Merkblatt ASPAVELI 1080mg 54mg / ml infusionslösung


Angewendet bei: komplementvermittelte Erkrankungen

Art der Anwendung: Infusion

Substanz: pegcetacoplan (Komplementhemmer)

ATC: L04AJ03 (ANTINEOPLASTISCHE UND IMMUNMODULIERENDE MITTEL | IMMUNSUPPRESSIVA | Komplementinhibitoren)

Pegcetacoplan ist ein Medikament, das zur Behandlung der paroxysmalen nächtlichen Hämoglobinurie (PNH) eingesetzt wird, einer seltenen Bluterkrankung, die durch die Zerstörung roter Blutkörperchen gekennzeichnet ist. Es ist ein C3-Komplement-Inhibitor, der hilft, die Zerstörung roter Blutkörperchen zu verhindern und die Krankheitssymptome zu reduzieren.

Das Medikament wird als subkutane Injektion gemäß den Anweisungen Ihres Arztes verabreicht. Es ist wichtig, den Verabreichungsplan einzuhalten und auf mögliche Nebenwirkungen zu achten.

Nebenwirkungen können Reaktionen an der Injektionsstelle, Infektionen, Müdigkeit oder Kopfschmerzen umfassen. In seltenen Fällen können schwere Reaktionen wie schwere Infektionen durch bekapselte Bakterien auftreten.

Patienten sollten ihren Arzt über alle anderen verwendeten Medikamente oder bestehende Erkrankungen informieren, um die sichere Anwendung von Pegcetacoplan zu gewährleisten.

Allgemeine Daten zu ASPAVELI 1080mg 54mg / ml

  • Substanz: pegcetacoplan
  • Datum der letzten Medikamentenliste: 01-05-2026
  • Handelsgesetzbuch: W68382001
  • Konzentration: 54mg / ml
  • Pharmazeutisches Formblatt: infusionslösung
  • Quantität: 1
  • Produktart: original
  • Preis: 15862.38 RON
  • Rezeptbeschränkungen: P-RF - Arzneimittelrezept, das in der Apotheke aufbewahrt wird (nicht verlängerbar).

Marketing autorisation

  • Zulassungshersteller: SWEDISH ORPHAN BIOVITRUM AB (PUBL) - SUEDIA
  • Zulassungsinhaber: SWEDISH ORPHAN BIOVITRUM AB (PUBL) - SUEDIA
  • Zulassungsnummer: 1595/2021/01
  • Haltbarkeit: 18 Monate

Vergütungslisten für ASPAVELI 1080mg 54mg / ml Swedish Orphan Biovitrum

NGP 6.27 (C2) - Seltene Krankheiten - Medikamente eingeschlossen, die bedingt in der Krankenhausbehandlung verwendet werden

Preis

Zuzahlung

Patient

15862.38 RON

15862.38 RON

0.00 RON

Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels ASPAVELI 1080mg 54mg / ml infusionslösung

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

ASPAVELI 1 080 mg Infusionslösung

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Jede 20-ml-Durchstechflasche enthält 1 080 mg Pegcetacoplan.

Jeder ml enthält 54 mg Pegcetacoplan.

Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung

Jeder ml enthält 41 mg Sorbitol.

Jede Durchstechflasche enthält 820 mg Sorbitol.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Infusionslösung.

Klare, farblose bis leicht gelbliche wässrige Lösung mit pH 5,0.

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

ASPAVELI wird angewendet als Monotherapie für die Behandlung von erwachsenen Patienten mitparoxysmaler nächtlicher Hämoglobinurie (PNH), die eine hämolytische Anämie haben.

ASPAVELI wird angewendet zur Behandlung von erwachsenen und jugendlichen Patienten im Altervon 12 bis 17 Jahren mit C3-Glomerulopathie (C3G) oder primärer immunkomplexvermitteltermembranoproliferativer Glomerulonephritis (IC-MPGN) in Kombination mit einem Renin-

Angiotensin-System (RAS)-Hemmer, es sei denn, die Behandlung mit einem RAS-Hemmer wird nichtvertragen oder ist kontraindiziert.

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Die Therapie muss unter der Aufsicht eines Arztes, der Erfahrung in der Behandlung von Patientenmit hämatologischen oder renalen Erkrankungen besitzt, eingeleitet werden. Eine Selbstverabreichungund häusliche Infusion sollten bei Patienten erwogen werden, die die Therapie in erfahrenen

Behandlungszentren gut vertragen haben. Die Entscheidung über die Möglichkeit einer

Selbstverabreichung und häuslicher Infusionen ist nach Beurteilung und Empfehlung desbehandelnden Arztes zu treffen.

Dosierung

Pegcetacoplan kann von medizinischem Fachpersonal gegeben oder vom Patienten oder von einer

Betreuungsperson nach entsprechender Unterweisung verabreicht werden.

PNH

Erwachsene Patienten mit PNH

Pegcetacoplan wird zweimal wöchentlich als subkutane Infusion von 1 080 mg mit einerhandelsüblichen Spritzeninfusionspumpe oder einem Verabreichungssystem zur Anwendung am

Körper (On-Body-Delivery-System), die bzw. das Dosen von bis zu 20 ml abgeben kann, verabreicht.

Die zweimal wöchentliche Dosis muss an Tag 1 und Tag 4 jeder Behandlungswoche verabreichtwerden.

PNH ist eine chronische Erkrankung, und es wird empfohlen, die Behandlung mit ASPAVELIlebenslang fortzusetzen, es sei denn, ein Absetzen dieses Arzneimittels ist klinisch angezeigt (siehe

Abschnitt 4.4).

Patienten mit PNH, die von einem C5-Inhibitor auf ASPAVELI umgestellt werden

In den ersten 4 Wochen wird Pegcetacoplan als zweimal wöchentliche subkutane Dosen von 1 080 mgzusätzlich zur aktuellen Dosis des C5-Inhibitors des Patienten verabreicht, um das Risiko für eine

Hämolyse bei abruptem Absetzen der Behandlung zu minimieren. Nach 4 Wochen muss der Patientden C5-Inhibitor absetzen und anschließend die Behandlung als Monotherapie mit ASPAVELIfortsetzen.

Die Umstellung von anderen Komplementinhibitoren als Eculizumab wurde nicht untersucht. Das

Absetzen anderer Komplementinhibitoren vor Erreichen des Steady-State von Pegcetacoplan sollte mit

Vorsicht erfolgen (siehe Abschnitt 5.2).

Dosisanpassung bei PNH

Das Dosierungsschema kann auf 1 080 mg alle drei Tage geändert werden (z. B. Tag 1, Tag 4, Tag 7,

Tag 10, Tag 13 usw.), wenn ein Patient einen Laktatdehydrogenase (LDH)-Spiegel von mehr als dem2-Fachen der oberen Normgrenze (ULN, upper limit of normal) hat. Im Falle einer Dosiserhöhungsollte der LDH-Spiegel über mindestens 4 Wochen zweimal wöchentlich kontrolliert werden (siehe

Abschnitt 4.4).

C3G und primäre IC-MPGN

Pegcetacoplan wird zweimal wöchentlich als subkutane Infusion mit einer handelsüblichen

Spritzeninfusionspumpe oder einem Verabreichungssystem zur Anwendung am Körper (On-Body-

Delivery-System), die bzw. das Dosen von bis zu 20 ml abgeben kann, verabreicht. Die zweimalwöchentliche Dosis sollte an Tag 1 und Tag 4 jeder Behandlungswoche verabreicht werden.

Bei C3G und der primären IC-MPGN handelt es sich um chronische Erkrankungen. Ein Absetzendieses Arzneimittels wird nicht empfohlen, es sei denn, dies ist klinisch angezeigt.

Erwachsene Patienten mit C3G oder primärer IC-MPGN

Pegcetacoplan wird zweimal wöchentlich als subkutane Infusion von 1 080 mg verabreicht.

Jugendliche Patienten mit C3G oder primärer IC-MPGN

Bei jugendlichen Patienten richtet sich das Dosierungsschema nach dem Körpergewicht des Patientenund umfasst Folgendes:

Körpergewicht Erste Dosis Zweite Dosis Erhaltungsdosis(Infusionsvolumen) (Infusionsvolumen) (Infusionsvolumen)≥ 50 kg 1 080 mg zweimal wöchentlich (20 ml)35 bis < 50 kg 648 mg (12 ml) 810 mg (15 ml) 810 mg zweimal wöchentlich (15 ml)30 bis < 35 kg 540 mg (10 ml) 540 mg (10 ml) 648 mg zweimal wöchentlich (12 ml)

Versäumte Dosis

Wenn eine Dosis von Pegcetacoplan zur Behandlung von PNH, C3G oder primärer IC-MPGNversäumt wird, sollte sie so bald wie möglich nachgeholt werden. Anschließend sollte das normale

Behandlungsintervall wieder eingehalten werden, auch wenn dies zu einem Abstand von weniger als3 Tagen zwischen der Ersatzdosis und der darauffolgenden Dosis führt.

Patienten mit rezidivierender C3G oder primärer IC-MPGN nach Transplantation

Die Diagnose einer rezidivierenden C3G oder einer primären IC-MPGN nach Transplantation sollteauf der Grundlage einer Nierentransplantatbiopsie gestellt werden. Das Rezidiv einer C3G oder einerprimären IC-MPGN kann bei einer routinemäßigen Biopsie nach Transplantation festgestellt werden;andernfalls sollte eine Biopsie durchgeführt werden, wenn klinische Anzeichen auf ein Rezidiv der

Erkrankung hindeuten. Wie in der Studie APL2-C3G-204 (siehe Abschnitt 5.1) kann die Behandlungmit Pegcetacoplan vor dem Auftreten klinischer Anzeichen wie einer Abnahme der geschätztenglomerulären Filtrationsrate (eGFR) oder einer Zunahme des Urin-Protein-Kreatinin-Verhältnisses(uPCR) begonnen werden. Es liegen nur begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung von

Pegcetacoplan bei Patienten mit rezidivierender C3G oder primärer IC-MPGN nach Transplantation inklinischen Studien vor (siehe Abschnitt 5.1).

Besondere Patientengruppen
Ältere Patienten

Obwohl in klinischen Studien keine altersbedingten Unterschiede erkennbar waren, reicht die Anzahlder Patienten im Alter ab 65 Jahren nicht aus, um festzustellen, ob sie anders als jüngere Patientenreagieren. Es gibt keine Hinweise darauf, dass besondere Vorsichtsmaßnahmen bei der Behandlungvon älteren Menschen erforderlich sind.

Nierenfunktionsstörung

Eine schwere Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance < 30 ml/min) hatte keine Auswirkung aufdie Pharmakokinetik (PK) von Pegcetacoplan; daher ist keine Dosisanpassung von Pegcetacoplan bei

Patienten mit Nierenfunktionsstörung erforderlich. Es liegen keine Daten über die Anwendung von

Pegcetacoplan bei Patienten mit dialysepflichtiger terminaler Niereninsuffizienz vor (siehe

Abschnitt 5.2).

Leberfunktionsstörung

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Pegcetacoplan bei Patienten mit Leberfunktionsstörung wurdenicht untersucht; es wird jedoch keine Dosisanpassung empfohlen, da nicht davon ausgegangen wird,dass eine Leberfunktionsstörung die Clearance von Pegcetacoplan beeinflusst.

