Zulassungshersteller: TEVA PHARMACEUTICALS EUROPE B.V. - OLANDA
Zulassungsinhaber: TEVA GMBH - GERMANIA
Zulassungsnummer: 1358/2019/02
Haltbarkeit: 3 Jahre
Angewendet bei: Migräne
Substanz: Fremanezumab (monoklonaler Antikörper)
ATC: N02CD03 (NERVENSYSTEM | MIGRÄNEMITTEL | Calcitonin-Gen-Related-Peptid (CGRP)-Antagonisten)
Fremanezumab ist ein modernes Medikament zur Vorbeugung von Migräne bei Erwachsenen. Es handelt sich um einen monoklonalen Antikörper, der eine an der Auslösung von Migräne beteiligte Molekül blockiert und so die Häufigkeit und Intensität der Migräneanfälle verringert.
Fremanezumab wird als subkutane Injektion verabreicht, in der Regel einmal im Monat oder in vom Arzt festgelegten Abständen. Die Behandlung ist einfach durchzuführen und kann nach entsprechender Einweisung vom Patienten selbst vorgenommen werden.
Zu den Nebenwirkungen können Reaktionen an der Injektionsstelle, Kopfschmerzen, Müdigkeit oder selten allergische Reaktionen gehören. Die meisten Patienten vertragen die Behandlung gut, dennoch sollten ungewöhnliche Symptome dem Arzt gemeldet werden.
Fremanezumab bietet eine wirksame Lösung für Menschen mit häufiger Migräne und verbessert die Lebensqualität. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, um festzustellen, ob diese Behandlung für Sie geeignet ist, und befolgen Sie die Anweisungen sorgfältig.
Zulassungshersteller: TEVA PHARMACEUTICALS EUROPE B.V. - OLANDA
Zulassungsinhaber: TEVA GMBH - GERMANIA
Zulassungsnummer: 1358/2019/02
Haltbarkeit: 3 Jahre
AJOVY 225 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze
AJOVY 225 mg Injektionslösung im Fertigpen
Fertigspritze
Eine Fertigspritze enthält 225 mg Fremanezumab.
Fertigpen
Ein Fertigpen enthält 225 mg Fremanezumab.
Fremanezumab ist ein humanisierter monoklonaler Antikörper, der mittels rekombinanter DNA-
Technik in Ovarialzellen des chinesischen Hamsters (Chinese Hamster Ovary, CHO) hergestellt wird.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
Injektionslösung (Injektion)
Klare bis opaleszierende, farblose bis leicht gelbliche Lösung mit einem pH-Wert von 5,5 und einer
Osmolalität von 320 bis 420 mosm/kg.
AJOVY wird angewendet zur Migräneprophylaxe bei Erwachsenen mit mindestens 4 Migränetagenpro Monat.
Die Behandlung sollte von einem Arzt mit Erfahrung in der Diagnose und Behandlung von Migräneeingeleitet werden.
DosierungEs stehen zwei Dosierungsoptionen zur Verfügung:
* 225 mg einmal monatlich (monatliche Dosierung) oder
* 675 mg alle drei Monate (vierteljährliche Dosierung)
Bei einem Wechsel des Dosierungsplans sollte die erste Dosis des neuen Plans am nächsten geplanten
Verabreichungstermin des vorherigen Dosierungsplans verabreicht werden.
Bei Einleitung der Behandlung mit Fremanezumab kann die Therapie mit einem Arzneimittel zur
Migräneprophylaxe begleitend fortgeführt werden, sofern es vom Verordnenden für notwendigerachtet wird (siehe Abschnitt 5.1).
Der Nutzen der Behandlung ist innerhalb von 3 Monaten nach Behandlungsbeginn zu bewerten. Jedeweitere Entscheidung bezüglich einer Fortführung der Behandlung ist für jeden Patienten individuellabzuwägen. Es wird empfohlen, die Notwendigkeit zur Fortsetzung der Behandlung danachregelmäßig zu beurteilen.
Ausgelassene DosisWird eine Injektion mit Fremanezumab am geplanten Termin versäumt, sollte die Verabreichung sobald wie möglich mit der angezeigten Dosis gemäß dem verordneten Dosierungsplan wiederaufgenommen werden. Es darf keine doppelte Dosis verabreicht werden, um eine ausgelassene Dosisnachzuholen.
Besondere PatientengruppenEs liegen nur begrenzte Daten zur Anwendung von Fremanezumab bei Patienten im Alter von≥ 65 Jahren vor. Auf Grundlage der Ergebnisse einer populationspharmakokinetischen Analyse istkeine Dosisanpassung erforderlich (siehe Abschnitt 5.2).
Patienten mit Nieren- oder Leberfunktionsstörung
Bei Patienten mit leichter bis mittelschwerer Nierenfunktionsstörung oder Leberfunktionsstörung istkeine Dosisanpassung erforderlich (siehe Abschnitt 5.2).
Kinder und JugendlicheDie Sicherheit und Wirksamkeit von AJOVY bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren ist bishernoch nicht erwiesen. Es liegen keine Daten vor.
Art der AnwendungAJOVY ist ausschließlich für die subkutane Anwendung vorgesehen. Mögliche Injektionsstellen für
AJOVY sind Bereiche des Abdomens, des Oberschenkels oder der Oberarme, die nicht empfindlich,gerötet oder verhärtet sind und keine Hämatome aufweisen. Werden mehrere Injektionen verabreicht,sollte die Injektionsstelle gewechselt werden.
