Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels AERINAZE 2.5mg / 120mg tabletten mit veränderter wirkstofffreisetzung
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
Aerinaze 2,5 mg/120 mg Tabletten mit veränderter Wirkstofffreisetzung
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Jede Tablette enthält 2,5 mg Desloratadin und 120 mg Pseudoephedrinsulfat.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Tablette mit veränderter Wirkstofffreisetzung.
Ovale Tablette mit einer blauen und einer weißen Schicht, die blaue Schicht trägt die Prägung 'D12“.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Aerinaze wird bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren angewendet zur symptomatischen
Behandlung der saisonalen allergischen Rhinitis mit begleitender Nasenschleimhautschwellung.
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
Dosierung:Die empfohlene Dosierung von Aerinaze beträgt eine Tablette zweimal täglich.
Die empfohlene Dosierung und die Dauer der Behandlung sollten nicht überschritten werden.
Die Dauer der Anwendung ist so kurz wie möglich zu halten und sollte nach Abklingen der Symptomenicht fortgesetzt werden. Es wird empfohlen, die Anwendungsdauer auf 10 Tage zu begrenzen, da bei
Langzeitanwendung die Aktivität von Pseudoephedrinsulfat mit der Zeit abnehmen kann. Nach
Rückgang der Schwellung der Schleimhäute in den oberen Atemwegen kann die Behandlung bei
Bedarf mit Desloratadin als Monotherapie fortgesetzt werden.
Ältere PatientenBei Patienten ab 60 Jahren ist die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von unerwünschten
Ereignissen unter Sympathomimetika wie Pseudoephedrinsulfat höher. Die Sicherheit und
Wirksamkeit von Aerinaze wurden für dieses Patientenkollektiv nicht nachgewiesen und die Datenreichen nicht aus, um entsprechende Empfehlungen zur Dosierung auszusprechen. Deshalb ist bei der
Anwendung von Aerinaze bei Patienten über 60 Jahren Vorsicht geboten.
Patienten mit Nieren- oder Leberfunktionsstörung
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Aerinaze wurden bei Patienten mit Nieren- oder
Leberfunktionsstörung nicht geprüft und die Daten reichen nicht aus, um entsprechende
Empfehlungen zur Dosierung auszusprechen. Aerinaze wird für die Anwendung bei Patienten miteingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion nicht empfohlen.
Kinder und JugendlicheDie Sicherheit und Wirksamkeit von Aerinaze bei Kindern unter 12 Jahren wurden nichtnachgewiesen. Es liegen keine Daten hierzu vor. Aerinaze wird für die Anwendung bei Kindern unter12 Jahren nicht empfohlen.
Art der AnwendungZum Einnehmen.
Die Tablette kann mit einem Glas Wasser eingenommen werden, ist jedoch im Ganzen zu schlucken(d. h. ohne sie zu zerbeißen, zu zerbrechen oder zu kauen). Die Einnahme kann unabhängig von den
Mahlzeiten erfolgen.
4.3 Kontraindikationen
Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe, einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile, adrenerge Arzneimittel oder Loratadin.
Da Aerinaze Pseudoephedrinsulfat enthält, ist das Arzneimittel ebenfalls kontraindiziert bei Patienten,die mit einem Monoaminoxidase (MAO)-Hemmer behandelt werden bzw. innerhalb der 2 Wochennach Beendigung einer solchen Therapie.
Aerinaze ist ebenfalls kontraindiziert bei Patienten mit:
* Engwinkelglaukom,
* Harnverhalt,
* Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie ischämische Herzerkrankung und Tachyarrhythmie, schwere
Hypertonie oder unkontrollierte Hypertonie,
* Hyperthyreose,
* einem hämorrhagischen Schlaganfall in der Anamnese oder Risikofaktoren, die das Risiko fürdas Auftreten eines hämorrhagischen Schlaganfalls erhöhen können. Dies ist auf diealphamimetische Aktivität bei kombinierter Anwendung von Pseudoephedrinsulfat mit anderen
Vasokonstriktoren wie Bromocripitin, Pergolid, Lisurid, Cabergolin, Ergotamin,
Dihydroergotamin oder anderen Dekongestiva, die oral oder nasal als abschwellendes
Rhinologikum angewendet werden (Phenylpropanolamin, Phenylephrin, Ephedrin,
Oxymetazolin, Naphazolin etc.) zurückzuführen,
* schwere akute oder chronische Nierenerkrankung/Niereninsuffizienz.
