Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels RAPAMUNE 1mg tablets
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
Rapamune 0,5 mg überzogene Tabletten
Rapamune 1 mg überzogene Tabletten
Rapamune 2 mg überzogene Tabletten
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Rapamune 0,5 mg überzogene Tabletten
Jede überzogene Tablette enthält 0,5 mg Sirolimus.
Rapamune 1 mg überzogene Tabletten
Jede überzogene Tablette enthält 1 mg Sirolimus.
Rapamune 2 mg überzogene Tabletten
Jede überzogene Tablette enthält 2 mg Sirolimus.
Sonstige Bestandteile mit bekannter WirkungRapamune 0,5 mg überzogene Tabletten
Jede Tablette enthält 86,4 mg Lactose-Monohydrat und 215,7 mg Sucrose.
Rapamune 1 mg überzogene Tabletten
Jede Tablette enthält 86,4 mg Lactose-Monohydrat und 215,8 mg Sucrose.
Rapamune 2 mg überzogene Tabletten
Jede Tablette enthält 86,4 mg Lactose-Monohydrat und 214,4 mg Sucrose.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Überzogene Tablette (Tablette)
Rapamune 0,5 mg überzogene Tabletten
Beige, dreieckige, überzogene Tablette, die auf einer Seite mit der Aufschrift 'RAPAMUNE 0,5 mg“versehen ist
Rapamune 1 mg überzogene Tabletten
Weiße, dreieckige, überzogene Tablette, die auf einer Seite mit der Aufschrift 'RAPAMUNE 1 mg“versehen ist.
Rapamune 2 mg überzogene Tabletten
Gelbe bis beige, dreieckige, überzogene Tablette, die auf einer Seite mit der Aufschrift 'RAPAMUNE2 mg“ versehen ist.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Rapamune ist angezeigt bei erwachsenen Patienten für die Prophylaxe der Organabstoßung mit einemgeringen bis mittelgradigen immunologischen Risiko, die ein Nierentransplantat erhalten. Rapamunesollte initial in Kombination mit Ciclosporin Mikroemulsion und Kortikosteroiden für die Dauer von2 bis 3 Monaten angewendet werden. Rapamune kann nur dann zusammen mit Kortikosteroiden als
Erhaltungstherapie fortgeführt werden, wenn es möglich ist, Ciclosporin Mikroemulsion stufenweiseabzusetzen (siehe Abschnitte 4.2 und 5.1).
Rapamune ist angezeigt für die Behandlung von Patienten mit sporadischer
Lymphangioleiomyomatose mit mittelschwerer Lungenerkrankung oder abnehmender Lungenfunktion(siehe Abschnitte 4.2 und 5.1).
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
DosierungProphylaxe der Organabstoßung
Die Behandlung sollte von einem entsprechend qualifizierten Transplantationsspezialisten eingeleitetwerden und unter dessen Leitung verbleiben.
Initialtherapie (für 2 bis 3 Monate nach Transplantation)
Die übliche Dosis für Rapamune besteht aus einer einzelnen 6-mg-Initialdosis, die so bald wiemöglich nach der Transplantation gegeben wird, gefolgt von einmal täglich 2 mg, bis die Ergebnissedes therapeutischen Drugmonitoring vorliegen (siehe Therapeutisches Drugmonitoring und
Dosisanpassung). Die Rapamune-Dosis sollte dann individuell angepasst werden, um Vollblut-
Talspiegel von 4 bis 12 ng/ml zu erhalten (chromatographischer Nachweis). Die Behandlung mit
Rapamune sollte durch eine langsam ausschleichende Begleitbehandlung mit Steroiden und
Ciclosporin Mikroemulsion optimiert werden. Der empfohlene Bereich für die Ciclosporin-
Talspiegelkonzentration in den ersten 2 bis 3 Monaten nach der Transplantation liegt bei 150 bis400 ng/ml (monoklonaler Nachweis oder gleichwertige Methode) (siehe Abschnitt 4.5).
Um Schwankungen zu minimieren, sollte Rapamune bezogen auf Ciclosporin immer zur gleichen
Zeit, und zwar 4 Stunden nach der Ciclosporin-Gabe, sowie durchgängig entweder mit oder ohnegleichzeitige Nahrungsaufnahme eingenommen werden (siehe Abschnitt 5.2).
ErhaltungstherapieCiclosporin sollte über 4 bis 8 Wochen stufenweise abgesetzt werden, und die Rapamune-Dosis sollteso eingestellt sein, dass ein Vollblut-Talspiegel von 12 bis 20 ng/ml erreicht wird(chromatographischer Nachweis; siehe Therapeutisches Drugmonitoring und Dosisanpassung).
Rapamune sollte zusammen mit Kortikosteroiden angewendet werden. Bei Patienten, bei denen das
Absetzen von Ciclosporin misslungen ist oder nicht versucht werden kann, darf die Kombination von
Ciclosporin und Rapamune nicht länger als 3 Monate nach der Transplantation gegeben werden. Beidiesen Patienten sollte, soweit klinisch angemessen, Rapamune abgesetzt und ein anderesimmunsuppressives Behandlungsschema eingeleitet werden.
Therapeutisches Drugmonitoring und Dosisanpassung
Die Sirolimus-Vollblutspiegel sollten bei folgenden Populationen engmaschig überwacht werden:
(1) bei Patienten mit Leberfunktionsstörung(2) wenn Induktoren oder Inhibitoren von CYP3A4 und/oder P-Glykoprotein (P-gp) gleichzeitigangewendet werden sowie nach deren Absetzen (siehe Abschnitt 4.5) und/ oder(3) wenn Ciclosporin deutlich dosisreduziert oder abgesetzt wurde, da bei diesen Patienten in der
Regel spezielle Dosierungsschemata erforderlich sind.
Das therapeutische Drugmonitoring sollte nicht die alleinige Grundlage für eine Anpassung der
Sirolimus-Therapie sein. Klinische Anzeichen/ Symptome, Gewebebiopsien und Laborparametersollten sorgfältig berücksichtigt werden.
Die meisten Patienten, die 2 mg Rapamune 4 Stunden nach Ciclosporin erhielten, wiesen Vollblut-
Talspiegel von Sirolimus innerhalb des Zielbereichs von 4 bis 12 ng/ml auf (bezogen aufchromatographische Werte). Für eine optimale Therapie ist ein routinemäßiges Monitoring dertherapeutischen Konzentration des Arzneimittels bei allen Patienten erforderlich.
Idealerweise sollte die Anpassung der Rapamune-Dosis auf nicht nur einem, sondern mehreren
Talspiegeln basieren, welche später als 5 Tage nach einer vorausgegangenen Dosisänderung bestimmtwurden.
Patienten können von der Rapamune-Lösung zum Einnehmen auf Tabletten im Dosisverhältnis 1:1(mg pro mg) umgestellt werden. Es wird empfohlen, 1 bis 2 Wochen nach Umstellung auf eine andere
Tablettenstärke oder eine andere Darreichungsform Talspiegel zu bestimmen, um zu bestätigen, dasssich die Talspiegel innerhalb des empfohlenen Zielbereichs befinden.
Nach Absetzen der Ciclosporin-Therapie wird ein Zieltalspiegel von 12 bis 20 ng/ml empfohlen(chromatographischer Nachweis). Ciclosporin hemmt den Stoffwechsel von Sirolimus. Daher sinkt der
Sirolimus-Spiegel, sobald Ciclosporin abgesetzt wird, es sei denn, die Dosis von Sirolimus wirderhöht. In der Regel muss die Sirolimus-Dosis um das 4-Fache höher sein, um der Abwesenheit vonpharmakokinetischer Interaktion (Anstieg um das Doppelte) und den gesteigerten immunsuppressiven
Anforderungen in Abwesenheit von Ciclosporin (Anstieg um das Doppelte) Rechnung zu tragen. Die
Rate, mit der die Dosis von Sirolimus erhöht wird, sollte dem Ausmaß des Ausschleichens von
Ciclosporin entsprechen.
Wenn während der Erhaltungstherapie (nach Absetzen von Ciclosporin) eine bzw. mehrere
Dosisanpassung(en) erforderlich sind, können bei den meisten Patienten diese Anpassungen auf der
Grundlage eines einfachen Dosisverhältnisses erfolgen: Neue Rapamune-Dosis = derzeitige Dosis x(Zielkonzentration/ derzeitige Konzentration). Eine Initialdosis sollte zusätzlich zu einer neuen
Erhaltungsdosis in Erwägung gezogen werden, wenn es erforderlich ist, die Talspiegelkonzentrationenvon Sirolimus wesentlich zu erhöhen: Initialdosis von Rapamune = 3 x (neue Erhaltungsdosis -derzeitige Erhaltungsdosis). Die verabreichte maximale tägliche Rapamune-Dosis sollte 40 mg nichtüberschreiten. Wenn die voraussichtliche Tagesdosis aufgrund einer zusätzlichen Initialdosis 40 mgüberschreitet, sollte die Initialdosis auf 2 Tage verteilt werden. Die Talspiegelkonzentrationen von
Sirolimus sollten mindestens 3 bis 4 Tage nach Verabreichung der Initialdosis bzw. Initialdosenkontrolliert werden.
Die empfohlenen Bereiche der 24-Stunden-Talspiegelkonzentrationen für Sirolimus basieren aufchromatographischen Methoden. Es wurden unterschiedliche Nachweismethoden zur Messung der
Vollblutkonzentrationen von Sirolimus angewandt. Zurzeit werden in der klinischen Praxis die
Vollblut-Talspiegelkonzentrationen von Sirolimus sowohl mittels chromatographischer als auchmittels immunologischer Methoden gemessen. Die mit diesen unterschiedlichen Methoden ermittelten
Werte der Konzentrationen sind nicht gegenseitig austauschbar. Alle Sirolimus-Konzentrationen, diein dieser Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (Fachinformation) angegeben sind,wurden entweder mittels chromatographischer Methoden gemessen oder auf entsprechendechromatographische Methoden umgerechnet. Angleichungen an den Zielbereich sollten entsprechendder Methode erfolgen, die zur Bestimmung der Sirolimus-Talspiegel derzeit eingesetzt wird. Da die
Ergebnisse von Methode und Labor abhängen und sich die Ergebnisse im Laufe der Zeit ändernkönnen, muss eine Angleichung an den therapeutischen Zielbereich auf der Basis detaillierter
Kenntnisse der jeweils angewandten Methode vorgenommen werden. Deshalb sollte der behandelnde
Arzt vom Verantwortlichen seines zuständigen Labors hinsichtlich der Eigenschaften der lokalangewandten Methode zur Konzentrationsbestimmung von Sirolimus kontinuierlich informiertwerden.
Patienten mit sporadischer Lymphangioleiomyomatose (S-LAM)
Die Behandlung sollte von einem entsprechend qualifizierten Spezialisten eingeleitet werden und unterdessen Leitung verbleiben.
Bei Patienten mit S-LAM sollte eine Initialdosis von 2 mg Rapamune pro Tag gegeben werden. Die
Vollblut-Talspiegel von Sirolimus sollten nach 10 bis 20 Tagen gemessen werden, wobei durch
Anpassung der Dosis Konzentrationen zwischen 5 und 15 ng/ml aufrechterhalten werden.
