Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels APIDRA 100U / ml injektionslösung in einem fertigpen
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
Apidra 100 Einheiten/ml Injektionslösung in einer Durchstechflasche
Apidra 100 Einheiten/ml Injektionslösung in einer Patrone
Apidra SoloStar 100 Einheiten/ml Injektionslösung in einem Fertigpen
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Ein ml enthält 100 Einheiten Insulinglulisin (entsprechend 3,49 mg).
Apidra 100 Einheiten/ml Injektionslösung in einer Durchstechflasche
Eine Durchstechflasche enthält 10 ml Injektionslösung, entsprechend 1.000 Einheiten.
Apidra 100 Einheiten/ml Injektionslösung in einer Patrone
Eine Patrone enthält 3 ml Injektionslösung, entsprechend 300 Einheiten.
Apidra SoloStar 100 Einheiten/ml Injektionslösung in einem Fertigpen
Ein Pen enthält 3 ml der Injektionslösung, entsprechend 300 Einheiten.
Insulinglulisin wird mittels gentechnologischer Methoden unter Verwendung von Escherichia colihergestellt.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Apidra 100 Einheiten/ml Injektionslösung in einer Durchstechflasche
Injektionslösung in einer Durchstechflasche.
Apidra 100 Einheiten/ml Injektionslösung in einer Patrone
Injektionslösung in einer Patrone.
Apidra SoloStar 100 Einheiten/ml Injektionslösung in einem Fertigpen
Injektionslösung in einem Fertigpen.
Klare, farblose, wässrige Lösung.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Zur Behandlung von Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern ab 6 Jahren mit Diabetes mellitus,sofern die Behandlung mit Insulin erforderlich ist.
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
DosierungDie Wirkstärke dieser Zubereitung ist in Einheiten angegeben. Diese Einheiten beziehen sichausschließlich auf Apidra und sind nicht identisch mit I. E. oder den Einheiten anderer Insulinanaloga(siehe Abschnitt 5.1).
Apidra wird üblicherweise in Kombination mit einem Intermediärinsulin, Langzeitinsulin oder einem
Basalinsulinanalogon angewendet. Es kann auch in Kombination mit oralen Antidiabetika angewendetwerden.
Die Dosierung von Apidra ist individuell anzupassen.
Besondere PatientengruppenEingeschränkte NierenfunktionIm Allgemeinen bleiben die pharmakokinetischen Eigenschaften von Insulinglulisin bei Patienten miteiner eingeschränkten Nierenfunktion erhalten. Allerdings kann der Insulinbedarf bei eingeschränkter
Nierenfunktion vermindert sein (siehe Abschnitt 5.2).
Eingeschränkte LeberfunktionBei Patienten mit einer verminderten Leberfunktion sind die pharmakokinetischen Eigenschaften von
Insulinglulisin nicht untersucht worden. Aufgrund der verringerten Glukoneogenese-Kapazität und desverminderten Insulinstoffwechsels kann der Insulinbedarf bei Patienten mit einer Einschränkung der
Leberfunktion herabgesetzt sein.
Ältere PatientenZur Anwendung bei älteren Patienten mit Diabetes mellitus stehen nur eingeschränktpharmakokinetische Daten zur Verfügung. Eine Verschlechterung der Nierenfunktion kann zu einer
Abnahme des Insulinbedarfs führen.
Kinder und JugendlicheEs liegen keine hinreichenden klinischen Informationen zur Anwendung von Apidra bei Kindern unter6 Jahren vor.
Art der AnwendungApidra 100 Einheiten/ml Injektionslösung in einer Durchstechflasche
Intravenöse Anwendung
Apidra kann intravenös verabreicht werden. Dies muss durch medizinisches Fachpersonal (durch den
Arzt oder unter strenger ärztlicher Überwachung) erfolgen.
Apidra darf nicht mit Glucose- oder Ringerlösung und mit keinem anderen Insulin gemischt werden.
Kontinuierliche subkutane Insulininfusion
Apidra kann für eine kontinuierliche subkutane Insulininfusion (KSII) in Pumpensystemen mit denentsprechenden Kathetern und Reservoirs, die für eine Insulininfusion geeignet sind, verwendetwerden. Patienten, die eine KSII praktizieren, sind umfassend mit der Anwendung des
Pumpensystems vertraut zu machen.
Das Infusions-Set und das Reservoir für Apidra sind unter Verwendung einer aseptischen Technik alle48 Stunden auszutauschen. Diese Anweisungen können von den allgemeinen Anweisungen im
Pumpenhandbuch abweichen. Es ist wichtig, dass Patienten, die Apidra anwenden, die für Apidraspezifischen Anweisungen befolgen. Das Nichtbefolgen der spezifischen Anweisungen zu Apidrakann zu schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen führen.
Wird Apidra mit einer Insulinpumpe verabreicht, darf es mit keinem Verdünnungsmittel und mitkeinem anderen Insulin gemischt werden.
Für den Fall, dass das Pumpensystem versagen sollte, müssen Patienten, die Apidra über eine KSIIapplizieren, stets ein alternatives System zur Verabreichung von Insulin verfügbar haben (siehe
Abschnitt 4.4 und 4.8).
Apidra 100 Einheiten/ml Injektionslösung in einer Durchstechflasche
Weitere Angaben zur Handhabung, siehe Abschnitt 6.6.
Apidra 100 Einheiten/ml Injektionslösung in einer Patrone
Apidra 100 Einheiten/ml in Patronen ist nur für subkutane Injektionen aus einem wiederverwendbaren
Pen geeignet (siehe Abschnitt 4.4). Falls die Anwendung einer Spritze, intravenösen Injektion oder
Infusionspumpe notwendig ist, sollte eine Durchstechflasche verwendet werden. Weitere Angaben zur
Handhabung, siehe Abschnitt 6.6.
Apidra SoloStar 100 Einheiten/ml Injektionslösung in einem Fertigpen
Apidra SoloStar 100 Einheiten/ml in einem Fertigpen ist nur für subkutane Injektionen geeignet. Fallsdie Anwendung einer Spritze notwendig ist, sollte eine Durchstechflasche verwendet werden.
Subkutane AnwendungApidra wird als subkutane Injektion kurz vor (0−15 Minuten) oder kurz nach einer Mahlzeit odermittels einer kontinuierlichen subkutanen Pumpeninfusion angewendet.
Apidra ist als subkutane Injektion entweder im Bereich der Bauchdecke, des Oberschenkels oder des
Deltamuskels anzuwenden oder subkutan durch kontinuierliche Infusion in den Bereich der
Bauchdecke zu applizieren. Die Injektions- oder Infusionsstellen in dem gewählten Injektionsbereich(Bauch, Oberschenkel oder Deltamuskel) sollten bei jeder Injektion gewechselt werden, um das Risikoeiner Lipodystrophie und einer kutanen Amyloidose zu reduzieren (siehe Abschnitt 4.4. und 4.8).
Die Resorptionsgeschwindigkeit und folglich auch der Wirkungseintritt und die Wirkdauer könnendurch die Injektionsstelle, körperliche Aktivität sowie durch andere Faktoren beeinflusst werden. Diesubkutane Injektion in die Bauchdecke führt im Vergleich zu anderen Injektionsstellen zu einer etwasschnelleren Resorption (siehe Abschnitt 5.2).
Es muss darauf geachtet werden, dass kein Blutgefäß getroffen wird. Nach der Injektion sollte die
Injektionsstelle nicht massiert werden. Die Patienten müssen in der Anwendung geeigneter
Injektionstechniken geschult werden.
Mischbarkeit mit Insulinen
Wird Apidra als subkutane Injektion verabreicht, darf es nicht mit anderen Arzneimitteln, außer mithumanem NPH-Insulin, gemischt werden.
Für weitere Hinweise zur Handhabung siehe Abschnitt 6.6.
Vor der Anwendung von SoloStar müssen die Hinweise zur Handhabung in der Packungsbeilagesorgfältig gelesen werden (siehe Abschnitt 6.6).
