Warnhinweis während der Stillzeit
Während der Stillzeit nur auf ärztliche Empfehlung anwenden.
Während der Stillzeit nur auf ärztliche Empfehlung anwenden.
Während der Schwangerschaft nur auf ärztliche Empfehlung anwenden.
Yeytuo 300 mg Filmtabletten
Jede Filmtablette enthält Lenacapavir-Natrium entsprechend 300 mg Lenacapavir.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
Filmtablette (Tablette)
Beige, kapselförmige Filmtabletten mit einer Größe von 10 mm x 21 mm; mit der Prägung 'GSI“ aufder einen Seite der Tablette und '62L“ auf der anderen Seite.
Yeytuo-Tabletten sind in Kombination mit Safer-Sex-Praktiken für die Präexpositionsprophylaxe(PrEP) indiziert, um das Risiko einer sexuell erworbenen HIV-1-Infektion bei Erwachsenen und
Jugendlichen mit einem erhöhten Risiko für eine HIV-1-Infektion und einem Körpergewicht vonmindestens 35 kg zu verringern, und zwar für die:
* orale Aufsättigung
* orale Überbrückung(siehe Abschnitte 4.2, pct. 4.4 und 5.1).
Yeytuo sollte von medizinischem Fachpersonal verordnet werden, das über Erfahrungen in der HIV-
Prävention verfügt.
Vor Beginn der Behandlung mit Lenacapavir und zusätzlich, wenn klinisch angezeigt, müssen alle
Personen auf HIV-1 getestet werden (siehe Abschnitte 4.3 und 4.4). Ein kombinierter Antigen-
Antikörpertest sowie ein HIV-RNA-basierter Test sollten negativ sein. Verordnern wird empfohlen,beide Tests durchzuführen, auch wenn das Ergebnis des HIV-RNA-basierten Tests erst nach Beginnder Behandlung mit Lenacapavir zur Verfügung stehen wird. Falls eine kombinierte Teststrategie, diebeide Tests umfasst, nicht zur Verfügung steht, sollten die Tests gemäß den nationalen Leitliniendurchgeführt werden.
Vor Beginn der Behandlung mit Yeytuo sollte das medizinische Fachpersonal Personen identifizieren,für die der vorgeschriebene Dosierungsplan für die Einleitungsphase und die Erhaltungsphase mit
Injektionen alle 6 Monate geeignet ist, und die Personen über die Bedeutung der Einhaltung dergeplanten Behandlungstermine aufklären (siehe Abschnitt 4.4).
DosierungDer Dosierungsplan für Erwachsene und Jugendliche mit einem Körpergewicht von mindestens 35 kgbesteht aus einer erforderlichen Einleitungsdosis (subkutane Injektionen und Tabletten zum
Einnehmen) (Tabelle 1), gefolgt von einer Erhaltungsdosis alle 6 Monate (subkutane Injektionen).
Einleitung
An Tag 1 beträgt die vorgeschriebene Dosis 927 mg Lenacapavir, verabreicht als subkutane Injektion,und 600 mg Lenacapavir, die als Tablette eingenommen werden. An Tag 2 beträgt dievorgeschriebene Dosis 600 mg, die als Tablette eingenommen wird.
Tabelle 1: Dosierungsplan für den Beginn der Behandlung mit Lenacapavir
Behandlungszeitpunkt
Dosis von Lenacapavir: Einleitungsphasea
Tag 1 927 mg subkutane Injektion (2 x 1,5-ml-Injektionenb)600 mg oral (2 x 300-mg-Tabletten)
Tag 2 600 mg oral (2 x 300-mg-Tabletten)a Es ist der vollständige Dosierungsplan für die Einleitungsdosis, bestehend aus subkutanen Injektionen und Tabletten zum
Einnehmen, erforderlich. Die Wirksamkeit von Lenacapavir wurde nur für diesen Dosierungsplan nachgewiesen.b Zwei Injektionen, wobei die zweite Injektion mindestens 5 Zentimeter von der Stelle der ersten Injektion entfernt seinmuss (siehe 'Art der Anwendung“ in der Fachinformation für Yeytuo-Injektionslösung).
Versäumte Einleitungsdosis
Wenn die orale Einleitungsdosis (600 mg) an Tag 1 oder Tag 2 versäumt wird, sollte sie so bald wiemöglich eingenommen werden. Die Dosen für Tag 1 und Tag 2 sollten nicht am selben Tageingenommen werden.
Vorhersehbare verzögerte Injektionen
Wenn während der Erhaltungsphase vorhersehbar ist, dass die geplante 6-monatige Injektion erst miteiner Verzögerung von mehr als 2 Wochen verabreicht werden kann, können zur oralen Überbrückungbis zur Wiederaufnahme der Injektionen vorübergehend Lenacapavir-Tabletten verwendet werden (bei
Bedarf bis zu 6 Monate). Eine orale Überbrückung sollte innerhalb von 26 bis 28 Wochen nach derletzten Injektion begonnen werden. Das Dosierungsschema ist 300 mg (1 Tablette) zum Einnehmenalle 7 Tage. Die Wiederaufnahme der Injektion sollte innerhalb von 7 Tagen nach der letzten oralen
Dosis erfolgen.
ErbrechenWenn die Person innerhalb von 3 Stunden nach Einnahme einer oralen Dosis Lenacapavir erbricht,sollte eine weitere orale Dosis eingenommen werden. Wenn die Person mehr als 3 Stunden nach
Einnahme einer oralen Dosis Lenacapavir erbricht, muss keine weitere Dosis Lenacapavireingenommen werden und das geplante Einnahmeschema sollte fortgesetzt werden.
Besondere PersonengruppenEine Dosisanpassung von Lenacapavir ist bei älteren Personen nicht erforderlich. Über die
Anwendung von Lenacapavir bei Personen ab 65 Jahren liegen nur begrenzte Daten vor (siehe
Abschnitt 5.2).
NierenfunktionsstörungEine Dosisanpassung von Lenacapavir ist bei Personen mit einer leichten, mittelgradigen oderschweren Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance [CrCl] ≥ 15 ml/min) nicht erforderlich.
Lenacapavir wurde nicht bei Personen mit terminaler Niereninsuffizienz (CrCl < 15 ml/min oder unter
Nierenersatztherapie) untersucht (siehe Abschnitt 5.2). Daher sollte Lenacapavir bei diesen Personenmit Vorsicht angewendet werden.
LeberfunktionsstörungEine Dosisanpassung von Lenacapavir ist bei Personen mit einer leichten oder mittelgradigen
Leberfunktionsstörung (Child-Pugh-Klasse A oder B) nicht erforderlich. Lenacapavir wurde nicht bei
Personen mit schwerer Leberfunktionsstörung (Child-Pugh-Klasse C) untersucht (siehe Abschnitt 5.2);daher sollte Lenacapavir bei diesen Personen mit Vorsicht angewendet werden.