Bei den meisten Patienten können Dosisanpassungen auf der Grundlage eines einfachen
Dosisverhältnisses erfolgen: Neue Rapamune-Dosis = derzeitige Dosis x (Zielkonzentration/derzeitige
Konzentration). Häufige Anpassungen der Rapamune-Dosis aufgrund von Nicht-Steady-State-
Konzentrationen von Sirolimus können zu Über- oder Unterdosierung führen, da Sirolimus eine lange
Halbwertszeit hat. Nachdem die Erhaltungsdosis für Rapamune eingestellt wurde, sollte die neue
Dosis für die Erhaltungstherapie mindestens 7 bis 14 Tage lang fortgesetzt werden, vor einer weiteren
Dosisanpassung unter Konzentrationsüberwachung. Sobald eine stabile Dosis erreicht ist, solltemindestens alle 3 Monate ein therapeutisches Drugmonitoring erfolgen.
Daten aus kontrollierten Studien zur Behandlung von S-LAM über einen Zeitraum von mehr als einem
Jahr sind derzeit nicht verfügbar. Der Nutzen der Behandlung sollte während einer Langzeittherapiesomit wiederholt bewertet werden.
Spezielle PopulationenSchwarze Patienten
Es liegen in begrenztem Umfang Informationen (überwiegend von Afro-Amerikanern) vor, wonachschwarze Nierentransplantatempfänger höhere Sirolimus-Dosen und höhere Sirolimus-Talspiegelbenötigen, damit die gleiche Wirksamkeit wie bei nicht schwarzen Patienten erreicht wird. Dievorliegenden Daten zur Wirksamkeit und Sicherheit sind zu begrenzt, um spezifische Empfehlungenfür den Gebrauch von Sirolimus bei schwarzen Transplantatempfängern zu geben.
Ältere PatientenKlinische Studien mit Rapamune Lösung zum Einnehmen schlossen keine ausreichende Anzahl von
Patienten im Alter von über 65 Jahren ein, um eine Aussage darüber treffen zu können, ob dieseanders reagieren als jüngere Patienten (siehe Abschnitt 5.2).
NierenfunktionsstörungEine Dosisanpassung ist nicht erforderlich (siehe Abschnitt 5.2).
LeberfunktionsstörungDie Sirolimus-Clearance kann bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion vermindert sein (siehe
Abschnitt 5.2). Bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung wird empfohlen, die
Erhaltungsdosis von Rapamune um etwa die Hälfte zu reduzieren.
Bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion wird eine engmaschige Überwachung der Sirolimus-
Talspiegel im Vollblut empfohlen (siehe Therapeutisches Drugmonitoring und Dosisanpassung). Esist nicht notwendig, die Initialdosis von Rapamune zu verändern.
Bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung sollte aufgrund des verzögerten Erreichens eines
Steady State infolge der verlängerten Halbwertszeit das Monitoring alle 5 bis 7 Tage erfolgen, bis3 aufeinanderfolgende Talspiegel nach einer Dosisanpassung oder Initialdosis stabile Sirolimus-
Konzentrationen anzeigen.
Kinder und JugendlicheDie Sicherheit und Wirksamkeit von Rapamune bei Kindern und Jugendlichen im Alter von unter18 Jahren sind nicht nachgewiesen.
Zurzeit vorliegende Daten werden in den Abschnitten 4.8, 5.1 und 5.2 beschrieben; eine
Dosierungsempfehlung kann jedoch nicht gegeben werden.
Art der AnwendungRapamune ist nur zum Einnehmen bestimmt.
Die Bioverfügbarkeit wurde nicht für Tabletten untersucht, nachdem sie zerdrückt, gekaut oder geteiltworden sind. Daher kann dieses Vorgehen nicht empfohlen werden.
Um die Variabilität zu minimieren, sollte Rapamune durchgängig entweder mit oder ohne Nahrungeingenommen werden.
Grapefruitsaft sollte vermieden werden (siehe Abschnitt 4.5).
Es sollten nicht mehrere 0,5-mg-Tabletten als Ersatz für die 1-mg-Tablette oder anstelle anderer
Stärken eingenommen werden (siehe Abschnitt 5.2).
4.3 Kontraindikationen
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Bei nierentransplantierten Patienten mit einem hohen immunologischen Risiko wurde Rapamune nichtausreichend untersucht, daher wird die Anwendung in dieser Patientengruppe nicht empfohlen (siehe
Abschnitt 5.1).
Bei nierentransplantierten Patienten mit verzögerter Transplantatfunktion kann Sirolimus die
Wiederaufnahme der Nierenfunktion verzögern.
ÜberempfindlichkeitsreaktionenÜberempfindlichkeitsreaktionen, einschließlich anaphylaktischer/ anaphylaktoider Reaktionen,
Angioödemen, exfoliativer Dermatitis und Hypersensitivitätsvaskulitis, wurden mit der Gabe von
Sirolimus in Zusammenhang gebracht (siehe Abschnitt 4.8).
Gleichzeitige Anwendung anderer Arzneimittel
Immunsuppressiva (nur bei nierentransplantierten Patienten)
Sirolimus wurde bisher in klinischen Studien zusammen mit folgenden Arzneimitteln angewendet:
Tacrolimus, Ciclosporin, Azathioprin, Mycophenolatmofetil, Kortikosteroide und zytotoxische
Antikörper. Sirolimus wurde nicht ausführlich in Kombination mit anderen immunsuppressiven
Substanzen untersucht.
Bei gleichzeitiger Anwendung von Rapamune und Ciclosporin muss die Nierenfunktion überwachtwerden. Bei Patienten mit erhöhten Serumkreatininspiegeln muss eine angemessene Anpassung desimmunsuppressiven Regimes in Erwägung gezogen werden. Vorsicht ist geboten bei dergleichzeitigen Anwendung von anderen Substanzen, die bekanntermaßen eine schädigende Wirkungauf die Nierenfunktion haben.
Patienten, die mit Ciclosporin und Rapamune länger als 3 Monate behandelt wurden, wiesen höhere
Serumkreatininspiegel und niedrigere berechnete Raten der glomerulären Filtration auf als Patienten,die Ciclosporin und Placebo oder Azathioprin erhielten. Patienten, bei denen Ciclosporin erfolgreichabgesetzt wurde, wiesen im Vergleich zu Patienten, die weiterhin mit Ciclosporin behandelt wurden,niedrigere Serumkreatininspiegel und höhere berechnete Raten der glomerulären Filtration sowie einegeringere Malignominzidenz auf. Die fortgesetzte gleichzeitige Anwendung von Ciclosporin und
Rapamune zur Erhaltungstherapie kann nicht empfohlen werden.
Aufgrund von Daten aus späteren klinischen Studien wird bei nierentransplantierten De-novo-
Patienten die Anwendung von Rapamune, Mycophenolatmofetil und Kortikosteroiden in Kombinationmit IL-2-Rezeptor-Antikörper (IL2R Ab)-Induktion nicht empfohlen (siehe Abschnitt 5.1).
Eine regelmäßige quantitative Kontrolle der Proteinausscheidung im Urin wird empfohlen. In einer
Studie zur Bewertung einer Umstellung von Calcineurin-Inhibitoren auf Rapamune beinierentransplantierten Patienten in der Erhaltungstherapie wurde im Allgemeinen nach 6 bis24 Monaten der Umstellung auf Rapamune eine erhöhte Ausscheidung von Protein im Urin beobachtet(siehe Abschnitt 5.1). Ein neu aufgetretenes nephrotisches Syndrom wurde in der Studie bei 2 % der
Patienten festgestellt (siehe Abschnitt 4.8). Auf Basis der Informationen aus einer offenen,randomisierten Studie war die Umstellung von dem Calcineurin-Inhibitor Tacrolimus auf Rapamunebei der Erhaltungstherapie nierentransplantierter Patienten mit einem ungünstigen Sicherheitsprofilohne Nutzen hinsichtlich der Wirksamkeit verbunden und kann daher nicht empfohlen werden (siehe
Abschnitt 5.1).
Die gleichzeitige Gabe von Rapamune mit einem Calcineurin-Inhibitor kann das Risiko für
Calcineurin-Inhibitor-induziertes hämolytisch-urämisches Syndrom/ thrombotisch-thrombozytopenische Purpura/ thrombotische Mikroangiopathie (HUS/ TTP/ TMA) erhöhen.
HMG-CoA-Reduktase-HemmerIn klinischen Studien zeigte die gleichzeitige Anwendung von Rapamune mit HMG-CoA-Reduktase-
Hemmern und/ oder Fibraten eine gute Verträglichkeit. Während der Rapamune-Behandlung mit oderohne Ciclosporin A sollten Patienten auf erhöhte Lipidwerte hin überwacht und Patienten, die einen
HMG-CoA-Reduktase-Inhibitor und/ oder ein Fibrat erhalten, bezüglich der möglichen Entwicklungeiner Rhabdomyolyse und anderer Nebenwirkungen, wie in der entsprechenden Zusammenfassung der
Merkmale dieser Arzneimittel (Fachinformation) beschrieben, überwacht werden.
Cytochrom-P450-Isoenzyme und P-Glykoprotein
Die gleichzeitige Anwendung von Sirolimus mit starken Inhibitoren von CYP3A4 und/oder der
Multidrug-Effluxpumpe P-Glykoprotein (P-gp) (wie Ketoconazol, Voriconazol, Itraconazol,
Telithromycin oder Clarithromycin) kann zu einer Erhöhung der Sirolimus-Blutspiegel führen undwird nicht empfohlen.
Die gleichzeitige Anwendung mit starken Induktoren von CYP3A4 und/oder P-gp (wie Rifampicin,
Rifabutin) wird nicht empfohlen.
Wenn die gleichzeitige Anwendung von Induktoren oder Inhibitoren von CYP3A4 und/oder P-gpunumgänglich ist, wird empfohlen, die Talspiegel von Sirolimus im Vollblut und den klinischen
Zustand des Patienten während der gleichzeitigen Anwendung dieser Wirkstoffe mit Sirolimus undnach deren Absetzen zu kontrollieren. Möglicherweise ist eine Anpassung der Sirolimus-Dosiserforderlich (siehe Abschnitte 4.2 und 4.5).
AngioödemDie gleichzeitige Verabreichung von Rapamune und ACE-Hemmern (Inhibitoren des Angiotensin-
Converting-Enzyms) führte zu angioneurotischen Ödemen. Erhöhte Sirolimus-Spiegel, zum Beispielaufgrund einer Wechselwirkung mit starken CYP3A4-Inhibitoren (mit/ohne begleitende Gabe von
ACE-Hemmern), können ebenfalls verstärkt zu einem Angioödem führen (siehe Abschnitt 4.5). Ineinigen Fällen bildete sich das Angioödem nach dem Absetzen oder einer Dosisreduktion von
Rapamune zurück.
Bei gleichzeitiger Anwendung von Sirolimus mit ACE-Hemmern wurden bei nierentransplantierten
Patienten erhöhte biopsiegesicherte, akute Abstoßungsraten (BCAR) beobachtet (siehe Abschnitt 5.1).
Patienten, die Sirolimus erhalten, sollten engmaschig überwacht werden, falls sie gleichzeitig ACE-
Hemmer einnehmen.
ImpfungImmunsuppressiva können die Impfantwort beeinflussen. Während einer Behandlung mit
Immunsuppressiva, wie z. B. Rapamune, kann eine Impfung weniger wirksam sein. Der Gebrauch von
Lebendimpfstoffen sollte während einer Behandlung mit Rapamune vermieden werden.
