AERIUS 2.5mg schmelztabletten merkblatt medikamente

R06AX27 Desloratadin • RESPIRATIONSTRAKT | ANTIHISTAMINIKA ZUR SYSTEMISCHEN ANWENDUNG | Andere Antihistaminika zur systemischen Anwendung

Desloratadin ist ein Antihistaminikum, das zur Behandlung von Allergiesymptomen wie allergischer Rhinitis (Niesen, laufende oder verstopfte Nase, Juckreiz in der Nase) und Urtikaria (Nesselsucht mit Juckreiz) eingesetzt wird. Es ist ein Antihistaminikum der zweiten Generation, das H1-Histaminrezeptoren blockiert und so allergische Reaktionen reduziert.

Ein Vorteil von Desloratadin ist, dass es keine signifikante Schläfrigkeit verursacht und von den meisten Patienten gut vertragen wird. Es ist in Form von Tabletten, Sirup oder Lösung zum Einnehmen erhältlich und wird in der Regel einmal täglich eingenommen.

Nebenwirkungen sind selten, können aber Kopfschmerzen, Müdigkeit, Mundtrockenheit oder in sehr seltenen Fällen schwere allergische Reaktionen umfassen. Es ist wichtig, das Medikament gemäß den Anweisungen eines Arztes oder Apothekers einzunehmen.

Allgemeine Daten zu AERIUS 2.5mg

Substanz: Desloratadin

Datum der letzten Medikamentenliste: 01-07-2021

Handelsgesetzbuch: W67692012

Konzentration: 2.5mg

Pharmazeutisches Formblatt: schmelztabletten

Quantität: 100

Produktart: original

Rezeptbeschränkungen: P-RF - Arzneimittelrezept, das in der Apotheke aufbewahrt wird (nicht verlängerbar).

Marketing autorisation

Zulassungshersteller: SP LABO NV - BELGIA

Zulassungsinhaber: N.V. ORGANON - OLANDA

Zulassungsnummer: 160/2007/48

Haltbarkeit: 2 Jahre

Darreichungsformen erhältlich für Desloratadin

Verfügbare Konzentrationen für Desloratadin

0.5mg/ml, 2.5mg, 5mg

Kombinationen mit anderen Stoffen

Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels AERIUS 2.5mg schmelztabletten

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Aerius 0,5 mg/ml Lösung zum Einnehmen

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Ein Milliliter Lösung zum Einnehmen enthält 0,5 mg Desloratadin.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung

Ein Milliliter Lösung zum Einnehmen enthält 150 mg Sorbitol (E 420), 100,19 mg Propylenglycol(E 1520) und 0,375 mg Benzylalkohol (siehe Abschnitt 4.4).

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Lösung zum Einnehmen ist eine klare, farblose Lösung.

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

Aerius ist indiziert bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern ab 1 Jahr zur Besserung der

Symptomatik bei:

- allergischer Rhinitis (siehe Abschnitt 5.1)

- Urtikaria (siehe Abschnitt 5.1)

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung
Erwachsene und Jugendliche (12 Jahre und älter)

Die empfohlene Dosierung von Aerius beträgt 10 ml (5 mg) Lösung zum Einnehmen einmal täglich.

Kinder

Der verschreibende Arzt sollte sich bewusst sein, dass die meisten Fälle von Rhinitis bei Kindern unter2 Jahren durch eine Infektion verursacht werden (siehe Abschnitt 4.4) und dass keine Daten vorliegen,die eine Behandlung einer infektiösen Rhinitis mit Aerius unterstützen.

Kinder zwischen 1 und 5 Jahren: 2,5 ml (1,25 mg) Aerius Lösung zum Einnehmen einmal täglich.

Kinder zwischen 6 und 11 Jahren: 5 ml (2,5 mg) Aerius Lösung zum Einnehmen einmal täglich.

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Aerius 0,5 mg/ml Lösung zum Einnehmen bei Kindern unter 1 Jahrist bisher noch nicht erwiesen.

Es gibt nur eingeschränkte Erfahrungen aus klinischen Studien zur Wirksamkeit bei der Anwendungvon Desloratadin bei Kindern von 1 bis 11 Jahren und Jugendlichen von 12 bis 17 Jahren (siehe

Abschnitte 4.8 und 5.1).

