Angewendet bei: komplementvermittelte Erkrankungen
Art der Anwendung: Infusion
Substanz: pegcetacoplan (Komplementhemmer)
ATC: L04AJ03 (ANTINEOPLASTISCHE UND IMMUNMODULIERENDE MITTEL | IMMUNSUPPRESSIVA | Komplementinhibitoren)
Pegcetacoplan ist ein Medikament, das zur Behandlung der paroxysmalen nächtlichen Hämoglobinurie (PNH) eingesetzt wird, einer seltenen Bluterkrankung, die durch die Zerstörung roter Blutkörperchen gekennzeichnet ist. Es ist ein C3-Komplement-Inhibitor, der hilft, die Zerstörung roter Blutkörperchen zu verhindern und die Krankheitssymptome zu reduzieren.
Das Medikament wird als subkutane Injektion gemäß den Anweisungen Ihres Arztes verabreicht. Es ist wichtig, den Verabreichungsplan einzuhalten und auf mögliche Nebenwirkungen zu achten.
Nebenwirkungen können Reaktionen an der Injektionsstelle, Infektionen, Müdigkeit oder Kopfschmerzen umfassen. In seltenen Fällen können schwere Reaktionen wie schwere Infektionen durch bekapselte Bakterien auftreten.
Patienten sollten ihren Arzt über alle anderen verwendeten Medikamente oder bestehende Erkrankungen informieren, um die sichere Anwendung von Pegcetacoplan zu gewährleisten.
NGP 6.27 (C2) - Seltene Krankheiten - Medikamente eingeschlossen, die bedingt in der Krankenhausbehandlung verwendet werden
Preis
Zuzahlung
Patient
15862.38 RON
15862.38 RON
0.00 RON
ASPAVELI 1 080 mg Infusionslösung
Jede 20-ml-Durchstechflasche enthält 1 080 mg Pegcetacoplan.
Jeder ml enthält 54 mg Pegcetacoplan.
Sonstige Bestandteile mit bekannter WirkungJeder ml enthält 41 mg Sorbitol.
Jede Durchstechflasche enthält 820 mg Sorbitol.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
Infusionslösung.
Klare, farblose bis leicht gelbliche wässrige Lösung mit pH 5,0.
ASPAVELI wird angewendet als Monotherapie für die Behandlung von erwachsenen Patienten mitparoxysmaler nächtlicher Hämoglobinurie (PNH), die eine hämolytische Anämie haben.
ASPAVELI wird angewendet zur Behandlung von erwachsenen und jugendlichen Patienten im Altervon 12 bis 17 Jahren mit C3-Glomerulopathie (C3G) oder primärer immunkomplexvermitteltermembranoproliferativer Glomerulonephritis (IC-MPGN) in Kombination mit einem Renin-
Angiotensin-System (RAS)-Hemmer, es sei denn, die Behandlung mit einem RAS-Hemmer wird nichtvertragen oder ist kontraindiziert.
Die Therapie muss unter der Aufsicht eines Arztes, der Erfahrung in der Behandlung von Patientenmit hämatologischen oder renalen Erkrankungen besitzt, eingeleitet werden. Eine Selbstverabreichungund häusliche Infusion sollten bei Patienten erwogen werden, die die Therapie in erfahrenen
Behandlungszentren gut vertragen haben. Die Entscheidung über die Möglichkeit einer
Selbstverabreichung und häuslicher Infusionen ist nach Beurteilung und Empfehlung desbehandelnden Arztes zu treffen.
DosierungPegcetacoplan kann von medizinischem Fachpersonal gegeben oder vom Patienten oder von einer
Betreuungsperson nach entsprechender Unterweisung verabreicht werden.
PNH
Erwachsene Patienten mit PNH
Pegcetacoplan wird zweimal wöchentlich als subkutane Infusion von 1 080 mg mit einerhandelsüblichen Spritzeninfusionspumpe oder einem Verabreichungssystem zur Anwendung am
Körper (On-Body-Delivery-System), die bzw. das Dosen von bis zu 20 ml abgeben kann, verabreicht.
Die zweimal wöchentliche Dosis muss an Tag 1 und Tag 4 jeder Behandlungswoche verabreichtwerden.
PNH ist eine chronische Erkrankung, und es wird empfohlen, die Behandlung mit ASPAVELIlebenslang fortzusetzen, es sei denn, ein Absetzen dieses Arzneimittels ist klinisch angezeigt (siehe
Abschnitt 4.4).
Patienten mit PNH, die von einem C5-Inhibitor auf ASPAVELI umgestellt werden
In den ersten 4 Wochen wird Pegcetacoplan als zweimal wöchentliche subkutane Dosen von 1 080 mgzusätzlich zur aktuellen Dosis des C5-Inhibitors des Patienten verabreicht, um das Risiko für eine
Hämolyse bei abruptem Absetzen der Behandlung zu minimieren. Nach 4 Wochen muss der Patientden C5-Inhibitor absetzen und anschließend die Behandlung als Monotherapie mit ASPAVELIfortsetzen.
Die Umstellung von anderen Komplementinhibitoren als Eculizumab wurde nicht untersucht. Das
Absetzen anderer Komplementinhibitoren vor Erreichen des Steady-State von Pegcetacoplan sollte mit
Vorsicht erfolgen (siehe Abschnitt 5.2).
Dosisanpassung bei PNH
Das Dosierungsschema kann auf 1 080 mg alle drei Tage geändert werden (z. B. Tag 1, Tag 4, Tag 7,
Tag 10, Tag 13 usw.), wenn ein Patient einen Laktatdehydrogenase (LDH)-Spiegel von mehr als dem2-Fachen der oberen Normgrenze (ULN, upper limit of normal) hat. Im Falle einer Dosiserhöhungsollte der LDH-Spiegel über mindestens 4 Wochen zweimal wöchentlich kontrolliert werden (siehe
Abschnitt 4.4).
C3G und primäre IC-MPGN
Pegcetacoplan wird zweimal wöchentlich als subkutane Infusion mit einer handelsüblichen
Spritzeninfusionspumpe oder einem Verabreichungssystem zur Anwendung am Körper (On-Body-
Delivery-System), die bzw. das Dosen von bis zu 20 ml abgeben kann, verabreicht. Die zweimalwöchentliche Dosis sollte an Tag 1 und Tag 4 jeder Behandlungswoche verabreicht werden.
Bei C3G und der primären IC-MPGN handelt es sich um chronische Erkrankungen. Ein Absetzendieses Arzneimittels wird nicht empfohlen, es sei denn, dies ist klinisch angezeigt.
Erwachsene Patienten mit C3G oder primärer IC-MPGN
Pegcetacoplan wird zweimal wöchentlich als subkutane Infusion von 1 080 mg verabreicht.
Jugendliche Patienten mit C3G oder primärer IC-MPGN
Bei jugendlichen Patienten richtet sich das Dosierungsschema nach dem Körpergewicht des Patientenund umfasst Folgendes:
Körpergewicht Erste Dosis Zweite Dosis Erhaltungsdosis(Infusionsvolumen) (Infusionsvolumen) (Infusionsvolumen)≥ 50 kg 1 080 mg zweimal wöchentlich (20 ml)35 bis < 50 kg 648 mg (12 ml) 810 mg (15 ml) 810 mg zweimal wöchentlich (15 ml)30 bis < 35 kg 540 mg (10 ml) 540 mg (10 ml) 648 mg zweimal wöchentlich (12 ml)
Versäumte DosisWenn eine Dosis von Pegcetacoplan zur Behandlung von PNH, C3G oder primärer IC-MPGNversäumt wird, sollte sie so bald wie möglich nachgeholt werden. Anschließend sollte das normale
Behandlungsintervall wieder eingehalten werden, auch wenn dies zu einem Abstand von weniger als3 Tagen zwischen der Ersatzdosis und der darauffolgenden Dosis führt.
Patienten mit rezidivierender C3G oder primärer IC-MPGN nach Transplantation
Die Diagnose einer rezidivierenden C3G oder einer primären IC-MPGN nach Transplantation sollteauf der Grundlage einer Nierentransplantatbiopsie gestellt werden. Das Rezidiv einer C3G oder einerprimären IC-MPGN kann bei einer routinemäßigen Biopsie nach Transplantation festgestellt werden;andernfalls sollte eine Biopsie durchgeführt werden, wenn klinische Anzeichen auf ein Rezidiv der
Erkrankung hindeuten. Wie in der Studie APL2-C3G-204 (siehe Abschnitt 5.1) kann die Behandlungmit Pegcetacoplan vor dem Auftreten klinischer Anzeichen wie einer Abnahme der geschätztenglomerulären Filtrationsrate (eGFR) oder einer Zunahme des Urin-Protein-Kreatinin-Verhältnisses(uPCR) begonnen werden. Es liegen nur begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung von
Pegcetacoplan bei Patienten mit rezidivierender C3G oder primärer IC-MPGN nach Transplantation inklinischen Studien vor (siehe Abschnitt 5.1).
Besondere PatientengruppenObwohl in klinischen Studien keine altersbedingten Unterschiede erkennbar waren, reicht die Anzahlder Patienten im Alter ab 65 Jahren nicht aus, um festzustellen, ob sie anders als jüngere Patientenreagieren. Es gibt keine Hinweise darauf, dass besondere Vorsichtsmaßnahmen bei der Behandlungvon älteren Menschen erforderlich sind.
NierenfunktionsstörungEine schwere Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance < 30 ml/min) hatte keine Auswirkung aufdie Pharmakokinetik (PK) von Pegcetacoplan; daher ist keine Dosisanpassung von Pegcetacoplan bei
Patienten mit Nierenfunktionsstörung erforderlich. Es liegen keine Daten über die Anwendung von
Pegcetacoplan bei Patienten mit dialysepflichtiger terminaler Niereninsuffizienz vor (siehe
Abschnitt 5.2).
LeberfunktionsstörungDie Sicherheit und Wirksamkeit von Pegcetacoplan bei Patienten mit Leberfunktionsstörung wurdenicht untersucht; es wird jedoch keine Dosisanpassung empfohlen, da nicht davon ausgegangen wird,dass eine Leberfunktionsstörung die Clearance von Pegcetacoplan beeinflusst.
Kinder und JugendlicheDie Sicherheit und Wirksamkeit von ASPAVELI bei Kindern mit PNH im Alter von 0 bis < 18 Jahrenist bisher noch nicht erwiesen. Es liegen keine Daten vor.
Die Sicherheit und Wirksamkeit von ASPAVELI bei Kindern mit C3G oder primärer IC-MPGN im
Alter von unter 12 Jahren ist nicht erwiesen. Es liegen keine Daten vor.
Dieses Arzneimittel darf bei Kindern im Alter von < 12 Jahren nicht angewendet werden, da keinepräklinischen Sicherheitsdaten für diese Altersgruppe vorliegen.
Art der AnwendungASPAVELI darf nur durch subkutane Infusion mithilfe einer handelsüblichen Spritzeninfusionspumpeoder eines On-Body-Delivery-Systems verabreicht werden.