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Kardiovaskuläre und allgemeine Wirkungen
Die Patienten müssen darüber informiert werden, dass die Behandlung bei Auftreten einer Hypertonieoder einer Tachykardie oder von Palpitationen, Herzrhythmusstörungen, Übelkeit oder etwaigensonstigen neurologischen Symptomen (wie Kopfschmerzen oder einer Verstärkung der
Kopfschmerzen) abgesetzt werden muss.
Bei der Behandlung von folgenden Patientengruppen wird zur Vorsicht geraten:
* Patienten mit Herzrhythmusstörungen
* Patienten mit Hypertonie
* Patienten mit einem Myokardinfarkt in der Anamnese, Diabetes mellitus, Blasenhalsobstruktionoder Bronchospasmus in der Anamnese.
* Patienten unter Digitalis (siehe Abschnitt 4.5)
Gastrointestinale und urogenitale Wirkungen
Bei der Anwendung bei Patienten mit stenosierenden Magengeschwüren, pyloroduodenaler
Obstruktion und Blasenhalsobstruktion ist Vorsicht geboten.
Wirkungen auf das Zentralnervensystem
Ebenfalls zur Vorsicht geraten wird bei Patienten, die mit anderen Sympathomimetika (siehe
Abschnitt 4.5) behandelt werden. Diese beinhalten:
* Dekongestiva
* Anorektika oder Psychostimulanzien vom Amphetamintyp
* Antihypertensiva
* trizyklische Antidepressiva und andere Antihistaminika.
Bei der Anwendung bei Patienten mit Migräne, die gleichzeitig mit gefäßverengenden Ergotalkaloidenbehandelt werden, ist Vorsicht geboten (siehe Abschnitt 4.5).
Posteriores reversibles Enzephalopathie-Syndrom (PRES) und reversibles zerebrales
Vasokonstriktionssyndrom (RCVS)
Fälle von PRES und RCVS wurden bei der Anwendung pseudoephedrinhaltiger Arzneimittel berichtet(siehe Abschnitt 4.8). Das Risiko ist bei Patienten mit schwerer oder unkontrollierter Hypertonie odermit schwerer akuter oder chronischer Nierenerkrankung/Niereninsuffizienz erhöht (siehe Abschnitt4.3).
Pseudoephedrin sollte abgesetzt und sofort ein Arzt aufgesucht werden, wenn folgende Symptomeauftreten: plötzliche starke Kopfschmerzen oder Donnerschlagkopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen,
Verwirrtheit, Krampfanfälle und/oder Sehstörungen. Die meisten gemeldeten Fälle von PRES und
RCVS verschwanden nach Absetzen und entsprechender Behandlung.
KrampfanfälleDesloratadin sollte bei Patienten mit Krampfanfällen in der Eigen- oder Familienanamnese mit
Vorsicht angewendet werden; dies gilt vor allem für jüngere Kinder, die für neu auftretende
Krampfanfälle unter einer Desloratadin-Therapie anfälliger sind. Medizinisches Fachpersonal kann in
Erwägung ziehen, Desloratadin bei Patienten, die während der Behandlung einen Krampfanfallerleiden, abzusetzen.
Sympathomimetische Amine können eine Stimulation des Zentralnervensystems mit Krampfanfällenoder einen Herz-Kreislauf-Kollaps mit begleitender Hypotonie verursachen. Diese Wirkungen sind bei
Jugendlichen ab 12 Jahren, älteren Patienten oder im Fall einer Überdosierung wahrscheinlicher (siehe
Abschnitt 4.9).
Missbrauch-Risiko
Bei Pseudoephedrinsulfat besteht die Gefahr eines Missbrauchs. Eine Dosissteigerung kannletztendlich eine Toxizität hervorrufen. Eine fortgesetzte Anwendung kann zu einer Toleranz führen,die ein erhöhtes Risiko für eine Überdosierung bedingt. Nach einem abrupten Absetzen können
Depressionen auftreten.