Kinder und JugendlicheDie Sicherheit und Wirksamkeit von Lenacapavir bei Kindern und Jugendlichen mit einem
Körpergewicht von weniger als 35 kg sind noch nicht erwiesen. Es liegen keine Daten vor.
Art der AnwendungZum Einnehmen.
Lenacapavir-Tabletten können unabhängig von einer Mahlzeit eingenommen werden (siehe
Abschnitt 5.2). Die Filmtabletten dürfen nicht zerkaut oder zerkleinert werden, weil die Auswirkungenauf die Resorption von Lenacapavir nicht untersucht wurden. Bei Personen, die unfähig sind, die
Tabletten ganz zu schlucken, können die Tabletten in zwei Hälften geteilt und beide Hälftennacheinander eingenommen werden, um sicherzustellen, dass sofort die vollständige Dosiseingenommen wurde.
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.
Anwendung bei Personen mit unbekanntem HIV-1-Status (siehe Abschnitt 4.4).
Gleichzeitige Anwendung mit starken CYP3A-, P-gp- und UGT1A1-Induktoren wie z. B.:
* Antimykobakterielle Arzneimittel: Rifampicin
* Antikonvulsiva: Carbamazepin, Phenytoin
* Pflanzliche Arzneimittel: Johanniskraut (Hypericum perforatum)(siehe Abschnitt 4.5).
Präventionsstrategie
Yeytuo sollte nur zur Prävention einer HIV-1-Infektion bei Personen angewendet werden, dienachweislich HIV-negativ sind. Vor Beginn der Behandlung mit Lenacapavir und zusätzlich, wennklinisch angezeigt, sollte der negative HIV-1-Status bei Personen, die Lenacapavir erhalten, bestätigtwerden.
Bei Verdacht auf eine kürzlich stattgefundene (< 1 Monat) HIV-1-Exposition oder bei klinischen
Symptomen, die auf eine akute HIV-1-Infektion hindeuten, sollte der HIV-1-Status erneut bestätigtwerden.
Yeytuo sollte zur Prävention von HIV-1-Infektionen als Teil einer Strategie zur Verringerung des
Risikos sexuell übertragbarer Infektionen (STI) angewendet werden. Es sollten Personen identifiziertwerden, für die der vorgeschriebene Dosierungsplan für die Einleitungs- und Erhaltungsphase(Injektion alle 6 Monate) geeignet ist. Wenn der vorgeschriebene Dosierungsplan für die Einleitungs-und Erhaltungsphase (siehe Abschnitt 4.2) nicht eingehalten wird, kann es zu einer HIV-1-Infektionkommen. Die betreffenden Personen sollten hinsichtlich der Einhaltung des Lenacapavir-
Dosierungsplans, der Anwendung anderer Maßnahmen zur Vorbeugung von STI und der Bedeutungvon Tests auf HIV-1 und andere STI beraten und unterstützt werden.
Mittlere Plasmakonzentrationen von Lenacapavir, die mit einer signifikanten antiviralen Aktivitätassoziiert sind, wurden an Tag 2 der erforderlichen Einleitungsdosis erreicht und über das
Dosierungsintervall von 26 Wochen aufrechterhalten (siehe Abschnitt 5.2). Der genaue Zeitpunkt abder Einleitung von Lenacapavir zur HIV-1-PrEP bis zum maximalen Schutz vor einer HIV-1-Infektionist nicht bekannt.
Risiko einer Resistenzentwicklung
Lenacapavir ist möglicherweise bei der Prävention einer HIV-1-Infektion nicht immer wirksam (siehe
Abschnitt 5.1). Es besteht das Risiko, eine Resistenz gegen Lenacapavir zu entwickeln, wenn sich eine
Person entweder vor oder während der Behandlung mit Yeytuo oder nach Absetzen von Yeytuo mit
HIV-1 ansteckt. Um dieses Risiko zu minimieren, muss der negative HIV-1-Status vor jeder weiteren
Injektion und zusätzlich, wenn klinisch angezeigt, bestätigt werden. Yeytuo allein stellt keinvollständiges Behandlungsregime für eine HIV-1-Therapie dar, und bei einigen Personen mitunentdeckter HIV-1-Infektion, die nur Yeytuo anwendeten, sind Mutationen aufgetreten. Personen mitbestätigter HIV-1-Infektion müssen sofort mit einem vollständigen HIV-1-Therapieregime beginnen,um das Risiko einer Resistenzentwicklung zu verringern.
Gleichzeitige Anwendung mit anderen ArzneimittelnDie gleichzeitige Anwendung mit Arzneimitteln, die moderate CYP3A- und P-gp-Induktoren sind,wird nicht empfohlen (siehe Abschnitt 4.5).
Die gleichzeitige Anwendung mit Arzneimitteln, die sowohl starke CYP3A-, P-gp- als auch UGT1A1-
Inhibitoren sind (d. h. alle 3 Signalwege), wird nicht empfohlen (siehe Abschnitt 4.5).
Sonstige BestandteileDieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Tablette, d. h. es ist nahezu'natriumfrei“.
Lenacapavir ist ein Substrat von CYP3A, P-gp und UGT1A1. Starke Induktoren von CYP3A, P-gpund UGT1A1 können die Plasmakonzentrationen von Lenacapavir signifikant herabsetzen, was zueiner verminderten Wirksamkeit von Lenacapavir führen kann. Die gleichzeitige Anwendung von
Lenacapavir mit starken CYP3A-, P-gp- und UGT1A1-Induktoren ist kontraindiziert (siehe
Abschnitt 4.3). Moderate CYP3A- und P-gp-Induktoren können die Plasmakonzentrationen von
Lenacapavir herabsetzen. Die gleichzeitige Anwendung von Lenacapavir mit moderaten Induktorenvon CYP3A und P-gp wird nicht empfohlen (siehe Abschnitt 4.4).
Starke Inhibitoren von CYP3A, P-gp und UGT1A1 zusammen (d. h. alle 3 Signalwege) können die
Plasmakonzentrationen von Lenacapavir signifikant erhöhen; die gleichzeitige Anwendung wird dahernicht empfohlen (siehe Abschnitt 4.4).
Starke CY3A4-Inhibitoren allein oder starke Inhibitoren von CYP3A4 und P-gp zusammen führennicht zu einem klinisch bedeutsamen Anstieg der Lenacapavir-Expositionen.