Kinder und Jugendliche

Die Sicherheit und Wirksamkeit von ASPAVELI bei Kindern mit PNH im Alter von 0 bis < 18 Jahrenist bisher noch nicht erwiesen. Es liegen keine Daten vor.

Die Sicherheit und Wirksamkeit von ASPAVELI bei Kindern mit C3G oder primärer IC-MPGN im

Alter von unter 12 Jahren ist nicht erwiesen. Es liegen keine Daten vor.

Dieses Arzneimittel darf bei Kindern im Alter von < 12 Jahren nicht angewendet werden, da keinepräklinischen Sicherheitsdaten für diese Altersgruppe vorliegen.

Art der Anwendung

ASPAVELI darf nur durch subkutane Infusion mithilfe einer handelsüblichen Spritzeninfusionspumpeoder eines On-Body-Delivery-Systems verabreicht werden.

Dieses Arzneimittel kann von den Patienten selbst verabreicht werden. Vor Beginn einer

Selbstverabreichung muss der Patient von qualifiziertem medizinischem Fachpersonal in Bezug aufdie Infusionstechnik, die Verwendung einer Spritzeninfusionspumpe oder eines On-Body-Delivery-

Systems, das Führen eines Therapieprotokolls, die Erkennung möglicher Nebenwirkungen und die

Maßnahmen, die im Falle von Nebenwirkungen zu ergreifen sind, unterwiesen werden.

* Bei Verwendung einer Spritzeninfusionspumpe ist ASPAVELI durch eine subkutane Infusion indas Abdomen, die Oberschenkel, die Hüfte oder die Oberarme zu verabreichen. Die

Infusionsstellen sollten regelmäßig gewechselt werden und mindestens 7,5 cm voneinanderentfernt sein. Die Infusionsdauer beträgt etwa 30 Minuten (bei Infusion an zwei Stellen) bzw.etwa 60 Minuten (bei einer Infusionsstelle).

* Bei Verwendung eines On-Body-Delivery-Systems ist ASPAVELI in das Abdomen zuverabreichen. Die Infusionsstelle sollte gemäß der Anleitung des Herstellers regelmäßiggewechselt werden. Die patientenindividuelle Infusionsdauer beträgt typischerweise 30 bis60 Minuten.

Die Infusion in Areale, in denen die Haut empfindlich, verletzt, gerötet oder verhärtet ist, mussvermieden werden. Die Infusion an Stellen mit Tattoos, Narben oder Dehnungsstreifen mussvermieden werden. Die Infusion muss sofort nach Aufziehen dieses Arzneimittels in die Spritzebegonnen werden. Die Verabreichung muss innerhalb von 2 Stunden nach Vorbereitung der Spritzeerfolgen. Hinweise zur Zubereitung und Infusion des Arzneimittels, siehe Abschnitt 6.6.

4.3 Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegen Pegcetacoplan oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen

Bestandteile.

Eine Therapie mit Pegcetacoplan darf nicht eingeleitet werden bei Patienten:

* mit nicht ausgeheilter Infektion mit bekapselten Bakterien wie Neisseria meningitidis,

Streptococcus pneumoniae und Haemophilus influenzae (siehe Abschnitt 4.4).

* ohne aktuellen Impfschutz gegen Neisseria meningitidis, Streptococcus pneumoniae und

Haemophilus influenzae, es sei denn, sie erhalten eine geeignete Antibiotikaprophylaxe bis zwei

Wochen nach der Impfung (siehe Abschnitt 4.4).

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Schwere Infektionen mit bekapselten Bakterien

Die Anwendung von Pegcetacoplan kann Patienten für schwerwiegende Infektionen mit bekapselten

Bakterien wie Neisseria meningitidis, Streptococcus pneumoniae und Haemophilus influenzaeprädisponieren. Zur Verringerung dieses Infektionsrisikos müssen alle Patienten mindestens zwei

Wochen vor Beginn der Behandlung mit Pegcetacoplan gemäß den geltenden nationalen Richtliniengegen diese Bakterien geimpft werden, es sei denn, das Risiko durch das Aufschieben der Therapieüberwiegt gegenüber dem Risiko für die Entwicklung einer Infektion.

Patienten mit bekannter Impfanamnese

Vor der Behandlung mit Pegcetacoplan ist bei Patienten mit bekannter Impfanamnese sicherzustellen,dass die Patienten Impfstoffe gegen bekapselte Bakterien, darunter Streptococcus pneumoniae,

Neisseria meningitidis Serotypen A, C, W, Y und B sowie Haemophilus influenzae Typ B in denletzten 2 Jahren vor Beginn der Therapie mit Pegcetacoplan erhalten haben.

Patienten ohne bekannte Impfanamnese

Bei Patienten ohne bekannte Impfanamnese müssen die erforderlichen Impfungen mindestens zwei

Wochen vor Erhalt der ersten Dosis von Pegcetacoplan verabreicht werden. Falls eine sofortige

Therapie angezeigt ist, müssen die erforderlichen Impfstoffe so bald wie möglich verabreicht werden,und der Patient muss bis zwei Wochen nach der Impfung mit geeigneten Antibiotika behandeltwerden.

Überwachung der Patienten auf schwerwiegende Infektionen

Eine Impfung ist unter Umständen nicht ausreichend, um eine schwerwiegende Infektion zuverhindern. Die offiziellen Richtlinien zur angemessenen Anwendung von Antibiotika sind zubeachten. Alle Patienten sind auf Frühzeichen von Infektionen mit bekapselten Bakterien wie

Neisseria meningitidis, Streptococcus pneumoniae und Haemophilus influenzae zu überwachen, bei

Infektionsverdacht sofort zu untersuchen und bei Bedarf mit geeigneten Antibiotika zu behandeln. Die

Patienten müssen über diese Anzeichen und Symptome informiert und angewiesen werden, sichgegebenenfalls unverzüglich in ärztliche Behandlung zu begeben. Ärzte müssen den Nutzen und die

Risiken von Pegcetacoplan mit den Patienten besprechen.

Überempfindlichkeit

Es sind Überempfindlichkeitsreaktionen berichtet worden. Falls eine schwere

Überempfindlichkeitsreaktion (einschließlich Anaphylaxie) auftritt, muss die Infusion von

Pegcetacoplan unverzüglich abgebrochen und eine entsprechende Behandlung eingeleitet werden.

Reaktionen an der Injektionsstelle

Bei subkutaner Anwendung von Pegcetacoplan sind Reaktionen an der Injektionsstelle berichtetworden (siehe Abschnitt 4.8). Die Patienten sollten angemessen in der richtigen Injektionstechnikunterwiesen werden.

Labordiagnostische Überwachung von PNH

Patienten mit PNH, die Pegcetacoplan erhalten, sollten regelmäßig auf Anzeichen und Symptomeeiner Hämolyse überwacht werden, u. a. durch Messung des LDH-Spiegels, und gegebenenfalls kanneine Dosisanpassung innerhalb des empfohlenen Dosierungsschemas erforderlich sein (siehe

Abschnitt 4.2).

Auswirkungen auf Labortests

Es können Interferenzen zwischen Silica-Reagenzien in Gerinnungsprofilen und Pegcetacoplanauftreten, die zu künstlich verlängerter aktivierter partieller Thromboplastinzeit (aPTT) führen; daherist die Verwendung von Silica-Reagenzien in Gerinnungstests zu vermeiden.

Abbruch der PNH-Therapie

Wenn Patienten mit PNH die Behandlung mit Pegcetacoplan abbrechen, müssen sie engmaschig auf

Anzeichen und Symptome einer schwerwiegenden intravasalen Hämolyse überwacht werden. Eineschwerwiegende intravasale Hämolyse ist an erhöhten LDH-Spiegeln in Verbindung mit plötzlicher

Abnahme der PNH-Klongröße oder des Hämoglobins (Hb) oder Wiederauftreten von Symptomen wie

Ermüdung, Hämoglobinurie, Abdominalschmerzen, Dyspnoe, ein schwerwiegendes unerwünschtesvaskuläres Ereignis (einschließlich Thrombose), Dysphagie oder Erektionsstörung erkennbar. Wennein Absetzen dieses Arzneimittels erforderlich ist, sollte eine alternative Therapie in Betracht gezogenwerden. Falls nach dem Absetzen eine schwerwiegende Hämolyse auftritt, sind folgende

Verfahren/Therapien in Erwägung zu ziehen: Bluttransfusion (Erythrozytenkonzentrat),

Austauschtransfusion, Antikoagulation oder Kortikosteroide. Patienten sind nach der letzten Dosisüber mindestens acht Wochen, was mehr als 5 Halbwertszeiten dieses Arzneimittels entspricht undgenug Zeit zur Elimination des Arzneimittels bietet (siehe Abschnitt 5.2), engmaschig auf eineschwerwiegende Hämolyse und andere Reaktionen zu überwachen. Außerdem ist ein langsames

Ausschleichen in Betracht zu ziehen.

Verhütung bei Frauen im gebärfähigen Alter

Es wird empfohlen, dass Frauen im gebärfähigen Alter zuverlässige Verhütungsmethoden anwenden,um eine Schwangerschaft während der Behandlung mit Pegcetacoplan und eines Zeitraums vonmindestens acht Wochen nach der letzten Dosis von Pegcetacoplan zu vermeiden (siehe

Abschnitt 4.6).

Akkumulierung von Polyethylenglykol (PEG)

ASPAVELI ist ein PEGyliertes Arzneimittel. Die potenziellen Langzeitwirkungen der PEG-

Akkumulation in den Nieren, im Plexus choroideus des Gehirns und in anderen Organen sind nichtbekannt (siehe Abschnitt 5.3). Regelmäßige Laboruntersuchungen der Nierenfunktion werdenempfohlen.

Schulungsmaterial

Alle Ärzte, die beabsichtigen, ASPAVELI zu verschreiben, müssen sicherstellen, dass sie das

Schulungsmaterial für Ärzte erhalten haben und mit ihm vertraut sind. Die Ärzte müssen den Nutzenund die Risiken von ASPAVELI mit den Patienten besprechen und ihnen das Informationspaket für

Patienten sowie den Patientenausweis aushändigen. Die Patienten sind anzuweisen, sich umgehend inärztliche Behandlung zu begeben, wenn Anzeichen oder Symptome einer schweren Infektion oder

Überempfindlichkeitsreaktion während der Therapie mit ASPAVELI bei ihnen auftreten, insbesonderewenn diese auf eine Infektion mit bekapselten Bakterien hindeuten.

Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung

Sorbitolgehalt

ASPAVELI 1 080 mg enthält 820 mg Sorbitol pro Durchstechflasche.

Patienten mit hereditärer Fructoseintoleranz (HFI) dürfen dieses Arzneimittel nicht erhalten/sich selbstverabreichen.

Natriumgehalt

Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Dosis, d. h., es ist nahezu'natriumfrei“.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Es wurden keine Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen durchgeführt. Basierend auf

In-vitro-Daten hat Pegcetacoplan ein geringes Potenzial für klinisch relevante

Arzneimittelwechselwirkungen.