AndereBei Anwendung von leicht flüchtigen halogenierten Anästhetika während der Therapie mit indirekten
Sympathomimetika kann es perioperativ zu einer akuten Hypertonie kommen. Deshalb ist es im Falleines operativen Eingriffs vorzuziehen, die Behandlung 24 Stunden vor der Einleitung der Narkoseabzusetzen.
Wechselwirkungen mit serologischen Untersuchungen
Sportler müssen darauf hingewiesen werden, dass unter der Therapie mit Pseudoephedrinsulfatpositive Dopingtests möglich sind.
Aerinaze ist mindestens 48 Stunden vor der Durchführung dermatologischer Tests abzusetzen, da
Antihistaminika ansonsten positive Reaktionen auf Indikatoren für Hautreaktionen verhindern bzw. inihrem Ausmaß reduzieren können.
Schwere HautreaktionenSchwere Hautreaktionen wie akut generalisierendes pustulöses Exanthem (AGEP) können bei
Pseudoephedrin-haltigen Arzneimitteln auftreten. Die Patienten sollten sorgfältig überwacht werden.
Falls Anzeichen und Symptome wie Fieber, Erythem oder viele kleine Pusteln auftreten, sollte
Aerinaze abgesetzt werden und, falls nötig, sind geeignete Maßnahmen einzuleiten.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Aerinaze
Von den folgenden Begleittherapien wird abgeraten:
* Digitalis (siehe Abschnitt 4.4)
* Bromocriptin
* Cabergolin
* Lisurid, Pergolid: Risiko für das Auftreten einer Gefäßverengung und einer Hypertonie.
Es wurden keine Wechselwirkungsstudien mit der Kombination von Desloratadin und
Pseudoephedrinsulfat durchgeführt.
Die Wechselwirkung zwischen Aerinaze und Alkohol wurde nicht untersucht. In einer klinisch-pharmakologischen Studie verstärkte Desloratadin bei gleichzeitiger Einnahme von Alkohol dieleistungsmindernde Wirkung von Alkohol jedoch nicht. Bei den Ergebnissen des psychomotorischen
Tests konnten keine signifikanten Unterschiede zwischen den mit Desloratadin und den mit Placebobehandelten Patienten festgestellt werden, unabhängig davon, ob Desloratadin allein oder mit Alkoholeingenommen wurde. Alkoholkonsum ist während der Behandlung mit Aerinaze zu vermeiden.
Desloratadin
Im Rahmen von klinischen Prüfungen mit Desloratadin, bei denen Erythromycin oder Ketoconazolzusätzlich verabreicht wurden, wurden keine klinisch relevanten Wechselwirkungen oder
Veränderungen der Plasmakonzentration von Desloratadin beobachtet.
Das für den Metabolismus von Desloratadin verantwortliche Enzym wurde noch nicht identifiziert, sodass einige Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln nicht ganz ausgeschlossen werden können.
Desloratadin hemmt in-vivo CYP3A4 nicht, und in-vitro-Studien haben gezeigt, dass das Arzneimittel
CYP2D6 nicht hemmt und weder ein Substrat noch ein Inhibitor des P-Glykoproteins ist.
Pseudoephedrinsulfat
Die Resorptionsrate von Pseudoephedrinsulfat wird durch Antazida erhöht und durch Kaolingemindert.
Sympathomimetika
Reversible und irreversible MAO-Hemmer können das Risiko für das Auftreten einer Gefäßverengungund einer Hypertonie erhöhen.
Die gleichzeitige Anwendung mit anderen Sympathomimetika (abschwellende Mittel, Appetitzügleroder amphetaminartige Psychostimulanzien, Antihypertensiva, trizyklische Antidepressiva oderandere Antihistaminika) kann zu kritischen hypertonen Reaktionen führen (siehe Abschnitt 4.4).
Dihydroergotamin, Ergotamin, Methylergometrin: Risiko für das Auftreten einer Gefäßverengung undeiner Hypertonie.
Andere Wirkstoffe mit gefäßverengender Wirkung, die oral oder nasal als abschwellende Rhinologikaangewendet werden (Phenylpropanolamin, Phenylephrin, Ephedrin, Oxymetazolin, Naphazolin etc.):
Risiko für das Auftreten einer Gefäßverengung.