Patienten können sich das Arzneimittel selbst injizieren, nachdem sie von medizinischem
Fachpersonal in der subkutanen Selbstinjektion angeleitet wurden. Weitere Anweisungen zur
Verabreichung siehe Abschnitt 6.6.
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.
Um die Rückverfolgbarkeit biologischer Arzneimittel zu verbessern, müssen die Bezeichnung des
Arzneimittels und die Chargenbezeichnung des angewendeten Arzneimittels eindeutig dokumentiertwerden.
Schwerwiegende Überempfindlichkeitsreaktionen
Anaphylaktische Reaktionen sind mit Fremanezumab selten berichtet worden (siehe Abschnitt 4.8).
Die meisten Reaktionen sind innerhalb von 24 Stunden nach der Verabreichung aufgetreten, allerdingswaren einige Reaktionen verzögert. Patienten sollten über die Symptome in Verbindung mit
Überempfindlichkeitsreaktionen gewarnt werden. Falls eine schwerwiegende
Überempfindlichkeitsreaktion auftritt, soll eine geeignete Therapie eingeleitet und die Behandlung mit
Fremanezumab nicht fortgesetzt werden (siehe Abschnitt 4 3).
Schwere kardiovaskuläre Erkrankungen
Patienten mit bestimmten schweren kardiovaskulären Erkrankungen waren von einer Teilnahme anklinischen Studien ausgeschlossen (siehe Abschnitt 5.1). Für diese Patientengruppe liegen keine
Sicherheitsdaten vor.
Sonstige BestandteileDieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Dosiereinheit, d. h. es ist nahezu'natriumfrei“.
Es wurden keine formellen klinischen Studien mit AJOVY zur Erfassung von Wechselwirkungendurchgeführt. Aufgrund der Eigenschaften von Fremanezumab werden keine pharmakokinetischen
Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln erwartet. Darüber hinaus ergab sich durch diebegleitende Anwendung von Migräne-Akutbehandlungen (insbesondere Analgetika,
Ergotaminderivate und Triptane) und prophylaktischen Migränemedikamenten während der klinischen
Studien keine Beeinträchtigung der Pharmakokinetik von Fremanezumab.
Es liegen nur begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung von AJOVY bei Schwangeren vor.
Tierexperimentelle Studien ergaben keine Hinweise auf direkte oder indirekte gesundheitsschädliche
Wirkungen in Bezug auf eine Reproduktionstoxizität (siehe Abschnitt 5.3). Aus Vorsichtsgründen solleine Anwendung von AJOVY während der Schwangerschaft vermieden werden.
StillzeitEs ist nicht bekannt, ob Fremanezumab in die Muttermilch übergeht. Es ist bekannt, dass humanes IgGin den ersten Tagen nach der Entbindung in die Muttermilch übergeht, sehr bald jedoch auf niedrige
Konzentrationen absinkt. In diesem kurzen Zeitraum kann daher ein Risiko für das gestillte Kind nichtausgeschlossen werden. Im Anschluss daran sollte eine Anwendung von Fremanezumab während der
Stillzeit nur in Betracht gezogen werden, falls diese klinisch erforderlich ist.
FertilitätEs liegen keine Daten zur Fertilität beim Menschen vor. Die vorliegenden präklinischen Daten weisennicht auf eine Wirkung auf die Fertilität hin (siehe Abschnitt 5.3).
AJOVY hat keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die
Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.
Insgesamt wurden in Zulassungsstudien über 2.500 Patienten (mehr als 1.900 Patientenjahre) mit
AJOVY behandelt. Über 1.400 Patienten wurden über einen Zeitraum von mindestens 12 Monatenbehandelt.
Häufig berichtete Nebenwirkungen waren lokale Reaktionen an der Injektionsstelle (Schmerzen[24 %], Verhärtung [17 %], Erythem [16 %] und Juckreiz [2 %]).
Tabellarische Auflistung der NebenwirkungenDie in klinischen Studien und Beobachtungsstudien nach der Markteinführung berichteten
Nebenwirkungen sind gemäß der MedDRA-Systemorganklassifizierung aufgeführt. Innerhalb jeder
Häufigkeitsgruppierung sind die Nebenwirkungen in abnehmender Reihenfolge des Schweregradsdargestellt. Die Häufigkeitskategorien basieren auf folgender Konvention: sehr häufig (≥ 1/10); häufig(≥ 1/100 bis < 1/10); gelegentlich (≥ 1/1.000 bis < 1/100); selten (≥ 1/10.000 bis < 1/1.000); sehrselten (< 1/10.000). Innerhalb jeder Systemorganklasse sind die Nebenwirkungen nach Häufigkeiteingestuft, wobei die häufigsten Nebenwirkungen zuerst aufgeführt sind.
Die folgenden Nebenwirkungen wurden bei AJOVY beobachtet (Tabelle 1).
Tabelle 1: Nebenwirkungen
Systemorganklasse gemäß Häufigkeit Nebenwirkung
MedDRA
Erkrankungen des Gelegentlich Überempfindlichkeitsreaktionen
Immunsystems wie Ausschlag, Pruritus, Urtikariaund Schwellung
Selten Anaphylaktische Reaktion
Allgemeine Erkrankungen und Sehr häufig Schmerzen an der Injektionsstelle
Beschwerden am Verhärtung an der Injektionsstelle
Verabreichungsort Erythem an der Injektionsstelle
Häufig Juckreiz an der Injektionsstelle
Gelegentlich Ausschlag an der Injektionsstelle
Beschreibung ausgewählter NebenwirkungenDie am häufigsten beobachteten lokalen Reaktionen an der Injektionsstelle waren Schmerzen,
Verhärtung und Erythem. Alle lokalen Reaktionen an der Injektionsstelle waren vorübergehender Artund vorwiegend schwach bis mäßig ausgeprägt. Schmerzen, Verhärtung und Erythem wurden meistunmittelbar nach der Injektion beobachtet, während Juckreiz und Ausschlag im Median nach 24 bzw.48 Stunden auftraten. Alle Reaktionen an der Injektionsstelle klangen (meist innerhalb weniger
Stunden oder Tage) ab. Im Allgemeinen erforderten die Reaktionen an der Injektionsstelle kein
Absetzen des Arzneimittels.
