekannt: Stevens-Johnson-Syndrom (SJS)/toxischepidermale Nekrolyse (TEN) (siehe
Abschnitt 4.4), Dermatitis, Erythem
Sklelettmuskulatur-, Bindegewebs- Gelegentlich: Rückenschmerzen, Muskelspasmen, Myalgieund Knochenerkrankungen Nicht bekannt: Arthralgie, Schmerz in einer Extremität
Erkrankungen der Niere und Gelegentlich: Nierenschmerz
Harnwege Nicht bekannt: Pollakisurie
Erkrankungen der Gelegentlich: Erektile Dysfunktion
Geschlechtsorgane und der
Brustdrüse
Allgemeine Erkrankungen und Gelegentlich: Schmerzen, Brustkorbbeschwerden,
Beschwerden am Verabreichungsort Ermüdung, anomales Gefühl,
Selten: Brustkorbschmerz, Gefühl der Zerfahrenheit,
Asthenie, Reizbarkeit
Nicht bekannt: periphere Ödeme, Unwohlsein
Verletzung, Vergiftung und durch Gelegentlich: Fremdkörper im Auge
Eingriffe bedingte Komplikationen
Beschreibung ausgewählter NebenwirkungenGeschmacksstörungen (bitterer oder ungewöhnlicher Geschmack nach Eintropfen) wurden währendder klinischen Prüfungen als häufigste systemische Nebenwirkung in Verbindung mit der
Verabreichung von AZOPT gemeldet. Sie werden vermutlich durch Abfließen der Augentropfendurch den Ductus nasolacrimalis in den Nasenrachenraum verursacht. Verschließen des Tränenkanalsoder sanftes Schließen des Augenlids nach der Anwendung kann dazu beitragen, die Häufigkeit dieses
Effekts zu reduzieren (siehe auch Abschnitt 4.2).
AZOPT ist ein Carboanhydrasehemmer aus der Gruppe der Sulfonamide und wird systemischresorbiert. Gastrointestinale, neurologische, hämatologische, renale und metabolische Effekte werdenallgemein mit der systemischen Anwendung von Carboanhydrasehemmern in Verbindung gebracht.
Dieselben Nebenwirkungen, die oral verabreichten Carboanhydrasehemmern zugeschrieben werden,können auch bei topischer Verabreichung auftreten.
Bei Anwendung von AZOPT als Zusatzmedikation mit Travoprost wurden keine unerwarteten
Nebenwirkungen beobachtet. Die unter der Zusatzmedikation beschriebenen Nebenwirkungen wurdenauch für jeden Einzelwirkstoff gemeldet.
Kinder und JugendlicheIn klinischen Kurzzeitstudien mit geringer Patientenzahl wurden bei ca. 12,5% der pädiatrischen
Patienten Nebenwirkungen beobachtet. Bei der Mehrzahl dieser Nebenwirkungen handelte es sich umlokale, nicht schwerwiegende okuläre Reaktionen wie Bindehauthyperämie, Augenreizung,
Augenausfluss und verstärkter Tränensekretion (siehe auch Abschnitt 5.1).
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
Es wurden keine Fälle von Überdosierung berichtet.
Eine entsprechende Behandlung sollte symptomatisch und unterstützend sein. Es kann zu einem
Ungleichgewicht des Elektrolythaushalts, zu einem azidotischen Zustand und eventuell zu
Auswirkungen auf das Nervensystem kommen. Die Serum-Elektrolytspiegel (besonders Kalium) undder Blut-pH müssen überwacht werden.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Glaukomtherapeutika und Miotika, Carboanhydrasehemmer;
ATC-Code: S01EC04
WirkmechanismusCarboanhydrase (CA) ist ein Enzym, das sich in vielen Gewebearten des Körpers einschließlich des
Auges befindet. Carboanhydrase katalysiert die reversible Reaktion der Kohlendioxid-Hydratisierungund Kohlensäure-Dehydratisierung.
Durch Hemmung der Carboanhydrase in den Ziliarfortsätzen des Auges wird die
Kammerwasserproduktion gesenkt, was vermutlich auf eine verlangsamte Bildung von
Bicarbonationen und nachfolgender Reduktion des Natrium- und Flüssigkeitstransportszurückzuführen ist. Das Ergebnis ist eine Senkung des Intraokulardrucks (IOD), der einen
Hauptrisikofaktor in der Pathogenese der Sehnervschädigung und des glaukomatösen
Gesichtsfeldverlusts darstellt. Brinzolamid ist ein Hemmer der Carboanhydrase II (CA-II), demdominierenden Isoenzym des Auges, mit einem IC50 von 3,2 nM in vitro und einem Ki von 0,13 nMgegen CA-II.