Dieses Arzneimittel kann von den Patienten selbst verabreicht werden. Vor Beginn einer
Selbstverabreichung muss der Patient von qualifiziertem medizinischem Fachpersonal in Bezug aufdie Infusionstechnik, die Verwendung einer Spritzeninfusionspumpe oder eines On-Body-Delivery-
Systems, das Führen eines Therapieprotokolls, die Erkennung möglicher Nebenwirkungen und die
Maßnahmen, die im Falle von Nebenwirkungen zu ergreifen sind, unterwiesen werden.
* Bei Verwendung einer Spritzeninfusionspumpe ist ASPAVELI durch eine subkutane Infusion indas Abdomen, die Oberschenkel, die Hüfte oder die Oberarme zu verabreichen. Die
Infusionsstellen sollten regelmäßig gewechselt werden und mindestens 7,5 cm voneinanderentfernt sein. Die Infusionsdauer beträgt etwa 30 Minuten (bei Infusion an zwei Stellen) bzw.etwa 60 Minuten (bei einer Infusionsstelle).
* Bei Verwendung eines On-Body-Delivery-Systems ist ASPAVELI in das Abdomen zuverabreichen. Die Infusionsstelle sollte gemäß der Anleitung des Herstellers regelmäßiggewechselt werden. Die patientenindividuelle Infusionsdauer beträgt typischerweise 30 bis60 Minuten.
Die Infusion in Areale, in denen die Haut empfindlich, verletzt, gerötet oder verhärtet ist, mussvermieden werden. Die Infusion an Stellen mit Tattoos, Narben oder Dehnungsstreifen mussvermieden werden. Die Infusion muss sofort nach Aufziehen dieses Arzneimittels in die Spritzebegonnen werden. Die Verabreichung muss innerhalb von 2 Stunden nach Vorbereitung der Spritzeerfolgen. Hinweise zur Zubereitung und Infusion des Arzneimittels, siehe Abschnitt 6.6.
Überempfindlichkeit gegen Pegcetacoplan oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.
Eine Therapie mit Pegcetacoplan darf nicht eingeleitet werden bei Patienten:
* mit nicht ausgeheilter Infektion mit bekapselten Bakterien wie Neisseria meningitidis,
Streptococcus pneumoniae und Haemophilus influenzae (siehe Abschnitt 4.4).
* ohne aktuellen Impfschutz gegen Neisseria meningitidis, Streptococcus pneumoniae und
Haemophilus influenzae, es sei denn, sie erhalten eine geeignete Antibiotikaprophylaxe bis zwei
Wochen nach der Impfung (siehe Abschnitt 4.4).
Schwere Infektionen mit bekapselten Bakterien
Die Anwendung von Pegcetacoplan kann Patienten für schwerwiegende Infektionen mit bekapselten
Bakterien wie Neisseria meningitidis, Streptococcus pneumoniae und Haemophilus influenzaeprädisponieren. Zur Verringerung dieses Infektionsrisikos müssen alle Patienten mindestens zwei
Wochen vor Beginn der Behandlung mit Pegcetacoplan gemäß den geltenden nationalen Richtliniengegen diese Bakterien geimpft werden, es sei denn, das Risiko durch das Aufschieben der Therapieüberwiegt gegenüber dem Risiko für die Entwicklung einer Infektion.
Patienten mit bekannter Impfanamnese
Vor der Behandlung mit Pegcetacoplan ist bei Patienten mit bekannter Impfanamnese sicherzustellen,dass die Patienten Impfstoffe gegen bekapselte Bakterien, darunter Streptococcus pneumoniae,
Neisseria meningitidis Serotypen A, C, W, Y und B sowie Haemophilus influenzae Typ B in denletzten 2 Jahren vor Beginn der Therapie mit Pegcetacoplan erhalten haben.
Patienten ohne bekannte Impfanamnese
Bei Patienten ohne bekannte Impfanamnese müssen die erforderlichen Impfungen mindestens zwei
Wochen vor Erhalt der ersten Dosis von Pegcetacoplan verabreicht werden. Falls eine sofortige
Therapie angezeigt ist, müssen die erforderlichen Impfstoffe so bald wie möglich verabreicht werden,und der Patient muss bis zwei Wochen nach der Impfung mit geeigneten Antibiotika behandeltwerden.
Überwachung der Patienten auf schwerwiegende Infektionen
Eine Impfung ist unter Umständen nicht ausreichend, um eine schwerwiegende Infektion zuverhindern. Die offiziellen Richtlinien zur angemessenen Anwendung von Antibiotika sind zubeachten. Alle Patienten sind auf Frühzeichen von Infektionen mit bekapselten Bakterien wie
Neisseria meningitidis, Streptococcus pneumoniae und Haemophilus influenzae zu überwachen, bei
Infektionsverdacht sofort zu untersuchen und bei Bedarf mit geeigneten Antibiotika zu behandeln. Die
Patienten müssen über diese Anzeichen und Symptome informiert und angewiesen werden, sichgegebenenfalls unverzüglich in ärztliche Behandlung zu begeben. Ärzte müssen den Nutzen und die
Risiken von Pegcetacoplan mit den Patienten besprechen.
ÜberempfindlichkeitEs sind Überempfindlichkeitsreaktionen berichtet worden. Falls eine schwere
Überempfindlichkeitsreaktion (einschließlich Anaphylaxie) auftritt, muss die Infusion von
Pegcetacoplan unverzüglich abgebrochen und eine entsprechende Behandlung eingeleitet werden.
Reaktionen an der InjektionsstelleBei subkutaner Anwendung von Pegcetacoplan sind Reaktionen an der Injektionsstelle berichtetworden (siehe Abschnitt 4.8). Die Patienten sollten angemessen in der richtigen Injektionstechnikunterwiesen werden.
Labordiagnostische Überwachung von PNH
Patienten mit PNH, die Pegcetacoplan erhalten, sollten regelmäßig auf Anzeichen und Symptomeeiner Hämolyse überwacht werden, u. a. durch Messung des LDH-Spiegels, und gegebenenfalls kanneine Dosisanpassung innerhalb des empfohlenen Dosierungsschemas erforderlich sein (siehe
Abschnitt 4.2).
Auswirkungen auf Labortests
Es können Interferenzen zwischen Silica-Reagenzien in Gerinnungsprofilen und Pegcetacoplanauftreten, die zu künstlich verlängerter aktivierter partieller Thromboplastinzeit (aPTT) führen; daherist die Verwendung von Silica-Reagenzien in Gerinnungstests zu vermeiden.
Abbruch der PNH-Therapie
Wenn Patienten mit PNH die Behandlung mit Pegcetacoplan abbrechen, müssen sie engmaschig auf
Anzeichen und Symptome einer schwerwiegenden intravasalen Hämolyse überwacht werden. Eineschwerwiegende intravasale Hämolyse ist an erhöhten LDH-Spiegeln in Verbindung mit plötzlicher
Abnahme der PNH-Klongröße oder des Hämoglobins (Hb) oder Wiederauftreten von Symptomen wie
Ermüdung, Hämoglobinurie, Abdominalschmerzen, Dyspnoe, ein schwerwiegendes unerwünschtesvaskuläres Ereignis (einschließlich Thrombose), Dysphagie oder Erektionsstörung erkennbar. Wennein Absetzen dieses Arzneimittels erforderlich ist, sollte eine alternative Therapie in Betracht gezogenwerden. Falls nach dem Absetzen eine schwerwiegende Hämolyse auftritt, sind folgende
Verfahren/Therapien in Erwägung zu ziehen: Bluttransfusion (Erythrozytenkonzentrat),
Austauschtransfusion, Antikoagulation oder Kortikosteroide. Patienten sind nach der letzten Dosisüber mindestens acht Wochen, was mehr als 5 Halbwertszeiten dieses Arzneimittels entspricht undgenug Zeit zur Elimination des Arzneimittels bietet (siehe Abschnitt 5.2), engmaschig auf eineschwerwiegende Hämolyse und andere Reaktionen zu überwachen. Außerdem ist ein langsames
Ausschleichen in Betracht zu ziehen.
Verhütung bei Frauen im gebärfähigen Alter
Es wird empfohlen, dass Frauen im gebärfähigen Alter zuverlässige Verhütungsmethoden anwenden,um eine Schwangerschaft während der Behandlung mit Pegcetacoplan und eines Zeitraums vonmindestens acht Wochen nach der letzten Dosis von Pegcetacoplan zu vermeiden (siehe
Abschnitt 4.6).
Akkumulierung von Polyethylenglykol (PEG)
ASPAVELI ist ein PEGyliertes Arzneimittel. Die potenziellen Langzeitwirkungen der PEG-
Akkumulation in den Nieren, im Plexus choroideus des Gehirns und in anderen Organen sind nichtbekannt (siehe Abschnitt 5.3). Regelmäßige Laboruntersuchungen der Nierenfunktion werdenempfohlen.
Schulungsmaterial
Alle Ärzte, die beabsichtigen, ASPAVELI zu verschreiben, müssen sicherstellen, dass sie das
Schulungsmaterial für Ärzte erhalten haben und mit ihm vertraut sind. Die Ärzte müssen den Nutzenund die Risiken von ASPAVELI mit den Patienten besprechen und ihnen das Informationspaket für
Patienten sowie den Patientenausweis aushändigen. Die Patienten sind anzuweisen, sich umgehend inärztliche Behandlung zu begeben, wenn Anzeichen oder Symptome einer schweren Infektion oder
Überempfindlichkeitsreaktion während der Therapie mit ASPAVELI bei ihnen auftreten, insbesonderewenn diese auf eine Infektion mit bekapselten Bakterien hindeuten.
Sonstige Bestandteile mit bekannter WirkungSorbitolgehalt
ASPAVELI 1 080 mg enthält 820 mg Sorbitol pro Durchstechflasche.
Patienten mit hereditärer Fructoseintoleranz (HFI) dürfen dieses Arzneimittel nicht erhalten/sich selbstverabreichen.
NatriumgehaltDieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Dosis, d. h., es ist nahezu'natriumfrei“.
Es wurden keine Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen durchgeführt. Basierend auf
In-vitro-Daten hat Pegcetacoplan ein geringes Potenzial für klinisch relevante
Arzneimittelwechselwirkungen.Es wird empfohlen, dass Frauen im gebärfähigen Alter zuverlässige Verhütungsmethoden anwenden,um eine Schwangerschaft während der Behandlung mit Pegcetacoplan und eines Zeitraums vonmindestens acht Wochen nach der letzten Dosis von Pegcetacoplan zu vermeiden. Bei Frauen, die eine
Schwangerschaft planen, kann die Anwendung von Pegcetacoplan nach Abklärung der Risiken unddes Nutzens in Betracht gezogen werden (siehe Schwangerschaft).
SchwangerschaftBisher liegen begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung von Pegcetacoplan bei Schwangeren vor.
Tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt (siehe Abschnitt 5.3).
Die Anwendung von Pegcetacoplan während der Schwangerschaft und bei Frauen im gebärfähigen
Alter, die nicht verhüten, wird nicht empfohlen.