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Frauen im gebärfähigen Alter

Es wird empfohlen, dass Frauen im gebärfähigen Alter zuverlässige Verhütungsmethoden anwenden,um eine Schwangerschaft während der Behandlung mit Pegcetacoplan und eines Zeitraums vonmindestens acht Wochen nach der letzten Dosis von Pegcetacoplan zu vermeiden. Bei Frauen, die eine

Schwangerschaft planen, kann die Anwendung von Pegcetacoplan nach Abklärung der Risiken unddes Nutzens in Betracht gezogen werden (siehe Schwangerschaft).

Schwangerschaft

Bisher liegen begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung von Pegcetacoplan bei Schwangeren vor.

Tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt (siehe Abschnitt 5.3).

Die Anwendung von Pegcetacoplan während der Schwangerschaft und bei Frauen im gebärfähigen

Alter, die nicht verhüten, wird nicht empfohlen.

Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob Pegcetacoplan in die Muttermilch übergeht. Ob die Möglichkeit besteht, dassgestillte Kinder den Wirkstoff aufnehmen und zu Schaden kommen, ist nicht bekannt. Tierdatendeuten auf eine geringfügige Ausscheidung (weniger als 1 %, pharmakologisch unbedeutend) von

Pegcetacoplan in die Muttermilch bei Affen hin (siehe Abschnitt 5.3). Es ist unwahrscheinlich, dass esbei einem gestillten Kind zu einer klinisch relevanten Exposition kommt.

Es wird empfohlen, das Stillen während der Behandlung mit Pegcetacoplan einzustellen.

Fertilität

Es liegen keine Tier- oder Humandaten zur Wirkung von Pegcetacoplan auf die Fertilität vor. In

Toxizitätsstudien wurden keine mikroskopischen Anomalien in männlichen oder weiblichen

Fortpflanzungsorganen von Affen beobachtet (siehe Abschnitt 5.3).

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Maschinen

ASPAVELI hat keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die

Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.

4.8 Nebenwirkungen

Zusammenfassung des Sicherheitsprofils

PNH

Die am häufigsten beobachteten Nebenwirkungen bei Patienten mit PNH, die mit Pegcetacoplanbehandelt wurden, waren Reaktionen an der Injektionsstelle: Erythem an der Injektionsstelle, Juckreizan der Injektionsstelle, Schwellung an der Injektionsstelle, Schmerz an der Injektionsstelle, Hämatoman der Injektionsstelle. Weitere Nebenwirkungen, die in klinischen Studien bei mehr als 10 % der

Patienten berichtet wurden, waren Infektion der oberen Atemwege, Diarrhoe, Hämolyse,

Abdominalschmerz, Kopfschmerzen, Ermüdung, Fieber, Husten, Harnwegsinfektion,

Impfkomplikation, Schmerz in einer Extremität, Schwindelgefühl, Arthralgie und Rückenschmerzen.

Die zumeist beobachteten schwerwiegenden Nebenwirkungen waren Hämolyse und Sepsis.

C3G und primäre IC-MPGN

Die am häufigsten beobachteten Nebenwirkungen bei Patienten mit C3G oder primärer IC-MPGN, diemit Pegcetacoplan behandelt wurden, waren Reaktionen an der Infusionsstelle und Infektionen deroberen Atemwege. Die zumeist beobachteten schwerwiegenden Nebenwirkungen waren akute

Nierenschädigung und Pneumonie.

Tabellarische Liste der Nebenwirkungen

In Tabelle 1 sind die Nebenwirkungen aufgeführt, die in den klinischen Studien mit Pegcetacoplan bei

Patienten mit PNH, C3G und primärer IC-MPGN und nach der Markteinführung beobachtet wurden.

Die Nebenwirkungen sind nach MedDRA-Systemorganklasse und Häufigkeit aufgelistet, wobei diefolgende Konvention zugrunde gelegt wird: sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100, < 1/10),gelegentlich (≥ 1/1 000, < 1/100), selten (≥ 1/10 000, < 1/1 000), sehr selten (< 1/10 000) und nichtbekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar). Innerhalb jeder

Häufigkeitsgruppe sind die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad aufgeführt.

Tabelle 1: Nebenwirkungen, die in klinischen Studien1 und nach der Markteinführungbeobachtet wurden

MedDRA-Systemorganklasse Häufigkeit bei Häufigkeit bei C3G oder

Nebenwirkung PNH primärer IC-MPGN

Infektionen und parasitäre Erkrankungen

Influenza Sehr häufig

Infektion der oberen Atemwege2 Sehr häufig Sehr häufig

Harnwegsinfektion Sehr häufig Häufig

Sepsis Häufig3

Opportunistische Infektionen Häufig4

COVID-19, Gastrointestinalinfektion, Pilzinfektion, Häufig

Hautinfektion, orale Infektion

Ohrinfektion Häufig Häufig

Infektion, Atemwegsinfektion5, Virusinfektion, Häufigbakterielle Infektion, Vaginalinfektion,

Augeninfektion

Zervizitis, Infektion der Leiste Gelegentlich

MedDRA-Systemorganklasse Häufigkeit bei Häufigkeit bei C3G oder

Nebenwirkung PNH primärer IC-MPGN

Pneumonie Gelegentlich Häufig

Abszess der Nase, Tuberkulose, Candidose des Gelegentlich

Ösophagus, COVID-19-Lungenentzündung,

Analabszess

Erkrankungen des Immunsystems

Überempfindlichkeitsreaktion Sehr häufig6

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Hämolyse Sehr häufig

Thrombozytopenie Häufig Häufig7

Neutropenie Häufig Häufig

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Hypokaliämie Häufig Häufig

Erkrankungen des Nervensystems

Kopfschmerzen Sehr häufig Sehr häufig

Schwindelgefühl Sehr häufig

Gefäßerkrankungen

Hypertonie Häufig

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Husten Sehr häufig Häufig

Dyspnoe, Schmerzen im Oropharynx, Häufig

Nasenverstopfung

Epistaxis Häufig Häufig

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Abdominalschmerz Sehr häufig

Diarrhoe Sehr häufig Sehr häufig

Übelkeit Häufig Sehr häufig

Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes

Erythem, Ausschlag, Urtikaria Häufig

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Arthralgie, Rückenschmerzen Sehr häufig

Schmerz in einer Extremität Sehr häufig Häufig

Myalgie Häufig Häufig

Muskelkrämpfe Häufig

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Akute Nierenschädigung Häufig Sehr häufig

Chromaturie Häufig

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Pyrexie Sehr häufig Sehr häufig

Ermüdung Sehr häufig Häufig

Reaktion an der Infusionsstelle8 Sehr häufig Sehr häufig

Untersuchungen

Alanin-Aminotransferase erhöht, Bilirubin erhöht Häufig

Verletzung, Vergiftung und durch Eingriffe bedingte Komplikationen

Impfkomplikation Sehr häufig1Studien APL2-308, APL2-302, APL2-202, APL2-CP-PNH-204 und APL-CP0514 bei PNH-Patienten und

Studien APL2-C3G-310, APL2-C3G-314, APL2-201 und APL2-C3G-204 bei Patienten mit C3G und Patientenmit primärer IC-MPGN.

Sofern angemessen, sind medizinisch ähnliche Begriffe anhand eines ähnlichen medizinischen Konzeptsgruppiert.2Umfasst Nasopharyngitis, Infektion der oberen Atemwege, Pharyngitis, Rhinitis und Sinusitis.3Sepsis beinhaltet einen Fall eines septischen Schocks und einen Fall mit nicht bekapselten Neisseriameningitidis.4Herpes zoster (einschließlich Meningoenzephalitis durch Herpes zoster) und Infektion durch Pneumocystisjirovecii.

5Umfasst Infektion der Atemwege und virale Infektion der Atemwege.6Umfasst Ausschlag und Ekzem.7Umfasst verminderte Thrombozytenzahl.8Bevorzugte Bezeichnungen (PT) enthalten in Reaktionen an der Infusionsstelle (Erythem an der Infusionsstelle,

Juckreiz an der Infusionsstelle, Schwellung an der Infusionsstelle, Bluterguss an der Infusionsstelle, Schmerzenan der Infusionsstelle, Verhärtung an der Infusionsstelle).

Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen
Infektionen

In PNH‑Studie APL2-302 wurde keine durch bekapselte Bakterien verursachte schwere Infektionberichtet. 48 Patienten wiesen in der Studie eine Infektion auf. Die häufigsten Infektionen bei mit

Pegcetacoplan behandelten Patienten während der PNH‑Studie APL2-302 waren Infektionen deroberen Atemwege (28 Fälle, 35 %). Die meisten Infektionen, die bei mit Pegcetacoplan behandelten

Patienten während der PNH‑Studie APL2-302 berichtet wurden, waren nicht schwerwiegend undüberwiegend von leichter Ausprägung. 10 Patienten wiesen als schwerwiegend berichtete Infektionenauf, darunter ein Patient, der aufgrund einer COVID-19-Erkrankung starb. Die häufigstenschwerwiegenden Infektionen waren Sepsis (3 Fälle) (die bei einem Patienten zum Absetzen von

Pegcetacoplan führte) und Gastroenteritis (3 Fälle), die in allen Fällen wieder abklangen.

In klinischen Studien zu C3G und primärer IC-MPGN wurden vier durch bekapselte Bakterienverursachte schwerwiegende Atemwegsinfektionen bei Patienten unter Behandlung mit Pegcetacoplanberichtet: eine Epiglottitis, eine Pneumokokken-Pneumonie und eine atypische Pneumonie, die zueiner Unterbrechung der Medikamentengabe führten, sowie eine Haemophilus-Pneumonie ohne

Dosisanpassung. Die Ereignisse klangen ab und heilten aus, mit Ausnahme der Haemophilus-

Pneumonie und der atypischen Pneumonie, die mit Folgeerscheinungen abklangen. Darüber hinauswurde eine schwerwiegende Harnwegsinfektion durch Escherichia berichtet, die ohne Dosisanpassungabklang und ausheilte.

Hämolyse19 Fälle von Hämolyse wurden bei mit Pegcetacoplan behandelten Patienten während der

PNH‑Studie APL2-302 berichtet. 7 Fälle waren schwerwiegend und in 5 Fällen führte dies zum

Absetzen von Pegcetacoplan, bei 10 Patienten wurde die Pegcetacoplan-Dosis erhöht. Während der

PNH‑Studie APL2-308 traten bei den mit Pegcetacoplan behandelten Patienten 3 Fälle von Hämolyseauf. Keiner dieser Fälle wurde als schwerwiegend berichtet oder führte zum Absetzen von

Pegcetacoplan. Bei allen 3 Patienten wurde die Pegcetacoplan-Dosis erhöht.

Akute Nierenschädigung

In klinischen Studien zu C3G und zur primären IC-MPGN wurden 10 schwerwiegende Ereignisse vonakutem Nierenversagen bei 8 Patienten (5,7 %) unter Behandlung mit Pegcetacoplan berichtet, davon5 Ereignisse bei 4 Patienten nach einer Transplantation. Von diesen schwerwiegenden Ereignissenführte nur 1 zum Absetzen des Arzneimittels und 1 zu einer Unterbrechung der Dosisgabe. Alle

Ereignisse klangen ab und heilten aus, mit Ausnahme des einen Ereignisses, das zum Absetzen des

Arzneimittels führte.