Die Behandlung der intermittierenden allergischen Rhinitis (Auftreten der Symptome an weniger als4 Tagen pro Woche oder über weniger als 4 Wochen) sollte entsprechend der Bewertung desbisherigen Krankheitsverlaufes beim Patienten erfolgen und kann nach dem Abklingen der Symptomebeendet und bei deren Wiederauftreten wieder aufgenommen werden.

Bei der persistierenden allergischen Rhinitis (Auftreten der Symptome an 4 oder mehr Tagen pro

Woche und über mehr als 4 Wochen) kann den Patienten während der Allergiezeit eine kontinuierliche

Behandlung vorgeschlagen werden.

Art der Anwendung

Zum Einnehmen.

Die Dosis kann mit oder ohne Nahrung eingenommen werden.

4.3 Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen

Bestandteile oder gegen Loratadin.

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Nierenfunktionsstörung

Bei schwerer Niereninsuffizienz darf Aerius nur mit Vorsicht angewendet werden (siehe

Abschnitt 5.2).

Krampfanfälle

Desloratadin sollte bei Patienten mit Krampfanfällen in der Eigen- oder Familienanamnese mit

Vorsicht angewendet werden; dies gilt vor allem für jüngere Kinder (siehe Abschnitt 4.8), die für neuauftretende Krampfanfälle unter einer Desloratadin-Therapie anfälliger sind. Medizinisches

Fachpersonal kann in Erwägung ziehen, Desloratadin bei Patienten, die während der Behandlung einen

Krampfanfall erleiden, abzusetzen.

Aerius Lösung zum Einnehmen enthält Sorbitol (E 420)

Dieses Arzneimittel enthält 150 mg Sorbitol (E 420) pro ml der Lösung zum Einnehmen.

Die additive Wirkung gleichzeitig angewendeter Sorbitol (E 420) (oder Fructose) -haltiger

Arzneimittel und die Einnahme von Sorbitol (E 420) (oder Fructose) über die Nahrung ist zuberücksichtigen. Der Gehalt an Sorbitol (E 420) in oral angewendeten Arzneimitteln kann die

Bioverfügbarkeit von anderen gleichzeitig oral angewendeten Arzneimitteln beeinflussen.

Sorbitol ist eine Quelle für Fructose. Patienten mit hereditärer Fructoseintoleranz (HFI) dürfen dieses

Arzneimittel nicht einnehmen.

Aerius Lösung zum Einnehmen enthält Propylenglycol (E 1520)

Dieses Arzneimittel enthält 100,19 mg Propylenglycol (E 1520) pro ml der Lösung zum Einnehmen.

Aerius Lösung zum Einnehmen enthält Natrium

Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Dosis, d. h., es ist nahezu'natriumfrei“.

Aerius Lösung zum Einnehmen enthält Benzylalkohol

Dieses Arzneimittel enthält 0,375 mg Benzylalkohol pro ml der Lösung zum Einnehmen.

Benzylalkohol kann allergische Reaktionen hervorrufen.

Bei Kleinkindern besteht aufgrund von Akkumulation ein erhöhtes Risiko. Es wird nicht empfohlen,dieses Arzneimittel bei Kleinkindern (unter 3 Jahren) länger als eine Woche anzuwenden.

Große Mengen sollten wegen des Risikos der Akkumulation und Toxizität ('metabolische Azidose')nur mit Vorsicht und wenn absolut nötig angewendet werden, insbesondere bei Personen miteingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion.

Kinder und Jugendliche

Bei Kindern unter 2 Jahren ist es besonders schwierig, eine allergische Rhinitis von anderen Formender Rhinitis zu unterscheiden. Neben dem Ausschluss von oberen Atemwegsinfektionen oderanatomischen Anomalien sollten bei der Diagnose die Anamnese, körperliche Untersuchungen undentsprechende Labor- und Hautuntersuchungen eine Rolle spielen.

Etwa 6 % der Erwachsenen und Kinder zwischen 2 und 11 Jahren metabolisieren Desloratadineingeschränkt und erfahren dadurch eine höhere Substanzbelastung (siehe Abschnitt 5.2). Die

Sicherheit von Desloratadin bei Kindern zwischen 2 und 11 Jahren, die eingeschränkt metabolisieren,ist identisch mit der bei Kindern, die normal metabolisieren. Die Wirkungen von Desloratadin beieingeschränkt metabolisierenden Kindern unter 2 Jahren wurden nicht untersucht.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Klinisch relevante Wechselwirkungen wurden im Rahmen klinischer Studien, bei denen Desloratadin-

Tabletten zusammen mit Erythromycin oder Ketoconazol verabreicht wurden, nicht festgestellt (siehe

Abschnitt 5.1).