4.3 Kontraindikationen
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.
Hypoglykämie.
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
RückverfolgbarkeitUm die Rückverfolgbarkeit biologischer Arzneimittel zu verbessern, müssen die Bezeichnung des
Arzneimittels und die Chargenbezeichnung des angewendeten Arzneimittels eindeutig dokumentiertwerden.
Die Umstellung eines Patienten auf einen anderen Insulintyp oder eine andere Insulinmarke mussunter strenger ärztlicher Überwachung erfolgen. Jede Änderung hinsichtlich Stärke, Insulinmarke(Hersteller), Insulintyp (Normal, NPH-verzögert, zinkverzögert, lang wirksam usw.), Ursprung(tierisches Insulin, Humaninsulin oder Insulinanalogon) und/oder Herstellungsmethode kann eine
Änderung der Dosierung erforderlich machen. Eine gleichzeitige Behandlung mit oralen Antidiabetikamuss gegebenenfalls angepasst werden.
Patienten müssen angewiesen werden, die Injektionsstelle regelmäßig zu wechseln, um das Risikoeiner Lipodystrophie und einer kutanen Amyloidose zu reduzieren. Es besteht das potenzielle Risikoeiner verzögerten Insulinresorption und einer schlechteren Blutzuckerkontrolle nach Insulininjektionenan Stellen mit diesen Reaktionen. Bei einem plötzlichen Wechsel der Injektionsstelle zu einem nichtbetroffenen Bereich wurde darüber berichtet, dass dies zu Hypoglykämie führte. Nach einem Wechseldes Injektionsbereichs wird eine Überwachung des Blutzuckers empfohlen und eine Dosisanpassungder Antidiabetika kann in Erwägung gezogen werden.
HyperglykämieEine unzureichende Dosierung oder der Abbruch einer Behandlung, insbesondere bei Patienten miteinem insulinpflichtigen Diabetes, kann zu einer Hyperglykämie und einer diabetischen Ketoazidoseführen; diese Zustände sind potenziell lebensbedrohlich.
HypoglykämieDer Zeitpunkt des Auftretens einer Hypoglykämie hängt vom Wirkprofil der verwendeten Insuline abund kann sich daher bei Umstellung des Behandlungsschemas ändern.
Bestimmte Umstände können die frühen Warnsymptome einer Hypoglykämie unterschiedlich oderweniger ausgeprägt erscheinen lassen, wie z. B. lange Diabetesdauer, intensivierte Insulintherapie,diabetische Neuropathie, Behandlung mit Arzneimitteln wie z. B. Betablockern oder der Wechsel voneinem Insulin tierischen Ursprungs zu einem Humaninsulin.
Eine Anpassung der Dosis kann auch bei einer verstärkten körperlichen Aktivität des Patienten oderbei einer Änderung der Ernährungsgewohnheiten notwendig sein. Körperliche Aktivitäten unmittelbarnach der Mahlzeit können das Risiko einer Hypoglykämie erhöhen.
Im Vergleich zu normalem Humaninsulin kann eine evtl. Hypoglykämie nach einer Injektion miteinem schnell wirksamen Insulinanalogon rascher auftreten.
Unbehandelte hypoglykämische oder hyperglykämische Reaktionen können zu Bewusstlosigkeit,
Koma oder zum Tod führen.
Der Insulinbedarf kann sich während einer Krankheit oder bei seelischer Belastung verändern.
Apidra 100 Einheiten/ml Injektionslösung in einer Patrone
Mit Apidra 100 Einheiten/ml Injektionslösung in einer Patrone zu verwendende Pens
Apidra 100 Einheiten/ml in Patronen ist nur für subkutane Injektionen aus einem wiederverwendbaren
Pen geeignet. Falls die Anwendung einer Spritze, intravenösen Injektion oder Infusionspumpenotwendig ist, sollte eine Durchstechflasche verwendet werden.
Die Apidra-Patronen sind nur mit den folgenden Pens anzuwenden:
- JuniorStar, der Dosen in Schritten von 0,5 Einheiten abgibt.
- ClikStar, TactiPen, Autopen 24, AllStar oder AllStar PRO, die Dosen in Schritten von 1 Einheitabgeben.
Diese Patronen dürfen nicht mit anderen wiederverwendbaren Pens angewendet werden, da die
Dosiergenauigkeit ausschließlich mit den aufgeführten Pens geprüft wurde.
Es werden möglicherweise nicht alle dieser Pens in Ihrem Land in den Verkehr gebracht.
AnwendungsfehlerEs wurde von Anwendungsfehlern berichtet, bei denen anstelle von Insulinglulisin versehentlichandere Insuline, insbesondere lang wirksame Insuline, verabreicht wurden. Die Bezeichnung des
Insulins muss stets vor jeder Injektion überprüft werden, um Verwechslungen zwischen Insulinglulisinund anderen Insulinen zu vermeiden.
Apidra 100 Einheiten/ml Injektionslösung in einer Durchstechflasche
Kontinuierliche subkutane Insulininfusion
Funktionsstörungen der Insulinpumpe oder des Infusions-Sets oder Anwendungsfehler können schnellzu einer Hyperglykämie, hyperglykämischen Ketose oder diabetischen Ketoazidose führen. Eineunverzügliche Erkennung und Beseitigung der Ursache der Hyperglykämie oder Ketose oderdiabetischen Ketoazidose ist erforderlich.
Es wurden Fälle von diabetischer Ketoazidose bei der Anwendung von Apidra mit derkontinuierlichen subkutanen Insulininfusion in Pumpensystemen berichtet. Die meisten Fälle betrafen
Anwendungsfehler oder das Versagen des Pumpensystems.
Es kann erforderlich werden, dass Apidra zeitweise subkutan injiziert wird. Patienten, die diekontinuierliche subkutane Insulintherapie mit Infusionspumpen verwenden, müssen in der Anwendungvon Insulin mittels Injektion geschult werden und über alternative Systeme zur Verabreichung von
Insulin im Falle eines Versagens des Pumpensystems verfügen (siehe Abschnitt 4.2 und 4.8).
Sonstige BestandteileDieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Dosis, d. h., es ist nahezu'natriumfrei“.
Apidra enthält Metacresol, das allergische Reaktionen hervorrufen kann.
Kombination von Apidra mit Pioglitazon
Bei der Anwendung von Pioglitazon in Kombination mit Insulin wurden Fälle von Herzinsuffizienzberichtet, insbesondere bei Patienten mit Risikofaktoren für die Entwicklung einer Herzinsuffizienz.
Dies muss berücksichtigt werden, wenn eine Behandlung mit Pioglitazon zusammen mit Apidraerwogen wird. Patienten, die mit dieser Kombination behandelt werden, müssen bezüglich Anzeichenund Symptomen von Herzinsuffizienz, Gewichtszunahme und Ödemen beobachtet werden. Im Falleeiner Verschlechterung der kardialen Symptomatik muss Pioglitazon abgesetzt werden.
Apidra SoloStar 100 Einheiten/ml Injektionslösung in einem Fertigpen
Handhabung des SoloStar-Fertigpens
Apidra SoloStar 100 Einheiten/ml in einem Fertigpen ist nur für subkutane Injektionen geeignet. Fallsdie Anwendung einer Spritze, intravenösen Injektion oder Infusionspumpe notwendig ist, sollte eine
Durchstechflasche verwendet werden.
Vor der Anwendung von SoloStar müssen die Hinweise zur Handhabung in der Packungsbeilagesorgfältig gelesen werden. SoloStar muss wie in diesen Hinweisen zur Handhabung beschriebenangewendet werden (siehe Abschnitt 6.6).
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Es wurden keine Studien zu pharmakokinetischen Wechselwirkungen durchgeführt. Ausgehend vonden empirischen Erfahrungen mit vergleichbaren Arzneimitteln ist es unwahrscheinlich, dass klinischrelevante pharmakokinetische Wechselwirkungen auftreten.