Patienten mit rezidivierender C3G oder primärer IC-MPGN nach Transplantation

Bei den Patienten mit rezidivierender C3G oder primärer IC-MPGN nach Transplantation (N = 22),die in die Studien APL2‑C3G‑310 und APL2‑C3G‑204 eingeschlossen wurden, schien das

Sicherheitsprofil mit dem der Gesamtpopulation übereinzustimmen, allerdings mit einer höheren

Häufigkeit schwerer und schwerwiegender unerwünschter Ereignisse, wie es bei dieser

Patientenpopulation zu erwarten war.

Kinder und Jugendliche

Bei jugendlichen Patienten mit C3G oder primärer IC-MPGN (N = 28, im Alter von 12 bis 17 Jahren),die in die Studie APL2‑C3G‑310 eingeschlossen wurden, schien das Sicherheitsprofil mit den

Gesamtergebnissen übereinzustimmen. Die häufigsten Nebenwirkungen, die bei dieser

Patientengruppe berichtet wurden, waren Reaktionen an der Infusionsstelle.

Die Sicherheit von Pegcetacoplan wurde bei pädiatrischen Patienten unter 12 Jahren nicht untersucht.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.

4.9 Überdosierung

Nach der Markteinführung wurden Fälle von Überdosierung gemeldet, wobei keine neuensicherheitsrelevanten Ereignisse beobachtet wurden. Im Falle einer Überdosierung wird empfohlen,den Patienten auf eventuelle Anzeichen oder Symptome von Nebenwirkungen zu überwachen undeine entsprechende symptomatische Behandlung einzuleiten.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Immunsuppressiva, Komplementinhibitoren, ATC-Code: L04AJ03

Wirkmechanismus

Pegcetacoplan ist ein symmetrisches Molekül aus zwei identischen Pentadekapeptiden, die kovalent andie Enden eines linearen PEG-Moleküls mit 40 kDa gebunden sind. Die Peptidanteile binden das

Komplementprotein C3 sowie C3b und üben eine breite Hemmwirkung auf die Komplementkaskadeaus. Der 40-kDa-PEG-Anteil verleiht dem Molekül eine verbesserte Löslichkeit und längere

Verweilzeit im Körper nach Verabreichung des Arzneimittels.

Pegcetacoplan bindet mit hoher Affinität an das Komplementprotein C3 und dessen

Aktivierungsfragment C3b, wodurch es die Spaltung von C3 und die Bildung von nachgeschalteten

Effektoren der Komplementaktivierung reguliert. Bei PNH wird die extravasale Hämolyse (EVH)durch C3b-Opsonisierung ausgelöst, während die intravasale Hämolyse (IVH) durch dennachgeschalteten Membranangriffskomplex (MAC) vermittelt wird. Pegcetacoplan übt eine breite

Regulation der Komplementkaskade aus, indem es proximal zu sowohl der C3b- als auch der

MAC-Bildung wirkt und dadurch die Mechanismen kontrolliert, die zur EVH und IVH führen.

Bei C3G und primärer IC‑MPGN kommt es zu einer übermäßigen Ablagerung von

C3‑Abbauprodukten in den Glomeruli der Niere, was zu einer Schädigung des Nierenparenchyms undeiner Beeinträchtigung der Nierenfunktion führt. Pegcetacoplan zielt auf vorgelagerte Effektoren der

Komplementaktivierung (C3 und C3b) ab und hemmt dadurch die Aktivierung, die durch alle(alternativen, klassischen und Lektin-) Komplementwege ausgelöst wird. Durch die Hemmung von C3wirkt Pegcetacoplan direkt auf die unangemessene C3‑Aktivierung ein und modifiziert die zugrundeliegende Erkrankung, indem es die übermäßige Ablagerung von C3‑Abbauprodukten in den Glomerulider Niere reduziert. Durch die gezielte Wirkung auf C3b hemmt Pegcetacoplan über einenzusätzlichen Wirkmechanismus in der Komplementkaskade auch die Aktivität der alternativen

C3‑Konvertase. Dies verhindert zusätzlich die Ablagerung von C3‑Abbauprodukten in den Glomeruli.

Pharmakodynamische Wirkungen

PNH

In der Studie APL2-302 stieg die mittlere C3-Serumkonzentration in der Pegcetacoplan-Gruppe voneinem Ausgangswert von 0,94 g/l auf 3,83 g/l in Woche 16 und verblieb auf diesem Niveau bis

Woche 48. In der Studie APL2-308 stieg die mittlere C3-Serumkonzentration von einem

Ausgangswert von 0,95 g/l auf 3,56 g/l in Woche 26.

In der Studie APL2-302 stieg der mittlere prozentuale Anteil an PNH-Typ-II- + PNH-

Typ-III-Erythrozyten von einem Ausgangswert von 66,80 % auf 93,85 % in Woche 16 und verbliebauf diesem Niveau bis Woche 48. In der Studie APL2-308 stieg der mittlere prozentuale Anteil an

PNH-Typ-II- + PNH-Typ-III-Erythrozyten von einem Ausgangswert von 42,4 % auf 90,0 % in

Woche 26.

In der Studie APL2-302 sank der mittlere prozentuale Anteil an PNH-Typ-II- + PNH-

Typ-III-Erythrozyten mit C3-Ablagerung von einem Ausgangswert von 17,73 % auf 0,20 % in

Woche 16 und verblieb auf diesem Niveau bis Woche 48. In der Studie APL2-308 sank der mittlereprozentuale Anteil an PNH-Typ-II- + PNH-Typ-III-Erythrozyten mit C3-Ablagerung von einem

Ausgangswert von 2,85 % auf 0,09 % in Woche 26.

C3G und primäre IC-MPGN

In der Studie APL2-C3G-310 stieg die mittlere C3-Serumkonzentration in der Pegcetacoplan-Gruppevon einem Ausgangswert von 0,62 g/l auf 3,71 g/l in Woche 26 und verblieb auf diesem Niveau bis

Woche 52. In der Placebogruppe blieben die C3‑Konzentrationen bis Woche 26 stabil (Ausgangswertvon 0,57 g/l; 0,58 g/l in Woche 26) und stiegen nach Umstellung auf Pegcetacoplan in Woche 52 auf3,59 g/l an.

Die mittlere sC5b-9-Serumkonzentration sank in der Pegcetacoplan-Gruppe von einem Ausgangswertvon 902,5 ng/ml auf 290,2 ng/ml in Woche 26, und verblieb auf diesem Niveau bis Woche 52. In der

Placebogruppe blieben die sC5b-9-Konzentrationen stabil (Ausgangswert von 768,3 ng/ml;759,9 ng/ml in Woche 26) und sanken nach der Umstellung auf Pegcetacoplan in Woche 52 auf272,9 ng/ml.

Nach 6 Monaten wurde eine Clearance der glomerulären C3-Ablagerungen beobachtet, basierend aufeinem höheren Anteil von Patienten, die einen Färbungsindex von Null erreichten, in der

Pegcetacoplan-Gruppe (71,4 %) im Vergleich zur Placebogruppe (8,8 %).

Klinische Wirksamkeit und Sicherheit

PNH

Die Wirksamkeit und Sicherheit von Pegcetacoplan bei Patienten mit PNH wurde in zwei offenen,randomisierten, kontrollierten Phase-III-Studien untersucht: In Studie APL2-302 an Patienten, diebereits mit einem Komplementinhibitor vorbehandelt waren, und in Studie APL2-308 an Patienten, diezuvor mit keinem Komplementinhibitor behandelt wurden. In beiden Studien lag die Dosis von

Pegcetacoplan bei zweimal wöchentlich 1 080 mg. Bei Bedarf konnte die Dosis von ASPAVELI auf1 080 mg alle 3 Tage angepasst werden.

Studie an erwachsenen Patienten, die bereits mit einem Komplementinhibitor vorbehandelt waren(APL2-302)

Bei der Studie APL2 302 handelte es sich um eine offene, randomisierte Studie mit einem aktiven,

Vergleichspräparat-kontrollierten Zeitraum von 16 Wochen, gefolgt von einem 32-wöchigen offenen

Zeitraum (OLP). Diese Studie rekrutierte Patienten mit PNH, die mindestens in den letzten drei

Monaten mit einer stabilen Dosis von Eculizumab behandelt worden waren und Hb-Spiegel von< 10,5 g/dl aufwiesen. Die für die Studie geeigneten Patienten durchliefen eine 4-wöchige

Vorlaufphase, während der sie Pegcetacoplan 1 080 mg subkutan zweimal wöchentlich zusätzlich zuihrer aktuellen Dosis von Eculizumab erhielten. Anschließend wurden die Patienten im Verhältnis 1:1randomisiert, um für die Dauer der 16-wöchigen randomisierten, kontrollierten Phase (RCP) entweder1 080 mg Pegcetacoplan zweimal wöchentlich oder ihre aktuelle Dosis von Eculizumab zu erhalten.

Die Randomisierung war stratifiziert auf Basis der Anzahl an Transfusionen von

Erythrozytenkonzentrat in den letzten 12 Monaten vor Tag -28 (< 4; ≥ 4) und der Thrombozytenzahlbeim Screening (< 100 000/µl; ≥ 100 000/µl). Patienten, die die RCP abschlossen, kamenanschließend in die OLP, in der alle Patienten Pegcetacoplan für bis zu 32 Wochen erhielten(Patienten, die während der RCP Eculizumab erhalten hatten, kamen zunächst in eine 4-wöchige

Vorlaufphase, bevor sie zur Pegcetacoplan-Monotherapie wechselten).

Der primäre und die sekundären Wirksamkeitsendpunkte wurden in Woche 16 bewertet. Primärer

Wirksamkeitsendpunkt war die Veränderung des Hb-Spiegels vom Ausgangswert bis Woche 16(während der RCP). Der Ausgangswert war definiert als der Durchschnitt der Messungen vor derersten Dosis von Pegcetacoplan (zu Beginn der Vorlaufphase). Die wichtigsten sekundären

Wirksamkeitsendpunkte waren Transfusionsvermeidung, definiert als Anteil an Patienten, die währendder RCP keine Transfusion benötigten, und die Veränderung der absoluten Retikulozytenzahl (ARC),des LDH-Spiegels und des Scores auf der Functional-Assessment-of-Chronic-Illness-

Therapy(FACIT)-Fatigue-Skala vom Ausgangswert bis Woche 16.

Insgesamt 80 Patienten wurden in die Vorlaufphase aufgenommen. Am Ende der Vorlaufphasewurden alle 80 Patienten randomisiert, und zwar 41 für Pegcetacoplan und 39 für Eculizumab. Diedemografischen Merkmale und die Ausgangsmerkmale der Erkrankung waren im Allgemeinenzwischen den Behandlungsgruppen gut ausgewogen (siehe Tabelle 2). Insgesamt 38 Patienten in der

Gruppe unter der Therapie mit Pegcetacoplan und 39 Patienten in der Eculizumab-Gruppe schlossendie 16-wöchige RCP ab und setzten die Studie in der 32-wöchigen offenen Phase fort. Insgesamtbrachen 12 von 80 (15 %) Patienten, die Pegcetacoplan erhielten, die Studie wegen unerwünschter

Ereignisse ab. Gemäß Prüfplan wurde die Dosis bei 15 Patienten auf 1 080 mg alle 3 Tage angepasst.

Bei 12 Patienten wurde der Nutzen beurteilt und bei 8 von 12 Patienten erwies sich die

Dosisanpassung als wirksam.