Kinder und Jugendliche

Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen wurden nur bei Erwachsenen durchgeführt.

In einer klinisch-pharmakologischen Studie wurde bei gleichzeitiger Einnahme von Aerius Tablettenund Alkohol die leistungsmindernde Wirkung von Alkohol nicht verstärkt (siehe Abschnitt 5.1).

Allerdings wurde nach Markteinführung über Fälle von Alkoholunverträglichkeit und -vergiftungberichtet. Daher wird zur Vorsicht geraten, wenn unter dieser Behandlung Alkohol konsumiert wird.

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Weitreichende Erfahrungen an schwangeren Frauen (mehr als 1000 Schwangerschaftsausgänge)deuten nicht auf ein Fehlbildungsrisiko oder eine fetale/neonatale Toxizität von Desloratadin hin.

Tierexperimentelle Studien ergaben keine direkt oder indirekt schädigenden Wirkungen im Hinblickauf die Reproduktionstoxizität (siehe Abschnitt 5.3). Aus Vorsichtsgründen soll eine Anwendung von

Aerius während der Schwangerschaft vermieden werden.

Stillzeit

Desloratadin wurde bei gestillten Neugeborenen/Säuglingen behandelter Mütter nachgewiesen. Die

Auswirkung von Desloratadin auf Neugeborene/Säuglinge ist nicht bekannt. Daher muss abgewogenwerden, abzustillen oder die Aerius-Therapie abzubrechen/auszusetzen, wobei der Nutzen des Stillensfür das Kind und der Therapie-Nutzen für die Frau zu berücksichtigen sind.

Fertilität

Es liegen keine Daten zur Fertilität beim Mann oder bei der Frau vor.

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Maschinen

Basierend auf klinischen Studiendaten hat Aerius keinen oder einen zu vernachlässigenden Einflussauf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen. Die Patienten solltendarüber aufgeklärt werden, dass es bei den meisten Patienten zu keiner Schläfrigkeit kommt. Dajedoch individuelle Unterschiede im Bezug auf das Ansprechen bei Arzneimitteln bestehen, wirdempfohlen, Patienten zu raten, von Aktivitäten, die mentale Aufmerksamkeit erfordern wie das Führenvon Fahrzeugen oder das Bedienen von Maschinen, so lange abzusehen, bis sich ihr individuelles

Ansprechen auf das Arzneimittel eingestellt hat.

4.8 Nebenwirkungen

Zusammenfassung des Sicherheitsprofils
Kinder und Jugendliche

Bei pädiatrischen klinischen Studien wurde die Desloratadin-Sirup-Darreichungsform insgesamt246 Kindern im Alter zwischen 6 Monaten und 11 Jahren verabreicht. Die Gesamthäufigkeit der

Nebenwirkungen bei Kindern zwischen 2 und 11 Jahren war bei der Desloratadin-Gruppe ähnlich wiebei der Placebo-Gruppe. Bei Kleinkindern zwischen 6 und 23 Monaten waren die am häufigstenaufgetretenen Nebenwirkungen, über die häufiger als bei Placebo berichtet wurde, Diarrhoe (3,7 %),

Fieber (2,3 %) und Schlaflosigkeit (2,3 %). In einer zusätzlichen Studie wurden bei einer Einmaldosisvon 2,5 mg Desloratadin Lösung zum Einnehmen keine Nebenwirkungen bei Patienten im Alterzwischen 6 und 11 Jahren beobachtet.

Bei einer klinischen Studie mit 578 jugendlichen Patienten von 12 bis 17 Jahren war die häufigste

Nebenwirkung Kopfschmerzen; diese trat bei 5,9 % der Patienten auf, die mit Desloratadin behandeltwurden und bei 6,9 % der Patienten, die mit Placebo behandelt wurden.