Eine Reihe von Substanzen beeinflussen den Glucosestoffwechsel und können eine Dosisanpassungvon Insulinglulisin sowie eine besonders gründliche Überwachung erforderlich machen.
Zu den Substanzen, die die blutzuckersenkende Aktivität erhöhen und die Neigung zu Hypoglykämienverstärken können, gehören orale Antidiabetika, Angiotensin-Converting-Enzym-(ACE-)Hemmer,
Disopyramid, Fibrate, Fluoxetin, Monoaminoxidase-(MAO-)Hemmer, Pentoxifyllin, Propoxyphen,
Salicylate und Sulfonamid-Antibiotika.
Zu den Substanzen, die den blutzuckersenkenden Effekt abschwächen können, gehören
Kortikosteroide, Danazol, Diazoxid, Diuretika, Glukagon, Isoniazid, Phenothiazin-Abkömmlinge,
Somatropin, Sympathomimetika (z. B. Epinephrin [Adrenalin], Salbutamol, Terbutalin),
Schilddrüsenhormone, Östrogene und Gestagene (z. B. in oralen Kontrazeptiva), Proteaseinhibitorensowie atypische Antipsychotika (z. B. Olanzapin und Clozapin).
Betablocker, Clonidin, Lithiumsalze oder Alkohol können sowohl zu einer Verstärkung als auch zueiner Abschwächung der blutzuckersenkenden Wirkung von Insulin führen. Pentamidin kann eine
Hypoglykämie verursachen, gelegentlich mit nachfolgender Hyperglykämie.
Zusätzlich können unter der Wirkung von Sympatholytika, wie Betablockern, Clonidin, Guanethidinund Reserpin, die Symptome der adrenergen Gegenregulation abgeschwächt sein oder fehlen.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
SchwangerschaftBisher liegen keine oder nur sehr begrenzte Erfahrungen (weniger als 300 Schwangerschaftsausgänge)mit der Anwendung von Insulinglulisin bei Schwangeren vor.
Tierexperimentelle Studien zur Reproduktionstoxizität zeigten keinerlei Unterschiede zwischen
Insulinglulisin und Humaninsulin in Bezug auf die Schwangerschaft, die embryonale/fetale
Entwicklung, die Geburt oder die postnatale Entwicklung (siehe Abschnitt 5.3).
Bei der Anwendung in der Schwangerschaft ist Vorsicht geboten. Eine sorgfältige Überwachung des
Blutzuckerspiegels ist besonders wichtig.
Bei Patientinnen mit vorbestehender Diabeteserkrankung oder einem Schwangerschaftsdiabetes isteine gute Stoffwechseleinstellung während der gesamten Schwangerschaft unbedingt erforderlich. Der
Insulinbedarf kann während des ersten Trimenons abnehmen und steigt in der Regel während deszweiten und dritten Trimenons wieder an. Unmittelbar nach der Entbindung fällt der Insulinbedarfrasch ab.
StillzeitEs ist nicht bekannt, ob Insulinglulisin in die menschliche Muttermilch übertritt, aber im Allgemeinentritt Insulin weder in die Muttermilch über noch wird es nach oraler Anwendung resorbiert.
Bei stillenden Müttern kann eine Anpassung der Insulindosis und der Ernährungsgewohnheitennotwendig werden.
FertilitätTierexperimentelle Studien mit Insulinglulisin ergaben keine Hinweise auf Nebenwirkungen in Bezugauf die Fertilität.
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
MaschinenDie Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit des Patienten kann aufgrund einer Hypo- oder
Hyperglykämie oder z. B. aufgrund von Sehstörungen beeinträchtigt sein. Dies kann in Situationen, indenen diese Fähigkeiten von besonderer Bedeutung sind (z. B. beim Autofahren oder beim Bedienenvon Maschinen), ein Risiko darstellen.
Den Patienten ist zu raten, Vorsichtsmaßnahmen zu treffen, um Hypoglykämien beim Führen von
Kraftfahrzeugen zu vermeiden. Dies ist besonders wichtig bei Patienten mit verringerter oderfehlender Wahrnehmung von Hypoglykämie-Warnsymptomen oder häufigen Hypoglykämie-
Episoden. In diesen Fällen ist zu überlegen, ob das Führen eines Kraftfahrzeuges ratsam ist.
4.8 Nebenwirkungen
Zusammenfassung des SicherheitsprofilsEine Hypoglykämie, die häufigste Nebenwirkung der Insulintherapie, kann auftreten, wenn die
Insulindosis den Bedarf überschreitet.
Tabellarisch aufgelistete Nebenwirkungen
Nachfolgend sind die aus klinischen Studien bekannt gewordenen unerwünschten
Arzneimittelwirkungen aufgelistet, gruppiert nach Systemorganklassen und geordnet nachabnehmender Häufigkeit ihres Auftretens (sehr häufig: ≥ 1/10; häufig: ≥ 1/100, < 1/10; gelegentlich:≥ 1/1.000, < 1/100; selten: ≥ 1/10.000, < 1/1.000; sehr selten: < 1/10.000); nicht bekannt (Häufigkeitauf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).
Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregradangegeben.
Organsystem Sehr häufig Häufig Gelegentlich Selten Nicht bekanntklassengemäß
MedDRA
Stoffwechsel- Hypoglykämie Hyperglykämieund (kann zu
Ernährungs- diabetischerstörungen Ketoazidose(1)führen)
Erkrankun- Reaktionen Lipo- Kutanegen der Haut an der dystrophie Amyloidoseund des Injektions-
Unterhaut- stelle,zellgewebes lokale
Überempfindlichkeitsreak-tionen
Allgemeine Systemische
Erkrankun- Überempfind-gen und lichkeits-
Beschwerden reaktionenam Ver-abreichungs-ort(1) Apidra 100 Einheiten/ml Injektionslösung in einer Durchstechflasche: In den meisten Fällen handelte es sichum Anwendungsfehler oder Versagen des Pumpensystems, wenn Apidra mit KSII angewendet wurde.
Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen* Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
Gewöhnlich treten die Symptome einer Hypoglykämie plötzlich auf. Dazu können gehören:
Kaltschweißigkeit, kühle und blasse Haut, Müdigkeit, Nervosität oder Tremor, Angst, ungewöhnliche
Erschöpfung oder Schwäche, Verwirrung, Konzentrationsstörungen, Benommenheit, übermäßiger
Hunger, Veränderungen des Sehvermögens, Kopfschmerzen, Übelkeit und Herzklopfen. Eine
Hypoglykämie kann einen schweren Verlauf nehmen und zu Bewusstlosigkeit und/oder
Krampfanfällen führen. Sie kann eine vorübergehende oder dauerhafte Beeinträchtigung der
Gehirnfunktion oder sogar den Tod zur Folge haben.
Apidra 100 Einheiten/ml Injektionslösung in einer Durchstechflasche
Es wurden bei der Anwendung von Apidra mit KSII Fälle von Hyperglykämie berichtet (siehe
Abschnitt 4.4), die zu einer diabetischen Ketoazidose (DKA) geführt haben. Bei den meisten Fällenhandelte es sich um Anwendungsfehler oder Versagen des Pumpensystems. Patienten sollten stets diefür Apidra spezifischen Anweisungen befolgen (siehe Abschnitt 4.2) und stets über ein alternatives
System zur Insulinverabreichung im Falle eines Versagens des Pumpensystems verfügen.
* Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
Während der Behandlung mit Insulin kann es zu lokalen Überempfindlichkeitsreaktionen (Rötung,
Schwellung und Juckreiz an der Injektionsstelle) kommen. Diese Reaktionen sind in der Regel vonvorübergehender Natur und verschwinden normalerweise unter Fortsetzung der Behandlung wieder.