Sympathomimetika vermindern die antihypertensive Wirkung von α-Methyldopa, Mecamylamin,
Reserpin, Veratrum-Alkaloiden und Guanethidin.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
SchwangerschaftEs liegen keine bzw. nur begrenzt Daten (weniger als 300 Schwangerschaftsverläufe) zur Anwendungder Kombination von Desloratadin und Pseudoephedrinsulfat bei schwangeren Frauen.
Tierexperimentelle Studien weisen im Bezug auf die Reproduktionstoxizität weder auf direkt nochindirekt schädigende Wirkungen hin (siehe Abschnitt 5.3). Als Vorsichtsmaßnahme ist die
Anwendung von Aerinaze während der Schwangerschaft möglichst zu vermeiden.
StillzeitDesloratadin und Pseudoephedrinsulfat wurden bei gestillten Neugeborenen/Säuglingen behandelter
Mütter nachgewiesen. Es liegen nur begrenzte Informationen über die Auswirkung von Desloratadinund Pseudoephedrinsulfat auf Neugeborene/Säuglinge vor. Eine verminderte Milchproduktion wurdevon stillenden Müttern im Zusammenhang mit Pseudoephedrinsulfat berichtet. Aerinaze sollte in der
Stillzeit nicht angewendet werden.
FertilitätEs liegen keine entsprechenden Daten zur Fertilität bei Frauen und Männern vor.
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
MaschinenAerinaze hat keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die
Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen. Die Patienten sollten darüber aufgeklärt werden, dass es beiden meisten Personen zu keiner Schläfrigkeit kommt. Aufgrund der individuellen Unterschiede beim
Ansprechen auf alle Arzneimittel, wird dennoch empfohlen, Patienten anzuraten, sich nicht an
Aktivitäten (wie das Fahren eines Fahrzeugs oder das Bedienen von Maschinen) die geistiger
Aufmerksamkeit bedürfen, zu beteiligen, bis sie ihr eigenes Ansprechen auf das Arzneimittelfestgestellt haben.
4.8 Nebenwirkungen
Zusammenfassung des SicherheitsprofilsIn klinischen Prüfungen mit 414 Erwachsenen wurden als häufigste Nebenwirkungen Schlaflosigkeit(8,9 %), Mundtrockenheit (7,2 %) und Kopfschmerzen (3,1 %) beobachtet.
Tabellarische Auflistung der NebenwirkungenNebenwirkungen, denen vom Prüfarzt ein kausaler Zusammenhang zu Aerinaze zugeschrieben wird,sind unten nach Systemorganklasse geordnet aufgelistet. Die Häufigkeiten sind wie folgt definiert:sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100 bis < 1/10), gelegentlich (≥ 1/1.000 bis < 1/100), selten(≥ 1/10.000 bis < 1/1.000), sehr selten (< 1/10.000) und nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage derverfügbaren Daten nicht abschätzbar). Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungennach abnehmendem Schweregrad angegeben.
Systemorganklasse Häufigkeit Unter Aerinaze beobachtete
Nebenwirkungen
Stoffwechsel- und Häufig Verminderter Appetit
Ernährungsstörungen
Gelegentlich Durst, Glykosurie, Hyperglykämie
Psychiatrische Erkrankungen Häufig Schlaflosigkeit, Somnolenz, Schlafstörungen,
Nervosität
Gelegentlich Agitiertheit, Angstgefühl, Reizbarkeit
Erkrankungen des Häufig Schwindel, psychomotorische Hyperaktivität
Nervensystems
Gelegentlich Hyperkinesie, Verwirrtheitszustand
Augenerkrankungen Gelegentlich Verschwommenes Sehen, trockene Augen
Herzerkrankungen Häufig Tachykardie
Gelegentlich Palpitationen, supraventrikuläre Extrasystolen
Erkrankungen der Atemwege, Häufig Pharyngitisdes Brustraums und
Mediastinums Gelegentlich Rhinitis, Sinusitis, Epistaxis, Nasenreizung,
Rhinorrhoe, Rachentrockenheit, Hyposmie
Erkrankungen des Häufig Obstipation
Gastrointestinaltrakts
Gelegentlich Dyspepsie, Übelkeit, Abdominalschmerzen,
Gastroenteritis, Stuhlveränderungen
Erkrankungen der Haut und Gelegentlich Pruritusdes Unterhautzellgewebes
Erkrankungen der Nieren und Gelegentlich Dysurie, Störungen beim Wasserlassen
Harnwege
Allgemeine Erkrankungen und Häufig Kopfschmerzen, Müdigkeit, Mundtrockenheit
Beschwerden am
Verabreichungsort Gelegentlich Schüttelfrost, Hautrötung, Hitzewallung
Untersuchungen Gelegentlich Erhöhung der Leberwerte
Andere Nebenwirkungen, die seit der Markteinführung von Desloratadin auftraten, sind im Folgendenaufgeführt.