Auswirkungen von Lenacapavir auf die Pharmakokinetik anderer ArzneimittelLenacapavir ist ein moderater Inhibitor von CYP3A und ein P-gp-Inhibitor. Vorsicht ist geboten,wenn Lenacapavir zusammen mit einem empfindlichen CYP3A- und/oder P-gp-Substrat mit engertherapeutischer Breite angewendet wird. Lenacapavir ist kein klinisch bedeutsamer Inhibitor von
BCRP und hemmt OATP nicht.
Klinische Daten zu Wechselwirkungen für Lenacapavir als Substrat stammen aus Studien mit oraler
Anwendung von Lenacapavir. Zu Wechselwirkungen bei subkutaner Anwendung von Lenacapavirliegen keine klinischen Daten vor.
Tabelle 2: Wechselwirkungen zwischen Yeytuo und anderen Arzneimitteln
Arzneimittel nach Auswirkungen auf die Empfehlung zur gleichzeitigen
Anwendungsgebieten Arzneimittelkonzentrationen. Anwendung mit Lenacapavir
Mittlere prozentuale Veränderungder AUC, Cmax
ANTIMYKOBAKTERIELLE ARZNEIMITTEL
Rifampicina,b Lenacapavir: Die gleichzeitige Anwendung ist(600 mg einmal täglich) AUC: ↓ 84 % kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).(starker Induktor von CYP3A Cmax: ↓ 55 %und Induktor von P-gp und
UGT)
Rifabutin Wechselwirkungen wurden nicht Die gleichzeitige Anwendung wird
Rifapentin untersucht. nicht empfohlen (siehe
Abschnitt 4.4).
Die gleichzeitige Anwendung von
Rifabutin oder Rifapentin kann zueiner Abnahme der
Plasmakonzentrationen von
Lenacapavir führen.
ANTIKONVULSIVA
Carbamazepin Wechselwirkungen wurden nicht Die gleichzeitige Anwendung ist
Phenytoin untersucht. kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).
Oxcarbazepin Die gleichzeitige Anwendung wird
Phenobarbital Die gleichzeitige Anwendung von nicht empfohlen (siehe
Carbamazepin, Oxcarbazepin, Abschnitt 4.4).
Phenobarbital oder Phenytoin mit
Lenacapavir kann zu einer Abnahme Andere Antikonvulsiva sollten inder Plasmakonzentrationen von Erwägung gezogen werden.
Lenacapavir führen.
PFLANZLICHE ARZNEIMITTEL
Johanniskraut (Hypericum Wechselwirkungen wurden nicht Die gleichzeitige Anwendung istperforatum) untersucht. kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).
Die gleichzeitige Anwendung von
Johanniskraut kann zu einer
Abnahme der
Plasmakonzentrationen von
Lenacapavir führen.
Arzneimittel nach Auswirkungen auf die Empfehlung zur gleichzeitigen
Anwendungsgebieten Arzneimittelkonzentrationen. Anwendung mit Lenacapavir
Mittlere prozentuale Veränderungder AUC, Cmax
ANTIRETROVIRALE ARZNEIMITTEL
Atazanavir/Cobicistatb,c,d Lenacapavir: Die gleichzeitige Anwendung von(300 mg/150 mg einmal AUC: ↑ 321 % Lenacapavir und starken Inhibitorentäglich) (starker CYP3A- Cmax: ↑ 560 % von CYP3A, P-gp und UGT1A1
Inhibitor und Inhibitor von wird nicht empfohlen (siehe
UGT1A1 und P-gp) Abschnitt 4.4).
Efavirenzb,c,d (600 mg einmal Lenacapavir: Die gleichzeitige Anwendung wirdtäglich) (moderater Induktor AUC: ↓ 56 % nicht empfohlen (siehevon CYP3A und Induktor von Cmax: ↓ 36 % Abschnitt 4.4).
P-gp)
Cobicistatb,c,d (150 mg einmal Lenacapavir: Eine Dosisanpassung vontäglich) (starker Inhibitor von AUC: ↑ 128 % Lenacapavir ist nicht erforderlich.
CYP3A und Inhibitor von Cmax: ↑ 110 %
P-gp)
Darunavir/Cobicistatb,c,d Lenacapavir:(800 mg/150 mg einmal AUC: ↑ 94 %täglich) (starker Inhibitor von Cmax: ↑ 130 %
CYP3A und Inhibitor und
Induktor von P-gp)
Tenofoviralafenamidc,e (25 mg) Tenofoviralafenamid: Eine Dosisanpassung von(Substrat von P-gp) AUC: ↑ 32 % Tenofoviralafenamid ist nicht
Cmax: ↑ 24 % erforderlich.
Tenofovirf:
AUC: ↑ 47 %
Cmax: ↑ 23 %
ERGOTAMIN-DERIVATE
Dihydroergotamin Wechselwirkungen wurden nicht Bei gleichzeitiger Anwendung von
Ergotamin untersucht. Dihydroergotamin oder Ergotaminmit Lenacapavir ist Vorsicht
Die Plasmakonzentrationen dieser geboten.
Arzneimittel können beigleichzeitiger Anwendung mit
Lenacapavir erhöht sein.
PHOSPHODIESTERASE-5(PDE-5)-HEMMER
Sildenafil Wechselwirkungen wurden nicht Anwendung von PDE-5-Hemmern
Tadalafil untersucht. bei pulmonaler arterieller
Vardenafil Hypertonie: Die gleichzeitige
Die Plasmakonzentration von PDE- Anwendung mit Tadalafil wird nicht5-Hemmern kann bei gleichzeitiger empfohlen.
Anwendung mit Lenacapavir erhöhtsein. Anwendung von PDE-5-Hemmernbei Erektionsstörung:
Sildenafil: Eine Anfangsdosis von25 mg wird empfohlen.
Vardenafil: Höchstens 5 mg in einem
Zeitraum von 24 Stunden.
Tadalafil:* Bei Anwendung nach Bedarf:
höchstens 10 mg alle 72 Stunden
* Bei Anwendung einmal täglich:
höchstens 2,5 mg
Arzneimittel nach Auswirkungen auf die Empfehlung zur gleichzeitigen
Anwendungsgebieten Arzneimittelkonzentrationen. Anwendung mit Lenacapavir
Mittlere prozentuale Veränderungder AUC, Cmax
KORTIKOSTEROIDE (systemisch)
Dexamethason Wechselwirkungen wurden nicht Die gleichzeitige Anwendung von
Hydrocortison/Cortison untersucht. Lenacapavir mit Kortikosteroiden,bei denen die Expositionen durch
Die Plasmakonzentrationen von CYP3A-Inhibitoren signifikant
Kortikosteroiden können bei erhöht sind, kann das Risiko für eingleichzeitiger Anwendung mit Cushing Syndrom und Suppression
Lenacapavir erhöht sein. der Nebennierenrindenfunktionerhöhen. Mit der niedrigsten
Die Plasmakonzentrationen von Anfangsdosis beginnen und
Lenacapavir können bei vorsichtig titrieren, dabei aufgleichzeitiger Anwendung mit Sicherheit achten.systemischem Dexamethasonabnehmen. Bei gleichzeitiger Anwendung vonsystemischem Dexamethason mit
Lenacapavir ist Vorsicht geboten,insbesondere bei
Langzeitanwendung. Andere
Kortikosteroide sollten in Erwägunggezogen werden.