Erwachsene und Jugendliche

In klinischen Studien in verschiedenen Indikationen, einschließlich allergischer Rhinitis und chronischidiopathischer Urtikaria, wurden bei der empfohlenen Dosis 3 % mehr Nebenwirkungen bei Patientenmit Aerius berichtet, als bei Patienten, die mit Placebo behandelt wurden. Die am häufigstenaufgetretenen Nebenwirkungen, über die häufiger als bei Placebo berichtet wurde, waren Müdigkeit(1,2 %), Mundtrockenheit (0,8 %) und Kopfschmerzen (0,6 %).

Tabellarische Auflistung der Nebenwirkungen

Die Häufigkeit von Nebenwirkungen in klinischen Studien, über die häufiger als unter Placeboberichtet wurde, sowie weitere Nebenwirkungen, über die nach Markteinführung berichtet wurde, sindin der nachfolgenden Tabelle aufgeführt. Die Häufigkeiten sind wie folgt definiert: sehr häufig(≥ 1/10), häufig (≥ 1/100 bis < 1/10), gelegentlich (≥ 1/1.000 bis < 1/100), selten (≥ 1/10.000 bis< 1/1.000), sehr selten (< 1/10.000) und nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren

Daten nicht abschätzbar).

Systemorganklasse Häufigkeit Nebenwirkungen unter Aerius

Stoffwechsel- und Nicht bekannt Verstärkter Appetit

Ernährungsstörungen

Psychiatrische Erkrankungen Sehr selten Halluzinationen

Nicht bekannt Anomales Verhalten, Aggression,depressive Verstimmung

Erkrankungen des Nervensystems Häufig Kopfschmerzen

Häufig (bei Schlaflosigkeit

Kindern unter2 Jahren) Schwindel, Somnolenz,

Sehr selten Schlaflosigkeit, psychomotorische

Hyperaktivität, Krampfanfälle

Augenerkrankungen Nicht bekannt Augentrockenheit

Herzerkrankungen Sehr selten Tachykardie, Herzklopfen

Nicht bekannt QT-Verlängerung

Erkrankungen des Häufig Mundtrockenheit

Gastrointestinaltrakts Häufig (bei Diarrhoe

Kindern unter2 Jahren) Abdominalschmerzen, Übelkeit,

Sehr selten Erbrechen, Dyspepsie, Diarrhoe

Leber- und Gallenerkrankungen Sehr selten Leberenzymerhöhungen, erhöhtes

Bilirubin, Hepatitis

Nicht bekannt Ikterus

Systemorganklasse Häufigkeit Nebenwirkungen unter Aerius

Erkankungen der Haut und des Nicht bekannt Photosensitivität

Unterhautzellgewebes

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- Sehr selten Myalgieund Knochenerkrankungen

Allgemeine Erkrankungen und Häufig Ermüdung

Beschwerden am Verabreichungsort Häufig (bei Fieber

Kindern unter2 Jahren) Überempfindlichkeitsreaktionen (wie

Sehr selten Anaphylaxie, Angioödem, Dyspnoe,

Pruritus, Hautausschlag und

Urtikaria)

Nicht bekannt Asthenie

Untersuchungen Nicht bekannt Gewichtszunahme

Kinder und Jugendliche

Zu weiteren Nebenwirkungen, über die nach Markteinführung mit nicht bekannter Häufigkeit bei

Kindern und Jugendlichen berichtet wurde, zählten auch QT-Verlängerung, Arrhythmie, Bradykardie,anomales Verhalten und Aggression.

Eine retrospektive Beobachtungsstudie zur Sicherheit zeigte eine im Vergleich zu behandlungsfreien

Perioden erhöhte Inzidenz von neu auftretenden Krampfanfällen während der Behandlung mit

Desloratadin bei Patienten im Alter von 0 bis 19 Jahren. Bei Kindern im Alter zwischen 0 und 4 Jahrenbetrug der adjustierte absolute Anstieg 37,5 (95%-Konfidenzintervall (KI): 10,5-64,5) pro100.000 Personenjahre (PJ) bei einer Hintergrundinzidenz für neu auftretende Krampfanfälle von 80,3pro 100.000 PJ. Bei Patienten im Alter zwischen 5 und 19 Jahren betrug der adjustierte absolute

Anstieg 11,3 (95%-KI: 2,3-20,2) pro 100.000 PJ bei einer Hintergrundinzidenz von 36,4 pro100.000 PJ. Siehe Abschnitt 4.4.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.