Schwerwiegende Überempfindlichkeitsreaktionen
Anaphylaktische Reaktionen sind selten berichtet worden. Diese Reaktionen traten meistens innerhalbvon 24 Stunden nach der Verabreichung auf; einige Reaktionen waren jedoch verzögert.
ImmunogenitätIn placebokontrollierten Studien entwickelten 0,4 % der mit Fremanezumab behandelten Patienten (6von 1.701) Anti-Drug-Antikörper (ADA). Die Antikörperantworten wiesen einen niedrigen Titer auf.
Einer dieser 6 Patienten entwickelte neutralisierende Antikörper. Nach 12-monatiger Behandlungwurden ADA bei 2,3 % der Patienten (43 von 1.888) nachgewiesen, wobei 0,95 % der Patientenneutralisierende Antikörper entwickelten. Die Sicherheit und Wirksamkeit von Fremanezumab wurdenvon der ADA-Entwicklung nicht beeinträchtigt.
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
In klinischen Studien wurden bis zu 2.000 mg intravenös ohne dosislimitierende Toxizität verabreicht.
Im Fall einer Überdosierung wird empfohlen, den Patienten auf alle Anzeichen oder Symptome von
Nebenwirkungen zu überwachen und gegebenenfalls eine geeignete symptomatische Behandlung zuverabreichen.
Pharmakotherapeutische Gruppe: Analgetika, Calcitonin-Gene-Related-Peptide (CGRP)-
Antagonisten, ATC-Code: N02CD03.
WirkmechanismusFremanezumab ist ein von einem murinen Vorgängermolekül abgeleiteter humanisierter monoklonaler
IgG2Δa/Kappa-Antikörper. Fremanezumab bindet selektiv den Calcitonin Gene-Related Peptide(CGRP)-Liganden und hindert beide CGRP-Isoformen (α- und β-CGRP) an der Bindung an den
CGRP-Rezeptor. Wenngleich der genaue Wirkmechanismus, mit dem Fremanezumab Migräneanfälleverhindert, unbekannt ist, geht man davon aus, dass die Prophylaxe der Migräne durch die bewirkte
Modulierung des Trigeminussystems entsteht. Der CGRP-Spiegel steigt während eines Migräneanfallsnachweislich signifikant an und kehrt mit nachlassendem Kopfschmerz auf Normalwerte zurück.
Fremanezumab ist hochspezifisch für CGRP und bindet nicht an die eng verwandten Mitglieder der
Familie (z. B. Amylin, Calcitonin, Intermedin und Adrenomedullin).
Klinische Wirksamkeit und SicherheitDie Wirksamkeit von Fremanezumab wurde in zwei randomisierten, 12-wöchigen, doppeltverblindeten, placebokontrollierten Phase-III-Studien an erwachsenen Patienten mit episodischer(Studie 1) und chronischer Migräne (Studie 2) untersucht. Die rekrutierten Patienten wiesen einemindestens 12-monatige Vorgeschichte von Migräne (mit und ohne Aura) gemäß den
Diagnosekriterien der internationalen Kopfschmerzklassifikation (International Classification of
Headache Disorders, ICHD-III) auf. Ältere Patienten (> 70 Jahre), Patienten, die an mehr als 4 Tagenpro Monat Opioide oder Barbiturate anwendeten, sowie Patienten mit Myokardinfarkt,zerebrovaskulärem Insult oder thromboembolischen Ereignissen in der Vorgeschichte warenausgeschlossen.
Studie zu episodischer Migräne (Studie 1)
Die Wirksamkeit von Fremanezumab bei episodischer Migräne wurde in einer randomisierten,multizentrischen, 12-wöchigen, placebokontrollierten, Doppelblindstudie (Studie 1) beurteilt. In die
Studie wurden Erwachsene mit episodischer Migräne (weniger als 15 Kopfschmerztage pro Monat) inder Vorgeschichte aufgenommen. Insgesamt wurden 875 Patienten (742 Frauen, 133 Männer) in einenvon drei Armen randomisiert: 675 mg Fremanezumab alle drei Monate (vierteljährlich, n=291),
Fremanezumab 225 mg einmal monatlich (monatlich, n=290) oder monatliche Verabreichung von
Placebo (n=294) über eine Subkutaninjektion. Die demografischen Daten und Ausgangsmerkmale inden Studienarmen waren ausgewogen und vergleichbar. Die Patienten wiesen ein medianes Alter von42 Jahren (Spanne: 18 bis 70 Jahre) auf, 85 % waren weiblich, 80 % heller Hautfarbe. Die mittlere
Migränehäufigkeit bei Baseline betrug ca. 9 Migränetage pro Monat. Den Patienten war die
Anwendung von Akut-Kopfschmerzmitteln während der Studie gestattet. Einer Untergruppe von
Patienten (21 %) war zudem die Anwendung eines verbreiteten prophylaktischen Begleitmedikaments(Betablocker, Kalziumantagonisten/Benzocyclohepten, Antidepressiva, Antikonvulsiva) erlaubt.