Lipodystrophie und kutane Amyloidose können an der Injektionsstelle auftreten und die lokale
Insulinresorption verzögern. Durch einen regelmäßigen Wechsel der Injektionsstelle innerhalb desjeweiligen Injektionsbereichs können diese Reaktionen reduziert oder verhindert werden (siehe
Abschnitt 4.4).
* Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
Systemische Überempfindlichkeitsreaktionen können sich durch Symptome wie Urtikaria, Enge in der
Brust, Kurzatmigkeit, allergische Dermatitis und Juckreiz äußern. Schwere generalisierte allergische
Reaktionen, einschließlich anaphylaktischer Reaktionen, können lebensbedrohlich sein.
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
SymptomatikHypoglykämie kann als Folge eines Überschusses an Insulinwirkung im Verhältnis zur
Nahrungsaufnahme oder zum Energieverbrauch auftreten.
Es gibt keine spezifischen Daten zur Überdosierung von Insulinglulisin. Eine Hypoglykämie kannjedoch grundsätzlich in verschiedenen Stufen/Ausprägungen auftreten.
MaßnahmenLeichte Hypoglykämien können durch orale Gabe von Glucose oder zuckerhaltigen Lebensmittelnbehandelt werden. Ein Diabetiker sollte deshalb immer einige Traubenzuckerstücke, Süßigkeiten,
Kekse oder zuckerhaltigen Fruchtsaft bei sich haben.
Schwere Hypoglykämien mit Bewusstlosigkeit können mittels einer intramuskulären oder subkutanen
Injektion von Glukagon (0,5 mg bis 1 mg), die von einer entsprechend geschulten Person gegebenwird, oder durch intravenöse Gabe von Glucose durch einen Arzt behandelt werden. Spricht der
Patient nicht innerhalb von 10 bis 15 Minuten auf Glukagon an, muss ebenfalls Glucose intravenösgegeben werden.
Sobald der Patient wieder bei Bewusstsein ist, empfiehlt sich die Gabe von oralen Kohlenhydraten, umeinen Rückfall zu vermeiden.
Nach einer Glukagoninjektion sollte der Patient in einem Krankenhaus überwacht werden, um die
Ursache für die schwere Hypoglykämie zu ermitteln und ähnliche Episoden zu vermeiden.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Antidiabetika, Insuline und Analoga zur Injektion, schnell wirkend.
ATC Code: A10AB06.
WirkmechanismusInsulinglulisin ist ein rekombinantes Humaninsulinanalogon, das gleich wirksam wie humanes
Normalinsulin ist. Insulinglulisin verfügt im Vergleich zu humanem Normalinsulin über einenschnelleren Wirkungseintritt und eine kürzere Wirkdauer.
Die primäre Wirkung von Insulinen und Insulinanaloga, einschließlich Insulinglulisin, besteht in der
Regulierung des Glucosestoffwechsels. Insulin senkt den Blutzuckerspiegel durch die Stimulierungder peripheren Glucoseaufnahme (insbesondere durch Skelettmuskulatur und Fett) sowie durch die
Hemmung der Glucoseproduktion in der Leber. Insulin hemmt die Lipolyse in den Adipozyten wieauch die Proteolyse und fördert die Proteinsynthese.
Studien mit gesunden Freiwilligen und Patienten mit Diabetes haben gezeigt, dass bei subkutaner
Gabe von Insulinglulisin der Wirkungseintritt schneller erfolgt und die Wirkdauer kürzer ist als beihumanem Normalinsulin. Injiziert man Insulinglulisin subkutan, beginnt die blutzuckersenkende
Wirkung innerhalb von 10−20 Minuten. Nach intravenöser Gabe kommt es zu einem schnelleren
Wirkungseintritt, einer kürzeren Wirkdauer und einer größeren Maximalwirkung im Vergleich zursubkutanen Verabreichung. Bei einer intravenösen Applikation sind die blutzuckersenkenden
Wirkungen von Insulinglulisin und humanem Normalinsulin gleich stark.
Eine Einheit Insulinglulisin verfügt über die gleiche blutzuckersenkende Wirkung wie eine Einheithumanes Normalinsulin.
Dosis-Proportionalität
In einer Studie mit 18 männlichen Personen im Alter von 21 bis 50 Jahren mit Typ-1-Diabetesmellitus zeigte Insulinglulisin im therapeutisch relevanten Dosierbereich von 0,075 bis0,15 Einheiten/kg eine zur Dosis proportionale glucosesenkende Wirkung, und bei 0,3 Einheiten/kgoder mehr einen unterproportionalen Anstieg der glucosesenkenden Wirkung, genau wie
Humaninsulin.
Insulinglulisin hat einen doppelt so schnellen Wirkungseintritt wie normales Humaninsulin und erzieltdie vollständige glucosesenkende Wirkung etwa 2 Stunden früher als Humaninsulin.
Eine Phase-I-Studie bei Patienten mit Typ-1-Diabetes mellitus bewertete das glucosesenkende
Wirkprofil von Insulinglulisin und humanem Normalinsulin nach subkutaner Gabe einer Dosis von0,15 Einheiten/kg zu verschiedenen Zeitpunkten bezogen auf eine 15-minütige Standardmahlzeit. Ausden Daten war ersichtlich, dass bei einer Applikation von Insulinglulisin 2 Minuten vor der Mahlzeiteine vergleichbare postprandiale glykämische Kontrolle erreicht wird wie mit humanem
Normalinsulin, das 30 Minuten vor der Mahlzeit gegeben wird. Wurde Insulinglulisin 2 Minuten vorder Mahlzeit gegeben, wurde eine bessere postprandiale Kontrolle erreicht als mit humanem
Normalinsulin, das 2 Minuten vor der Mahlzeit gegeben wurde. Wird Insulinglulisin 15 Minuten nach
Beginn der Mahlzeit angewendet, wird eine vergleichbare glykämische Kontrolle erreicht wie mithumanem Normalinsulin, das 2 Minuten vor der Mahlzeit gegeben wird (siehe Abbildung 1).
220 220 220200 200 200180 180 180160 160 160140 140 140120 120 120100 100 100
GLULISIN - vorher GLULISIN - vorher80 80
NORMAL - 30 Min. NORMAL - vorher 80 GLULISIN - nachher
NORMAL - vorher60 60
- 1 0 1 2 3 4 5 6 7 -1 0 1 2 3 4 5 6 7 60
- 1 0 1 2 3 4 5 6 7
ZEIT - Stunden ZEIT - Stunden ZEIT - Stunden
Abbildung 1A Abbildung 1B Abbildung 1C
Abbildung 1: Durchschnittliche blutzuckersenkende Wirkung über 6 Stunden bei 20 Patienten mit
Typ-1-Diabetes mellitus. Insulinglulisin bei Gabe 2 Minuten (GLULISIN - vorher) vor Beginn der
Mahlzeit im Vergleich zu humanem Normalinsulin, das 30 Minuten (NORMAL - 30 Min.) vor Beginnder Mahlzeit gegeben wurde (Abbildung 1A) sowie im Vergleich zu humanem Normalinsulin, das2 Minuten (NORMAL - vorher) vor einer Mahlzeit gegeben wurde (Abbildung 1B). Insulinglulisin bei
Gabe 15 Minuten (GLULISIN - nachher) nach Beginn der Mahlzeit im Vergleich zu humanem
Normalinsulin, das 2 Minuten (NORMAL - vorher) vor Beginn der Mahlzeit gegeben wurde(Abbildung 1C). Die Null auf der x-Achse (Pfeil) steht für den Beginn einer 15-Minuten-Mahlzeit.
Adipositas
Eine mit Insulinglulisin, Insulinlispro und humanem Normalinsulin durchgeführte Phase-I-Studie beiadipösen Probanden zeigt, dass die schnelle Wirkung von Insulinglulisin erhalten bleibt. Die Zeit, inder 20 % der Gesamt-AUC (Fläche unter der Kurve) erreicht wurde, und die AUC (0−2 Stunden),welche die frühe blutzuckersenkende Wirkung darstellt, betrugen in dieser Studie 114 Minuten bzw.427 mg/kg für Insulinglulisin, 121 Minuten bzw. 354 mg/kg für Insulinlispro sowie 150 Minuten bzw.197 mg/kg für humanes Normalinsulin (siehe Abbildung 2).