StillzeitEs ist nicht bekannt, ob Pegcetacoplan in die Muttermilch übergeht. Ob die Möglichkeit besteht, dassgestillte Kinder den Wirkstoff aufnehmen und zu Schaden kommen, ist nicht bekannt. Tierdatendeuten auf eine geringfügige Ausscheidung (weniger als 1 %, pharmakologisch unbedeutend) von
Pegcetacoplan in die Muttermilch bei Affen hin (siehe Abschnitt 5.3). Es ist unwahrscheinlich, dass esbei einem gestillten Kind zu einer klinisch relevanten Exposition kommt.
Es wird empfohlen, das Stillen während der Behandlung mit Pegcetacoplan einzustellen.
FertilitätEs liegen keine Tier- oder Humandaten zur Wirkung von Pegcetacoplan auf die Fertilität vor. In
Toxizitätsstudien wurden keine mikroskopischen Anomalien in männlichen oder weiblichen
Fortpflanzungsorganen von Affen beobachtet (siehe Abschnitt 5.3).
ASPAVELI hat keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die
Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.
PNH
Die am häufigsten beobachteten Nebenwirkungen bei Patienten mit PNH, die mit Pegcetacoplanbehandelt wurden, waren Reaktionen an der Injektionsstelle: Erythem an der Injektionsstelle, Juckreizan der Injektionsstelle, Schwellung an der Injektionsstelle, Schmerz an der Injektionsstelle, Hämatoman der Injektionsstelle. Weitere Nebenwirkungen, die in klinischen Studien bei mehr als 10 % der
Patienten berichtet wurden, waren Infektion der oberen Atemwege, Diarrhoe, Hämolyse,
Abdominalschmerz, Kopfschmerzen, Ermüdung, Fieber, Husten, Harnwegsinfektion,
Impfkomplikation, Schmerz in einer Extremität, Schwindelgefühl, Arthralgie und Rückenschmerzen.
Die zumeist beobachteten schwerwiegenden Nebenwirkungen waren Hämolyse und Sepsis.
C3G und primäre IC-MPGN
Die am häufigsten beobachteten Nebenwirkungen bei Patienten mit C3G oder primärer IC-MPGN, diemit Pegcetacoplan behandelt wurden, waren Reaktionen an der Infusionsstelle und Infektionen deroberen Atemwege. Die zumeist beobachteten schwerwiegenden Nebenwirkungen waren akute
Nierenschädigung und Pneumonie.
Tabellarische Liste der NebenwirkungenIn Tabelle 1 sind die Nebenwirkungen aufgeführt, die in den klinischen Studien mit Pegcetacoplan bei
Patienten mit PNH, C3G und primärer IC-MPGN und nach der Markteinführung beobachtet wurden.
Die Nebenwirkungen sind nach MedDRA-Systemorganklasse und Häufigkeit aufgelistet, wobei diefolgende Konvention zugrunde gelegt wird: sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100, < 1/10),gelegentlich (≥ 1/1 000, < 1/100), selten (≥ 1/10 000, < 1/1 000), sehr selten (< 1/10 000) und nichtbekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar). Innerhalb jeder
Häufigkeitsgruppe sind die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad aufgeführt.
Tabelle 1: Nebenwirkungen, die in klinischen Studien1 und nach der Markteinführungbeobachtet wurden
MedDRA-Systemorganklasse Häufigkeit bei Häufigkeit bei C3G oder
Nebenwirkung PNH primärer IC-MPGN
Infektionen und parasitäre ErkrankungenInfluenza Sehr häufig
Infektion der oberen Atemwege2 Sehr häufig Sehr häufig
Harnwegsinfektion Sehr häufig Häufig
Sepsis Häufig3
Opportunistische Infektionen Häufig4
COVID-19, Gastrointestinalinfektion, Pilzinfektion, Häufig
Hautinfektion, orale Infektion
Ohrinfektion Häufig Häufig
Infektion, Atemwegsinfektion5, Virusinfektion, Häufigbakterielle Infektion, Vaginalinfektion,
Augeninfektion
Zervizitis, Infektion der Leiste Gelegentlich
MedDRA-Systemorganklasse Häufigkeit bei Häufigkeit bei C3G oder
Nebenwirkung PNH primärer IC-MPGN
Pneumonie Gelegentlich Häufig
Abszess der Nase, Tuberkulose, Candidose des Gelegentlich
Ösophagus, COVID-19-Lungenentzündung,
Analabszess
Erkrankungen des ImmunsystemsÜberempfindlichkeitsreaktion Sehr häufig6
Erkrankungen des Blutes und des LymphsystemsHämolyse Sehr häufig
Thrombozytopenie Häufig Häufig7
Neutropenie Häufig Häufig
Stoffwechsel- und ErnährungsstörungenHypokaliämie Häufig Häufig
Erkrankungen des NervensystemsKopfschmerzen Sehr häufig Sehr häufig
Schwindelgefühl Sehr häufig
GefäßerkrankungenHypertonie Häufig
Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und MediastinumsHusten Sehr häufig Häufig
Dyspnoe, Schmerzen im Oropharynx, Häufig
Nasenverstopfung
Epistaxis Häufig Häufig
Erkrankungen des GastrointestinaltraktsAbdominalschmerz Sehr häufig
Diarrhoe Sehr häufig Sehr häufig
Übelkeit Häufig Sehr häufig
Erkrankungen der Haut und des UnterhautgewebesErythem, Ausschlag, Urtikaria Häufig
Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und KnochenerkrankungenArthralgie, Rückenschmerzen Sehr häufig
Schmerz in einer Extremität Sehr häufig Häufig
Myalgie Häufig Häufig
Muskelkrämpfe Häufig
Erkrankungen der Nieren und HarnwegeAkute Nierenschädigung Häufig Sehr häufig
Chromaturie Häufig
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am VerabreichungsortPyrexie Sehr häufig Sehr häufig
Ermüdung Sehr häufig Häufig
Reaktion an der Infusionsstelle8 Sehr häufig Sehr häufig
Untersuchungen
Alanin-Aminotransferase erhöht, Bilirubin erhöht Häufig
Verletzung, Vergiftung und durch Eingriffe bedingte Komplikationen
Impfkomplikation Sehr häufig1Studien APL2-308, APL2-302, APL2-202, APL2-CP-PNH-204 und APL-CP0514 bei PNH-Patienten und
Studien APL2-C3G-310, APL2-C3G-314, APL2-201 und APL2-C3G-204 bei Patienten mit C3G und Patientenmit primärer IC-MPGN.
Sofern angemessen, sind medizinisch ähnliche Begriffe anhand eines ähnlichen medizinischen Konzeptsgruppiert.2Umfasst Nasopharyngitis, Infektion der oberen Atemwege, Pharyngitis, Rhinitis und Sinusitis.3Sepsis beinhaltet einen Fall eines septischen Schocks und einen Fall mit nicht bekapselten Neisseriameningitidis.4Herpes zoster (einschließlich Meningoenzephalitis durch Herpes zoster) und Infektion durch Pneumocystisjirovecii.
5Umfasst Infektion der Atemwege und virale Infektion der Atemwege.6Umfasst Ausschlag und Ekzem.7Umfasst verminderte Thrombozytenzahl.8Bevorzugte Bezeichnungen (PT) enthalten in Reaktionen an der Infusionsstelle (Erythem an der Infusionsstelle,
Juckreiz an der Infusionsstelle, Schwellung an der Infusionsstelle, Bluterguss an der Infusionsstelle, Schmerzenan der Infusionsstelle, Verhärtung an der Infusionsstelle).
Beschreibung ausgewählter NebenwirkungenIn PNH‑Studie APL2-302 wurde keine durch bekapselte Bakterien verursachte schwere Infektionberichtet. 48 Patienten wiesen in der Studie eine Infektion auf. Die häufigsten Infektionen bei mit
Pegcetacoplan behandelten Patienten während der PNH‑Studie APL2-302 waren Infektionen deroberen Atemwege (28 Fälle, 35 %). Die meisten Infektionen, die bei mit Pegcetacoplan behandelten
Patienten während der PNH‑Studie APL2-302 berichtet wurden, waren nicht schwerwiegend undüberwiegend von leichter Ausprägung. 10 Patienten wiesen als schwerwiegend berichtete Infektionenauf, darunter ein Patient, der aufgrund einer COVID-19-Erkrankung starb. Die häufigstenschwerwiegenden Infektionen waren Sepsis (3 Fälle) (die bei einem Patienten zum Absetzen von
Pegcetacoplan führte) und Gastroenteritis (3 Fälle), die in allen Fällen wieder abklangen.
In klinischen Studien zu C3G und primärer IC-MPGN wurden vier durch bekapselte Bakterienverursachte schwerwiegende Atemwegsinfektionen bei Patienten unter Behandlung mit Pegcetacoplanberichtet: eine Epiglottitis, eine Pneumokokken-Pneumonie und eine atypische Pneumonie, die zueiner Unterbrechung der Medikamentengabe führten, sowie eine Haemophilus-Pneumonie ohne
Dosisanpassung. Die Ereignisse klangen ab und heilten aus, mit Ausnahme der Haemophilus-
Pneumonie und der atypischen Pneumonie, die mit Folgeerscheinungen abklangen. Darüber hinauswurde eine schwerwiegende Harnwegsinfektion durch Escherichia berichtet, die ohne Dosisanpassungabklang und ausheilte.
Hämolyse19 Fälle von Hämolyse wurden bei mit Pegcetacoplan behandelten Patienten während der
PNH‑Studie APL2-302 berichtet. 7 Fälle waren schwerwiegend und in 5 Fällen führte dies zum
Absetzen von Pegcetacoplan, bei 10 Patienten wurde die Pegcetacoplan-Dosis erhöht. Während der
PNH‑Studie APL2-308 traten bei den mit Pegcetacoplan behandelten Patienten 3 Fälle von Hämolyseauf. Keiner dieser Fälle wurde als schwerwiegend berichtet oder führte zum Absetzen von
Pegcetacoplan. Bei allen 3 Patienten wurde die Pegcetacoplan-Dosis erhöht.
Akute NierenschädigungIn klinischen Studien zu C3G und zur primären IC-MPGN wurden 10 schwerwiegende Ereignisse vonakutem Nierenversagen bei 8 Patienten (5,7 %) unter Behandlung mit Pegcetacoplan berichtet, davon5 Ereignisse bei 4 Patienten nach einer Transplantation. Von diesen schwerwiegenden Ereignissenführte nur 1 zum Absetzen des Arzneimittels und 1 zu einer Unterbrechung der Dosisgabe. Alle
Ereignisse klangen ab und heilten aus, mit Ausnahme des einen Ereignisses, das zum Absetzen des
Arzneimittels führte.
Patienten mit rezidivierender C3G oder primärer IC-MPGN nach Transplantation
Bei den Patienten mit rezidivierender C3G oder primärer IC-MPGN nach Transplantation (N = 22),die in die Studien APL2‑C3G‑310 und APL2‑C3G‑204 eingeschlossen wurden, schien das
Sicherheitsprofil mit dem der Gesamtpopulation übereinzustimmen, allerdings mit einer höheren
Häufigkeit schwerer und schwerwiegender unerwünschter Ereignisse, wie es bei dieser
Patientenpopulation zu erwarten war.