4.9 Überdosierung

Das Nebenwirkungsprofil im Zusammenhang mit Überdosierungen ist gemäß den Erfahrungen nach

Markteinführung ähnlich wie das unter therapeutischen Dosen; allerdings können die Effekteausgeprägter sein.

Behandlung

Im Falle einer Überdosierung sind die Standardmaßnahmen zur Entfernung des nicht resorbiertenarzneilich wirksamen Bestandteils in Erwägung zu ziehen. Es werden symptomatische undunterstützende Maßnahmen empfohlen.

Desloratadin wird durch eine Hämodialyse nicht entfernt; es ist nicht bekannt, ob Desloratadin durcheine Peritonealdialyse eliminiert wird.

Symptome

In einer Mehrfachdosis-Studie mit Erwachsenen und Jugendlichen, bei der bis zu 45 mg Desloratadin(neunfache klinische Dosis) angewendet wurden, wurden keine klinisch relevanten Wirkungenbeobachtet.

Kinder und Jugendliche

Das Nebenwirkungsprofil im Zusammenhang mit Überdosierungen ist gemäß den Erfahrungen nach

Markteinführung ähnlich wie das unter therapeutischen Dosen; allerdings können die Effekteausgeprägter sein.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Antihistaminika - H1-Antagonist; ATC-Code: R06AX27

Wirkmechanismus

Desloratadin ist ein nicht-sedierender, langwirksamer Histaminantagonist mit einer selektiven,peripheren H1-Rezeptor-antagonistischen Aktivität. Nach oraler Applikation hemmt Desloratadinselektiv die peripheren Histamin-H1-Rezeptoren, da die Substanz nicht in das zentrale Nervensystemübertritt.

Desloratadin zeigte antiallergische Eigenschaften bei in vitro-Studien. Dies schließt sowohl die

Hemmung der Freisetzung von proinflammatorischen Zytokinen wie IL-4, IL-6, IL-8 und IL-13 ausmenschlichen Mastzellen/Basophilen ein als auch die Hemmung der Expression des

Adhäsionsmoleküls P-Selektin auf Endothelialzellen. Die klinische Relevanz dieser Beobachtungen istnoch zu bestätigen.

Klinische Wirksamkeit und Sicherheit
Kinder und Jugendliche

Die Wirksamkeit von Aerius Lösung zum Einnehmen wurde nicht in speziellen Studien an Kindernuntersucht. Die Sicherheit von Desloratadin als Sirup-Darreichungsform, der die gleiche

Konzentration an Desloratadin wie Aerius Lösung zum Einnehmen enthält, wurde jedoch in drei

Studien an Kindern gezeigt. Kinder im Alter zwischen 1 und 11 Jahren, die für eine

Antihistamintherapie in Frage kamen, erhielten eine tägliche Desloratadindosis von 1,25 mg (im Alterzwischen 1 und 5 Jahren) oder 2,5 mg (im Alter zwischen 6 und 11 Jahren). Die Behandlung wurdegut vertragen, wie anhand klinischer Labortests, Vitalfunktionen und EKG-Intervalldaten,einschließlich QTc, dokumentiert wurde. Bei den empfohlenen Dosen waren die

Plasmakonzentrationen von Desloratadin (siehe Abschnitt 5.2) in der Kinder- und Erwachsenen-

Population vergleichbar. Weil der Verlauf von allergischer Rhinitis/chronisch idiopathischer Urtikariaund das Profil von Desloratadin bei Erwachsenen und Kindern ähnlich sind, können die

Wirksamkeitsdaten von Desloratadin bei Erwachsenen auf die Kinderpopulation extrapoliert werden.

Die Wirksamkeit von Aerius Sirup wurde nicht in pädiatrischen Studien an Kindern untersucht, diejünger waren als 12 Jahre.

Erwachsene und Jugendliche

Im Rahmen einer klinischen Studie mit Mehrfachdosen an Erwachsenen und Jugendlichen, in der

Desloratadin in einer Dosierung von bis zu 20 mg täglich über 14 Tage angewendet wurde, wurdekeine statistisch signifikante oder klinisch relevante kardiovaskuläre Wirkung beschrieben. In einerklinisch-pharmakologischen Studie an Erwachsenen und Jugendlichen, in der Desloratadin in einer

Dosierung von 45 mg täglich (das Neunfache der klinischen Dosis) über zehn Tage bei Erwachsenenangewendet wurde, zeigte sich keine Verlängerung des QTc-Intervalls.