GLUKOSE - mg/dl
GLUKOSE - mg/dl
GLUKOSE - mg/dl
GLULISIN8 LISPRO
NORMAL0 2 4 6 8 10
ZEIT - Stunden
Abbildung 2: Glucoseinfusionsraten (GIR) nach subkutaner Injektion von 0,3 Einheiten/kg
Insulinglulisin (GLULISIN) oder Insulinlispro (LISPRO) oder humanem Normalinsulin (NORMAL)bei einer adipösen Probandengruppe.
Eine weitere mit Insulinglulisin und Insulinlispro durchgeführte Phase-I-Studie bei 80 nichtdiabetischen Probanden mit breit gestreuten Body-Mass-Indizes (18−46 kg/m2) zeigte, dass dieschnelle Wirkung von Insulinglulisin über einen weiten Bereich von Body-Mass-Indizes (BMI)erhalten bleibt, während die blutzuckersenkende Wirkung insgesamt bei zunehmender Adipositasabnimmt.
Die durchschnittliche Gesamt-GIR-AUC zwischen 0-1 Stunde betrug 102 ± 75 mg/kg bzw.158 ± 100 mg/kg mit 0,2 bzw. 0,4 Einheiten/kg Insulinglulisin sowie 83,1 ± 72,8 mg/kg bzw.112,3 ± 70,8 mg/kg mit 0,2 bzw. 0,4 Einheiten/kg Insulinlispro.
Eine Phase-I-Studie bei 18 adipösen Probanden mit Typ-2-Diabetes mellitus (BMI zwischen 35 und40 kg/m2) mit Insulinglulisin und Insulinlispro [90 % CI: 0,81, 0,95 (p = < 0,01)] hat gezeigt, dass
Insulinglulisin die täglichen postprandialen Blutzuckerspitzen wirksam senkt.
Klinische Wirksamkeit und SicherheitTyp-1-Diabetes mellitus - Erwachsene
Im Rahmen einer 26-wöchigen klinischen Phase-III-Studie wurde Insulinglulisin mit Insulinlispro, diebeide kurz (0−15 Minuten) vor einer Mahlzeit subkutan injiziert wurden, bei Patienten mit Typ-1-
Diabetes mellitus, welche Insulin glargin als Basalinsulin verwendeten, verglichen. Insulinglulisin warhinsichtlich der glykämischen Kontrolle vergleichbar mit Insulinlispro, was sich in der Veränderungvon glykosyliertem Hämoglobin (gemessen als HbA1c-Wert) vom Baseline-Wert bis zum Endpunktwiderspiegelte. Es wurden vergleichbare, von den Patienten selbst kontrollierte Blutzuckerwertebeobachtet. Im Gegensatz zu Insulinlispro war bei Insulinglulisin keine Erhöhung der Basalinsulin-
Dosis erforderlich.
Eine klinische Phase-III-Studie über 12 Wochen, die mit Patienten mit Typ-1-Diabetes mellitusdurchgeführt wurde, die Insulin glargin als basale Therapie erhielten, weist darauf hin, dass bei einer
Gabe von Insulinglulisin unmittelbar nach einer Mahlzeit eine Wirksamkeit erreicht wird, die mit der
Gabe von Insulinglulisin unmittelbar vor einer Mahlzeit (0−15 Minuten) vergleichbar ist oder mit
Normalinsulin (30−45 Minuten) vor einer Mahlzeit.
In der Per-Protokoll-Population wurde in der Gruppe, die mit Insulinglulisin vor der Mahlzeitbehandelt wurde, eine signifikant höhere Absenkung des HbA1c-Wertes beobachtet als in jener, die
Normalinsulin erhielt.
Typ-1-Diabetes mellitus - Kinder
Im Rahmen einer 26-wöchigen klinischen Phase-III-Studie wurde Insulinglulisin mit Insulinlispro, diebeide kurz (0−15 Minuten) vor einer Mahlzeit subkutan injiziert wurden, bei Kindern (4−5 Jahre:n = 9, 6−7 Jahre: n = 32 und 8−11 Jahre: n = 149) und Jugendlichen (12−17 Jahre: n = 382) mit Typ-1-Diabetes mellitus, welche Insulin glargin oder NPH-Insulin als Basalinsulin verwendeten,verglichen. Insulinglulisin war hinsichtlich der glykämischen Kontrolle vergleichbar mit Insulinlispro,
GIR - mg/kg/minwas sich in der Änderung der Konzentration des glykosylierten Hämoglobins (GHb gemessen als
HbA1c-Wert) vom Baseline-Wert bis zum Endpunkt und in den selbst kontrollierten Blutzuckerwertenwiderspiegelte.
Es liegen keine hinreichenden klinischen Informationen zur Anwendung von Apidra bei Kindern unter6 Jahren vor.
Typ-2-Diabetes mellitus - Erwachsene
In einer klinischen Phase-III-Studie über 26 Wochen, an die sich eine Verlängerungsstudie zur
Unbedenklichkeit über 26 Wochen anschloss, wurde subkutan injiziertes Insulinglulisin(0−15 Minuten vor einer Mahlzeit) mit normalem Humaninsulin (30−45 Minuten vor einer Mahlzeit)bei Patienten mit Typ-2-Diabetes mellitus verglichen, die zusätzlich NPH-Insulin als Basalinsulinanwendeten. Der durchschnittliche Body-Mass-Index (BMI) der Patienten betrug 34,55 kg/m2. In
Bezug auf die Veränderung von glykosyliertem Hämoglobin (gemessen als HbA1c-Wert) zwischen
Baseline-Wert und Endpunkt nach 6 Monaten (-0,46 % für Insulinglulisin und -0,30 % für normales
Humaninsulin, p = 0,0029) und zwischen Baseline-Wert und Endpunkt nach 12 Monaten (-0,23 % für
Insulinglulisin und -0,13 % für normales Humaninsulin, Unterschied nicht signifikant) waren
Insulinglulisin und normales Humaninsulin vergleichbar. Im Rahmen dieser Studie mischte die
Mehrheit der Patienten (79 %) ihr schnell wirksames Insulin unmittelbar vor der Injektion mit
NPH-Insulin und 58 % der Patienten verwendeten zum Zeitpunkt der Randomisierung oraleblutzuckersenkende Arzneimittel. Sie wurden angewiesen, diese in der gleichen Dosierungbeizubehalten.
Rasse und Geschlecht
In kontrollierten klinischen Studien mit Erwachsenen zeigten Untergruppenanalysen, die auf Rasseund Geschlecht basierten, keine Unterschiede im Hinblick auf Sicherheit und Wirksamkeit von
Insulinglulisin.
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
Der Austausch der im Humaninsulin in Position B3 vorhandenen Aminosäure Asparagin durch Lysinsowie jener von Lysin in Position B29 durch Glutaminsäure führt bei Insulinglulisin eine schnellere
Resorption herbei.
In einer Studie mit 18 männlichen Personen im Alter von 21 bis 50 Jahren mit Typ-1-Diabetesmellitus zeigte Insulinglulisin im Dosisbereich von 0,075 bis 0,4 Einheiten/kg eine zur Dosisproportionale Initial-, Maximal- und Gesamtverfügbarkeit.
Resorption und Bioverfügbarkeit
Die pharmakokinetischen Wirkprofile bei gesunden Freiwilligen und Diabetespatienten (Typ 1 oder
Typ 2) zeigten im Vergleich zu normalem Humaninsulin, dass die Resorption von Insulinglulisin etwadoppelt so schnell erfolgte und die Spitzenkonzentration etwa doppelt so hoch lag.