Kinder und JugendlicheBei jugendlichen Patienten mit C3G oder primärer IC-MPGN (N = 28, im Alter von 12 bis 17 Jahren),die in die Studie APL2‑C3G‑310 eingeschlossen wurden, schien das Sicherheitsprofil mit den
Gesamtergebnissen übereinzustimmen. Die häufigsten Nebenwirkungen, die bei dieser
Patientengruppe berichtet wurden, waren Reaktionen an der Infusionsstelle.
Die Sicherheit von Pegcetacoplan wurde bei pädiatrischen Patienten unter 12 Jahren nicht untersucht.
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
Nach der Markteinführung wurden Fälle von Überdosierung gemeldet, wobei keine neuensicherheitsrelevanten Ereignisse beobachtet wurden. Im Falle einer Überdosierung wird empfohlen,den Patienten auf eventuelle Anzeichen oder Symptome von Nebenwirkungen zu überwachen undeine entsprechende symptomatische Behandlung einzuleiten.
Pharmakotherapeutische Gruppe: Immunsuppressiva, Komplementinhibitoren, ATC-Code: L04AJ03
WirkmechanismusPegcetacoplan ist ein symmetrisches Molekül aus zwei identischen Pentadekapeptiden, die kovalent andie Enden eines linearen PEG-Moleküls mit 40 kDa gebunden sind. Die Peptidanteile binden das
Komplementprotein C3 sowie C3b und üben eine breite Hemmwirkung auf die Komplementkaskadeaus. Der 40-kDa-PEG-Anteil verleiht dem Molekül eine verbesserte Löslichkeit und längere
Verweilzeit im Körper nach Verabreichung des Arzneimittels.
Pegcetacoplan bindet mit hoher Affinität an das Komplementprotein C3 und dessen
Aktivierungsfragment C3b, wodurch es die Spaltung von C3 und die Bildung von nachgeschalteten
Effektoren der Komplementaktivierung reguliert. Bei PNH wird die extravasale Hämolyse (EVH)durch C3b-Opsonisierung ausgelöst, während die intravasale Hämolyse (IVH) durch dennachgeschalteten Membranangriffskomplex (MAC) vermittelt wird. Pegcetacoplan übt eine breite
Regulation der Komplementkaskade aus, indem es proximal zu sowohl der C3b- als auch der
MAC-Bildung wirkt und dadurch die Mechanismen kontrolliert, die zur EVH und IVH führen.
Bei C3G und primärer IC‑MPGN kommt es zu einer übermäßigen Ablagerung von
C3‑Abbauprodukten in den Glomeruli der Niere, was zu einer Schädigung des Nierenparenchyms undeiner Beeinträchtigung der Nierenfunktion führt. Pegcetacoplan zielt auf vorgelagerte Effektoren der
Komplementaktivierung (C3 und C3b) ab und hemmt dadurch die Aktivierung, die durch alle(alternativen, klassischen und Lektin-) Komplementwege ausgelöst wird. Durch die Hemmung von C3wirkt Pegcetacoplan direkt auf die unangemessene C3‑Aktivierung ein und modifiziert die zugrundeliegende Erkrankung, indem es die übermäßige Ablagerung von C3‑Abbauprodukten in den Glomerulider Niere reduziert. Durch die gezielte Wirkung auf C3b hemmt Pegcetacoplan über einenzusätzlichen Wirkmechanismus in der Komplementkaskade auch die Aktivität der alternativen
C3‑Konvertase. Dies verhindert zusätzlich die Ablagerung von C3‑Abbauprodukten in den Glomeruli.
Pharmakodynamische WirkungenPNH
In der Studie APL2-302 stieg die mittlere C3-Serumkonzentration in der Pegcetacoplan-Gruppe voneinem Ausgangswert von 0,94 g/l auf 3,83 g/l in Woche 16 und verblieb auf diesem Niveau bis
Woche 48. In der Studie APL2-308 stieg die mittlere C3-Serumkonzentration von einem
Ausgangswert von 0,95 g/l auf 3,56 g/l in Woche 26.
In der Studie APL2-302 stieg der mittlere prozentuale Anteil an PNH-Typ-II- + PNH-
Typ-III-Erythrozyten von einem Ausgangswert von 66,80 % auf 93,85 % in Woche 16 und verbliebauf diesem Niveau bis Woche 48. In der Studie APL2-308 stieg der mittlere prozentuale Anteil an
PNH-Typ-II- + PNH-Typ-III-Erythrozyten von einem Ausgangswert von 42,4 % auf 90,0 % in
Woche 26.
In der Studie APL2-302 sank der mittlere prozentuale Anteil an PNH-Typ-II- + PNH-
Typ-III-Erythrozyten mit C3-Ablagerung von einem Ausgangswert von 17,73 % auf 0,20 % in
Woche 16 und verblieb auf diesem Niveau bis Woche 48. In der Studie APL2-308 sank der mittlereprozentuale Anteil an PNH-Typ-II- + PNH-Typ-III-Erythrozyten mit C3-Ablagerung von einem
Ausgangswert von 2,85 % auf 0,09 % in Woche 26.
C3G und primäre IC-MPGN
In der Studie APL2-C3G-310 stieg die mittlere C3-Serumkonzentration in der Pegcetacoplan-Gruppevon einem Ausgangswert von 0,62 g/l auf 3,71 g/l in Woche 26 und verblieb auf diesem Niveau bis
Woche 52. In der Placebogruppe blieben die C3‑Konzentrationen bis Woche 26 stabil (Ausgangswertvon 0,57 g/l; 0,58 g/l in Woche 26) und stiegen nach Umstellung auf Pegcetacoplan in Woche 52 auf3,59 g/l an.
Die mittlere sC5b-9-Serumkonzentration sank in der Pegcetacoplan-Gruppe von einem Ausgangswertvon 902,5 ng/ml auf 290,2 ng/ml in Woche 26, und verblieb auf diesem Niveau bis Woche 52. In der
Placebogruppe blieben die sC5b-9-Konzentrationen stabil (Ausgangswert von 768,3 ng/ml;759,9 ng/ml in Woche 26) und sanken nach der Umstellung auf Pegcetacoplan in Woche 52 auf272,9 ng/ml.
Nach 6 Monaten wurde eine Clearance der glomerulären C3-Ablagerungen beobachtet, basierend aufeinem höheren Anteil von Patienten, die einen Färbungsindex von Null erreichten, in der
Pegcetacoplan-Gruppe (71,4 %) im Vergleich zur Placebogruppe (8,8 %).
Klinische Wirksamkeit und SicherheitPNH
Die Wirksamkeit und Sicherheit von Pegcetacoplan bei Patienten mit PNH wurde in zwei offenen,randomisierten, kontrollierten Phase-III-Studien untersucht: In Studie APL2-302 an Patienten, diebereits mit einem Komplementinhibitor vorbehandelt waren, und in Studie APL2-308 an Patienten, diezuvor mit keinem Komplementinhibitor behandelt wurden. In beiden Studien lag die Dosis von
Pegcetacoplan bei zweimal wöchentlich 1 080 mg. Bei Bedarf konnte die Dosis von ASPAVELI auf1 080 mg alle 3 Tage angepasst werden.
Studie an erwachsenen Patienten, die bereits mit einem Komplementinhibitor vorbehandelt waren(APL2-302)
Bei der Studie APL2 302 handelte es sich um eine offene, randomisierte Studie mit einem aktiven,
Vergleichspräparat-kontrollierten Zeitraum von 16 Wochen, gefolgt von einem 32-wöchigen offenen
Zeitraum (OLP). Diese Studie rekrutierte Patienten mit PNH, die mindestens in den letzten drei
Monaten mit einer stabilen Dosis von Eculizumab behandelt worden waren und Hb-Spiegel von< 10,5 g/dl aufwiesen. Die für die Studie geeigneten Patienten durchliefen eine 4-wöchige
Vorlaufphase, während der sie Pegcetacoplan 1 080 mg subkutan zweimal wöchentlich zusätzlich zuihrer aktuellen Dosis von Eculizumab erhielten. Anschließend wurden die Patienten im Verhältnis 1:1randomisiert, um für die Dauer der 16-wöchigen randomisierten, kontrollierten Phase (RCP) entweder1 080 mg Pegcetacoplan zweimal wöchentlich oder ihre aktuelle Dosis von Eculizumab zu erhalten.
Die Randomisierung war stratifiziert auf Basis der Anzahl an Transfusionen von
Erythrozytenkonzentrat in den letzten 12 Monaten vor Tag -28 (< 4; ≥ 4) und der Thrombozytenzahlbeim Screening (< 100 000/µl; ≥ 100 000/µl). Patienten, die die RCP abschlossen, kamenanschließend in die OLP, in der alle Patienten Pegcetacoplan für bis zu 32 Wochen erhielten(Patienten, die während der RCP Eculizumab erhalten hatten, kamen zunächst in eine 4-wöchige
Vorlaufphase, bevor sie zur Pegcetacoplan-Monotherapie wechselten).
Der primäre und die sekundären Wirksamkeitsendpunkte wurden in Woche 16 bewertet. Primärer
Wirksamkeitsendpunkt war die Veränderung des Hb-Spiegels vom Ausgangswert bis Woche 16(während der RCP). Der Ausgangswert war definiert als der Durchschnitt der Messungen vor derersten Dosis von Pegcetacoplan (zu Beginn der Vorlaufphase). Die wichtigsten sekundären
Wirksamkeitsendpunkte waren Transfusionsvermeidung, definiert als Anteil an Patienten, die währendder RCP keine Transfusion benötigten, und die Veränderung der absoluten Retikulozytenzahl (ARC),des LDH-Spiegels und des Scores auf der Functional-Assessment-of-Chronic-Illness-
Therapy(FACIT)-Fatigue-Skala vom Ausgangswert bis Woche 16.
Insgesamt 80 Patienten wurden in die Vorlaufphase aufgenommen. Am Ende der Vorlaufphasewurden alle 80 Patienten randomisiert, und zwar 41 für Pegcetacoplan und 39 für Eculizumab. Diedemografischen Merkmale und die Ausgangsmerkmale der Erkrankung waren im Allgemeinenzwischen den Behandlungsgruppen gut ausgewogen (siehe Tabelle 2). Insgesamt 38 Patienten in der
Gruppe unter der Therapie mit Pegcetacoplan und 39 Patienten in der Eculizumab-Gruppe schlossendie 16-wöchige RCP ab und setzten die Studie in der 32-wöchigen offenen Phase fort. Insgesamtbrachen 12 von 80 (15 %) Patienten, die Pegcetacoplan erhielten, die Studie wegen unerwünschter
Ereignisse ab. Gemäß Prüfplan wurde die Dosis bei 15 Patienten auf 1 080 mg alle 3 Tage angepasst.
Bei 12 Patienten wurde der Nutzen beurteilt und bei 8 von 12 Patienten erwies sich die
Dosisanpassung als wirksam.