Tabelle 2: Demografische und krankheitsbezogene Ausgangsmerkmale der Patienten in Studie

APL2-302

Parameter Statistik Pegcetacoplan Eculizumab(N = 41) (N = 39)

Alter (Jahre) Mittelwert (SD) 50,2 (16,3) 47,3 (15,8)18-64 Jahre n (%) 31 (75,6) 32 (82,1)≥ 65 Jahre n (%) 10 (24,4) 7 (17,9)

Dosisstufe von Eculizumab zum Ausgangswert

Alle 2 Wochen i.v. 900 mg n (%) 26 (63,4) 29 (74,4)

Alle 11 Tage i.v. 900 mg n (%) 1 (2,4) 1 (2,6)

Alle 2 Wochen i.v. 1 200 mg n (%) 12 (29,3) 9 (23,1)

Alle 2 Wochen i.v. 1 500 mg n (%) 2 (4,9) 0

Weiblich n (%) 27 (65,9) 22 (56,4)

Zeit seit der PNH-Diagnose (Jahre) bis Tag -28 Mittelwert (SD) 8,7 (7,4) 11,4 (9,7)

Hämoglobinspiegel (g/dl) Mittelwert (SD) 8,7 (1,1) 8,7 (0,9)

Retikulozytenzahl (109/l) Mittelwert (SD) 218 (75,0) 216 (69,1)

LDH-Wert (E/l) Mittelwert (SD) 257,5 (97,6) 308,6 (284,8)

FACIT-Fatigue-Gesamtscore* Mittelwert (SD) 32,2 (11,4) 31,6 (12,5)

Anzahl an Transfusionen in den letzten12 Monaten vor Tag -28 Mittelwert (SD) 6,1 (7,3) 6,9 (7,7)< 4 n (%) 20 (48,8) 16 (41,0)≥ 4 n (%) 21 (51,2) 23 (59,0)

Thrombozytenzahl beim Screening (109/l) Mittelwert (SD) 167 (98,3) 147 (68,8)

Thrombozytenzahl beim Screening< 100 000/µl n (%) 12 (29,3) 9 (23,1)

Thrombozytenzahl beim Screening≥ 100 000/µl n (%) 29 (70,7) 30 (76,9)

Aplastische Anämie in der Anamnese n (%) 11 (26,8) 9 (23,1)

Myelodysplastisches Syndrom in der

Anamnese n (%) 1 (2,4) 2 (5,1)

*Der FACIT-Fatigue-Score wird auf einer Skala von 0-52 gemessen, wobei höhere Werte weniger Ermüdunganzeigen.

Pegcetacoplan war Eculizumab überlegen bezüglich des primären Endpunktes, der Veränderung des

Hämoglobinspiegels gegenüber dem Ausgangswert (p < 0,0001).

Abbildung 1. Adjustierte mittlere Veränderung des Hämoglobins (g/dl) vom Ausgangswert bis

Woche 16 in APL2-302

Woche 2 Woche 4 Woche 6 Woche 8 Woche 12 Woche 16

Analyse-Visite

Behandlung

Die Nichtunterlegenheit von Pegcetacoplan wurde in wichtigen sekundären Endpunkten -

Transfusionsvermeidung und Veränderung der ARC im Vergleich zum Ausgangswert -nachgewiesen.

In Bezug auf die Veränderung des LDH-Wertes gegenüber den Ausgangswerten wurde das Kriteriumder Nichtunterlegenheit nicht erreicht.

Aufgrund von hierarchischen Tests erfolgten keine formalen statistischen Tests für die Veränderungdes FACIT-Fatigue-Scores gegenüber den Ausgangswerten.

Die adjustierten Mittelwerte, der Behandlungsunterschied, die Konfidenzintervalle und diedurchgeführten statistischen Analysen für die wichtigsten sekundären Endpunkte sind in Abbildung 2aufgeführt.

Abbildung 2. Analyse der wichtigsten sekundären Endpunkte in APL2-302

Pegcetacoplan Eculizumab Differenz Nicht-(n = 41) (n = 39) (95%-KI) unterlegenheit

Transfusions- Javermeidung, n (%)

Für Eculizumab Für Pegcetacoplan

Veränderung der Reti- Jakulozytenvs.Ausgangswert, 109/l;

LS-Mittelwert (SE)

Für Pegcetacoplan Für Eculizumab

Veränderung von LDH Neinvs. Ausgangswert; E/l

LS-Mittelwert (SE)

Für Pegcetacoplan Für Eculizumab

Veränderung des FACIT-fatique-Scores vs.

Ausgangswert, Nicht getestet

LS-Mittelwert (SE)

Für Eculizumab Für Pegcetacoplan Nichtunterlegenheitsgrenze für jeden Parameter angegeben

Unterschied zwischen Pegcetacoplan und Eculizumab(95%-KI)

Veränderung des Hämoglobins (g/dl) vs. Ausgangswert

Die Ergebnisse waren in allen unterstützenden Analysen der primären und wichtigsten sekundären

Endpunkte, einschließlich aller beobachteten Daten mit einbezogenen Posttransfusionsdaten,konsistent.

Die Hb-Normalisierung wurde in Woche 16 bei 34 % der Patienten in der Gruppe mit Pegcetacoplanerreicht, verglichen mit 0 % in der Eculizumab-Gruppe. Die LDH-Normalisierung wurde bei 71 % der

Patienten in der mit Pegcetacoplan behandelten Gruppe erreicht, verglichen mit 15 % in der

Eculizumab-Gruppe.

Insgesamt 77 Patienten nahmen an der 32-wöchigen OLP teil, während der alle Patienten

Pegcetacoplan erhielten; die Gesamtexposition betrug bis zu 48 Wochen. Die Ergebnisse in Woche 48stimmten im Allgemeinen mit denen in Woche 16 überein und belegen eine anhaltende Wirksamkeit.

Studie an erwachsenen Patienten, die mit keinem Komplementinhibitor vorbehandelt wurden(APL2-308)

Bei der Studie APL2-308 handelte es sich um eine offene, randomisierte, kontrollierte Studie, an der

Patienten mit PNH teilnahmen, die in den letzten 3 Monaten vor Studienbeginn nicht mit einem

Komplementinhibitor behandelt worden waren und deren Hb-Wert unter der unteren Grenze des

Normwerts (LLN) lag. Geeignete Patienten wurden im Verhältnis 2:1 randomisiert und erhieltenentweder Pegcetacoplan oder eine supportive Behandlung (z. B. Transfusionen, Kortikosteroide,

Supplementierung mit z. B. Eisen, Folsäure und Vitamin B12), die im Folgenden als Kontrollgruppebezeichnet wird, während des gesamten 26-wöchigen Behandlungszeitraums.

Die Randomisierung wurde anhand der Anzahl der Transfusionen von PRBC innerhalb der letzten12 Monate vor Tag -28 (< 4; ≥ 4) stratifiziert. Zu jedem Zeitpunkt während der Studie konnte ein

Patient, der der Kontrollgruppe zugewiesen wurde und dessen Hb-Wert ≥ 2 g/dl unter dem

Ausgangswert lag oder der ein PNH-assoziiertes thromboembolisches Ereignis hatte, gemäß Prüfplanfür den Rest der Studie auf Pegcetacoplan umgestellt werden.

Insgesamt wurden 53 Patienten randomisiert: 35 Patienten in die Pegcetacoplan-Gruppe und18 Patienten in die Kontrollgruppe. Die demografischen Daten und die Krankheitsmerkmale beim

Ausgangswertwaren im Allgemeinen zwischen den Behandlungsgruppen ausgewogen. Das

Durchschnittsalter betrug 42,2 Jahre in der Pegcetacoplan-Gruppe und 49,1 Jahre in der

Kontrollgruppe. Die durchschnittliche Anzahl von PRBC-Transfusionen in den 12 Monaten vor der

Voruntersuchung betrug 3,9 in der Pegcetacoplan-Gruppe und 5,1 in der Kontrollgruppe. Fünf

Patienten in jeder Gruppe (14,3 % in der Pegcetacoplan-Gruppe und 27,8 % in der Kontrollgruppe)wiesen eine aplastische Anämie in der Anamnese auf. Weitere Ausgangswerte waren: mittlerer

Hb-Ausgangswert (Pegcetacoplan-Gruppe: 9,4 g/dl vs. Kontrollgruppe: 8,7 g/dl), ARC(Pegcetacoplan-Gruppe: 230,2 × 109/l vs. Kontrollgruppe: 180,3 × 109/l), LDH-Wert (Pegcetacoplan-

Gruppe: 2 151,0 E/l vs. Kontrollgruppe: 1 945,9 E/l) und Thrombozytenzahl (Pegcetacoplan-Gruppe:191,4 × 109/l vs. Kontrollgruppe: 125,5 × 109/l). 11 der 18 Patienten, die der Kontrollgruppezugewiesen wurden, wechselten zu Pegcetacoplan, weil ihr Hb-Wert um ≥ 2 g/dl unter den

Ausgangswert sank. Von den 53 randomisierten Patienten erhielten 52 (97,8 %) eine prophylaktische

Antibiotikatherapie gemäß den örtlichen Verschreibungsleitlinien.

Der primäre und die sekundären Wirksamkeitsendpunkte wurden in Woche 26 bewertet. Die beidenko-primären Wirksamkeitsendpunkte waren die Stabilisierung des Hb-Werts, definiert als Vermeidungeines Abfalls der Hb-Konzentration > 1 g/dl gegenüber dem Ausgangswert ohne Transfusion, und die

Veränderung der LDH-Konzentration gegenüber dem Ausgangswert.

In der mit Pegcetacoplan behandelten Gruppe erreichten 30 von 35 Patienten (85,7 %) eine

Stabilisierung des Hb-Werts gegenüber 0 Patienten in der Kontrollgruppe. Die bereinigte Differenzzwischen Pegcetacoplan und der Kontrollgruppe betrug 73,1 % (95%-KI: 57,2 % bis 89,0 %;p < 0,0001).

Die kleinste quadratische (LS) mittlere (SE) Veränderung der LDH-Konzentration gegenüber dem

Ausgangswert in Woche 26 betrug -1 870 E/l in der mit Pegcetacoplan behandelten Gruppegegenüber -400 E/l in der Kontrollgruppe (p < 0,0001). Die Differenz zwischen Pegcetacoplan und der

Kontrollgruppe betrug -1 470 (95%-KI: -2 113 bis -827). Die Behandlungsunterschiede zwischen der

Pegcetacoplan-Gruppe und der Kontrollgruppe zeigten sich in Woche 2 und blieben bis Woche 26bestehen (Abbildung 3). Die LDH-Konzentrationen in der Kontrollgruppe verblieben erhöht.

Abbildung 3: Mittlere (±SE) LDH-Konzentration (E/l) im Zeitverlauf nach Behandlungsgruppein der Studie APL2-308

Pegcetacoplan

Kontrollgruppe

Pegcetacoplan

Kontrollgruppe

Analysebesuch

Bei den ausgewählten wichtigen sekundären Wirksamkeitsendpunkten Hämoglobin-Ansprechen ohne

Transfusion, Veränderung des Hämoglobinspiegels und Veränderung der ARC zeigte sich in der mit

Pegcetacoplan behandelten Gruppe ein signifikanter Behandlungsunterschied gegenüber der

Kontrollgruppe (Tabelle 3).