In einer Studie mit Patienten mit Typ-1-Diabetes mellitus betrug nach subkutaner Applikation von0,15 Einheiten/kg bei Insulinglulisin der tmax-Wert 55 Minuten und der Cmax-Wert 82 ±1,3 µEinheiten/ml, verglichen mit einem tmax-Wert von 82 Minuten und einem Cmax-Wert von 46 ±1,3 µEinheiten/ml bei humanem Normalinsulin. Die durchschnittliche Verweilzeit von Insulinglulisinwar kürzer (98 Minuten) als bei humanem Normalinsulin (161 Minuten) (siehe Abbildung 3).
80 GLULISIN
NORMAL0 1 2 3 4 5 6
ZEIT - Stunden
Abbildung 3: Pharmakokinetisches Profil von Insulinglulisin und humanem Normalinsulin bei
Patienten mit Typ-1-Diabetes mellitus nach einer Dosis von 0,15 Einheiten/kg.
In einer Studie mit Patienten mit einem Typ-2-Diabetes mellitus betrug der Cmax-Wert nach subkutaner
Applikation von 0,2 Einheiten/kg Insulinglulisin 91 µEinheiten/ml mit einem Quartilsabstandzwischen 78 und 104 µEinheiten/ml.
Die Konzentrations-Zeit-Profile waren ähnlich, wenn Insulinglulisin subkutan im Bereich der
Bauchdecke, des Deltamuskels oder des Oberschenkels injiziert wurde, wobei nach einer Applikationim Bereich der Bauchdecke die Resorption etwas rascher erfolgte als nach einer Applikation im
Bereich des Oberschenkels. Die Resorption aus dem Deltamuskel lag zwischen diesen beiden Werten(siehe Abschnitt 4.2). Die absolute Bioverfügbarkeit (70 %) von Insulinglulisin war mit einer geringenintraindividuellen Variabilität (11 % VK) bei den jeweiligen Injektionsstellen ähnlich. Die intravenöse
Verabreichung von Insulinglulisin als Bolus führte im Vergleich zur subkutanen Injektion zu höherersystemischer Exposition mit einem etwa 40-fach höheren Cmax-Wert.
Adipositas
Eine weitere mit Insulinglulisin und Insulinlispro durchgeführte Phase-I-Studie bei 80 nichtdiabetischen Probanden mit breit gestreuten Body-Mass-Indizes (18−46 kg/m2) zeigte, dass dieschnelle Resorption und die Gesamt-AUC über einen weiten Bereich von Body-Mass-Indizesallgemein erhalten bleiben.
Mit Insulinglulisin wurden 10 % der Gesamt-AUC etwa 5−6 Minuten früher erreicht.
Verteilung und Ausscheidung
Die Verteilung und Ausscheidung nach intravenöser Gabe von Insulinglulisin und humanem
Normalinsulin sind mit einem Distributionsvolumen von 13 l bzw. 22 l und Halbwertszeiten von 13bzw. 18 Minuten vergleichbar.
Mit einer scheinbaren Halbwertszeit von 42 Minuten wird Insulinglulisin nach subkutaner Applikationschneller ausgeschieden als humanes Normalinsulin mit 86 Minuten. In einer studienübergreifenden
Analyse von Insulinglulisin, die sowohl gesunde Probanden als auch Patienten mit einem Typ-1- oder
Typ-2-Diabetes mellitus umfasste, bewegte sich die scheinbare Halbwertszeit zwischen 37 und75 Minuten (Quartilsabstand).
Insulinglulisin hat eine geringe Plasmaproteinbindung, ähnlich wie Humaninsulin.
Besondere PatientengruppenEingeschränkte NierenfunktionIn einer klinischen Studie, die mit nicht diabetischen Patienten durchgeführt wurde und einen breiten
Bereich der Nierenfunktion abdeckte (CrCl > 80 ml/Minute, 30−50 ml/Minute, < 30 ml/Minute),blieben die schnell wirkenden Eigenschaften von Insulinglulisin im Allgemeinen erhalten. Allerdingskann der Insulinbedarf beim Vorliegen einer eingeschränkten Nierenfunktion vermindert sein.
INSULINKONZ. - µE/ml
Eingeschränkte LeberfunktionBei Patienten mit einer eingeschränkten Leberfunktion sind die pharmakokinetischen Eigenschaftennicht untersucht worden.
Ältere PatientenEs liegen nur sehr begrenzte pharmakokinetische Daten zu älteren Patienten mit Diabetes mellitus vor.
Kinder und JugendlicheDie pharmakokinetischen und pharmakodynamischen Eigenschaften von Insulinglulisin wurden bei
Kindern (7−11 Jahre) und Jugendlichen (12−16 Jahre) mit Typ-1-Diabetes mellitus untersucht.
Insulinglulisin wurde in beiden Altersgruppen mit tmax- und Cmax-Werten, die ähnlich wie bei
Erwachsenen waren, rasch resorbiert (siehe Abschnitt 4.2). Wurde Insulinglulisin unmittelbar voreiner Testmahlzeit gegeben, wurde wie bei Erwachsenen eine bessere postprandiale Kontrolle als mithumanem Normalinsulin erreicht (siehe Abschnitt 5.1). Die Glucoseexkursion (AUC0−6h) betrug641 mg·h·dl-1 bei Insulinglulisin und 801 mg·h·dl-1 bei humanem Normalinsulin.
5.3 Präklinische Sicherheitsdaten
Präklinische Daten haben neben den bekannten, mit der blutzuckersenkenden pharmakodynamischen
Wirkung (Hypoglykämie) im Zusammenhang stehenden Ergebnissen keine weiteren Hinweise aufeine Toxizität ergeben, die von jenen von humanem Normalinsulin abweichen oder von klinischer
Relevanz für den Menschen sind.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
Metacresol (Ph. Eur.)
Natriumchlorid
Trometamol
Polysorbat 20Salzsäure 36 %
Natriumhydroxid
Wasser für Injektionszwecke
6.2 Inkompatibilitäten
Apidra 100 Einheiten/ml Injektionslösung in einer Durchstechflasche
Subkutane AnwendungDa keine Verträglichkeitsstudien durchgeführt wurden, darf dieses Arzneimittel nicht mit anderen
Arzneimitteln, außer mit humanem NPH-Insulin, gemischt werden.
Bei der Anwendung mittels einer Insulininfusionspumpe darf Apidra nicht mit anderen Arzneimittelngemischt werden.
Intravenöse Anwendung
Es stellte sich heraus, dass Apidra nicht mit 5%iger Glucoselösung oder Ringerlösung kompatibel ist,und es darf deshalb nicht mit diesen Trägerlösungen verwendet werden. Die Verwendung anderer
Lösungen wurde nicht untersucht.
6.3 Haltbarkeit
2 Jahre.
Apidra 100 Einheiten/ml Injektionslösung in einer Durchstechflasche
Dauer der Haltbarkeit nach der ersten Verwendung der Durchstechflasche
Das Arzneimittel kann maximal 4 Wochen lang bei einer Temperatur von nicht über 25 °C, vordirekter Hitzeeinwirkung und direktem Licht geschützt, aufbewahrt werden. Die Durchstechflasche im
Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
Es empfiehlt sich, das Datum der ersten Verwendung der Durchstechflasche auf dem Etikett zuvermerken.
Dauer der Haltbarkeit für intravenöse Anwendung
Insulinglulisin für die intravenöse Anwendung in einer Konzentration von 1 Einheit/ml ist zwischen15 ºC und 25 ºC für 48 Stunden stabil (siehe Abschnitt 6.6).
Apidra 100 Einheiten/ml Injektionslösung in einer Patrone
Dauer der Haltbarkeit nach der ersten Verwendung der Patrone
Das Arzneimittel kann maximal 4 Wochen lang bei einer Temperatur von nicht über 25 °C, vordirekter Hitzeeinwirkung und direktem Licht geschützt, aufbewahrt werden.