Pharmakodynamische Wirkungen

Desloratadin geht nicht ohne Weiteres in das zentrale Nervensystem über. In kontrollierten klinischen

Studien wurde bei der empfohlenen Dosierung von 5 mg täglich für Erwachsene und Jugendlichekeine erhöhte Häufigkeit von Schläfrigkeit im Vergleich zu Placebo festgestellt. Bei einer Einzel-

Tagesdosis von 7,5 mg führten Aerius Tabletten bei Erwachsenen und Jugendlichen in klinischen

Studien zu keiner Beeinträchtigung der Psychomotorik. Bei einer Einzeldosis-Studie mit Erwachsenenzeigte Desloratadin 5 mg keinen Einfluss auf Standard-Messgrößen der Flugleistung einschließlich der

Verstärkung subjektiver Schläfrigkeit oder den Aufgaben, die mit dem Fliegen verbunden sind.

In klinisch-pharmakologischen Studien an Erwachsenen kam es durch die gleichzeitige Einnahme von

Alkohol weder zu einer Verstärkung der Alkohol-induzierten Leistungsbeeinträchtigung noch zu einer

Erhöhung der Schläfrigkeit. Bei den Ergebnissen des psychomotorischen Tests konnten keinesignifikanten Unterschiede zwischen den mit Desloratadin und den mit Placebo behandelten Patientenfestgestellt werden, unabhängig davon, ob Desloratadin alleine oder mit Alkohol eingenommen wurde.

In Wechselwirkungsstudien mit Mehrfachdosen von Ketoconazol und Erythromycin wurden keineklinisch relevanten Veränderungen der Desloratadin-Plasmakonzentrationen beobachtet.

Bei erwachsenen und jugendlichen Patienten mit allergischer Rhinitis waren Aerius Tabletten wirksambei der Linderung der Symptome wie Niesen, Nasensekretion und Juckreiz der Nase, Juckreiz,

Tränenfluss und Rötung der Augen sowie Juckreiz am Gaumen. Aerius zeigte 24 Stunden lang eineeffektive Kontrolle der Symptome. Die Wirksamkeit von Aerius Tabletten wurde in Studien mitjugendlichen Patienten von 12 bis 17 Jahren nicht eindeutig gezeigt.

Zusätzlich zu der etablierten Klassifizierung in saisonal und perennial, kann allergische Rhinitis in

Abhängigkeit von der Dauer der Symptome alternativ auch in intermittierende allergische Rhinitis undpersistierende allergische Rhinitis eingeteilt werden. Intermittierende allergische Rhinitis wird als

Auftreten der Symptome für weniger als 4 Tage pro Woche oder weniger als 4 Wochen definiert.

Persistierende allergische Rhinitis wird als Auftreten der Symptome an 4 oder mehr Tagen pro Wocheund mehr als 4 Wochen definiert.

Wie anhand des Gesamtscores des Fragebogens zur Lebensqualität bei Rhino-Konjunktivitis gezeigtwurde, vermindern Aerius Tabletten effektiv die durch saisonale allergische Rhinitis hervorgerufene

Belastung. Die größte Verbesserung wurde im Bereich der gewohnten Aufgaben und der durch die

Symptome eingeschränkten alltäglichen Tätigkeiten festgestellt.

Die chronisch idiopathische Urtikaria wurde stellvertretend für weitere Formen der Urtikariauntersucht, da die zugrunde liegende Pathophysiologie ungeachtet der Ätiologie bei denunterschiedlichen Formen ähnlich ist und chronische Patienten einfacher prospektiv rekrutiert werdenkönnen. Da die Histaminfreisetzung ein ursächlicher Faktor bei allen urtikariellen Erkrankungen ist,wird erwartet, dass Desloratadin außer bei der chronisch idiopathischen Urtikaria auch bei anderen

Formen der Urtikaria zu einer Verbesserung der Symptome führt; dies wird durch die Empfehlungender klinischen Leitlinien bestätigt.