Insgesamt hatten 19 % der Patienten in der Vergangenheit Topiramat eingenommen. Insgesamt791 Patienten schlossen den 12-wöchigen doppelt verblindeten Behandlungszeitraum ab.
Der primäre Wirksamkeitsendpunkt war die mittlere Veränderung der durchschnittlichen monatlichen
Anzahl von Migränetagen während des 12-wöchigen Behandlungszeitraums. Wichtigste sekundäre
Endpunkte waren das Erreichen einer Reduktion der monatlichen Migränetage gegenüber Baseline ummindestens 50 % (Responderrate von 50 %), die mittlere Veränderung des patientenberichteten
MIDAS-Scores gegenüber Baseline sowie die Veränderung der durchschnittlichen monatlichen
Anzahl von Tagen mit Anwendung eines Akut-Kopfschmerzmedikaments gegenüber Baseline.
Sowohl das monatliche als auch das vierteljährliche Dosierungsschema von Fremanezumab zeigtenfür die wichtigsten Endpunkte eine statistisch signifikante und klinisch bedeutsame Verbesserunggegenüber Baseline im Vergleich zu Placebo (siehe Tabelle 2). Dieser Effekt trat bereits im ersten
Monat auf und wurde über den gesamten Behandlungszeitraum aufrechterhalten (siehe Abbildung 1).
Abbildung 1: Mittlere Veränderung der durchschnittlichen monatlichen Anzahl von
Migränetagen gegenüber Baseline für Studie 1
Mittelwert bei Baseline (durchschnittliche monatliche Anzahl von Migränetagen): Placebo: 9,1, AJOVYvierteljährlich: 9,2, AJOVY monatlich: 8,9.
Tabelle 2: Wichtigste Wirksamkeitsergebnisse in Studie 1 zu episodischer Migräne
Wirksamkeitsendpunkt Placebo Fremanezumab Fremanezumab(n=290) 675 mg 225 mg monatlichvierteljährlich (n=287)(n=288)
MMD
Mittl. Veränd.a (95%-KI) -2,2 (-2,68, -1,71) -3,4 (-3,94, -2,96) -3,7 (-4,15, -3,18)
BU (95%-KI)b - -1,2 (-1,74, -0,69) -1,4 (-1,96, -0,90)
Baseline (SD) 9,1 (2,65) 9,2 (2,62) 8,9 (2,63)p-Wert (vs. Placebo)a - p<0,0001 p<0,0001
MHD
Mittl. Veränd.a (95%-KI) -1,5 (-1,88, -1,06) -3,0 (-3,39, -2,55) -2,9 (-3,34, -2,51)
BU (95%-KI)b - -1,5 (-1,95, -1,02) -1,5 (-1,92, -0,99)
Baseline (SD) 6,9 (3,13) 7,2 (3,14) 6,8 (2,90)p-Wert (vs. Placebo)a - p<0,0001 p<0,000150 % Responder-Rate
MMD
Prozentsatz [%] 27,9% 44,4% 47,7%p-Wert (vs. Placebo) - p<0,0001 p<0,000175 % Responder-Rate
MMD
Prozentsatz [%] 9,7% 18,4% 18,5%p-Wert (vs. Placebo) - p=0,0025 p=0,0023
MIDAS gesamt
Mittl. Veränd.a (95%-KI) -17,5 (-20,62, - -23,0 (-26,10, -19,82) -24,6 (-27,68, -21,45)
Baseline (SD) 14,47) 41,7 (33,09) 38 (33,30)37,3 (27,75)p-Wert (vs. Placebo)a - p=0,0023 p<0,0001
MAHMD
Mittl. Veränd.a (95%-KI) -1,6 (-2,04, -1,20) -2,9 (-3,34, -2,48) -3,0 (-3,41, -2,56)
BU (95%-KI)b - -1,3 (-1,73, -0,78) -1,3 (-1,81, -0,86)
Baseline (SD) 7,7 (3,60) 7,7 (3,70) 7,7 (3,37)p-Wert (vs. Placebo)a - p<0,0001 p<0,0001
KI = Konfidenzintervall; MAHMD = monthly acute headache medicinal products days (Tage mit Akut-
Kopfschmerzmedikation pro Monat); MHD = monthly headache days of at least moderate severity (Tage mitmindestens mäßigem Kopfschmerz pro Monat); MIDAS = Migraine Disability Assessment; MMD = monatliche
Migränetage; SD = Standardabweichung; BU = Behandlungsunterschieda Für alle Endpunkte basieren die mittlere Veränderung und die KIs auf dem ANCOVA-Modell, welches
Behandlung, Geschlecht, Region und Anwendung von prophylaktischer Medikation bei Baseline (ja/nein) alsfeste Effekte (fixed effects) sowie den entsprechenden Baseline-Wert und die Jahre seit dem Auftreten der
Migräne als Kovariaten einbezieht.b Der Behandlungsunterschied basiert auf der MMRM-Analyse mit Behandlung, Geschlecht, Region und
Anwendung von prophylaktischer Medikation bei Baseline (ja/nein), Monat und Behandlungsmonat als feste
Effekte (fixed effects) sowie dem entsprechenden Baseline-Wert und den Jahren seit Auftreten der Migräne als
Kovariaten.
Bei Patienten unter einem begleitenden Medikament zur Migräneprophylaxe betrug der beobachtete
Behandlungsunterschied hinsichtlich der Reduktion der monatlichen Migränetage (MMD) zwischen
Fremanezumab 675 mg vierteljährlich und Placebo -1,8 Tage (95%-KI: -2,95, -0,55) und zwischen
Fremanezumab 225 mg monatlich und Placebo -2,0 Tage (95%-KI: -3,21, -0,86).