Tabelle 3: Analyse wichtiger sekundärer Endpunkte in Studie APL2-308

Parameter Pegcetacoplan Kontrollgruppe Differenz(N = 35) (N = 18) (95%-KI)p-Wert

Hämoglobin-Ansprechen ohne

Transfusiona 25 (71 %) 1 (6 %) 54 % (34 %; 74 %)(n, %) p < 0,0001

Veränderung des Hämoglobinspiegels(g/dl) vom Ausgangswert bis Woche 26 2,9 (0,38) 0,3 (0,76) 2,7 (1,0; 4,4)

LS-Mittelwert (SE)

Veränderung der ARC (109/l) vom

Ausgangswert bis Woche 26 -123 (9,2) -19 (25,2) -104 (-159; -49

LS-Mittelwert (SE)a Das Hämoglobin-Ansprechen war definiert als Anstieg des Hämoglobins um ≥ 1 g/dl vom Ausgangswert bis

Woche 26.

ARC = Absolute Retikulozytenzahl, KI = Konfidenzintervall, LS = Kleinste Quadrate (least square),

SE = Standardfehler (standard error)

Mittlere (±SE) LDH (E/l)

C3G und primäre IC-MPGN

Die Wirksamkeit und Sicherheit von Pegcetacoplan bei Patienten mit C3G oder primärer IC-MPGNwurden in der randomisierten, placebokontrollierten, doppelblinden Phase-III-Studie APL2-C3G-310untersucht, an der Erwachsene und Jugendliche mit nativer Nierenerkrankung oder nach

Transplantation mit rezidivierender C3G oder primärer IC-MPGN teilnahmen.

Die Dosis von Pegcetacoplan für Erwachsene oder Jugendliche mit einem Körpergewicht von ≥ 50 kgbetrug 1 080 mg zweimal wöchentlich; für Jugendliche mit einem Körpergewicht von < 50 kg wurdesie auf der Grundlage ihres Körpergewichts berechnet.

Studie an erwachsenen und jugendlichen Patienten mit C3G oder primärer IC-MPGN(APL2-C3G-310)

Bei der Studie APL2-C3G-310 handelte es sich um eine randomisierte, doppelblinde Studie mit einerplacebokontrollierten Phase von 26 Wochen, gefolgt von einer 26-wöchigen OLP. An dieser Studienahmen Jugendliche im Alter von 12 bis 17 Jahren und Erwachsene mit C3G oder primärer IC-MPGNteil. In die Studie wurden Patienten mit Erkrankung der nativen Niere oder mit rezidivierender

Erkrankung nach Transplantation aufgenommen, die eine Proteinurie von ≥ 1 g/Tag und eine eGFRvon ≥ 30 ml/min/1,73 m2 aufwiesen. Die Patienten erhielten mindestens 12 Wochen vor der

Randomisierung eine stabile und optimierte Dosierung für die Behandlung der C3G/primären

IC-MPGN (z. B. RAS-Hemmer, Natrium-Glucose-Cotransporter-2-Hemmer [SGLT-2-Hemmer],

Immunsuppressiva, systemische Kortikosteroide in einer Dosierung von maximal 20 mg/Tag eines

Prednisonäquivalents).

Geeignete Patienten wurden im Verhältnis 1:1 randomisiert und erhielten während der 26-wöchigen

RCP subkutan zweimal wöchentlich Pegcetacoplan oder Placebo. Bei der Randomisierung fandenzwei Stratifizierungsfaktoren Anwendung: Patienten mit Rezidiv nach Transplantation gegenüber

Patienten mit Erkrankung der nativen Niere und Patienten mit Baseline-Nierenbiopsien (entnommenentweder während des Screenings oder innerhalb von 28 Wochen vor der Randomisierung) gegenüber

Patienten ohne Baseline-Nierenbiopsien. Während der RCP wurden Änderungen der Baseline-

Behandlungsschemata für C3G/primäre IC-MPGN auf ein Minimum beschränkt und nurvorgenommen, wenn dies für das Wohlbefinden des Patienten erforderlich war. Patienten, die die RCPabgeschlossen hatten, nahmen an der 26-wöchigen OLP teil, in der alle Teilnehmer zweimalwöchentlich mit Pegcetacoplan behandelt wurden.

Insgesamt wurden 124 Patienten randomisiert, 63 erhielten Pegcetacoplan und 61 Placebo. Diedemografischen Daten und die Ausgangsmerkmale der Erkrankung waren zwischen den beiden

Gruppen im Allgemeinen ausgewogen (siehe Tabelle 4). Insgesamt schlossen 118 Patienten die26-wöchige RCP ab und von diesen schlossen 114 Patienten die OLP-Behandlungsphase mit

Pegcetacoplan ab (N = 59 Pegcetacoplan-zu-Pegcetacoplan; N = 55 Placebo-zu-Pegcetacoplan).

Tabelle 4: Demografische Patientendaten und Krankheitsmerkmale zu Studienbeginn in der

Studie APL2-C3G-310

Parameter Statistisches Pegcetacoplan Placebo

Maß (N = 63) (N = 61)

Alter (Jahre) Mittelwert (SD) 28,2 (17,1) 23,6 (14,3)

Jugendliche (12-17 Jahre) n (%) 28 (44,4) 27 (44,3)

Erwachsene ≥ 18 Jahre n (%) 35 (55,6) 34 (55,7)

Geschlecht

Männlich n (%) 26 (41,3) 28 (45,9)

Weiblich n (%) 37 (58,7) 33 (54,1)

Erkrankung bei Screening

C3G n (%) 51 (81,0) 45 (73,8)

C3GN n (%) 45 (71,4) 41 (67,2)

DDD n (%) 4 (6,3) 4 (6,6)

Unbestimmt n (%) 2 (3,2) 0

IC-MPGN n (%) 12 (19,0) 16 (26,2)

Zeit seit C3G-/IC-MPGN-Diagnose (Jahre) Mittelwert (SD) 3,64 (3,47) 3,76 (3,62)

Vorherige Nierentransplantation n (%) 5 (7,9) 4 (6,6)

Zeit seit letzter Nierentransplantation Mittelwert (SD) 11,4 (6,7) 5,8 (6,4)(Jahre)

Zeit seit Rezidiv nach der letzten Mittelwert (SD) 1,47 (1,49) 1,38 (1,64)

Transplantation (Jahre)

Ausgangswert dreifacher FMU-uPCR (mg/g) Mittelwert (SD) 3 124 (2 408) 2 541 (2 015)

Ausgangs-eGFR (ml/min/1,73 m2) Mittelwert (SD) 78,5 (34,1) 87,2 (37,2)

C3c-Färbung in der Ausgangsbiopsie3+ n (%) 51 (81,0) 51 (83,6)2+ n (%) 12 (19,0) 10 (16,4)

Ausgangswert Serumalbumin (g/dl) Mittelwert (SD) 3,31 (0,61) 3,39 (0,70)

Ausgangswert Serum-C3 (mg/dl) Mittelwert (SD) 60,6 (45,7) 56,3 (35,6)

Krankheitsmanifestationen

Ödem n (%) 45 (71,4) 32 (52,5)

Ermüdung n (%) 16 (25,4) 8 (13,1)

Hämaturie n (%) 37 (58,7) 39 (63,9)

Bluthochdruck n (%) 35 (55,6) 29 (47,5)

Nephrotisches Syndrom n (%) 32 (50,8) 27 (44,3)

Anwendung anderer Behandlungen zu

Studienbeginn*

Wirkstoffe, die auf das Renin-Angiotensin- n (%) 59 (93,7) 54 (88,5)

System wirken

Immunsuppressiva n (%) 49 (77,8) 45 (73,8)

Glukokortikoide n (%) 29 (46,0) 27 (44,3)

*Innerhalb von 12 Wochen vor Studieneintritt.

C3G = C3-Glomerulopathie, C3GN = C3-Glomerulonephritis, DDD = Dense-Deposit-Disease, IC-MPGN =

Immunkomplexvermittelte membranoproliferative Glomerulonephritis, FMU = Erster Morgenurin (first-morningurine), uPCR = Urin-Protein-Kreatinin-Verhältnis, eGFR = Geschätzte glomeruläre Filtrationsrate, SD =

Standardabweichung (standard deviation).

Die primären und wichtigsten sekundären Wirksamkeitsendpunkte wurden in Woche 26 bewertet. Derprimäre Wirksamkeitsendpunkt war das logarithmisch transformierte Verhältnis der uPCR im ersten

Morgenurin (FMU) in Woche 26 im Vergleich zum Ausgangswert.

Pegcetacoplan war Placebo gegenüber überlegen, mit einer statistisch signifikanten Reduktion deruPCR gegenüber dem Ausgangswert um 68,1 % (95%-KI: 57,3 % bis 76,2 %, p < 0,0001) gegenüber

Placebo nach 26-wöchiger Behandlung (-67,2 % [95%-KI: -74,9 % bis -57,2 %] und + 2,9 %[95%-KI: -8,6 % bis 15,9 %] für Pegcetacoplan bzw. Placebo). Eine ähnliche Wirksamkeit wurde in

Untergruppen unabhängig von Alter (Jugendliche vs. Erwachsene), Krankheitstyp (C3G vs. primäre

IC-MPGN), Krankheitsstatus (native vs. rezidivierende Erkrankung nach Transplantation) undgleichzeitiger Anwendung von Immunsuppressiva/Glukokortikoiden (ja vs. nein) beobachtet. Die

Wirkung von Pegcetacoplan auf die uPCR hielt bis Woche 52 an (-67,2 % gegenüber dem

Ausgangswert). Patienten, die in Woche 26 von Placebo auf Pegcetacoplan umgestellt wurden(Abbildung 4), zeigten in Woche 52 eine ähnliche Verringerung (-51,3 %).

Abbildung 4: Geometrisches Mittelverhältnis (95%-KI) der FMU-uPCR im Vergleich zum

Ausgangswert im Zeitverlauf nach Behandlungsgruppe aus dem MMRM-Modell in der

Studie APL2-C3G-310

Doppelblinde, placebokontrollierte Phase Unverblindete Phase

Placebo Wechsel zu Pegcetacoplan

Pegcetacoplan

Woche

Hinweis: Geometrisches Mittelverhältnis berechnet aus re-exponentiellen LS-Mittelwerten.

KI = Konfidenzintervall, LS = Kleinste Quadrate (least square), FMU = Erster Morgenurin (first-morningurine), uPCR = Urin-Protein-Kreatinin-Verhältnis, MMRM = Gemischtes Modell wiederholter Messungen(Mixed model of repeated measure)

Die 26-wöchige Behandlung mit Pegcetacoplan zeigte eine statistisch signifikante Verbesserung deswichtigsten sekundären Endpunkts in Bezug auf die Verringerung der Proteinurie, wobei 60,3 % dermit Pegcetacoplan behandelten Patienten eine Verringerung der uPCR um ≥ 50 % erreichten,verglichen mit 4,9 % in der Placebogruppe, was einer Differenz von 52,7 % entspricht (95%-KI:29,2-76,2 %; p < 0,0001).

Die 26-wöchige Behandlung mit Pegcetacoplan führte zu einem höheren Anteil von Patienten, beidenen eine Reduktion der renalen C3-Färbeintensität um zwei Größenordnungen oder mehr auf einer

Skala von 0-3 erreicht wurde: 26 (74,3 %) Patienten unter Pegcetacoplan gegenüber 4 (11,8 %) unter

Placebo; der Unterschied betrug 64,3 % (95%-KI: 41,4-87,2 %, nominaler p-Wert < 0,0001).