Maligne ErkrankungenEine erhöhte Infektanfälligkeit sowie die Möglichkeit, Lymphome oder andere bösartige
Neubildungen, vor allem der Haut, zu entwickeln, können aus der Immunsuppression resultieren(siehe Abschnitt 4.8). Wie bei Patienten mit einem erhöhten Risiko für Hautkrebs üblich, sollte die
Exposition gegenüber Sonnenlicht und ultravioletter (UV-) Strahlung durch das Tragen schützender
Kleidung und das Benutzen von Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor begrenzt werden.
InfektionenEine übermäßige Suppression des Immunsystems kann ebenfalls die Anfälligkeit für Infektionen,einschließlich opportunistischer Infektionen (bakterielle, fungale, virale und Protozoen-Infektionen),tödliche Infektionen und Sepsis erhöhen.
Zu diesen Erkrankungen bei nierentransplantierten Patienten zählen die BK-Virus-Nephropathie unddie JC-Virus-assoziierte, progressiv multifokale Leukenzephalopathie (PML). Diese Infektionen gehenoft mit einer hohen immunsuppressiven Gesamtbelastung einher und können schwere oder letale
Verläufe annehmen, welche die Ärzte bei der Differenzialdiagnostik von immunsupprimierten
Patienten mit sich verschlechternder Nierenfunktion oder neurologischen Symptomen berücksichtigensollten.
Fälle einer Pneumocystis-carinii-Pneumonie sind bei nierentransplantierten Patienten, die keineantimikrobielle Prophylaxe erhielten, beobachtet worden. Deshalb sollte während der ersten12 Monate nach Transplantation eine antimikrobielle Prophylaxe gegen Pneumocystis-carinii-
Pneumonie angewendet werden.
Es wird eine Zytomegalievirus (CMV)-Prophylaxe über einen Zeitraum von 3 Monaten nach einer
Nierentransplantation empfohlen, insbesondere für Patienten mit erhöhtem Risiko für eine CMV-
Erkrankung.
LeberfunktionsstörungBei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion wird eine engmaschige Überwachung der Sirolimus-
Talspiegel im Vollblut empfohlen. Bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung wird eine
Reduzierung der Erhaltungsdosis um die Hälfte aufgrund einer verminderten Clearance empfohlen(siehe Abschnitte 4.2 und 5.2). Da die Halbwertszeit bei diesen Patienten verlängert ist, sollte eintherapeutisches Drugmonitoring nach einer Initialdosis oder einer Änderung der Dosis über einenverlängerten Zeitraum erfolgen, bis stabile Konzentrationen erreicht werden (siehe Abschnitte 4.2 und5.2).
Lungen- und lebertransplantierte Populationen
Bei leber- oder lungentransplantierten Patienten sind die Sicherheit und Wirksamkeit von Rapamuneals immunsuppressive Therapie nicht nachgewiesen. Daher wird diese Anwendung nicht empfohlen.
In zwei klinischen Studien mit De-novo-Empfängern von Lebertransplantaten war die Anwendung von
Sirolimus zusammen mit Ciclosporin oder Tacrolimus mit einer Zunahme an Leberarterienthrombosenin Zusammenhang gebracht worden. Diese führten häufig zu Transplantatverlust oder Tod.
In einer klinischen Studie mit lebertransplantierten Patienten, die 6 bis 144 Monate nach
Lebertransplantation randomisiert entweder von einem Calcineurin-Inhibitor (CNI)-basierten auf ein
Sirolimus-basiertes Regime umgestellt oder weiterhin mit CNI behandelt wurden, konnte keine
Überlegenheit hinsichtlich der Baseline-adjustierten glomerulären Filtrationsrate (GFR) nach12 Monaten (-4,45 ml/min bzw. -3,07 ml/min) gezeigt werden. Die Studie konnte ebenfalls keine
Nicht-Unterlegenheit der auf Sirolimus konvertierten Gruppe gegenüber der Gruppe mitkontinuierlicher CNI-Gabe bezüglich der kombinierten Rate an Transplantatverlusten, fehlenden
Überlebensdaten oder Tod zeigen. Die Todesfallrate war in der Sirolimus-konvertierten Gruppe höherals in der Gruppe, die kontinuierlich CNI erhielt, wobei sich die Raten nicht signifikant unterschieden.
Die Raten der vorzeitigen Studienabbrüche, der Nebenwirkungen insgesamt (insbesondere
Infektionen) und der bioptisch bestätigten akuten Lebertransplantat-Abstoßungsreaktionen nach12 Monaten waren alle in der auf Sirolimus umgestellten Gruppe signifikant höher als in derkontinuierlich mit CNI behandelten Gruppe.
Nach Gabe von Rapamune als Teil eines immunsuppressiven Therapieregimes wurde beilungentransplantierten De-novo-Patienten über Fälle von bronchialer Anastomoseninsuffizienzberichtet, meistens mit letalem Ausgang.
Systemische Auswirkungen
Bei mit Rapamune behandelten Patienten wurde über beeinträchtigte oder verzögerte Wundheilungberichtet, einschließlich Lymphozele bei nierentransplantierten Patienten und Wunddehiszenz.
Basierend auf Daten aus der medizinischen Literatur können Patienten mit einem Body-Mass-Index(BMI) von mehr als 30 kg/m2 einem höheren Risiko für Wundheilungsstörungen unterliegen.
Bei mit Rapamune behandelten Patienten wurde über Flüssigkeitsansammlungen, einschließlichperipherer Ödeme, Lymphödeme, Pleuraerguss und Perikardergüsse (einschließlich hämodynamischrelevanter Ergüsse bei Kindern und Erwachsenen), berichtet.
Die Anwendung von Rapamune war mit einem Anstieg der Serumcholesterin- und -triglyceridspiegelverbunden, die behandlungsbedürftig sein können. Patienten, die Rapamune erhalten, sollten mittels
Labortests auf Hyperlipidämie hin überwacht werden. Falls eine Hyperlipidämie festgestellt wird,sollten Maßnahmen ergriffen werden, wie z. B. Ernährungsumstellung, körperliche Betätigung und die
Anwendung von lipidsenkenden Substanzen. Risiken und Nutzen müssen bei Patienten mitbestehender Hyperlipidämie sorgfältig abgewogen werden, bevor ein immunsuppressives Regime mit
Rapamune begonnen wird. Ebenso muss bei Patienten mit schwerer refraktärer Hyperlipidämie das
Risiko-Nutzen-Verhältnis einer fortgesetzten Rapamune-Therapie neu überdacht werden.
Sucrose und Lactose
SucrosePatienten mit einer seltenen hereditären Fructose-Intoleranz, Glucose-Galactose-Malabsorption oder
Saccharase-Isomaltase-Mangel sollten dieses Arzneimittel nicht einnehmen.
LactosePatienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-
Malabsorption sollten dieses Arzneimittel nicht einnehmen.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Sirolimus wird in beträchtlichem Umfang durch das CYP3A4-Isoenzym in der Darmwand und der
Leber metabolisiert. Sirolimus ist darüber hinaus ein Substrat für die im Dünndarm lokalisierte
Multisubstanz-Efflux-Pumpe P-Glykoprotein (P-gp). Deshalb kann die Resorption und die darauffolgende Elimination von Sirolimus von Substanzen beeinflusst werden, die auf diese Proteineeinwirken. CYP3A4-Inhibitoren (wie Ketoconazol, Voriconazol, Itraconazol, Telithromycin oder
Clarithromycin) verringern den Sirolimus-Metabolismus und erhöhen die Sirolimus-Spiegel.
CYP3A4-Induktoren (wie Rifampicin oder Rifabutin) erhöhen den Sirolimus-Metabolismus undsenken die Sirolimus-Spiegel. Es wird nicht empfohlen, Sirolimus gleichzeitig mit starken CYP3A4-
Inhibitoren oder -Induktoren zu verabreichen (siehe Abschnitt 4.4).
Rifampicin (CYP3A4-Induktor)
Nach einer Einzeldosis von 10 mg Rapamune Lösung zum Einnehmen führte die Verabreichungmehrerer Dosen von Rifampicin zu einer Erniedrigung der Sirolimus-Vollblutkonzentration.
Rifampicin steigerte die Sirolimus-Clearance ca. um das 5,5-Fache und verminderte AUC und Cmaxum etwa 82 % bzw. 71 %. Die gleichzeitige Gabe von Sirolimus und Rifampicin wird nicht empfohlen(siehe Abschnitt 4.4).
Ketoconazol (CYP3A4-Inhibitor)
Die wiederholte Gabe von Ketoconazol beeinflusste signifikant die Geschwindigkeit und das Ausmaßder Resorption sowie die Sirolimus-Exposition von Rapamune Lösung zum Einnehmen. Dies zeigendie Erhöhungen der Sirolimus-Cmax-, -tmax- und -AUC-Werte auf das 4,4-Fache, 1,4-Fache bzw. 10,9-
Fache. Die gleichzeitige Gabe von Sirolimus und Ketoconazol wird nicht empfohlen (siehe
Abschnitt 4.4).
Voriconazol (CYP3A4-Inhibitor)
Es wurde berichtet, dass bei gleichzeitiger Anwendung von Sirolimus (2 mg einmalige Dosis) mitwiederholter oraler Gabe von Voriconazol (400 mg alle 12 Stunden für 1 Tag, dann 100 mg alle12 Stunden für 8 Tage) bei gesunden Probanden sich die Sirolimus-Werte für Cmax und AUC im
Durchschnitt um das 7- bzw. 11-Fache erhöhten. Die gleichzeitige Gabe von Sirolimus und
Voriconazol wird nicht empfohlen (siehe Abschnitt 4.4).
Diltiazem (CYP3A4-Inhibitor)
Die gleichzeitige orale Gabe von 10 mg Rapamune Lösung zum Einnehmen und 120 mg Diltiazembeeinflusste signifikant die Bioverfügbarkeit von Sirolimus. Die Sirolimus-Cmax-, -tmax- und -AUC-
Werte waren um das 1,4-Fache, 1,3-Fache bzw. 1,6-Fache erhöht. Sirolimus hatte keinen Einfluss aufdie Pharmakokinetik von Diltiazem oder seinen Metaboliten Desacetyldiltiazem und
Desmethyldiltiazem. Wird Diltiazem angewendet, sollten die Sirolimus-Blutspiegel überwachtwerden; evtl. ist eine Dosisanpassung notwendig.
Verapamil (CYP3A4-Inhibitor)
Die wiederholte Gabe von Verapamil und Sirolimus Lösung zum Einnehmen beeinflusste die
Geschwindigkeit und das Ausmaß der Absorption beider Arzneimittel signifikant. Die Vollblut-
Sirolimus-Cmax, -tmax und -AUC waren um das 2,3-Fache, 1,1-Fache bzw. 2,2-Fache erhöht. Die
Plasma-S (-)-Verapamil-Cmax- und -AUC-Werte waren beide um das 1,5-Fache erhöht und der tmax-
Wert um 24 % vermindert. Die Sirolimus-Spiegel sollten überwacht werden, und eine angemessene
Dosisreduktion beider Arzneimittel sollte erwogen werden.