HMG-CoA-REDUKTASE-HEMMER
Lovastatin Wechselwirkungen wurden nicht Lovastatin und Simvastatin mit der
Simvastatin untersucht. niedrigsten Anfangsdosis beginnenund vorsichtig titrieren, dabei auf
Die Plasmakonzentrationen dieser Sicherheit achten (z. B. Myopathie).
Atorvastatin Arzneimittel können bei Eine Dosisanpassung vongleichzeitiger Anwendung mit Atorvastatin ist nicht erforderlich.
Lenacapavir erhöht sein.
Pitavastatinc,e (2 mg Pitavastatin: Eine Dosisanpassung von
Einzeldosis; gleichzeitig oder AUC: ↔ Pitavastatin und Rosuvastatin ist3 Tage nach Lenacapavir) Cmax: ↔ nicht erforderlich.(Substrat von OATP)
Rosuvastatinc,e (5 mg Rosuvastatin:
Einzeldosis) AUC: ↑ 31 %(Substrat von BCRP und Cmax: ↑ 57 %
OATP)
ANTIARRHYTHMIKA
Digoxin Wechselwirkungen wurden nicht Vorsicht ist geboten und eineuntersucht. Überwachung der therapeutischen
Konzentration von Digoxin wird
Die Plasmakonzentration von empfohlen.
Digoxin kann bei gleichzeitiger
Anwendung mit Lenacapavir erhöhtsein.
Arzneimittel nach Auswirkungen auf die Empfehlung zur gleichzeitigen
Anwendungsgebieten Arzneimittelkonzentrationen. Anwendung mit Lenacapavir
Mittlere prozentuale Veränderungder AUC, Cmax
SEDATIVA/HYPNOTIKA
Midazolamc,e (2,5 mg Midazolam: Bei gleichzeitiger Anwendung von
Einzeldosis; oral; gleichzeitige AUC: ↑ 259 % Midazolam oder Triazolam mit
Anwendung) Cmax: ↑ 94 % Lenacapavir ist Vorsicht geboten.(Substrat von CYP3A)1-Hydroxymidazolamg:
AUC: ↓ 24 %
Cmax: ↓ 46 %
Midazolamc,e (2,5 mg Midazolam:
Einzeldosis; oral; 1 Tag nach AUC: ↑ 308 %
Lenacapavir) Cmax: ↑ 116 %(Substrat von CYP3A)1-Hydroxymidazolamg:
AUC: ↓ 16 %
Cmax: ↓ 48 %
Triazolam Wechselwirkungen wurden nichtuntersucht.
Die Plasmakonzentration von
Triazolam kann bei gleichzeitiger
Anwendung mit Lenacapavir erhöhtsein.
ANTIKOAGULANZIEN
Direkte orale Antikoagulanzien Wechselwirkungen wurden nicht Aufgrund des potenziellen(DOAK) untersucht. Blutungsrisikos kann eine
Rivaroxaban Dosisanpassung von DOAK
Dabigatran Die Plasmakonzentration von erforderlich sein. Für weitere
Edoxaban DOAK kann bei gleichzeitiger Informationen über die Anwendung
Anwendung mit Lenacapavir erhöht zusammen mit moderaten CYP3A-sein. Inhibitoren und/oder P-gp-
Inhibitoren die Fachinformation des
DOAK heranziehen.
ANTIMYKOTIKA
Voriconazola,b,h (400 mg Lenacapavir: Eine Dosisanpassung vonzweimal täglich/200 mg AUC: ↑ 41 % Lenacapavir ist nicht erforderlich.zweimal täglich) Cmax: ↔(starker CYP3A-Inhibitor)
Itraconazol Wechselwirkungen wurden nicht
Ketoconazol untersucht.
Die Plasmakonzentration von
Lenacapavir kann bei gleichzeitiger
Anwendung mit Itraconazol oder
Ketoconazol erhöht sein.
H2-REZEPTOR-ANTAGONISTEN
Famotidina,b (40 mg einmal Famotidin: Eine Dosisanpassung von Famotidintäglich, 2 Stunden vor AUC: ↑ 28 % ist nicht erforderlich.
Lenacapavir) Cmax: ↔
Arzneimittel nach Auswirkungen auf die Empfehlung zur gleichzeitigen
Anwendungsgebieten Arzneimittelkonzentrationen. Anwendung mit Lenacapavir
Mittlere prozentuale Veränderungder AUC, Cmax
ORALE ODER LANGWIRKSAME KONTRAZEPTIVA
Langwirksame Kontrazeptiva: Erhobene Daten deuten nicht auf Eine Dosisanpassung von oralen oder
Medroxyprogesteronacetat klinisch bedeutsame Veränderungen langwirksamen Kontrazeptiva ist
Etonogestrel bei der Exposition gegenüber nicht erforderlich.
Norethisteronenantat langwirksamen Kontrazeptiva hin.
Orale Kontrazeptiva: Wechselwirkungen wurden nicht
Ethinylestradiol untersucht.
Gestagene
Die Plasmakonzentrationen vonoralen Kontrazeptiva können beigleichzeitiger Anwendung mit
Lenacapavir erhöht sein.
GESCHLECHTSANGLEICHENDE HORMONE (feminisierend oder maskulinisierend)
Östradiol Erhobene Daten deuten nicht auf Eine Dosisanpassung dieser
Testosteron klinisch bedeutsame Veränderungen geschlechtsspezifischen Hormone istbei der Exposition gegenüber nicht erforderlich.
Östradiol und Testosteron hin.
Antiandrogene Wechselwirkungen wurden nicht
Gestagene untersucht.
Die Plasmakonzentrationen dieser
Arzneimittel können beigleichzeitiger Anwendung mit
Lenacapavir erhöht sein.
a Nüchtern.b Diese Studie wurde mit Lenacapavir 300 mg als orale Einzeldosis durchgeführt.c Mit einer Mahlzeit.d Diese antiretroviralen Arzneimittel sind Prüfsubstanzen für die genannten Enzyme/Transporter, die nicht zusammen mit
Lenacapavir zur PrEP verabreicht werden dürfen.e Diese Studie wurde mit Lenacapavir 600 mg als Einzeldosis nach einer Aufsättigung von 600 mg zweimal täglich über2 Tage durchgeführt, 600 mg Einzeldosen Lenacapavir wurden mit jedem gleichzeitig angewendeten Arzneimittel oralangewendet.
f Tenofoviralafenamid wird in vivo zu Tenofovir umgebaut.g Aktiver Hauptmetabolit von Midazolam.h Diese Studie wurde mit Voriconazol 400 mg als Aufsättigungsdosis zweimal täglich für einen Tag durchgeführt, gefolgtvon 200 mg Erhaltungsdosis zweimal täglich.