Systemorganklasse Häufigkeit Nebenwirkungen
Erkrankungen des Sehr selten Überempfindlichkeitsreaktionen (wie
Immunsystems Anaphylaxie, Angioödem, Dyspnoe, Pruritus,
Hautausschlag und Urtikaria)
Stoffwechsel- und Nicht bekannt Verstärkter Appetit
Ernährungsstörungen
Psychiatrische Sehr selten Halluzination
Erkrankungen Nicht bekannt Anomales Verhalten, Aggression, depressive
Verstimmung
Erkrankungen des Sehr selten Krampfanfälle
Nervensystems
Herzerkrankungen Nicht bekannt QT-Verlängerung
Erkrankungen des Sehr selten Erbrechen, Durchfall
Gastrointestinaltrakts
Leber- und Sehr selten Hepatitis
Gallenerkrankungen
Skelettmuskulatur-, Sehr selten Myalgie
Bindegewebs- und
Knochenerkrankungen
Untersuchungen Sehr selten Erhöhung des Bilirubinwertes im Blut
Nicht bekannt Gewichtszunahme
Andere Nebenwirkungen, die seit der Markteinführung von pseudoephedrinhaltigen Arzneimittelnberichtet wurden, sind im Folgenden aufgeführt.
Systemorganklasse Häufigkeit Nebenwirkungen
Erkrankungen des Nicht bekannt Posteriores reversibles Enzephalopathie-
Nervensystems Syndrom (PRES) (siehe Abschnitt 4.4)
Reversibles zerebrales
Vasokonstriktionssyndrom (RCVS) (siehe
Abschnitt 4.4)
Über Fälle von schweren Hautreaktionen wie akut generalisierendes pustulöses Exanthem (AGEP)wurde bei Pseudoephedrin-haltigen Arzneimitteln berichtet.
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
SymptomeDie Symptome einer Überdosierung sind zumeist sympathomimetischer Natur. Die Symptome könnenvariieren zwischen einer ZNS-Depression (Sedierung, Apnoe, verminderte geistige Aufmerksamkeit,
Zyanose, Koma, Herz-Kreislauf-Kollaps) und einer ZNS-Stimulation (Schlaflosigkeit,
Halluzinationen, Tremor, Konvulsionen) mit möglichen letalen Verläufen. Zu den weiteren möglichen
Symptomen gehören: Kopfschmerzen, Angst, erschwerte Miktion, Muskelschwäche und erhöhte
Muskelspannung, Euphorie, Erregung, Ateminsuffizienz, Herzrhythmusstörungen, Tachykardie,
Palpitationen, Durst, Transpiration, Übelkeit, Erbrechen, präkordiale Schmerzen, Schwindel, Tinnitus,
Ataxie, Sehstörungen und Hypertonie oder Hypotonie. Eine ZNS-Stimulation ist bei Kindernbesonders wahrscheinlich, ebenso wie Atropin-typische Symptome (Mundtrockenheit, Pupillenstarreund -dilatation, Hautrötung, Hyperthermie und gastrointestinale Symptome). Manche Patienten könneneine toxische Psychose mit Wahnvorstellungen und Halluzinationen aufweisen.
BehandlungIm Fall einer Überdosierung ist sofort eine symptomatische und supportive Therapie einzuleiten undso lange wie erforderlich fortzuführen. Durch die Anwendung von in Wasser gelöster Aktivkohle kannversucht werden, eine Resorption eventuell im Magen verbliebener Wirkstoffe zu bewirken.