Den Pen mit eingelegter Patrone nicht im Kühlschrank aufbewahren. Die Pen-Kappe muss nach jeder
Injektion wieder auf den Pen gesetzt werden, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
Apidra SoloStar 100 Einheiten/ml Injektionslösung in einem Fertigpen
Dauer der Haltbarkeit nach der ersten Verwendung des Pens
Das Arzneimittel kann maximal 4 Wochen lang bei einer Temperatur von nicht über 25 °C, vordirekter Hitzeeinwirkung und direktem Licht geschützt, aufbewahrt werden.
In Gebrauch befindliche Pens nicht im Kühlschrank aufbewahren. Die Pen-Kappe muss nach jeder
Injektion wieder auf den Pen gesetzt werden, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Apidra 100 Einheiten/ml Injektionslösung in einer Durchstechflasche
Nicht angebrochene DurchstechflaschenIm Kühlschrank lagern (2 ºC − 8 ºC).
Nicht einfrieren.
Legen Sie Apidra nicht in die Nähe des Gefrierfachs oder eines Kühlelements.
Die Durchstechflasche im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
Angebrochene Durchstechflaschen
Aufbewahrungsbedingungen nach Anbruch des Arzneimittels siehe Abschnitt 6.3.
Apidra 100 Einheiten/ml Injektionslösung in einer Patrone
Nicht angebrochene Patronen
Im Kühlschrank lagern (2 ºC−8 ºC).
Nicht einfrieren.
Legen Sie Apidra nicht in die Nähe des Gefrierfachs oder eines Kühlelements.
Die Patrone im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
Verwendete Patronen
Aufbewahrungsbedingungen nach Anbruch des Arzneimittels siehe Abschnitt 6.3.
Apidra SoloStar 100 Einheiten/ml Injektionslösung in einem Fertigpen
Noch nicht verwendete Pens
Im Kühlschrank lagern (2 ºC−8 ºC).
Nicht einfrieren.
Legen Sie Apidra nicht in die Nähe des Gefrierfachs oder eines Kühlelements.
Den Fertigpen im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
Verwendete Pens
Aufbewahrungsbedingungen nach Anbruch des Arzneimittels siehe Abschnitt 6.3.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
Apidra 100 Einheiten/ml Injektionslösung in einer Durchstechflasche10 ml Lösung in einer Durchstechflasche (farbloses Glas, Typ I) mit einem Stopfen (Bördelkappe aus
Aluminium, Chlorbutylgummi) und einem Abreißdeckel aus Polypropylen.
Es gibt Packungen mit 1, 2, 4 und 5 Durchstechflaschen.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
Apidra 100 Einheiten/ml Injektionslösung in einer Patrone3 ml Lösung in einer Patrone (farbloses Glas, Typ I) mit einem Kolben (Brombutylgummi) und einer
Bördelkappe (Aluminium) mit eingesetztem Stopfen (Brombutylgummi). Es gibt Packungen mit 1, 3,4, 5, 6, 8, 9 und 10 Patronen.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
Apidra SoloStar 100 Einheiten/ml Injektionslösung in einem Fertigpen3 ml Lösung in einer Patrone (farbloses Glas, Typ I) mit einem Kolben (Brombutylgummi) und einer
Bördelkappe (Aluminium) mit eingesetztem Stopfen (Brombutylgummi). Die Patrone ist festverbunden mit einem Fertigpen. Es gibt Packungen mit 1, 3, 4, 5, 6, 8, 9 und 10 Pens.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht..
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
HandhabungApidra 100 Einheiten/ml Injektionslösung in einer Durchstechflasche
Subkutane AnwendungApidra-Durchstechflaschen sind mit Insulinspritzen mit einer entsprechenden Einheiteneinteilung undin Verbindung mit einem Insulinpumpensystem anzuwenden (siehe Abschnitt 4.2).
Vor Gebrauch ist die Durchstechflasche zu untersuchen. Sie darf nur verwendet werden, wenn die
Lösung klar, farblos und ohne sichtbare feste Bestandteile ist. Da es sich bei Apidra um eine Lösunghandelt, ist eine erneute Suspension vor dem Gebrauch nicht erforderlich.
Die Bezeichnung des Insulins muss stets vor jeder Injektion überprüft werden, um Verwechslungenzwischen Insulinglulisin und anderen Insulinen zu vermeiden (siehe Abschnitt 4.4).
Mischen mit Insulinen
Bei Mischung mit einem humanen NPH-Insulin muss Apidra zuerst in die Spritze aufgezogen werden.
Die Injektion ist unmittelbar nach dem Mischen vorzunehmen, da keine Daten in Bezug auf
Mischungen verfügbar sind, die längere Zeit vor der Injektion hergestellt wurden.
Subkutane Dauerinfusionspumpe
Siehe Hinweis in Abschnitt 4.2 und 4.4.
Intravenöse Anwendung
Apidra sollte in einer Konzentration von 1 Einheit/ml Insulinglulisin in Infusionssystemen mit9 mg/ml (0,9 %) Natriumchlorid-Infusionslösung mit oder ohne 40 mmol/l Kaliumchlorid incoextrudierten Polyolefin/Polyamid-Kunstoffinfusionsbeuteln mit geeignetem Infusionsschlauchverwendet werden. Insulinglulisin für die intravenöse Verabreichung in einer Konzentration von1 Einheit/ml ist bei Raumtemperatur 48 Stunden lang stabil.
Nach dem Verdünnen für die intravenöse Anwendung muss die Lösung vor Verabreichung aufsichtbare Teilchen geprüft werden. Die Lösung darf nur verwendet werden, wenn sie klar und farblosist, nicht jedoch, wenn sie trüb ist oder sichtbare Teilchen enthält.
Es stellte sich heraus, dass Apidra nicht mit 5%iger Glucoselösung oder Ringerlösung kompatibel ist,und es darf deshalb nicht mit diesen Trägerlösungen verwendet werden. Die Verwendung anderer
Lösungen wurde nicht untersucht.
Apidra 100 Einheiten/ml Injektionslösung in einer Patrone
Apidra 100 Einheiten/ml in einer Patrone ist nur für subkutane Injektionen geeignet. Falls die
Anwendung einer Spritze, intravenösen Injektion oder Infusionspumpe notwendig ist, sollte eine
Durchstechflasche verwendet werden. Die Apidra-Patronen sind nur in Verbindung mit den Pens:
ClikStar, Autopen 24, TactiPen, AllStar, AllStar PRO oder JuniorStar anzuwenden (siehe
Abschnitt 4.2 und 4.4). Es werden möglicherweise nicht alle dieser Pens in Ihrem Land in den Verkehrgebracht.
Der Pen muss entsprechend den Empfehlungen des jeweiligen Pen-Herstellers angewendet werden.
Die Bedienungsanleitung jedes Pens ist gewissenhaft zu befolgen, insbesondere im Hinblick auf das
Einsetzen der Patronen, das Aufsetzen der Nadel und die Verabreichung der Insulininjektion.
Die Patrone vor Gebrauch genau prüfen. Sie darf nur verwendet werden, wenn die Lösung klar undfarblos ist und keine sichtbaren Partikel enthält.
Vor dem Einsetzen in den Insulinpen muss die Patrone 1 bis 2 Stunden bei Raumtemperatur gelagertwerden. Luftblasen in der Patrone sind vor der Injektion zu entfernen (siehe Bedienungsanleitung des
Pens). Leere Patronen dürfen nicht wieder aufgefüllt werden.
Wenn der Insulinpen beschädigt ist oder (aufgrund eines mechanischen Defekts) nicht richtigfunktioniert, muss er entsorgt und ein neuer Insulinpen verwendet werden.
Um jede Art von Kontamination zu vermeiden, darf der wiederverwendbare Pen nur von einemeinzigen Patienten benutzt werden.
Die Bezeichnung des Insulins muss stets vor jeder Injektion überprüft werden, um Verwechslungenzwischen Insulinglulisin und anderen Insulinen zu vermeiden (siehe Abschnitt 4.4).