Personen im gebärfähigen Alter
Bei einer geplanten Schwangerschaft sollte über den Nutzen und die Risiken, eine Behandlung mit
Yeytuo während der Schwangerschaft zu beginnen oder fortzusetzen, gesprochen werden.
SchwangerschaftBisher liegen begrenzte Erfahrungen (130 Geburtsereignisse) mit der Anwendung von Lenacapavir bei
Schwangeren vor. Die Raten unerwünschter Schwangerschaftsausgänge bei Studienteilnehmerinnen,die Yeytuo erhielten, waren vergleichbar mit den gemeldeten Hintergrundraten.
Tierexperimentelle Studien ergaben keine Hinweise auf direkte oder indirekte gesundheitsschädliche
Wirkungen in Bezug auf eine Reproduktionstoxizität (siehe Abschnitt 5.3).
Die Anwendung von Yeytuo kann während der Schwangerschaft in Betracht gezogen werden, wennder erwartete Nutzen das mögliche Risiko für den Fötus überwiegt.
StillzeitLenacapavir geht beim Menschen in die Muttermilch über. Lenacapavir wurde in niedrigen
Konzentrationen bei gestillten Säuglingen von Frauen nachgewiesen, die während der Behandlung mit
Yeytuo schwanger wurden (siehe Abschnitt 5.2). Es gibt nur ungenügende Informationen darüber, ob
Lenacapavir Auswirkungen auf Neugeborene/Kinder hat.
Die Anwendung von Yeytuo kann während der Stillzeit in Betracht gezogen werden, wenn dererwartete Nutzen das mögliche Risiko für das Kind überwiegt.
FertilitätEs liegen keine Daten über die Auswirkung von Lenacapavir auf die Fertilität bei Männern oder
Frauen vor. Tierexperimentelle Studien haben keine Auswirkungen von Lenacapavir auf die Fertilitätbei männlichen oder weiblichen Tieren gezeigt (siehe Abschnitt 5.3).
Es ist davon auszugehen, dass Yeytuo keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die
Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen hat.
In den Studien PURPOSE 1 und PURPOSE 2 wurden bei Erwachsenen oder Jugendlichen bei oraler
Einnahme von Lenacapavir keine Nebenwirkungen festgestellt.
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
Im Falle einer Überdosierung ist die Person auf Anzeichen oder Symptome von Nebenwirkungen zubeobachten. Die Behandlung im Fall einer Überdosis von Yeytuo umfasst allgemeine unterstützende
Maßnahmen einschließlich der Überwachung der Vitalparameter sowie die Beobachtung desklinischen Zustands der Person. Da Lenacapavir stark proteingebunden ist, ist es unwahrscheinlich,dass es durch Dialyse signifikant eliminiert werden kann.
Pharmakotherapeutische Gruppe: Antivirale Mittel zur systemischen Anwendung; andere antivirale
Mittel; ATC-Code: J05AX31
WirkmechanismusLenacapavir ist ein mehrstufiger, selektiver Inhibitor der HIV-1-Capsid-Funktion, der direkt an die
Schnittstelle zwischen den Capsid-Protein (CA)-Untereinheiten bindet. Lenacapavir hemmt die
HIV-1-Replikation, indem es in mehrere wesentliche Schritte des viralen Lebenszyklus eingreift,darunter die capsidvermittelte nukleäre Aufnahme von proviraler HIV-1-DNA (indem nukleäre
Importproteine daran gehindert werden, an das Capsid zu binden), die Virusassemblierung und
- Freisetzung (indem es in die Gag/Gag-Pol-Funktion eingreift und dadurch die Produktion von CA-
Untereinheiten reduziert) sowie die Capsid-Kernbildung (durch Störung der Assoziationsrate der
Capsid-Untereinheiten, was zu fehlgeformten Capsiden führt).
Antivirale Aktivität und Selektivität in vitroDie antivirale Aktivität von Lenacapavir gegen Laborstämme und klinische Isolate von HIV-1 wurdean lymphoblastoiden Zelllinien, PBMC, primären Monozyten/Makrophagen und CD4+-T-
Lymphozyten beurteilt. Die EC50- und Selektivitäts(CC50/EC50)-Werte reichten von 30 bis 190 pMbzw. 140 000 bis > 1 670 000 für das Wildtyp(WT)-HIV-1. Die Protein-adjustierte EC95 von
Lenacapavir lag bei 4 nM (3,87 ng pro ml) in der MT-4-T-Zelllinie für das Wildtyp-HIV-1.
In Zellkulturen zeigte Lenacapavir antivirale Aktivität gegen alle HIV-1-Gruppen (M, N, O),einschließlich der Subtypen A, A1, AE, AG, B, BF, C, D, E, F, G, H.
Lenacapavir war im Vergleich zu HIV-1 gegen HIV-2-Isolate um das 15- bis 25-Fache weniger aktiv.
ResistenzHIV-1-Varianten mit verringerter Empfindlichkeit gegenüber Lenacapavir wurden in Zellkulturenselektiert. Bei der Selektion von Resistenzen gegenüber Lenacapavir wurden in vitro 7 Mutationen im
Capsid Protein (CA) identifiziert: L56I, M66I, Q67H, K70N, N74D/S und T107N - einzeln oder in
Kombination zu zweit. Die phänotypische Empfindlichkeit gegenüber Lenacapavir war im Vergleichzum WT-Virus um das 4- bis > 3 226-Fache reduziert.
In klinischen StudienUnter den Studienteilnehmern der Lenacapavir-Gruppe in der PURPOSE 1-Studie wurden zweiinzidente Infektionen (Infektionen, die nach Beginn der Behandlung mit Lenacapavir zur HIV-1-PrEPnachgewiesen wurden) festgestellt. Beide Infektionen traten nach dem Zeitpunkt der primären Analyseauf. Bei der Genotypisierung des Virus bei einem der Studienteilnehmer wurden keine Resistenzengegen Lenacapavir, die auf der Entwicklung von Capsid-Substitutionen beruhte, nachgewiesen. Beimzweiten Studienteilnehmer war die Viruslast für eine Genotypisierung zu gering.
Unter den Studienteilnehmern der Lenacapavir-Gruppe in der PURPOSE 2-Studie gab es dreiinzidente Infektionen. Eine der Infektionen trat nach dem Zeitpunkt der primären Analyse auf. Bei drei
Studienteilnehmern wurden Resistenzen gegen Lenacapavir, die auf der Entwicklung von
Substitutionen beruhten, nachgewiesen, zwei mit N74D und eine mit Q67H/K70R.