Tabelle 2: Demografische und krankheitsbezogene Ausgangsmerkmale der Patienten in Studie
APL2-302
Parameter Statistik Pegcetacoplan Eculizumab(N = 41) (N = 39)
Alter (Jahre) Mittelwert (SD) 50,2 (16,3) 47,3 (15,8)18-64 Jahre n (%) 31 (75,6) 32 (82,1)≥ 65 Jahre n (%) 10 (24,4) 7 (17,9)
Dosisstufe von Eculizumab zum Ausgangswert
Alle 2 Wochen i.v. 900 mg n (%) 26 (63,4) 29 (74,4)
Alle 11 Tage i.v. 900 mg n (%) 1 (2,4) 1 (2,6)
Alle 2 Wochen i.v. 1 200 mg n (%) 12 (29,3) 9 (23,1)
Alle 2 Wochen i.v. 1 500 mg n (%) 2 (4,9) 0
Weiblich n (%) 27 (65,9) 22 (56,4)
Zeit seit der PNH-Diagnose (Jahre) bis Tag -28 Mittelwert (SD) 8,7 (7,4) 11,4 (9,7)
Hämoglobinspiegel (g/dl) Mittelwert (SD) 8,7 (1,1) 8,7 (0,9)
Retikulozytenzahl (109/l) Mittelwert (SD) 218 (75,0) 216 (69,1)
LDH-Wert (E/l) Mittelwert (SD) 257,5 (97,6) 308,6 (284,8)
FACIT-Fatigue-Gesamtscore* Mittelwert (SD) 32,2 (11,4) 31,6 (12,5)
Anzahl an Transfusionen in den letzten12 Monaten vor Tag -28 Mittelwert (SD) 6,1 (7,3) 6,9 (7,7)< 4 n (%) 20 (48,8) 16 (41,0)≥ 4 n (%) 21 (51,2) 23 (59,0)
Thrombozytenzahl beim Screening (109/l) Mittelwert (SD) 167 (98,3) 147 (68,8)
Thrombozytenzahl beim Screening< 100 000/µl n (%) 12 (29,3) 9 (23,1)
Thrombozytenzahl beim Screening≥ 100 000/µl n (%) 29 (70,7) 30 (76,9)
Aplastische Anämie in der Anamnese n (%) 11 (26,8) 9 (23,1)
Myelodysplastisches Syndrom in der
Anamnese n (%) 1 (2,4) 2 (5,1)
*Der FACIT-Fatigue-Score wird auf einer Skala von 0-52 gemessen, wobei höhere Werte weniger Ermüdunganzeigen.
Pegcetacoplan war Eculizumab überlegen bezüglich des primären Endpunktes, der Veränderung des
Hämoglobinspiegels gegenüber dem Ausgangswert (p < 0,0001).
Abbildung 1. Adjustierte mittlere Veränderung des Hämoglobins (g/dl) vom Ausgangswert bis
Woche 16 in APL2-302
Woche 2 Woche 4 Woche 6 Woche 8 Woche 12 Woche 16
Analyse-Visite
BehandlungDie Nichtunterlegenheit von Pegcetacoplan wurde in wichtigen sekundären Endpunkten -
Transfusionsvermeidung und Veränderung der ARC im Vergleich zum Ausgangswert -nachgewiesen.
In Bezug auf die Veränderung des LDH-Wertes gegenüber den Ausgangswerten wurde das Kriteriumder Nichtunterlegenheit nicht erreicht.
Aufgrund von hierarchischen Tests erfolgten keine formalen statistischen Tests für die Veränderungdes FACIT-Fatigue-Scores gegenüber den Ausgangswerten.
Die adjustierten Mittelwerte, der Behandlungsunterschied, die Konfidenzintervalle und diedurchgeführten statistischen Analysen für die wichtigsten sekundären Endpunkte sind in Abbildung 2aufgeführt.
Abbildung 2. Analyse der wichtigsten sekundären Endpunkte in APL2-302
Pegcetacoplan Eculizumab Differenz Nicht-(n = 41) (n = 39) (95%-KI) unterlegenheit
Transfusions- Javermeidung, n (%)
Für Eculizumab Für Pegcetacoplan
Veränderung der Reti- Jakulozytenvs.Ausgangswert, 109/l;
LS-Mittelwert (SE)
Für Pegcetacoplan Für Eculizumab
Veränderung von LDH Neinvs. Ausgangswert; E/l
LS-Mittelwert (SE)
Für Pegcetacoplan Für Eculizumab
Veränderung des FACIT-fatique-Scores vs.
Ausgangswert, Nicht getestet
LS-Mittelwert (SE)
Für Eculizumab Für Pegcetacoplan Nichtunterlegenheitsgrenze für jeden Parameter angegeben
Unterschied zwischen Pegcetacoplan und Eculizumab(95%-KI)
Veränderung des Hämoglobins (g/dl) vs. Ausgangswert
Die Ergebnisse waren in allen unterstützenden Analysen der primären und wichtigsten sekundären
Endpunkte, einschließlich aller beobachteten Daten mit einbezogenen Posttransfusionsdaten,konsistent.
Die Hb-Normalisierung wurde in Woche 16 bei 34 % der Patienten in der Gruppe mit Pegcetacoplanerreicht, verglichen mit 0 % in der Eculizumab-Gruppe. Die LDH-Normalisierung wurde bei 71 % der
Patienten in der mit Pegcetacoplan behandelten Gruppe erreicht, verglichen mit 15 % in der
Eculizumab-Gruppe.
Insgesamt 77 Patienten nahmen an der 32-wöchigen OLP teil, während der alle Patienten
Pegcetacoplan erhielten; die Gesamtexposition betrug bis zu 48 Wochen. Die Ergebnisse in Woche 48stimmten im Allgemeinen mit denen in Woche 16 überein und belegen eine anhaltende Wirksamkeit.
Studie an erwachsenen Patienten, die mit keinem Komplementinhibitor vorbehandelt wurden(APL2-308)
Bei der Studie APL2-308 handelte es sich um eine offene, randomisierte, kontrollierte Studie, an der
Patienten mit PNH teilnahmen, die in den letzten 3 Monaten vor Studienbeginn nicht mit einem
Komplementinhibitor behandelt worden waren und deren Hb-Wert unter der unteren Grenze des
Normwerts (LLN) lag. Geeignete Patienten wurden im Verhältnis 2:1 randomisiert und erhieltenentweder Pegcetacoplan oder eine supportive Behandlung (z. B. Transfusionen, Kortikosteroide,
Supplementierung mit z. B. Eisen, Folsäure und Vitamin B12), die im Folgenden als Kontrollgruppebezeichnet wird, während des gesamten 26-wöchigen Behandlungszeitraums.
Die Randomisierung wurde anhand der Anzahl der Transfusionen von PRBC innerhalb der letzten12 Monate vor Tag -28 (< 4; ≥ 4) stratifiziert. Zu jedem Zeitpunkt während der Studie konnte ein
Patient, der der Kontrollgruppe zugewiesen wurde und dessen Hb-Wert ≥ 2 g/dl unter dem
Ausgangswert lag oder der ein PNH-assoziiertes thromboembolisches Ereignis hatte, gemäß Prüfplanfür den Rest der Studie auf Pegcetacoplan umgestellt werden.
Insgesamt wurden 53 Patienten randomisiert: 35 Patienten in die Pegcetacoplan-Gruppe und18 Patienten in die Kontrollgruppe. Die demografischen Daten und die Krankheitsmerkmale beim
Ausgangswertwaren im Allgemeinen zwischen den Behandlungsgruppen ausgewogen. Das
Durchschnittsalter betrug 42,2 Jahre in der Pegcetacoplan-Gruppe und 49,1 Jahre in der
Kontrollgruppe. Die durchschnittliche Anzahl von PRBC-Transfusionen in den 12 Monaten vor der
Voruntersuchung betrug 3,9 in der Pegcetacoplan-Gruppe und 5,1 in der Kontrollgruppe. Fünf
Patienten in jeder Gruppe (14,3 % in der Pegcetacoplan-Gruppe und 27,8 % in der Kontrollgruppe)wiesen eine aplastische Anämie in der Anamnese auf. Weitere Ausgangswerte waren: mittlerer
Hb-Ausgangswert (Pegcetacoplan-Gruppe: 9,4 g/dl vs. Kontrollgruppe: 8,7 g/dl), ARC(Pegcetacoplan-Gruppe: 230,2 × 109/l vs. Kontrollgruppe: 180,3 × 109/l), LDH-Wert (Pegcetacoplan-
Gruppe: 2 151,0 E/l vs. Kontrollgruppe: 1 945,9 E/l) und Thrombozytenzahl (Pegcetacoplan-Gruppe:191,4 × 109/l vs. Kontrollgruppe: 125,5 × 109/l). 11 der 18 Patienten, die der Kontrollgruppezugewiesen wurden, wechselten zu Pegcetacoplan, weil ihr Hb-Wert um ≥ 2 g/dl unter den
Ausgangswert sank. Von den 53 randomisierten Patienten erhielten 52 (97,8 %) eine prophylaktische
Antibiotikatherapie gemäß den örtlichen Verschreibungsleitlinien.
Der primäre und die sekundären Wirksamkeitsendpunkte wurden in Woche 26 bewertet. Die beidenko-primären Wirksamkeitsendpunkte waren die Stabilisierung des Hb-Werts, definiert als Vermeidungeines Abfalls der Hb-Konzentration > 1 g/dl gegenüber dem Ausgangswert ohne Transfusion, und die
Veränderung der LDH-Konzentration gegenüber dem Ausgangswert.
In der mit Pegcetacoplan behandelten Gruppe erreichten 30 von 35 Patienten (85,7 %) eine
Stabilisierung des Hb-Werts gegenüber 0 Patienten in der Kontrollgruppe. Die bereinigte Differenzzwischen Pegcetacoplan und der Kontrollgruppe betrug 73,1 % (95%-KI: 57,2 % bis 89,0 %;p < 0,0001).
Die kleinste quadratische (LS) mittlere (SE) Veränderung der LDH-Konzentration gegenüber dem
Ausgangswert in Woche 26 betrug -1 870 E/l in der mit Pegcetacoplan behandelten Gruppegegenüber -400 E/l in der Kontrollgruppe (p < 0,0001). Die Differenz zwischen Pegcetacoplan und der
Kontrollgruppe betrug -1 470 (95%-KI: -2 113 bis -827). Die Behandlungsunterschiede zwischen der
Pegcetacoplan-Gruppe und der Kontrollgruppe zeigten sich in Woche 2 und blieben bis Woche 26bestehen (Abbildung 3). Die LDH-Konzentrationen in der Kontrollgruppe verblieben erhöht.
Abbildung 3: Mittlere (±SE) LDH-Konzentration (E/l) im Zeitverlauf nach Behandlungsgruppein der Studie APL2-308
Pegcetacoplan
Kontrollgruppe
Pegcetacoplan
Kontrollgruppe
Analysebesuch
Bei den ausgewählten wichtigen sekundären Wirksamkeitsendpunkten Hämoglobin-Ansprechen ohne
Transfusion, Veränderung des Hämoglobinspiegels und Veränderung der ARC zeigte sich in der mit
Pegcetacoplan behandelten Gruppe ein signifikanter Behandlungsunterschied gegenüber der
Kontrollgruppe (Tabelle 3).