Apidra SoloStar 100 Einheiten/ml Injektionslösung in einem Fertigpen
Apidra SoloStar 100 Einheiten/ml in einem Fertigpen ist nur für subkutane Injektionen geeignet. Fallsdie Anwendung einer Spritze, intravenösen Injektion oder Infusionspumpe notwendig ist, sollte eine
Durchstechflasche verwendet werden. Vor dem ersten Gebrauch muss der Pen 1 bis 2 Stunden bei
Raumtemperatur aufbewahrt werden.
Die Patrone vor Gebrauch genau prüfen. Sie darf nur verwendet werden, wenn die Lösung klar undfarblos ist, keine sichtbaren Partikel enthält und von wasserähnlicher Konsistenz ist. Da Apidra eine
Lösung ist, ist ein Resuspendieren vor Gebrauch nicht erforderlich.
Leere Pens dürfen nicht wieder verwendet werden und müssen vorschriftsgemäß entsorgt werden.
Um jede Art von Kontamination zu vermeiden, darf ein Fertigpen nur von einem einzigen Patientenbenutzt werden.
Die Bezeichnung des Insulins muss stets vor jeder Injektion überprüft werden, um Verwechslungenzwischen Insulinglulisin und anderen Insulinen zu vermeiden (siehe Abschnitt 4.4).
Handhabung des Pens
Die Patienten sind darauf hinzuweisen, dass die Hinweise zur Handhabung in der
Packungsbeilage vor der Anwendung von SoloStar sorgfältig gelesen werden müssen.
Pen-Kappe Pen-Nadel (nicht in Packung enthalten) Pen
Schutzfolie
Insulinbehälter Dosisfenster
Innere
Äußere Nadel-
Nadelschutz- schutz- Injektions-kappe kappe Nadel Gummidichtscheibe Dosierring knopf
Schematische Zeichnung des Pens
Wichtige Informationen zur Handhabung von SoloStar:
● Vor jedem Gebrauch muss sorgfältig eine neue Nadel befestigt und ein Sicherheitstestdurchgeführt werden. Es darf keine Dosis eingestellt werden und/oder der Injektionsknopf darfnicht gedrückt werden, ohne dass eine Nadel befestigt ist. Verwenden Sie nur Nadeln, die für
SoloStar geeignet sind.
● Vorsicht ist geboten, um versehentliche Verletzungen durch die Nadel und die Übertragung von
Infektionen zu vermeiden.
● SoloStar darf nie verwendet werden, wenn er beschädigt ist oder wenn der Patient nicht sicherist, dass er richtig funktioniert.
● Für den Fall eines Verlustes oder einer Beschädigung muss der Patient stets einen SoloStar als
Ersatz bereithalten.
Aufbewahrungshinweise
Für Hinweise zur Aufbewahrung von SoloStar lesen Sie bitte Abschnitt 6.4 dieser Fachinformation.
Wenn SoloStar im Kühlschrank gelagert wurde, sollte er 1 bis 2 Stunden vor der Injektionherausgenommen werden, damit er sich auf Raumtemperatur erwärmen kann. Kaltes Insulin zuspritzen ist schmerzhafter.
Gebrauchte SoloStar müssen entsprechend den örtlichen Bestimmungen entsorgt werden.
Pflege
SoloStar muss vor Staub und Schmutz geschützt werden.
Die Außenseite des SoloStar kann mit einem feuchten Tuch abgewischt werden.
Der Pen darf nicht durchnässt, gewaschen oder geölt werden, da er dadurch beschädigt werden kann.
SoloStar wurde für eine genaue und sichere Funktion konstruiert. Er sollte mit Sorgfalt behandeltwerden. Der Patient sollte Situationen vermeiden, in denen SoloStar beschädigt werden könnte. Wennder Patient Sorge hat, dass der SoloStar beschädigt sein könnte, muss er einen neuen benutzen.
Schritt 1: Prüfen des Insulins
Anhand der Beschriftung des Pens muss sichergestellt werden, dass das richtige Insulin enthalten ist.
Der Apidra SoloStar ist blau. Er hat einen dunkelblauen Injektionsknopf mit einem erhabenen Ringauf der Oberseite. Nach dem Entfernen der Pen-Kappe muss auch die Beschaffenheit des Insulinsgeprüft werden: Die Insulinlösung muss klar, farblos und wässrig sein und darf keine sichtbaren
Partikel enthalten.
Schritt 2: Befestigen der Nadel
Es dürfen nur Nadeln verwendet werden, die für SoloStar geeignet sind.
Für jede Injektion muss eine neue sterile Nadel verwendet werden. Nach dem Entfernen der Pen-
Kappe muss die Nadel sorgfältig und gerade am Pen befestigt werden.
Schritt 3: Sicherheitstest
Vor jeder Injektion muss der Sicherheitstest durchgeführt werden, um sicherzustellen, dass Pen und
Nadel einwandfrei funktionieren, und um Luftblasen zu entfernen.
Es muss eine Dosis von 2 Einheiten eingestellt werden.
Die äußere und die innere Nadelschutzkappe werden entfernt.
Während der Pen mit der Nadel nach oben gehalten wird, klopft man mit dem Finger leicht an den
Insulinbehälter, damit eventuell vorhandene Luftblasen in Richtung Nadel steigen.
Dann wird der Injektionsknopf vollständig eingedrückt.
Wenn an der Nadelspitze Insulin austritt, dann funktionieren Pen und Nadel einwandfrei.
Tritt kein Insulin an der Nadelspitze aus, muss Schritt 3 wiederholt werden, bis Insulin an der
Nadelspitze zu sehen ist.
Schritt 4: Einstellen der Dosis
Die Dosis kann in 1er-Schritten von 1 bis maximal 80 Einheiten eingestellt werden. Eine Dosis vonmehr als 80 Einheiten muss durch zwei oder mehr Injektionen verabreicht werden.
Nach dem Sicherheitstest muss im Dosisfenster '0“ angezeigt werden. Anschließend kann diegewünschte Dosis eingestellt werden.
Schritt 5: Injizieren der Dosis
Die Patienten müssen vom medizinischen Fachpersonal über die geeignete Injektionstechnikinformiert werden.
Die Nadel wird in die Haut gestochen.
Der Injektionsknopf muss vollständig eingedrückt werden. Er muss 10 Sekunden lang eingedrücktgehalten werden, bevor die Nadel herausgezogen wird. Dadurch wird sichergestellt, dass die gesamte
Insulindosis injiziert wurde.
Schritt 6: Entfernen und Entsorgen der Nadel
Die Nadel wird nach jeder Injektion entfernt und entsorgt. Dies hilft, Verunreinigungen und/oder
Infektionen zu vermeiden, sowie das Eindringen von Luft in den Insulinbehälter und das Auslaufenvon Insulin. Nadeln dürfen nicht wieder verwendet werden.
Das Entfernen und Entsorgen der Nadel muss mit besonderer Vorsicht erfolgen. Entsprechende
Sicherheitsempfehlungen müssen befolgt werden (z. B. das Aufstecken der Nadelschutzkappe miteiner Hand), um das Risiko einer versehentlichen Verletzung durch die Nadel und einer Übertragungvon Infektionskrankheiten zu verringern.
Die Pen-Kappe wird wieder auf den Pen gesetzt.
7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS
Sanofi-Aventis Deutschland GmbH
D-65926 Frankfurt am Main
Deutschland
8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)
Apidra 100 Einheiten/ml Injektionslösung in einer Durchstechflasche
EU/1/04/285/001-004
Apidra 100 Einheiten/ml Injektionslösung in einer Patrone
EU/1/04/285/005-012
Apidra SoloStar 100 Einheiten/ml Injektionslösung in einem Fertigpen
EU/1/04/285/029-036
9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 27. September 2004
Datum der letzten Verlängerung: 20. August 2009
10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu/ verfügbar.