KreuzresistenzDie antivirale in vitro Aktivität von Lenacapavir wurde gegen ein breites Spektrum an zielgerichteten
HIV-1-Mutanten und von Patienten abgenommenen HIV-1-Isolaten mit Resistenz gegen die vierwichtigsten Klassen antiretroviraler Arzneimittel (NRTI, NNRTI, INSTI und PI; n = 58) sowie gegen
Viren, die resistent gegen Maturations-Inhibitoren (n = 32) sind, und gegen Viren, die resistent gegendie Klasse der Entry-Inhibitoren (EI) (Fostemsavir, Ibalizumab, Maraviroc und Enfuvirtid; n = 42)sind, bestimmt. Diese Daten zeigten, dass Lenacapavir gegen alle getesteten Varianten voll aktiv bliebund dabei ein nicht überlappendes Resistenzprofil aufwies. Darüber hinaus wurde die antivirale
Aktivität von Lenacapavir in Patientenisolaten durch das Vorhandensein von natürlich vorkommenden
Gag-Polymorphismen nicht beeinflusst.
Auswirkungen auf das ElektrokardiogrammIn einer QT/QTc-Studie im Parallelgruppendesign hatte Lenacapavir keine klinisch relevante
Auswirkung auf das QTcF-Intervall. Bei supratherapeutischer Lenacapavir-Exposition (16-mal höherals die therapeutische Exposition von Lenacapavir) betrug der erwartete mittlere (oberes 90 -%-
Konfidenzintervall) Anstieg des QTcF-Intervalls 2,6 (4,8) msec, und es bestand kein Zusammenhang(p = 0,36) zwischen den beobachteten Lenacapavir-Plasmakonzentrationen und einer Veränderungvon QTcF.
Klinische DatenDie Wirksamkeit und Sicherheit von Lenacapavir zur Prävention einer HIV-1-Infektion wurden inzwei randomisierten, doppelblinden, aktivkontrollierten, multinationalen Studien (PURPOSE 1 und
PURPOSE 2) untersucht.
PURPOSE 1
Diese Studie wurde bei sexuell aktiven cis Frauen durchgeführt. Die Studienteilnehmerinnen wurdenim Verhältnis 2:2:1 randomisiert und erhielten Lenacapavir entsprechend dem empfohlenen
Dosierungsplan (siehe Tabelle 1, Abschnitt 4.2 in der Fachinformation für Yeytuo-Injektionslösung;n = 2 134), oder einmal täglich Emtricitabin/Tenofoviralafenamid (FTC/TAF) (n = 2 136) oder einmaltäglich Emtricitabin/Tenofovirdisoproxilfumarat (FTC/TDF) (n = 1 068).
Das mediane Alter der Studienteilnehmerinnen betrug 21 Jahre (Spanne: 16 bis 26 Jahre), und 99,9 %waren Schwarz. Die Baseline-Charakteristika der randomisierten Studienteilnehmerinnen ähneltendenen der untersuchten Population.
Die Wirksamkeit von Lenacapavir wurde durch den Vergleich der HIV-1-Inzidenz in der Lenacapavir-
Gruppe mit der HIV-1-Inzidenz in der FTC/TDF-Gruppe nachgewiesen. Bei keiner (0 %) der
Studienteilnehmerinnen wurde eine inzidente HIV-1-Infektion in der Lenacapavir-Gruppe beobachtet,während dies bei 16 (1,5 %) Studienteilnehmerinnen in der FTC/TDF-Gruppe der Fall war.
Lenacapavir erwies sich mit einer 100%ige Reduktion des HIV-1-Infektionsrisikos gegenüber
FTC/TDF überlegen (Siehe Tabelle 3).
Tabelle 3: Gesamtergebnisse in Bezug auf HIV-1-Infektionen in PURPOSE 1
Lenacapavir FTC/TDF Ratenverhältnis (95 % KI)n = 2 134 n = 1 068
Personenjahre 1 939 949 -
HIV-1-Infektionen Lenacapavir/FTC/TDF:(Inzidenzrate pro 0 16 0,000 (0,000; 0,101)100 Personenjahre) (0,00) (1,69) p < 0,0001
KI = Konfidenzintervall
PURPOSE 2
Diese Studie wurde an sexuell aktiven cis Männern, trans Frauen, trans Männern und nicht-binären
Personen durchgeführt. Die Studienteilnehmer wurden im Verhältnis 2:1 randomisiert und erhielten
Lenacapavir entsprechend dem empfohlenen Dosierungsplan (siehe Tabelle 1, Abschnitt 4.2 in der
Fachinformation für Yeytuo-Injektionslösung; n = 2 179) oder einmal täglich FTC/TDF (n = 1 086).
Das mediane Alter der Studienteilnehmer betrug 29 Jahre (Spanne: 17 bis 74 Jahre), 33 % waren
Weiß, 27 % waren Schwarz, 13 % waren asiatischer Abstammung, 63 % warenhispanischer/lateinamerikanischer Abstammung, 22 % wurden als gender-divers (trans Frauen, trans
Männer und nicht-binäre Personen) identifiziert und 1 % war über 65 Jahre alt. Die Baseline-
Charakteristika der randomisierten Studienteilnehmer ähnelten denen der untersuchten Population.
Die Wirksamkeit von Lenacapavir wurde durch den Vergleich der HIV-1-Inzidenz in der Lenacapavir-
Gruppe mit der HIV-1-Inzidenz in der FTC/TDF-Gruppe nachgewiesen. Bei zwei (0,1 %)
Studienteilnehmern in der Lenacapavir-Gruppe wurde eine inzidente HIV-1-Infektion festgestellt,während dies bei neun (0,8 %) Studienteilnehmern in der FTC/TDF-Gruppe der Fall war. Lenacapavirerwies sich mit einer 89%ige Reduktion des Infektionsrisikos gegenüber FTC/TDF überlegen (siehe
Tabelle 4). Die HIV-1-Infektionen der beiden Studienteilnehmer, die Lenacapavir erhielten, wurdenmittels standardisierter serologischer HIV-Tests nachgewiesen.
Tabelle 4: Gesamtergebnisse in Bezug auf HIV-1-Infektionen in PURPOSE 2
Lenacapavir FTC/TDF Ratenverhältnis (95 % KI)n = 2 179 n = 1 086
Personenjahre 1 938 967 -
HIV-1-Infektionen 2 9 Lenacapavir/FTC/TDF:(Inzidenzrate pro (0,1) (0,93) 0,111 (0,024; 0,513)100 Personenjahre) p = 0,00245
KI = Konfidenzintervall
Kinder und JugendlicheDie Europäische Arzneimittel-Agentur hat für Lenacapavir eine Zurückstellung von der Verpflichtungzur Vorlage von Ergebnissen zu Studien in einer oder mehreren pädiatrischen Altersklassen in der
Prävention von HIV-1 beim Menschen gewährt (siehe Abschnitt 4.2 bzgl. Informationen zur
Anwendung bei Kindern und Jugendlichen).