Bei Patienten, die zuvor Topiramat eingenommen hatten, betrug der beobachtete
Behandlungsunterschied hinsichtlich der Reduktion der monatlichen Migränetage (MMD) zwischen
Fremanezumab 675 mg vierteljährlich und Placebo -2,3 Tage (95%-KI: -3,64, -1,00) undzwischen Fremanezumab 225 mg monatlich und Placebo -2,4 Tage (95%-KI: -3,61, -1,13).
Studie zu chronischer Migräne (Studie 2)
Die Beurteilung von Fremanezumab bei chronischer Migräne erfolgte in einer randomisierten,multizentrischen, 12-wöchigen, placebokontrollierten, Doppelblindstudie (Studie 2). Die
Studienpopulation umfasste Erwachsene mit chronischer Migräne (mindestens 15 Kopfschmerztagepro Monat) in der Vorgeschichte. Insgesamt wurden 1.130 Patienten (991 Frauen, 139 Männer) ineinen von drei Armen randomisiert: 675 mg Fremanezumab als Anfangsdosis, gefolgt von 225 mg
Fremanezumab einmal monatlich (monatlich, n=379), 675 mg Fremanezumab alle drei Monate(vierteljährlich, n=376) oder monatliche Verabreichung von Placebo (n=375) als Subkutaninjektion.
Die demografischen Daten und Ausgangsmerkmale in den Studienarmen waren ausgewogen undvergleichbar. Die Patienten wiesen ein medianes Alter von 41 Jahren (Spanne: 18 bis 70 Jahre) auf,88 % waren weiblich, 79 % heller Hautfarbe. Die mittlere Kopfschmerzhäufigkeit bei Baseline betrugca. 21 Kopfschmerztage pro Monat (von denen 13 Kopfschmerztage von mindestens mäßigem
Schweregrad waren). Den Patienten war die Anwendung von Akut-Kopfschmerzmitteln während der
Studie gestattet. Einer Untergruppe von Patienten (21 %) war zudem die Anwendung einesverbreiteten prophylaktischen Begleitmedikaments (Betablocker,
Kalziumantagonisten/Benzocyclohepten, Antidepressiva, Antikonvulsiva) erlaubt. Insgesamt waren30 % der Patienten zuvor mit Topiramat behandelt worden, 15 % mit Onabotulinumtoxin A.
Insgesamt schlossen 1.034 Patienten den 12-wöchigen doppelt verblindeten Behandlungszeitraum ab.
Der primäre Wirksamkeitsendpunkt war die mittlere Veränderung der durchschnittlichen monatlichen
Kopfschmerztage mit mindestens mäßigem Schweregrad gegenüber Baseline während des 12-wöchigen Behandlungszeitraums. Die wichtigsten sekundären Endpunkte waren das Erreichen einer
Reduktion der monatlichen Kopfschmerztage mit mindestens mäßigem Schweregrad gegenüber
Baseline um mindestens 50 % (Responderrate von 50 %), die mittlere Veränderung despatientenberichteten HIT-6-Scores gegenüber Baseline sowie die Veränderung der durchschnittlichenmonatlichen Anzahl von Tagen mit Anwendung eines Akut-Kopfschmerzmedikaments gegenüber
Baseline. Sowohl das monatliche als auch das vierteljährliche Dosierungsschema von Fremanezumabzeigten bei den wichtigsten Endpunkten eine statistisch signifikante und klinisch bedeutsame
Verbesserung gegenüber Baseline im Vergleich zu Placebo (siehe Tabelle 3). Dieser Effekt trat bereitsim ersten Monat auf und wurde über den gesamten Behandlungszeitraum aufrechterhalten (siehe
Abbildung 2).
Abbildung 2: Mittlere Veränderung der durchschnittlichen monatlichen Anzahl von
Kopfschmerztagen mit mindestens mäßigem Schweregrad gegenüber Baseline für Studie 2
Mittel bei Baseline (durchschnittliche monatliche Anzahl von Kopfschmerztagen mit mindestens mäßigem
Schweregrad): Placebo: 13,3, AJOVY vierteljährlich: 13,2, AJOVY monatlich: 12,8.