Erythromycin (CYP3A4-Inhibitor)
Die wiederholte Gabe von Erythromycin und Sirolimus Lösung zum Einnehmen erhöhte die
Geschwindigkeit und das Ausmaß der Absorption beider Arzneimittel signifikant. Die Vollblut-
Sirolimus-Cmax, -tmax und -AUC waren um das 4,4-, 1,4- bzw. 4,2-Fache erhöht. Die Cmax-, tmax- und
AUC-Werte von Erythromycin-Base im Plasma waren um das 1,6-, 1,3- bzw. 1,7-Fache erhöht. Die
Sirolimus-Spiegel sollten überwacht werden, und eine angemessene Dosisreduktion beider
Arzneimittel sollte erwogen werden.
Ciclosporin (CYP3A4-Substrat)
Geschwindigkeit und Ausmaß der Resorption von Sirolimus wurden durch Ciclosporin A (CsA)signifikant erhöht. Die Gabe von Sirolimus (5 mg), die zusammen mit sowie 2 Stunden (5 mg) bzw.4 Stunden (10 mg) nach CsA (300 mg) erfolgte, führte zu einer Erhöhung der Sirolimus-AUC um ca.183 %, 141 % bzw. 80 %. CsA bewirkte auch eine Erhöhung der Cmax und tmax von Sirolimus. Wenndie Sirolimus-Gabe 2 Stunden vor der CsA-Verabreichung erfolgte, wurden Cmax und AUC von
Sirolimus nicht beeinflusst. Bei gesunden Probanden beeinflusste eine Einzeldosis von Sirolimus die
Pharmakokinetik von Ciclosporin (Mikroemulsion) nicht, wenn sie entweder zusammen mit
Ciclosporin oder in einem 4-stündigen Abstand eingenommen wurde. Es wird empfohlen, Rapamune4 Stunden nach Ciclosporin (Mikroemulsion) einzunehmen.
Cannabidiol (P-gp-Inhibitor)
Es liegen Berichte über erhöhte Sirolimus-Blutspiegel während der gleichzeitigen Anwendung mit
Cannabidiol vor. In einer Studie mit gesunden Probanden führte die gleichzeitige Anwendung von
Cannabidiol mit einem anderen oral verabreichten mTOR-Inhibitor aufgrund der Hemmung desintestinalen P-gp-Effluxes durch Cannabidiol zu einem Anstieg der Exposition gegenüber dem mTOR-
Inhibitor um etwa das 2,5-Fache (sowohl in Bezug auf Cmax als auch auf AUC). Eine gleichzeitige
Anwendung von Cannabidiol und Rapamune sollte mit Vorsicht und unter engmaschiger
Überwachung auf Nebenwirkungen erfolgen. Die Sirolimus-Blutspiegel sind zu überwachen und die
Dosis ist bei Bedarf anzupassen (siehe Abschnitte 4.2 und 4.4).
Orale KontrazeptivaZwischen Rapamune Lösung zum Einnehmen und 0,3 mg Norgestrel/0,03 mg Ethinylestradiol wurdekeine klinisch signifikante pharmakokinetische Interaktion beobachtet. Obwohl die Ergebnisse einer
Interaktionsstudie mit einer Einmaldosis eines oralen Kontrazeptivums auf das Fehlen einerpharmakokinetischen Interaktion hindeuten, kann auf Basis dieser Ergebnisse nicht ausgeschlossenwerden, dass sich während einer Langzeitbehandlung mit Rapamune möglicherweise diepharmakokinetischen Eigenschaften ändern, die dann unter Umständen die Wirksamkeit von oralen
Kontrazeptiva beeinträchtigen.
Andere mögliche Wechselwirkungen
Inhibitoren von CYP3A4 können den Sirolimus-Metabolismus verringern und die Sirolimus-
Blutspiegel erhöhen. Solche Inhibitoren umfassen bestimmte Antimykotika (z. B. Clotrimazol,
Fluconazol, Itraconazol, Voriconazol), bestimmte Antibiotika (z. B. Troleandomycin, Telithromycin,
Clarithromycin), bestimmte Proteasehemmer (z. B. Ritonavir, Indinavir, Boceprevir, Telaprevir),
Nicardipin, Bromocriptin, Cimetidin, Danazol und Letermovir.
Induktoren von CYP3A4 können den Sirolimus-Metabolismus erhöhen und die Sirolimus-Blutspiegelsenken (z. B. Johanniskraut [Hypericum perforatum], Antikonvulsiva: Carbamazepin, Phenobarbital,
Phenytoin).
Obwohl Sirolimus in vitro das humane mikrosomale Cytochrom P450 CYP2C9, CYP2C19, CYP2D6und CYP3A4/5 der Leber hemmt, ist nicht zu erwarten, dass der Wirkstoff die Aktivität dieser
Isoenzyme in vivo hemmt, da die für die Inhibition notwendigen Sirolimus-Konzentrationenwesentlich höher sind als diejenigen bei Patienten, die therapeutische Dosen von Rapamune erhalten.
Inhibitoren von P-gp können den Sirolimus-Efflux aus den Intestinalzellen senken und die Sirolimus-
Blutspiegel erhöhen.
Grapefruitsaft beeinflusst den CYP3A4-vermittelten Metabolismus und sollte daher vermiedenwerden.
Pharmakokinetische Wechselwirkungen können bei Prokinetika wie Cisaprid und Metoclopramidbeobachtet werden.
Es wurden keine klinisch signifikanten pharmakokinetischen Wechselwirkungen zwischen Sirolimusund irgendeiner der folgenden Substanzen beobachtet: Aciclovir, Atorvastatin, Digoxin, Glibenclamid,
Methylprednisolon, Nifedipin, Prednisolon und Trimethoprim/ Sulfamethoxazol.
Kinder und JugendlicheStudien zur Erfassung von Wechselwirkungen wurden nur bei Erwachsenen durchgeführt.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
Frauen im gebärfähigen AlterWährend der Rapamune-Therapie sowie für 12 Wochen nach der Behandlung muss eine zuverlässige
Verhütungsmethode angewendet werden (siehe Abschnitt 4.5).
SchwangerschaftEs liegen keine oder nur sehr begrenzt Daten zur Anwendung von Sirolimus bei Schwangeren vor.
Tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt (siehe Abschnitt 5.3). Daspotenzielle Risiko für den Menschen ist nicht bekannt. Rapamune darf während der Schwangerschaftnicht angewendet werden, es sei denn, dies ist eindeutig erforderlich. Während der Rapamune-
Therapie sowie für 12 Wochen nach der Behandlung muss eine zuverlässige Verhütungsmethodeangewendet werden.
StillzeitNach Anwendung von radioaktiv markiertem Sirolimus wird Radioaktivität in die Milch vonlaktierenden Ratten ausgeschieden. Es ist nicht bekannt, ob Sirolimus beim Menschen in die
Muttermilch übergeht. Aufgrund des möglichen Auftretens von Nebenwirkungen durch Sirolimus beigestillten Kindern sollte das Stillen während der Behandlung mit Rapamune unterbrochen werden.
FertilitätBei einigen mit Rapamune behandelten Patienten wurden Veränderungen im Spermiogrammbeobachtet, die in den meisten Fällen nach Absetzen von Rapamune reversibel waren (siehe
Abschnitt 5.3).
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
MaschinenRapamune hat keinen bekannten Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienenvon Maschinen. Es wurden keine Studien zu den Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die
Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen durchgeführt.
4.8 Nebenwirkungen
Nebenwirkungen bei Anwendung zur Prophylaxe der Organabstoßung bei Nierentransplantation
Die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen (treten bei > 10 % der Patienten auf) sind
Thrombozytopenie, Anämie, Fieber, Hypertonie, Hypokaliämie, Hypophosphatämie,
Harnwegsinfektionen, Hypercholesterinämie, Hyperglykämie, Hypertriglyceridämie,
Bauchschmerzen, Lymphozele, periphere Ödeme, Arthralgie, Akne, Diarrhoe, Schmerz, Verstopfung,
Übelkeit, Kopfschmerz, erhöhtes Serumkreatinin und erhöhte Lactatdehydrogenase (LDH) im Blut.
Die Häufigkeit von Nebenwirkungen kann mit ansteigendem Sirolimus-Talspiegel zunehmen.
Die nachfolgend aufgeführten Nebenwirkungen basieren auf Beobachtungen aus klinischen Studiensowie auf Berichten nach Markteinführung.
Innerhalb der Systemorganklassen sind die Nebenwirkungen unter den Überschriften für die
Häufigkeitsangabe (Anzahl von Patienten, bei denen eine Reaktion zu erwarteten ist) aufgelistet.
Dabei werden folgende Kategorien verwendet: Sehr häufig (≥ 1/10); häufig (≥ 1/100 bis 1/10);gelegentlich (≥ 1/1.000 bis 1/100); selten (≥ 1/10.000 bis 1/1.000); nicht bekannt (Häufigkeit auf
Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).
Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregradangegeben.
Die Mehrheit der Patienten wurde im Rahmen einer immunsuppressiven Behandlung mit Rapamune in
Kombination mit anderen Immunsuppressiva behandelt.