In zwei Placebo-kontrollierten Studien über 6 Wochen bei Patienten mit chronisch idiopathischer

Urtikaria war Aerius wirksam bei der Verbesserung von Pruritus und der Herabsetzung von Größe und

Anzahl von Quaddeln am Ende des ersten Dosisintervalls. Bei jeder Studie hielten die Wirkungen überdas 24-Stunden-Dosisintervall hinaus an. Wie in anderen Studien mit Antihistaminika bei chronischidiopathischer Urtikaria wurde die Minderheit der Patienten, die nicht auf Antihistaminika reagierten,aus der Studie ausgeschlossen. Eine Verbesserung des Juckreizes um mehr als 50 % wurde bei 55 %der mit Desloratadin behandelten Patienten im Vergleich zu 19 % der mit Placebo behandelten

Patienten beobachtet. Die Behandlung mit Aerius reduzierte die Störung des Schlafes und des

Wachseins bedeutend, wie durch eine 4-Punkte-Skala zur Bewertung dieser Variablen gemessenwurde.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption

Desloratadin ist bei Erwachsenen und Jugendlichen innerhalb von 30 Minuten nach Anwendung von

Desloratadin im Plasma nachweisbar. Desloratadin wird gut resorbiert, wobei

Plasmaspitzenkonzentrationen nach ungefähr 3 Stunden erreicht werden; die terminale Halbwertzeitbeträgt ungefähr 27 Stunden. Der Grad der Kumulation von Desloratadin entsprach seiner

Halbwertzeit (ungefähr 27 Stunden) und einer Anwendungshäufigkeit von einmal täglich. Die

Bioverfügbarkeit von Desloratadin war bei Dosierungen von 5 mg bis 20 mg dosisproportional.

In einer Reihe von pharmakokinetischen und klinischen Studien erreichten 6 % der behandelten

Personen eine höhere Desloratadin-Konzentration. Die Prävalenz dieses eingeschränktmetabolisierenden Phänotyps war vergleichbar bei Erwachsenen (6 %) und Kindern zwischen 2 und11 Jahren (6 %) und in beiden Populationen größer bei Schwarzen (18 % Erwachsene, 16 % Kinder)als bei Kaukasiern (2 % Erwachsene, 3 % Kinder).

In einer pharmakokinetischen Mehrfachdosis-Studie mit der Tabletten-Darreichungsform an gesunden

Erwachsenen zeigten 4 Personen eine eingeschränkte Metabolisierung von Desloratadin. Sie wiesennach ca. 7 Stunden eine etwa 3-mal höhere Cmax mit einer terminalen Halbwertzeit von ungefähr89 Stunden auf.

Ähnliche pharmakokinetische Parameter wurden in einer pharmakokinetischen Mehrfachdosis-Studiemit der Sirup-Darreichungsform an Kindern zwischen 2 und 11 Jahren mit allergischer Rhinitis, dieeingeschränkt metabolisieren, beobachtet. Die Belastung (AUC) durch Desloratadin war nach 3 bis6 Stunden etwa 6-mal höher und die Cmax etwa 3- bis 4-mal höher mit einer terminalen Halbwertzeitvon ungefähr 120 Stunden. Bei Behandlung mit einer altersgemäßen Dosierung war die Belastung beieingeschränkt metabolisierenden Erwachsenen und Kindern gleich. Das Sicherheitsprofil dieser

Patienten entsprach dem der allgemeinen Bevölkerung. Die Wirkungen von Desloratadin beieingeschränkt metabolisierenden Kindern unter 2 Jahren wurden nicht untersucht.

In verschiedenen Einzeldosis-Studien zeigte sich, dass AUC- und Cmax-Werte von Desloratadin beipädiatrischen Patienten bei den empfohlenen Dosen vergleichbar waren mit denen von Erwachsenen,die Desloratadin-Sirup in einer Dosierung von 5 mg erhielten.

Verteilung

Desloratadin bindet mäßig (83-87 %) an Plasmaproteine. Es liegen keine Anhaltspunkte für eineklinisch relevante Wirkstoff-Kumulation nach einmal täglicher Anwendung von Desloratadin(5-20 mg) über 14 Tage bei Erwachsenen und Jugendlichen vor.

In einer Einzeldosis-Crossover-Studie mit Desloratadin erwiesen sich die Tabletten- und Sirup-

Darreichungsform als bioäquivalent. Da Aerius Lösung zum Einnehmen die gleiche Konzentration an

Desloratadin enthält, war keine Bioäquivalenzstudie erforderlich und es ist zu erwarten, dass sie dem

Sirup und den Tabletten entspricht.