Die 26-wöchige Behandlung mit Pegcetacoplan führte zu einer Stabilisierung der eGFR mit einer

Veränderung gegenüber dem Ausgangswert von -1,497 (2,242) unter Pegcetacoplan vs. -7,808 (1,919)unter Placebo. Der Behandlungsunterschied betrug 6,312 ml/min/1,73 m2 (95%-KI: 0,501; 12,122;nominaler p-Wert = 0,0333). Die Wirkung von Pegcetacoplan auf die eGFR hielt bis Woche 52 an.

Patienten, die in Woche 26 von Placebo auf Pegcetacoplan umgestellt wurden, zeigten in Woche 52eine vergleichbare Stabilisierung.

In Woche 26 wurde eine vergleichbare Stärke der Wirksamkeit allgemein hinsichtlich der Reduktionder Proteinurie um ≥ 50 %, der Beseitigung der C3-Färbung und der Stabilisierung der eGFR in

Untergruppen unabhängig vom Alter (Jugendliche vs. Erwachsene), der Art der Erkrankung (C3G vs.primäre IC-MPGN), dem Krankheitsstatus (nativ vs. rezidivierende Erkrankung nach Transplantation)und der gleichzeitigen Anwendung von Immunsuppressiva/Glukokortikoiden (ja vs. nein) beobachtet.

Geometrisches Mittel (95%‑KI) deslogarithmisch transformierten UPCR-

Verhältnisses zum Ausgangswert

Studie bei Erwachsenen mit rezidivierender C3G nach Transplantation oder primärer IC-MPGN(APL2-C3G-204)

Bei der Studie APL2-C3G-204 handelte es sich um eine unverblindete, randomisierte Phase-II-Studiemit 13 erwachsenen Patienten mit rezidivierender C3G nach Transplantation (N = 10) oder primärer

IC-MPGN (N = 3) über einen Zeitraum von 52 Wochen.

In den ersten 12 Wochen der Studie erhielten 10 Patienten zusätzlich zur Standardtherapie

Pegcetacoplan, 3 Patienten erhielten ausschließlich die Standardtherapie. Alle Patienten erhielten

Pegcetacoplan von Woche 13 bis Woche 52.

Der primäre Endpunkt der Reduktion der C3-Färbeintensität in der Nierenbiopsie in Woche 12 wurdebei 50 % der mit Pegcetacoplan behandelten Patienten (5 von 10 Patienten; 4 davon erreichten einen

Färbescore von Null) und bei 33,3 % der Patienten in der Kontrollgruppe (1 von 3 Patienten; dieser

Patient erreichte einen Färbescore von 1) beobachtet.

Im Allgemeinen waren die Veränderungen und prozentualen Veränderungen der eGFR (sekundärer

Endpunkt) gegenüber dem Ausgangswert gering. Die mittlere (SD) eGFR veränderte sich von52,3 (12,11) ml/min/1,73 m2 zu Studienbeginn auf 57,3 (25,12) ml/min/1,73 m2 in Woche 52, und diemediane eGFR veränderte sich von 50,5 ml/min/1,73 m2 zu Studienbeginn auf 58,5 ml/min/1,73 m2 in

Woche 52. Bei den meisten Patienten (9 von 13 Patienten [69,2 %]) aller Gruppen wurde bis

Woche 52 eine Stabilisierung oder Verbesserung der eGFR erreicht.

Immunogenität

In klinischen Studien zu PNH bzw. zu C3G und zur primären IC-MPGN wurden zwei verschiedene

Assays zum Nachweis von Anti-Pegcetacoplan-Peptid-Antikörpern (Anti-Drug-Antikörper, ADA)verwendet. Der für C3G und die primäre IC-MPGN verwendete Assay war sensitiver. Aufgrund der

Unterschiede zwischen den Assays ist ein aussagekräftiger Vergleich der ADA-Inzidenz in den untenbeschriebenen Studien nicht möglich.

In PNH-Studien war die Inzidenz von ADA (behandlungsbedingt auftretende ADA oder Verstärkungder vorbestehenden ADA-Konzentration) niedrig, und wenn ADA nachweisbar waren, hatten diesekeine spürbare Auswirkung auf die PK/PD, die Wirksamkeit oder das Sicherheitsprofil von

Pegcetacoplan. Während der Studien APL2-302 und APL2-308 wurde bei 3 von 126 Patienten, die

Pegcetacoplan erhielten, das Vorliegen von Anti-Pegcetacoplan-Peptid-Antikörpern nachgewiesen.

Alle 3 Patienten wurden außerdem positiv für neutralisierende Antikörper (NAb) getestet. Die NAb-

Reaktion hatte keine erkennbare Auswirkung auf die PK oder die klinische Wirksamkeit. 18 von126 Patienten entwickelten Anti-PEG-Antikörper; in 9 Fällen waren diese behandlungsbedingt, undbei 9 Patienten handelte es sich um eine durch die Behandlung verstärkte Reaktion.

In klinischen Studien zu C3G und primärer IC-MPGN betrug die ADA-Inzidenz (behandlungsbedingtauftretende ADA oder Verstärkung der vorbestehenden ADA-Konzentration) in der Studie

APL2-C3G-310 23,6 % für Anti-PEG und 16,3 % für Anti-Pegcetacoplan-Peptid. Basierend auf derpopulationspharmakokinetischen und -pharmakodynamischen Analyse hatten ADA keinen klinischbedeutsamen Einfluss auf die Wirksamkeit oder PK/PD in einer gepoolten Analysepopulation. Fünf

Patienten wurden ebenfalls positiv auf NAb getestet. Die NAb-Reaktion hatte keinen offensichtlichen

Einfluss auf die PK oder die klinische Wirksamkeit. Bei 29 von 123 Patienten entwickelten sich Anti-

PEG-Antikörper; 14 davon traten während der Behandlung auf und 15 wurden durch die Behandlungverstärkt. Bei Patienten mit rezidivierender Erkrankung nach Transplantation in der Studie

APL2-C3G-204 entwickelte kein Patient eine positive ADA-Reaktion (behandlungsbedingtauftretende ADA oder Verstärkung der vorbestehenden ADA-Konzentration) auf das Pegcetacoplan-

Peptid oder PEG. Während der 26‑wöchigen placebokontrollierten Phase der Studie APL2‑C3G‑310gab es keine nachweisbaren Auswirkungen von ADA auf die Sicherheit der Behandlung mit

Pegcetacoplan.

Kinder und Jugendliche

Die Europäische Arzneimittel-Agentur hat für ASPAVELI eine Zurückstellung von der Verpflichtungzur Vorlage von Ergebnissen zu Studien in einer oder mehreren pädiatrischen Altersklassen bei PNHund C3G bzw. primärer IC-MPGN gewährt (siehe Abschnitt 4.2 bzgl. Informationen zur Anwendungbei Kindern und Jugendlichen).

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption

Pegcetacoplan wird durch subkutane Infusion verabreicht und langsam in den systemischen Kreislaufresorbiert; bei gesunden Freiwilligen liegt die mediane Zeit zum Erreichen der maximalen

Konzentration (tmax) nach einer einzelnen subkutanen Dosis zwischen 108 und 144 Stunden (4,5 bis6,0 Tage).

Die therapeutische Steady-State-Serumkonzentrationen nach zweimal wöchentlicher Gabe von1 080 mg an Patienten mit PNH wurde etwa 4 bis 6 Wochen nach der ersten Dosis erreicht. Bei

Patienten, die mit einem Komplementinhibitor vorbehandelt waren (Studie APL2-302), lag dasgeometrische Mittel (%VK) der Steady-State-Serumkonzentrationen bei Patienten, die 16 Wochenbehandelt wurden, im Bereich von 655 (18,6 %) bis 706 (15,1 %) µg/ml. Die

Steady-State-Konzentration bei den Patienten (n = 22), die Pegcetacoplan bis zur Woche 48 weitererhielten, betrug 623 µg/ml (39,7 %), was auf nachhaltige therapeutische Konzentrationen von

Pegcetacoplan bis zur Woche 48 hinweist. Bei Patienten, die zuvor keinen Komplementinhibitorerhielten (Studie APL2-308), betrug in Woche 26 das geometrische Mittel (%VK) der Steady-State-

Serumkonzentration 744 µg/ml (25,5 %) bei zweimal wöchentlicher Gabe. Die Bioverfügbarkeit einersubkutanen Dosis von Pegcetacoplan wird auf der Basis von PK-Populationsanalysen auf76 %geschätzt.

Bei Patienten mit C3G oder primärer IC-MPGN wurden nach zweimal wöchentlicher Gabe von1 080 mg etwa 4 bis 8 Wochen nach der ersten Dosisgabe Steady-State-Serumkonzentrationenerreicht; die therapeutischen Konzentrationen von Pegcetacoplan wurden bis Woche 52aufrechterhalten. In der Studie APL2-C3G-310 lagen die mittleren Steady-State-

Serumkonzentrationen (%VK) bis Woche 26 zwischen 715,8 (31,2 %) und 765,7 (23,2 %) μg/ml undblieben bis Woche 52 zwischen 670,1 (30,1 %) und 726,6 (30,5 %) μg/ml.

Verteilung

Das mittlere (%VK) Verteilungsvolumen von Pegcetacoplan beträgt bei Patienten mit PNH auf der

Basis von populationspharmakokinetischen Analysen etwa 3,98 l (32 %).

Das mittlere (%VK) zentrale Verteilungsvolumen von Pegcetacoplan beträgt bei erwachsenen

Patienten mit C3G oder primärer IC-MPGN etwa 4,31 l (32,1 %).

Metabolismus/Elimination

Aufgrund seiner PEGylierten Peptidstruktur ist eine Verstoffwechslung von Pegcetacoplan überkatabole Wege in kleine Peptide, Aminosäuren und PEG zu erwarten. Die Ergebnisse einer Studie mitradioaktiv markierter Substanz an Cynomolgus-Affen deuten darauf hin, dass der Hauptweg der

Elimination des markierten Peptidanteils die Ausscheidung über den Urin ist. Die Elimination von

PEG wurde zwar nicht untersucht, aber es ist bekannt, dass PEG einer renalen Ausscheidungunterliegt.

Pegcetacoplan zeigte keine Hemmung oder Induktion der geprüften CYP-Enzym-Isoformen, wie die

Ergebnisse von In-vitro-Studien belegten. Pegcetacoplan war weder ein Substrat noch ein Inhibitor dermenschlichen Aufnahme- oder Efflux-Transporter.

Nach mehrfacher subkutaner Gabe von Pegcetacoplan an Patienten mit PNH beträgt die mittlere(%VK) Clearance 0,015 l/Std. (30 %), und die mediane effektive Eliminationshalbwertszeit (t1/2)beträgt 8,6 Tage gemäß Schätzungen mittels populationspharmakokinetischer Analyse.

Die geschätzte mittlere Clearance (%VK) beträgt 0,012 l/h (43 %) bei erwachsenen Patienten mit C3Goder primärer IC-MPGN. Die mediane t1/2 beträgt 10,1 Tage bei erwachsenen Patienten mit C3G oderprimärer IC-MPGN.