Systemorgan- Sehr häufig Häufig Gelegentlich Selten Nichtklasse (≥ 1/10) (≥ 1/100 bis (≥ 1/1.000 bis (≥ 1/10.000 bekannt< 1/10) < 1/100) bis < 1/1.000) (Häufigkeitauf
Grundlagederverfügbaren Datennichtabschätzbar)
Infektionen Pneumonie, Sepsis, Clostridium-und parasitäre Pilzinfektion, Pyelonephritis, difficile-
Erkrankungen virale Zytomegalie- Kolitis,
Infektion, Virusinfektion, mykobakteriellbakterielle Herpes zoster, e Infektion
Infektion, ausgelöst durch (einschließlich
Herpes- das Varizella- Tuberkulose),simplex- Zoster-Virus Epstein-Barr-
Infektion, Virusinfektion
Harnwegs-infekt
Gutartige, Nicht- Lymphome*, Kutanesbösartige und Melanom- malignes neuroendo-unspezifische Hautkrebs* Melanom*, krines
Neubildungen lympho- Karzinom(einschließlich proliferative
Zysten und Erkrankung
Polypen) nach
Transplanta-tion
Systemorgan- Sehr häufig Häufig Gelegentlich Selten Nichtklasse (≥ 1/10) (≥ 1/100 bis (≥ 1/1.000 bis (≥ 1/10.000 bekannt< 1/10) < 1/100) bis < 1/1.000) (Häufigkeitauf
Grundlagederverfügbaren Datennichtabschätzbar)
Erkrankungen Thrombo- hämolytisch- Panzytopenie,des Blutes und zytopenie, urämisches thrombotischedes Anämie, Syndrom, thrombo-
Lymphsystems Leukopenie Neutropenie zytopenische
Purpura
Erkrankungen Überempfindlicdes hkeit
Immunsystems (einschließlich
Angioödemen,ana-phylaktischerundanaphylaktoider
Reaktion)
Stoffwechsel- Hypokaliämie,und Hypophosphatä
Ernährungs- mie, Hyper-störungen lipidämie(einschließlich
Hyper-cholesterin-ämie), Hyper-glykämie,
Hyper-triglyceridämie,
Diabetesmellitus
Erkrankungen Kopfschmerz posterioresdes Nerven- reversiblessystems Enzephalo-pathie-
Syndrom
Herz- Tachykardie Perikardergüsseerkrankungen
Gefäß- Lymphozele, Venen- Lymphödemeerkrankungen Hypertonie thrombose(einschließlichtiefe Venen-thrombose)
Systemorgan- Sehr häufig Häufig Gelegentlich Selten Nichtklasse (≥ 1/10) (≥ 1/100 bis (≥ 1/1.000 bis (≥ 1/10.000 bekannt< 1/10) < 1/100) bis < 1/1.000) (Häufigkeitauf
Grundlagederverfügbaren Datennichtabschätzbar)
Erkrankungen Lungenembolie, Lungen- Alveolar-der Atemwege, Pneumonitis*, blutung proteinosedes Pleuraerguss,
Brustraums Epistaxisund
Mediastinums
Erkrankungen Bauch- Pankreatitis,des Gastro- schmerzen, Stomatitis,intestinaltrakts Verstopfung, Aszites
Diarrhoe,
Übelkeit
Leber- und Anormale Leberversagen*
Gallenerkrank Leber-ungen funktionstests(einschließlicherhöhter
Alaninamino-transferase[ALT] underhöhter
Aspartat-amino-transferase[AST])
Erkrankungen Ausschlag, Dermatitis Hyper-der Haut und Akne exfoliativa sensitivitäts-des Unterhaut- vaskulitiszellgewebes
Skelett- Arthralgie Osteonekrosemuskulatur-,
Bindegewebs-und Knochen-erkrankungen
Systemorgan- Sehr häufig Häufig Gelegentlich Selten Nichtklasse (≥ 1/10) (≥ 1/100 bis (≥ 1/1.000 bis (≥ 1/10.000 bekannt< 1/10) < 1/100) bis < 1/1.000) (Häufigkeitauf
Grundlagederverfügbaren Datennichtabschätzbar)
Erkrankungen Proteinurie nephrotischesder Nieren und Syndrom
Harnwege (siehe
Abschnitt 4.4),fokal-segmentale
Glomerulo-sklerose*
Erkrankungen Menstruations- Ovarialzystender störungen
Geschlechts- (einschließlichorgane und der Amenorrhoe
Brustdrüse und
Menorrhagie)
Allgemeine Ödeme,
Erkrankungen periphereund Ödeme, Fieber,
Beschwerden Schmerz,am Verab- Wundheilungs-reichungsort störungen*
Untersuchun- erhöhte Lactat-gen dehydrogenase(LDH),erhöhtes
Serum-kreatinin
*siehe Abschnitt unten.
Beschreibung bestimmter Nebenwirkungen
Die Immunsuppression erhöht die Anfälligkeit, Lymphome oder andere bösartige Neubildungen, vorallem der Haut, zu entwickeln (siehe Abschnitt 4.4).
Es wurde über Fälle von BK-Virus-Nephropathie sowie Fälle von JC-Virus-assoziierter progressivmultifokaler Leukenzephalopathie (PML) bei Patienten, die mit Immunsuppressiva einschließlich
Rapamune behandelt wurden, berichtet.
Über Leberschädigungen wurde berichtet. Das Risiko hierfür kann mit ansteigendem Sirolimus-
Talspiegel zunehmen. In seltenen Fällen wurde von tödlich verlaufenden Lebernekrosen berichtet, diemit erhöhten Sirolimus-Talspiegeln einhergingen.
Bei Patienten unter immunsuppressiver Behandlung mit Rapamune sind Fälle interstitieller
Lungenerkrankung aufgetreten (einschließlich Pneumonitis und selten BOOP [bronchiolitis obliteransorganising pneumonia] sowie pulmonale Fibrose), einige mit tödlichem Ausgang, wobei eineinfektiöse Genese ausgeschlossen wurde. In einigen Fällen heilte die interstitielle Lungenerkrankungnach Absetzen oder Dosisreduktion von Rapamune aus. Das Risiko für dieses Erkrankungsbild istmöglicherweise mit steigenden Sirolimus-Talspiegeln erhöht.
Über Wundheilungsstörungen einschließlich Fasziendehiszenz, Narbenhernie und
Anastomoseninsuffizienz (beispielsweise im Bereich der Wunde, der Gefäße, der Luftwege, der Ureterund der Gallenwege) nach Transplantationsoperationen wurde berichtet.
Bei einigen mit Rapamune behandelten Patienten wurden Veränderungen im Spermiogrammbeobachtet, die in den meisten Fällen nach Absetzen von Rapamune reversibel waren (siehe
Abschnitt 5.3).
Bei Patienten mit verzögerter Transplantatfunktion kann Sirolimus die Wiederaufnahme der
Nierenfunktion verzögern.
Die gleichzeitige Gabe von Sirolimus mit einem Calcineurin-Inhibitor kann das Risiko für
Calcineurin-Inhibitor-induziertes HUS/ TTP/ TMA erhöhen.
Über fokal-segmentale Glomerulosklerose wurde berichtet.
Bei mit Rapamune behandelten Patienten wurde ferner über Flüssigkeitsansammlungen, einschließlichperipherer Ödeme, Lymphödeme, Pleuraerguss und Perikardergüsse (einschließlich hämodynamischrelevanter Ergüsse bei Kindern und Erwachsenen), berichtet.
In einer Studie zur Bewertung der Sicherheit und Wirksamkeit bei Umstellung von Calcineurin-
Inhibitoren auf Sirolimus (Zielspiegel: 12 bis 20 ng/ml) in der Erhaltungstherapienierentransplantierter Patienten wurde der Einschluss in die Studie in der Subgruppe von Patienten(n = 90) gestoppt, deren glomeruläre Filtrationsrate einen Ausgangswert von weniger als 40 ml/minaufwies (siehe Abschnitt 5.1). Im Sirolimus-Behandlungsarm (n = 60; durchschnittliche Zeit nach
Transplantation: 36 Monate) bestand eine höhere Rate schwerwiegender Nebenwirkungeneinschließlich Pneumonie, akuter Abstoßung, Transplantatverlust und Tod.
Es wurde über Ovarialzysten und Menstruationsstörungen (einschließlich Amenorrhoe und
Menorrhagie) berichtet. Patientinnen mit symptomatischen Ovarialzysten sollten zur weiteren
Untersuchung überwiesen werden. Die Inzidenz von Ovarialzysten kann bei prämenopausalen Frauenhöher als bei postmenopausalen Frauen sein. In einigen Fällen bildeten sich die Ovarialzysten und die
Menstruationsstörungen nach Absetzen von Rapamune zurück.
Kinder und JugendlicheKontrollierte klinische Studien mit einer Dosis, die vergleichbar ist mit derjenigen, welchegegenwärtig zur Anwendung von Rapamune bei Erwachsenen angezeigt ist, wurden bei Kindern und
Jugendlichen (im Alter von unter 18 Jahren) nicht durchgeführt.
Die Sicherheit wurde in einer kontrollierten klinischen Studie untersucht, in die nierentransplantierte
Patienten im Alter von unter 18 Jahren mit als hoch eingeschätztem immunologischen Risiko, definiertals Vorgeschichte mit einer oder mehreren Episoden einer akuten Abstoßung eines allogenen
Transplantats und/ oder dem Auftreten einer chronischen Transplantatnephropathie in einem
Nierenbiopsat, aufgenommen wurden (siehe Abschnitt 5.1). Die Anwendung von Rapamune in
Kombination mit Calcineurin-Inhibitoren und Kortikosteroiden war mit einem erhöhten Risiko füreine Verschlechterung der Nierenfunktion, Serumlipidanomalien (einschließlich, aber nicht begrenztauf erhöhte Serumtriglyceride und Gesamtcholesterin) sowie Harnwegsinfektionen verbunden. Dasuntersuchte Behandlungsschema (kontinuierliche Anwendung von Rapamune in Kombination miteinem Calcineurin-Inhibitor) ist für erwachsene oder pädiatrische Patienten nicht angezeigt (siehe
Abschnitt 4.1).
In einer weiteren Studie mit nierentransplantierten Patienten im Alter von 20 Jahren und darunter, diedazu vorgesehen war, die Sicherheit eines stufenweisen Absetzens von Kortikosteroiden (6 Monatenach Transplantation beginnend) aus einem bei der Transplantation begonnenen immunsuppressiven
Schema zu untersuchen, welches eine Immunsuppression mit Sirolimus sowie mit einen Calcineurin-
Inhibitor in jeweils nicht reduzierter Dosis in Kombination mit einer Basiliximab-Induktionbeinhaltete, wurde bei 274 eingeschlossenen Patienten berichtet, dass 19 (6,9 %) ein Post-
Transplantations-Lymphom (PTLD) entwickelten. Von 89 vor Transplantation als Epstein-Barr-Virus(EBV)-seronegativ bekannten Patienten wurde bei 13 (15,6 %) die Entwicklung eines PTLD berichtet.
Alle Patienten, die ein PTLD entwickelten, waren im Alter von unter 18 Jahren.
Es liegen nur unzureichende Erfahrungen für eine Empfehlung zur Anwendung von Rapamune bei
Kindern und Jugendlichen vor (siehe Abschnitt 4.2).
Nebenwirkungen bei Patienten mit S-LAM
Die Sicherheit wurde in einer kontrollierten Studie an 89 Patienten mit LAM bewertet, davon81 Patienten mit S-LAM von denen 42 mit Rapamune behandelt wurden (siehe Abschnitt 5.1). Die bei
Patienten mit S-LAM beobachteten Nebenwirkungen stimmten mit dem bekannten Sicherheitsprofildes Arzneimittels für die Indikation Prophylaxe der Organabstoßung nach Nierentransplantationüberein. Hinzu kam die Nebenwirkung Gewichtsabnahme, die in der Studie mit höherer Inzidenz unter
Rapamune im Vergleich zu Placebo beobachtet wurde (häufig, 9,5 %, vs. häufig, 2,6 %).
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
Zurzeit gibt es nur beschränkte Erfahrungen zur Überdosierung. Bei einem Patienten trat nachversehentlicher Einnahme von 150 mg Rapamune eine Episode von Vorhofflimmern auf. Im
Allgemeinen entsprechen die Nebenwirkungen bei Überdosierung denjenigen, die im Abschnitt 4.8aufgeführt sind. Allgemeine notfallmedizinische Maßnahmen sollten bei jedem Fall von
Überdosierung eingeleitet werden. Aufgrund der geringen Wasserlöslichkeit von Rapamune und derhohen Bindung an Erythrozyten und Plasmaprotein ist anzunehmen, dass Rapamune nicht innennenswertem Ausmaß dialysierbar ist.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Immunsuppressiva, ATC-Code: L04AH01.
Sirolimus hemmt eine durch die meisten Stimuli ausgelöste T-Zell-Aktivierung, indem es diecalciumabhängige und die calciumunabhängige intrazelluläre Signaltransduktion blockiert. Studienzeigten, dass seine Wirkungen durch einen Mechanismus ausgelöst werden, der anders ist als der von
Ciclosporin, Tacrolimus und anderen immunsuppressiven Substanzen. Experimentelle Befunde lassenvermuten, dass Sirolimus an das spezifische zytosolische Protein FKPB-12 bindet und dass der
FKPB-12-Sirolimus-Komplex die Aktivierung des mammalian Target Of Rapamycin (mTOR), eineressenziellen Kinase für den Ablauf des Zellzyklus, hemmt. Die Hemmung von mTOR führt zu einer
Blockade von mehreren spezifischen Signaltransduktionspfaden. Das Nettoergebnis besteht in der zur
Immunsuppression führenden Hemmung der Lymphozytenaktivierung.