Biotransformation

Das für den Metabolismus von Desloratadin verantwortliche Enzym wurde noch nicht identifiziert, sodass Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln nicht ganz ausgeschlossen werden können.

Desloratadin hemmt in-vivo nicht CYP3A4 und in-vitro-Studien haben gezeigt, dass das Arzneimittel

CYP2D6 nicht hemmt und weder ein Substrat noch ein Inhibitor des P-Glykoproteins ist.

Elimination

In einer Einzeldosisstudie mit Desloratadin in einer Dosierung von 7,5 mg wirkten sich Mahlzeiten(fetthaltiges, kalorienreiches Frühstück) nicht auf die Verfügbarkeit von Desloratadin aus. In eineranderen Studie hatte Grapefruit-Saft keine Auswirkung auf die Verfügbarkeit von Desloratadin.

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion

Die Pharmakokinetik von Desloratadin bei Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz (CNI) wurdein einer Einmaldosis-Studie und einer Mehrfachdosis-Studie mit der von gesunden Probandenverglichen. In der Einmaldosis-Studie war die Exposition gegenüber Desloratadin bei Patienten mitleichter bis mittelgradiger CNI etwa um den Faktor 2 und mit schwerer CNI etwa um den Faktor 2,5gegenüber gesunden Probanden erhöht. In der Mehrfachdosis-Studie wurde der Steady State nach

Tag 11 erreicht; im Vergleich zu gesunden Probanden war hier die Exposition gegenüber Desloratadinbei Patienten mit leichter bis mittelgradiger CNI ca. um den Faktor 1,5 und bei Patienten mit schwerer

CNI ca. um den Faktor 2,5 erhöht. In beiden Studien waren die Änderungen der Exposition (AUC und

Cmax) gegenüber Desloratadin und 3-Hydroxy-Desloratadin klinisch nicht relevant.

5.3 Präklinische Sicherheitsdaten

Bei Desloratadin handelt es sich um den wirksamen Hauptmetaboliten von Loratadin. Die mit

Desloratadin und Loratadin durchgeführten präklinischen Studien zeigten bei einem vergleichbaren

Grad der Exposition von Desloratadin keine qualitativen oder quantitativen Unterschiede hinsichtlichdes Toxizitätsprofils von Desloratadin und von Loratadin.

Basierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, Toxizität bei wiederholter

Gabe, Genotoxizität, Karzinogenität, Reproduktions- und Entwicklungstoxizität lassen diepräklinischen Daten keine spezifischen Gefahren für den Menschen erkennen. Das Fehlen eineskanzerogenen Potentials wurde in Studien gezeigt, die mit Desloratadin und Loratadin durchgeführtwurden.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Sorbitol (E 420)

Propylenglycol (E 1520)

Sucralose (E 955)

Hypromellose 2910

Natriumcitrat 2 H2O

Natürliche und künstliche Aromen (Bubble-Gum, enthält Propylenglycol (E 1520) und Benzylalkohol)

Wasserfreie Citronensäure

Natriumedetat (Ph.Eur.)

Gereinigtes Wasser

6.2 Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3 Haltbarkeit

2 Jahre

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht einfrieren. In der Originalverpackung aufbewahren.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

Aerius Lösung zum Einnehmen wird mit 30, 50, 60, 100, 120, 150, 225 und 300 ml in Typ III

Braunglasflaschen mit einer kindersicheren Schraubverschlusskappe mit einem mehrlagigen

Polyethylen-überzogenen Einsatz angeboten. Alle Packungsgrößen außer der 150 ml Packungsgrößewerden mit einem Messlöffel mit Markierungen für Dosierungen von 2,5 ml und 5 ml angeboten. Der150 ml Packungsgröße ist ein Messlöffel oder eine Applikationsspritze für Zubereitungen zum

Einnehmen mit Skalierungen von 2,5 ml und 5 ml beigefügt.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung

Keine besonderen Anforderungen.

7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS

N.V. Organon

Kloosterstraat 65349 AB Oss

Niederlande

8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)

EU/1/00/160/061-069

9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG

ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 15. Januar 2001

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 9. Februar 2006

10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs

Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen

Arzneimittel-Agentur https://www.ema.europa.eu verfügbar.