Insbesondere bei Kindern kann eine Magenspülung mit physiologischer Kochsalzlösung durchgeführtwerden. Bei Erwachsenen kann auch Leitungswasser verwendet werden. Vor der jeweils nächsten
Instillation ist so viel wie möglich von dem applizierten Volumen zu entfernen. Desloratadin wirddurch eine Hämodialyse nicht eliminiert; es ist nicht bekannt, ob Desloratadin durch eine
Peritonealdialyse eliminiert wird. Nach der Notfalltherapie ist der Patient weiterhin ärztlich zuüberwachen.
Die Therapie der Überdosierung von Pseudoephedrinsulfat erfolgt symptomatisch und supportiv.
Stimulanzien (Analeptika) dürfen nicht angewendet werden. Eine Hypertonie lässt sich durch
Adrenorezeptorblocker kontrollieren, eine Tachykardie durch Betarezeptorenblocker. Zur Therapievon Krampfanfällen können kurzwirksame Barbiturate, Diazepam oder Paraldehyd angewendetwerden. Eine Hyperpyrexie kann, insbesondere bei Kindern, eine Behandlung mit lauwarmen Wickelnoder einer Hypothermiedecke erfordern. Eine Apnoe ist durch Beatmung zu behandeln.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Rhinologika, nasale Dekongestiva zur systemischen Anwendung,
ATC-Code: R01BA52.
WirkmechanismusDesloratadin ist ein nicht-sedierender, langwirksamer Histaminantagonist mit einer selektiven,peripheren H1-Rezeptor-antagonistischen Aktivität. Nach oraler Applikation hemmt Desloratadinselektiv die peripheren Histamin-H1-Rezeptoren, da die Substanz nicht in das zentrale Nervensystemübertritt.
Desloratadin zeigte antiallergische Eigenschaften bei In-vitro-Studien. Diese schließen sowohl die
Hemmung der Freisetzung von proinflammatorischen Zytokinen wie IL-4, IL-6, IL-8 und IL-13 ausmenschlichen Mastzellen/Basophilen ein als auch die Hemmung der Expression des
Adhäsionsmoleküls P-Selektin auf Endothelzellen.
Desloratadin passiert nur in geringen Mengen die Blut-Hirn-Schranke. Bei einer Einzeldosis-Studiemit Erwachsenen zeigte Desloratadin 5 mg keinen Einfluss auf Standard-Messgrößen der Flugleistungeinschließlich der Verstärkung subjektiver Schläfrigkeit oder den Aufgaben, die mit dem Fliegenverbunden sind. In kontrollierten klinischen Studien wurde bei der empfohlenen Dosierung von 5 mgtäglich keine erhöhte Häufigkeit von Schläfrigkeit im Vergleich zu Placebo festgestellt. Bei einer
Einzel-Tagesdosis von 7,5 mg führte Desloratadin in klinischen Studien zu keiner Beeinträchtigungder Psychomotorik.
Pseudoephedrinsulfat (d-Isoephedrinsulfat) ist ein Sympathomimetikum mit hauptsächlich α-mimetischer Aktivität und geringerer β-mimetischer Aktivität. Pseudoephedrinsulfat entfaltet aufgrundseiner gefäßverengenden Aktivität nach oraler Applikation die Wirkung eines nasalen
Dekongestivums. Es besitzt eine indirekte sympathomimetische Wirkung, die insbesondere auf die
Freisetzung adrenerger Mediatoren aus den postganglionären Nervenenden zurückzuführen ist.
Die orale Applikation von Pseudoephedrinsulfat in der empfohlenen Dosierung kann weiteresympathomimetische Wirkungen hervorrufen, wie etwa eine Erhöhung des Blutdrucks, eine
Tachykardie oder Manifestationen einer ZNS-Erregung.
Pharmakodynamische WirkungenDie pharmakodynamischen Wirkungen von Aerinaze Tabletten stehen in direktem Zusammenhang mitder Pharmakodynamik der enthaltenen Bestandteile.