Bei Tieren hat Sirolimus eine direkte Wirkung auf die T- und B-Zell-Aktivierung, wodurchimmunologisch vermittelte Reaktionen, wie z. B. die Abstoßung eines allogenen Transplantats,unterdrückt werden.
Bei LAM kommt es zu einer überschießenden Wucherung glatter Muskelzellen im Lungengewebe, dieinaktivierende Mutationen des Gens für die tuberöse Sklerose (TSC, Tuberous Sclerosis Complex)tragen (sogenannte LAM-Zellen). Durch den Funktionsverlust des TSC-Gens wird die mTOR-
Signalkaskade aktiviert, mit nachfolgender Zellproliferation und Freisetzung lymphangiogener
Wachstumsfaktoren. Sirolimus hemmt die aktivierte mTOR-Signalkaskade und somit die Proliferationvon LAM-Zellen.
Klinische StudienProphylaxe der Organabstoßung
Patienten mit einem geringen bis mäßig erhöhten immunologischen Risiko wurden in Phase-III-
Studien untersucht, in denen Ciclosporin abgesetzt und Rapamune zur Erhaltungstherapie eingesetztwurde und die nierentransplantierte Patienten mit Transplantaten von hirntoten Spendern oder von
Lebendspendern einschlossen. Des Weiteren wurden re-transplantierte Empfänger eingeschlossen,deren vorheriges Transplantat mindestens 6 Monate nach der Transplantation überlebt hatte.
Ciclosporin wurde nicht abgesetzt: bei Patienten, die akute Abstoßungsreaktionen vom Banff-Grad 3entwickelten, die dialysepflichtig waren, einen Serumkreatinin-Wert über 400 mol/l oder eine nichtadäquate Nierenfunktion aufwiesen, um den Ciclosporin-Entzug zu unterstützen. Patienten mit einemhohen immunologischen Risiko für einen Transplantatverlust wurden nicht in ausreichender Zahl in
Rapamune-Studien untersucht, in denen Ciclosporin abgesetzt und Rapamune zur Erhaltungstherapieeingesetzt wurde; daher kann bei solchen Patienten dieses Behandlungsschema nicht empfohlenwerden.
Nach 12, 24 und 36 Monaten war das Transplantat- und Patientenüberleben in beiden Gruppenvergleichbar. Nach 48 Monaten ergab sich ein statistisch signifikanter Unterschied beim
Transplantatüberleben zugunsten der Behandlungsgruppe, in der Rapamune nach Absetzen von
Ciclosporin verabreicht wurde, im Vergleich zu derjenigen Gruppe, in der Rapamune mit Ciclosporinangewendet wurde (einschließlich und ausschließlich derer, die nicht nachverfolgt werden konnten).
Eine signifikant höhere biopsiebestätigte Abstoßungsrate in der Ciclosporin-Eliminierungsgruppe im
Vergleich zu der mit Ciclosporin weiterbehandelten Gruppe (9,8 % vs. 4,2 %) wurde in der Zeit bis12 Monate nach Randomisierung festgestellt. Danach war der Unterschied in beiden Gruppen nichtsignifikant.
Die durchschnittliche berechnete glomeruläre Filtrationsrate (GFR) war nach 12, 24, 36, 48 und60 Monaten signifikant höher bei Patienten, die nach Absetzen von Ciclosporin Rapamune erhielten,als bei denen, die Rapamune zusammen mit Ciclosporin erhielten. Aufgrund der Auswertung der
Daten nach 36 Monaten und darüber hinaus, die einen zunehmenden Unterschied beim
Transplantatüberleben und der Nierenfunktion sowie einen signifikant niedrigeren Blutdruck in der
Ciclosporin-Eliminierungsgruppe ergaben, wurde entschieden, die Behandlungsgruppe, in der
Rapamune mit Ciclosporin verabreicht wurde, nicht weiterzuführen. Nach 60 Monaten war das
Auftreten von malignen Erkrankungen, die nicht die Haut betrafen, in der Patientengruppe, dieweiterhin Ciclosporin erhielt, signifikant höher im Vergleich zu der, in der Ciclosporin abgesetztwurde (8,4 % vs. 3,8 %). Die durchschnittliche Zeit bis zum ersten Auftreten von Hautkarzinomen warsignifikant verlängert.
Die Sicherheit und Wirksamkeit einer Umstellung von Calcineurin-Inhibitoren auf Rapamune in der
Erhaltungstherapie nierentransplantierter Patienten (6 bis 120 Monate nach Transplantation) wurden ineiner randomisierten, multizentrischen, kontrollierten Studie bewertet, wobei eine Stratifizierung nachder berechneten GFR bei Studienbeginn erfolgte (20 bis 40 ml/min vs. über 40 ml/min). Diegleichzeitig verabreichten Immunsuppressiva schlossen Mycophenolatmofetil, Azathioprin und
Kortikosteroide mit ein. Der Einschluss von Patienten in die Subgruppe mit einer berechneten
Ausgangs-GFR von weniger als 40 ml/min wurde aufgrund des Ungleichgewichts beisicherheitsrelevanten Ereignissen gestoppt (siehe Abschnitt 4.8).
In der Patientengruppe mit einer berechneten Ausgangs-GFR von mehr als 40 ml/min ergab sichinsgesamt keine Verbesserung der Nierenfunktion. Die Raten der akuten Abstoßung, des
Transplantatverlusts und der Todesfälle waren nach 1 bzw. 2 Jahren vergleichbar. Diebehandlungsbedingten Nebenwirkungen traten häufiger innerhalb der ersten 6 Monate nach einer
Umstellung auf Rapamune auf. In der Subgruppe von Patienten mit berechneter Ausgangs-GFR vonmehr als 40 ml/min waren die durchschnittlichen und medianen Proteinwerte im Urin im Verhältniszum Kreatinin nach 24 Monaten signifikant höher bei den Patienten, die auf Rapamune umgestelltwurden, als bei den Patienten, die weiterhin Calcineurin-Inhibitoren erhielten (siehe Abschnitt 4.4).
Fälle von neu aufgetretenem nephrotischen Syndrom wurden ebenfalls gemeldet (siehe Abschnitt 4.8).
Nach 2 Jahren war die Rate der nicht melanomartigen malignen Hauterkrankungen in der
Patientengruppe, die auf Rapamune umgestellt wurde, im Vergleich zu der, die weiterhin Calcineurin-
Inhibitoren erhielt, signifikant geringer (1,8 % bzw. 6,9 %). In der Subgruppe von Patienten mit einem
Ausgangswert der GFR von mehr als 40 ml/min und einer normalen Proteinausscheidung im Urin wardie berechnete GFR nach 1 bzw. 2 Jahren bei denjenigen Patienten höher, die auf Rapamuneumgestellt wurden, als bei den entsprechenden Patienten, die weiterhin Calcineurin-Inhibitoren in der
Erhaltungstherapie erhielten. Die Raten der akuten Abstoßung, des Transplantatverlusts und der
Todesfälle waren vergleichbar, wobei jedoch die Proteinausscheidung im Urin in der Subgruppe von
Patienten, die Rapamune erhielten, erhöht war.
In einer offenen, randomisierten, multizentrischen Vergleichsstudie, in der nierentransplantierte
Patienten entweder 3 bis 5 Monate nach der Transplantation von Tacrolimus auf Sirolimus umgestelltoder weiter mit Tacrolimus behandelt wurden, war nach 2 Jahren kein signifikanter Unterschied in
Bezug auf die Nierenfunktion feststellbar. In der auf Sirolimus umgestellten Gruppe kam es im
Vergleich zur Tacrolimus-Gruppe zu mehr unerwünschten Ereignissen (99,2 % vs. 91,1 %,p = 0,002*) und mehr Behandlungsabbrüchen aufgrund unerwünschter Ereignisse (26,7 % vs. 4,1 %,p < 0,001*). Die Inzidenz biopsiebestätigter akuter Abstoßungsreaktionen war bei Patienten in der
Sirolimus-Gruppe (11, 8,4 %) nach 2 Jahren höher (p = 0,020*) als in der Tacrolimus-Gruppe (2,1,6 %). Die meisten Abstoßungsreaktionen in der Sirolimus-Gruppe waren leichtgradig (8 von 9[89 %] T-Zell-vermittelte BCAR, 2 von 4 [50 %] Antikörper-vermittelte BCAR). Patienten mitsowohl Antikörper- als auch T-Zell-vermittelter Abstoßungsreaktion in derselben Biopsieprobewurden für beide Kategorien gezählt. Bei den auf Sirolimus umgestellten Patienten wurde häufigerneu auftretender Diabetes mellitus festgestellt (18,3 % vs. 5,6 %, p = 0,025*), definiert als ≥ 30 Tagekontinuierliche oder mindestens 25 Tage ununterbrochene (ohne Pause) Verwendung beliebiger
Antidiabetika nach der Randomisierung sowie Nüchternglukose ≥ 126 mg/dl oder Nicht-
Nüchternglukose ≥ 200 mg/dl nach der Randomisierung. In der Sirolimus-Gruppe kam es seltener zu
Plattenepithelkarzinomen der Haut (0 % vs. 4,9 %). *Hinweis: die p-Werte wurden für Mehrfachtestsnicht kontrolliert.
In zwei multizentrischen klinischen Studien wiesen nierentransplantierte De-novo-Patienten, die mit
Sirolimus, Mycophenolatmofetil (MMF), Kortikosteroiden und einem IL-2-Rezeptor-Antagonistenbehandelt wurden, eine signifikant höhere akute Abstoßungsrate und eine zahlenmäßig höhere
Todesrate im Vergleich zu den Patienten auf, die mit einem Calcineurin-Inhibitor, MMF,
Kortikosteroiden und einem IL-2-Rezeptor-Antagonisten behandelt wurden (siehe Abschnitt 4.4). Die
Nierenfunktion war in den De-novo-Sirolimus-Behandlungsarmen ohne Calcineurin-Inhibitor nichtbesser. In einer der Studien wurde ein verkürztes Dosierungsschema von Daclizumab angewendet.
In einer randomisierten vergleichenden Untersuchung von Ramipril versus Placebo hinsichtlich der
Prävention von Proteinurie bei nierentransplantierten Patienten, die von Calcineurin-Inhibitoren auf
Sirolimus umgestellt wurden, wurde im Verlauf von 52 Wochen ein Unterschied in der Anzahl der
Patienten mit BCAR beobachtet [13 (9,5 %) bzw. 5 (3,2 %); p = 0,073]. Patienten, die zunächst mit
Ramipril 10 mg behandelt wurden, hatten eine höhere BCAR-Rate (15 %) als Patienten, die zunächstmit Ramipril 5 mg (5 %) behandelt wurden. Die meisten Abstoßungsreaktionen traten in den ersten6 Monaten nach der Umstellung auf und wiesen einen geringen Schweregrad auf; während der Studiewurden keine Transplantatverluste berichtet (siehe Abschnitt 4.4).