Tabelle 3: Wichtigste Wirksamkeitsergebnisse in Studie 2 bei chronischer Migräne
Wirksamkeitsendpunkt Placebo Fremanezumab Fremanezumab(n=371) 675 mg 225 mg monatlichvierteljährlich mit 675 mg als(n=375) Anfangsdosis(n=375)
MHD
Mittl. Veränd.a (95%-KI) -2,5 (-3,06, -1,85) -4,3 (-4,87, -3,66) -4,6 (-5,16, -3,97)
BU (95%-KI)b - -1,8 (-2,45, -1,13) -2,1 (-2,77, -1,46)
Baseline (SD) 13,3 (5,80) 13,2 (5,45) 12,8 (5,79)p-Wert (vs. Placebo)a - p<0,0001 p<0,0001
MMD
Mittl. Veränd.a (95%-KI) -3,2 (-3,86, -2,47) -4,9 (-5,59, -4,20) -5,0 (-5,70, -4,33)
BU (95%-KI)b - -1,7 (-2,44, -0,92) -1,9 (-2,61, -1,09)
Baseline (SD) 16,3 (5,13) 16,2 (4,87) 16,0 (5,20)p-Wert (vs. Placebo)a - p<0,0001 p<0,000150 % Responder-Rate
MHD
Prozentsatz [%] 18,1% 37,6% 40,8%p-Wert (vs. Placebo) - p<0,0001 p<0,000175 % Responder-Rate
MHD
Prozentsatz [%] 7,0% 14,7% 15,2%p-Wert (vs. Placebo) - p=0,0008 p=0,0003
HIT-6 gesamt
Mittl. Veränd.a (95%-KI) -4,5 (-5,38, -3,60) -6,4 (-7,31, -5,52) -6,7 (-7,71, -5,97)
Baseline (SD) 64,1 (4,79) 64,3 (4,75) 64,6 (4,43)p-Wert (vs. Placebo)a - p=0,0001 p<0,0001
MAHMD
Mittl. Veränd.a (95%-KI) -1,9 (-2,48, -1,28) -3,7 (-4,25, -3,06) -4,2 (-4,79, -3,61)
BU (95%-KI)b - -1,7 (-2,40, -1,09) -2,3 (-2,95, -1,64)
Baseline (SD) 13,0 (6,89) 13,1 (6,79) 13,1 (7,22)p-Wert (vs. Placebo)a - p<0,0001 p<0,0001
KI = Konfidenzintervall; HIT-6 = Headache Impact Test; MAHMD = monthly acute headache medication days(Tage mit Akut-Kopfschmerzmedikation pro Monat); MHD = monthly headache days of at least moderateseverity (Tage mit mindestens mäßigem Kopfschmerz pro Monat); MMD = monatliche Migränetage; SD =
Standardabweichung; BU = Behandlungsunterschieda Für alle Endpunkte basieren die mittlere Veränderung und die KIs auf dem ANCOVA-Modell, welches
Behandlung, Geschlecht, Region und Anwendung von prophylaktischer Medikation bei Baseline (ja/nein) alsfeste Effekte (fixed effects) sowie den entsprechenden Baseline-Wert und die Jahre seit dem Auftreten der
Migräne als Kovariaten einbezieht.b Der Behandlungsunterschied basiert auf der MMRM-Analyse mit Behandlung, Geschlecht, Region und
Anwendung von prophylaktischer Medikation bei Baseline (ja/nein), Monat und Behandlungsmonat als feste
Effekte (fixed effects) sowie dem entsprechenden Baseline-Wert und den Jahren seit Auftreten der Migräne als
Kovariaten.
Bei Patienten unter genau einem begleitenden Medikament zur Migräneprophylaxe betrug derbeobachtete Behandlungsunterschied hinsichtlich der Reduktion der monatlichen Kopfschmerztage(MHD) mit mindestens mäßigem Schweregrad zwischen Fremanezumab 675 mg vierteljährlich und
Placebo -1,3 Tage (95%-KI: -2,66, 0,03) und zwischen Fremanezumab 225 mg monatlich mit 675 mgals Anfangsdosis und Placebo -2,0 Tage (95%-KI: -3,27, -0,67).
Bei Patienten, die zuvor Topiramat angewendet hatten, betrug der beobachtete
Behandlungsunterschied hinsichtlich der Reduktion der monatlichen Kopfschmerztage (MHD) mitmindestens mäßigem Schweregrad zwischen Fremanezumab 675 mg vierteljährlich und
Placebo -2,7 Tage (95%-KI: -3,88, -1,51) und zwischen Fremanezumab 225 mg monatlich mit 675 mgals Anfangsdosis und Placebo -2,9 Tage (95%-KI: -4,10, -1,78). Bei Patienten, die zuvor mit
Onabotulinumtoxin A behandelt worden waren, betrug der beobachtete Behandlungsunterschiedhinsichtlich der Reduktion der monatlichen Kopfschmerztage (MHD) mit mindestens mäßigem
Schweregrad zwischen Fremanezumab 675 mg vierteljährlich und Placebo -1,3 Tage (95%-KI: -3,01,
- 0,37) und zwischen Fremanezumab 225 mg monatlich mit 675 mg als Anfangsdosis und
Placebo -2,0 Tage (95%-KI: -3,84, -0,22).
Ungefähr 52 % der Patienten in der Studie zeigten einen Übergebrauch von Akut-
Kopfschmerzmedikamenten. Der beobachtete Behandlungsunterschied hinsichtlich der Reduktion dermonatlichen Kopfschmerztage (MHD) mit mindestens mäßigem Schweregrad zwischen
Fremanezumab 675 mg vierteljährlich und Placebo betrug bei diesen Patienten -2,2 Tage (95%-
KI: -3,14, -1,22) und zwischen Fremanezumab 225 mg monatlich mit 675 mg als Anfangsdosis und
Placebo -2,7 Tage (95%-KI: -3,71, -1,78).
Langzeitstudie (Studie 3)
In der Langzeitstudie (Studie 3), in der die Patienten 225 mg Fremanezumab monatlich bzw. 675 mgvierteljährlich erhielten, konnte die Wirksamkeit bei allen Patienten mit episodischer und chronischer
Migräne über bis zu 12 zusätzliche Monate aufrechterhalten werden. Insgesamt 79 % der Patientenschlossen den 12-monatigen Behandlungszeitraum von Studie 3 ab. Über die zwei
Dosierungsschemata gepoolt wurde nach 15 Monaten eine Reduktion der monatlichen Migränetagevon 6,6 gegenüber Baseline in Studie 1 und Studie 2 festgestellt. Insgesamt 61 % der Patienten, die
Studie 3 abschlossen, erreichten im letzten Studienmonat ein 50%-iges Ansprechen. Während des 15-monatigen kombinierten Behandlungszeitraums wurden keine Sicherheitssignale festgestellt.