Klinische Wirksamkeit und SicherheitDie IOD-senkende Wirkung von AZOPT wurde auch als Zusatzmedikation bei Behandlung mit dem
Prostaglandin-Analogon Travoprost untersucht. Nach einer vierwöchigen Einleitungsphase mit
Travoprost wurden Patienten mit einem IOD ≥ 19 mmHg für eine Zusatzbehandlung mit Brinzolamidoder Timolol randomisiert. Es ließ sich eine weitere Senkung des mittleren Tages-IOD von 3,2 bis3,4 mmHg in der Brinzolamid-Gruppe und von 3,2 bis 4,2 mmHg unter Timolol beobachten. In den
Brinzolamid/Travoprost-Gruppen traten nicht schwerwiegende okuläre Nebenwirkungen,überwiegend mit Zeichen einer lokalen Irritation verbunden, insgesamt mit höherer Häufigkeit auf. Eshandelte sich um leichte Reaktionen, die keine Auswirkung auf die Gesamtzahl der Studienabbrüchehatten (siehe auch Abschnitt 4.8).
In einer klinischen Prüfung wurde AZOPT bei 32 pädiatrischen Patienten unter 6 Jahren mit Glaukomoder okulärer Hypertension geprüft. Einige Patienten wurden zuvor nicht mit IOD-senkenden
Arzneimitteln behandelt, während andere Patienten mit einem oder mehreren IOD-senkenden
Arzneimittel(n) behandelt wurden. Bei denjenigen, die zuvor mit IOD-senkenden Arzneimittelnbehandelt wurden, mussten dabei IOD-senkende Arzneimittel vor Einleitung der Monotherapie mit
AZOPT nicht abgesetzt werden.
Mit IOD-Senkungswerten von bis zu 5 mmHg gegenüber dem Ausgangswert erwies sich AZOPT beiden Patienten, die bisher nicht mit IOD-senkenden Arzneimitteln behandelt wurden (10 Patienten), alsähnlich wirksam wie bei zuvor untersuchten Erwachsenen. Bei Patienten, die bereits zuvor mit einemoder mehreren topischen IOD-senkenden Arzneimittel(n) behandelt wurden (22 Patienten), kam es zueinem leichten IOD-Anstieg gegenüber dem Ausgangswert.
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
Nach topischer okulärer Verabreichung wird Brinzolamid in den systemischen Kreislaufaufgenommen. Aufgrund seiner hohen Affinität für CA-II verteilt sich Brinzolamid zum großen Teilin die Erythrozyten und zeigt eine lange Halbwertzeit im Blut (durchschnittlich ca. 24 Wochen). Beim
Menschen entsteht der Metabolit N-Desethyl-Brinzolamid, der ebenfalls an CA bindet und in den
Erythrozyten akkumuliert. In Gegenwart von Brinzolamid bindet der Metabolit überwiegend an CA-I.
Die Plasmaspiegel sowohl von Brinzolamid wie von N-Desethyl-Brinzolamid sind niedrig und liegenmeist unter der Bestimmungsgrenze (< 7,5 ng/ml).
Die Bindung an Plasmaproteine ist nicht ausgeprägt (etwa 60%). Brinzolamid wird hauptsächlichdurch renale Ausscheidung (ca. 60%) eliminiert. Ungefähr 20% der Dosis wurden als Metabolit im
Urin ausgeschieden. Brinzolamid und N-Desethyl-Brinzolamid sind zusammen mit Spuren (< 1%) von
N-Desmethoxypropyl-und O-Desmethyl-Metaboliten Hauptbestandteile des Urins.
Während einer Studie zur Pharmakokinetik erhielten Probanden bis zu 32 Wochen zweimal täglichoral 1 Kapsel Brinzolamid 1 mg. Die Aktivität der Erythrozyten CA wurde gemessen, um das Ausmaßder systemischen CA Hemmung beurteilen zu können.
Die Brinzolamid-Sättigung der Erythrozyten-CA-II stellte sich innerhalb von 4 Wochen ein(Erythrozytenkonzentrationen von ca. 20 µM). N-Desethyl-Brinzolamid akkumulierte innerhalb von20-28 Wochen in den Erythrozyten zu einem Fließgleichgewicht und erreichte Konzentrationen von6-30 µM. Die Hemmung der CA-Gesamtaktivität in den Erythrozyten betrug im Fließgleichgewichtca. 70%-75%.