Patienten mit sporadischer Lymphangioleiomyomatose (S-LAM)
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Rapamune zur Behandlung von S-LAM wurden in einerrandomisierten, doppelblinden, multizentrischen, kontrollierten Studie untersucht, in der Rapamune(Dosisanpassung auf 5 bis 15 ng/ml) über einen 12-monatigen Behandlungszeitraum mit Placeboverglichen wurde, gefolgt von einer 12-monatigen Beobachtungsphase bei Patienten mit TSC-LAModer S-LAM. In 13 Prüfzentren in den USA, Kanada und Japan wurden 89 Patienten in die Studieaufgenommen, davon 81 Patienten mit S-LAM. Von den Patienten mit S-LAM wurden 39 auf Placebound 42 auf Rapamune randomisiert. Wichtigstes Einschlusskriterium war eine Einsekundenkapazität(FEV1, forced expiratory volume in 1 second) nach Bronchodilatation von ≤ 70 % des Sollwertswährend des Baseline-Termins. In die Studie aufgenommene Patienten mit S-LAM wiesen eine mäßigfortgeschrittene Lungenerkrankung auf, mit einer FEV1 zu Baseline von 49,2 ± 13,6 %(Mittelwert ± SD) des Sollwerts. Primärer Endpunkt der Studie war der Unterschied zwischen den
Gruppen in Bezug auf die Rate der FEV1-Veränderung (Steigung der Kurve). Während der
Behandlungsphase bei Patienten mit S-LAM betrug die Steigung für die FEV1 (Mittelwert ± SE) in der
Placebo-Gruppe -12 ± 2 ml pro Monat und in der Rapamune-Gruppe 0,3 ± 2 ml pro Monat(p < 0,001). Die absolute Differenz zwischen den Gruppen in Bezug auf die mittlere Veränderung der
FEV1 während der Behandlungsphase betrug 152 ml bzw. etwa 11 % der mittleren FEV1 bei der
Aufnahme in die Studie.
Im Vergleich zur Placebo-Gruppe gab es in der Sirolimus-Gruppe bei Patienten mit S-LAM eine
Verbesserung von Baseline bis Monat 12 in Bezug auf die Messwerte für die forcierte Vitalkapazität(-12 ± 3 vs. 7 ± 3 ml pro Monat, p < 0,001), VEGF-D im Serum (vascular endothelial growthfactor D, -8,6 ± 15,2 vs. -85,3 ± 14,2 pg/ml pro Monat, p < 0,001), und Lebensqualität (Score auf der
Visual Analogue Scale - Quality of Life [VAS-QOL]: -0,3 ± 0,2 vs. 0,4 ± 0,2 pro Monat, p = 0,022)und funktionelle Leistungsfähigkeit (-0,009 ± 0,005 vs. 0,004 ± 0,004 pro Monat, p = 0,044). Imuntersuchten Zeitraum wurde bei Patienten mit S-LAM keine signifikante Differenz zwischen den
Gruppen festgestellt in Bezug auf funktionelle Residualkapazität, 6-Minuten-Gehtest,
Diffusionskapazität der Lunge für Kohlenmonoxid und Score für das allgemeine Wohlbefinden.
Kinder und JugendlicheRapamune wurde in einer 36-monatigen kontrollierten klinischen Studie untersucht, in dienierentransplantierte Patienten im Alter von unter 18 Jahren mit einem als hoch eingeschätztenimmunologischen Risiko, definiert als Vorgeschichte mit einer oder mehreren Episoden einer akuten
Abstoßung eines allogenen Transplantats und/ oder Auftreten einer chronischen
Transplantatnephropathie in einem Nierenbiopsat, eingeschlossen wurden. Die Patienten erhieltenentweder Rapamune (Sirolimus-Zielkonzentrationen: 5 bis 15 ng/ml) in Kombination mit einem
Calcineurin-Inhibitor und Kortikosteroiden oder eine Calcineurin-Inhibitor-basierte
Immunsuppression ohne Rapamune. In der Rapamune-Gruppe konnte eine Überlegenheit gegenüberder Kontrollgruppe bezüglich des erstmaligen Auftretens einer bioptisch bestätigten akuten
Abstoßungsreaktion, Transplantatverlust oder Tod nicht gezeigt werden. In jeder Gruppe trat ein
Todesfall auf. Die Anwendung von Rapamune in Kombination mit Calcineurin-Inhibitoren und
Kortikosteroiden war mit einem erhöhten Risiko für eine Verschlechterung der Nierenfunktion,
Serumlipidanomalien (einschließlich, aber nicht begrenzt auf erhöhte Serumtriglyceride und
Gesamtcholesterin) sowie Harnwegsinfektionen verbunden (siehe Abschnitt 4.8).
Ein inakzeptabel häufiges Auftreten von PTLD wurde in einer pädiatrischen klinischen
Transplantationsstudie beobachtet, wenn Kindern und Jugendlichen Sirolimus in nicht reduzierter
Dosis zusätzlich zu Calcineurin-Inhibitoren in nicht reduzierter Dosis mit Basiliximab und
Kortikosteroiden gegeben wurde (siehe Abschnitt 4.8).
In einer retrospektiven Überprüfung der hepatischen Venenverschlusskrankheit (VOD) bei Patienten,die eine myeloablative Stammzelltransplantation in Verbindung mit Cyclophosphamid und einer
Ganzkörperbestrahlung erhalten hatten, wurde bei mit Rapamune behandelten Patienten eine erhöhte
Inzidenz der Lebervenenverschlusskrankheit beobachtet, insbesondere bei gleichzeitiger Anwendungvon Methotrexat.
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
Im Folgenden sind zunächst die allgemeinen pharmakokinetischen Informationen zusammengefasst,die zumeist auf der Rapamune Lösung zum Einnehmen basieren. Spezifische Informationen, die sichdirekt auf die Darreichungsform Tablette beziehen, sind in dem Abschnitt Tablette zum Einnehmenzusammengefasst.
Lösung zum Einnehmen
Nach Anwendung der Rapamune Lösung zum Einnehmen wird Sirolimus schnell resorbiert, wobei die
Zeit bis zur maximalen Konzentration nach Einnahme einer Einzeldosis bei gesunden Probanden etwa1 Stunde und nach Anwendung oraler Mehrfachdosen bei stabilen nierentransplantierten Patientenetwa 2 Stunden beträgt. Die systemische Verfügbarkeit von Sirolimus in Kombination mit gleichzeitigangewendetem Ciclosporin (Sandimmun) beträgt etwa 14 %. Bei wiederholter Anwendung ist diemittlere Sirolimus-Konzentration im Blut ungefähr um das 3-Fache erhöht. Für stabilenierentransplantierte Patienten betrug die terminale Halbwertszeit nach mehrfacher oraler Anwendung62 16 Stunden. Die effektive Halbwertszeit ist jedoch kürzer, und die mittleren Konzentrationen im
Steady State wurden nach 5 bis 7 Tagen erreicht. Das Blut-Plasma-Verhältnis (B/P) von 36 zeigt, dass
Sirolimus stark in feste Blutbestandteile übergeht.
Bei Sirolimus handelt es sich um ein Substrat sowohl für Cytochrom P450 IIIA4 (CYP3A4) als auchfür das P-Glykoprotein. Sirolimus wird in beträchtlichem Ausmaß über O-Demethylierung und/ oder
Hydroxylierung metabolisiert. Sieben Hauptmetaboliten, einschließlich Hydroxyl-, Demethyl- und
Hydroxydemethyl-Sirolimus, können im Vollblut identifiziert werden. Sirolimus ist der
Hauptbestandteil in menschlichem Vollblut und bewirkt mehr als 90 % der immunsuppressiven
Aktivität. Nach einer Einzelgabe von [14C]-Sirolimus an gesunde Probanden wurde der größte Teil(91,1 %) der Radioaktivität in den Faeces wiedergefunden, und nur ein kleiner Teil (2,2 %) wurde mitdem Urin ausgeschieden.
Klinische Studien mit Rapamune schlossen keine ausreichende Anzahl von Patienten über 65 Jahrenein, um eine Aussage darüber treffen zu können, ob diese anders reagieren als jüngere Patienten. Diean 35 nierentransplantierten Patienten im Alter von über 65 Jahren beobachteten Sirolimus-Talspiegelwaren mit denjenigen Erwachsener zwischen 18 und 65 Jahren (n = 822) vergleichbar.
Bei pädiatrischen Dialysepatienten (30- bis 50%ige Reduktion der glomerulären Filtrationsrate)zwischen 5 und 11 Jahren bzw. 12 und 18 Jahren war die mittlere auf das Körpergewicht normalisierte
CL/F bei jüngeren pädiatrischen Patienten größer (580 ml/h/kg) als bei älteren pädiatrischen Patienten(450 ml/h/kg) im Vergleich zu Erwachsenen (287 ml/h/kg). Die Individuen innerhalb der
Altersgruppen zeigten eine hohe Variabilität.
Die Sirolimus-Konzentrationen wurden in konzentrationskontrollierten Studien mit pädiatrischennierentransplantierten Patienten, welche außerdem Ciclosporin und Kortikosteroide erhielten,gemessen. Das Ziel für die Talspiegelkonzentrationen betrug 10 bis 20 ng/ml. Im Steady Stateerhielten 8 Kinder im Alter von 6 bis 11 Jahren mittlere Dosen ± Standardabweichung von1,75 ± 0,71 mg/Tag (0,064 ± 0,018 mg/kg, 1,65 ± 0,43 mg/m2), während 14 Jugendliche im Alter von12 bis 18 Jahren mittlere Dosen ± Standardabweichung von 2,79 ± 1,25 mg/Tag(0,053 ± 0,0150 mg/kg, 1,86 ± 0,61 mg/m2) erhielten. Die jüngeren Kinder hatten eine höhere auf das
Körpergewicht normalisierte CL/F (214 ml/h/kg) im Vergleich zu Jugendlichen (136 ml/h/kg). Diese
Daten deuten darauf hin, dass jüngere Kinder eventuell höhere körpergewichtsadjustierte Dosen als
Jugendliche und Erwachsene benötigen, um ähnliche Zielkonzentrationen zu erreichen. Die
Entwicklung solcher speziellen Dosierungsempfehlungen für Kinder bedarf jedoch noch weiterer
Daten, um definitiv bestätigt zu werden.
Bei Patienten mit leichter oder mittelgradiger Leberfunktionsstörung (Child-Pugh-Klasse A oder B)waren die Mittelwerte für die Sirolimus-AUC und -t1/2 im Vergleich zu normalen, gesunden
Probanden um 61 % bzw. um 43 % erhöht und die CL/F um 33 % erniedrigt. Bei Patienten mitschwerer Leberfunktionsstörung (Child-Pugh-Klasse C) waren die Mittelwerte für die Sirolimus-AUCund -t1/2 im Vergleich zu normalen, gesunden Probanden um 210 % bzw. um 170 % erhöht und die
CL/F um 67 % erniedrigt. Die bei Patienten mit Leberfunktionsstörungen beobachteten längeren
Halbwertszeiten verzögern das Erreichen des Steady State.
Pharmakokinetische/ pharmakodynamische Zusammenhänge
Die pharmakokinetischen Eigenschaften von Sirolimus waren in den verschiedenen Populationen mit
Nierenfunktionen von 'normal“ bis 'nicht mehr vorhanden“ (Dialysepatienten) ähnlich.
Tablette zum Einnehmen
Ein Vergleich der Cmax-Werte zeigte, dass die 0,5-mg-Tablette nicht vollständig bioäquivalent zu den1-mg-, 2-mg- und 5-mg-Tabletten ist. Daher sollten nicht mehrere 0,5-mg-Tabletten als Ersatz fürandere Stärken eingenommen werden.