Intrinsische und extrinsische Faktoren
Die Wirksamkeit und Sicherheit von Fremanezumab wurden nachgewiesen, unabhängig von Alter,
Geschlecht, Ethnie, Anwendung prophylaktischer Begleitmedikamente (Betablocker,
Kalziumantagonisten/Benzocyclohepten, Antidepressiva, Antikonvulsiva), Anwendung von Topiramatoder Onabotulinumtoxin A gegen Migräne in der Vergangenheit sowie eines Übergebrauchs von
Akut-Kopfschmerzmitteln.
Es liegen nur begrenzt Daten über die Anwendung von Fremanezumab bei Patienten im Alter von≥ 65 Jahren (2 % der Patienten) vor.
Schwer behandelbare Migräne
Die Wirksamkeit und Sicherheit von Fremanezumab wurde in einer randomisierten Studie (Studie 4)bei insgesamt 838 Patienten mit episodischer und chronischer Migräne mit dokumentiertemunzureichendem Ansprechen auf zwei bis vier Klassen der vorherigen Arzneimittel zur
Migräneprophylaxe beurteilt. Die Studie bestand aus einer 12-wöchigen doppelblinden,placebokontrollierten Behandlungsphase und einer daran anschließenden 12-wöchigen unverblindeten
Phase.
Der primäre Wirksamkeitsendpunkt war die mittlere Veränderung der durchschnittlichen monatlichen
Anzahl von Migränetagen während des 12-wöchigen doppelblinden Behandlungszeitraums.
Wichtigste sekundäre Endpunkte waren das Erreichen einer Reduktion der monatlichen Migränetagegegenüber Baseline um mindestens 50 %, die mittlere Veränderung der durchschnittlichenmonatlichen Kopfschmerztage mit mindestens mäßigem Schweregrad gegenüber Baseline sowie die
Veränderung der durchschnittlichen monatlichen Anzahl von Tagen mit Anwendung eines Akut-
Kopfschmerzmedikaments gegenüber Baseline. Sowohl das monatliche als auch das vierteljährliche
Dosierungsschema von Fremanezumab zeigten bei den wichtigsten Endpunkten eine statistischsignifikante und klinisch bedeutsame Verbesserung gegenüber Baseline im Vergleich zu Placebo. Die
Ergebnisse der Studie 4 decken sich demnach mit den Hauptergebnissen der vorhergehenden
Wirksamkeitsstudien und zeigen zudem eine Wirksamkeit bei schwer behandelbarer Migräne,einschließlich einer mittleren Reduktion der monatlichen Migränetage (MMD, monthly migraine days)um -3,7 (95%-KI: -4,38; -3,05) bei vierteljährlicher Anwendung von Fremanezumab und -4,1(95%-KI: -4,73; -3,41) bei monatlicher Anwendung von Fremanezumab gegenüber -0,6(95%-KI: -1,25; 0,07) bei mit Placebo behandelten Patienten. Während des 12-wöchigen
Behandlungszeitraums erreichten 34 % der vierteljährlich mit Fremanezumab behandelten Patientenund 34 % der monatlich mit Fremanezumab behandelten Patienten mindestens eine 50%ige Reduktionder MMD, verglichen mit 9 % der mit Placebo behandelten Patienten (p < 0,0001). Dieser Effekt tratbereits im ersten Monat auf und wurde über den gesamten Behandlungszeitraum aufrechterhalten(siehe Abbildung 3). Während des 6-monatigen Behandlungszeitraums wurden keine
Sicherheitssignale festgestellt.
Abbildung 3: Mittlere Veränderung der durchschnittlichen monatlichen Anzahl von
Migränetagen gegenüber Baseline für Studie 4
Mittel bei Baseline (durchschnittliche monatliche Anzahl von Migränetagen): Placebo: 14,4, AJOVYvierteljährlich: 14,1, AJOVY monatlich: 14,1.
Kinder und JugendlicheDie Europäische Arzneimittel-Agentur hat für AJOVY eine Zurückstellung von der Verpflichtung zur
Vorlage von Ergebnissen zu Studien in einer oder mehreren pädiatrischen Altersklassen in der
Migräneprophylaxe gewährt (siehe Abschnitt 4.2 bzgl. Informationen zur Anwendung bei Kindernund Jugendlichen).
Nach subkutaner Einzelgabe von Fremanezumab 225 mg bzw. 675 mg betrug die mediane Dauer biszum Erreichen der Maximalkonzentration (tmax) bei gesunden Probanden 5 bis 7 Tage. Die absolute
Bioverfügbarkeit von Fremanezumab nach subkutaner Verabreichung von 225 mg und 900 mg angesunde Probanden betrug 55 % (± SD von 23 %) bis 66 % (± SD von 26 %). Basierend auf den
Ergebnissen zur Populationspharmakokinetik wurde zwischen den Dosierungen von 225 mg und675 mg eine Dosisproportionalität festgestellt. Ein Fließgleichgewicht (Steady-State) wurde bei den
Dosierungsschemata 225 mg monatlich und 675 mg vierteljährlich nach ca. 168 Tagen(ca. 6 Monaten) erreicht. Das mediane Akkumulationsverhältnis bei einmal monatlicher und einmalvierteljährlicher Verabreichung beträgt ca. 2,4 bzw. 1,2.
VerteilungAusgehend von der Annahme einer modellierten geschätzten Bioverfügbarkeit von 66 % (± SD von26 %) für die Patientenpopulation betrug das Verteilungsvolumen für einen typischen Patienten nachsubkutaner Verabreichung von 225 mg, 675 mg bzw. 900 mg Fremanezumab 3,6 l (VK 35,1 %).