Linearität/Nicht-Linearität

Die Exposition gegenüber Pegcetacoplan steigt dosisproportional von 45 bis 1 440 mg.

Besondere Patientengruppen

Basierend auf den Ergebnissen der populationspharmakokinetischen Analyse wurden keine

Auswirkungen des Alters (12-81 Jahre), der ethnischen Zugehörigkeit oder des Geschlechts auf die

Pharmakokinetik von Pegcetacoplan bei Patienten mit PNH, C3G oder primärer IC-MPGNfestgestellt.

Im Vergleich zu einem 70 kg schweren Referenzpatienten wird die mittlere Steady-State-

Konzentration bei Patienten mit einem Körpergewicht von 50 kg um etwa 20 % höher vorhergesagt.

Bei PNH-Patienten mit einem Körpergewicht von 40 kg wird von einer um 45 % höheren mittleren

Konzentration ausgegangen. Es liegen nur wenige Daten zum Sicherheitsprofil von Pegcetacoplan bei

PNH-Patienten mit einem Körpergewicht unter 50 kg vor.

Ältere Patienten

Obwohl in Studien keine altersbedingten Unterschiede erkennbar waren, reicht die Anzahl an

Patienten im Alter ab 65 Jahren nicht aus, um festzustellen, ob sie anders als jüngere Patientenreagieren. Siehe Abschnitt 4.2.

Kinder und Jugendliche

Auf der Basis von PK-Populationsanalysen hat das Körpergewicht bei Jugendlichen (12-17 Jahre)

Einfluss auf die Clearance und das Verteilungsvolumen. Das Dosierungsschema für Jugendliche mit

C3G oder primärer IC-MPGN richtet sich nach dem Körpergewicht des Patienten (siehe

Abschnitt 4.2). Die im Modell vorhergesehene Exposition für Jugendliche mit C3G oder primärer

IC-MPGN entspricht der Referenzexposition bei Erwachsenen.

Nierenfunktionsstörung

In einer Studie an 8 Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung, definiert als Kreatinin-Clearance(CrCl) unter 30 ml/min nach der Cockcroft-Gault-Formel (4 Patienten hatten Werte von unter20 ml/min), hatte eine Nierenfunktionsstörung keine Auswirkung auf die Pharmakokinetik von270 mg Pegcetacoplan in Form einer Einzeldosis. Es liegen nur wenige Daten zu Patienten mit PNHund Nierenfunktionsstörung vor, die zweimal wöchentlich die klinische Dosis von 1 080 mg erhielten.

Auf der Basis von PK-Populationsanalysen hat die eGFR keinen klinisch bedeutsamen Einfluss aufdie Exposition gegenüber Pegcetacoplan in einer gepoolten Analysepopulation. Es liegen keineklinischen Daten über die Anwendung von Pegcetacoplan bei Patienten mit dialysepflichtigerterminaler Niereninsuffizienz vor. Siehe Abschnitt 4.2.

5.3 Präklinische Sicherheitsdaten

Toxikologische In-vitro- und In-vivo-Daten lassen keine Toxizität von besonderer Bedenklichkeit fürden Menschen erkennen. Effekte, die bei Tieren nach Exposition im humantherapeutischen Bereichbeobachtet wurden, werden im Folgenden beschrieben. Diese Effekte wurden in klinischen Studiennicht beobachtet.

Reproduktion bei Tieren

Die Behandlung von trächtigen Cynomolgus-Affen mit Pegcetacoplan in einer subkutanen Dosis von28 mg/kg/Tag (das 2,9-Fache der Steady-State-Cmax beim Menschen) während der Trächtigkeitsdauerbis zur Entbindung führte zu einer statistisch signifikanten Zunahme von Aborten oder Totgeburten.

Bei termingerecht geborenen Nachkommen wurden keine maternaltoxischen oder teratogenen

Wirkungen beobachtet. Außerdem wurden bei Säuglingen bis zu 6 Monate postpartal keineentwicklungstoxischen Wirkungen beobachtet. Eine systemische Exposition gegenüber Pegcetacoplanwurde bei Feten von Affen festgestellt, die ab der Phase der Organogenese bis zum zweiten Trimenonmit 28 mg/kg/Tag behandelt wurden, wobei die Exposition jedoch minimal war (weniger als 1 %,pharmakologisch unbedeutend).

Karzinogenese

Es wurden keine Langzeitkarzinogenitätsstudien bei Tieren mit Pegcetacoplan durchgeführt.

Genotoxizität

Pegcetacoplan war in bakteriellen In-vitro-Rückmutationstests (Ames-Tests) nicht mutagen und ineinem In-vitro-Test an humanen TK6-Zellen sowie in einem In-vivo-Mikronukleus-Test an Mäusennicht genotoxisch.

Toxikologie bei Tieren

Es wurden Studien mit wiederholter Gabe bei Kaninchen und Cynomolgus-Affen mit täglichensubkutanen Dosen von Pegcetacoplan vom bis zu 7-Fachen der Humandosis (1 080 mg zweimalwöchentlich) durchgeführt. Die histologischen Befunde bei beiden Tierarten waren dosisabhängigeepitheliale Vakuolisierungen und Infiltrate von vakuolisierten Makrophagen in zahlreichen Geweben.

Diese Befunde waren auch mit großen kumulativen Dosen von langkettigem PEG bei anderenzugelassenen PEGylierten Arzneimitteln assoziiert, hatten keine klinischen Folgen und wurden alsnicht schädlich angesehen. In den tierexperimentellen Studien mit Pegcetacoplan konnte innerhalbeines Monats keine Rückbildung gezeigt werden und wurde nicht über einen längeren Zeitraumuntersucht. Literaturdaten deuten auf eine Rückbildung von PEG-Vakuolen hin.

Eine Degeneration von Nierentubuli wurde mikroskopisch in beiden Spezies bei Expositionen (Cmaxund AUC) beobachtet, die geringer als oder vergleichbar mit den Expositionen unter der Humandosiswaren. Diese Degeneration war minimal und im Verlauf der 4-wöchigen bis 9-monatigen täglichen

Verabreichung von Pegcetacoplan nicht progredient. Obwohl keine manifesten Zeichen einer

Nierenfunktionsstörung bei Tieren beobachtet wurden, sind die klinische Bedeutung und diefunktionellen Konsequenzen dieser Befunde nicht bekannt.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Sorbitol (E 420)

Essigsäure (99%)

Natriumacetat-Trihydrat

Natriumhydroxid (zur pH-Einstellung)

Wasser für Injektionszwecke

6.2 Inkompatibilitäten

Da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, darf dieses Arzneimittel nicht mit anderen

Arzneimitteln gemischt werden.

6.3 Haltbarkeit

30 Monate.

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Im Kühlschrank lagern (2 °C - 8 °C).

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

Eine Durchstechflasche aus Typ-I-Glas mit einem Stopfen (Chlorbutyl oder Brombutyl) und

Versiegelung (Aluminium) mit Flip-off-Kappe (Polypropylen), die 54 mg/ml sterile Lösung enthält.

Jede Einzelpackung enthält 1 Durchstechflasche.

Es gibt Mehrfachpackungen mit 8 Durchstechflaschen (8 Packungen zu je 1 Durchstechflasche).

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung

Handhabung

ASPAVELI ist eine gebrauchsfertige Lösung in Durchstechflaschen zur einmaligen Verwendung. Dadie Lösung kein Konservierungsmittel enthält, muss dieses Arzneimittel unmittelbar nach Vorbereitender Spritze infundiert werden.

ASPAVELI ist eine klare, farblose bis leicht gelbliche wässrige Lösung. Das Arzneimittel darf nichtverwendet werden, wenn die Flüssigkeit trübe aussieht, Schwebstoffe enthält oder dunkelgelb ist.

Vor Gebrauch immer etwa 30 Minuten warten, bis die Durchstechflasche Raumtemperatur erreichthat.

Die Schutzkappe von der Durchstechflasche abnehmen, damit der mittlere Teil des grauen

Gummistopfens der Durchstechflasche sichtbar ist. Den Stopfen mit einem neuen Alkoholtupferreinigen und trocknen lassen. Das Arzneimittel nicht verwenden, wenn die Schutzkappe fehlt oderbeschädigt ist.

Vorbereitung der Spritze:

Option 1: Bei Verwendung eines nadellosen Überleitungssystems (z. B. eines

Durchstechflaschenadapters) die Anleitung des Herstellers des Überleitungssystems befolgen.

Option 2: Wenn der Transfer mittels einer Überleitungsnadel und einer Spritze erfolgt, dienachfolgende Anleitung befolgen:

* Eine sterile Überleitungsnadel an eine sterile Spritze anbringen.

* Den Spritzenkolben zurückziehen, um die Spritze mit Luft zu füllen, und zwar mit etwa 20 ml.

* Darauf achten, dass die Durchstechflasche aufrecht steht. Die Durchstechflasche nicht auf den

Kopf drehen.

* Die luftgefüllte Spritze mit angebrachter Überleitungsnadel durch die Mitte des Stopfens der

Durchstechflasche stechen.

* Die Spitze der Überleitungsnadel darf nicht in die Lösung tauchen, damit keine Luftblasenentstehen.

* Den Kolben der Spritze vorsichtig hineindrücken. Dadurch wird die Luft aus der Spritze in die

Durchstechflasche injiziert.

* Die Durchstechflasche umdrehen.

* Die Spitze der Überleitungsnadel ist jetzt in die Lösung eingetaucht; langsam den Kolbenherausziehen, um die Spritze mit der verschriebenen ASPAVELI-Dosis zu füllen.

* Die gefüllte Spritze mit der Überleitungsnadel aus der Durchstechflasche ziehen.

* Die Überleitungsnadel nicht wieder mit der Schutzkappe verschließen. Die Nadel von der

Spritze abschrauben und in einem punktionssicheren Abwurfbehälter entsorgen.

Anwendung:

ASPAVELI darf nur durch subkutane Infusion mithilfe einer Spritzeninfusionspumpe oder eines On-

Body-Delivery-Systems verabreicht werden:

* Die Infusionspumpe mit den Schläuchen gemäß der Anleitung des Herstellers vorbereiten. Bei

Verwendung einer Infusionspumpe zählen Abdomen, Oberschenkel, Hüfte oder Oberarme zuden Hautbereichen für die Infusion. Die Infusionsstellen von Infusion zu Infusion regelmäßigwechseln. Wenn an zwei Stellen gleichzeitig infundiert wird, müssen die Infusionsstellenmindestens 7,5 cm voneinander entfernt sein. Die Infusionsdauer beträgt etwa 30 Minuten (bei

Infusion an zwei Stellen) bzw. etwa 60 Minuten (bei einer Infusionsstelle).

* Das On-Body-Delivery-System gemäß der Anleitung des Herstellers vorbereiten. Bei

Verwendung des On-Body-Delivery-Systems ist ASPAVELI in das Abdomen zu verabreichen.

Die Infusionsstelle von Infusion zu Infusion regelmäßig wechseln. Die patientenindividuelle

Infusionsdauer beträgt typischerweise 30 bis 60 Minuten.

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.

7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS

Swedish Orphan Biovitrum AB (publ)

SE-112 76 Stockholm

Schweden

8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)

EU/1/21/1595/001

EU/1/21/1595/002

9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG

ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 13. Dezember 2021

10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs

Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen

Arzneimittel-Agentur https://www.ema.europa.eu verfügbar.