Bei gesunden Probanden liegt die mittlere Bioverfügbarkeit von Sirolimus nach Anwendung einer
Tablette ungefähr 27 % höher als bei der Lösung zum Einnehmen. Der mittlere Cmax-Wert war um35 % erniedrigt und der mittlere tmax-Wert um 82 % erhöht. Der Unterschied in der Bioverfügbarkeitwar unter Steady-State-Bedingungen bei nierentransplantierten Patienten geringer, die therapeutische
Gleichwertigkeit wurde in einer randomisierten Studie an 477 Patienten aufgezeigt. Wenn Patientenvon der Lösung zum Einnehmen auf Tabletten oder umgekehrt umgestellt werden, sollte die gleiche
Dosis eingenommen und der Sirolimus-Talspiegel 1 bis 2 Wochen später kontrolliert werden, um das
Erreichen des empfohlenen Zielbereichs zu gewährleisten. Es sollten ebenfalls Kontrollen der
Vollblut-Talspiegel durchgeführt werden, wenn eine Umstellung auf andere Tablettenstärken erfolgt.
Bei 24 gesunden Probanden, die Rapamune Tabletten mit einer fettreichen Mahlzeit erhielten, war ein
Anstieg der Cmax-, tmax- und AUC-Werte von 65 %, 32 % bzw. 23 % zu beobachten. Um die
Variabilität zu minimieren, sollten Rapamune Tabletten durchgängig entweder mit oder ohne Nahrungeingenommen werden. Grapefruitsaft beeinflusst den durch CYP3A4 vermittelten Metabolismus unddarf daher nicht verwendet werden.
Nach Einnahme von Rapamune Tabletten (5 mg) sind die Sirolimus-Spiegel bei gesunden Probandendosisproportional zwischen 5 und 40 mg.
Klinische Studien mit Rapamune schlossen keine ausreichende Anzahl von Patienten über 65 Jahrenein, um eine Aussage darüber treffen zu können, ob diese anders reagieren als jüngere Patienten. Die
Ergebnisse, die nach der Verabreichung von Rapamune-Tabletten an 12 nierentransplantierte Patientenvon über 65 Jahren beobachtet wurden, waren mit denjenigen bei Erwachsenen zwischen 18 und65 Jahren (n = 167) vergleichbar.
Initialtherapie (für 2 bis 3 Monate nach der Transplantation): Bei den meisten Patienten, die
Rapamune Tabletten mit einer Initialdosis von 6 mg und einer anschließenden täglichen
Erhaltungsdosis von 2 mg erhielten, erreichten die Sirolimus-Vollblut-Talspiegel rasch Steady-State-
Konzentrationen innerhalb des empfohlenen Zielbereichs von 4 bis 12 ng/ml (Vollblut-Talspiegelbestimmt mit chromatographischer Methode). Bei einer täglichen Dosis von 2 mg Rapamune
Tabletten, die 13 nierentransplantierte Patienten in Kombination mit Ciclosporin Mikroemulsion(4 Stunden vor Rapamune Tabletten) und Kortikosteroiden einnahmen, ergaben sich auf Grundlageder vorliegenden 1- und 3-Monats-Daten nach Transplantation folgende pharmakokinetische
Parameter von Sirolimus: Cmin,ss: 7,39 ± 2,18 ng/ml; Cmax,ss: 15,0 ± 4,9 ng/ml; tmax,ss: 3,46 ± 2,40
Stunden; AUC,ss: 230 ± 67 ng-h/ml; CL/F/WT: 139 ± 63 ml/h/kg (Parameter berechnen sich aus
LC-MS/MS Untersuchungsergebnissen). In derselben klinischen Studie waren die entsprechenden
Ergebnisse für die Lösung zum Einnehmen Cmin,ss: 5,40 2,50 ng/ml; Cmax,ss: 14,4 5,3 ng/ml; tmax,ss:2,12 0,84 Stunden; AUC,ss: 194 78 ng-h/ml; CL/F/W: 173 50 ml/h/kg. Gemäß der Ergebnisseder LC-MS/MS-Untersuchung korrelierten die Sirolimus-Talspiegel im Vollblut signifikant mit dem
AUC,ss-Wert (r2 = 0,85).
Die mittleren Talspiegel (10., 90. Perzentile; bezogen auf chromatographische Werte) und täglichen
Dosen betrugen basierend auf der Beobachtung aller Patienten während der Ciclosporin-Phase8,6 ± 3,0 ng/ml (5,0 bis 13 ng/ml) bzw. 2,1 ± 0,70 mg (1,5 bis 2,7 mg) (siehe Abschnitt 4.2).
Erhaltungstherapie: Von Monat 3 bis Monat 12 nach Absetzen der Ciclosporin-Dosis betrugen diemittleren (10., 90. Perzentile) Talspiegel (bezogen auf chromatographische Werte) und täglichen
Dosen 19 ± 4,1 ng/ml (14 bis 24 ng/ml) bzw. 8,2 ± 4,2 mg (3,6 mg bis 13,6 mg) (siehe Abschnitt 4.2).
Deshalb lag die Sirolimusdosis etwa um das 4-Fache höher, um sowohl dem Fehlen derpharmakokinetischen Wechselwirkung mit Ciclosporin (2-facher Anstieg) als auch dem erhöhtenimmunsuppressiven Bedarf bei Abwesenheit von Ciclosporin (2-facher Anstieg) Rechnung zu tragen.
Lymphangioleiomyomatose (LAM)
In einer klinischen Studie an Patienten mit LAM lag die mediane Vollblut-Talspiegelkonzentrationvon Sirolimus nach 3 Wochen Behandlung mit Sirolimus-Tabletten mit einer Dosis von 2 mg/Tag bei6,8 ng/ml (Interquartilbereich 4,6 bis 9,0 ng/ml; n = 37). Unter Konzentrationsüberwachung(Zielkonzentration 5 bis 15 ng/ml) betrug die mediane Sirolimus-Konzentration am Ende der12-monatigen Behandlung 6,8 ng/ml (Interquartilbereich 5,9 bis 8,9 ng/ml; n = 37).
5.3 Präklinische Sicherheitsdaten
Nebenwirkungen, die nicht in klinischen Studien beobachtet wurden, aber bei Tieren nach Expositionim humantherapeutischen Bereich auftraten und als möglicherweise relevant für die klinische
Anwendung zu bewerten sind, waren wie folgt: Pankreasinselzell-Vakuolisierung, testikuläre
Tubulusdegeneration, gastrointestinale Ulzeration, Knochenfrakturen und Kallus, hepatische
Hämatopoese und pulmonale Phospholipidose.
Sirolimus war in vitro nicht mutagen in Ames-Tests, im Chromosomenaberrationstest in CHO-Zellenund im Maus-Lymphoma-Assay sowie in vivo im Maus-Mikronukleus-Test.
Kanzerogenitätsstudien an Mäusen und Ratten zeigten ein gehäuftes Auftreten von Lymphomen(männliche und weibliche Mäuse), Leberzelladenomen und -karzinomen (männliche Mäuse) undgranulozytärer Leukämie (weibliche Mäuse). Bösartige Neubildungen (Lymphom) könnenbekanntermaßen aufgrund der chronischen Anwendung immunsuppressiver Substanzen auftreten undwurden bei Patienten in seltenen Fällen berichtet. Bei Mäusen stieg die Zahl der chronisch-ulzerativen
Hautläsionen an. Die Veränderungen basierten möglicherweise auf der chronischen
Immunsuppression. Testikuläre interstitielle Zelladenome bei Ratten deuten auf eine speziesabhängige
Antwort auf Spiegel des luteinisierenden Hormons hin, was aber allgemein als klinisch kaum relevantangesehen wird.
In Studien zur Reproduktionstoxizität wurde bei männlichen Ratten eine verringerte Fertilitätbeobachtet. Von teilweise reversibler Reduktion der Spermienmenge wurde in einer Studie mit Rattenüber einen Zeitraum von 13 Wochen berichtet. Verminderungen des Hodengewichts und/ oderhistologische Läsionen (z. B. tubuläre Atrophie und tubuläre Riesenzellen) wurden bei Ratten und ineiner Studie mit Affen beobachtet. Bei Ratten führte die Gabe von Sirolimus zu Embryo-/
Fetotoxizität, die sich in Sterblichkeit und reduziertem Fetalgewicht (bei gleichzeitig verzögerter
Skelettossifikation) zeigte (siehe Abschnitt 4.6).
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
Tablettenkern:Lactose-Monohydrat
Macrogol
Magnesiumstearat (Ph.Eur.)
Talkum
Tablettenüberzug:Rapamune 0,5 mg überzogene Tabletten
Macrogol
Glycerolmonooleat
Pharmazeutische Glasur (Schellack)
Calciumsulfat
Mikrokristalline Cellulose
SucroseTitandioxid (E 171)
Eisen(III)-hydroxid-oxid x H2O (E 172)
Eisenoxide und -hydroxide (E 172)
Poloxamer 188all-rac-alpha-Tocopherol
Povidon
Carnaubawachs
Druckfarbe (Schellack, Eisen(III)-oxid, Propylenglycol [E 1520], konzentrierte Ammoniaklösung,
Simeticon)
Rapamune 1 mg überzogene Tabletten
Macrogol
Glycerolmonooleat
Pharmazeutische Glasur (Schellack)
Calciumsulfat
Mikrokristalline Cellulose
SucroseTitandioxid (E 171)
Poloxamer 188all-rac-alpha-Tocopherol
Povidon
Carnaubawachs
Druckfarbe (Schellack, Eisen(III)-oxid, Propylenglycol [E 1520], konzentrierte Ammoniaklösung,
Simeticon)
Rapamune 2 mg überzogene Tabletten
Macrogol
Glycerolmonooleat
Pharmazeutische Glasur (Schellack)
Calciumsulfat
Mikrokristalline Cellulose
SucroseTitandioxid (E 171)
Eisen(III)-hydroxid-oxid x H2O (E 172)
Eisenoxide und -hydroxide (E 172)
Poloxamer 188all-rac-alpha-Tocopherol
Povidon
Carnaubawachs
Druckfarbe (Schellack, Eisen(III)-oxid, Propylenglycol [E 1520], konzentrierte Ammoniaklösung,
Simeticon)
6.2 Inkompatibilitäten
6.3 Haltbarkeit
Rapamune 0,5 mg überzogene Tabletten3 Jahre
Rapamune 1 mg überzogene Tabletten3 Jahre
Rapamune 2 mg überzogene Tabletten3 Jahre
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Nicht über 25 °C lagern.
Blisterpackung im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
Klare Polyvinylchlorid (PVC)/ Polyethylen (PE)/ Polychlorotrifluoroethylen (Aclar)-Aluminium-
Blisterpackungen in Packungen mit 30 und 100 Tabletten.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.
7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS
Pfizer Europe MA EEIG
Boulevard de la Plaine 171050 Brüssel
Belgien
8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)
Rapamune 0,5 mg überzogene Tabletten
EU/1/01/171/013-014
Rapamune 1 mg überzogene Tabletten
EU/1/01/171/007-008
Rapamune 2 mg überzogene Tabletten
EU/1/01/171/009-010
9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 13. März 2001
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 13. März 2011
10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu verfügbar.