Tabelle 3: Analyse wichtiger sekundärer Endpunkte in Studie APL2-308
Parameter Pegcetacoplan Kontrollgruppe Differenz(N = 35) (N = 18) (95%-KI)p-Wert
Hämoglobin-Ansprechen ohne
Transfusiona 25 (71 %) 1 (6 %) 54 % (34 %; 74 %)(n, %) p < 0,0001
Veränderung des Hämoglobinspiegels(g/dl) vom Ausgangswert bis Woche 26 2,9 (0,38) 0,3 (0,76) 2,7 (1,0; 4,4)
LS-Mittelwert (SE)
Veränderung der ARC (109/l) vom
Ausgangswert bis Woche 26 -123 (9,2) -19 (25,2) -104 (-159; -49
LS-Mittelwert (SE)a Das Hämoglobin-Ansprechen war definiert als Anstieg des Hämoglobins um ≥ 1 g/dl vom Ausgangswert bis
Woche 26.
ARC = Absolute Retikulozytenzahl, KI = Konfidenzintervall, LS = Kleinste Quadrate (least square),
SE = Standardfehler (standard error)
Mittlere (±SE) LDH (E/l)
C3G und primäre IC-MPGN
Die Wirksamkeit und Sicherheit von Pegcetacoplan bei Patienten mit C3G oder primärer IC-MPGNwurden in der randomisierten, placebokontrollierten, doppelblinden Phase-III-Studie APL2-C3G-310untersucht, an der Erwachsene und Jugendliche mit nativer Nierenerkrankung oder nach
Transplantation mit rezidivierender C3G oder primärer IC-MPGN teilnahmen.
Die Dosis von Pegcetacoplan für Erwachsene oder Jugendliche mit einem Körpergewicht von ≥ 50 kgbetrug 1 080 mg zweimal wöchentlich; für Jugendliche mit einem Körpergewicht von < 50 kg wurdesie auf der Grundlage ihres Körpergewichts berechnet.
Studie an erwachsenen und jugendlichen Patienten mit C3G oder primärer IC-MPGN(APL2-C3G-310)
Bei der Studie APL2-C3G-310 handelte es sich um eine randomisierte, doppelblinde Studie mit einerplacebokontrollierten Phase von 26 Wochen, gefolgt von einer 26-wöchigen OLP. An dieser Studienahmen Jugendliche im Alter von 12 bis 17 Jahren und Erwachsene mit C3G oder primärer IC-MPGNteil. In die Studie wurden Patienten mit Erkrankung der nativen Niere oder mit rezidivierender
Erkrankung nach Transplantation aufgenommen, die eine Proteinurie von ≥ 1 g/Tag und eine eGFRvon ≥ 30 ml/min/1,73 m2 aufwiesen. Die Patienten erhielten mindestens 12 Wochen vor der
Randomisierung eine stabile und optimierte Dosierung für die Behandlung der C3G/primären
IC-MPGN (z. B. RAS-Hemmer, Natrium-Glucose-Cotransporter-2-Hemmer [SGLT-2-Hemmer],
Immunsuppressiva, systemische Kortikosteroide in einer Dosierung von maximal 20 mg/Tag eines
Prednisonäquivalents).
Geeignete Patienten wurden im Verhältnis 1:1 randomisiert und erhielten während der 26-wöchigen
RCP subkutan zweimal wöchentlich Pegcetacoplan oder Placebo. Bei der Randomisierung fandenzwei Stratifizierungsfaktoren Anwendung: Patienten mit Rezidiv nach Transplantation gegenüber
Patienten mit Erkrankung der nativen Niere und Patienten mit Baseline-Nierenbiopsien (entnommenentweder während des Screenings oder innerhalb von 28 Wochen vor der Randomisierung) gegenüber
Patienten ohne Baseline-Nierenbiopsien. Während der RCP wurden Änderungen der Baseline-
Behandlungsschemata für C3G/primäre IC-MPGN auf ein Minimum beschränkt und nurvorgenommen, wenn dies für das Wohlbefinden des Patienten erforderlich war. Patienten, die die RCPabgeschlossen hatten, nahmen an der 26-wöchigen OLP teil, in der alle Teilnehmer zweimalwöchentlich mit Pegcetacoplan behandelt wurden.
Insgesamt wurden 124 Patienten randomisiert, 63 erhielten Pegcetacoplan und 61 Placebo. Diedemografischen Daten und die Ausgangsmerkmale der Erkrankung waren zwischen den beiden
Gruppen im Allgemeinen ausgewogen (siehe Tabelle 4). Insgesamt schlossen 118 Patienten die26-wöchige RCP ab und von diesen schlossen 114 Patienten die OLP-Behandlungsphase mit
Pegcetacoplan ab (N = 59 Pegcetacoplan-zu-Pegcetacoplan; N = 55 Placebo-zu-Pegcetacoplan).
Tabelle 4: Demografische Patientendaten und Krankheitsmerkmale zu Studienbeginn in der
Studie APL2-C3G-310
Parameter Statistisches Pegcetacoplan Placebo
Maß (N = 63) (N = 61)
Alter (Jahre) Mittelwert (SD) 28,2 (17,1) 23,6 (14,3)
Jugendliche (12-17 Jahre) n (%) 28 (44,4) 27 (44,3)
Erwachsene ≥ 18 Jahre n (%) 35 (55,6) 34 (55,7)
GeschlechtMännlich n (%) 26 (41,3) 28 (45,9)
Weiblich n (%) 37 (58,7) 33 (54,1)
Erkrankung bei Screening
C3G n (%) 51 (81,0) 45 (73,8)
C3GN n (%) 45 (71,4) 41 (67,2)
DDD n (%) 4 (6,3) 4 (6,6)
Unbestimmt n (%) 2 (3,2) 0
IC-MPGN n (%) 12 (19,0) 16 (26,2)
Zeit seit C3G-/IC-MPGN-Diagnose (Jahre) Mittelwert (SD) 3,64 (3,47) 3,76 (3,62)
Vorherige Nierentransplantation n (%) 5 (7,9) 4 (6,6)
Zeit seit letzter Nierentransplantation Mittelwert (SD) 11,4 (6,7) 5,8 (6,4)(Jahre)
Zeit seit Rezidiv nach der letzten Mittelwert (SD) 1,47 (1,49) 1,38 (1,64)
Transplantation (Jahre)
Ausgangswert dreifacher FMU-uPCR (mg/g) Mittelwert (SD) 3 124 (2 408) 2 541 (2 015)
Ausgangs-eGFR (ml/min/1,73 m2) Mittelwert (SD) 78,5 (34,1) 87,2 (37,2)
C3c-Färbung in der Ausgangsbiopsie3+ n (%) 51 (81,0) 51 (83,6)2+ n (%) 12 (19,0) 10 (16,4)
Ausgangswert Serumalbumin (g/dl) Mittelwert (SD) 3,31 (0,61) 3,39 (0,70)
Ausgangswert Serum-C3 (mg/dl) Mittelwert (SD) 60,6 (45,7) 56,3 (35,6)
Krankheitsmanifestationen
Ödem n (%) 45 (71,4) 32 (52,5)
Ermüdung n (%) 16 (25,4) 8 (13,1)
Hämaturie n (%) 37 (58,7) 39 (63,9)
Bluthochdruck n (%) 35 (55,6) 29 (47,5)
Nephrotisches Syndrom n (%) 32 (50,8) 27 (44,3)
Anwendung anderer Behandlungen zu
Studienbeginn*
Wirkstoffe, die auf das Renin-Angiotensin- n (%) 59 (93,7) 54 (88,5)
System wirken
Immunsuppressiva n (%) 49 (77,8) 45 (73,8)
Glukokortikoide n (%) 29 (46,0) 27 (44,3)
*Innerhalb von 12 Wochen vor Studieneintritt.
C3G = C3-Glomerulopathie, C3GN = C3-Glomerulonephritis, DDD = Dense-Deposit-Disease, IC-MPGN =
Immunkomplexvermittelte membranoproliferative Glomerulonephritis, FMU = Erster Morgenurin (first-morningurine), uPCR = Urin-Protein-Kreatinin-Verhältnis, eGFR = Geschätzte glomeruläre Filtrationsrate, SD =
Standardabweichung (standard deviation).
Die primären und wichtigsten sekundären Wirksamkeitsendpunkte wurden in Woche 26 bewertet. Derprimäre Wirksamkeitsendpunkt war das logarithmisch transformierte Verhältnis der uPCR im ersten
Morgenurin (FMU) in Woche 26 im Vergleich zum Ausgangswert.
Pegcetacoplan war Placebo gegenüber überlegen, mit einer statistisch signifikanten Reduktion deruPCR gegenüber dem Ausgangswert um 68,1 % (95%-KI: 57,3 % bis 76,2 %, p < 0,0001) gegenüber
Placebo nach 26-wöchiger Behandlung (-67,2 % [95%-KI: -74,9 % bis -57,2 %] und + 2,9 %[95%-KI: -8,6 % bis 15,9 %] für Pegcetacoplan bzw. Placebo). Eine ähnliche Wirksamkeit wurde in
Untergruppen unabhängig von Alter (Jugendliche vs. Erwachsene), Krankheitstyp (C3G vs. primäre
IC-MPGN), Krankheitsstatus (native vs. rezidivierende Erkrankung nach Transplantation) undgleichzeitiger Anwendung von Immunsuppressiva/Glukokortikoiden (ja vs. nein) beobachtet. Die
Wirkung von Pegcetacoplan auf die uPCR hielt bis Woche 52 an (-67,2 % gegenüber dem
Ausgangswert). Patienten, die in Woche 26 von Placebo auf Pegcetacoplan umgestellt wurden(Abbildung 4), zeigten in Woche 52 eine ähnliche Verringerung (-51,3 %).
Abbildung 4: Geometrisches Mittelverhältnis (95%-KI) der FMU-uPCR im Vergleich zum
Ausgangswert im Zeitverlauf nach Behandlungsgruppe aus dem MMRM-Modell in der
Studie APL2-C3G-310
Doppelblinde, placebokontrollierte Phase Unverblindete Phase
Placebo Wechsel zu Pegcetacoplan
Pegcetacoplan
Woche
Hinweis: Geometrisches Mittelverhältnis berechnet aus re-exponentiellen LS-Mittelwerten.
KI = Konfidenzintervall, LS = Kleinste Quadrate (least square), FMU = Erster Morgenurin (first-morningurine), uPCR = Urin-Protein-Kreatinin-Verhältnis, MMRM = Gemischtes Modell wiederholter Messungen(Mixed model of repeated measure)
Die 26-wöchige Behandlung mit Pegcetacoplan zeigte eine statistisch signifikante Verbesserung deswichtigsten sekundären Endpunkts in Bezug auf die Verringerung der Proteinurie, wobei 60,3 % dermit Pegcetacoplan behandelten Patienten eine Verringerung der uPCR um ≥ 50 % erreichten,verglichen mit 4,9 % in der Placebogruppe, was einer Differenz von 52,7 % entspricht (95%-KI:29,2-76,2 %; p < 0,0001).
Die 26-wöchige Behandlung mit Pegcetacoplan führte zu einem höheren Anteil von Patienten, beidenen eine Reduktion der renalen C3-Färbeintensität um zwei Größenordnungen oder mehr auf einer
Skala von 0-3 erreicht wurde: 26 (74,3 %) Patienten unter Pegcetacoplan gegenüber 4 (11,8 %) unter
Placebo; der Unterschied betrug 64,3 % (95%-KI: 41,4-87,2 %, nominaler p-Wert < 0,0001).