Klinische Wirksamkeit und SicherheitIn zwei multizentrischen, randomisierten klinischen Prüfungen mit Parallelgruppendesign über zwei
Wochen wurden die klinische Wirksamkeit und die Sicherheit von Aerinaze Tabletten untersucht. Esnahmen 1.248 Patienten im Alter zwischen 12 und 78 Jahren mit saisonaler allergischer Rhinitis teil,wobei 414 Patienten Aerinaze Tabletten erhielten. In beiden Studien war die histaminantagonistische
Wirksamkeit von Aerinaze Tabletten, bestimmt anhand des Gesamtscores für die Symptomatik (außer
Nasenschleimhautschwellung), signifikant höher als unter einer Monotherapie mit
Pseudoephedrinsulfat über den 2-wöchigen Behandlungszeitraum. Die Wirksamkeit von Aerinaze
Tabletten im Hinblick auf die abschwellende Wirkung, bestimmt anhand der
Nasenschleimhautschwellung, war signifikant höher als unter einer Monotherapie mit Desloratadinüber den 2-wöchigen Behandlungszeitraum.
Die Wirksamkeit von Aerinaze Tabletten zeigte im Hinblick auf nach Geschlecht, Alter oderethnischer Zugehörigkeit definierte Patientenuntergruppen keine signifikanten Unterschiede.
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
* Desloratadin und Pseudoephedrinsulfat:
ResorptionIm Rahmen einer Einzeldosis-Studie zur Pharmakokinetik von Aerinaze ist Desloratadin innerhalbvon 30 Minuten nach der Verabreichung im Plasma nachweisbar. Die mittlere Zeit bis zum Erreichender maximalen Plasmakonzentration (Tmax) von Desloratadin betrug ca. 4-5 Stunden nach der
Einnahme. Es wurden eine mittlere Plasmaspitzenkonzentration (Cmax) von ca. 1,09 ng/ml und eine
Fläche unter der Konzentrations-Zeit-Kurve (AUC) von 31,6 ng*h/ml beobachtet. Unter
Pseudoephedrinsulfat wurde die mittlere Tmax 6-7 Stunden nach der Einnahme erreicht. Die mittlere
Plasmaspitzenkonzentration (Cmax) betrug ca. 263 ng/ml, die Fläche unter der Kurve (AUC)4.588 ng*h/ml. Mahlzeiten hatten keine Auswirkungen auf die Bioverfügbarkeit (Cmax und AUC) von
Desloratadin oder Pseudoephedrinsulfat. Die Halbwertszeit von Desloratadin beträgt 27,4 Stunden.
Die scheinbare Halbwertszeit von Pseudoephedrinsulfat beträgt 7,9 Stunden.
Nach der oralen Applikation von Aerinaze bei gesunden Probanden über 14 Tage wurde das
Fließgleichgewicht von Desloratadin, 3-Hydroxydesloratadin und Pseudoephedrinsulfat an Tag 10erreicht. Die mittlere Plasmaspitzenkonzentration von Desloratadin im Fließgleichgewicht (Cmax)betrug ca. 1,7 ng/ml, die Fläche unter der Kurve (AUC [0-12 Std.]) 16 ng*h/ml. Die mittlere
Plasmaspitzenkonzentration von Pseudoephedrinsulfat im Fließgleichgewicht (Cmax) betrug ca.459 ng/ml, die Fläche unter der Kurve (AUC [0-12 Std.]) 4.658 ng*h/ml.
* Desloratadin
ResorptionIn einer Reihe von pharmakokinetischen und klinischen Studien wurde bei 6 % der Probanden einehöhere Desloratadin-Konzentration beobachtet. Die Prävalenz dieses Phänotyps, der mit einerschlechten Verstoffwechslung einhergeht, war bei Erwachsenen schwarzer Hautfarbe (18 %) höher alsbei Erwachsenen weißer Hautfarbe (2 %). Das Sicherheitsprofil dieser Probanden zeigte jedoch keine
Unterschiede im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung. Im Rahmen einer pharmakokinetischen
Mehrfachdosisstudie, die mit der Formulierung als Tablette an gesunden erwachsenen Probandendurchgeführt wurde, wurde festgestellt, dass vier Probanden Desloratadin schlecht verstoffwechselten.
Die maximale Desloratadin-Konzentration (Cmax) war bei diesen Probanden nach ca. 7 Stunden miteiner terminalen Halbwertzeit von ungefähr 89 Stunden etwa 3-mal höher als beim Durchschnitt der
Probanden.
VerteilungDesloratadin bindet mäßig (83-87 %) an Plasmaproteine.