BiotransformationÄhnlich wie bei anderen monoklonalen Antikörpern wird erwartet, dass Fremanezumab durchenzymatische Proteolyse in kleine Peptide und Aminosäuren zerfällt.
EliminationAusgehend von der Annahme einer modellierten geschätzten Bioverfügbarkeit von 66 % (± SD von26 %) für die Patientenpopulation lag die zentrale Clearance für einen typischen Patienten nachsubkutaner Verabreichung von 225 mg, 675 mg bzw. 900 mg Fremanezumab bei 0,09 l/Tag (VK23,4 %). Die gebildeten kleinen Peptide und Aminosäuren können im Körper zur de-novo-Synthesevon Proteinen wiederverwendet oder über die Nieren ausgeschieden werden. Fremanezumab besitzteine geschätzte Halbwertszeit von 30 Tagen.
Besondere PatientengruppenAnhand der Daten von 2.546 Teilnehmern wurde eine populationspharmakokinetische Analysehinsichtlich Alter, Ethnie, Geschlecht und Körpergewicht durchgeführt. Für das niedrigste
Körpergewichts-Quartil (43,5 bis 60,5 kg) ist im Vergleich zum höchsten Körpergewichts-Quartil(84,4 bis 131,8 kg) eine etwa doppelt so hohe Exposition zu erwarten. Gemäß den Expositions-
Wirkungs-Analysen bei Patienten mit episodischer und chronischer Migräne wurden jedoch keine
Auswirkungen des Körpergewichts auf die klinische Wirksamkeit beobachtet. Es sind keine
Dosisanpassungen für Fremanezumab erforderlich. Für Patienten mit einem Körpergewicht von> 132 kg liegen keine Daten zum Expositions-Wirkungs-Verhältnis vor.
Nieren- oder Leberfunktionsstörung
Da bei monoklonalen Antikörpern keine Elimination über die Nieren oder Metabolisierung in der
Leber bekannt ist, wird nicht erwartet, dass eine Nieren- oder Leberfunktionsstörung die
Pharmakokinetik von Fremanezumab beeinträchtigt.
Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung (eGFR < 30 ml/min/1,73 m2) wurden nicht untersucht.
Die populationspharmakokinetische Analyse von integrierten Daten aus den klinischen Studien zu
AJOVY ergab keinen Unterschied in der Pharmakokinetik von Fremanezumab bei Patienten mitgeringer bis mittelgradiger Nierenfunktionsstörung oder mit Leberfunktionsstörung gegenüber
Patienten mit normaler Nieren- oder Leberfunktion (siehe Abschnitt 4.2).
Basierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, Toxizität bei wiederholter
Gabe, Reproduktions- und Entwicklungstoxizität lassen die präklinischen Daten keine besonderen
Gefahren für den Menschen erkennen.
Da es sich bei Fremanezumab um einen monoklonalen Antikörper handelt, wurden keine Studien zur
Genotoxizität und zum kanzerogenen Potenzial durchgeführt.
Histidin
Histidinhydrochlorid-Monohydrat
SaccharoseNatriumedetat (Ph.Eur.)
Polysorbat 80 (E 433)
Wasser für Injektionszwecke
Da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, darf dieses Arzneimittel nicht mit anderen
Arzneimitteln gemischt werden.
Fertigspritze3 Jahre
Fertigpen3 Jahre
Im Kühlschrank lagern (2 °C - 8 °C).
Nicht einfrieren.
Fertigspritze(n) oder Fertigpen(s) im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
AJOVY kann ungekühlt bis zu 7 Tage bei einer Temperatur von bis zu 30 °C aufbewahrt werden.
Wird AJOVY länger als 7 Tage außerhalb des Kühlschranks aufbewahrt, muss es entsorgt werden.
Nach Aufbewahrung bei Raumtemperatur nicht wieder im Kühlschrank lagern.
Fertigspritze1,5 ml Lösung in einer 2,25-ml-Spritze aus Typ 1-Glas mit Kolbenstopfen (Bromobutyl-Kautschuk)und Nadel.
Packungsgrößen von 1 oder 3 Fertigspritzen. Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen inden Verkehr gebracht.
Fertigpen
Der Fertigpen enthält 1,5 ml Lösung in einer 2,25-ml-Spritze aus Typ 1-Glas mit Kolbenstopfen(Bromobutyl-Kautschuk) und Nadel.
Packungsgrößen von 1 oder 3 Fertigpens. Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den
Verkehr gebracht.
Gebrauchsanweisung
Die ausführliche Gebrauchsanweisung am Ende der Packungsbeilage ist Schritt für Schritt sorgfältigzu befolgen.
Die Fertigspritze und der Fertigpen sind ausschließlich für den Einmalgebrauch vorgesehen.
AJOVY darf nicht verwendet werden, wenn die Lösung wolkig oder verfärbt ist oder Partikel enthält.
AJOVY darf nicht verwendet werden, nachdem die Lösung gefroren war.
Die Fertigspritze und der Fertigpen dürfen nicht geschüttelt werden.
BeseitigungNicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.
TEVA GmbH
Graf-Arco-Str. 389079 Ulm
Deutschland
Fertigspritze
EU/1/19/1358/001 - 1 Fertigspritze
EU/1/19/1358/002 - 3 Fertigspritzen
Fertigpen
EU/1/19/1358/003 - 1 Fertigpen
EU/1/19/1358/004 - 3 Fertigpens
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 28. März 2019
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 06. November 2023
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur https://www.ema.europa.eu