Die 26-wöchige Behandlung mit Pegcetacoplan führte zu einer Stabilisierung der eGFR mit einer
Veränderung gegenüber dem Ausgangswert von -1,497 (2,242) unter Pegcetacoplan vs. -7,808 (1,919)unter Placebo. Der Behandlungsunterschied betrug 6,312 ml/min/1,73 m2 (95%-KI: 0,501; 12,122;nominaler p-Wert = 0,0333). Die Wirkung von Pegcetacoplan auf die eGFR hielt bis Woche 52 an.
Patienten, die in Woche 26 von Placebo auf Pegcetacoplan umgestellt wurden, zeigten in Woche 52eine vergleichbare Stabilisierung.
In Woche 26 wurde eine vergleichbare Stärke der Wirksamkeit allgemein hinsichtlich der Reduktionder Proteinurie um ≥ 50 %, der Beseitigung der C3-Färbung und der Stabilisierung der eGFR in
Untergruppen unabhängig vom Alter (Jugendliche vs. Erwachsene), der Art der Erkrankung (C3G vs.primäre IC-MPGN), dem Krankheitsstatus (nativ vs. rezidivierende Erkrankung nach Transplantation)und der gleichzeitigen Anwendung von Immunsuppressiva/Glukokortikoiden (ja vs. nein) beobachtet.
Geometrisches Mittel (95%‑KI) deslogarithmisch transformierten UPCR-
Verhältnisses zum Ausgangswert
Studie bei Erwachsenen mit rezidivierender C3G nach Transplantation oder primärer IC-MPGN(APL2-C3G-204)
Bei der Studie APL2-C3G-204 handelte es sich um eine unverblindete, randomisierte Phase-II-Studiemit 13 erwachsenen Patienten mit rezidivierender C3G nach Transplantation (N = 10) oder primärer
IC-MPGN (N = 3) über einen Zeitraum von 52 Wochen.
In den ersten 12 Wochen der Studie erhielten 10 Patienten zusätzlich zur Standardtherapie
Pegcetacoplan, 3 Patienten erhielten ausschließlich die Standardtherapie. Alle Patienten erhielten
Pegcetacoplan von Woche 13 bis Woche 52.
Der primäre Endpunkt der Reduktion der C3-Färbeintensität in der Nierenbiopsie in Woche 12 wurdebei 50 % der mit Pegcetacoplan behandelten Patienten (5 von 10 Patienten; 4 davon erreichten einen
Färbescore von Null) und bei 33,3 % der Patienten in der Kontrollgruppe (1 von 3 Patienten; dieser
Patient erreichte einen Färbescore von 1) beobachtet.
Im Allgemeinen waren die Veränderungen und prozentualen Veränderungen der eGFR (sekundärer
Endpunkt) gegenüber dem Ausgangswert gering. Die mittlere (SD) eGFR veränderte sich von52,3 (12,11) ml/min/1,73 m2 zu Studienbeginn auf 57,3 (25,12) ml/min/1,73 m2 in Woche 52, und diemediane eGFR veränderte sich von 50,5 ml/min/1,73 m2 zu Studienbeginn auf 58,5 ml/min/1,73 m2 in
Woche 52. Bei den meisten Patienten (9 von 13 Patienten [69,2 %]) aller Gruppen wurde bis
Woche 52 eine Stabilisierung oder Verbesserung der eGFR erreicht.
ImmunogenitätIn klinischen Studien zu PNH bzw. zu C3G und zur primären IC-MPGN wurden zwei verschiedene
Assays zum Nachweis von Anti-Pegcetacoplan-Peptid-Antikörpern (Anti-Drug-Antikörper, ADA)verwendet. Der für C3G und die primäre IC-MPGN verwendete Assay war sensitiver. Aufgrund der
Unterschiede zwischen den Assays ist ein aussagekräftiger Vergleich der ADA-Inzidenz in den untenbeschriebenen Studien nicht möglich.
In PNH-Studien war die Inzidenz von ADA (behandlungsbedingt auftretende ADA oder Verstärkungder vorbestehenden ADA-Konzentration) niedrig, und wenn ADA nachweisbar waren, hatten diesekeine spürbare Auswirkung auf die PK/PD, die Wirksamkeit oder das Sicherheitsprofil von
Pegcetacoplan. Während der Studien APL2-302 und APL2-308 wurde bei 3 von 126 Patienten, die
Pegcetacoplan erhielten, das Vorliegen von Anti-Pegcetacoplan-Peptid-Antikörpern nachgewiesen.
Alle 3 Patienten wurden außerdem positiv für neutralisierende Antikörper (NAb) getestet. Die NAb-
Reaktion hatte keine erkennbare Auswirkung auf die PK oder die klinische Wirksamkeit. 18 von126 Patienten entwickelten Anti-PEG-Antikörper; in 9 Fällen waren diese behandlungsbedingt, undbei 9 Patienten handelte es sich um eine durch die Behandlung verstärkte Reaktion.
In klinischen Studien zu C3G und primärer IC-MPGN betrug die ADA-Inzidenz (behandlungsbedingtauftretende ADA oder Verstärkung der vorbestehenden ADA-Konzentration) in der Studie
APL2-C3G-310 23,6 % für Anti-PEG und 16,3 % für Anti-Pegcetacoplan-Peptid. Basierend auf derpopulationspharmakokinetischen und -pharmakodynamischen Analyse hatten ADA keinen klinischbedeutsamen Einfluss auf die Wirksamkeit oder PK/PD in einer gepoolten Analysepopulation. Fünf
Patienten wurden ebenfalls positiv auf NAb getestet. Die NAb-Reaktion hatte keinen offensichtlichen
Einfluss auf die PK oder die klinische Wirksamkeit. Bei 29 von 123 Patienten entwickelten sich Anti-
PEG-Antikörper; 14 davon traten während der Behandlung auf und 15 wurden durch die Behandlungverstärkt. Bei Patienten mit rezidivierender Erkrankung nach Transplantation in der Studie
APL2-C3G-204 entwickelte kein Patient eine positive ADA-Reaktion (behandlungsbedingtauftretende ADA oder Verstärkung der vorbestehenden ADA-Konzentration) auf das Pegcetacoplan-
Peptid oder PEG. Während der 26‑wöchigen placebokontrollierten Phase der Studie APL2‑C3G‑310gab es keine nachweisbaren Auswirkungen von ADA auf die Sicherheit der Behandlung mit
Pegcetacoplan.
Kinder und JugendlicheDie Europäische Arzneimittel-Agentur hat für ASPAVELI eine Zurückstellung von der Verpflichtungzur Vorlage von Ergebnissen zu Studien in einer oder mehreren pädiatrischen Altersklassen bei PNHund C3G bzw. primärer IC-MPGN gewährt (siehe Abschnitt 4.2 bzgl. Informationen zur Anwendungbei Kindern und Jugendlichen).
Pegcetacoplan wird durch subkutane Infusion verabreicht und langsam in den systemischen Kreislaufresorbiert; bei gesunden Freiwilligen liegt die mediane Zeit zum Erreichen der maximalen
Konzentration (tmax) nach einer einzelnen subkutanen Dosis zwischen 108 und 144 Stunden (4,5 bis6,0 Tage).
Die therapeutische Steady-State-Serumkonzentrationen nach zweimal wöchentlicher Gabe von1 080 mg an Patienten mit PNH wurde etwa 4 bis 6 Wochen nach der ersten Dosis erreicht. Bei
Patienten, die mit einem Komplementinhibitor vorbehandelt waren (Studie APL2-302), lag dasgeometrische Mittel (%VK) der Steady-State-Serumkonzentrationen bei Patienten, die 16 Wochenbehandelt wurden, im Bereich von 655 (18,6 %) bis 706 (15,1 %) µg/ml. Die
Steady-State-Konzentration bei den Patienten (n = 22), die Pegcetacoplan bis zur Woche 48 weitererhielten, betrug 623 µg/ml (39,7 %), was auf nachhaltige therapeutische Konzentrationen von
Pegcetacoplan bis zur Woche 48 hinweist. Bei Patienten, die zuvor keinen Komplementinhibitorerhielten (Studie APL2-308), betrug in Woche 26 das geometrische Mittel (%VK) der Steady-State-
Serumkonzentration 744 µg/ml (25,5 %) bei zweimal wöchentlicher Gabe. Die Bioverfügbarkeit einersubkutanen Dosis von Pegcetacoplan wird auf der Basis von PK-Populationsanalysen auf76 %geschätzt.
Bei Patienten mit C3G oder primärer IC-MPGN wurden nach zweimal wöchentlicher Gabe von1 080 mg etwa 4 bis 8 Wochen nach der ersten Dosisgabe Steady-State-Serumkonzentrationenerreicht; die therapeutischen Konzentrationen von Pegcetacoplan wurden bis Woche 52aufrechterhalten. In der Studie APL2-C3G-310 lagen die mittleren Steady-State-
Serumkonzentrationen (%VK) bis Woche 26 zwischen 715,8 (31,2 %) und 765,7 (23,2 %) μg/ml undblieben bis Woche 52 zwischen 670,1 (30,1 %) und 726,6 (30,5 %) μg/ml.
VerteilungDas mittlere (%VK) Verteilungsvolumen von Pegcetacoplan beträgt bei Patienten mit PNH auf der
Basis von populationspharmakokinetischen Analysen etwa 3,98 l (32 %).
Das mittlere (%VK) zentrale Verteilungsvolumen von Pegcetacoplan beträgt bei erwachsenen
Patienten mit C3G oder primärer IC-MPGN etwa 4,31 l (32,1 %).
Metabolismus/Elimination
Aufgrund seiner PEGylierten Peptidstruktur ist eine Verstoffwechslung von Pegcetacoplan überkatabole Wege in kleine Peptide, Aminosäuren und PEG zu erwarten. Die Ergebnisse einer Studie mitradioaktiv markierter Substanz an Cynomolgus-Affen deuten darauf hin, dass der Hauptweg der
Elimination des markierten Peptidanteils die Ausscheidung über den Urin ist. Die Elimination von
PEG wurde zwar nicht untersucht, aber es ist bekannt, dass PEG einer renalen Ausscheidungunterliegt.
Pegcetacoplan zeigte keine Hemmung oder Induktion der geprüften CYP-Enzym-Isoformen, wie die
Ergebnisse von In-vitro-Studien belegten. Pegcetacoplan war weder ein Substrat noch ein Inhibitor dermenschlichen Aufnahme- oder Efflux-Transporter.
Nach mehrfacher subkutaner Gabe von Pegcetacoplan an Patienten mit PNH beträgt die mittlere(%VK) Clearance 0,015 l/Std. (30 %), und die mediane effektive Eliminationshalbwertszeit (t1/2)beträgt 8,6 Tage gemäß Schätzungen mittels populationspharmakokinetischer Analyse.
Die geschätzte mittlere Clearance (%VK) beträgt 0,012 l/h (43 %) bei erwachsenen Patienten mit C3Goder primärer IC-MPGN. Die mediane t1/2 beträgt 10,1 Tage bei erwachsenen Patienten mit C3G oderprimärer IC-MPGN.