Patienten mit mäßiger renaler Dysfunktion (Kreatinin-Clearance 30-60 ml/Minute) wurde zweimaltäglich 1 mg Brinzolamid für Zeiträume bis zu 54 Wochen oral verabreicht. In der vierten
Behandlungswoche lag die Konzentration von Brinzolamid in den Erythrozyten zwischen 20 und40 µM. Bei Sättigung erreichten die Konzentrationen von Brinzolamid und seinem Metaboliten in den
Erythrozyten 22,0 bis 46,1 µM bzw. 17,1 bis 88,6 µM.
Die Konzentration von N-Desethyl-Brinzolamid in den Erythrozyten stieg an, während die
Gesamtaktivität der CA in den Erythrozyten bei abfallender Kreatinin-Clearance sank; die
Brinzolamid-Konzentration in den Erythrozyten und die CA-II-Aktivität blieben hingegenunverändert. Bei den Patienten mit der massivsten Einschränkung der Nierenfunktion kam es zu einerausgeprägteren Hemmung der CA-Gesamtaktivität, sie blieb jedoch im Fließgleichgewicht unter 90%.
In einer topischen okulären Studie wurden für Brinzolamid ähnliche Erythrozytenkonzentrationen wiein der oralen Studie im Steady-State bestimmt; die Spiegel für N-Desethyl-Brinzolamid lagenhingegen niedriger. Die Aktivität der Carboanhydrase erreichte ca. 40%-70% der Konzentrationen vor
Medikation.
5.3 Präklinische Sicherheitsdaten
Basierend auf den konventionellen Studien zurSicherheitspharmakologie, Toxizität bei einmaliger
Gabe, Toxizität bei wiederholter Gabe, Gentoxizität, und zum kanzerogenen Potenzial lassen diepräklinischen Daten keine besonderen Gefahren für den Menschen erkennen.
Aus Studien zur Entwicklungstoxizität ergaben sich bei einer oralen Brinzolamid-Dosierung von biszu 6 mg/kg/d (entsprechend dem 125fachen der empfohlenen ophthalmischen Dosis beim Menschen)beim Kaninchen-trotz erheblicher Toxizitätszeichen der Muttertiere-keine Hinweise auf einefetotoxische Wirkung. Bei ähnlichen Untersuchungen an Ratten kam es bei Föten von Muttertieren,die Brinzolamid-Dosen von 18 mg/kg/d (entsprechend dem 375fachen der empfohlenenophthalmischen Dosierung beim Menschen) erhalten hatten, zu einer leicht verminderten Ossifikationvon Schädel und Sternumsegmenten; bei einer Dosierung von 6 mg/kg/d wurde dies nichtnachgewiesen. Die Befunde wurden bei Dosierungen erhoben, die zu metabolischer Azidose führtenund mit einer reduzierten Gewichtszunahme der Muttertiere und reduziertem Gewicht der Föteneinhergingen. Dosisabhängig bewegte sich die Gewichtsreduktion bei den Nachkommen von
Muttertieren, denen Brinzolamid oral verabreicht worden war, zwischen einer nur leichten Abnahme(um ca. 5-6%) bei 2 mg/kg/d und bis zu fast 14% bei 18 mg/kg/d. Während der Säugezeit wurden bei
Dosen bis zu 5 mg/kg/d keine Nebenwirkungen bei den Jungtieren festgestellt.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
Benzalkoniumchlorid
Mannitol (E421)
Carbomer 974P
Tyloxapol
Natriumedetat
Natriumchlorid
Salzsäure/Natriumhydroxid (zur Einstellung des pH-Wertes)gereinigtes Wasser
6.2 Inkompatibilitäten
6.3 Haltbarkeit
2 Jahre4 Wochen nach erstmaligem Öffnen nicht mehr verwenden.
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
5 und 10 ml in milchig-weißen Tropfflaschen aus Polyethylen niederer Dichte mit einem
Schraubverschluss aus Polypropylen.
Folgende Packungsgrößen sind erhältlich: Packungen mit 1 x 5 ml, 3 x 5 ml und 1 x 10 ml Fläschchen.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
Keine besonderen Anforderungen.
7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS
Novartis Europharm Limited
Vista Building
Elm Park, Merrion Road
Dublin 4
Irland
8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)
9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 9. März 2000
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 29. Januar 2010
10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu/ verfügbar.