Die absolute Bioverfügbarkeit von Lenacapavir nach subkutaner Gabe betrug 91 % (basierend aufeiner populationspharmakokinetischen Analyse). Subkutan verabreichtes Lenacapavir bildet ein
Wirkstoffdepot, aus dem Lenacapavir langsam an der Verabreichungsstelle freigesetzt wird. Maximale
Plasmaspiegeln werden 84 Tage nach der Verabreichung erreicht.
Orale AnwendungLenacapavir wird nach oraler Anwendung resorbiert, wobei die maximalen Plasmaspiegel ca.4 Stunden nach der Anwendung von Lenacapavir erreicht werden. Die absolute Bioverfügbarkeit von
Lenacapavir nach oraler Anwendung ist basierend auf der populationspharmakokinetischen Analysegering (ca. 4 bis 7 %). Lenacapavir ist ein Substrat von P-gp.
AUC, Cmax und Tmax von Lenacapavir waren im Vergleich zum Nüchternzustand bei Einnahme miteiner fettarmen (~400 kcal, 25 % Fett) oder fettreichen (~1 000 kcal, 50 % Fett) Mahlzeit vergleichbar.
Oral eingenommenes Lenacapavir kann unabhängig von der Nahrungsaufnahme angewendet werden.
Pharmakokinetische ParameterDie Schätzungen der populationspharmakokinetischen Parameter von Lenacapavir nach oraler undsubkutaner Anwendung bei erwachsenen und jugendlichen (mit einem Körpergewicht von mindestens35 kg) Studienteilnehmern sind in Tabelle 5 aufgeführt. Ähnliche Expositionen werden erreicht, wenn
Lenacapavir subkutan in das Abdomen oder den Oberschenkel verabreicht wird.
Tabelle 5: Pharmakokinetische Parameter von Lenacapavir nach oraler und subkutaner
Anwendung von Yeytuo bei erwachsenen und jugendlichen Studienteilnehmern
Parameter Tag 1 bis Ende von Woche 26 Steady State
Durchschnitt(% CV)a,b
AUCtau 188 112 (41,0) 257 332 (38,7)(h*ng/ml)
Cmax 73,8 (55,6) 82,5 (48,4)(ng/ml)
Ctrough 27,0 (58,3) 37,0 (60,7)(ng/ml)
CV = Coefficient of Variation (Variationskoeffizient)a Simulierte Expositionen mittels populationspharmakokinetischer Analyse.b Die mittleren Lenacapavir-Plasmakonzentrationen erreichten am Tag 2 der vorgeschriebenen Einleitungsdosis deninhibitorischen Quotienten 4 (IQ4; 4-mal größer als die Protein-adjustierte EC95 in vitro), der mit einer signifikantenantiviralen Aktivität assoziiert war, und wurden über IQ4 während des gesamten Dosierungsintervalls von 26 Wochenaufrechterhalten.
VerteilungBasierend auf einer populationspharmakokinetischen Analyse betrug das Verteilungsvolumen von
Lenacapavir im Steady State 1 657 Liter. Lenacapavir ist hochgradig an Plasmaproteine gebunden(99,8 %).
BiotransformationNach einer intravenösen Einzeldosis von radiomarkiertem Lenacapavir bei gesunden Probandenwurden 76 % der gesamten Radioaktivität in den Fäzes und < 1 % im Urin wiedergefunden.
Unverändertes Lenacapavir war der vorherrschende Anteil im Plasma (69 %) und den Fäzes (33 %).
Bei der Lenacapavir-Elimination spielte die Metabolisierung eine untergeordnete Rolle. Lenacapavirwurde mittels Oxidation, N-Dealkylierung, Hydrogenierung, Amidhydrolyse, Glucuronidierung,
Hexose-Konjugation, Pentose-Konjugation und Glutathion-Konjugation metabolisiert, vorwiegendüber CYP3A und UGT1A1. Kein einzelner zirkulierender Metabolit machte > 10 % derarzneimittelbezogenen Exposition im Plasma aus.
EliminationDie mediane Halbwertszeit nach oraler bzw. subkutaner Anwendung betrug 10 bis 12 Tage bzw.8 bis 12 Wochen. Basierend auf einer populationspharmakokinetischen Analyse betrug diesystemische Clearance von Lenacapavir 3,4 l/h.
Linearität/Nicht-LinearitätDie Pharmakokinetik einer Lenacapavir-Einzeldosis nach oraler Anwendung ist nicht-linear und im
Dosisbereich von 50 bis 1 800 mg weniger als dosisproportional.
Die Pharmakokinetik einer Lenacapavir-Einzeldosis nach subkutaner Injektion (309 mg/ml) ist im
Dosisbereich von 309 bis 927 mg dosisproportional.
Sonstige besondere PatientengruppenAlter, Geschlecht, Geschlechtsidentität, ethnische Zugehörigkeit und Körpergewicht
Eine populationspharmakokinetische Analyse mit Daten aus Studien mit Erwachsenen, einschließlicheiner begrenzten Anzahl älterer Patienten (n = 19; ≥ 65 bis 78 Jahre), und Jugendlichen mit einem
Körpergewicht von mindestens 35 kg erbrachte keine klinisch relevanten Unterschiede hinsichtlich der
Exposition gegenüber Lenacapavir aufgrund des Alters, des bei der Geburt zugewiesenen Geschlechts,der Geschlechtsidentität, der ethnischen Zugehörigkeit oder des Gewichts.
LeberfunktionsstörungDie Pharmakokinetik einer oralen 300-mg-Einzeldosis Lenacapavir wurde in einer gesonderten Phase-1-Studie bei Studienteilnehmern mit mittelgradiger Leberfunktionsstörung (Child-Pugh-Klasse B)untersucht. Die mittlere Lenacapavir-Exposition (gesamt und ungebunden) war bei Personen mitmittelgradiger Leberfunktionsstörung (Child-Pugh B) in Bezug auf AUCinf bzw. Cmax um das 1,47-bis 2,84-Fache bzw. 2,61- bis 5,03-Fache höher als bei Studienteilnehmern mit normaler
Leberfunktion. Auf Basis der Expositions-Wirkungsbeziehung von Lenacapavir wird dieser Anstiegjedoch nicht als klinisch relevant angesehen. Die Pharmakokinetik von Lenacapavir wurde nicht bei
Personen mit schwerer Leberfunktionsstörung (Child-Pugh C) untersucht (siehe Abschnitt 4.2).