Linearität/Nicht-LinearitätDie Exposition gegenüber Pegcetacoplan steigt dosisproportional von 45 bis 1 440 mg.
Besondere PatientengruppenBasierend auf den Ergebnissen der populationspharmakokinetischen Analyse wurden keine
Auswirkungen des Alters (12-81 Jahre), der ethnischen Zugehörigkeit oder des Geschlechts auf die
Pharmakokinetik von Pegcetacoplan bei Patienten mit PNH, C3G oder primärer IC-MPGNfestgestellt.
Im Vergleich zu einem 70 kg schweren Referenzpatienten wird die mittlere Steady-State-
Konzentration bei Patienten mit einem Körpergewicht von 50 kg um etwa 20 % höher vorhergesagt.
Bei PNH-Patienten mit einem Körpergewicht von 40 kg wird von einer um 45 % höheren mittleren
Konzentration ausgegangen. Es liegen nur wenige Daten zum Sicherheitsprofil von Pegcetacoplan bei
PNH-Patienten mit einem Körpergewicht unter 50 kg vor.
Ältere PatientenObwohl in Studien keine altersbedingten Unterschiede erkennbar waren, reicht die Anzahl an
Patienten im Alter ab 65 Jahren nicht aus, um festzustellen, ob sie anders als jüngere Patientenreagieren. Siehe Abschnitt 4.2.
Kinder und JugendlicheAuf der Basis von PK-Populationsanalysen hat das Körpergewicht bei Jugendlichen (12-17 Jahre)
Einfluss auf die Clearance und das Verteilungsvolumen. Das Dosierungsschema für Jugendliche mit
C3G oder primärer IC-MPGN richtet sich nach dem Körpergewicht des Patienten (siehe
Abschnitt 4.2). Die im Modell vorhergesehene Exposition für Jugendliche mit C3G oder primärer
IC-MPGN entspricht der Referenzexposition bei Erwachsenen.
NierenfunktionsstörungIn einer Studie an 8 Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung, definiert als Kreatinin-Clearance(CrCl) unter 30 ml/min nach der Cockcroft-Gault-Formel (4 Patienten hatten Werte von unter20 ml/min), hatte eine Nierenfunktionsstörung keine Auswirkung auf die Pharmakokinetik von270 mg Pegcetacoplan in Form einer Einzeldosis. Es liegen nur wenige Daten zu Patienten mit PNHund Nierenfunktionsstörung vor, die zweimal wöchentlich die klinische Dosis von 1 080 mg erhielten.
Auf der Basis von PK-Populationsanalysen hat die eGFR keinen klinisch bedeutsamen Einfluss aufdie Exposition gegenüber Pegcetacoplan in einer gepoolten Analysepopulation. Es liegen keineklinischen Daten über die Anwendung von Pegcetacoplan bei Patienten mit dialysepflichtigerterminaler Niereninsuffizienz vor. Siehe Abschnitt 4.2.
Toxikologische In-vitro- und In-vivo-Daten lassen keine Toxizität von besonderer Bedenklichkeit fürden Menschen erkennen. Effekte, die bei Tieren nach Exposition im humantherapeutischen Bereichbeobachtet wurden, werden im Folgenden beschrieben. Diese Effekte wurden in klinischen Studiennicht beobachtet.
Reproduktion bei Tieren
Die Behandlung von trächtigen Cynomolgus-Affen mit Pegcetacoplan in einer subkutanen Dosis von28 mg/kg/Tag (das 2,9-Fache der Steady-State-Cmax beim Menschen) während der Trächtigkeitsdauerbis zur Entbindung führte zu einer statistisch signifikanten Zunahme von Aborten oder Totgeburten.
Bei termingerecht geborenen Nachkommen wurden keine maternaltoxischen oder teratogenen
Wirkungen beobachtet. Außerdem wurden bei Säuglingen bis zu 6 Monate postpartal keineentwicklungstoxischen Wirkungen beobachtet. Eine systemische Exposition gegenüber Pegcetacoplanwurde bei Feten von Affen festgestellt, die ab der Phase der Organogenese bis zum zweiten Trimenonmit 28 mg/kg/Tag behandelt wurden, wobei die Exposition jedoch minimal war (weniger als 1 %,pharmakologisch unbedeutend).
KarzinogeneseEs wurden keine Langzeitkarzinogenitätsstudien bei Tieren mit Pegcetacoplan durchgeführt.
GenotoxizitätPegcetacoplan war in bakteriellen In-vitro-Rückmutationstests (Ames-Tests) nicht mutagen und ineinem In-vitro-Test an humanen TK6-Zellen sowie in einem In-vivo-Mikronukleus-Test an Mäusennicht genotoxisch.
Toxikologie bei Tieren
Es wurden Studien mit wiederholter Gabe bei Kaninchen und Cynomolgus-Affen mit täglichensubkutanen Dosen von Pegcetacoplan vom bis zu 7-Fachen der Humandosis (1 080 mg zweimalwöchentlich) durchgeführt. Die histologischen Befunde bei beiden Tierarten waren dosisabhängigeepitheliale Vakuolisierungen und Infiltrate von vakuolisierten Makrophagen in zahlreichen Geweben.
Diese Befunde waren auch mit großen kumulativen Dosen von langkettigem PEG bei anderenzugelassenen PEGylierten Arzneimitteln assoziiert, hatten keine klinischen Folgen und wurden alsnicht schädlich angesehen. In den tierexperimentellen Studien mit Pegcetacoplan konnte innerhalbeines Monats keine Rückbildung gezeigt werden und wurde nicht über einen längeren Zeitraumuntersucht. Literaturdaten deuten auf eine Rückbildung von PEG-Vakuolen hin.
Eine Degeneration von Nierentubuli wurde mikroskopisch in beiden Spezies bei Expositionen (Cmaxund AUC) beobachtet, die geringer als oder vergleichbar mit den Expositionen unter der Humandosiswaren. Diese Degeneration war minimal und im Verlauf der 4-wöchigen bis 9-monatigen täglichen
Verabreichung von Pegcetacoplan nicht progredient. Obwohl keine manifesten Zeichen einer
Nierenfunktionsstörung bei Tieren beobachtet wurden, sind die klinische Bedeutung und diefunktionellen Konsequenzen dieser Befunde nicht bekannt.
Sorbitol (E 420)
Essigsäure (99%)
Natriumacetat-Trihydrat
Natriumhydroxid (zur pH-Einstellung)
Wasser für Injektionszwecke
Da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, darf dieses Arzneimittel nicht mit anderen
Arzneimitteln gemischt werden.
30 Monate.
Im Kühlschrank lagern (2 °C - 8 °C).
In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
Eine Durchstechflasche aus Typ-I-Glas mit einem Stopfen (Chlorbutyl oder Brombutyl) und
Versiegelung (Aluminium) mit Flip-off-Kappe (Polypropylen), die 54 mg/ml sterile Lösung enthält.
Jede Einzelpackung enthält 1 Durchstechflasche.
Es gibt Mehrfachpackungen mit 8 Durchstechflaschen (8 Packungen zu je 1 Durchstechflasche).
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
ASPAVELI ist eine gebrauchsfertige Lösung in Durchstechflaschen zur einmaligen Verwendung. Dadie Lösung kein Konservierungsmittel enthält, muss dieses Arzneimittel unmittelbar nach Vorbereitender Spritze infundiert werden.
ASPAVELI ist eine klare, farblose bis leicht gelbliche wässrige Lösung. Das Arzneimittel darf nichtverwendet werden, wenn die Flüssigkeit trübe aussieht, Schwebstoffe enthält oder dunkelgelb ist.
Vor Gebrauch immer etwa 30 Minuten warten, bis die Durchstechflasche Raumtemperatur erreichthat.
Die Schutzkappe von der Durchstechflasche abnehmen, damit der mittlere Teil des grauen
Gummistopfens der Durchstechflasche sichtbar ist. Den Stopfen mit einem neuen Alkoholtupferreinigen und trocknen lassen. Das Arzneimittel nicht verwenden, wenn die Schutzkappe fehlt oderbeschädigt ist.
Vorbereitung der Spritze:
Option 1: Bei Verwendung eines nadellosen Überleitungssystems (z. B. eines
Durchstechflaschenadapters) die Anleitung des Herstellers des Überleitungssystems befolgen.
Option 2: Wenn der Transfer mittels einer Überleitungsnadel und einer Spritze erfolgt, dienachfolgende Anleitung befolgen:
* Eine sterile Überleitungsnadel an eine sterile Spritze anbringen.
* Den Spritzenkolben zurückziehen, um die Spritze mit Luft zu füllen, und zwar mit etwa 20 ml.
* Darauf achten, dass die Durchstechflasche aufrecht steht. Die Durchstechflasche nicht auf den
Kopf drehen.
* Die luftgefüllte Spritze mit angebrachter Überleitungsnadel durch die Mitte des Stopfens der
Durchstechflasche stechen.
* Die Spitze der Überleitungsnadel darf nicht in die Lösung tauchen, damit keine Luftblasenentstehen.
* Den Kolben der Spritze vorsichtig hineindrücken. Dadurch wird die Luft aus der Spritze in die
Durchstechflasche injiziert.
* Die Durchstechflasche umdrehen.
* Die Spitze der Überleitungsnadel ist jetzt in die Lösung eingetaucht; langsam den Kolbenherausziehen, um die Spritze mit der verschriebenen ASPAVELI-Dosis zu füllen.
* Die gefüllte Spritze mit der Überleitungsnadel aus der Durchstechflasche ziehen.
* Die Überleitungsnadel nicht wieder mit der Schutzkappe verschließen. Die Nadel von der
Spritze abschrauben und in einem punktionssicheren Abwurfbehälter entsorgen.
Anwendung:ASPAVELI darf nur durch subkutane Infusion mithilfe einer Spritzeninfusionspumpe oder eines On-
Body-Delivery-Systems verabreicht werden:
* Die Infusionspumpe mit den Schläuchen gemäß der Anleitung des Herstellers vorbereiten. Bei
Verwendung einer Infusionspumpe zählen Abdomen, Oberschenkel, Hüfte oder Oberarme zuden Hautbereichen für die Infusion. Die Infusionsstellen von Infusion zu Infusion regelmäßigwechseln. Wenn an zwei Stellen gleichzeitig infundiert wird, müssen die Infusionsstellenmindestens 7,5 cm voneinander entfernt sein. Die Infusionsdauer beträgt etwa 30 Minuten (bei
Infusion an zwei Stellen) bzw. etwa 60 Minuten (bei einer Infusionsstelle).
* Das On-Body-Delivery-System gemäß der Anleitung des Herstellers vorbereiten. Bei
Verwendung des On-Body-Delivery-Systems ist ASPAVELI in das Abdomen zu verabreichen.
Die Infusionsstelle von Infusion zu Infusion regelmäßig wechseln. Die patientenindividuelle
Infusionsdauer beträgt typischerweise 30 bis 60 Minuten.
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.
Swedish Orphan Biovitrum AB (publ)
SE-112 76 Stockholm
Schweden
EU/1/21/1595/001
EU/1/21/1595/002
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 13. Dezember 2021
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur https://www.ema.europa.eu verfügbar.