* Pseudoephedrinsulfat
ResorptionEine Komponenten-Interaktionsstudie zeigt, dass die Exposition (Cmax und AUC) von
Pseudoephedrinsulfat nach der alleinigen Gabe von Pseudoephedrinsulfat bioäquivalent war zur
Pseudoephedrinsulfat-Exposition nach Gabe einer Aerinaze Tablette. Daher wird die Absorption von
Pseudoephedrinsulfat nicht durch die Aerinaze Formulierung beeinflusst.
VerteilungEs wird angenommen, dass Pseudoephedrinsulfat die Plazentaschranke und die Blut-Hirn-Schrankepassiert.
Der Wirkstoff geht in die Muttermilch stillender Mütter über.
EliminationDie Eliminations-Halbwertzeit von Pseudoephedrinsulfat beträgt beim Menschen - bei einemungefähren pH-Wert des Urins von 6 - zwischen 5 und 8 Stunden. Der Wirkstoff und sein Metabolitwerden über den Harn ausgeschieden, wobei 55-75 % der applizierten Dosis unverändertausgeschieden werden. Bei saurem Harn (pH-Wert 5) ist die Ausscheidungsrate beschleunigt und die
Wirkdauer verkürzt. Bei einer Alkalisierung des Harns findet eine partielle Resorption statt.
5.3 Präklinische Sicherheitsdaten
Es wurden keine präklinischen Studien mit Aerinaze durchgeführt. Basierend auf den konventionellen
Studien zur Sicherheitspharmakologie, zur Toxizität bei wiederholter Gabe, zur Genotoxizität, zumkarzinogenen Potential, zur Reproduktionstoxizität und zur Entwicklung lassen die präklinischen
Daten mit Desloratadin jedoch keine besonderen Gefahren für den Menschen erkennen.
Das Fehlen eines kanzerogenen Potenzials wurde in Studien gezeigt, die mit Desloratadin und
Loratadin durchgeführt wurden.
In Akut- und Mehrfachdosis-Studien zeigte die Kombination Loratadin plus Pseudoephedrinsulfat einegeringe Toxizität. Die Kombination besaß keine größere Toxizität als ihre einzelnen Bestandteile, unddie beobachteten Wirkungen standen im Allgemeinen im Zusammenhang mit dem Inhaltsstoff
Pseudoephedrinsulfat.
In reproduktionstoxikologischen Studien war die Kombination von Loratadin/Pseudoephedrinsulfatbei der oralen Gabe an Ratten in einer Dosierung von bis zu 150 mg/kg/Tag und an Kaninchen in einer
Dosierung von bis zu 120 mg/kg/Tag nicht teratogen.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
Blaue Schicht zur sofortigen Wirkstofffreisetzung
Maisstärkemikrokristalline Cellulose
Natriumedetat (Ph. Eur.)
Citronensäure
Stearinsäure (Ph. Eur.)
Farbstoff (Indigocarmin, Aluminiumsalz E132).
Weiße Schicht zur verzögerten Wirkstofffreisetzung
Hypromellose 2208mikrokristalline Cellulose
Povidon K30
Siliciumdioxid
Magnesiumstearat (Ph. Eur.)
6.2 Inkompatibilitäten
6.3 Haltbarkeit
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Nicht über 30 °C lagern. Blisterpackungen im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zuschützen.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
Aerinaze ist in Blisterpackungen erhältlich, die aus Laminatblisterfilm mit Folienabdeckungzusammengesetzt sind.
Der Blister besteht aus einer durchsichtigen Polychlorotriflourethylen/Polyvinylchlorid (PCTFE/PVC)
Folie, die mit einer mit Vinyl-Heißsiegel beschichteten Aluminiumfolie versiegelt ist.
Packungsgrößen: 2, 4, 7, 10, 14 und 20 Tabletten.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
Keine besonderen Anforderungen für die Beseitigung.
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.
7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS
N.V. Organon
Kloosterstraat 65349 AB Oss
Niederlande
8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)
EU/1/07/399/001
EU/1/07/399/002
EU/1/07/399/003
EU/1/07/399/004
EU/1/07/399/005
EU/1/07/399/006
9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 30. Juli 2007
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 22. Mai 2012
10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur https://www.ema.europa.eu/ verfügbar.