NierenfunktionsstörungDie Pharmakokinetik einer oralen 300-mg-Einzeldosis Lenacapavir wurde in einer gesonderten Studiebei Studienteilnehmern mit schwerer Nierenfunktionsstörung (geschätzte Kreatinin-Clearance ≥ 15und < 30 ml/Minute) untersucht. Die Exposition gegenüber Lenacapavir war bei Studienteilnehmernmit schwerer Nierenfunktionsstörung im Vergleich zu Studienteilnehmern mit normaler
Nierenfunktion erhöht (84 % bzw. 162 % in Bezug auf AUCinf bzw. Cmax); die Erhöhung wurde jedochnicht als klinisch relevant eingestuft. Die Pharmakokinetik von Lenacapavir wurde bei Personen mitterminaler Niereninsuffizienz, einschließlich Dialysepatienten, nicht untersucht (siehe Abschnitt 4.2).
Da Lenacapavir zu ca. 99,8 % proteingebunden ist, ist nicht zu erwarten, dass die Dialyse die
Lenacapavir-Exposition ändert.
SchwangerschaftIm Vergleich zu den Lenacapavir-Expositionen bei nicht schwangeren Studienteilnehmerinnenwurden keine klinisch relevanten Veränderungen der Lenacapavir-Exposition während der
Schwangerschaft und nach der Geburt beobachtet.
StillzeitDas mediane (Q1, Q3) Verhältnis zwischen der Lenacapavir-Konzentration in der Muttermilch und immütterlichen Plasma betrug bei Studienteilnehmerinnen (n = 102 gematchte Paare), die Yeytuoerhielten, 0,52 (0,38; 0,77). Die mediane (Q1, Q3) Konzentration im Plasma von Säuglingen (n = 98)betrug 1,63 ng/ml (0,87; 2,85), im Vergleich zur medianen (Q1, Q3) Konzentration nach Matching immütterlichen Plasma (n = 96) von 65,65 ng/ml (46,00; 91,10). Das mediane (Q1, Q3) Verhältniszwischen der Lenacapavir-Konzentration im Plasma von Säuglingen (n = 98 gematchte Paare), die von
Studienteilnehmerinnen gestillt wurden, die Yeytuo erhielten, und im Plasma der Mutter betrug 0,02(0,01; 0,05).
Basierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie lassen die präklinischen
Daten zu Toxizität bei wiederholter Gabe, Genotoxizität sowie Reproduktions- und
Entwicklungstoxizität keine besonderen Gefahren für den Menschen erkennen.
Lenacapavir zeigte in konventionellen Genotoxizitätstests keine mutagene oder klastogene Aktivität.
Lenacapavir zeigte in einer 6-monatigen Studie an transgenen rasH2-Mäusen in Dosen von bis zu300 mg/kg/Tag einmal alle 13 Wochen, was Expositionen entspricht, die etwa 88-fach über der
Exposition des empfohlenen humantherapeutischen Dosisbereichs lagen, kein kanzerogenes Potenzial.
In einer Studie über 2 Jahre zur Karzinogenität bei Ratten zeigten sich bei Tieren, denen einmal alle13 Wochen eine 927-mg/kg-Dosis verabreicht wurde, an den Injektionsstellen durch die Lenacapavir-
Behandlung induzierte subkutane primäre Sarkome, die mit Fibrose und Entzündung assoziiert waren.
Bei 11/110 Tieren traten Sarkome bei der hohen Dosis auf, wobei jedes Tier bis zu16 Injektionsstellen hatte - dies entspricht einer Inzidenz von < 1 % aller Injektionsstellen bei den
Tieren mit der hohen Dosis. Die Arzneimittelkonzentrationen an den Injektionsdepotstellen sindschwer zu bestimmen, aber systemisch entspricht die 927-mg/kg-Dosis dem 44-Fachen der Expositionder beim Menschen empfohlenen Dosis. Beim No-Observed-Adverse-Effect-Level (NOAEL, Dosisohne beobachtete schädliche Wirkung) entspricht die 309-mg/kg-Dosis dem 25-Fachen der Expositionder beim Menschen empfohlenen Dosis. Ratten sind anfällig für Sarkombildung an der subkutanen
Injektionsstelle; eine klinische Relevanz kann jedoch in Anbetracht der langen Verweildauer des
Arzneimitteldepots beim Menschen nicht ausgeschlossen werden. Bei systemischer Exposition von
Lenacapavir traten bei keiner Dosierung Neoplasmen auf.
Bei Ratten und Kaninchen, die während der Trächtigkeit Lenacapavir erhalten hatten, wurden keinetoxikologisch signifikanten Auswirkungen auf die entwicklungsbezogenen Endpunkte der
Nachkommen beobachtet.
Bei Ratten wurde die männliche und weibliche Fertilität bei Lenacapavir-Expositionen bis zum 9-
Fachen (männliche Tiere) und 6-Fachen (weibliche Tiere) der beim Menschen empfohlenen Dosisnicht beeinträchtigt. Bei Ratten und Kaninchen wurde die embryofetale Entwicklung bei Expositionenbis zum 20- bzw. 159-Fachen der menschlichen Exposition bei der beim Menschen empfohlenen
Dosis nicht beeinträchtigt. Bei Ratten wurde die prä- und postnatale Entwicklung bei Expositionen biszum 6-Fachen der menschlichen Exposition bei der beim Menschen empfohlenen Dosis nichtbeeinträchtigt.
Mannitol (Ph.Eur.) (E421)
Mikrokristalline Cellulose (E460)
Croscarmellose-Natrium (E468)
Copovidon
Magnesiumstearat (Ph.Eur.) [pflanzlich] (E572)
Poloxamer
FilmüberzugPoly(vinylalkohol) (E1203)
Titandioxid (E171)
Macrogol (E1521)
Talkum (E553b)
Eisen(III)-hydroxid-oxid-Hydrat (E172)
Eisen(II,III)-oxid (E172)
Eisen(III)-oxid (E172)
Nicht zutreffend.
3 Jahre
Für dieses Arzneimittel sind bezüglich der Temperatur keine besonderen Lagerungsbedingungenerforderlich. In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Feuchtigkeit zu schützen.
Yeytuo-Tabletten sind in einer weißen Flasche aus Polyethylen hoher Dichte (HDPE) mit
Polyesterspirale und Silicagel-Trockenmittel verpackt. Jede Flasche ist mit einem weißen,kindersicheren Polypropylen-Schraubdeckel mit durchgehendem Gewinde und einerinduktionsversiegelten, aluminiumbeschichteten Einlage verschlossen. Packungen mit 4 Tabletten.
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu verfügbar.